ChristianHesse

Lot 801 – 850 | Hesse-Auktionen
Lot 801 – 850

801  Cranach-Presse – Edward Gordon Craig. Fünf Holzschnitte zu »Hamlet« auf gelbem Japanpapier, einer monogrammiert.

€ 1000

Weimar 1926–1928. Ca. 16 : 8 cm (36 : 24 cm).

I. Soldier with Shield (Act 1, Scene 1). – II und III. Actor. – Bird Dancer (Act 3, Scene 2, pages 92/93 in opposite). – IV. Yorick (Act 5, Scene 1). – V. Soldier (monogrammiert, Act 5, Scene 2).

Blatt 4 und 5 mit kleinem Braunfleck, Blatt 2 und 3 leicht verfärbt.

802  Cranach-Presse – Hamlet.

€ 600

Doppelblatt mit drei Holzschnitten von Edward Gordon Craig. Weimar [1929].

Zweiter Prospekt zur deutschen Ausgabe des »Hamlet«, gedruckt auf der Cranach Presse für den Leipziger Insel-Verlag und S. Fischer in Berlin, bei denen die Buchausgabe erschien. – Gesetzt aus der Hamlet-Fraktur und gedruckt in Schwarz und Rot auf Maillol-Kessler-Bütten im Format des Buches. – Mit dem Schrifttitel von Eric Gill und folgenden Holzschnitten: Hamlet lesend vor Kissen. – Hamlet mit gezogenem Schwert. – Der Wächter. – Auf den Innenseiten die Seiten 110/111 aus dem Buch, auf der Rückseite die Verlagsankündigung mit Preisangaben der verschiedenen Ausgaben und Einbandvarianten. – Harry Graf Kessler war dieser Prospekt offenbar so wichtig, dass er ihn (laut Anmerkungen von John Dieter Brinks) einigen Pergamentexemplaren des Buches beibinden ließ.

36,3: 24,3 Seiten [4] Seiten. – Seite 4 etwas gebräunt.

Brinks 75. – Müller-Krumbach 41 Anmerkung

803  Eugen Diederichs – [William] Shakespeare. Hamlet.

€ 400

Deutsch von Wilhelm Schlegel und Ludwig Tieck. Jena, Eugen Diederichs 1916. Mit einer Holzschnittinitiale und -kopfleiste von E. R. Weiß. Weinroter Originalsaffianlederband. Rückenverzierung, Lederrückenschild und doppelte Deckelkantenfileten vergoldet.

Eins von 150 Vorzugsexemplaren auf Strathmore-Japan (Gesamtauflage 1650). – Die Typographie und der sparsame Buchschmuck stammen von dem zweiten bedeutenden Buchkünstler, dessen Mitarbeit sich der engagierte Verleger in Jena versicherte: Emil Rudolf Weiß. – Für die Vorsätze wurde blau-rot-graues Oleographiepapier verwendet.

27,8 : 18,0 cm. [6], 213, [3] Seiten. – Rücken mit wenigen und kleinen Bereibungen. – Die Ränder teils leicht gebräunt.

  804    Eugen Diederichs Verlag – Atlantis.

€ 250

Volksmärchen und Volksdichtungen Afrikas. Herausgegeben von Leo Frobenius. Band I [bis] XII [alles Erschiene]. Jena, Eugen Diederichs 1921–1928. Mit zahlreichen Tafeln, Karten und Illustrationen. Illustrierte Originalhalbleinenbände mit farbiger und goldgeprägter Rückenverzierung.

Die vollständige Reihe, herausgegeben als Veröffentlichungen des Forschungsinstituts für Kulturmorphologie. – Inhalt: I–III. Volksmärchen der Kabylen. – IV. Märchen aus Kordofan. – V. Dichten und Denken im Sudan. – VI. Spielmannsgeschichten der Sahel. – VII. Dämonen des Sudan. VIII. Erzählungen aus dem West-Sudan. – IX. Volkserzählungen und Volksdichtungen aus dem Zentral-Sudan. – X. Die atlantische Götterlehre. – XI. Volksdichtungen aus Oberguinea. – XII. Dichtkunst der Kassaiden. Weitere Bände (XIII–XV) waren geplant, sind aber nicht mehr erschienen. – Im Jahre 1898 gründete der Ethnologe und Forschungsreisende Leo Frobenius (1873–1938) in Berlin das »Afrika Archiv« als private Stiftung. Nach dem ersten Weltkrieg wurde es als »Forschungsinstitut für Kulturmorphologie« nach München, 1925 nach Frankfurt am Main verlegt. – Die Buchgestaltung stammt von F. H. Ehmcke, der maßgeblich für die Bedeutung des Diederichs Verlages in der deutschen Buchkunst war. – Beilage: Brief des Forschungsinstituts München, 24. IX. 1921: »Auf Veranlassung von Herrn Leo Frobenius übersenden wir Ihnen fünf Abgüsse afrikanischer Terrakotten.

21,4 : 15,0 cm. – Vereinzelte Besitzvermerke.

  805    Chrysos-Druck – E. T. A. Hoffmann. Ignaz Denner.

€ 300

Mit 12 handkolorierten Originallithographien von Walter Wellenstein. Berlin, Carl P. Chryselius 1923. Mit zwölf signierten Lithographien, eine davon als Textillustration. Originalhalbpergamentband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber.

Erster Chrysos-Druck. – Eins von 200 Exemplaren. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Walter Wellenstein (1898–1970) studierte u. a. bei Emil Orlik. Er veröffentlichte Zeichnungen u. a. im »Simplicissimus« und »Eulenspiegel«, illustrierte das Gesamtwerk von E. T. A. Hoffmann, russische Literatur und Kinderbücher. – Sehr schönes Exemplar.

30,4 : 24,8 cm. 44, [4] Seiten, 11 Lithographien.

Sennewald 23,1

  806    Dreiangeldrucke – Gottfried August Bürger. Balladen.

€ 300

München, Hans von Weber 1919. Mit zahlreichen Lithographien von Franz Kolbrand im Text, davon sieben ganzseitig. Preußischblauer Maroquinband mit Vergoldung (signiert: O. Herfurth, MdE).

Neunter Dreiangeldruck. – Auf glattem Japanpapier, »höchstens 80« Exemplare wurden auf Velin gedruckt. – Das Beiheft (Nachwort von Erich Ebstein) wurde am Ende eingebunden. – Eleganter Einband von Otto Herfurth, Deckel-, Steh- und Innenkanten und Rückenfelder mit vergoldeten Fileten. Vorderdeckel mit dem vergoldeten Monogramm des Buchbinders, seine eigentliche Signatur mit dem Zeichen der Innung »Meister der Einbandkunst« im hinteren Innendeckel. – Kopfschnittvergoldung, marmorierte Vorsätze. – Mit dem radierten und signierten Exlibris eines Berliner Sammlers von Horst Hussel.

24,0 : 18,0 cm. [4], 131, [1] Seiten. – Rücken etwas verblasst.

Rodenberg 417, 9

  807    Drucke der Pforte – Das Lied von S. Anno.

€ 250

Übertragen von Richard Benz. Heidelberg und Offenbach, Wilhelm Gerstung 1924. Hellbrauner Originalkalblederband mit Blindprägung (Helene Fanck, Stuttgart).

