ChristianHesse

Kunst und Literatur seit 1945 | Hesse-Auktionen
Kunst und Literatur seit 1945

656  [Josef] Albers.

€ 450 ( R7 )

Einführung von Jürgen Wißmann. Recklinghausen, Aurel Bongers 1977. Mit neun blattgroßen Farbserigraphien und einigen Abbildungen. Originalpappband.

Erste Ausgabe. – Albers bestimmt für seine Kunst, sie sei »ihrem Wesen nach neu in der Formulierung und Artikulation, obwohl sie hinsichtlich ihrer Aufgabe, Gefühl zu entdecken und hervorzurufen, beständig bleibt«. Die farbintensiven auf Velin gedruckten Serigraphien schuf der Künstler nach Ölgemälden aus den Jahren 1951–1969. – Sehr gut erhalten.

23,0 : 25,0 cm. 53, [1] Seiten.

657  Horst Antes.

€ 500

Geh durch den Spiegel, Folge 23. Köln 1960. Mit elf Offsetlithographien von Horst Antes, sechs davon mehrfarbig, vier doppelblattgroß, eine auf dem Umschlag. Illustrierte Originalbroschur.

Eins von 200 Exemplaren. – Die erste eigenständige Buchveröffentlichung Antes’, erschienen anlässlich seiner ersten Einzelausstellung. Ein Jahr zuvor hatte der Grieshaber-Schüler Antes sein Studium in Karlsruhe beendet. – Mit Texten von Horst Antes, William Blake, Jean Genet und Jörg Stöhrer. – Klaus Gallwitz erläutert (sehr lesenwert!) in der Einleitung zu Bernd Lutzes Werkverzeichnis die Bedeutung der Offsetlithographie im Œuvre von Horst Antes und deren künstlerische Gleichstellung mit dem klassischen Druck vom Stein. – Dazu vier Werke der Galerie Der Spiegel: I. Wolfgang Hollegha.. Mit zwei blattgroßen Radierungen. 1964. Geh durch den Spiegel 38. – II. Hann Trier. Mit einer doppelblattgroßen Radierung. 1964. Geh durch den Spiegel 40. – III. Henri Focillon. Lob der Hand. 1962. Mit Illustrationen von Hann Trier. – IV. Josef Mikl. Einige Untaten der Journalistenfresserin Hawranek. Mit Illustrationen von Josef Mikl. 1964. – Beigabe: Ernst Wilhelm Nay. 1959. Geh durch den Spiegel 19. Ohne die Originalgraphik.

38 : 26 cm. [28] Seiten.

Lutze 28–38. – Spindler 153.67 und 82, 84, 63, 21, 31

658  Horst Antes. Offsets

€ 150

mit einem Text aus dem Allgemeinen Deutschen Reimlexikon von Peregrinus Syntax – Leipzig 1826 – und einem Nachwort von Kurt Martin. Karlsruhe/Nürnberg 1966. Mit sechs fünffarbigen Offsetlithographien. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Eins von 450 Exemplaren (Gesamtauflage 600). – Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung des Künstlers datiert 19.1.67. – Das Buch erschien anlässlich der Ausstellung in der Galerie Defet, Nürnberg (1966/67). – Dazu: Günther Gercken. Werkverzeichnis der Radierungen Horst Antes 1962–1966. München, Stangl 1968. Mit 162 ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur mit radierter Deckelvignette. Eins von 1000 Exemplaren. Tadellos.

20,0 : 20,0 cm. [20] Seiten, 6 Lithographien. – Einige Blätter lose.

Lutze 480–483, 485

659  Horst Antes – Günther Gercken. Werkverzeichnis der Radierungen Horst Antes 1962 – 1966.

€ 400

München, Galerie Stangl 1968. Mit vier signierten Radierungen und 162 ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur mit radierter Umschlagvignette.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Radierungen.

23,0 : 15,0 cm. [176] Seiten.

660  H. C. Artmann. Grammatik der Rosen.

€ 150

Gesammelte Prosa Band 1 [bis] 3. Salzburg und Wien, Residenz 1979. Schwarze Originallederbände mit goldgeprägten Initialen, zusammen in Originalkassette.

Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Leder gebunden und im Druckvermerk vom Autor signiert.

21 : 13 cm. – Rücken mit kleinen Kratz-, bei Band 1 Schabspur.

661  Mark Beard. Utah Reader.

€ 2000

New York, Vincent Fitz Gerald 1986. Mit 17 Farblinolschnitten und Assemblagen, meist zusätzlich koloriert, teils aufklappbar, zwei doppelblattgroß. Grüner Originalseidenband mit farbig geprägtem Deckeltitel. In grüner Originalseidenbox.

Eins von 40 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf getöntem Velin von »Arches«. – Beard gestaltete diese Erinnerungen an seine Jugend in Utah mit Porträts seiner Eltern und Lehrer, Darstellungen verschiedener Landschaften, Szenerien aus seiner Heimatstadt Salt Lake City u. a. m. Für die Bilder verwendete er verschiedene Papiere, die lithographisch bedruckt bzw. handkoloriert, ausgeschnitten und zu Collagen und ausfaltbaren Assemblagen montiert wurden. – Der Text wurde nach seiner Handschrift in roter Tinte, der Titel nach seiner Kalligraphie und Zeichnung mit farbigen Fettkreiden faksimiliert. – Perfekt erhalten. – Der 1956 geborene US-amerikanische Künstler Mark Beard, verbarg sich im Laufe seines Lebens hinter verschiedenen fiktiven Künstlerpersönlichkeiten, denen er teils sehr genaue biographische Information zuschrieb. Kunstwerke Beards entstanden unter den Pseudonymen Hippolyte-Alexandre Michallon (angeblich 1849–1930, französischer Maler und Ausbilder von Bruce Sargeant), Edith Thayer Cromwell (angeblich 1893–1962), Brechtholdt Streeruwitz, Peter Coulter und Bruce Sargeant (siehe die folgende KatNr.).

29,0 : 38,5 cm. [72] Seiten.

662  Mark Beard – Bruce Sargeant. Fifteen Corporeal Poems.

€ 1600

Sheffield, England, Feard Press 1938. [New York 1998?]. Mit zwölf teils kolorierten Radierungen. Grauer Originalleinenband.

Eins von 25 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert und nummeriert. – Auf Velin »BFK Rives«. – Gesetzt aus einer fetten Groteskschrift, gedruckt auf festes, unbeschnittenes Bütten, gewinnt das Buch seine besondere Ausstrahlung durch die Radierungen, die auf unterschiedlich farbigen, hauchdünnen Chinapapieren gedruckt und dann aufgewalzt wurden. Einige Partien wurden von Beard nachträglich koloriert. – Tadellos und sehr selten. – Bruce Sargeant, dem Beard Texte und Bilder zuschreibt, ist ebenso eine Fiktion wie die Verlagsangabe. Mark Beard schuf den englischen Künstler als sein »alter ego«, als ironische Kunstfigur. 2010 erschien seine ausführlich bebilderte Sargeant-Biographie. Dort wurden Sargeant die Lebensdaten 1898–1938 zugeschrieben und sein tragischer Wrestling-Unfalltod erwähnt. – Die Gedichte (»privatly for his friends«) und die Radierungen Beards thematisieren eine heroisierende Darstellung von Athleten, Soldaten und anderen männlichen Figuren. – 2005 waren Sargeant-Bildwerke und -Skulpturen Teil einer Kampagne des Modeunternehmens Abercrombie & Fitch.

28,5 : 20,0 cm. [52] Seiten.

663  Samuel Beckett. Sieben Erstausgaben.

€ 350

Éditions de Minuit 1951–1983. Originalbroschuren, teils mit Pergaminumschlag.

I. Molloy. 1951. – II. Assez. 1966. – III. Bing. 1966. – IV. Le Dépeupleur. 1970. – V. Mercier et Camier. 1970. – VI. Solo suivi de Catastrophe. 1982. – VII. Quoi où. 1983. – Teils in kleinen, nummerierten Auflagen erschienen. – Meist unaufgeschnitten. – Der Kosmopolit Samuel Beckett (1906–1989) floh aus der beengenden Atmosphäre Irlands, lebte in London und ab 1937 in Paris, wo er schon Ende der 1920er Jahre als Lektor gearbeitet hatte. Hier hatte er Kontakt zu anderen Literaten wie Jules Romains, Philippe Soupault, Paul Valéry und seinem Landsmann James Joyce. – »Was hat man dem Dichter des ›Godot‹ bei uns nicht alles an Etiketten aufgeklebt! Vom christlichen Allegoriker bis zum Nihilisten, vom Kafka-Nachfolger bis zum Existentialisten – viele Mützen wurden ihm anprobiert.« (Christian E. Lewalter in »Die Zeit«, Nr. 31/1954). – Dazu: Ludovic Janvier. Pour Samuel Beckett. Paris, Éditions de Minuit 1966. Originalbroschur. Eins von 112 Exemplaren.

664  Samuel Beckett. The North.

€ 800

With three Original Etchings by Avigdor Arikha. London, Enitharmon Press 1972. Mit drei signierten Radierungen. Lose Doppelbogen in Originalumschlag, zusammen in -leinenchemise und -schuber.

Eins von 137 Exemplaren. – Das Impressum vom Dichter signiert. – Auf Bütten von J. Barcham Green. – Avigdor Arikha (eigentlich Victor Długacz, 1929–2010) verdankte sein Überleben in einem rumänischen Konzentrationslager seinem frühen künstlerischen Talent. Er zeichnete auf Papierfetzen dokumentarisch die Zustände im Lager. Diese Zeichnungen gelangten in die Hände von Mitarbeitern des Internationalen Roten Kreuzes und erregten deren Aufmerksamkeit – man ermöglichte ihm die Flucht nach Palästina. Nach langen Jahren abstrakter Malerei beschränkte sich Arikha ab etwa 1970 wieder ganz auf Zeichnung und Druckgraphik.

39,8 : 31,7 cm. [8], 6, [4] Seiten, 3 Radierungen.

665  Thomas Bernhard. Vier eigenhändige und ein maschinengeschriebener Brief sowie vier eigenhändige Postkarten, alle mit Unterschrift.

€ 18000

Salzburg u. a. 1955 – 1968. Zusammen 13 Seiten. Mit drei eigenhändig adressierten Umschlägen.

Alle an den österreichischen Schauspieler und Regisseur Ludwig Skumautz (1929–1987). Dieser lebte in St. Veit/Glan in Kärnten und erhielt zunächst eine pädagogische Ausbildung. Schon damals verfasste er erste literarische Werke und kam mit dem in Salzburg als Journalist und Schriftsteller tätigen Thomas Bernhard in Kontakt. Bereits vor dem gemeinsamen Studium am Salzburger Mozarteum (1955–1957) verband die beiden offenbar eine sehr innige Freundschaft. Die Briefe aus dem Teilnachlass Skumautz sind bisher unveröffentlicht.

25. V. 1955, mit Umschlag
Über eine geplante Lesung: »Es ist alles in Ordnung, Du liest (falls Du willst) mit Christine Busta zusammen am 5. September. Ich glaube da sind bestimmt noch Ferien. […] Ich möchte soviel sagen u. fragen, aber die letzten Tage waren für mich wie eine Vorhölle. Ich stehe allem kopfschüttelnd gegenüber – und in ein paar Tage tauche ich wieder in einer größeren Arbeit unter.

12. VI. 1955
Ich habe eine unglaubliche Achtung vor dem Leben und ich liebe es – also? Wenn ich von der »Vorhölle« gesprochen habe, dann von dem scheusslichen Gesicht, das einem von Zeit zu Zeit anstarrt wohin man geht. … Meine Tage enden abends immer tröstlichm denn vor dem bloßen Dasein gibt es nur Nichtigkeiten. Vor einem Jahr noch habe ich dauernd an Selbstmord gedacht, aber dieser Unsinn ist vorbei. Klagen muß der Mensch, auch aufbegehren, vor allem leiden – was ich jetzt brauche, ist Ruhe und eine abgesonderte Stellung, aus der ich einen guten Überblick habe über die Umwelt. Ich bin in seiner sehr anstrengenden Arbeit, u. ich bitte darum, daß sie mir halbwegs gelingen wird. Ich bin noch voll Begeisterung, sie wird nachlassen, wie bei allem, das ich anpacke, nur bin ich diesmal schon übern Berg. […] Im Herbst erscheint (Gottlob statt der miserablen Gedichte) eine Erzählung in d. Stifterbibliothek […] Von Dombrowski illustriert. – Schluß! – Ich habe Deine Lesung umstellen lassen auf den 22. August. Da sind noch Festspiele […] Da haben wir ein paar Tage für uns in Salzburg […] Es ist ein herrliches Gefühl, wenn etwas vorwärts geht. Mir vergeht nur immer die Zeit zu schnell – das Altwerden betrübt mich.«

11. VII. 1955, mit Umschlag
»Ich war jetzt 2 Wochen kränklich u. es sind dadurch eine Reihe Pläne ins Wasser gefallen. […] Ich schlage zu unserer Sache mit der Lesung vor, daß Du schon am 18. od. 19. nach Salzbg. kommst. Ich stelle mir vor, daß Du zusammen mit einer jungen Schauspielerin liest, denn ich finde es immer störend, dramatische Szenen vom Autor vorgelesen zu bekommen. […] Warst Du schon in Italien, wie vorgesehen? Hier ist sehr viel Unruhe, der man kaum entkommen kann. Die Stadt ist ein Museum, durch das die italienhungrigen Leute durchgeschleußt werden. […] Seit Tagen versuche ich etwas zu schreiben, aber es ist nur Unsinn. Und erzwingen kann ich es wirklich nicht. Das mit der ›Mathematik in der Literatur‹ will uns nicht gelingen – Gott sei Dank! Dazu kommt, daß ich zu meiner Arbeit die täglichen u. stündlichen Sorgen brauche, sie aber zeitweilig unerträglich werden. In der letzten Zeit habe ich immer öfter gewisse Vorstellungen von der Sinnlosigkeit meiner ganzen Person. Und es ist eine wahre Kunst, dem Ganzen einen Sinn zu geben. Wenn ich denke, wielange das Leben trotz seiner verfliegenden Kürze dauert! […] Wäre ich doch nur eine andre Natur, oder Maus oder Wurm. Das sind alles Wünsche, die einem völlig durcheinander geratenen Hirn entspringen.«

