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Kinderbücher | Hesse-Auktionen
Kinderbücher

202  Johann Bernhard Basedow. Des Elementarbuchs für die Jugend

€ 300

und für ihre Lehrer und Freunde in gesitteten Ständen Erstes [bis] Drittes Stück. Altona und Bremen 1770. – Das Methodenbuch für Väter und Mütter der Familien und Völker. Altona, Cramer, und Bremen ohne Jahr. – Vier Halblederbände der Zeit; Rückenschilder und -fileten vergoldet.

»Urfassung« des 1774 unter dem Titel »Elementarwerk« veröffentlichten pädagogischen Hauptwerk Basedows. – Johann Bernhard Basedow (1724–1790) gilt als »Hauptvertreter der Aufklärungspädagogik in Deutschland, Begründer des Philanthropinismus […], als Publizist bahnbrechend wirksam für Schulpädagogik und Didaktik, für Leseerziehung und Einrichtung von Schulbibliotheken« (Lex. KJL I, 109). – 1768 war Basedow von seinen Lehrverpflichtungen zurückgetreten und widmete sich in den Folgejahren voll und ganz seiner publizistischen Arbeit. Das »Elementarbuch«, ergänzt um das »Methodenwerk« und die (hier nicht vorliegende) »Kupfersammlung«, wurde durch zahlreiche erfolgreich eingeworbene Spenden und Subskriptionsbeiträge ermöglicht. 1771 wurde Basedow von Fürst Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau zur Gründung einer Musterschule nach Dessau berufen, 1774 öffnete dort das »Philanthropin«, zu dessen Mitarbeitern neben Basedow die führenden deutschen Reformpädagogen gehörten: Salzmann, Campe, Wolke und Trapp. Im gleichen Jahr unternahm Basedow eine gemeinsame Reise mit Goethe. – Schöne breitrandig belassene Ausgabe.

20,7 : 12,0 cm. XVI, 384; XVI, 380; 152, VIII, [4] Seiten; [6], XXIV, 560 Seiten. – Ecken leicht bestoßen.

Handbuch KJL III, 961ff. – Slg. Brüggemann I, 43

203  Franz von Pocci. Lustiges Bilderbuch.

€ 300

München, Braun & Schneider [1852]. Mit koloriertem Holzschnitt-Titel und zahlreichen kolorierten Textholzschnitten. Farbig illustrierter Originalpappband.

Der vielfach künstlerisch begabte Franz Graf von Pocci (1807–1876), ab 1830 Zeremonienmeister Ludwigs I. und später dessen Hofmusikintendant, wurde vor allem durch seine Werke für Kinder und als Illustrator bekannt. Pocci hatte einen starken Hang zur Satire und fand ein Ventil im Karikieren von Autoritätspersonen, Honoratioren und »Amtsschimmel-Reitern«. Als Bühne wählte er dafür das Puppentheater, als Figur den Kasperl Larifari, der Pocci auch das Attribut »Kasperlgraf« einbrachte. – Sehr schönes Exemplar.

27,7 : 22,2 cm. [2], 36 Blätter. – Einband minimal gebräunt. Unteres Kapital leicht gestaucht. – Titelblatt etwas gebräunt. Einige wenige, kaum sichtbare Stockflecken.

Rümann 1618

204  Heinrich Hoffmann. König Nussknacker und der arme Reinhold.

€ 600

Ein Kindermährchen in Bildern. Frankfurt am Main, Literarische Anstalt (Rütten & Löning) [um 1851]. Mit koloriertem Titelblatt, 33 kolorierten Holzschnitten und Buchschmuck. Illustrierter Pappband.

Wohl zweiter Druck der ersten Ausgabe, gedruckt bei C. Krebs-Schmitt, das Titelblatt nun in die Seitenzählung eingeschlossen. – Heinrich Hoffmanns zweites Bilderbuch. – Hoffmann ließ die Spielzeugfiguren, die er (wahrscheinlich für seine Kinder) während einer Reise in Nürnberg gekauft hatte, in märchenhafter Weise lebendig werden. – Heinrich Hoffmann (1809–1894) war promovierter Mediziner und behandelte in einer Armenklinik mittellose Patienten. In Frankfurt ließ er eine neue Klinik für Psychiatrie errichten, in der die Patienten nicht weggesperrt, sondern therapiert wurden, für damalige Verhältnisse ein ungeheuerliches Novum. – Im Ganzen trotz einiger Nutzungs- und Alterungsspuren gut erhalten, alle Seiten ohne Ein- oder gar Ausrisse. – Dazu: Im Himmel und auf der Erde. Herzliches und Scherzliches aus der Kinderwelt von Heinrich Hoffmann. Frankfurt am Main, Literarische Anstalt (Rütten & Löning) [1858?]. Mit zahlreichen kolorierten Holzstichillustrationen. Späterer Halbleinenband mit Buntpapierbezügen.

25,8 : 20,0 cm. 32 Blätter. – Ecken bestoßen. – Vorsatz mit Besitzvermerk. Innen etwas fleckig. – Beigabe: Seiten fleckig, mit einigen, teils hinterlegten Einrissen.

Seebaß II, 877. – Bilderwelt 310. – Vgl. Handbuch KJL IV, 421 (mit den genauen Merkmalen des Erstdrucks)

205  Th. Bade. Robinson’s Gefahren am Nordpol.

€ 150

Schilderungen aus der Natur und dem Völkerleben für die Jugend erzählt. Neue Ausgabe. Berlin, Hugo Bieler 1859. Mit vier farblithographierten Tafeln, drei Holzschnitttafeln und zahlreichen Textholzschnitten. Neuer Pappband mit aufgezogenem Fragment des originalen Einbands.

Schilderungen aus der Natur und dem Völkerleben für die Jugend. Sehr seltene Robinsonade, verfasst vom Herausgeber des »Skalpjägers«, den Erlebnissen Robinsons in Nordamerika. – Die Erstausgabe erschien 1858. – Beiliegend der auf Papier aufgezogene Originalumschlag. Nach Restaurierung des Buches kam eine zweite Einbandillustration zum Vorschein (vermutlich die Einbandillustration der ersten Ausgabe), noch mit anderer Druckeriangabe.

18,0 : 13,6 cm. [4], 201, [1] Seiten, 7 Tafeln. – Seitenränder gebräunt, durchgehend stockfleckig, erste und letzte Seiten stärker.

Nicht bei Ullrich

206  Die Krippe.

€ 200

Ein Bilderbuch zum Aufstellen. Esslingen, J. F. Schreiber [um 1890]. Drei farbig lithographierte Kulissenbilder. Originalhalbleinenleporello mit farbig lithographiertem Deckelbild.

Der Esslinger Verlag Schreiber wurde mit den beweglichen Ziehbilderbüchern und seinen Kulissenbilderbüchern berühmt. – »Die Krippe« zeigt die Heilige Familie und die Ankunft der Heiligen Drei Könige. – Selten.

34,5 : 28,0 cm. – Innengelenke brüchig, untere Gelenke mit Leinenstreifen fixiert. – Deckel und Innenleben fleckig, einige Knicke an Figuren hinterlegt.

207  Ottilia Adelborg. Prinsarnes Blomsteralfabet.

€ 100

Stockholm, Albert Bonnier [1892]. Mit 30 blattgroßen chromolithographierten Zeichnungen.

Das »Blumenalphabet der Prinzen« von Ottilia Adelborg (1855–1936) wurde oft mit Walter Cranes »Flora’s Feast« verglichen. Der Titel »Prinsarnes Blomsteralfabet« bezieht sich auf die drei jungen Prinzen im Schwedischen Königshaus. – Jede Illustration mit einer großen Versalie und einem Mensch-Pflanzen-Wesen.

22,4 : 18,5 cm. [60] Seiten. – Ecken bestoßen. – Innengelenk gebrochen.

