ChristianHesse

Lot 951 – 1000 | Hesse-Auktionen
Lot 951 – 1000

951  Ernst Jünger. Zwei Porträtpostkarten, eine mit Widmung und zwei eigenhändige Briefkarten mit Unterschrift.

€ 400

1936–1945.

I. Porträtfotografie. 1920. Abzug auf Agfa Lupex. Mit der gedruckten Signatur Jüngers und der eigenhändigen Widmung seiner Frau Gretha »Dem Freund des Hauses, Fritz Lindemann.« Rückseitig dessen (?) Notiz: Abschiedsgeschenk anlässlich des Umzugs nach Überlingen im Dez. 1936«. – II. Porträtpostkarte nach der Zeichnung von Rudolf Stumpf. Mit eigenhändiger Widmung »Mit bestem Gruss Ernst Jünger«, rückseitig von Jünger adressiert »Herrn Hans Ludwig Beese, Neubrandenburg, Bahnhof 4«, Poststempel 1937. – III. Briefkarte an Kurt Fried, Verleger und Kunstsammler in Ulm. Überlingen, 10. XI. 1938. »Am 1. April ziehe ich […] nach Norddeutschland um, bis dahin treffen Sie mich – nach vorheriger Anmeldung – an. […]«. Ab 1939 lebte Jünger in Kirchhorst nahe Hannover. – IV. Briefkarte an Gustav Schenk, wohl den Schriftsteller, der 1943 unter anderem »Feldpostbriefe an die Geliebte und Frau« veröffentlicht hatte.

952  Ernst Jünger. Zwölf eigenhändige Briefe, sieben eigenhändige Post- und Briefkarten und sechs maschinengeschriebene Briefe, alle mit Unterschrift.

€ 2000

Ravensburg, Wilflingen und Antibes 1950–1953.

Alle an Fräulein Mimi Schwarz in Freiburg, wohl Inhaberin oder Geschäftsführerin des dortigen Novalis-Verlages. – Meist über Buchprojekte, Rezensionen und einige persönliche Dinge. Bei einer Karte wurde die Adress-Seite abgerissen, bei einer die Briefmarke. – Dazu: Fünf eigenhändige Briefe von Greta Jünger an Mimi Schwarz.

953  Ernst Jünger. Fünf eigenhändige Karten sowie ein Brief und eine Karte, beide maschinengeschrieben, alle sieben mit Unterschrift.

€ 300

Meist Wilflingen, 1951–1969 und 1994.

An verschiedene Empfänger. – Schreibt zu persönlichen Anlässen, über verschiedene Publikationen und 1969 zur Parteinahme eines Schriftstellers: »Gewiss hat der Autor, der eine Partei propagiert, die eine Hälfte seiner Leser für sich, während er die andere verstimmt. […] Ergreift er Partei, so kann das seinen Einfluß mehren, obwohl er sich als Halber, sei es als Rechter oder Linker, decouvriert. […] Aus diesem Grunde steht auch Priestern, Königen und sogar Präsidenten Parteinahme schlecht an. Heut freilich ist das anders, da jeder sich möglichst schnell als Dummkopf vorzustellen liebt.« – Etwa 15 Beigaben (Danksagungskarten, teils signiert, u. a.).

954  Ernst Jünger – Oskar Kreibich. Ernst Jünger.

€ 300

Tusche. 1960. 64 : 50 cm. Signiert und datiert, von Ernst Jünger signiert.

Der aus Nordböhmen stammende Maler Oskar Kreibich (1916–1984) hatte sich nach Kriegsende in Backnang niedergelassen. Er porträtierte zahlreiche Künstler, Dichter und Politiker. – Eine veränderte Fassung wurde 2019 in einer Pforzheimer Auktion versteigert. – Auch die vorliegende wurde nicht nur vom Künstler sondern auch vom Porträtierten signiert.

Ecken und Ränder mit kleinen Knickfalten, ein senkrechter Kratzer neben der Zeichnung. – Rückseitig umlaufend Montagereste.

955  Franz Kafka. Gesammelte Schriften.

€ 750

Band I [bis ] VI. Berlin, Schocken 1935, und Prag, Heinrich Mercy 1936. – Max Brod. Franz Kafka. Eine Biographie. (Erinnerungen und Dokumente). Prag, Heinrich Mercy 1937. Mit einigen Tafeln. – Sieben Originalleinenbände mit Vergoldung.

Erste Werkausgabe mit der ergänzenden Biographie des Kafka-Vertrauten. – Herausgegeben von Max Brod und Heinz Politzer. – I. Erzählungen und kleine Prosa. 1935. – II. Amerika. Roman. 1935. – III. Der Prozess. Roman. 1935. – IV. Das Schloss. Roman. 1935. – V. Beschreibung eines Kampfes. Novellen, Skizzen, Aphorismen aus dem Nachlass. 1936. – VI. Tagebücher und Briefe. 1937. – 1934 stimmte Kafkas Mutter dem Vertrag zu, mit dem der Berliner Schocken Verlag Max Brod die Herausgabe der Werke Kafkas übertrug. Brod hatte sich bereit erklärt, die gesamte Arbeit ohne Entgelt zu leisten. In jüdischen Buchhandlungen durften Kafkas Bücher nur an Leser ausgehändigt werden, die sich als Juden auswiesen. Vier von geplanten sechs Bänden lagen vor, als der Schocken-Verlag nach New York übersiedeln musste, Band V und VI sowie seine Kafka-Biographie gab Max Brod 1936/37 im Prager Exil heraus.

19,3 : 12,5 cm. – Band VI an der Seitenkante und dem Buchschnitt mit leichter Druckstelle, Rücken der Biographie leicht verblasst. – Vorsatzblatt von Band III und IV mit Anmerkungen.

Raabe/Hannich-Bode 146.13 und 45.51

  956    Rockwell Kent – Beowulf.

€ 250

Verse translation by William Ellery Leonard. New York, Random House 1932. Mit acht Lithographien von Rockwell Kent, davon sechs ganzseitig, eine als Titel- und eine als Schlussvignette. Schwarz-weiß melierter Originalleinenband mit weißgeprägter Deckelillustration und dem Originalschutzumschlag.

Eins von 950 nummerierten Exemplaren, im Druckvermerk vom Künstler mit dessen Daumenabdruck signiert. – Gesetzt aus der Hammer Unziale und gedruckt in Rot und Schwarz, die verzierten Initialen in Blau. – Auf chamoisfarbenem Bütten. – Rockwell Kents (1882–1971) Bilder vermengen historisierende Elemente mit surrealistischen Details. Einige seiner Bildschöpfungen erinnern an William Blake. – Die »Unciale« des österreichischen Typographen und Graphikers Victor Hammer (1882–1967) zählt zu den markantesten Druckschriften des 20. Jahrhunderts. 1923 hatte er sie für die Gießerei Klingspor entworfen, nach seiner Emigration in die USA entwickelte er 1943 die »Neue« oder auch »Amerikanische« Version.

34,5 : 27,1 cm. [4], 145, [3] Seiten. – Schutzumschlag mit kleinen Ein- und Ausrissen. – Blattränder minimal gebräunt. Exlibris und Prägestempel.

957  Richard Dehmel. Der Buntscheck.

€ 700 ( R5 )

Ein Sammelbuch herzhafter Kunst für Ohr und Auge deutscher Kinder. Herausgegeben von Richard Dehmel. Köln, H & F Schaffstein 1905. Zweite Ausgabe. Mit Illustrationen von K. F. von Freyhold, Karl Hofer, Ernst Kreidolf und E. R. Weiß. Farbig illustrierter Originalpappband.