11. VII. [eigentlich aber August] 1955, mit Umschlag
»ich danke für Deinen Brief, kann aber augenblicklich nicht antworten.« Bernhard bittet um Zusendung der Texte für die Lesung und stellt »Eine Frage: soll ein guter Schauspieler von Dir lesen? Wenn ja, mir das mitzuteilen wäre. Du selbst kommst auf keinen Fall ganz davon.«

31. VIII. 1955 (Briefkarte, 2 Seiten)
»Mein lieber Ludwig, ich bin traurig, weil Du fort bist. Das ist nun die Wahrheit – die Du nicht ändern kannst. Ich war in keiner guten Stimmung als Du da warst – das hat viele tiefliegende Gründe. Aber, Du gehörtest in meine Nähe! […] Ich habe Dich gern u. verehre Dich, was bleibt zu sagen! Man sagt nur Unsinn, die Feder vergewaltigt den lebendigen Gedanken. Und doch: Worte bewirken oft ein Wunder. Mit Berlin ist noch nichts fest. Ich will nur hoffen – das darf ich. Die Hoffnung ist meine Nahrung, sicher bis ans Ende der Reise. Ich lebe! Wie oft war ich verzweifelt, dann kam eine Botschaft – aus mir selber, die Stimme Gottes. Sicher.« Bernhard kündigt einen Besuch in Klagenfurt an »Wenn Du willst, darf ich mit Dir beisammen sein. […] Du mußt bald wieder ein paar Tage hier in Salzbg. verbringen. Das muß sich machen lassen, Der Mensch muß leben. Die Zeit ist allzu kurz. Bitte schreib ein paar Zeilen. Thomas«

22. IX. 1955 (Ansichtskarte aus Lovran, Kroatien)
»Lieber Ludwig, es ist alles herrlich!! Sonne, blaue Adria, Delphine, ich liege unter den Palmen und schreibe. […] Ich denke, wie es Dir nächste Woche in Wien gehen wird. Ich halte Dir beide Daumen. Sobald ich was tun kann für Dich, werd ichs.«

30. III. 1956 (Ansichtskarte aus Lovran, Kroatien)
»Im Telegrammst: ich gehe etwa 30 km am Tag über den Karst u. esse Ziegenkäs. Ich liege auf dem Berg u. schau‘ ins blauer Meer. Den halben Tag bin ich unter den Netz-Flickern. De Leute sind alle noch ganz natürlich, nicht verblödet vom Bildschirm. Kannst Du Dir vorstellen, daß ich nichts möchte, als hier leben? […] Es wird eine sehr schöne Zeit für Dich kommen, sicher, verlaß‘ Dich ganz auf die Führung Deiner Himmelsgeister. Die sind alle gut!! «

20. III. 1963 (Ansichtskarte aus Zakopane, Polen)
»von meiner Polenreise die herzlichen Grüße. Was treibst Du? Ich hoffe, du bist gesund u. wir sehen uns bald einmal – vielleicht in Salzburg? Thomas«

19. IV. 1968 (Maschinengeschriebener Brief)
Reisepläne, »komme dann Ende Mai nach Nathal und vielleicht sehn wir uns dann bald einmal, was mich natürlich, wie auch anders, sehr freuen würde.«

Dabei: Porträtfotografie Ludwig Skumautz. Rückseitig von Thomas Bernhard datiert »Dez. 1961«und bezeichnet »Ludwig«.

666  Thomas Bernhard – Elisabeth Effenberger (1921–2008, österreichische Kulturjournalistin und Autorin). Zwei eigenhändige Briefe und ein maschinengeschriebener Brief, alle mit Unterschrift.

€ 900

Salzburg, 7. und 11. IX. 1955 und 18. XII. 1957. Zusammen zehn Seiten.

Alle an den österreichischen Schauspieler und Regisseur Ludwig Skumautz (1929–1987). – Kurze, dringliche Ermahnung am 7.9.: »Sie sollten Thomas [Bernhard] eiligst schreiben; er ist ziemlich gekränkt ob Ihres Schweigens und will Sie doch besuchen auf seiner Fahrt nach Dalmatien. Er tut es aber sicher nicht, wenn […] keine Nachricht von Ihnen kommt, nicht zuletzt auf seine Frage wegen eines Quartiers«. – Vier Tage später ausführlicher Brief zu den Reiseplänen Bernhards, ein Eisenbahnunglück in Kärnten (»Hoffentlich waren Sie und Thomas nicht unterwegs in diesem Unglückszug!«) und verschiedene Veranstaltungen in Salzburg »Wie schön der Tag mit Heiseler war, wird Ihnen Thomas wohl schon erzählt haben. Nun ist ja nur mehr der letzte am 19.9., Wieland Schmied und Amanshausen, ausständig; davon erwarte ich mir menschlich nicht allzuviel. Schmied kenne ich nicht, Thomas als Vermittler fehlt […]. Thomas lege ich ein Zettelchen bei, das Sie ihm, bitte, geben, gelt? Und stupsen Sie ihn, daß er mir zeitgerecht Bescheid gibt!« Mit adressiertem Umschlag. – 1957: Berichtet ausführlich über verschiedene Treffen mit Thomas Bernhard, die im Zusammenhang mit seiner ersten Publikation standen (Korrekturbögen, Lesereise). Bernhard habe »ein fixes Stipendium von Kiepenheuer & Witsch bekommen, ca. 2000 S[chilling], ohne eigentliche Verpflichtung«. Desweiteren werden viele gemeinsame Freunde und Bekannte und deren berufliche Situation am Theater erwähnt. – Dazu: Eigenhändige Postkarte und drei Briefe des Verlegers bzw. Verlages Hans Weigel. Wien 1953–1954. Alle an Ludwig Skumautz. Über ein Theaterstück von Skumautz und Urheberfragen, ein Treffen in St. Veit sowie über einen Beitrag in Weigels Zeitschrift »Stimmen der Gegenwart«.

667  Thomas Bernhards Kommilitonen am Salzburger »Mozarteum« – Zwei amtliche Schriftstücke, zwei Briefe.

€ 1500

Salzburg und Linz 1956–1957.

Alle an den österreichischen Schauspieler und Regisseur Ludwig Skumautz (1929–1987). – Ablehnungsbescheid der Kärntner Landesregierung vom 17.2.1956. Hektographiertes Typoskript, maschinenschriftlich adressiert: »Ludwig Skumautz in Salzburg / bei Bernhard Radetzkystraße Nr. 10«. Um den Jahreswechsel 1955/56 hatte sich Skumautz offenbar erfolglos um ein Stipendium beworben. Thomas Bernhard, der nun offenbar im Vorderhaus der großelterlichen Wohnung residierte, studierte 1956–57 gemeinsam mit Skumautz, Sybille Schneider (später Dahms), Klaus Gmeiner u. a. am Salzburger Mozarteum Schauspiel und Regie. – Maschinengeschriebenes Zulassungsschreiben zur Prüfung des Mozarteums, datiert Mai 1957 mit Namen der neun Studenten und Unterschrift des Akademie-Präsidenten Bernhard Paumgartner. Neben Bernhard, Skumautz, Gmeiner und Schneider wurden auch Astrid Koller, Karin Schroeder, Lotte Dobler, Charlotte Kolb und Hanno Ribitsch zugelassen. – Eigenhändiger Brief mit Unterschrift »Franzl«. Linz, 8. 10. 1956. Sieben Seiten. Sehr persönlicher Brief an Ludwig Skumautz (»Es tut mir auch so leid, daß ich nicht mehr in der Schule bei Euch bin. Es zieht mich schon oft nach Salzburg und bald werde ich bei Euch aufkreuzen«). Sehr eindrücklich schildert er seine innige Verbundenheit mit Skumautz, drückt seine Bewunderung aus und erwähnt die gemeinsame Theater-Begeisterung. Er solle in Linz unter Walleck die Hauptrolle in Schnitzlers »Liebelei« spielen, in Innsbruck habe er »mit großem Erfolg die ›Verkündigung‹ aufgeführt … Schmidtchen und meine Frau waren einfach großartig«. Fragt nach Skumautz‘ Plänen und bittet zum Schluss »Grüß mir alle die ich mag und niemand mehr. Du weißt ja wen ich mögen hab und noch mag? Den Bernhard zum Beispiel.« – Klaus W. Gmeiner. Brief mit Unterschrift. Salzburg, 26. Dez. 1957. Zwei Seiten. Ausführlicher Bericht über die berufliche Entwicklung und verschiedene Theaterprojekte.

668  Thomas Bernhard. Auf der Erde und in der Hölle.

€ 750

Gedichte. Salzburg, Otto Müller 1957. Schwarzer Originalkunststoffumschlag mit Titeln in Gelb und Rot.

Erste Ausgabe der ersten Buchveröffentlichung. – Auf Vélin. – 1957 hatte Bernhard sein Studium am Salzburger Mozarteum abgeschlosen. Bereits seit 1954 hatte er einige Gedichte in Zeitschriften und Almanachen veröffentlicht. – Selten.

19,2 : 11,0 cm. 125, [2] Seiten. – Innendeckel mit kleiner Nummerierung, erste Textseite mit Bleistiftnotiz (Salzburger Telefonnummer).

Dittmar 8

669  Thomas Bernhard. Frost.

€ 300

Frankfurt am Main, Insel 1963. Originalbroschur mit Schutzumschlag.

Erste Ausgabe, in der seltenen Broschurvariante, die möglicherweise vorab für Leseexemplare hergestellt worden war. – Die Veröffentlichung seines ersten Romans »Frost« im Jahr 1963 bedeutete für Bernhard den literarischen Durchbruch, 1965 erhielt er dafür den Bremer Literaturpreis. – »Ich halte das Buch für eine der stärksten Talentproben, für eines der aufwühlendsten und eindringlichsten Prosawerke, die seit Peter Weiss von einem Autor der jüngeren Generation vorgelegt worden sind« (Carl Zuckmayer, Die Zeit, 1963, zitiert nach Dittmar).

19,5 : 12,5 cm. 357, [3] Seiten. – Ränder etwas berieben. Rücken leicht verblasst. – Vortitelblatt mit Stempel.

Sarkowski 139. – Dittmar 21. – KNLL II, 591

670  Johannes Bobrowski. Mäusefest

€ 750

und andere Erzählungen. Berlin, Klaus Wagenbach 1965. Originalbroschur. – Widmungsexemplar..

Quarthefte 3. – Erste Ausgabe. – Mit eigenhändiger Widmung für Horst Hussel auf dem Vortitelblatt: »Ewig Kummer auf der Zunge und wie eine Wagenrunge voll Geduld und fauler Ruh sozusagen immerzu –: So der Mensch, der dies hier schreibt und DIR eben ewig bleibt; nimm ihm dieses und darum auch das Obige nicht krumm. Für Hussel vom Johannes.« – Johannes Bobrowskis (1917–1965) erste Gedichte nach dem Krieg wurden in der Zeitschrift »Sinn und Form« veröffentlicht, nach langem Bemühen erschien 1961 sein erster Gedichtband »Sarmatische Zeit« in Stuttgart und wenig später im Ostberliner Union Verlag; auch die folgenden Bücher wurden parallel in West und Ost verlegt. Bobrowski verkehrte in der Literaturszene Westberlins, »Besucher machen sich auf den Weg … nach Friedrichshagen am Müggelsee: Ingeborg Bachmann zum Streuselkuchenessen, Hubert Fichte zum Musizieren. Nicolas Born sucht bei dem älteren Aufklärung über den Holocaust. Mit Grass stößt Bobrowski 1965 auf die Gründung des Wagenbach-Verlages an, mit Enzensberger schwitzt er in einer finnischen Sauna. Uwe Johnson schickt Bücher. … Für die jüngeren Autoren in der DDR wird er bald zu einer Offenbarung. … Fünf Jahre öffentlicher Autorschaft haben genügt, um Literaturgeschichte zu schreiben« (Johannes-Bobrowski-Gesellschaft.de).

20,5 : 12,5 cm. 78, [6] Seiten. – Rücken, erste und letzte Seite gebräunt.

671  Wolfgang Borchert. Die Hundeblume.

€ 100

Erzählungen aus unseren Tagen. Hamburg, Hamburgische Bücherei 1947. Farbig illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Die letzte Veröffentlichung zu Lebzeiten Wolfgang Borcherts (1921–1947).

17,9 : 11,3 cm. 132 Seiten. – Papier etwas gebräunt.

Burgess 4

672  Renaat Bosschaert – Uilenspiegel.

€ 300

Brugge 1984. Mit sechs signierten Graphiken von Renaat Bosschaert. Lose Doppelbogen.

Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 175). – Handpressendruck im Eigenverlag, mit Texten von Paul Vanderschaeghe, Lambert Jageneau und Gery Florizoone. – Mit einer Einleitung von Lori Van Biervliet. – Im Druckvermek vom Künstler signiert. – Renaat Bosschaert (1938–2006), belgischer Maler, Graphiker und Bildhauer, veröffentlichte limitierte illustrierte Ausgaben von Werken der belgischen Autoren Guido Gezelle und Felix Timmermans und schuf Arbeiten mit lokalen und zeitgenössischen Autoren wie Anton van Wilderode.

38,2 : 28,4 cm. [32] Seiten.

673  Louise Bourgeois. Ode à la bièvre.

€ 200

New York, Zucker Art Books 2007. 24 Farbtafeln. Originalleinenband mit blau geprägtem Titel. Im Originalschuber mit Blindprägung.

Eins von 1800 Exemplaren der »Limited Edition«. – Nach dem Unikatbuch der amerikanischen Künstlerin (1911–2010) von 2002. Ein Exemplar der »Special Edition« von Zucker Art Books befindet sich im MoMa New York. »Here she pays homage to the [river] Bièvre, which was important for her family’s tapestry restoration workshop since it was rich in tannin, an ingredient that enhances the dyeing of fabric.« (MoMa). – Hervorragend gedruckt bei Julio Soto, Madrid.

29,8 : 41,0 cm. [26] Blätter.

