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Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts | Hesse-Auktionen
Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

535  Valerio Adami – Helmut Heißenbüttel. Das Reich. Gelegenheitsgedicht Nr. 27.

€ 250

10 Lektionen über Das Reich. München, Studio Bruckmann 1974. Mit zehn Farbserigraphien von Valerio Adami. Originalleinenband und -schutzumschlag, beide illustriert. In Originalleinenkassette.

Erste Ausgabe. – Eins von 450 Exemplaren. – Von Verfasser und Künstler signiert. – Auf grauem Bütten, die Serigraphien auf Alt-Cleve-Bütten. – Als Blockbuch gebunden. – Heißenbüttels Text wird von den zehn großformatigen Serigraphien in leuchtender Farbigkeit illustriert. Sie sind betitelt: Nietzsches Schreibmaschine. – Bismarck/Wilhelm II. – Liebknecht. – Balkanexpress. – Das Lied (So lange noch unter’n Linden). – Spartakusbund. – Kriegsende (1918). – Rapallo. – Hindenburg. – Weiße Rose. – Text und Graphikfolge weisen den geistigen und real-politischen Weg von Nietzsches »Willen zur Macht« in die Katastrophe des Dritten Reiches. – Text in deutscher Sprache und französischer Übersetzung von Louis Fessard, im Anhang in englischer Übersetzung von Thomas Bourke.

51,0 : 42,5 cm. [32] Seiten. – Schutzumschlag mit kleinem Einriss.

536  E[gon] A[dler]. Das entdeckte Karlsbad.

€ 450

Privatdruck. [Karlsbad, Walther Heinisch] 1925. Mit 32 ganzseitigen Illustrationen nach Zeichnungen Adlers. Senffarbener Halblederband mit blindgeprägtem Rückentitel und grünen Kleisterpapierbezügen.

Erste und einzige Ausgabe. – Auf Velin. – Exemplar »IV« der Vorzugsausgabe (ohne Nennung einer Auflagenhöhe) mit eingedruckter Dedikation »hergestellt für Herrn Verlagsbuchhändler und Antiquar Lothar Hempe Weimar«. – Der unsignierte Einband könnte aus der Werkstatt Otto Dorfners stammen. – Sehr selten, WorldCat listet nur je ein Exemplar in der Deutschen Bücherei Leipzig und in der Bayerischen Staatsbibliothek. – Egon Adler (1892–1963) stellte u. a. 1912 und 1913 in Waldens Sturm-Galerie aus. Else Lasker-Schüler lobte ihn 1913 im »Pan«. – Das Buch enthält 32 karikierende Zeichnungen Adlers mit Prototypen der damaligen Gesellschaft, beobachtet nicht nur in seiner Heimatstadt Karlsbad, jede mit begleitendem Text. Sehen wir nicht in dem Paar »Herr und Hund« Thomas Mann? – 1933 verließ Adler Deutschland und ging nach einigen Jahren in Karlsbad 1938 über die Schweiz und Spanien ins Exil in die USA. – Schönes Exemplar.

25,8 : 20,0 cm. 84 Seiten. – Einbandkanten leicht berieben.

537  Alastair. Carmen: Fin.

€ 1200

Farbige Tuschen und Goldbronze. Um 1910. 30,5 : 22,7 cm. Rückseitig signiert und betitelt.

In roter und schwarzer Tusche und Carmens Kleid prächtig mit Gold gehöht. – Auf bräunlichem, feingeripptem Bütten. – Erste Carmen-Zeichnungen Alastairs wurden 1913 in der Londoner Dowdeswell Gallery gezeigt. In der Buchausgabe (Zürich 1920, mit zwölf Tafeln nach Zeichnungen) ist diese Fassung der dramatischen Szene, als José den Dolch zückend vor Carmen tritt, nicht enthalten. – Sehr gut erhalten. – Ehemals Schweizer Privatsammlung.
Hinter dem Pseudonym Alastair verbirgt sich der deutsche Künstler Hans-Henning von Voigt (1887?–1969), um dessen Herkunft und Jugend sich allerlei Gerüchte ranken. So galt er einem Vertrauten seiner letzten Lebensjahrzehnte als illegitimer Sohn des englischen Königs Eduard VII. und einer spanischen Sängerin russisch-jüdischer Herkunft. Offiziell wurde er als Sohn eines in Karlsruhe lebenden preußischen Offiziers geboren, wobei gemutmaßt wird, er habe lediglich die Identität eines verstorbenen Sohnes dieser Familie angenommen. Etwa 1907–1910 trat er, verbunden mit großem Aufsehen, in nahezu allen europäischen Metropolen auf die künstlerische Bühne und hatte mehrere sehr erfolgreiche Ausstellungen. 1912 nahm er Kontakt zu dem Beardsley-Verleger John Lane auf.

538  Alastair. Sechs kolorierte Tafeln nach Zeichnungen.

€ 300

Ohne Ort, ohne Jahr.

Ohne Auflagenvermerk, wohl um 1925 entstanden. – Die Schwarzpartien wurden gedruckt, die meisten farbigen Details und Akzente koloriert. – Auf verschiedenen Büttenpapieren, diese auf großformatige schwarze Kartonblätter montiert. – Lose in schwarze Leinenmappe mit silbergeprägtem Künstlernamen und dem Monogramm-Logo »ERV«. – Bibliographisch nicht nachweisbar.

64 : 48 cm (Mappe). – Mappe etwas berieben.

539  Alastair – Fifty Drawings.

€ 300

With an Introduction by Carl van Vechten. New York, Alfred A. Knopf 1925. Schwarz-goldener Originalhalbleinenband.

Eins von 975 Exemplaren. – Auf festem Van Gelder-Bütten. – Hinter dem Pseudonym Alastair verbirgt sich der deutsche Künstler Hans-Henning von Voigt (1887?–1969), um dessen Herkunft und Jugend sich allerlei Gerüchte ranken. So galt er einem Vertrauten seiner letzten Lebensjahrzehnte als illegitimer Sohn des englischen Königs Eduard VII. und einer spanischen Sängerin russisch-jüdischer Herkunft. Offiziell wurde er als Sohn eines in Karlsruhe lebenden preußischen Offiziers geboren, wobei gemutmaßt wird, er habe lediglich die Identität eines verstorbenen Sohnes dieser Familie angenommen. Etwa 1907–1910 trat er, verbunden mit großem Aufsehen, in nahezu allen europäischen Metropolen auf die künstlerische Bühne und hatte mehrere sehr erfolgreiche Ausstellungen. 1912 nahm er Kontakt zu dem Beardsley-Verleger John Lane auf. – Textdruck auf der Presse von Harold Curwen in London, die Lichtdrucktafeln wurden bei Charles Wittingham & Griggs, London, gedruckt. – Der Band vereint Alastairs Zeichnungen zu Oscar Wildes »Salome«, Sardous »Tosca«, Dumas’ »Kameliendame«, Wedekinds »Erdgeist«, Mozarts »Zauberflöte«, Flauberts »St. Anthony« und »The blind Bow-Boy« von Carl von Vechten. – Schönes, unbeschnittenes Exemplar.

33,0 : 26,0 cm. 4 Blätter Text, 50, teils farbige Tafeln, 50 Zwischenblätter mit Bildtiteln. – Eine Deckelkante minimal bestoßen, Rücken schwach berieben.

540  Alastair – Forty-three Drawings.

€ 300

With a Note of Exclamation by Robert Ross. London und New York, John Lane 1944. 43 teils farbige Illustrationen auf Tafeln. Cremefarbener Originalleinenband mit vergoldeter Deckelillustration.

Eins von 500 Exemplaren. – Auf Aldwych-Bütten.

29,5 : 22,5 cm. [2], XXXII, [2] Seiten, 43 Tafeln.

541  Alastair – Walter Pater. Sebastian van Storck.

€ 400

Mit acht Zeichnungen von Alastair. Wien, Avalun 1924. Mit acht Farblithographien nach Zeichnungen, davon sieben signiert. Originalpappband mit montiertem Deckelschild.

Eins von 480 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert, hier auch sieben der acht Tafeln signiert. – Der Text in der Übersetzung von Felix Hübel. – Druck bei Poeschel & Trepte, Leipzig, auf Velin. – »Walter Pater, der unendlich häßliche Mann mit der grenzenlosen Leidenschaft für die Schönheit, der Décadent, der die ganze Manier des Oscar Wilde antizipierte, der Ästhet, der mit Worten so zeichnete, wie seine Freunde, die Praeraffaeliten, es mit dem Stift taten, imaginierte in seinen Porträts Gestalten des Übergangs, des Untergangs, vorzüglich in Schönheit. Sebastian van Storck, fein hineinskizziert in das 17. Jahrhundert einer holländischen Winterszene von Adrian van Velde oder Isaak van Ostade, ist ein junger begabter Patriziersohn, der Liebe und Leben flieht und dabei einen frühen Tod stirbt.« (Petra Kipphoff, Die Zeit, 22.2.1974).

32,3 : 25,3 cm. [8], 42, [6] Seiten. – Kanten leicht berieben, obere Ecke etwas gestaucht.

542  Alastair – Walter Pater. Sebastian van Storck.

€ 200

With eight Illustrations in Colour by Alastair and an Introduction by P. G. Konody. London, John Lane, und New York, Dodd, Mead and Co. 1927. Mit acht farbigen Tafeln, eine davon signiert. Illustrierter Originalleinenband mit vergoldeten Titeln.

Eins von 1050 Exemplaren. – Tafel V signiert. – Auf Velin. – Sehr schönes Exemplar. – 1912 nahm Alastair Kontakt zu dem Beardsley-Verleger John Lane auf. Sein Stil wurde stark von Beardsley beeinflusst, wobei er sehr viel stärker die Zeichnung der Fläche als die Feinheit der Linie beherrschte.

32,5 : 26,5 cm. 67 Seiten, 8 Tafeln.

543  Alastair – Prévost. Manon Lescaut.

€ 200

Translated from the French by D. C. Moylan. With eleven Illustrations by Alastair and an Introduction by Arthur Symons. London, John Lane und New York, Dodd, Mead and Co. 1928. Mit elf Farbtafeln. Originalleinenband mit illustriertem Originalschutzumschlag.

Eins von 850 Exemplaren. – Auf Velin. – Breitrandiges Exemplar, tadellos erhalten.

32,5 : 27,0 cm. XXXV, [1], 196, [4] Seiten, 11 Tafeln. – Schutzumschlag leicht angestaubt.

544  Alastair – Oscar Wilde. The Sphinx.

€ 300

Illustrated and decorated by Alastair. London und New York, John Lane 1920. Mit zehn und zwei zusätzlichen farbigen Tafeln und zwölf farbigen Initialen. Illustrierter Originalleinenband mit Goldprägung.

Eins von 1000 Exemplaren. – Auf Bütten. – Mit einem editionsgeschichtlichen Vorwort von Robert Ross. – Mit zwei zusätzlich eingehefteten doppelblattgroßen Farbtafeln, möglicherweise als Vorsatzpapiere gedacht. – Die Illustrationen und die großen, figürlich ausgeschmückten Initialen teils in Blau und Schwarz gedruckt. – Innen sehr gut erhalten.

30,5 : 23,0 cm. 36 Seiten, 12 Tafeln. – Der helle Leinenband etwas fleckig. – Exlibris.

545  Hanns Anker – Felix Dahn. Ein Kampf um Rom.

€ 150

Historischer Roman. Mit Steinzeichnungen von Hanns Anker. Erster [bis] Dritter Band. Leipzig, Breitkopf & Härtel, und Berlin, Hermann Klemm [1922/23]. Mit 119 Lithographien. Originalmaroquinbände mit Rückenschildern und reicher Vergoldung (signiert: H. Fikentscher, Leipzig 1923).

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe im Ganzledereinband (Gesamtauflage 175). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Das Buch schildert die Machtkämpfe und den Untergang der Ostgoten in Italien zur Zeit Theoderichs des Großen. Felix Dahn (1834–1912) war Historiker, seine Popularität hat er nicht zuletzt diesem Roman, der zu den »Professorenromanen« zählt, zu verdanken, die sich in den Gründerjahren des Deutschen Reichs außerordentlicher Beliebtheit erfreuten. – Prachtvoll gebunden.

26,2 : 20,7 cm. – Rücken leicht verblasst.

546  Otmar Alt – Wystan Hugh Auden. Die große Veränderung.

€ 400

München, Bruckmann 1973. Mit zehn Farbserigraphien und 13 ein- und mehrfarbig serigraphierten Vignetten. Originalleinenband mit -schutzumschlag, beide mit Serigraphie und Originalfolienumschlag. In Originalleinenkassette mit goldgeprägtem Titel.

Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Serigraphien (Gesamtauflage 800). – Die prächtigen Serigraphien, die in den Vorzugsexemplaren einen Lacküberdruck erhielten, entstanden zu Audens Gedicht »Moon Landing«, das in dieser bibliophilen Ausgabe im englischen Original und in der Nachdichtung von Herbert Zand abgedruckt wurde: Die englische Fassung in Silber auf blauem Büttenkarton, die deutsche auf weißem Karton und jeweils mit einer Vignette verziert. – Vorsätze aus blauem Bütten, mit in Lackrot serigraphiertem Punktmuster. – Im Herbst 2018 zitieren wir die letzte Strophe »Our apparatniks will continue making the usual squalid mess called History: all we can pray for is that artists, chefs and saints may still appear to blithe it«. – Das Buch tadellos schön.

41,5 : 38,0 cm. [30] Seiten, 10 gefalzte Doppelblätter. – Kassette minimal angestaubt.

Tiessen IV, 5

547  Otmar Alt – Wystan Hugh Auden. Die große Veränderung.

€ 250

München, Bruckmann 1973. Mit zehn Farbserigraphien und 13 ein- und mehrfarbig serigraphierten Vignetten. Originalleinenband mit -schutzumschlag, beide mit Serigraphie. Im Originalfolienumschlag.

Unnummeriertes Exemplar außerhalb der Auflage von 600 Exemplaren, bei denen die prächtigen Serigraphien mit Seidenglanzfarben gedruckt wurden (Gesamtauflage 800). – Tadellos schönes Exemplar.

41,5 : 38,0 cm. [30] Seiten, 10 gefalzte Doppelblätter.

Tiessen IV, 5

548  Hans Arp – Ivan Goll. Die siebente Rose.

€ 300

Umschlagzeichnung von Hans Arp. Paris, Poesie & Co [1930]. Illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Auf der hinteren Umschlagseite von Arp signiert. – In der »Sammlung Poesie« erschienen auch Lyrik-Ausgaben von Hans Arp, Hugo Ball, Jakob van Hoddis und Carl Einstein. Sie darf zu Recht als spätes Sprachrohr der deutschen Avantgarde in Paris gelten. – Unaufgeschnitten.

19,0 : 13,8 cm. [16] Seiten. – Oberrand mit kleiner Druckstelle, Rückenfalz mit einigen kleinen Flecken.

Raabe/Hannich-Bode 86.28. – Hagenbach 78

549  Hans Arp – Alexander M. Frey. Kleine Menagerie.

€ 1000

Mit zehn [korrekt: 13] Holzschnitten von Hans Arp. Eingeleitet von Thomas Mann. Wiesbaden, Limes 1955. Mit 13 Holzschnitten, davon zehn blattgroß. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und blauer Deckelvignette und dem illustrierten Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 70 nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe, gedruckt auf Bütten und mit Abzügen der Holzschnitte von den Originalstöcken. – Im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Die »acht kuriosen Novelletten« dieser »liebenswerten Menagerie« (Thomas Mann) entstanden in den Jahren 1929–1952. Es war sicher das Verdienst des Limes-Verlegers Max Niedermayer, Hans Arp für die Illustration dieses »Bestiariums« zu gewinnen, entstanden ist eine der seltensten Vorzugsausgaben des Künstlers. – Thomas Mann hatte den Schriftsteller Alexander M. Frey, »mit dem ich seit Jahrzehnten auf gutem Fuße stehe«, während der Kriegs- und Exiljahre unterstützt. – Die Vignette auf Einband und Schutzumschlag ist eine verkleinerte Wiedergabe des fünften Holzschnittes. – Tadellos erhalten, aus dem Nachlass des damals beauftragten Buchbinders Karl Hanke, Düsseldorf; noch im originalen Pergaminschutzpapier (mit Exemplarnummer).

20,5 : 13,5 cm. 102, [4] Seiten. – Das Vortitelblatt materialbedingt mit winzigen Stockflecken.

Arntz 187–199. – Hagenbach B 165. – Potempa, Mann G 1200.1

550  Hans Arp | Max Ernst.

€ 400

Köln, Galerie Der Spiegel 1960. Mit einer Collage von Hans Arp und einer Farblithographie von Max Ernst, beide beigelegt, sowie elf ganzseitigen Illustrationen, davon zwei montierte nach Arp, und neun nach Max Ernst. Rot-weiß illustrierter Originalleinenband.

Eins von 300 Exemplaren. – Geh durch den Spiegel, 24. – Die beiden Originalarbeiten entstanden für diesen Katalog, ebenso die als Zinkätzungen gedruckten Illustrationen nach Collagen von Max Ernst im Textteil. Auch die Mehrzahl der Texte der beiden Künstler sowie von Erhart Kästner und Albrecht Fabri wurden hier erstmals veröffentlicht. – Die Katalogreihe erschien von 1954–1966, insgesamt wurden 48 Ausgaben ediert. »Sie haben recht, wenn Sie bei diesem Titel an Cocteau’s ›Sang d’un Poète‹ oder an Lewis Carolls ›Through the Looking-Glass‹ denken. Wer sich auf Kunst einläßt, betritt ein anderes Land, mit anderen Gesetzen« (Albrecht Fabri 1960, zitiert nach der Webseite der Galerie). – Tadellos.

38,4 : 25,2 cm. [40] Seiten, 2 Beilagen.

Spindler 153.68. – Spies/Leppien A 7 D (Max Ernst). – Arp-Hagenbach 435

551  Maurice Barraud – Èglogues.

€ 900

Hésiode, Théocrite, Virgile, Tibulle, Longus, Ronsard, Chénier, de Guérin, Jammes, Ramuz. Lithographies originales de Maurice Barraud. Lausanne, Gonin 1942. Mit 20 ganzseitigen Lithographien. Dunkelgrüner Maroquinband; Deckelillustration, Rückentitel und Kopfgoldschnitt vergoldet (signiert: E. Schädelin). Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 24 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japon Impérial mit einer zusätzlich eingebundenen Suite der Lithographien auf Chinapapier (Gesamtauflage 220). – Im Druckvermerk von Künstler und Verleger signiert. – Der originale Broschurumschlag eingebunden. – Tadellos frisches Exemplar in schlicht-schönem Handeinband mit handumstochenen Kapitalen. – Der Schweizer Graphiker Maurice Barraud (1889–1954) illustrierte zahlreiche Bücher. Seine Arbeit war beeinflusst von seiner Bewunderung für Matisse, Bonnard und Cezanne.

33,0 : 25,0 cm. 154, [10] Seiten, 20 Lithographien. – Bezugspapier des Schubers mit kleinem Kratzer.

Monod 4176

552  Leonard Baskin – Arthur Miller. Death of a Salesman.

€ 250

Certain private Conversations in two Acts and a Reqiuem. With five Etchings by Leonard Baskin. New York, The Limited Editions Club 1984. Mit fünf Radierungen. Rostbrauner Originalziegenlederband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 1500 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Der Text wurde auf der Wild Carrot Letterpress auf Magnani-Bütten gedruckt, die Radierungen von Bruce Chandler auf der Heron Press.

27,5 : 21,0 cm. [8], 164 Seiten, 5 Radierungen.

553  Max Beckmann – Kasimir Edschmid. Die Fürstin.

€ 7000

Mit sechs Radierungen von Max Beckmann. Weimar, Gustav Kiepenheuer 1918. Mit sechs signierten Radierungen. Dunkelbrauner Originalmaroquinband. Rückentitel, Deckelvignette und Kantenfileten blindgeprägt (E. A. Enders, Leipzig, nach Entwurf von Else von Guaita).

Eins von 130 der Vorzugsausgabe auf Zanders-Bütten mit den signierten Radierungen, davon wurden 95 Exemplare in Maroquin gebunden (Gesamtauflage 500). – Die Radierungen druckte Carl Sabo, Berlin, den Text die Offizin W. Drugulin, Leipzig. – Edschmid hatte Max Beckmann im Atelier seines Vetters Ugi Battenberg kennengelernt und berichtete davon in seinem Tagebuch: »Damals begann der neue Beckmann, der Beckmann jenseits des Titanic-Gemäldes«. – »Aufspießen, demaskieren, entlarven, hinter den ekstatischen Wortergüssen Edschmids die seelische Situation der Menschen sichtbar machen: das ist die Aufgabe, die sich Beckmann hier gestellt hat. Leidenschaftlich und erregt, gleichermaßen gedrängt und verkürzt wie die Prosa Edschmids, radierte er seine seitengroßen Bilder« (Jürgen Eyssen, in: Buchkunst in Deutschland, S. 163). – Der Einbandentwurf stammt von Else von Guaita, der Schülerin Henry van de Veldes, dessen ornamentaler Stil in der Deckelvignette noch deutlich sichtbar ist. – Das starke Bütten unbeschnitten. – Eines der schönsten Beispiele expressionistischer Buchillustration. – »The embittered view of society that Beckmann developed during his hospital duty and subsequent nervous breakdown during World War I is reflected in prints« (Castleman). – Sehr schönes Exemplar der seltenen Vorzugsausgabe.

32,2 : 23,7 cm. 81, [3] Seiten, 6 Radierungen. – Zwei Bünde mit winzigen Bereibungen. – 1 Radierung mit geglätteter und kaum sichtbarer Knickfalte, 1 Blatt mit leichter Feuchtigkeitsspur am Unterrand.

Hofmaier 111–116 Edition B (von C). – Jentsch 37. – Lang, Expressionismus 12. – Castleman 175

554  Gottfried Benn. Betäubung.

€ 1500

Fünf neue Gedichte. Berlin, Alfred Richard Meyer 1925. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren, als »Flugblatt« der »Maximilian-Gesellschaft zur zwölften Mitglieder-Versammlung am 26. und 27. September 1925 in Frankfurt am Main gewidmet«. – Auf Einhorn-Bütten. – Gedruckt bei Mänicke & Jahn, Rudolstadt. – Sehr selten und sehr gut erhalten.

18,8 : 12,1 cm. 7, [1] Seiten.

Lohner/Zenner 1.46. – Raabe/Hannich-Bode 24.12. – Deutsche Bibliophilie 1898–1930 127

555  Gottfried Benn. Drei alte Männer.

€ 600

Gespräche. Wiesbaden, Limes 1955. Mit einem montierten Fotoporträt. Originalhalbpergamentband, Rückentitel und Deckelvignette (das Monogramm des Dichters) vergoldet.

Eins von 150 Vorzugsexemplaren, vom Dichter unter dem Porträtfoto signiert, gedruckt auf Bütten und in Halbpergament gebunden. – Das erste Buch Gottfried Benns, das nach zwölfjähriger Unterbrechung wieder in Deutschland erscheinen durfte. Erst von der Neuauflage wurde eine Vorzugsausgabe ediert. – Exlibris und handschriftlicher Besitzvermerk von Hans Hermann Völckers Hamburg (1886–1977, Diplomat, unter anderem Generalkonsul beim Genfer Völkerbund unter Stresemann). – Tadellos schönes Exemplar.

19,8 : 13,9 cm. 44, [4] Seiten.

Lohner/Zenner 2.148 VA

556  Gottfried Benn. Gesammelte Gedichte.

€ 1200

Wiesbaden, Limes, und Zürich, Die Arche 1956. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Eins von 20 nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe, die auf Bütten gedruckt und vom Dichter im Impressum signiert wurde. – Kurz vor dem Tod des Dichters erschien diese zweite signierte Gottfried Benn-Vorzugsausgabe bei Limes. – Sehr selten, seit 1989 kein Exemplar mehr auf einer deutschen Auktion nachweisbar. – Tadellos erhalten.

19,0 : 12,5 cm. 369, [3] Seiten.

Lohner/Zenner 1.137 (kennt die Vorzugsausgabe nicht). – Raabe/Hannich-Bode 24.45

557  Thomas Bernhard. Frost.

€ 450

Frankfurt am Main, Insel [1983]. Originalleinenband mit -schutzumschlag und -bauchbinde.

Faksimile der Erstausgabe, verlegt anlässlich des 20. Erscheinungsjahres. – Eins von 1000 vom Autor signierten und nummerierten Exemplaren. – »Ich halte das Buch für eine der stärksten Talentproben, für eines der aufwühlendsten und eindringlichsten Prosawerke, die seit Peter Weiss von einem Autor der jüngeren Generation vorgelegt worden sind.« (Carl Zuckmaier, »Die Zeit« 1963, zitiert nach Dittmar, S. 52). – Tadellos schönes Exemplar, hinterer Innendeckel mit einigen Bleistiftanmerkungen zur Preisentwicklung.

19,6 : 12,5 cm. 357, [3] Seiten.

Dittmar 21

558  Thomas Bernhard. Holzfällen.

€ 300

Eine Erregung. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1984. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Zweite Auflage, im Jahr der Erstausgabe. – Auf dem Vorsatzblatt signiert und datiert »Frankfurt 4.10.1984«.

19,5 : 11,5 cm. 320, [4] Seiten. – Umschlag mit kleiner Knickspur.

Dittmar 101

559  Thomas Bernhard. A Doda.

€ 450

Für zwei Schauspielerinnen und eine Landstraße. Berlin 1981. Mit ganzseitigen Typographiken. Originalspiralbindung.

Erste Buchausgabe und bis heute wohl auch einzige Einzelausgabe. – Eins von 49 Exemplaren, eine der seltensten Bernhard-Ausgaben. – Vom Verleger und Buchgestalter auf der ersten Seite freimütig mit »Achtung des is a groabta Drug« bezeichnet. Der Text war Ende 1980 in »Die Zeit« erschienen, 1988 folgte ein Abdruck in einem Sammelband. – Gedruckt in Grau (Text) und Schwarz (Regieanweisungen) auf schwarzen Karton, die jeweils linke Seite mit einer in Schwarz gedruckten Typographik. – »Lauta Hackenkreuz, na so was, lauta Hackenkreuzplakade, und mia ham gmoant, a Doda is, lauta Hackenkreuzplakade« (Textzitat).

28,5 : 20,0 cm. [60] Seiten.

Spindler 131.11. – Dittmar 83

560  Dieter Wagner – 10 kleine Meckerlein.

€ 180

Anonymes aus der Nazizeit. [Berlin, Edition Dieter Wagner] 1980. Zehn Typographien auf Packpapier. Spiralgeheftete Originalbroschur.

Eins von 50 Exemplaren. – Typographie Dieter Wagner, der seit 1979 in der Berliner Druckerei Gerike angestellt war, »wo nach Feierabend seine Druckexperimente entstehen« (Albert Spindler). – »Zehn kleine Meckerlein, die tranken einmal Wein. Der eine machte Göbbels nach, da waren’s nur noch neun«.

27,0 : 25,8 cm. [10] Blätter. – Deckelränder leicht gebräunt.

Spindler 131.9

561  Gunter Böhmer – Hermann Hesse. Der Steppenwolf.

€ 200

Erzählung. Mit Zeichnungen von Gunter Böhmer. Frankfurt a. M., Suhrkamp 1981. Mit illustriertem Titelblatt und 13 ganzseitigen Illustrationen. Dunkelblauer Originalmaroquinband mit schwarz-goldenem Rückenschild in Originalschuber (G. Lachenmaier, Reutlingen).

Eins von 200 Exemplaren Vorzugsausgabe in Leder (Gesamtauflage 1.000). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert.

34,0 : 23,8 cm. 189, [3] Seiten. – Rücken minimal verfärbt, sonst tadellos.

Rysavy 152

562  Uwe Bremer – Maurice Guy de Varause. Schwester Augustine.

€ 150

Mit neunzehn Gouachen von Uwe Bremer. Hamburg, Arethusa 1980. Mit einer signierten, doppelblattgroßen Farbradierung und 19 farbigen Illustrationen, davon elf blatt- und drei doppelblattgroß (zwei als Vorsätze). Violettfarbener Originalsamteinband im -halbleinenschuber (Friedemann Siebrasse, Hemmoor).

Eins von 100 Exemplaren mit der beigelegten Farbradierung »Koitus interruptus« (Gesamtauflage 600 Exemplare). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die deutsche Originalausgabe erschien 1910 als erster Teil von »Die lüsternen Schwestern« und war laut Hayn/Gotendorf eine Übersetzung des 1811 in Brüssel erschienenen Originals. »Nichts davon ist wahr […] In Wirklichkeit erschien die vierteilige französische Erstausgabe im Jahre 1891 […] Der Autor ist unbekannt, man darf annehmen, daß ein ›Maurice Guy Vicomte de Varause‹ nie existiert hat.« (Bibliographische Notiz). – 1980 erschien auch der zweite Teil, »Schwester Emilie«, illustriert von Albert Schindehütte.

40,7 : 28,7 cm. 109, [7] Seiten.

563  Rolf Dieter Brinkmann. Ihr nennt es Sprache.

€ 400

Achtzehn Gedichte. Leverkusen, Klaus Willbrand 1962. Rote Originalbroschur.

Erste Ausgabe der ersten selbständigen Veröffentlichung Brinkmanns. – Texte, Heft 1. – Im Druckvermerk von Brinkmann signiert und nummeriert. – Laut Druckvermerk sollten 500 Exemplare nummeriert und signiert werden, Brinkmann tat dies aus Verärgerung über die zahlreichen Druckfehler nur bei einem kleinen Teil der Auflage und verhinderte die Auslieferung zu Lebzeiten. – Sehr schönes Exemplar, so sehr selten.

