ChristianHesse

Literatur 1900 bis 1945 | Hesse-Auktionen
Literatur 1900 bis 1945

492  Die Aktions-Lyrik.

€ 900

[Bände 1 bis 5]. – Das Aktionsbuch. Herausgegeben von Franz Pfemfert. Berlin-Wilmersdorf, Die Aktion (Franz Pfemfert) 1916/17. Rote Originalhalbpergaminbände mit Deckelillustration.

Erste Ausgaben. – Band 1. 1914–1916. Eine Anthologie. – Band 2. Jüngste Tschechische Lyrik. Eine Anthologie. – Band 3. Gottfried Benn. Fleisch. Gesammelte Lyrik. – Band 4. Wilhelm Klemm. Aufforderung. Gesammelte Verse. – Band 5. Der Hahn. Übertragungen aus dem Französischen von Theodor Däubler. Mit einer eigenhändigen Widmung von Franz Pfemfert auf dem Vorsatzblatt »Meinem lieben Mitarbeiter Georg Tappert mit herzlichem antimilitaristischem Gruss 23.6.1917.« – Aktionsbuch mit Beiträgen von Kurd Adler, Gottfried Benn, Iwan Goll, Raoul Hausmann, Georg Heym, Erwin Piscator, Oskar Kanehl, Kurt Pinthus, Franz Jung u. v. a. sowie zahlreichen Illustrationen. Beiliegend ein Werbeblatt von Franz Pfemfert für die Reihe »Der Rote Hahn«: »Freunde der Aktion! Seit Dezember 17 existiert die Büchersammlung DER ROTE HAHN, geschaffen, Waffen zu bieten gegen den Ungeist. […] Ihr habt die Pflicht, tätig zu sein für die Idee der Menschheit, Ihr habt mitzuwirken, jeder in seinem Kreise! Das Material, das ich herbeischaffe (unter Schwierigkeiten, von denen nur wenige eine Ahnung haben), es muss v e r b r e i t e t werden, sonst bleiben die menschlichsten Dokumente ›gute Literatur‹, sonst ist mein Mühen (und ist euer Zustimmen) zwecklos. Freunde, an die Arbeit!«.

21 : 14 cm. – Einige Deckel mit schwachem Lichtrand, ein Rücken gebräunt.

Raabe, Zeitschriften 149.1–5 bzw. 118 und 119. – Raabe/Hannich-Bode 24.5 und 159.4 (3 und 4)

493  Aurora Verlag – Das vollständige Verlagsprogramm.

€ 1500

New York 1945–1947. Zwölf Originalleinenbände, davon elf mit Originalschutzumschlag.

Am 3. April 1944 ließ Wieland Herzfelde, der im April 1939 nach seinen vorläufigen Fluchtorten Prag und London in die USA emigriert war, den Verlagsnamen »Aurora« registrieren. An dem Unternehmen waren elf exilierte Autoren beteiligt, von denen jeweils ein Werk verlegt wurde. Das von Herzfelde entworfene Verlags-Signet besteht aus den Anfangsbuchstaben des ursprünglich geplanten Verlagsnamens »Die Tribüne«. – »Trotz großer finanzieller Schwierigkeiten erscheinen die Bücher in einer anspruchsvollen Ausstattung« (Frank Hermann). – I. Bertolt Brecht. Furcht und Elend des III. Reiches. 1945. Seidel 129. – II. Ferdinand Bruckner [Theodor Tagger]. Simon Bolivar. Zwei Schauspiele. 1945. – III. Oskar Maria Graf. Der Quasterl und andere Erzählungen. 1945. – IV. Franz Carl Weiskopf. Die Unbesiegbaren. Berichte, Anekdoten, Legenden 1933–1945. 1945. – V. Ernst Bloch. Freiheit und Ordnung. Abriss der Sozial-Utopien. 1946. – VI. Alfred Döblin. Sieger und Besiegte. Eine wahre Geschichte. 1946. – VII. Lion Feuchtwanger. Venedig (Texas) und vierzehn andere Erzählungen. 1946. – VIII. Anna Seghers. Der Ausflug der toten Mädchen und andere Erzählungen. 1946. Die Autorin zählte nicht zu den Aurora-Gründern. – IX. Berthold Viertel. Der Lebenslauf. Gedichte. 1946. – X. Ernst Waldinger. Die kühlen Bauernstuben. Gedichte. 1946. – XI. Oskar Maria Graf. Unruhe um einen Friedfertigen. Roman. 1947. – XII. Morgenröte. Ein Lesebuch. Einführung von Heinrich Mann. Herausgegeben von den Gründern des Aurora Verlages. 1947. Mit eigenhändiger Widmung von Herzfelde »Meinen lieben Rothmalern Herzlich Wieland. Berlin, 15. Sept. 1966«. – Alle in erster Ausgabe.

22,5 : 14,5 cm.

Hermann, Malik 18, 26, 147, 436, 13, 31, 74, 310, 427, 428, 148 und 246 sowie Seite 229f. – W/G 34, 20, 32, –, –, 47, 52, 15, 10, –, 35, XII bei mehreren Autoren

494  Gottfried Benn. Betäubung.

€ 1000

Fünf neue Gedichte. Berlin, Alfred Richard Meyer 1925. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren, als »Flugblatt« der »Maximilian-Gesellschaft zur zwölften Mitglieder-Versammlung am 26. und 27. September 1925 in Frankfurt am Main gewidmet«. – Auf Einhorn-Bütten. – Gedruckt bei Mänicke & Jahn, Rudolstadt. – Sehr selten und sehr gut erhalten.

18,8 : 12,1 cm. 7, [1] Seiten. – Beide untere Umschlagecken mit leichter Knickfalte.

Lohner/Zenner 1.46. – Raabe/Hannich-Bode 24.12. – Deutsche Bibliophilie 1898–1930 127

495  Gottfried Benn. [14] Gedichte.

€ 150

Hamburg, Heinrich Ellermann 1936. Lose Blätter in Originalumschlag.

Die von Heinrich Ellermann seit 1934 im eigenen Verlag herausgegebene Reihe »Das Gedicht. Blätter für die Dichtung« erschien zunächst zweimal pro Monat, ab 1939 monatlich. Das Gottfried Benn-Heft (Folge 2, Heft 7 der Reihe) enthält elf Gedichte als Erstdrucke. – Benn widmete das Heft dem Bremer Kaufmann Friedich Wilhelm Oelze, mit dem er von 1932 bis 1956 einen intensiven, sehr privaten Briefwechsel führte.

23,5 : 15,0 cm. [18] Blätter. – Umschlag am Oberrand leicht bestoßen, beim Hinterdeckel auch minimal wasserrandig.

Lohner/Zenner 1.84. – Dietzel/Hügel 1132

496  Ernst Bertram. Hrabanus.

€ 600

Aus der Michaelsberger Handschrift. Leipzig, Insel [1939]. Hellbrauner Originalmaroquinband mit Rückenschild. Rückentitiel und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von nur fünf Exemplaren auf Bütten, dieses gedruckt für Ernst Bertram und von ihm am 15.12.1938 als »Handexemplar« bezeichnet; eine kleine Korrektur. – Auf dem Vortitel mit eigenhändigem Zusatz »Dem Andenken meines lieben treuen Freundes Ernst Glöckner † Weilburg 1885–1934«. – Der Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Ernst Bertram (1884–1957) war viele Jahre lang Lehrer an der Universität Köln. Seine Haltung während der Zeit des Nationalsozialismus ist umstritten. Bekanntheit erlangte Bertram durch sein bis heute Beachtung findendes Buch »Nietzsche – Versuch einer Mythologie«, das seinerzeit auch Thomas Mann beeinflusst hat, mit dem ihn eine jahrelange Freundschaft verband. Nach dem Entzug der Lehrerlaubnis bürgte Hermann Hesse für ihn (»Es würde in der geistigen Welt einen guten Eindruck machen, wenn dies Fehlurteil korrigiert würde« (Die Zeit, 20. Mai 1948), Thomas Mann, um gleiches gebeten, zögerte (»Bedenklich und zu bedenken«, Tagebücher 1946–1948, S. 289).

19,7 : 11,7 cm. 89, [5] Seiten. – Rücken minimal verfärbt.

Sarkowski 145. – Wilpert/Gühring 112, 35

497  Hermann Broch. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift.

€ 450

Princeton, New Jersey, 8. Januar 1940.

An Dr. Konrad Maril, den früheren Lektor des S. Fischer Verlages, der 1936 Deutschland verlassen hatte und in New York als Musiklektor tätig war. – »Ich bin betrübt, daß Sie Krause verlassen haben […] mein Egoismus hätte die ›Schlafwandler‹ lieber in Ihrer Hand gewußt. Soll man sie nun bei Kr. belassen?«. – Erwähnt »Propagandamaterial« von Huxley und Mann) und fragt nochmals nach dem Verleger Krause (»ob weitere Exemplare aus Europa kommen sollen«). – Hermann Broch (1889–1951) war ebenfalls 1938 in New York eingetroffen, nachdem er mit Hilfe von Thomas Mann und Albert Einstein aus dem angeschlossenen Österreich emigrieren konnte.

8,3 : 13,9 cm. Eine Seite, rückseitig eigenhändig adressiert.

498  Albert Camus. Œuvres complètes.

€ 450

Tome I–VII. Monte Carlo, André Sauret 1962–1965. Mit zahlreichen Farblithographien von Garbell, Pelayo, André Masson, Guiramand, Cavailles, Borès und Carzou. Originalbroschuren in Halblederchemisen mit Rückenvergoldung.

Großartige, von französischen Künstlern der Moderne reich illustrierte Werkausgabe. – Eins von 4800 Exemplaren auf »Vélin d’Arches filigrané« (Gesamtauflage 5000). – I. Récits et Romans. – II. Essais litteraires. – III. Essais philosophiques. – IV. Essais politiques. – V. Théâtre. – VI. Adaptions et traductions. – VII. Carnets. – Jeder Künstler schuf Farblithographien für jeweils einen Band, die Angaben bei Monod stimmen hiermit überein. – Unaufgeschnitten, nahezu druckfrisch.

Einige Gelenke der Chemisen leicht brüchig bzw. berieben.

Monod 2163 (zählt irrtümlich 8 Bände, vgl. 2156)

499  Heimito von Doderer. Das Geheimnis des Reichs.

€ 300

Roman aus dem russischen Bürgerkrieg. Wien, Saturn 1930. Originalbroschur mit illustriertem -umschlag.

Erste Ausgabe von Doderers erstem, autobiographischem Roman. Zuvor waren, mit mäßigem Erfolg, die Gedichtsammlung »Gassen und Landschaft« und die Erzählung »Die Bresche« erschienen. – Mit dem seltenen Schutzumschlag, der unter Verwendung einer Fotomontage von Ludwig Goldscheider gestaltet wurde. – Doderer war 1916 in russische Kriegsgefangenschaft geraten, seine Heimkehr verzögerte sich durch die Wirren der russischen Revolution von 1918 bis 1920.

18,3 : 13,8 cm. 251, [3] Seiten. – Schutzumschlag mit Knickfalten, außerhalb der Illustration etwas fleckig, die Umschlaglaschen erneuert. – Buchblock unbeschnitten, Vortitel mit Widmung.

500  Lawrence Durrell. Justine.

€ 400

A Novel. London, Faber and Faber 1957. Originalleinenband mit -schutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Fünfter Druck der Erstausgabe, gedruckt im November 1958. – Der erste Teil des »Alexandria-Quartetts«, der Romantetralogie, in der Durrell die Ereignisse in verschiedenen Raum- und Zeitebenen darstellte. Die erste deutsche Ausgabe erschien ebenfalls 1958. – Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung Durrells »Autographed for Dieter E. Zimmer over a very good supper table in Hamburg«.

501  Robert Frost. A Boy’s Will.

€ 450

London, David Nutt 1913. Originalbroschur.

Erste Ausgabe von Frosts erstem öffentlich zugänglichen Buch. – Die meisten hier veröffentlichten Gedichte entstanden während er noch als Lehrer und Farmer in New Hampshire arbeitete. Dort erschienen einige Gedichte in Zeitschriften und dem Privatdruck »Twilight«. Von 1912 bis 1914 lebte Robert Frost (1874–1963) in Großbritannien. Er widmete das Buch seiner Ehefrau Elinor Miriam. – Titelblatt rückseitig mit Stempel »Printed in Great Britain«. Nach ersten zaghaften literarischen Erfolgen erhielt er später für vier seiner Gedichtbände erhielt Frost den Pulitzer-Preis. Er zählt zu den bedeutendsten Poeten des 20. Jahrhunderts. – Sehr schönes Exemplar.

18,5 : 12,0 cm. IX, [3], 50, [2] Seiten. – Titelblatt mit kaum sichtbarer geglätteter Knickfalte.

KNLL V, 880

502  Jean Genet. Querelle de Brest.

€ 450 ( R7 )

[Paris?], Dezember 1947. Originalbroschur in späterem Pappband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe, ohne Angabe eines Verlegers oder Druckers, wohl noch vor der Ausgabe mit Illustrationen Cocteaus erschienen. – Vorblatt mit eigenhändiger Widmung »A Monsieur Charles Heybrock souvenir amical de Jean Genet« und Besitzvermerk des Übersetzers, datiert »janvier 1951«. – Mit der gedruckten Notiz zur Verzögerung der Fertigstellung. – Das berühmt-berüchtigte, im Gefängnis verfasste Werk, »verdammt und zugleich gepriesen wie wenige andere Werke des 20. Jh.s […] ein Höhepunkt der Daseinsanalyse des modernen Menschen« (KNLL). Nach mehreren Anklagen und Verurteilungen drohte dem Dichter lebenslange Haft. Auf Fürsprache von Cocteau und Sartre wurde Genet 1949 begnadigt.

28,7: 20,0 cm. 249, [3] Seiten.

Vgl. KNLL (nennt die EA erst 1953)

503  Stefan George. [Drei Gedichte].

€ 250 ( R7 )

Geschrieben von Otto Laubschat. Hamburg 1925. Kordelgeheftete Doppelblätter in Kartonumschlag.

Handschrift in schwarzer und roter Tinte, auf Zanders-Bütten. – Enthält drei George-Gedichte bzw. Auszüge: »Es tröste dich mein Schwur« (aus »Tagelied« in »Bücher der Hirten- und Preisgedichte«). – »Rückgekehrt vom Land des Rausches« (aus »Der Stern des Bundes«) und »Du schlank und rein wie eine Flamme« (aus »Das Neue Reich«). – Von dem unbekannten Herausgeber (?) »B. H.«, dessen Initialen Laubschat auf das Vorblatt kalligraphierte, mit eigenen Titeln versehen. – Am Ende der Name des Dichters. – Otto Laubschat, über dessen Lebensdaten wir keine Angaben fanden, schrieb unter anderem ein Petrarca-Büchlein im Auftrag der Hamburger Buchhandlung Lucas Gräfe, die es für eine Bibliophilentagung 1924 faksimilierte.

36,2 : 26,7 cm. [8] Blätter. – Umschlag etwas stockfleckig.

504  Jakob Haringer. Drei eigenhändige Gedichtmanuskripte, alle mit Unterschrift.

€ 1200

Alle ohne Datum. Zusammen 13 Seiten.

