ChristianHesse

Lot 651 – 700 | Hesse-Auktionen
Lot 651 – 700

  651    Paul Ching-Bor. Four Rivers.

€ 350

Buchobjekt mit acht Farbradierungen. 2010. Je 29,5 : 9,8 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Eins von 20 Exemplaren. – Die Radierungen wurden auf Kartons mit Leinengelenken kaschiert. – Rückseitig signiert. – Die vier Flüsse, die je nach Aufstellung des Leporellos ins gleiche Meer fließen oder nicht, sind Themse, Jordan, Huang und Hudson. – Der chinesische Künstler Paul Ching-Bor (geboren 1963) lebte seit 1996 in New York und arbeitet seit etwa 15 Jahren mit der Neuhauser Kunstmühle in Salzburg zusammen, Anfangs im Rahmen eines »artist-in-residency«-Programms.

  652    Carlfriedrich Claus. Wort. – Verdrehung. – Psychisches Feld. – Halbschlaf. – Text. – Nachtgespräch.

€ 600

Sechs Radierungen. 1990/91. 36,0 : 26,6 cm. Signiert.

Je eins von 515 Exemplaren. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Die vollständige von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg edierte Folge, Editionsnummern 266 B1–6. – Carlfriedrich Claus (1930–1998) wurde vor allem durch seine »Schriftgraphiken« als Form der visuellen und konkreten Poesie bekannt. Seine Schriftbilder sind moderne Kalligraphien, die sich zu abstrakten Landschaften formen.

Werner/Juppe G 58 IIc3, 127 IIIa3, 128 a3, 129 b3, 130 IIa3 und 131 b3.

  653    Hanne Darboven. Aufzeichnung [1–3] · Kalenderblatt [1–2].

€ 300

Fünf farbige Offsetdrucke. 1979. 33,5 : 91,3 bzw. 21,7 : 30,2 cm (29,6 : 40,3 cm). Alle rückseitig signiert.

Die drei gelben »Aufzeichnungen« datieren 25.3.1975, 3.11.1975 und 23.4.1976, die beiden Halbjahreskalender von 1975 wurden von Darboven in typischer Manier überarbeitet. – Die vollständige von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg edierte Folge, Editionsnummern 216 B1–5.

  654    Alan Davie. Hommage a Picasso.

€ 250

Farblithographie. 1972. 50 : 60 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 52/90. – Auf Velin »BFK Rives«. – Aus dem gleichnamigen Mappenwerk, das 1973/94 im Berliner Propyläen Verlag und der Pantheon Press in Rom erschien und Arbeiten von mehr als 100 Künstlern enthielt. – Der schottische Maler und Musiker James Alan Davie (1920–2014) gehörte zu den bedeutenden Vertretern der Abstrakten Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg.

Minimale Knicke am Unterrand.

655  Hanns-Benno Düren. Faust.

€ 300

Zehn Holzschnitte. Um 1925. Ca. 40 : 33 cm ( 55 : 43 cm). Signiert.

Vollständige Folge, ein elfter Holzschnitt mit dem Inhaltsverzeichnis, der Haupttitel wird nur auf der Mappe genannt. – Markante spät-expressionistische Holzschnitte von Hans-Benno Düren (1891–1943) mit den wichtigsten Szenen und Figuren aus Goethes Dichtung. – Auf dünnem Japanpapier, jeder Holzschnitt in Passepartout, alle in der Originalmappe.

Mappe fleckig und beschädigt. Passepartoutränder teils fleckig. – Vereinzelte Stockflecke. Das Inhaltsblatt mit starkem Säurefraß.

Nicht im Katalog Lindenau-Museum

  656    Franz Eggenschwiler. Eckquartier in Europa. – Spinnfadenspulen. – Rückhalt.

€ 150

Drei Farblinolschnitte. 1990/1992. 50,5 : 36,0 cm (69,0 : 49,0 cm). Signiert, datiert und betitelt, im Stock monogrammiert und datiert.

Je eins von 455–640 Exemplaren. – Auf Velin »BFK Rives«. – 1993 ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 267 A4–6. – Die einzigen drei Arbeiten des Schweizer Künstlers (1930–2000) bei der Griffelkunst.

Eggenberger 1992.5–7

  657    Ayse Erkmen. 6 in Folge.

€ 300

Sechs Farbserigraphien. 2003. 68 : 48 cm. Rückseitig signiert und datiert.

Die vollständige Folge, ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 311 C1–6. – Ayse Erkmen, geboren 1949, lebt seit ihrem DAAD-Stipendium 1993 wechselnd in Deutschland und ihrer türkischen Heimat. »In ihrer Edition hatte sie die spätere Handhabung der Blätter von vorne rein mit einbezogen und die Vorgabe ›sechsteilige Serie auf Papier‹ konzeptuell umgesetzt« (griffelkunst.de).

658  Günter Bruno Fuchs. Fährelefant.

€ 450

Tuschzeichnung. 1967. 19,8 : 17,8 cm. Signiert und datiert.

Humorvolle und symbolträchtige Zeichnungen mit vielen aus dem Œuvre von Fuchs bekannten Bildelementen. – Günter Bruno Fuchs (1928–1977) war der »spiritus rector« der Werkstatt Rixdorfer Drucke, der er von 1963 bis 1969 vorstand. – Ehemals Sammlung des März-Verlegers Jörg Schröder (1938–2020).

Im Passepartoutausschnitt leicht gebräunt. – Rückseitig mit Titelschild und Bemaßung. – Leichte Knickspuren am Oberrand.

  659    Felix Martin Furtwängler. Ohne Titel.

€ 300

Bemalter Holzstock. 1996. 39,8 : 29,5 cm. Signiert und datiert.

Großformatiger Druckstock aus Birkenholz. Die druckenden Partien mit schwarzer Tusche eingefärbt, die freigeschnittenen mit verschiedenen Farben und Goldbronze bemalt. – Am Unterrand signiert und datiert. – Die Verwendung innerhalb des graphischen Œuvres konnten wir nicht ermitteln. – Dazu: Fünf Ausstellungskataloge und Publikationen zu Furtwänglers Schaffen, davon zwei mit beigelegter Originalgraphik, einer mit Widmung des Künstlers.