21 : 20 cm. 29, [3] Seiten.

Geduldig/Wehebrink 1. – Seinsoth 1

564  Rolf Dieter Brinkmann. Ihr nennt es Sprache.

€ 300

Achtzehn Gedichte. – Le chant du monde. Gedichte 1963–1964. Leverkusen, Klaus Willbrand 1962 und Olef, Hagarpresse 1964. Originalbroschuren.

Erste Ausgaben der beiden frühesten selbstständigen Veröffentlichungen. – I. Eins von 500 Exemplaren, wobei Brinkmann aus Verärgerung über die zahlreichen Druckfehler nur einen Teil der Auflage signierte und die Auslieferung zu Lebzeiten verhinderte. Erschienen als Heft 1 der Reihe »texte«. Rücken verblasst. – II. Eins von 100 Exemplaren ohne die Radierungen (Gesamtauflage 160). Als Blockbuch gedruckt und gebunden. Handsatz aus der Garamond, Handpressendruck. Sehr gut erhalten.

20,8 : 20,0 cm. 29, [3] Seiten. – 24,4 : 16,8 cm. [2] Seiten.

Geduldig/Wehebrink 1 und 12. – Seinsoth 2 und 3

565  Rolf Dieter Brinkmann. Ohne Neger.

€ 300

Gedichte 1965. Hommerich, collispress Paul Eckhardt 1966. Originalbroschur mit -umschlag und Deckelschild.

Erste Ausgabe. – Eins von 150 nummerierten Exemplaren. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

27,5 : 14,0 cm. [28] Seiten. – Deckelschild mit leichter Quetschfalte. – Vorsatz mit Besitzvermerk.

Geduldig/Wehebrink 37. – Seinsoth 6. – Spindler 2.82

566  Rolf Dieter Brinkmann. &-Gedichte.

€ 250

Berlin, Oberbaumpresse 1966. Mit Illustrationen von M. Dürschlag. Originalbroschur mit rotem Originalumschlag.

Erste Ausgabe. – Erster Druck der Oberbaumpresse. – Eins von 250 Exemplaren (Gesamtauflage 280). – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Sehr selten.

30 : 21 cm. [2], 16, [2] Seiten. – Obere Ecken leicht geknickt.

Geduldig/Wehebrink 44. – Seinsoth 7. – Spindler 18.1

567  Rolf Dieter Brinkmann. Godzilla.

€ 500

Mit einer Handzeichnung von Karl Heinz Krüll. Köln, Hake 1968. Mit 22 farbigen Bildtafeln mit Text und zwei Porträts. Weiße Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Tangenten, Band 9. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der signierten Originalzeichnung (Gesamtauflage 200). – Die Zeichnung in Schwarz und mit rotem Kugelschreiber auf einer losen, im Buch nicht verwendeten Bildtafel. – Brinkmanns Gedichte wurden über die Abbildungen gedruckt, die Ausschnitten aus Plakaten oder Modekatalogen gleich, »kitschige Bikini-Schönheiten der sechziger Jahre« zeigen. – Sehr seltene Brinkmann-Ausgabe mit »deutlichem Anklang an die Pop-Art« (Udo Seinsoth).

20 : 20 cm. [30] Blätter, davon 22 Bildtafeln, 1 lose Zeichnung. – Tadellos schönes Exemplar, durch zwei Folienumschläge geschützt.

Geduldig/Wehebrink 62. – Seinsoth 10. – Spindler 158.15

568  Rolf Dieter Brinkmann. Godzilla.

€ 400

Mit einer Handzeichnung von Karl Heinz Krüll. Köln, Hake 1968. Mit 22 farbigen Bildtafeln mit Text und zwei Porträts. Weiße Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Tangenten, Band 9. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der signierten Originalzeichnung (Gesamtauflage 200). – Die Zeichnung in Schwarz und mit rotem Kugelschreiber auf einer losen, im Buch nicht verwendeten Bildtafel. – Brinkmanns Gedichte wurden über die Abbildungen gedruckt, die Ausschnitten aus Plakaten oder Modekatalogen gleich, »kitschige Bikini-Schönheiten der sechziger Jahre« zeigen. – Sehr seltene Brinkmann-Ausgabe mit »deutlichem Anklang an die Pop-Art« (Udo Seinsoth).

20 : 20 cm. [30] Blätter, davon 22 Bildtafeln, 1 lose Zeichnung. – Umschlagrücken minimal gebräunt. Seiten- und Fußsteg mit leichter Druckstelle.

Geduldig/Wehebrink 62. – Seinsoth 10. – Spindler 158.15

569  Rolf Dieter Brinkmann. Acht Erstausgaben.

€ 600

Meist Köln und Berlin, Kiepenheuer & Witsch 1966–1970. Originaleinbände, wenn erschienen mit Originalschutzumschlag.

I: Die Umarmung. Erzählungen. 1965. – II: Raupenbahn. 1966. – III: Godzilla. Mit Farbtafeln. Köln, Hake 1968. – IV: Keiner weiß mehr. Roman. 1968. – V: Die Piloten. Neue Gedichte. 1968. Mit Illustrationen. – VI: Gras. 1970. – VII: Westwärts 1&2. Gedichte. Reinbek, Rowohlt 1975. – VIII: Erzählungen. Reinbek, Rowohlt 1985. – Zwölf Beigaben (Übersetzungen, Herausgegebenes, Zeitschriften, Sekundärliteratur).

Geduldig/Wehebrink 33, 49, 62, 66, 79, 133, 158 und 470. – Seinsoth 4, 8, 9, 11, 15, 17, 19 und 24

570  Der fröhliche Tarzan.

€ 300

Eine neue Zeitschrift für Dichtung aus Köln. Herausgeber: Rolf-Eckart John. Köln 1970–1973. Hektographierte Text- und xerographierte Bildseiten. Illustrierte klammergeheftete Originalbroschuren.

Nahezu vollständige Folge der legendären Kölner Underground-Zeitschrift, nur ohne das abschließende Heft 8. – Die Auflage wird mit 400–600 Exemplaren angegeben, ob diese erreicht wurde, darf bezweifelt werden. – In Heft 1 sieben Gedichte von Rolf Dieter Brinkmann. Heft Nr. 7 in Doppelbindung mit »Benzin Nr. 4«. – Weitere Autoren waren Nicolas Born, Richard Brautigan, Charles Bukowski, Tom Clark, Vincente Huidobro, John James, Marcel Jouhandeaum Berndt Höppner. – Zwei Beigaben: Der Gummibaum Nr. 2 und Dublette von Heft 7.

29,8 : 20,8 cm. – Heft 1 anfangs mit leichter Knickfalte, sonst gut erhalten.

Seinsoth 51 (das dort erwähnte Heft 9 konnten wir im ZDB nicht nachweisen, dort »bis Nr. 8 – mit dieser Nr. Erscheinen eingestellt«)

571  Charles Bukowski. The Days run away like wild Horses over the Hills.

€ 1500

Los Angeles, Black Sparrow Press 1969. Farbiger Originalsamtband.

Erste Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer aquarellierten Zeichnung Bukowskis (monogrammiert, auf das Vortitelblatt montiert) (Gesamtauflage 1550). – Im Druckvermerk vom Autor/Künstler signiert. – Sammlung von Gedichten, die Charles Bukowski seiner Geliebten widmete. – Charles Bukowski (1920–1994) wurde als Heinrich Karl Bukowski in Andernach am Rhein geboren. Er wanderte in die USA aus, studierte ohne Abschluss in Los Angeles Literatur, Journalistik und Kunst und veröffentlichte 1944 seine erste Kurzgeschichte. Der gewünschte Erfolg blieb allerdings aus, Bukowski hielt sich jahrelang mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Erst auf Drängen des Verlegers der Black Sparrow Press, John Martin, kündigte er mit fast 50 Jahren seinen damaligen Job bei der Post und widmete sich fortan ausschließlich dem Schreiben. Nur wenige Monate später veröffentlichte er seinen ersten Roman »Der Mann mit der Ledertasche«.

24,6 : 16,5 cm. 153, [7] Seiten, 1 Zeichnung.

572  Alfred Demarc [Alfred von Meysenbug]. Lucy’s Lustbuch.

€ 300

Frankfurt, März Verlag 1971. Durchgehend farbig illustriert. Farbiger Originalpappband.

Originalausgabe, eines von sehr wenigen Exemplaren, die der Makulierung entgingen. – Skandal-Buch der Zeit: In grellbunten Comic-Strips schildert Alfred von Meysenbug das ausschweifende Lust- und Liebes-Leben der Protagonistin, die dabei an allerlei A- und B-Promis gerät, u. a. an Freddy Quinn, Heino, Peter Alexander, Roy Black, Elvis, Mick Jagger und Rainer Barzel. Auch Franz-Josef Strauss tritt auf mit der Frage »Gibt’s hier wos z’ficken?«. – Das war dem Staatsanwalt (wahrscheinlich auf Betreiben des CSU-Granden) Grund genug, das Buch einstampfen zu lassen und ein Verfahren gegen Jörg Schröder einzuleiten. In seinen Memoiren vermutet Schröder, dass noch höchstens 20 Exemplare des Buches im Umlauf sind. – Dazu: ACID. Neue amerikanische Szene herausgegeben von R. D. Brinkmann und R. R. Rygulla. Darmstadt, März 1969. Mit zahlreichen Illustrationen nach Zeichnungen, Fotografien und Collagen. Gelbe Originalbroschur mit Ausstanzungen und Umschlagbild. Erste Ausgabe der bedeutenden Anthologie der amerikanischen Pop- und Underground-Szene. Mit Beiträgen von Charles Bukowski, William S. Burroughs, Ted Berrigan, Andy Warhol u. v. a.

26,3 : 19,4 cm. [80] Seiten. – Rücken verblasst, dort die Bezugsfolie etwas abgelöst.

573  Jörg Fauser – Zoom 1.

€ 300

Wonnemond 71. Frankfurt am Main 1971. Mit zahlreichen Abbildungen nach Fotos und Zeichnungen und einem doppelblattgroßen farbigen Zoom-Poster. Drei gefaltete Doppelblätter.

Seltene Originalausgabe. – Herausgegeben von Volker Dahl, Hans-Jürgen Schmidt und Peter Sieke, die Schriftleitung hatte Jörg Fauser. – Text- und Bildbeiträge u. a. von Bernhard Höke, Texte von W. S. Burroughs, Bob Dylan und ein Artikel »Marihuana & Haschisch, eine sachliche Zusammenstellung und Gedanken zum Thema«. – Die Herausgeber betrieben das Frankfurter Rocklokal »Zoom« und engagierten Jörg Fauser als Redakteur ihrer Untergrund-Zeitung. »Die Geschichte des ›Zoom‹ ist typisch für das Verebben der Sechziger: Jazz ist out, die Revolution ein Verkaufsrenner, Rock kommt. […] Was genau sich die Betreiber der Rock-Diskothek von der Zeitung versprachen, ist unklar, bekannt nur, dass sie im Frankfurter Nachtleben aktiv blieben und es publizistisch bei diesem einen Heft beließen. Probleme mit dem Rauschgiftdezernat vereitelten die Auslieferung der zweiten Ausgabe.« (Penze/Waibel. Jörg Fauser. Die Biografie. Berlin 2004). Das Juni-Heft 2 wurde zwar hergestellt, jedoch ließen Dahl und Schmidt die gesamte Auflage einstampfen. Jörg Fauser (1944–1987) verewigte in seinem autobiographischen Roman »Rohstoff« den berüchtigten Musikclub »Zoom«, der auch wegen des dort freizügig gehandhabten Umgangs mit »Rohstoff« in die Geschichte der Frankfurter Szene dieser Jahre einging und im Juni 1971 auf Verfügung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs Kassel geschlossen wurde.

42,0 : 29,5 cm. 12 Seiten. – Mit zeitungstypischer Querfaltung, dort leicht gebräunt und brüchig.

574  Die Schastrommel.

€ 1000

Organ der österr. Exilregierung. Herausgegeben von Günter Brus u. a. Hefte 1–3, 6–8 (a–c), 9, 10, 12. – Die Drossel. Hefte 13–16. Bozen, Stuttgart und Berlin 1970–1976. Eine klammergeheftete und 14 illustrierte Originalbroschuren.

Umfangreiche Folge, es fehlen lediglich die Hefte der Schastrommel 4, 5 und 11 und das abschließende Heft 17 der Fortsetzung »Die Drossel«). – Hefte 1 und 2 in zweiter Auflage. – Meist eins von 500 Exemplaren. – Mit farbig serigraphierten Umschlägen und Zwischentiteln. – Heft 8 (dreiteilig mit dem Werkverzeichnis der Brus-Aktionen 1964–1970), Heft 9 mit dem Bericht vom Berliner Dichterworkshop 1972, Heft 16 mit der Serigraphienfolge »Circannual« von Günter Brus. – Alle gut erhalten.

29,7 : 21,0 cm.

Archiv Sohm S. 135 (Abbildung von Heften 1–6)

575  Die Schastrommel.

€ 450

Organ der österr. Exilregierung. Herausgegeben von Günter Brus u. a. Hefte 1, 2 und 6–8 (a–c). Bozen (und Stuttgart, Hansjörg Mayer) 1970–1972. Eine klammergeheftete und sechs illustrierte Originalbroschuren.

Heft 1 (Gründungsaufruf der Künstlergruppe um Gerhart Rühm, Hermann Nitsch, Günter Brus, Oskar Wiener und Otmar Bauer) und Heft 2 in zweiter Auflage. – Der klammergeheftete Aufruf von Brus auf der letzten Seite signiert. – Je eins von 500 Exemplaren. – Das dreiteilige Heft 8 enthält das Verzeichnis der Aktionen von Günter Brus aus den Jahren 1964–1970. Mit farbig serigraphierten Umschlägen und Zwischentiteln.

29,7 : 21,0 cm.

576  Günter Brus. Aktionen 1964–1970.

€ 300 ( R7 )

Die Schastrommel. Hefte 8a, 8b, 8c. Bozen, Dezember 1972. Mit zahlreichen, teilweise ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschuren.

Eins von 500 Exemplaren. – Mit farbig serigraphierten Umschlägen und Zwischentiteln. – Heft 8a: Aktionen 1964–1966. – Heft 8b: Aktionen 1967–1968. – Heft 8c: Aktionen 1969–1970. – Vorsatzblatt des ersten Heftes von Brus eigenhändig signiert. – Die komplette Folge der Nummer 8 dokumentiert die berühmten Aktionen von Günter Brus und den Wiener Aktionisten Kren, Hoffenreich, Wolters, Muehl, Schwarzkogler und Nitsch.

29,7 : 21,0 cm.

577  Günter Brus. Irrwisch.

€ 250

Frankfurt am Main, Kohlkunstverlag 1971. Faksimile nach Zeichnungen und Typoskript, einige farbig. Farbig illustrierte Originalbroschur.

Wohl eins von 500 Exemplaren. – Enthält auch die »Irrwischsonate«. – Dazu: Günter Brus und Dominik Steiger. Jeden Jeden Mittwoch. Ein Zwoman. Berlin, Edition Hundertmark 1974. Durchgehend mit reproduzierten Zeichnungen. Originalbroschur. Eins von 600 Exemplaren, von beiden Künstlern im Druckvermerk signiert. Bildgeschichte von zwei interagierenden Büchern. – Beigabe: Günter Brus. Wandelsterne. 1979.

29,7 : 21,0 cm. [136] Seiten bzw. [122] Blätter.

578  Günter Brus. Fünf Werke aus Brus’ Verlag »Das hohe Gebrechen«.

€ 300

Altona und Hohengebraching 1977–1979. Alle illustriert und teils nach der Handschrift des Künstlers. Illustrierte Originalbroschuren.

Geschichten aus dem Sommerhaus. 1977. Originalpappband. Eins von 125 Exemplaren, Druckvermerk signiert. – Die Falter des Vorschlafs. 1978. – Gestirnabzeichen. 1978. – Das Rufwort. 1979. – Wandelsterne. 1979. – Diese vier in Auflagen von je 600 Exemplaren. – Dazu eine Dublette von »Wandelsterne«. – Ca. 29 : 21 cm. Alle gut erhalten.

579  Günter Brus. Blitzartige Einfälle in vorgegebene Ideen.

€ 450 ( R7 )

Bild-Imprimaturen und Trivialeums-Überzeichnungen von Günter Brus, auf den Weg gebracht und begleitet von Arnulf Meifert. [Ostfildern], Cantz 1996. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Katalog zur Ausstellung April–Juni 1996 in der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz, Juli–August 1996 in Moderna Galerija, Ljubljana. – Mit eigenhändiger Widmungszeichnung »Blitzartige Gebeinfälle für Birgit und Werner (mit 1000 Dank)« von Günter Brus auf dem Titelblatt.

29,0 : 24,0 cm. 208 Seiten.

580  Ver Sacrum.

€ 750

Neue Hefte für Kunst und Literatur. Herausgegeben von Hilde Spiel, Otto Breicha und Georg Eisler. [Fünf Bände, alles Erschienene]. Wien und München, Jugend und Volk 1969–1974. Mit 45 Originalgraphiken und zahlreichen farbigen Tafeln. Farbig illustrierte Originalbroschuren.

Vollständige Serie dieses mehr oder weniger erfolgreichen Versuchs, eine bibliophil ausgestattete Bestandsaufnahme der österreichischen Nachkriegskunst und -literatur zu etablieren. In Format und Ausstattung der berühmten gleichnamigen Vorgängerin verpflichtet, erschienen allerdings nur fünf Ausgaben (ohne 1973, Band 1974 dafür in deutlich größerem Umfang). – Jeweils eins von 500–1500 Exemplaren der Ausgabe mit den unsignierten Graphiken von Georg Eisler, Rudolf Hausner, Alfred Hrdlicka, Bernhard Jäger, Maria Lassnig, Rudolf Schönwald, K. R. H. Sonderborg, Hinz Stangl und Fritz Wotruba (teils mehrfach vertreten). – Zu den namhaften Autoren zählten Ilse Aichinger, H. C. Artmann, Thomas Bernhard, Wolf Biermann, Heimito von Doderer, Erich Fried, Peter Handke, Ernst Jandl, Friderike Mayröcker, Albert Paris-Gütersloh, Gerhard Rühm u. a.

30,5 : 28,0 cm. – Die ersten Blätter in IV lose.

581  Charles Sorlier. Bernard Buffet. Lithographe II.

€ 200

1979–1986. Préface de Sylvie Forestier. Paris, Michèle Trinckvel 1987. Mit zwei Farblithographien und etwa 200 meist ganzseitigen Farbabbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Teil II des Werkverzeichnisses von Sorlier, der an den ersten Band von 1979 anknüpft. – Tadellos erhalten.

32,8 : 25,0 cm. 264, [2] Seiten, 2 Lithographien.

582  Paul Celan. Mohn und Gedächtnis.

€ 1200

3. Auflage. Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt 1958. Schwarzer Originalleinenband mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel und dem Folienumschlag. – Widmungsexemplar.

Mit eigenhändiger Widmung des Verfassers »Für Wolfgang Carl / Paul Celan / Paris, September 1958«. – Der zweite Gedichtband Celans erschien erstmals 1952.

19,1 : 11,8 cm. 75, [5] Seiten. – Der Folienumschlag oben abgerissen. Rücken etwas verblasst.

Glenn B 02

583  Paul Celan. Atemkristall.

€ 3000

Radierungen von Gisèle Celan-Lestrange. Paris, Edition Brunidor 1965. Mit acht Radierungen. Cremefarbener Kalblederband mit Rückentitel und Deckelillustration in Blindprägung nach einer der Radierungen (signiert: Werkstatt Schoy Essen). In Schuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe. – Eins von 70 Exemplaren, weiterhin 15 römisch nummerierte Künstlerexemplare. – Im Druckvermerk von Dichter und Künstlerin signiert. – Auf Velin BFK Rives. – Jeweils ein Gedicht auf einer Seite, rückseitig unbedruckt, in großartiger Typographie gesetzt und gedruckt von Fequet et Baudier, die Radierungen druckte Lacourière-Frélaut. – Der Brunidor-Verleger Robert Altmann hatte Paul und Gisèle Celan durch Gherasim Luca kennengelernt, der mit Paul Celan schon in seiner Bukarester Zeit befreundet war. Bald entstand der Plan zu dieser Ausgabe. – Sehr schöner Handeinband aus der Werkstatt der Dorfner-Schülerin Frida Schoy (1889-1963) an der Folkwang Werkkunstschule. – Siehe die folgende Katalognummer.

33,5 : 26,3 cm. [26] Textblätter, 8 Radierungen. – Der heller Einband am Rücken minimal nachgedunkelt.

Glenn B08. – Monod 2382. – Brunidor II.3

584  Paul Celan. Schwarzmaut.

€ 3000

Radierungen von Gisèle Celan-Lestrange. Paris, Edition Brunidor 1969. Mit 15 Radierungen. Schwarzer Kalblederband mit Rückentitel und Deckelillustration in Blindprägung nach einer der Radierungen. Im Schuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe. – Eins von 70 Exemplaren, weiterhin 15 römisch nummerierte Künstlerexemplare. – Im Druckvermerk von Dichter und Künstlerin signiert. – Auf Velin BFK Rives. – Jeweils ein Gedicht auf einer Seite, rückseitig unbedruckt, die Typographie wie bei »Atemkristall«, jedes Gedicht von einer Radierung begleitet. – Der unsignierte Handeinband stammt wohl ebenfalls aus der Werkstatt Schoy. Gestaltet nach dem gleichem Konzept wie der vorherige, bildet er mit seinen schwarzen Vorsatzpapieren und dem schwarz kaschierten Schuber ein perfektes Gegenstück.

33,5 : 26,3 cm. [20] Textblätter, 15 Radierungen. – Tadellos.

Glenn B16. – Nicht bei Monod. – Brunidor II, 15

585  Paul Celan. Atemkristall. – Schwarzmaut.

€ 120

– Mit Radierungen von Gisèle Celan-Lestrange Frankfurt am Main, Suhrkamp 1990. Mit 23 Abbildungen nach Radierungen. Zwei Originalbroschuren mit schwarzen -umschlägen im gemeinsamen Originalleinenschuber.

Exemplar 461 von 980. – Faksimile der bibliophilen Originalausgaben von 1965 und 1969 (siehe die vorherigen Katalognummern).

32,0 : 24,6 cm. 35 und 36 Tafeln.

586  Eduardo Chillida – Aischylos. Die Perser.

€ 4500

Die früheste vollständig überlieferte Tragödie der Weltliteratur. Übertragen von Emil Staiger. Mit vier Holzschnitten von Eduardo Chillida. Neu-Isenburg 1978. Mit drei ganzseitigen Holzschnitten, davon einer signiert. Lose Doppelblätter in Originalumschlag mit einem Holzschnitt auf dem Vorderdeckel. In schwarzer büttenbezogener Originalchemise und schwarz-weißem Originalschuber.

Sechster Druck der Edition Tiessen. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der signierten Suite aller vier Holzschnitte auf handgeschöpftem starkem Bütten von Richard de Bas (Gesamtauflage 170). – Bei allen Exemplaren wurde auch der erste Holzschnitt im Buch und der Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches, gesetzt aus der Janson-Antiqua, gedruckt in den Werkstätten der Trajanus-Presse. – Mit der Beilage »Anmerkungen und Nachwort von Emil Staiger«. – Wolfgang Tiessen erinnerte sich 2009, dass Chillida, der »von meinem Textvorschlag spontan angetan« war, die Bedingung stellte, den Satz der Textseiten zu sehen, »denen die Holzschnitte gegenüber stehen sollten«. So entstand eines der schönsten Malerbücher des späten 20. Jahrhunderts, dass »zu den Glücksfällen der Edition zählt […] Die Holzschnitte Chillidas für Aischylos bilden harte rhythmische Formstöße, die an die monumentalen Eisenskulpturen des Bildhauers erinnern […]« (Lothar Lang). – Tadellos erhalten.

32 : 22 cm. 52, [4] Seiten, 4 Holzschnitte.

Van der Koelen 78003–78006. – Spindler 41.6. – Tiessen V, 7. – Lang, Tiessen S. A 15 und ET 6. – AdA 2009/1

587  Chillida.

€ 200

Derrière le miroir 242. Paris, Maeght 1980. Mit zwei Prägedrucken und zahlreichen Abbildungen. Lose Doppelbogen in Originalumschlag. Zusammen in Originalchemise und -schuber mit Deckelschild.

Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Velin. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert.

25, [3] Seiten. 38,0 : 28,0 cm. – Chemise etwas, Schuber stärker fleckig.

588  Leonardo Clerici. L’Oracle de l’avant-garde.

€ 900 ( R7 )

Dictionaire sophiste. Lyre Lame Futuriste. Dictionaire hermeneutique & poetique. Brüssel, Editioni Anastatike Istituto di Skriptura 1994. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur, mit Klammerheftung in Holz-Eisen-Klemmschiene. In der Originalmappe mit zwei Stempelsignaturen.

Eins von 400 nummerierten Exemplaren, weitere elf Exemplare kamen nicht in den Handel. – Erschienen anlässlich der großen Futuristen-Ausstellung 1994 der Bibliotheca Wittockiana in Brüssel, die Clerici, der Enkelsohn von Filippo Tommaso Marinetti, organisierte. Bereits 1991 hatte er in Rom eine vielbeachtete Marinetti-Retrospektive initiiert. – Für das großformatige Katalogbuch wurden zahlreiche Auszüge aus futuristischen Manifesten, Publikationen sowie von der Bewegung beeinflusste bzw. sie prägende Bücher faksimiliert und kommentiert. – Die Titelseite mit der Reproduktion der berühmten Marinetti-Porträtfotomontage von Severini. – Der Materialmix (Dünndruckpapier, Holz und Eisen) und besonders die Bindung unter Verwendung einer Magnetschiene zitiert futuristische Motive.

60,0 : 43,0 cm. [108] Seiten. – Mappe minimal fleckig, das Buch tadellos.

589  Jean Cocteau – Jean Genet. Querelle de Brest.

€ 1500

[Paris ? 1948]. Mit 29 blattgroßen Lithographien nach Zeichnungen von Jean Cocteau sowie einer auf dem Umschlag wiederholten Titelbordüre. Originalbroschur.

Erste Ausgabe, selten. – Eins von 460 nummerierten Exemplaren auf »Vélin a la forme (Gesamtauflage 525). – Beigelegt die gedruckte Notiz vom September 1947 zur Verzögerung der Fertigstellung und dem für den nächsten Herbst geplanten Erscheinungstermin. – Das berühmt-berüchtigte, im Gefängnis verfasste Werk Genets mit den homoerotischen Illustrationen von Jean Cocteau: »Verdammt und zugleich gepriesen wie wenige andere Werke des 20. Jh.s ist Genets ›Querelle de Brest‹ ein Höhepunkt der Daseinsanalyse des modernen Menschen. […] Die Glorifizierung des Gesetzesübertreters wurde zum Mittelpunkt seiner Prosa wie seines dramatischen Werks. Der Mord als die betont erotische Variante des Tötens steht in Genets Wertskala obenan« (KNLL). – Nach mehreren Anklagen und Verurteilungen drohte dem Dichter lebenslange Haft. Auf Fürsprache von Cocteau und Sartre wurde Genet 1949 begnadigt.

31,1 : 24,0 cm. 305, [7] Seiten. – Stellenweise unbedeutend stockfleckig.

Monod 5246. – KNLL VI, 212 (irrtümlich 1953)

590  Antoine-François Cosyns – Honoré de Balzac. Le Père Goriot.

€ 1000

Dessins et gravures de Cosyns. Paris, Mornay 1933. Mit 13 Radierungen und 23 Illustrationen im Text. Dunkelroter Chagrinlederband mit reicher Gold- und Blindprägung, olivgrünen Lederspiegeln mit Vergoldung, grünen Seiden- und Marmorpapiervorsätzen, Kopfschnitt vergoldet (signiert: Yvan West?).

Exemplar 1 auf handgeschöpftem altem Japanpapier (Gesamtauflage 1058) mit allen Vorzeichnungen für die Radierungen und Illustrationen sowie den Umschlag, teils signiert, teils in mehreren Fassungen. Die Tusch- und Bleistiftzeichnungen, teils montiert, in einem Halblederband ohne Rückentitel, Buch und Suite zusammen im Schuber mit Lederkanten (Gesamtauflage 950 und 58 unverkäufliche Exemplare). – Band 66 der Reihe »Les Beaux Livres«. – Bei diesem unikaten Exemplar, im Druckvermerk dediziert »pour Monsieur JEP« (und mit dessen Holzschnitt-Exlibris) wurden die gefalzten Rohbogen geheftet und vom Buchbinder nur am Kopfsteg beschnitten und vergoldet. Der farbig illustrierte Originalumschlag wurde eingebunden.

25,8 : 21,0 cm. [4], 386, [4] Seiten, 13 Radierungen. – Beide Rücken gleichmäßig aufgehellt.

Monod 884. – Nicht bei Carteret

591  Brigitte Coudrain – La Fontaine. Fabeln. Dix tours de Maitre Renard. Zehn Streiche von Meister Fuchs.

€ 250

Radierungen Coudrain. Stuttgart, manus presse 1977. Mit zehn Radierungen im Text und einer radierten Deckelvignette. Originalpappband.

