ChristianHesse

Lot 901 – 950 | Hesse-Auktionen
Lot 901 – 950

901  Charles Despiau – Charles Baudelaire. Poèmes.

€ 1200

Illustration de Charles Despiau. Paris, Éditions Gonin Freres 1933. Mit 50 Illustrationen, teils blattgroß, davon 43 Lithographien von und sieben Holzstiche nach Despiau. Kobaltblauer Saffianlederband mit reicher ornamentaler Filetenvergoldung, roten Lederspiegeln mit goldgeprägter Illustration und roten Seidenvorsätzen. In Halblederchemise und Schuber mit Lederkanten (signiert: W. Ewert). – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von fünf römisch nummerierten Künstlerexemplaren auf holländischem Bütten (Gesamtauflage 99 und 15 Künstlerexemplare, je auf drei unterschiedlichen Papieren). – Im Auflagenvermerk vom Künstler signiert. – Das Frontispiz mit eigenhändiger Widmung für den Berliner Verleger Erich Steinthal (1890-1963) »en toute sympathie«. – Charles Despiau (1874–1946) zählt neben Auguste Rodin, Aristide Maillol und Antoine Bourdelle zu den wichtigsten französischen Bildhauern des frühen 20. Jahrhunderts. In den feinlinigen Aktzeichnungen, die hier Baudelaires Dichtungen illustrieren, wird besonders seine Nähe zu Maillol sichtbar. – Prächtiger Handeinband.

31,5 : 26,0 cm. [4], 105, [7] Seiten. – Seitenkante des Vorderdeckels mit kleiner Druckstelle, oberes Kapital mit kleinem Einriss.

Monod 1158. – Skira 92. – Rauch 175. – Garvey 83 »carefully balanced pages« (mit ganzseitiger Abbildung). – Strachan 330

  902    Jim Dine. Gedichte und Zeichnungen.

€ 250

Aus dem Amerikanischen von Heiner Bastian. Frankfurt am Main, März 1971. Mit einem farbigen Titelbild und zehn blattgroßen Illustrationen. Farbig illustrierter Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 900 Exemplaren (Gesamtauflage 1000). – Auf dem Titelblatt die Widmungen vom Übersetzer, dem späteren Kunstsammler und -händler, und dem Künstler höchstselbst »25 Years later in Berlin || Jime Dine 1995«. – Die Texte in Englisch und Deutsch. Das Motiv »Heart«, das hier zwölfmal viariiert wird, war damals ein zentrales in Dines Œuvre. – Heiner Bastian wurde in den 1960er Jahren als Übersetzer amerikanischer Underground-Lyriker bekannt.

26,5 : 19,2 cm. 96 Seiten, 1 Tafel. – Das Titelbild etwas gelockert.

903  Otto Dix. Das Evangelium nach Matthäus.

€ 600

Luther-Übersetzung revidiert 1956. Originallithographien. Berlin, Käthe Vogt 1960. Mit 33 Lithographien, davon 25 blattgroß. Orginalhalbpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel. Im Schuber.

Eins von 300 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe, gebunden in Halbpergament und, wie die ersten 100, auf dem Titelblatt von Otto Dix signiert (Gesamtauflage 2.000). – »Dix hielt sich in diesem letzten Zyklus von sklavischer Texttreue wie von illustrativer Gefälligkeit frei. Was ihn interessierte, war der szenische Reichtum des Stoffes, die Fülle an Ereignissen, an merkwürdigen und tragischen Situationen.« (Hans Kinkel, zitiert nach Karsch). – Tadellos schönes Exemplar.

29,5 : 23,5 cm. 104, [4] Seiten. – Innendeckel und Schuber mit kleinem Monogrammstempel.

Karsch 235–271. – Tiessen II, 1

904  DDR-Literatur – Bernd Jentzsch. Drei Erstausgaben, alle mit Widmungen.

€ 250

1961–1978.

I. Alphabet des Morgens. Halle/Saale, Mitteldeutscher Verlag 1961. Mit acht Illustrationen nach Holzschnitten von Peter Meyer. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag. Erste Ausgabe des Erstlingswerkes. – II. Jungfer im Grünen und andere Geschichten. Rostock, Hinstorff 1973. Illustrierte Originalpappband. – III. Quartiermachen. Gedichte. München und Wien, Carl Hanser 1978. Originalbroschur. – Alle Titelblätter mit eigenhändiger Widmung des Verfassers für einen Berliner Sammler, entstanden 1986 und Anfang der 1990er. – Bernd Jentzsch (geboren 1940) ist sowohl als Lyriker und Erzähler als auch als Herausgeber tätig. Legendär ist die von ihm in Ostberlin herausgegebene Lyrikreihe »Poesiealbum« (siehe KatNr. 905). 1976 protestierte er gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann. Da man ihm in der DDR Strafverfolgung androhte, kehrte er 1976 von einem Studienaufenthalt in der Schweiz nicht in seine Heimat zurück.

Oberrand des Schutzumschlags mit winzigen Läsuren.

905  Poesiealbum.

€ 1200

Nummern 1–275 [alles Erschienene], 15 Sonderhefte und das »abschließende« Heft 276. Berlin, Verlag Neues Leben 1967–1990, und Assenheim, Brennglas 1991. Mit je einer doppelseitigen Illustration nach Zeichnungen und Graphiken. 294 farbig illustrierte Originalbroschuren.

Vollständige Reihe mit allen Sonderheften, dazu zwei veränderte Nachauflagen der Hefte 1 (Bert Brecht) und 32 (Karl Marx) und das abschließende Heft 276 (Bernd Jentzsch, Begründer und langjähriger Herausgeber der Reihe, von ihm signiert). – Die Reihe vereint deutsche Klassiker, Autoren der Weltliteratur und viele DDR-Autoren, teils mit Erstveröffentlichungen. Jedes Heft enthält bio-bibliographische Anmerkungen zum Autor. Die Illustration und der Umschlag jedes Hefts stammt von bekannten Graphikern und Buchillustratoren der DDR. Die ersten 121 Hefte wurden von Bernd Jentzsch herausgegeben, wobei dessen Name schon seit 1977 (Heft 112) nicht mehr genannt wurde, nachdem er sich gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann solidarisiert hatte. – Herbert Kästner schrieb einmal, »dass das ›Poesiealbum‹ in späteren Jahrzehnten den Rang erhält, den wir heute etwa der Reihe ›Der jüngste Tag‹ zusprechen« (Marginalien, zitiert nach Kollegenkatalog). – Die Liste der Autoren ist so umfangreich und vielfältig, dass jedwede Auswahlauflistung vermessen wäre. Wir nennen dafür die Sonderhefte: Gedichte für Vietnam. – Mikis Theodorakis. – Alle 13 Ausgaben zu »Poetenseminar« 1971, 1972 und 1979–1989. – Das seltene Bukowski-Heft 225 hier mit Widmung und Monogramm des Illustrators Volker Pfüller. – Durchgehend sehr gut erhalten.

21,6 : 12,4 cm.

906  Sarah Kirsch. Landaufenthalt. – Zaubersprüche. – Rückenwind.

€ 300

Berlin und Weimar, Aufbau 1967, 1973 und 1976. Originalleinenband und zwei Originalpappbände, alle mit Schutzumschlag. – Widmungsexemplare.

