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Lot 633 – 650 | Hesse-Auktionen
Lot 633 – 650

633  Walasse Ting. One Cent Life.

€ 3000

Edited by Sam Francis. Bern, Kornfeld 1964. Mit 62 Farblithographien, teils doppelblattgroß, teils im Text. Lose Doppelbogen in farbig serigraphierter Originalleinenchemise mit illustriertem Originalumschlag und im roten Originalleinenschuber.

Eins von 2000 nummerierten Exemplaren. – Herausgeber Sam Francis vereinte die 61 Gedichte des amerikanischen Malerpoeten Walasse Ting mit eigenen Farblithographien und weiteren von Pierre Alechinsky, Antonio Saura, Asger Jorn, Robert Indiana, Riopelle, Karel Appel, Tom Wesselmann, Bram van Velde, Allan Kaprow, Andy Warhol, Robert Rauschenberg, K. R. H. Sonderborg, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Jim Dine, Mel Ramos und weiteren zwölf Künstlern. – Druck bei Maurice Baudet, Paris, nach der Typographie von Georges Girard. – Großartiges Malerbuch der Nachkriegszeit, eines der wichtigsten und schönsten Zeugnisse des abstrakten Expressionismus und der Pop Art. – Tadellos schönes Exemplar.

41 : 30 cm. 170, [4] Seiten.

  634    Stefan Balkenhol. Harlekin.

€ 250

Lithographie. 1994. 56,5 : 18,5 cm (76,0 : 64,5 cm). Signiert und datiert.

Eins von 381 Exemplaren. – Auf Zerkall-Bütten. – Handdruck bei Loeding & Sturm, ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummer 277 C2.

Dobke/Priess 16

  635    Stefan Balkenhol. Stehender Mann. – Frau mit weißer Jacke. – Teddy.

€ 600

Drei zweifarbige Holzschnitte. 2004. 76 : 56 cm. Signiert.

Auflagen: 1033, 666 und 764 Exemplare. – Aus der ersten Holzdruck-Serie des Künstlers für die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Handdrucke Loeding & Sturm, Hamburg. – Auf Somerset-Bütten »newspaper gray«. – »Die originäre Herkunft des Künstlers aus dem Bereich Bildhauerei [ist] deutlich zu spüren, zumal der Druckstock in diesem Fall […] aus dem gleichen Material wie der überwiegende Teil seiner Skulpturen [besteht].«.

Blatt 1 am Oberrand leicht angestaubt.

Dobke 72, 73 und 74. – Griffelkunst 315 C1–3

  636    Stephan Balkenhol. Frau mit weißer Jacke.

€ 200

Zweifarbiger Holzschnitt. 2004. 43,5 : 32 cm (76 : 56 cm). Signiert.

Eins von 666 Exemplaren. – Auf Somerset-Bütten »newspaper gray«. – Handdrucke Loeding & Sturm, Hamburg. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.

Dobke/Priess 73. – Griffelkunst 315 C2

  637    Stefan Balkenhol. Junger Mann. – Junge Frau.

€ 500

Zwei Lithographien. 2015. 65,0 : 51,0cm. Signiert.

Eins von je etwa 1000 Exemplaren. – Auf Alt-Meißen Bütten von Zerkall. – Handdruck bei Loeding & Sturm, ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern E 505 und 507. – Blatt 2 rückseitig typographisch bezeichnet.

Dobke/Priess 100 und 101

638  Eduard Bargheer. Sophokles Antigone.

€ 500

Zehn Aquatintaradierungen. 1967. 43,5 : 38,0 (bzw. 30,8) cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar XLIII/75, eins von 50 signierten Suitenexemplaren ohne Text. – 25 Suiten erschienen mit Text, ferner 175 Buchausgaben. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, und ediert von Gotthard de Beauclair in seinem Verlag Ars librorum. – Das Porträt »Athena, die Schutzgöttin« in Ocker gedruckt, die vier von Ismene, Kreon, Antigone und Haimon in Rötel. – Als signierte Suite selten.

Rosenbach 242–251

  639    Eduard Bargheer. Inselfrühe.

€ 250

Radierung. 1967. 42,0 : 32,0 cm (51,0 : 40,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 86/235. – Auf Velin mit dem Trockenstempel der Edition. – In: Salvatore Quasimodo. Insel des Odysseus. Isola di Ulisse. Gedichte. Edition de Beauclair, Portfolio-Ausgaben mit Originalgraphik zeitgenössischer Meister, 3. – Mit dem Text auf grauem Kupferdruckkarton zusammen in Originalleinenmappe. – Tadellos.