Eins von 150 Exemplaren, davon 33 als Vorzugsausgabe. – Im Druckvermerk von der Künstlerin signiert. – Auf Velin Richard de Bas. – Sehr reizvolle Illustrationsfolge der 1934 geborenen Brigitte Coudrain mit Radierungen in Schwarz, Grün und Rötel, teils auch zweifarbig gedruckt. – Französisch und Deutsch, die Übersetzung stammt von Rolf Mayr. – Tadellos.

26,7 : 17,5 cm. 39, [1] Seiten.

Spindler 161.16

592  Salvador Dali – Dali illustre Casanova

€ 2000

de vingt et un originaux qu’il a gravés. Paris, Cercle du Livres Précieux 1967. Mit 14 Farbheliogravüren und sieben Vignetten nach Salvador Dali. Lose Lagen in farbig illustriertem Originalumschlag und Originalseidenchemise. Zusammen in Seidenschuber mit montierter Velour-Tapisserie.

Erste Ausgabe dieser Auswahl und mit den Dali-Illustrationen. – Eins von 365 Exemplaren (Gesamtauflage 390). – Gedruckt auf Velin de Rives. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Der Meister der surrealistischen Kunst wählte für seine erotischen Illustrationen sieben Episoden aus Giacomo Casanovas Memoiren aus, jede mit einer Kopfvignette und zwei ganzseitigen Graphiken. – Schönes Exemplar.

38,5 : 29,0 cm. 105, [7] Seiten, 14 Heliogravuren.

Monod 2320

593  Salvador Dali – Hommage a Meissonier.

€ 200

Lithographies originales de Salvador Dali. Paris, Hotel Meurice 1967. Mit vier Farblithographien. Originalbroschur mit illustriertem Originalumschlag.

Katalog zur Ausstellungseröffnung im Hotel Meurice, Paris, am 30. November 1967. – Die Lithographien schuf Dali eigens für diesen Katalog. – Dazu: Maurice Sandoz. La Limite. Illustrations de Salvador Dali. Paris, La Table Ronde 1951. Mit sieben Illustrationen auf Tafeln, eine davon farbig. Originalbroschur.

27,5 : 21,5 cm; 25,1 : 17,7 cm. [30] Seiten, 4 Lithographien; 98, [4] Seiten, 7 Tafeln. – Umschlagränder berieben.

594  Salvador Dalí. Être Dieu.

€ 300 ( R7 )

Opéra-poème, audiovisuel et catharre en six parties. Barcelona, Editiorial Mediterrània 1985. Textbuch mit zahlreichen fotografischen Tafeln und Abbildungen sowie drei Schallplatten und eine Farblithographie von Salvador Dalí. Drei blaue Originalmoiréseidenbände bzw. -kassetten mit goldgeprägten Titeln.

Eins von 500 Exemplaren der seltenen Originalausgabe. – Die Oper Dalís, basierend auf einem Libretto von Manuel Vázquez Montalbán, wurde durch den französischen Avantgardemusiker Igor Wakhévich vertont. – Bei der Uraufführung 1974 spielte Dali die Titelrolle. Der Textband mit Biographien der Mitwirkenden, Einleitungstexten, vielen Bildern von der Aufführung und dem Text in Französisch, Katalan, Spanisch und Englisch. – Die beigelegte Farblithographie »Autoretrat« nach dem Gemälde von 1972. – Die drei LP mit der Aufnahme der Aufführung von 1974. – Buch, Lithographie und die Schallplattenlabel nummeriert. – Selten und sehr gut erhalten.

31,5 : 31,5 cm. 228, [8] Seiten. – Seidenrücken und -ränder leicht verfärbt.

595  Josef von Diveky – Heinrich Heine. Der Doktor Faust.

€ 300

Ein Tanzpoem, nebst kuriosen Berichten über Teufel, Hexen und Dichtkunst. Mit Zeichnungen von Josef von Diveky. Berlin, Morawe & Scheffelt 1912. Mit zwölf ganzseitigen schablonenkolorierten Illustrationen und zahlreichen farbigen Initialen und Vignetten. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Deckelbezügen aus orangefarbener Wildseide (Leipziger Buchbinderei AG, vormals Gustav Fritzsche Handbindekunst, Berlin). Im Schuber.

Eins von 400 Exemplaren. – Auf Van Gelder-Bütten. – Zehn der leuchtend farbigen Tafeln wurden als Doppelseiten konzipiert und diese jeweils in identischen Farbpaaren koloriert. – Joseph von Diveky, ungarischer Graphiker, zählte zu den wichtigsten Mitarbeitern der Wiener Werkstätte. Seine Illustrationen sind Musterbeispiele der von dieser Vereinigung geschaffenen Kunstwerke. – Die Vorsatzpapiere in Grün, Orange, Violett und Schwarz gedruckt. – Unbeschnitten. – Mit dem Beiheft (Nachwort von Karl Georg Wendriner).

22,2 : 18,3 cm. 84, [4] Seiten. – Deckel ganz leicht aufgebogen, Bezugsseide etwas lichtrandig. Schnitt minimal gebräunt.

Sennewald 12,3

596  Alfred Döblin. Wallenstein.

€ 450

Roman. Erster [und] Zweiter Band. Berlin, S. Fischer 1920. Originalpappbände, beide mit dem typographisch gestalteten Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Die ebenso typisch wie unprätentiös gestalteten Verlagsschutzumschläge sind heute nahezu unauffindbar. – »Zu diesem Werke mit mehr negativen Zeitvorzeichen tritt mit ›Berge Meere und Giganten‹ [folgende Katalognummer] das Werk mit mehr positiven; zu dem Werke aus Gestalt gewordener Erkenntnis das persönliche Bekenntniswerk« (Albert Soergel, Dichtung und Dichter der Zeit, Neue Folge).

20,5 : 13,5 cm. 386, [2]; 490, [2] Seiten. – Umschläge gebräunt und mit kleinen Randläsuren.

Raabe/Hannich-Bode 58.11

597  Alfred Döblin. Berge, Meere und Giganten.

€ 300

Roman. Berlin, S. Fischer 1924. Originalhalbleinenband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung des Verfassers für »Dr. Sigismund Cohn mit […] kollegialen Grüßen«. – »Berge, Meere und Giganten« und »Wallenstein« gelten sprachlich und inhaltlich als Wendepunkte in Döblins Schaffen. – Widmungsexemplare von ihm sind selten.

20,5 : 13,0 cm. 588, [4] Seiten. – Rücken leicht gebräunt und minimal bestoßen, Buchblock fast unvermeidlich und nur minimal gelockert.

Raabe/Hannich-Bode 58.16

598  Friedrich Dürrenmatt. Gesammelte Werke.

€ 700

in sieben Bänden. Zürich, Diogenes 1988. Bordeauxrote Originalkalblederbände mit Rückenschild. Zusammen in der Originalkassette.

Eins von 333 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder. – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – Herausgegeben von Franz Joseph Görtz. – Band 1 und 2: Stücke. – Band 3: Stücke und Hörspiele. – Band 4: Roman. – Band 5: Erzählungen. – Band 6: Stoffe I–III, Zusammenhänge, Essays und Gedichte. – Band 7: Essays und Gedichte. – Mit dem Beiheft »Einführung von Franz Joseph Görtz und Georg Hensel, Chronik, Editorische Notiz, Inhaltsübersicht«.

19 : 12 cm.

599  Josef Eberz – Curt Moreck. Die Pole des Eros.

€ 200

Hannover, Heinrich Böhme [1918]. Mit sieben Lithographien von Josef Eberz. Halblederband mit Rückenschild und vergoldetem -titel. In privater Seidenkassette.

Erste Ausgabe. – Eins von 150 Exemplaren auf Japan-Bütten (Gesamtauflage 180). – Im Auflagenvermerk von Künstler und Autor signiert. – »In ihrer ursprünglichen, nicht für die Öffentlichkeit bestimmten Fassung wurde die Novelle ›Die Pole des Eros‹ im Herbst des Jahres 1912 beendet« (Druckvermerk). – Eine der ersten Prosaarbeiten des Dichters. – Schönes, sauberes Exemplar, der Originalumschlag wurde eingebunden.

25,4 : 19,0 cm. 85, [3] Seiten.

Raabe/Hannich-Bode 210.8. – Sennewald 18, 9. – Jentsch, Expressionismus 41

600  Gustav C. Edzard. Lieder der Sommernächte.

€ 400

Gedruckt für Ernst Rowohlt. München, Ernst Rowohlt 1908. Originalpergamentband mit Deckel- und Kopfschnittvergoldung.

Das erste Buch des Verlages. – Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Strathmore-Bütten (Gesamtauflage 270). – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – »Ernst Rowohlt hatte während seiner Buchhandelslehre in München, Paris und Leipzig 1908 und 1909 seine ersten beiden Bücher verlegt, als er im Herbst 1909 bei der Offizin Drugulin eine Stelle als Geschäftsführer der dort betreuten ›Zeitschrift für Bücherfreunde‹ übernahm.« (Göbel, S. 559). Der Band »Lieder der Sommernächte«, Gedichte seines Bremer Schulfreunds Gustav Edzard, erwies sich damals leider als unverkäuflich. Die wenigen prächtig ausgestatteten Vorzugsexemplare waren wohl Geschenkexemplare des Dichters. – Schönes Exemplar.

20,2 : 14,3 cm. [4], 36 Seiten. – Oberes Kapital minimal gestaucht.

Göbel 1

601  Hans Erni – Jules Renard. Histoire naturelles.

€ 900 ( R7 )

Illustrées de lithographies originales en couleurs par Hans Erni. Lausanne, André Gonin 1953. Mit 29 blattgroßen Farblithographien. – Lose Doppelbogen in illustriertem Originalumschlag, -halbpergamentchemise und Schuber. – Widmungsexemplar..

Eins von 199 Exemplaren, hier mit einer eigenhändigen Zeichnung und Widmung des Künstlers auf dem Vortitelblatt und einer Suite von elf Probeabzügen der Farblithographien, davon fünf Zustandsdrucke (Gesamtauflage 250). – Im Druckvermerk von Künstler und Autor signiert. – Auf Rives-Bütten. – Die Naturgeschichten Jules Renards zählen zu seinen bekanntesten Werken, der Aufstieg in den Literatenolymp blieb ihm jedoch versagt. Über sein Verhältnis zum Ruhm sagte er lapidar: »Ich möchte von der Minderheit gelesen und von der Mehrheit gekannt werden.«.

33,5 : 26,5 cm. 207, [5] Seiten, 11 Lithographien.

602  Hans Erni. Kandarenlamento.

€ 900 ( R7 )

Pferd und Liebende. Zürich, Ernst Scheidegger 1973. Mit neun blattgroßen Radierungen. Zweifach gefaltete Bogen lose in Originalumschlag. Zusammen in Halbpergamentkassette mit Rückenvergoldung.

Erste Ausgabe. – Eins von 96 Exemplaren (Gesamtauflage 105), zudem einige Künstlerexemplare. Hier mit einer erotischen Bleistiftzeichnung und Widmung des Künstlers auf dem Titelblatt. – Im Druckvermerk von Künstler und Verleger signiert. – »Diese bibliophile Ausgabe enthält: 18 unveröffentlichte handgeschriebene Gedichte in Faksimile, 9 Original-Kaltnadelradierungen auf einem lithographierten Untergrund und 22 handlithographierte Vignetten« (Druckvermerk). – Text und Radierungen wurden auf insgesamt elf zweifach gefalteten Bogen auf der Handpresse im Atelier St-Prex abgezogen. Das Papier wurde eigens für diese Edition in Japan hergestellt.

35,0 : 33,0 cm. 11 Blätter.

Tiessen IV, 79

603  Hans Erni. Gedanken und Gedichte.

€ 300

Frauenfeld, Huber [1982]. Mit Illustrationen von Hans Erni. Originalhalblederband mit Oleographiepapierbezügen und silbergeprägtem Rückentitel (signiert: R. Meuter, Ascona).

Edition Scheidegger. – Auf dem Vortitelblatt eine eigenhändige signierte Zeichnung von Hans Erni. – Der Schweizer Maler und Graphiker (1909–2015) gestaltete Briefmarken, Banknoten und Medaillen, illustrierte Sachbücher, literarische Werke und Enzyklopädien. Er schuf unzählige Plakate und große Wandbilder, unter anderem für das IOC, die UNO und Unesco.

20,0 : 13,0 cm. 159, [1] Seiten.

604  Max Ernst und Paul Eluard. Les malheurs des immortels.

€ 450

Übertragen aus dem Französischen durch Ulrich Serbser. Köln, Galerie Der Spiegel [1960]. Mit 21 Zinkätzungen nach Collagen von Max Ernst. Originalumschlag mit collagierter Zinkätzung. – Widmungsexemplar.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 250 Exemplaren (Gesamtauflage 335). – Nach der Typographie von Joseph Fassbender gesetzt aus der Mageren Memphis und als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Widmung »Herrn Dr. Gercken, alaaf! Max Ernst« verweist auf die Abstammung des Künstlers: 1922, im Alter von 31 Jahren verließ Max Ernst Köln, wo er 1919 mit Hans Arp und Johannes Theodor Baargeld die Kölner Dada-Gruppe gegründet hatte, und lebte fortan in Paris, später in den USA.

32,7 : 21,5 cm. [52] Seiten. – Oberrand des Vorderdeckels und der Rücken etwas verblasst.

Spindler 153.9. – Vgl. Spies Collagen 138-145 und 147-159

605  Max Ernst – René Char. Dente prompte.

€ 1200

Poème. Paris, Galerie Lucie Weill 1969. Mit elf farbigen Lithographien nach Collagen von Max Ernst, davon eine auf dem Umschlag. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -kassette.

Eins von 240 Exemplaren (Gesamtauflage 290). – Von Autor und Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches. – Die zehn Gedichte von René Char erschienen erstmals 1938 in »Dehors la nuit est gouvernée« unter dem Titel »Versions«.

49,0 : 41,0 cm. [58] Seiten. – Kassette mit Gebrauchsspuren, Ränder berieben. – Umschlaglithographie gebräunt. Lithographien durchschlagend und teilweise mit Abklatsch auf der gegenüberliegenden Seite.

Spies/Leppien A 19c

606  Max Ernst – Lewis Carrolls Wunderhorn.

€ 450

Auswahl der Texte von Max Ernst und Werner Spies. Original-Lithographien von Max Ernst. Stuttgart, manus presse 1970. Mit 36 meist blattgroßen Farblithographien. Blaugrüner Originalseidenband mit Deckelillustration.

Erste Ausgabe. – Eins von 1000 Exemplaren. – Auf Vélin d’Arches. – »Lewis Carroll und Max Ernst entsprechen sich in der Art und Weise, wie sie den Betrachter hinter den Spiegel führen.« (Werner Spies im Nachwort). – Tadellos.

33,5 : 25,0 cm. 78, [2] Seiten.

Spindler 161.12. – Spies/Leppien 135 E. – Brusberg/Völker 146. –

607  Max Ernst – Georges Ribemont-Dessaignes. Die Ballade vom Soldaten.

€ 600

34 Original-Lithographien von Max Ernst. Stuttgart, Manus Presse 1972. Mit 34 Farblithographien, davon 25 blattgroß, und zwei lithographierten Vignetten. Lose Doppelblätter in illustriertem Originalumschlag und hellblauer -leinenchemise und -schuber (H. Wennberg, Leonberg).

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 199 Exemplaren der deutschen Ausgabe (Gesamtauflage je 217 in deutscher, englischer und französischer Sprache sowie einmalig 98 Suitenausgaben). – Im Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches. – Druck der Lithographien auf den Pressen von Pierre Chave. – Eines der letzten von Max Ernst geschaffenen Malerbücher mit den eindrucksvollen Farblithographien. – Druckfrisches Exemplar.

40,0 : 30,0 cm. 95, [9] Seiten.

Spindler 161.15. – Vgl. Spies/Leppien 218, Brusberg 176 und Lang, Surrealismus 45 (alle die französische Ausgabe)

608  Max Ernst – Kleist · Brentano · Arnim. Caspar David Friedrich. Seelandschaft mit Kapuziner. Paysage marin avec un Capucin.

€ 600

Illustriert und ins Französische übertragen von Max Ernst. Zürich, Hans Bolliger 1972. Mit zwei signierten zweifarbigen Lithographien und sechs Illustrationen nach Collagen, alle ganzseitig. Lose Doppelblätter in Originalumschlag und -schuber. – Widmungsexemplar des Verlegers.

Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren »h.c.« mit Widmung von Annemarie und Hans Bolliger, wie die 77 Vorzugsexemplare mit zwei signierten Lithographien, gedruckt in zwei Farbstellungen (Blau-Schwarz und Grau-Schwarz) (Gesamtauflage 607 Exemplare). – Auf Velin von BFK Rives. – Der Text von Arnim und Brentano entstand unter dem Eindruck des Gemäldes von Caspar David Friedrich. Heinrich von Kleist überarbeitete die erste Fassung stark und veröffentlichte den Text in den von ihm herausgegebenen »Berliner Abendblättern«. – Max Ernst übertrug die Texte erstmals in Französische und illustrierte das Werk mit sechs Collagen. – Nachwort von Werner Spies. – Tadellos erhalten.

33,7 : 26,0 cm. 33, [3] Seiten.

Spies/Leppien 219 I und II C. – Brusberg/Völker 174

609  Max Ernst – Jean Giraudoux. Judith.

€ 400

Tragödie in drei Akten. Lithographien von Max Ernst und Dorothea Tanning. Stuttgart, manus presse 1972. Mit je sechs ganzseitigen farbigen Lithographien beider Künstler. Lose Doppelbogen in Originalleinenchemise und -schuber (H. Wennberg, Leonberg).

Eins von 500 Exemplaren. – Im Druckvermerk von beiden Künstlern signiert. – Übersetzung von Hans Feist und Otto F. Best. – Die Lithographien von Max Ernst entstanden nach Bühnenbildentwürfen, die von Dorothea Tanning nach Kostümentwürfen zu »Judith«.

41,6 : 29,7 cm. 49, [3] Seiten.

Spies/Leppien A 28 C. – Spindler 161,14

610  Peter Schamoni. Max Ernst. Maximiliana.

€ 750

Die widerrechtliche Ausübung der Astronomie. L’exercice illégal de l’astronomie. The illegal practice of astronomy. Hommoge [sic!] à Dorothea Tanning. München, Bruckmann 1975. Mit einer signierten und nummerierten Farblithographie von Max Ernst und zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband mit silbergeprägtem Titel. Im Schuber.

Eins von 69 Exemplaren der Vorzugsausgabe. – Daneben 33 Künstlerexemplare. – Die grüne Fondfarbe wurde bei der Herstellung der Lithographie mit gedruckt. – Die Begleittexte in Französisch und Deutsch.

24 : 23 cm. [1], 89 Seiten, 1 Lithographie.

Nicht mehr bei Spies/Leppien

611  Expressionismus – Der Bildermann.

€ 2000

[ab Nummer 3:] Steinzeichnungen für das deutsche Volk. Herausgegeben von Paul Cassirer. Erster Jahrgang, No. 1 [bis] 18 [alles]. Berlin, Paul Cassirer 1916/1922. Mit zahlreichen meist blattgroßen Lithographien. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Vollständige Folge dieser »berühmten graphischen Zeitschrift« (Paul Raabe), mit allen 18 Beilagen, eines der wenigen Exemplare in Halbpergament. – Auf Velin. – Die Halbmonatsschrift, die in Nachfolge der »Kriegszeit« erschien, stand dem Expressionismus näher als die Vorgängerin. – In den 18 Heften und Beilagen finden sich insgesamt 85 meist blattgroße Lithographien von Ernst Barlach, Oskar Kokoschka, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, Max Liebermann, Max Slevogt (der auch die Titelvignette entwarf), Heinrich Zille und Käthe Kollwitz sowie Rudolf Großmann, August Gaul, Ottomar Starke, Willi Jaeckel und Walther Klemm. Die Texte, meist Originalbeiträge stammen von Stefan Zweig, Robert Walser u. a. – Jede Nummer bestand aus einem Doppelblatt und einem Beilageblatt, letztere sind hier am Ende eingebunden. – Mit dem Vortitel und dem Zwischentitel »Lieder des Bildermann« vor den Beilagen. – »›Der Bildermann‹ will weite Kreise mit der Kunst in unmittelbare Fühlung bringen« (Paul Cassirer, 1916 im Börsenblatt, zitiert nach F./B.). – 1922 zeigte Cassirer die hier vorliegende Ausgabe an: »Den kleinen Rest dieser im Jahre 1916 erschienenen graphischen Zeitschrift habe ich in einen Halbpergamentband binden lassen.«.

36,5 : 28,5 cm. [112] Seiten. – Tadellos schönes Exemplar.

Söhn, HDOG 106. – Feilchenfeldt/Brandis Z 4.X. – Raabe, Zeitschriften 27. – Barlach (8): Schult 75–82. – Kirchner (3): Dube L 315C, 328C, 308. – Kokoschka (7): Wingler/Welz 78–84. – Slevogt (12 und 18): Söhn 23 c und 24–35. – Erich Heckel (4, Dube L 241 III B, 229 II, 242 II B). – Otto Mueller (1): Karsch 66. – Zille (7): Rosenbach 48 b, 49–54

612  Der Ziegelbrenner.

€ 1000

Herausgabe, Schriftleitung und Inhalt: Ret Marut. 1. [bis] 4. Jahr, Heft 1 [bis] 26/34. München, Ziegelbrenner 1917–1920. Zwölf rote Originalbroschuren.

Abgesehen vom abschließenden Heft 35/40 vollständige und sehr gut erhaltene Folge dieser seltenen, »denkwürdigen und einmaligen Zeitschrift« in den Original-Umschlägen. – »Der ›Ziegelbrenner‹ schlug wie eine Bombe in die Gehege der durch die Weltkriegszensur zahm und willig gewordenen Presse ein. Ret Marut setzte sich mit bis dahin für unmöglich geglaubter Kühnheit über alle Zensurvorschriften hinweg. Er wurde der demokratische Wolf in der Schafherde der Kriegspresse, der mutige Agent der Menschenrechte inmitten einer zitternden Schar von Kriegsanleihen-Propagandisten« (G. Ohly in der Faksimile-Ausgabe). – Heft 9–14: »Zensur. Alle Aufsätze, Besprechungen und Komödien, die während des Krieges dem Ziegelbrenner von der Zensur gestrichen wurden«. – Etwa zwei Jahrzehnte nach dem ersten Heft der »Fackel« von Karl Kraus wählte Ret Marut nicht von ungefähr dieselbe programmatische Umschlagfarbe. – Zunächst vierteljährlich erschienen, folgten bald zusammengefasste Mehrfachnummern: Heftfolge: 1, 2, 3, 4, 5–8, 9–14, 15, 16/17, 18/19, 20–22, 23–25, 26–34. – Dazu: Dublette von Heft 3.

21,0 : 11,8 cm. – Vorderumschlag von Heft 1 und einige Umschlagränder leicht gebräunt, ebenso papierbedingt die Seitenränder einzelner Hefte.

Dietzel/Hügel 3310

613  Musikblätter des Anbruch. – [ab 1929:] Anbruch.

€ 400

[Untertitel ab 1928:] Monatsblätter für moderne Musik. VIII. [bis] XII. Jahrgang. Wien, Universal Edition 1926–1930. Mit Musiknoten, Abbildungen nach Fotografien und einigen Illustrationen. Fünf Halbleinenbände mit vergoldeten Rückentiteln.

Vollständige Teilfolge der mittleren Jahrgänge. – Die Zeitschrift wurde 1919 als Seitenstück der expressionistischen literarischen Zeitung »Der Anbruch« von deren Herausgeber gegründet und erschien bis 1937. Ab dem 3. Jahrgang übernahm Paul Stefan die Schriftleitung. »Der ›Anbruch‹ ist […] eine der wichtigsten Quellen zur Erkenntnis der Entwicklung der Neuen Musik in der Zeit zwischen den Kriegen […] die einzige deutsche Zeitschrift, in der rückhaltlos für die Musik der Wiener Schule eingetreten werden konnte. [… 1938 erhielt die Zeitschrift …] die unter der maßgeblichen Mitarbeit von Theodor W. Adorno auch ein außerordentliches intellektuelles Niveau erreicht hatte, auf der […] Ausstellung ›Entartete Kunst‹ einen bevorzugten Platz […]«. Nach dem Anschluss Österreichs wurde die Zeitschrift eingestellt. – Mit Beiträgen von Theodor Adorno (16, u. a. zu Gustav Mahler und zu Tonaufzeichnungsgeräten), Max Brod (Erinnerung an Leos Janacek), Ernst Krenek, Arnold Schönberg, Kurt Weill (»Zum Jazz«), Statistiken, Notenbeispielen, internationalen Kritiken von Adolf Wiessmann, Boris Assafieff u. v. a. – Die ersten drei Bände u. a. mit den Themenheften »Tanz in dieser Zeit« (u. a. Wigman, Palucca, Duncan), »Musik und Maschine« (u. a. Laszlo Moholy-Nagy »Musico-mechanico, mechanico-optico«), »Oper« (mit sechs Illustrationen von Carry Hauser), »Das Klavierbuch« und »Gesang«. – Mit zahlreichen überaus spannenden Anzeigen zu Musikliteratur, Tanzschulen, Aufführungen u. v. m. – Jeder Jahrgang umfasst zehn Ausgaben, teils als Doppelhefte erschienen, jeder Jahrgang mit Register. – Gut erhalten.

22,8 : 14,9 cm. Zusammen etwa 2000 Seiten. – Exlibrisstempel.

Dietzel/Hügel 2061. – Raabe, Zeitschriften 37 Anmerkungen

614  Morgenrot.

€ 120

Jahrgang I, Nr. 1. Kiel 1922. Mit drei blattgroßen Linolschnitten und vier Linolschnittvignetten von Albert Nuernberger. Gefalzter Druckbogen.

Sehr seltene Hauszeitschrift der Vereinigung der Schüler der Kunstgewerbeschule Kiel, die 1907 gegründet worden war. – Kein Nachweis im KVK, auch über Albert Nürnberger konnten wir keine biographischen Daten ermitteln. – Unter dem Einleitungstext die programmatische Vignette »Hört uns«, auf der letzten Seite »Dennoch«. – Gedruckt bei Chr. Haase & Co, Kiel.

25,0 : 17,0 cm. 8 Seiten. – Stockfleckig.

615  Esteban Fekete – Zwei von ihm originalgraphisch illustrierte Werke.

€ 300

1971 und 1984. Mit zusammen elf Farbholzschnitten. Originalleinenbände mit montierter Deckelillustration.

I. Anton Tschechow. Rothschilds Geige. Erzählung. Offenbach am Main, Edition Volker Huber 1971. Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 160). – II. Ursula Paschke. For Sale oder die Reise nach Bundoran mit acht Farbholzschnitten. Mülheim/Ruhr, Edition Anonyma 1984. Esteban Fekete zum 60. Geburtstag. Eins von 140 Exemplaren (Gesamtauflage 190). – Die Holzschnitte wurden von den Originalstöcken auf der Handpresse gedruckt. – Beigabe: Esteban Fekete. Werkverzeichnis der Druckgraphik, Band I und II.

I. 34,4 : 22,5 cm. 20, [6] Seiten. Rücken mit ganz schwacher Schmutzspur. – II. 33,2 : 30,9 cm. [56] Seiten.

Paschke 309–311 und 448–455

616  Ian Fleming. The Spy who loved me.

€ 400

With Vivienne Michel. London, Jonathan Cape 1962. Mit einer doppelseitigen Illustration. Dunkelbrauner Originalpappband mit Leinenstrukturprägung, silbergeprägtem Rückentitel und Deckelvignette in Blind- und Silberprägung. Mit dem farbigen Originalschutzumschlag nach Richard Chopping.

Erster Druck der ersten Ausgabe. – Flemings neunter James Bond-Roman wird aus der Sicht der jungen Kanadierin Vivienne “Viv” Michel erzählt. – Nahezu makelloses Exemplar.

19,4 : 13,0 cm. 221, [3] Seiten. – Schnitt etwas angestaubt.

617  Ian Fleming. You only live twice.

€ 400

London, Jonathan Cape 1964. Dunkelbrauner Originalpappband mit Leinenstrukturprägung, silbergeprägtem Rückentitel und japanischer Schriftzeile in Goldprägung auf dem Vorderdeckel. Mit dem farbigen Originalschutzumschlag nach Richard Chopping.

Erster Druck der ersten Ausgabe. – Der elfte Bond-Roman, verfilmt 1967 mit Sean Connery und Mie Hama als Bond-Girl Kissy Suzuki. – Tadelloses Exemplar.

19,4 : 13,0 cm. 255, [1] Seiten.

618  Paul Fort. Eigenhändiges Manuskript »Les enchanteurs.

€ 1000 ( R7 )

Médée. Merlin. Bulbul. Les Rois Mages. = Suivis des ›Heures de guerre‹. 1918.« 251 Blätter. Grüner Maroquinband der Zeit auf fünf Bünden, Rückentitel, Stehkantenfileten und breite Innenkantenbordüren vergoldet. Im Schuber.