»Vielleicht das bedeutendste Buch der neuen Kinderbuch-Malerei« (Doderer-Müller, S. 251). – Das wegen seiner Illustrationen berühmte Kinderbuch vereint Texte von Oskar Wiener, Paul Scheerbart, Gustav Rühl, Paula und Richard Dehmel, Peter Hille und vielen anderen. – Gegenüber der ersten Auflage von 1904 wurde das von den Rezensenten heftig kritisierte »Märchen vom Kinderkriegen« in »Singinens Geschichten« weggelassen. – Die Vereinigung von Beiträgen »erster Dichter deutscher Sprache« und den für ihre Zeit avantgardistischen, vor allem von Hofers Auffassungen geprägten Illustrationen ließ einen, wenn nicht den Höhepunkt des deutschen Kinderbuchs im 20. Jhdt.« entstehen (Stark, Schaffstein, S. 45).

31,4 : 23,5 cm. 55, [1] Seiten.

Vgl. Bilderwelt 514, Stuck-Villa II, 237, Pressler 203 (alle die EA 1904). – Hess-Wachter, Kreidolf C41

958  Ernst Kreidolf – Alte Kinderreime

€ 400 ( R5 )

mit Bildern von Ernst Kreidolf. Köln, Hermann & Friedrich Schaffstein [1905]. Mit 17 farbigen Bildern, davon 15 blattgroß, eins als Titel und eins als Schlussvignette. Farbig illustrierter Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Vorsatz verso mit eigenhändiger Widmung für den Schweizer Schriftsteller und Kritiker William Ritter, signiert »Ernst Kreidolf 1905«. – »Dieses Bilderbuch Kreidolfs unterscheidet sich von seinen Bildermärchen, in denen die Natur meist phantasievoll belebt ist, durch die vorgegebenen Texte, die oft eine wirklichkeitsbezogene Illustration verlangen« (Brüggemann). Doch Kreidolf wäre nicht Kreidolf, fänden sich nicht doch solch phantastische Motive wie ein Flamingoreigen, der von Müllersburschen getragen wird, Käferbalett zu Rattenmusik, Zwerge, Hexen u. v. m. – Sehr schönes Exemplar.

30,0 : 23,8 cm. [32] Seiten. – Gelenke leicht berieben. – Kleines Buchhändlerschildchen Gunnar Kaldewey.

Stark, Schaffstein 186. – Hess/Wachter B 20. – Stuck-Villa II, 229. – Bilderwelt 489. – Brüggemann I, 457. – Lex. KJL II, 256

  959    Kinderbücher – Kling-Klang Gloria.

€ 180

Deutsche Volks- und Kinderlieder. Ausgewählt und in Musik gesetzt von W. Labler. Illustriert von H. Lefler und J. Urban. Wien und Leipzig, F. Tempsky und G. Freytag 1907. Mit 16 ganzseitigen farbigen Illustrationen und Buchschmuck. Illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – »Dieses bekannteste der Bücher, die aus der Kooperation von Heinrich Lefler und seinem Schwager Joseph Urban hervorkam, kann als hervorragendes Beispiel für die Verschmelzung dekorativer Stilisierung (die wahrscheinlich von Urban stammt) und erzählender Illustrationsgraphik (Leflers Anteil) gelten« (Bilderwelt). – Die beiden Wiener Sezessions-Künstler Joseph Urban und Heinrich Lefler arbeiteten oft zusammen, Urban lieferte dabei stets die dekorative Umrahmung zu Leflers Illustrationen. Beide zählen zu den wichtigsten Künstlern des europäischen Jugendstils.

25,5 : 32,0 cm. 64, [2] Seiten. – Deckelkanten etwas berieben, insgesamt sehr schön.

Bilderwelt 545. – Seebaß I 1089 und II, 1040. – Stuck-Villa I, 421

960  Elisabeth Weidenreich – Gebrüder Grimm. Der Froschkönig

€ 200

oder der eiserne Heinrich, ein Märchen. Sechs Holzschnitte von Elisabeth Weidenreich. Berlin 1927. Mit sechs ganzseitigen Holzschnitten und einer Titelvignette. Originalpappband mit Deckelvignette.

Eins von 30 Exemplaren. – Im Druckvermerk von der Künstlerin signiert und nummeriert. – Gesetzt und gedruckt in der Buchdruckwerkstatt der Vereinigten Staatsschulen, Charlottenburg, die 1924 gegründet worden war. – Ein Jahr zuvor hatte die Studentin an der Kunstgewerbeschule München sieben Gedichte von Hugo von Hofmannsthal mit Linolschnitten gedruckt. – Nicht im KVK.

12,6 : 15,3 cm. [18!] Seiten. – Einband leicht fleckig.

  961    Kinderbücher – Hans Leip. Das Zauberschiff. The Magic Ship.

€ 150 ( R5 )

Ein Bilderbuch nicht nur für Kinder. A Picture Book not only for Children. Hamburg, Hammerich & Lesser 1946/1947. Mit 13 blattgroßen Illustrationen. Neuerer Pappband.

Erste Ausgabe. – Der Originalbroschurumschlag wurde eingebunden. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – »Seit zwanzig Jahren geplant, entstanden im Galtenberghaus zu Alpach bei Brixlegg in Tirol, Mai/Juni 1946« und noch im gleichen Jahr veröffentlicht. – »Das ursprünglich nur seinen vier Töchtern zugedachte Bilderbuch enthält zu dreizehn von ihm selbst entworfenen klarfarbigen expressionistischen Kompositionen kleine Texte als Erlebnisfolge eines Kindes, in deutscher und englischer Sprache.« (M. Dierks, zit. nach Lex. KJL). – »Für Halbey ›[…] ein Hauptwerk des deutschen Expressionismus‹, das bewußt dort anschließt, wo durch den Nationalsozialismus die freie Entwicklung der Kunst in Deutschland unterbrochen war.« (Hoffmann/Thiele, Künstler illustrieren Kinderbüchern 206).

28 : 26 cm. [32] Seiten.

Lex. KJL II, 333. – Stuck-Villa II, 248. – Bilderwelt 785

962  Erich Kästner. Pünktchen und Anton.

€ 250

Ein Roman für Kinder. Illustriert von Walter Trier. Berlin, William & Co. 1932 [1931]. Mit 13 Illustrationen nach Federzeichnungen, davon neun ganzseitig, und einer Farbtafel. Originalhalbleinenband mit farbigem Deckelbild. Mit einem Fragment des Schutzumschlags.

Erste Ausgabe, sehr selten (Hatry: »nahezu verschollen«). – Im Druckvermerk datiert »1932«, das Buch wurde aber bereits im Herbst 1931 ausgeliefert. Nach dem großen Erfolg erschien noch vor Weihnachten 1932 eine zweite Auflage (7.–12. Tausend). Offenbar gab es innerhalb der ersten Ausgabe Bindequoten, hier in der von allen anderen Kästner/Trier-Büchern gewohnten Halbleinen-Ausstattung, was die These von Thomas Hatry widerlegt, es hätte die Erstausgabe nur als Pappband und ohne Schutzumschlag gegeben. – Edith Jacobsohn, die Witwe des Weltbühne-Gründers, hatte 1929 Erich Kästner und Walter Trier miteinander bekannt gemacht und sich für ihren William-Verlag ein gemeinsames Kinderbuch gewünscht. Als erster von vielen Titeln des kongenialen Duos erschien 1929 »Emil und die Detektive«, gefolgt von »Das verhexte Telefon« und »Arthur mit dem langen Arm«. – Beilage: Fragment des Originalschutzumschlags mit dem Personenverzeichnis und Angaben zu Ort (»Berlin«) und Zeit der Handlung »das Jahr 1931«.