Rosenbach 254. – Spindler 40.41

640  Eduard Bargheer. Gärten und Felsen auf Ischia.

€ 1000

Zwei Kaltnadel- und drei Farbradierungen. 1968. 38,0 : 55,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 10/30. – Auf Bütten, weitere sieben Exemplare wurden auf Japan gedruckt. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, ediert von Detlev Rosenbach, Hannover. – Die vollständige Suite, mit dem Titelblatt in der Originalleinenmappe. – Tadellos erhalten, selten.

Rosenbach 260–264

641  Eduard Bargheer. 7 Beispiele zum graphischen Werk.

€ 600

Vier Farblithographien, zwei Farb- und eine Kaltnadelradierung. 1974. 53,5 : 40,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 73/75. – Auf Velin, weitere 25 Exemplare wurden auf Bütten abgezogen. – Die Beilage zur Vorzugsausgabe des Werkverzeichnisses der Druckgraphik enthält: »Selbstbildnis« (Kaltnadel 1970), »Blankenese« und »Südlicher Garten« (Farbradierungen 1973) sowie »Torrione«, »Griechische Inselwelt«, »Wüstendorf« und »Kamele in der Wüste« (Farblithographien 1973). – Tadellos erhalten.

Rosenbach 280 und 336–341

  642    Eduard Bargheer. Hellas 2.

€ 600

Zehn Kaltnadelradierungen mit Aquatinta, davon vier farbig. 1973. 40,0 : 53,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar II/XIII, eins der Künstlerexemplare, wie auch die 35 der Auflage auf Bütten. – Alle Blätter auch in der Platte signiert und datiert. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, ediert von Detlev Rosenbach, Hannover. – Mit drei Textblättern, u. a. das Vorwort von Herbert V. Buttlar, lose in Originalleinenkassette. – Die Radierungen ausnahmslos mit Figuren der griechischen Mythologie und Antike. – Tadellos erhalten.

Die Kassette minimal fleckig, innen tadellos.

Rosenbach 313–322

643  Artur Barth. Potsdam und Sanssouci.

€ 400

Zwölf Kaltnadelblätter. Meißen, Verlag der Truhe [um 1920].

Exemplar 61/68. – Jede Radierung, auch das radierte Titelblatt signiert, nummeriert und betitelt. – Mit kleinformatigen Ansichten von St. Nikolai, Paradeplatz, Sanssouci, Lustgartenblick, Garnisonskirche, Neues Palais, Am Stadtschloß, Historische Mühle u. a. – Der Graphiker Artur Julius Barth (1878–1926) stammte aus dem sächsischen Meißen. Seine künstlerische Karriere begann als Porzellanmaler in der Meißner Manufaktur. – Die Radierungen (25 : 19 cm) in Passepartouts, diese lose in Originalkalblederkassette mit Blindprägung.

Kassette minimal berieben, sonst sehr schön.

Vgl. Vollmer I, 120

  644    Heinz Battke. Platon. Das Gastmahl.

€ 450

Neun Radierungen (auf acht Blättern). 1965. 43,5 : 23,4 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 25/50. – Auf Japon nacré. – Gedruckt von Hermann Steidle, Essen. – Die Radierungen entstanden für den zwölften Ars librorum Druck, ediert von Gotthard de Beauclair. – Hier als Beilage zu eben diesem Werk: Platon. Das Gastmahl oder Über die Liebe. In der Übertragung von Rudolf Kassner. Frankfurt am Main 1965. Mit neun Radierungen, davon drei blattgroß, fünf Vignetten, eine auf dem Vorderdeckel. Lose Doppelblätter in Originalhalbleinenchemise und -leinenkassette mit gold-braunen Lederschildern auf Vorderdeckel und Rücken (Helmuth Halbach, Niederhöchstadt). – Exemplar XXV. – Auf Velin »BFK Rives«. – Der Druckvermerk nennt 300 Exemplare und 25 weitere, mit A–Z bezeichnete, für den Verlag. Offenbar wurde aber auch zu den 50 Suiten nochmals das komplette Buch ausgegeben. – Im Druckvermerk von Künstler und Verleger signiert. – Heinz Battke (1900–1966) war in jungen Jahren Schüler von Karl Hofer. Von den Nationalsozialisten als »entartet« abgelehnt, arbeitete er seit 1935 in Florenz. Nach Kriegsende kehrte er nach Frankfurt zurück und lehrte an der Städelschule. Die Platon-Radierungen entstanden 1963 und 1964 und zählen zum reifen Spätwerk. Sie sind zugleich die ersten und einzigen Buchillustrationen des Künstlers. – Makellos.