208  Georg Bötticher. Wie die Tiere Soldaten werden wollten.

€ 150

Ein Bilderbuch von Fedor Flinzer mit Versen. Dritte Auflage. Frankfurt a. M., Literarische Anstalt Rütten & Loening [um 1897]. Mit zahlreichen Illustrationen, davon 20 chromolithographiert. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Flinzers bevorzugtes Sujet waren Tiere, wobei er das Ensemble der bekannten Fabel- und Haustierfiguren entschieden erweiterte. Illustrationen mit Stilmitteln der Tierfabel, allerdings für ältere Leser, wagte er erst mit dem Bilderbuch »Wie die Tiere Soldaten werden wollten«, das zuerst 1892 erschien. Georg Bötticher, der Vater von Joachim Ringelnatz, schrieb die Verse. Als Schriftsteller für Kinder und Jugendliche debütierte er in der Zeitschrift »Deutsche Jugend«, wo auch Flinzer illustrierte, und war Herausgeber von »Auerbach’s Deutschem Kinder-Kalender«. – Bemerkenswert gut erhaltenes Exemplar.

28,7 : 22,2 cm. 42 Seiten. – Innengelenk gebrochen. Einige Seiten mit schwachen Stockflecken.

Bilderwelt 418

209  Schlauköpfchen.

€ 100

Alte und neue Sinnsprüche. Mit Illustrationen von Lizzie Lawson zum Coloriren und Reimen, frei übersetzt aus dem Englischen und ergänzt von Helene Binder. München, Theo. Stroefer [um 1900]. Mit zahlreichen Illustrationen, acht davon farbig und blattgroß. Originalhalbleinenband mit farbig illustrierten Deckeln.

Aufwändig gestaltetes Ausmalbuch mit Reimen von Helene Binder (1855–1915), die über 100 Kinderbücher verfasste. Um die Jahrhundertwende gehörte sie zu den beliebtesten Autorinnen für das Kleinkind, der Erfolg ihrer Bücher ist sicher »auch auf die reiche Illustration zurückzuführen, die Behaglichkeit und Harmonie vorspiegelte, wie sie von den bürgerlichen Käufern gerne gesehen wurde.« (Lex. KJL IV, 66). – Lediglich die Vignette auf dem Vortitelblatt wurde bereits »verschönert«, alle übrigen Illustrationen sind noch unberührt.

24,4 : 19,4 cm. 59, [5] Seiten. – Einband etwas fleckig, Kanten leicht berieben. – Vortitelblatt mit Besitzvermerk. Klammerheftung gerostet. Einige Seiten etwas stockfleckig.

210  Drei Kinderbücher des 19. Jahrhunderts.

€ 150

Um 1900. Originalhalbleinenbände mit chromolithographierter Deckelillustration.

I: Die Jahreszeiten. Humoristisches Kinderbuch von Carl Reinhardt. Mit siebzehn Bildern in Farbendruck. Dritte Auflage. Glogau, Carl Flemming [um 1880]. – II: Ein Tag aus dem Kinderleben. Bilder und Verse für die Kleinen. Originalzeichnungen von L. Voigt. Verse von A. Steinkamp. Duisburg, J. A. Steinkamp [1897]. – III: Draußen und Daheim. Bilder und Geschichten für die Kleinen. Originalzeichnungen von L. Voigt mit Versen von A. Steinkamp. Erzählungen von H. Weinert. Duisburg, J. A. Steinkamp [1897]. – Eine Beigabe.

Kanten berieben (I, II und III). – Gelenke (I, II und III) und ein Einriss (III) laienhaft restauriert. Seiten fingerfleckig (I).

211  Gerlach’s Jugendbücherei.

€ 2000

Band 1 [bis] 34. München 1901–1920. Mit meist farbigen Illustrationen. 32 illustrierte Originaleinbände.

Vollständige Reihe der legendären Reihe, davon 23 in Erstausgaben. – Martin Gerlach initiierte mit seiner »Jugendbücherei« einen »Bücherschatz zur Literaturbildung und Kunsterziehung der Jugend«. Von 1901 bis 1924 erschienen 34 kleine Bände, darunter bis heute gesuchte Präziosen der Kinder- und Jugendliteratur, illustriert von namhaften Künstlern des Wiener Jugendstils, darunter Berthold Löffler, Carl Czeschka u. a. – 1. Kinder- und Hausmärchen nach Sammlung der Brüder Grimm. Bilder von Ign[az] Taschner. – 2. Märchen-Sammlung von L. Bechstein. Bilder von Karl Fahringer. – 3. Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Bilder von A. Weisgerber. – 4. »Aus des Knaben Wunderhorn.« Bilder von Berthold Löffler. – 5. Kinder- und Hausmärchen nach Sammlung der Brüder Grimm. Bilder von Karl Fahringer. – 6. »Till Eulenspiegel.« Bilder von A. Weisgerber. – 8/9. Reineke Fuchs. Von W. v. Goethe. Für die Jugend bearbeitet. Bilder von Karl Fahringer. 4. Auflage. [Nach 1923]. – 10. Ausgewählte Gedichte von Nikolaus Lenau. Bilder von Hugo Steiner-Prag. – 11. Die Nymphe des Brunnens. Nach J. K. A. Musäus. Bilder von Ignaz Taschner. – 12. Kinder- und Hausmärchen. Nach der Sammlung der Brüder Grimm. Bilder von Otto Tauschek. – 13. Ausgewählte Gedichte von August Kopisch. Bilder und Buchschmuck von Ferd. Andri. – 14. Erzählungen und Schwänke von J. P. Hebel. Bilder von C. O. Czeschka. – 15. Andersens Märchen. Bilder von Hugo Steiner-Prag. – 16. Die Blume im Lied. Bilder von Rudolf Sieck. – 17.Bergkristall. Von Adalbert Stifter. Bilder von Otto Bauriedl. – 18. Rübezahl, der Herr des Riesengebirges. Deutsche Volkssagen von Musäus. Bilderschmuck von Prof. Hans Schwaiger und Jos. J. Loukota. 4. Auflage. [Nach 1923]. – 19. Fahrten und Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen. Deutsch von G. A. Bürger. – 20. Gockel, Hinkel und Gackeleia von Klemens Brentano. Bilder und Buchschmuck von Franz Wacik. – 21. Deutsche Gedichte mit Schattenbildern. Bilder und Buchschmuck von Ferdinand Staeger. – 22. Die Nibelungen. Dem Deutschen Volke wiedererzählt von Franz Keim. Bilder von C. O. Czeschka. – 23. E. T. A. Hoffmann. Nußknacker und Mausekönig. Bilderschmuck von Otto Bauriedl und Ernst Kutzer. 4. Auflage. [Nach 1923]. – 24. Deutsche Wiegenlieder. Schrift und Bilder von R. Daenert. 3. Auflage. – 25. Andersens Märchen. Zweiter Teil. Bilder von Franz Wacik. – 26. Die Schildbürger von Gustav Schwab. Bilder von Ernst Liebenauer. 4. Auflage. [Nach 1923]. – 27. Gedichte von Ludwig Uhland. Bilder von Ferdinand Staeger. – 28/29. Ausgewählte Märchen von Wilhelm Hauff. Bilder von Karl Fahringer. – 30. Brüder Grimm. Deutsche Sagen. Bilder von Ernst Liebenauer. – 31. Deutsche Schwänke. Bilder von Siegmund v. Suchodolski. – 32. Robinson Crusoe von Daniel Defoe. Nach dem englischen Original und älteren Übersetzungen bearbeitet von Professor Ludwig Tesar. Bilder von Ernst Liebenauer. – 33. Die Ostereier. Der Weihnachtsabend. Zwei Erzählungen von Christoph von Schmid. Texte gesichtet von Emil Hofmann. Bilder von Ferdinand Staeger. – 34. Andersens Märchen. Bilder von Norbertine Breßlern-Roth. – Bände 1, 3–7, 10, 11, 14, 16, 17, 19–22, 25, 27–34 in erster Auflage, Bände 2, 12, 13 und 15 in Titelauflage. – »Der Grundsatz: dem Kinde nur das Beste, war nicht nur für die Textwahl, sondern auch für die künstlerische Ausstattung maßgebend. Die tüchtigsten Künstler wurden für den illustrativen Teil gewonnen, der, in Farben ausgeführt, dazu bestimmt erscheint, das Kunstgefühl in der jungen Seele und die Freude an der farbigen Erscheinung der Dinge zu erwecken und im modernen Geist zu erziehen.« (Verlagsanzeige, zitiert nach: Schiefertafel IV/3, S. 141). – Alle Bände in gutem bis sehr gutem Erhaltungszustand.