I. Die Erdbeeren. Eine Seite, 17 Zeilen, rückseitig ganzseitiger Brief Haringers an einen Freund, dem er für eine wohlwollende Besprechung dankt: »Selbstredend haben Sie durch diese das Buch mehr als genug bezahlt. […] Ich bin herzlichst beglückt, wenn Sie über mich schreiben. Zu dem lege ich Ihnen ›Mein Leben‹ bei. Es geht mir sehr schlecht […]« Erwähnt Gustav Kiepenheuer (»ich bin sehr sceptisch Verlügern gegenüber«) und Carl Sternheim, der sich für ihn einsetze. – Grüßt mit »Leben Sie froher, besser als Ihr […] Haringer«. Mit Absenderanschrift »Reichenhall Krankenhaus«. Wohl um 1924. – II. Ballade von der Hansi Paukert, die bloß eine Hur und doch ein Engel war. [um 1937]. Zehn Blätter (zerschnittene Schutzumschläge), fadengeheftet in Umschlag. Das Heft enthält, mit Bleistift in Schönschrift geschrieben, insgesamt 27 vierzeilige Strophen sowie Titel und Editionsvermerk: »Diese Dichtung wurde handschriftlich in zehn Exemplaren niedergeschrieben und an die 10 Getreuesten und Besten gesandt, denen dies Werk wohl die paar Mark, für Fraß und Bleibe und Schuhsohlen wert ist. Ich sterbe zur Zeit in Wien […] Laßt mich ihr Bessern nicht ganz umkommen. Seid mir weiter gut!«. – III. Die Bücher. Eine Seite, zwölf Zeilen: »Nun, da ich Alles über bin – Was hat dies Leben noch für Sinn! War alles bloss ein böser Fluch – Da fällt ein linder Strahl in all die Pein, in all die Qual: Du hast ja abends noch ein Buch! […]«. Darunter ein kleiner Stern, die Widmung »für Gregor Müller« und Haringers Unterschrift. Aufgezogen, leicht gebräunt. Gregor Müller verlegte in seinem Pegasus Verlag Zürich 1946 das letzte zu Haringers Lebzeiten veröffentlichte Buch (Das Fenster, Raabe/Hannich-Bode 104.17). – Jakob Haringer (1898–1948) führte ein unstetes Vagabundenleben und lebte von bei namhaften Kollegen erbetenen Zuwendungen. 1936 wurde ihm von den Nationalsozialisten die Staatsbürgerschaft aberkannt, er floh von Österreich nach Prag und lebte später illegal in der Schweiz.

505  Max Herrmann. Im Stern des Schmerzes.

€ 300

Ein Gedichtbuch. Berlin, Die Schmiede 1924. Originalpappband mit gold-türkis geprägtem Deckelschild.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren der Ausgabe C (Gesamtauflage 300). – Druckvermerk vom Dichter signiert und nummeriert. – Max Herrmann (1886–1941) studierte in Breslau Literatur- und Kunstgeschichte, verließ die Universität jedoch ohne Abschluss, um in seiner Heimatstadt Neiße als freier Schriftsteller zu leben. Seine frühen, noch expressionistischen Bücher wurden unter anderem von Else Lasker-Schüler oder Oskar Loerke begeistert aufgenommen. In den späten 1920er Jahren war Herrmann-Neiße einer der bekanntesten Berliner Literaten. Seine Hyposomie (Kleinwüchsigkeit) beeinflusste und überschattete seinen Lebensweg. Der Eichendorff- und Gerhart-Hauptmann-Preisträger emigrierte 1933, in England lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod 1941 weitgehend isoliert. Wie viele Schriftsteller der Zeit geriet er schnell in Vergessenheit. – Sehr schönes Exemplar.

23,7 : 16,0 cm. 94, [2] Seiten.

Raabe/Hannich-Bode 118.16

506  Hermann Hesse. Gedichttyposkript mit Aquarell.

€ 1800

Doppelblatt, 14,3 : 10,5 cm.

Auf der Innenseite mit der vierzeiligen Einleitung »Antwort an Freunde, die mir ein besonders schwieriges Gedicht im neuen Stil gesandt hatten […]« Hesses Persiflage auf die moderne Lyrik: »Manchem mag, Doch jedem nicht, Gott gegeben Gelblicher Verse Dunkeles Violett zu verstehen. || Zwölf sind der Töne. Mancher versteht Mit oder ohne Adorno Zwölfergesang, Nicht aber, Gelähmt durch Erstaunen, Unterzeichneter. || H.H.« – Außenseite mit aquarellierter Bleistiftzeichnung. – Kleiner Farbfleck im Falz, minimale Abdrucke von Büroklammern. – Dazu: Zwei Porträtfotografien, abgezogen auf Postkartenkarton: Gret Widmann. Hermann Hesse aus der Zeit des »Steppenwolf« 1927. – Heiner Hesse. H. Hesse mit seinem jüngsten Enkel 1956. Diese mit eigenhändiger Widmung »Von Herzen dankt und grüsst Ihr H Hesse«.

507  Hermann Hesse. Siddharta.

€ 1200

Eine indische Dichtung. Berlin, S. Fischer 1925. Blauer Maroquinband mit reicher Vergoldung und farbiger Intarsienverzierung (signiert: Joh. Rudel, Elberfeld MDE). Im Schuber.

19.-23. Tausend, die erste Auflage innerhalb der »Gesammelten Werke«. – Der Kunstbuchbinder Johannes Rudel (1868–1955) war Lehrmeister für Handvergoldung bei Horn & Patzelt in Gera und von 1907 bis 1932 als Fachlehrer in Wuppertal tätig. Er wurde zum Ehrenmitglied der Vereinigung »Meister der Einbandkunst/ MDE« ernannt und galt. Rudel galt als einer der handwerklich besten Buchbinder seiner Zeit. – Die ornamentale Deckelverzierung gestaltete er hier nach orientalischen Mustern. Die breiten Innenkanten wurden mit gepunzten Linien und Fileten sowie Eckzierstücken, alle handvergoldet, versehen. Spiegel und Vorsatzblätter bezog Rudel mit marmoriertem Buntpapier. In Schuber mit Lederkapitalen.

18,9 : 11,5 cm. 174, [2] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. – Vorsatzblätter mit Leimschatten.

Mileck II, 43 A

508  Hermann Hesse. Narziß und Goldmund.

€ 1500

Erzählung. Berlin, S. Fischer [1929] 1930. Weinroter Saffianlederband, Rückentitel und Deckelkantenfileten goldgeprägt. Mit Schuber. Vorsatzpapier und Schuberbezüge aus schablonenkoloriertem Buntpapier.

Sehr seltenes Korrekturexemplar des Verlages. – Bogen 2–26 jeweils mit dem Eindruck »1. Bogenkorrektur 22. [bzw. 30.] 11.1929] || Bibliographisches Institut AG in Leipzig«. – Der Druckvermerk weicht noch von der endgültigen Fassung ab: Noch war die Höhe der ersten Auflage nicht festgelegt, so dass dort »Erste bis —— Auflage der neuen Ausgabe 1930« steht. Der Hinweis auf die Einbandgestaltung durch E. R. Weiß fehlt. – 1929 hatte Hermann Hesse das Typoskript an die »Neue Rundschau« geschickt und Samuel Fischer begann umgehend mit den Vorbereitungen zur Buchausgabe innerhalb der »Gesammelten Werke«. – Auf leicht bräunlichem glattem Papier. – Dazu: Exemplar der Erstausgabe im hellblauen Originalleinenband.

18,8 : 11,0 cm. Seiten [3]–417, [1], d. h. ohne das leere Vorblatt und das Blatt mit der Druckeradresse.

Mileck II, 58

509  Hermann Hesse. Jahreszeiten.

€ 750

Zehn Gedichte mit Bildern. Zürich, Gebr. Fretz 1931. Mit zehn farbigen Abbildungen nach Aquarellen des Verfassers. Flexibler Originalpergamentband in privater Kassette mit Deckelschild.

Erste Ausgabe. – Sechster Zürcher Druck. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzpergament (Gesamtauflage 500). – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – Privatdruck, dem Freund Josef Englert gewidmet.

24,8 : 15,8 cm (Kleinquart). [4], 41, [13] Seiten.

Mileck II, 28

510  Hermann Hesse. Die Gedichte.

€ 450

2. Auflage. Zürich, Fretz & Wasmuth 1942. Blauer Kalblederband mit Vergoldung. Im Schuber mit Lederkanten.

Mit eigenhändigem und signiertem Zweizeiler auf dem Vorblatt: »Vieles ist untergegangen, seit wir zuerst sie sangen, zärtliche Melodien«. – Eventuell als Vorzugsausgabe des Verlages gedacht.

19,5 : 11,8 cm. 447, [1] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Vgl. Mileck II, 74

511  Hermann Hesse. Das Glasperlenspiel.

€ 1000

Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften. [Zwei Bände]. Zürich, Fretz und Wasmuth 1943. Rote Originalkalblederbände, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Reliures Schumacher Berne). Zusammen im Schuber.

Erste Ausgabe des großen Spätwerks. – Eins der seltenen Vorzugsexemplare elegant in Leder gebunden und auf dem Titelblatt vom Autor signiert. – In einer von mörderischem Krieg umtosten Schweiz schrieb Hesse seine Zukunftsvision einer elitären, universal gebildeten Gesellschaft. – Tadelloses Exemplar.

19,0 : 12,0 cm. 451, [1]; 441, [1] Seiten.

Mileck II, 76

512  Hermann Hesse. Magie des Buches. – Feuerwerk. – Über das Alter. – An einen Musiker.

€ 300

Olten 1942–1960. Drei Originalhalbpergamentbände, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet, eine Originalbroschur.

I. 1942. Erste Buchausgabe. Eins von 150 Exemplaren. Privatdruck zum Goethe-Gedenktag der Oltner Bücherfreunde. Im Druckvermerk signiert. Mileck III, 82. – II. 1946. Erste Buchausgabe. Eins von 350 Exemplaren. Privatdruck zum zehnjährigen Bestehen der VOB. Auf dem Vorblatt mit »Gruß von Hermann Hesse« signiert. Mileck III, 113. – III. 1954. Erste Ausgabe. Eins von 320 Exemplaren. Vierter Liebhaberdruck. Auf dem Vorblatt signiert. Mileck II, 112. – IV. 1960. Erste Ausgabe. Eins von 400 Exemplaren. Privatdruck zur Goethe-Feier der Oltner Bücherfreunde. Mileck III, 280. – Alle tadellos erhalten.

513  Hermann Hesse. Bericht an die Freunde. Letzte Gedichte. – Aerzte.

€ 200

Ein paar Erinnerungen. Olten 1960 und 1963. Zwei Originalhalbmaroquinbände mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (Hugo Peller, Solothurn), Deckelbezüge mit Batik-Modeldruckpapier. Beide im Schuber.

Erste Ausgaben. – Eins von 125 bzw. 165 Exemplaren der Vorzugsausgaben in Halbleder, »Aerzte« vom Autor auf dem Vortitel signiert. – 85. und 99. Publikation der Vereinigung Oltner Bücherfreunde. Auf Zerkall-Bütten. – Tadellos.

20,5 : 13,0 cm. 49, [7] bzw. 72, [4] Seiten.

Mileck II, 132 und 139

514  Ludwig Hohl. Nuancen und Details.

€ 250

III. Teil. Mit einem Gedenkwort für Albin Zollinger. Genf, Selbstverlag 1942. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 370 Exemplaren (Gesamtauflage 400). – Auf dem Schmutztitel die eigenhändige Widmung mit Bleistift in Hohls charakteristischer, krakeliger Kleinschrift für den Direktor der Volkshochschule Zürich und Vizepräsident des Schweizerischen Schriftstellerverbands, »Hermann Weilenmann in Hochschätzung / 23.8.42 /Hohl«. – Ludwig Hohl (1904–1980) blieb trotz jahrzehntelanger schriftstellerischer Tätigkeit eine breite Anerkennung versagt. Trotz Fürsprache von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt gelangte Hohl erst am Ende seines Lebens zu einiger Bekanntheit.

18,3 : 12,0 cm. 76, [4] Seiten. – Rücken leicht gebräunt.

515  James Joyce. Anna Livia Plurabelle.

€ 1000

With a Preface by Padraic Colum. New York, Crosby Gaige 1928. Brauner Originalleinenband mit Gold- und Blindprägung.

Erste Ausgabe. – Eins von 800 Exemplaren, im Auflagenvermerk von James Joyce signiert. – Auf Velin, unbeschnitten. – Typographie von Frederic Warde. – »Anna Livia Plurabelle« gilt als das berühmteste und meist zitierte Kapitel aus »Finnegans Wake«. Dieser »unübersetzbare« Roman sollte erst 1939 erscheinen.

18,0 : 11,7 cm. XVIII, [2], 60, [4] Seiten. – Bezug des Vorderdeckels etwas wellig. Sonst sehr schönes Exemplar.

Slocum/Cahoon A 32

516  Ernst Jünger. Der Friede!

€ 450

Ein Wort an die Jugend Europas. Ein Wort an die Jugend der Welt. Als Manuskript gedruckt. [Bergisch-Gladbach 1945]. Klammerheftung, ohne Umschlag.

24 Seiten, 21 : 13,5 cm, Text in 18 Kapiteln. – Erste tatsächliche Druckausgabe, eins von wohl nur 200 Exemplaren. – Seinen Aufruf zu einem »schöpferischen Frieden« konzipierte Ernst Jünger in Paris, als er dem Chef des Generalstabs Hans Speidel unterstellt war. Im Sommer 1943 schloss er das Manuskript ab, das sogleich in Widerstandskreisen der Wehrmacht kursierte. Auch die Generäle Rommel, Stülpnagel und Stauffenberg kannten den Text und planten dessen Veröffentlichung sofort nach dem angestrebten Umsturz. Nach dem gescheiterten Attentat am 20. Juli 1944, den folgenden Verhaftungen und Hinrichtungen sowie dem Selbstmord Rommels musste dieser Plan aufgegeben werden. Nach Kriegsende beabsichtigte Benno Ziegler eine Veröffentlichung in der Hanseatische Verlagsanstalt. Es entstanden einige Korrekturabzüge, durch das Publikationsverbot nicht genehmigter Schriftstücke konnte aber auch dieser Plan nicht realisiert werden. – Initiator des vorliegenden Druckes war Pater Heinrich Janson Cron, Vorsitzender des Verbands katholischer Publizisten Deutschlands. Zeitgleich kursierten maschinen- und handschriftliche Abschriften. – Dazu: Maschinenabschrift einer der Korrekturfassungen. [2], 22 Seiten, 33 : 20,8 cm. Titelblatt mit Verlagsangabe »Hanseatische Verlagsanstalt«, verso »Erster Teil / Die Saat« und Spinoza-Zitat, Text in 19 Kapiteln. – Dazu: Ernst Jüngers Friedensschrift. In: Die Aussprache. Blätter eines dem Abendland und der Wahrheit verpflichteten Kreises. Herausgegeben von Manfred Michler. Folge 5. Düsseldorf 1948. 16 Seiten, 28,8 : 20,8 cm. Mit Originalauszügen aus Tagebüchern, Aufzeichnungen und Briefen zur Entstehungsgeschichte des Textes, einem Beitrag von Louis Clair und des Herausgebers sowie dem Abdruck der Friedensschrift.

I: Die erste und letzte Seite leicht fleckig, die erste mit kleinen Einrissen, Rückenfalz mit Papierstreifen überklebt. – II: Horizontale Knickfalte, Titelblatt gebräunt und stockfleckig.

des Coudres B 15 b und 15 e

517  Ernst Jünger – André Ficus. Ernst Jünger.

€ 200

Offset nach einer Zeichnung. 1968. 64 : 50 cm. Signiert.

Eins von 50 Exemplaren. – Das Blatt wurde vom Künstler und von Ernst Jünger signiert. – Ediert von Karl Thomaes Verlag »Wege + Gestalten, Biberach an der Riss«, als Beilage erschien ein Faksimile vom Manuskript »Der Friede« (Titelblatt und Blätter 1–3, lose in Originalumschlag), hier mit eigenhändiger Widmung Jüngers »Für Heinrich Hellge«, datiert 25.X.76. – Das faksimilierte Titelblatt mit den Hinweisen zur Entstehung des Textes (»concip: Winter 1941«), der erst 1945 erschien (siehe die folgende KatNr.).

Des Coudres B 15 l.

Die Graphik gleichmäßig gebräunt und leicht stockfleckig, Ränder rückseitig mit Montierungsresten

518  Ernst Jünger. Wo stehen wir heute?

€ 800

Organismus und Organisation. / Die Weltstaaten als Gussform des Weltstaates. Typoskriptdurchschlag mit eigenhändigen Korrekturen des Verfassers. [Wilfingen,] 28.1.1960. Titelblatt und 46 paginierte Blätter. Halbleinenband mit vergoldetem Rückentitel.