Paul Fort (1872-1960) zählt neben Paul Verlaine und Stéphane Mallarmé zu den bedeutendsten französischen Dichter des Symbolismus. Seine Gedichte wurden u. a. von Arthur Honegger (1916), Jean Absil (1935), Henri Dutilleux (1938) und später Georges Brassens vertont. – Die vorliegende Reinschrift umfasst 251 in dünne Büttenpassepartouts montierte Blätter und war wohl ein Geschenk des Dichters an den Dramatiker, Übersetzer und Kritiker Léon Guillot de Saix (1885–1964). Auf das ersten Vorblatt montiert findet sich seine eigenhändige Dedikation, auf den Folgeblättern eine eigenhändige Briefkarte von Guillot de Saix an Paul Fort, ein eigenhändiger Brief des Dramatikers André de Lorde (1871–1942) und ein Verlagsprospekt mit der Einladung zur Subskription. – Dazu: Paul Fort. Les enchanteurs. Paris, Mercure de France 1919. Halbpergament der Zeit mit Rückenschild, Kopfgoldschnitt, Originalumschlag eingebunden. Erste Ausgabe. Eins von 123 nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf »Papier de Hollande«. Mit eigenhändiger Widmung für den großen Bibliophilen und »Censeur de la Banque de France« Charles Freund-Deschamps.

35,5 : 26,5 cm. [4, 1], 250 Blätter. – Exlibris Vicomte Clair.

619  Sepp Frank – Johann Wolfgang von Goethe. Balladen.

€ 250

Mit 34 Radierungen von Sepp Frank. Berlin, Paul Graupe 1919. Mit 14 ganzseitigen und 20 Textradierungen und Vignetten sowie Vorsatzpapieren mit Radierungen. Originalhalbpergamentband mit vergoldeter Deckelvignette.

Eins von 80 Exemplaren auf Kaiserlich Maschinen-Japan (Gesamtauflage 117). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Druck bei Otto von Holten, Berlin, und Heinrich Wetteroth, München. – Julius Schröder begründete mit diesem Band die Reihe »Meisterwerke der Weltliteratur mit Original-Graphik«, die ab Band III im eigenen Verlag am Tegernsee erschienen. – Die meisten seiner Editionen enthielten Radierungen von Sepp Frank, der wegen seines düsteren und geheimnisvollen Stils zu den markantesten Buchillustratoren der 1920er Jahre zählt (und dennoch nicht bei Sennewald verzeichnet ist). – Schönes Exemplar.

32,7 : 25,8 cm. 102, [6] Seiten. – Einband leicht stockfleckig. Untere Ecken leicht gestaucht.

Rodenberg 432, 1

620  Max Frisch. Jürg Reinhart.

€ 120

Eine sommerliche Schicksalsfahrt. Roman. Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt 1934. Ziegelroter Originalleinenband mit Verzierungen in Schwarz und Gold.

Erste Ausgabe des Erstlingswerks.

19,5 : 12,3 cm. 242, [2] Seiten. – Rücken etwas verblasst.

621  Fritz Fröhlich. Shakespeare: Macbeth. 10 Illustrationen.

€ 750 ( R19 )

Zehn Zeichnungen (Tusche bzw. Kohle). Um 1940/45. Ca. 12 : 18 cm. Monogrammiert, betitelt und nummeriert.

Unpublizierte Folge des österreichischen Malers und Graphikers Fritz Fröhlich (1910–2001), der seit 1948 an den Ausstellungen der von Alfred Kubin wiedergegründeten Innviertler Künstlergilde beteiligt war. Nach seinem Studium an der Wiener Akademie begann er 1937 als freischaffender Künstler zu arbeiten. 1938 vernichtete ein Atelierbrand sein Frühwerk fast vollständig. In den späteren Nachkriegsjahren wandte sich Fröhlich einem gegenständlichen Kubismus zu. – Die zehn Zeichnungen auf Transparent bzw. verschiedenen Büttenpapieren sind jeweils in ein Passepartout montiert. Am Unterrand sind sämtliche Blätter mit einer Bildnummer »2b/1[–]10« und einem Titel mit Verweis auf die Szene im Stück versehen. Nach dem kalligraphierten Inhaltsverzeichnis illustrieren die Zeichnungen die Hexenszene, Lady Macbeth und den König nach der Tat, die drei Erscheinungen, Lady Macbeth schlafwandelnd und das aufgespießte Haupt Macbeths. – Alle zehn Passepartouts und das Textblatt in einer einfachen Pappumschlagmappe mit Tuschfederdeckelvignette.

622  Hans Fronius – Georg Trakl. Helian.

€ 200

Mit fünf Original-Lithographien von Hans Fronius. Frankfurt am Main [1963]. Mit fünf montierten blattgroßen Lithographien, alle signiert. Originalpappband mit montiertem Deckel- und Rückenschild (Willy Pingel, Heidelberg).

Fünfter Ars librorum Druck. – Exemplar 58 von 99 Exemplaren. – »Helian«, wohl eine Anspielung auf Verlaines »armen Lelian« »… ist mir das Teuerste und Schmerzlichste, was ich je geschrieben« (Trakl 1913). – »Der deutschsprachigen Dichtung hatte eine ihrer größten Sternstunden geschlagen« (Otto Basil, Georg Trakl. 1965, S. 127).

51,5 : 37,0 cm. 12, [4] Seiten.

Rethi L 146–151. – Spindler 40.25

623  Hans Fronius. Ein Landarzt.

€ 300

Fünf Lithographien zu der Erzählung von Franz Kafka. Hildesheim, Schrift und Bild 1966. Fünf signierte Lithographien. Mit fünf Textblättern lose in Originalhalbleinenmappe.

Eins von 100 Exemplaren, ferner 15 Künstlerexemplare. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Die Lithographien tragen die Titel »Der Aufbruch«, »Rosa und der Knecht«, »Die Wunde«, »Das Gespräch« und »Die Heimfahrt«. – Mit dem vollständigen Text der Erzählung und einem Vorwort von Hans A. Halbey. – Tadellos erhalten.

58,0 : 42,8 cm (Mappe).

Rethi 186–190 und Publikationen 55

624  Ernst Fuhrmann. Der Geächtete.

€ 300

Roman. Friedrichssegen/Lahn, Folkwang-Auriga 1931. Originalpappband. – Mit Besitzvermerk von Raoul Hausmann.

Erste Ausgabe, die seltene Originalausgabe. – Ernst Fuhrmann war als Verwalter für den geschlossenen Verkauf des Nachlasses von Karl Osthaus an das Essener Museum verantwortlich. – Von Hausmann auf dem Titelblatt mit Bleistift signiert und datiert »Juli 1931«. Raoul Hausmann bedankte sich am 31.7.1931 in einem Brief an Fuhrmann: »selbstverständlich behalte ich das mir übersandte Buch ›Der Geächtete‹. Es ist, wie jedes Ihrer Bücher, bedeutend und bedeutungsvoll. Nur hätte ich es nie einen Roman genannt, wenn es auch kein Roman ist. Dieser bio-morphologische Ablauf kann nicht mehr mit Begriffen gedeckt werden, die schliesslich aus der Unterhaltungsliteratur stammen.« (nach der Durchschrift des Briefes im Besitz der Berlinischen Galerie, Kopie liegt bei).

23,3 : 15,8 cm. [4], 182, [4] Seiten. – Einband minimal fleckig, innen makellos.

625  Paul Gauguin. Noa Noa.

€ 750

Voyage de Tahiti. [Faksimile des Manuskripts]. Herausgegeben von Julius Meier-Graefe. München, R. Piper 1926. Mit zahlreichen, meist montierten farbigen Abbildungen nach Aquarellen, Holzschnitten und Fotografien. Originalraffiabasteinband mit Deckel- und Rückentitel.

45. Druck der Marées-Gesellschaft. – Eins von 320 Exemplaren im Strohbasteinband (Gesamtauflage 400). – Bereits in den Jahren 1897 und 1901, während Gauguins zweitem Tahiti-Aufenthalt, veröffentlichte Charles Morice, der an der Entstehung des Werkes beteiligt war, erste Teile. »Meanwhile, Gauguin recopied and amplified his manuscript, adding watercolors, woodcuts, and an occasional photograph. The latter manuscript, now in the Louvre, is the basis for this facsimile« (Eleanor M. Garvey). Die Druckqualität dieser Edition mit ihren prachtvollen und farblich fein differenzierten Reproduktionen und der durch Einklebung der Bilder entstandenen Authentizität, blieb unübertroffen. – Der Editionsvermerk im Innendeckel eingeklebt. – Beigabe: Dasselbe. Stockholm 1947. Originalhalbleinenband mit illustriertem -schutzumschlag.

31,8 : 24,2 cm. [4], 204 [recte 210] Seiten. – Der Einband unten durch Feuchtigkeit leicht verzogen, minimal fleckig und der Bast am Rücken etwas verschlissen und angeplatzt.

Garvey 115 (mit ganzseitiger Abbildung). – Monod 5158. – Skira 129. – Dokumentations-Bibliothek II, 586 (irrtümlich als 6. Druck der Marées-Gesellschaft bezeichnet)

626  Stefan George. Pilgerfahrten.

€ 1000

Wien 1891. Moderne graue Büttenbroschur mit schwarzgeprägtem Rückentitel und Schuber.

Erste Ausgabe des zweiten Gedichtbandes von Stefan George. – Eins von 100 Exemplaren. – Für den Verfasser gedruckt bei Vaillant-Carmanne in Lüttich. – Auf hell rötlichem Bütten. – Der transparente und mit dem Titel bedruckte Originalvorderumschlag beigebunden. – Ein Jahr nach Erscheinen des Bandes lernten sich George und Hofmannsthal in Wien kennen. Ihm widmete George die 1898 erschienene zweite Ausgabe »im Gedenken an die Tage schöner Begeisterung«. – Respektvoll nachgebundenes, schönes Exemplar.

20,2 : 15,0 cm. [4], 44, [4] Seiten.

Landmann 6

627  Stefan George – Jean Paul. Ein Stundenbuch für seine Verehrer.

€ 450

Deutsche Dichtung, herausgegeben und eingeleitet von Stefan George und Karl Wolfskehl. Berlin, Blätter für die Kunst 1900. Mit Buchschmuck von Melchior Lechter. Originalbroschur. – Widmungsexemplar von Friedrich Gundolf.

Erste Ausgabe. – Eins von 400 Exemplaren auf Bütten. – Gedruckt in Rot, Blau und Schwarz bei Otto von Holten, mit dem frühen und feinlinigen Buchschmuck von Melchior Lechter. – In der Reihe »Deutsche Dichtung« erschienen noch »Goethe« und »Das Jahrhundert Goethes« (siehe die folgende KatNr.), 1910 dann alle drei in öffentlicher Ausgabe und mit Bandnummerierung. – Mit eigenhändiger Widmung des Germanisten und George-Vertrauten Friedrich Gundolf für den Kunsthistoriker Rudolf F. Burckhardt »als freundschaftliches Andenken Berlin Juni 1901«. »Ruedi« Burckhardt war mit Gundolf in Berlin befreundet und wurde später Konservator des Historischen Museums in Basel. Innendeckel mit seinem Exlibris.

20,3 : 15,0 cm. 97, [7] Seiten. – Rücken gebräunt und mit Fehlstellen, Vorderumschlag lose. – Unbeschnitten, Ränder leicht gebräunt. Vorblätter mit eingeklebtem Gundolf-Porträt und längeren Anmerkungen Burckhardts zum »Edeljuden Gundelfinger … Er war der Liebling von Stefan George« und über Jean Paul.

Landmann 141. – Raub A 31

628  Stefan George – Das Jahrhundert Goethes.

€ 300

Deutsche Dichtung, herausgegeben und eingeleitet von Stefan George und Karl Wolfskehl. Berlin, Blätter für die Kunst 1902. Mit einem Doppeltitel und Buchschmuck von Melchior Lechter. Pergamentband mit Rückenschild. Rückenfileten und Kopfschnitt vergoldet (Micarelli & Nalli, Rom). Der Originalumschlag mit der goldenen Deckelvignette wurde eingebunden.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 303). – In der Reihe »Deutsche Dichtung« erschienen noch »Jean Paul« (siehe die vorherige KatNr.) und »Goethe«, 1910 dann alle drei in öffentlicher Ausgabe und mit Bandnummerierung. – Druck in Blau und Schwarz bei Otto von Holten, Berlin. – »Der name Goethe beherrscht ein ganzes dichterisches jahrhundert […] es wird offenbar, dass der garten der deutschen verskunst nach dieser lichtung sich nicht ärmer sondern in umso deutlicherer Pracht erweist« (Einleitung). – Mit Dichtungen von Klopstock, Schiller, Hölderlin, Novalis, Brentano, Eichendorff, Platen, Heine, Lenau, Hebbel, Mörike und Conrad Ferdinand Meyer, »verfasser, deren ton ihnen so eignet, dass er keines andren sein könnte«. – Schönes Exemplar.

20,3 : 14,7 cm. 181, [3] Seiten.

Landmann 186. – Raub A 42

629  Stefan George – Zeitgenössische Dichter.

€ 2500

Übertragen von Stefan George. Erster [und] Zweiter Band. Berlin, Bondi 1905. Originalpergamentbände mit goldgeprägten Rücken- und Deckeltiteln und -signet. Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe der George-Übertragungen. – Exemplar 6 von sechs der Vorzugsausgabe auf Japanpapier und in Pergamenteinbänden. – Gedruckt in der Stefan George-Schrift von Otto von Holten, Berlin. – Die gesamte Buchgestaltung (Einbände, Titelblätter und Zierzeichen) lag in den Händen von Melchior Lechter, den George seit 1897 als Buchkünstler verpflichtet bzw. gewonnen hatte. – Mit Dichtungen von Rossetti, Swinburne, Dowson, Jacobsen, Kloos Verwey, Verhaeren, Verlaine, Mallarmé, Rimbaud, de Regnier, d’Annunzio und dem polnischen Symbolisten Rolicz. – Tadellos erhalten und sehr selten.

20,5 : 15,3 cm. 110, [8]; 113, [7] Seiten.

Landmann 237. – Raub A 53

630  Yvan Goll. Multiple femme.

€ 1000

Poèmes. Paris, Collection Caractères 1956. Mit acht blattgroßen Holzschnitten von Hans Arp. Farbig illustrierte Originalbroschur. – Widmungsexemplar von Claire Goll.

Erste Ausgabe, eins von nur wenigen Exemplaren. Die im Druckvermerk angegebene Auflage von 50 Exemplaren wurde nach Aussage von Claire Goll nicht ausgedruckt, da der Verleger bankrott ging (vgl. Arntz). – Vorblatt mit eigenhändiger Widmung von Claire Goll, der Witwe des Dichters, für die belgische Romanistin »Emilie Noulet et à son grand poète«. Emilie Noulet war seit 1937 mit dem katalanischen Dichter Josep Carner verheiratet. – Die zahlreichen Bleistiftanmerkungen stammen wohl von Emilie Noulet. – Beilage: Maschinengeschriebener Brief von Claire Goll mit eigenhändiger Unterschrift. Rundschreiben an die Mitglieder der »Societe des Amis d’Yvan Goll«. Mit Originalumschlag, adressiert an »Emilie Noulet de Carner«.

19,0 : 14,3 cm. [2], 38, [4] Seiten. – Umschlagrücken leicht gebräunt, Vorderdeckel mit leichten Radierspuren.

Rabbe/Hannich-Bode 86.47. – Hagenbach B 176. – Arntz 206–213. – Monod 5565 (verwirrend ungenau)

631  Eugen Gomringer [und] Heinz-Günter Prager. Identitäten.

€ 300

Köln, Constantin Post 1981. Mit 81 ganzseitigen Zinkographien von Heinz-Günter Prager. Weißer Originallederband mit Blindprägung und bedrucktem Pergaminumschlag, im Schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 13 Exemplaren der Vorzugsausgabe im Ledereinband. – Von Verfasser und Künstler im Druckvermerk signiert. – Heinz-Günter Prager übernahm auch die Gesamtgestaltung des Buches. Die Dichtungen Gomringers jeweils auf der rechten Seite, links die Graphiken.

27,5 : 27,5 cm. [168] Seiten. – Umschlag und das weiße Leder mininal verfärbt.

632  Konkrete Poesie. Poesia concreta.

€ 300

Herausgeber Eugen Gomringer. [Hefte] 1–11 [alles Erschienene]. Frauenfeld, Eugen Gomringer Press 1960–1964. Elf rote Originalbroschuren.

Selten so vollständig. – Von einem der wichtigsten Vertreter der konkreten Poesie herausgegebene Reihe mit folgenden Einzeltiteln:1. Eugen Gomringer. 5 mal 1 konstellation. – 2. Helmut Heissenbüttel. texte ohne komma. – 3. Ideogramme, idéogrammes ideograms ideogramas. – 4. Gerhard Rühm. konstellationen. – 5. Claus Bremer. tabellen und variationen. – 6. Carlo Belloli. texte poème poème texte. – 7. Ferreira Gullar. livro-poema. – 8. Ernst Jandl. klare gerührt. – 9. Edwin Morgan. starryveldt. – 10. Friedrich Achleitner. schwer schwarz. – 11. Claus Bremer. ideogramme. – Aus Gomringers Heft 1 widmen wir allen ungerufenen Zensor|inn|en folgende Passage: »baum mann hund berg wolke | frau land haus«.

20,8 : 14,8 cm. Je etwa 32 Seiten. – Rückenfalze verblasst. – Ränder papierbedingt etwas gebräunt, insgesamt aber sehr gut erhalten.

Archiv Sohm 233

633  Luchterhands Loseblatt Lyrik.

€ 200

Lieferung 1 [bis] 26. Herausgegeben von Elisabeth Borchers, Günter Grass und Klaus Roehler. Neuwied und Berlin, Luchterhand 1966–1970. 182 lose, teils rein typographisch gestaltete, teils farbig illustrierte Blätter in 26 Originalumschlägen.

Vollständige Folge der berühmten Lyrik-Anthologie der 1968er. – Alle zwei Monate erschien eine Lieferung, bestehend aus sieben schmalformatigen Einblattdrucken in einem Umschlag. – Gedruckt wurden jeweils 3000 Exemplare, die Zahl der Abonnenten schwankte, einzelne Hefte waren schon nach kürzester Zeit vergriffen. – Die Reihe wurde 1970 wohl vorwiegend wegen finanzieller Verluste eingestellt, jedoch erschreckte die Herausgeber wohl auch der Umfang: »Insofern geht Luchterhands Loseblatt Lyrik an Übergewicht zugrunde.« (Schlusswort der Herausgeber). – Mit Gedichten von Ilse Aichinger, Wolf Biermann, Ernesto Cardenal, Günter Eich, Adolf Endler, Günter Grass (eins signiert), Sarah Kirsch, Günter Kunert, Christoph Meckel, Christa Reinig, Gabriele Wohmann u. v. a. und Illustrationen von Uwe Bremer, Günter Bruno Fuchs, Natascha Ungeheuer, Arno Waldschmidt u. a. – Mit den Inhaltsverzeichnissen zu Lieferung 1–14 und 1–26. – 2 Beigaben.

50,0 : 18,3 cm. 182 Blätter, 26 Umschläge.

634  Festbündel zum 60. Geburtstag des Buchhändlers Wendelin Niedlich.

€ 450 ( R7 )

Zusammengetragen aus Grußadressen, Gedichten, Radierungen und Lithographien, Fotografien, Postkarten, Collagen, Scherenschnitten, einer leeren Seite und sonstigen Äußerungen der 60 Künstler, Dichter und Literaten. Gifkendorf, Merlin 1987. 60 Blätter. Zusammen mit Textblatt lose in Originalhalbleinenmappe.

Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe der selten gewordenen, von Horst Brandstätter herausgegebenen Festschrift mit signierten Beiträgen von H. C. Artmann, Uwe Bremer, Peter O. Chotjewitz, Reinhard Döhl, Helmut Eisendle, H. M. Enzensberger, Johannes Grützke, Helmut Heissenbüttel, Ernst Jandl, Janosch, Walter Jens, Wolfgang Koeppen, Friederike Mayröcker, F. Meckseper, Gerhard Rühm, Konrad Balder Schäuffelen, Albert Schindehütte, Dietrich Segebrecht, Johannes Vennekamp, Klaus Wagenbach, Arno Waldschmidt u.a. – 30 Exemplare kamen in den Handel, die restlichen 30 Exemplare wurden dem Geburtstagskind zur freien Verfügung gestellt (Gesamtauflage 1000). – Hans Magnus Enzensberger verweigerte das Signieren einer so große Anzahl Exemplare, beiliegend die Kopie eines Briefes mit seiner Unmutsbekundung. – Wendelin Niedlich (geboren 1927) »vereinte in seiner Buchhandlung das Interesse für die künstlerische Moderne und für linke Theorie. […] 1966 gründete er ein „Kritisches Jahrbuch“ und hing die Texte, die dort erschienen, in seinem Schaufenster aus. Er sprach vom „Schaufenster als kleinem Kampfmittel“, und so verwundert es nicht, dass er, kurzfristig, von der Polizei beobachtet wurde wegen des Verkaufs pornografischer Schriften und der Beschimpfung von Franz Josef Strauß: auch Anklageschriften, Urteile und Schmähschriften waren nun im Schaufenster zu lesen. […] Lange bevor man an städtisch unterstützte Dichterlesungen und Literaturhäuser dachte, veranstaltete er an den legendären Donnerstagabenden Lesungen mit Autoren, die seine Freunde waren […]« (Hannelore Schlaffer, Das Wunder von Stuttgart, Stuttgarter Zeitung, 30.8.2017).

25,5 : 19,5 cm. 60 Blätter.

635  Weilheimer Hefte zur Literatur.

€ 600

Heft 1 [bis] 59. Weilheim 1980–2005. Einige mit Illustrationen und Abbildungen. Originalbroschuren.

Vollständige Folge aller bis 2005 erschienenen Ausgaben. – Jeweils eins der nummerierten Vorzugsexemplare (Auflage 70–140 innerhalb der Auflage von 1800–2000). Diese Vorzugsexemplare wurden auf Bütten gedruckt vom jeweiligen Autor signiert (zwei Hefte waren ohne Signatur konzipiert). – Seit 1980 findet im Gymnasium der oberbayrischen Stadt Weilheim jährlich eine Autorenlesung statt. Ziel dieses Literaturprojekts ist »die Hinführung zur Gegenwartsliteratur und damit die Leseförderung der Schülerinnen und Schüler in einer Zeit, in der das Lesen von Büchern längst nicht mehr zu den selbstverständlichen Gepflogenheiten des Familienlebens oder des Erwachsenwerdens zählt, aber als die bedeutendste Kulturtechnik unbestritten bleibt« (Homepage des Gymnasiums). – Autoren: Ilse Aichinger, Hans Werner Richter, Wolfgang Hildesheimer, Peter Huchel, Reiner Kunze, Ernst Jandl, Walter Kempowski, Loriot, Hilde Spiel, Hans Mayer, Martin Walser, Adolf Muschg, Tangred Dorst, Golo Mann, Michael Ende, Siegfried Lenz, Guntram Vesper, Wolf Biermann, Hans Magnus Enzensberger, Thomas Hürlimann, Günter Grass, Lothar-Günther Buchheim, Günter de Bruyn, Sarah Kirsch, Wole Soyinka, Günter Kunert u. v. a.

Meist 20,8 : 12,8 cm, meist ca. 20-30 Seiten. – Sehr gut erhalten.

636  Günter Grass. Die »Danziger Trilogie«.

€ 250

Die Blechtrommel. Roman. – Katz und Maus. Eine Novelle. – Hundejahre. Roman. – Berlin, Darmstadt und Neuwied am Rhein, Luchterhand 1959–1963. Originalleinenbände mit illustriertem Schutzumschlag.

Erste Ausgaben. – Durch die Erzählkunst von Günter Grass wurde Danzig zu einem Ort von weltliterarischem Rang. »Die große Danzig-Saga, als deren zweites, aber gewiß nicht letztes Stück ›Katz und Maus‹ sich darstellt, ist eine Suche nach dem verlorenen Raum. Unerreichbar und unerschöpflich, doch deutlich wie Vineta in der Flut, liegt Danzig auf dem Grund dieser Prosa da.« (Hans Magnus Enzensberger). – Dazu: Zwei Fotografien (Grass am Schreibpult und Grass beim Schreiben im Hof), aufgenommen wahrscheinlich Ende der 1950erJahre in Frankreich, als Grass von 1956 bis 1959 mit der Schweizer Tänzerin Anna Margareta Schwarz in Paris lebte.

20,5 : 14,0 cm. – Der erste Schutzumschlag leicht gebräunt, der zweite unten mit kleinem Einriss.

637  Günter Grass. Es war einmal ein Land.

€ 100

Lyrik und Prosa · Schlagzeug und Perkussion. Texte zur Lesung von Günter Grass. Zwei Schallplatten mit ausgewählten Texten […] mit Perkussionsmusik von Günter ›Baby‹ Sommer. Göttingen, Steidl 1987. Mit neun Abbildungen nach Fotografien. Originalleinenband, zusammen mit zwei Schallplatten in der Originalleinen-Holz-Kassette mit montiertem Deckelbild.

Erste Ausgabe. – Die Aufnahmen mit Auszügen aus »Die Blechtrommel« und »Die Rättin« entstanden 1986.

638  Günter Grass. Die Blechtrommel.

€ 150

Roman. – Günter Grass liest »Die Blechtrommel.« 23 CDs. Göttingen, Steidl 1999. Originalleinenband mit Schutzumschlag, Originalkassette mit 23 CDs und Originalbroschur. Zusammen in illustrierter Originalkassette.

Eins von 2000 Sonderexemplaren. – Herausgegeben anlässlich des 40. Jubiläums der Erstausgabe. – Mit einem Essay von Jürgen Manthey. – Vollstände Lesung des Romans, gesprochen von Günter Grass. – Dazu: Günter Grass. Die Vorzüge der Windhühner. Gedichte. Mit drei Originallithographien und sieben Illustrationen von Johannes Grützke. Leipzig, Faber & Faber 1995. Illustrierter Originalleinenband. Die graphischen Bücher, Band 8.

27,0 : 21,5 cm (Kassette).

639  Günter Grass. Zeichnungen und Texte 1954–1977.

€ 300

Herausgegeben von Anselm Dreher. Textauswahl und Nachwort von Sigrid Mayer. Darmstadt und Neuwied, Luchterhand 1982. Mit 87 Abbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag. Im Schuber.

Das bildnerische Werk des Schriftstellers Günter Grass, Band I. – Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe C mit einer beigelegten signierten Radierung. Es erschienen sechs Vorzugsausgaben, jede mit einer anderen Radierung und jeweils in 150 Exemplaren. – 1984 folgte »Radierungen und Texte 1972 – 1982«. – Tadellos erhalten.

40,5 : 32,5 cm. 133, [3] Seiten, 1 Radierung.

640  Günter Grass. The Flounder.

€ 250

Written and illustrated by Günter Grass. Translated by Ralph Manheim. Volume I [to] III. New York, The Limited Editions Club 1985. Mit zahlreichen zweifarbigen Illustrationen nach Radierungen. Originalhalblederbände mit montiertem Deckelschild, zusammen im Leinenschuber mit Rückenschild.

Eins von 1000 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Autor/Künstler signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Gedruckt in Rot und Schwarz auf der Wild Carrot Letterpress.

26,5 : 28,5 cm.

641  Günter Grass. Fundsachen für Nichtleser.

€ 250

Göttingen, Steidl 1997. Mit zahlreichen farbigen blattgroßen Illustrationen von Günter Grass. Originalleinenband mit farbig illustriertem Schutzumschlag. Zusammen mit Suitenmappe in Originalkassette.

Eins von 400 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer Suite der 116 Abbildungen in vergrößertem Format (Offsetdrucke auf Tafeln), diese lose mit Deckblatt (dort signiert und nummeriert) in Originalkartonmappe. – Auf dem Titelblatt vom Autor/Künstler signiert und nummeriert.

45,0 : 35,0 cm (Kassette). 239 [1] Seiten; 117 Blätter.

642  Günter Grass. Mein Jahrhundert.

€ 250

Göttingen, Steidl 1999. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen nach Zeichnungen von Günter Grass. Originalleinenband mit farbig illustriertem Schutzumschlag. Im Originalschuber mit Deckelschild.

Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit drei beigelegten signierten und nummerierten farbigen Graphikblättern. – Auf dem Titelblatt von Autor/Künstler signiert. – »Für jedes Jahr des 20. Jahrhunderts erzählt Günter Grass eine Geschichte. Zusammen fügen sie sich zu einem facettenreichen Panorama dieser an Großartigkeiten und Schrecknissen so reichen Zeit« (steidl.de).

31,5 : 25,0 cm. 409, [7] Seiten.

643  Günter Grass. Zunge zeigen.

€ 300

Göttingen, Steidl 2000. Mit meist doppelblatgroßen Illustrationen nach Zeichnungen von Günter Grass. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag. Im Schuber mit Deckelschild.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer beigegebenen signierten Lithographie. – Erste Auflage der Neuausgabe im größeren Format und in besserer Ausstattung. Grass’ literarisch und mit dem Zeichenstift festgehaltene Eindrücke seiner Reise nach Indien waren erstmals 1988 bei Luchterhand erschienen. – »Mit Schopenhauer, Lichtenberg und Fontane im Reisegepäck hat sich Günter Grass von August 1986 bis Januar 1987 der Wirklichkeit Kalkuttas ausgesetzt: den Slums zwischen Müllbergen, den Schläfern auf nächtlichen Straßen, den Bettlern und Sterbenden, den Ratten, Krähen und heiligen Kühen. Das Zeigen der Zunge, mit dem die schwarze Göttin Kali ihre Scham bekundet, wurde dem wie zwanghaft Hinsehenden zum Zeichen, in dessen Namen Grass zeichnete und schrieb« (Steidl.de). – Tadellos erhalten, die Vorzugsausgabe kam seinerzeit faktisch nicht in den Handel.