Vgl. MoMa Object Number 337.2009.1

674  Rolf Dieter Brinkmann. Le chant du monde.

€ 2000

Gedichte mit Radierungen von Emil Schumacher. Olef, Hagarpresse 1964/65. Mit vier signierten Radierungen. Ziegelroter Originalleinenband mit Rücken- und Deckelschild, in Originalleinenschuber.

Erste Ausgabe. – Exemplar »h.c.«, wie die 60 Exemplare der Vorzugsausgabe mit den Radierungen von Schumacher, weitere 100 Exemplare erschienen ohne Radierungen und entsprechend leicht abgewandeltem Titelblatt. – Gesetzt aus der Garamond und als Blockbuch gedruckt auf der Olefer Hagarpresse. Die Radierungen wurden in der Werkstatt Henner Kätelhön in Wamel auf Velin gedruckt. – »In der Gegenüberstellung von Gedicht und Grafik gehört dieser Lyrikband zu den schönsten Produktionen der sechziger Jahre.« (Udo Seinsoth). – Sehr selten und fast tadellos erhalten.

25 : 17 cm. [62] Seiten, 4 Radierungen. – Rücken minimal verblasst. – Schnitt mit wenigen winzigen Stockfleckchen.

Seinsoth 3. – Geduldig/Wehebrink 12. – Katalog Beck & Eggeling S. 20

675  Marcel Broodthaers. Un Voyage en Mer du Nord.

€ 200

Brüssel und London, Hossmann und Petersburg Press 1973. Mit zahlreichen, teils farbigen und blattgroßen Abbildungen. Illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Zeitgleich erschienen Ausgaben in Deutsch und Englisch, alle jeweils in kleinen Auflagen. – Als Blockbuch gebunden.

15,0 : 17,5 cm. [38] Seiten.

Broodthaers, Katalog der Editionen (Sprengel-Museum) B 15

676  Stanley Brown. A chronology by Harry Ruhé.

€ 300 ( R7 )

Sammlung von Druckvorlagen, Zeitungsausschnitten und Originalfotografien. Amsterdam 2005.

Etwa 100 Blätter in Archivhüllen und Sammelordner, etwa zehn Fotografien und Originaldokumente. – 2005 erschien in einer Auflage von 100 Exemplaren die Chronologie zu Leben und Werk des niederländischen Konzeptkünstlers Stanley Brouwn (1935–2017), herausgegeben vom Amsterdamer Galeristen Harry Ruhé. – Der Sammelordner enthält Textvorlagen, teils eingeklebte Abbildungen und eine Reihe von originalen Dokumenten und Fotografien. Nicht alles wurde schlussendlich für die Publikation verwendet. – Tadellos.

677  Paul Celan. Mohn und Gedächtnis.

€ 2500 ( R7 )

Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt 1952. Schwarzer Originalleinenband mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel und dem Folienumschlag. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe der zweiten Gedichtsammlung Celans, nachdem er den Großteil der 500er Auflage seines Erstlings »Sand aus den Urnen« vernichtet hatte. – Mit eigenhändiger Widmung des Verfassers »Für Heinz Schöffler, auf der Suche nach Worten / Paul Celan / Paris, im April 1953«. – Heinz Schöffler (1921–1973) war von 1956–1960 Cheflektor des Luchterhand-Verlags.

19,1 : 11,8 cm. 75, [5] Seiten. – Folienumschlag leicht beschädigt, sonst tadellos.

Glenn B 02

678  Paul Celan. Von Schwelle zu Schwelle.

€ 1500 ( R7 )

Gedichte. Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt 1955. Schwarzer Originalleinenband mit vergoldeten Titeln und bedrucktem Originalfolienumschlag. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe des dritten Gedichtbandes. – Mit eigenhändiger Widmung »Micheline und Heinz Schöffler in Herzlichkeit / Paul Celan / Paris Oktober 1956« auf dem Vortitelblatt.

19,2 : 11,7 cm. 65, [3] Seiten. – Folienumschlag beschädigt, ansonsten tadellos.

Glenn B 03

679  Paul Celan – Paul Valéry. Die junge Parze.

€ 1500 ( R7 )

Ins Deutsche übertragen von Paul Celan. Wiesbaden, Insel 1960. Illustrierte Originalbroschur mit -schutzumschlag und -schuber. – Widmungsexemplar des Übersetzers.

Erste Ausgabe dieser Neuübertragung. – Vortitelblatt mit eigenhändiger Widmung von Paul Celan »ich funkle, bin gebunden an fremdes Firmament … Für Joseph Breitbach, am 20. Jänner 1961 / Il tradittore«. – Während die Übertragung von Rimbauds »Trunkenem Schiff« aus eigenem Antrieb erfolgte, regte der damalige Lektor des Insel-Verlages die Neuübertragung von Valerys Text an. – Gedruckt von Johannes Weisbecker, Frankfurt, auf Kupferdruckkarton. Die Umschlagvignette zeichnete Felix Hoffmann nach einem Entwurf von Paul Valéry. – Tadelloses Exemplar.

33,0 : 21,0 cm. 34, [2] Seiten.

Glenn C 13. – Sarkowski 1801

680  Paul Celan. Gedichte 1938–1944.

€ 120

Faksimile und Transkription der Handschrift. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1985. Schwarzer Originallederband und -pappband im -schuber.

Eins von 1000 Exemplaren. – Transkription mit einem Vorwort von Ruth Kraft, in der sie die frühe Begegnung mit dem Dichter und das Originalgedichtbändchen beschreibt. Das kleine Lederbändchen mit den frühesten Dichtungen legte sie 1945 Alfred Margul-Sperber vor, der sofort die Meisterschaft des jungen Dichters erkannte. Sperbers Ehefrau suggerierte damals das Anagramm des rumänischen Familiennamens »Ancel«.

11,5 : 8,5 cm. Faksimile. 20,5 : 16,0 cm. Transkription. [2], 147, [4] Seiten.

Glenn B 29

681  Eduardo Chillida – Aischylos. Die Perser.

€ 1500

Die früheste vollständig überlieferte Tragödie der Weltliteratur. Übertragen von Emil Staiger. Mit vier Holzschnitten von Eduardo Chillida. Neu-Isenburg, Edition Tiessen 1978. Mit vier ganzseitigen Holzschnitten, davon einer signiert und einer auf dem Umschlag. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, schwarzer -chemise und schwarz-weißem -schuber.

Sechster Druck der Edition Tiessen. – Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 170). – Auf Velin d’Arches, gesetzt aus der Original-Janson-Antiqua, gedruckt in den Werkstätten der Trajanus-Presse. – »Zu den Glücksfällen der Edition zählt auch die Einvernahme solcher Künstler wie Eduardo Chillida […] Die Holzschnitte Chillidas für Aischylos bilden harte rhythmische Formstöße, die an die monumentalen Eisenskulpturen des Bildhauers erinnern […]« (Lothar Lang).

31,5 : 21,5 cm. 52, [4] Seiten.

van der Koelen 78003–78006. – Spindler 41.6. – Tiessen V, 7. – Lang, Tiessen S. A 15 und ET 6

682  Cobra – Artistes Libres.

€ 1000

Première serie du bibliotheque de Cobra. Quinze Monographies. Kopenhagen, Ejnar Munksgaard 1950. Mit Abbildungen. 15 Originalbroschuren, davon 13 mit Farblithographie auf dem Umschlag, und ein Textblatt. Zusammen in farbig illustrierter Kartonmappe.

Erste Ausgabe. – Exemplar mit französischem Text, parallel erschien auch eine Ausgabe in Dänisch. – Mit Farblithographien von P. Alechinsky, K. Appel, Atlan, E. Bille, Constant, Corneille, J. Doucet, S. Gilbert, S. Gudnason, H. Heerup, E. Jacobsen, Asger Jorn (2) und C.-H. Pedersen. – Redaktion Asger Jorn, die Texte stammen von M. Ragon, C. Dotremont, E. Jaguer, L. Zangrie und J. Laude. – Einleitung und Kartonumschlag von Asger Jorn. – Die Künstlergruppe CoBrA wurde 1948 in Paris gegründet. Der Name bildete sich aus den Anfangsbuchstaben der Städte Copenhagen, Brüssel und Amsterdam, aus denen die Gründungsmitglieder stammten. Darüber hinaus sollte die lautmalerische Ähnlichkeit zur Giftschlange Kobra die künstlerische Progressivität verdeutlichen, mit der die Gruppe gegen akademische und gesellschaftliche Normen arbeitete. Künstlerisch strebte CoBrA eine Wiederbelebung des Expressionismus mit den Stilmitteln des Informel an. Das Ziel der Künstler war eine aus freier malerischer Gestaltung entwickelte, übernationale Bildsprache und die Verbindung von Theorie und Kunst, gesellschaftlicher Utopie und explosiver Malerei. – So vollständige und gute erhaltene Folgen sind selten geworden.

17,0 : 13,5 cm (Mappe). – Mappe etwas gebräunt, eine Lasche mit Tesafilm hinterlegt.

683  Salamander.

€ 450 ( R7 )

[Hefte] 1, 2 [und] 3 [alles Erschienene]. Malmö 1955–1956. Mit sieben Farblithographien und zahlreichen Abbildungen. Originalbroschuren.

Vollständiges Exemplar der seltenen schwedischen Kunstzeitschrift, die das erste Forum für den Modernismus in Schweden war. Die Redaktion lag bei I. Gustafson, C. O. Hultén, I. Laaban und G. Printz-Påhlson, zu den internationalen Vertretern zählte u. a. Karl Otto Götz. – Mit Lithographien u. a. von Corneille, Wifredo Lam, Stanley W. Hayter, Fahlström, Roberto Matta.

23,5 : 16,0 cm. Je ca. 40–48 Seiten. – Leicht angestaubt.

684  Hans Erni – C. F. Ramuz. Histoire du Soldat

€ 6000 ( R7 )

illustrée de lithographies originales par Hans Erni. Lausanne, André et Pierre Gonin 1960. Mit 75 teils blattgroßen Lithographien, davon zwei auf den grünen Kartonvorblättern. Ganzfranz-Maroquinband, beide Deckel und Rückentitel mit mehrfarbigen Velourlederauflagen und weißen Lederlinien (signiert: R. Meuter, Ascona).

Eins von 50 Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 371) auf »Japon nacré blanc« und mit einer Suite der Lithographien, gedruckt in Grün auf »Japon nacré blanc«. – Im Druckvermerk von Künstler und Verleger signiert. – Zusätzlich enthält dieses Exemplar drei signierte Zeichnungen von Hans Erni (eine in roter Tusche auf dem Vorsatzblatt, zwei in Bleistift auf gefalzten Velinblättern lose bei der Suite, jeweils 28 : 19 cm). – Die Suite auf gefalzten Bögen im Auflagenformat, gedruckt im Zustand vor der Schrift. – Das prächtige Künstlerbuch wurde bei André Kundig in Genf gedruckt, die Lithographien, die Hans Erni direkt auf die Steine gezeichnet hatte, druckte Emile Mathieu auf der Handpresse. – Spiegel und Vorsätze in hellgrünem Velourleder, die Kapitalien mehrfarbig handumstochen. – Der unikate Einband entstand in Zusammenarbeit mit dem Künstler: Beide Deckelillustrationen, die Roland Meuter durch schmale weiße Lederstreifen »zeichnete« und mit farbigem Velourleder »kolorierte«, entwarf der Künstler.

29,3 : 19,5 cm. 97, [7] Seiten. – Das Velourleder an den Gelenken leicht aufgehellt. – Buch in Acrylglasschuber, die Suite in Umschlag und Seidenleinenmappe.

Monod 9470. – Tiessen II, 47

685  Hans Erni – Werner Heisenberg. Das Naturgesetz und die Struktur der Materie.

€ 450

Natural law and the structure of matter. Mit vier Radierungen von Hans Erni. Stuttgart 1967. Mit vier signierten Radierungen. Originalhalbpergamentband mit vergoldeten Titeln.

Erste deutsche Ausgabe. – Zweiter Druck der Belser-Presse. – Eins von 150 Vorzugsexemplaren auf Japan (Gesamtauflage 1.000). – Die Radierungen auf Japanbütten. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt aus der Gill Monotype. – Die Belser-Presse wurde von Hans Weitpert gegründet. – Der Text von Heisenberg erschien 1966 in der ursprünglichen englischen Fassung.

28,8 : 19,8 cm. 89, [3] Seiten. 4 Radierungen.

Spindler 64.2. – Tiessen III, 67

686  Hans Erni – Marianne Calderara. Reise durch die zwölf Tierkreiszeichen.

€ 6000 ( R7 )

Der Kosmos in uns. Mit 17 Originalradierungen von Hans Erni. Zürich, Ernst Scheidegger 1991. Mit 17 blattgroßen Radierungen, davon eine koloriert. Leuchtend blauer Ganzfranz-Maroquinband, beide Deckel und Rücken mit mehrfarbigen Velourlederauflagen und weißen Lederlinien (signiert: R. Meuter, Ascona). Im Acrylglasschuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 98 Exemplaren (Gesamtauflage 118). – Auf Velin »BFK Rives«. – Im Druckvermerk von der Autorin, dem Künstler sowie Setzer, Drucker und Verleger signiert. – Mit einer blattfüllenden signierten Bleistiftzeichnung Ernis mit Widmung von 1994 für den Vorbesitzer auf einem Vorblatt. – Die Radierungen Hans Ernis illustrieren die vier Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser, die zwölf Tierkreiszeichen und sein eigenes Horoskop – alle siebzehn mit Erläuterungen der Autorin. – Der geprägte Originalumschlag wurde eingebunden. – Auch diesen Einband fertigte Roland Meuter nach einer Zeichnung Hans Ernis, die über beide Deckel reicht und wiederum aus weißen Lederstreifen und verschiedenen farbigen Velourlederauflagen gebildet wird. Spiegel und Vorsätze aus blauem Velourleder, Kapitalien zweifarbig handumstochen.

34,0 : 25,5 cm. [4[, 139, [1] Seiten. – Rücken etwas aufgehellt.

687  Erich Fried. Deutschland.

€ 150

Gedichte. London, Austrian P.E.N. 1944. Originalbroschur.

