ChristianHesse

Lot 851 – 900 | Hesse-Auktionen
Lot 851 – 900

  851    Einbände – Blindgeprägter Schweinslederband von E. A. Enders, Leipzig

€ 200

(signiert). – Inhalt: Felix Wolff. Ægypten und der Hafen der Ewigkeit. [Leipzig, Insel] 1914.

23. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 70 Exemplaren auf Old Stratford-Velin (Gesamtauflage 100). – Der Titel wurde in Gold gedruckt. – Die deutschen Texte wurden nach der englischen Übersetzung von Wallis-Budge übertragen. – Die ornamentale Blindprägung und das weiße Schweinsleder erinnern an Einbände von Enders’ Hamburger Kollegen Franz Weiße.

21,3 : 14,8 cm. 143, [5] Seiten. – Einband etwas nachgedunkelt und an den Gelenken etwas berieben. Deckel leicht verzogen.

Stürz 23. – Rodenberg 76. – Schauer II, 64. – Sarkowski 1929a

  852    Einbände – Cremefarbener Schweinslederband von Walter Gerlach

€ 500

mit ornamentaler Blindprägung, Buntpapiervorsätzen und -spiegeln sowie Schnittbemalung und -vergoldung. – Inhalt: Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift deutsch von Martin Luther. 1. Band [mehr nicht erschienen]. Berlin, Volksverband der Bücherfreunde, Wegweiser Verlag [1927]. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen, farbiger Titelbordüre und farbigen Initialen.

Meisterdruck für die Mitglieder des Volksverbandes der Bücherfreunde. – Es erschien lediglich dieser erste Band, der die Geschichtsbücher und die poetischen Bücher des Alten Testaments enthält. – Prachtausgabe der sogenannten »Cranach-Bibel«, der Text nach der Ausgabe von 1545, die Illustrationen von Lucas Cranach nach dem Pergamentexemplar der Ausgabe von 1541 aus dem Besitz der Staatsbibliothek Berlin. – Walter Gerlach schuf einen unikaten Einband, dessen Blindprägung etwas zurückhaltender und moderner wirkt als der Originalentwurf von Kurt Siebert. Die Schnittverzierung in Gold, Rot und Schwarz, mehrfarbig handumstochene Kapitale. – Sehr gut erhalten.

31,2 : 21,5 cm. 967, [1] Seiten. – Deckel minimal angestaubt.

MNE II, 405

853  Einbände – Ziegelroter Maroquinband von Walter Hacker, Leipzig,

€ 450

mit reicher floraler Vergoldung. – Inhalt: Goethe. Pandora. Ein Festspiel. Mit Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Zürich, Seldwyla 1923. Mit acht ganzseitigen Holzschnitten.

Fünfter Seldwyla-Druck. – Eins von 300 Exemplaren, im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gedruckt bei Jakob Hegner in Dresden-Hellerau auf Bütten. – Walter Hacker war in den 1920er Jahren Nachfolger von Carl Sonntag in dessen Werkstatt in der Leipziger Sternwartenstraße. In der Zeitschrift »Der Zwiebelfisch« schreibt er 1922: »Ich habe bei der früheren Firma Carl Sonntag jun. als alleinige Spezialität 3 1/2 Jahre nur Pergamentbände gearbeitet, und zwar schon im Jahre 1909; erst 1912 kam Fräulein Thiersch zu Herrn Sonntag, um sich im Bücherbinden weiter auszubilden; ich habe Fräulein Thiersch den Pergamentband gelehrt, bin dann im Jahre 1913 bei Fräulein Thiersch in Stellung gewesen, war danach ebenfalls in Bremen bei der Bremer Presse in der Binderei und habe dort als Alleiniger sämtliche Pergamentbände gearbeitet.« – Auch Leder »konnte« Hacker ganz offensichtlich: Der leuchtend rote Lederband erglänzt durch die breiten floralen Goldbordüren, die Innenkanten mit nur wenig schmaleren. Als Vorsatzpapier verwendete Hacker handmarmoriertes Kleisterpapier, der Kopfschnitt vergoldet, die Kapitale zweifarbig umstochen.

32,6 : 25,4 cm. 94, [6] Seiten.

Rodenberg 469,5

854  Einbände – Gelber Maroquinband von Holzhey und Sohn, Leipzig,

€ 400

mit farbig intarsierten und goldgeprägten Deckelbordüren. – Inhalt: Das Hohe Lied Salomos. Mit Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Berlin, Otto von Holten 1921. Mit elf Holzschnitten, einer davon blattgroß.

Zweites Buch des Verlages Otto von Holten in der von Marcus Behmer gezeichneten Schrift. – Eins von 350 Exemplaren, von denen 50 nicht für den Handel bestimmt waren (Gesamtauflage 380). – Auf Zandersbütten. – Schöner, dekorativer Handeinband, mit stilsicherem Zusammenspiel von farbigen Intarsien und Goldfileten. – Vorsatzblatt mit handschriftlicher Widmung der Familie Holzhey. – Dazu: Das Hohelied Salomos. Strassburg und Leipzig, Josef Singer, um 1920. Kalblederband mit Vergoldung. Eins von 150 Exemplaren. Auf festem Whatman-Papier. Einband mit kleinen Schabstellen.

28,5 : 19,5 cm. [6], 21, [9] Seiten. – Einband etwas unfrisch, hinteres Gelenk angeplatzt. – Vorsatzblatt mit Sammlerstempel. – Innen makellos.

Rodenberg 244, 2

855  Einbände – Dunkelbrauner Maroquinband von Paul Kersten, Berlin,

€ 1200

mit farbigen Lederapplikationen und reicher Vergoldung. – Inhalt: [Claude Henri de Fusée] de Voisenon. Romans et contes. Tome premier [et] second. London 1775. Mit zwei gestochenen Frontispizen.

Sehr origineller und fein gearbeiteter Einband des berühmten Buchbindemeisters Paul Kersten (1865–1943). Er zählt zu den wichtigsten und besten Buchbindern des frühen 20. Jahrhunderts. Als Lehrer der Buchbinderklasse an der Kunstgewerbeschule Berlin-Charlottenburg gab er sein Wissen und Können an später so namhaft gewordene Schüler wie Otto Dorfner weiter. Zusammen mit Carl Sonntag gründete er 1912 den Jakob-Krauße-Bund, eine Vereinigung der führenden Buchbinder der Zeit. Seine Streitlust, deren Opfer Kollegen, Sammler und Verleger vielfach wurden, führte 1923 zur Abspaltung einer neuen Vereinigung, den »Meistern der Einbandkunst«. – Beide Deckel mit Bordüren aus Punktlinien, Streicheisenfileten und Fleurons. Ebenso reich verzierte Kersten die Innenkanten, welche den bestickten Brokat umrahmen, der für Spiegel und Vorsatz verwendet wurde. Sechs Rückenfelder wurden mit Fileten gerahmt und mit Fleurons, Titeln und der Jahreszahl »1775« gefüllt. – Auf den Deckeln als farbige Lederintarsie je eine Vignette, die das berühmte Henne-Ei-Problem verbildlichen. – Die erotischen Erzählungen Voisenons erschienen erstmals 1767, der Nachdruck im Todesjahr. – Sehr gut erhalten.

13,3 : 9,5 cm. 238; 236 Seiten. – 2 Seiten mit leichtem Fleck, eine Blattecke restauriert.

856  Einbände – Pergamentband von Heinz Petersen, Düsseldorf, mit plastischem Rückentitel, vier durchgezogenen Bünden und Messingbeschlägen.

€ 600

– Inhalt: Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift […] nach der Übersetzung Martin Luthers. Kleinquart-Ausgabe. Stuttgart, Württembergische Bibelanstalt 1954.