31,5 : 24,8 cm. 236, [12] Seiten, 1 Lithographie.

644  Günter Grass. Küchenzettel.

€ 1500

Sieben Lithographien. 2001. 46 : 51 cm (53,5 : 71,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar XIV/LXX, eins der vollständigen Mappenwerke, jeweils 70 arabisch nummerierte Exemplare der Lithographien wurden als Einzelblätter vertrieben. – Auf Hahnemühle-Bütten, gedruckt von Christian Müller in der Werkstatt für künstlerischen Steindruck, Leipzig. – Herausgegeben vom Kunsthaus Lübeck. – Die Lithographien mit der Grass-typischen Symbiose aus Bild und Schrift sind wie folgt betitelt: »Schweinekopfsülze«, »Worüber ich schreibe«, »Zum Fürchten«, »Askese«, »Bei Kochfisch Agnes erinnert«, »Als vom Butt nur die Gräte geblieben war« und »Bohnen und Birnen«. – Die Texte umfassen die gesamte Zeit seines schriftstellerischen Wirkens, von »Askese« aus dem Lyrikband »Die Vorzüge der Windhühner« von 1956 bis zum Erstdruck von »Als vom Butt nur die Gräte geblieben war«. – Zusammen mit Titel, Druckvermerk und drei Textblättern mit den vollständigen Texten, darunter der lose in der roten Originalleinenmappe mit lithographiertem Deckelschild. – Tadelloses Exemplar.

645  Günter Grass. Letzte Tänze.

€ 200

Göttingen, Steidl 2003. Mit blattgroßen Illustrationen von Günter Grass. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag. Im Schuber mit Deckelschild.

Hans Christian Andersens Märchen – gesehen von Günter Grass. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer lose beigegebenen signierten Lithographie (»Letzte Tänze«). – Auf dem Titelblatt vom Autor/Künstler signiert. – Dazu: Schatten. Hans Christian Andersens Märchen – gesehen von Günter Grass. Göttingen, Steidl 2004. Mit zahlreichen, teils blattgroßen, Illustrationen von Günter Grass. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag. Im Schuber mit Deckelschild. Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer lose beigegebenen signierten Lithographie (»Andersens Reisegepäck«). Auf dem Titelblatt vom Autor/Künstler signiert.

31,5 : 24,8 cm. 95, [1] Seiten, 1 Lithographie; 278, [2] Seiten, 1 Lithographie.

646  Günter Grass – Hans Christian Andersen. Der Schatten.

€ 200

Andersens Märchen – gesehen von Günter Grass. Göttingen, Steidl 2004. Mit zahlreichen, teils blattgroßen Illustrationen von Günter Grass. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag. Im Schuber mit Deckelschild.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer lose beigegebenen signierten Lithographie (»Der standhafte Zinnsoldat«). – Auf dem Titelblatt vom Autor/Künstler signiert. – Dazu: Günter Grass. Letzte Tänze. Göttingen, Steidl 2003. Mit blattgroßen Illustrationen von Günter Grass. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag. Im Schuber mit Deckelschild. Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer lose beigegebenen signierten Lithographie (»Letzte Tänze«). Auf dem Titelblatt vom Autor/Künstler signiert.

31,5 : 24,8 cm. 278, [2] Seiten, 1 Lithographie; 95, [1] Seiten, 1 Lithographie.

647  Günter Grass. Der Schatten. Skyggen.

€ 1200

Zehn Lithographien zu Märchen von Hans Christian Andersen. 2005. 53,5 : 39,5 cm. Signiert und nummeriert.

Eins von 120 Exemplaren. – Das Mappenwerk entstand in Zusammenarbeit mit der Königlich Dänischen Botschaft in Berlin aus Anlass des 200. Geburtstags von Hans Christian Andersen. – Ediert vom Kunsthaus Lübeck und der Galerie M Bogense. – Die Lithographien zu den Märchen »Der Schatten«, »Däumelinchen«, »Der fliegende Koffer«, »Das Feuerzeug«, »Der Halskragen«, »Die kleine Meerjungfrau«, »Des Kaisers neue Kleider«, »Der standhafte Zinnsoldat«, „Die Nachtigall« und »Die wilden Schwäne«. – Mit einem lithographiertem Titelblatt und dem Inhaltsverzeichnis lose in der Originalleinenmappe.

648  Günter Grass. Beim Häuten der Zwiebel.

€ 300

Drei Lithographien. 2006. 27,0 : 35,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar XII/LV. – Auf Velin. – Mappenwerk, ediert vom Kunsthaus Lübeck anlässlich der Erstausgabe von Grass’ autobiographischem Roman. – Mit dem Titelblatt lose in der Originalleinenmappe. – Dazu: Günter Grass. Beim Häuten der Zwiebel. Göttingen, Steidl 2006. Originalleinenband mit Schutzumschlag. Erste Ausgabe. Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer beigelegten signierten Lithographie. Zusammen in Originalleinenkassette.

649  Günter Grass. Dummer August.

€ 150

Göttingen, Steidl 2007. Mit teils blattgroßen Illustrationen. Illustrierter Originalleinenband im Schuber mit Deckelschild.

Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer lose beigegebenen signierten und nummerierten Lithographie. – Auf dem Titelblatt vom Autor/Künstler signiert. – Die Gedichte, Lithographien und Zeichnungen entstanden im Sommer und Herbst 2006.

30,4 : 24,5 cm. 79, [1] Seiten, 1 Lithographie.

650  George Grosz – Oskar Kanehl. Die Schande.

€ 300

Gedichte eines dienstpflichtigen Soldaten aus der Mordsaison 1914–18. Berlin-Wilmersdorf, Die Aktion 1922. Originalbroschur mit Deckelillustration von George Grosz.

Erste Ausgabe. – Die Aktions-Lyrik, Band 7. – Der letzte Band der Reihe, alle weiteren geplanten und teils schon angekündigten Projekte zerschlugen sich. – Oskar Kanehl (1888–1929) war Kampfgefährte des Aktion-Herausgebers Franz Pfemfert. Alle drei von ihm erschienenen Lyriksammlungen illustrierte George Grosz.

22,0 : 13,6 cm. 30, [2] Seiten. – Oberrand von Umschlag und Titelblatt etwas geknittert. Zwei Exlibris-Stempel auf Titel, hinterer Unschlag mit Namenszug, mit drei kleinen Bleistiftanmerkungen.

Lang 32. – Raabe/Hannich-Bode 150.3 (mit Abbildung). – Raabe, Zeitschriften 149, 7

651  George Grosz und Wieland Herzfelde. Die Kunst ist in Gefahr.

€ 150

Drei Aufsätze. Berlin, Malik 1925. Mit zwei Illustrationen von George Grosz. Originalpappband mit Titelzeichnung in Schwarz und Gelb von George Grosz.

Malik-Bücherei, Band 3. – Erste Ausgabe. – Eins der Exemplare mit beiden Grosz-Zeichnungen; bei einem Großteil der Auflage blieb (nach Frank Hermanns Malik-Bibliographie) der dritte Bogen rückseitig und damit u. a. die Seite 38 unbedruckt. – Der Hintergrund des titelgebenden Aufsatzes war die sogenannte »Kunstlumpen-Debatte«, eine theoretische Auseinandersetzung zwischen Künstlern und Intellektuellen nach der Novemberrevolution. – Schönes Exemplar.

18,1 : 12,3 cm. 45, [3] Seiten.

Lang 43. – Hermann 167. – Malik 128

652  George Grosz – Pierre Mac Orlan. Port d’eaux-mortes.

€ 200

Récit orné de huit lithographies originales de George Grosz. Paris, Au sans pareil 1926. Mit acht Lithographien. Originalbroschur mit blau-grauem Originalumschlag.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 1000 Exemplaren auf Velin Lafuma (Gesamtauflage 1260). – Mac Orlans Kriminalgeschichte aus den Hafenkneipen in Brest und den Londoner Docks regte Grosz 1925 zu einer Folge von acht Tuschfederzeichnungen an. Die Lithographien im Buch wurden wahrscheinlich im Umdruckverfahren hergestellt, im Nachlass des Künstlers befinden sich die Vorzeichnungen im Maßstab 1:1 mit Einfassungslinien. Alle im Stein signiert. – »An example of Grosz’s satirical illustration in which he savagely attacked society after World War I« (Garvey).

21,3 : 16,5 cm. 80 Seiten. Mit 8 Lithographien.

Lang 48. – Dückers B IV, 1-8. – Garvey 129. – Monod 7571

653  George Grosz – Leonhard Frank. Von drei Millionen Drei.

€ 250

Roman. Berlin, S. Fischer 1932. Originalleinenband (Gestaltung von Georg Salter) mit Originalschutzumschlag, illustriert nach einem Aquarell von George Grosz.

Erste Ausgabe. – Die Buchgestaltung vereint zwei große Namen: Georg Salter entwarf die Typographie des Leinenbandes, gedruckt in Hellblau und Schwarz auf leuchtendem Gelb, den Vorderumschlag ziert eine Zeichnung von George Grosz mit drei ausschreitenden Männern, im Druck signiert. – Sehr gutes Exemplar.

18,7 : 11,5 cm. 224, [4] Seiten. – Schutzumschlag am Rücken oben minimal berieben.

Lang 65. – Holstein, Blickfang 140. – Pfäfflin 153. – Holstein, Salter 206

654  Alexander Dückers. George Grosz.

€ 800 ( R7 )

Das druckgraphische Werk. Frankfurt, Berlin und Leipzig, Propyläen 1979. Mit einer Bleistiftzeichnung von George Grosz und zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband mit Schutzumschlag.

Erste Ausgabe des maßgeblichen Werkverzeichnisses. – Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer beigelegten Zeichnung, diese datiert, mit Trockenstempel »George Grosz Estate« und verso mit Nachlassstempel. – Unter Passepartout.

32,8 : 24,1 cm. 263, [1] Seiten.

655  Rudolf Großmann – Georg Kaiser. Von Morgens bis Mitternachts.

€ 300

Stück in zwei Teilen. Mit zwölf Steinzeichnungen von Rudolf Großmann. München, Georg Müller [1919]. Mit zwölf kolorierten Lithographien und zahlreichen Textillustrationen. Originalmaroquinband mit Vergoldung (signiert: H. Fikentscher, Leipzig 1918).

Erste Ausgabe. – Welttheater, Band 1. – Eins von 25 Vorzugsexemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 325). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die im Druckvermerk für diese Vorzugsausgabe angekündigte Suite der Lithographien ist einem (orthographisch bedenklichem) Beilageblatt nach nie erschienen: »Der Unterzeichnete konnte sich zu einer Veröffentlichung der in Druckvermerk angezeigten zweiten Folge seiner Lithographien nicht entschließen, weshalb der Verlag von der Lieferung der zweiten Folge meiner Lithographien in einer gesonderten Mappe absehen mußte. Rudolf Großmann«. – In der Reihe »Welttheater / Meisterdramen mit Originalgraphik« erschienen bis 1920 vier Werke. – Der schöne, von Paul Renner entworfene Handeinband mit vergoldeten ornamentalen Bordüren auf Deckel- und Innenkanten wurde im Laufe der 100 Jahre leider etwas lieblos behandelt.

29,0 : 22,8 cm. 120, [4] Seiten, 12 Lithographien. – Ränder berieben, Bünde stärker. – Die ersten und letzten Blätter am Oberrand, weitere Blätter im Falz mit Feuchtigkeitsspuren.

Rodenberg 475. – Lang, Impressionismus 76. – Raabe/Hannich-Bode 147.10

656  Franz Roh. Der Maler Kurt Günther.

€ 300

Berlin, Nierendorf 1928. Mit 32 ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur mit montierter Fotografie.

Erste Ausgabe, erschienen zur Ausstellung der Galerie Nierendorf und mit einem ausführlichen Vorwort des Herausgebers. – Franz Roh hatte die Ausstellung des Dresdner Dadaisten Günther, der sich später vorwiegend Porträts verschrieb, angeregt. 1925 führte er in seinem Buch »Nach-Expressionismus« den Begriff »Magischer Realismus« ein.

23,3 : 15,7 cm. 48 Seiten. – Umschlag fleckig, Buchblock gelockert.

657  Martin Heidegger – Wirkendes Wort.

€ 200

Mit Beiträgen von Elisabeth Brock-Sulzer, Martin Heidegger, Otto F. Walter, Martin Walser. Zürich 1964. Originalhalblederband mit Rückenschild. – Widmungsexemplar.

Vortitel mit eigenhändiger Widmung Heideggers »mit herzlichen Weihnachtsgrüßen« für das Basler Galeristenpaar Hildy und Ernst Beyeler. – Erstdrucke der vier Beiträge für die Sendereihe »Wirkendes Wort« des SRF. – Eins von 1100 nummerierten Exemplaren, herausgegeben von der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft. – Dazu: Martin Heidegger. Hebel – der Hausfreund. Pfullingen, Günther Neske 1958. Zweite Auflage. Originalpappband. Ebenfalls mit eigenhändiger Widmung für das Ehepaar Beyeler.

23,0 :1 4,3 cm. 73, [8] Seiten.

658  Nikolaus Heidelbach – Archipoeta. Vagantenbeichte.

€ 180

Neu übertragen von Georg Bungter und Günter Frorath. Mit Serigrafien von Nikolaus Heidelbach. Köln, Janus Presse 1981. Mit acht signierten Farbserigraphien. Originalpappband mit farbig serigraphierter Deckelvignette. Im Schuber.

Eins von 100 Exemplaren. – Die Serigraphien signiert und nummeriert. – Im Druckvermerk von den beiden Übersetzern signiert. – Auf Zerkallbütten. – Dichtungen des Kölner Vagantendichters aus dem 12. Jahrhundert in Latein und Deutsch. – Nikolas Heidelbach (geboren 1955) wurde später als Kinderbuchillustrator bekannt. Das vorliegende Frühwerk richtete sich mit deftiger Verballhornung religiöser Motive und Heiligenbilder eher an ein reiferes Publikum.

40,5 : 24,3 cm. [48] Seiten, 8 Serigraphien.

659  Joseph Hémard – André Lichtenberger. Le Petit Chaperon Vert.

€ 400 ( R7 )

Suivi d’autres contes. Dessins de Joseph Hémard. Paris, Éditions G. Crès 1922. Mit zahlreichen pochoirkolorierten Textillustrationen. Originalleinenband mit zweifarbiger Vorderdeckelillustration.

Erste Ausgabe dieser Sammlung von acht wahrlich nicht kindgerecht illustrierten Märchenadaptionen. – Enthält auch Ritter Blaubart, Der gestiefelte Kater, Die Witwe des Ogers u. a. – Joseph Hémard (1880–1961) zeichnete in den 1920er Jahren Comics und Cartoons für verschiedene Pariser Zeitungen. Berühmt wurden seine humorvollen Illustrationen zu französischen Gesetzestexten aus dieser Zeit. Monod verzeichnet mehr als 90 von ihm illustrierte Bücher. – Von der vorliegenden sehr seltenen Originalausgabe mit dem typischen Pochoirkolorit erschien 2017 ein Faksimile.

22,5 : 17,5 cm. [4], 81, [7] Seiten. – Deckelkanten mit Feuchtigkeitsspur, diese auch minimal am Seitenrand der letzten vier Blätter. – Vorsatzblatt mit Namensstempel.

Nicht bei Monod

660  Max Herrmann-Neisse. Um uns die Fremde.

€ 450

Gedichte. Vorwort von Thomas Mann. Zürich, Oprecht 1936. Originalleinenband mit goldgeprägtem Deckeltitel.

Erste Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe, in Leinen gebunden und vom Dichter signiert (Gesamtauflage 500). – Thomas Mann beschäftigt sich in der Vorrede mit der Entwicklung der Lyrik Herrmann-Neisses und Fragen des Exils im Allgemeinen. Am Ende: »Ein liebes und schönes Buch – ich will […] ihm einen guten Weg wünschen, den Weg zu den Herzen guter Menschen.« – Der Eichendorff- und Gerhart-Hauptmann-Preisträger Max Herrmann-Neisse war 1933 in die Schweiz emigriert. Später lebte er in Holland und England, wo er 1941 starb.

21,2 : 13,0 cm. [2], VI, 98, [2] Seiten. – Deckelränder und Rücken etwas gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 118.23 – Potempa G 608

661  Hermann Hesse. Hans Dierlamms Lehrzeit. Vorfrühling.

€ 200

Berlin, Künstlerdank Gesellschaft 1916. Originalbroschur mit Deckelvignette.

Erste Ausgabe. – Feldbücher 8. – Herausgegeben und mit einem Vorwort von Friedrich von Schack.

15,8 : 12,0 cm. 64 Seiten. – Vorderumschlag mit winzigen Randeinrissen, Rücken etwas brüchig und fleckig.

Mileck II, 28

662  Hermann Hesse – Albert Welti.

€ 450

Gemälde und Radierungen. Mit einer Einführung von Hermann Hesse. Berlin, Furche [1917]. Mit montierten Abbildungen auf Tafeln. Klammergeheftet, ohne Umschlag.

Das Titelblatt mit gedrucktem Widmungsaufkleber »Unsern Gönnern und Mitarbeitern überreicht von der Bücherzentrale für deutsche Kriegsgefangene und vom Herausgeber«, dieser signiert von Hermann Hesse. – Nach Angaben von F. H. Ehmcke gedruckt.

24,3 : 19,2 cm. 51, [1] Seiten. – Ränder etwas gebräunt, und mit Lichtrand.

Mileck IV, 306.a

663  Hermann Hesse. Italien.

€ 500

Verse. 20 Radierungen von Hermann Struck. Berlin, Euphorion 1923. Mit 20 Radierungen im Text, davon drei ganzseitig, Titelvignette signiert. Originalhalbpergamentband mit lithographierter Deckelvignette und goldgeprägtem Rückentitel.

Erste Ausgabe der elf Gedichte von Hermann Hesse. – Eins von 200 Exemplaren mit der signierten Titelradierung (Gesamtauflage 322). – Gesetzt aus der Walbaum-Antiqua. – Auf Bütten. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

37,0 : 27,5 cm. [26] Seiten. – Minimal lichtrandig, Ecken gering bestoßen, Hinterdeckel mit kleinen Farbspritzern.

Mileck III, 16. – Horodisch, Euphorion 27. – Lang, Impressionismus 240

664  Hermann Hesse. Siddharta.

€ 200

Eine indische Dichtung. Berlin, S. Fischer 1927. Originalleinenband mit Rückenschild und Goldprägung. – Widmungsexemplar.

24.–28. Auflage. – Mit eigenhändiger Widmung auf dem Vorsatzblatt »Zur Erinnerung an den Herbstabend im Grotto. Sept. 1928«. – Erschienen in »Gesammelte Werke«. – Einbandentwurf von Emil Rudolf Weiß.

18,9 : 11,5 cm. 174, [2] Seiten. – Exlibris. Vorsätze gebräunt.

Vgl. Mileck II, 43 A

665  Hermann Hesse. Psychologia Balnearia

€ 450

oder Glossen eines Badener Kurgastes. Montagnola 1924. Originalpappband mit goldgeprägten Titeln. – Widmungsexemplar.

Als Privatdruck erschienen. – Eins von 250 Exemplaren (Gesamtauflage 300). – Mit eigenhändiger Dedikation »Exemplar für Frau RosaMarie Eisensch[?] in Reichenberg«. – Hermann Hesse konzipierte das Buch bei zwei Kuraufenthalten in Baden 1923.

18,8 : 12,5 cm. 134, [10] Seiten. – Einband stark verblasst, Deckel und Ränder berieben.

Mileck II, 45

666  Hermann Hesse. Der Steppenwolf.

€ 200

Erzählung. Mit Zeichnungen von Gunter Böhmer. Frankfurt a. M., Suhrkamp 1981. Mit illustriertem Titelblatt und 13 ganzseitigen Illustrationen. Dunkelblauer Originalmaroquinband mit schwarz-goldenem Rückenschild in Originalschuber.

Eins von 200 Exemplaren der im Druckvermerk vom Künstler signierten Vorzugsausgabe in Leder (Gesamtauflage 1.000). – Dazu: Hermann Hesse. Piktors Verwandlungen. Ein Liebesmärchen. Vom Autor handgeschrieben und illustriert. Faksimiledruck der Originalhandschrift. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1980. Originalmaroquinband. Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder (Gesamtauflage 1200).

34,0 : 23,8 cm. 189, [3] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Rysavy 152

667  Otto Hettner – Longus. Daphnis und Chloé.

€ 750

Mit Steinzeichnungen von Otto Hettner. München, Buchenau & Reichert 1923. Mit 93 teils blattgroßen Lithographien. Weinroter Saffianlederband mit reicher Vergoldung (Gerhard Prade) und Originalhalbleinenkassette.

Achter Phantasus-Druck. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder und mit einer Extrasuite der Lithographien und einigen Varianten, eine davon in Rötel und signiert (Gesamtauflage 300). Die Lithographien der Suite sämtlich in Passepartout montiert und zusammen lose in Originalkassette mit Deckelschild. – Im Druckvermerk von Otto Hettner signiert. – Breitrandiger Druck auf Zanders-Bütten bei Jakob Hegner in Hellerau. – Der Einband wurde nach Angaben von Carl Sonntag in Saffianleder gebunden. – Der Text folgt einer Übertragung von Friedrich Jacobs aus dem Jahr 1832, die mit dem griechischen Text verglichen und frei bearbeitet wurde. – »In dem 8. Phantasusdruck ›Daphnis und Chloe‹ kontrastiert die Fleischmann-Antiqua sehr kühn gegen die flaumigen […] Steinzeichnungen Otto Hettners.« (Schauer). – Sehr schönes Exemplar.

29,0 : 20,3 cm. 197, [3] Seiten. – Kassette an einer Ecke aufgeplatzt. Rücken minimal verblasst.

Rodenberg 459, 8. – Schauer I, 239 und II, 99

668  Fritz Heubner – Gustave Flaubert. Salammbô.

€ 200

München, Julius Schröder 1924. Mit 30 Radierungen von Fritz Heubner, davon 15 blattgroß. Originalleinenband mit farbiger Deckelprägung.

Meisterwerke der Weltliteratur mit Original-Graphik, Band 16. – Eins von 185 Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 220). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Zerkall-Bütten. – Französischer Originaltext.

32,8 : 26,0 cm. 275, [5] Seiten.

Sennewald 24, 2. – Nicht mehr bei Rodenberg

669  David Hockney – [Jacob and Wilhelm] Grimm. Six Fairy Tales.

€ 4000

With original Etchings by David Hockney. London, Petersburg Press 1970. Mit 39 Radierungen, davon 13 blattgroß. Dunkelblauer Originalsaffianlederband im Originalschuber.

Eins von 100 Exemplaren der Edition B, jedoch ohne die signierte Suite von sechs Radierungen. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert und nummeriert. – Die Radierungen wurden nach Verchromung der Platten bei Piet Clement in Amsterdam gedruckt. – Auf eigens für diese Edition handgeschöpftem Bütten von W. S. Hodgkinson, Bath, mit dem Wasserzeichen »DH:PP«. – Als Blockbuch gebunden; Bindearbeiten von Rudolf Rieser, Köln.​ – Das großartige Malerbuch wurde von der Londoner Petersburg Press ediert. Bereits zu Beginn der 1960er Jahre hatte Hockney eine Radierung zu »Rumpelstilzchen« geschaffen; zwischen Mai und September 1969 zeichnete er die 39 Radierungen zu den sechs, von ihm ausgewählten Märchen direkt auf die Druckplatten. – Die englischen Texte übersetzte Heiner Bastian ins Englische. – Eins der schönsten Malerbücher des Künstlers.

48,0 : 33,0 cm. [64] Seiten.

Brighton 70–108

670  Hugo von Hofmannsthal. Der weiße Fächer.

€ 180

Ein Zwischenspiel. Mit vier Holzschnitten von Edward Gordon Craig. Leipzig, Insel 1907. Mit vier ganzseitigen Holzschnitten. Originalhalbpergamentband mit Buntpapierdeckelbezügen und vergoldetem Rückentitel.

Erste Buchausgabe. – Eins von 750 Exemplaren (Gesamtauflage 800). – Druck in Gelb und Schwarz, auf chamoisfarbenem Bütten. – 1904 hatte Craig auf einer Deutschlandreise Harry Graf Kessler kennengelernt. Die Bühnenbild-Holzschnitte des Dramatikers, Theaterreformers und Graphikers regten Kessler später zu einer Hamlet-Ausgabe mit Holzschnitten Craigs an.

34,4 : 25,0 cm. [34] Seiten. – Leicht stockfleckig. Vorsatzpapiere gebräunt, vorderes mit Falzeinriss und Stempel.

Houghton Library Catalogue 761. – Sarkowski 776. – Fletcher/Root C 14 b

671  Hugo von Hofmannsthal. Die gesammelten Gedichte.

€ 300

Leipzig, Insel 1907. Originalhalbpergamentband mit silbergestrichenen Bezugspapieren.

Erste Ausgabe. – Auf Bütten. – Die Typographie des Titels, gedruckt in Rot und Schwarz, entwarf Eric Gill. – Vorblatt mit eigenhändiger Widmung »Für Ehrhard und Maid und den Garten ihres Hauses und den Platz an ihrem Kamin mit treuen Wünschen Hugo, Juli 1907«. – Die Widmung könnte sich an Erhard Buschbeck (1889–1960), den Trakl-Freund und -Förderer und späteren Direktor des Wiener Burgtheaters richten. Unter der Widmung Hofmannsthals eine weitere von 1949, signiert »Michael B«.

21,2 : 14,5 cm. [4], 102, [2] Seiten. – Minimal fleckig, Ecken leicht bestoßen. – Die unbeschnittenen Seitenränder angestaubt.

Houghton Library Catalogue 343. – Sarkowski 764

672  Serge Ivanoff – Jules Barbey d’Aurevilly. Les diaboliques.

€ 400

Les six premières. Illustrées de dix-neuf eaux-fortes de Serge Ivanoff, et d’ornements typographiques de André Hofer. Paris, Simon Kra 1925. Mit 19 Radierungen. Schwarzer Kalbleder-Holzdeckelband mit Fensterausschnitt im Vorderdeckel, Rückentitel, Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet, graue Tunkpapiervorsätze (signiert: C. Brunius). Im Schuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe mit den erotisch-diabolischen Radierungen Serge Ivanoffs (1893–1983), der 1922 aus der Sowjetunion floh und seiner Familie nach Paris folgte. – Eins von 250 Exemplaren auf »Velin Rives« (Gesamtauflage 350). – Allein Monod zählt für die inspirierend frivolen Texte bereits zehn illustrierte Ausgaben. – Schönes Exemplar in außergewöhnlichem Einband: Der Ausschnitt im Vorderdeckel imaginiert ein Fenster, das uns ahnungsvollen Einblick in ein rot-gold dekoriertes Zimmer gewährt. – Exlibris JEP.

25,6 : 20,0 cm. [8], IV, 270, [6] Seiten, 19 Radierungen. – Leichte Kratzer auf dem Rücken.

Monod 950. – Carteret IV, 57 »Édition recherchée en grand papier«

673  Willi Jaeckel – Das Buch Hiob

€ 250

mit Original-Lithographien von Willi Jaeckel. Berlin, Erich Reiß 1917. Mit 13 Lithographien. Originalhalblederband, Rückenschild, Deckeltitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erster Prospero-Druck. – Eins von 140 Exemplaren (Gesamtauflage 200). – Druck in Grün und Schwarz. – Der Text nach Luthers Übersetzung wurde durchgesehen von Walter Unus.

38,5 : 34,8 cm. [4], [32] Seiten. 13 Lithographien. – Rücken etwas verblasst, Kapitale berieben.

Stilijanov-Nedo 85. – Rodenberg 461, 1. – Lang, Expressionismus 133. – Sennewald 17

674  Willi Jaeckel – Paul Cohen-Portheim. Das Lächeln der sieben Buddha.

€ 300

Mit sieben Radierungen von Willi Jaeckel. Berlin, Erich Reiss 1923. Mit sieben signierten blattgroßen Radierungen. Brauner Originalmaroquinband mit vergoldetem Titel.

Eins von 100 Exemplaren. – Auf der Handpresse bei Otto von Holten, Berlin, gedruckt. – Unbeschnitten. – Willi Jaeckel (geboren 1888), Mitglied der Berliner Sezession, arbeitete als Graphiker und Illustrator für verschiedene Publikationen, u. a. für die Zeitschrift »Kriegszeit« 1925 lehrte er als Professor an der Staatlichen Kunsthochschule Berlin. Von den Nationalsozialisten immer wieder in der Ausübung seines Berufs behindert, gab Jaeckel 1943 seine Lehrtätigkeit schließlich auf. Er starb bei einem Bombenangriff 1944 in Berlin.

34,8 : 29,7 cm. [30] Seiten. – Leichte Kratzer und minimal fleckig.

Stilijanov-Nedo 94. – Sennewald 23, 1

675  Ernst Jandl. Übung mit Buben.

€ 150

Berlin 1973. Weißer Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – 37. Druck der Berliner Handpresse. – Eins von 300 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Dichter signiert. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

28,5 : 27,8 cm. [76] Seiten. – Einband etwas verschmutzt. – Die letzte Lage papierbedingt mit leicht stockfleckigen Rändern.

Spindler 86.37

676  Ernst Jandl. Chanson.

€ 900

Dreieich, Schierlingspresse 1989. Zwölf Typographiken mit Text. Mit zwei Textblättern lose in der Originalcellophanbox.