Erste Ausgabe von Frieds Erstlingswerk. – Die Gedichte entstanden in den Jahren 1943–1944 im Londoner Exil. – »Nur noch dies: Ich bin Oesterreicher. Deutschland habe ich nur auf der Durchreise nach England gesehen. Deutsche habe ich bei der Besetzung meiner Heimat als Feinde, in der Emigration als Freunde kennengelernt.«.

18,3 : 12,0 cm. 29, [3] Seiten. – Umschlagränder minimal gebräunt.

Wilpert/Gühring 1

688  Hans Fronius – Ernst Jünger. Auf den Marmorklippen.

€ 500

Mit zehn Radierungen von Hans Fronius. Stuttgart, Ernst Klett 1968. Mit zehn signierten, blattgroßen Radierungen. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (C. H. Schwabe, Stuttgart). Im Schuber.

Eins von 250 Exemplaren. – Mit eigenhändiger Widmung des Verlegers auf dem Titelblatt. – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – Jüngers Roman einer fiktiven Gesellschaft, erstmals 1939 erschienen, fand nach Kriegsende eine »Fortsetzung« in »Heliopolis«. – Satz aus der Dante-Antiqua. – Buchgestaltung von Carl Kreidel. – Tadellos schönes Exemplar.

27,0 : 19,0 cm. 117, [3] Seiten.

Rethi R 9–18. – Des Coudres/Mühleisen B 12 h. – Tiessen III, 59

689  Felix Martin Furtwängler – Gottfried Benn. Der Stadtarzt

€ 400

mit Holzschnitten von Felix Martin Furtwängler. Schriesheim, Frank Albrecht 1996. Mit 16 Farbholzschnitten, davon zehn blattgroß. Schwarzer Originalleinenband mit Holzschnittdeckelvignette.

Dritter Druck der Edition Frank Albrecht. – Eins von 50 Exemplaren (Gesamtauflage 70). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Druck bei Offizin Haag-Drugulin, Leipzig. – Die Holzschnitte sind Handdrucke des Künstlers. – Das schöne Malerbuch vereint erstmals alle Gedichte des Arztes und Dichters, in denen er sich mit medizinischen Themen auseinandersetzt. – Tadellos erhalten.

33.0 : 25,0 cm. [56] Seiten.

Isphording II, 168

690  Felix Martin Furtwängler – Lothar Klünner. Besuch bei Marc Chagall.

€ 800

Felix M Furtwängler. Zehn Holzschnitte und Vignetten. Herausgegeben von O. W. Solman. Berlin, Libros d’Alcanar und Sub Rosa 2012. Mit zehn Farbholzschnitten, farbigen Holzschnittvignetten im Text und Farbholzschnitten als Vorsatzpapiere. Originalhalblederband in -chemise und -schuber, alle mit Farbholzschnitten als Bezugspapier (Christian Klünder, Berlin).

Siebter Kleiner Tiergartendruck. – Eins von 15 Exemplaren »h.c.« (»Geburtstagsexemplare für meine Freunde«) mit einer signierten Extrasuite der zehn Farbholzschnitte in separater Chemise (Gesamtauflage 33). – Von Autor und Künstler im Druckvermerk signiert. – Das farbenprächtige Künstlerbuch erschien anlässlich des 90. Geburtstages von Lother Klünner. Der Dichter und Übersetzer verstarb wenige Monate später. Der Text geht auf eine Beitrag Klünners im RIAS aus dem Jahr 1988 zurück, der sich mit Chagalls Autobiographie beschäftigte.

35,9 : 25,8 cm. 39, [5] Seiten.

691  Klaus G. Gaida. Simplicitates

€ 600 ( R7 )

Die Neugestaltung der historischen Kirche im Augustinum Graz. Köln, Salon 2012. Mit einer beigelegten signierten Serigraphie mit Goldauflage und zahlreichen farbigen Abbildungen. Originalbroschur und Graphik in Originalleinenholzkassette.

Exemplar 1/12 der bibliophilen Sonderausgabe. – Die Graphik und der Innendeckel der Kassette signiert, datiert und nummeriert. – Nach einem Künstlerwettbewerb wurde Klaus G. Gaida (geboren 1950) mit der Neugestaltung der Grazer Kirche beauftragt. – Tadellos erhalten und erwartungsgemäß sehr selten.

37,5 : 30,0 cm (Kassette).

692  Moritz Götze – Matthias Holst Bader [sic!]. Zwischen bunt und bestialisch:

€ 400

all die toten albanier meines surfbretts. Bilder von Moritz Götze. [Halle], Hasen 1990. Mit 25 ganzseitigen Siebdrucken, davon drei doppelblattgroß und einer auf dem Umschlag. Farbig serigraphierte Originalbroschur. Mit Schuber.

Eins von 200 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstler und Autor signiert und nummeriert. – Gedichte von Matthias Baader Holst. – Matthias »Baader« Holst (1962–1990) war einer der interessantesten Untergrundpoeten und Punk-Dadaisten der DDR, mit nur 28 Jahren starb er bei einem Verkehrsunfall. Er arbeitete als Lyriker, Zeichner, Filmemacher, Herausgeber und Performer, seinen Künstlernamen wählte er in Verehrung des Oberdada Johannes Baader und des RAF-Terroristen Andreas Baader. – Tadellos erhalten.

38,2 : 29,7 cm. [62] Seiten.

693  Moritz Götze – Bulat Okudschawa. Und Vogel Schmerz aus der Schläfe ist leis verflogen, verflogen.

€ 400

Lieder. Übersetzungen von Ekkehard Maaß, Wolf Biermann und Sarah Kirsch. Halle, Hasen 1991. 32 Farbserigraphien. Farbig serigraphierte Originalbroschur. Mit Schuber.

Eins von 100 Exemplaren. – Durchgehend farbig serigraphiertes Künstlerbuch, als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Im Druckvermerk von Künstler und dem Übersetzer Ekkerhard Maaß signiert. – Die Dichtungen entstanden in den 1950er-1970er Jahren. – Moritz Götze (geboren 1964), seit 1986 freischaffender Maler und Graphiker, lebt und arbeitet in Halle/Saale. Nach einem dreijährigen Lehrauftrag für Serigraphie 1991 an der renommierten Burg Giebichenstein in Halle/Saale führte ihn 1994 eine Gastprofessur für Serigraphie an die Pariser »Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts«. Götze gründete mit Peter Gerlach 2006 den Hasenverlag. – Der russische Dichter Okudschawa (1924–1997), Sohn von Verfolgten des Stalin-Regimes, wurde mit seinen pazifistischen Dichtungen und Liedern, die er nur in privaten Kreisen vortragen durfte, zum Sprachrohr der sowjetischen Nachkriegsgeneration. Die Nachdichtung »Die Erste Liebe« nahm Wolf Biermann in sein eigenes Repertoire auf. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gehörte Okudschawa der »Begnadigungskommission des russischen Präsidenten« an, die stalinistische Fehlurteile aufarbeitete.

36,8 : 25,5 cm. [32] Seiten. – Deckelkanten minimal berieben.

694  Moritz Götze – Manfred Krug. 66 Gedichte, was soll das?

€ 250

Bilder von Moritz Götze. München, Econ 1999. Mit zwei signierten Farbserigraphien und zahlreichen ganzseitigen Farbillustrationen. Originalpappband mit Schutzumschlag und Schmuckschuber.

Exemplar der absoluten Vorzugsausgabe, von Verfasser und Künstler auf dem Titelblatt signiert und mit einer signierten Farbserigraphie (nummeriert 49/300) als Beilage. – Innendeckel mit einer zweiten signierten Farbserigraphie (nummeriert 13/50). – Beigelegt zudem die CD mit einer Dichterlesung. – Das Schauspielidol Manfred Krug (1937–2016) gehörte zu den Mitunterzeichnern des Protests gegen die Biermann-Ausbürgerung 1976. Nach darauf folgendem Berufsverbot reiste er 1977 in die BRD aus. – Verlagsfrisches Exemplar.

26,0 : 19,0 cm. 150, [2] Seiten.

695  Alexander Xaver Gwerder. Blauer Eisenhut.

€ 400

Gedichte. Zürich, Manus 1951. Originalbroschur mit Pergaminumschlag. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe, wohl des Erstlingswerkes. – Aus dem Besitz von Ernst Jünger mit eigenhändiger Widmung Gwerders: »Dem grossen Menschen Ernst Jünger in Verehrung die ersten Versuche vorgelegt zu Ende 1951«. – Das Dichterschicksal des Alexander Xaver Gwerder (1923–1952) steht unter dem Zeichen deprimierender Ausweglosigkeit. Im Juli 1949 veröffentlichte der damals 26jährige erstmals vier Gedichte in der einflussreichen Zürcher Tageszeitung »Die Tat«. Die exklusiven literarischen Zirkel der Schweiz blieben dem Autodidakten jedoch verschlossen. Da der literarische Erfolg ausblieb und Gwerder zudem in politischen Auseinandersetzungen angegriffen wurde, verstärkte sich seine Melancholie zu einem immer heftiger werdenden Todeswunsch. Die Frustration an Zeit und Gesellschaft, die Erfolglosigkeit als Autor und nicht zuletzt die unmögliche Liebe zu seiner »Traumgefährtin« Salomé, der Tochter der befreundeten Dichterin E. M. Dürrenberger, führten zu einem Doppelselbstmordversuch, dem aber nur Gwerder erlag.

18,8 : 11,9 cm. 45, [1] Seiten.

696  Wolfgang Hildesheimer. Gesammelte Werke

€ 400

in sieben Bänden. Herausgegeben von Christian Lucas, Hart Nibbrig und Volker Jehle. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1991. Mit sieben Porträts. Dunkelblaue Originalkalblederbände mit schwarz-goldenem Rückenschild. In der Originalkassette.

Erste Werkausgabe, die zugleich als Ausgabe letzter Hand gelten kann; Hildesheimer verstarb im August 1991. – Vorsatzblatt von Band I mit der Signatur des Verfassers. – Inhalt: I. Erzählende Prosa. – II. Monologische Prosa. – III. Essayistische Prosa. – IV. Hörspiele. – V. Biographische Prosa. – VI. Theaterstücke. – VII. Vermischte Schriften. – Sehr schönes Exemplar der nicht näher bezeichneten Vorzugsausgabe in Leder.

20,4 : 12,8 cm. – Kapitale an den Kanten minimal berieben.

697  Karl-Georg Hirsch – Matthias Biskupek. Schwarz angesagt

€ 300

und andere bestechende Gefühle. Monströse Märchen. Holzstiche Karl-Georg Hirsch. Gera, Pirckheimer-Gesellschaft 1989. Mit 14 Holzstichen im Text. Originalbroschur mit -umschlag, dieser mit Holzstich. – Widmungsexemplar..

Erste Ausgabe. – Eins von 40 römisch nummerierten Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 290). – Mit einer eigenhändigen Zeichnung von Karl-Georg Hirsch auf der letzten und eigenhändigen Widmungen von Autor und Buchgestalter auf der ersten Seite. Im Druckvermerk ebenfalls von den drei Beteiligten signiert. – In bemerkenswert vielgestaltiger Typographie gedruckt in den Werkstätten der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Im Auftrag der Pirckheimer-Gesellschaft, Bezirksgruppe Gera, herausgegeben von Jens Henkel in Zusammenarbeit mit der Leipziger Hochschule. – Ausgezeichnet mit einer Goldmedaille der IBA Leipzig 1989 als eins der »Schönsten Bücher 1989«. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

29,5 : 17,0 cm. 32 Seiten, 17 schwarze Zwischenblätter. – Ränder schwach berieben.

Kästner/Lübbert A 67.1. – Seyfert/Weise S. 203

698  Karl-Georg Hirsch – Matthias Biskupek. Rot angeschwärzt

€ 300

und andere verklärende Botschaften aus dem Reich des Bösen. Holzstiche von Karl-Georg Hirsch. Rudolstadt, Burgart-Presse 1996. Mit 14 Holzstichen im Text. Originalbroschur mit -umschlag, dieser mit Holzstich. – Widmungsexemplar..

15. Druck der Burgart-Presse Jens Henkel. – Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 190, davon 40 Verlegerexemplare). – Mit einer eigenhändigen Zeichnung von Karl-Georg Hirsch auf der letzten und je einer eigenhändigen Widmung von Autor und Buchgestalter auf der ersten und zweiten Seite. Im Druckvermerk ebenfalls von den drei Beteiligten signiert. – Druck des Textes in Rot und Schwarz und der Holzstiche von den Originalstöcken in den Werkstätten der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig. – Die Edition entstand in Zusammenarbeit mit dem Institut für Buchkunst, Leipzig. – Tadellos erhalten.

29,9 : 17,5 cm. [52] Seiten.

Kästner/Lübbert A 109

699  Karl-Georg Hirsch. … eigentlich müßte man sich erschießen.

€ 100

Künstlerbriefe aus vier Jahrzehnten. Leipzig, Faber & Faber 2001. Mit einem lose beigelegten signierten Holzstich und zahlreichen Abbildungen und Faksimiles. Gelber, illustrierter Originalpappband im Schuber.

Dritter Leipziger Liebhaber-Druck. – Eins von 300 Exemplaren, weitere 25 als Belegexemplare. – Schöne, bibliophile Ausgabe, die 86 Briefe des Leipziger Graphikers an Schriftsteller, Verleger, Künstler und Sammler faksimiliert. – Tadellos.

26,5 : 23,5 cm. 103, [1] Seiten.

Kästner/Lübbert C 71

700  Felix Hoffmann – Das Hohe Lied.

€ 300

Das schönste der Lieder Salomos. Zürich und Stuttgart, Flamberg 1964. Mit 22 Farbholzschnitten von Felix Hoffmann, davon neun ganzseitig. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel, Buntpapierdeckelbezügen und Kopfgoldschnitt (Buchbinderei Baumann, Erlenbach).

Unnummeriertes Exemplar, außerhalb der Auflage von 400. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Typographie gestaltete Max Caflisch. Handsatz und Druck auf Zerkall-Kupferdruck-Bütten in der Buchdruckerei Aargauer Tagblatt, Aarau. Der Text folgt der Übersetzung der Zürcher Bibel. – Tadellos.

33,8 : 22,4 cm. [48] Seiten.