Der Einband Petersen, verbindet Stilelemente des 16. und 20. Jahrhunderts. – Beide Deckel mit je vier »Schonerbeschlägen« aus Messing, deren jeweils zwei an den Seitenrändern zugleich für Schließen verwendet wurden. – Der Rückentitel wurde durch unterlegte Kartonausschnitte plastisch gestaltet. – Der Buchschnitt mit Graphit eingefärbt. – Mit dem Atelieraufkleber Petersens auf einer eingelegten Banderole. – In der gefütterten Originalleinenbox. – Das Buch tadellos, die Leinenbox minimal stockfleckig. – Heinz Petersen (1908–1991) absolvierte seine Ausbildung zum Buchbinder u. a. bei Richard Riemerschmidt an den Kölner Werkschulen und später in Leipzig, wo er an der Staatlichen Akademie u. a. Schüler von Ignatz Wiemeler war. Bereits 1932 gründete er seine Werkstatt und war zunächst in Köln, später in Düsseldorf tätig. Er unterrichtete an verschiedenen Einrichtungen des Rheinlands und zählt zu den Initiatoren des Deutschen Buchbindermuseums im Gutenberg-Museum Mainz.

27,5 : 19,8 cm. 1008, 130, 334, 77 Seiten, teils farbige Karten und Bilddtafeln.

857  Einbände – Gelber Ziegenlederband, monogrammiert »S«, mit zahlreichen farbigen Applikationen und vergoldeten Titeln.

€ 450

– Inhalt: [Johann Wolfgang von Goethe]. Das Römische Carneval. Weimar und Gotha, Ettlinger 1789. [Leipzig und Frankfurt, Insel 1965]. Mit 20 kolorierten Tafeln.

Die zweite Faksimileausgabe des Insel-Verlages. – Die Abbildungen wurden von Georg Schauer von Hand koloriert, die originalen Einbände fertigte Gerd Prade. – Für dieses Exemplar wurde ein unbeschnittener Buchblock verwendet (29 : 23 cm, die Schnittmarken noch sichtbar). – Der vorliegende Einband entstand möglicherweise an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, wir konnten das Monogramm »S« (hinterer Innendeckel, in Goldprägung) nicht entschlüsseln. – Beide Deckel mit 99 applizierten farbigen Lederpunkten und zahlreichen schwarz aufgemalten. Der Titel, in kleinen Versalien goldgeprägt. Türkisfarbene Vorsätze. In einem Halbleinenschuber mit gelben Kanten und türkisfarbenem Bezugspapier.

29,7 : 23,3 cm. 69, [3] Seiten, 20 Tafeln, 1 Beilageblatt (Editionsvermerk).

Sarkowski 605 A

858  Einbände – [Johann Wolfgang von] Goethe. Römische Elegien.

€ 300

Dachau, Einhorn Verlag 1923. Roter Saffianlederband mit vergoldeten Mäander-Bordüren auf den Deckeln, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten ebenfalls vergoldet (signiert: Frieda Thiersch).

Eins von 1000 Exemplaren, die Nummer in roter Tinte eingemalt. – Unikaler Einband der damals vor allem für die Bremer Presse in München tätigen Buchbinderin, auch Rodenberg erwähnt keine Vorzugsausgabe. – Auf Bütten. – Gedruckt bei Wilhelm Gerstung, gesetzt aus der neuen Antiqua von Rudolf Koch, von dem auch die Satzanordnung stammt. – Dazu: Elegien. Erotica Romana. Faksimile der Handschrift der »Römischen Elegien«. Herausgegeben von Max Hecker. Leipzig, Insel [1920]. Originalpappband und -broschur in -kassette. Eins von 165 Exemplaren (Gesamtauflage 240).

19,0 : 14,6 cm. [4], 27, [1] Seiten. – Der Einband an den Kanten leicht berieben.

Rodenberg 231. – Beigabe: Sarkowski 578

859  Einbände – Dunkelgrüner Maroquinband mit blindgeprägtem Filetenmuster, Titel und Kopfschnitt vergoldet.

€ 600

– Inhalt: Charles Dickens. Oliver Twist. Erzählung aus dem Englischen, vollständig übertragen von Mira Munkh. Berlin 1928. Mit Illustrationen von Gerhard Ulrich.

Möglicherweise Vorzugsexemplar, gedruckt auf besserem Papier, breitrandig und in einem exquisiten, wenn auch unsignierten Einband. Die Deckel mit breiter, kammlinienartiger Filetenprägung und vergoldeten Versalien. – Hellrosa Seidenvorsätze und Spiegel, diese mit doppelter vergoldeter Filete gerahmt. – Im Schuber mit Batikpapierbezug. – Tadelloses Exemplar.

25,5 : 18,5 cm. 512, [6] Seiten.

860  Einbände – Grüner Maroquinband mit Blindprägung und Metallapplikation auf dem Vorderdeckel.

€ 600

– Inhalt: Persönliche Glückwünsche. Herrn Willi Lehmann zum Abschluß seiner fünfundzwanzigjährigen Tätigkeit im Hause der Otto Elsner KG. Berlin 1934.

Unikales Exemplar. – Anlässlich des 25jährigen Berufsjubiläums erhielt der Kommanditist Willi Lehmann den opulenten Band mit Grußworten von etwa 140 Mitarbeitern der Firma, einige auch mit Zeichnungen. – Der Jubilar scheint bereits 1934 ein strammer Parteigenosse gewesen zu sein. Sein signiertes Porträtfoto am Anfang des Bandes zeigt ihn mit dem Parteiabzeichen der NSDAP, sein Gabentisch (Foto am Ende des Buches) wird von zwei Führer-Porträts gesäumt. – Die 1871 gegründete Druckerei und Verlagsbuchhandlung Otto Elsner zählte zu den Berliner Traditionsfirmen. Der prächtige Einband mit dem montierten Klischee des Verlagssignets entstand sicher in der hauseigenen oder einer angeschlossenen Binderei. – Einige Beilagen (Briefe des Inhabers, Zeitungsausschnitte, Glückwunschtelegramm, Liedtexte der Jubiläumsfeier).

33,0 : 25,0 cm. 150 Blätter. – Stehkanten minimal berieben. – Der Seidenbezug der Vorsatzblätter an den Kanten verschlissen.

  861    Einbände – Willy Baur. Vier zollerische Historien.

€ 300

Privatdruck der Firma Heinrich Maute, Bisingen/Hohenzollern. Bisingen 1953. Mit acht Illustrationen und vier figürlichen Initialen von Herbert Günterberg. Zweifarbiger Ecrasélederband mit reicher Vergoldung.

Unnummeriertes Exemplar, über die sicher nur kleine Auflage gedruckt und hier wohl unikal gebunden. – Auf Japanpapier gedruckt, die Vorsätze aus Pflanzenfaser-Papier. – Beide Deckel werden durch ein vergoldetes Filetenlineament verziert, der Vorderdeckel mit großem Mittelfeld aus grünem Leder und einem aus rotem Leder applizierten »M«. – Der Privatdruck erschien zum 65. Geburtstag des Inhabers der Textilfirma Reinhold Maute, am Ende faksimilierte Unterschriften der Angestellten. – Tadellos.

21,1 : 17,7 cm. 75, [5] Seiten.

862  Zehn Jahre Verlag Kurt Desch.

€ 400

Berichte 1945–1955. – Ein Almanach der Autoren des Verlages Kurt Desch. Wien, München und Basel 1955 und 1963. Mit zahlreichen Porträts und Illustrationen. Originalecrasélederbände mit reicher Blind- bzw. Goldprägung und Schnittvergoldung. Beide in Schuber mit Lederkanten.

Überaus luxuriös gebundene Exemplare der frühen Verlagsalmanache, so wohl nur in kleinster Auflage oder Einzelanfertigungen. – I. Auf Bütten. Rotes Leder, beide Deckel mit vielen kleinen Fleur-de-Lis, dem Signet des Verlages, in Blindprägung. Auch Rückentitel und einige Fileten wurden blindgeprägt. – II. Auf Dünndruckpapier. Blaues Leder, die Lilien in Goldprägung, ebenso das Verlagssignet »D« und der Rückentitel. – Aus den frühen Jahren des damals sehr erfolgreichen Verlages, der 1945 gegründet worden war. »Weil er sich geschickt, wenn auch nicht ganz zutreffend, als politisch Verfolgter darstellte« (Reinhard Wittmann 1991), gewann er durchaus progressive Autoren und erhielt großzügige Unterstützung seitens der alliierten Kontrollorgane. In den 1960er Jahren erschütterten Prozesse und Skandale den Verlag und seinen Gründer.