Erster Druck der Pforte. – Eins von 400 Exemplaren, nach Rodenberg wurden nur die Vorzugsexemplare in Leder gebunden. – Auf Bütten. – Druck in Dunkelrot und Schwarz, gesetzt aus der »Liturgisch«, einer von Otto Hupp entworfenen gotischen Fraktur. – Der literarischen Gemeinschaft der »Pforte« gehörten unter anderem Hans Thoma und Alfred Mombert an. Unter Leitung von Gustav Wolf errichtete man eine Werkstatt für Graphik und Buchkunst. In Zusammenarbeit mit der Stuttgarter Buchbinderei Helene Fanck entstanden die ersten Pressendrucke. Die literarische Leitung hatte dabei Richard Benz, welcher die bis heute maßgebliche Übersetzung der »Legenda aurea« anfertigte.

29,0 : 20,7 cm. XLVII, [5] Seiten. – Vorsätze im Falz leimschattig.

Rodenberg 234, 1

808  Ernst Ludwig-Presse – Das Hohelied von Salomo.

€ 300

Leipzig, Insel 1909. Mit illustriertem Doppeltitel und acht ornamentierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Malvenfarbiger Originalkalblederband mit vergoldetem Titel und Kopfgoldschnitt.

Fünftes Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 300 Exemplaren. Auf Japan. – Textbearbeitung von R. A. Schröder nach der Übertragung von Emil Kautzsch. – Breitrandiger Handpressendruck in Schwarz und Gold, für den erstmals die von F. W. Kleukens entworfene Cicero Kleukens Antiqua verwendet wurde. – Einbandentwurf von F. W. Kleukens, der sich gegenüber Anton Kippenberg allerdings mit seinem Wunsch, weißes Leder zu verwenden, nicht durchsetzen konnte. Schlussendlich wurden (laut Kleukens-Archiv und Sarkowski) 260 Exemplare in malvenfarbenes Kalbleder und 40 weitere in violettes Maroquin gebunden. – Exlibris Max Kirdorf.

25,2 : 16,3 cm. XXI, [3] Seiten. – Ränder mit kleinen Schabstellen, Rücken verblasst. – Bindung nach dem Doppeltitel angeplatzt.

Stürz 5. – Kleukens Archiv ELP 6 (5). – Sarkowski 1392. – Rodenberg 74, 5

809  Ernst Ludwig-Presse – Longus. Die Liebesgeschichte von Daphnis und Chloe.

€ 300

Leipzig, Insel 1910. Grüner Originalkalblederband; Rückentitel, Deckelvignette und Innenkantenbordüren vergoldet. Im Originalschuber, samtgefüttert und mit Lederkanten.

Zehntes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 250 Exemplaren auf italienischem Büttenpapier (Gesamtauflage 300). – Die Buchgestaltung lag in den Händen von Friedrich Wilhelm Kleukens, von ihm stammen der Titel mit schmückender Bordüre, die vier großen vergoldeten Initialen, die gesamte Typographie und der Einbandentwurf. Die Einbände schuf Peter A. Demeter. – Exlibris Alma Joswich (Franz von Bayros).

26,8 : 18,0 cm. 167, [7] Seiten. – Rücken stark verblasst, Deckel minimal fleckig und berieben.

Stürz 10. – Kleukens Archiv ELP 13 (10). – Rodenberg 75, 10. – Sarkowski 1039

  810    Ernst Ludwig-Presse – Francis Jammes. Die Gebete der Demut.

€ 250

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalmaroquinband mit reicher Vergoldung und Marmorpapiervorsätzen.

Stundenbücher 4. – Eins von 350 Exemplaren. – Die Übertragungen von Ernst Stadler erschienen zuerst 1913 in Kurt Wolffs expressionistischer Reihe »Der jüngste Tag«. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Der Einbandentwurf der »Stundenbücher«, einem bibliophilen Seitenstück des Verlages, stammt von Emil Preetorius. – Das leere Vorblatt mit Widmung vom 5. Dez. 1931 »zur Erinnerung an die christliche ›Demut‹ …«, sonst tadellos.

18,3 : 12,2 cm. [48] Seiten.

Stürz 30. – Göbel 533. – Rodenberg 77, 4. – Schauer II, 64. – Fromm III, 12981

  811    Mainzer Presse – Rede des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler vor dem Deutschen Reichstag am 7. März 1936.

€ 120

Mainz 1936. Originalpappband mit Pergamentkapitalen und goldgeprägter Deckelvignette.

Erschienen Weihnachten 1936 auf Anregung des Mainzer Bürgermeisters zur Erinnerung an den Einmarsch der deutschen Wehrmacht ins entmilitarisierte Rheinland. – Gesetzt aus der von Kleukens entworfenen Burte Fraktur. – 1927 wurde Christian Heinrich Kleukens an die von der Stadt Mainz gegründete Presse berufen. Dort erschienen auch noch die wenigen späten Drucke der Ernst Ludwig-Presse, deren Leitung Kleukens weiterhin inne hatte. 1945 wurde Kleukens, der dem Gedankengut der Nationalsozialisten durchaus nahestand, als Leiter der Mainzer Presse, die noch bis 1953 existierte, suspendiert.

25,0 : 16,5 cm. 53, [3] Seiten.

812  [Johann Wolfgang von] Goethe. Unbekannte Erotische Epigramme

€ 500

mit Radierungen nach des Dichters Sammlung erotischer Gemmen von Carl Heinz Roon [Walter Günteritz] und einem Nachwort der Neuherausgeber. Venedig, Privatdruck für den Markuskreis 1924. Mit 37 monogrammierten Radierungen. Originalhalbpergamentband mit Rückenvergoldung, roten Saffianlederbezügen und goldgeprägter Deckelvignette. Mit Schutzpapierumschlag und -schuber.

Eins von 30 Exemplaren. – Als »Privat-Ausgabe für den Markuskreis auf der Manutiuspresse gedruckt«. – Seltene erste Separatausgabe der erotischen Epigramme Goethes, die bis dato »in den schwindelerregenden Reihen des Sophien-Goethes vergraben« waren. – Text und Radierungen in Blau jeweils recto auf Bütten gedruckt. – Der Graphiker Walter Günteritz (1888–1962) unternahm nach ersten Tätigkeiten in Lübeck ausgedehnte Reisen. In dieser Zeit entstanden seine erotischen Adaptionen antiker Gemmendarstellungen. In der Zeit des Nationalsozialismus leitete er die Städtische Kunstsammlung Neubrandenburg und war im Kulturkreis der SA tätig. Die zeitgenössische Kritik bezeichnete ihn 1933 als »schmissigen Porträtist mit starker Konzession an das Damenhafte bzw. Kavalierhafte« (Mecklenburgische Monatshefte 1933/9). – Sehr schön erhalten.

25,8 : 17,3 cm. [4], 77, [3] Seiten, 37 Radierungen.

Slg. Kippenberg 1792

  813    Janus-Presse – Goethes Meister-Prosa.

€ 300

Auswahl des Wortlauts [und Nachwort] von A[nton] K[ippenberg] und G[eorg] W[itkowski]. Leipzig 1926. Originalbroschur mit farbig marmoriertem Umschlag.