Tiessen II, 50

701  Rudolf Hoflehner – Michel Butor. Tourmente. Aufruhr.

€ 200 ( R7 )

Elf Original-Radierungen von Rudolf Hoflehner Stuttgart, Manus Presse 1968. Mit elf signierten Radierungen. Lose Doppelbogen in Originalleinenchemise und -schuber.

Eins von 45 Exemplaren. – Auf Velin »BFK Rives«. – Enthält in zwei Lagen den französischen Originaltext und die Nachdichtung von Helmut Scheffel. – Nach der Nummerierung der Radierungen wurden nur 40 Exemplare ausgegeben.

33,5 : 21,0 cm. 19, [5] Seiten.

Spindler 161.18

702  Horst Hussel. Frühlingsgeschichten.

€ 200

Berlin 2006. Mit fünf signierten kolorierten blattgroßen Radierungen und illustriertem Titelblatt. Illustrierter Originalhalblederband (Michael Knop).

Erste Ausgabe. – Jahresgabe 2006/2007 des Berliner Bibliophilen Abends. – Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer zusätzlichen, lose beigelegten, signierten Radierung (Gesamtauflage 100). – Gesetzt aus der mageren Baskerville, gedruckt auf getöntes Zerkall-Bütten auf der Andante Handpresse. – Die Gesamtherstellung überwachte Uwe Domke. – Tadellos erhalten.

27,3 : 17,6 cm. [40] Seiten.

703  Horst Hussel – Hans-Udo Wittkowski. Die Drucke der Dronte Presse

€ 120

sowie Privatdrucke Horst Hussels 1994–2014. Berlin, Dronte Presse 2014. Mit zwei beigelegten signierten Radierungen. Originalbroschur.

Eins von 20 Vorzugsexemplaren mit einer Dronte-Radierung von Horst Hussel, hier zusätzlich eine weitere von Ina Zimmermann. – Die erste wirkliche Bibliographie der Presse, welche der Graphiker Horst Hussel gemeinsam mit Lothar Reher 1993 gegründet hatte. »Die Partnerschaft [mit dem vormaligen künstlerischen Leiter bei ›Volk & Welt‹] überstand gerade den ersten Druck 1994, ab dann war die Dronte ein rein Husselsches Unternehmen […]« (Vorwort). – Namensgeber für die Presse war der als Dodo oder Dronte bekannte, flugunfähige Vogel, der auf den Inseln Mauritius und Réunion vorkam und – als leichte Beute – Ende des 17. Jahrhunderts ausgerottet wurde. – Zwei Beigaben.

704  Ernst Jünger. Sämtliche Werke.

€ 800

Erste [bis] dritte Abteilung, Band 1 [bis] 22. Stuttgart, Klett-Cotta 1978–2003. Originalhalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln und Originalschutzumschlägen. – Widmungsexemplar.

Eins von 250 Exemplaren der in Band 1 signierten Vorzugsausgabe in Halbleder. – Band 1 zusätzlich mit eigenhändiger Widmung »Für Wilfried Weber, der noch mit dem Herzen Buchhändler ist. Mit herzlichem Dank für manche gute Ausstellung: Ernst Jünger. Ostern 1981«. – Vollständig inklusive der vier Supplementbände. Diese zweite Werkausgabe ist die erste Gesamtausgabe der Schriften Jüngers und von ihm bis zu seinem Tod als Ausgabe letzter Hand betreut worden. Sie umfasst Tagebücher, Essays und erzählende Schriften sowie einige verstreute und aus dem Nachlass herausgegebene Texte. – Der bereits 2002 angekündigte Registerband ist bisher nicht erschienen. – Tadellos erhalten.

23,5 : 16,0 cm.

Des Coudres/Mühleisen A 1

705  Ernst Jünger. Siebzig verweht

€ 700

I [bis] V. Stuttgart, Klett-Cotta 1982–1997. Originalhalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln. In Originalschubern.

Erste Ausgaben. – Je eins von 200 bzw. 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe, im Druckvermerk vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden. – Alle erschienenen Bände der Sammlung von Aphorismen, Tagebucheinträgen und Briefen aus den Jahren 1965–1995. – Sehr gut erhalten.

22,8 : 14,8 cm (I und II) und 21,7 : 13,0 cm (III-V).

Des Coudres/Mühleisen B 79/80 (nur I und II)

706  Ernst Jünger. Autor und Autorschaft. – Zwei Mal Halley. –

€ 300

Stuttgart, Klett-Cotta 1984 und 1987. Originalhalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln und Marmorpapierbezügen (G. Lachenmaier, Reutlingen).

Erste Ausgaben. – Eins von 30 römisch nummerierten (I) bzw. 200 Exemplaren der Vorzugsausgaben, beide vom Verfasser im Druckvermerk signiert.

21,6 : 13,3 cm. 277, [3] Seiten; 100, [2] Seiten.

Nicht mehr bei des Coudres/Mühleisen

707  Ernst Jünger. Eine gefährliche Begegnung.

€ 200

Stuttgart, Klett-Cotta 1985. Roter Originalkalblederband mit blindgeprägter Deckelvignette und vergoldetem Rückentitel (G. Lachenmaier, Reutlingen). Im Schutzkarton.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe, im Druckvermerk vom Verfasser signiert und in Leder gebunden.

21,5 : 13,5 cm. 169, [3] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen S. 79 »in Vorbereitung«

708  Ernst Jünger. Zeitsprünge.

€ 150

Träume. Stuttgart, Klett-Cotta 1990. Mit zwei farbigen Tafeln nach Horst Janssen. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel und Marmorpapierbezug.

Erste Ausgabe. – Eins von 500 Exemplaren, weitere 30 waren nicht für den Handel bestimmt. – Vom Verfasser im Druckvermerk signiert. – Als Blockbuch gebunden.

21,6 : 13,3 cm. 41, [7] Seiten, 2 Tafeln.

Nicht mehr bei des Coudres/Mühleisen

709  Anselm Kiefer. Die Donauquelle.

€ 200

Köln, Michael Werner 1978. Fotografische Tafeln in Originalleinenband.

Eins von 500 Exemplaren (Gesamtauflage 575). – Künstlerbuch mit 36 doppelblattgroßen Abbildungen nach Schwarz-Weiß-Fotografien, erschien zur gleichnamigen Ausstellung in Kölner Galerie.

30,2 : 20,5 cm. [80] Seiten.

710  Anselm Kiefer. Hoffmann von Fallersleben auf Helgoland.

€ 200

Groningen 1980. Fotografische Tafeln. Originalhalbleinenband.

Eins von 500 Exemplaren. – Mit 40 doppelblattgroßen Schwarz-Weiß-Fotografien. – Anlässlich der Ausstellung im Museum Groningen erschienen.

30,2 : 21,5 cm. [80] Seiten. – Vorderdeckel gebräunt, hinterer am Rand.

711  Anselm Kiefer. Watercolours 1970–1982

€ 600

with notes on the plates by Anne Seymour. London, Anthony d’Offay 1983. Mit 32 Farbtafeln. Originalleinenband im Originalkarton.

Eins von 850 nummerierten Exemplaren. – Im Editionsvermerk vom Künstler signiert. – Der Band präsentiert 32 Aquarelle, alle blattgroß abgebildet und mit ausführlicher Beschreibung.

28,8 : 33,6 cm. [148] Seiten. – Vorderdeckel leicht fleckig.

712  Jeff Koons.

€ 1000

Edited by Hans Werner Holzwarth. With Texts by Katy Siegel, Ingrid Sischy, Eckhard Schneider and Statements by Jeff Koon. Köln u. v. a., Taschen 2007. Mit zahlreichen farbigen fotografischen Abbildungen, meist ganzseitig. Farbig bedruckter Originalleinenband mit applizierten Folienobjekten auf den Deckeln. In der roten Originalleinenkassette mit Titelaufdruck in Silberfolie.

Eins von 1600 stempelnummerierten und vom Künstler signierten Exemplaren. – Gewichtige Monographie über den amerikanischen Künstler. Neben biographischen Essays, Ausstellungsverzeichnis und Bibliographie beeindruckt der voluminöse Band vor allem mit hunderten Abbildungen der Werke Jeff Koons’ aus den Schaffensperioden seit 1979. – Texte in Englisch, Deutsch und Französisch. – Tadellos erhalten.

44,5 : 33,5 cm. 605, [1] Seiten.

713  Ute Langanky – Thomas Kling. wolkenstein. mobilisierun’.

€ 250 ( R7 )

Ute Langanky. Linoldrucke. Münster, Kleinheinrich 1997. Mit zehn ganzseitigen ein- und mehrfarbigen Linolschnitten. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und Originalholzschuber.

Eines von 100 Exemplaren. – Auf Verlin »BFK Rives«. – Von Autor und Künstlerin signiert. Ute Langanky (geboren 1957) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf, u. a. bei Gerhart Richter und Alfonso Hüppi. In künstlerischer Zusammenarbeit mit Thomas Kling entstanden seit 1993 mehrere Künstlerbücher und Mappenwerke. – Verlagsfrisches Exemplar.

40,0 : 30,5 cm. [28] Seiten.

714  Bernhard Luginbühl. Buminell.

€ 1000

Für Ursi. Eine Zwergrenaissance. Zürich, Renée Ziegler 1967. Mit vier signierten Lithographien sowie 18 Lithographien, teils farbig, teils mehrseitig, und neun Fotolithographien. Originalpergamentband in schwarzem Originalleinenschuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 220) mit der signierten Extrasuite. – Auf dem Titelblatt vom Künstler signiert. – Die Lithographien wurden von Luginbühl 1966/67 direkt auf den Stein gezeichnet und von Casserini, Thun, gedruckt. – Mit dem Beilagezettel. – Bernhard Luginbühl (1929–2011) ist neben Tinguely der sicher bedeutendste Schweizer Plastiker des 20. Jahrhunderts.

34,0 : 26,0 cm. [40] Seiten, 1 zweifach gefaltete Lithographie, 4 Lithographien. – Schuber leicht berieben.

715  Peter Malutzki – Ilse Aichinger. Fünf Vorschläge

€ 400

mit Collagen von Peter Malutzki. [Lahnstein], FlugBlatt-Presse 1996. Mit 25 Originalcollagen. Originalleinenband mit Papierintarsien auf dem Vorderdeckel und Rückenschild (Ines von Ketelhodt).

Unikatbuch. – Es wurden insgesamt zwölf Exemplare hergestellt. – Handsatz und Buchdruck von Peter Malutzki. – Die Flugblatt-Presse wurde 1980 von Peter Malutzki, Heidi Hübner und Manfred Prochotta gegründet. Anfänglich wurden Einblattdrucke verlegt, die dem Verlag auch den Namen gaben. – Dazu: Engel. Fotografien von Ines von Ketelhodt. Gedichte von Rafael Alberti aus dem Spanischen übertragen von Fritz Vogelsang. 1995. Leporellobuch. Eins von 50 Exemplaren, im Druckvermerk von der Fotografin signiert.

716  Gerhard Marcks – Aesop Tierfabeln des Aesop.

€ 150 ( R7 )

Köln, Lempertz 1980. Mit 35 Holzschnitten von Gerhard Marcks im Text, davon sieben Initialen, sowie einem Holzschnitttitel. Originalhalbpergamentband mit Holzschnitttitel. Im Schuber.

Eins von 500 Exemplaren (Gesamtauflage 700) der Neuausgabe durch Henrik Hanstein, mit einem beigegebenen signierten Separatabdruck des Holzschnitts »Wolf« (Lammek 484.12). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Übertragen von August Hausrath. – Gedruckt auf Hahnemühle-Kupferdruckbütten. – Sehr schönes Exemplar.

33,4 : 23,4 cm. 31, [5] Seiten.

Lammek 484.1–33

717  Christoph Meyer – Ingeborg Bachmann. Im Gewitter der Rosen.

€ 2800 ( R7 )

Malerunikat Christoph Meyer. Berlin, B.L.4 2011. 16 blattgroße Zeichnungen (farbige Tuschen) mit Kalligraphie und Collage und vier farbige Walzzeichnungen. Roter Originalhalblederband mit montierten Farbdrucken auf den Deckeln.

Unikatbuch. – Tadellos. – Das Gedicht eröffnete 1953 mottogleich Ingeborg Bachmanns ersten Lyrikband »Die gestundete Zeit«.

51,3 : 33,0 cm. [16] Seiten.

718  Christoph Meyer – Joachim Ringelnatz. Was die Irre sprach.

€ 2500 ( R7 )

Mit Zeichnungen von Christoph Meyer [Berlin 2011]. Zehn Seiten mit Kalligraphie, Zeichnungen und farbigem Walzendruck. Schwarzer Originalleinenband mit silbergeprägtem Titel (Christian Klünder, Berlin).

Undatiertes Unikatbuch. – Schon bei diesem Unikatbuch verwendete der Künstler die Technik des Walzendrucks, mit dessen Hilfe er die großformatigen Büttenblätter in horizontal laufenden Streifen einfärbte. Durch Übermalungen, handgeschriebene Texte und Zeichnungen wirken die Farbflächen nun als Hintergrund. – Künstlerbücher des Berliner Zeichners, Graphikers und Gründers der Alligator Presse, Christoph Meyer (geb. 1954), befinden sich unter anderem im Besitz der National Library Dublin und der Akademie der Künste Berlin. – »Christoph Meyer hat mit einem Gespür für signalhafte Texte eine besondere Form des Künstlerbuchs geschaffen. Seine den Texten an die Seite gestellten Bilder sind keine Illustrationen, sondern Parallelprozesse. Die tiefgründige Energie mitunter nur eines einzigen Satzes hat er auf unverwechselbare Weise in farbige Bilder übersetzt, die die getrennte Autorenschaft bezeugen. Der bildende Künstler und die Dichtung, zwei verschiedene Felder des poetischen Denkens in einem Buch miteinander verbunden führen zu einer eigenwilligen Form, die man mit Freude durchblättert« (Eugen Blume, Leiter des »Hamburger Bahnhofs – Museum für Gegenwart«, 2015).

31,0 : 45,5 cm. [10] Seiten.

719  Christoph Meyer – Anna Achmatowa. Stanzen.

€ 600 ( R7 )

Berlin, B.L.4 Edition 2014. Mit drei ganzseitigen Radierungen und farbigen Walzzeichnungen von Christoph Meyer. Originalbroschur.