20,0 : 15,7 cm. Seiten [3]–223, [3] (so korrekt), 1 Farbtafel. – Leicht bestoßen, Hinterdeckel etwas fleckig, hinteres Gelenk gerissen. – Bindung gelockert.

Vgl. Hatry 191 (EA, aber nur Pappband) und 194 sowie Kat. Brüggemann III, 466 (nur 2. Auflage)

963  Erich Kästner. Der 35. Mai

€ 250

oder Konrad reitet in die Südsee. Illustriert von Walter Trier. Berlin, Williams & Co. 1933 [1932]. Mit 21 Illustrationen nach Federzeichnungen, davon 14 ganzseitig. Originalhalbleinenband mit farbigem Deckelbild und illustriertem Schutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Trotz der hohen Startauflage, die sicher in dem Erfolg von »Emil und die Detektive« begründet war, ist diese erste Ausgabe ungemein selten und um ihr tatsächliches Erscheinungsdatum rankt sich manche Ungereimtheit. Es scheint aber sicher, dass sich der Verlag auch hier das Weihnachtsgeschäft nicht entgehen lassen wollte und das Buch mit Imprint 1933 bereits im Herbst 1932 ausgeliefert wurde. Mit Bleistift auf dem hinteren Innendeckel ein Kauf- oder Lesedatum »22.X.32«. – Mit einem schönen Verlagsprospekt »Wir wollen auch Williams Bücher lesen 1932/33« als Beilage. Auf 16 Seiten werden viele Bestseller des Verlages vorgestellt und mit Pressestimmen beworben, darunter fünf Kästner/Trier-Titel sowie Dr. Dolittle und Dr. Überall. In guter Typographie zweifarbig in Orange und Grün gedruckt (18,0 : 12,2 cm).

20,5 : 15,7 cm. 131, [1] Seiten. – Eine Ecke minimal bestoßen. – Der Schutzumschlag mit einigen Einrissen, mit Japan hinterlegt. – Einige Ränder mit leichten, sehr kleinen Stockflecken.

Vgl. Kat. Brüggemann I, 426, Hatry 205 und Bilderwelt 697 – alle nur die 2. Auflage (11.-30. Tausend)

  964    Walter Klemm – H. J. Christoffel von Grimmelshausen. Ausführliche und wunderseltsame Lebensbeschreibung der Erzbetrügerin und Landstörzerin Courage.

€ 200

Mit 10 ganzseitigen Radierungen von Walter Klemm. Weimar, Weimarschau 1923. Mit zehn signierten Radierungen. Halblederband mit vergoldetem Rückentitel und marmorierten Deckelbezügen.

Drittes Werk des Weimarschau-Verlages. – Eins von 100 Exemplaren. – Auf Bütten. – Die Radierungen wurden in der Staatlichen Hochschule für bildende Kunst in Weimar gedruckt. – Im Weimarschau-Verlag erschienen 1923 drei von Klemm illustrierte Bücher. Walther Klemm (1883–1957) war bereits seit 1913 Leiter der Graphikabteilung der Weimarer Großherzoglich Sächsischen Hochschule, aus der 1919 das Bauhaus hervorging. Er zählte von Anfang an zu dessen Meistern. »Große Verdienste erwarb er sich als Illustrator von Werken der Weltliteratur. Seine Bildbeigaben […] sind Meisterwerke der Buchillustrationskunst […]« (Tesch/Völkel, Kleines Lexikon Bauhaus).

29,3 : 23,0 cm. 83, [5] Seiten, 10 Radierungen.

Sennewald 23,5

965  Oskar Kresse. Die Überwinder des Todes.

€ 300

Mit Zeichnungen von Carl Reimann. Berlin, John Schwerin 1911. Mit 16 zweifarbigen Tafeln und zwei, auf allen Doppelseiten wiederholten, Bordüren. Graubrauner Maroquinband, Deckelillustration und Titel schwarzgeprägt.

Erste illustrierte Ausgabe. – Der phantastische Roman von Oskar Kresse erschien wohl erstmals 1908, ohne Nennung des Verfassers. – Biographische Daten beider am Buch Beteiligten sind rar: Oskar Kresse verfasste mehrere Wörterbücher, u. a. 1915 eines zur »Verdeutschung entbehrlicher Fremdwörter«, Karl (Carl) Reimann veröffentlichte lt. Ries (»biographische Daten unbekannt«) zwischen 1903 und 1911 Zeichnungen in der Zeitschrift »Jugendblätter«. – Der Einband entstand sicher als Vorzugsausgabe des Verlages, da das Titelbild absolut identisch mit dem der normalen Halbleinenausgabe ist.

26,0 : 19,0 cm. [2], 232 Seiten, 16 Tafeln. – Deckelränder und Rücken etwas gebräunt. Vorsätze mit Roma-Bütten erneuert.

  966    Alfred Kubin. Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift.

€ 250

Wernstein, 8. I. 1930. Zwei Seiten.

An den Berliner Bibliophilen und Lektor Emil Tuchmann. – Kubin stellt detaillierte Fragen zu zwei Büchern, die aus Anlass des 25. Jubiläums des Berliner Bibliophilenabends erschienen (Otto Stoessl »Der bedenkliche Kauf« und »Der Dichter und das Buch«, herausgegeben von Emil Tuchmann und Karl Schönberg). »[…] soll es ein Umschlag, Einbandzeichnung oder ein Innentitel, Frontispice werden – soll 4. in die betreffende Zeichnung Schrift […] 5. Zum Abzeichnen der Lithographien würde ich die Firma O. Felsing (Charlottenburg) oder H. Birkholz (Berlin W 35) empfehlen. Ich habe bei Qualität und Preis die besten Erfahrungen besonders auch mit Felsing. […] – Mit Absenderstempel. – Die Herausgeber folgten Kubins Empfehlung, die Lithographie wurde bei Felsing gedruckt.

Vgl. Marks A 121 und A 124 und Deutsche Bibliophile 1898–1930, Seiten 104 und 106

967  Melchior Lechter – Maurice Maeterlinck. Der Schatz der Armen.

€ 300

In die deutsche Sprache übertragen durch Friedrich von Oppeln-Bronikowski. Florenz und Leipzig, Eugen Diederichs 1898. Mit Holzschnitten von Melchior Lechter, darunter Titel, 13 Initialen und Buchschmuck. Halbleinenband, der illustrierte Originalbroschurumschlag eingebunden.

Erste deutsche Ausgabe. – Das erste von Melchior Lechter gänzlich gestaltete und illustrierte Buch. Neben dem großen Titelholzschnitt schnitt er zahlreiche ornamentierte Initialen und Zierstücke, die Paginierung sowie alle Haupt- und Zwischentitelzeilen, die in Rostrot gedruckt wurden. – Auf bräunlichem Bütten. – »Mit diesem Buch beginnt die deutsche Buchkunst unseres Jahrhunderts« (Jürgen Eyssen). – Nachgebunden ein Doppelblatt mit Anmerkungen des Übersetzers und bibliographischen Notizen. In der Typographie des Buches und auf dem selben Bütten gedruckt. – Aus der Bibliothek des Kalligraphen MK Neudold mit dessen Exlibris.

20,3 : 17,5 cm. 105, [3; 4] Seiten. – Ränder etwas gebräunt.

