ChristianHesse

Kinderbücher | Hesse-Auktionen
Kinderbücher

395  Kleine Erzählungen über Ein Buch mit Kupfern

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

oder leichte Geschichten für Kinder. Philadelphia, Johnson und Warner 1809. Mit 19 Holzstichen. Gefalzte Blätter ohne Einband.

Erste deutsche Ausgabe, nach der amerikanischen Fassung. – 1804 erschien in London das englische Original »Little prattle over a book of prints«, 1808 folgte bei Johnson eine amerikanische Ausgabe. Beide waren mit 17 Kupferstichen illustriert, die – um zwei Abbildungen erweitert – für die deutsche Ausgabe in Holz nachgestochen wurden. Am Ende ein Alphabet und eine Seite Silbenschrift. – Die Illustrationen zu den belehrenden, teils recht drastischen Texten könnten von Alexander Anderson (1775–1870) stammen. Der Sohn schottischer Einwanderer wurde in New York geboren und illustrierte zahlreiche Kinderbücher und Jugendzeitschriften.

13,8 : 9,0 cm. [44] Seiten. – Kleiner Braunfleck am Seitenrand.

Rosenbach, Early American Children’s Books 395 und 372

396  Franz von Pocci – Guido Görres. Schön Röslein.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Ein Mährchen. München, Litterarisch-Artistische Anstalt 1838. Mit zahlreichen Textholzschnitten von H. Neuer nach Zeichnungen von Franz von Pocci. Pappband mit chromolithographierten Deckelvignetten.

Erste Ausgabe des romantischen Märchens. – Unter den Holzschnitten nach Poccis entzückenden Vorlagen finden sich auch viele figürliche Initialen. – Am Ende die Zeitungsparodie »Allgemeine Königl. Hof-Rosenzeitung«, herausgegeben von Kurz von der Rosen, mit Meldungen aus Rosenburg, vom Landgericht Rosenheim, Rezepten gegen Gürtelrose, Anzeigen eines Antiquars aus Rosenthal (u. a. Les roses von Redoute, Dornröschen gezeichnet von Neureuther) und Börsenkursen von Rosenobel und Rosenpiaster. – Im Gegensatz zu Grimms und Bechsteins […] Märchen […] ein Kunstprodukt, dem man die Mache anmerkt, eine Häufung abenteuerlicher Begebenheiten mit deutlichen Anklängen an bekannte Geschichten […] die zahlreichen Initialen, reich an glücklichen Einfällen, überraschen den Beschauer […]« (Aloys Dreyer, Pocci, S. 41). – Eines der von Pocci-Enkel erwähnten »besseren« Exemplare mit den Chromolithographien auf dem Einband.

19,8 : 15,5 cm. [2], 70 Seiten. – Deckelränder und Rücken übermalt, Vorsatzblatt mit eingeklebter ankolorierter Bleistiftzeichnung (Blütenmuster). – Etwas stockfleckig und oben mit Wasserrand.

Pocci-Enkel 80. – Stuck-Villa I, 126. – Seebass II, 652. – Rümann 1653. – Rümann, Das illustrierte Buch, Seite 306

397  Lothar Meggendorfer. Prinz Liliput.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 660

Ein lustiges Ziehbilderbuch. Mit Text von Ferd. Feldigl. Esslingen, J. F. Schreiber [1906]. Mit farbig illustriertem Titel und zahlreichen Illustrationen sowie sieben Farbtafeln, davon sechs als bewegliche Ziehbilder. Originalhalbleinenband mit farbiger Deckelillustration.

Vorderdeckel mit Eindruck »Zweite Auflage« – »Dieses Ziehbilderbuch zählt mit zu den schönsten Beispielen dieser Gattung. Auf den sechs beweglichen Tafeln breitet sich eine Tier- und Pflanzenwelt aus, in deren Mittelpunkt der daumengroße Prinz Liliput und seine abenteuerlichen Erlebnisse stehen.« (Bilderwelt).