Edition mote 10. – Eins von 20 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert, nummeriert und datiert »5. Jan. 2015«. – Mit zwei Strophen in russischer Sprache, die zweite in deutscher Übersetzung. Vorblatt mit englischer Nachdichtung beider Strophen. – Anna Achmatova (1889–1966) war in den Zeiten der russischen Revolution erfolgreich und anerkannt, ab 1922 wurde sie allerdings nicht mehr publiziert und gehörte mit ihrer Familie zu den Verfolgten der Stalinzeit. Demzufolge: »Im Kreml leben ist unmöglich. Er ist verseucht von bestialischen Baszillen: der Panik des Boris, des Ingrimms aller Iwans, der Hybris des Betrügers – anstatt von Volkes Recht«. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

28,7 : 24,5 cm. [14] Seiten.

720  Christoph Meyer – Paul Celan. Schreib dich nicht.

€ 750 ( R7 )

Berlin, B.L.4 Edition 2014. Mit drei ganzseitigen farbigen Radierungen und farbigen Walzzeichnungen von Christoph Meyer. Originalleinenband.

Edition mote 9. – Künstlerexemplar »(E. A.) V« neben einer Auflage von zehn Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert, datiert und nummeriert. – Auf Velin, als Blockbuch gedruckt und gebunden. – »Den wenigen Textzeilen stehen auf drei Seiten in großem Schriftsatz drei Farbradierungen gegenüber, die in ihrem außerordentlich tonigen, zugleich jede Spur der Linie aufzeichnenden Druck wie in das Papier tätowiert, in die Haut des Buches eingeritzt erscheinen. […] Die ›edition mote‹ erfordert ein eindringliches Sehen. Das biblische Gleichnis vom Splitter in dem Auge des Bruders und dem Balken in dem eigenen Auge […] verschiebt sich in den imaginären Splitter, der das Sehen irritiert, verlangsamt und anhält in der Betrachtung von Bild und Schrift.« (Michael Lailach, Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin).

29,5 : 25,0 cm. [16] Seiten.

721  Christoph Meyer – Paul Celan. Tübingen, Jänner.

€ 750 ( R7 )

Berlin, Aligatorpresse 2016. Mit vier ganzseitigen mehrfarbigen Zeichnungen (Filzstift und Tusche) von Christoph Meyer. Originalleinenband (Thomas Zwang, Hamburg) mit eingefärbtem und eigenhändig betiteltem Umschlag.

Edition mote 12. – Eins von 30 Exemplaren, wobei durch die Originalarbeiten jedes Exemplar ein Unikat darstellt. Laut Druckvermerk wurden weitere zehn Exemplare als »Edition de Luxe« ausgegeben. – Im Druckvermerk vom Buchkünstler zweifach signiert, datiert und nummeriert »Nr. 11 / 2016« und »Unikat Mai 2017«. – Auf Velin von Magnani, als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Das Gedicht Celans entstand nach seinem Tübingenbesuch 1961.

34,0 : 25,5 cm. [12] Seiten.

722  Bruce Nauman. LA Air.

€ 300

[New York], Multiples Inc. 1970. Zehn ganzseitige Farboffsetlithographien. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Mit der faksimilierten Signatur Naumans auf dem Hinterdeckel. – »L A Air« dokumentiert die Luftverschmutzung von Los Angeles als eine Art toxische Farbfeldtheorie. – Bruce Nauman (geboren 1941), amerikanischer Konzeptkünstler, studierte zunächst Mathematik und Physik, wechselte dann aber zur Kunst an der University of California. »Sonnenuntergänge, Blumen, Landschaften: Solche Dinge treiben mich nicht dazu, irgend etwas zu tun. Ich will sie einfach in Ruhe lassen. Mein Werk gründet in meiner Frustration über die ›condition humaine‹. Und darin, wie Menschen sich weigern, andere Menschen zu verstehen« (Bruce Nauman 1988, art-in.de).

30,5 : 30,5 cm. [12] Seiten.

723  Imre Reiner – [Johann Wolfgang von] Goethe. Novelle.

€ 900

Mit einem Nachwort von Emil Staiger und Original-Holzstichen von Imre Reiner. Basel, Benno Schwabe 1943. Mit zehn ganzseitigen Holzstichen, davon neun signiert. Originalpappband mit -umschlag im -schuber.

Zweiter Druck der Petri-Presse. – Eins von 25 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe A auf handgeschöpftem Japan (Gesamtauflage 825), mit einer signierten Extrasuite von 13 Holzstichen. Die Extrasuite beinhaltet auch drei vom Künstler für die Buchausgabe zurückgezogene Stiche. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Wir konnten kein weiteres Exemplar nachweisen, in dem die Stiche im Buch signiert wurden. – Mit einer Farbstiftzeichnung auf dem Vorblatt, blattfüllend und signiert, sowie als weitere Beilage: Sieben Holzstiche (Probeabzüge). 1942. Signiert, datiert und bezeichnet. Auf dünnem Japan. Vier der Holzstiche aus dem Buch und alle drei verworfenen.

33,0 : 22,0 cm. 63, [5] Seiten, 20 lose Holzstiche. – Die Buchseiten minimal stockfleckig.

Reiner-Bibliographie III, 9. – Tiessen II, 9. – Schauer II, 132

724  Imre Reiner – Charles Dickens. Die Geschichte des Handlungsreisenden.

€ 150

Zürich 1945. Mit Vignetten und vier blattgroßen farbigen Illustrationen von Imre Reiner. Originalbroschur mit farbiger Umschlagillustration. – Widmungsexemplar..

Eins von 90 Exemplaren (Gesamtauflage 200). – Mit eigenhändiger Widmung für den Typographen »Fritz Genzmer zum Gruß I. Reimer ’48«. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Das Buch wurde als Übungsarbeit an der Kunstgewerblichen Abteilung der Gewerbeschule der Stadt Zürich gedruckt.

27,0 : 19,5 cm. 30, [4] Seiten. – Umschlagrücken eingerissen. Ränder leicht gebräunt. – Untere Ecken schwach geknickt, eine stärker.

Reiner-Bibliographie III, 13. – Tiessen II, 13

725  Imre Reiner – Adalbert von Chamisso. Ali Baba und die vierzig Räuber.

€ 150

Übertragen von Enno Littmann. Mit Holzstichen von Imre Reiner. Frankfurt am Main, Insel 1961. Mit neun Holzstichen im Text, davon einer blattgroß. Illustrierter Originalleinenband im -schuber (Willy Pingel, Heidelberg).

Eins von 750 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert.

20,2 : 12,7 cm. 89, [3] Seiten. – Rücken etwas verblasst.

Reiner-Bibliographie III, 21. – Tiessen II, 20. – Sarkowski 11

726  Imre Reiner. [Acht Aquatintaradierungen zu Aristophanes] »Die Vögel«.

€ 300

Vor 1964. Ca. 37,5 : 27,0 cm. Signiert und bezeichnet.

Alle in Rot gedruckt, auf Japan und bezeichnet mit »Probeabzug (Die Vögel)«. – Im Auftrag der Maximilian-Gesellschaft plante Imre Reiner Illustrationen für Aristophanes’ Dichtung »Die Vögel«. In einem unikaten Künstlerexemplar des Buches, dem unter anderem sechs Probedrucke von Radierungen beilagen (unsere Auktion 12, KatNr. 1314), notierte der Künstler: »Es war meine Absicht, das Buch in diesem Format zu planen und mit Radierungen zu illustrieren, die Umstände wollten es anders. Statt Radierungen machte ich Holzstiche u. somit änderte sich auch das Format«. Die bekannte Jahresgabe der Maximilian-Gesellschaft für 1964 enthielt schlussendlich 37 Holzstiche Imre Reiners.

Vgl. Reiner-Bibliographie III, 33

727  Imre Reiner. Aristophanes / Die Vögel.

€ 150

Radierung. 1962. 20,5 : 18,6 cm (51,0 : 34,7 cm). Signiert, datiert, betitelt und bezeichnet.

»Probedruck (keine Auflage)«. – Auf Velin. – Für die nicht realisierte Radierfolge zu Aristophanes’ »Die Vögel«. Für die Buchausgabe schuf Reiner 1964 Holzstiche.

728  Imre Reiner – Paul Appel. Garten im Herbst.

€ 450

Acht zumeist zweifarbige Original-Lithographien zu einer Gedichtfolge. Frankfurt am Main und Bern, Ars librorum 1964. Mit acht blattgroßen und signierten Lithographien, davon sechs zweifarbige. Originalhalblederband im -schuber.

Sechster Ars librorum Druck. – Vom Künstler im Druckvermerk eigenhändig als »mein Belegexemplar« bezeichnet, signiert und datiert. – Mit einer prächtigen blattfüllenden signierten Aquarell-Tusche-Zeichnung auf dem Vorsatzblatt und folgenen Beilagen: Zwei farbige Zeichnungen (Aquarell, Fettkreide, Tusche) und Probeabzug einer Lithographie aus dem Buch auf Japan, alle drei signiert, teils datiert und bezeichnet. – Wie bei den Vorzugsexemplaren hat der Künstler in seinem Belegexemplar alle Lithographien signiert. – Im Druckvermerk von Dichter und Künstler signiert. – Auf Velin »BFK Rives«. – Sehr schönes, unikates Exemplar.

31,5 : 38,7 cm. [20] Seiten.

Reiner-Bibliographie III, 30. – Tiessen II, 28. – Spindler 40.26

729  Imre Reiner – Eduard Mörike. Lucie Gelmeroth.

€ 300

Novelle. Mit sechzehn Holzstichen von Imre Reiner. Frankfurt am Main, Ars librorum 1966. Mit 16 Holzstichen. Weinroter Originalmaroquinband mit Rückenschild und goldgeprägter Titelvignette (Helmuth Halbach, Niederhöchstadt). In Originalhalblederkassette mit Rückenschild.

15. Ars Librorum Druck. – Eins von 10 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer Extrasuite aller 16 Holzschnitte und einem zusätzlichen 17. Holzstich (Gesamtauflage 675). – Eines der seltenen Exemplare in weinrotem Maroquin (lt. Spindler nur 25 Exemplare). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Tadellos.

29,0 : 17,8 cm. 35, [5] Seiten, 16 Holzstiche. – Kassette am Rand leicht verblasst.

Reiner-Bibliographie III, 36. – Tiessen III, 31. – Spindler 40.35. – Isphording II, 41. – Slg. Berge S. 122

730  Imre Reiner – Äsopische Fabeln.

€ 1200

Älteren Überlieferungen nacherzählt und herausgegeben von Gotthard de Beauclair. Mit achtzehn von den Originalstöcken gedruckten Linolschnitten von Imre Reiner. Frankfurt am Main, Trajanus-Presse 1968. Mit acht signierten blattgroßen Linolschnitten und zehn Linolschnitt-Vignetten. Handgebundener Pappband mit Holzstich-Deckelschild. In Leinenkassette.

Im Druckvermerk von Imre Reiner signiert und eigenhändig als »mein Exemplar« bezeichnet. – In Rot und Schwarz auf grünes Fabriano-Bütten gedruckt und als Blockbuch gebunden. Die zehn Vignetten wurden Ton-in-Ton in die Textseiten eingedruckt. – Größerformatig als die Exemplare der Auflage. – Beiliegend: Acht Farbstiftzeichnungen (Vorzeichungen/Skizzen zu den Linolschnitten). 1964. Ca. 26 : 31 cm. Signiert und datiert. – Nachgebunden: Acht Linolschnitte (Probedrucke). 1964–66. Ca. 22 : 27 cm. Signiert, datiert, als »Probeabzug« bezeichnet, vier betitelt. Zwei in Rot, sechs in Schwarz gedruckt, auf dünnem Japanpapier und auf Büttenblätter montiert. – Unikum.

28,5 : 32,5 cm. [24] Seiten, 16 Blätter.

Reiner-Bibliographie III, 37. – Tiessen III, 34. – Spindler 40.19

731  Imre Reiner – Johann Wolfgang [von] Goethe. Chinesisch-Deutsche Jahres- und Tageszeiten.

€ 1000

Mit Radierungen von Imre Reiner. Ascona, Centro del bel libro 1969. Mit 14 blattgroßen Radierungen und einer Holzschnittvignette. Lose Doppelblätter in Leinenkassette mit Lederrückenschild mit goldgeprägtem Titel.

Eins von 14 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer signierten Suite aller 14 Radierungen, gedruckt in Rötel auf Japon nacré, und einer Originalzeichnung (Vers XII, Aquarell und Fettkreide, 24 : 16 cm, signiert, datiert »65« und bezeichnet). Insgesamt erschienen von dem Buch nur 120 Exemplare. – Die großen Radierungen jeweils in Schwarz auf ein Doppelblatt gedruckt, gegenüberstehend der entsprechende Text. – Die typographische Gestaltung übernahm Imre Reiner selbst, gesetzt und gedruckt wurde in der Tipografia Moderna, Locarno, auf handgeschöpftem ungebleichtem Velin von Richard-de-Bas. – Innen tadellos erhalten.

42,7 : 31,0 cm. 18 Doppelblätter, 14 Radierungen, 1 Aquarell. – Kassette am Rücken mit leichtem Wasserrand.

Reiner-Bibliographie III, 40. – Tiessen III, 37

732  Imre Reiner – [Johann Wolfgang von] Goethe. Das Märchen.

€ 600

Mit Holzstichen von Imre Reiner. Basel, Petri Presse 1972. Mit 21 Holzstichen, einer auf dem Titel, 20 im Text. Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel. In Originalkassette mit Buntpapierbezug. – Widmungsexemplar.

Eins von 20 römisch nummerierten für den Künstler reservierten Exemplaren der Vorzugsausgabe (insgesamt 80 Exemplare) auf handgeschöpftem Umbria-Bütten und mit einer Extrasuite der 20 Stiche in Rötel auf Shiohara-Japan. Die Exemplare 81–280 wurden auf Hahnemühle-Kupferdruckbütten gedruckt und unterschiedlich gebunden. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt aus der Poliphilus-Antiqua. – Vorblatt mit eigenhändiger Widmung des Künstlers.

36,2 : 26,2 cm. 61, [7] Seiten. – 5 Holzstiche der Suite leicht stockfleckig.