Raub A 20. – Landmann 108. – Eyssen, Seite 11. – Schauer I, 53 und II, 12 (mit Abbildung)

968  Melchior Lechter – Stéphane Mallarmé. Herodias.

€ 10000

Umdichtung von Stefan George. Berlin, Blätter für die Kunst 1905. Cremefarbener Originalperkalineinband mit Goldprägung.

Erste Ausgabe der Umdichtung. – Eins von sieben Exemplaren auf Japanpapier, weitere zwei entstanden auf Pergament. – Gedruckt unter Aufsicht von Melchior Lechter bei Otto von Holten, Berlin, in Gold und Blau, komplett aus Versalien gesetzt. Melchior Lechters Urnen-Signet wird auf dem Vorderdeckel und dem Titel verwendet. – »1905 gestalteten George und Lechter […] eines der edelsten Bücher, die je von Ihnen produziert wurden; ein geplantes Rarissimum: ganz in Blau und Gold gehalten, […] nur durch Schrift und Farbe wirkend, ein Zwitter von Druck und Handschrift, erschien in nur sieben Exemplaren Georges Übertragung von Mallarmés ›Herodias‹ […]. Dieses Rarum war in einem gewissen Sinne ein Geschenk Georges an Melchior Lechter, dessen Wünschen es ganz und gar entsprach« (Ute Oelmann, Die Schrift- und Buchkunst Stefan Georges. Stuttgart 2009. S. 18). – »Stefan Georges Herodias-Übersetzung ist das seltenste und kostbarste Buch von George und ein Rarissimum der neueren deutschen Literatur.« (Katalog Marbach, Stefan George 209). – Provenienz: Deutsche Privatsammlung. – Das Exemplar aus der Sammlung Castrum Peregrini, Amsterdam, 2010 bei Hauswedell & Nolte (Auktion 422, Lot 41) erworben. Es war seit 80 Jahren das erste Exemplar im deutschen Handel. »1929 erzielte ein Exemplar der ›Herodias‹ bei Graupe den für damalige Verhältnisse exorbitanten Preis von 2500 Reichsmark«.

35,8 : 27,2 cm. [12] Seiten. – Einband minimal angestaubt, die Ecken und Kapitale leicht bestoßen. – Vereinzelt leichte Radierspuren, zwei Seiten im Falz mit Abklatsch des Lesebändchens, das lose beiliegt.

Landmann 240. – Raub A 54 A (nennt irrtümlich auch für die Japanexemplare Handmalereien Lechters)

969  Aristide Maillol – Longus. Les Pastorales ou Daphnis et Chloé.

€ 750

Version d’Aymot revue et complétée par P.-L. Courier. Bois originaux d’Aristide Maillol. Paris, Philipp Gonin 1937. Mit 48 Textholzschnitten und sieben Holzschnitt-Initialen. Pergamentband mit Durchstichheftung und vergoldetem Rückentitel. Zusammen mit Originalumschlag zur Suite in Halbpergamentkassette.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 500 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Bütten mit Maillols Wasserzeichen. – Mit einer in Rot auf Bütten gedruckten Suite aller 46 Holzschnitte – zwei Vignetten wurden im Buch wiederholt verwendet – und 15 ornamentierten Initialen auf einem Blatt. – »Small in scale, it is perhaps the most harmonious of Maillol’s illustrated books« (Garvey). – Kaum eine Holzschnittfolge Maillols ist anmutiger als die zu der Erzählung von der unschuldigen Liebe der Hirtenkinder Daphnis und Chloe. »Sensual, sometimes erotic but in the best sense of both terms Maillol […] is a perfect illustrator of ancient and modern classics […] the predominant feeling that emanates from the wood engravings is one of tenderness« (W. J. Strachan). – Schönes Exemplar, das Buch elegant gebunden, die Suite lose im Originalumschlag.

22,0 : 14,0 cm. [12], 217, [15] Seiten, 47 Holzschnitte.

Carteret IV, 243. – Rauch 141. – Garvey 174. – Guérin I, 76–127

970  Longus. Daphnis et Chloe. – Drei illustrierte französische Ausgaben.

€ 450

1919–1946.

I. Avec les figures dessinées et gravées sur bois par Carlègle. Paris, Pichon 1919. Mit 27 Textholzschnitten. Lederband der Zeit mit reicher Vergoldung. Eins von 50 Exemplaren der dritten Vorzugsausgabe, gedruckt auf China und mit einer Suite der Holzschnitte, ebenfalls auf China (Gesamtauflage 395). Carteret IV, 242 »Belle publication cotée, surtout en grand papier«. Leicht stockfleckig. – II. Illustrations de Louis Touchagues. Paris, Éditions du Bélier 1945. Mit zahlreichen, teils farbigen Illustrationen. Lose Bogen in illustrierten Originalumschlägen, -chemisen und -schuber. Eins von 700 Exemplaren (Gesamtauflage 805). – III. Compositions lithographiques originales de Suzanne Ballivet. Monte-Carlo 1946. Mit zahlreichen Lithographien im Text, davon 17 blattgroß. neuer grüner Lederband mit Schuber. Eins von 890 Exemplaren auf Grand Vélin Renage (Gesamtauflage 994).

  971    [René] Magritte.

€ 450

[La boîte bleue. Die blaue Schachtel. The Blue Box]. Paris und Gent/Amsterdam, Ludion 2003. Katalogbuch mit zahlreichen, meist farbigen, Illustrationen und drei »Portfolios« in blauer Originalhalblederkassette mit Objektdeckel und Titel in Silberprägung.

Eins von 950 Exemplaren der Vorzugsedition zum Ausstellungskatalog, herausgegeben von Daniel Abadie und Ronny van de Velde. – Der Katalog erschien zur Ausstellung in der Galerie nationale du Jeu de Paume, Paris, im Frühjahr 2003. – Die aufwendige und originelle Luxusedition enthält drei Umschlagmappen. I: Drei Originalradierungen auf Velin, stempelsigniert und nummeriert. – II: Fünf Ausschnitte aus dem Gemälde »L`Evidence éternelle«, reproduziert in Originalgröße auf Leinwand. – III: Farbdrucke von zwei Gouachen, je acht Stück auf Klebefolie. – Im Vorderdeckel der Kassette ein farbig reproduziertes trompe-l`œil unter Plexiglas. – Makellos.

36,5 : 32,0 : 8 cm (Kassette).

972  Vladimir Majakovskij. Groznyi smekh.

€ 750

(russisch: Das schreckliche Gelächter). Moskau/Leningrad, GIChL 1932. Mit 37 Bildseiten nach Rosta-Fenstern, einem Porträt und illustrierten Vorsätzen. Originalpappband mit Typographik auf dem Schutzumschlag.

Eins von 3000 Exemplaren. – Die den Rosta-Plakaten gewidmeten Texte erschienen zwei Jahre nach Majakowskis Tod. Das Buch besticht durch seine außergewöhnliche Gestaltung von Warwara Stepanova: Die Textseiten, nach den Regeln der modernen Typographie unter Verwendung verschieden starker Balken gesetzt, werden ergänzt durch die am Außenrand halbseitengroß abgebildeten legendären Plakate der russischen Telegrafen-Agentur ROSTA, die seit 1919 besonders in Zusammenarbeit mit Majakowski entstanden. Jedes zweite Textblatt blieb unillustriert und wurde in schmalem Hochformat eingebunden, so dass die Abbildungen stets unverdeckt bleiben. – Mit der berühmten Fotomontage von Boris Ignatowitsch in Rot und Schwarz auf den Vorsätzen. – Warwara Stepanowa (1894–1958) war auf der Ersten Russischen Kunstausstellung in Berlin (1922) vertreten. Die Textildesignerin arbeitete unter anderem zusammen Majakowski für die Zeitschrift LEF. Sie »schuf mit ihrer Gestaltung des Buches ein wegweisendes, modernes Werk« (Bowlt/Hernad).