Ernst Jünger analysiert die damalige weltpolitische Situation und erwägt eine mögliche Auflösung der souveränen Staaten in einem »Weltstaat«. – Der Essay entstand in den Wintermonaten 1959/1960 und erschien zunächst in gekürzter Form in der von Hans Walter Bähr herausgegebenen Anthologie »Wo stehen wir heute?« (Gütersloh, Bertelsmann 1960). Der vollständige Text folgte im selben Jahr bei Klett. – Mit zahlreichen Korrekturen und einigen Änderungen und Ergänzungen, alle von Ernst Jünger mit rotem Kugelschreiber eingetragen. – Titelblatt und die letzte Seite mit dem Stempel »Sammlung des Coudres«, handschriftlicher Dedikation an Heinrich Hellge, diese datiert 1972 und am Ende mit der Anmerkung »mit Originalkorrekturen des Autors«. – Vom Jünger-Freund und -Bibliographen Hans Peter des Coudres stammen auch mehrere Bleistiftanmerkungen zum Vergleich der verschiedenen Druckfassungen mit dem Typoskript.

30,3 : 21,5 cm. 47 Blätter.

Vgl. des Coudres C 24 und B 42 sowie Sämtliche Werke VII bzw. Werke V

519  Ernst Jünger. Rundfunk-Interview 1965. – [Ohne Titel].

€ 300

Zwei »Disque Pyral«-Schallplatten. Label Günter Pfanz, Hamburg. Ø 25 bzw. 30 cm. Beide in der Originalpapierhülle.

Die »Disques Pyral«-Platten »L’Écho du Monde« dienten der Aufzeichnung von Tonaufnahmen. Es handelt sich um beschichtete Metallplatten und hierbei um unikale Stücke und nicht um Pressungen zum Vertrieb. Mit geeigneten Abtastgeräten sind sie auch heute noch abspielbar. – Platte 1 auf der Hülle, Platte 2 auf dem Label beschriftet.

Die zweite Platte mit kleiner Stoßstelle am Rand, eine Papierhülle geknittert.

520  Ernst Jünger. Serpentara.

€ 400 ( R7 )

Zürich, Kurt Bösch Presse 1957. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Dritter Druck der Kurt Bösch Presse. – Eins von 275 Exemplaren. – Auf Medway-Bütten. – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Tadellos erhalten.

23,8 : 14,5 cm. 29, [3] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 34

521  Ernst Jünger. Gläserne Bienen.

€ 350

Besuch auf Godenholm. Lausanne, Edition Rencontre [1973]. Originalecrasélederband mit reicher Vergoldung (Schumacher, Bern). – Widmungsexemplar.

Auf dem Titelblatt eigenhändige Widmung des Verfassers »für Heinrich Hellge«. – Nachauflage der 1957 erstmals veröffentlichten Erzählungen in bibliophiler Ausstattung, nun mit einem Nachwort von Erhard Schwabe.

19,5 : 12,2 cm. 221, [3] Seiten.

des Coudres/Mühleisen B 36 d

522  Ernst Jünger. Ein Vormittag in Antibes.

€ 150

Olten 1960. Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel, Kopfgoldschnitt und Modeldruckbezügen (Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber.

86. Publikation der Oltner Bücherfreunde. – Erste Ausgabe. – Eins von 120 Vorzugsexemplaren, auf dem Vortitel vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 653).

20,0 : 12,5 cm. 52, [4] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 40

523  Ernst Jünger. Dezember.

€ 600

»Bois de Noël«. Zwölf handkolorierte Holzschnitte von Oskar Dalvit. Zürich, Arcade-Presse 1964. Mit zwölf signierten Farbholzschnitten. Originalhalbpergamentband. Rückentitel und Deckelvignette vergoldet. Im Schuber.

Erste Ausgabe. – Fünfter Druck der Arcade-Presse. – Eins von 45 römisch nummerierten Belegexemplaren (Gesamtauflage 120). – Von Autor und Künstler im Druckvermerk signiert. – Handpressendruck auf handgeschöpftem Bütten »Richard de Bas«, die Holzschnitte wurden auf Japan gedruckt.

17,5 : 16,5 cm. 34, [4] Seiten, 12 Farbholzschnitte.

Des Coudres/Mühleisen B 51. – Spindler 62.5

524  Ernst Jünger. Grenzgänge.

€ 600

Olten 1965. Orangefarbener Originalmaroquinband mit Deckel-, Rücken- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe. – Sechster Oltner Liebhaberdruck. – Eins von 55 Exemplaren der ersten Vorzugsausgabe in Ganzleder mit einem vom Autor handgeschriebenen Text (Gesamtauflage 655). – Erschienen zum 70. Geburtstag des Verfassers. Die ein Jahr später unter gleichem Titel bei Klett erschienene Ausgabe, weicht, abgesehen vom Titelessay, inhaltlich vollständig ab. – Sehr schönes Exemplar.

20,0 : 12,5 cm. 61, [3] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 52

525  Ernst Jünger. Grenzgänge.

€ 200

Olten 1965. Orangefarbener Originalhalblederband mit Rückenvergoldung und Buntpapierdeckelbezügen (Hugo Peller, Solothurn).

Sechster Oltner Liebhaberdruck. – Eins von 100 Vorzugsexemplaren, auf dem Vortitel vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 655). – Erschienen zum 70. Geburtstag des Verfassers. Die ein Jahr später unter gleichem Titel bei Klett erschienene Ausgabe, weicht, abgesehen vom Titelessay, inhaltlich vollständig ab. – Sehr schönes Exemplar.

20,0 : 12,5 cm. 61, [3] Seiten. – Rücken kaum merklich verblasst.

Des Coudres/Mühleisen B 52

526  Ernst Jünger. Im Granit.

€ 600

Olten 1967. Olivgrüner Originalmaroquinband mit goldgeprägtem Rückentitel, Filetenvergoldung und Kopfgoldschnitt (signiert: Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe. – Zwölfter Oltner Liebhaberdruck. – Eins von 50 Exemplaren der ersten Vorzugsausgabe in Ganzleder mit einem vom Autor handgeschriebenen Text auf einem Vorblatt (Gesamtauflage 630). – Sehr schönes Exemplar des Tagebuchs der Korsikareise des Verfassers im Frühjahr 1966.

20,0 : 12,5 cm. 63, [5] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 58

527  Ernst Jünger. Im Granit. – Zwei Inseln. Formosa /Ceylon.

€ 400

Olten 1967 und 1968. Zwei Originalhalblederbände mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (Hugo Peller, Solothurn).

Erste Ausgaben. – 12. und 16. Oltner Liebhaber Druck. – Eins von 110 bzw. 105 Exemplaren (Gesamtauflagen 630 bzw. 700). – Beide aus den in Halbleder gebundenen und vom Autor auf dem Vortitelblatt signierten Vorzugsausgaben.

20,0 : 12,5 cm. 63, [11]; 51, [9] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 58 und 60

528  Ernst Jünger. Subtile Jagden.

€ 300

Stuttgart, Ernst Klett 1967. Originalleinenband mit vergoldetem Rückentitel und goldgeprägtem Deckelsignet. Mit Originalschutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Mit einem längeren eigenhändigen Text und Widmung des Verfassers für Heinrich Hellge: »In solchen Gärten vergessen wir mit den Namen fast schon den eigenen. Die Dinge sprechen mit ihrer namenlosen Kraft. […] Die Sonne scheint, hier wird es friedlich, nun tritt der Meister aus dem Hause, in dem wir ihn geehrt haben. Er nähert sich, er ist lebendig: dort verehrten, hier lieben wir ihn. || Wilflingen, d. 10. 2. 1978«. – Dazu: Karteikarte aus Ernst Jüngers koleopterologischer Sammlung, eigenhändig beschriftet.

21,5 : 13,5 cm. 337, [3] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 59

529  Ernst Jünger. Zwei Inseln.

€ 600

Formosa / Ceylon. Olten 1968. Gelber Originalmaroquinband mit Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: H. Peller, Solothurn).

Erste Ausgabe. – 16. Oltner Liebhaberdruck. – Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe in Ganzleder (Gesamtauflage 700) und einem eigenhändigem und signierten Textzitat des Verfassers. – Ehemals Sammlung Dr. Heinrich Hellge.

20,0 : 12,5 cm. 51, [9] Seiten.

des Coudres/Mühleisen B 60

530  Ernst Jünger. Carabus rutilans.

€ 750

Biberach an der Riss, Wege und Gestalten [1969]. Originalhalbleinenbroschur. – Widmungsexemplar.

Sonderausgabe. – Eins von nur 20 Exemplaren. – Typoskript-Druck. – Auf dem Titelblatt Widmung des Autors »Für Heinrich Hellge 30. 3. 1970 Wilflingen«. – Das Tagebuch einer Pyrenäenexpedition im Frühjahr 1967 erschienen zuerst 1968 in einem Privatdruck von gerade einmal sieben Exemplaren für den Autor.

29,2 : 20,8 cm. 41 Seiten.

des Coudres/Mühleisen B 61

531  Ernst Jünger. Lettern und Ideogramme.

€ 600

Olten 1970. Roter Originalmaroquinband im Schuber mit Lederkanten; Fileten, Titel, Stehkantenbordüren und Kopfschnitt vergoldet (signiert: H. Peller, Solothurn).

Erste Ausgabe. – 21. Oltner Liebhaber Druck. – Eins von 60 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe in Ganzleder mit eigenhändigem und signiertem Textzitat des Verfassers auf dem Vorblatt (Gesamtauflage 680). – Nur die Vorzugsausgaben enthalten eine Liste von 156 bibliophilen Gratulanten zum 75. Geburtstag des Autors am 29. März 1970, zu denen auch der Vorbesitzer Dr. Heinrich Hellge (1907–1987) zählte.

20,0 : 12,5 cm. [8], 74, [12] Seiten. – Rücken minimal verfärbt.

des Coudres/Mühleisen B 63

532  Ernst Jünger. Träume. Oskar Dalvit · Nocturnes. Neun Linolschnitte.

€ 500

Arbon, Arben-Press 1970. Mit neun signierten Farblinolschnitten. Originalhalbpergamentband mit schwarzen Seidenbezügen; Rückentitel und Deckelvignette vergoldet (J. Stemmle, Ascona). Im Originalschuber.

Erste Ausgabe. – Sechster Druck der Arben-Press. – Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer signierten Extrasuite der Linolschnitte (Gesamtauflage 170). – Im Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert. – Acht der Linolschnitte wurden auf schwarzes Fabriano-Bütten gedruckt, der neunte wie auch der Text auf Velin d’Arches. – Die Deckelvignette entwarf Oskar Dalvit. – Die Blätter der Suite in Velinumschlag und mit dem Buch in Originalschuber. – Seltene Erstausgabe, tadellos erhalten.

23,5 : 22,0 cm. 57, [7] Seiten (die Linolschnitte in die Paginierung eingeschlossen).

Des Coudres-Mühleisen B 66

533  Ernst Jünger und Alfred Kubin. Briefe.

€ 400

Biberach an der Riss, Wege und Gestalten 1971. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren. – Typoskript-Druck. – Mit eigenhändiger Widmung »für Heinrich Hellge in Erinnerung an den Besuch in Wilflingen, Ernst Jünger, 29. XI. 1971.« – Enthält 18 Briefe Ernst Jüngers an Alfred Kubin und 32 von Kubin an Jünger, alle aus den Jahren 1921 bis 1948.

29,2 : 20,9 cm. [2], 76, [2] Blätter.

Des Coudres/Mühleisen B 68 a

534  Ernst Jünger. Post nach Princeton.

€ 750

Biberach an der Riss, Wege und Gestalten 1973. Originalhalbleinenbroschur. – Widmungsexemplar.

Privatdruck. – Eins von nur 20 Exemplaren. – Typoskript-Druck. – Auf dem Titelblatt Widmung des Autors »Für Heinrich Hellge mit guten Wünschen. Weihnachten 1973«. – »Das vom Adressaten vorgeschlagene Thema der [sieben Ende der 1960er Jahre an François Bucher verfassten] Briefe war die ›Erziehung des Menschengeschlechts‹« (des Coudres/Mühleisen, S. 72).

29,2 : 20,8 cm. 41 Seiten.

des Coudres/Mühleisen B 71

535  Ernst Jünger. Fünf Widmungsexemplare.

€ 400

1967–1991. Drei Originalleinenbände mit Schutzumschlag, zwei -broschuren.

I. Auf den Marmorklippen. Stuttgart, Klett 1967. – II. Ortners Erzählung. Mit Illustrationen von Beate Dalich-Springer. Isny, C. U. Springer 1979. – III. Das Jahr 1968. Aus »Siebzig verweht I«. Stuttgart, Klett-Cotta 1983. Privatdruck. – IV. Photo Album François Lagarde. Montpellier, Gris Banal 1983. – V. Serpentara. Mit Holzschnitten von Alfred Pohl. Passau, Thomas Reche 1991. – Alle mit eigenhändiger Widmung Jüngers für Heinrich Hellge.

Des Coudres/Mühleisen B 12 g, B 20 g, B 84 und F7

536  Ernst Jünger. Sechs Sonderdrucke.

€ 800

1969–1979. Originalbroschuren. – Widmungsexemplare.

Alle Drucke mit eigenhändiger Widmung des Verfassers »für Heinrich Hellge«. – I. Drugs and Ecstasy. [Chicago, Univ. Press 1969]. Erste englische Ausgabe des 1967 in Deutsch erschienenen Textes. Sonderdruck aus »Myths and Symbols. Studies in Honor of Mircea Eliade«. In dem Mircea Eliade gewidmeten Text berichtet Ernst Jünger auch über eigene Drogenerfahrungen. – II. Philemon und Baucis. 1973. In: »Scheidewege«, Heft III, 1/2. – III. Um die Bastille. Aus einem unveröffentlichten Roman. Sonderdruck aus »Festschrift für Gustav Stein« 1973. – IV. Zahlen und Götter. 1973. Sonderdruck aus »Merkur, Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken«. Heft 27/4-5. Die Auswahl von 39 der insgesamt 55 Abschnitte vom Herausgeber getroffen. – V. Verlorene Schatten. Agadir III. 1976. In »Scheidewege«, Heft VI, 1. – VI. Erinnerungen an Adolf Horion. Krefeld 1979. In: »Entomologische Blätter für Biologie und Systematik der Käfer.« Bd. 75, Heft 1–2. – Dazu: Literarisch-grafisches Extrablatt. Gelsenkirchen, Edition Xylos 1976. Holzschnitt von Heinz Stein zu einem kurzen Text von Ernst Jünger. Doppelblatt lose in Originalumschlag. Eins von 200 Exemplaren. Ebenfalls mit Widmung Ernst Jüngers. – Drei Beigaben.

des Coudres/Mühleisen C 68, 81, 33, 80, 87 und 100

537  Ernst Jünger. Drei Werke in Übersetzungen, alle mit Widmung.

€ 300

1971–1977. Drei Originalbroschuren.

I. Auf den Marmorklippen (rumänisch). Bukarest, Editura Univers 1971. – II. Tagebücher aus Deutschland und Frankreich während Krieg und Besatzung (schwedisch). Lund, Bo Cavefors 1975. Auszüge aus »Gärten und Straßen«, »Strahlungen« und »Jahre der Okkupation. Die Hütte im Weinberg«. Teils unaufgeschnitten. – III. Chasses subtiles. (französisch: Subtile Jagden). Paris, Christian Bourgois 1977. – Alle mit eigenhändiger Widmung für den Hamburger Oberstaatsanwalt Heinrich Hellge (1907–1987), der neben Hans Peter des Coudres zu Jüngers Hamburger Freundes- und Bekanntenkreis gehörte.

des Coudres/Mühleisen E 6 l, 10 g und 25

538  Ernst Jünger. Siebzig verweht.

€ 750

I [bis] V. Stuttgart, Klett-Cotta 1982–1997. Originalhalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln. Vier Bände in den Originalschubern.

Erste Ausgaben. – Je eins von 200 bzw. 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe, im Druckvermerk vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden. – Vollständige Reihe der Sammlung von Aphorismen, Tagebucheinträgen und Briefen aus den Jahren 1965–1995.