Eins von zehn nummerierten Exemplaren. – Jandls bekanntes Gedicht »l’amour | die tür | the chair | der bauch« inspirierte Dieter Sdun zu seiner »ROT«-Permutationen, einer in Kunststoff geschnittenen zwölffach wechselnden Reihung der Buchstaben R-O-T. Die Druckstöcke und der von Hand aus der Headline gesetzte Text wurden in Rot bzw. Schwarz auf hellblaues handgeschöpftes Bütten gedruckt. – Auf dem Titelblatt vom Dichter, im Druckvermerk vom Buchkünstler signiert. – Der Schrift- und Buchkünstler Dieter Sdun starb im Januar 2015 in Almeria, Spanien, wo er, nun unter dem Namen Emilio, mit seiner Frau Doris die Schierlingspresse unter dem Namen »Prensa cicuta« weiterbetrieb. – Wahrscheinlich die seltenste Jandl-Edition überhaupt. Nur ein Exemplar in einer öffentlichen Sammlung nachweisbar.

30,0 : 21,5 cm. [12] Blätter.

Nicht mehr bei Spindler, nicht bei Isphording

677  Richard Janthur – Jonathan Swift. Des Capitain Lemuel Gullivers Reise

€ 200

in das Land derer Houyhnhnms. Lithographien von Richard Janthur. Berlin, Fritz Gurlitt 1919. Mit einem Frontispiz und elf Lithographien. Originalhalbleinenband mit illustrierten Deckeln.

Drucke der Gurlitt-Presse, Die Neuen Bilderbücher, II. Folge. – Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 200). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Mit Zierleisten und Initialen nach Entwürfen von Richard Janthur.

43,0 : 35,5 cm. 62, [2] Seiten. – Einband fleckig. – Innengelenke angeplatzt.

Lang, Expressionismus 148. – Sennewald 19, 5. – Rifkind 1333. – Kat. Lindenau-Museum 1771–1781. – Rodenberg 393

678  Richard Janthur – Daniel Defoe. Das Leben und die ganz ungemeinen Begebenheiten des weltberühmten Engelländers Robinson Crusoe.

€ 200

Mit 31 Steinzeichnungen von Richard Janthur. Leipzig, Insel 1922. Mit 31 Farblithographien. Originalhalbpergamentband mit Kopfgoldschnitt, Rückentitel und Deckelvignette schwarz gedruckt.

Eins von 800 Exemplaren. – Auf Japanbütten. – Richard Janthur, Mitglied der Berliner Sezession, begründete 1912 zusammen mit Ludwig Meidner und Jakob Steinhardt die Künstlergruppe »Die Pathetiker« (Ausstellung in Waldens Galerie »Der Sturm«). 1918 war er Mitglied der »Novembergruppe« und trat 1919 dem »Arbeitsrat für Kunst« bei. In den 1920er Jahren widmete sich Janthur verstärkt der Buchillustration und erst zwanzig Jahre später wieder der Malerei.

32 : 24 cm. 104, [2] Seiten, 31 Lithographien.

Lang, Expressionismus 154. – Sennewald 22,1. – Sarkowski 363 A. – Jentsch 122

679  James Joyce. Ulysses.

€ 250

Paris, Shakespeare and Company 1924. Weiße Originalbroschur, Titel in Blau gedruckt.

Vierte Ausgabe. – Nach dem Erstdruck von 1922 entstanden zwei Ausgaben der Egoist-Press (1922/23), die jedoch zum Teil verbrannten bzw. fast vollständig vom Zoll beschlagnahmt wurden. – Unbeschnittenes Exemplar, trotz der schlechteren Papierqualität sehr gut erhalten.

21,3 : 17,0 cm. [6], 736 Seiten. – Umschlag am Rücken leicht gebräunt, die Deckel minimal fleckig.

Slocum/Cahoon A 17 Anmerkung

680  James Joyce. Ulysses.

€ 450

Paris, Shakespeare and Company 1927. Grüner Ecrasélederband mit vergoldetem Rückentitel und blindgeprägten Deckelbordüren; Originalvorderumschlag eingebunden.

Neunter Druck, dabei der siebte bei Shakespeare, Paris. – In gediegenem Handeinband.

21,6 : 17,0 cm. [8], 735, [1] Seiten. – Rücken leicht verfärbt, der Umschlag mit kleinen Randläsuren. – Ränder leicht gebräunt.

Slocum/Cahoon A 17 Anmerkung

681  James Joyce. Ulysses.

€ 1200

London, John Lane, The Bodley Head 1936. Grüner Originalleinenband, Deckelvignette, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste in England gedruckte Ausgabe. – Eins von 900 handschriftlich nummerierten Exemplaren auf Japan (Gesamtauflage 1.000). – Mit einem Anhang zur Editionsgeschichte und dem Vorwort von Morris L. Ernst zur ersten amerikanischen Ausgabe. – Unbeschnitten und innen sehr gut erhalten.

26,2 : 20,0 cm. XIII, [3], 765, [3] Seiten. – Rücken verfärbt. Ecken minimal bestoßen.

Slocum/Cahoon A 23

682  James Joyce. Anna Livia Plurabelle.

€ 750

With a Preface by Padraic Colum. New York, Crosby Gaige 1928. Brauner Originalleinenband mit Gold- und Blindprägung.

Erste Ausgabe. – Eins von 800 Exemplaren, im Auflagenvermerk von James Joyce signiert. – Auf Velin. – Typographie von Frederic Warde. – »Anna Livia Plurabelle« ist das berühmteste, meistzitierte Kapitel aus »Finnegans Wake«. Der »unübersetzbare« Roman sollte erst 1939 erscheinen.

18,0 : 11,7 cm. XVIII, [2], 60, [4] Seiten. – Die unbeschnittenen Ränder etwas angestaubt.

Slocum/Cahoon A 32

683  James Joyce. Finnegans Wake.

€ 300

New York, The Viking Press 1939. Schwarzer Originalleinenband mit goldgeprägten Titeln.

Erste amerikanische, zeitgleich mit der Londoner Ausgabe erschienen. – Joyce selbst bezeichnete in einem Wortspiel sein »work in progress« als »funferal«, zugleich also ein »funeral« als auch ein »fun for all«. – Vorabdrucke erschienen bereits seit 1928 unter verschiedenen Titeln (Anna Livia Plurabelle; Tales Told of Shem and Shaun; Haveth Childers Everywhere; The Mime of Mick, Nick and the Maggies). – »Finnegans Wake«, an dem Joyce neunzehn Jahre arbeitete, gilt als das kryptischste, komplexeste und am meisten verschlüsselte Werk des Dichters, ein Textlabyrinth und Puzzle erster Ordnung.

24,5 : 15,5 cm. [6], 628, [2] Seiten. – Minimal bestoßen. – Vorderes Innengelenk gelockert.

Slocum/Cahoon A 48

684  James Joyce. Stephen Hero.

€ 300

Part of the first draft of a Portrait of »A Portrait of the Artist as a Young Man«. Edited with an Introduction by Theodore Spencer. London, Jonathan Cape 1944. Schwarzer Originalleinenband mit goldgeprägtem Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Eins von 2000 Exemplaren. – Nachträgliche Ausgabe der ersten Niederschriften zu Joyce’ großem Roman.

20,0 : 13,0 cm. 210 Seiten. – Einband leicht berieben.

Slocum/Cahoon A 51

685  James Joyce. Ulysses.

€ 500

Vom Verfasser geprüfte deutsche Ausgabe von Georg Goyert. Erster [bis] Dritter [in einem] Band Basel, Rhein-Verlag 1927. Blauer Originalleinenband mit rot-goldenem Rückenschild und goldgeprägten Rückenfileten.

Erste deutsche Ausgabe des Jahrhundertromans. – Exemplar »e«, eins von 100 unverkäuflichen für die Presse bestimmten auf Dünndruckpapier (Gesamtauflage 1.100). – Zusatz auf dem Buchrücken, auch in Gold geprägt: »Privatdruck für die Presse«. – Ungemein aufwendiges Rezensionsexemplar. – Mit dem Beilageheft »Der Homer unserer Zeit: Deutschland in Erwartung des Ulysses von Joyce. Letzte Gelegenheit zur Subskription« (mit Stempel: »Termin verlängert«) mit Texten zu Dichter und Werk von Yvan Goll u. a. – Insgesamt schönes Exemplar der seltenen Ausgabe, seit 20 Jahren kein Exemplar auf einer deutschen Auktion.

19,8 : 13,5 cm. [8], 458, [2]; [4], 465, [3]; [4], 662, [2] Seiten. – Deckel minimal, Buchschnitt etwas stärker fleckig,.

Slocum/Cahoon D 45.5/6

686  James Joyce. Ulysses.

€ 300

Vom Verfasser geprüfte deutsche Ausgabe von Georg Goyert. Erster [bis] Dritter Band. Basel, Rhein-Verlag 1927. Originalhalblederbände mit goldgeprägten Rückenschildern und Kopfgoldschnitt. In der Originalkassette mit Titelschild.

Erste deutsche Ausgabe des Jahrhundertromans. – Eins von 1000 Exemplaren auf Bütten, weitere 100 Presse-Exemplare wurden auf Dünndruckpapier gedruckt. – Privatdruck durch Vermittlung des Pariser Büros des Rhein-Verlags in Basel. Mit dem Werbebrief des Verlags »An die Interessenten des deutschen Privatdrucks«.

20,6 : 14,8 cm. – Die Rücken durch unsachgemäße »Pflege« etwas fleckig, innen tadellos. Stempel auf Vorsatzblättern (Georg Theodor Ganslmayr).

Slocum/Cahoon D 45.2

687  James Joyce. Ulysses.

€ 200

Erster [und] Zweiter Band. Zürich, Rhein-Verlag 1930. Schwarze Originalhalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln, Kopfgoldschnitt und marmorierten Deckelbezügen.

Erste öffentliche deutsche Ausgabe, 1927 war eine deutsche Übersetzung als Privatdruck erschienen. – Vom Verfasser geprüfte definitive deutsche Ausgabe von Georg Goyert. – Sehr schönes Exemplar.

19,2 : 13,5 cm. [8], 632, [2]; [8], 611, [1] Seiten.

Slocum/Cahhon D 45 Anmerkung

688  James Joyce. Ulysses.

€ 200

Vom Verfasser geprüfte definitive deutsche Ausgabe von Georg Goyert. Erster [und] Zweiter Band. Zürich, Rhein-Verlag [1930]. Zwei flexible grüne Originalkalblederbände, Rückentitel mit Vignette und Kopfschnitt vergoldet.

Dritte deutsche Ausgabe, wiederum nur für Subskribenten. – Auf Dünndruckpapier als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Titelschrift und Einbandzeichnung entwarf Emil Preetorius. – Mit einem Beilagezettel zur Blockbuchbindung.

17,2 :11,2 cm. [8], 631, [3]; [8], 611, [1] Seiten. – Rücken leicht verfärbt und minimal berieben. – Vorsätze etwas stockfleckig.

Slocum/Cahoon D 45 Anmerkung

689  James Joyce. Werke. Frankfurter Ausgabe.

€ 600

Sieben Teile in neun Bänden. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1969–1975. Schwarze Originalkalblederbände mit grün-goldenen Rückenschildern, alle mit Schutzumschlag und Schuber.

Erste deutsche Werkausgabe. – Redaktion Klaus Reichert unter Mitwirkung von Fritz Senn. – Dubliner; Stephen der Held. Porträt des Künstlers als junger Mann; Ulysses; Kleine Schriften; Gesammelte Gedichte. Anna Livia Plurabelle. Englisch und Deutsch; Briefe I–III. Mit Registern. – Die teils gefalteten Beigaben sind Faksimiles von Briefen, Manuskriptblättern und sechs von Joyce’ Tochter Lucia gezeichneten und kolorierten Initialen. – Die vollständige Frankfurter Ausgabe in einem tadellos schönen Exemplar der Ledervorzugsausgabe.

20,0 : 13,0 cm. Mit 14 Faksimilebeilagen. Zusammen etwa 4500 Seiten.

KNLL VIII, 903ff (zu den einzelnen Texten und Ausgaben)

690  James Joyce. Pomes Penyeach.

€ 200

Lithographs and Woodcuts by Peter Brandes. Paris, Edition Brandes 1977. Mit neun blattgroßen Lithographien und neun signierten Farbholzschnitten sowie einer Suite der Lithographien. Originalpappband und -mappe in -schuber.

Eins von 50 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches. – Die farbigen Holzschnitte sind auf neun Doppelblättern den dort nochmals abgedruckten Lithographien gegenübergestellt. – Frühe graphische Folge des dänischen Künstlers Peter Brandes (geboren 1944), informelle Illustrationen zu Gedichten von James Joyce, die meist in Triest (1912–1915) und Zürich (1916–1918) entstanden.

31,2 : 23,2 cm. 26, [6] Seiten, 9 Doppelblätter. – Rücken und Schuber leicht verfärbt, innen sehr schön.

691  John Cage. Writing through Finnegans Wake & Writing for the second time through Finnegans Wake.

€ 450

New York, Printed Editions 1978. Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe, im Druckvermerk von John Cage signiert. – Erschienen als Supplement zu Nummer 15 von »James Joyce Quarterly«. – Zu der Dichtung wurde der Komponist John Cage durch Joyce’ »Finnegans Wake« inspiriert. – Die Typographie stammt von Freeman Keith, die außergewöhnliche Platzierung der Interpunktionen entwarf der Künstler gemeinsam mit Alison Knowles. – Tadellos erhalten.

28,4 : 24,5 cm. [180] Seiten. – Kleines Buchhändleretikett Walter König auf dem hinteren Innendeckel.

692  Brydon Smith. Donald Judd.

€ 750

A Catalogue of the Exhibition at the National Gallery of Canada. Catalogue Raisonné of Paintings, Objects, and Wood-Blocks 1960-1974. Ottawa 1975. Mit hunderten Abbildungen, dabei einige farbige. Rote Originalbroschur.

Originalausgabe, englisch-französischer Paralleltext. – Das wichtige Werkverzeichnis erschien anlässlich der Ausstellung in Ottawa im Frühsommer 1975.

27,8 : 22,5 cm. XV, [1], 320 Seiten. – Rücken verblasst, Kanten minimal berieben.

693  Ernst Jünger. Notizblock

€ 200

zu »Tausendundeine Nacht.« p. 1 bis 33. St. Gallen, Erker 1994. Lose Doppelseiten in Originalumschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 330). – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – Die Notizen entstanden in den Jahren 1985 bis 1990 und wurden hier nach der Handschrift des Autors lithographiert.

28,9 : 22,3 cm. 33, [3] Seiten.

694  Jürgen Meyer Jurkowski – Wolfgang Borchert. Die Hundeblume.

€ 300

Hamburg, Edition M&M 1998. Mit sieben blattgroßen Radierungen von Jürgen Meyer Jurkowski. Bordeauxfarbener Originalleinenband mit Blindprägung im -schuber (Ludwig Vater, Jena). Im Originalschuber.

Eins von 50 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler nummeriert und signiert. – Der Künstler übernahm auch Typographie, Einbandentwurf und Druckleitung.

40,1 : 28,8 cm. 31, [1] Seiten.

695  Franz Kafka. Betrachtung.

€ 200

In: Hyperion. Eine Zweimonatsschrift. München, Hans von Weber 1908. Originalbroschur.

Erstdruck der ersten Veröffentlichungen des jungen Franz Kafka. – Acht Stücke aus »Betrachtung« (im Inhaltsverzeichnis noch als »Betrachtungen« betitelt). – Kafka war damals noch vollkommen unbekannt; man vermutete hinter seinem Namen deshalb ein Pseudonym. – Die Bedeutung der Zeitschrift und ihres verdienstvollen Herausgebers Franz Blei beschreibt Kafka so: »Er sollte denen, die an der Grenze der Literatur wohnen, eine große lebendige Repräsentation geben; aber sie gebührte jenen nicht und sie wollten sie im Grunde auch nicht haben« (zitiert nach Dietz).

28,2 : 22,0 cm. – Umschlag etwas fleckig, Ränder »ausgefranst«, Rücken unfachmännisch geklebt.

Dietz 1

696  Franz Kafka. Betrachtung.

€ 7500

Leipzig, Ernst Rowohlt [1913]. Hellbrauner Leinenband der Zeit, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe von Kafkas erster Erzählungssammlung, acht Texte waren bereits 1908 in der Zeitschrift »Hyperion« erschienen. – Eins von 800 nummerierten Exemplaren, von denen allerdings 1915 noch mehr als die Hälfte unverkauft war. Diese Restauflage erhielt ein neues Titelblatt mit dem Verlagsnamen Kurt Wolff. – Die auf Kafkas Wunsch hin verwendete ungewöhnlich große Schrift bezeichnet der Dichter selbst in einem Brief an seinen Verleger als »wunderschön«. – Gewidmet »Für M[ax] B[rod]«, der bereits an diesem Frühwerk großen Anteil hatte. »Die Kafka wesentliche Reihenfolge der Stücke wird mit Hilfe Brods am Abend des 13. August 1912, der ersten Begegnung mit Felice Bauer, festgelegt und am 14. August das Manuskript durch Brod abgeschickt« (Dietz). – Besonders innen sehr schön. – In späterer dunkelgrüner Leinenkassette mit grün-goldenem Lederrückenschild.

23,3 : 15,5 cm. [8], 99, [1] Seiten. – Vorderdeckel und Rücken mit wenigen kleinen Flecken. – Titelblatt mit dezentem Besitzvermerk, das leere Vorblatt mit leichter Quetschfalte.

Dietz 17. – Raabe/Hannich-Bode 146.1. – Göbel 91

697  Franz Kafka. Betrachtung.

€ 2000

Zweite Ausgabe. Leipzig, Kurt Wolff [1913/1915]. Originalhalblederband mit Deckeltitel und -vignette in Schwarzdruck.

Titelauflage der ersten Ausgabe. – 1913 erschien Kafkas erste Erzählungssammlung, gedruckt in 800 Exemplaren. Etwas mehr als die Hälfte der unverkauften Exemplare wurde 1915 – anlässlich der Verleihung des Fontane-Preises an Kafka – mit einem neuen Titelblatt (»da die Exemplare bisher noch die Firma Ernst Rowohlt tragen«) versehen. – Den übergroßen Schriftgrad, in dem das Buch auf Kafkas Wunsche gesetzt wurde, beschrieb der Dichter vorbehaltlos als »wunderschön«. – Bereits diesen Erstling widmete Kafka seinem Freund und Helfer Max Brod. – Dazu drei Kafka-Ausgaben aus der Reihe »Der jüngste Tag«: Der Heizer. – Die Verwandlung. – Das Urteil. – Leipzig, Kurt Wolff 1917/18, 1918, 1919/20. Beschädigte Originalbroschuren. Der jüngste Tag 3, 22/23 und 34. Dritte bzw. zweite Auflage.

24,5 : 16,3 cm. [8], 99, [1] Seiten. – Ränder gebräunt. Lederrücken fehlt. – Von den Vorsätzen abgesehen, innen sehr schön.

Dietz 27. – Raabe/Hannich-B. 146.1–4 – Göbel 91. – Beigaben: Smolen/Stammerjohann 3.3.A, 22/23.2.A und 34.2.A

698  Franz Kafka. In der Strafkolonie.

€ 750

Leipzig, Kurt Wolff 1919. Schwarzer Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel, schwarz-roten Buntpapierdeckelbezügen und Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe. – Viertes Buch der neuen Folge der Drugulin-Drucke. – Eins von 1000 Exemplaren. – Gesetzt aus der Cicero Französische Antiqua und gedruckt in Blau und Schwarz bei Drugulin, Leipzig. – Kafka meinte über die Erzählung, »daß nicht nur sie peinlich ist, daß vielmehr unsere allgemeine und meine besondere Zeit gleichfalls sehr peinlich war und ist […]« (Brief an Kurt Wolff, Briefwechsel S. 41). – Wie schon der Erzählungsband »Betrachtung« üppig und breitrandig gesetzt. – Seiten- und Fußsteg unbeschnitten. – Nur in kleiner Auflage erschienen und hier in der selteneren schwarz-roten Einbandvariante.

23,3 : 15,5 cm. 68, [4] Seiten. – Ecken leicht, Rücken stark berieben. – Vereinzelt leicht stockfleckig, Exlibris.

Dietz 50. – Raabe/Hannich-Bode 146.5. – Rodenberg 380, 4

699  Franz Kafka. In der Strafkolonie.

€ 450

Leipzig, Kurt Wolff 1919. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel und grün-braunen Buntpapierdeckelbezügen.

Erste Ausgabe. – Drugulin-Drucke, Neue Folge, Band IV. – Eins von 1000 Exemplaren. – In der braun-grünen Einbandvariante. – Gesetzt aus der Cicero Französische Antiqua und gedruckt in Blau und Schwarz bei Drugulin, Leipzig. – Die 1914 entstandene Erzählung steht in direktem Zusammenhang mit Kafkas posthum erschienenen Roman »Der Prozeß«. – Kafka schrieb über die Erzählung an seinen Verleger Kurt Wolff , »daß nicht nur sie peinlich ist, daß vielmehr unsere allgemeine und meine besondere Zeit gleichfalls sehr peinlich war und ist […]« (K. W. Briefwechsel S. 41).

23,3 : 15,5 cm. 68, [4] Seiten. – Rücken berieben. – Vereinzelt stockfleckig.

Dietz 50. – Raabe/Hannich-Bode 146.5. – Rodenberg 380, 4

700  Franz Kafka. Ein Hungerkünstler.

€ 400

Vier Geschichten. Berlin, Die Schmiede 1924. Grüner Originalleinenband mit blau-rotem Rücken- und Deckelschild (Entwurf Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Enthält die vier Erzählungen: Erstes Leid; Eine kleine Frau; Ein Hungerkünstler; Josefine, die Sängerin. – Das einzige Buch, das Kafka selbst einem anderem Verleger als Kurt Wolff gab – nach seinem Weggang aus Prag kam er Ende 1923 durch Ernst Weiß und weitere ihm bekannte Autoren des jüdischen Schmiede-Verlegers Rudolf Leonhard mit diesem in Kontakt. – Der »Hungerkünstler« erschien erst nach Kafkas Tod, man darf aber annehmen, dass er noch alle vier Geschichten selbst korrigiert hat. – Erschien innerhalb der Reihe »Die Romane des XX. Jahrhunderts«.

19,8 : 13,8 cm. 85, [3] Seiten. – Rücken leicht verfärbt, Rückenschild gebräunt.

Dietz 66. – Raabe/Hannich-Bode 146.7. – Holstein, Salter 68

701  Franz Kafka. Ein Hungerkünstler.

€ 300

Vier Geschichten. Berlin, Die Schmiede 1924. Grüner Originalleinenband mit blau-rotem Rücken- und Deckelschild (Entwurf Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Enthält die vier Erzählungen: Erstes Leid; Eine kleine Frau; Ein Hungerkünstler; Josefine, die Sängerin. – Das einzige Buch, das Kafka selbst einem anderem Verleger als Kurt Wolff gab – nach seinem Weggang aus Prag kam er Ende 1923 durch Ernst Weiß und weitere ihm bekannte Autoren des jüdischen Schmiede-Verlegers Rudolf Leonhard mit diesem in Kontakt. – Der »Hungerkünstler« erschien erst nach Kafkas Tod, man darf aber annehmen, dass er noch alle vier Geschichten selbst korrigiert hat. – Erschien innerhalb der Reihe »Die Romane des XX. Jahrhunderts«.

19,8 : 13,8 cm. 85, [3] Seiten. – Ränder leicht, Rücken stärker verfärbt. Rückenschild gebräunt und mit kleinen Fehlstellen. – Exlibris »Kaufhaus des Westens«, hinterer Vorsatz mit kleinem Stempel.

Dietz 66. – Raabe/Hannich-Bode 146.7. – Holstein, Salter 68

702  Franz Kafka. Der Prozess.

€ 750

Roman. Berlin, Die Schmiede 1925. Halblederband der Zeit mit vergoldetem Rückentitel, der braune Kleisterpapierbezug eines Originalpappbandes nach Entwurf Georg Salters mit Deckel- und Rückenschild ist eingebunden.

Erste Ausgabe. – Erschienen innerhalb der Reihe »Die Romane des XX. Jahrhunderts«. – Max Brod gab den Text aus dem Nachlass des Dichters und gegen dessen Willen heraus. In dem Nachwort rechtfertigte der Freund des Dichters sein editorisches Vorgehen. – »Der Prozess« bildet den ersten Teil der sogenannten »Trilogie der Einsamkeit«, die Folgeteile »Das Schloss« und »Amerika« erschienen – wieder im Kurt Wolff Verlag – in identischer Ausstattung.

19,8 : 14,0 cm. [8], 411, [1] Seiten. – Rücken etwas verblasst. Kanten minimal berieben.

Raabe/Hannich-Bode 146.8

703  Franz Kafka. Der Prozess.

€ 450

Roman. Berlin, Die Schmiede 1925. Grüner Originalleinenband mit blau-rotem Deckel- und Rückenschild (Entwurf von Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Erschienen innerhalb der Reihe »Die Romane des XX. Jahrhunderts«. – Max Brod gab den Text aus dem Nachlass des Dichters und gegen dessen Willen heraus. In dem Nachwort rechtfertigte der Freund des Dichters sein editorisches Vorgehen. – »Der Prozess« bildet den ersten Teil der sogenannten »Trilogie der Einsamkeit«, die Folgeteile »Das Schloss« und »Amerika« erschienen im Kurt Wolff Verlag in identischer Ausstattung.

19,8 : 14,0 cm. [8], 411, [1] Seiten. – Ränder und besonders der Rücken verblasst. Rückenschild gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 146.8

704  Franz Kafka. Das Schloss.

€ 450

Roman. München, Kurt Wolff 1926. Blauer Originalleinenband mit blau-rotem Deckel- und Rückenschild (Entwurf von Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Der zweite Teil der Romantrilogie erschien wieder bei Kurt Wolff. – Wie alle drei posthum erschienenen Romane mit einem Nachwort des Freundes und Herausgebers Max Brod.

19,7 : 13,5 cm. [8], 503, [1] Seiten. – Rücken verblasst und wie die Deckel leicht stockfleckig.

Raabe/Hannich-Bode 146.9. – Göbel 663

705  Franz Kafka. Der Prozess. – Das Schloss. – Amerika.

€ 600

Berlin, Die Schmiede 1925, und München, Kurt Wolff 1926/1927. Zwei Halblederbändebände im Stil der Originale, ein Originalleinenband, alle mit Rücken- und Deckelschild (Entwurf Georg Salter).

Erste Ausgaben der von Max Brod aus dem Nachlass herausgegebenen sogenannten »Trilogie der Einsamkeit«. – Max Brod schrieb für jeden Band ein Nachwort und erläutert seinen Entschluss, Kafkas Willen, sämtliche Manuskripte zu vernichten, zu ignorieren. Spätestens mit den drei großen Romanen gelangte Kafka zu Weltruhm. – Dazu: Beim Bau der Chinesischen Mauer. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1931. Originalleinenband mit vergoldeter Deckelvignette und Rückenschild. – Alle aus dem Nachlass Dr. Harry Heller, mit dessen Exlibris. Dr. Heller (1899–1967) arbeitete als Mediziner in einer Berliner Klinik, bevor er 1933 aus dem Dienst entlassen wurde. Über Holland und Schottland emigrierten er und seine Frau nach Palästina, 1965 wurde er schließlich an die Universität Tel Aviv berufen und leitete dort die medizinische Fakultät. Nach seinem Tod »reisten« die Bücher mit seinem Sohn in die USA. – Der Zustand der Bücher dokumentiert das bewegte Leben ihres Besitzers. Er und die Bücher überlebten die Katastrophe des 20. Jahrhunderts und bei allen »Schönheitsfehlern« überwiegt die Freude über ihr Vorhandensein.

19,8 : 13,8 cm. 411, [1]; 503, [1]; 391 [1] Seiten. – Einbände fleckig. Rücken von I und II erneuert, originale Deckelbezüge erhalten. Rücken von II beschädigt, Gelenke gebrochen. – Erste und letzte Seiten, äußerste Ränder stockfleckig. – Beigabe: Rücken verfärbt, hinteres Gelenk gebrochen. Deckel mit kleinen Stockflecken.

Raabe/Hannich-Bode 146.8, 9 und 10. – Göbel 663 und 673 (II und III)

706  Ernst Ludwig Kirchner – Jakob Boßhart. Neben der Heerstraße.

€ 300

Mit Holzschnitten von E. L. Kirchner. Zürich und Leipzig, Grethlein & Co. 1923. Mit 23 Holzschnitten im Text. Illustrierter roter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Neben Georg Heyms »Umbra Vitae« und fast gleichzeitig entstanden, sind Boßharts Erzählungen das zweite große illustratorische Werk Kirchners.

20,0 : 13,5 cm. 434, [6] Seiten.

Dube 809–831. – Jentsch 143. – Lang, Expressionismus 174

707  Erich Klossowski – Julius Meier-Graefe. Orlando und Angelica.

€ 180

Ein Puppenspiel in zehn Akten. Mit Lithographien von Erich Klossowski. Berlin, Paul Cassirer 1912. Mit 72 Kreidelithographien, davon zehn farbige Zwischentitel, 60 Textillustrationen, eine farbig, Titel und Titelvignette. Originalbroschur mit Buntpapierbezug und Titelschild. In Leinenkassette.