  660    Felix Martin Furtwängler. Poeta wohin?

€ 400

Neun Farbholzschnitte, einer übermalt. 2002. 29 : 79,5 cm (31,5 : 79,5 cm). Signiert und nummeriert.

Eins von 15 Exemplaren. – Friesähnlicher Bilderzyklus. – Auf Kupferdruckkarton. – Oben rechts signiert. – In der originalen Halbleinenmappe. – Ein Holzschnitt mit verschiedenen Farben übermalt, einer als Zusammendruck verschiedener Stöcke der Folge und bezeichnet »Unica 1 v 15«, die übrigen sieben nummeriert »10/100«. Nach Auskunft des Künstlers wurden nur 15 vollständige Mappen ediert, die Restauflage der Holzschnitte wurde im Laufe der Zeit umgearbeitet. – Die Holzschnitte entstanden als Beilage zur Vorzugsausgabe des umfangreichen monographieartigen Kataloges »Poeta wohin?« (Wolfenbüttel u. a. 2002–2004), der sich besonders dem buchkünstlerischen Œuvre Furtwänglers widmet. Der Katalog (Exemplarnummer 10/100, im Auflagenvermerk signiert) liegt bei.

  661    Leon Golub. Cyber Man. – The Request. – Two Black Men. – Three Men. – Conversation.

€ 450

Fünf Farbserigraphien. 1992–1993. 31 : 28 cm bis 45 : 62 cm. Signiert.

Signierte Probedrucke, rückseitig unbezeichnet. – Wohl Probedrucke für die Griffelkunst Edition 274 C1–6, die 1994 erschien. – Leon Golub (1922–2004) stellte 1967, 1984 und 2002 auf der Documenta aus.

Blatt 4 mit leichter Knickfalte am Oberrand.

662  Ludwig von Hofmann. Stehender Akt mit erhobenen Armen.

€ 750

Kohlestift. 44,5 : 29,7 cm. Monogrammiert.

Auf festem, leicht gräulichem Papier. – Dazu zehn Originalgraphiken von Ludwig von Hofmann: Radierungen: Frauen an der Felsenquelle. Signiert und nummeriert »37/75«. – Ohne Titel (Aufsteigende). Signiert und nummeriert »58/100«. – Lithographien: Tanz XI. – Springende Mädchen. – Wasser schöpfend. Signiert und nummeriert »34/100«. – »Dämmerung. – Ohne Titel (Tanz). Signiert und nummeriert »8/100«. – Zwei Litho-Postkarten des Sächsischen Künstlerhilfsbundes (An der Quelle, Reiter). – Holzschnitt: Ohne Titel (Anbetung). Signiert. – Ludwig von Hofmann (1861–1945) zählte zu den Vorreitern der von Harry Graf Kessler und Henry van de Velde initiierten Bewegung »Neues Weimar«. 1916 wurde er Professor an der Kunstakademie in Dresden. Bedeutende Schriftsteller wie Rilke, Haptmann und Thomas Mann zählten zu seinen Bewunderern. Hugo von Hofmannsthal verfasste zu der Mappe »Tänze« ein Vorwort.

Zeichnung: Unterrand mit restaurierten Einrissen und Knitterfalten. Links unregelmäßig beschnitten. – Graphiken meist gut erhalten. – Kein Rückgaberecht.

663  Schang Hutter. Shoah.

€ 450

Der Verletzlichkeit Raum geben. Farbserigraphie. 1996. 63 : 45 cm (70 : 50 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar XX/XXX. – Verlegerexemplar, neben der Auflage von 300 Exemplaren. – Die Graphik entstand zeitgleich mit der gleichnamigen Eisenskulptur, die Schang Hutter (geboren 1934) 1998 vor dem Bundeshaus in Bern aufstellte. Aufgebrachte Politiker der rechtsradikalen Freiheitspartei der Schweiz ließen die Skulptur ohne Absprache vor das Atelier des Künstlers abtransportieren, was hitzige Diskussionen um das Kunstwerk auslöste. Der Eisenblock »Shoah« wurde später in verschiedenen Schweizer Städten aufgestellt. – Ediert von der Prospero-Presse in Zug, das von dem Verleger mit dem Künstler konzipierte Buch konnte nicht realisiert werden. – Dazu: Umfangreiche Dokumentensammlung zum Buchprojekt, meist Fotokopien, zwei Typoskripte vom Künstler beschriftet. – Beigabe: Heicho. Urs Jaeggi (Texte) und Schang Hutter (Lithographien). Berlin, Mariannenpresse 1985. Eins von 200 signierten Exemplaren. – Vier Kataloge Neue Berliner Galerie u. a., Berlin/Solothurn/Paris 1989/90. – Helmhaus Zürich 1991. – Galerie Rähnitzgasse, Dresden 1995. – Museum Baviera, Zürich 1995/96. Mit einer signierten Farbserigraphie.

664  Schang Hutter. Shoah.

€ 250

Der Verletzlichkeit Raum geben. Farbserigraphie. 1996. 63 : 45 cm (70 : 50 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 105/300. – Aus der Auflage, ohne die Beigaben. – Vgl. die vorherige KatNr.

665  Horst Janssen. Jahrmarktscene (Varieté-Szene).

€ 4000

Holzschnitt. 1951. 39,7 : 47,0 cm (42,0 : 52,5 cm). Signiert, datiert, betitelt und mit »für Fanfaro« bezeichnet.