Für die Teilnehmer des Leipziger Bibliophilen-Abends am 11. Februar 1926 »hinter dem fünfzigjährigen Rücken Walter Tiemanns von Carl Ernst Poeschel mit gleichfalls ermattenden Kräften hergestellt« (Druckvermerk). – Der tatsächlich letzte Druck der Janus-Presse, der 1907 begründeten ersten deutschen Privatpresse, die bereits im Frühjahr 1923 mit dem »Schlemihl« ihre Tätigkeit eingestellt hatte. »Ihre Seele, die Schrift, war versenkt, nicht wie Cobden Sanderson’s Doveslettern in die Themse, sondern in ein Paket mit grauem Packpapier« im Archiv des Insel-Verlages. Für den seltenen Privatdruck wurde sie noch ein letztes Mal verwendet. – Keiner der Texte stammt wirklich von Goethe, die Herausgeber schoben dem Dichterfürsten diverse Briefe, Ansprachen etc. unter. – Dazu vier weitere Gaben des Leipziger Bibliophilenabends: I. 1908: Ein Halbes Dutzend Leipziger Promotions-, Hochzeits-, Liebes- etc. etc. Gedichte aus der Barockzeit. Originalbroschur. Schriftprobe verschiedener Unger-Frakturen. Stifter: Carl Poeschel und Julius Zeitler. – II. 1910: Herz mein Herz was soll das geben? Faksimile der Handschrift. Ein Blatt in Büttenumschlag. Eins von 99 Exemplaren. Stifter: Kurt Wolff. – III. 1922: Briefe berühmter Meister der Musik aus meiner Autographensammlung. Originalbroschur. Faksimiles von acht Briefen. Stifter: Henri Hinrichsen. – IV. 1933: Theodor Fontane. Kleine Geschichte aus dem Riesengebirge. Originalpappband. Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 300). Stifter: Gerhard Schulze.

24,9 : 17,8 cm. 30, [2] Seiten. – Broschurumschlag mit kleinen Fehlstellen.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 83 sowie S. 72 und S. 79

814  Insel Verlag – [Johann Wolfgang von Goethe]. Annette.

€ 250

Leipzig, Insel [1923]. Braun marmorierter Originalkalblederband mit reicher Vergoldung von Rücken und Stehkanten, grünem Rückenschildchen und Marmorpapiervorsätzen, Deckelkanten- und Schnittvergoldung (signiert: H. Sperling, Leipzig). Im Originalschuber.

Eins von 350 handschriftlich nummerierten Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Faksimile-Ausgabe der 1767 von Ernst Wolfgang Behrisch aufgeschriebenen und mit Vignetten verzierten Liedersammlung des Leipziger Studenten Goethe. – Druck der Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig. – Sehr gut erhaltenes Exemplar dieses reizenden Faksimiles.

17,9 : 12,5 cm. [108] Seiten.

Sarkowski 576. – Slg. Kippenberg 7919

815  Insel Verlag – Goethes Italienische Reise.

€ 250

Mit den Zeichnungen Goethes, seiner Freunde und Kunstgenossen. Neu herausgegeben vom Goethe-Nationalmuseum. Leipzig 1925. Mit 174 teils farbigen Abbildungen auf Tafeln und im Text. Blauer Saffianlederband mit reicher Vergoldung und marmorierten Vorsätzen.

Prachtvoll gebundenes Exemplar der leicht veränderten zweiten Auflage. – Neben »Dichtung und Wahrheit« bildet die »Italienische Reise« den wichtigsten autobiographischen Text von Goethes Hand. Sein künstlerisches Bemühen spiegelt sich in unzähligen Zeichnungen und Skizzen, die in der vorliegenden Ausgabe um Schöpfungen von Angelika Kauffmann, Philipp Hackert, J. H. Tischbein, Kniep, Joh. G. Schütz (Römisches Carneval) und anderen erweitert wurden. – Der Einband, leuchtend blau und grobnarbig, mit breiten vergoldeten Fileten, dem Titel auf dem Vorderdeckel in Liniensatz und vergoldetem Kopfschnitt blieb unsigniert.

36,3 : 24,5 cm. [8], 343, [5] Seiten, 126 Tafeln.

Sarkowski 591 A

816  Insel Verlag – Ernst Hardt. Schirin und Gertraude.

€ 300 ( R5 )

Ein Scherzspiel. Leipzig, Insel 1913. Mit Titelillustration und Initialen von Karl Walser. Farbig illustrierter Originalpergamentband mit Kopfgoldschnitt.

Eins von 59 Vorzugsexemplaren, auf handgeschöpftem Bütten und in Pergament gebunden. – Tadellos schönes Exemplar der sehr seltenen Vorzugsausgabe.

19,2 : 12,9 cm. 168, [4] Seiten.

Sarkowski 674 VA. – Badorrek-Hoguth B 29.1

817  Insel Verlag – [Friedrich] Schiller. Musen-Almanach für das Jahr 1797.

€ 300

[Faksimileband und Kommentarheft.] Leipzig, Insel 1907. Mit beiden illustrierten Umschlagdeckeln, dem Frontispiz und acht gefalteten Notenblättern. Flexibler marmorierter Originalpergamentband mit Rückenschild, vergoldeten Deckelbordüren und Schnittvergoldung und Originalbroschur. Zusammen in rotem Chagrinlederschuber.

Eins von 50 Vorzugsexemplaren auf Bütten und in Ganzpergament (Gesamtauflage 300). – Kommentarheft mit einem Begleitwort zur neuen Ausgabe von Hanns Holzschuher. – »Es sind Bücher und Bände über diesen Almanach geschrieben worden – über dies merkwürdige, seltene und kostbare Buch der Weltliteratur. Kostbar, weil es als Sammelstätte Dichtungen und Werke unserer größten Dichter birgt« (Begleitwort). – Nahezu druckfrisches Exemplar.

16,8 : 10,6 cm. [22], 302, [10] Seiten, 8 Falttafeln; LXV Seiten, 3 Tafeln. – Der Umschlag des Beihefts am Oberrand angestaubt.

Sarkowski 1176

818  Arthur Schopenhauer. Sämmtliche Werke

€ 300

in fünf Bänden. Leipzig, Insel [um 1920]. Braune flexible Kalblederbände mit vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt.

Großherzog Wilhelm Ernst Ausgabe. – Insgesamt erschienen in der Reihe 34 Bände (Schiller, 6. – Schopenhauer, 5. – Koerner. – Goethe, 16. – Kant, 6). – Die Titel und Überschriften waren die ersten typographischen Arbeiten von Eric Gill. – Herausgegeben von Eduard Grisebach, Max Brahn und Hans Henning. – Nachauflage der erstmals 1905–1910 erschienenen fünfbändigen Dünndruckausgabe.

17,7 : 10,8 cm. – Rücken verblasst.

Sarkowski 1526. – Gill/Corey/Mackenzie 302

819  Insel Verlag – Rudolf Alexander Schröder. Elysium.

€ 300

Ein Buch Gedichte. Leipzig, Insel 1906. Flexibler Originalpergamentband mit gold gedrucktem Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Exemplar 25 und somit eigentlich das letzte Vorzugsexemplar, entgegen dem Druckvermerk jedoch nicht auf Pergament sondern auf Büttenpapier gedruckt (Gesamtauflage 300). – Die Gestaltung übernahm Alfred Walter Heymel, die Initialen wurden in Rot gedruckt. – Das Büchlein ist dem weniger Monate zuvor verstorbenen Komponisten Felix vom Rath gewidmet, der mit den Insel-Gründern Heymel und Bierbaum (und somit sicher auch Schröder) befreundet war.

24,5 : 16,5 cm. [40] Seiten. – Der Pergamentumschlag wie meist etwas wellig und fleckig. – Vereinzelte Stockflecken.

Sarkowski 1535. – Adolph 7

820  Insel Verlag – [Rodolphe Töpffer]. La Bibliothèque de mon oncle.

€ 200

Leipzig 1923. Originalmaroquinband mit reicher ornamentaler Rücken- und Deckelvergoldung und Goldschnitt (signiert: A. Köllner, Leipzig). Mit dem Originalschuber.

In kleiner Auflage erschienen. – Faksimile eines Exemplars der ersten Ausgabe von 1832. Als Vorlage diente das Goethe zugeeignete Exemplar, den das Buch jedoch nicht mehr rechtzeitig erreichte, er starb vorher. Töpffer hatte das extra breitrandig belassene Exemplar im Unterrand mit 75 originellen Federzeichnungen versehen. – Mit dem separaten Begleitwort zur Faksimile-Ausgabe von Walther Vulpius.