37,0 : 26,3 cm. [28] Seiten. – Einband gebräunt und leicht fleckig, Kanten etwas berieben. – Alle Ziehmechanismen intakt. Seiten an den Rändern gebräunt, teils brüchig und mit kleinen Läsuren bzw. Ausbesserungen. Bei einem Ziehbild Verlust eines kleinen Teils.

Krahé, Spielwelt 114 Anmerkung. – Vgl. Ries 108, Bilderwelt 2051, Wegehaupt IV, 1439 und Lex. KJL II, 460 (EA 1898)

398  Lothar Meggendorfer. Verwandlungs-Bilder.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 670

Erste Vorstellung. Zweite Auflage. Esslingen, J. F. Schreiber [1894]. Mit Titelvignette, Textillustrationen und sechs chromolithographierten Tafeln mit zweilagigem Ziehmechanismus. Originalhalbleinenband mit farbig illustriertem Vorderdeckel.

Erste Ausgabe. – Äußerst seltenes Ziehbilderbuch mit witzigen und einfallsreichen Verwandlungsbildern zu den Geschichten vom Widerspenstigen Esel, dem Dummen August, der Fischerin, dem Neger in Kamerun u. a. – Durch vertikales Verschieben der vier horizontalen Bilderstreifen erscheint ein vollkommen neues Bild. – »Mit seinen Verwandlungsbildern führt uns Meggendorfer wieder allerhand menschliche Schwächen auf die komischste Art in Jalousiebildern vor Augen« (Laub, SMCA S. 243). – Die Ziehmechanismen alle tadellos intakt.

35,3 : 25,5 cm. [16] Seiten. – Einband lichtrandig und fleckig. – Vorsatz mit Händlerstempel. Ziehmechanismus teils unauffällig restauriert, dort Bildausschnitte mit kleinen Eckeinrissen.

Krahé, Spielwelt 125. – Ries 95. – Stuck-Villa I, 438

399  Lothar Meggendorfer. Drehbilder-A-B-C.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Ein lehrreiches Bilderbuch mit zweiundzwanzig feinen Farbendruckbildern, auf welchen durch Drehen noch eine Anzahl weiterer Abbildungen zum Vorschein kommen. Text in Versen von Ferdinand Feldigl. Esslingen bei Stuttgart, J. F. Schreiber 1898. Chromolithographierte Tafeln. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Zweite Auflage. – In die elf zweilagigen Seiten mit Ausstanzungen wurde jeweils mittig eine Drehscheibe montiert. Durch Drehen der Scheibe erscheinen über dem Hauptbild zum jeweiligen Buchstaben kleine ergänzende Bilder, unter dem Hauptbild jeweils ein dazu passender Vers. – Sehr seltenes ABC-Buch.

28,2 : 31,7 cm. [26] Seiten. – Einband gebräunt und etwas fleckig. – Ränder gebräunt und mit kleinen Läsuren. Äußerer Falz des ersten Bildes eingerissen.

Krahé, Spielwelt 31. – Ries 106. – Wegehaupt IV, 1406. – Lex. KJL II, 460

400  Lothar Meggendorfer. Zwölf schöne Geschichten.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Ein Bilderbuch für Kinder. Text von Franz Bonn. Dritte Auflage. München, Braun & Schneider [1883]. Mit kolorierten lithographischen Illustrationen. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Dritte Auflage des erstmals 1881 erschienenen Werkes. – Eins der frühesten Kinderbücher Meggendorfers, eine Struwwelpetriade mit Geschichten vom langen Hans, dem kleinen Otto, dem unfolgsamen Adolf, Ferdinand und Laura und vielen anderen.

38,0 : 29,0 cm. 24 Seiten. – Einband gebräunt, Kanten berieben. – Bindung gelockert. Ränder gebräunt, wenige Seiten mit kleinen Fehlstellen.

Krahé, Spielwelt 140 Anmerkung. – Vgl. Ries 11, Wegehaupt IV, 1448 und Lex. KJL II, 460 (EA 1881)

401  Lothar Meggendorfer. Aus dem Leben.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Sechste Auflage. München, Braun & Schneider 1885. Acht chromolithographierte Tafeln mit zweilagigem Ziehmechanismus. Originalhalbleinenband mit farbig illustriertem Vorderdeckel.