Einer der frühesten und zugleich seltensten Holzschnitte des Künstlers, es existiert nur ein einziger Abzug. – Der Holzschnitt entstand 1951, noch bevor Janssen »die Landeskunstschule auf Grund einer neu eingerichteten Richtlinie ohne Abschluss verlassen musste« (vgl. Die Suche, Katalog 2011, S. 20). Nach Erzählung von Peter Neugebauer, der damals zusammen mit Janssen bei Alfred Mahlau studierte, verwendete Janssen das Reißbrett seines Kommilitonen als Holzstock, der allerdings beim ersten Abdruck zerbrach. Es verwundert deshalb nicht, dass diese Graphik Carl Vogel unbekannt blieb. – Zur Entstehung: Neugebauers Neurosen, Katalog Greiz 2014, Seite 13, dort ist auch Neugebauers Spitzname »Fanfaro« dokumentiert. – Ausstellung: Retrospektive auf Verdacht. Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe, 1982, KatNr. 44 (»Varieté-Szene«, mit Abbildung).

Auf gelblichem Hadernpapier. – Auf weiß gestrichenen Karton montiert, dieser rückseitig betitelt »Horst Janssen. Schwarze Grazien«.

666  Horst Janssen. Dessauer Kind. – Guido Dessauer. –

€ 400

Zwei Lithographien. 1952. 49 : 28 cm bzw. 47 : 31 cm. Im Stein signiert und datiert.

Zwei der drei frühesten Lithographien Janssens. – Carl Vogel nennt als Auflage »nicht mehr als 50 Ex.« – Anfang der 1950er Jahre erteilte der Aschaffenburger Buntpapierfabrikant und Kunstmäzen Guido Dessauer (1915–2012) dem jungen Horst Janssen mehrere Porträtaufträge. Es entstanden Zeichnungen und Janssen erlernte, begünstigt durch die technischen Voraussetzungen in der Papierfabrik Dessauers, die Technik der Lithographie.

Beide papier- und zeitbedingt im Passepartoutausschnitt gebräunt. – Angemessen aufwendig gerahmt und nicht außerhalb der Rahmen begutachtet.

Vogel 16 und 17

667  Horst Janssen. Genever + der Mond + die Geschichte von der schmerzigen Wolke.

€ 900

Lithographie. 1954. 69 : 96,5 cm (73,5 : 99,5 cm). Im Stein signiert, datiert und betitelt.

Außergewöhnliche und frühe Lithographie, datiert »A[schaffen]burg 23.8.1954«. – Die Bildgeschichte am Unterrand des Bildes verfasste Janssen selbst, möglicherweise für die Kinder der Familie Dessauer (siehe KatNr. 666). – Auch für diese Lithographie nennt Carl Vogel als Auflage »nicht mehr als 50 Ex.«.

Auf Karton aufgezogen und mit einigen Spannungsrissen. – Gerahmt.

Vogel 28

668  Horst Janssen. Vogelkäfig.

€ 1800 ( R16 )

Farbholzschnitt. 1958. 26,5 : 24,3 cm (49,7 : 39,4 cm). Signiert, nummeriert und mit »59« datiert.

Exempalr 16/25. – Auf weichem Velin. – Der Stock und wohl ein Teil der Auflage entstand 1958. – Gegenüber der Abbildung bei Brockstedt leicht abweichender Druck der dort hellblauen Platte. – Mit deutlichen Ausfettungen der Druckfarbe.

Im Papierrand minimal fleckig. – Leichte Griffspuren.

Vogel 76. – Brockstedt H 17

669  Horst Janssen. Akrobaten.

€ 600 ( R16 )

Radierung. 1958/1969. 59,7 : 39,6 cm (64,5 : 43,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 35/40. – Auf festem Velin. – Die Auflage der frühen Radierung erschien erst 1969 in der Galerie Brockstedt, Hamburg. Aus dem Entstehungsjahr ist nur ein Abzug bekannt.

Kann mit Rahmen erworben werden, Mehrkosten inkl. Versand 150 EUR. – Etwas unregelmäßig beschnitten, am Unterrand leichte Braunflecken. – Insgesamt sehr schön und dekorativ gerahmt.

Brockstedt R 44. – Vgl. Vogel 181

670  Horst Janssen. Ohne Titel.

€ 500

Zeichnung (Blei- und Farbstifte). 1966. 35 : 25 cm. Signiert, datiert und mit Widmung betitelt.

Verfremdete anatomische Darstellung eines Herzens, mit Beschriftungen »Arm«, »Kopf« und »Herz-Kranz«. – Mit weißem Pastellstift signiert und datiert, mit Bleistift gewidmet »für Dr. Rackwitz | 16.11.66«. – Auf dem olivfarbenen Bütten-Vorsatzblatt von Horst Janssen. 10 Zeichnungen aus der Sammlung Poppe Hamburg. Hamburg, Galerie Brockstedt 1966. Mit zehn farbigen Tafeln. Originalpappband. – Diese erste monographische Janssen-Publikation, in der zehn erotische Zeichnungen in Originalgröße reproduziert wurden, erschien kurz nach den ersten Einzelausstellungen des Künstlers in Hannover, Hamburg u. a. Orten. – Tadellos erhalten. – Rüden A.4.

671  Horst Janssen. Gott ist tot | Nietsche | Nietsche ist tot | Gott.

€ 450

Eigenhändiges Albumblatt. 1987. 31,5 : 19,5 cm. Signiert und datiert.

Jenseits jeglicher theologischer Diskussionen um Nietzsches Aphorismus aus dessen »Fröhliche Wissenschaft« notierte Janssen zugleich die Erwiderung Gottes und verunglimpfte den Philosophen durch die zweifach falsche Schreibweise des Namens. Ob dies absichtlich geschah, ist schwer zu sagen. Eventuell bezieht sich Janssens Randnotiz »sieh da – ER hat’s gesehen – der Gert Postel« auf die Entdeckung des Fehlers durch den Hochstapler Postel. – Ehemals in der Sammlung des Stern-Karikaturisten Peter Neugebauer, der zusammen mit Janssen und Loriot Schüler von Alfred Mahlau an der Hamburger Kunstakademie war. – Gerahmt.

Auf altem Papier, dieses gebräunt und stockfleckig.