22,3 : 13,4 cm. 78, [2] Seiten. – Rücken etwas verblasst, sonst tadellos.

Sarkowski 1758

  821    Inselbücherei – Gottfried August Bürger. Wunderbare Reisen zu Wasser und zu Lande.

€ 250

Feldzüge und lustige Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen […]. 11.–25. Tausend. Leipzig, Insel 1913. Mit einem Titelbild. Brauner Originalkalblederband. Rückentitel, Inselschiff-Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Die einzige Lederausgabe von Inselbändchen 7 [1A]. – Vorsatzpapier Jenne 36.3. – Schönes Exemplar.

18,5 : 12,0 cm. 103, [1] Seiten. – Kanten minimal berieben.

Kästner IB, S. 231. – Jenne II, 131

  822    Inselbücherei – Hugo von Hofmannsthal. Der Tod des Tizian.

€ 150

Bruchstück. 1892. 61.–68. Auflage. Leipzig, Insel [1926]. Blauer Originallederband. Rückentitel, Inselschiff-Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Eine von drei Lederausgaben des frühen Inselbändchens, das von 1908 bis 1948 erschien. – Vorsatzpapier Jenne 68. – Auf festem Velin. – Sehr schönes Exemplar.

18,5 : 12,0 cm. 39, [1] Seiten.

Kästner IB, Seite 231, 8. – Jenne II, 131

823  Inselbücherei – [Das Buch] Ruth.

€ 750

In der Übertragung Martin Luthers nach der letzten von ihm selbst durchgesehenen Ausgabe der Deutschen Bibel, Wittenberg 1545. Leipzig, Insel [1914]. Mit Titelvignette nach einem alten Holzschnitt. Flexibler schwarzer Originallederband. Deckeltitel, Kantenfileten und Buchschnitt vergoldet.

Eins von etwa 100 bis 150 Exemplaren der seltenen schwarzen Ledervariante, auf Bütten der Ernst Ludwig Presse. – Vorzugsausgabe von Inselbändchen 152 [1], eine Bindequote aus der komplett auf der Ernst Ludwig Presse gedruckten Auflage von 10.000 Exemplaren. – Satz aus der Korpus Schlanke Kleukens-Antiqua. – Die Titelzeile und die vier Initialen wurden in Rot gedruckt. Anders als bei den Pergamentexemplaren (vgl. KatNr. 80) wird im Druckvermerk der vertreibende Insel Verlag genannt, das erste Blatt hier mit dem Verlagssignet, der Titel mit der Abbildung eines alten Holzschnitts.

18,7 : 13,0 cm. 21, [3] Seiten.

Stürz 43b. – Sarkowski 1383. – Jenne II, 48

824  Inselbücherei – [Nicolo] Machiavelli. Von den Menschen. Vom Staat. Vom Kriege. Von Religion und Vaterland.

€ 750

Gedanken Machiavellis, ausgewählt und übersetzt von Emil Schaeffer. Leipzig, Insel [1918?]. Originalbroschur.

Ohne Druckvermerk. – 1918 erschienen die Texte Machiavellis in Übersetzung und Auswahl Emil Schaeffers als Inselbändchen 240.1A. – Der vorliegende Druck ist erst in der überarbeiteten Neuausgabe von Heinz Sarkowskis Bibliographie des Insel-Verlags verzeichnet und wird dort mit »[1944]« datiert. Das erscheint insoweit irrtümlich, als die Texte des jüdischen Kunsthistorikers und Publizisten Schaeffer (1874–1944) nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten sukzessive unterdrückt wurden und das Inselbändchen 1940 und 1944 in der »unverfänglichen« Übersetzung Johannes Zieglers aus dem 19. Jahrhundert erschien. – Nach Meinung von Herbert Kästner dürfte es sich vielmehr um einen Probeandruck handeln, der 1918 typographisch überarbeitet und mit Druckvermerk in der Inselbücherei erschien. Es handelt sich wahrscheinlich um ein nahezu unikales Stück, wir konnten nur noch ein weiteres Exemplar im Gutenberg-Museum Mainz nachweisen.

14,0 : 14,0 cm. 60, [4] Seiten. – Umschlag am Rücken leicht gebräunt.

Sarkowski 1046 a. – Vgl. IB 240.1A und 1B

825  Inselbücherei – Das kleine Blumenbuch.

€ 200

Zeichnungen von Rudolf Koch, in Holz geschnitten von Fritz Kredel. Leipzig, Insel [1933/34]. Mit 58 Farbtafeln. Originalpergamentband mit rotem Deckeltitel (signiert: Gerhard Prade, Leipzig). Mit hellgrünem Schutzpapierumschlag und Schuber.

Sonderausgabe von Inselbändchen 281.2. – Bindequote der 2. Auflage (51.–100. Tausend) im Handeinband. – Das berühmte Blumenbuch von Koch/Kredel war 1929/1930 in der Ernst Ludwig Presse und dann in der Mainzer Presse gedruckt worden, beide Ausgaben vertrieb der Insel-Verlag. 1933 erschien die vorliegende kleine Auswahlausgabe als Inselbändchen, 1942 folgte eine 80 Motive umfassende Auswahl im Originalformat. Seit 1933 wurde als Schrift nicht mehr Kleukens’ Antiqua sondern eine Fraktur verwendet.

18,5 : 12,0 cm. [4], 58, [6] Seiten.

Kästner IB, S. 238 »Geschenkausgabe«. – Jenne II, 63 (irrtümlich »Gerd Prade«). – Salter 1.11.4

826  Inselbücherei – [Johann Wolfgang von] Goethe. Novelle.

€ 500

Leipzig, Insel [1919]. Mit Titelzeichnung und 36 Illustrationen von Bernhard Hasler. Originalpappband mit goldgeprägtem Deckeltitel.

Eins von 100 Exemplaren auf Bütten. – Vorzugsausgabe zu Inselbändchen 296.1A. – Erschienen anlässlich Goethes Geburtstag am 28. August. Das Büchlein wurde wohl verspätet fertiggestellt, so dass nun der 171. Geburtstag zum Anlass genommen werden musste (Deckeltitel: »Dem 28. August 1920«).

21,3 : 14,2 cm. 35, [5] Seiten. – Kapitale minimal bestoßen.

Sarkowski 601. – Kästner IB, S. 238. – Jenne II, 52

827  Inselbücherei – W. Hey. Hundert (»Fünfzig« und »Noch fünfzig«) Fabeln für Kinder.

€ 150

Mit Bildern von Otto Speckter. Leipzig, Insel [1929/1933]. Mit Titelbordüren und zahlreichen Illustrationen nach Lithographien. Farbig illustrierter Originalleinenband.

Sonderausgabe der Inselbändchen 309.2 und 402. – Nach Jenne erschien diese Sonderausgabe, die die Buchblöcke beider 1929 erschienenen Bände verband, erst 1933. – Die Deckelillustration stammt von Walter Tiemann. – Tadellos.

18,5 : 12,0 cm. [4], 50, [2], [4], 50, [2] Seiten.

Sarkowski 724. – Kästner IB, S. 238. – Jenne II, 63

828  Inselbücherei – Gottfried Keller. Der Schmied seines Glückes.

€ 400

Mit 29 Holzschnitten von Karl Rössing. Leipzig, Insel 1921. Mit 29 Holzschnitten, davon acht ganzseitig und einige als figürliche Initialen. Originalhalbpergamentband mit weinrotem Batikpapierbezug und Kopfschnittvergoldung. Im Schuber.