Erste Ausgaben. – Alle mit eigenhändiger Widmung, »Rückenwind« zudem mit eigenhändigem Gedichtzitat, für einen Berliner Leser und Sammler, entstanden bei Lesungen nach 1980. – Dazu vier weitere Erstausgaben, alle mit Widmungen: Drachensteigen. Ebenhausen, Langewiesche-Brandt 1979. – La Pagerie. Stuttgart, DVA 1980. – Erdreich. 1982. – Irrstern. 1986. – Die Widmungen teils mit Zitaten und kleiner Zeichnung. – Interessantes Konvolut mit dem Erstling Sarah Kirschs, ihrem letzten vor ihrer Ausreise in die BRD erschienenen Gedichtband und der ersten Publikation in Westdeutschland nach ihrer Übersiedlung. – 1976 gehörte Sarah Kirsch zu den Mitunterzeichnern der Protesterklärung gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann. Seitdem von der Staatssicherheit überwacht, entschloss sie sich 1977 zur Ausreise in die BRD. – »Sarah Kirsch ist von uns fortgegangen, weil sich hier keine Zeile mehr fügen wollte, und keine Zeitung, kein Rundfunkkommentar, keine Aktuelle Kamera hat (oder irre ich mich doch?) es für nötig befunden, diese Tatsache unserem Publikum mitzuteilen« (Franz Fühmann 1977 in einem erst 1990 veröffentlichten »Offenen Brief« an den Leiter der Abteilung Buchhandel im Ministerium für Kultur der DDR, Klaus Höpcke). – Dazu: Zaubersprüche. 2., erweiterte Ausgabe. 1976. Widmungsexemplar. – Alle gut und sehr gut erhalten.

Die drei Schutzumschläge der Aufbau-Ausgaben mit winzigen Randeinrissen.

907  DDR-Literaten – Uwe Kolbe. Drei Erstausgaben und eine »zensierte« Neuausgabe, alle mit Widmung.

€ 250

Berlin und Weimar, Aufbau 1980–1986. Originalpappbände mit illustrierten Schutzumschlägen.

I. Hineingeboren. Gedichte 1975–1979. 1980. Umschlag mit Titelbild von Trakia Wendisch. Mit der Widmung »Wir leben mit Rissen in den Wänden, ist es dir aufgefallen?«, datiert 1994. – II. Abschiede und andere Liebesgedichte. 1981. Mit zehn ganzseitigen Illustrationen von Trakia Wendisch. – III. Abschiede. 2. Auflage. 1985. Mit ausführlicher Widmung von 1985 »Erinnerung tritt dämmrig auf, verweist ins Leuchten der Kindheit«. In dieser Nachauflage durfte der Brief Kolbes an Lothar Walsdorf nicht mehr abgedruckt werden. – IV. Bornholm II. Gedichte. 1986. Umschlagillustration von Sabine Grzimek. – »Hineingeboren«, Kolbes Erstlingswerk, enthält das Nachwort von Franz Fühmann »Was soll ich noch sagen? Ecce poeta – siehe, da ist ein Dichter!« Fühmann setzte sich in der DDR für unangepasste junge Lyriker wie Uwe Kolbe, Wolfgang Hilbig und Lothar Walsdorf ein. »In der Akademie der Künste plädierte er außerdem dafür, Nachwuchstalente als Meisterschüler erfahrener Kollegen aufzunehmen und ein Gremium einzurichten, das regelmäßig vielversprechende Begabungen vorstellen sollte. Fühmann selbst bot Uwe Kolbe an, ihn als Meisterschüler aufzunehmen, doch scheiterte die Einführung des Mentorenmodells letztlich an Widerständen unter den verantwortlichen AdK-Mitgliedern« (Katharina Deloglu, Diss. Berlin 2015). – Uwe Kolbe, Jahrgang 1957, hielt 1984 die Trauerrede ans Fühmanns Grab.

Umschlagränder teils leicht gebräunt, zwei unten mit kleinem Wasserfleck.

  908    Dietz Edzard – Nikolai Vasilewic Gogol. Wij.

€ 450

Eine Volkslegende. Mit sechs Radierungen von Dietz Edzard. München, Pflüger 1924. Mit sechs signierten Radierungen. Originalbroschur und sechs Passepartouts lose in Originalhalbpergamentmappe.

Eins von 100 Exemplaren, weitere fünf kamen nicht in den Handel. – Text und Radierungen wurden auf Büttenpapier gedruckt, die Radierungen auf chamoisfarbenes und in Passepartouts eingelegt. – »In ›Wij‹ erreicht die aus folkloristischen Quellen schöpfende Phantastik Gogols […] ihren Höhepunkt und gleichzeitig ihren Abschluß« (KNLL VI, 561). – Ins Deutsche übertragen von Karl Nötzel.

42,3 : 30,3 cm (Mappe). [10], 32, [6] Seiten. – Die Mappe etwas berieben und verzogen, Textheft und vier Radierungen stockfleckig, eine stärker.

Katalog Lindenau-Museum 482-487. – Sennewald 24,2. – Lang E 44. – Jentsch, Expressionismus 144

  909    T. S. Eliot. Triumphal March.

€ 600

Drawings by E. McKnight Kauffer. London, Faber & Faber 1931. Mit einem Frontispiz und einer blattgroßen farbigen Illustration. Originalpappband mit goldgeprägtem Titel.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe (»large-paper edition, printed on English hand.made paper«), vom Verfasser unter dem Editionsvermerk signiert. –Erschienen als No. 35 der Reihe »The Ariel Poems«. – Sehr schönes Exemplar.

22,0 : 14,3 cm. [12] Seiten. – Vorderdeckel mit winzigen Flecken.

910  Max Ernst – René Char. Dente prompte.

€ 900

Poème. Paris, Galerie Lucie Weill 1969. Mit elf farbigen Lithographien nach Collagen von Max Ernst, davon eine auf dem Umschlag. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -kassette.

Eins von 240 Exemplaren (Gesamtauflage 290). – Von Autor und Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches. – Die zehn Gedichte von René Char erschienen erstmals 1938 in »Dehors la nuit est gouvernée« unter dem Titel »Versions«.

49,0 : 41,0 cm. [58] Seiten. – Kassette mit Gebrauchsspuren, Ränder berieben. Umschlaglithographie gebräunt.

Spies/Leppien A 19c

911  Max Ernst – Werner Heisenberg. Die Bedeutung des Schönen in der exakten Naturwissenschaft. The meaning of beauty in exact natural science.

€ 900 ( R5 )

Mit drei Original-Farblithographien von Max Ernst. Stuttgart, Belser 1971. Mit drei Farblithographien. Originalleinenband mit rot-goldenem Lederrückenschild. Im Originalleinenschuber mit blau-goldenem Büttendeckelschild.

Siebter Druck der Belser-Presse. – Eins von 185 Exemplaren, weitere 20 Exemplare waren nicht für den Handel bestimmt. – Der Druckvermerk von Max Ernst, das Titelblatt von Werner Heisenberg signiert. – Festvortrag zur öffentlichen Jahresversammlung der Bayerischen Akademie der Künste, München, am 9. Juli 1970. Die Übertragung ins Englische besorgte Enrico Cantore, New York. – Die Farblithographien schuf Max Ernst im Frühjahr 1971, gedruckt wurden sie von Pierre Chave in Vence. – Auf festem Velin, gedruckt in der 18p Univers, Druck und Handbindearbeiten von Christian Belser, Stuttgart. – Sehr gutes Exemplar.

39,0 : 29,0 cm. 79, [5] Seiten, 3 Lithographien.

Spies/Leppien 198 I–III D (von D). – Spindler 64.7

  912    Anatole France. Les poèmes dorès.

€ 200 ( R5 )

Paris, Edouard-Joseph 1920. Hellbrauner Ecrasélederband mit reicher Fileten-, Rückentitel- und Kopfschnittvergoldung (signiert: L. Bernard). Gold-marmorierte Vorsatzpapier und Spiegel. Der vollständige Originalumschlag eingebunden.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 1100). – Schöner breitrandiger Druck in Gold und Schwarz auf chamoisfarbenem Bütten. – Auch der elegante Handeinband von L. Bernard widmet sich der titelgebenden ersten Abteilung. – Enthält auch »Idylles et légendes«, »Leuconoé« und weitere Dichtungen. – Exlibris Stig Wilton.

19,8 : 15,8 cm. 183, [9] Seiten. – Rücken leicht verfärbt, Vorderdeckel mit leichten Wasserflecken. – Unbeschnitten.