24 : 21 cm. 79, [1] Seiten. Schutzumschlag folienkaschiert. Rückenbezug des Pappbands brüchig und restauriert. – Alle Blätter mittig mit leichten senkrecht verlaufenden Quetschfalten.

Rowell/Wye 1006. – Bowlt/Hernad 104

973  Thomas Mann. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift und Adresse.

€ 600

München, 10. IV. 1929.

An Paul Stolterfoht, Hamburg. – Dankt für »die gütigen Worte der Teilnahme, die Sie anläßlich des Todes meiner Mutter an mich richteten«. – Paul Stolterfoht (1847–1931), der wohlhabende Kaufmann aus Riga, war die erste große Liebe von Julia da Silva Bruns, der späteren Mutter Thomas Manns. Nur durch das Verbot von Julias Vater kam eine Ehe nicht zustande. Pauls Bruder, Nikolaus Heinrich Stolterfoht, heiratete 1867 Julias Schwester Maria und wurde 1875 Thomas Manns Taufpate. 1921 – zu Julia Manns 70. Geburtstag – sah man sich wieder. (vgl. Dagmar von Gersdorffs Julia Mann-Biographie, Insel 2018). – Mit dem Münchner Adressstempel »Dr. Thomas Mann«.

974  Thomas Mann. Zweimaliger Abschied. – Siehst du, Kind, ich liebe dich. – Monolog.

€ 300

[Drei Gedichte]. – In: Die Gesellschaft. Monat- (bzw. Halbmonat)schrift für Litteratur, Kunst und Sozialpolitik. Herausgegeben von M[ichael] G[eorg] Conrad (und L. Jacobowski). Leipzig, Wilhelm Friedrich 1893 und 1895, und Minden, Bruns 1899. Zwei grüne Originalleinenbände, ein Halbleinenband der Zeit.

Drei der sieben Gedichte Thomas Manns im Erstdruck. – Nach Potempa wurde »Zweimaliger Abschied« als erste literarische Veröffentlichung des damals gerade 18jährigen zuvor in dem unauffindbaren Heft 1 der Schülerzeitschrift »Der Frühlingssturm« abgedruckt. – Hier in den Heften IX/10, Heft XI/1 und XV/2/3. – In der Zeitschrift wurden auch zwei frühe Novellen von Thomas Mann erstveröffentlicht (siehe die nächste Katalognummer).

24,5 : 16,0 cm. – Mit je drei Porträttafeln. – Dezenter Besitzerstempel rückseitig auf dem Titelblatt von Band 1 und 2. – Kleiner Randeinriss.

Potempa F 1.2, 4.1 und 6.1. – Dietzel/Hügel 1162. – Schlawe I, 19ff

975  Thomas Mann. Gefallen.

€ 300

Novelle. – Luischen. – In: Die Gesellschaft. Monat- (bzw. Halbmonat)schrift für Litteratur, Kunst und Sozialpolitik. Herausgegeben von M[ichael] G[eorg] Conrad (und L. Jacobowski). Leipzig, Wilhelm Friedrich 1894 und Dresden, E. Pierson 1900. Grüner bzw. roter Originalleinenband.

Erstdrucke der beiden frühen Novellen, die im Sommer 1894 bzw. 1897 entstanden. – I. Jahrgang 10, Heft 11, Seiten 1453–1458. – II. Jahrgang XVI, Band 1, Heft 1, Seiten 35–50. – In der wichtigen Zeitschrift des deutschen Naturalismus, die von 1895 bis 1902 erschien, wurden auch mehrere Gedichte von Thomas Mann erstveröffentlicht (siehe die vorige Katalognummer). – Dazu weitere Bände der Zeitschrift (Jahrgänge 1893–1900) als Beigabe.

24,5 : 16,0 cm. – Band 1 mit drei Porträttafeln. – Dezenter Besitzerstempel rückseitig auf dem Titelblatt von Band 1, Besitzvermerke auf dem Vorsatzblatt von Band II.

Potempa E 2.1 und E 8.1. – Dietzel/Hügel 1162. – Schlawe I, 19ff

976  Thomas Mann. Der Tod in Venedig.

€ 3000 ( R5 )

Novelle. Berlin, S. Fischer 1913. Marmorierter Originalpappband in -schuber, beide mit Rückenschild.

Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten, davon 50 für den Verkauf. – Im Auflagenvermerk vom Verfasser signiert. – Die erste öffentliche Ausgabe erschien in Thomas Manns Hausverlag. – Gedruckt bei W. Drugulin, Leipzig. – Als hätte Fischer von Hans von Weber »gelernt«, wurde das Büchlein in einem locker gebundenen und mit hübschem Marmorpapier bezogenen Interimspappband ausgeliefert. Noch seltener als der Hundertdruck (KatNr. 132), aber vielleicht nicht ganz so spektakulär.

19,3 : 12,6 cm. 144, [4] Seiten. – Rücken verblasst.

Potempa E 26.3

977  Thomas Mann. Rede und Antwort.

€ 250 ( R5 )

Gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze. Berlin, S. Fischer 1922. Hellbraune Originalbroschur, unbeschnitten. Einbandgestaltung und -typographie von Kurt Erich Mende.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Der erste, tatsächlich bereits Ende 1921 ausgelieferte, Band der ersten Werkausgabe (»Gesammelte Werke in Einzelausgaben«). Hier in der seltenen broschierten Ausgabe (die Potempa nicht verzeichnet). Nur für die Broschur dieses ersten Bandes wurde eine frühe Variante des »Bogen und Leier«-Signets verwendet. Der Graphiker Kurt Erich Mende verkleinerte seinen Entwurf für alle weiteren Ausgaben. – Beilage: Faltprospekt des S. Fischer Verlags mit Ankündigung dieses Buches und der Werkausgabe (»Mit diesem neuen Essaybuch […] beginnen wir den Aufbau der gesammelten Werke Thomas Manns«) sowie Werbung für weitere lieferbare Titel von Thomas Mann.

19,5 : 12,7 cm. XII, 402, [2] Seiten. – Broschur angerändert und Rücken etwas brüchig.

Vgl. Potempa B 64. – Kiwitt (in Vorbereitung) A 1.1.2 und alpha.1921.1

978  Thomas Mann. Novellen.

€ 500 ( R5 )

Erster [und] Zweiter Band. Berlin, S. Fischer 1922. Tiefblaue Originalkalblederbände mit rotem Rückenschild, vergoldeter Deckelvignette, Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Aus der Vorzugsausgabe der »Gesammelten Werke in Einzelausgaben«. – Eins von 150 Subskribtionsexemplaren auf Hadern-Velin-Papier. – Im Druckvermerk vom Autor signiert.

19 : 12 cm. [4], 373, [7]; [4], 451, [5] Seiten. – Einband von Band I etwas verblasst, der Rücken verfärbt.