45,5 : 32,5 cm. 68, [4] Seiten (Buch).

Cüppers 470–478 a und b. – Spindler 40.32. – Tiessen II, 1

645  Franz von Bayros. Modell, sitzend.

€ 1500

Aquarell und Deckweiß. 31,5 : 29,5 cm. Am Unterrand signiert.

Recht entzückende Zeichnung: Das Modell sitzt, wohl in einer Malpause und eigentlich unbeobachtet, im Atelier. Mit der rechten Hand blättert die luftig bekleidete Dame in einem Stapel Zeichnungen, ihre eigentliche Aufmerksamkeit gilt allerdings ihrem – wohl schmerzenden – Knöchel. Der jüngst geäußerten Einschätzung eines Münchner Kunsthändlers (»nicht erotisch genug«) entspricht in etwa eine Bleistiftnotiz von unbekannter Hand, die auf die Rückseite des Rahmens montiert wurde: »Die Natur: Na, Du bist mir aber auch schon der richtige Erotiker – sitzt er da Monate lang in der Bretagne – um nackte Felsen zu malen!!«. – Ehemals im Besitz des Leipziger Verlegers Carl Geibel, der 1914 die bedeutende graphische Kunstanstalt Oscar Consée übernahm und dadurch in engem Kontakt zu zahlreichen Künstlern dieser Zeit stand. – Seit damaligem Erwerb oder Schenkung durch den Künstler in Familienbesitz.

Auf Malkarton. – Oben links einige weiße Flecken oder Schabstellen. – In Passepartout, die Schwarz aquarellierte Einfassungslinie abgedeckt.

  646    Charlotte Berend. Max Pallenberg.

€ 300

Neun Farblithographien. Um 1918. 56 : 40 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 57/100. – Auf Japan. – Erschienen im Berliner Oesterheld Verlag. – Die Lithographien von der Künstlerin eigenhändig und im Stein signiert, zudem jedes Blatt auch von dem porträtierten Mimen. – Max Pallenberg (1877–1934) spielte seit 1914 unter Max Reinhardt am Deutschen Theater in Berlin. Mit Glanzrollen wie dem Jau in Gerhart Hauptmanns »Schluck und Jau« wurde er zum bekannten Charakterkomiker seiner Zeit. 1934 kam er bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. – Die eindringlichen Porträts der Künstlerin, die von 1904 bis 1925 mit Lovis Corinth verheiratet war, zeigen Pallenberg unter anderem in Rollen aus Stücken von Ferdinand Raimund, Gerhart Hauptmann (Schluck, Rentier Krüger) und Molière (Argan, Ergaste). – Die Blätter lose in der illustrierten Originalmappe.

Die großformatigen Lithographien an den Ecken teils leicht geknickt, die Ränder leicht angestaubt. Das Textblatt geknittert. – Mappenrücken erneuert, die Deckel etwas fleckig.