15,2 : 13,8 cm. – Wenige Einbände leicht fleckig, einige mit Sammlerstempel und Exlibris.

Heller, Gerlachs Jugendbücherei 1–34

212  Gerlach’s Jugendbücherei.

€ 500

Elf Bände der Reihe. München 1901–1920. Mit meist farbigen Illustrationen. Illustrierte Originaleinbände.

1. Kinder- und Hausmärchen nach Sammlung der Brüder Grimm. Bilder von Ign[az] Taschner. – 2. Märchen-Sammlung von L. Bechstein. Bilder von Karl Fahringer. – 4. »Aus des Knaben Wunderhorn.« Bilder von Berthold Löffler. – 7. Gedichte von Josef Freiherrn von Eichendorff. Bilder von Horst-Schulze. – 11. Die Nymphe des Brunnens. Nach J. K. A. Musäus. Bilder von Ignaz Taschner. – 20. Gockel, Hinkel und Gackeleia von Klemens Brentano. Bilder und Buchschmuck von Franz Wacik. – 21. Deutsche Gedichte mit Schattenbildern. Bilder und Buchschmuck von Ferdinand Staeger. 4. Auflage. [Nach 1923]. – 25. Andersens Märchen. Zweiter Teil. Bilder von Franz Wacik. – 27. Gedichte von Ludwig Uhland. Bilder von Ferdinand Staeger. – 30. Brüder Grimm. deutsche Sagen. Bilder von Ernst Liebenauer. – 33. Die Ostereier. Der Weihnachtsabend. Zwei Erzählungen von Christoph von Schmid. Texte gesichtet von Emil Hofmann. Bilder von Ferdinand Staeger. – Bände 7, 11, 20, 25, 27, 30 und 33 in erster Auflage, Bände 1, 4, 14 (Leinen) und 2 (Halbleinen) in Titelauflagen. – Die Texte wurden, bis auf Band 33, gesichtet von Hans Faungruber. – Dazu: Dublette von Band 1.

15,2 : 13,8 cm. – Einige Alterungs- und Gebrauchsspuren, bei Band 33 stärkere.

213  Die Nibelungen.

€ 450

Dem deutschen Volke wiedererzählt von Franz Keim. Bilder und Ausstattung von C. O. Czeschka. Wien und Leipzig, Gerlach u. Wiedling [1908/09]. Mit 16 farbigen und teils mit Goldbronze gedruckten blattgroßen Illustrationen. Grauer Originalleinenband mit Vignette und Rückentitel in Schwarzdruck.

Gerlachs Jugendbücherei, Band 22. – Erste Ausgabe dieser Nacherzählung. – Einer der schönsten Bände der Reihe. – Besonders die in Schwarz, Blau und Gold gedruckten Doppeltafeln zählen zu den Höhepunkten der Kinder- und Jugendbuch-Illustration und gelten als »Glanzstück der Buchillustration aus dem Jahrhundertbeginn« (Ulrich von Kritter). – Carl Otto Czeschka (1878–1960) gehörte zu den wichtigsten Künstlern der Wiener Werkstätte. 1907 kam er nach Hamburg und lehrte an der dortigen Staatlichen Kunstgewerbeschule Lerchenfeld. – Gedruckt auf leicht chamoisfarbenem samtigen Papier. »Die Leuchtkraft des Goldes kam durch Bronzieren zustande: Nach dem Vordruck einer gelben oder roten Farbe wurde Bronzepulver aufgestäubt« (Friedrich C. Heller).

15,0 : 14,0 cm. 67, [1] Seiten. – Rücken und Deckelränder etwas gebräunt und fleckig.

Heller 158, 22 (in Schiefertafel IV/3). – Seebaß I, 726 und II, 621. – Stuck-Villa 356. – Hofstätter S. 244f. – Kritter 60

214  Kreslil Vojtech Preissig. Byl jeden domecek.

€ 600

Obrázková kniha pro malé deti. Prag, Dedictvi Komenskeho [1905]. Zwölf farbige Zinkographien. Originalbroschur mit Deckelvignetten.

Sehr seltene erste Ausgabe des berühmten tschechischen Kinderbuches. – Der kleine Text schildert die Vergänglichkeit des Seins anhand einer etwas morbiden Nahrungskette: Vom Fisch im Becken, den die Katze frisst, zu Ochsen, die Menschen zum Festmahl dienen, welche schlussendlich begraben werden. – Zu dem Jugendstil-Künstler Vojtech Preissig schreibt Alfred Langer: »Nach seinem Wahlspruch vom ›vollblutigen Buchgraphiker‹ forderte er eine Synthese von Handwerk und Kunst. Die Harmonie von Schrift, Satz und Buchschmuck galt ihm als das erstrebenswerte Ziel.« (Langer, Jugendstil und Buchkunst, S. 175).

26,0 : 32,8 cm. [12] Seiten. – Umschlag etwas geknittert, Blattränder mit leichten Griffspuren.

Stuck-Villa I, 466

215  Konrad Ferdinand von Freyhold. Bilderbücher. Band Tiere.

€ 600

2te Auflage. Köln, H. & F. Schaffstein [1906]. Mit zwölf kolorierten Bildtafeln. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

»Freyholds Bilderbücher sind Marksteine in der frühen Entwicklung des Bilderbuches des 20. Jhdts.« (Klaus Doderer). – Die Bilder, »freyholdisch in ihrer unsäglich rührenden Unberührtheit und Kindlichkeit« (E. R. Weiß 1902 an Richard Dehmel) zeigen uns die Tiere der ländlichen Umgebung (Kühe, Schafe, Schweine, Tauben), nur die letzte Tafel mit Papageien versetzt den Betrachter in eine exotische Ferne. – Die Aquarellfarben wurden mit Hilfe von Schablonen aufgetragen. – »Diese Bücher fanden vor der großen Menge ganz und gar keine Gnade. Den Kindern aber gefielen diese Bücher außerordentlich, leider wurden sie ihnen von den Eltern nicht zugänglich gemacht« (Julius Schaffstein, zitiert nach Kat. Köln). 1905 hatte der Verlag die Reihe mit diesem Titel eröffnet, die großen Erwartungen blieben aber unerfüllt: »Die Bücher waren trotz ihrer außergewöhnlichen künstlerischen Gestaltung überhaupt kein Erfolg« (Roland Stark, Schaffstein Verlag, Seite 66). So erschienen trotz kleinster Auflagen erst nach 25 Jahren ein Nachdruck in lediglich 500 Exemplaren.

25,5 : 30,5 cm. [26] Seiten. – Einband leicht fleckig, Ränder berieben. – Exlibris. Einige Seiten mit schwachen Fingerflecken und im Falz mit Leinenstreifen überklebt. Eine (ehemals ausgerissene) Seite restauriert.

Stark, Schaffstein S. 186. – Vgl. Bilderwelt 516 Anmerkung

216  Konrad Ferdinand von Freyhold. Bilderbücher. Band Sport und Spiel.

€ 700

Köln, H. & F. Schaffstein 1906. Mit zwölf kolorierten Bildtafeln. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Das zweite »Bilderbuch« in reizendem Schablonenkolorit. – Auch hier erschien die dritte Ausgabe erst 1929 und wiederum nur in 500 Exemplaren. – Abgebildet sind Kinder beim Reiten, Schwimmen, Segeln, Rad- und Schlittenfahren, Stelzenlauf und Schaukeln.

25,5 : 30,4 cm. [28] Seiten.– Einband leicht fleckig, Ränder berieben. – Innengelenke nach den Vorsätzen mit Leinenstreifen überklebt.