I: 18,5 : 12,0 cm. 392, [2] Seiten. Tadellos erhalten. – II: 20,3 : 13,0 cm. 851, [3] Seiten. Mit einem montierten Frontispiz. Rücken verfärbt.

  863    Einbände – Neun Werke über Einbandkunst.

€ 300

London, Paris, Berlin u. a. 1900–2004. Alle mit zahlreichen, teils farbigen, teils montierten Tafeln und Abbildungen. Meist Originaleinbände.

I. Modern Book-Plates [… and:] Modern Book-Bindings and their Designers. The Studio, Special Winter-Number 1899–1900. – II. Jean Loubier. Der Bucheinband in alter und neuer Zeit. Berlin und Leipzig [1905]. – III. Deutsche Pressen- und Bibliophile Reihendrucke. Sonderheft vom »Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik. Leipzig 1924. – IV. Festschrift Hübel & Denck. Leipzig 1925. – V. Catalogue de l’exposition la Reliure originale. Paris, Bibliotheque Nationale 1947. – VI. Julius Rodenberg. Otto Dorfner. 1955. –VII. Un demi-siecle de reliures d’art contemporain en France et dans le monde. Exposition.1984. – VIII. 400 Jahre Buchbinder-Innung. München 1996. Festschrift und Katalog in einem Band. Nummeriertes Vorzugsexemplar im Pergamenteinband. – IX. Handeinbände. Internationale Beispiele aus den Jahren 1970 bis 2000, vorgestellt von der Vereinigung »Meister der Einbandkunst«. Hamburg 2004.

  864    Einbände – Zwei Werkverzeichnisse zur französischen Buchbindekunst.

€ 400

Paris, Auguste Blaizot 1965, und Toulouse, Arts et forms 1984. Mit hunderten Tafeln.

I. Pierre Legrain Relieur. Répertoire desriptif et bibliographique de 1236 reliures. Introduction par Jacques Millot. Études sur l’œuvre et l’homme. Paris, Auguste Blaizot 1965. Mit 78 Tafeln, davon sechs farbig. Leinenband. Eins von 600 Exemplaren. Ausführliche Dokumentation des Schaffens des berühmten, jung verstorbenen Buchbinders Pierre-Émile Legrain (1889–1929). – Beschreibung der Einbände nach Verfasseralphabet. Auf Velin von BFK Rives. – II. Marcel Garrigou. Georges Cretté. Études par Harry Vinckenbosch. Toulouse, Arts et Forms 1984. Mit 204 teils farbigen Tafeln und einigen Textabbildungen. Lose Bogen in Originalumschlag in -schuber. Eins von 450 Exemplaren. Ausführliche Dokumentation des berühmten Buchbinders Cretté (1893–1969). Beschreibung von 679 Einbänden, geordnet nach Verfasseralphabet.

33,5 : 26,5 cm. XLVIII, 204, [2] Seiten, 78 Tafeln. – 35,0 : 25,5 cm. [8], 265, [6] Seiten, 204 Tafeln.

865  MK Neudold – König Ludwig von Bayern. Römische Distichen. Rom 1820.

€ 750

Handschrift auf Papier. Frankfurt am Main 1946. Roter Originalmaroquinband mit reicher Vergoldung (A. Rohrmann, Frankfurt).

Opus 503. – Auf Bütten. – In schwarzer Tinte kalligraphiert, eine kleine Vignette auf dem Vortitelblatt. – Der Editionsvermerk von MK Neudold signiert, mit Werknummer und seinem Stempel. – Der Band enthält 269 der insgesamt 369 Sinnsprüche, die Kronprinz Ludwig von Bayern 1820/21 in Rom verfasste. 1810 hatte er Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen geheiratet. Diese »Prinzenhochzeit« begründete die Tradition des Münchner Oktoberfests. Das Kronprinzenpaar bereiste häufig Italien, die Distichen erschienen 1829 in der zweibändigen Gedichtsammlung des mittlerweile zum König von Bayern gekrönten Ludwig I. – Großzügig kalligraphiert – jeder Zweizeiler auf einer Seite – und elegant gebunden. – Mit Japanpapierumschlag und in der Originalkassette.

15,3 : 24,0 cm. [280] Seiten.

866  MK Neudold – Friedrich Hölderlin. Der Tod des Empedokles.

€ 600

Handschrift auf Papier. Mit einer Tuschzeichnung als Titelvignette. Frankfurt am Main 1947. Schwarzer Originalsaffianlederband. Rückentitel und -zierstücke, Deckelvignette und -kantenfileten vergoldet (A. Rohrmann, Frankfurt).

Opus 669. – Auf weißem Fabriano-Bütten. – Schöne, sehr elegante Handschrift in schwarzer Tinte, das Personenverzeichnis in Rot. – Am Ende mit dem signierten und gestempelten Editionsverrmerk. – Der Einband mit Schutzpapierumschlag und in Halbleinenkassette. – Tadellos erhalten.

22,8 : 15,2 cm. 176 (paginiert 186), [8] Seiten.

867  MK Neudold – Charles Baudelaire. Kleine Gedichte in Prosa.

€ 450

Übertragen von Erik-Ernst Schwabach. Handschrift auf Papier. Mit acht ganzseitigen Tuschzeichnungen. Frankfurt 1947. Schwarzer Saffianlederband mit montierter Tuschzeichnung als Deckelvignette.

MK Neudold opus 681. – Auf Fabriano-Bütten, in schwarzer Tusche. – Die Illustrationen entstanden nach Vorlagen Baudelaires. – Am Ende der Editionsvermerk Neudolds, von ihm signiert, gestempelt und mit der Werknummer versehen.

22,7 : 15,2 cm. 91, [5] Seiten. – Rücken minimal berieben.

868  MK Neudold – Albrecht Dürer. Von der Molerei.

€ 400

Salus 1512. Handschrift auf Papier. Mit einer Tuschzeichnung als Frontispiz. Frankfurt am Main [1947]. Originalpappband mit getuschtem Deckelmonogramm. Im Schuber.

Opus 708. – Kalligraphie in schwarzer Tusche, die Eingangsinitiale in Rot. – Auf Bütten. – Der Editionsvermerk signiert, mit der Werknummer bezeichnet und mit dem Stempel der »Offizina MK. Neudold«. – Als Frontispiz ein Dürer-Selbstporträt.

25,0 : 16,3 cm. [16] Seiten. – Rücken leicht gebräunt.

869  MK Neudold – Johann Wolfgang Goethe. Urfaust.

€ 750

Handschrift auf Papier. Mit einer aquarellierten Tuschzeichnung als Titelvignette. Frankfurt am Main 1949. Mit sieben Farbtafeln nach Aquarellen von Karel Svolinsky. Schwarzer Originalpappband mit Deckweißzeichnung auf dem Vorderdeckel.

Opus 775. – Großformatiges Ausgabe. – Der Editionsvermerk gestempelt, signiert und mit der Werknummer. – Der Text in Schwarz und Rot kalligraphiert. Als Illustrationen verwendete Neudold die sieben Bilder des tschechischen Graphikers Svolinsky, die 1948 in einer Faust-Ausgabe der Bauerschen Gießerei erschienen waren. Die gedruckten Tafeln wurden in die Handschrift eingebunden. Eine Tafel diente dem Kalligraphen als Vorlage für Titel- und Einbandzeichnung.

30,7 : 22,7 cm. 106, [4] Seiten, die Tafeln in die Paginierung einbezogen.