Talvart/Place VI, 134, 3 B. – Mahé II, 127

913  Bruno Frank. Sechzehntausend Francs.

€ 300

Los Angeles, Pazifische Presse 1943. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel. – Widmungsexemplar.

Eins von 150 Vorzugsexemplaren (Gesamtauflage 250), in Halbleder gebunden und vom Verfasser signiert. – Privatdruck der Pazifischen Presse, die 1942 von Felix Guggenheim und Ernst Gottlieb gegründet worden war. Die Auswahl beruhte hauptsächlich auf persönlichen Beziehungen zu den Autoren. Insgesamt erschienen elf Werke. Beide Verleger sahen voraus, dass die Pazifische Presse mit Kriegsende ihre historische Bedeutung verlieren würde; die Arbeit in dieser Zeit legte den Grundstein für den weiteren Berufsweg der beiden Verleger – Ernst Gottlieb wurde Antiquar, Felix Guggenheim Literaturagent. – Mit eigenhändiger Widmung des Verfassers: Unter dem Gedicht »Ein Dichter sagt: Der Torweg bin ich nur […]« folgt der Gruß »Für Ernst Gottlieb, in dankbarer Freude über die ›Pazifische Presse‹«, datiert 11. März 1943.

24,8 : 17,0 cm. [8], 53, [3] Seiten. – Rücken berieben, oben mit Filmoplaststreifen fixiert.

Exilarchiv 1552b

914  Bruno Frank. Eigenhändige Postkarte und drei eigenhändige Briefe, alle mit Unterschrift.

€ 500

Dresden, Aigen/Salzburg und Beverly Hills 1930–1944.

I. Karte, Dresden 5. IX. 1930: An Manuel Gasser in Arles-en-Provence. Dankt für einen Brief und bittet um Geduld hinsichtlich der Antwort »Wie Sie sehen, befinde ich mich auf Reisen«. Die Ansichtskarte mit der Fassade des Deutschen Hygiene-Museums Dresden. – II. Brief, Aigen, 25. XII. 1935: An einen Herrn Frey. Dankt für ein Geschenk. »Ich finde beide Blätter ganz großartig, wunderbar gemacht, hochwitzig und von einem ganz originellen Zauber.« – III. Brief, Beverly Hills 27. VIII. 1942: Saschalein, was wir wünschen, ist ja so klar: Gesundheit, begeisterte Patienten […]«. – Brief, Beverly Hills 28. XII. 1944: An Herrn Gottlieb, wohl den Herausgeber der Pazifischen Presse: »wenn’s Ihnen nicht zu viel Mühe macht – würden Sie mir von meinem Lieblingsportrait 10 oder 12 Abzüge auf Glanzpapier machen und zwar im Postkartenformat? Man braucht doch hie und da so etwas, […]« – Dazu: Zwei Porträtfotografien, rückseitig mit Paraphe »G«, und ein Beilageblatt »Herzlich dankend und grüssend Ihr B.F.« – Beigabe: Danksagung der Witwe Elisabeth (»Liesl«) Frank. Maschinengeschrieben und signiert, auf der Rückseite des gedruckten Gedichts »In jedem Hause«, »das bei der Beisetzung gesprochen wurde«.

915  Bruno Frank. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift.

€ 400

Aigen bei Salzburg, 12. August 1936. Zwei Seiten.

An den Filmproduzenten Paul Kohner (1902–1988) in Hollywood. » […] Frau Dagmar Wolfski fordert mich auf, Ihnen das Stück ›Zwölftausend‹ zu schicken, an dessen Filmmöglichkeiten sie glaubt. Auch mir scheint, dass gerade unter amerikanischen Gesichtspunkten da eine Aussicht sein sollte. Sie werden, wenn Sie das Stück durchsehen, sofort erkennen, wo der Accent liegen müsste: auf dem Unabhängigkeitskrieg und der Erklärung der Menschenrechte […] in der richtigen Hand könnte geradewegs ein amerikanischer National-Film zu Stande kommen.« – Dazu: Zwölftausend. Schauspiel in drei Akten. 5.–6. Tausend. Berlin, Ernst Rowohlt um 1928. Originalpappband. Der Hinweis auf die Bühnenrechte des Drei Masken Verlages wurde von Bruno Frank gestrichen und durch den eigenhändigen Zusatz »All rights repurchased by the Author, Dr. Bruno Frank. Aigen bei Salzburg, Austria« korrigiert. – Eine Verfilmung des Stücks entstand erst 1950 in England, 1956 folgte eine deutsche Fassung.

  916    Bartley Freedman – Barnett Freedman. Eight Proof Lithographs for »Oliver Twist«.

€ 300

Acht Farblithographien. 1939. 17,7 : 11,3 cm (ca 25 : 16 cm). Im Stein signiert und datiert.

Probedrucke der Illustrationen zur Buchausgabe der Heritage Press im Limited Edition Club. – Der englische Graphiker Barnett Freedman (1901–1955) illustrierte eine Vielzahl von Büchern. Die vorliegende Folge der Hauptcharaktere des Romans enthält alle acht Illustrationen der 1939 erschienenen Buchausgabe. – Die losen Blätter in einem vom Künstler eigenhändig betitelten Umschlag mit Widmung »For Jack Beddington« und mit einem eigenhändigen Brief an diesen Empfänger »I hope you will have these rough proofs of a job I did just before ›war‹ broke out.« Jack Beddington (1893–1959) war in den 1930er Jahren Manager von »Shell-Mex and BP«. – Dazu: Eine zweite Folge, am Unterrand typographisch bezeichnet »Printed in Great Britain«, eine Lithographie mit eigenhändiger Widmung des Künstlers, datiert 1943. Diese Folge mit leichten Knickfalten.

917  Willi Geiger – Johann Wolfgang von Goethe. Römische Elegien 1788.

€ 400

14 Steinzeichnungen von Willi Geiger. München [und Feldwies bei Übersee 1943]. Mit 14 signierten Lithograhien, davon zehn ganzseitig. Hellbrauner Schweinslederband mit montiertem Pergamentdeckelschild mit kalligraphiertem Titel.

Eins von 100 Exemplaren, im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Breitrandiger Pressendruck auf unbeschnittenem Bütten. – Herausgegeben von Herbert Kluger, der nach Kriegsende u. a. die umstrittene Buchausgabe von Jakob Littners und Wolfgang Koeppens »Aufzeichnungen aus einem Erdloch« verlegte. – Gedruckt bei C. Wolf & Sohn, jeweils München. – Die Illustrationen entstanden bereits während der Lehrtätigkeit Geigers an der Staatlichen Akademie der Künste und Buchgewerbe in Leipzig (1928–1933), erschienen aber erst zehn Jahre später im Eigenverlag. – Mit der gedruckten Widmung »Für meinen Freund Walter Gagg«.

32,2 : 23,8 cm. [4], 56, [4] Seiten.

  918    Wolfgang Gerner – Lao-Tse. Tao te king.

€ 400 ( R5 )

Aus dem Chinesischen ins Deutsche übertragen von Victor von Strauss, mit Aquarellen von Wolfgang Gerner. Denklingen, Fuchstaler Presse 1989. Mit zwei signierten Aquarellen, betitelt »Sinn« und »Leben«. Weißer Originalhalblederband, Deckelbezüge aus weißem Japan-Faser-Papier. In der Originalhalbleinenmappe.

23. Druck der Fuchstaler Presse. – Eins von 15 Exemplaren, »für jedes entstanden eigene Arbeiten, sodaß jedes Buch als Unikat gelten kann« (Druckvermerk). – Wolfgang Gerner, geboren 1942, studierte an der Akademie der Bildenden Künste München und ist seit 1974 freischaffender Maler und Graphiker. – Der Text, jedes der 81 Kapitel auf einer eigenen Seite, wurde aus der Koch Antiqua gesetzt und auf blütenweißes Van Gelder-Zonen-Bütten gedruckt. – Makellos und sehr selten.