Potempa B 6

979  Thomas Mann. Der Zauberberg.

€ 300 ( R5 )

Roman. Erster [und] Zweiter Band. Berlin, S. Fischer 1924. Graue Maroquinbände mit Rückenschild, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: Buchb. Meink, Berlin). Im Schuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe. – Erschienen innerhalb der »Gesammelten Werke in Einzelausgaben«, hier in schönen Handeinbänden. – Die originalen Broschurumschläge wurden eingebunden. – 1912 verbrachte Katja Mann mehrere Monate in einem Davoser Lungensanatorium. Die dortigen Eindrücke bewogen den Autor mit »Der Tod in Venedig« zunächst zu einer »Art humoristischem Gegenstück«. »Der Zauberberg«, der dritte große Roman Thomas Manns, entstand dann in den Jahren von 1913 bis 1924. Der Erste Weltkrieg zwang Thomas Mann zur Schreibpause, erst 1919 setzte er seine Arbeit fort. Der Roman weitete sich zum Zeitroman aus, zur Kritik an spätbürgerlichen Lebens- und Denkformen der Vorkriegszeit, deren Repräsentanten auf dem »Zauberberg« versammelt sind.

18,8 : 12,8 cm. 578, [2]; 629, [3] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. – Besitzermonogramm auf Vorblatt.

Potempa D 3.1

980  Thomas Mann. Die Begegnung.

€ 750

Olten 1953. Originalhalblederband mit Modeldruckpapierbezügen. Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (Max Grollimund, Basel). Im Schuber.

Erste Einzelausgabe dieses Auszugs aus »Felix Krull«, die Einleitung im Erstdruck. – 58. Publikation der Vereinigung Oltner Bücherfreunde. – Eins von 125 Exemplaren der signierten Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 765). – Makellos.

20,2 : 13,2 cm. 73, [3] Seiten.

Potempa D 12.3.29

981  Thomas Mann. Gesammelte Werke

€ 450 ( R5 )

in zwölf Bänden. Frankfurt am Main, S. Fischer 1960. Hellbraune Originalmaroquinbände. Rückentitel und Deckelvignette (TM-Signatur) sowie der Kopfschnitt vergoldet. In Schubern mit Lederkanten.

Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Leder. – Herausgegeben von Hans Bürgin. – Enthält die Romane (I–VII), Erzählungen (VIII) und Reden und Aufsätze (IX–XII).

20,0 : 12,8 cm. – Rücken gleichmäßig und ganz schwach verfärbt.

Potempa A 6

  982    Henri Matisse – Marguerite Duthuit-Matisse und Claude Duthuit. Henri Matisse. Catalogue raisonné de l’œuvre gravé […]

€ 750

Tomes I et II. – Catalogue raisonné des ouvrages illustrés […] établi avec la collaboration de Françoise Garnaud. Preface de Jean Guichard-Meili. Paris 1983 und 1988. Mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Originalleinenbände, einer mit Schutzumschlag.

Die bis heute maßgeblichen und unverzichtbaren Werkkataloge zur Graphik (Band 1: Radierungen, Band 2: Lithographien u. a.) und illustrierten Büchern.

»L’œuvre gravé« mit Folienumschlag, mit Filmoplast auf den Innendeckeln fixiert. – Stempel auf Vorsatzblättern. – »Ouvrages illustrés« mit Schutzumschlag. Bindung etwas gelockert.

  983    André Maurois. Introduction a la méthode de Paul Valéry.

€ 250 ( R5 )

Paris, Éditions des Cahiers Libres 1933. Halblederband mit Marmorpapierbezug. Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von zehn römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe auf festem »Japon nacré«, weitere 35 wurden auf Bütten gedruckt (Gesamtauflage 1045). – »Ce texte est celui d’une conférence prononcée à l’Université des Annales, le 13 Décembre 1932«. – Die Texte der seit 1907 von Yvonne Sarcey unter dem Namen »Université des Annales« initiierten Konferenzen wurden in einer gleichnamigen Zeitschrift veröffentlicht. Einige Einzelausgaben erschienen in Buchform. – Maurois’ Titel zitiert den von Valérys berühmter Abhandlung »Introduction à la mèthode de Leonardo da Vinci«. – Selten, sehr schön auf dem edlen Japanpapier.

17,5 : 11,5 cm. [6], 109, [7] Seiten. – Rücken leicht aufgehellt und mit winzigen Bereibungen. Die oberen Ecken leicht bestoßen.

Talvart/Place XIV, 25, 58

  984    Joan Miró – Jacques Dupin. Miró Radierungen. – Miró Engraver.

€ 500

I [–] IV. Genf und Paris, Weber Lelong 1984–2001. Mit zwölf Holzschnitten, davon acht farbig, einer auf allen vier Umschlägen variiert wiederholt, und zahllosen Abbildungen. Originalleinenbände mit Schutzumschlag.

Bände I–III in deutscher Ausgabe (1500 Exemplare), der spät erschienene Band IV (Miró Engraver 1976-1983, in Zusammenarbeit mit Ariana Lelong-Mainaud) in englischer Sprache. – Maßgebliches Verzeichnis der Radierungen, hier mit dem oft fehlenden Schlussband. – Tadellos erhalten.

32,8 : 25,5 cm.

Cramer 255 (nur noch Band I)

  985    Fernand Mourlot. Kunst im Plakat der Pariser Schule.

€ 300

Paris, André Sauret, und Genf, Weber 1959. Mit 102 Farbtafeln. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag.

Kenntnisreicher Katalog mit blattgroßen Farbtafeln nach Originalplakaten von Braque (12), Chagall (14), Dufy (4), Léger (7), Matisse (10), Miró (8) und Picasso (42) sowie fünf Nachträge. – Mit Beschreibungen der Plakate. – Die deutsche Übersetzung stammt von Karl Georg Hemmerich.

32,5 : 24,5 cm. 247, [5] Seiten (einschließlich der 102 Tafeln). – Schutzumschlag oben leicht bestoßen.

  986    Robert Motherwell. L’humanisme de l’abstraction.

€ 250

Traduction de Joël Dupont. Caen, Le Échoppe 1991. Originalbroschur.

Erste französische Ausgabe. – Eins von 50 von Motherwell signierten Vorzugsexemplaren auf Velin (Gesamtauflage 1000). – Der von Motherwell selbst sehr hoch geschätzte Essay »On the Humanism of Abstraction« gilt als eine der verständlichsten und überzeugendsten Aussagen über die Abstraktion in der Malerei. Diese offenbar einzige Übersetzung des Textes erschien kurz vor Motherwells Tod (1915–1991). – Tadellos erhalten.

15,2 : 11,2 cm. [32] Seiten. – Unaufgeschnitten.

987  Erich Mühsam. Brief mit Unterschrift.

€ 400

Berlin, 26. November 1927. Eine Seite.