870  MK Neudold – Johann Wolfgang Goethe. Römische Elegien.

€ 500

Erotica romana. Handschrift auf Papier. Mit einer blattgroßen Tuschzeichnung und 20 weiteren im Text. Frankfurt am Main 1949. Originalhalblederband, Rückentitel vergoldet, Deckel mit Titelschild (H. Schuh, Frankfurt).

Ohne Werknummer. – Auf gelblichem Bütten. – Der Editionsvermerk signiert, datiert und mit Neudolds Monogrammstempel. – Der opulent kalligraphierte Titel mit einer farbig lavierten Vignette, gefolgt von einem ganzseitigen Aquarell. Als Vorlage und Inspiration für alle Illustrationen der Neudoldschen Handschrift dienten Zeichnungen des schwedischen Künstlers Yngve Berg (1887–1963), die 1938 in einer Ausgabe der »Römischen Elegien« der Bauerschen Gießerei Frankfurt gedruckt worden waren.

38,8 : 27,6 cm. [64] Seiten.

871  MK Neudold – Omar Chajjam. Sinnsprüche.

€ 900

Handschrift auf Papier. Mit acht ganzseitigen farbigen und goldgehöhten Miniaturen. Frankfurt am Main 1954/1955. Bemalter Originalpergamentband (Kurt Hagen, Frankfurt).

Opus 780. – Auf festem Velin. – Der signierte Editionsvermerk lautet: »Die Sinnsprüche Omar Chajjam wurden nach den ältesten Handschriften aus dem Persischen verdeutscht von Chr. H. Rempis. Die Abbildungen nach alten Vorlagen gezeichnet und geschrieben von MK Neudold 1954/55«. – In schwarzer Tinte kalligraphiert, Anfangs ein persischer Titel. Auch die Bildtitel der Miniaturen in persischer Sprache. – Sehr aufwendige Handschrift. Beide Deckel des Pergamenteinbandes wurden mit einer Miniatur und breiten Bordüren bemalt. – Mit Schutzpapierumschlag. Tadellos erhalten.

25,7 : 16,5 cm. [104] Seiten.

872  MK Neudold – Oscar Wilde. Die Ballade vom Zuchthaus zu Reading.

€ 400

Handschrift auf Papier. Mit einer aquarellierten Tuschzeichnung. Frankfurt am Main 1953. Originalpappband mit einer Tuschzeichnung auf dem Vorderdeckel.

In der Übertragung von Albrecht Schaeffer. – Editionsvermerk signiert. – Außer der großen Porträtzeichnung, die auf dem Einband und als Frontispiz verwendet wird, verzierte Neudold noch die Eingangsinitiale, diese mit roter Tusche.

23,5 : 16,0 cm. 46, [6] Seiten.

873  MK Neudold – Johannes von Saaz. Der Ackermann und der Tod.

€ 600

Handschrift auf Papier. Mit einem Aquarell. Frankfurt am Main 1957. Halbpergamentband mit kalligraphiertem Rückentitel.

Auf Hahnemühle-Bütten. – Mit brauner Tinte im Stil einer mittelalterlichen Handschrift kalligraphiert. Titel, Paginierung, Initialen und Rubrizierung in Rot. – Das Titelbild zeichnete Neudold nach einer alten Vorlage aus dem 15. Jahrhundert, der Entstehungszeit des Textes. – Am Ende vom Kalligraphen signiert und datiert.

25,8 : 16,3 cm. 120, [8] Seiten.

874  Hommage à Hans Arp.

€ 1800

St. Gallen, Galerie im Erker 1966. Mit 14 signierten Originalgraphiken, diese lose in Originalhalbleinenmappe, mit der illustrierten Originalbroschur im Schuber.

Erschienen zur Ausstellung »Hans Arp«, die vom 5. November 1966 bis 31. Januar 1967, also wenige Monate nach dem Tod des Künstlers, in der Erker-Galerie gezeigt wurde. – Eins von 100 Exemplaren der Sonderausgabe mit den signierten Graphiken, meist Farblithographien, von 14 »Freunden des Künstlers«, nämlich Max Bill (Stanzung), Camille Bryen (Radierung), Piero Dorazio, Hans Hartung, Bernhard Heiliger, Marcel Janco, Asger Jorn, Alberto Magnelli, Robert Motherwell, Giuseppe Santomaso, Michel Seuphor (Linolschnitt), Antoni Tàpies, Fritz Wotruba und Ossip Zadkine. – Makelloses Exemplar mit der selten vollständigen, da häufig »vereinzelten« Suite.

22,8 : 17,5 cm (Katalog und ebenso die Graphiken).

  875    Georges Badin – Serge Mestre. Naissance d’un paysage.

€ 300

Interventions originales de Georges Badin. [Béthune], Collection Ecbolade [um 1978]. Mit zwei Originalgouachen. Lose Bogen in Originalumschlag.

Collection Ecbolade 16. – Eins von 80 Exemplaren (Gesamtauflage 95) mit den beiden Gouachen von Badin, beide mit Collage. – In Schwarz und Blau gedruckt. – Der französische Schriftsteller Georges Badin (1927–2014) hatte sich in den 1970er Jahren der Malerei zugewandt. Er lebte und arbeitete in seiner Heimatstadt Ceret. Serge Mestre, geboren 1952, war seit Anfang der 1970er Jahre literarisch tätig.

33,5 : 23,7 cm. [9] Doppelblätter. – Umschlag mit kleinen Druckstellen.

876  Aubrey Beardsley – Aristophanes. Lysistrata.

€ 600

In deutscher Übertragung. Mit den acht Illustrationen des Aubrey Beardsley. Privatdruck [Wiener Verlag Fritz Freund] 1905. Mit acht Tafeln nach den Zeichnungen von Aubrey Beardsley. Schwarzer Samteinband der Zeit.

Eins von 400 Exemplaren. – Die Tafeln auf Japan und auf graue Kartonblätter montiert, der Text auf Pannekoek-Bütten. – »Originalausgabe in 4° von bekannter Seltenheit! […] Von d[ies]er echten Wiener Lysistrata-Ausgabe sind Exemplare kaum aufzutreiben« (Stern-Szana). – Hayn/Gotendorf bemerkt zu dieser ersten im deutschen Sprachraum erschienenen Ausgabe: »Die starke Erotik der Abbildungen übertrifft noch die Komödie an zügelloser Derbheit.« – Makellos schönes Exemplar in einem vornehm-rätselhaften Handeinband: Schwarzer Samt mit aufgestickten weiß-roten Kreisen, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet, schwarze Wildseidenvorsätze.

30,4 : 24,0 cm. [64] Seiten, die letzten beiden leer, 8 Tafeln (H./G. und Stern-Szana verwechseln Seiten und Blätter).

Hayn/Gotendorf IX, 23. – Stern-Szana 236. – Lasner 107 A

877  Ulrich Becher. Männer machen Fehler.

€ 200

Berlin, Rowohlt 1932. Illustrierter Originalleinenband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe von Bechers Erstling. – Titelbaltt mit eigenhändiger Widmung »für die Aufspürung seines 1933 verbrannten Erstlings kopfherzlich dankend«. – Die Umschlagillustration »mit bissigem George-Grosz-Stil« (Jügen Holstein) stammt von Verfasser. Ulrich Becher (1910–1990) wurde nach seinem Abitur Meisterschüler von George Grosz. Mit seinem Erstling stand er als jüngster Autor auf der »Liste auszusondernder Literatur«. – Fünf Beigaben, u. a. Bechers Grosz-Rede zur Ausstellungseröffnung in der Akademie der Künster Berlin 1962 mit Widmung, dem entsprechenden Katalog und »Die Ballade von Franz Patenkindt« (Universitas 1979).

19,1 : 11,5 cm. 247, [5] Seiten. – Hinterdeckel leicht fleckig, Rücken minimal gebräunt.

Holstein, Blickfang 440

  878    Marcus Behmer – Homer. Ilias.

€ 250

Deutsch von J[ohann] H[einrich] Voss. Mit Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Berlin, Askanischer Verlag 1923. Mit Titelholzschnitt und 46 Textholzschnitten. Originalschweinslederband mit Rückenvergoldung und -blindprägung. Deckelvignetten und Kopfschnitt vergoldet.