Stark, Schaffstein S. 187. – Bilderwelt 516 (mit weiteren Angaben)

217  Marie Beeg. Die lustige Spielzeugschachtel.

€ 120

Wesel, W. Düms [um 1907]. Mit zwölf farbigen Illustrationen. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Sechs feste unzerreißbare Kartonblätter. – Farbenfroh illustriert wird die Geschichte einer Spielzeugschachtel erzählt, deren Inhalt – Tiere, Puppen, Soldaten – sich des Nachts verselbstständigt. – Marie Ille-Beeg (1855–1927) »versuchte sich in allen Sparten des spezifischen Jugendbuches einschließlich der Illustrierung<« (Lex. KJL IV, 295). – Dazu: B[ertha] E[lisabeth] van Osselen-van Delden. Levend Speelgoed. Een grappige droom. Amsterdam, Van Holkema & Warendorf. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband. – Der Inhalt des Buches gleicht dem des ersten.

32,9 : 24,5 cm. [12] Seiten. – Einband berieben, Kanten beschabt. – 4 Seiten im Falz verstärkt. Seiten etwas fingerfleckig. – Beigabe außen und innen fleckig, etliche Einrisse in den Seiten hinterlegt.

218  Hanns Pellar – Der kleine König.

€ 200

Ein Märchen zu zwölf Bildern von Hanns Pellar erzählt von Fritz v. Ostini. München, Georg W. Dietrich [1909]. Mit zwölf Farbtafeln. Originalhalbleinenband mit Deckelillustration.

Dietrichs Münchener Künstler-Bilderbücher, Buch 8. – Erste Ausgabe. – »Eines der in seiner Art besten und originellsten Kinderbücher des Jugendstils« (Seebaß II, S. 254). – »Das in München entstandene, ungewöhnlich farbintensive Bilderbuch des Wieners Hanns Pellar (1886–1971) verrät den Einfluß Gustav Klimts sowie den von Pellars Lehrern Lefler und Stuck. Nach einem Besuch in Versailles ersann Pellar die phantastisch-historischen Szenen, zu denen Fritz von Ostini seine Märchenerzählung konstruierte« (Bilderwelt, S. 352).

27,2 : 29,0 cm. 24 Seiten. – Deckel etwas fleckig und gebräunt. – Bindung erneuert.

Bilderwelt 476. – Stuck-Villa II, D8. – Seebaß II, 1424

219  Rudolf Alexander Schröder – Schokolade am Dreikönigstag.

€ 500

Zeichnungen von Helene Gräfin Harrach. Verse von Rudolf Alexander Schröder. Leipzig, Insel [1911]. Mit elf ganzseitigen farbigen Illustrationen. Farbig illustrierter Originalpappband.

Erste Ausgabe. – Druck des Textes in Braun auf kräftigem Japan. – Entzückendes Kinderbuch über eine Kinder-Geburtstagsgesellschaft, eine Rarität in Schröders Gesamtwerk.

22,3 : 29,3 cm, [24] Seiten. – Rücken restauriert, Ecken etwas berieben. Deckel gewölbt. – Vorsätze erneuert.

Sarkowski 1544. – Adolph 14

220  Scholz’ Künstler-Bilderbücher – Das Deutsche Bilderbuch. Serie A: Märchen.

€ 1000

21 Bände der Reihe. Mainz, Josef Scholz [1911–1928]. Mit Buchschmuck und ganzseitigen Farbillustrationen. Farbig illustrierte Originalhalbleinenbände, zehn davon mit illustrierten -schutzumschlägen.

Nahezu vollständige Reihe, lediglich ohne den abschließenden Band 22. – Die »Märchen« eröffneten die Zählung des Gesamtprogramms »Das Deutsche Bilderbuch«, zu dessen Herausgabe sich die Betreiber des Verlages von Josef Scholz 1903 entschlossen hatten. In moderner Ausstattung, ganz in der Manier des damals in voller Blüte stehenden Jugendstils, sollten die »Künstler-Bilderbücher« die neugewonnenen Grundsätze der Zeit in die deutschen Kinderzimmer tragen. 1904 erschien der erste von insgesamt 22 Bänden mit Märchen der Brüder Grimm. – No. 1. Dornröschen, gez[eichnet] von Julius Dietz. [1922]. – No. 2. Marienkind. Zeichnungen von H. Lefler und J. Urban. [1915]. – No. 3. Aschenputtel, gez. von Adolf Münzer. [1919]. – No. 4. Rotkäppchen, gez. von Arpad Schmidhammer. [1926]. – No. 5. Hänsel & Gretel, gez. von Rich. Scholz. [1905]. – No. 6. Sneewittchen, gez. von Franz Jüttner. [1930]. – No. 7. Frau Holle, gez. von Fritz Kunz. [1919]. – No. 8. Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich, gez. von Ernst Liebermann. [1914]. – No. 9. Hans im Glück, gez. von Hans Schroedter. [1930]. – No. 10. Der Wolf und die sieben jungen Geißlein, gez. von Eugen Osswald. [1914]. – No. 11. Brüderchen und Schwesterchen, gez. von Müller Münster. [1926]. – No. 12. Schneeweißchen und Rosenrot, gez. von Lena Baurnfeind. [1919]. – No. 13. Die sieben Raben, gez. von Franz Stassen. [1912]. – No. 14. Der gestiefelte Kater, gez. von Eugen Osswald. [1930]. – No. 15. Tischlein deck dich, gez. von Arpad Schmidhammer. [1926]. – No. 16. Das tapfere Schneiderlein, gez. von Emil Heinsdorff. [1926]. – No. 17. Rapunzel, gez. von Prof. E. Liebermann. [1926]. – No. 18. Daumerlings Wanderschaft, gez. von Prof. Hermann Stockmann. – No. 19. König Drosselbart, gez. von Prof. Leo Putz. [1926]. – No. 20. Die Bremer Stadtmusikanten, gez. von Eugen Osswald. [1927]. – No. 21. Rumpelstilzchen, gez. von Prof. Ernst Liebermann. [1926]. – Verschiedene Auflagen, eine Erstausgabe. – Dazu Dubletten der Bände 2, 3, 5, 7, 8, 10, 13 und 20, teils in anderen Auflagen.

Alle ca. 22,0 : 29,5 cm. – Bei 5 Bänden Bindung, Deckel und einige Seiten restauriert. Ingesamt einige Alterungs- und Gebrauchsspuren.

Ries (Scholz) 1–21

221  Paul Meyerheim. ABC.

€ 120

Verse von Johannes Trojan. Berlin, Brandus 1916. Mit einer kolorierten Titelvignette, einer kolorierten Initiale und 25 handkolorierten Holzstichtafeln. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel, kolorierter Vorderdeckelvignette und Kopfgoldschnitt.

Eins von 430 Exemplaren der von H. Froehlich kolorierten Vorzugsausgabe auf Kaiserlich Japan. – Die Verse zu den einzelnen Bildern sind jeweils auf Seidenpapierzwischenblätter gedruckt. – Der Titelholzstich als Initiale, auf dem Deckel und dem Umschlag wiederholt. – »Wundervolles Buch« (Seebaß), bibliophile Neuauflage der 1880 erstmals mit den Holzstichen von Kaeseberg und Oertel nach Meyerheims hübschen Federzeichnungen erschienenen Ausgabe.

32,0 : 23,5 cm. [28 und 25] Blätter. – Einband etwas fleckig und leicht verzogen, dadurch Vorsätze angestaubt.

Seebaß 1264. – Vgl. Brüggemann I, 538 und Ries 2

222  Arpad Schmidhammer. Maledetto Katzelmacker.

€ 200

Eine wunderschöne Räubergeschichte aufgemalt und zur Guitarre gesungen. Mainz, Jos. Scholz [1916]. Mit 17 ganzseitigen Illustrationen, davon 16 farbig. Originalhalbleinenband mit farbig lithographierter Vorderdeckelillustration.