An M. Fiedler, [Dresden]-Oberloschwitz. – Auf dem Briefpapier der von Mühsam seit 1926 herausgegebenen Zeitschrift »Fanal« und mit Mühsams Adress-Stempel. – »Ihre Absicht, dem armen Senna Hoy ein Denkmal in Form einer Biographie zu setzen, ist sehr erfreulich. Leider besitze ich außer dem Nachruf, den ich selbst ihm geschrieben habe, keinerlei Material mehr.« – Mühsam schildert, wie er seine Wohnung vorfand, als er nach fünf Jahren 1924 aus der Haft entlassen wurde: »die Stätte einer wüsten Plünderungs- und Vernichtungsorgie der Weißgardisten […] Wenn noch jemand ein Bild und vielleicht sonst noch wertvolle Dokumente haben sollte, so vermutlich höchstens Else Lasker-Schüler.« Er rät dem Empfänger, sich an die Dichterin zu wenden, gibt aber zu bedenken, dass »sie im Augenblick durch die wohl hoffnungslose Lungenkrankheit ihres Sohnes in einem seelischen Zustand ist«, in dem man sie nicht bedrängen solle. – Der verstorbene Senna Hoy (1882–1914, eigentlich Johannes Holzmann,das Pseudonym entstand durch die Umkehrung seines Vornamens), stand Else Lasker-Schüler sehr nahe. Aufgrund mancher Andeutungen im Werk der Dichterin wird vermutet, dass er der uneheliche Vater ihres Sohnes Paul war. Holzmann gab seit 1904 in Berlin die Zeitschrift »Kampf« heraus. Wegen revolutionärer Aktionen floh er nach Zürich, später nach Paris und Russland. 1908 wurde er verhaftet und starb 1912 in der Nervenklinik eines russischen Gefängnisses. Im November 1913 hatte ihn Else Lasker-Schüler dort ein letztes Mal gesehen. – Der erwähnte Nachruf Mühsams erschien wohl in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift »Kain«, die vom Briefempfänger geplante Biographie ist nicht nachweisbar. – Erich Mühsam wurde nach dem Reichstagsbrand 1933 verhaftet und 1934 im KZ Oranienburg ermordet. Durch Polizeiaktionen nach Niederschlagung der Münchner Räterepublik, Verfolgung durch die Nationalsozialisten, Verlust von Originalen bei der Emigration der Briefempfänger und andere Umstände ist die Mehrzahl der Briefe Mühsams verloren gegangen.

  988    Rolf Münzner – Miguel de Cervantes [Saavedra]. Don Quixote.

€ 300

Fünf Lithographien von Rolf Münzner. Zehn Text-Auszüge und eine Nachbemerkung von Peter Gosse. Leipzig 1997. Mit fünf blattgroßen Lithographien. Originalhalbleinenband mit blindgeprägtem Deckeltitel (Bettina Wija-Stein). Im Originalschuber.

Eins von 70 Exemplaren, weitere 30 kamen nicht in den Handel. – Typographie von Günter Jacobi. – Impressum von Künstler und Typograph signiert. – Die Lithographien wurden vorrangig in Asphaltschabmanier gefertigt und von Klaus Göbel, Chemnitz, vom Stein gedruckt. – Als Text wurde die Übersetzung von Ludwig Tieck gewählt, als Einleitung Auszüge aus Heinrich Heines »Einleitung zum Don Quixote« von 1837.

42,5 : 30,5 cm. 50, [4] Seiten. – Schuber mit leichter Farbspur, sonst tadellos.

989  Hermann Naumann. Acht Radierungen zu Kafka.

€ 600

Mit der Erzählung »Ein Hungerkünstler‹ von Franz Kafka. Herausgegeben von Lothar Lang und Hans Marquardt. Leipzig, Philipp Reclam jun. 1985. Acht signierte, datierte und nummerierte Radierungen. Mit einem Text-Doppelblatt lose in Originalumschlag und -schuber.

Eins von 105 Exemplaren, weitere 20 als Verlegerexemplare. Die Exemplare 71–100 erschienen in der Frankfurter Büchergilde Gutenberg. – In den Platten monogrammiert und datiert. Die Radierungen entstanden bereits in den 1950er Jahren und wurden vom Künstler auch 1985 beim Signieren entsprechend datiert. Drei Blätter betitelt »Das Urteil«, »Vor dem Gesetz« und »Bericht für eine Akademie«. – »Wer die graphischen Arbeiten dieser Mappe aufmerksam betrachtet, wird feststellen, daß Naumann Stil, Naivität, Volkssprache (im Sinne alter Bilderbogen) und Karikatur geleichermaßen impliziert […]« (Vorbemerkung der Herausgeber). – Auf starkem Bütten.

51 : 40 cm (Mappe).

990  Reiher-Verlag – Stille Musik.

€ 300

26 Original-Holzschnitte von Alexander Olbricht mit Versen deutscher Dichter. Weimar, Reiher 1922. Mit 13 ganzseitigen und 13 Holzschnitten im Text, fünf ganzseitige koloriert. Ohne Einband.

Unnummeriertes Exemplar. – Auf Bütten. – Einen Teil der Holzschnitte, die auf der Reiher-Presse gedruckt wurden, kolorierte der Künstler. – Gehefteter Buchblock auf fünf Bünden, unaufgeschnitten. – Makellos, zum Binden bereit.

22 : 18 cm. [48] Seiten.

  991    Emil Orlik – Tilla Durieux. Spielen und Träumen.

€ 450

Mit fünf Radierungen und einer Lithographie von Emil Orlik. [Düsseldorf], Galerie Flechtheim 1922. Mit sechs signierten Originalgraphiken. Halblederband, Originalseidendeckelbezug mit goldgeprägten Vignetten.

20. Druck der Ausgaben der Galerie Flechtheim. – Eins von 25 Vorzugsexemplaren mit den signierten Graphiken. Der Druckvermerk wurde von Tilla Durieux und dem Künstler signiert. – Druck der Radierungen auf der Pan-Presse. – Tilla Durieux (1880–1971), ebenso erfolgreiche wie politisch engagierte Schauspielerin, war seit 1910 in zweiter Ehe mit dem Verleger Paul Cassirer verheiratet. – Emil Orlik porträtierte die Schauspielerin mehrfach, seine Radierungen hier mit schönen Aquatintapartien, die fünfte Radierung mit einer nächtlichen Spielszene.

32,0 : 24,5 cm. [16] Seiten. 6 Graphiken. – Rücken und Deckel erneuert, Seide neu aufgezogen.

Rodenberg 355, 20. – Schauer II, 118

  992    Jürgen Partenheimer – Cees Nooteboom. De slapende goden. Les dieux dormants. Jürgen Partenheimer. Sueños y otras mentiras.

€ 800

Gent, Ergo Press 2005. Mit zwei farbigen blattgroßen Lithographien und Illustrationen von Jürgen Partenheimer. Farbig illustrierte Originalbroschur im Acrylglasschuber.

Eins von 24 Exemplaren der niederländisch-französischen Ausgabe, weitere 24 erschienen mit deutschem Paralleltext. – Mit einer signierten Suite der beiden Lithographien. – Im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Gedruckt auf Velin »Saunders Waterford«. – Ein Künstlerbuch, »in which the minimalism of Partenheimer is juxtaposed to Nooteboom’s ›poetry of place‹« (Webseite der Ergo Press). – Tadellos erhalten.

28,5 : 38,7 cm. [52] Seiten.

  993    Boris Pasternak. Devjatsot pjatij god.

€ 450

(russisch: Das Jahr 1905). Moskau und Leningrad, Gosidat 1927. Originalbroschur, zweifarbige Umschlagillustration nach Entwurf von W. O. Roskin.

Erste Ausgabe. – Enthält auch die dreiteilige Dichtung »Leutnant Schmidt«. – Im Jahr 1905 begannen die heftigen Proteste gegen Zar Nikolaus II., die 1917 in die Februar- und Oktoberrevolution mündeten. Deren Ereignisse und Eskalationen bewegten Boris Pasternak nach dem Zweiten Weltkrieg zu seinem wohl berühmtesten Buch. »Doktor Schiwago«, sein einziger Roman, durfte in der Sowjetunion erst 1988 erscheinen.

17,0 : 13,1 cm. 100 Seiten. – Beschabt und bestoßen, Rücken erneuert. – Titel mit Schabstelle und Stempel.