Eins von 120 Exemplaren, gedruckt auf Van Gelder-Bütten und in größerem Format. – Vorzugsausgabe von Inselbändchen 328.1. – Bei der Vorzugsausgabe wurden die Holzstiche (Eichhorn/Mair: »vermutlich«) noch von den ungalvanisierten Stöcken gedruckt. – Die Erzählung Kellers erschien im Lauf der Jahrzehnte in der Insel-Bücherei mit Illustrationen von Karl Rössing, Carl Tesche, Joachim Kölbel und Rudolf Güthinger. – Hervorragend erhalten, teils unaufgeschnitten.

20,0 : 13,5 cm. 54, [2] Seiten.

Sarkowski 898. – Kästner IB, S. 238. – Jenne II, 55. – Eichhorn/Mair 1.19

829  Inselbücherei – Anatoli Lwowitsch Kaplan. Farbige Keramik.

€ 900

Leipzig, Insel 1973. Mit 32 ganzseitigen Farbabbildungen. Farbig illustrierter Originalpappband mit eingeprägtem rot-goldenem Rückentitel. Im schwarz-grün marmorierten Originalschuber.

Sonderausgabe von Inselbändchen 975. – Sehr seltene Sonderausgabe für »Deutscher Buch-Export und -Import GmbH Leipzig«. – Als Bezugspapier diente ein stark vergrößerter Ausschnitt einer Abbildung. – Die Aufnahmen stammen von Lothar Reher, das Geleitwort von Lothar Bolz. – Die Leipziger Handelsfirma übernahm kleine Teilauflagen für Geschenkausgaben. Diese erhielten ein abgeändertes Titelblatt und wurden individuell gebunden. – Wir konnten bisher kein Exemplar dieser Sonderausgabe im Handel nachweisen, auch den befragten Spezialantiquaren ist – wie auch Jenne – diese Ausgabe unbekannt.

18,5 : 12,2 cm. [4], 47, [1] Seiten.

  830    Inselbücherei – Die Geschichte von Aucassin und Nicolette.

€ 200

[Leipzig], Insel 1956. Mit 16 kolorierten Holzschnitten, zehn Motive teils wiederholt, und Holzschnitt-Musiknoten von Fritz Kredel im Text. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (Gerhard Prade, Leipzig). Im Schuber.

Eins von 500 Exemplaren. – Vorzugsausgabe zu dem 30 (!!) Jahre später erschienenen Inselbändchen 1071. – Die Holzschnitte dieser Leipziger Ausgabe wurden von Martin Schauer nach Vorlagen von Fritz Kredel koloriert. – Bereits 1954 erschien eine einfarbige Fassung innerhalb der Inselbücherei (IB 14.1B), die kolorierten Sonderausgaben (Wiesbaden 1955 und Leipzig 1956) wurden allerdings jeweils neu gesetzt. Da 1986 ein Reprint der Leipziger Variante in der Inselbücherei erschien, verzeichnet Jenne die vorliegende als Vorzugsausgabe. – Tadellos erhalten.

21,5 : 13,8 cm. 70, [4] Seiten.

Sarkowski 519 A. – Jenne II, 60. – Vgl. Kästner IB, S. 236 (nennt aber nur die Wiesbadener Ausgabe). – Salter 1.230.4

831  Inselbücherei – Hugo von Hofmannsthal. Der Tor und der Tod.

€ 250

45. Auflage. Frankfurt am Main und Leipzig, Insel 2015. Farbig illustrierter Originalpappband.

Insel-Bücherei 28. – Exemplar der Karl-Georg Hirsch-Sonderausgabe A, von der 2019 25 nicht für den Handel bestimmte Exemplare erschienen. – Beigelegt sind eine Tuschfederzeichnung und ein zweifarbiger Holzstich, beide signiert, datiert, betitelt und nummeriert. – Mit einer weiteren signierten Bleistiftzeichnung auf dem Vortitelblatt. – Makellos.

18,5 : 12,0 cm.

832  Inselbücherei – Peter Bichsel. Wo wir wohnen.

€ 300

Geschichten. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Rainer Weiss. 2. Auflage. Frankfurt am Main und Leipzig, Insel 2016. Farbig illustrierter Originalpappband.

Insel-Bücherei 1253. – Exemplar der Karl-Georg Hirsch-Sonderausgabe A, von der 2019 nur zehn nicht für den Handel bestimmte Exemplare erschienen. – Beigelegt sind eine Tuschfederzeichnung und ein zweifarbiger Holzstich, beide signiert, datiert, betitelt und nummeriert. – Mit einer weiteren signierten Bleistiftzeichnung als Titelvignette. – Makellos.

18,5 : 12,0 cm.

  833    Inselbücherei – Österreichische Bibliothek.

€ 400

Herausgegeben von Hugo von Hofmannsthal und anderen. Alle 26 Bände der Reihe. Leipzig, Insel 1915–1917. Gelbe Originalpappbändchen mit Deckel- und Rückenschildern.

Vollständige Folge; alle Titel der Österreichischen Bibliothek innerhalb der Reihe nur in einmaliger Auflage. – »Seitenstück der Insel-Bücherei« in gleichem Format und ähnlicher Ausstattung. – Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Reihe nicht fortgesetzt, Restbestände wurden in roter Broschur verkauft oder in die Insel-Bücherei übernommen: Die tatsächlich in der Originalausstattung ausgelieferten Auflagenhöhen dürften also fast durchweg niedriger als die bei Kästner angegebenen »meist je zehntausend Exemplare« sein. – Insgesamt gut erhalten. – Mit dem achtseitigen Beilageprospekt zur Reihe mit einem längeren Text von Hugo von Hofmannsthal.

18,3 : 12,0 cm. – Rücken und vereinzelte Deckelränder etwas angestaubt. Drei Deckel und ein Deckelschild mit kleinen Schabstellen. – Acht Bände mit Besitzvermerk, zwei mit dem Leipziger Zensurstempel. – Vereinzelt leicht stockfleckig.

Kästner S. 249f. – Houghton Library Catalogue 497 und 498ff

834  Marées-Gesellschaft – Sappho. Carmina

€ 900

(griechisch). München, Piper 1921. Mit zwölf Radierungen von Renée Sintenis sowie radiertem Titel und 24 radierten Textseiten. Originalpappband mit Japanbezugspapier und vergoldetem Rückentitel.

31. Druck der Marées-Gesellschaft. – Eins von 185 Exemplaren auf handgeschöpftem Bütten (Gesamtauflage 250). – Renée Sintenis (1888–1965) und Emil Rudolf Weiß (1875–1942) schufen mit diesem Druck der Marées-Gesellschaft eines der schönsten Bücher des 20. Jahrhunderts: Weiß radierte die griechischen Texte nach Vorbild einer alten Minuskelhandschrift, seine Ehefrau steuerte zwölf blattgroße Radierungen bei, anmutige, »hauchzarte Umrisse ihrer Figurinen, die in ihrer zerbrechlichen Schönheit den Text mit graziöser Anmut begleiten« (Jürgen Eyssen).

26,8 : 20,5 cm. [40] Seiten. – Das rosagefärbte Japanpapier auf den Außenseiten der Deckel etwas verblasst.

Rodenberg 371, 31. – Schauer I, 218. – Eyssen S. 58

835  Marées-Gesellschaft – Marées-Gesellschaft. [Erste bis] Elfte Reihe der Drucke.

€ 600

München, R. Piper 1917–1925. Acht Originalbroschuren, drei Originalpappbände, teils mit Holzschnitten.