46,5 : 33,8 cm. 90, [6] Seiten, 2 Aquarelle.

  919    Erich Glas. Phaedrus Augusti libertus. Aesopische Fabeln.

€ 250

Sechs Holzschnitte. 1920. 11,5 : 9,5 cm (21,0 : 16,5 cm). Signiert, datiert, mit »Handdruck« bezeichnet und auf dem Passepartout betitelt. Lose in Originalhalbpergamentflügelmappe mit vergoldetem Rückentitel und marmorierten Japanpapierbezügen.

Künstler- oder Belegexemplar aus dem Nachlass von Otto Dorfner, Weimar, der die Mappen der Suite fertigte. – Die Mappe erschien laut Sennewald als Vorzugsausgabe zu der Buchausgabe (Berlin, Amsler & Ruthardt 1920), die acht Holzschnitte enthielt. – Alle sechs Holzschnitte und der Holzschnitttitel auf Japan, die Holzschnitte mit der Nummer des Abzugs und »Handdruck« bezeichnet. Alle in Passepartout und auf diesem mit einem Zitat aus der jeweiligen Fabel betitelt. – Erich Glas (1897–1973) studierte zunächst an der Kunsthochschule in München bei F. H. Ehmcke, bevor er 1919 ans Bauhaus nach Weimar kam, dort im Vorkurs von Johannes Itten studierte und in die von Walter Klemm geleitete Druckereiwerkstatt übernommen wurde. 1921 wurde er Mitglied in der Künstlergruppe »Das junge Rheinland«.

28,5 : 22,0 cm (Mappe).

Sennewald 20 b

  920    Günter Grass. Der Schatten. Skyggen.

€ 750 ( R16 )

Zehn Lithographien zu Märchen von Hans Christian Andersen. 2005. 53,5 : 39,5 cm. Signiert und nummeriert.

Eins von 120 Exemplaren. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Gedruckt von Christian Müller, Leipzig, jede Lithographie mit dessen Trockenstempel. – Das Mappenwerk entstand in Zusammenarbeit mit der Königlich Dänischen Botschaft in Berlin aus Anlass des 200. Geburtstags von Hans Christian Andersen. – Ediert vom Kunsthaus Lübeck, der Stuttgarter Manus Presse und der Galerie M Bogense. – Die Lithographien illustrieren die Märchen »Der Schatten«, »Däumelinchen«, »Der fliegende Koffer«, »Das Feuerzeug«, »Der Halskragen«, »Die kleine Meerjungfrau«, »Des Kaisers neue Kleider«, »Der standhafte Zinnsoldat«, „Die Nachtigall« und »Die wilden Schwäne«. – Mit einem lithographiertem Titelblatt und dem Inhaltsverzeichnis lose in der Originalleinenmappe. – Makellos.

921  George Grosz. Ecce homo.

€ 900

Berlin, Malik 1923. Mit 100 Tafeln, davon 16 farbig. Illustrierte Originalbroschur.

Exemplar der Ausgabe C mit allen 100 Tafeln, in Büttenkartonbroschur. – Bei den Tafeln handelt es sich um Offsetdrucke, farbige nach Aquarellen und einfarbige nach Zeichnungen. – »Ecce Homo« ist das erste große Sammelwerk des Künstlers, fertiggestellt wohl Ende 1922 und um den Jahreswechsel ausgeliefert. – 1923 wurden Grosz und die Verleger Gumperz und Herzfelde vom Generalstaatsanwalt beim Berliner Landgericht angeklagt, »unzüchtige Abbildungen und Darstellungen feilgehalten […] zu haben«, 23 Blätter wurden konfisziert.

36,5 : 26,5 cm. 2 Blätter (Titel und Inhalt), 100 Tafeln. – Der Broschurumschlag wie meist mit einigen Alterungsspuren, Gelenke unten etwas eingerissen. – Es fehlt das letzte Blatt mit dem Auflagen- und Druckvermerk. – Das leere Vorblatt mit Einrissen an der Klammerheftung, insgesamt vier kleine Randeinrisse.

Dückers S I C. – Hermann 155. – Lang E 38

  922    Franz Roh. Der Maler Kurt Günther.

€ 300 ( R5 )

Berlin, Nierendorf 1928. Mit 32 ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur mit montierter Fotografie.

Erste Ausgabe, erschienen zur Ausstellung der Galerie Nierendorf und mit einem ausführlichen Vorwort des Herausgebers. – Der Umschlag – entgegen einem Vergleichsexemplar – mit der Fotografie einer Zeichnung von 1934 (!). Titel mit Besitzvermerk »Franz Oertel«, zwei Tafeln mit dessen kenntnisreichen handschriftlichen Ergänzungen der Titel (Namensnennung von zwei Geraer Persönlichkeiten). – 1925 war Kurt Günther nach seiner Dresdner Dadazeit und drei kurzen Ehejahren in Bad Reichenhall wieder in seine Heimatstadt Gera zurückgekehrt. Er folgte dabei Otto Dix, mit dem er seit den Dresdner Jahren befreundet war. Nach Machtantritt der Nationalsozialisten erhielt Günther Malverbot. Ab 1934 entstanden deshalb vorrangig Porträtzeichnungen seiner Tochter (eine solche hier auf dem Umschlag).

23,3 : 15,7 cm. 48 Seiten. – Kleine Läsuren an den Ecken, etwas fleckig. – Das leere Vorblatt stark stockfleckig, der Titel leicht.

923  Hamburger Sezession – Katalog der ersten Ausstellung der Hamburgischen Sezession. – Katalog der zweiten Ausstellung der Hamburgischen Secession.

€ 500

Hamburg 1919 und 1921. Beide mit Holzschnitt auf dem Vorderumschlag, Heft 2 mit 16 Originalgraphiken. Originalbroschuren.

1919, und damit vergleichsweise spät, gründete sich die Hamburger Sezession – kriegsernüchert, ohne feste Programmatik, aber auch offen für Beiträge(r) außerhalb der bildenden Kunst. – Die beiden ersten Ausstellungen fanden noch im Altbau der Hamburger Kunsthalle statt. 1933 wurde die Sezession aufgelöst. – I. Katalog: Umschlagholzschnitt von Emil Maetzel. Aus dem Besitz des Hamburger Architekten Georg Opfermann (Stempel und Besitzvermerk auf dem Innendeckel), möglicherweise verwandt mit dem Sezessionsmitglied Karl Opfermann. – II. Katalog: Umschlagholzschnitt und Titelschrift von Dorothea Maetzel-Johannsen (im Stil und Format des berühmten Hamburger Brücke-Katalogs von 1912). 16 Seiten Text, 16 Graphiken von Friedrich Wield, Dorothea Maetzel-Johannsen, Paul Hamann, Gretchen Wohlwill, Emil Maetzel, Carl Blohm, Martin Ernst Friedrich Schwemer, Erich Hartmann, Anita Rée, Friedrich Ahlers-Hestermann, Karl Opfermann, Alma del Banco, Franz Breest, Paul Schwemer, Richard Kuöhl und Johannes Wüsten. – Nach dem innerhalb der Gruppe umstrittenen neuen Konzept wurden auch Arbeiten befreundeter Künstler (Marc Chagall, André Derain, Alexej Jawlensky, Paul Klee, Franz Marc, Pablo Picasso, Maurice Vlaminck u. a.) gezeigt. – Beigaben.

I: 18,5 : 14 cm. [28] Seiten, 12 Tafeln, 6 Anzeigenseiten. Vorderdeckel lose und etwas lädiert, vereinzelte Textblätter mit kleinen Randeinrissen. – II: 27,5 : 22,5 cm. [16] Seiten, 16 Graphiken, 6 Anzeigenseiten. – Umschlag minimal lichtrandig und unbedeutend geknittert.