22,8 : 14,8 cm (I und II) und 21,7 : 13,0 cm (III-V).

Des Coudres/Mühleisen B 79/80 (nur I und II)

539  Ernst Jünger. Sauts de temps.

€ 350

Traduit de l’allemand par Pierre Morel. Dessins de Horst Janssen. Paris, La Délirante 1989. Mit 24 Illustrationen und Vignetten, davon eine farbig nach einer Radierung, die übrigen nach Zeichnungen, davon zehn ganzseitig. Originalbroschur. – Mit Widmungen des Künstlers und des Verfassers.

Erste französische Ausgabe von «Zeitsprünge«, das in deutscher Sprache, ebenfalls von Janssen illustriert, erst 1990 erschien. – Vortitel mit eigenhändiger Widmung Ernst Jüngers »Dem Wohltäter des Freundes Horst Janssen … mit Dank gewidmet«. – Vorsatzblatt mit langer eigenhändiger Widmung und kleiner aquarellierter Farbstiftzeichnung von Horst Janssen »Na, Sie Sysiphos – fast wollte ich schreiben ›Sysiphus‹ […] mit 60 hab ich das dritte Drittel erreicht, werde es durchleben – und bin somit physisch der Ihre. […]«.

23,8 : 15,5 cm. 54, [10] Seiten.

Rüden E 114.1.2

540  Franz Jung. Das Trottelbuch.

€ 250

Leipzig, Theodor Gerstenberg 1912. Gelber Originalleinenband mit farbiger Deckelillustration von Franz Henseler.

Erste Ausgabe. – 1912 erschienen erste Prosatexte von Franz Jung in den expressionistischen Zeitschriften »Der Sturm« und »Die Aktion«. Ab 1913 lebte Jung in Berlin. Zunächst Kriegsfreiwilliger, desertierte er 1915 mit Hilfe eines gefälschten Attests, das ihm Walter Serner ausgestellt hatte, und arbeitete an politisch-kulturellen Untergrund-Projekten. Ab 1918 war Franz Jung Mitherausgeber des »Club Dada«.

19,8 : 13,5 cm. 122, [2] Seiten. – Einband minimal fleckig. – Auf dem Titelblatt Besitzvermerk überklebt.

Raabe/Hannich-Bode 145.1

541  Hyperion.

€ 750

Eine Zweimonatsschrift. Herausgegeben von Franz Blei und Carl Sternheim. Erstes [bis] Elftes/Zwölftes Heft. München, Hans von Weber 1908–1910. Mit sieben Originalgraphiken und 106, teils farbigen Tafeln. Sechs fliederfarbene Originalleinenbände der Wiener Werkstätte mit Deckel- und Rückenvergoldung.

Vollständige Folge, als erste und zweite Folge erschienen je drei Bände. – Eins von 1000 Exemplaren auf englischem Velin (Gesamtauflage 1050). – »Das Material war so kostbar wie bei den frühen Insel-Heften, die Typographie ruhig, elegant und durchdacht. Für die Anbringung von dekorativen Zutaten fehlten Anlaß und Notwendigkeit. Anders als in den Jahren des Jugendstils waren jetzt die Schrift und der Schrifttitel aussagekräftig genug.« (Schauer I, 102). – Die Zeitschrift enthält zahlreiche Erstdrucke, darunter die erste Veröffentlichung des jungen Franz Kafka: Acht Stücke aus »Betrachtung« (Heft 1) und »Gespräch mit dem Beter. Gespräch mit dem Betrunkenen« (Heft 8). Weitere Textbeiträge stammen von Rilke, Heinrich Mann, Sternheim, Dauthendey, Dehmel, Brod, Borchardt, Schickele, Carl Einstein, Musil, Alfred Richard Meyer und vielen anderen. – Die Bildtafeln, für deren Auswahl übrigens Alfred Walter Heymel zuständig war, wurden jeweils am Ende der Hefte eingebunden und zeigen unter anderem Kunstwerke von Nolde, Heckel, Liebermann, Toulouse-Lautrec, Pascin (kolorierte Strichätzung), Th. Th. Heine; die Originalgraphiken stammen von Laboureur, Vrieslander, Edward Gordon Craig und anderen. – Mit den Inhaltsverzeichnissen der beiden Folgen, Musiknoten, Verlagsanzeigen sowie den Originalvorderumschlägen der Hefte 1–6. – Tadellos schönes Exemplar.

28,5 : 22,5 cm (Jg. II: 28,0 : 22,0 cm).

Diesch 2802. – Söhn HDO 124. – Dietz, Kafka 1 und 4. – Ritzer, Rilke T 70

542  Franz Kafka. Der Heizer.

€ 2000

Ein Fragment. Leipzig, Kurt Wolff 1913. Mit einer Tafel als Frontispiz. – In: Sammelband mit weiteren neun Erstausgaben innerhalb der Reihe »Der jüngste Tag«. Gelber Pappband mit Rückenschild.

Erste Ausgabe. – Der jüngste Tag, Band 3. – Mit der berühmten Ansicht des New Yorker Hafens als Frontispiz. – Dieses erste Kapitel des Romans »Der Verschollene (Amerika)« begann Kafka im September 1912. Kurt Wolff hielt den Text für »sehr rund und schön« und favorisierte die Einzelveröffentlichung. – Der private Sammelband enthält außer Kafkas Heizer folgende Bände der ersten und zweiten Serie, eingebunden in autoren-alphabetischer Reihenfolge: 10. Maurice Barrès. Der Mord an der Jungfrau. 1913. Mit vier Anzeigenseiten. – 12. Ottokar Brezina. Hymnen. Übertragung von Otto Pick. – 4. Ferdinand Hardekopf. Der Abend. Ein kleines Gespräch. – 2. Walter Hasenclever. Das unendliche Gespräch. Eine nächtliche Szene. Mit vier Anzeigenseiten. – 5. Emmy Hennings. Die letzte Freude. – 9. Francis Jammes. Die Gebete der Demut. Übertragen von Ernst Stadler. – 7/8. Georg Trakl. Gedichte. – 13. Berthold Viertel. Die Spur. Mit einer Anzeigenseite. – 1. Franz Werfel. Die Versuchung. Ein Gespräch des Dichters mit dem Erzengel und Luzifer. – Alle auf dem gleichen starken Velin gedruckt. – Band 13 erschien 1913 und somit noch vor dem verzögerten Band 11 und wurde wohl deshalb hier mit eingebunden. – Die Anzeigenseiten in Band 4 mit einem bei Smolen/Stammerjohann nicht erwähnten dreiseitigen programmatischen Text »Der jüngste Tag […] Wie jeder Mensch die transzendente Vernunft besitzt […]«.

21,0 : 13,5 cm. Kollationen wie bei Smolen/Stammerjohann angegeben. – Ecken und Kapitale minimal bestoßen. – Kaufvermerk von 1914 auf dem Vorsatzblatt.

Smolen/Stammerjohann 3.1. und 1, 2, 4, 5, 7/8, 9, 10, 12 und 13, jeweils erste Ausgabe

543  Franz Kafka. Amerika.

€ 600

Roman. München, Kurt Wolff 1927. Roter Originalleinenband mit blau-weißem Deckel- und Rückenschild (Entwurf Georg Salter).

Erste Ausgabe. – »Zum Beispiel Banken. Und wenn die groß geworden sind, so groß, dass sie ein Land überschatten, dann heißt das Land Amerika, und nun wollen wir einmal ein Amerika-Buch begucken, das eigentlich gar keines ist und doch eines ist. Es ist von jenem großen Prosaiker Franz Kafka […] Es ist etwas ganz und gar Wunderbares, an innerer Musik und dem Pianissimo der Töne nur noch mit Hamsun zu vergleichen.« (Kurt Tucholsky 1929, in »Auf dem Nachttisch«, Gesammelte Werke, Band III, Reinbek 1961, S. 44). – Von Max Brod aus dem Nachlass herausgegeben und mit einem Nachwort versehen, beschließt »Amerika« nach »Der Prozess« und »Das Schloss« die sogenannte »Trilogie der Einsamkeit«. – Sehr schönes Exemplar.

19,5 : 14,0 cm. 391, [1] Seiten. – Vorsatzblatt mit Widmung, datiert »Weihnachten 1927«.

Raabe/Hannich-Bode 146.10. – Göbel 673

544  Egon Erwin Kisch. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift.

€ 300

Wien, 13. XII. 1917. Eine Seite, rückseitig mit Adresse. 9 : 14 cm.

An Emil Faktor, den Chefredaktuer des linksliberalen Zeitschrift »Berliner Börsen-Courier«. – Dankt für einen Abdruck aus der Zeitschrift, »die schon vom B.B.C. aus in andre Blätter übergegangen ist.« »Dass ich selbst Antrag zur Reise nach Österreich gestellt habe, habe ich höheren Ortes schon gesagt, und erst heute früh (anlässlich einer kulturpropagandistischen Debatte) auf die Notwendigkeit Ihres Wohlwollens hingewiesen. – Nachdem er verwundet von der serbischen Front heimgekehrt war, wurde Kisch – inzwischen überzeugter Pazifist – als Oberleutnant zum Kriegspressequartier nach Wien berufen. – Dazu: Theodor Lessing. Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift. Hannover, 25. III. 1919. Eine Seite, rückseitig mit Adresse. 9 : 14 cm. – An Dr. Tuchmann in Berlin. »… seit langem liegt bei mir ein für sie bestimmtes Buch, das ich aber erst absenden will, wenn ich bestimmt Ihre Adresse weiß. Geben Sie mir daher bitte ein Lebenszeichen, falls diese Karte in Ihre Hände gelangt.« – Die Karte mit mehreren Nachsendehinweisen.

545  Alfred Kurella – Ossian. Fingal in Lochlin.

€ 200

3 Gesänge in neuer Übertragung von Alfred Kurella. Mit 12 bisher unveröffentlichten Zeichnungen von Ph. O. Runge. Berlin, Goldschmidt-Gabrielli 1920. Mit zwölf montierten Lichtdrucktafeln. Originalpergamentband mit vergoldeter Deckelvignette.

Eins von 100 Vorzugsexemplaren auf schwerem Zandersbütten und in Ganzpergament gebunden (Gesamtauflage 500). – Die Ossian-Gesänge, angeblich ein altgälisches Epos, stammen in Wahrheit von James McPherson, der sie um 1760 verfasste, da er den Auftrag, authentische alte Gesänge der Heimat zu sammeln, nicht zu erfüllen wusste. Schon kurz nach Erscheinen hegte die Literaturwissenschaft ernsthafte Zweifel und enttarnte die wahre Urheberschaft, was der begeisterten nationalen und durch zahllose Nachdichtungen auch internationalen Rezeption keinen Abbruch tat. – Mit Vorwort und Anmerkungen des Übersetzers. Alfred Kurella (1895–1975) arbeitete damals für verschiedene linke und bürgerliche Zeitschriften. Seit 1918 war er Mitglied der KPD und im Parteiauftrag auch international kulturpolitisch aktiv. Nach Exiljahren in Moskau kehrte er 1954 in die DDR zurück. Vor seiner langen Parteikarriere wurde er der erste Direktor des Leipziger Literaturinstituts. – Die üppige Ossian-Ausgabe wurde bei Otto von Holten aus der Neu-Elzevir gesetzt und gedruckt. Die Runge-Zeichnungen befinden sich noch heute im Besitz der Hamburger Kunsthalle.

35,0 : 23,8 cm. [48] Seiten, 12 Tafeln, 12 Seidenblätter.

546  Meinrad Lienert. `s Schwäbelpfyffli.

€ 300

I. [bis] III. Band. Aarau, H. R. Sauerländer & Co. 1913. Mit je einem radierten Frontispiz, eins davon signiert. Braune Maroquinbände mit Rückenschildern und -vergoldung, Fileten- und Kopfschnittvergoldung sowie den floral verzierten Initialen des Verfassers als vergoldete und intarsierte Deckelvignetten (signiert: Hiltbrunner).

Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten. – Vom Autor auf den Vorblättern signiert. – Meinrad Lienert (1865–1933) zählt zu den Begründern der Schweizer Mundartdichtung. Die Natur- und Liebeslieder, Heimatgesänge und Nachbildungen der brauchtümlichen »Nachtbuebe Liedli« aus der mehrfach veränderten Sammlung »’s Schwabelpfyffli« wurden nicht zuletzt durch zahlreiche Vertonungen sehr populär. – Perfekte Handeinbände des Aarauer Buchbinders Werner Hiltbrunner.

19,6 : 13,5 cm. – Vorsätze mit Leimschatten.

547  Else Lasker-Schüler. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift.

€ 2500

München, Hotel Leinfelder, 25. April 1921. Zwei Seiten.

An Olga Sternberg in Koblenz. – Auf Empfehlung von Elisabeth von Schmidt-Pauli (1882–1956, Schriftstellerin) suchte die Dichterin Rat bei Olga Sternberg. Man habe ihr versichert, »dass mein teurer Spielgefährte und Indianerfreund Sascha (Senna H.) lebe? Ich bildete mir’s immer ein wenn ich auch zugegen war, als er ? begraben wurde in Berlin. Sein Bruder Heinrich holte seine(n) balsamierten, ehrfürchtigen Körper aus Moskau. Ja, ich ließ mir meinen Freund zeigen, sah ihn, sein Gesicht unter Glas. Es konnte auch aus Wachs nachgeformt worden sein oder prépariert. […] Ich war sicher ein halbes Jahr vorher bei S. H. in der Gefangenen Abtheilung im großen Krankenhaus in Metscherskoje 4 1/2 Stunden etwa von Moskau entfernt. Es war erschütternd. […] Nun machte ich vor einem Jahr eine Tischklopfsitzung mit bei einer Familie: Victor Holländer (der Componist). Der Schemel klopfte fortwährend von S. H. er sei nicht tot, läge präpariert im Sarge etc. etc. Was zu glauben ist, ist mir ein Rätsel. Vielleicht können wir sein Horoskop stellen lassen? Ich glaube daran. Bitte schreiben Sie mir alles.« – Von dem Verstorbenen, Johannes Holzmann (1882–1914), wird aufgrund mancher Andeutungen im Werk der Dichterin vermutet, dass er der uneheliche Vater ihres Sohnes Paul war. Holzmann, der »rastloseste Bohèmeprolete der anarchistischen Bewegung deutscher Zunge« (Pierre Ramus) gab seit 1904 die Zeitschrift »Kampf« heraus. Wegen revolutionärer Umtriebe wurde er in Polen verhaftet und schlussendlich in Moskau inhaftiert. Nach jahrelanger Fürsprache deutscher Künstler und Anwälte stimmten die russischen Behörden einer Auslieferung nach Deutschland zu. Nun weigerte man sich aber hierzulande, den Anarchisten ins Land zu lassen. Johannes Holzmann starb in einer Anstalt für Geisteskranke. Im November 1913 hatte ihn die Dichterin dort ein letztes Mal gesehen und dabei an ihren Sohn geschrieben: »Gestern sah ich Sascha, denk mal […] Er grüsst dich herzlich, mein Männeken!« – Diesen Russland-Besuch hat Else Lasker-Schüler in »Der Malik« verarbeitet, in ihren »Hebräischen Balladen« widmete sie »Meinem so geliebten Spielgefährten Senna Hoy« einen Zyklus. – Mit adressiertem Kuvert. – Drei Beigaben.

27,5 : 21,7 cm. – Zweifach gefaltet.

548  Else Lasker-Schüler. Theben.

€ 15000

Gedichte und Lithographien. Frankfurt a.M. und Berlin, Querschnitt-Verlag 1923. Mit zehn kolorierten signierten Lithographien und 13 Seiten lithographiertem Text. Blauer Originalleinenband mit vergoldeter Illustration auf dem Vorder- und dem Signet der Galerie Flechtheim auf dem Hinterdeckel.