Die erste Auflage erschien 1882. – Acht pochoirkolorierte Ziehbilder mit Alltagsgeschichten: »Vor der Schule«, »Der Konditorjunge«, »Marie«, »Der Sonntagsreiter«, »An der Wiege«, »Der Truthahn«, »Der Tanzbär« und »Der Affe«. – Die mahnenden Worte des Vorworts »In der Zukunft froh sich’s lohnt, wenn man seine Sachen schont, d’rum mit Vorsicht und Bedacht, gebet auf dies Buch wohl acht« wurden bedingt befolgt – zumindest die Ziehmechanismen sind alle intakt. – Sehr selten.

32,3 : 23,5 cm. [18] Seiten. – Einband fleckig und bestoßen. – Seiten im Falz neu gefasst. Innen deutliche Gebrauchsspuren, einige Papierteile der Ziehbilder erneuert, einige Ziehmechanismen etwas schwergängig. Insgesamt fleckig.

Krahé, Spielwelt 14. – Ries 13. – Wegehaupt IV, 1402. – Lex. KJL II, 460

402  Kindergarderobe.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

27 Farblithographien. Berlin, John Henry Schwerin 1902–1909. Halbleinenband der Zeit.

Mit insgesamt etwa 150 Modellen, alle mit genauen Beschreibungen. – Jede Tafel mit einem fast formatfüllenden farbigen Bildteil, am rechten Rand Bildlegende, kleine Detaildarstellungen und Hinweis auf Zuschneidebogen und Bezugsquellen, dabei fast immer »Emma Bette, Bud & Lachmann, Berlin«. – Unterrand mit Verlagsangabe, Titel und Datierung. – Johann Heinrich Schwerin (1843–1900) hatte 1885 die Frauenzeitung »Mode und Haus« gegründet, der dann weitere langlebige Erfolgstitel folgten: »Kleine Modewelt«, »Große Modewelt«, »Frauenfleiß«, »Kindergarderobe« und »Illustrierte Wäschezeitung«. »Eine jede der genannten Zeitschriften fand den Beifall des Publikums; einzelne derselben erfreuten sich ganz außerordentlich großer Verbreitung.« (Rudolf Schmidt: Deutsche Buchhändler. Deutsche Buchdrucker. Band 5. Berlin/Eberswalde 1908, S. 889-890).

16 : 24 cm. – Einige Tafeln lose, die ersten am Seitenrand fleckig.

403  Sport und Spiel – Henry René de Allemagne. Sports et jeux d’adresse. – Récréations et passe-temps.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Paris, Hachette um 1903–1905. Mit zusammen mehr als 230 Tafeln, davon 61 koloriert, und hunderten Textabbildungen. Halblederbände der Zeit mit eingebundenen illustrierten Originalumschlägen.

Originalausgaben. – Reich illustrierte und wichtige Monographien über die Geschichte des Spiels und des Zeitvertreibs. Beschrieben werden die Entwicklung von Gesellschaftsspielen, Tischspielen (Backgammon, Schach, Dame, Domino, Würfelspiele etc.), verschiedenen Lotterien, Gedulds-, Kinder-, Gesellschafts-, Rate-, Such- und Turnierspielen aber auch Akrobatik, Volksfeste, Jahrmarktsvergnügen u. a. m. – Gut erhalten. – Henry René d’Allemagne wirkte als Bibliothekar an der Bibliothèque de l’Arsénal. Er veröffentlichte zwischen 1900 und 1910 eine Reihe von Standardwerken über Spiele und Spielzeug und viele weitere kulturhistorische Werke.

32,0 : 25,5 cm. [4], 382, IV Seiten; [4], 380 Seiten. – Einbände mit leichten Schabstellen.