Söhn HDOG 618 und 619

  924    Rainer Maria Rilke. Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke.

€ 400

Beek, In de Roozetak Johan Souverin 1994. Mit vier signierten Aquatintaradierungen, davon drei farbig, von Eva Haskova. Originalhalblederband mit goldgeprägten Titeln.

Eins von zwölf Vorzugsexemplaren in Halbleder und mit einer signierten Extrasuite der Radierungen. – Die erste einfarbig gedruckte Radierung mit einem Rilke-Porträt bildet die Titelvignette. – Eva Haskova (geboren 1946) zählt zu den anerkanntesten tschechischen Graphikerinnen. – Die opulent gesetzte und auf Zerkall-Bütten gedruckte Ausgabe von Rilkes bekannter Dichtung erschien als siebter Druck der Edition »In de Roozetak«. – Makellos erhalten.

32,3 : 24,4 cm. [48] Seiten, 4 lose Radierungen.

925  Ernest Hemingway – Ken.

€ 400

The Insider’s World. Volume I [–] III, 26 Hefte (alles Erschienene). Chicago, April 1938 – März 1939. Mit zahllosen Illustrationen. Drei schwarze Leinenbände mit goldgeprägten Titeln.

Vollständige Folge der kurzlebigen politischen Zeitschrift, die die Situation in Europa zwischen dem Spanischen Bürgerkrieg und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs analysierte und kommentierte. – Zu den Mitarbeitern gehörte kontinuierlich Ernest Hemingway, von dem 13 Artikel und eine Erzählung (»The Old Man at the Bridge«) enthalten sind. Die ersten Hefte nennen auch George Grosz als Mitarbeiter. – Viele politische Karikaturen, aber auch Fotos und Fotomontagen illustrieren die Textbeiträge. – Alle Hefte mit den farbigen Originalumschlägen. – Es erschienen halbmonatlich die Hefte I/1–7, II/1–13 und III/1–6, im letzten Heft wurde der Wechsel zu wöchentlichem Erscheinungsrhythmus angekündigt. Sehr gut erhalten und als vollständige Folge sehr selten.

34,5 : 27,0 cm. – Umschlag von Heft I/1 rückseitig mit Filmoplast geklebt.

926  Hermann Hesse. Gedichttyposkript mit Aquarell.

€ 900

Doppelblatt, 14,3 : 10,5 cm.

Das Typoskript auf der Innenseite beginnt mit der vierzeiligen Einleitung »Antwort an Freunde, die mir ein besonders schwieriges Gedicht im neuen Stil gesandt hatten […]«, gefolgt von Hesses Persiflage auf die moderne Lyrik: »Manchem mag, Doch jedem nicht, Gott gegeben Gelblicher Verse Dunkeles Violett zu verstehen. || Zwölf sind der Töne. Mancher versteht Mit oder ohne Adorno Zwölfergesang, Nicht aber, Gelähmt durch Erstaunen, Unterzeichneter. || H.H.« – Außenseite mit aquarellierter Bleistiftzeichnung. – Kleiner Farbfleck im Falz, minimale Abdrucke von Büroklammern. – Dazu: Zwei Porträtfotografien, abgezogen auf Postkartenkarton: Gret Widmann. Hermann Hesse aus der Zeit des »Steppenwolf« 1927. – Heiner Hesse. H. Hesse mit seinem jüngsten Enkel 1956. Diese mit eigenhändiger Widmung »Von Herzen dankt und grüsst Ihr H Hesse«.

927  Hermann Hesse. Siddhartha.

€ 1500

Eine indische Dichtung. Berlin, S. Fischer 1922. Originalhalbpergamentband, Batikpapierdeckelbezüge, Rücken- und Deckeltitel goldgeprägt.

Erste Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren, die für Hermann Hesse abgezogen wurden und »nur vom Dichter selbst (Montagnola, Schweiz) mit seiner Unterschrift zu beziehen sind« (Druckvermerk), dort nummeriert und signiert. – Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung Hesses. – Sehr schönes Exemplar dieses wichtigen Buchs, das Jahrzehnte später eine ganze Generation beeinflussen sollte. – Innen tadellos.

22,5 : 14,8 cm. 146, [6] Seiten. – Deckelränder leicht gebräunt, der vordere auch minimal stockfleckig.

Mileck II, 43

928  Hermann Hesse. Das Haus der Träume.

€ 500

Eine unvollendete Dichtung. Olten 1936. Marmorierter Pappband mit Deckelschild. – Widmungsexemplar.

Erste Buchausgabe der bereits 1914 verfassten Erzählung. – Erste Veröffentlichung der Vereinigung Oltner Bücherfreunde. – Eins von 40 unnummerierten Autorenexemplaren (Gesamtauflage 150, davon 100 nummeriert und signiert für die Vereinigung Oltner Bücherfreunde). – Vorblatt mit eigenhändiger Widmung »Frau Clara Erichson der bewunderten Schreibkünstlerin von ihrem Kollegen«. Mileck erwähnt für die Sammlung Clara Erichson »many letters with small water colours«. Möglicherweise stammte Clara Erichson aus der Familie des langjährigen Inhabers des Rostocker Hinstorff Verlages Peter E. Erichson. – 1936 gründete William Matheson (1895–1978) zusammen mit sieben bibliophilen Freunden die »Vereinigung der Oltner Bücherfreunde« und publizierte in 35 Jahren insgesamt 100 Bücher, 22 Liebhaberdrucke, unzählige Privat- und Sonderdrucke sowie Jahresgaben.

19,3 : 12,0 cm. 85, [7] Seiten (einschließlich der Vorsätze). – Ränder leicht gebräunt. Bezugspapier über den Gelenken mit Fehlstellen.

Mileck II, 67

929  Hermann Hesse. Zwei jugendliche Erzählungen. – Freunde.

€ 300

Olten 1956 und 1957. Originalhalblederbände mit Buntpapierbezügen und vergoldetem Rückentitel. Im Schuber.

70. und 75. Publikation der Vereinigung der Oltner Bücherfreunde. Eins von 135 bzw. 150 Vorzugsexemplaren, von Hermann Hesse auf dem Vortitel signiert, in Halbleder. – Beide für Peter Lukas Bertolf, Basel. – I. Inhalt: Hans Amstein. 1903. Sor Acqua. 1904. Nachwort (»Die beiden Erzählungen […] stammen aus der Zeit meiner literarischen Anfänge. Sie sind in Buchform nie erschienen.«) – II. Entstanden 1907/08, 1909 in »Velhagen&Klasings Monatsheften« abgedruckt. Mit einer Titelzeichnung von Gunter Böhmer. – Sehr gut erhalten.

20,2 : 12,8 cm. [4], 56, [4] bzw. [4], 106, [4] Seiten.

Mileck II, 121 und 123

930  Hermann Hesse. Bericht an die Freunde. Letzte Gedichte.

€ 1200

Olten 1960. Brauner Originalecrasélederband, beide Deckel und der Rücken mit vergoldetem und schwarzgeprägtem Filetenmuster, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet (Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber mit Lederkanten.

85. Veröffentlichung der VOB. – Erste Ausgabe dieser Zusammenstellung. – Eins von 60 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe mit einem eigenhändigen und signierten Textzitat des Dichters auf dem Vorblatt: »Flügelt ein kleiner blauer Falter vom Wind […]« (Gesamtauflage 785). – Auf Zerkall-Bütten. – In der Vorzugsausgabe sehr selten, hier zudem in einer Einbandvariante mit dem Filetenmuster auf dem gesamten Einband.

20,3 : 12,8 cm. [2], 49, [5] Seiten.

Mileck II, 132

931  Hermann Hesse. Erwin.

€ 900

Olten 1965. Blauer Originalmaroquinband, beide Deckel und der Rücken mit vergoldetem und schwarzgeprägtem Filetenmuster, Rückentitel, Stehkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet (signiert: Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber mit Lederkanten.