24. Druck der Galerie Flechtheim. – Eins der Künstlerexemplare, die Else Lasker-Schüler von Flechtheim als »Bezahlung« erhielt (sie beklagte sich darüber später in »Ich räume auf!«). Hier statt einer Nummerierung von der Dichterin als Exemplar »k« bezeichnet und wie die Vorzugsexemplare mit kolorierten Lithographien (Gesamtauflage 250), drei Lithographien mit eigenhändig ergänztem Titel, teils in Bezug zur Empfängerin dieses Exemplars, eine Lithographie mit collagierter Silber- und Goldfolie. – Nicht nur die zehn Lithographien, auch der Druckvermerk wurde von Else Lasker-Schüler signiert. – Gedruckt bei A. Ruckenbrod, Berlin, nach den Zeichnungen und der Handschrift der Künstlerin. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – In der Einheit von Bild und Schrift, seiner spontan wirkenden Gestaltung und trotzdem bibliophilen Aufmachung, bildet »Theben« einen Höhepunkt der expressionistischen Buchkunst. – »Die zehn Gedichte, die zu den schönsten der Dichterin gehören, stammen aus verschiedenen früheren Sammlungen und sind mit ihrem Familien- und Freundeskreis eng verbunden. […] Die wichtigsten Gestalten, die die private Phantasiewelt der Künstlerin bevölkern, ziehen in Text und Bild durch das Werk, in schnellen, nervösen, eigenwilligen Zügen in Silhouetten gezeichnet, die sich von der Realität entfernt haben.« (Papiergesänge). – Mit einem Widmungsblatt der Vorbesitzerin, der Münchner Schriftstellerin Elisabeth von Schmidt-Pauli, an die gemeinsame Bekannte Olga Sternberg: »Olli | mein Wert-Objekt, von ihr selber mir gemalt […]« (siehe die folgende KatNr.).

32,5 : 25,0 cm. [28] Seiten. – Vorderdeckel am Seitenrand leicht wellig, Kapitale leicht berieben.

Raabe/Hannich-Bode 182.15. – Jentzsch 136. – Lang, Expressionismus 217. – Papiergesänge 41

549  Neuer Leipziger Parnass.

€ 400

[Gedichte von] Elsa Asenijeff, Walter Hasenclever, Kurt Pinthus, Ulrich Steindorff. Leipzig 1912. Kordelgeheftete Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Einzige Ausgabe. – Eins von 150 Exemplaren, dem Leipziger Bibliophilenabend gestiftet von Eugen Platky und Wilhelm Breslauer. – Mit eigenhändiger Widmung des Herausgebers Kurt Pinthus, mitunterzeichnet von Walter Hasenclever, für Fritz Engel, (möglicherweise der Redakteur und Theaterkritiker des »Berliner Tageblatts«, der seit 1911 Vorsitzender der Kleist-Stiftung war). – Frühexpressionistische Sammlung von Gedichten aus dem Leipziger Kreis.

23,2 : 15,5 cm. 27, [1] Seiten. – Umschlagränder minimal gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 234, 3. – Raabe 111. – Deutsche Bibliophilie 1898–1930 S. 75

550  Dada – Littérature.

€ 1500

Revue mensuelle. Directeur: Louis Aragon, André Bréton, Philippe Soupault. Nos. 1 [bis] 9. – Nouvelle série. Directeur: André Bréton. No. 2–6, 8, 9 und 11/12 Paris, Librairie Gallimard 1919–1920 und 1922–1923. 17 Originalumschläge, die acht der Nouvelle série illustriert von Francis Picabia.

Die von Louis Aragon und André Bréton herausgegebene Zeitschrift zählt neben »Dada« und »391« zu den bedeutendsten dadaistischen Publikationen. – »Nahezu alle führenden Dichter und Schriftsteller der französischen Avantgarde publizierten in »Littérature«. (Dada global 155). – Es erschienen 20 Hefte der ersten und 13 Hefte der »nouvelle« Serie. – Mit Texten von Guillaume Apollinaire, Tristan Tzara, Max Jacob, Benjamin Péret, Louis Aragon, Paul Eluard, Francis Picabia, Robert Desnos und André Breton, Roger Vitrac, Jacques Baron, M. A. Cassanyes. – Illustrationen von Francis Picabia, Max Ernst, Robert Desnos und Man Ray. – Heft 11 mit den Werbeseiten »Au sans pareil«. – Dazu: Messages. Hefte 1944/II (Risques, travaux & modes) und Heft 1946/I-II (Les mots et les signes). Paris 1944–1946. Zwei Originalbroschuren. Je eins von 1500 Exemplaren. – Die Reihe mit Texten der französischen Moderne erschien von 1939–1946. Herausgeber der späten Jahrgänge war Pierre Seghers, zu den Mitarbeitern und Beiträgern zählten Raymond Queneau, Jean-Paul Sartre, Michel Leiris, Jean Tardieu u. a. – In Heft 1944/II der Erstdruck von Picassos Burleske »Lé désir attrapé par la queue«, illustriert vom Verfasser. Das Stück entstand 1941 und wurde im März 1944 erstmals und unter Beteiligung von Michel Leiris, Simone de Beauvoir, Dora Maar, Germaine Hugnet, Jean Paul Sartre, Georges Hugnet u. a. aufgeführt.

22,5 : 14,5 cm bzw. 23,3 : 18,3 cm. Je 32, 24 bzw. 48 Seiten.

Dada global 155ff. – Motherwell/Karpel 73. – Dokumentations-Bibliothek III, 180. – Beigabe: Vgl. Kibbey 1331

551  Walter Mehring. Berlin Dada.

€ 750

Eine Chronik mit Photos und Dokumenten. Zürich, Arche 1959. Mit 23 Abbildungen auf Tafeln und einigen Textillustrationen nach Grosz, Meidner, Schwitters u. a. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag. – Widmungsexemplar mit Zeichnung.

Erste Ausgabe. – Erschien innerhalb der Reihe »Horizonte«. – Auf dem Vorsatzblatt die mit blauem Kugelschreiber und rotem und blauem Farbstift geschriebene und gezeichnete Widmung: »Für Peter K. Wehrli EN AVANT Dada 1916-1966 Walt Merin (Walter Mehring) – Zürich – Ende Dezember 1965«. In die Widmung eingezeichnet ein karikierendes Selbstporträt Mehrings mit der charakteristischen Spitznase. – Walter Mehring (1896–1981) zählte zu den zentralen Figuren von Dada Berlin. Der Schweizer Filmemacher und Schriftsteller Wehrli erhielt die Widmung anlässlich einer Lesung aus Anlass von 50 Jahren Dada Zürich im dortigen Café Odeon.

15,3 : 14,3 cm. 100 Seiten, 12 Tafeln. – Schutzumschlag leicht fleckig.

552  Hans Richter. Dada Profile.

€ 750

Zürich, Arche 1961. Mit 17 Abbildungen auf Tafeln und einigen Textillustrationen nach Zeichnungen des Verfassers. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag. – Widmungsexemplar mit Zeichnung.

Erste Ausgabe. – Erschienen innerhalb der Reihe »Horizonte«. – Auf dem Vorsatzblatt die eigenhändige Widmung Richters in schwarzem Kugelschreiber: »Für Peter K. Wehrli in Erinnerung an ein paar angenehme Arbeitstunden Hans Richter Locarno 65«. Die Widmung »schmiegt sich« einer Selbstporträtzeichnung – im Profil natürlich! – an. – Hans Richter (1888–1976) gehörte von der Gründung an zu den Zürcher Dadaisten, 1920 wandte er sich zusammen mit dem schwedischen Maler Viking Eggeling dem Experimentalfilm zu. Der Schweizer Filmemacher und Schriftsteller Wehrli erhielt die Widmung bei Dreharbeiten für das Schweizer Fernsehen aus Anlass von 50 Jahren Dada Zürich in Locarno im November 1965.

15,3 : 14,3 cm. 115, [1] Seiten, 12 Tafeln.

553  Alfred Richard Meyer – Alfred Lichtenstein. Die Dämmerung.

€ 200

Gedichte. Berlin, A. R. Meyer 1913. Mit einem Titelbild von Richard Scheibe. Fadengehefte Originalbroschur mit Buntpapierumschlag.

Lyrische Flugblätter 27. – Erste Ausgabe. – Auf Bütten. – Sehr gutes Exemplar.

18,1 : 14,0 cm. [16] Seiten.

Josch D 47. – Raabe, Zeitschriften 144.27. – Raabe/Hannich-Bode 191.2

554  Alfred Richard Meyer. Munkepunkes Modern-Mystik.

€ 300 ( R7 )

Berlin 1921. Mit einer Titelillustration von Richard Scheibe. Originalbroschur mit handgeschriebenem Deckelschild.

Erste Ausgabe. – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Auf Bütten. – Enthält zehn Gedichte. – Mit der humorvoll fingierten Verlagsangabe »Kneitlingen am Elmwald, in Verlegung bey Rogatian Winkelhaken, neben dem goldenen Lämmerschwänzchen in der Ruhfäutchen-Twete«. – Einige Exemplare seiner »Lyrischen Flugblätter« heftete Meyer stets in schlichte Kartonumschläge und versah diese, wie hier, mit handgeschriebenen Deckelschildchen.

20,0 : 23,5 cm. 11, [1] Seiten. – Umschlagränder leicht gebräunt. – Titel und letzte Seite durch den Umschlag leicht gebräunt.

Josch A 48. – Raabe 144, 87

555  Heinrich Mann. In einer Familie.

€ 750

Roman. München, E. Albert [1894]. Originalbroschur.

Erste Ausgabe von Heinrich Manns erster selbstständiger Veröffentlichung. – Nach Auflösung des Verlags wurden Restbestände der Erstausgabe 1895 an den ebenfalls in München firmierenden Carl Rupprecht’s Verlag verkauft und mit neuem Titelblatt und Umschlag versehen. Immer noch unverkaufte Exemplare übernahm 1896 schließlich der neu gegründete Verlag »Schuster & Loeffler« und arbeitete sie zu einer zweiten Auflage um. – Angesichts der Familiengeschichte und -tragödien der Familie Mann mutet es als Vorahnung an, dass auch die »Buddenbrooks«, der wenige Jahre später erschienene erste Roman von Thomas Mann, den Begriff »Familie« im Titel trug, wenn auch mit dem Zusatz »Verfall« einer solchen. – Unbeschnitten. – Sehr selten, zumal in der Originalbroschur.

20,0 : 13,5 cm. [8], 269, [3 Anzeigen-]Seiten. – Broschurumschlag leicht fleckig, Rücken mit Fehlstelle und leichtem Einriss, Ecken des Vorderumschlags mit Filmoplast fixiert. – Einige Lagen etwas gelockert, 8 Blätter mit unbedeutender Knickfalte.

Zenker 6.1. – Nestler C.1.1. – Kiwitt (in Vorbereitung) C 1.1.1

556  Heinrich Mann. Velká vec

€ 300

(tschechisch: Die große Sache). [Zwei Bände]. Prag, Leopold Mazac 1932. Zwei Originalleinenbände mit illustriertem Schutzumschlag, zusammen im Schuber.

Erste tschechische Ausgabe, die deutsche Originalausgabe war 1930 bei Gustav Kiepenheuer erschienen. – Die Doppeltitel und besonders die rot-schwarz illustrierten Vorderumschläge in bester Manier der tschechischen Buchkunst-Avantgarde, der von Band I signiert »Fritta«. – Tadellos erhalten.

21,8 : 13,8 cm. [4], 178, [2]; [4], 180, [4] Seiten.

557  Heinrich Mann. Deutsche Arbeiter! Ihr seid die Hoffnung!

€ 300

[Aufruf von] Heinrich Mann, Lion Feuchtwanger, Gustav Regler, Rudolf Leonhard. Ohne Ort und Jahr [Anfang 1939]. Klammergeheftete Broschur, ohne Umschlag.

Sehr seltene illegale Tarnschrift, die an die deutsche Arbeiterschaft appellierte, sich gegen Hitlers Kriegsvorbereitung aufzulehnen. Verfasst von Heinrich Mann für den Deutschen Freiheitssender 29,8, im Namen des Senderkomitees von Feuchtwanger, Regler und Leonhard mitunterzeichnet. – Mann geht sowohl auf das Münchner Abkommen (September 1938) als auch auf die Progrome gegen die jüdische Bevölkerung (November 1938) ein. – Der illegale Radiosender übertrug von 1937 bis März 1939 per Kurzwelle von Madrid aus Ansprachen und Aufrufe deutscher Intellektueller. – Die kleinformatige Broschüre wurde nach Anmerkung Nestlers in einem »Sichtbeutel mit eingeklebten Briefmarken« getarnt verteilt. – Tadellos erhalten.

13 : 10,3 cm. 14, [2] Seiten.

Nestler E 790.1. – Deutsches Exilarchiv 1034

558  Heinrich Mann. Mut.

€ 2500

[Essays. Herausgegeben von der] Association Internationale des Écrivains. Paris, Editions du 10 Mai 1939. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe, erschienen kurz vor seiner Emigration in die USA. – Auf dem Titel die knappe eigenhändige Widmung Heinrichs für seinen jüngeren Bruder Thomas »Meinem Bruder / 6. Juni 1939 / mit der Bitte um ein Wiedersehen / H.« – Heinrich und Nelly Mann flohen zusammen mit dem Neffen Golo Mann 1939 von Frankreich über Spanien und Portugal in die USA. Heinrich Mann lebte verarmt und seit dem Selbstmord seiner Frau Nelly (1944) die letzten Jahre seines Lebens zudem vereinsamt im kalifornischen Santa Monica, unweit seines Bruders, der ihn wohl finanziell unterstützte, aber auf Distanz hielt. Die meiste Zeit ihres Lebens war das Verhältnis der beiden Brüder gespannt und von Rivalitäten und Eifersucht geprägt. Im Alter verzehrte sich Heinrich nach Liebe und Anerkennung seines Bruders; in seinem späten Roman »Atem« nimmt der ältere von seinem ruhmreichen Bruder in verkappter Weise (in der Person der verarmten Baronin Kobalt) Abschied: »Dich verstimmte«, sagte »er« ihm hier, »daß ich den Wettbewerb ausschlug, anstatt trotz Widerstand besiegt zu werden. […] Wir kränkten uns mit unserer Unabänderlichkeit, gleichwohl habe ich dich geliebt […], am meisten, wenn wir verfeindet waren. Du weißt es. Weißt du es nicht?« – Geschenk von Frido Mann, dem Sohn Michaels, seitdem in Schweizer Privatsammlung.

18,0 : 11,4 cm. 295, [1] Seiten. – Rücken gebräunt und unten etwas beschädigt. – Vorsatzblatt leicht fleckig.

Zenker 77. – Nestler B.78.1. – Kiwitt (in Vorbereitung) B.78.1.1. – Exilarchiv 3773

559  Heinrich Mann. Der Atem.

€ 2500

Roman. Amsterdam, Bermann-Fischer/Querido 1949. Blauer Originalleinenband mit goldgeprägten Titeln und Originalschutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Auf dem Vortitel die eigenhändige Widmung an seinen Neffen Michael, Thomas Manns jüngsten Sohn (1919–1977): »Lieber Bibi / mit Vergnügen hörte ich, dass Du dieses Buch zu haben wünschtest. Dir war es bestimmt seit Deinem Spiel am Grabe Deines Bruders. Heisst nicht die Bratsche auch violon d’amour? / Von Herzen Dein Onkel / Heinrich / 23. Aug. 1949«. – Klaus Mann (1906–1949) hatte sich am 21. Mai 1949 in Cannes das Leben genommen. Michael Mann, der sich auf einer Mittelmeerkreuzfahrt befand, war das einzige Familienmitglied, das an der Beerdigung teilnahm. Thomas, Katia und Erika Mann waren auf einer Vorlesungstournee durch England und Schweden; Thomas Mann traf die Entscheidung, die Tournee nicht abzubrechen und der Beerdigung fernzubleiben. – Auf Seite 11 mit Bleistift eine kleine Korrektur, die wohl ebenfalls von der Hand Heinrichs stammt. – Heinrich Mann, der noch in den USA lebte, wurde in diesem Jahr zum Präsidenten der Deutschen Akademie der Künste in Ost-Berlin ernannt. Noch vor seiner Rückkehr nach Deutschland starb er im März 1950. – Geschenk von Frido Mann, dem Sohn Michaels, seitdem in Schweizer Privatsammlung.