Die vollständige Reihe der bibliophil gestalteten Werbeprospekte, aus dem Nachlass des Verlegers. – Der Kunsthistoriker Julius Meier-Graefe, ein Verehrer des deutschen Malers Hans von Marées (1837–1887) gründete 1917 die bibliophile und kunst-affine Gesellschaft als gemeinsame Initiative mit dem progressiven Verleger Reinhard Piper. Bis 1926 erschienen 45 Drucke in elf Reihen. – »Die Prospekte der Gesellschaft sind […] kleine Kunstwerke; sie […] sind unter E. R. Weiss’ Leitung und künstlerischer Mitarbeit so ausgestattet worden, daß sie künstlerische Bedeutung gewinnen.« (Julius Rodenberg). – Dazu: Prints of Old & Modern Masters […] published by the Marees-Society. London, Batsford [1926]. Originalbroschur. Mit einem Verzeichnis der 45 Drucke. – Werbeprospekt und Subskriptions-Bestellkarte für den 45. Druck (Paul Guaguin. Noa Noa). Originalbroschur.

Mit leichten Alterungsspuren, teils auch etwas fleckigen Unterrändern.

Rodenberg 361. – Isphording I, 268 und 269 (die Hefte 10 und 11)

836  Maximilian-Gesellschaft – Bibliothek Walter Metzenberg.

€ 300

Luxus- und Pressendrucke, die Drucke der Maximilian-Ges., Bibliographie und Buchwesen. Berlin [1931]. Originalbroschur, Umschlag mit blau-goldenem Deckelschild.

Katalog 57 des Antiquariats Utopia in Berlin, 795 Nummern. – Walter Metzenberg war Inhaber der Berliner Graphischen Kunstanstalt Richard Labisch. Im Zusammenhang mit der misslichen wirtschaftlichen Lage und dem wenig später folgenden Konkurs seines Unternehmens veruntreute er das Barvermögen der Maximilian-Gesellschaft, deren Schatzmeister er bis zu seinem Freitod 1931 war. Seine Privatbibliothek wurde an die Dresdner Bank verpfändet und im Herbst 1931 durch das Berliner Antiquariat Utopia verkauft. – »Überblicken wir das Ganze dieser Sammlung, so erhalten wir ein eindrucksvolles Bild von dem, was die Buchkunst der letzten Jahrzehnte bedeutet, in stetem Fortschritt von den Zeiten des ›Pan‹ bis zu dem ›Shakespeare der Ernst Ludwig-Presse‹. Vielleicht wird für die künstlerische Kultur dieser Epoche später einmal neben der Architektur nur die Buchkunst als der wesentliche Repräsentant angesehen werden« (Kurt Freyer, Inhaber des Antiquariats im Vorwort des Kataloges). – Dazu: Drei Versteigerungskataloge mit Luxus- und Pressendrucken: Victor Werner (Hans Götz Hamburg, 1927, 600 Lots, mit Tafeln). – Max Kirdorf (Emil Hirsch München, 1929, 373 Lots, mit Tafeln). – N. N. (Paul Graupe Berlin, 1935, 2526 Lots, mit Tafeln). – Beigabe: Vier Publikationen der Maximilian-Gesellschaft (Jahrbuch 1928/29, Sternaux 1928, Chroniken 1937–1961 und 1961–1986).

27,5 : 19,8 cm. 71, [1] Seiten. – Umschlag leicht fleckig. – Ecken unten teils mit kleiner Knickfalte.

100 Jahre Maximilian-Gesellschaft, S. 86

  837    Georg Müller Verlag – Meisterwerke orientalischer Literaturen.

€ 300

In deutschen Originalübersetzungen herausgegeben von Hermann von Staden. Erster [bis] Neunter Band [alles Erschienene]. München, Georg Müller 1913–1923. Mit farbigen Bordüren der Doppeltitel. Originalhalblederbände mit ornamentaler Rückenvergoldung, rotem bzw. schwarzem Rückenschild und farbigen Modeldruck-Bezugspapieren.

Vollständige Reihe in der besseren Einbandvariante. – Das ambitionierte Verlagsprojekt enthält folgende Bände: I. Mesnevi oder Doppelverse des Scheich Mewlana Dschelal ed din Rumi. Aus dem Persischen. – II. Chinesische Novellen. – III. Sukasaptati. Das indische Papageienbuch. Aus dem Sanskrit. – IV/V. Katharatnakara. Das Märchenmeer. Eine Sammlung indischer Erzählungen von Hemavijaya. – VI. Asobi. Altjapanische Novellen. – VII/VIII. Hikayat Hang Tuah. Die Geschichte von Hang Tuah. Aus dem Malayischen. – IX. Vetala-Pantschavinsati. Die fünfundzwanzig Erzählungen eines Dämons. – Aufgrund des langen Erscheinungszeitraums wurden verschiedenfarbige Leder für die Einbände benutzt. Zudem sind vollständige Exemplare selten.

21,4 : 13,5 cm. – Rücken minimal berieben, ein unteres Kapital mit kleinen Einrissen.

25 Jahre Georg Müller Verlag S. 175

838  Das Prisma – Jakob Wassermann. Die Gefangenen auf der Plassenburg.

€ 400

Mit Steinzeichnungen von Kurt Werth. – Ernst Weiss. Hodin. Mit Steinzeichnungen von Nicolai Pusirewski. Berlin, Hans Heinrich Tillgner 1923. Mit 15 bzw. zehn Lithographien, davon sechs bzw. vier ganzseitig und signiert. Braune Originalmaroquinbände mit Vergoldung (signiert: Handeinband Wübben & Co., Berlin).

Das Prisma, Band 8 bzw. Band 13. – Je eins von 100 Vorzugsexemplaren. – Druckvermerke von den Autoren signiert. – Die Reihe »Das Prisma« erschien 1922/23. Alle fünfzehn Ausgaben enthielten Originallithographien als Illustrationen. Die Vorzugsexemplare wurden auf Bütten gedruckt und einheitlich in Leder gebunden. Die blattgroßen Lithographien wurden vom jeweiligen Künstler signiert. – Laut Sennewald betrug die Gesamtauflage jeweils 300 Exemplare.

27,0 : 18,0 cm. 68, [4] Seiten. – Vorderdeckel am Oberrand und Rücken etwas verblasst, Band II mit kleinen Schabstellen an den unteren Stehkanten.

Sennewald I, 8 und 13

  839    Rowohlt Verlag – Honoré de Balzac. Gesammelte Werke.

€ 200 ( R5 )

[45 in 40 Bänden]. Reinbek bei Hamburg, Rowohlt 1953–1964. 40 blaue Originalleinenbände mit rot-goldenen Rückenschildern und Rückenvergoldung.

Die vollständige Hamburger Ausgabe. Im Kleinformat und als Dünndruckausgabe fast so platzsparend wie ein e-Book, allerdings haptisch deutlich angenehmer. – Die Übersetzungen stammen von Walter Benjamin, Franz Hessel, Else von Hollander, Walter Mehring, Max Krell, Friedrich von Oppeln-Bronikowski, Otto Flake u. a. – 1. Der Alchimist. 2. Albert Savarus. 3. Die Geschichte der dreizehn. 4. Beatrix. 5. Buch der Mystik. 6. Caesar Barotteau. 7. Eine dunkle Geschichte. 8. Ehefrieden. 9. Der Ehekontrakt. 10. Eugenie Grandet. 11. Die Frau von 30 Jahren. 12. Die Geheimnisse der Fürstin von Cadignan. 13. Die Bauern. 14/15. Glanz und Elend der Kurtisanen. 16. Heimliche Könige. 17. Honorine. 18. Junggesellenwirtschaft. 19. Katharina von Medici. 20/21. Die Kleinbürger. 22. Die Königstreuen. 23. Künstler und Narren. 24. Der Landarzt. 25. Der Landpfarrer. 26. Zwei Frauen. 27. Modeste Mignon. 28. Nebenbuhler. 29. Oberst Chabert. 30. Pariser Novellen. 31. Pierette. 32. Sarrasine. 33/34. Tante Lisbeth. 35. Die tödlichen Wünsche. 36/37. Trollatische Geschichten. 38. Ursula Mirouet. 39. Vater Goriot. 40/41. Verlorene Illusionen. 42. Vetter Pons. 43. Der Volksvertreter. 44. Die Lilie im Tal. 45. Maitre Cornelius. Der verstoßene Sohn.