Achter Oltner Liebhaberdruck. – Erste Ausgabe. – Eins von 55 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe im Ganzledereinband (Gesamtauflage 765, zusätzlich vierzig nicht für den Handel bestimmte). – Auf starkem Zerkall-Bütten. – Unbeschnitten. – Die Erzählung »Erwin« entstand schon um 1907/08 und wurde hier erstmals aus dem Nachlass veröffentlicht. – Makellos schönes Exemplar der sehr seltenen Vorzugsausgabe.

20,5 : 13,0 cm. [6], 51, [11] Seiten.

Mileck II, 147

932  Otto Hettner – Longus. Daphnis und Chloé.

€ 450

Mit Steinzeichnungen von Otto Hettner. München, Buchenau & Reichert 1923. Mit 93 teils blattgroßen Lithographien. Pergamentband, Lederückenschild, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Achter Phantasus-Druck. – Eins von 300 Exemplaren. – Breitrandiger Druck auf Zanders-Bütten bei Jakob Hegner in Hellerau. – Der Text folgt einer Übertragung von Friedrich Jacobs aus dem Jahr 1832, die mit dem griechischen Text verglichen und frei bearbeitet wurde. – »In dem 8. Phantasusdruck ›Daphnis und Chloe‹ kontrastiert die Fleischmann-Antiqua sehr kühn gegen die flaumigen […] Steinzeichnungen Otto Hettners.« (Schauer). – Sehr schönes Exemplar. – Dazu: Otto Hettner. Die Galatea des Don Miguel de Cervantes. 65 signierte Lithographien. 1922. Lose Abzüge auf Japan, vier in Rötel gedruckt. Jeweils in Passepartout und in Originalhalbpergamentmappe. Die Suite, gedruckt auf der Handpresse der Dresdner Akademie, erschien zu 25 Vorzugsexemplaren der Buchausgabe (21. Avalun-Druck, 1922). Sie enthält auch acht nicht im Buch enthaltene Lithographien. – Otto Hettner (1875–1931) lehrte seit 1917 an der Dresdner Kunstakademie Aktzeichnen und erhielt 1919 dort eine Professur. »In Dresden gelangen Hettner einige bemerkenswerte Beiträge zur Kunst der Illustration. […] Theodor Däubler, mit dem Hettner befreundet war, attestierte dem Maler ›hellenistisches Schauen‹ und meditierte über bisweilen ›traumverlorene Figuren‹. […] Die spannungsvolle Längung der Figuren wird zu einer Besonderheit der lyrischen Sensibilität der Hettnerschen Kunstwelt.« (Lothar Lang).

29,0 : 20,3 cm. 197, [3] Seiten. – 65 Lithographien.

Rodenberg 459, 8. – Schauer I, 239 und II, 99. – Lang I 91 und 90

  933    Friedrich Heubner – Daniel Defoe. Robinson Crusoe.

€ 300

Mit 20 Originalradierungen von F. Heubner. München, Der Bücherwinkel 1922. Mit 21 signierten Radierungen, davon eine auf dem Titel, ein Initial und eine Schlussvignette,. Blauer Halblederband mit marmorierten Buntpapierbezügen und vergoldetem Rückentitel (signiert: Johannes Gerbers, Hamburg).

Erstes Werk der »Drucke des Bücherwinkels«. – Eins von 100 Exemplaren, »gedruckt für L. Friederichsen & Co., Hamburg« (Verlagsbuchhandlung). – Gesetzt aus der Breitkopf-Fraktur. – Friedrich Heubner (1886–1974) war unter anderem Mitarbeiter der Münchner Zeitschriften »Simplicissimus« und »Jugend«. – Seine Robinson-Radierungen erschienen anlässlich des zweihundertjährigen Jubiläums der Erstausgabe, ein Anlass, der nicht nur in Deutschland eine ganze Reihe von illustrierten und bibliophilen Robinson-Ausgaben »hervorbrachte«.

31,9 : 26,0 cm. [6], 239, [7] Seiten. Leicht berieben, die Ecken etwas bestoßen. – Exlibris und Prägestempel. Ränder der Radierungen teils stockfleckig.

Rodenberg 350, 1. – Sennewald 22,1

934  Ludwig von Hofmann. Acht eigenhändige Briefe und eine eigenhändige Ansichtskarte, alle mit Unterschrift.

€ 750

Weimar 1907–1909, Oberstdorf 1917 und Dresden 1919 und 1931

I. Brief, Weimar 13. II. 1907: Wohl an Karl Robert Langenwiesche, den Herausgeber der Zeitschrift »Die Freude«: »Nachdem ich die 5 Bände der ›Freude‹ durchgesehen habe, will es mir scheien, als ob es sehr schwer sein müsste, aus meinen Arbeoten solche auszusuchen, die in den Rahmen und den Geist des Unternehmens hineinpassen. Der ganze Gefühlston, das vorwiegend ›Gemütvolle‹, ist mir im Lauf der Jahre mehr und mehr fremd geworden.« – Alle übrigen an den Dresdener Rechtsanwalt und Justizrat Dr. Felix Bondi, als Teilhaber der Bank Bondi & Maron wohlhabender Kunstsammler und Mäzen: Brief 29. VII. 1907: Übernimmt den Auftrag, ein Bild für die Nische über dem Kamin zu malen. Erbittet Geduld und ein Foto der Kaminwand »Prof. Van de Velde empfiehlt den Photographen Max Fischer«. – Brief 18. VIII. 1908: »Das Bild ist gerstern per Fracht an Ihre Adresse abgegangen. Ich hoffe, dass es seinen Platz gut ausfüllen wird.« – 8. X. 1908: Bedauert, aus Zeitgründen einen gemeinsamen Besuch mit Henry van de Velde in Dresden absagen zu müssen. Van de Velde würde »in der nächsten Zeit auf der Rückreise aus Chemnitz, wo er zu thun hat, nach Dresden kommen. […] er hat eine sehr große Erfahrung und Sicherheit in diesen Dingen, und wird ohne mein Zuthun sicher das Richtige finden«. – 6. XI. 1908: Dankt für eine Einladung. – 6. I. 1909: »… es freut mich, dass das Bild nun seine definitive Umrahmung hat«. Henry van de Velde war wegen des Rahmens konsultiert worden. – 28. X: 1919, Hofmanns leben mittlerweile auch in Dresden, lädt der Künstler den Justizrat Bondi und dessen Frau zum Essen ein. – 27. VIII. 1931: Danksagung für Glückwünsche zum 70. Geburtstag (Brief und gedruckte Danksagung) »Dasselbe freundschaftliche Wohlwollen, das Sie und Ihre Frau Gemahlin schon vor unserer Übersiedelung nach Dresden meiner Frau und mir erwiesen haben, ist uns in den 15 Jahren unseres Hierseins immer wieder freudig zum Bewusstsein gekommen […] Und sagen Sie bitte Ihrer Frau Tochter, die ich bekanntlich anbete, daß die Fußballattrappe ausgezeichnet geschmeckt hat, fast wie Melone!« – Alle mit eigenhändig adressierten Umschlag.

935  Ludwig von Hofmann – Homer. Odyssee.

€ 250

Deutsch von J. H. Voss. Mit Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Berlin, Askanischer Verlag 1924. Mit Titelholzschnitt und zahlreichen Holzschnitten im Text. Originalpergamentband mit reicher Rückenvergoldung, goldgeprägter Deckelvignette und Kopfgoldschnitt.

Sechstes Buch der »Behmer-Drucke« bei Otto von Holten. – Eins von 100 römisch nummerierten Vorzugsexemplaren, bei denen der Druckvermerk von Marcus Behmer, der Titelholzschnitt vom Künstler signiert wurden. – Auf starkem Zanders-Bütten.

30,4 : 25,4 cm. 337, [7] Seiten. – Vorderdeckel etwas angestaubt.