  672    Horst Janssen. Selbst elegisch.

€ 350

Radierung. 1965. 48,3 : 39,2 cm (65 : 49,7 cm). Signiert, datiert, nummeriert und bezeichnet.

Exemplar 52/65. – Auf Kupferdruckkarton. – In der Platte datiert »28 3 65«. – Das erste der beiden Selbstporträts, die am 28. und 29. März 1965 entstanden und bei Wolfgang Ketterer, München, ediert wurden. – Mit dem Trockenstempel des Verlegers. – Am Unterrand vom Künstler mit dem Namen eines Vorbesitzers und dem Hinweis »Holt ab | 3.3.66« bezeichnet.

Ober- und Unterrand etwas gewellt, untere Blattkante gebräunt.

Vogel 333. – Brockstedt R 299

  673    Horst Janssen. Selbst, schreibend.

€ 350

Kaltnadel und Strichätzung in Kupfer. 1970. 26,1 : 18,5 cm (56,0 : 37,7 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 11/22. – Auf Velin »BFK Rives«. – Die kleine Auflage druckte Hartmut Frielinghaus.

Frielinghaus 1970/103

674  Horst Janssen. Brief an Mirjam.

€ 2500

27 Radierungen. 1984. Ca. 20 : 29 cm (24 : 33cm). Alle signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 98/100. – Gedruckt in Rot, Blau, Schwarz und Braun auf verschiedenfarbige Papiere. – Die graphische Schilderung einer »ménage à trois«. Dass der beteiligte Mann in allen Darstellungen »anonymisiert« dargestellt wurde, erfährt in der fortsetzenden Radierfolge »Postscriptum«, die wenige Wochen später entstand, eine Steigerung: Dort sind wieder die beiden Mädchen zu sehen, deren Liebesspiel nun aber dem Tod gilt. Somit veranschaulichen beide Folgen das in Janssens Œuvre immer wiederkehrende Thema »Eros und Thanatos«. – Wie häufig radierte Janssen in die Graphiken Textzeilen und Datierungen. – Gedruckt wurde die Folge von Peter Fetthauer und Hartmut Frielinghaus. Sie erschien im Verlag St. Gertrude, Hamburg. – Alle Radierungen passepartouriert und in privater Halbleinenkassette. – Tadellos erhalten.

Gäßler 39/1–27

675  Jürgen Klein. Flöte spielender Knabe.

€ 1500

Bronze. 78,5 : 23,5 : 21,5 cm. Monogrammiert.

Auf der Plinthe mit dem eingeschlagenen Monogramm, auf der Seitenkante der Stempel der Berliner Gießerei Wilhelm Füssel. – Jürgen Klein (1904–1978) schuf vor allem in den 1950–1970er Jahren Skulpturen und Bronzen, sowohl im öffentlichen Raum als auch in kleinen Auflagen. – Mit schöner dunkler Patina.

Kleine Farbspur auf dem rechten Oberschenkel.

676  Oiso Koffler. Prominenzen von Bühne und Film in der Karikatur.

€ 300

8 Steinzeichnungen. Mit einem Begleitwort von Conrad Veidt. Berlin, Verlag Der Parthenon 1922. Acht Lithographien, in Passepartouts. Mit dem Text-Doppelblatt in Mappe.

Exemplar 93/100, eins von 75 auf »deutschem Japan«. – Mit originellen Porträts von Ernst Deutsch, Emil Jannings, Carl Meinhard, Asta Nielsen, Henny Porten, Rosa Valetti, Conrad Veidt und Paul Wegener, jedes von Künstler und Porträtierten signiert. – Der aus Galizien stammende Dosio (auch Osio) Koffler (1892–1955) kam bereits als Kind mit seiner Familie nach Berlin. Er schrieb Drehbücher und war wohl auch als Filmarchitekt tätig. Er betätigte sich – auch in den späteren Exiljahren – schriftstellerisch und als Illustrator. Conrad Veidt, der das Geleitwort verfasste, zählte zu den führenden deutschen Schauspielern des expressionistischen Films und wurde durch seine Rolle des Cesare in »Das Cabinet des Dr. Caligari« berühmt. 1926 spielte er in »Kreuzzug des Weibes«, Koffler schrieb das Drehbuch. – Die Blätter tadellos.

Ca. 32 : 25 cm (Lithographien).

Nicht im Katalog Lindenau-Museum

  677    Oskar Kokoschka. Gitta.

€ 300

Lithographie. 1953. 42 : 57 cm (52 : 65 cm). Signiert.

Eins von 120 Exemplaren. – Ediert von der Galerie Welz, Salzburg. – Auf chamoisfarbenem Kupferdruckkarton.

Wingler/Welz 199

  678    Oskar Kokoschka. Ezra Pound.

€ 750

Lithographie. 1964. 51 : 40 cm. Signiert und nummeriert, im Stein datiert.

Exemplar XVIII/XXX. – Auf Japon nacré. – Ediert von Gotthard de Beauclair für die 30 Vorzugsexemplare des nachfolgend beschriebenen Portfolios, das hier aber in einem Exemplar der Normalausgabe vorliegt: Ezra Pound. The Seafarer. From the Anglo-Saxon. With a Portrait of the Poet by Oskar Kokoschka. Frankfurt am Main 1965. Mit der signierten ganzseitigen Lithographie. Lose Doppelblätter in Originalkassette. – Elfter Ars librorum Druck. Exemplar 158/165 (Gesamtauflage 220, davon 25 für den Verleger). – Auf Velin d’Arches. – Auf dem Vortitel vom Dichter signiert. – Der amerikanische Lyriker Ezra Pound (1885–1972) ließ sich Anfang der 1920er Jahre in Italien nieder und wurde zu einem Anhänger Mussolinis. Wegen profaschistischer und antisemitischer Äußerungen wurde er 1945 verhaftet und 1946 angeklagt. Für geisteskrank erklärt, entging er der drohenden Todesstrafe. Noch 1967 ließ er sich in Paris von Arno Breker porträtieren. Seine »Cantos« zählen trotz dieser Biographie zu den wichtigsten Dichtungen der amerikanischen Moderne. Oskar Kokoschka traf ihn im Dezember 1963, die Lithographie entstand nach einer Fotografie.