404  Hermynia Zur Mühlen. Das Schloß der Wahrheit.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Ein Märchenbuch. Berlin, Verlag der Jugendinternationale 1924. Mit sieben Bildtafeln, davon vier farbig, und 29 Illustrationen im Text, alle von Karl Holtz. Illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Exemplar mit dem Eindruck »Organisationsausgabe« und dem Hinweis, dass »diese Exemplare nur an Mitglieder der der 3. Internationale angeschlossenen Organisationen abgegeben werden« dürfen. – Karl Holtz (1899–1978) arbeitete in dieser Zeit für verschiedene sozialdemokratische Zeitschriften. Nach dem Krieg lebte er in Ostdeutschland. Dort wurde ihm eine Stalin-Karikatur, 1949 in einer Schweizer Zeitung veröffentlicht, zum Verhängnis. Er wurde verhaftet und von einem sowjetischen Militärgericht zu 25 Jahren Haft verurteilt. – Hermynia Zur Mühlen wurde durch Übersetzungen für den Malik-Verlag bekannt und veröffentlichte mehrere proletarische Kinderbücher.

29,0 : 23,0 cm. 61, [3] Seiten, 7 Tafeln. – Einband leicht fleckig. – Besitzvermerk auf Vorsatzblatt, Ränder teils etwas gebräunt.

Melzwig 882.1

405  La boîte à joujoux.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Ballet [Texte et dessins] pour enfants par André Hellé. Musique de Claude Debussy. Paris, A. Durand & Fils [1919]. Mit 18 Farblithographien, davon zwölf Bildtafeln und sechs als Titel, Zwischentitel und Schlussvignette sowie fünf Seiten mit lithographierten Texten und Bildern. Leinenband, illustrierter Vorderdeckel aufgezogen.

Seltene erste Ausgabe. – Bilderwelt zur Ausgabe von 1926: »Dies ist das reizvollste Bilderbuch von Hellé (wovon eine vollständigere und üppigere Ausgabe in Glanzpapier und Querformat 1919 bei Durand herauskam, Kinderballett mit notierter Musik von Debussy). Dieses phantasievolle Bilderbuch über die Welt des Spielzeugs ist […] vollkommen gelungen mit seiner erfinderischen Seitengestaltung und gewählter Zusammenfügung von Text und Bild.« – Der Dekorationskünstler und Buchillustrator André Hellé (1871–1945) wurde besonders durch seine Holzspielzeuge und -modelle, die sich in seinen Illustrationen wiederfinden, bekannt. Claude Debussy komponierte die Musik 1913. Das Ballett wurde 1919, »also im Todesjahr von Debussys einzigem Töchterchen (das seinen Vater nur um ein Jahr überlebte) [in der Ausstattung Hellés] erstmals aufgeführt.« (Seebaß). Die Buchausgabe erschien wohl zu dieser Aufführung. – Am Anfang Inhaltsangabe und Personenverzeichnis, nach der Handschrift Hellés und mit seinen Illustrationen gedruckt, gefolgt von den vier Teilen mit Musiknoten und Texten sowie den entzückenden Zwischenttiteln und Bildtafeln. – Mit dem Textblatt zur Aufführung.

24,0 : 32,0 cm. 1 Blatt, [8] Seiten, 48 Seiten, 18 Lithographien. – Der Einband leider folienkaschiert. Ausgeschiedenes Bibliotheksexemplar mit entsprechenden Stempeln auf dem Vorblatt und dem hinteren Vorsatz. – Im Notenteil vereinzelte Bleistiftnotizen.

Seebaß II, 428 (vermutet eine frühere, unillustrierte Ausgabe). – Vgl. Bilderwelt 2655

406  Hendrik Willem van Loon. The Story of Wilbur the Hat.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Being a true account of the strange things which sometimes happen in a part of the world which does not exist. Written and drawn for the fun of it. New York, Liveright 1925. Mit 56 ganzseitigen, meist farbigen Illustrationen, darunter der Doppeltitel und ein Widmungsblatt. Grüner Originalleinenband mit goldgeprägten Titeln und illustriertem Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Grotesk und surrealistisch anmutendes Bilderbuch, das die Abenteuer eines Hutes auf der Erde, im Weltall und dabei in vielen Situationen mit literarischen, historischen und geographischen Zusammenhängen schildert. – Ein bemerkenswertes Beispiel phantastischer Kinderbuch-Literatur. – Hendrik van Loon (1882–1944) wurde 1919 amerikanischer Staatsbürger und schrieb zahlreiche populärwissenschaftliche Jugendbücher (u. a. »The Story of Mankind« 1921) sowie eine fiktive Rembrandt-Biographie. Er war später eng mit Carl Zuckmayer und den Eheleuten Thomas und Katia Mann befreundet.