Fünftes Buch der »Behmer-Drucke« bei Otto von Holten. – Eins von 100 römisch nummerierten Vorzugsexemplaren, bei denen der Druckvermerk von Marcus Behmer, der Titelholzschnitt vom Künstler signiert wurde. – Auf starkem Zanders-Bütten. – In den Jahren 1920–1924 wurden bei Otto von Holten sechs Bücher unter Verwendung der von Marcus Behmer gezeichneten und bei Klingspor geschnittenen Antiqua gedruckt. Die Vignette auf dem Hinterdeckel mit einer für Behmer typischen »Anagramm-Vignette« der Initialen »LvH«, »AV«, »MB« und »OvH«. – Innen sehr gut erhalten.

30,5 : 24,0 cm. 420, [8] Seiten. – Deckel stockfleckig, Rücken aufgehellt und unten mit kleinem Einriss. – Vorsätze etwas fleckig.

Schauer II, 43. – Rodenberg 244, 5

879  Gottfried Benn. Morgue

€ 2500

und andere Gedichte. Berlin, A. R. Meyer [1912]. Fadengeheftete Originalbroschur.

Erste Ausgabe der literarischen Erstveröffentlichung des Dichters. – Lyrische Flugblätter 21. – Eins von 500 Exemplaren auf Hadernbütten (Gesamtauflage 505). – Der Verleger der »Lyrischen Flugblätter«, Alfred Richard Meyer, erinnerte sich: »Wohl nie in Deutschland hat die Presse in so expressiver, explodierender Weise auf Lyrik reagiert wie damals bei Benn. Sogleich katalogisierte ihn Richard M. Meyer in seiner Literaturgeschichte als den ›Höllenbreughel‹. Die Hamburger Abendzeitung zeterte los: ›Pfui Teufel! Welch eine zügellose, von jeglicher Herrschaft geistiger Sauberkeit bare Phantasie entblößt sich da, welche abstoßende Lust am abgründig Häßlichen […]‹ […] Wie zog sich die Berliner ›Post‹ aus der stotternden Verlegenheit? ›Endlich hat sich der Poet gefunden, der unsere Zukunft heraushebt aus der Nichtigkeit und uns wieder hohe Ziele weist. Goethe muß nun seinen Platz verlassen auf dem Olymp; ein anderer wird ihn einnehmen, und dieser andere heißt Gottfried Benn […]‹« (aus: Die Maer von der Musa Expressionistica, Düsseldorf 1948, S. 15).

18,4 : 14,2 cm. [16] Seiten, einschließlich des »Titelumschlags«. – Rückenfalz fachmännisch und unauffällig restauriert, Vorderdeckel mit winzigem Eckverlust oben am Falz.

Lohner/Zenner 1.1. – Raabe/Hannich-Bode 24.2. – Raabe, Zeitschriften 144.21. – Josch D 4.1

880  Gottfried Benn. Der Ptolemäer.

€ 450

Typoskriptdurchschlag mit eigenhändiger Ergänzung. [Berlin, ca. Oktober 1948]. Eine A4-Seite.

Maschinenschriftlicher Titelblattentwurf zu dem im Februar 1949 erschienenen Buch. – Den unterstrichenen Haupttitel ergänzte Gottfried Benn eigenhändig um den Untertitel »Berliner Novelle 1947«. – Die geplanten Untertitel »Lotosland«, »Der Glasbläser« und auch »Der Ptolemäer« wurden gestrichen, das Buch enthielt schlussendlich »Weinhaus Wolf«, »Roman des Phänotyp« und »Der Ptolemäer«. Auf der unteren Blatthälfte handschriftliche Anweisungen zum Satz, wohl von dem Verleger Max Niedermayer.

Gefaltet, Heftlöcher.

Vgl. Lohner/Zenner 2.85

881  Gottfried Benn. Roman des Phänotyp. Landsberger Fragment, 1944. Inhalt.

€ 600

Typoskriptdurchschlag mit eigenhändigen Korrekturen, Paraphe »G.B.« und Stempel. Berlin [ca. Oktober 1948]. Eine A4-Seite.

Der maschinengeschriebene Entwurf des Inhaltsverzeichnisses. Gottfried Benn korrigierte drei Tippfehler und nummerierte die Inhaltsangabe von 1 bis 18. – Alle Korrekturen bestätigte er durch seine Paraphe und versah das Blatt unten rechts mit seinem Berliner Stempel »Dr. G. Benn | Arzt | Berlin-Schöneberg | Bozener Straße 20«. – Das Buch »Der Ptolemäer«, das »Roman des Phänotyp« enthielt, erschien im Februar 1949 im Limes Verlag.

Mit Faltspuren und Heftlöchern.

882  Gottfried Benn. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift.

€ 750

Berlin, 15. VI. 1952. Zwei Seiten.

An Helmut Wiemken, Göttingen. – Gottfried Benn bedankt sich für eine Aufführung von »Die Stimme hinter dem Vorhang«. Er habe in seiner Stammkneipe in einer Zeitung »die grosse gute Besprechnung Ihrer Aufführung« gelesen. »Ich war entzückt u. ich spreche Ihnen hiermit meinen Dank und meine Bewunderung aus, dies so fragwürdige Stück aufgeführt zu haben. Es muss ja äusserst interessant gewesen sein zu sehen, was Ihre Regie daraus gemacht hat.« – Aus dem beiliegenden Schreiben Wiemkens an den Benn-Verleger Niedermayer geht hervor, dass es sich um eine Uraufführung der szenischen Fassung im »Göttinger Studio« am 2. Juni 1952 handelte. – Der Brief auf einer Briefkarte (11 : 9 cm) mit gedrucktem Briefkopf Benns. Mit eigenhändige adressiertem Umschlag.

883  Gottfried Benn. Eigenhändiger Neujahrsgruß mit Unterschrift.

€ 500

[Berlin], Dezember 1955.

Angesichts der schlimmen Schmerzen, die Gottfried Benn in den letzten Monaten seines Lebens erleiden musste – er starb am 7. Juli 1956 an Knochenkrebs – rührt sein Gruß »Gesundheit Ihnen beiden und unveränderte Lebensfreude!« den Leser besonders an. Die ungenannten Empfänger grüßte Benn auf einer gedruckten Klappkarte auch im Namen seiner zweiten Ehefrau Ilse. – Dazu: Drei Erstausgaben, alle im Limes Verlag Wiesbaden, alle in Originalbroschur: I. Fragmente. Neue Gedichte. 1951. – II. Probleme der Lyrik. Vortrag. 1951. – III. Aprèslude. 1955. – Der Verleger Max Niedermayer, der den Limes Verlag 1945 gegründet hatte, verlegte die ersten Nachkriegsausgaben Gottfried Benns in Deutschland.

Die Broschurumschläge mit leichten Alterungsspuren.

Lohner/Zenner 1.98, 2.110 und 1.129. – Raabe/Hannich-Bode 24.33, 34 und 41

884  Gottfried Benn – Ilse Benn, dritte Ehefrau Gottfried Benns. Drei eigenhändige Briefe und fünf eigenhändige Brief- und Ansichtskarten, alle mit Unterschrift.

€ 600

Berlin, 18. VI. 1957, Wolfschlugen, 24. I. 1978 und 30. I. 1985 sowie verschiedene Orte.