14,5 : 9,0 cm. – Einige Rücken verfärbt, zwei leicht berieben, zwei leicht fleckig.

Fromm S. 122–143

  840    Rupprechtpresse – Christoph Martin Wieland. Geron der Adlige.

€ 250

Eine Erzählung. München 1918. Pergamentband mit farbiger Deckelbemalung (signiert: ., Berlin).

Viertes Buch der Rupprechtpresse. – Eins von 200 Exemplaren. – Auf dem weichen Hadern-Bütten, von dem Ehmcke trotz Kriegsmangel im Sommer 1918 einen größeren Posten erwerben konnte. Gleich drei aufeinander folgende Drucke (der zweite bis vierte) wurden auf diesem Papier gedruckt. – Ab 1917 übernahm der Verleger Walther Hirth den Vertrieb der Drucke der Presse. – Insgesamt schönes Exemplar in einem unikalen Einband.

24,0 : 14,7 cm. 55, [3] Seiten. – 1 Blatt mit Einriss im Text. – Die Blätter teils mit umlaufenem Feuchtigkeitsrand.

Backe S. 122f. – Rodenberg 130, 4. – Günther/Zeilinger 415

841  Einbände – Ziegelroter Ecrasélederband von Otto Dorfner, Weimar,

€ 1200

mit reicher ornamentaler Vergoldung. – Inhalt: Friedrich Schiller. Die Räuber. Ein Schauspiel. München, Hyperionverlag Hans von Weber 1912.

Dritter Hyperiondruck. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren auf Hundertbütten (Gesamtauflage 657, davon sieben auf Pergament und 550 auf Van Gelder-Bütten, so die ersten fünf Hyperiondrucke ). – Gedruckt bei Joh. Enschede en Zonen, Haarlem. – Auch für seine »Hyperiondrucke« »wählte der auch im Herstellerischen genießerische Verleger seltene Typen früherer Jahrhunderte, wie sie bei Enschedé und bei anderen alten Druckereien […] anzutreffen waren« (Schauer I, 102). Die Hyperiondrucke wurden auch an die Mitglieder der Vereinigung »Die Hundert« ausgegeben und wie bei dieser Reihe erfolgte die Auswahl der verwendeten Drucktypen durch Beschluss der Subskripenten. – Prachtvoller unikaler Handeinband: Beide Deckel mit breiten Deckelbordüren aus verschlungenen Kreislinien, fünf Rückenfelder mit mehreren Fileten gerahmt, das sechste mit dem vergoldeten Rückentitel. Der Kopfschnitt vergoldet, Seiten- und Unterränder unbeschnitten. – Makellos erhalten, mit Schutzpapierumschlag und gefütterter Halbleinenkassette.

27,7 : 20,6 cm. 140, [4] Seiten.

Rodenberg

842  Einbände – Friedrich Hölderlin. Elegien.

€ 450

Potsdam, Gustav Kiepenheuer 1920. Schwarzer Originalbastardlederband. Deckeltitel, Deckel- und Innenkantenfileten sowie der Kopfschnitt vergoldet (signiert: O. Dorfner, Weimar). Mit Schutzpapierumschlag und Schuber.

Unnummeriertes Belegexemplar aus dem Nachlass Otto Dorfners, wie die 50 Vorzugsexemplare auf Japanpapier gedruckt und in nachtschwarzes indisches Schafsleder gebunden (Gesamtauflage 550). – Die Auswahl der Hölderlin-Elegien besorgte Hermann Kasack. – Gedruckt wurde bei Drugulin in Leipzig, dabei das jeweils erste Wort eines Gedichts in Blau. – Neben einigen Einzelausgaben edierten Friedrich Seebaß und Hermann Kasack 1920/21 die Hölderlin-Werkausgabe des Kiepenheuer-Verlags. – Tadellos schönes Exemplar.

25,2 : 20,0 cm. [2], 59, [3] Seiten.

Seebaß S. 20 (irrtümlich unter 1921). – Berger, Kiepenheuer 39

843  Einbände – Senfgelber Maroquinband von Otto Dorfner, Weimar,

€ 800

mit reicher ornamentaler Vergoldung. – Inhalt: Bertold Georg Niebuhr. Carsten Niebuhrs Leben. München, Rupprechtpresse 1921.

Elftes Buch der Rupprechtpresse. – Eins von 150 Exemplaren. – Gesetzt aus der Garmond Schwabacher, Handabzug auf Bütten. – Gedruckt unter Leitung von F. H. Ehmcke im Auftrag von Walter C. F. Hirth. – Prächtiger Handeinband, beide Deckel mit in den Eckfeldern verschlungenen Bändern aus vergoldeten Fileten. Zwei der sechs Rückenfelder, die durch Doppelbünde getrennt werden, sind mit Fileten vergoldet, eines mit dem Titel in Goldprägung. Die Stehkanten ziert eine einfache, die Innenkanten dreifache Fileten. Auch der Kopfschnitt des ansonsten unbeschnittenen Bandes wurde vergoldet. – Otto Dorfner, der häufig einfarbige Vorsatzpapiere bevorzugte, verwendete hier gelbliches Büttenpapier. – In gefütterter Hableinenkassette, diese von Otto Dorfner eigenhändig beschriftet. – Carsten Niebuhr war einer der bedeutendsten Forschungsreisenden im 18. Jahrhundert. Seine »Reisebeschreibung nach Arabien und andern umliegenden Ländern« galt bis ins 20. Jahrhundert als Grundlagenwerk. Die Biographie, verfasst von seinem Sohn, erschien erstmals 1817. Die Neuausgabe erfolgte durch Wilhelm Niemeyer.

28,2 : 19,2 cm. 49, [3] Seiten. – Einband mit winzigen Stockflecken, ebenso das Futter der Kassette.

Rodenberg 130, 11. – Backe S. 140f

844  Einbände – Brauner Maroquinband von Otto Dorfner, Weimar,

€ 800

Punktlinien der Deckelkanten, Deckelvignette, Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet. – Inhalt: Ernst Müller. Lasset die Hände mir los! Einige ausgewählte Gedichte. Offenbach, Wilhelm Gerstung 1921.

15. Rudolfinischer Druck. – Exemplar 76 einer nicht genannten Auflage (nach Rodenberg 100 Exemplare). – Zwei Zierstücke, fünf Initialen und das Pressensignet wurden von Rudolf Koch mit Aquarellfarbe eingemalt. – Auf Van Gelder-Velin. – Der kleine Band enthält fünf Gedichte des bereits mit 16 Jahren verstorbenen Dichters. Der Darmstädter Gymnasiast zählte zu den Gründungsmitgliedern der literarischen Zeitschrift »Die Dachstube«. – Die Rudolfinischen Drucke wurden von dem Schriftkünstler Rudolf Koch und Rudolf Gerstung geschaffen. Den Vertrieb übernahm der Verlag von Rudolf Gerstungs Bruder Wilhelm. – Tadellos erhaltenes Exemplar in schönem Einband. Makellos, mit Schutzpapierumschlag und in einer gefütterten Halbleinenkassette.

17,4 : 12,3 cm. [16] Seiten.