21,5 : 13,2 cm. 354, [2] Seiten. – Schutzumschlag mit Ausrissen. – Der Schnitt etwas stockfleckig, der Schmutztitel mit der Widmung gebräunt.

Zenker 24. – Nestler C.18.1. – Kiwitt (in Vorbereitung) C.18.1.1. – Exilarchiv 3751

560  Die Gesellschaft.

€ 600

Realistische Wochenschrift [ab Jahrgang II: Monatsschrift, später auch Halbmonatsschrift] für Literatur, Kunst und öffentliches Leben [bzw. Sozialpolitik]. Herausgegeben von M[ichael] G[eorg] Conrad. I. [bis] XVI. Jahrgang München, später Leipzig 1885–1900. 39 Originalleinenbände, ein Pappband und zwölf Halbleinenbände der Zeit, insgesamt 52 Bände.

Nahezu vollständige Reihe der seltenen literarischen Zeitschrift, es fehlen lediglich Jahrgang XII (1986) und die abschließenden beiden Jahre XVII und XVIII (1901–1902). – Die für den deutschen Naturalismus wichtige Zeitschrift erschien teils im Eigenverlag der Herausgeber. Zu diesen zählten, neben dem Schriftsteller Michael Georg Conrad (1846–1927), der die Zeitschrift gründete, Karl Bleibtreu, Hans Merian, Ludwig Jacobowski und Alfred Gotendorf. – Mit Texten von Richard Dehmel, Gerhart Hauptmann, Peter Hille, Else Lasker-Schüler, Oskar Panizza, Rainer Maria Rilke (»Sturmnacht«) u. v. a. – Von Thomas Mann finden sich hier die frühesten Veröffentlichungen, sieht man von der »sagenumwobenen« Schülerzeitschrift ab: Zwei Novellen »Gefallen« und »Luischen« und drei Gedichte »Zweimaliger Abschied«, »Siehst du, Kind, ich liebe dich« und »Monolog«. –Lange vor »Ece Homo« (1908) veröffentlichte Conrad hier die frühesten Auszüge aus der Autobiographie Friedrich Nietzsche (»Aus Friedrich Nietzsches Leben. Seinen eigenen Aufzeichnungen entlehnt«). – So vollständig ein Rarissimum.

24 : 17 cm. – Einband I beschädigt, die übrigen meist sehr gut erhalten. – Vereinzelt dezente Besitzerstempel.

Dietzel/Hügel 1162. – Schlawe I, 19ff. – Thomas Mann: Potempa E 2.1 und 8.1, F 1.2, 4.1. und 6.1. – Nietzsche: Schaberg S. 256 Anmerkung. – Rilke: Mises 316

561  Thomas Mann. Buddenbrooks.

€ 1200

Verfall einer Familie. Roman. Erster [und] Zweiter Band. Berlin, S. Fischer 1901. Graue Originalkalikobände mit schwarzen Jugendstilornamenten, Rücken- und Deckeltitel sowie Kopfschnitt vergoldet (Entwurf A. Schäffer).

Erste Ausgabe, erschienen in einer Auflage von 1000 Exemplaren, meist als Broschur ausgeliefert, zum Teil in Leineneinbänden in unterschiedlichen Farben. – Einer der bedeutendsten Romane der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts und zugleich die erste umfangreiche Veröffentlichung des jungen Thomas Mann, durch welche er schlagartig weltberühmt wurde. – Samuel Fischer hatte schon Ende 1897 an Thomas Mann geschrieben, »ich würde mich aber freuen, wenn Sie mir Gelegenheit geben würden, ein grösseres Prosawerk von Ihnen zu veröffentlichen, vielleicht einen Roman, wenn er auch nicht zu lang ist«. Im Juli 1900 war »jenes bedenklich angeschwollene Manuskript, […] abgeschlossen. Nachdem Thomas Mann Fischers »Bubenstück von einer Zumutung«, das Buch auf die Hälfte zu kürzen, abgelehnt hatte, folgte der Verleger den Argumenten des Dichters und seines Lektors und ließ Anfang 1901 zögerliche 1.000 Exemplare drucken. Der Roman wurde, Fischers Bedenken zum Trotz, von Kritik und Publikum begeistert aufgenommen.

18,3 : 12,5 cm. 566, [2]; 539, [1] Seiten. – Bindung erneuert, Rücken mit leichten Verlusten des Originalbezugs mit neuem Leinen hinterlegt. Ecken bestoßen, Vorderdeckel von Band I leicht fleckig. – Buchblöcke etwas verzogen. – Buchhändlermarke Carlos Niemeyer, Valparaiso, handschriftliche Besitzvermerke in Band 2.

Potempa D 1.1. – Pfäfflin 69 (dort ockerfarbene Variante). – Haack-Atlas S. 20/21. – Fischer-Verlag Kat. Marbach S. 121ff. (von dort auch alle obigen Zitate)

562  Thomas Mann. Buddenbrooks.

€ 400

Verfall einer Familie. Berlin, Deutsche Buchgemeinschaft [1930]. Originalhalblederband mit Rückenvergoldung.

Auf dem Titelblatt vom Autor eigenhändig signiert.

19,2 : 13,5 cm. 728, [8] Seiten. – Ränder gebräunt, Kapitale etwas berieben.

Potempa D 1.17

563  Thomas Mann. Der Tod in Venedig.

€ 400

Novelle. Achzehnte Auflage. Berlin, S. Fischer 1913. Originalhalbpergamentband mit Rückenschild. – Vom Verfasser signiert.

Titelblatt mit eigenhändiger Signatur von Thomas Mann. – Innerhalb weniger Monate erschienen mehrere Auflagen der berühmten Erzählung, zunächst der Hundertdruck im großen Format, dann die öffentlichen in Thomas Manns Hausverlag S. Fischer.

18,6 : 11,8 cm. 145, [3] Seiten. – Deckel etwas berieben. – Vorsätze im Falz mit wenigen Stockflecken.

Potempa E 26.3

564  Thomas Mann. Der kleine Herr Friedemann.

€ 1500 ( R7 )

München, Phantasus-Verlag 1920. Mit elf ganzseitigen Holzschnitten und vier kolorierten figürlichen Holzschnittinitialen von Otto Nückel. Originalhalbpergamentband, Deckelbezüge mit Holzschnitt des Künstlers, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Einzelausgabe des Textes. – Zweiter Phantasusdruck. – Eins von 150 Exemplaren in Halbpergament (Gesamtauflage 220). – Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert. – 1898 erschien die Novelle erstmals in der gleichnamigen Sammlung und begründete den Ruhm des damals erst 23jährigen Schriftstellers. – Seine Freundschaft zu dem Kunsthistoriker, Kunsthändler und Verleger Georg Martin Richter (1875–1942) reicht bis in diese frühen Jahre zurück, 1919 erwarben die beiden zusammen das Haus »Villino« am Starnberger See, in dem Thomas Mann bis 1923 arbeitete. Nach dem vorliegenden Privatdruck verlegte Richter 1921 auch Thomas Manns »Wälsungenblut«. – Otto Nückel, Mitglied der Münchner Sezession und Mitarbeiter des »Simplizissimus«, war 1914 erstmals durch seine Holzschnitte zu Freys Roman »Solneman« aufgefallen. – Makellos schönes Exemplar.

25,3 : 17,8 cm. [8], 58, [6] Seiten.

Potempa E 4.2. – Rodenberg 457, 2. – Sennewald 20,3. – Schauer II, 99

565  Thomas Mann. Der Zauberberg.

€ 700

Roman. Erster [und] Zweiter Band. Berlin, S. Fischer 1924. Originalhalblederbände mit Rückenvergoldung und goldgeprägter Deckelvignette.

Erste Ausgabe. – Erschienen innerhalb der »Gesammelten Werke in Einzelausgaben«, hier in der seltenen Halbledervariante. – Beide Bände auf dem Titelblatt vom Autor signiert. – 1912 verbrachte Katja Mann mehrere Monate in einem Davoser Lungensanatorium. Die dortigen Eindrücke bewogen den Autor mit »Der Tod in Venedig« (1912) zunächst zu einer »Art humoristischem Gegenstück«. »Der Zauberberg«, der dritte große Roman Thomas Manns entstand dann in den Jahren von 1913 bis 1924. Der Erste Weltkrieg zwang Thomas Mann zur Schreibpause, erst 1919 setzte er seine Arbeit fort. Der Roman weitete sich zum Zeitroman aus, zur Kritik an spätbürgerlichen Lebens- und Denkformen der Vorkriegszeit, deren Repräsentanten auf dem »Zauberberg« versammelt sind.

18,8 : 12,8 cm. 578, [2]; 629, [3] Seiten.

Potempa D 3.1

566  Thomas Mann. Bemühungen.

€ 450

Neue Folge der Gesammelten Abhandlungen und kleinen Aufsätze. Berlin, S. Fischer 1925. Dunkelblauer Originalkalblederband mit vergoldeter Deckelvignette, Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Erste Ausgabe. – Erschienen innerhalb der »Gesammelten Werke in Einzelausgaben«. – Eins von 150 Vorzugsexemplaren auf Hadern-Velin und in Ganzleder. – Vom Verfasser im Druckvermerk signiert. – »Die Exemplare wurden nur in Subskription auf das Gesamtwerk abgegeben.«.

19,1 : 12,4 cm. 339, [5] Seiten. – Rücken verblasst.

Potempa B 65 und in A 1

567  Thomas Mann. Gesammelte Werke

€ 900

[in Einzelausgaben]. Elf Bände. Berlin, S. Fischer 1922–1930. Originalhalblederbände mit rotem Rückenschild, Rücken-, Deckel und Kopfschnittvergoldung.

Erste Werkausgabe, die noch bis 1936 fortgesetzt wurde. Nur eine kleine Teilauflage wurden jeweils in Halbleder gebunden. – I/II. Buddenbrooks. Verfall einer Familie. 1929. – III. Königliche Hoheit. Roman. 1925. – IV. Betrachtungen eines Unpolitischen. 1922. – V. Rede und Antwort. Gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze. 1922. VI/VII. Novellen. 1922. – VIII/IX. Der Zauberberg. Roman. 1926. – X. Bemühungen. Neue Folge der Gesammelten Abhandlungen und kleinen Aufsätze. 1925. – XI. Der junge Joseph. Joseph und seine Brüder. Der zweite Roman. 1934. – VI/VII, X und XI in erster Auflage, alle anderen in Nachauflagen.

19,0 : 12,5 cm. – Die Lederrücken leicht berieben, zwei etwas fleckig.

Aus Potempa A 1, III

568  Thomas Mann. Betrachtungen eines Unpolitischen.

€ 300

Gesammelte Werke [in Einzelausgaben]. 25. und 26. Auflage. Berlin, S. Fischer 1929. Originalleinenband mit Rücken- und Deckelvergoldung.

Vom Autor auf dem Vorsatzblatt signiert. – Geschrieben in den Jahren 1915–1917, von Thomas Mann gekürzte Fassung.

18,8 : 12,8 cm. XLVII, [1], 630, [4] Seiten. – Rücken etwas verfärbt. – Vorsatzpapier vorn im Falz gebrochen. Kleine Buchhändlermarke.

Potempa G 108, 2

569  Thomas Mann. Nocturnes.

€ 300

With Lithographs by Lynd Ward. New York, Equinox Cooperative Press 1934. Mit sieben Lithographien, drei davon blattgroß. Illustrierter Originalleinenband mit Rückenschild, im originalen Schuber mit Deckelschild.

Neunte Publikation der Equinox Cooperative Press. – Eins von 990 Exemplaren (Gesamtauflage 1000). – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – Die Novellen »Ein Glück« (1904), »Schwere Stunde« (1905) und »Das Eisenbahnunglück« (1909) erschien hier erstmalig in englischer Übersetzung (von H. T. Lowe-Porter).

21,8 : 15,0 cm. 61, [3] Seiten. – Schuberecken angeplatzt. Rücken etwas verblasst.

Potempa II, T 296. – Exilarchiv 3898

570  Thomas Mann. Lotte in Weimar.

€ 300

Roman. 28. bis 33. Auflage. [Amsterdam], Bermann-Fischer 1949. Hellbrauner Originalkalblederband mit schwarz-rotem Rückenschild, vergoldeten Titeln und Kopfschnittvergoldung.

Stockholmer Gesamtausgabe der Werke, Band I, Wiener Ausgabe. – Eins von nur 1000 Exemplaren, jedoch nur eins von ganz wenigen im Ganzledereinband. – In dieser bibliographisch nicht nachweisbaren Einbandvariante findet sich eine zwölfbändige Auswahlausgabe des S. Fischer Verlages im Zürcher Thomas-Mann-Archiv. – Sehr selten.

18,4 : 12,2 cm. – Rücken etwas verfärbt und fleckig. Obere Ecke leicht beschädigt. Ränder leicht berieben und verfärbt, hinterer Deckel mit Schabspur.

Potempa D 6, 3

571  Thomas Mann. Altes und Neues.

€ 300

Kleine Prosa aus fünf Jahrzehnten. Frankfurt am Main, S. Fischer 1953. Hellbrauner Originalkalblederband mit schwarz-rotem Rückenschild, vergoldeten Titeln und Kopfschnittvergoldung.

Stockholmer Gesamtausgabe der Werke, Band VIII. – In dieser bibliographisch nicht nachweisbaren Einbandvariante findet sich eine zwölfbändige Auswahlausgabe des S. Fischer Verlages im Zürcher Thomas-Mann-Archiv. – Sehr selten.

18,4 : 12,2 cm. 795, [5] Seiten. – Rücken verfärbt. Oberes Kapital und untere Ecken leicht bestoßen.

Potempa B 76

572  Thomas Mann. Eigenhändige Widmung »Dem jungen Thomas mit herzlichsten Wünschen der ganz Alte!

€ 400

Düsseldorf, den 26. Aug. 1954«. – In einem Autogramm-Album, zusammen mit weiteren neun Widmungen und Autogrammen deutscher Schriftsteller.

Der Besitzer des Autogramm-Albums war Thomas Adriani, Bruder des Kunsthistorikers Götz Adriani. – Ende August 1954 hatten Thomas und Erika Mann Köln und Düsseldorf besucht und ein straffes Programm absolviert. Am Abend des 26. August las Thomas Mann aus »Felix Krull« und notierte danach in sein Tagebuch: »Großes Beifallsfest, immer wiederholte Rückkehr, Blumen-Überreichungen, Autogramm-Plage«. Thomas Adriani war wohl Teil dieser schmeichelnden Belästigung. Am Folgetag führten seine Eltern, Renate und Gert Adriani, Thomas Mann durch Schloss Benrath, das als Schloss Holterhof in die Erzählung »Die Betrogene« eingegangen ist. – Die weiteren Eintragungen, alle mit vollem Namenszug, stammen von Fritz Strich, Stefan Andres, Friedrich Georg Jünger, Ernst Pentzoldt (mit Spruch »Ein Auto-Gramm ist das Gewicht des, der es gibt: mehr wiegt es nicht!«), Martin Buber, Albrecht Goes, Emil Barth, Manfred Hausmann und Erhart Kästner. – Halbpergamentband mit Rückentitel »Autogramme«.

Vgl. Tagebücher X, 268f. und Heine/Schommer, Chronik 532f.

573  Thomas Mann. Gesammelte Werke

€ 400

in dreizehn Bänden. Zweite, durchgesehene Auflage. Frankfurt am Main, S. Fischer 1974. Hellbraune Originalkalblederbände mit braun-goldenem Rückenschild und Kopfschnittvergoldung.

Neudruck der Gesammelten Werke in zwölf Bänden von 1960, die textkritisch überarbeitet wurden, mit dem nun erschienenen 13. Band »Nachträge«. – Eins von 350 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Leder. – Herausgegeben von Hans Bürgin und Peter de Mendelssohn. – Band XIII (»mit beträchtlicher Auswahl aus den inzwischen aufgefundenen Schriften, darunter z. T. bisher noch nicht veröffentlichte Texte« (Waltraud Hagen).

19,5 : 12,0 cm.

Potempa A 9. – Hagen, Editionen 3

574  [Erna Schillig und August Babberger]. Vom Urnersee über den Klausen-Pass.