Schauer II, 43. – Rodenberg 244

  936    Ludwig von Hofmann – Homer. Odyssee.

€ 200

Deutsch von J. H. Voss. Mit Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Berlin, Askanischer Verlag 1924. Mit Titelholzschnittund zahlreichen Holzschnitten im Text. Originalpergamentband mit reicher Rückenvergoldung, goldgeprägter Deckelvignette und Kopfgoldschnitt.

Sechstes Buch der »Behmer-Drucke« bei Otto von Holten. – Auf starkem Zanders-Bütten. – Eins von 1000 unsignierten Exemplaren.

30,4 : 25,4 cm. 337, [7] Seiten.

Schauer II, 43. – Rodenberg 244

  937    Hugo von Hofmannsthal – Eranos.

€ 300

Hugo von Hofmannsthal zum 1. Februar 1924. München, Verlag der Bremer Presse 1924. Mit drei Originalgraphiken. Pergamentband mit vergoldetem Rücken, goldgeprägten Fileten und Bordüren sowie Kopfgoldschnitt. Im gefütterten Schuber.

Eins von 1050 Exemplaren. – Festschrift zu Hofmannsthals 50. Geburtstag. – Mit einer Radierung von Ludwig von Hofmann und je einer Lithographie von Max Liebermann (»Der Fischer und das Weib«. Achenbach 80, aus: Goethe, Gedichte) und Emil Orlik. – Mit Textbeiträgen u. a. von Rudolf Borchardt, Rudolf Kassner, Thomas Mann und Rudolf Alexander Schröder. – Den Titel und die Initialen zeichnete Anna Simons. – Schönes Exemplar in einem, den Arbeiten von Frieda Thiersch sehr nahen, Pergamentband.

28,8 : 20,5 cm. [8], XXXVI, 159, [7] Seiten, 3 Graphiken. – Einband und Buchschnitt minimal stockfleckig. – Exlibris.

Houghton Library Catalogue 264. – Lehnacker 58. – Rodenberg 60

938  Horst Hussel – Fritz Rudolf Fries. Don Quixote

€ 250

flieht die Frauen oder Die apokryphen Abenteuer des Ritters von der traurigen Gestalt. Mit vier Radierungen von Horst Hussel. [Berlin], Dronte [1994]. Mit vier blattgroßen Farbradierungen und einer fünften, lose beiliegenden, alle signiert. Originalpappband mit Fabrianobüttenbezug und vergoldeten Titeln (Klaus Adam, Glauchau).

Erster Druck der Dronte Presse. – Eins von 110 Exemplaren. Der Druckvermerk nennt eine Auflage von 250, diese wurde nach einer eigenhändigen Anmerkung des Künstlers nicht ausgedruckt. – Handsatz aus der Didot, gedruckt in der Offizin Haag-Drugulin, Leipzig, auf Hahnemühle-Bütten. – Die Dronte Presse wurde von den beiden Graphikern und Buchgestaltern Lothar Reher und Horst Hussel 1994 gegründet. – Tadellos erhalten. – Mit eigenhändiger Widmung des Künstlers.

36,0 : 24,3 cm. [2], 43, [3] Seiten.

939  Horst Hussel. Ein Album für Gerhard Lampersberg in Maria Saal.

€ 400

Berlin, Dronte Presse [1995]. 16 Radierungen, davon eine beiliegend, 15 signiert. Originalpappband mit Fabrianobüttenbezug.

Eins von 43 Exemplaren auf Roma-Handbütten (Gesamtauflage 55). – Der Druckvermerk vom Künstler nummeriert und mit kleiner Widmungszeichnung. – Gerhard Lampersberger (1928–2002) lebte als Komponist und Mäzen der österreichischen literarischen Avantgarde auf dem »Tonhof« in Kärnten. Besonders seine Auseinandersetzungen mit Thomas Bernhard (um dessen Buch »Holzfällen«) sorgten Anfang der 1980er Jahre für Aufmerksamkeit. – Jedem Exemplar wurde eine kolorierte Radierung beigelegt, ein Notenblatt »Für Stimme und Maultrommel« mit dem ersten Vers von Justinus Kernes »Du herrlich Glas, nun stehst du leer« in Lampersbergs Vertonung.

39,0 : 28,8 cm.

940  Richard Janthur – Das Blumenboot der Nacht.

€ 750

Chinesische Liebesgedichte. Berlin, Fritz Gurlitt 1921. Mit elf blattgroßen signierten Lithographien von Richard Janthur. Gelbe Originalbroschur und silberfarbene Originalschuber, beide mit Deckellithographie.

Das geschriebene Buch, Band 6. – Nach der Nummerierung eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe, die Lithographien aber nicht koloriert und das Buch nicht in Seide gebunden. – Im Druckvermerk von den beiden Nachdichtern Alfred Richard Meyer und Ernst Ulitzsch signiert, ebenso von Hans Steiner, der die »Gedichte in einer selbstentworfenen Type auf den Stein schrieb«. – Vollständig von Lithosteinen auf der Gurlitt-Presse (Rogall) auf Bütten gedruckt und als Blockbuch gebunden. – Bemerkenswert schönes Exemplar. – Dazu: Rabindranath Tagore. Vierzehn Gedichte. Mit Steinradierungen von Richard Janthur. Berlin, Karl Schnabel 1920. Mit zwölf Radierungen und 29 radierten Bordüren. Originalhalblederband mit Java-Buntpapierbezug. Eins von 400 Exemplaren (Gesamtauflage 400). – Druckvermerk vom Künstler monogrammiert.

29,5 : 25 cm. [48] Seiten. – 29 : 21,5 cm. [36] Seiten, 12 Lithographien. – I: Rücken minimal angestaubt.

Lang E 156 und 146

  941    James Joyce. Ulysses.

€ 300 ( R5 )

Vom Verfasser geprüfte deutsche Ausgabe von Georg Goyert. Erster [bis] Dritter Band. Basel, Rhein-Verlag 1927. Originalhalblederbände mit goldgeprägten Rückenschildern und Kopfgoldschnitt.

Erste deutsche Ausgabe des Jahrhundertromans. – Eins von 1000 Exemplaren auf Bütten, weitere 100 Presse-Exemplare wurden auf Dünndruckpapier gedruckt. – Privatdruck durch Vermittlung des Pariser Büros des Rhein-Verlags in Basel.

20,6 : 14,8 cm.

Slocum/Cahoon D 45.2

942  Ernst Jünger. Ein Vormittag in Antibes.

€ 1000

Olten 1960. Dunkelbrauner Originalmaroquinband. Rückentitel, Kopfschnitt und Deckelverzierungen vergoldet, Deckel zudem mit blindgeprägten Fileten (signiert: H. Peller). Im Schuber mit Lederkanten.

86. Publikation der Oltner Bücherfreunde. – Erste Ausgabe. – Erschienen anlässlich des 65. Geburtstages von Ernst Jünger. – Eins von 33 römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe (Gesamtauflage 653) in Ganzledereinband und mit einem ganzseitigen eigenhändigen Text (»Schmetterling auf Lavendelblüten …«) auf einem Vorblatt. – Uns fiel noch folgende Passage auf: »In der Nähe des Strandes tauchen in Bikinis gekleidete Gestalten auf, Gazellen, die in kleinen Rudeln zum Meere ziehen. Es scheint ein Wettbewerb zu herrschen, der auf den geringsten Stoffaufwand zielt. […]«. Es folgen – man liest Ernst Jünger – Überlegungen zur Kulturgeschichte (»Schon die Venus von Milo deutet ihn mit ihrer Gestik an«), Etymologie (»die dreifache Zuspitzung im I«) und Assoziationskraft des Wortes (»Man sieht […] zugleich den verheerenden Blitzstrahl«). – Tadellos und aufgrund der kleinen Auflage der Luxusausgabe sehr selten. – Das Exemplar für Heinrich Lustig, Inhaber der gleichnamigen Offizin in Gelterkinden, in der einige VOB-Publikationen gedruckt wurden.