Wingler/Welz 293. – Mappe: Spindler 40.31. – Tiessen II, 22

679  Köpfe 1921.

€ 900

Eine Sammlung von Bildnisradierungen bekannter Persönlichkeiten. Zwölf Radierungen. 1921. Signiert.

Exemplar 62/100. – Enthält folgende Radierungen: I. Heinrich Bose. Wilhelm Bode. Wie die Vorzugsexemplare auch von Bode signiert. – II. Hermann Struck. Börries von Münchhausen. – III. Willi Münch Khe. Hans Thoma. Mit dessen eigenhändigem Zusatz »Dieses Bild ist von Willi Münch und bin nicht berechtigt es zu signieren Hans Thoma«. – IV. Ivo Hauptmann. Eugen d’Albert. – V. Eugen Spiro. Max J. Friedländer. – VI. Ludwig Meidner. Theodor Däubler. – VII. Klaus Richter. Karl Muck. Exemplar der Vorzugsausgabe, auch von Muck signiert. – VIII. Joseph Oppenheimer. Adolf von Harnack. – IX. Willi Geiger. Heinrich Mann. – X. Peter von Halm. Heinrich Wölfflin. – XI. Eugen Spiro. Ferrucio Busoni. – XII. Has Meid. Max Liebermann. – Jede Mappe in Passepartout, diese zusammen mit dem Titelblatt in der Originalhalbleinenmappe. – Die Radierungen alle sehr gut erhalten.

38,8 : 29,3 cm (Mappe). – Titelblatt am Rand geknickt.

Kat. Lindenau-Museum 6015–6026

680  Frans Masereel. Drei Tuschpinselzeichnungen.

€ 600

22 : 17,2 cm. Monogrammiert.

I. Homme au chapeau. Männliches Brustbild, mit Hut. – II. Mannequins. Schaufensterpuppen. – III. Quatre serviteurs. Vier Diener. – Alle unbetitelt. Aus einem Skizzenblock, linker Rand mit Heftspuren. – Ehemals Schweizer Privatsammlung.

681  Frans Masereel. Binnenalster. – St. Michaelis. – Elbabwärts.

€ 300

Drei Holzschnitte. 1964. 13 : 11 cm (23 : 17 cm). Signiert.

Je eins von 25 Exemplaren, aus einem der Suitenexemplare auf Japan. – Auf Kartonblätter montiert. – Dazu: Frans Masereel. Das Gesicht Hamburgs. Hamburg, Asmus 1964. Originalbroschur im Schuber. Die Buchausgabe mit allen 80 Originalholzschnitten. Erste Ausgabe. Eins von 850 Exemplaren (Gesamtauflage 1.000). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – »…anschaulicher, moderner und aufregender als alle noch so ausgeklügelten Fotos es einfangen können … dieses Werk gehört in die große Reihe seiner ›romans en images‹« (aus dem Vorwort von Hans Bütow).

24,5 : 18,2 cm. [84] Blätter.

Ritter B a 59

682  Hans Meid. Weiblicher Rückenakt

€ 500

Tusche und Rötel. 48,0 : 37,7 cm. Signiert.

Auf leicht getöntem Japanpapier. – Unten rechts der Sammlerstempel »W E M«, Werner Eberhard Müller, Leipzig (Lugt 5075).

683  Willy Meyer[-Osburg]. Skizzenbuch, Köln 5.12.65.

€ 1200

21, teils montierte Aquarelle, Pastelle und Zeichnungen (farbige Kreiden, Tusche, Bleistift), auf neun Blättern. 1965. 44,5 : 59,5 cm. Jedes Blatt signiert und datiert. Als Buch gebunden, eine weitere große Zeichnung auf dem Vorderumschlag.

Unikales und frühes Album. – Fünf Zeichnungen formatfüllend auf den großen, querformatigen Bogen, eine weitere auf dem Umschlag. Die übrigen, auf verschiedenen Papieren unterschiedlichen Formats, wurden auf die Bogen montiert und zum Teil mit Fettkreide gerahmt und »verbunden«. Zwei dieser Collageblätter mit handgeschriebenem Text (»Zeichensoße für Rabelais«) bzw. Widmung »Halt ein! Mit Gespenstern spielend, wirst du zum Gespenst. für Horst«. – Das Buch entstand im Herbst 1965. Seit 1960 lebte Willy Meyer-Osburg (1934–2005) in Köln. 1964/65 hatte er eine Einzelausstellung im Museum Wuppertal, 1966 begann sein internationaler Durchbruch. – Ausstellung: Willy Meyer. Böttcherstraße 1970, Bücher/Mappen 15. – Tadellos.

Das erste leere Blatt lose. Innendeckel mit Abklatsch von Filmoplaststreifen.

  684    Willy Meyer[-Osburg]. 1968.

€ 400

Sechs kolorierte Radierungen. 1966. 33,8 : 24,0 cm. Als Buch gebunden, Umschlag mit Temperabemalung und montierter kolorierter Radierung.

Die einer Bildgeschichte ähnelnde Folge entstand, der Signatur und Datierung in der ersten Platte folgend, bereits 1966, wurde aber erst 1968 koloriert und zum Buch gebunden. – Auf festem Velin, zusammen mit zwei leeren Blättern und zwei hellgrünen Bütten-Vorsatzblättern in dem Originalbüttenumschlag. Der Vorderdeckel vom Künstler farbig signiert und »1968« betitelt, als Vignette eine kleine Radierung. – Tadellos erhalten, erwartungsgemäß sehr selten. – Ausstellung: Willy Meyer. Böttcherstraße 1970, Bücher/Mappen 10.

  684a    Willy Meyer-Osburg. There’s The Tempest

€ 300

in the Woodpile. Mit Texten aus Shakespeares ›Sturm‹ eingerichtet und gesetzt von D. E. Sattler and his ›Letter to William‹. Worpswede, Cohrs-Zirus 2004. Mit 20 farbigen Illustrationen nach Holzdrucken. Originalbroschur und Holzschnitte in Originalhalbleinenmappe.