€ 1000

Ohne Ort und Jahr [Unterschächen? 1932]. Mit elf ganzseitigen kolorierten Holzschnitten. Originalhalbleinenband mit koloriertem Deckelholzschnitt. – Widmungsexemplar für Thomas Mann.

Exemplar 144 einer kleinen, nicht genannten Auflage. – Das außergewöhnliche »Reisebuch« durch den Kanton Uri entstand als Gemeinschaftsarbeit des August Babberger (1885–1936) und Erna Schillig (1900–1993). Babberger, bis 1933 Direktor der Karlsruher Kunstakademie, hatte am Klausenpass eine zweite Heimat gefunden. »Dort formierte sich Mitte der 1920er Jahre die kleine Künstlergruppe ›Urner Kreis‹, zu der auch die Babberger-Schüler Heinrich Danioth (1896-1953) und Erna Schillig (1900-1993) aus Altdorf gehörten. Die Eltern von Erna Schillig, die später Babbergers Mitarbeiterin und Lebensgefährtin werden sollte, führten damals das Hotel. […] Nach der Entlassung aus dem Karlsruher Lehramt als ›entarteter‹ Künstler durch die Nationalsozialisten im Juli 1933 zog sich Babberger mehr und mehr in die Bergeinsamkeit auf dem Klausenpass zurück.« (www.klausenpasshoehe.ch). – Der erste Holzschnitt mit eigenhändiger Widmung der Künstlerin »1934 | Thomas Mann | dankend | Erna Schillig«, beiliegend ihre Visitenkarte, rückseitig mit eigenhändigem Gruß »für Ihren schönen, warmen Gruss an die Schweiz danke ich als Urnerin mit meinem kleinen Heimatwerk«. – Als Blockbuch gebunden. – In zehn großen Holzschnitt-Ansichten von Urner Landschaften und Städten, alle großzügig und teils mit Schablonen koloriert, und zehn Texten Babbergers wird eine Reise von Brunnen am Urnersee über Altdorf, Bürgeln bis Urnerboden beschrieben.

32,3 : 25,8 cm. [22] Seiten.

575  Die Rappen.

€ 1200

Jahrbuch 1937. Wien, Bermann-Fischer 1937. Illustrierter Originalpergamentband.

Erster und einziger Almanach des Verlags. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten und im Ganzpergamenteinband (Gesamtauflage 3000). – Buchschmuck von Fritz Neugebauer. – Enthalten sind Beiträge, Vorabdrucke und Nachdrucke von Thomas Mann, Alfred Döblin, Hugo von Hofmannsthal, Harry Graf Kessler, Robert Musil, Arthur Schnitzler, Jakob Wassermann, Carl Zuckmayer, Paul Valery, Bernhard Shaw, Annette Kolb u.v.a. – »Ein Jahr nach seiner Gründung legt der Bermann-Fischer Verlag seinen ersten Almanach vor, mit dem er durch Mannigfaltigkeit und Eigenart des Gebotenen dem Leser Freude zu bereiten hofft, darüber hinaus aber die Absicht verfolgt, ein Gesamtbild der dichterischen Kräfte zu geben, die er vertritt und die Gesamtheit des Publikums, an das er sich wendet, fester um das Wirken dieser Kräfte zusammenzuschließen. Jedermann weiß von den außerordentlichen Schwierigkeiten, die in der heutigen hochpolitisierten Welt der Führung eines Verlagsunternehmens entgegenstehen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, der Sache der Kunst, der Sache des Geistes zu dienen« (Vorwort).

19,5 : 13,0 cm. 133, [3] Seiten. – Deckel leicht aufgebogen. Deckel und Ränder schwach angestaubt.

Katalog Marbach S. Fischer S. 484f

576  St.-John Perse. Chronique.

€ 300

Translation by Robert Fitzgerald. Bilingual Edition. New York, Pantheon Books [1961]. Originalkalikoband mit Schutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Mit eigenhändiger Widmung des Autors auf dem Vorsatzblatt: »Pour Mr and Mrs. Kurt Wolff, amis vrais, á qui je garde une bien sincére et fidèle pensée«. – Saint-John Perse (1887–1975), mit bürgerlichem Namen Marie-René Alexis Saint-Leger, studierte in Bordeaux Jura, Medizin und Literatur und trat 1914 in den diplomatischen Dienst ein. 1940 emigrierte er in die USA, 1960 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. – »Bei der Bekanntgabe der Verleihung des Nobelpreises für Literatur für 1960 an St. John Perse lobte die schwedische Akademie das Gedicht [Chronique] als ›prophetischen Appell an Europa, den fatalen Moment, den Wendepunkt im Verlauf historischer Ereignisse, zu betrachten‹« (Klappentext). – Kurt Wolff gründete 1942 mit seiner Frau den Pantheon Books-Verlag. Nach dem Verlagsprogramm gefragt offenbarte er: »Ich möchte nur Bücher veröffentlichen, für die ich mich auf meinem Sterbebett nicht schämen muss. Bücher von toten Autoren, an die wir glauben. Bücher lebender Autoren, die wir nicht anlügen müssen« (Kurt Wolff, Familienarchiv Christian Wolff, Immigrantentrepreneurship.org).

28,0 : 20,5 cm. 60, [4] Seiten. – Schutzumschlag an den Rändern mit kleinen Läsuren.

577  Rainer Maria Rilke. Larenopfer.

€ 1200

Prag, H. Dominicus 1896. Halbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Buntpapier-Deckelbezug. Originalumschlag eingebunden. In privater mit Samt ausgeschlagener Kassette mit vergoldetem Titel.

Erste Ausgabe. – Rilkes zweite selbständige Veröffentlichung, noch mit seinem Vornamen »René« gezeichnet und schon zu seinen Lebzeiten sehr selten. – Bereits 1894 hatte der gerade Neunzehnjährige seinen Erstling »Leben und Lieder« drucken lassen. »Larenopfer«, eine Sammlung von 79 Gedichten, darunter »Auf der Kleinseite«, »Der Hradschin«, »Bei St. Veit«, »Kaiser Rudolf« und »Mittelböhmische Heimat«, wurde bereits Weihnachten 1895 ausgeliefert und bildet eine Abschiedsgabe des Dichters an seine Heimatstadt. Rilke verließ im Folgejahr Prag und zog nach München. – Gedruckt auf feinem Velin. – Der Entwurf des hellblauen Originalumschlags mit der großen ornamentalen Deckelvignette stammt von Valerie von David-Rhonfeld, genannt Vally. Ihr hatte Rilke seinen ersten Gedichtband gewidmet.

15,2 : 8,7 cm. III, [1], 106 Seiten, 1 Anzeigenblatt. – Zwei kleine Buchhändlermarken auf der Innenseite des Umschlags eingeklebt. – Erste und letzte Seiten im Falz neu gefasst.

Mises 2

578  Rainer Maria Rilke. Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge.

€ 1500

Erstes [und] Zweites Bändchen. Leipzig, Insel 1910. Grüne Kalblederbände mit vergoldetem Deckeltitel »Rilke: Malte«, Kopfschnitt mit Graphitfärbung. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Auf Bütten. – Auf dem Vortitel des ersten Bandes die eigenhändige Widmung »Schwester Lene Kawerau | herzlich in ihre gute muthige Arbeit. | RMRilke | (Paris, im Sommer 1910)«. – Am 11. November 1909 hatte Rilke Heime Magdalene Kawerau (1879–1959) in einem Brief gebeten, ihm von ihren Erfahrungen als Krankenschwester an der Berliner Charité zu berichten, da er eine Erzählung »Die vierzehn Nachtwachen der Schwester Luitgarde« plane. Im Januar 1910, zu Gast bei Kippenbergs in Leipzig, diktierte er die »Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge«, Ende Mai erschien die erste Auflage; nach Sarkowski insgesamt fünf einzeln bezeichnete je 1000 Exemplare, das vorliegende ohne jedweden Hinweis.

17,4 : 11,4 cm. [4], 191, [1]; [4], 186, [2] Seiten.

Mises 76. – Sarkowski 1332. – Schnack, Rilke-Chronik I, 337

579  Rainer Maria Rilke. Die Sonette an Orpheus.

€ 4500

Geschrieben als ein Grab-Mal für Wera Ouckama Knoop. Leipzig, Insel 1923. Blauer Originalkalblederband; Deckelvignette, Fileten und Kopfschnitt vergoldet, schwarz-goldenes Rückenschild (signiert: H. Sperling, Leipzig). – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Vorzugsexemplaren auf Bütten, blaue Einbandvariante. – Vortitelblatt mit eigenhändiger Widmung »Gräfin Marÿ Dobrzenskÿ, beim Wiedersehen 1923, eines der Ergebnisse der (1919) unter ihrem Schutz und Patronat, in der ›Ermitage‹ begonnenen guten Schweizer Zurückgezogenheit: | RMR.« – Im Juni 1919 war Rilke zu Gast bei der Gräfin in ihrer Villa in Nyon am Genfer See gewesen, im Frühjahr 1922 schloss er das Manuskript der »Sonette« ab. Anlässlich eines Besuchs des Ehepaars Kippenberg hatte Rilke Katharina die Sonette vorgetragen und ihr das Manuskript übergeben, im November berichtete er von »drei Tagen Fehlerjagd in den Druckbogen der Sonette und der Elegien«. Das Buch erschien im März 1923, kurze Zeit später besuchte die Gräfin Mary Dobrcensky Rilke auf Schloss Muzot: »Die erste Zeit hatte ich Mühe, mich in meinen Besuch zu finden, – etwas von der Atmosphäre der Ermitage und etwas zuviel Böhmen machte sich geltend, – aber die Gfn. ist ein lieber Mensch …«. – Die Vorsätze mit grün-bronzefarben marmoriertem Papier. – Mit dem radierten Exlibris von Mary Dobrzensky. – In einem passend gearbeiteten Schuber. – Tadellos schönes Exemplar mit großartiger Provenienz.

21,8 : 14,2 cm. [2], 63, [7] Seiten.

Mises 99. – Sarkowski 1357 VA. – Vgl. Ingeborg Schnack Rilke-Chronik S. 628, 811, 852

580  Rainer Maria Rilke. Lettres a Rodin.

€ 300

Illustrées des portraits de Rodin et de Rilke (ce dernier d’apres G. Schneeli), gravés à l’eau forte par A. Delzers, et de sépias d’après Rodin. Paris, Collection Les Images du Temps 1928. Mit zwei Porträtradierungen, sechs Lichtdrucken nach Aquarellen und zwei Brieffaksimiles. Halbmaroquinband mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Hiltbrunner), Originalumschlag eingebunden.

Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren »hors commerce«, wie die Vorzugsausgabe auf Japan gedruckt, mit einer Suite der Sepiatafeln und je drei weiteren Abzügen der beiden Porträtradierungen auf verschiedenen Papieren (Gesamtauflage 1162). – Georges Grappe, der Verfasser des Vorworts, war Konservator des Musée Rodin.

23,1 : 16,8 cm. 40, [2] Seiten, 1 Tafel, 166, [8] Seiten, 8 Graphiken, 5 Tafeln, 2 Faksimiles.

Mises 189

581  Joachim Ringelnatz. Turngedichte.

€ 2000

Mit 17 Zeichnungen von Karl Arnold. München, Kurt Wolff 1923. Mit 17 kolorierten, ganzseitigen Illustrationen. Originalpergamentband mit kolorierten Tuschfederzeichnungen auf Vorderdeckel und Rücken. Im illustrierten Originalschuber mit Deckelschild.

Erste illustrierte Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren der kolorierten und von Verfasser und Künstler im Druckvermerk signierten Vorzugsausgabe im Pergamenteinband. – Die satirische Bosheit und kaum versteckte Anzüglichkeit in der Auseinandersetzung mit der deutschen Turnbewegung wird durch die Illustrationen des bekannte Simplicissimus-Karikaturisten Karl Arnolds auf das Schönste gesteigert. Wer einmal den 92jährigen »Veterinär, gleichzeitig Veteran …« mit violettem Gesicht »wie Christbaumschmuck im Nesthang« sah oder seine Version der deutschen Frau beim Streckstütz auf dem Barren, der wird sie nicht vergessen: »Deutsches Mädchen – Hocke, Hocke!«. – Bereits 1920 waren die »Turngedichte« wie auch »Kuttel Daddeldu« als Gedichtsammlungen bei A. R. Meyer erschienen (vgl. KatNr 161). – Makellos schönes Exemplar.

19,0 : 13,0 cm. [4], 82, [8] Seiten. – Schuberkanten berieben.

Kayser/des Coudres 21. – Göbel 611

582  Joachim Ringelnatz. Betrachtungen über dicke und dünne Frauen.

€ 200

[Ohne Ort 1938]. Faksimile nach der illustrierten Handschrift des Verfassers. Originalumschlagbroschur mit Deckelillustration.

Erste Ausgabe. – Skurrile Verse voll schwarzen Humors über weibliche Körperfülle: »Die dicke Frau trägt ein Korsett, sonst kratzt ihr Busen das Parkett« oder »Die dünnen Fraun am Schwarzen Meere benutzt man dort im Krieg als Speere«. – Seltener Faksimiledruck nach der illustrierten Handschrift des Dichters vom 30. Juli 1923. – Ein ebensolches Exemplar ohne Druckvermerk ist in der Deutschen Bücherei unter »1938 A 14089« katalogisiert. Kayser/des Coudres nennt diese Variante irrtümlich erst 1940, damals erschien der Nachdruck von Gerhard Schulze. – Schönes Exemplar. – Dazu: Dasselbe. Patavia 1941. Neuausgabe, die Zeichnungen stammen nicht von Ringelnatz.

17 : 12 cm. [12] Seiten. – Vorderdeckel an den Ecken gebräunt.

Kayser/des Coudres 50 Anmerkung und 51

583  Arthur Schnitzler. Anatols Größenwahn.

€ 750

Ein Akt. (Aus dem Nachlass zum ersten Mal veröffentlicht) (1891). Berlin, S. Fischer 1932. Rote Originalbroschur.

Matritzendruck nach Typoskript. – Die zwischen 1883 und 1891 entstandenen Anatol-Einakter erschienen 1893 in Buchform. Ursprünglich hatte Schnitzler »Anatols Größenwahn« als Schlussakt vorgesehen, ersetzte ihn aber dann durch »Anatols Hochzeitsmorgen«. Der frühe dramatische Text Schnitzlers blieb vier Jahrzehnte ungedruckt und wurde erst nach dem Tod des Schriftstellers im Nachlass entdeckt. – Wir konnten im deutschen Sprachraum nur drei Exemplare in öffentlichen Bibliotheken nachweisen.

20,3 : 16,0 cm. [2], 26 Seiten. – Unterrand mit Farbflecken vom Umschlag.

Allen C 41.1

584  Kurt Schwitters. Anna Blume.

€ 250

Dichtungen. Hannover, Paul Steegemann 1919. Originalbroschur mit Illustration von Kurt Schwitters auf dem Vorderdeckel.

Erste Ausgabe. – Die Silbergäule, Band 39/40. – Mit seiner ersten selbstständigen Veröffentlichung schuf Kurt Schwitters das Markenzeichen »Anna Blume«. – Schwitters war durch Herwarth Walden in Verbindung mit den Berliner Dadaisten gekommen und fühlte sich deren Kunstauffassung verbunden: Die Umschlagzeichnung der »Anna Blume« wird von dem in Rot gedruckten Wort »dada« dominiert. Richard Huelsenbecks scharfe Kritik an der Dichtung und die Zurückweisung durch andere Dada-Künstler, nicht zuletzt aufgrund von Schwitters Verbindung zum Sturm-Verleger Walden, führten zur Gründung von »Merz«.

22,3 : 14,4 cm. 37, [3] Seiten. – Umschlagränder minimal gebräunt, Rückenfalz alt mit schmalem Papierstreifen überklebt.

Schmalenbach/Bolliger 1. – Raabe/Hannich-Bode 273.1. – Dada global 121. – Meyer 20.1

585  Heinrich Spiero. Typoskript »Reka Ein Blumen- und Tanzspiel« mit Korrekturen.

€ 400

Hamburg 1909. 24 Blätter.