Nicht im Katalog Lindenau-Museum

647  Hans Bellmer – [Georges Bataille] Lord Auch. Histoire de l’oeil.

€ 5000

Nouvelle version. Avec six gravures originales à l’eau forte et au burin. Sévilla 1940 [1944]. Mit sechs blattgroßen Kaltnadelradierungen von Hans Bellmer und einer zweiten Suite der sechs Radierungen. Originalbroschur in -pergaminumschlag, -chemise und -schuber.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen und zugleich die erste originalgraphische Folge von Hans Bellmer. – Eins von 50 Exemplaren der dritten Vorzugsausgabe, gedruckt auf Velin »BFK Rives« und mit einer separaten Suite der Radierungen (Gesamtauflage 199, ausschließlich für Subskribenten und Mitarbeiter). – Der Text erschien in abweichender Fassung erstmals 1928. Für die vorliegende Ausgabe verbargen sich Künstler und Dichter sowie der Verleger Alain Gheerbrant, der den Text überarbeitete, hinter Pseudonymen und in der Anonymität. – »Das zentrale Motiv des Auges hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Kunst eine auffallende künstlerische ›Behandlung‹ erfahren. Sei es durch angsterfüllt weit aufgerissenes Schauen auf eine als bedrohlich empfundene Außenwelt oder durch eine Substituierung der Augen mit technischem Gerät, sei es durch eine isolierte Präsentation, ein bewusstes Fehlen derselben oder, wie für den Surrealismus der 1920er und 1930er Jahre bemerkenswert, durch einen Angriff auf den über Jahrhunderte anerkannten ›edelsten Sinn‹. […] Der Roman, den André Breton als das ›schönste erotische Werk‹ bezeichnet hat, das er kenne, kreist um wesentliche Aspekte des surrealistischen Kosmos: in psychoanalytischen Termini ausgedrückt, um Eros und Thanatos, und ganz wesentlich für den hiesigen Zusammenhang, um die obsessive Verfolgung der Augenmetapher« (aus einer Verlagswerbung zu Christiane Ladleif »Die Zerstörung des Auges«, Weimar 2003). – Die Radierplatten wurden nach Druck der Auflage zerstört. – Sehr selten, zumal mit der Extrasuite.

25,6 : 16,3 cm. 133, [5] Seiten. – Schuber etwas, Chemise ganz leicht angestaubt. – Unaufgeschnitten. – Bindung in einer Lage gelockert.

Denoël Abbildungen 11–15. – Monod 620. – Nicht in der Sammlung Filipacchi (Christie’s 2005)

648  Hans Bellmer. Petit traité de morale.

€ 5000

Dix gravures en deux coleurs. Zehn signierte Radierungen, jeweils in zwei Farben gedruckt. Lose Doppelblätter in Originalumschlag mit Titel in Negativblindprägung. Originale Seidenchemise in Leinenschuber.

Exemplar 131/150, 20 Belegexemplare wurden römisch nummeriert. – Erschienen bei Georges Visat, Paris. – Jede Radierung auf einem breitrandigen Doppelbogen »Velin d’Arches«, auf der Vorderseite jeweils mit einer Textzeile. Hans Bellmer wurde von Titeln aus Werken des Marquis de Sade zu dieser Suite inspiriert: Dialogue entre un Prêtre et un Moribond. – Aline et Valcour. – Les Infortunes de la Vertu. – Les 120 Journées de Sodome. – Notes pour la nouvelle Justine. – L’Aigle Mademoiselle. – Idée sur les Romans. – Les Crimes de l’Amour. – La Philosophie dans le Boudoir. – Juliette ou les Propérités du Vice. – Tadellos erhalten.

Der Rücken der Chemise etwas verblasst, die Innendeckel minimal stockfleckig.

Denoël 78–87. – Bibliothek Filipacchi 21

  649    Joseph Beuys. Hut.

€ 300

Bleistiftzeichnung. 6,8 : 8,0 cm. 1979. Signiert.

Eins der zentralen Motive im Œuvre des Künstlers. – Auf dem Beilageleporello zum Ausstellungskatalog »Joseph Beuys. Zeichnungen · Tekleningen · Drawings« (Museum Boymans-van Beuningen Rotterdam 1979–1980). – Die Ausstellung wurde im Anschluss in der Nationalgalerie Berlin, der Kunsthalle Bielefeld und im Wissenschaftszentrum Bonn gezeigt.

Katalog: 29,7 : 21,0 cm. 293, [1] Seiten. Umschlag mit kleinem Einriss.

  650    Joseph Beuys. Dokumentatie.

€ 250

Offsetdruck. 1975. 57,7 : 37,3 cm. Signiert und mit drei Stempeln.

Anlässlich der Ausstellung im Maastrichter Bonnefantenmuseum. – Das Plakat farbig gestempelt mit »Deutsche Studentenpartei«, »Hauptstrom« und »Fluxus Zone West«. – Mit einem Textauszug aus »Jeder Mensch ist ein Künstler« in niederländischer Übersetzung.

Rückseitig Klebereste von Anheftung. Leichte Knitter, linker Rand mit winzigem Einriss.

Van der Osten 63. – Weiß/Britsch 43