Erste Ausgabe. – »Den Bühnen gegenüber als Manuskript.« – Nach einem Puppentheaterstück, das Julius Meier-Graefe und Erich Klossowski gemeinsam im Jahr 1911 im Teatro Stella Cerere in Neapel gesehen hatten, das wenig später durch einen Brand zerstört wurde. Meier-Graefe schrieb 1912 an Samuel Fischer: »Die Puppen sind fabelhaft. [Den] Text habe ich sehr frei übertragen [und er] ist nun in ganz fabelhafter Weise von Klossowski illustriert worden. Ich glaube nicht, daß Sie so etwas von Klossowski gesehen haben. Er ist nach meiner Ansicht, die nicht allein steht, der bei weitem talentvollste unter den jungen Deutschen […]«.

39,8 : 32,0 cm. [8], 133, [3] Seiten. 2 Zwischentitel nicht in die Paginierung eingeschlossen.

Feilchenfeldt/Brandis 144.B

708  Gottfried Kölwel. Gesänge gegen den Tod.

€ 400

Leipzig, Kurt Wolff 1914. Cremefarbener Originalpappband mit Titelaufdruck in Schwarz und Rot.

Erste Ausgabe von Kölwels Erstling. – Der jüngste Tag 17. – In der seltenen Einbandvariante, die Smolen für diesen Band nicht nachweisen konnte (»deshalb bleibt ungeklärt, ob eine Pappversion im Sinne der Nummern 11 und 14–16 […] überhaupt je erschienen ist.« Für die genannten Bänder der zweiten und dritten Serie bildet Smolen Einbände in der gleichen Gestaltung ab. – Auf besserem Papier. – Dazu drei Erstausgaben von Georg Kölwel: Die frühe Landschaft. München, Roland 1917. – Erhebung. München, Roland 1918. – Die schöne Welt. Wien, Gallus 1942. – Originalpappbände. – Zwei Beigaben.

21,5 13,1 cm. 45, [3] Seiten. – Deckelränder minimal gebräunt. – Die übrigen ebenfalls sehr gut erhalten.

Nicht bei Smolen/Stammerjohann, vgl. 17.1.A.1 und Abb. 30, 38,42 und 44. – Raabe/Hannich-Bode 161.1 und 161.2, 3 und 22 (falsche Angaben)

709  Kokoschka. Drawings.

€ 300 ( R7 )

With an Introduction by Paul Westheim. Edited by Ernest Rathenau. London, Thames and Hudson 1962. Mit einer signierten Farblithographie und 146 Abbildungen auf Tafeln. Originalleinenband mit goldgeprägten Titeln. Im Schuber.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der signierten Farblithographie »Teufel auf einem Esel und eine Nymphe« auf Japan (Gesamtauflage 500).

29,0 : 23,5 cm. 15, [1] Seiten, 146 Tafeln, 1 Lithographie. – Schuber fleckig. Rücken verfärbt.

Wingler/Welz 215

710  Oskar Kokoschka – Hans M. Wingler und Friedrich Welz. Oskar Kokoschka. Das druckgraphische Werk.

€ 450

Salzburg, Galerie Welz 1975. Mit zwei signierten Originalgraphiken und zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Originalpergamentband mit vergoldeten Titeln (Ernst Ammering, Ried).

Eins von 190 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der Lithographie »Selbstbildnis, 1971« und der Radierung »Gänsemagd«. – Beide Graphiken signiert, nummeriert und in Folienpassepartouts. – Es erschien noch ein Nachtragsband für die Jahre 1975–1980.

31,5 : 24,0 cm. 296 Seiten. – Etwas aufgebogen. – Die Graphiken rückseitig mit Paketklebeband-Resten; Ränder der Radierung minimal geknittert.

Wingler/Welz 470 u. 474

711  Käthe Kollwitz-Mappe.

€ 200

Neu bearbeitet von Josef Popp. Herausgegeben vom Kunstwart. München, Georg D. Callwey 1925. Zwölf Heliogravüren, davon eine doppelblattgroß und gefaltet, und das Textheft mit sieben Abbildungen. Lose in neuer Leinenkassette.

Mit eigenhändiger Widmung auf dem Titelblatt »Herrn Peschel mit freundlichem Gruß | Käthe Kollwitz«. – Die Heliogravüren wurden auf braune Kartonblätter montiert. – Der Originalmappendeckel liegt, beschnitten und in Passepartout montiert, bei.

42,0 : 31,0 cm. [8] Seiten, 13 Tafeln. – Textheft etwas gebräunt, leicht fleckig und im Falz mit kleinem Einriss.

712  Jeff Koons.

€ 900

Edited by Hans Werner Holzwarth. With Texts by Katy Siegel, Ingrid Sischy, Eckhard Schneider and Statements by Jeff Koon. Köln u. v. a., Taschen 2007. Mit zahlreichen farbigen fotografischen Abbildungen, meist ganzseitig. Farbig bedruckter Originalleinenband mit applizierten Folienobjekten auf den Deckeln. In der roten Originalleinenkassette mit Titelaufdruck in Silberfolie.

Eins von 1600 stempelnummerierten und vom Künstler signierten Exemplaren. – Gewichtige Monographie über den amerikanischen Künstler. Neben biographischen Essays, Ausstellungsverzeichnis und Bibliographie beeindruckt der voluminöse Band vor allem mit hunderten Abbildungen der Werke Jeff Koons’ aus den Schaffensperioden seit 1979. – Texte in Englisch, Deutsch und Französisch. – Tadellos erhalten.

44,5 : 33,5 cm. 605, [1] Seiten.

713  Gerhart Kraaz – Canticum Canticorum.

€ 600

Das Hohe Lied. Mit dreißig Lithographien von Gerhart Kraaz. Frankfurt am Main, Ars libri 1962. Mit 28 in den Text eingedruckten Lithographien, davon acht doppelblattgroß, und vier signierten beigelegten Lithographien, davon zwei doppelblattgroß. Brauner Originalmaroquinband mit vergoldetem Rücken- und blindgeprägtem Deckeltitel (Christian Zwang, Hamburg). In Originalleinenkassette (Willy Pingel, Heidelberg).

Erster (noch unbezeichneter) Ars librorum Druck. – Exemplar XIX von 50 römisch nummerierten der Vorzugsausgabe mit vier zusätzlichen Lithographien, davon eins der 25 in Leder gebundenen Exemplare. Es erschienen weitere 275 Exemplare mit nur einer zusätzlichen signierten Lithographie. – Druckvermerk von Künstler und Verleger signiert. – Auf gelblichem Hahnemühle-Bütten. – Gesetzt aus der Monotype Bell-Antiqua. – Den Text druckte Hans Christians, Hamburg; die Lithographien Paul Robert Wilk, Frankfurt am Main. – Die Übersetzung Gotthard de Beauclairs fußt auf dem hebräischen Urtext und ist Henri Friedlaender gewidmet. – Im gleichen Jahr erschien eine englische Ausgabe. – Entgegen der Angabe auf dem Titel enthält die Lederausgabe nur 28 Lithographien, da die Umschlagillustrationen entfielen.

48,0 : 33,0 cm. [2], 40, [6] Seiten.

Löffler B 8a. – Spindler 40.21. – Tiessen II, 15

714  Gerhart Kraaz. Das Buch Hiob.

€ 800

Zwölf Lithographien. Mit dem Text in der Übersetzung von Martin Luther. Seulberg im Taunus, Paul Robert Wilk [1971]. Zwölf signierte Lithographien und 45 Offsetlithographien im Text. Lose in Originalhalblederkassette (Helmuth Halbach, Königstein).

Eins von 100 Exemplaren. Diese Auflage wurde laut Werkverzeichnis nicht erreicht und nur noch zum Teil signiert. – Hier alle zwölf Lithographien vom Künstler nummeriert und signiert. – Die Typographie der Textseiten und die Anordnung der Vignetten stammt von Richard von Sichowsky. – Die Textseiten, illustriert mit den Vignetten nach Zeichnungen des Künstlers, geben den vollständigen Text der Luther-Übersetzung wieder, die zwölf eindrucksvollen Lithographien widmen sich einzelnen Textstellen. – Gedruckt auf Teton-Bütten, die Ätzung der Vignetten übernahm Paul Wilk, der den Privatdruck vertrieb. – Eines der Hauptwerke von Gerhart Kraaz (1909–1971), entstanden kurz vor seinem Tod. »Die Hauptaussage über die Vorstellung des späten Kraaz von einem gelungenen Miteinander von Text und Bild […] nachweislich ohne Vorgaben eines Verlagstypographen« (Birgit Löffler, S. 113). – Sehr schönes Exemplar.

71,0 : 50,5 cm (Blattgröße). [12] Seiten, 12 Lithographien.

Löffler B 27. – Tiessen III, 29

715  Alfred Kubin – Otto Julius Bierbaum. Samalio Pardulus.

€ 250

Mit zwanzig Bildbeigaben von Alfred Kubin. München und Leipzig, Georg Müller 1911. Mit 20 Lichtdrucktafeln. Originalhalbmaroquinband mit vergoldeten Bordüren und Fileten und Rückenvergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

Eins von 600 Exemplaren. – Auf Van Gelder-Bütten. – Einbandentwurf von Paul Renner. – Gut erhaltenes Exemplar.

25,0 : 19,7 cm. 44, [6] Seiten, 20 Tafeln. – Rücken verblasst.

Marks A 12. – Raabe 35

716  Alfred Kubin – Friedrich Huch. Neue Träume.

€ 200

Mit zwanzig Bildern von Alfred Kubin. München, Georg Müller 1921. Mit zehn Lithographien und zehn Textillustrationen in Strichätzung. Originalhalbpergamentband mit blau-goldenem Rückenschild, Kopfschnittvergoldung und blauen Batikpapierbezügen.

Eins von 800 Exemplaren, wobei Horodisch, Raabe und Marcks die Halbpergamentbände einer Vorzugsausgabe von 100 Exemplaren zuschreiben. – Dazu: Gottfried August Bürger. Des Freiherrn von Münchhausen wunderbare Reisen und Abenteuer […] Coburg, Winkler 1947. Mit zwölf blattgroßen Strichätzungen. Originalpappband. – Georg Trakl. Offenbarung und Untergang. Die Prosadichtungen. Salzburg, Otto Müller 1947. Mit zwölf Strichätzungen. Originalpappband mit Deckelillustration und Originalschutzumschlag.

32,3 : 24,3 cm. 45, [3] Seiten, 10 Lithographien. – Pergament etwas berieben. Vorsätze leicht stockfleckig.

Marcks A 57 sowie A 197 und 211. – Raabe 151 sowie 646 und 652

717  Alfred Kubin. Nach Damaskus.

€ 400 ( R7 )

18 Steinzeichnungen. München, Georg Müller 1922. 18 Lithographien und ein lithographiertes Titelblatt, alle signiert. Zusammen mit sechs Textblättern lose in Originalhalbpergamentmappe mit goldgeprägtem Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 350). – Gedruckt auf echtem Pan-Bütten. – Die Lithographien entstanden zu August Strindbergs Drama »Till Damaskus«. – Aus dem Vorwort von Alfred Kubin: »Seit 1912 war es einer der Lieblingsgedanken von Georg Müller, Blätter zu einem Strindbergwerk von mir zu bekommen […] kurz vor seinem Tode sprach er wieder von ›unserem Strindberg‹ […] Nach dem Ableben meines Verlegers wollte ich dessen Wunsch, der mir auf einmal wie eine Verpflichtung vorkam, aber allen Ernstes nachkommen«.

39,5 : 30,0 cm (Mappe). [12] Seiten, 19 Lithographien. – Mappe innen leicht stockfleckig. Rücken mit schwacher Spur eines entfernten Bibliotheks-Schilds. Innendeckel mit Stempel und Kleberest. – Papiere der Lithographien gebräunt, Ränder etwas brüchig.

Marks A 61. – Raabe 167. – Hoberg Mappe IV

718  Alfred Kubin. Von verschiedenen Ebenen.

€ 300

Berlin, Fritz Gurlitt 1922. Mit vier signierten Lithographien und zahlreichen Illustrationen. Originalhalbleinenband mit kolorierter Deckelillustration.

Malerbücher Band 5. – Eins von 400 Exemplaren (Gesamtauflage 500). – Das Buch enthält einen autobiographischen Abriss sowie die Texte »Der Zeichner«, »Über mein Traumerleben«, »Die Befreiung vom Joch«, »S. Friedlaender, Schöpferische Indifferenz« und »Mimi« sowie die Bildergeschichten »Eigner Herd ist Goldes wert« und »Heberl«. – Die beigebundenen signierten Lithographien gehörten eigentlich nicht zu den Texten. – Kaum eines von Kubins Büchern ist derartig abwechslungsreich illustriert: Vignetten und Initialen wechseln mit blattgroßen Szenerien und Karikaturen.

36,0 : 26,5 cm. [70] Seiten, 4 Lithographien. – Schnitt und Einband minimal stockfleckig.

Marks A 67. – Raabe 181

719  Alfred Kubin – Charles de Coster. Smetse, der Schmied.

€ 150 ( R7 )

Eine flämische Legende. Mit Bildern von Alfred Kubin. München, Buchenau & Reichert 1923. Mit Titelvignette, zweifarbiger Initiale und 24 Illustrationen im Text. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (E. A. Enders, Leipzig).

Zehnter Phantasusdruck. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Zanders Einhornbütten und in Halbpergament (Gesamtauflage 1430). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Federzeichnungen schnitt Albert Fallscheer faksimilegetreu in Holz. – Tadellos.

48,5 : 19,5 cm. 102, [2] Seiten.

Marks A 71. – Raabe 224. – Schauer II, 99

720  Alfred Kubin. Orbis Pictus.

€ 180

[Baden-Baden, Merlin 1930]. Illustriertes Titelblatt, Textblatt und 25 illustrierte Blätter. Lose in Originalhalbleinenmappe mit Titelschild.

Eins von 280 Exemplaren (Gesamtauflage 300). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Titel-, Text- und neun illustrierte Blätter auf gelblichem, 16 auf bläulichem Papier. – »Zwischen Traum und Leben zogen zahllose Gestalten und Bilder an mir vorbei, die während meines ganzen Daseins immer wieder mich beschäftigten. […] Ich zeichne das, was ich sehe mit den Augen des Kopfes und denen der Seele« (Vorbemerkung).

47,5 : 32,5 cm. 27 Blätter.

Marks A 103. – Raabe 397

721  Alfred Kubin – Für Alfred Kubin.

€ 750 ( R7 )

Eine Widmung Österreichischer Dichter und Künstler zu seinem 50. Geburtstag. Wien, Officina Vindobonensis 1927. Mit 15 signierten Lithographien. Bemalter Originalpergamentband mit Goldschnitt.

Zum 10. April MCMXXVII. – Im Druckvermerk handschriftlich bezeichnet als »Nr. I«. Weitere Exemplare einer »signierten Vorzugsausgabe« konnten wir nicht nachweisen. Mit signierten Lithographien von Georg Ehrlich, Anton Hanak, Carry Hauser, Clemens Holzmeister, Ernst Huber, Theodor Kern, Wilhelm Klier, Oskar Laske, Franz Lerch, Alfred Loeb, Georg Mayer-Marton, Georg Merkel, Ernst Wagner, Georg Philipp Woerlen und Franz Zülow. – Die Textbeiträge stammen von Richard von Schaukal, Otto Stoessl, Heinrich Suso Waldeck, Richard Billinger, Felix Braun und anderen. Aus der Bibliothek von Heinrich Stinnes, mit dessen eigenhändigem Besitzvermerk.

25,2 : 20,0 cm. 49, [4] Seiten, 15 Lithographien. – Es fehlt das vordere Vorsatzblatt.

Raabe 456

722  Kunst und Künstler.

€ 450

Illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe. Jahrgang XIV–XVI und XVIII–XXI. Berlin, Bruno Cassirer 1915–1923. Mit zehn Lithographien im Text, einer Farblithographie und zahllosen Abbildungen. Sieben Originalhalbpergamentbände, Rückentitel, Kopfschnitt und die große Vorderdeckelvignette nach Zeichnung von Karl Walser goldgeprägt.

Sehr dekorative und gut erhaltene Teilfolge einer der wichtigsten Kunstzeitschriften der klassischen Moderne. – Mit Originalgraphiken von Rudolf Großmann (sieben Lithographien, eine koloriert, zu Charles de Costers »Till Ulenspiegel« in Jahrgang XIV; Farblithographie »Konzert« in Jahrgang XVI) und Max Liebermann (drei Lithographien zu Goethes »Bassompierre« in Jahrgang XV). – Die Graphiken auf Japanbütten.

31,5 : 26,0 cm. – Pergament eines Rückens in abweichendem Farbton.

Söhn HDOG 64802, 64910 und 65005. – Liebermann: Schiefler 211–213. – Walser: Badorrek-Hoguth C 12.2

723  Henri Laurens – Lukian von Samosata. Loukios ou l’ane.

€ 750

Bois originaux de Henri Laurens. Paris, Tériade 1947. Mit 68 teils zweifarbigen Holzschnitten, davon 24 blattgroß und einer auf dem Umschlag. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, -chemise und -schuber.

Eins von 210 Exemplaren (Gesamtauflage 270). – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Vélin d’Arches. – »In his use of several blocks for tonal and linear effects, Laurens shows a remarkable technical virtuosity.« (Garvey). – »[…] das am reichsten ausgestattete Buch von Henri Laurens. Die Illustrationen begleiten den Text nicht nur, sondern bilden mit diesem auch eine optische Einheit« (Völker).

29.7 : 21,2 cm. [8], 88, [8] Seiten. – Schuber und Chemise etwas berieben und verfärbt, Umschlagränder minimal gebräunt.

Völker 24. – Monod 7471. – Rauch 126. – Garvey 157 Anmerkung

724  Jacob Lawrence – John Hersey. Hiroshima.

€ 400

With a new Poem by Robert Penn Warren and Silk-Screens by Jacob Lawrence. New York, The Limited Editions Club 1983. Mit acht Farbsserigraphien. Schwarzer Originalanilinlederband. Im Seidenschuber.

Luxusdruck des Limited Editions Club. – Eins von 1500 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstler und Dichtern signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – John Herseys ungeschönter Bericht über die Atombombenabwürfe von Hiroshima wurde erstmals im August 1946 im »New Yorker« veröffentlicht, ein Jahr nach der bedingungslosen Kapitulation Japans. Hersey begründete seine Geschichte auf Interviews, die er mit sechs Überlebenden der Explosion führte. Die Veröffentlichung war eine Sensation und gilt als eines der besten Stücke des Journalismus des 20. Jahrhunderts. – In einer Reihe von plakativ artikulierten ganzseitigen Siebdrucken fängt Jacob Lawrence (1917–2000) mitfühlend die Emotionen und Eindrücke von Herseys Bericht ein. – Beiliegend »The monthly Letter« No. 535, Limited Editions Club, December 1983.

725  Jacob Lawrence – The First Book of Moses, called Genesis.

€ 2000

The King James Version. Silkscreens by Jacob Lawrence. New York, The Limited Editions Club 1989. Mit acht Farbserigraphien. Originalleinenband mit vergoldetem Titel in Originalleinenkassette mit Lederdeckelschild.

Eins von 400 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Druck der Graphiken auf Whatman Paper. – Für die acht prächtigen farbigen Siebdrucke wurden insgesamt 144 einzelne Schablonen hergestellt, die nach dem Druck sämtlich vernichtet wurden. Die kraftvollen Bilder des Künstlers geben dem Text eine moderne Dringlichkeit und Ausdruckskraft. Jacob Lawrence (1917–2000) wurde im Alter von 24 Jahren fast über Nacht berühmt, als seine historische Serie von 60 Gemälden, »Migration of the Negro« 1941 in der Downtown Gallery in New York City gezeigt wurde. Als erster afroamerikanischer Künstler war er in einer New Yorker Galerie vertreten.

56,3 : 43,0 cm. [160] Seiten, 8 Siebdrucke.

726  Stanislaw Lem. Astronauci.

€ 1200 ( R7 )

Powiesc fantastyczno-naukowa (polnisch: Die Astronauten. Science-fiction Roman). [Warschau], Czytelnik 1951. Originalbroschur, Vorderdeckel mit Illustration von Jan S. Miklaszewski.

Erste Ausgabe. – Der erste veröffentlichte Roman von Stanislaw Lem, »Człowiek z Marsa (Der Mensch vom Mars) von 1946 erschien erst 1989. – Stanislaw Lem (1921–2006) wurde durch seine von philosophischem Gedankengut geprägten Science-Fiction-Romane bekannt. – Sehr schönes Exemplar der sehr seltenen Originalausgabe.

20,8 : 14,8 cm. 334, [4] Seiten.

727  Drei berühmte Science-Fiction-Romane

€ 450

in erster Ausgabe. London 1932 und 1949, New York 1950. Originalleinenbände.

I. Aldous Huxley. Brave New World. A Novel. London, Chatto & Windus 1932. [8], 306, [2] Seiten. – II. George Orwell. Nineteen eighty-four. A Novel. London, Secker & Warburg 1949. 312 Seiten. – III. Isaac Asimov. I, Robot. New York, Gnome Press 1950. 253, [3 leere] Seiten.

Ohne Schutzumschläge, Einband von II teils verfärbt. – Alle mit Lesespuren, II mit Besitzvermerk , III mit Inschrift auf dem Innendeckel.

728  André Lhote – Blaise Cendrars. L’Or.

€ 600

[Paris], Les Exemplaires 1938. Mit neun ganzseitigen Kreidelithographien von André Lhote. Schwarze Originalbroschur mit in Gold gedrucktem Deckeltitel, in Originalchemise und -schuber.

Eins von 99 Exemplaren. – Der letzte Druck von Maurice Darantiere in seinem Ateilier in Vallée aux Loups südlich von Paris. In schöner Typographie auf Vidalon-Papier gedruckt. – Cendrars romanartige Biographie Johann August Sutters (1803–1880) erschien bereits 1925. Der Goldfund auf dessen kalifornischen Besitztümern löste 1848 den »Goldrausch« aus. 1936 war der Roman, von Yvan Goll ins Deutsche übersetzt, durch Luis Trenker verfilmt worden. Die Lithographien von André Lhote, der eigentlich dem Kubismus verbunden war, scheinen teils von der Bildwelt des Trenker-Films beeinflusst.

23,5 : 30,2 cm. [100] Seiten.

Monod 2403

729  Alexandre Lunois – J[acobus] de Voragine. La Légende dorée.

€ 750

Traduction française de H. Piazza. Dessins et Lithographies de A. Lunois. Paris, G. Boudet 1896. Mit 75 farbigen Lithographien im Text und 13, vielfach wiederholten Holzstichbordüren. Brauner Kalblederband mit Lederschnittintarsien und Vergoldung (signiert: Leon Gruel Relieur, Paris 1897), der illustrierte Originalumschlag eingebunden. In ledergefütterter Halblederchemise.

»Belle publication cotée. Un des meilleurs livres de l’artiste« (Carteret). – Eins von 25 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe, gedruckt auf Japan und mit einer Suite aller Lithographien und Holzstiche ohne Text, gedruckt in Schwarz auf Chinapapier (Gesamtauflage 210). Im Druckvermerk von Künstler und Übersetzer monogrammiert. – Die bibliophile Ausgabe enthält zwölf Heiligenlegenden aus der berühmten »Legenda Aurea« des Dominikaners Jacobus de Voragine (1228–1298). – Jede Doppelseite links mit Text und einer Holzstichbordüre, rechts eine ganzseitige Farblithographie mit eingedrucktem Text. Für jedes der zwölf Kapitel wurde eine eigene Bordüre verwendet. – Die Luxusexemplare enthielten laut Druckvermerk zusätzlich drei Skizzenzeichnungen von Alexandre Lunois (1863–1916), von denen eine aquarelliert war. Das vorliegende Exemplar enthält sogar drei Aquarelle sowie zwei Bleistift- und eine Rötelzeichnung, ferner einen Probedruck als Werbeblatt des Verlages. – Seltene Ausgabe, hier in einem typisch opulenten Einband des berühmten Pariser Buchbinder Léon Gruel (1841–1923). – Mit dem Goltzius-Exlibris von H. Grandjean.

32,3 : 25,5 cm. 152, [4] Seiten, 3 Aquarelle, 3 Zeichnungen. – Steh- und Deckelkanten leicht berieben.

Monod 11451. – Carteret IV, 407

730  Max Liebermann – Karl Scheffler. Max Liebermann.

€ 200

Mit 124 Abbildungen nach Gemälden und Graphik. Vierte Auflage. München, R. Piper 1922. Mit einer Radierung und 124 Abbildungen. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der Radierung »Frühling im Grunewald« (Schiefler 351c) und in Halbleder gebunden. – Die Radierung wurde von Max Liebermann eigens für diese Ausgabe geschaffen.

214, [5] Seiten, 1 Radierung. – Ränder berieben, Rücken verblasst. – Vorderes Innengelenk brüchig.

731  Udo Lindenberg – Gabriele [Henkel]’s Weisheit’sbuch von Udo [Lindenberg].

€ 500 ( R7 )

Eigenhändige Texte und Anmerkungen zu eingeklebten Fotos, Zeitungsausschnitten, Kopien u. a. mehr.

Wann Udo Lindenberg in näheren Kontakt zu der 2017 verstorbenen Düsseldorfer Kunstsammlerin und Mäzenin Gabriele Henkel kam, scheint der Boulevard Presse verborgen geblieben zu sein. Spätestens 2008/2009 dürfte der Hamburger Panik-Rocker einen Blindband von Albert Einsteins »Mein Weltbild« (Ausgabe Zürich 2005) benutzt haben, um für Gabriele Henkel eine Art Tagebuch anzulegen. – Das Vorsatzblatt mit großer Widmungszeichnung und dem Titel, die beiden Folgeblätter mit Porträts der Empfängerin und den grundsätzlichen Fragen »Was soll bleiben?« und »Was will ich ändern?« – Es folgen etwa 60 Seiten mit Einklebungen (Reisefotos, Postkarten, Zeitungsauschnitte) und teils ausführlichen Bemerkungen von Gabriele Henkel. – Vom Vorbesitzer aus dem Nachlass erworben.

732  Heinz Mack – Hilde Domin. Höhlenbilder · Gedichte.

€ 700

1951–1952. Drei Ätzungen und eine Titelätzung von Heinz Mack. Duisburg, Guido Hildebrandt 1968. Mit drei doppelten Silberätzungen auf Folien. Silberfarbene Originalbroschur mit silber-geätztem Folienumschlag.

Hundertdruck IV. – Eins von 100 Exemplaren. – Druckvermerk von Künstler und Verfasserin signiert. – Die drei Ätzungen im Band wurden leicht versetzt jeweils auf zwei Folien gedruckt. – Der ZERO-Künstler Heinz Mack (geboren 1931) illustriert hier frühe Gedichte von Hilde Domin, die noch während ihres Exils in der Dominikanischen Republik und in der sehr prägenden Lebensphase nach dem Freitod ihrer Mutter entstanden. – Nur 20 Titel erschienen in dem 1965 von Guido Hildebrandt gegründeten und nach ihm benannten Duisburger Kleinverlag. Doch in diesen 20 Werken vereinigte der Wochenendverleger die »Creme de la Creme« der Poesie und der bildenden Kunst seiner Zeit.

40,0 : 27,0 cm. [24] Seiten, 6 Folien. – Die erste Seite aus der Klebebindung gelöst.

Spindler 157.4

733  Heinz Mack. … daß silber meine farbe ist.

€ 900

Duisburg, Guido Hildebrandt 1977. Mit zwölf Graphiken und mehreren Faksimiles. Spiralgebundene Originalbroschur mit silbernen und transparenten Deckeln. Im Originalschuber.

Hundertdruck II. – Eins von 100 Exemplaren, weitere 30 Belegexemplare. – Druckvermerk und vier Blätter vom Künstler signiert, das faksimilierte Gedicht eigenhändig um die letzte Zeile ergänzt. – Buchgestaltung von Heinz Mack u. Klaus Ulrich Düsselberg, der auch Typographie und Druck besorgte. – Die Gedichte aus den Jahren seit 1950 wurden teils nach der Kalligraphie des Künstlers faksimiliert, teils auch als Negativprägung in Silberfolie, auf Transparentpapier, Folien und verschiedene Papiere gedruckt. – Die zwölf Graphiken als Präge-, Iris- und Farboffsetdrucke. – Außerordentlich schönes und vielseitig gestaltetes Künstlerbuch.

40,0 : 27,0 cm.

Spindler 157.19

734  Heinz Mack – Kurt Weidemann. Heinz Mack. Imaginationen 1953–1973.

€ 450

Frankfurt, Berlin und Wien, Propyläen 1974. Mit zahlreichen Farbtafeln, davon sechs aus Transparentfolie. Originalleinenband mit schwarzer Leporellochemise mit Silberprägungen. Im Schuber.

Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe A mit folgenden Beilagen: Fünf zusätzliche Serigraphien auf Folie, eine weitere auf Karton, eine »Lupenscheibe«, vier Farbdias in Passepartoutkarton, ein Farbdruck mit Silberfolie und ein 3D-Druck sowie sechs Prägedrucke in Silberfolie, davon einer signiert. Die Prägedrucke wurden auf die leporelloartig gefaltete Chemise des Buches aufgezogen. – »Dies ist kein Buch im herkömmlichen Sinne, sondern eine Aufforderung zum visuellen Denken.« (Vorwort). – Dieter Roth erzählte einmal, wie Mack die Entstehung seiner »Lichtreliefs« erlebt hatte, als er »zufällig auf eine dünne Metallfolie trat, die auf einem Sisalteppich lag. […] Als ich die Folie aufhob, hatte das Licht Gelegenheit zu vibrieren« (zitiert nach Archiv Sohm, S. 68).