Ilse Benn (1913–1995) war Zahnärztin und seit 1946 die dritte Ehefrau des Schriftstellers. – Alle an Marguerite Schlüter, Lektorin und spätere Inhaberin des Limes-Verlags, der nach Kriegsende zum Hausverlag Gottfried Benns wurde. – »Marguerite Schlüter war wahrlich das, was man eine ›femme des lettres‹ nennt – nicht nur eine hervorragende Lektorin Benns, sondern auch ein literarisches ›Trüffelschwein‹ […], eine streitbare Kämpferin für die Wahrung von Urheberrechten, und eine vielsprachige, hervorragende Übersetzerin aus dem Englischen, Französischen und Italienischen« (Carsten Pfeiffer, buchmarkt.de, 20. Mai 2018). – Alle Briefe behandeln die Werk- und Brief-Editionen von Gottfried Benn. »Danke für die letzten Umbruch-Seiten, die heute kamen. […] Sagen Sie bloß Niedermayer noch einmal, dass er sich im Urlaub Ruhe u. Muße gönnen soll. Gut für sein Manager-Herz. […]«. – 1978 schreibt Ilse Benn über die Aufführungen von Benn/Hindemiths Oratorium »Das Unaufhörliche«, 1985 über die Herausgabe des Briefwechsels zwischen Gottfried Benn und Tilly Wedekind »Bin allmählich gespannt auf diesen Band.« – Die Ansichtskarten meist in Berlin abgeschickt, mit kurzen Grüßen und Nachrichten, z. B. »der Raddatz-Artikel Arno Schmidt – Jan Reemtsma. Das ist ein Jahrhundert-Ereignis in der Literatur«. – Beilage: Typoskriptdurchschlag »Gottfried Benn – Bibliographie«. Ca. 1958. Vier Seiten mit eigenhändigen Ergänzungen von Ilse Benn.

  885    Gottfried Benn – Alexander Lernet-Holenia. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift.

€ 180

Wien, 6. Januar 1957.

An den Limes Verlag in Wiesbaden. – Der Dichter teilt auf Anfrage des Verlegers Max Niedermayer (im Hinblick auf die Gottfried Benn-Briefausgabe) mit, dass er »trotz sorgfältigen Suchens, keinen Brief von Gottfried Benn mehr finden konnte. Er hat mir nicht viele Briefe geschrieben; nur Gott weiß, wohin die wenigen Stücke, infolge von all den Besetzungen, Eroberungen, Verlagerungen an anderem dergleichen von uns erlebten Unsinn mehr, geraten sein mögen«. – Im Literaturarchiv Marbach finden sich die Briefe Lernet-Holenias an Gottfried Benn, nicht aber die schon 1957 vermissten Briefe von Benn an ihn. – Dazu: Monologische Kunst – ? Ein Briefwechsel zwischen Alexander Lernet-Holenia und Gottfried Benn. Im Anhang: Nietzsche nach 50 Jahren. Wiesbaden, Limes 1953. Originalbroschur. Erste Buchausgabe. Aus dem Besitz des Barlach-Bibliographen Friedrich Schult.

Heftlöcher.

Lohner/Zenner 2.130. – Raabe/Hannich-Bode 24.39

  886    Gottfried Benn – Briefe von drei engen Freuden des Dichters, fünf eigenhändig, alle mit Unterschrift.

€ 600

1956–1958 und 1983. Zusammen zwölf Seiten.

I. Frank Maraun (1903–1981, Literatur- und Filmkritiker). Vier maschinengeschriebene Briefe mit Unterschrift. Stuttgart-Zuffenhausen, 9. XII. 1956 bis 20. VII. 1958. – Alle an den Limes-Verleger Max Niedermayer, bezüglich einer Auswahl aus Gottfried Benns Briefen. Meint, »… daß der Brief vom 11. Mai 1936 an mich wegen seiner Dramatik, seiner streithaften Polemik und seiner Sorge um das deutsche Geisteserbe in dieser Sammlung gute Figur machen würde«. Erteilt Auskünfte und erinnert daran, dass er im Bombenkrieg alle Korrespondenzen verloren habe, die »ich nicht zufällig im Keller hatte«. – II. Erich Pfeiffer-Belli (1901–1989, Schriftsteller und Journalist). Vier eigenhändige Briefe. München, 4. I bis 9. V. 1957. Fünf Seiten. – Alle an Max Niedermayer zu dessen Briefedition: »Ich habe einen sehr eigenartigen Brief Benns aus dem Jahre 1936 […] darüber hinaus Briefe und Karten aus den 40er Jahren«. – Mit Niedermayers Gegenbriefen (Typoskriptdurchschläge). – III. Carl Werckshagen (1903–2001, Dramaturg, Schriftsteller und Kritiker, bedeutender Freund und Sammler Benns). Eigenhändiger Brief. Bothel/Rothenburg, 15. VI. 1983. An die Lektorin Marguerite Schlüter, mit Abschrift einer »handschriftlichen Gedichtaufzeichnung« und einer Fotokopie eines Briefes von Ilse Benn an ihn. Berichtet, dass ein privater Sammler für seine Benn-Sammlung, die er dem DLA Marbach anvertraute, 20.000 DM geboten habe. »Ein bekanntes Berliner Auktionshaus hat mir sogar einen noch höheren Versteigerungserlös in Aussicht gestellt […]«. Werckshagen und Benn hatten sich bereits 1924 kennengelernt, nachdem Werckshagen einen Artikel über Benns »Gesammelte Werke« in der Vossischen Zeitung veröffentlicht hatte.

  887    Gottfried Benn – 31 Briefe verschiedener Absender an Max Niedermayer bzw. Marguerite Schlüter.

€ 450

Meist 1956–1957..

Nach der Briefausgabe 1957 hatte der Limes Verlag zur Einsendung von weiteren Briefen für eine Neuausgabe gebeten. Fast alle Schreiben beziehen sich auf Briefveröffentlichungen, das Schicksal der Originalbriefe, Verhinderungsgründe und Vorbehalte. – Inhalt: Kadidja Wedekind (1911–1994, Schriftstellerin, Tochter von Frank und Tilly Wedekind). Drei eigenhändige Briefe 1985–1993. Zur Bekanntschaft zwischen Gottfried Benn und ihren Eltern. – Oskar Jancke (Schriftsteller, 1898–1957). Brief mit Unterschrift. – Clemens von Podewils (Schriftsteller, 1905–1978). Drei Briefe mit Unterschrift, einer mit eigenhändigem Zusatz. Der Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste sieht »aber die Schwierigkeit, die einer Veröffentlichungen im Wege steht«, da die Briefe vertrauliche Fragen berühren. – Gertrud Hindemith (Ehefrau und Nachlassverwalterin von Paul Hindemith, 1900–1967). Beschwert sich über die Veröffentlichung eines Briefes, der sie ausdrücklich widersprochen habe. – Ewald Wasmuth (Philosoph, 1890–1963). Drei Briefe mit Unterschrift. Über sehr persönliche Briefe, einer zum Selbstmord von Benns Freundin Lilli scheine verloren gegangen. – Jürgen Eggebrecht (1898–1982, Schriftsteller). Zwei Postkarten und ein eigenhändiger Brief. – Weitere Briefe von Wolfgang Wilhelm, Frieda, Ulrich Riemerschmid, Bruno Erich Werner (seit 1952 Kulturattaché in Washington): »zum Teil recht ins Prinzipielle gehende Handschreiben sind mir leider durch Krieg + Nachkrieg in Berlin verloren gegangen«, Karl von Finckenstein (enger Freund der Familie), Lutz Weltmann, Werner Damköhler, Maria Proelss, Friedrich Siems, Sven Kluwe, Hilde Körber und Thomas Harlan-Körber (Ehefrau und Sohn des Regisseurs Veit Harlan).

  888    Gottfried Benn – 28 Briefe an Max Niedermayer bzw. Marguerite Schlüter.

€ 450

Meist 1956–1957. Meist maschinengeschrieben, alle mit Unterschrift.