Exemplar 20/50, eins von 50 der Vorzugsausgabe mit einer signierten Suite von zehn kolorierten Holzdrucken auf Velin »Somerset England«. – Nach dem Druckvermerk sollte in den Suiten der Exemplare 11–50 nur ein Holzdruck koloriert sein, hier aber alle zehn. Die Nummerierung der Einzelblätter unterschiedlich, wahrscheinlich wurde bei einigen Stöcken die Auflage nicht erreicht. – Auch im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Die Holzdrucke entstanden von nur minimal bearbeiteten Ausschnitten aus Baumscheiben, deren Umrisse das Profil menschlicher Köpfe bilden.

30 : 21 cm. [24] Seiten, 10 Holzdrucke.

685  Bauhaus – Gerhard Marcks. Das Wielandslied

€ 3000

der älteren Edda in der Übersetzung von R. Simrock. Holzschnitte von Gerhard Marcks. München-Weimar, Bauhaus-Verlag 1923. Zehn Holzschnitte, alle monogrammiert und datiert. Mit dem gefalzten Textblatt mit Holzschnitt-Signet lose in Originalhalbpergamentmappe (Otto Dorfner).

Exemplar 42/110. – Das erste Mappenwerk von Gerhard Marcks, gedruckt »nach meinen Angaben in der Druckerei des Staatlichen Bauhauses in Weimar vom Stock mit der Handpresse« (Druckvermerk). – Vollständige Folge, die Holzschnitte auf Hadernbütten gedruckt und auf Kartonblätter montiert. – Über dem lithographierten Druckvermerk prangt das große von Oskar Schlemmer entworfene Bauhaus-Signet, das seit 1922 verwendet wurde. – Die Mappe wurde mit bedrucktem Spritzdekorpapier, Innendeckel und Mappenflügel mit dunkelblauem Stempeldruckpapier bezogen. – »Das schönste Dokument der Begegnung dieses Künstlers mit dem Expressionismus ist die von Otto Dorfner gebundene Mappe mit den zehn Holzschnitten zum Wielandslied der älteren Edda […], die in 110 Abzügen auf der Handpresse im Staatlichen Bauhaus zu Weimar gedruckt worden sind. Ihr Stil erinnert an die naiven Illustrationen alter Märchen« (Lang, Expressionistische Buchillustration, S. 26). – »Nicht nur wegen der hohen Auflage, sondern auch wegen ihres in den Auseinandersetzungen am Bauhaus nahezu programmatischen Charakters, besitzt die Graphikfolge […] ein besonderes Gewicht im Frühwerk.« (Lammek, S. 24).

35,8 : 29,8 cm. 10 Holzschnitte, 1 Doppelblatt. – Einige Holzschnitte leicht stockfleckig, der erste und das Textblatt etwas stärker. – Die Mappe innen etwas berieben.

Lammek H 77.1–11. – Katalog Lindenau-Museum 3014-3023. – Vgl. A und O des Bauhauses, Kat. 137, Abb. 23

686  Emil Nolde. Petri- und Jacobikirche, Hamburg.

€ 1500 ( R16 )

Radierung. 1910. 41,3 : 31,4 cm (45,3 : 60,3 cm). Signiert, am Unterrand betitelt.

Nach Schiefler »mindestens« 21 Exemplare. – Auf Bütten. – Druck bei Genthe und Sabo. – Im zweiten und endgültigen Zustand mit dem schwarz schraffierten Haus am linken Bildrand. – Streifig gewischte, dunkle Tonätzung. – Die beiden Türme in starkem Hell-Dunkel-Kontrast.

Im Passepartoutausschnitt etwas gebräunt.

Schiefler/Mosel/Urban 142 II (von II)

687  Emil Nolde. Hamburg, Alsterbassin.

€ 1500 ( R16 )

Radierung. 1910. 31,3 : 41,2 cm (41,8 : 51,2 cm). Signiert, im Unterrand betitelt.

Eins von 21 Exemplaren. – Auf Bütten »Van Gelder-Zonen«. – Mit hellem, körnig-fleckigem Plattenton. – Gedruckt bei Genthe und Sabo. – Für die Auflage wischte Nolde die Segel und einige der Wolken über der Lombardsbrücke weiß.

Etwas braunfleckig, besonders unter dem Passepartout.

Schiefler/Mosel/Urban 146 II (von II)

688  Emil Nolde. Hamburg, Kran.

€ 1500 ( R16 )

Radierung. 1910. 31,2 : 41,0 cm (43,8 : 53,8 cm). Signiert, im Unterrand betitelt.

Nach Schiefler »mindestens« 13 Exemplare. – Auf Bütten »Van Gelder-Zonen«. – Mit grau gewischtem Plattenton. – Gedruckt bei Genthe und Sabo.

Leicht braunfleckig, unter dem Passepartout gebräunt.

Schiefler/Mosel/Urban 148 II (von II)

689  Jan Oeltjen. Begegnung.

€ 1000

Acht Holzschnitte und eine Kohlezeichnung. 1923. Ca. 45 : 36 cm. Signiert, betitelt und »egh. Dr.« bezeichnet, die Zeichnung monogrammiert und datiert.

Exemplar V/X, aus der Vorzugsausgabe auf Japan und mit einer Handzeichnung (Gesamtauflage 30). – Jan Oeltjen (1880–1968) hatte in Wien Kokoschka und andere Vertreter des Wiener Expressionismus kennengelernt, die seine künstlerische Ausdruckweise beeinflussten. Noch während des Ersten Weltkriegs stellte er in der Berliner Galerie Paul Cassirer aus. 1919 bis 1923 entstanden mehrere Holzschnittzyklen. Nach der Datierung der Handzeichnung entstanden erste Entwürfe für die vorliegende Folge schon 1918. – Die großformatigen Holzschnitte im Stock monogrammiert und am Unterrand vom Künstler eigenhändig signiert, mit »Begegnung 1 [bis] 8« betitelt und als eigenhändiger Druck bestätigt. – Alle Graphiken und die beiden mit Tusche kalligraphierten Textblätter (Titelblatt und Druckvermerk) liegen in Passepartouts. Diese lose in der Originalhalbpergamentmappe mit goldgeprägtem Titel. – Erschienen im Rikola »Verlag neuer Graphik«.