Scholz’ Künstler-Bilderbücher No. 146. – Propagandistisches Kriegsbilderbuch, das den Verrat Italiens an Deutschland und Österreich beschreibt. Der Maronibrater »Katzelmacker« schließt sich der Räuberbande des Dreibunds an und wird von »Michl« (Deutschland) und »Seppel« (Österreich) dabei erwischt und verprügelt. Als »Katzelmacker« wurden in Österreich und im süddeutschen Raum italienische Handwerker, die Kochgeräte reparierten und Löffel (Gatzeln) herstellten, bezeichnet. Seit Kriegbeitritt Italiens wurde dieser Begriff allgemein abschätzig für Italiener gebraucht. – »Kriegs-Simplizissimus für Kinder« (Bilderwelt).

25,5 : 18,0 cm. [20] Seiten. – Ränder (innen und außen) etwas gebräunt.

Bilderwelt 1838

223  Duro Schnitt-Schneid Ausmalspiel.

€ 100

Auf dem Markte. Leipzig, Hegel & Schade [um 1920]. Illustrierter Originalpappband.

Dreiteilige farbige Kulisse zum Aufstellen, sechs Ausschneidebogen, je drei farbig und drei zum Ausmalen. – Das kleinstädtische Interieur mit Schuster, Bäcker, Metzger und Gasthof wird ergänzt von den Ausschneidebildern mit Marktständen, Brunnen, Kutsche und allerlei Bewohnern. – »Wenn alles fertig ist […] bekommt ihr ein reizendes [90 cm breites] Wandbild, man nennt es einen Kinderfries für das Kinderzimmer.« (Einführung).

23,8 : 29,6 cm. [6| Seiten, 6 Beilagen. – Etwas bestoßen, Gelenke restauriert. – Textseite gestempelt.

224  H[ermann] Abeking. Das Mampampe-Buch.

€ 250

Für Thomas Abeking von seinem Vater. Leipzig, Abel & Müller 1921. Mit 19 farbigen Illustrationen. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Hermann Abeking (1882–1939) arbeitete als Illustrator für den Ullstein Verlag, war Karikaturist für die Lustigen Blätter, die Berliner Illustrirte Zeitung wie auch für die Satirezeitschrift Ulk. Zu seinem Freundeskreis zählte unter anderem George Grosz. – Originelles Kinderbuch mit ungewöhnlichen Illustrationen zur Geschichte vom Negerbuben Mampampe, der von zuhause weglief und sich mit einem Löwen anlegte. – Selten.

27,8 : 21,8 cm. [40] Seiten. – Deutliche Gebrauchsspuren.

225  Theodor Riffarth. Pritsche, Pratsche, Hoppela!

€ 150

Eine Bubengeschicht’ in Bild und Gedicht. 3te Auflage. I. u. II. Teil Mönchen Gladbach, Theodor Riffarth 1921. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Die erste Ausgabe erschien 1909. – Die vorliegende dritte Auflage kam infolge des ersten Weltkriegs erst 1921 zustande. – Das Buch bringt »dem Kinde in einer reichen Folge von Bildern alles, was ihm sein Leben innerhalb des Rahmens des Erzählten bietet […] kurz, sein ganzes, herrliches Jugendland mit allem, was es darin sieht, wie es dieses sieht, wie es sein Herz, seine Phantasie, seine goldenen Kinderjahre ausfüllt« (Vorwort). – Vom Einband abgesehen schönes Exemplar.

26,5 : 20:5 cm. 1 Blatt, [2] Seiten, 35 Blätter. – Einband fleckig.

226  Franz Cizek – Weihnacht.

€ 500

Vierzehn farbige Original-Steinzeichnungen. Wien, Burgverlag Richter & Zöllner 1922. Mit 14 farbigen Lithographien. Zweifarbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Herausgegeben von Franz Cizek. – »Das vorliegende Buch (die berühmteste Publikation, die aus der Jugendkunst-Klasse hervorging) bringt Beispiele von Arbeiten junger Cizek-Schülerinnen, die im Alter von etwa 12 Jahren standen« (Bilderwelt). – Franz Cizek (1865–1946) »gilt als ›Begründer des Jugendkunst-Unterrichts‹, […] Seine kunsttheoretischen Ansichten wurden bahnbrechend für die Entwicklung des Bilderbuches. […] Er hat auch als erster versucht, von Kindern illustrierte Bilderbücher herauszugeben« (Klaus Doderer). – Arbeiten einzelner Schülerinnen seiner Klasse stellte er in der kleinen Reihe »Wiener Jugendkunst-Bilderbücher« vor.

27,5 : 24,5 cm. [4] Seiten, 14 Lithographien. – Einband berieben, Ecken stärker. – Vorderes Innengelenk angeplatzt. Seitenränder schwach gebräunt.

Stuck-Villa II, 154. – Bilderwelt 552. – Seebaß II, 2155. – Lex. KJL I, 164

227  Franz Cizek – Papier-Schneide- und Klebearbeiten.

€ 200

Ihre technischen Grundlagen und ihre erzieherische Bedeutung erläutert an Arbeiten des Kurses für Jugendkunst an der Kunstgewerbeschule in Wien von Prof. Franz Cizek. Wien, Anton Schroll 1922. 24 farblithographierte Tafeln, Originalbroschur. Zusammen in Originalhalbleinenmappe mit montierter Deckelillustration.

Dritte Auflage. – Eindrucksvolle Sammlung von Arbeiten im Buntpapierschnitt der Kunstgewerbeschule des k. k. österreichischen Museums für Kunst und Industrie in Wien. – Franz Cizek (1865–1946) »gilt als ›Begründer des Jugendkunst-Unterrichts‹, […] Seine kunsttheoretischen Ansichten wurden bahnbrechend für die Entwicklung des Bilderbuches. […] Er hat auch als erster versucht, von Kindern illustrierte Bilderbücher herauszugeben« (Klaus Doderer). – Arbeiten einzelner Schülerinnen seiner Klasse stellte er in der kleinen Reihe »Wiener Jugendkunst-Bilderbücher« vor.

31,4 : 26,3 cm. 24 Tafeln, 32 Seiten. – Mappendeckel fleckig, Mappenflügel an den Gelenken hinterlegt. Rücken an den Gelenken angeplatzt. – Bibliotheksstempel auf der Innenseite des Mappendeckels, rückseitig auf Titelblatt und jeder Tafel.

228  Ernst Kreidolf. Ein Wintermärchen.

€ 250

Erlenbach-Zürich/Leipzig/München, Rotapfel 1924. Mit farbig illustriertem Titel und 16 farbigen Bildtafeln. Originalhalbleinenband mit farbig illustrierten Deckeln. Im Originalschuber.

Erste Ausgabe eines der schönsten Kinderbücher von Ernst Kreidolf. – »Von den späteren Kreidolf-Büchern sei besonders das ›Wintermärchen‹ (1924) als das […] vielleicht geschlossenste Kinderbuch herausgestellt. Der ganze Zauber der Winterwelt wird in dieser Abwandlung der Sneewittchengeschichte lebendig« (Brüggemann). – Schönes Exemplar.

26,0 : 32,5 cm. [36] Seiten.

Hess/Wachter A 8. – Stuck-Villa I, 406. – Brüggemann I, 459

229  E[rnst] Kreidolf. Lenzgesind.

€ 250

Zürich & Leipzig, Rotapfelverlag [1926]. Mit farbig illustriertem Titel und zwölf ganzseitigen farbigen Illustrationen. Originalhalbleinenband mit farbiger Deckelillustration.

Erste Ausgabe. – Ernst Kreidolf lernte in St. Moritz Emil Roniger kennen, der wenig später den Rotapfel-Verlag gründete und sein Verleger wurde. Zwischen 1920 und 1935 erschienen zahlreiche neue Bilderbücher nahezu im jährlichen Rhythmus. – Dazu: Blumen-Märchen. Bilder, Texte u. Lithographie von Ernst Kreidolf. 55. bis 65. Tausend. Köln, Hermann Schaffstein [1922]. Kleine Ausgabe. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband. Zuerst 1898 im Verlag Piloty u. Loehle, München, erschienen. Schaffstein übernahm 1900 die Restauflage.

25,8 : 32,2 cm. [26] Seiten. – Ränder berieben, Ecken leicht bestoßen. – Einige Seiten mit wenigen schwachen Stockflecken.