20,0 : 12,5 cm. 52, [4] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 40

943  Ernst Jünger. Neun Erstausgaben,

€ 1500

erschienen als Publikationen bzw. Lieberhaberdrucke der Vereinigung Oltner Bücherfreunde. Olten 1951–1970. Originalhalblederbände mit Buntpapierbezügen und vergoldetem Rückentitel. Alle im Schuber.

Alle in der Vorzugsausgabe, von der jeweils etwa 100 Exemplare erschienen. Diese wurden in Halbleder gebunden und von Ernst Jünger auf dem Vortitel signiert. – I. Das Haus der Briefe. 1951. VOB 51. – II. Sonnentau. 1955. VOB 65. – III. San Pietro. 1957. VOB 73. – IV. Das spanische Mondhorn. 1962. VOB 95. – V. Sturm. 1963. VOB L 1. – VI. Grenzgänge. 1965. VOB L 6. – VII. Im Granit. 1967. VOB L 12. – VIII. Zwei Inseln. Formosa / Ceylon. 1968. VOB L 16. – IX. Lettern und Ideogramme. 1970. VOB L 21. – Alle Exemplare für das Mitglied der Oltner Bücherfreunde, den Basler Sammler Peter Lukas Bertolf. – Es erschienen in Olten noch zwei weitere Erstausgaben von Ernst Jünger (Geburtstagsbrief für Walter Matheson. Privatdruck. 1955) und »Ein Vormittag in Antibes« (1960, siehe KatNr. 942).

20,2 : 12,8 cm. – Alle sehr gut erhalten.

Des Coudres/Mühleisen B 22, 30, 35, 43, 47a, 52, 58, 60 und 63

944  Ernst Jünger. Im Granit.

€ 250

Olten 1967. Olivgrüner Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel, Kopfgoldschnitt und Buntpapierdeckelbezügen (Hugo Peller, Solothurn).

Erste Ausgabe. – Zwölfter Oltner Liebhaberdruck. – Eins von 110 Vorzugsexemplaren, auf dem Vortitel vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 630). – Sehr schönes Exemplar des Tagebuchs der Korsikareise des Verfassers im Frühjahr 1966. – Dazu: Ernst Jünger. Zeitsprünge. Träume. Stuttgart, Klett-Cotta 1990. Originalhalblederband im -schuber. Erste Ausgabe. Eins von 500 Exemplaren der signierten Vorzugsausgabe.

20,0 : 12,5 cm. 63, [5] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 58

945  Ernst Jünger. Die Zwille.

€ 300

Stuttgart, Klett 1973. Hellbrauner Maroquinband mit blindgeprägten Fileten und Vignetten sowie farbigen Lederapplikationen. Im gefütterten Schuber mit Lederkanten. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Vortitel mit eigenhändiger Widmung » ›… das Schöne gehört uns allen; an ihm gibt es kein Eigentum.‹ (p 329) | für Alfred Ott, den Liebhaber der Bücher, den Freund der Texte: Ernst Jünger | W., 17. IX. 1973«. – Alfred Ott band die sieben als Xerokopien gedruckten Exemplare von »Carabus Rutilans« (siehe C./M. B 61). Möglicherweise stammt auch der vorliegende unikale Einband von ihm.

22,00 : 13,8 cm. 329, [3] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 70a

  946    Ernst Jünger. Die Zwille. – Aladins Problem. – Autor und Autorschaft.

€ 350

Stuttgart, Klett-Cotta 1973, 1983 und 1984. Originalleinenbände mit -schutzumschlägen. – Widmungsexemplare.

Erste Ausgaben. – I. »Für Alfred Ott mit herzlichem Dank für das prächtige Gewand des Manuscripts«. Alfred Ott hatte 1968 die sieben Xerokopie-Exemplare von »Carabus Rutilans« (vgl. C/M. B 61) gebunden. – II. »Karl Korn zum 75. Geburtstag mit herzlichen Wünschen in alter Verbundenheit.« – III. »Fritz Lindemann, nach langer Abwesenheit und in Erinnerung an gemeinsam erlebte Tage […]«. Mit eingeklebter Porträtpostkarte, rückseitig von Jünger datiert »Wilflingen 65«. – Dazu: Die Schere. 3. Auflage. 1990. Signiertes Exemplar.

21,8 : 13,5 cm. 329, [5], 121, [3] bzw. 277, [3] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 70a, 82 und 85

947  Ernst Jünger. Zwei Mal Halley.

€ 300

Vierte Auflage. Stuttgart, Klett-Cotta 1988. Originalleinenband mit illustriertem Originalschutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Titelblatt mit eigenhändiger Widmung »Dem ›Halley-Genossen‹ Theodor Baader mit guten Wünschen zum 88sten Geburtstag von […] und Ernst Jünger | 10. VII. 1993«. – Bei dem Widmungsempfänger handelte es sich um den Sohn des Oberdada Johannes Baader, der wie der zehn Jahre ältere Jünger, zwei Begegnungen mit dem berühmten Kometen erlebte. – Die Widmung wurde von Peter Baader (1936–2020), einem großen Jünger-Verehrer, für den Vater initiiert.

21,8 : 13,5 cm. 100, [4] Seiten.

  948    Ernst Jünger. Die Schere.

€ 200

Stuttgart, Klett-Cotta 1990. Roter Originalmaroquinband, Rückentitel vergoldet, Deckelvignette blindgeprägt. Mit Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Vorzugsexemplaren, in Leder gebunden und vom Verfasser signiert. – Tadellos.

21,8 : 13,5 cm. 186, [2] Seiten.

949  Ernst Jünger. Subtile Jagden.

€ 400

Mit 10 Farbstiftzeichnungen von Walter Linsenmaier. Stuttgart, Klett-Cotta 1995. Originalhalblederband mit zwei Deckelvignetten und vergoldetem Rückentitel.

Eins von 500 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Halbleder. – Druckvermerk vom Verfasser und vom Künstler signiert. – Das Tafelverzeichnis zählt neun entomologische Tafeln, davon eine Doppeltafel und die beiden Zeichnungen auf den Deckelvignetten. – Aus Anlass des 100. Geburtstages von Ernst Jünger erschienen. – Tadelloses Exemplar. – Beigabe: Rudolf Triebel. Porträtmedaillon Ernst Jünger. Bronzeguss, brüniert. 1970. Durchmesser: 8,6 cm. Recto: Porträt des 75jährigen, dessen Signatur und die Paraphe des Künstlers. Verso: Skarabäus und die Jahreszahl MCMLXX. – Drei signierte Radierungen von Susanne Theumer ((Exlibris Ernst Jünger Sammlung Wolfgang Wissing, zwei Radierungen mit Ernst Jünger-Zitaten). – Mit dem Buch in privater Halbleinenkassette.

31,2 : 22,5 cm. 228, [6] Seiten, 9 Tafeln.

  950    Ernst Jünger. Der Baum.

€ 300

Essay. – In: Bäume. Photographien schöner und merkwürdiger Beispiele aus deutschen Landen. Ingelheim am Rhein, C. H. Boehringer Sohn 1962. Mit 65 Tafeln. Originalleinenband mit graphischen Beigaben in eleganter Halbleinenkassette.

Erste Ausgabe des Essays, der als Geleitwort zur Bildfolge von Alfred Renger-Patzsch entstand. – Dazu: Radierungen von Susanne Theumer (Exlibris Ernst Jünger Sammlung Wolfgang Wissing, zwei Radierungen mit Ernst Jünger-Zitaten) und Claudia Berg (fünf Radierungen zum Thema »Bäume«).

35,5 : 27,0 cm. [2], 17, [1] Seiten, 65 Tafeln.

Des Coudres/Mühleisen C 27 a