Die Mappe etwas berieben und stärker fleckig. – Die Holzschnitte leicht, die letzten beiden stärker stockfleckig.

Gäßler/Steffens 24–31. – Nicht im Katalog Lindenau-Museum

690  Alexander Olbricht. Ober-Weimar.

€ 1200

Acht kolorierte Radierungen. Um 1920. Ca. 5 : 6 bis 8 : 11 cm. Alle signiert, betitelt und bezeichnet.

Alle auf dünnem Japanpapier. – Auf dem Innendeckel der Mappe eigenhändig als »handkolorierte Vorzugsdrucke« bezeichnet und dort nochmals signiert. – Diese Mappe enthält die Radierungen: »In Oberweimar«. »Kirche zu Ehringsdorf«, »Pfarrhaus zu OberW.«, »Mauerecke«, »Haus Nr. 40«, »Eingeschneites, Haus No. 189a zu OberWeimar«, »Berggasse in Weimar« und »Am Viadukt in W.« – Alle Radierungen signiert, mit Reihen- und Einzeltitel, dem Zusatz »Vorzugsdr.« sowie einer Exemplarnummer bezeichnet. Alle in Passepartouts und diese in flaschengrüner Kalbledermappe. Die Mappe wurde von Otto Dorfner angefertigt und signiert. Der Rückentitel, Olbrichts Monogramm auf dem Vorderdeckel, Deckelkantenfileten und Eckverzierungen (Signet »WeimarVerlag«) wurden vergoldet. Die Innendeckel und Mappenflügel sind mit gelbem Kleisterpapier bezogen. – Alexander Olbricht (1876–1942) kam 1899 nach Weimar und studierte an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule. 1902 begegnete er Marcus Behmer, mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verband. In den 1920er Jahren war Olbricht Professor an der Weimarer Hochschule für bildende Künste. – Tadellos schönes Exemplar mit Schutzpapierumschlag und im Schuber.

17,5 : 23,0 cm. – Die erste Radierung minimal stockfleckig.

Vgl. Müller-Krumbach R 102–109 (Kat. Weimar 1976 387–395)

691  Alexander Olbricht. [Weimar].

€ 500

Acht Radierungen, davon sieben koloriert. Um 1920. Ca. 7 : 11 bis 14 : 15 cm. Signiert.

Die etwas größerformatigen Radierungen mit Ansichten aus Weimar und Umgebung (»Kirche und Brücke«, »Zaun im Winter«, »Häuser am Dorfrand«, »Ehringsdorfer Teichlandschaft«, »Bahnübergang«, »Scheune mit Bahnübergang«) sowie »Boltenhagen mit Fahne«. – Auf Bütten, alle signiert, zwei mit »handcolor.« bzw. »orig. color. Handdruck« bezeichnet. – Irrtümlich in der Halbledermappe »A. Olbricht / Holzschnitte« von Otto Dorfner: Schwarzer Kalblederrücken mit vergoldetem Titel, blaue Kleisterpapierbezüge und vergoldete Schmuckkanten. – Aus dem Nachlass Otto Dorfners, in dessen Reiher- und Weimar-Verlag mehrere graphische Folgen Olbrichts erschienen, was die irrtümliche Zusammenstellung erklärt.

Vgl. Müller-Krumbach (Weimar 1976) 404ff. R 119–122, 124, 125 und 127 (eine Radierung nicht aufgeführt)

  692    Alexander Olbricht. Sechs Pflanzenzeichnungen.

€ 250

Lithographien nach Originalen im Städtischen Museum zu Erfurt. Mit einem Geleitwort von Reichskunstwart Dr. Edwin Redslob. Weimar, Reiher 1922. Mit sechs ganzseitigen Lithographien und vier Vignetten. Originalbroschur mit gelben Japanpapierbezügen und dunkelblauer Seidenband-Durchstichsheftung.

Eins von 80 Exemplaren der Ausgabe B auf dünnem Japanpergamentpapier (Gesamtauflage 100). – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Als Blockbuch gebunden. – Edwin Redslob über Olbrichts Arbeiten: »sie sind zart und kostbar, man möchte sich ihrem Genuss still und ohne Worte hingeben«. – Alexander Olbricht (1876–1942) war zu dieser Zeit Professor an der Weimarer Hochschule für bildende Künste. Zusammen mit Walther Klemm, der zu den ersten Lehrern des Weimarer Bauhauses gehörte, war er künstlerischer Mitarbeiter des Reiher-Verlags, den Otto Dorfner 1922 gegründet hatte.

38,7 : 26,3 cm. [16] Seiten. – Das gelbe Japanbezugspapier mit wenigen leichten Stockflecken, sonst sehr schön erhalten.

Müller-Krumbach (Weimar 1976) 530

693  Pablo Picasso. Nègre, nègre, nègre … Portrait d`Aimé Césaire.

€ 1800

Kaltnadelradierung. 1949. 39,5 : 28,5 cm. Signiert.

Probeabzug auf Monval. – Durch Signatur des Künstlers bestätigt. – Die Radierung erschien als Frontispiz in »Corps perdu«. Auf einem gefaltetem Doppelblatt mit dem Titel des Buches auf der rechten Blatthälfte. – Verso typographisch datiert 1949.

Bloch 633. – Baer 841. – Cramer 56

694  Pablo Picasso. Vallauris 1953 Exposition.

€ 1500

Klischeedruck auf farbig getöntem Papier. 1953. Ca. 63 : 50 cm (79,7 : 60,3 cm). Signiert.