Hess/Wachter A 9. – Stuck-Villa II, 231 (Beigabe)

230  [Fritz Baumgarten]. Der Jahrmarkt.

€ 200

Oldenburg, Gerhard Stalling 1924. Sieben doppelblattgroße farbige Tafeln mit Einsteckschlitzen. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Nürnberger Bilderbücher Nr. 32. – Mit ca. 30 Einsteckfiguren, diese allerdings nicht original, sondern aus anderen Ausgaben fotokopiert, auf Karton montiert und ausgeschnitten. – Ursprünglich wurden 20 ausgestanzte Figuren und zwei Bogen mit Figuren zum Ausschneiden mitgeliefert. – Seltenes Einsteckbilderbuch mit Darstellungen von Jahrmarktszenen mit Karussell, Achterbahn, Zirkusmanege, Spiel-, Würstchen- und Eisbuden.

28,0 : 33,5 cm. [14] Seiten. – Einband fleckig, Kanten stärker berieben, teils bestoßen. – Seiten mit Gebrauchsspuren.

Liebert, Stalling 32

231  Fröhliche Stunden.

€ 120

Ein neues Bilderbuch mit Bildern von K. Junghändel und Versen von Tante Rosy. Ohne Ort, Verlag und Jahr Um 1925. Mit acht ganzseitigen farbigen Illustrationen.

Im Stil der 1920er Jahre illustriertes Kinderbuch. – Der Maler und Graphiker Curt Junghändel (1874–1953) studierte um 1900 in München u. a. bei Otto Seitz. Er illustrierte etliche Kinderbücher. – Äußerst selten, wir konnten via KVK nur ein Exemplar in der SUB Dresden nachweisen.

21,2 : 29 cm. [20] Seiten. – Kanten berieben. Hinterer Deckel fleckig. – Innengelenk angeplatzt. Titelblatt mit Schenkungsvermerk.

232  Elisabeth Hasse. Deutsche Kinderlieder.

€ 150 ( R7 )

Ein Bilderbuch. Erste [bis] Dritte Folge. Meersburg und Leipzig, F. W. Hendel [um 1925]. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen und Musiknoten mit Liedtexten. Originalhalbleinenbände mit farbiger Deckelillustration.

Erste Ausgabe. – Jeder Band enthält 20 Kinderlieder, jedes entzückend illustriert und mit Noten und Text für die Singstimme. – Erste Folge: Frühlings- und Sommerlieder. – Zweite Folge: Spiel- und Scherzlieder. – Dritte Folge: Wiegen-, Winter- und Weihnachtslieder. – Text in Sütterlin. – Frisches Exemplar.

33,0 : 25,5 cm. [44], [40], [44] Seiten. – Einbände leicht fleckig, Kanten gering bestoßen. – Innengelenke leicht angeplatzt. – Band 1 mit Schenkungs-, Band 2 mit Besitzvermerk von 1933.

233  Adolf Holst. Drei Bilderbücher.

€ 100

Um 1925. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen und Buchschmuck von Ernst Kutzer. Originalhalbleinenbände mit farbiger Deckelillustration.

I. Hans Quak und andere Märchen. Reutlingen, Ensslin & Laiblin [1922]. – II. Der Weihnachtsstern. Ein Wintermärchen. 4. Auflage. Leipzig, Alfred Hahn, ohne Jahr. – III. Im Sonnenschein. Duisburg, J. A. Steinkamp, ohne Jahr. – Alle mit Illustrationen von Ernst Kutzer. – Phantasievoll und farbenfroh illustrierte Bilderbücher mit schönen Texten von Adolf Holst (1867–1945), Kinderbuchautor und Herausgeber. Nach dem Studium der Philosophie, Geschichte, Erdkunde und neuerer Sprachen war er ab 1918 als freier Schriftsteller tätig, verfasste zahlreiche Kinderbücher und -gedichte und gab lange Zeit »Auerbachs Kinderkalender« und den Almanach »Neuer Deutscher Jugendfreund« heraus.

Ränder und Deckel etwas berieben, Ecken bestoßen. – Einige Seiten von I im Falz neu gefasst.

Lex. KJL I, 566 und II, 294 (I und II)

234  Sibylle von Olfers – Zwei Kinderbücher.

€ 100

Esslingen und München, J. F. Schreiber um 1925. Mit ganzseitigen farbigen Illustrationen. Originalhalbleinenbände mit farbiger Deckelillustration.

I: Etwas von den Wurzelkindern. Zwanzigste Auflage. 1925. – II: Prinzeßchen im Walde. Elfte Auflage. – Fast alle Bilderbücher von Sibylle von Olfers (1881–1916) erschienen im Verlag von J. F. Schreiber. Schon ihre zweite Publikation, »Etwas von den Wurzelkindern«, »weitaus das organischste und eingängiste« (Bilderwelt), wurde ein Bestseller in der Verlagsgeschichte. Den größten Einfluss auf sie übte wohl ihre Großtante, die Schriftstellerin Marie von Olfers, aus.

Je 29,5 : 22,5 cm. [22] Seiten; [16] Seiten. – Einbände berieben, Ecken bestoßen. – Einige Seiten unten im Falz hinterlegt, eine Lage in I lose.

Bilderwelt 493 (I, 5. Auflage)

235  Else Wenz-Viëtor – Aus dem kleinen alten Städtchen.

€ 750

Mit Bildern von Else Wenz-Viëtor. Dritte Auflage. Oldenburg, Gerhard Stalling um 1925. Sieben doppelblattgroße farbige Tafeln mit klappbaren Teilen und Einsteckschlitzen. Originalhalbleinenband mit farbiger Deckelillustration im farbig illustrierten Originalpappkarton.

Nürnberger Bilderbücher 25a. – Die erste Auflage erschien laut Liebert 1923. Unser Exemplar mit 20 (von 24) Einsteckfiguren, wie die erste Auflage in der Pappausgabe. – Auf jeder Doppelseite des textlosen Bilderbuchs ist eine Stadtszene abgebildet: Straße mit Kutsche, Vorgärten, Geschäfte, Markt, Gastwirtschaft, Krämer und Schule, in ausgestanzte Schlitze der dicken Pappseiten kann der kleine Spieler Figuren, Tiere, Geschirr etc. stecken. Einige Türen sind aufklappbar. – »Zu dem großen Bekanntheitsgrad der Autorin trug auch bei, daß sie zahlreiche Illustrationen für die in den zwanziger und dreißiger Jahren auflagenstärkste Kinderzeitschrift ›Jugendlust‹ lieferte, die in vielen deutschen Schulen als Lektüre benutzt wurde.« (Lex. KJL III, 788). – Die Figuren etwas bespielt, die Tafeln in durchaus gutem Zustand.

28,6 : 32,6 cm. – Kanten der Kassette teils angeplatzt. – Drei Figuren beschädigt, einige mit kleinen Ausbesserungen.

Liebert, Stalling 25

236  Else Wenz-Viëtor – Vier Bilderbücher.

€ 100

Oldenburg, Gerhard Stalling 1927–1957. Alle mit farbigen, teils blattgroßen Illustrationen. Farbig illustrierte Originalhalbleinenbände.

I. Nürnberger Bilderbücher Nr. 14. Des Wiesenmännchens Brautfahrt. Verse v. Will-Vesper. 1920. – II. Nürnberger Bilderbücher Nr. 19. Schweinchen schlachten, Würstchen machen. Quiek, Quiek, Quiek! Lustige Kleinkinderreime für Mutter u. Kind. Herausgegeben von Charles Dieck. 2. Auflage. [um 1923]. – III. Miau-Miau. Ein Tierbilderbuch. Mainz, Scholz 1936. – IV. Nürnberger Bilderbücher Nr. 50. Theodor Storm. Der kleine Häwelmann. 107. Tausend. [um 1950].

Einbände meist etwas berieben und fleckig. Ecken leicht bestoßen. IV mit Bibliotheksstempel auf dem Hinterdeckel. – II mit Besitzvermerk auf dem Vorsatz. Einige Seiten von I im Falz neu gefasst, einige Lagen von II lose.