994  Evelyn Paul – Dante Alighieri. The New Life.

€ 300

Translated by Dante Gabriel Rossetti. Pictured by Evelyn Paul. With Music by Alfred Mercer. [London,] George G. Harrap [1915/16?]. Mit 16 Chromolithographien, zehn als Tafeln, sechs montierte im Text, und üppigem Buchschmuck, teils in Farben und Gold gedruckt. Originalpergamentband mit farbigen und vergoldeten Ornamentalverzierungen.

Eins von 150 Exemplaren, von der Künstlerin nummeriert und signiert. – Gedruckt auf der Cheylesmore Press in Coventry. – Evelyn Maude Blanche Paul (1883–1963) war vor allem für ihre von mittelalterlichen Handschriften beeinflussten Buchillustrationen bekannt. Sie verband gotische Stilelemente mit denen des Jugendstils und handelte damit ganz im Sinne der Arts and Crafts-Bewegung. Großen Einfluss hatte der Präraphaelit Dante Gabriel Rossetti auf sie. – Schönes Exemplar der seltenen Ausgabe.

24,8 : 19,2 cm. 163, [5] Seiten, Tafeln mitpaginiert.

995  Francis Picabia. Unique eunuque.

€ 600

Avec un portrait de l’auteur par lui-meme. Préface par Tristan Tzara. Paris, Au sans pareil Collection Dada 1920. Mit einer ganzseitigen Illustration. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 1000 Exemplaren auf Vergé Bouffant (Gesamtauflage 1025). – Auf dem Vortitel Picabias eigenhändige Widmung »Très sympathiquement à M. Tapié«, datiert »4 decembre 1947«. Zusammen mit Michel Tapié gab Francis Picabia 1949 eine einzige Ausgabe der Zeitschrift »491« heraus, eine Reminiszenz an seine legendäre Dada-Zeitschrift »391«, die von 1919 bis 1924 erschien. – Mit dem berühmten Selbstporträt des Protagonisten von Dada Paris und der Einleitung von Tristan Tzara. – Unbeschnitten.

18,4 : 13,2 cm. 38, [2] Seiten. – Blattränder papierbedingt gebräunt. – Mit KatNr. 996 in einer attraktiven Leinenkassette mit Titelschildern.

Dada global 210. – Dokumentations-Bibliothek II, 60. – Motherwell/Karpel 323

996  Francis Picabia. Jésus-Christ rastaquouère.

€ 600

Dessins par Ribemont-Dessaignes. [Paris,] Collection Dada [1920]. Mit drei blattgroßen Illustrationen. Originalbroschur mit Deckelschild.

Erste Ausgabe. – Eins von 1000 Exemplaren (Gesamtauflage 1060). – Wegen des blasphemischen Titels gelang es Picabia erst mit Hilfe Bretons, einen Verleger zu finden und das Buch unzensiert zu veröffentlichen. – Unbeschnitten.

23,2 : 16,4 cm. 66, [6] Seiten. – Rücken stärker, Deckelränder leicht verblasst. – Mit KatNr. 995 in einer attraktiven Leinenkassette mit Titelschildern.

Dada global 211. – Dokumentations-Bibliothek II, 59. – Motherwell/Karpel 317

  997    Pablo Picasso – Jaime Sabartés. »A los toros« mit Picasso.

€ 900

Monte-Carlo, André Sauret 1961. Mit vier Lithographien, davon eine farbig, und 103 ganzseitigen, teils farbigen Illustrationen. Grauer Originalleinenband mit Deckelillustration im roten Originalpappschuber.

Exemplar der deutschen Ausgabe, übertragen von U. M. Hemmerich nach der französischen Ausgabe. – Die auf mehr als hundert Tafeln reproduzierten Tuschzeichnungen beschäftigen sich mit zwei zentralen Themen Picassos: Stierkampf und Frauen. – Auf Wunsch des Verlegers schuf Picasso für dieses Werk vier Lithographien und kolorierte dann »Le Picador« mit allen 24 Farben eines Wachsstiftkastens.

25,5 : 32,5 cm. 153, [3] Seiten.

Bloch 1014–1017. – Goeppert/Cramer 113

  998    Pablo Picasso – Fernand Mourlot. Picasso Lithographe.

€ 1800

I [–] IV. Monte-Carlo, Sauret 1949–1964. Mit acht Lithographien, davon eine farbig, auf den vier Umschlägen und zahlreichen, teils farbigen, Abbildungen. Originalbroschuren, drei mit Schuber.

Maßgebliches Werkverzeichnis der Lithographien bis 1963. – Die Lithographien für Umschläge und Frontispize wurden von Picasso eigens für diese Edition geschaffen. – Mit einem Vorwort von Jaime Sabartes. – Alle Bände mit den Originalpergaminumschlägen und sehr gut erhalten.

32 : 25 cm. – Bei III Frontispiz im Falz etwas gelockert.

Goeppert/Cramer 55, 60, 77 und 125

  999    Karl Rössing – Nikolai Gogol. Taras Bulba.

€ 300

Mit 30 Holzschnitten von Karl Rössing. Wien, Leipzig und München, Rikola 1922. Mit 30 Holzschnitten im Text, davon acht ganzseitig und zwölf als figürliche Initialen, und Holzschnittvorsatzpapieren. Grüner Saffianlederband mit ornamentaler Schwarzprägung, Schnittvergoldung und Marmorpapiervorsätzen (signiert: O. Herfurth). Im gefütterten Schuber mit Lederkanten.

Eins von 150 der Vorzugsausgabe auf »besserem Papier«, entgegen dem Druckvermerk ohne Signatur Rössings im Druckvermerk, dafür in einem schönen Handeinband des Leipziger Buchbinders. – Gesetzt aus der Ehmcke-Schwabacher und gedruckt unter Aufsicht von F. H. Ehmcke, Rössings Lehrer an der Königlichen Kunstgewerbeschule München, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband. – Karl Rössing (1897–1987) gilt als Wiedererwecker der Technik des Holzstichs, »einer Technik, die […] im 19. Jahrhundert zur rein mechanischen Wiedergabe von Reproduktionskunst verflacht war.« (Roswitha Mair) – Sehr schönes Exemplar dieser frühen Illustrationsfolge, in der Vorzugsausgabe selten.

23,8 : 18,2 cm. [2], 148, [6] Seiten. – Rücken aufgehellt.

Eichhorn/Mair 1.10.1

1000  Armin Sandig. Roman.

€ 750

Ein Bilderbuch in 21 Lithographien. Text von Helmut Heissenbüttel. Vorwort von Will Grohmann. Hannover, Dieter Brusberg 1962. 21 signierte Farblithographien, zusammen mit vier Textblättern lose in lithographiertem Originalumschlag und -halbleinenschuber.

Eins von 30 Exemplaren, weitere fünf kamen nicht in den Handel. – Die Lithographien rückseitig signiert, datiert und nummeriert. – Gedruckt bei Desjobert, Paris, auf Velin »BFK Rives«. – Nur ein Jahr nach der Radierfolge »Deklination der Aquatinten« erschien als zweite Edition des Hannoveraner Galeristen Brusberg diese frühe graphische Folge des Wahl-Hamburgers Armin Sandig (1929–2015). – »Ein ›Roman‹, aber natürlich kein ›Roman‹, ein Bilderbuch zu einem Text oder ein Text zu einem Bilderbuch, eine aktuelle Miniaturhandschrift, bei der sich Dichter und Maler schon sehr nahe kommen.« (Vorwort). – Sehr selten.

34,0 : 26,0 cm. 25 Blätter. – Umschlag am Rückenfalz mit kleinen Einrissen, der Schuber am Rücken etwas aufgeplatzt.

Spindler 162.2