Alle Briefe ähnlichen Inhalts, teils mit Gegenbriefen als Entwurf. – Egon Vietta (Schriftsteller, 1903–1959). Eigenhändiger Brief und zwei Postkarten. Über die Positionierung Benns »gegen die Nazis … Wichtig für die alten Angriffe gegen Benn ] […] Positive Reaktionen auf meine Einwendungen gegen den Biologismus und Rassenlehre Hitlers«. – Armin Mohler (Ernst Jüngers Sekretär, 1920–2003). Sechs Schreiben zum Verhältnis zwischen Jünger und Benn. – Pamela Wedekind (Schauspielerin, 1906–1986). Stimmt einer Sichtung der Familienbriefe zu. – Walter Höllerer (Literaturwissenschaftler, 1922–2003). Habe von Ernst Jünger erfahren, dass eine Neuausgabe geplant sei. – Heinz Ullstein (Verleger, 1893–1973). – Karl Schwedhelm (Journalist). Übersendet Abschriften von Benn-Briefen. – Weitere Briefschreiber: Frank Benseler, Wigbert Holle, Johannes Weil, Wilhelm Adams, Hans-Jürgen Blenskens, Hannah Peter-Reeck, Richard Gabel, Richard Gabel, Wilhelm Allgayer, Fritz Martini, Ilse Curtius. – Beigaben: Porträtfotografie.– Magnettonband. Karton beschriftet: »Gottfried Benn liest Gedichte. Mono 38 cm. || Ein Wort, ein Satz | Was bedeuten diese Zwänge […].

  889    Max Peiffer Watenpuhl. Vier eigenhändige Briefe, zwei mit Unterschrift, zwei mit Paraphe »M. P. W.«

€ 400

Salzburg, 7. IX. 1968, und Rom, Februar 1971. Zusammen sieben Seiten.

Alle an die Benn-Lektorin Marguerite Schlüter, zunächst zum Tod von Max Niedermayer, dessen Limes-Verlag sie dann weiterführte: »Betrübt hat mich nur, dass Sie nicht über den Verlust von M. N. hinauskommen. Denken Sie immer, dass er bei Ihnen ist, auch wenn er abwesend ist.« – Der Künstler berichtet von seiner Arbeit an den Venedig-Mappen für Gotthard de Beauclair (»Es ist viel, aber schöne Arbeit«) und ein Aquarell, das für sie reserviert sei. – Aus Rom schreibt er über verlorene Post, seine Erkrankung (»Maschine kann ich nicht mehr schreiben, sehr miserabel mit der Hand«), dankt für eine nun angekommene Sendung und berichtet über eine Künstlerfreundschaft: »Mit Schwitters war ich sehr befreundet. Er war ein Original, sehr komisch und zog immer mit einem Rucksack voller Bilder herum. Dann zitierte er Anna Blume – Du tropfes Tier, ick liebe Dir […]«. – Zwei adressierte Kuverts. – Beilage: Entwurf eines Antwortbriefes von Marguerite Schlüter an Peiffer Watenpuhl.

  890    Heinrich Böll. Das Vermächtnis.

€ 250

Kurzroman. Mit einer Porträt-Lithographie von Celestino Piatti und einem Nachwort von Heinz Friedrich. München, Deutscher Taschenbuchverlag 1981. Mit einer signierten Lithographie in eingebundenem Passepartoutblatt. Originalpappband mit Deckel- und Rückenschild. Im Schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 400). – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Der bis dahin unveröffentlichte Kurzroman von Böll erschien anlässlich des 20. Jubiläums der Reihe »dtv-Taschenbücher« in bibliophiler Ausstattung und Großformat.

42,7 : 33,2 cm. 55, [5] Seiten, 1 Lithographie.

891  Hermann von Boetticher. »Tomasio!«

€ 500

Novelle. Mit fünfzehn Zeichnungen von Otto Schoff. Berlin, S. Fischer 1926. Ohne Illustrationen. Privater Lederband, Blockbuch mit Durchstichheftung.

Aufgebundene Korrekturbögen, der zweite und dritte Bogen mit Datumsstempel »22. März 1926«. Entgegen der Angabe auf dem Titelblatt noch ohne Illustrationen. Gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Unikum, geplant war lt. Druckvermerk eine Startauflage von 3000 Exemplaren, jedoch dürften nur wenige Korrekturabzüge gedruckt worden sein. Kein Exemplar in KVK, im Verlagsarchiv oder im Boetticher-Nachlass der USB Göttingen. – Dazu: Hermann von Boetticher. Das Bild. Novelle. Berlin, S. Fischer 1924. Halbleinenband. Erste Ausgabe. – Noch im Dezember 1924 hatte sich Klabund begeistert über den Vorabdruck »Tomasio« in »Der Neue Merkur« geäußert. Diese von Fischer geplante Fortsetzung des ersten Novellenbandes »Das Bild«, Boettichers letzter Buchpublikation, ist nicht mehr erschienen. 1925 wurde der Verfasser erstmals wegen Schizophrenie behandelt. 1930 erkrankte Boetticher erneut und wurde für Jahre in eine Heilanstalt in Hildesheim aufgenommen. 1934 erzielte Gustav Gründgens mit der Inszenierung »Der König« nach Boettichers Theaterstück »Friedrich der Große« beachtliche Erfolge. Der Dichter jedoch wurde ein Opfer der nationalsozialistischen »Rassenhygiene«. Nach jahrelanger Verwahrung in einer geschlossenen Anstalt wurde er 1941 vermutlich in der NS-»Tötungsanstalt« Pirna-Sonnenstein ermordet.

21,2 : 13,5 cm. 59, [5] Seiten. – 22,6 : 14,8 cm. 84, [4] Seiten.

892  Wolfgang Borchert. Die Hundeblume.

€ 450

Erzählungen aus unseren Tagen. Hamburg, Hamburgische Bücherei 1947. Illustrierte Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe der ersten Prosaveröffentlichung Borcherts. – Auf dem Vortitel signiert und datiert »August 1947«. – Wolfgang Borchert (1921–1947) traf wenige Tage nach Kriegsende in seiner Heimatstadt Hamburg ein. Von den Strapazen des Krieges und der Flucht – Borchert hatte 600 km zu Fuß zurückgelegt – gesundheitlich stark angegriffen, schrieb er 1946 die vorliegenden Prosastücke sowie wenige Gedichte und das Drama »Draußen vor der Tür«. Im September 1947 reiste Borchert nach Basel und erhoffte dort bessere medizinische Behandlung, verstarb jedoch am 20. November. – Eines der ganz seltenen von Borchert signierten Bücher.

17,8 : 11,2 cm. 132 Seiten. – Der Broschurumschlag minimal geknittert.

Burgess 4

893  Rolf Dieter Brinkmann. Standphotos.

€ 1200

Vier zweiteilige Farbätzungen von Karolus Lodenkämper. Duisburg, Guido Hildebrandt 1969. Mit vier signierten, jeweils zweiteiligen Farbätzungen. Originalbroschur mit weißem Folienumschlag, im Originalschuber.

Hundertdruck VI. – Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Dichter signiert und nummeriert, jede der vier, jeweils in zwei Farbstellungen gedruckten, Farbätzungen wurde vom Künstler signiert. – »Vollends ästhetizistisch geriet ›Standphotos‹, großformatig und gefertigt aus transparenter PVC-Folie. Die Texte verschwimmen mit den Radierungen von Karolus Lodenkämper abgestuft ineinander. Dermaßen geschmackvoll verpackt wird Lyrik wieder zu einer esoterischen Angelegenheit. Um so überraschender, daß einige der hier enthaltenen Gedichte zu den freundlichsten und entspanntesten gehören« (Otto F. Riewoldt in KLG). – Die acht Farbätzungen und die 13 Textseiten wurden auf transparente Folien gedruckt. – Eine der seltensten Brinkmann-Editionen und einer der gesuchtesten Hundertdrucke.

40 : 27 cm. 13 Textfolien, 8 mit Radierungen. – Der Schuber etwas lädiert, sonst tadellos.

Seinsoth 16. – Geduldig/Wehebrink 128. – Spindler 157.6

894  Paul Celan. Der Sand aus den Urnen.

€ 6000

Gedichte mit 2 Originallithographien von Edgar Jené. Wien, A. Sexl 1948. Mit zwei Lithographien. Halbleinenband mit Papierbezügen, Vorderdeckel mit rotgeprägtem Titel.