Liebert, Stalling 14, 19 und 50 (I, II und IV). – Lex. KJL III, 788. – Bilderwelt 638 (II) und 641 (IV)

237  Gerhard Stalling Verlag – Vier Kinderbücher des Verlages.

€ 150

Oldenburg 1928–1951. Farbig illustrierte Originalhalbleinenbände.

I: Nr. 70. Kathleen Colville. Der Puppenmeister. Mit Bildern von Hildegard Weinitschke. Aus dem Englischen übersetzt von Fritz Schnabel. 1928. – II: Nr. 73. Das lustige Kasperle-Buch. Verse von Albert Sixtus. Bilder von Helmut Skarbina. 1928. – III: Nr. 96. Christian Morgenstern. Klaus Burrmann der Tierweltphotograph. Mit Bildern von Fritz Beblo. 1941. – IV. Nr. 95/V. Kleckerklaus. Struwwelpeters kleiner Bruder und 4 andere Geschichten von Ilse Linck und Erika Walter. 1951.

Verschiedene Formate. – Einband etwas fleckig (I und III), Kanten berieben (I, II, IV). – Innengelenke laienhaft restauriert (I und IV). Seiten mit Fingerflecken (IV).

Liebert, Stalling 70, 73, 95 und 96

238  Tom Seidmann-Freud. Das Wunderhaus.

€ 400

Ein Bilderbuch zum Drehen, Bewegen und Verwandeln. Berlin, Herbert Stuffer 1927. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen, Klapptafeln, einer Drehscheibe und drei beigelegten Schablonen. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Seltene erste Ausgabe des didaktischen Bilderbuchs. – Die beweglichen Teile intakt, die häufig fehlenden Beilagen komplett. – Tom (eigentlich Martha-Gertrud) Seidmann-Freud (1892–1930), eine Nichte von Sigmund Freud, war eine der innovativsten Bilderbuch-Künstlerinnen der 20er Jahre in Deutschland. Mit »Fischreise«, »Wunderhaus« und »Zauberboot« hat Seidmann-Freud traditionelle Stoffe in Büchern zum Drehen, Bewegen und Verwandeln experimentell aufgearbeitet.

23,7 : 20,5 cm. [12] Seiten. – Kanten leicht berieben, Einband etwas gebräunt und fleckig. – Innen wenige schwache Finger- und Stockflecken.

Murken 8. – Stuck-Villa II, 309. – Lex. KJL III, 374. – Vgl. Bilderwelt 659

239  Ellinor [Gorn]. Bunte Luftballons.

€ 100

Verse von Ellinor, Bilder von Lottie Gorn. Berlin, Rudolf Mosse 1928. Mit 19 farbigen Abbildungen. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Farbenfroh, ganz im Stil der modernen 1920er Jahre illustrierte Reime. – Insgesamt schönes Exemplar. – Sehr selten.

35,1 : 28,0 cm. [40] Seiten. – Deckel leicht angestaubt, Ränder etwas berieben. – Innengelenke teils hinterlegt. Einige Seiten mit leichten Fingerspuren.

Bilderwelt 1904

240  Die Geschichte vom schwarzen Peter.

€ 250

Text und Zeichnungen von Hermann Rombach. Esslingen a. N. und München, J. F. Schreiber [1930]. Mit farbigen Illustrationen im Text. Originalhalbleinenband mit farbiger Deckelillustration und illustriertem Originalschutzumschlag.

Außergewöhnliches Kinderbuch von Hermann Rombach über die Abenteuer des schwarzen Peters aus Afrika, der im Krokodilsmaul bis nach Hamburg zu Hagenbecks Tierpark reist. – Text in Sütterlin. – Rombach (1890–1970), Schriftsteller, Maler und Zeichner nahm an der ersten Ausstellung der Sezession Stuttgart teil. »Die Wiederentdeckung seiner tiefgründig-humorvollen Zeichnungen zeigt jedoch, dass er in den zwanziger und dreißiger Jahren einen eigenständigen Beitrag zur ›Neuen Sachlichkeit‹ leistete« (Stadtarchiv.Heilbronn.de). – Sehr selten.

22,5 : 17,5 cm. [26] Seiten. – Kleine Einrisse an der Klammerheftung unfachmännisch restauriert. – Im Ganzen gut erhalten.

Bilderwelt 1901

241  Walter Trier – Erich Kästner. Das verhexte Telefon.

€ 250

Ein Bilderbuch. Berlin, Williams & Co. 1931. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen von Walter Trier. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Walter Trier (1890–1951) arbeitete als Presse-Illustrator, Satiriker, Bühnenbildner und Animationsfilmer. In den 1920er–30er Jahren wurde er durch seine Kästner-Illustrationen berühmt, obwohl er eigentlich schon bekannter als der junge Kästner war.

25,7 : 21,5 cm. [20] Seiten. – Einband etwas fleckig. – Seiten mit wenigen Fingerflecken.

Hatry 174. – Neuner-Warthorst 38. – Lex. KJL III, 562

242  Walter Trier – Bergmanns Bunte Bücher.

€ 200

Buch 1 [und] 2. Bilder von Walter Trier, Text von Fred A. Colman. Dresden, Haus Bergmann Zigarettenfabrik AG [1932]. Mit jeweils 100 montierten farbigen Sammelbildern. Farbig illustrierte Originalbroschuren.

7. (I) und 11. (II) Auflage. – Ungewöhnliche Sammelalben mit Zigarettenbildchen von Walter Trier. – Der Künstler karikierte Clowns, Sportler, Schauspieler, Sagenhelden, Märchenfiguren, Hunde und vieles mehr. »Karikatur heißt nicht eine mutwillige Verzerrung, ein Übertreiben des Lebendigen, nein, sie bedeutet das Lebendige, das Leben selbst. … Die Karikaturen Walter Triers, des bewährtesten humoristischen Zeichners unserer Zeit, besitzen einen kulturellen und damit einen Sammelwert« (Vorwort). – Die Bücher konnten einzeln in Buchhandlungen zum Preis von 40, später 50, Pfennigen bezogen werden.

Je 21 : 12 cm. [64] Seiten. – Ränder etwas berieben. – Einige Seiten fleckig, bei Band 1 zwei Einrisse im Titelblatt rückseitig (unfachmännisch) hinterlegt.

Bilderwelt 681 (EA) und 682. – Hatry 199 und 200

243  Schreibers Stehauf-Bilderbücher – Hallo – mein Auto! – Im Tierpark.

€ 150

Esslingen und München, J. F. Schreiber [1939] und [1949]. Farbig illustrierte Originalhalbleinenbände.

I. Schreibers Stehauf-Bilderbücher Nr. 327. Bilder von Georg Josefowski, Verse von Andreas Walter. – II. Bilder von Richard Friese. Gesamtgestaltung von Josef Scheidt. Leporello aus festen Kartonseiten, das ein Tierpark-Panorama bildet.

I. 15,5 : 24,0 cm. [8] Seiten. Deckel und Seiten etwas fleckig, teils mit Kritzelein. 2 Seiten mit winzigem Stempel. Es fehlt eine kleine Pop-up-Figur. – II. 16,2 : 21,0 cm. [8] Seiten. Kanten berieben, alle Figuren intakt.

244  Eleska [Lene Schneider-Kainer]. Papa, Mama, Baby.

€ 200

[New York um 1947]. Zwölf Farbserigraphien auf Stoff. Am Rückenfalz vernähtes Stoffbuch.

eleska book 5. – Erste Ausgabe des waschbaren Stoffbilderbuchs. – Helene Schneider-Kainer (1885–1971) war mit dem Künstler Ludwig Kainer verheiratet. 1917 erregte sie mit ihrer ersten Ausstellung – erotische Zeichnungen zu Lukians Hetärengesprächen – in der Galerie Gurlitt Aufsehen. 1926 reiste die Künstlerin mit dem Schriftsteller Bernhard Kellermann durch Asien und veröffentlichte ihre Reiseeindrücke in deutschen Zeitschriften. 1932 übersiedelte sie nach Ibiza und eröffnete dort ein Gästehaus für emigrierte Künstler, ab 1937 lebte sie selbst als Emigrantin in New York. Dort entstanden ab 1945 die außergewöhnlichen Stoffbücher für Kleinkinder, die sie unter der lautsprachlichen Zusammenfassung ihrer Initialen »LSK« herausgab. – Sehr selten, Zlata Fuss Phillips konnte von dem vorliegendem »Band« kein Exemplar in einer amerikanischen Bibliothek nachweisen.