Die Tuschzeichnung, die Picasso 1952 produziert hatte, wurde als Klischee gedruckt. Für diese größere von zwei Versionen des Plakates wurde ein leichtes Papier verwendet, das mit hellen Farben (von Hand?) eingefärbt wurde. Das Klischee bewirkte einen sehr kräftigen Abdruck, der an einen Linolschnitt erinnert. – Czwiklitzer und Rodrigo beschreiben die kleinere Variante, bei der der Hintergrund in kräftigeren Farben im Buchdruck ausgeführt wurde. – Mit rotem Kreidestift signiert.

Auf Trägerkarton montiert.

Rodrigo 18. – Czwiklitzer dtv 79

695  Pablo Picasso. La Tauromaquia.

€ 1200

Heliogravüre. 1960. 26,4 : 31,0 cm (57,0 : 45,8 cm). Signiert.

Eins von 50 Exemplaren ohne Text. – Auf Velin d’Arches. – Für das Plakat zur Ausstellung der Galerie Lucie Weill, Paris 1960, wurde ein Ausschnitt der Radierung »Alceando a un toro«, dem abschließenden Blatt der »Tauromaquia« von 1957, als Lichtdruck reproduziert und von Picasso authorisiert. – Mit blauem Kreidestift signiert.

Minimale diagonale Knickspur.

Rodrigo 102. – Czwiklitzer dtv 172. – Vgl. Bloch 976

  696    Dieter Roth. Mein Auge ist ein Mund.

€ 250

Zweifarbige Radierung. 1966/1968. 50,0 : 39,5 cm (75 : 36 cm). Signiert.

Eins von 750 Exemplaren. – Auf weißem Bütten. – Im Entstehungsjahr wurden nur wenige Probe-Handabzüge gedruckt. – Die erste Dieter Roth-Arbeit in der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.

Kann mit Rahmen erworben werden, Mehrkosten: 80 EUR. – Freistehend gerahmt, nicht außerhalb des Rahmens begutachtet. – Farbfrisch und sehr gut erhalten.

Dobke 66 II (von II). – Griffelkunst 172 A4

  697    Dieter Roth. 4 Löwen.

€ 450

Farbserigraphie. 1973. 64,0 : 77,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 85/100. – Auf weißem Bütten. – Durch unterschiedliche Kombination der sechs verwendeten Druckfarben entstanden 100 Unikate, weitere 30 waren dem Künstler vorbehalten. – Gedruckt von Frank Kicherer, Stuttgart. – Ediert vom Kunstverein Hamburg.

Kann mit Rahmen erworben werden, Mehrkosten: 80 EUR. – Freistehend gerahmt, nicht außerhalb der Rahmung begutachtet. Kleine Flecken (eventuell durchschlagende Montierungsspuren) am äußersten linken und am oberen Rand.

Dobke 271

  698    Dieter Roth. Taschenzimmer.

€ 400

Materialcollage. 1987. 10,7 : 7,3 : 1,8 cm. Monogrammiert und datiert.

Seit 1968 in unnummerierter Auflage innerhalb der Reihe »Kleinkunst im Haushalt« erschienen. – Auf die gestempelte Zeichnung eines Tisches wurde eine Bananenscheibe genagelt, deren stets unterschiedlicher Verfallsprozess bildhafte Wirkung erreicht. – In der originalen Kunststoff-Spielkartenkassette. – Ediert vom VICE-Verlag. – Ohne die Kartonschachtel. – Der Acrylglasdeckel etwas matt.

Dobke, Bücher + Editionen, Seite 25 mit zwei Abbildungen. – Slg. Schnepel R5-49

  699    Christian Schad. Sechs Holzschnitte.

€ 500

1915–1917/1971. Ca. 18: 12 cm (35 : 30 cm). Signiert, datiert und betitelt.

Eins von 100 Exemplaren. – Die vollständige Folge, erschienen in der Edition Panderma von Carl Laszlo, Basel, enthält folgende Holzschnitte: Selbstbildnis. 1915. – Vor dem Ballett. 1915. – Midinette. 1915. – Mme. de B. 1915. – Verräterin. 1917. – Mrs. de Marville. 1917. – Lose in der Originalumschlagmappe. – Von seinen frühen Holzschnitten druckte der Künstler in der Entstehungszeit meist nur einzelne Handabzüge.

Zwei Blätter mit schmalem Knick am linken Rand.

700  Otto Schubert. Bei uns.

€ 600

20 Radierungen und eine Titelradierung. 1920. Meist ca. 33 : 25 cm. Signiert, mit den Blattnummern und »Selbstdruck« bezeichnet.

Sehr selten graphische Folge, 1923 erschien eine zweite Folge. – Auf der Titelradierung, die auch die 20 Bildtitel auflistet, vom Künstler eigenhändig als »Außerhalb der Auflage · Probemappe« bezeichnet. – Otto Schubert radierte hier Szenen aus seinem ländlich-familiären Leben am Dresdner Borsberg, die Mappe erschien im Eigenverlag. Im selben Jahr entstand, mit sehr ähnlichen Motiven, das für Schuberts Kinder konzipierte Bilderbuch »für Tyll und Nele« mit Farbholzschnitten. – Die Radierungen auf Japanbütten, jede in Passepartout und diese lose in einer Halbleinenmappe mit dem Titel in Stempeldruck. – Otto Schubert (1892–1972) studierte von 1906 bis 1909 an der Dresdner Kunst- und Gewerbeschule, wurde Bühnenmaler und hatte erste Erfolge mit Illustrationsfolgen. Er gehörte zu den Begründern der Dresdener Sezession und kam in Kontakt zu den Verlegern Reinhard Piper und Alfred Flechtheim. Ein Großteil seiner Arbeiten wurde bei der Bombardierung Dresdens 1945 zerstört.

40 : 33 cm (Mappe).

Sennewald 192, 20.8. – Vgl. Katalog Lindenau-Museum, das in seinem umfangreichen Schubert-Bestand nur die zweite Folge besitzt