26,0 : 19,3 cm. 110, [2] Seiten. – Umschlag mit kleinen Randläsuren. – Vorderes Innengelenk angeplatzt.

Vgl. Lex. KJL III, 674

407  Korney Chukovsky. Moidodyr

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

(russisch: Wascht ihn sauber). Leningrad, Detskoy Literatury 1936. Mit zahlreichen teils ganzseitigen Illustrationen nach Zeichnungen von Juri Annenkow. Farbig lithographierte Originalbroschur.

Nachauflage einer der bekanntesten russischen Struwwelpetriaden, die erste Ausgabe erschien 1923. – Die Geschichte, verfasst von Chukowsky für seine Tochter, erzählt von einem Jungen, der sich nicht waschen wollte und deshalb von seinen Spielsachen, Kleidern etc. verlassen wird. Erst drastische Reinigungsprozeduren in teils surrealen Szenerien schaffen Abhilfe. – »Chukovskij’s debt to Struwwelpeter is unmistakable, but he also succeeded in creating a masterpiece in its own right.« (Andres Immel, zit. nach Lemmens/Stommels). – Juri Annenkow, der 1918 durch die Illustrationen zu Bloks Poem »Die Zwölf« bekannt geworden war, illustrierte auch einige Kinderbücher.

22,2 : 17,4 cm. 23, [1] Seiten. – Vorderumschlag mit kleinem Eckknick, hinterer mit den landestypischen Preisnotizen und Stempeln. – Titelblatt am Rand mit Braunfleck.

Lemmens/Stommels S. 88ff

408  Lou Scheper-Berkenkamp. Die Geschichten von Jan und Jon und von ihrem Lotsen-Fisch.

Schätzpreis/Estimate: € 800 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Leipzig, Ernst Wunderlich 1948. Durchgehend farbige Bild-Text-Seiten. Illustrierte Originalbroschur.

Erste und bisher einzige Ausgabe. – Auf festem Karton gedruckt. Die Schrift innerhalb der seitenfüllenden Illustrationen schrieb Barbara Jedermann-Jahncke. – Lou Berkenkamp (1901–1976) kam 1920 ans Weimarer Bauhaus und nahm Unterricht bei Johannes Itten, Paul Klee und Georg Muche. 1922 heiratete sie, mittlerweile Schülerin in der Werkstatt für Wandmalerei, ihren dortigen Kommilitonen Hinnerk Scheper, der 1925 Meister für diesen Kurs wurde. Ende der 1920er Jahre arbeiteten die Eheleute gemeinsam in Moskau für eine »Beratungsstelle für Farbe in der Architektur und im Stadtbild« und kehrten 1931 für noch kurze Zeit ans Bauhaus zurück. Nach dessen Schließung 1933 in Berlin arbeitete Lou Scheper-Berkenkamp freischaffend. In Nachfolge ihres früh verstorbenen Mannes war sie nach 1957 an einigen seiner Projekte (Philharmonie von Hans Scharoun, Gropiusstadt, Flughafen Berlin-Tegel) beteiligt. – Sie »hatte sich schon in den zwanziger Jahren mit Bildern, Bildgeschichten und bebilderten Briefen beschäftigt. Vermutlich entwickelte sie bereits damals das entscheidend neue Prinzip der »Geschichten von Jan und Jon«, nämlich Schrift und Bild zu einer lebendigen Einheit zu verbinden« (Bilderwelt). Ihre wenigen Kinderbücher wurden erst nach Kriegsende publiziert. – Sehr selten.

29,5 : 21,0 cm. [20] Seiten. – Etwas stockfleckig.

Bilderwelt 813. – Doderer/Müller 1038. – Stuck-Villa II, 286 (mit ganzseitiger Abbildung)