Erste Ausgabe von Celans erster Buchveröffentlichung, eins von nur wenigen Exemplaren. – Drei Seiten mit kleinen Bleistiftkorrekturen, eventuell vom Dichter selbst. – Enthält die drei Zyklen »An den Toren«, »Mohn und Gedächtnis« und »Todesfuge«. – Laut Druckvermerk erschienen 500 nummerierte Exemplare. »Wegen der zahlreichen Satzfehler, auch wegen des Einbandes und der beiden Lithographien Edgar Jenés fühlte sich Celan sofort nach Erhalt genötigt, das Buch telegraphisch aus dem Handel nehmen zu lassen. Die im Nachlaß erhaltene […] Schlußrechnung […] weist insgesamt neun in den Handel gelangte Bände nach« (Andreas Lohr). – Das vorliegende Exemplar ist unnummeriert und befand sich ursprünglich im Besitz des österreichischen Surrealisten Max Hölzer (1915–1984), der 1950 zusammen mit Edgar Jené die »Surrealistischen Publikationen« herausgab, u. a. mit Gedichten von Paul Celan. Aus dem Nachlass Hölzers erworben von dem Germanisten und Celan-Biographen Theo Buck (1930–2019).

22,0 : 14,7 cm. 61, [3] Seiten. 2 Lithographien. – Deckelkanten etwas, die Deckel selbst nur leicht berieben. – Seitenschnitt und vier Seitenränder mit kleinen Flecken.

Heuline 1-1. – Glenn B 1. – Vgl. Werkausgabe Bd. II/III, 2. Abteilung, S. 48

  895    Marc Chagall. Dessins pour la Bible.

€ 2000

Paris, Verve 1960. Mit 47 Lithographien, davon 24 farbigen und einer weiteren doppelblattgroßen Farblithographie auf dem Originalpappband.

Die zweite »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 37/38 der Reihe »Verve«. – Nachdem in der Reihe bereits eine Ausgabe mit Heliogravüren der Bibel-Radierungen erschienen war, entstanden 1958/59 weitere Zeichnungen zur Bibel. Der vorliegende Band enthält die Reproduktionen dieser Zeichnungen auf 96 Tafeln, diesmal bereichert um 24 Farblithographien und diese rückseitig mit einfarbigen Lithographien. – Der einleitende Text stammt von Gaston Bachelard, am Ende mit Erläuterungen zu den 96 Tafeln.

36 : 27 cm. [18], 96, [16] Seiten, 24 Lithographien. – Kapitale und Ecken minimal berieben. – Auf dem vorderen Vorsatzblatt Schabspur von getilgtem Sammlerstempel.

Cramer 42. – Mourlot 230–277

  896    Marc Chagall. Dessins pour la Bible.

€ 1200

Paris, Verve 1960. Mit 47 Lithographien, davon 24 farbig, und einer doppelblattgroßen Farblithographie auf dem Originalpappband.

Die zweite »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 37/38 der Reihe »Verve«. – Nachdem in der Reihe bereits eine Ausgabe mit Heliogravüren der Bibel-Radierungen erschienen war, entstanden 1958/59 weitere Zeichnungen zur Bibel. Der vorliegende Band enthält die Reproduktionen dieser Zeichnungen auf 96 Tafeln, diesmal bereichert um 24 Farblithographien und diese rückseitig mit einfarbigen Lithographien. – Der einleitende Text stammt von Gaston Bachelard, am Ende mit Erläuterungen zu den 96 Tafeln.

36 : 27 cm. [18], 96, [16] Seiten, 24 Lithographien. – Ecken und Kapitale leicht, das untere stärker bestoßen, dort die Gelenke angeplatzt. – Vortitel mit Besitzvermerk, hinterer Innendeckel mit Widmung der Vorbesitzerin. – Ränder leicht verfärbt bzw. angestaubt.

Cramer 42. – Mourlot 230–277

  897    Marc Chagall – Julien Cain, Fernand Mourlot und Charles Sorlier. Chagall Lithographe.

€ 2000

Band I [bis] VI. Monte-Carlo, André Sauret 1960–1986. Mit insgesamt 28, meist farbigen Lithographien, davon vier auf den Umschlägen, und zahllosen, meist farbigen Abbildungen. Originalleinenbände mit -schutzumschlag.

Das vollständige Werkverzeichnis der Lithographien, in deutscher Sprache. – Der Katalog wurde maßgeblich von Chagalls Drucker Mourlot erarbeitet und in den originalgraphischen Teilen von diesem gedruckt. – Mit Vorworten von Marc Chagall (Band I), Fernand Mourlot (II), Julien Cain (III), Charles Sorlier (IV), Robert Marteau (V) und Roger Passeron (VI). – Die ersten beiden Bände mit je elf Lithographien im Buch, die nächsten beiden mit je einer Lithographie als Frontispiz, alle vier mit originallithographischen Umschlägen. – Unverzichtbares Œuvreverzeichnis in üppiger Ausstattung und tadelloser Erhaltung, nahezu druckfrisch.

33,0 : 25,0 cm.

Cramer 43, 56, 77 und 94

898  Walter Cyliax – Friedrich Hölderlin. An die Natur.

€ 300

Leipzig 1922. Mit einem Holzstichporträt. Durchstichgehefteter Originalseidenband in Kassette.

Eins von nur 25 Exemplaren. – Gesetzt und gedruckt von Walter Cyliax (1899–1945), damals Student an der Staatlichen Hochschule für Graphik und Buchkunst in Leipzig. Wahrscheinlich stammen auch das kleine Hölderlin-Porträt und die Druckermarke »W C« von ihm. Beide wurden, wie auch die Initialen und zwei kleine Zierstücke, in Rötel gedruckt. – Auf Chinapapier, als Blockbuch gebunden. – Ab 1924 arbeitete Walter Cyliax in Zürich und wurde künstlerischer Leiter und Prokurist der Druckerei der Gebrüder Fretz. Durch seinen Lehrer Jan Tschichold kam er unter anderem in Kontakt zu Schwitters »ring neue werbegestalter«. – Sehr selten, das Buch tadellos erhalten.

17,5 15,7 cm. [18] Seiten. – Kassette berieben. – Innendeckel mit dem Monogrammstempel des Kalligraphen MK Neudold.

899  Jürgen Czaschka – Gottfried Benn. Statische Gedichte.

€ 300

Jürgen Czaschka. Kupferstiche. Berlin, Handpresse Gutsch 1987. Zehn signierte Kupferstiche und lose Doppelblätter in blauer Originalleinenkassette mit montierter Kupferstichvignette.

Eins von 20 Exemplaren in der Leinenkassette (Gesamtauflage 25 und drei Künstlerexemplare). – Jürgen Czaschka (1943–2018) eröffnete 1983 die Galerie »Il burino« mit einer Ausstellung des Leipziger Graphikers Baldwin Zettl, der Czaschkas graphisches Werk deutlich beeinflusste. – Die Kupferstiche (20 : 15 cm) mit Tonplatte auf schwerem Zerkall-Bütten, jeder eingelegt in ein Doppelblatt mit dem in Blau gedruckten Text. – Alle Kupferstiche betitelt und nummeriert. – Mit einem Nachwort von Curt Grützmacher. – Exlibris. – Beilage: Ausstellungskatalog zu einer Präsentation des Mappenwerks durch den Schering Kunstverein 1987.

41,8 : 30,7 cm. 15 lose Doppelblätter, 10 Kupferstiche.

Spindler 103.18

  900    Gertrude Degenhardt. Fiddle & Pint.

€ 200

Pinselzeichnungen · Tempera auf Holz · Radierungen. Mainz, Edition GD 2000. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag. Im Schuber.

Eins von 15 Exemplaren der Vorzugsausgabe C mit der Radierung »Encore«, zusätzlich mit einer Bleistiftzeichnung der Künstlerin auf dem vorderen Vorsatz. – Katalog der Ausstellung »Fiddle & Pint« in der Kenny Gallery, Galway, September 1999.

23,0 : 21,3 cm. [8], XI, [5], 69, [1] Seiten, 1 Radierung.