Reiner-Bibliographie III, 42. – Tiessen IV, 39

733  Imre Reiner. [Sieben Radierungen zu] Die Erfindung des Saitenspiels und des Gesangs.

€ 300

1979. 20,8 : 15,8 cm (39,5 : 32,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 42/55. – Auf Japan. – Erschienen als Extrasuite zur Vorzugsausgabe von Salomon Gessners »Die Erfindung des Saitenspiels und des Gesangs. Fünf Idyllen«. Dieser zehnte Druck der Edition Tiessen enthielt drei Radierungen, den 55 Vorzugsexemplaren wurden sieben weitere beigelegt.

Vgl. Reiner-Bibliographie III, 49

734  Imre Reiner – Friedrich Hölderlin. Mein Eigentum.

€ 600

Quindici acqueforti di Imre Reiner. Prefazione di Ottavio Besomi. Rovio, Edizioni Rovio 1985. Mit 15 Aquatintaradierungen. Originalbüttenbroschur in -kartonchemise und illustriertem -schuber.

Eins von 33 römisch nummerierten Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 132), wie die 33 Vorzugsexemplare mit einer signierten Extrasuite der Radierungen, gedruckt in Rot auf schwerem Velin. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf getöntem Magnani-Bütten. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Radierungen entstanden bereits 1965, wurden aber erst 20 Jahre später publiziert. – Enthält auch eine italienische Übertragung von Hölderlins Gedicht.

32,3 : 23,2 cm. 25, [1] Seiten, 15 Radierungen. – Chemisenrücken leicht ausgeblichen.

Reiner-Bibliographie III, 53. – Tiessen VI, 46

735  Imre Reiner – Roland Reiner. Blumen und Früchte in Holzstichen

€ 100

von Imre Reiner. Eine chronologische Darstellung. Zum 90. Geburtstag des Künstlers am 18. August 1990. Bern, Benteli 1990. Mit 70 Abbildungen auf Tafeln. Originalpappband mit montiertem Deckelbild.

Eins von 195 Exemplaren, davon 145 im Handel. – Mit einem lose beigelegten Holzstich mit Trockenstempel.

27,5 : 21,5 cm. 187, [5] Seiten.

736  Otto Rohse. [16 Holzstiche zu] Pet, der Fisch.

€ 500

1954–1959. Ca. 10 : 16 cm (21 : 29 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 5/50. – Vollständige Folge der Holzstiche, die 1960 als sechster Druck der Grillenpresse in »Pet, der Fisch. Eine Bildgeschichte von Otto Rohse« erschienen. – Auf Japan, alle auf Büttenunterlage und in Passepartout montiert. Zusammen in Halbleinenmappe mit montierter Holzstich-Deckelvignette. – »Der Holzstecher hat in seinem Metier die Meisterschaft erreicht« (Schwarz, S. 29). – Dazu ein zweiter, dreifarbiger Abzug vom ersten Holzstich (Vogel 88), signiert, gedruckt in Grün, Blau und Violett.

Vogel 88–89, 91–101, 243, 244 und 246

737  Otto Rohse. [Neun] Holzstiche zu ›Die Bost‹.

€ 400

1956. 28,5 : 22,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 6/XX. – Auf Japan. – Vollständige Suitenausgabe der neun Holzstiche, die 1956 in »Die Geschichte des Hauses ›Die Bost‹« erschienen. Die Buchausgabe, entstanden für Renata Klée Gobert, wurde bei Gustav Petermann, Hamburg, gedruckt. – Zusammen in handschriftlich nummeriertem und betitelten Büttenumschlag.

Vogel 129–137

738  Otto Rohse. [Vier Holzstiche zu] Gottfried Benn, »Die Insel«.

€ 200

1962. Ca. 10 : 16 cm, Papiermaße unterschiedlich. Signiert.

Unnummerierte Abzüge auf Japan. – Eine Auflage von 50 Exemplaren wurde für die Kassettenausgabe dieses zweiten Drucks der Otto Rohse-Presse gedruckt. – Zusammen in Originalbüttenumschlag mit Deckelschild.

Äußerste Ränder schwach gebräunt.

Vogel 274–277

739  Otto Rohse. Zum Physiologus.

€ 400

13 Holzstiche. 1999. Ca. 23 : 21 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 8/30. – Auf Japan. – Suitenausgabe zum 49. Druck der Otto Rohse Presse, dort zwölf Holzstiche im Buch, einer auf dem Einband. – In getöntem Büttenumschlag mit Titelaufdruck und Nummerierung.

740  Otto Rohse. Sechs Holzstiche.

€ 300

1954–1959. Alle signiert.

Holzstiche: I. Flugsamen. 1954/1972. – II. Auf einmal wird das Wasser kalt: […] Der Fischkönig […]. 1955/1971. – III. Konzert. 1957/1962. – IV. Steilufer. 1959/1972. – V. Graue Hähne. 1959/1972. – VI. Blick über die Stadt (Bielefeld). 1959/1972. – I und III-VI in den späteren Abzügen für die Griffelkunst, II im gemeinsamen Druck für die Büchergilde. – Dazu: Drei Kupferstiche, einer farbig. Signiert.

Vogel 62, 100/101, 169, 228, 230 und 253

741  Otto Rohse Presse – Das Portrait des Dichters.

€ 250

Holzstiche von Otto Rohse. Münster, Frankfurt am Main und Hamburg, Edition Buchhandlung Poertgen, Herder und Otto Rohse Presse 1978–1983. Insgesamt sechs signierte Holzstich-Blätter in Halblederkassette.

Erstes bis sechstes Blatt der Reihe. – Die Einzelblätter mit abweichender Nummerierung. – Gesamtauflage der einzelnen Titel 450, später 300 und teils auch englische Ausgaben. – Zu jedem Text entstanden mehrere Stiche, die jeweils auf ein Blatt gedruckt wurden; die sechs Teile wurden einzeln vertrieben. – Textauswahl, Redaktion und Anmerkungen von Bertold Hack. – Enthält: I. Annette von Droste-Hülshoff, Hochzeitsbräuche im Münsterland, zwölf Stiche. – II. Goethe in Frankfurt. Zitate aus Dichtung und Wahrheit, dem Westöstlichen Divan, sowie aus Briefen aus dem Umkreis der Gerbermühle, zwölf Stiche. – III. Schiller und das Nationaltheater. Zitate aus Schillers Vorlesung vom 26. Juni 1784: Was kann eine gute stehende Schaubühne eigentlich bewirken?, zwölf Stiche. – IV. Friedrich Hölderlin, Zitate aus Briefen, zwölf Stiche. – V. Goethe und Shakespeare. Goethes Rede zum ›Schäkespears Tag‹, 14. Oktober 1771, zehn Stiche. – VI. James Joyce, Polaer Notizbuch, sieben Stiche. – Die Reihe wurde fortgesetzt.

25,7 : 32,7 cm.

Spindler 44.33. – Hack/Schwarz 1.56–60 und 62

742  Otto Rohse – Heinrich von Kleist. On puppet-shows.

€ 2000

Copper engravings by Otto Rohse. Translated by David Paisey. Hamburg 1991. Mit fünf Kupferstichen, drei blatt-, zwei doppelblattgroß und mehrfarbig. Bordeauxroter Originalmaroquinband mit blindgeprägtem Rückentitel, beide Deckel mit ganzflächigen Blindprägungen vom Liniensatz (Christian Zwang). Im Originalschuber mit blindgeprägtem Pressensignet.

36. Druck der Otto Rohse Presse. – Eins von fünf Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe mit einer signierten Extrasuite aller fünf Kupferstiche in separater Mappe, das Buch im roten Ledereinband (Gesamtauflage 75). – Vom Künstler im Druckvermerk signiert und nummeriert. – Makellos erhaltenes Exemplar. – »Allerdings, gerade in der Beziehung von Text und Bild, Typographie und Illustration ist das ›Marionettentheater‹ ein Lehrstück außerordentlichen Ranges; beide sind auf einfachste, vollkommene Weise einander zugeordnet und aufeinander bezogen. […] Das mit großen Kupfern illustrierte ›Marionettentheater‹ fand spontan das Interesse von Kennern und Liebhabern, die in diesem Buch eines der Meisterwerk der Buchkunst unseres Jahrhunderts erkannten.« (Bertold Hack zur deutschen Fassung; in Hack/Schwarz S. 50). – Dazu: Otto Rohse. Marionetten. Kupferstich. 1969(?). 28,3 : 17,4 cm (47,7 : 32,0 cm). Signiert und nummeriert. Zwei Abzüge, beide nummeriert »3/5«, einer in grün auf grünlichem Japan, einer in Rot auf Litho-Bütten. Der Kupferstich stellt einen variierten Ausschnitt des linken Bilddrittels von »Marionetten II (Scene)« (S./Z. 69) dar, ist aber bei Schwarz/Zeiske nicht verzeichnet.

35,6 : 26,7 cm. [20] Seiten, 5 Radierungen.

Hack/Schwarz 1.36. – Schwarz/Zeiske 68–72. – Isphording II, 801

743  Otto Rohse. Toscanische Pflanzen.

€ 600

14 farbige Kupferstiche. 1987. 39,0 : 28,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 10/45. – Auf getöntem Japanbütten. – Lose in Originalhalbleinenmappe mit grauem Roma-Büttenbezug und Deckelschild.

Schwarz/Zeiske 157–170. – Vgl. Hack/Schwarz 1.23

744  Otto Rohse. Provence.

€ 900

[28] Kupferstiche und [elf] Radierungen. 1991–1994. 38,5 : 28,3 cm. Signiert und datiert.

Exemplar 22/30. – Auf französischem Kupferdruckkarton, teils mehrfarbig, teils mit Tonplatte gedruckt. Die meisten Blätter vom Künstler rückseitig betitelt. Das Titelblatt mit der radierten Vignette mit Widmung des Künstlers. – Vollständige Folge die im Wesentlichen im Herbst 1991 und Frühsommer 1992 in Mérindol-Les-Oliviers entstand. Für die »Provence«-Folge wandte sich Otto Rohse der Radierung zu. – 1994 erschienen 35 der Graphiken in dem 47. Druck der Otto Rohse Presse »Provence. Im mittäglichen Frankreich« (siehe die folgende KatNr.). – Lose in der Originalhalbleinenmappe mit dem erstem Kupferstich, gedruckt auf Ingres-Bütten, auf dem Vorderdeckel. – Makellos erhalten.

Schwarz/Zeiske 214–244 und 263–270

745  Otto Rohse Presse – Provence.

€ 900

Im mittäglichen Frankreich. 34 Kupferstiche und Radierungen von Otto Rohse. Mit Texten von Malern und Dichtern, Forschern und Reisenden. Hamburg 1994. Mit 34 blattgroßen farbigen Graphiken, teils mehrfarbig, teils mit Tonplatte gedruckt. Dunkelgrüner Original-Oasenziegenlederband. Rückentitel und die große Titelillustration auf dem Vorderdeckel in Negativ-Blindprägung (Thomas Zwang, Hamburg).

47. Druck der Otto Rohse Presse. – Eins von 80 in Leder gebundenen Exemplaren, weitere 20 wurden in Pappe gebunden. – Mit einem signierten Separatabzug des Kupferstichs, der bei den Pappbänden auf dem Bezugspapier verwendet wurde. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Satz aus der Amsterdamer Garamont. – Gedruckt auf Zerkall-Bütten. – Makelloses Exemplar.

31,0 : 19,4 cm. 143, [5] Seiten.

Nicht mehr bei Hack/Schwarz

746  Otto Rohse – Sigill.

€ 600

Blätter für Buch und Kunst. Folge I-XIII in 42 Heften [alles Erschienene]. Hamburg 1969–1999. Mit zahlreichen, teils farbigen Originalgraphiken und Abbildungen. Originalbroschuren.

Vollständige Folge der exklusiven Zeitschrift der Otto Rohse Presse. – Einige Hefte in der Vorzugs-, einige in der Suitenausgabe, jedoch meist ohne die beigelegten großformatigen Graphiken. – Die von Otto Rohse herausgegebene Zeitschrift widmet sich den Themenkreisen Graphik, Buchillustration und Gelegengheitsgraphik und stellt junge Künstler vor. Durch ihre typographische Gestaltung und zahlreiche originalgraphische Beiträge gewann »Sigill« eine von anderen (wenn überhaupt vergleichbaren) Publikationen unerreichte Qualität. – Mit Beiträgen von und über sowie Graphiken Arbeiten von Otto Rohse, Marcus Behmer, Friedrich Ahlers-Hestermann, Edwin Scharff, Karl Rössing, Roswitha Quadflieg, Gerhard Marcks, Jürgen Brodwolf, Chr. Nieß, Ernst Ludwig Kirchner (zur Entstehung seiner Umbra vitae-Holzschnitte) und vielen anderen. – Enthält auch die Werkverzeichnisse von Otto Rohses Holzstichen und Kupferstiche sowie Werner Bunz’ Römische Alphabete und Sonderhefte über Karl Rössing (mit vollständiger Holzstichfolge »Traumblätter«). – Beilage: Zehn weitere signierte Kupferstiche von Otto Rohse.

29,8 : 19,2 cm (Hefte). – Einige Rücken etwas gebräunt. Die vorhandenen Beilagen nicht kollationiert.

Hack/Schwarz 3 (bis Folge X). – Spindler 44.35 (bis IX/1)

747  Dieter Roth. Gesammelte Werke.

€ 3000

Band 1 [bis] 20, 36 [und] 38 [bis] 40. Köln, London, Reykjavik, später auch Stuttgart 1969–1985. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen, Ausstanzungen u. a. Farbig illustrierte Originalbroschuren, zwei in Originalkassette, vier Hefte in einem Schuber.