Auf dem Titelblatt bezeichnet oder signiert »Dr. H. Spiero, Gr. Borstel« und mit einigen Angaben, die folgenden 23 paginierten Blätter mit Korrekturen in Tinte und Bleistift-Anmerkungen, wohl zu einer Aufführung des Stücks. – Der Germanist Heinrich Spiero (1876–1947) lebte vor dem ersten Weltkrieg in Hamburg. Neben einer kaufmännischen Anstellung war er als Dozent an der hiesigen Kunstgewerbeschule tätig und veröffentlichte erste literarische Texte.

Etwas geknittert. – Letztes Blatt rückseitig mit Bleistiftskizze.

586  Manfred Sturmann. Drei Manuskripte mit insgesamt 40 Gedichten.

€ 1200

[München] 1930–1932. Drei private Broschuren.

Manfred Sturmann (1903–1989) war seit 1922 in einem Münchner Verlag tätig und begann in dieser Zeit mit ersten literarischen Arbeiten. 1924 heiratete er Lina Schindel, der die drei Manuskripthefte jeweils zum 27. Juli liebevoll gewidmet sind. – I. Neue Gedichte. 1930. 14 Gedichte, 28 Seiten, aquarellierter Umschlag mit kalligraphiertem Deckelschild. – II. Dreizehn Gedichte. 1931. 13 Gedichte, 20 Seiten, orangefarbener Büttenumschlag mit kalligraphiertem Deckelschild. – III. Vierzehn neue Gedichte für Li zum 27. Juli 1932. 20 Seiten. Büttenkartonumschlag, eigenhändig betitelt. – Für »Die Erben«, einen seiner ersten Gedichtbände, wurde Sturmann 1929 mit dem Lyrikpreis der Stadt München ausgezeichnet. Kurz vor der Reichskristallnacht konnte der Schriftsteller aus Deutschland fliehen und wanderte nach Palästina aus. Dort arbeitete er als Museums-Archivar und wurde 1945 Nachlassverwalter von Else Lasker-Schüler. – Alle drei tadellos erhalten.

Ca. 24 : 16 cm.

587  Georg Terramare. Mutter Maria.

€ 450

Weimar, Gustav Kiepenheuer 1916. Blauer Wildlederband vergoldeten Titeln. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe des Erstlings von Georg Terramare. – Eins von 100 im Druckvermerk vom Autor signierten Vorzugsexemplaren (Gesamtauflage 300). – Auf starkem unbeschnittenem Bütten. – Mit eigenhändiger Widmung des Verfassers »Frau von Spiegel [sic!], der gütigen Frau, zur Erinnerung an einen Kasten voll alter Bücher, die Ihr aus einem guten Werke kamen, in wahrhafter Verehrung zu eigen. 6. Okt. 1921.« – Georg Eisler von Terramare (1889–1948), österreichischer Dramatiker und Regisseur, emigrierte 1939, aufgrund der Nürnberger Rassengesetze verfolgt, nach Bolivien. – Exlibris Lucy Spiegl.

28,4 : 20,3 cm. 65, [3] Seiten. – Deckel etwas berieben, Rücken verblasst.

588  Die Tribüne.

€ 450

Berlin, J. B. Neumann [1919]. Mit vier Abbildungen nach Holzschnitten von Emil Nolde. Originalbroschur.

Seltenes Dokument der revolutionären Theaterbewegung. – Auf Bütten. – Mit zwei programmatischen Texten (»Die Tribüne« und »Das Programm«) sowie zwei Anmeldeformularen für »Patronats-« bzw. Abo-Karten. Als Vorlage für die Illustrationen dienten Holzschnitte aus dem Nolde-Werkverzeichnis von Gustav Schiefler. – Der Mitbegründer des Experimentaltheaters »Die Tribüne« Karlheinz Martin (1886–1948) »war 1918 aus der sogenannten Theater-Provinz, wo laut Kasimir Edschmid die ersten Schritte der neuen expressionistischen Kunst geschahen, nach Berlin gekommen. Er hatte zunächst auf Frankfurter und Hamburger Bühnen, die sich der jungen Expressionisten besonders annahmen, gearbeitet, ehe er in Berlin begann, sich für ein expressives aktivistisches Kunsttheater einzusetzen. An der neugegründeten Experimentierbühne ›Die Tribühne‹ setzte die Inszenierung von Toller ›Wandlung‹ sichtbare Zeichen. ›An diesem Abend kam das Theater einen Schritt weiter‹, stellte der Martin gegenüber sonst recht kritisch eingestellte Jhering fest.« (Inge Degenhardt, in »Code-Wechsel«, Wiesbaden 1990, S. 98f.). – Das Theater war ebenso kurzlebig wie andere ähnliche Projekte. Neben Karlheinz Martin gehörten Rudolf Leonhard und Franz Wenzler zur Leitung, dem Kunsthändler J. B. Neumann wurde die Geschäftsleitung übertragen.

25,6 : 15,6 cm. 10, [6] Seiten. – 2 Blätter unten mit leichtem Wasserrand.

589  Robert Walser. Fritz Kocher’s Aufsätze.

€ 300

Der Commis. Der Maler. Der Wald. Elf Zeichnungen von Karl Walser. Leipzig, Insel 1904. Mit elf Tafeln. Pappband, Originalumschlag mit Deckelillustration von Karl Walser eingebunden.

Erste Ausgabe von Robert Walsers erster Veröffentlichung. – Auf Bütten, die Illustrationen von Karl Walser auf festem Japanpapier. Vom Bruder des Dichters stammen auch die Umschlagzeichnung sowie die Kalligraphien des Doppeltitels und der Kapitelüberschriften. – Ermuntert durch Walsers Beiträge in der Zeitschrift »Die Insel« hatte sich der Verlag bereit erklärt, eine kleine Sammlung bisheriger Arbeiten aufzulegen. Es wurden 1300 Exemplare bei Breitkopf & Härtel gedruckt. Der Verkauf geriet zu einem Desaster, nach einem Jahr waren gerade einmal 47 (!!) Exemplare verkauft. Der Restbestand soll in einem Warenhaus verramscht worden sein. – »Karl Walser hat in das Buch viel Kompott hineingezeichnet; aber das schadet nichts« (Kurt Tucholsky, in »Die Schaubühne« 17, 1913, zitiert nach Badorrek-Hoguth).

17,8 : 11,6 cm. [4], 128 Seiten, 11 Tafeln. – Mit Leipziger Zensurstempel auf Umschlag und Vortitelblatt.

Badorrek-Hoguth 28.1 – Sarkowski 1872

590  Robert Walser. Geschwister Tanner.

€ 1200

Roman. Berlin, Bruno Cassirer 1907. Farbig lithographierter Originalpappband.

Erste Ausgabe des ersten Romans von Robert Walser. – Die Auflage betrug lediglich 1000 Exemplare. – Die berühmte Einbandillustration schuf Karl Walser, der Bruder des Dichters. – Ein »Entwicklungsroman […], dessen Held sich jedoch kaum entwickelt« (KLL 3904). – Sehr gut erhaltenes Exemplar.

20,6 : 14,5 cm. [4], 319, [1] Seiten.

Badorrek-Hoguth B 84.1

591  Robert Walser. Geschwister Tanner.

€ 300

Roman. Zweite Auflage. Berlin, Bruno Cassirer [1907]. Pappband, illustrierter Originalvorderumschlag und ornamentierter Rücken fachmännisch aufgezogen.

Im Jahr der Erstausgabe erschienener Neudruck von Walsers erstem Roman. – Innendeckel mit eingeklebtem Widmungsblatt »Geschenk der Schweizerischen Schillerstiftung zu Ehren des Dichters«, mit Namenszug »Robert Walser«. – Die Illustration auf dem Originalumschlag stammt von Karl Walser, dem Bruder des Dichters.

19,5 : 14,0 cm. [4], 319, [1], [12 Anzeigen-]Seiten.

Badorrek-Hoguth B 84.2

592  Robert Walser. Der Gehülfe.

€ 450

Roman. Berlin, Bruno Cassirer [1908]. Halblederband mit vergoldetem Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Walsers Buch, »nicht ohne ironische Distanziertheit und heitere Umständlichkeit […], fand bei seinem Erscheinen das Wohlwollen der Kritik und auch Franz Kafka zählte zu den Bewunderern dieses Werkes, dessen Manuskript durch Christian Morgenstern dem Verleger Bruno Cassirer empfohlen wurde.« (KNLL XVII, 388f).

18,5 : 13,0 cm. [4], 392, [12] Seiten. – Bibliotheksstempel auf dem Titelblatt.

Badorrek-Hoguth B 83.1

593  Robert Walser. Gedichte.

€ 600

Mit Radierungen von Karl Walser. Berlin, Bruno Cassirer [1909]. Mit 16 Radierungen, eine davon als Titelvignette. Originalpappband mit farbiger Deckelprägung.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren auf handgeschöpftem Bütten. – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Dazu: Gedichte. Illustriert von Karl Walser. [1918]. Zweite Ausgabe. Die Radierungen sind hier reproduziert. – »Gute Lyrik, zu der die Bilder in edler Harmonie stehen, eine schöne Schrift auf bestem Papier, das alles in einem farbenprächtigen entzückenden Einband: ein Genuß!« (Der Zwiebelfisch, 1919, zitiert nach Badorrek-Hoguth).

26,9 : 19,8 cm bzw. 24,5 : 17,0 cm. Beide 38, [2] Seiten.

Badorrek-Hoguth A 29.1 und 29.2. – Wilpert/Gühring 4

594  Robert Walser. Jakob von Gunten.

€ 400

Ein Tagebuch. Berlin, Bruno Cassirer 1909. Halbleinenband mit Rückenschild.

Erste Ausgabe. – Der originale Broschurumschlag mit ornamentaler farbiger Einbandzeichnung nach Entwurf von Karl Walser wurde eingebunden. – Erste Gedichte von Robert Walser (1878–1956) erschienen 1898, mit seinen drei Romanen »Geschwister Tanner« (1907), »Der Gehülfe« (1908) und »Jakob von Gunten« (1909) erzielte er zwar einen Achtungserfolg, konnte sich im literarischen Leben von Berlin, wo er seit 1905 lebte, jedoch nicht durchsetzen. – Der Titelheld Jakob schreibt sein undatiertes Tagebuch als Zögling einer Dienerschule im wilhelminischen Berlin, das Institut Benjamenta, wohin er sich aus freien Stücken zur Ausbildung begibt.

18,8 : 13,0 cm. 208 Seiten.

Badorrek-Hoguth B 85.1. – Wilpert/Gühring 5

595  Robert Walser. Kleine Dichtungen.

€ 300

Erste Auflage hergestellt für den Frauenbund zur Ehrung rheinländischer Dichter. Leipzig, Kurt Wolff 1914. Originalpappband mit Einbandillustration von Karl Walser, gedruckt in Gold.

Erste Ausgabe. – Auf dem Vortitelblatt vom Dichter signiert. – Im Juli 1914, das Buch war bereits in der Herstellung, teilte Walser dem Verleger mit, dass er für eine Auszeichnung durch den »Frauenbund zur Ehrung rheinländischer Dichter« ausgewählt worden sei. Dies sollte die einzige öffentliche Ehrung bleiben, die dem Dichter zu Lebzeiten zuteil wurde. – Das Mitgliederverzeichnis des Frauenbundes (Seiten 285–312) verzeichnet 1048 Namen, so dass man von einer Auflage von etwa 1100 Exemplaren ausgehen kann.

20,3 : 13,3 cm. 311, [1] Seiten. – Rücken gebräunt und mit kleinen Fehlstellen im Bezugspapier, zwei Stellen überklebt. Gelenke brüchig.

Badorrek-Hoguth B 86.1. – Göbel 177

596  Robert Walser – Klaus Lutz. Vier »Bilderbücher« zu Texten von Robert Walser.

€ 1000

Kaltnadeln von K. Lutz. [Zürich] 1973. Kleinformatige Kaltnadelradierungen auf vier Leporellos, jeweils in Umschlag mit Titelradierung. Jedes im Originalschuber.

In kleinsten Auflagen im Eigenverlag des Künstlers erschienen. – Alle auf dem letzten Blatt vom Künstler signiert, nummeriert und datiert. – I. Das Ende der Welt. 31 Radierungen. Eins von sieben Exemplaren. – II. Ein junger Mensch. 26 Radierungen. Eins von sieben Exemplaren. – III. Das Genie. 26 Radierungen. Eins von drei Exemplaren. – IV. Das Götzenbild. 12 Radierungen. Eins von fünf Exemplaren. – Klaus Lutz (1940–2009) war »von Beruf Lehrer, durch Berufung Künstler. Zuerst waren kleinformatige Kupferstiche und Kaltnadeln seine bevorzugten Techniken. Später begann er, Experimentalfilme zu machen, in denen er unter anderem als Sprayer zu sehen war.« (klauslutz.ch).

Je 13,0 : 9,0 cm.

597  Erich Weinert. Der Gottesgnadenhecht

€ 300

und andere Abfälle. – Affentheater. Politische Gedichte. Berlin, Elena Gottschalk bzw. Leo Hirsch 1923. Illustrierte Originalbroschuren.

Erste Ausgaben der beiden frühen Gedichtsammlungen, darunter Weinerts Erstling. – Die Angabe »3.–5. Auflage« scheint fingiert, da auch Melzwig diese beim Erstdruck aufführt. – Erich Weinert (1890–1953), proletarisch-revolutionärer Dichter, war Anfang der 1920er Jahre Lehrer an der Magdeburger Kunstgewerbeschule und veröffentlichte damals erste Gedichte. In Leipzig und später in Berlin trat er erfolgreich als Kabarettkünstler auf und erhielt daraufhin in Preußen Redeverbot. – Dazu: Erich Weinert spricht. Gedichte. Berlin u. a., Internationaler Arbeiter-Verlag 1930. Originalbroschur mit Deckelbild. Neue proletarische Dichtung, Band III. Erste Ausgabe.

21,8 : 14,5 cm. 15, [1] Seiten. – 21,0 : 14,3 cm. 47, [1] Seiten.

Melzwig 711, 713 und 715

598  William Carlos Williams. A book of Poems. Al que quiere!

€ 1200

Boston, The Four Seas Company 1917. Originalpappband mit Deckelvignette. – Signiertes Exemplar.

Erste Ausgabe. – Auf dem Vorsatzblatt vom Dichter signiert. – William Carlos Williams (1883–1963), amerikanischer Arzt und Lyriker, gilt neben Ezra Pound und T.S. Eliot als der bedeutendste amerikanische Lyriker der Moderne. Seine frühen Gedichte sind noch stark vom europäischen Dadaismus und Surrealismus geprägt, mit Pound und Eliot schloss er sich um 1912 den Imagisten an. – Tadellos schönes Exemplar.

16,5 : 12,0 cm. 87, [1] Seiten.

599  Arnold Zweig. Gerufene Schatten.

€ 250

Mit Steinzeichnungen von Klaus Richter. Berlin, Hans Heinrich Tillgner 1923. Mit vier signierten blattgroßen Lithographien. Grüner Originalmaroquinband mit Vergoldung (signiert: Wübben & Co. Berlin).

Das Prisma, Band 9. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten und in Ganzleder gebunden. – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert.

27,0 : 18,0 cm. 62, [2] Seiten. – Ecken berieben, Rücken und Kapitale stärker, das obere beschädigt. – Vorsatzblatt mit Sammlerstempel.

Sennewald I, 9

600  Stefan Zweig. Der Zwang.

€ 1200 ( R7 )

Eine Novelle. Mit zehn Holzschnitten von Frans Masereel. Leipzig, Insel 1920. Mit zehn ganzseitigen Holzschnitten. Roter Originalmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel, blindgeprägter Deckelvignette und Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe. – Eins von 60 Exemplaren der seltenen Vorzugsausgabe auf Bütten (Gesamtauflage 470 Exemplare).

20,6 : 13,5 cm. 84, [6] Seiten. – Kanten mit wenigen, sehr kleinen und leichten Bereibungen.

Klawiter F 169. – Ritter C a 18. – Sarkowski 1973