19,0 : 21,3 cm. [12] Seiten. – Etwas ausgewaschen und am Rand leicht verschlissen, die äußeren Seiten minimal stockfleckig.

Phillips 69.5

245  Rum-Pum-Pum.

€ 200

Ein Umzug aus dem Märchenland. Gezeichnet von Hans Fischer. Zürich, Wolfsbergdrucke 1951. Sieben doppelseitige Farbillustrationen nach Zeichnungen. Roter Halbmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und Oleographiebuntpapierdeckelbezügen (signiert: Roland Meuter Ascona).

Erste Ausgabe des originellen siebenteiligen Festzugs mit Figuren aus den bekanntesten Märchen der Brüder Grimm. – Hans Fischer (1909–1958) begann 1944 mit der Illustration von Märchenbüchern – Privatdruck der bekannten Druckerei J. E. Wolfensberg, Zürich. 1961 wurde der Titel in den Artemis Verlag übernommen. – Typischer, farbenfroher Einband des Meisters aus Ascona. Der farbig illustrierte Originalvorderumschlag wurde eingebunden.

14,5 : 32,7 cm. [16] Seiten. – Der eingebundene Umschlag leicht fleckig und auf Japan aufgezogen, sonst tadellos.

Tiessen II, 14. – Vgl. Bilderwelt 778 (Artemis 1961)

246  Kinderbücher – Vorzeichnungen – Franziska Schenkel. Elf Tuschzeichnungen, zwei koloriert, für »Luftibus Löwenzahn auf seiner Flugfahrt durch das Blumenreich«.

€ 2500

Um 1925. Ca. 8 : 24 cm bis 32 : 24 cm. Acht Zeichnungen signiert bzw. monogrammiert.

Die entzückenden Illustrationen im Stil von Ernst Kreidolf zeigen liebliche Szenen mit Feen, Kobolden, Elfen, personifizierten Pflanzen und Tieren. Sie dienten als Vorlage für das 1928 erschienene Bilderbuch »Luftibus Löwenzahn auf seiner Flugfahrt durch das Blumenreich«. Das Buch erschien mit dem Text von Harry Maasz-Lübeck im Verlag für Volkskunst und Volksbildung Richard Keutel in Lahr. – Sechs der vorliegenden Zeichnungen wurden ins Buch übernommen. Meist signiert und mit Textzitaten und Anmerkungen wohl des Verlegers an den Drucker in Bleistift versehen. – Beilage: Exemplar der Buchausgabe »Luftibus Löwenzahn« (stärker lädiert).

Vgl. Klotz III, 4323/2 und Ries S. 841

247  Kinderbücher – Vorzeichnungen – Ingrid Sieck. [Abenteuer des Räubers Rosenpoo].

€ 800

32 Bleistiftzeichnungen und 21 Manuskriptteile. Um 1935. 23 : 30 cm.

Vorlagen bzw. erste Entwürfe für ein nicht realisiertes Kindermärchenbuch. Die Zeichnungen auf Transparentpapier, das über die handschriftlichen Textpassagen geklammert wurde, um die Illustrationen in den Text einzufügen. Die Blätter mit den aufgeklebten Texten teils paginiert. – Geschildert werden die Abenteuer des ungehobelten Räubers Rosenpoo, der durch das ebenso mutige wie herzliche Mädchen Vroni besänftigt wird. – Ingrid Sieck wurde 1907 als Tochter des süddeutschen Malers Rudolf Sieck (1877–1957) geboren. Dieser war unter anderem mit dem Münchner Simplicissimus-Verleger Albert Langen und Hermann Hesse befreundet. Erfolgreich auf vielen Ausstellungen, Mitglied in wichtigen süddeutschen Künstlergruppen und ein Reisender: Vater Sieck publizierte auch in Zeitschriften und betätigte sich als Porzellanmaler. – Seine Tochter Ingrid eiferte ihm nach. Sie illustrierte mehrere Kinderbücher, nachdem sie sich dafür u. a. von Arbeiten Tom Seidmann-Freuds inspirieren ließ. 1939/40 entwarf sie für die Nymphenburger Porzellanmanufaktur mehrere Dekore. Nach ihrer Heirat publiziert sie unter dem Doppelnamen Voigtländer-Sieck. – Dazu: 25 Aquarelle und Tuschzeichnungen. Um 1925–40. Teils signiert, teils betitelt (»Malaiische Märchen«, »Dauthendey«, »Unterm Mond«). Den Titeln und Motiven nach nicht nur für Kinderbücher gedacht. – Acht Farblinolschnitte. Um 1930. Ca. 13 : 10 cm. Sechs signiert und als »Handdruck« bezeichnet. Möglicherweise im Zusammenhang mit den Arbeiten für das Capri-Buch, das 1931 mit Bildern von ihr und ihrem Vater erschien. In Passepartouts.

248  Kinderbücher – Vorzeichnungen – Trudy Wünsche. Das rote Schaf, an dem alles hängen blieb. Der Bär als Richter. Die Färber des Mondes. Drei finnische Märchen.

€ 450

27 Tuschfederzeichnungen, meist koloriert, und eigenhändiger Text in Tinte. Um 1945. 18,3 : 30,0 cm. Signiert.

Originalvorlage für ein Kinderbuch, in dieser Form oder unter ähnlichem Titel bibliographisch nicht nachweisbar. – Voller Liebenswürdigkeit und Humor illustrierte Trudy Wünsche drei kurze, außergewöhnliche Märchen, darunter eine Variante von »Die goldene Gans«. – Der Text sehr viel genauer ausgeführt als bei dem vorherigen Entwurf und bereits in Tusche geschrieben. Die Blätter wurden zu einem Heft montiert und dieses in einen gelben, illustrierten und betitelten Kartonumschlag geklebt. – Auf der Titelzeichnung signiert, auf dem hinteren Innendeckel der Urheberrechtsaufkleber des Schweizer Grafiker Verbands, von Trudy Wünsche signiert. – Sehr gut erhaltenes Unikum.

Gelenke des Umschlags etwas brüchig, hinterer Deckel lose.

249  Kinderbücher – Vorzeichnungen – Trudy Wünsche. Doremi der Musikant.

€ 750

48 Tuschfederzeichnungen, meist aquarelliert. Um 1950. 29,5 : 20,5 cm. Signiert.

Originalvorlage für ein wohl nie erschienenes Bilderbuch der Verfasserin. – Trudy Wünsche (1904–1983) war seit 1928 selbständige Graphikerin und schuf Gebrauchsgraphik, Illustrationen sowie Textil- und Stickereientwürfe. – »Ihre Bilderbuchillustrationen haben häufig Bilderbogencharakter« (Rutschmann, S.86). Dieser kommt auch in den vorliegenden Entwürfen zu diesem Bilderbuch sehr deutlich zum Ausdruck. In dem reich illustrierten Märchen erlebt ein Mädchen, das nicht zum Musikunterricht gehen will, geführt durch den Musikanten Doremi Wundervolles im Land der Musik. – Die mit lebendigem Gestus gezeichneten Bilder, die jeweils eine Seite füllen, wurden von Trudy Wünsche auch schon mit Texten versehen. – Im Lexikon Schweizer Bilderbuch-Illustratoren (Rutschmann) sind sieben Kinderbücher von Trudy Wünsche verzeichnet, die zwischen 1942 und 1964 erschienen. – Die 48 Blätter wurden zu einem Heft montiert. Mit Titelbild und Schlussvignette, am Ende signiert. – Ausgezeichnet erhalten.