Nahezu vollständiges Exemplar der Werkausgabe des Künstlers, die in großen Teilen seine frühesten, meist nur in kleinsten Auflagen erschienenen Publikationen wiedergibt. Folge 1 (1–20) hier vollständig, von Folge 2 (es erschienen 35–40) hier 36 und 38–40 vorhanden. – Inhalt: 1. Zwei Bilderbücher. 1976. – 2. ideogramme. 1971. – 3. bok 2a und bok 2b. 1973. – 4. bok 4a und bok 5. 1972. – 5. bok 3a. 1971. – 6. bok 3c. 1971. – 7. bok 3b und bok 3d. 1974. – 8. 2 books. 1976. – 9. stupidogramme. 1975. – 10. daily mirror. 1970. – 11. snow. 1970. – 12. Copley Buch. 1972. – 13. scheisse. 1972. – 14. die blaue flut. 1973. – 15. poetrie 5 bis 1. 1969. – 16. Munduculum. 1975. – 17. 256 clouds. 1976. – 18. kleinere werke teil 1. 1971. – 19. kleinere werke teil 2. 1971. – 20. bücher und grafik. teil 1. 1972. – 36. 96 picadillies. 1977. – 38. kleinere werke teil 3. 1980. – 39. kleinere werke teil 4. 1985– 40. bücher und grafik. teil 2. 1979. – Die Bände erschienen meist in einer Auflage von 1000 Exemplaren, einige auch 1200, davon waren meist 100 Exemplare als signierte und abweichend gebundene Vorzugsausgaben konzipiert. – Sehr gut erhalten.

Meist 23,0 : 17,0 cm.

Dobke, Bücher + Editionen, Seite 147ff

748  Dieter Roth. Frische Scheisse

€ 250

oder: Die Korrumpierung der Germanistik (das kommt von Döhl) oder: Die Korrumpierung des Döhl (das kommt von der Germanistik) oder: Die Germanistik der Korrumpierung (das kommt von Rot) oder: Die Germanistik des Rot (das kommt von der Korrumpierung). [Reiykjavik, Hansjörg Mayer 1972]. Farbig illustrierte Originalbroschur.

Unnummeriertes, unsigniertes Exemplar. Laut Dobke wurden neben 200 nummerierten und signierten Exemplaren 20 Autorenexemplare verlegt. – Der Umschlag mit fünffarbigem Siebdruck etwas größer als der Buchblock.

26, 7 : 19,5 cm. Seiten 265–472.

Dobke D5. – Conzen 27

749  Dieter Roth. Unterm Plunderbaum (die Sonetten 195?–1979)

€ 300

= Das Weinen no. 2 = das Wähnen, Band. 2B (Tränenmeer 5). Stuttgart und London, Edition Hansjörg Mayer 1979. Originalbroschur mit von Dieter Roth in Gelb und Orange bemalten Deckeln.

Eins von 200 Exemplaren. – Im hinteren Innendeckel vom Künstler signiert und nummeriert. – Unaufgeschnitten.

17,3 : 12,3 cm. [528] Seiten. – Rücken verblasst.

Dobke, Bücher J 6

750  Nelly Sachs. Ein maschinengeschriebener Brief mit Paraphe »Li« und ein Typoskript sowie sechs eigenhändige Briefe bzw. Briefkarten und eine eigenhändige Kunstpostkarte, alle mit Unterschrift.

€ 1000

Stockholm, 4. XII. 1940 und 1953–1968. Zusammen 15 Seiten.

Alle an die schwedische Künstlerin Carlotta Jönsson (1909–1979). Diese hatte 1927–1932 in Berlin an der Kunstakademie studiert und war dann in ihre Heimat zurückgekehrt. Nelly Sachs gelang es durch Vermittlung ihrer Brieffreundin Selma Lagerlöf und der schwedischen Königsfamilie 1940, in letzter Minute, Nazideutschland zu verlassen. Noch im Jahr ihrer Ankunft im schwedischen Exil lernte sie die Künstlerin Jönsson kennen, deren Bild »Friedhof am Meer« Nelly Sachs zu einem Gedicht inspirierte. Hier das Gedichttyposkript »Für Carlotta | Kirchhof am Meer« und der Begleitbrief. – Mit diesem Brief begann eine intensive Brieffreundschaft, die fast bis zum Lebensende der Dichterin währte. Die hier vorliegenden Briefkarten und Briefe spiegeln häufig die schweren Erkrankungen wider, der klagende Ton scheint Teil ihres Werkes – der Klage über ein größeres Leid. – Mit sechs eigenhändig adressierten Kuverts.

751  Nelly Sachs. Neun eigenhändige Post- und Briefkarten, alle mit Unterschrift.

€ 750

Stockholm, 1954–1965. Zusammen zehn Seiten.

Alle an Oskar Scheerer (1906–1971, Gartenbaudirektor in Zweibrücken). Dieser kam 1951 zur Stadtverwaltung Zweibrücken und widmete sich fortan seinem Lebenswerk, dem Wiederaufbau des zerstörten Rosengartens beim dortigen Schloss. Neben seinem Beruf pflegte er die Schriftstellerei, 1969 erschien sein Buch »Rosen in unserem Garten«. Wann und wie die Bekanntschaft zu Nelly Sachs entstand, bleibt unbekannt. Offenbar standen die beiden aber in regelmäßigem Briefwechsel. Die Dichterin schrieb ihm Urlaubsgrüße, bedankt sich für Buchsendungen und weist auf eigene Werke hin (zu »Und niemand weiß weiter«: Ja dieses Buch ist aus meinen Schmerzen geschnitten. Aber in Ihren Händen wird es Heimat finden«). Während ihrer langwierigen Erkrankungen schrieb Scheerer offenbar tröstliches: »Lieber Gärtner im Winter von Trostblumen, ohne die das Leben nun ganz arm wäre mit allem Geschehen. Ja, ich bin krank, aber es wird besser bald.« und »Sie allein lieber Menschen- und Blumengärtner erraten was man zum Leben gebraucht. Bin sehr glücklich das meine neuen Gedichte die sich zuletzt aus Sehnsucht hinauswagen ins Ungesicherte Heimat bei Ihnen fanden«. – Zwei mit eigenhändig adressiertem Kuvert.

752  Nelly Sachs. Ein Gedichttyposkript, vier eigenhändige Brief- bzw. Postkarten und eine Widmung, alle mit Unterschrift.

€ 600

Stockholm, 1957–1965. Zusammen neun Seiten.

I. Typoskript »Was stieg aus deines Leibes weißen Blättern […]«. Zwei Blätter, mit einigen Rotstift-Anstreichungen, oben rechts mit »Nelly Sachs« bezeichnet. Das Gedicht erschien 1957 im Ellermann Verlag, München/Hamburg, in der Sammlung »Und niemand weiß weiter«. – II. Eine Karte (1957) an den Stockholmer Buchhändler Gunnar Josephson, aus Anlass der Aufnahme in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung: »Ich finde kaum Worte und bin gänzlich fassungslos über die Resonanz, die diese Gedichte bei der neuen Dichter- und Kritiker-Generation dort gefunden haben.« – III/IV. Zwei Karten (1963 und 1965) an Sonja Rinn c/o Ellermann Verlag wegen eines Besuchs in Stockholm und eines langen Krankenhausaufenthalts. – V. Eine Briefkarte (1964) an Hans Rudolf Hilty, den Schweizer Literaturkritiker: »meines Herzens Dank für Ihre mich ergreifenden Worte, die Sie mir widmeten« (wohl »Hans Arp und Nelly Sachs zum Beispiel«, Weltwoche, 4.9.1964). – VI. Eigenhändige Widmung »Für Hermann Kasack den Dichter und Frau Maria! Gesegnetes neues Jahr von David dem Tänzer und Ihrer Nelly Sachs von Herzen gewünscht!«. Auf dem Vorderumschlag von »hortulus«, der Zweimonatsschrift für neue Dichtung, die Hilty herausgab. Das vorliegende Heft 41 (1959) enthält den Erstdruck von Nelly Sachs szenischer Dichtung »Der magische Tänzer«.

753  Nelly Sachs. Erlöste. Eigenhändiges Gedichtmanuskript mit Widmung und Unterschrift.

€ 300

Stockholm, November 1963. Eine Seite.

Neunzeiliges Gedicht »Erlöste | aus Schlaf | werden die großen Dunkelheiten | der Steinkohlenwälder | auffahren | abwerfen | das glitzernde Laub | der Lichterjahre | nur ihre Seele aufdecken – «. – Auf einem zweifach gefalzten Bogen Japanpapier. Unten die Widmung »Für Dr. Bonhoff mit herzlichen Grüssen«, datiert und signiert. – Mit eigenhändig adressiertem Briefkuvert. – Dazu: Visitenkarte der Dichterin mit eigenhändigem Beileidsgruß an die Witwe Irmgard Bonhoff, datiert 14.7.65. In eigenhändig adressiertem Kuvert.

754  Nelly Sachs. Vier eigenhändige Post- bzw. Briefkarten mit Unterschrift.

€ 450

Stockholm, 16. X. 1967 – 23. XI. 1968. Zusammen fünf Seiten, dazu zwei Umschläge.

An die Übersetzerin Jo Hilda Jordan in Los Angeles. – Hilda Jordan hatte sich offenbar in Eigeninitiative mit einigen Übersetzungen an Nelly Sachs gewandt, die diese lobt, zugleich aber auf die Rechte des Verlages Farra Strauß verweist. Nelly Sachs bittet um Zusendung einiger Kritiken und verweist auf ihre szenische Dichtung »Simson fällt durch Jahrtausende«. – Dazu: Gedruckte Danksagung für die Glückwünsche zur Verleihung des Literaturnobelpreises 1966.

755  Wolfgang Simon [Leo Klünner] – Lattenreiher.

€ 300

Leo Kettler Schüttelreime. Wolfgang Simon Holzschnitte. Berlin, Aphia 1991.

Eins von 60 Exemplaren. – Alle Blätter von Dichter bzw. Künstler signiert. – Auf schwerem Römerturm-Bütten. – Die Mappe enthält 24 Blätter und zwar, leicht abweichend vom Druckvermerk, acht Farbholzschnitte, sieben Textseiten und neun mit Holzschnitten verzierte. Der Holzschnitt-Titel auf abweichendem Papier und auf dem Mappendeckel wiederholt. – Hinter dem Pesudonym des Dichters verbirgt sich Leo Klünner (1922–2012), der schon kurz nach Zweiten Weltkrieg als Übersetzer der europäischen Moderne bekannt wurde. Wolfgang Simon (1940–2013), »Schüler im Geiste« Friedrich Sonnensterns, zählte zum Kreuzberger Künstlerkreis um Günter Bruno Fuchs. – Die Mappe erschien als bibliophile Ergänzung der gleichnamigen Buchausgabe.

61 : 44 cm (Mappe).

756  Saul Steinberg – Derrière le miroir.

€ 250

Fünf Hefte der Reihe zu Steinberg. Paris, Maeght 1953–1977. Mit zusammen fünf Farblithographien, vier blatt-, eine doppelblattgroß. Lose Doppelblätter in farbig illustrierten Originalumschlägen.

Alle Saul Steinberg gewidmeten Hefte der DLM-Reihe. – I. DLM 53/54. Erschienen anlässlich der Ausstellung von Steinbergs Œuvre in der Galerie Maeght im April 1953. – II. 157. 1966. – III. 192. 1970. – IV. 205. 1973. Mit drei Farblithographien, eine davon doppelblattgroß. – V. 224. 1977. Mit zwei Farblithographien. – Saul Steinberg (1914–1999) arbeitete seit Anfang der 1940er Jahre als Karikaturist für »The New Yorker«. Diese stilistische Grundrichtung prägt auch seine hier vorgestellten Arbeiten.

39 : 29 cm.

757  Kurt Steinel – Johann Wolfgang von Goethe. Das römische Carneval.

€ 1500

Acht Radierungen von Kurt Steinel. St. Niklaus-Solothurn 1984. Mit acht ganzseitigen signierten Radierungen und zwei farbigen Gouachen auf den Deckeln. Originalhalblederband mit Büttenpapierbezügen und Rückenvergoldung (signiert: Roland Meuter, Ascona). Im Schuber mit Holzfurnierbezügen und Lederkanten.

Eins von 15 Exemplaren im »Edelpappband« (Gesamtauflage 65). – Unikates Exemplar mit zwei farbigen Gouachen auf den Deckeln und einer eingebundenen Zeichnung, alle drei signiert. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf starkem Bütten. – Parallel zu den Drucken der Ascona-Presse erschienener Privatdruck von Hugo Peller und Kurt Steinel. – Sehr schönes Exemplar.

41,0 : 34,7 cm. [6], 55, [8] Seiten.

Spindler 78.4

758  Jean Tinguely. Nachtschattengewächse.

€ 500

18. Juli bis 27. Oktober 1991 im KunstHausWien. Wien und München 1991. Mit zahlreichen, meist farbigen Tafeln und Abbildungen. Illustrierter Originalpappband. – Widmungsexemplar mit Zeichnung.

Katalog zur Wiener Ausstellung 1991, unter anderem mit einem schriftlich geführten Interview von Stefanie Poley mit Jean Tinguely, wobei dessen Antworten nach seiner Handschrift gedruckt wurden. – Titelblatt mit schwungvoll-blattfüllend gezeichneter Widmung für die langjährige Direktorin des Berliner Brücke-Museums Marie Magdalene Moeller »Jean mit Gruss Tinguely | 18 VII 1991«.

28,5 : 21,8 cm. 129, [1] Seiten.

759  Gotthard de Beauclair – Ars librorum – Laudate Dominum.

€ 600

Laudes matutinae et vespertinae. Psalmen und Lobgesänge. Lateinisch-deutsche Ausgabe. Frankfurt am Main 1963. Weißer Originalschweinslederband mit vergoldeten Titeln und vergoldeter Deckelillustration. In roter Originalleinenkassette mit vergoldetem Rückentitel (Willy Pingel, Heidelberg).

Dritter Ars librorum Druck. – Eins von etwa 20 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe im Ledereinband. Die Gesamtauflage betrug 950 Exemplare. – Im Druckvermerk vom Verleger signiert. – Auf Velin. – Gesetzt aus der Hammer-Unziale und der Aldus-Buchschrift. – Gedruckt unter Aufsicht von Arthur Wetzig in den Werkstätten der Trajanus-Presse in Schwarz und Rot, die deutschen Übertragungen in Grün. – Schönes Beispiel der typographischen Meisterschaft de Beauclairs. – Die Einbandzeichnung stammt von Hermann Zapf. – Tadelloses Exemplar.

30,3 : 22,1 cm. [6], XXII, [8] Seiten.

Spindler 40.23