Rodenberg 126, 15

845  Einbände – Ziegelroter Ecrasélederband von Otto Dorfner, Weimar,

€ 400

Deckelfileten, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. – Inhalt: J. W. Goethe. Zuschriften und Erinnerungsblätter. Aus den Jahren 1807 – 1832. Stuttgart, Julius Hoffmann 1923.

Neunter Druck der Juniperus-Presse. – Eins von 200 Exemplaren. – Hergestellt in den Werkstätten der Kunstgewerbeschule Stuttgart. – Die Juniperus Presse wurde von F. H. Ernst Schneidler begründet, die Pläne entstanden noch in seiner Berliner Zeit, nach Rodenberg 1914 auf einem Spaziergang durch Wacholdersträucher im Grunewald (Wacholder = juniperus). »Die […] Drucke legen durch ihre schlicht künstlerische und technisch sachgemäße Form Zeugnis von dem bedeutenden Können der jungen Presse ab« (Rodenberg). – Tadellos schönes Exemplar in dekorativem Handeinband. – Mit Schutzpapierumschlag und in gefütterter Halbleinenkassette.

15,8 : 9,8 cm. [4], 56, [4] Seiten.

Rodenberg 99, 9. – Büttner/Koch/Ziegler, S. 326

846  Einbände – Grüner Saffianlederband von Otto Dorfner, Weimar,

€ 450

Titel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet. – Inhalt: Johann Wolfgang von Goethe. Zum neuen Jahr. Heidelberg, Richard Weißbach [1928].

Neujahrsgabe des Heidelberger Verlages. – Satz und Druck aus einer (unserer Meinung nach etwas zu) großen Frakturschrift bei Joh. Enschede en Zonen in Haarlem. – Auf Bütten. – Der leuchtend grüne Handeinband wurde mit vergoldeten Fileten auf den Bünden, Deckel-, Steh- und Innenkanten verziert. Vorsatzblatt und Spiegel wurden mit grauem Marmorpapier bezogen. – Tadelloses Exemplar mit Schutzpapierumschlag und in einer gefütterten Halbleinenkassette.

22,9 : 18,6 cm. [8] Blätter.

847  Einbände – Leuchtend roter Maroquinband von Otto Dorfner, Weimar,

€ 1200

mit reicher Fileten- und Bordürenvergoldung. – Inhalt: Hans Fürstenberg. Das französische Buch im achtzehnten Jahrhundert und in der Empirezeit. Weimar, Gesellschaft der Bibliophilen 1929.

Eins von 1500 Exemplaren auf Bütten, weitere 88 nummeriert auf »mattem Löwen-Bütten«. – Das umfassende Werk verfasste der große Bibliophile Hans Fürstenberg (1890–1982). Sein beträchtliches Privatvermögen, das er durch seine Tätigkeit als Bankier der Berliner Handels-Gesellschaft erwarb und mehrte, war die Grundlage für seine spektakuläre Sammlung. – Etwa ein Drittel des Buches nehmen chronologische Tabellen, Bibliographien und die ausführlichen Register ein. – Otto Dorfner, der Buchbinder des Bauhauses und Anhänger einer sachlichen Einbandgestaltung, »überwand« für den vorliegenden Einband, den er auch auf Ausstellungen zeigte, diese Präferenz und schuf mit floralen Rankwerkbordüren und in der Kombination von »maroquin rouge« und Gold ein frankophiles Meisterwerk. Jeder Deckel wird von sieben Fileten und einer Bordüre umrahmt, der Rücken durch Fileten und Bordüren gegliedert. Auch Innen- und Stehkanten mit Fileten und Bordüren, alle handvergoldet. Der Kopfschnitt wurde vergoldet und poliert. Vorsätze aus Marmorkleisterpapier. – Tadellos erhalten, in gefütterter Halbleinenkassette, die von Dorfner beschriftet wurde.

30,4 : 24,0 cm. VIII, [2], 431, [3] Seiten.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 9

848  Einbände – Julius Rodenberg. Die Druckkunst als Spiegel der Kultur in fünf Jahrhunderten.

€ 300

Berlin 1942. Mit zahlreichen, teils zweifarbigen blattgroßen Illustrationen und beigehefteten Originalbeispielen. Pergamentband mit Vergoldung (Otto Dorfner, Weimar).

Opulent in Inhalt und äußerer Gestalt: Schwere Buchdeckel mit stark gemasertem Pergament bezogen, die Titel auf Rücken und Vorderdeckel vergoldet, der Vorderdeckel am Gelenk, der Rücken an den Kapitalen jeweils mit einer breiten vergoldeten Filete. Der Kopfschnitt wurde ebenfalls vergoldet. – Mit Schutzpapierumschlag und Schuber, dieser von Otto Dorfner eigenhändig beschriftet. Der Einband wurde nicht signiert, stammt aber aus dem familiären Nachlass Dorfners. – Der Kunsthistoriker und Bibliograph Julius Rodenberg (1884–1970) hat eine Vielzahl von Publikationen, besonders zur modernen Buchkunst und Bibliophilie des 20. Jahrhunderts veröffentlicht. Als Bibliotheksrat der Deutschen Bücherei legte er in Leipzig eine der bedeutendsten buchkünstlerischen Sammlungen an.

26,5 : 20,5 cm. 568 Seiten, ca. 32 Beilagen.

849  Einbände – Brauner Maroquinband von Otto Dorfner, Weimar,

€ 500

mit Vergoldung, Schutzpapierumschlag und Schuber. – Inhalt: Edwin Redslob. Goethes Begegnung mit Napoleon. Weimar, Gesellschaft der Bibliophilen 1944. Mit Abbildungen auf vier Tafeln.

Fünfter Werkdruck der Gesellschaft der Bibliophilen. – Typographische Gestaltung und Druck von Carl Ernst Poeschel, »dem führenden Drucker Deutschlands«, der am 19. Mai 1944 verstorben war. – Gewidmet Anton Kippenberg, »dem großen deutschen Verleger, Goethesammler und Förderer deutscher Buchkultur« zum 70. Geburtstag. – Angemessen eleganter Einband des Weimarer Buchbinders, den Vorderdeckel zieren zwei Lorbeerkränze, die Goethe und Napoleon ebenso wie Kippenberg und Poeschel zukämen. – Deckelränder, Steh- und Innenkanten sowie Kapitale mit vergoldeten Fileten, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. – Tadellos erhalten.

21,4 : 14,8 cm. 75, [5] Seiten, 4 Tafeln.

850  Einbände – Halbleder-Pergamentdeckel-Einband von Otto Dorfner, Weimar,

€ 450

mit vergoldeten Titeln, Rückenfileten und Kopfschnitt. – Inhalt: Theo Piana. Weimar. Stätte klassischer Tradition. Bilder von Günther Beyer und Klaus Beyer. Weimar, Volksverlag 1955. Mit 125 ganzseitigen Abbildungen.

Prachtvoll unikal gebundenes Exemplar: Dunkelblauer Maroquinrücken mit vergoldetem Titel und vergoldeten Fileten an den Bünden. Der vordere Pergamentdeckel mit dem Titel in Gold und Blauprägung. In passender Halbleinenkassette mit goldgeprägtem Titel. – Der Bildband bietet Ansichten von Stätten der Weimarer Klassik, Innenansichten, Kunstwerke und Theateraufführungen, alle mit ausführlichen Erläuterungen. – Gesetzt nach der Typographie von Horst Erich Wolter aus Walbaum Schriften, gedruckt bei Offizin Andersen Nexö, Vorblatt mit einer sehr offiziellen Widmung von »Mitarbeitern im Staatsapparat«. – Makellos.

32,0 : 24,8 cm. 161, [3] Seiten.

Heidtmann 17799 (kennt erst eine Ausgabe von 1966)