32,3 : 30,3 cm. 171, [3] Seiten, mehrere Tafeln und Graphiken. – Ein Teil des Buchblock aus der Klebebindung gelöst.

735  Thomas Mann. Der kleine Herr Friedemann.

€ 750

Novellen. Berlin, S. Fischer 1898. Grüner Originalkalikoband mit Blindprägung, vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe von Thomas Manns Erstling. – Enthält neben der Titelnovelle »Der Tod«, »Der Wille zum Glück«, »Enttäuschung«, »Der Bajazzo« und »Tobias Mindernickel«. – Die Erzählungen entstanden seit 1894. »Der kleine Herr Friedemann« war bereits 1897 in der »Neuen Rundschau« erschienen. Über der Lektüre des Manuskripts wurde Samuel Fischer auf den jungen Schriftsteller aufmerksam und forderte ihn auf, einen Roman zu schreiben. Bereits im Herbst 1897 begann Thomas Mann mit den »Buddenbrooks«. – In der seltenen Einbandvariante mit geprägten Wasserpflanzen und -schildkröten. – Die Novellensammlung erschien als Band VI der »Collection Fischer«.

19,5 : 11,4 cm. [4], 198, [2] Seiten. – Rücken etwas verblasst. Ränder leicht berieben, Deckel minimal fleckig.

Potempa B 1

736  Thomas Mann. Buddenbrooks.

€ 1800

Verfall einer Familie. Roman. Zweiunddreißigste Auflage. Berlin, S. Fischer 1905. Farbig illustrierter Originalkalikoband. – Widmungsexemplar.

Mit eigenhändiger Widmung Thomas Manns auf dem Vorblatt: »Herrn Dr. Büsching [?] aus Angst. München, April 1906. Der Verfasser«. – Der Empfänger der Widmung war sich wohl schon damals der Bedeutung bewusst, auf dem Vortitelblatt notierte er für den Fall unrechtmäßiger »Ausleihe«: »Gestohlen […] Wird NICHT verliehen.« – Einer der bedeutendsten Romane der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts und zugleich die erste umfangreiche Veröffentlichung des jungen Thomas Mann, durch welche er schlagartig weltberühmt wurde. Nach dem großen Erfolg des Romans, von dem Samuel Fischer 1901 nur zögerliche 1000 Exemplare hatte drucken lassen, erschienen ab 1903 in schneller Folge Nachauflagen, bei denen beide Teile in der Regel in einen Band zusammengebunden wurden.

18,3 : 12,5 cm. 566, 539, [5] Seiten. – Rücken und Ränder verfärbt.

Potempa D 1.2

737  Thomas Mann. Buddenbrooks.

€ 450

Verfall einer Familie. Roman. 47. Auflage. Berlin, S. Fischer 1909. Halblederband mit Rückenschild und -vergoldung und Kopfgoldschnitt, der Originalbroschurumschlag eingebunden (signiert: A. B. Levins, Uppsala).

Exemplar aus dem Besitz von Dr. Gottfried Bermann, mit dessen von Gunter Böhmer entworfenem Exlibris, farbig lithographiert und goldgehöht. – 1932 hatte der gelernte Chirurg Dr. Gottfried Bermann-Fischer von seinem Schwiegervater Samuel Fischer die Leitung des Verlages übernommen, der nach Hitlers Machtergreifung bedroht war. 1935 konnte er nach Wien übersiedeln; 1938, Österreich wurde »angeschlossen«, verlor er bei der Flucht Verlag und Eigentum. In Österreich, Stockholm, Amsterdam und New York gründete er neue Verlagsunternehmen. 1950 gründete Peter Suhrkamp, der den S. Fischer Verlag in Deutschland als Geschäftsführer geleitet hatte, unter eigenem Namen ein konkurrierendes Unternehmen, dem ein Teil der Autoren folgte. – Druckfrisches Exemplar in schönem Handeinband.

18,5 : 12,9 cm. 566; 539, [5] Seiten.

Potempa D 1.2

738  Thomas Mann. Buddenbrooks.

€ 1800

Verfall einer Familie. 100. Auflage. Erster [und] Zweiter Band. [Berlin], S. Fischer 1919. Originalhalblederbände mit vergoldeten Titeln, Deckelvignetten und Kopfgoldschnitt.

Eins von zehn nicht zum Verkauf bestimmten Autorenexemplaren (Gesamtauflage 210). – Im Druckvermerk von Thomas Mann signiert und nummeriert. – Auf Zanders-Bütten. – Ausstattung von Emil Preetorius. – Das vorliegende Exemplar wurde gedruckt für Moritz Heimann (1868–1925), den Cheflektor im Fischer-Verlag. 1895 erhielt er, nicht zuletzt durch Vermittlung Gerhart Hauptmanns, diese Stelle, die er bis zu seinem krankheitsbedingten Ausscheiden im Jahre 1925 behielt. Nach 1920 war er auch Feuilletonmitarbeiter der wichtigsten Zeitungen der Weimarer Republik. – In einem Gutachten über Thomas Manns »Buddenbrooks« empfahl er die Kürzung des Romans auf halben Umfang. Samuel Fischer schloss sich, die Lesegewohnheiten abwägend, dieser Auffassung an und gab das Ansinnen an den Dichter weiter. Nachdem Thomas Mann »dieses Bubenstück von einer Zumutung« abgelehnt hatte, einigte man sich auf die vorsichtige Auflage von 1.000 Exemplaren. »Trotz dieses Irrtums, vielleicht des größten in seiner Tätigkeit als Lektor, geht es wohl kaum zu weit, festzustellen, dass Moritz Heimann […] zum Synonym für ›Verlagslektor‹ geworden war« (Dierk Rodewald: Moritz Heimann, in: Jüdische Intellektuelle und die Philologien in Deutschland 1871–1933. Göttingen 2001).

20,2 : 13,5 cm. 499, [1]; 477, [3] Seiten. – Rücken berieben und etwas verfärbt.

Potempa D 1.5

739  Thomas Mann. Buddenbrooks.

€ 700

Verfall einer Familie. Jubiläumsausgabe zum 50. Jahr des Erscheinens. Berlin, S. Fischer 1951. Brauner Originalziegenlederband mit goldgeprägter Deckelvignette und Rückenvergoldung.

Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder. – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – Beiliegend: Geschenkkarte zum Buch mit eigenhändiger Widmung von Friedrich Sieburg für seinen Bruder und dessen Frau. Friedrich Sieburg (1893–1964) deutscher Journalist und Schriftsteller, seit 1956 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig, war bis zu seinem Tode einer der bedeutendsten Zeit- und Literaturkritiker Deutschlands.

19,5 : 12,5 cm. 787, [5] Seiten. – Ecken leicht berieben.

Potempa D 1.10 VA

740  Thomas Mann. Bilse und ich.

€ 400

Vierte Auflage. München, E. W. Bonsels 1910. Originalbroschur.

Erstdruck der erweiterten und endgültigen Fassung des Vorworts. – In kleiner Auflage auf Bütten. – Thomas Manns Erwiderung auf den Vergleich mit dem Skandalautor Fritz Oswald Bilse. Nachdem in seiner Heimatstadt verschiedene Entschlüsselungslisten zu den Personen in Thomas Manns Roman »Buddenbrooks« kursierten, zeigten sich manche Honoratioren und Bürger der Stadt ob ihrer Darstellung tief verärgert. Die Presse griff diese Stimmung auf, die Angriffe gegen ihn gipfelten in der Bezeichnung, die »Buddenbrooks« seien ein »Bilse-Roman«, was schlussendlich zu vorliegendem Essay führte. – Unbeschnitten.

19,6 : 13,0 cm. 44, [4] Seiten. – Rückenfalz mit kurzen Einrissen, Umschlag minimal fleckig. – Vorblatt mit Besitzvermerk und kleinem Fingerfleck.

Potempa G 26.3

741  Thomas Mann. Tristan.

€ 750

Sechs Novellen. Berlin, S. Fischer 1903. Grauer Originalkalikoband mit blauen Jugendstilornamenten und goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel. Im Schuber.

Erste Ausgabe. – In nur 2000 Exemplaren erschienen und daher inzwischen selten. – Enthält die Novellen »Der Weg zum Friedhof«, »Tristan« (im Erstdruck), »Der Kleiderschrank«, »Luischen«, »Gladius Dei« und »Tonio Kröger« (zuvor nur in der »Neuen Rundschau« abgedruckt). Jeder von ihnen hat Thomas Mann eine gedruckte Widmung vorangestellt: Unter den so Geehrten sind neben Arthur Holitscher, Richard Schaukal, Kurt Martens auch »Carla«, seine Schwester, die sich 1910 im Alter von 28 Jahren das Leben nahm. Ihr hat Thomas Mann die Novelle »Der Kleiderschrank« zugedacht. – Die Idee zum hier erstmals abgedruckten »Tristan« reicht möglicherweise schon in die Entstehungszeit der »Buddenbrooks« zurück. 1901, im Erscheinungsjahr des Familienromans, berichtet Thomas dem Bruder Heinrich jedenfalls von einer geplanten bzw. in Entstehung befindlichen Burleske mit dem Titel »Tristan«. – Einbandentwurf von A. Scheffer.

18,8 : 13,0 cm.[8], 264, [8] Seiten. – Rücken und Ränder etwas gebräunt, Ecken berieben.

Potempa B 2. – Zum Einbandkünstler vgl. Roland Stark in »Einbandforschung« (Berlin Heft 42/2018)

742  Thomas Mann. Tristan.

€ 900

Radierungen von Edwin Scharff. München, Drei Masken 1922. Mit zwölf Radierungen im Text. Originalpergamentband mit Deckelillustration, Rückenschild und Kopfschnittvergoldung.

Fünfter Obelisk-Druck. – Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Römisch nummeriertes Exemplar, wie die Vorzugsausgabe in Halbpergament, hier jedoch die Radierungen nicht monogrammiert (Gesamtauflage 340). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt aus der Cicero Walbaum-Kursiv, gedruckt bei Mandruck, München, die Radierungen auf der dortigen Künstlerpresse unter Aufsicht des Künstlers. – Auf Zanders-Bütten. – Die Novelle zählt zu den Frühwerken Thomas Manns und erschien erstmals 1903. – Die Radierungen entstanden in der wohl produktivsten Schaffensphase Scharffs, kurz vor seinem Weggang aus München an die Berliner Hochschule für Bildende Künste.

26,0 : 17,5 cm. 69, [3] Seiten.

Potempa E 13.3. – Rodenberg 448, 5. – Sennewald 22, 3. – Lang, Expressionismus 298

743  Thomas Mann. Tristan.

€ 450

Solothurn 1955. Mit einem Porträt des Verfassers. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Dritter Solothurner Privatdruck. – Eins von 150 Exemplaren, gedruckt auf Hahnemühle-Bütten. – Das Porträtfoto stammt von Gotthard Schuh. – Unter der montierten Fotoabbildung die faksimilierte Signatur Thomas Manns. – »Einige Wochen nach seinem von der ganzen zivilisierten Welt gefeierten achtzigsten Geburtstage, jedoch in schwerer Krankheit und dem Tode nahe, erteilte Thomas Mann mit Freude seine Zustimmung, diese von ihm vor fünfzig Jahren – 1905 – geschriebene Erzählung als dritten Solothurner Privatdruck auf Weihnachten 1955 herzustellen« (Druckvermerk).

21,5 : 14,0 cm. 76, [2] Seiten.

Potempa E 13.9

744  Thomas Mann. Königliche Hoheit.

€ 600

Roman. Berlin, S. Fischer 1909. Orangefarbener Originalleinenband mit Gold- und Schwarzprägung.

Erste Ausgabe in der seltenen Farbvariante. – Die ornamentale Umschlaggestaltung stammt von Karl Walser.

19,8 : 13,5 cm. 475, [5] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Potempa D 2.2. – Badorrekt-Hoguth B 59.1

745  Thomas Mann. Königliche Hoheit.

€ 600

Roman. Dreißigste Auflage. Berlin, S. Fischer 1911. Illustrierter Originalleinenband. – Widmungsexemplar.

Vorblatt mit eigenhändiger Widmung »Fräulein Marie Nie[…] zur Erinnerung an ihren Geburtstag 1915 überreicht vom Verfasser«. – Eine der seltenen, da frühen Widmungen Thomas Manns. Nur etwa 50 der über 600 bei Heine/Schommer verzeichneten Widmungen stammen aus den Jahren vor 1920. – Die ornamentale Einbandillustration zeichnete Karl Walser.

18,5 : 12,5 cm. 475, [5] Seiten. – Einband minimal fleckig. – Mit leichten Lesespuren.

Potempa D 2.2. – Badorrek-Hoguth B 59.4

746  Thomas Mann. Achtung, Europa!

€ 600

Aufsätze zur Zeit. New York und Toronto, Longmans, Green & Co. 1938. Originalleinenband mit goldgeprägten Titeln und Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe, nach Potempa ist die häufig als solche angebotene Stockholmer Ausgabe der zweite Druck. – »Dieser Band enthält die wichtigen Aufsätze und Vorträge Thomas Manns seit dem Jahre 1930. Sie sind ein Bekenntnis zur Humanität, ein Protest gegen die Verfolgung und Entrechtung der Menschen und ein Ausblick auf den Sieg der Gerechtigkeit.« – Sehr selten, mit dem Schutzumschlag kaum auffindbar.

18,9 : 12,4 cm. 191, [1] Seiten. – Schutzumschlag leicht fleckig. Äußerster Schnitt minimal stockfleckig.

Potempa B 69.1

747  Thomas Mann. Die vertauschten Köpfe.

€ 1000

Eine indische Legende. Stockholm, Bermann-Fischer 1940. Grüner Originalleinenband, Deckelvignette und Rückentitel vergoldet. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Mit eigenhändiger Widmung auf dem Vorsatzblatt »An Jan Greshoff in aufrichtiger Sympathie, froh, ihm wieder begegnet zu sein, mit herzlichen Wünschen für ihn, für sein Haus und für Holland. New York den 26. Nov. 1943«. – Den Besuch des niederländischen Lyrikers und Essayisten Jan Greshoff (1888–1971) und dessen Frau notierte Thomas Mann im Tagebuch. Greshoff war bereits vor dem Krieg nach Südafrika ausgewandert, ab 1942 arbeitet er als Berater im Allgemeinen Dienst beim Niederländischen Informationsbüro in New York.

16,8 : 12,0 cm. 230 Seiten. – Rücken verblasst. Oberrand vorn gequetscht.

Potempa E 31.1. – Bürgin I.62

748  Thomas Mann. Achtung, Europa!

€ 300

Aufsätze zur Zeit. – Lotte in Weimar. – Verbilligter Sonderdruck für deutsche Kriegsgefangene. Stockholm, Bermann-Fischer 1945. Zwei Originalbroschuren.

Unveränderte Nachdrucke der Erstausgaben von 1938 und 1939 innerhalb der Bücherreihe »Neue Welt« (Bände 10 und 21). – Dazu: Selected Short Stories. Translated from the German by H. T. Lowe-Porter. Editions for the Armed Services. New York [um 1940]. Originalbroschur. Sammlung von englischen Übersetzungen, die bei Alfred A. Knopf in den Jahren 1930–1936 erschienen.

16,0 : 10,5 cm. Seiten [5]–191, [3] bzw. Seiten [5]–450. – Broschuren mit einigen Lesespuren. – Titelblätter mit Schenkungsvermerk bzw. Zensurstempel und Besitzvermerk eines Kriegsgefangenen.

Potempa B 69.3 und D 7.7

749  Thomas Mann. Der Zauberberg.

€ 450

Roman. I [und] II. Verbilligter Sonderdruck für deutsche Kriegsgefangene. Stockholm, Bermann-Fischer 1945. Gelbe Originalbroschuren.

Erschienen in der Bücherreihe »Neue Welt« als Bände 14 und 15. – Mit dem Zensur-Stempel des Kriegsgefangenenlagers Camp Swift in Texas auf dem Titel vom ersten Band. – Das Vorwort »Einführung in den Zauberberg für Studenten der Universität Princeton« stammt von Thomas Mann selbst. – Nun wurden auch Thomas Manns Romane wieder für Leser aus Deutschland gedruckt, auch wenn es für die hier gemeinte Zielgruppe meist noch dauern sollte, bis der heimische Lesesessel wieder verfügbar war. – Die gelben Umschläge gestaltete Brigitte Bermann-Fischer, Ehefrau des damaligen und Tochter des ersten Thomas Mann-Verlegers. – Trotz sicher hoher Auflage durch Art der Verwendung und Zeitläufe selten geworden.

16,3 : 10,8 cm. Seiten [V]–XXVI, 521, [1]; [4], 572 Seiten. – Buchblöcke verzogen, Rücken brüchig, ein Hinterumschlag geknittert. – Teils gebräunt.

Potempa D 3.12

750  Thomas Mann. Der junge Joseph.

€ 300

Roman. Berlin, S. Fischer 1934. Originalhalblederband mit vergoldetem Titel und goldgeprägter Deckelvignette.

Erste Ausgabe des zweiten Joseph-Romans, erschienen innerhalb der »Gesammelten Werke«. – Exemplar der seltenen und gesuchten Halblederausgabe.

18,8 : 12,5 cm. 337, [7] Seiten. – Vorsatzblatt mit handschriftlichem Eintrag.

Potempa D 5.1

751  Thomas Mann. Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull.

€ 600

Der Memoiren erster Teil. Berlin und Frankfurt a. M., S. Fischer 1954. Originalbroschur.

Erste Ausgabe der endgültigen Fassung. – »Leseexemplar […] Unkorrigierter Abzug. Nur für persönlichen Gebrauch.« – Vor der Druckfreigabe wohl nur in kleiner Auflage erschienen.

19,0 : 11,5 cm. 441, [1] Seiten. – Rücken verblasst. Einband etwas angestaubt, leicht fleckig. – Papierbedingt gebräunt.

Vgl. Potempa D 12.3.2

752  Thomas Mann. Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull.

€ 1000

Der Memoiren erster Teil. Berlin und Frankfurt a. M., S. Fischer 1954. Originalkalblederband mit goldgeprägter Signatur auf dem Vorderdeckel, Rückenvergoldung und zwei Rückenschildern. In gefüttertem Schuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe der endgültigen Fassung, erschienen innerhalb der Stockholmer Gesamtausgabe. – Eins von 500 signierten Exemplaren der Vorzugsausgabe, die anlässlich des 80. Geburtstages Thomas Manns erschien. Dieser notierte am 21.II.1955 in sein Tagebuch: »Ruhigeres Wetter. 1/2 8 auf. Viel Post. Ganzleder-Ausgabe des Krull in 450 Exemplaren zu signieren!«. – Die erste Anregung zu seinem Buch erhielt er bereits 1905 durch die Erinnerungen des rumänischen Hochstaplers und Betrügers Manolescu.

19,0 : 11,5 cm. 441, [3] Seiten. – Rücken minimal verfärbt.

Potempa D 12.3.2

753  Thomas Mann. Theodor Fontane.

€ 1200

[Berlin 1929]. Originalhalbpergamentband.

6. Gabe des »Fontane Abend«. – Eins von nur 75 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – Handpressendruck der Officina Serpentis. – Thomas Mann hielt den Vortrag 1928 in der Lessing-Hochschule, Berlin. Theodor Fontane galt besonders dem jungen Thomas Mann als konstante Richtgröße für sein eigenes Frühwerk.

25,3 : 16,8 cm. 14, [4] Seiten. – Einband und Seiten leicht stockfleckig.

Potempa G 371.1. – Backe/Köppen 149. – Rodenberg 590

754  Thomas Mann. Lessing und der Pastor.

€ 600

– In: Rotary München. Die Münchner Rotarier ihren Freunden und Gästen zur Charterfeier 7. Februar 1929. [München 1929]. Mit Unterschriftenfaksimiles und drei Bildtafeln. Brauner Originalseidenband im Schuber.

Erstdruck des Auszugs aus der »Rede über Lessing«, die Thomas Mann im Januar 1929 in der Preußischen Akademie der Künste in Berlin gehalten hatte. – Exemplar 81 einer sicher sehr kleinen Auflage. – Thomas Mann gehörte 1928 neben Bruno Frank, Emil Hirsch, Emil Preetorius, Alfred Walterspiel und Karl Wolfskehl zu den 41 Gründungsmitgliedern von Rotary München. Das Buch vereint Transkriptionen ihrer Stammbuchblätter. – Bereits im April 1933 schloss der Club Thomas Mann wie auch zahlreiche andere rotarische Freunde – Juden, Sozialisten, der NSDAP-Missliebige – aus. – Seltenes Dokument der frühen rotarischen Bewegung in Deutschland. – Tadellos erhalten.

18,0 : 24,0 cm. 57, [1] Blätter.

Potempa G 396.1

755  Thomas Mann – Heinrich Mann.

€ 300

Fünf Reden und eine Entgegnung zum sechzigsten Geburtstag. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1931. Originalbroschur.

Erste Buchausgabe des Vortrags »Vom Beruf des deutschen Schriftstellers in unserer Zeit. Ansprache an den Bruder«, den Thomas Mann am 27. März 1931 anlässlich einer Feier in der Preußischen Akademie der Künste zu Berlin gehalten hatte. – Weitere Beiträge von Max Liebermann, Adolf Grimme, Gottfried Benn und Lion Feuchtwanger sowie Heinrich Mann, auch diese erschienen vorab oder zeitgleich in Zeitungen und Zeitschriften.

20,3 : 12,4 cm. 57, [3] Seiten.

Potempa G 486.2, Lohner/Zenner 2.46, Zenker 482.2

756  Die Rappen.

€ 900

Jahrbuch 1937. Wien, Bermann-Fischer 1937. Illustrierter Originalpergamentband.

Erster und einziger Almanach des Verlags. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten und im Ganzpergamenteinband (Gesamtauflage 3000). – Buchschmuck von Fritz Neugebauer. – Enthalten sind Beiträge, Vorabdrucke und Nachdrucke von Thomas Mann, Alfred Döblin, Hugo von Hofmannsthal, Harry Graf Kessler, Robert Musil, Arthur Schnitzler, Jakob Wassermann, Carl Zuckmayer, Paul Valery, Bernhard Shaw, Annette Kolb u.v.a. – »Ein Jahr nach seiner Gründung legt der Bermann-Fischer Verlag seinen ersten Almanach vor, mit dem er durch Mannigfaltigkeit und Eigenart des Gebotenen dem Leser Freude zu bereiten hofft, darüber hinaus aber die Absicht verfolgt, ein Gesamtbild der dichterischen Kräfte zu geben, die er vertritt und die Gesamtheit des Publikums, an das er sich wendet, fester um das Wirken dieser Kräfte zusammenzuschließen. Jedermann weiß von den außerordentlichen Schwierigkeiten, die in der heutigen hochpolitisierten Welt der Führung eines Verlagsunternehmens entgegenstehen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, der Sache der Kunst, der Sache des Geistes zu dienen« (Vorwort). – Beiliegend Dedikationskarte des Verlegers. – Beigabe: Exemplar der Normalausgabe.

19,5 : 13,0 cm. 133, [3] Seiten. – Deckel leicht aufgebogen.

757  Die Rappen.

€ 300

Jahrbuch 1937. Wien, Bermann-Fischer 1937. Illustrierte Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erster und einziger Almanach des Verlags. – Exemplar der Normalausgabe, jedoch mit eigenhändiger Widmung des Verlegers »Für Frl. Emmi Wallner Dr. Bermann-Fischer Wien d. 21. XII. 37«. – Buchschmuck von Fritz Neugebauer. – Enthalten sind Beiträge, Vorabdrucke und Nachdrucke von Thomas Mann, Alfred Döblin, Hugo von Hofmannsthal, Harry Graf Kessler, Robert Musil, Arthur Schnitzler, Jakob Wassermann, Carl Zuckmayer, Paul Valery, Bernhard Shaw, Annette Kolb u.v.a.

19,5 : 13,0 cm. 133, [3] Seiten. – Umschlag etwas fleckig.

758  Thomas Mann – Mass und Wert.

€ 400

Zweimonatsschrift für freie deutsche Kultur. Herausgegeben von Thomas Mann und Konrad Falke. 1. [–] 3. Jahrgang und Sonderheft. Zürich, Oprecht 1937–1940. 18 Originalbroschuren.

Vollständiges, gut erhaltenes Exemplar der wichtigen Exilzeitschrift. – Unter den Autoren finden sich neben Thomas Mann René Schickele, Oskar Maria Graf, Alfred Doeblin, Robert Musil, Hermann Hesse, Alfred Einstein, Walter Benjamin (Berliner Kindheit um Neunzehnhundert), Jean-Paul Sartre, Ödön von Horvath, Ernst Weiß u. v. m. – Der Herausgeber Thomas Mann ist als Autor in nahezu jedem Heft vertreten, wichtig sind u. a. die Erstdrucke der fünf Vorabauszüge aus »Lotte in Weimar« und der Vorträge über Wagner und Goethes Faust. – Das Sonderheft von 1938 (Thomas Mann, Vom zukünftigen Sieg der Demokratie) in zweiter Auflage. – Beigabe: Bibliographie einer Zeitschrift. Bearbeitet von Volker Riedel. Berlin, Aufbau 1973.

22,3 : 14,8 cm. Das Sonderheft minimal größer und mit Schutzumschlag. – Der Schutzumschlag leicht bestoßen, sonst sehr gut erhalten.

Potempa Register S. 881

759  Thomas Mann. Ein Briefwechsel.

€ 900

New York, Rotograph [1937]. Gefalztes Doppelblatt.

Sehr seltene Variante, wahrscheinlich zeitgleich mit der Broschurausgabe des Zürcher Oprecht Verlages erschienen. – Im Dezember 1936 verfasste Thomas Mann eine (unveröffentlichte) »Äußerung zu meiner Ausbürgerung«, um den Jahreswechsel antwortet er mit dem hier abgedruckten Brief dem Dekan der philosophischen Fakultät der Universität Bonn, der ihn über die Aberkennung der Ehrendoktorwürde informiert hatte. Diese »klassische Analyse des Wahnsinns ›Nationalsozialismus‹, eine Anklage von prophetischer Wucht, und oft in prophetischer Sprache« (Das Neue Tagebuch, Paris) wurde in verschiedenen Tarndrucken auch in Deutschland verteilt. – Vorliegende Version kann Potempa nur im TM-Archiv und im Frankfurter Exilarchiv nachweisen.

27,8 : 21,5 cm. [4] Seiten. – Vormals mehrfach gefaltet, an den Rändern gebräunt und mit leichten Läsuren und kleinen Einrissen.

Potempa G 632.2

760  Thomas Mann – Going, going, gone! Rare Book Auction.

€ 450

Hotel Plaza, New York, December 8, 1938. Illustrierte Originalbroschur.

Der Katalog einer Wohltätigkeitsauktion, die durch den Sammler A. S. W. Rosenbach zugunsten deutscher Emigranten ausgerichtet wurde. – Mit einem Vorwort von Thomas Mann (Foreword, translated by Kathryn Swift), der sein Manuskript »Richard Wagner und der Ring der Nibelungen« stiftete, und einer Einleitung von Albert Einstein. – In der Versteigerung kamen Stundenbücher, mehrere Bibeln sowie Werke und Manuskripte von William Blake, Benjamin Franklin, Emma Lazarus, Alexander Pope u. v. a. zum Ausruf. – Die Katalogbeschreibungen stammen von John F. Fleming. – Teils mit notierten Zuschlagpreisen. – Mit den Namenslisten der Committee-Mitglieder und Einlieferer. – Sehr selten.

23,2 : 15,3 cm. 47, [1] Seiten, 1 Blatt (Gebotsformular). – Umschlagränder leicht gebräunt.

Nicht bei Potempa

761  Thomas Mann. Fünf Erstdrucke

€ 600

von Vorträgen in englischer Sprache Washington, Library of Congress 1942–1950. Originalbroschuren.

I. The Theme of the Joseph Novels. 1942/1943. – II. The War and the Future. 1944. – III. Germany and the Germans. 1945. – IV. Nietzsche’s Philosophy in the Light of contemporary Events. 1947. – V. Goethe and Democracy. 1950. – Vollständige Reihe aller Vorträge, die Thomas Mann nach den Übersetzungen von Konrad Katzenellenbogen (I), Agnes E. Meyer (II), Erika Mann (III) und ungenannten in den Jahren 1942 bis 1949 in englischer Sprache im Coolidge Auditorium in der Library of Congress, Washington hielt. – Gedruckt vom U. S. Government Printing Office. – Dazu: Thomas Mann’s Addresses. Delivered at the Library of Congress 1942–1949. Washington 1963. Originalbroschur. Erste Sammelausgabe aller fünf Vorträge.

23,0 : 15,0 cm. – Ränder etwas gebräunt, teils mit kleinem Lichtrand. Vorderumschlag von III mit kleiner Fehlstelle.

Potempa G 821.1 [nennt kein Druckdatum], 860.1, 922.1, 975.1 und 1038.4 und B 82

762  Thomas Mann. Stockholmer Gesamtausgabe der Werke.

€ 2000

[Zehn Bände.] Wien, Berlin und Frankfurt am Main 1949 – 1955. Hellbraune Originalkalblederbände mit schwarz-rotem Rückenschild und vergoldeten Titeln, teils Kopfschnittvergoldung.

Zehn Bände aus der Stockholmer Gesamtausgabe in einer bibliographisch nicht nachweisbaren Einbandvariante, identisch gestaltet erschien 1955 eine Vorzugsausgabe von »Felix Krull«. Es könnte sich also um ein nicht ausgeführtes Vorhaben einer Vorzugs-Werkausgabe handeln. Eine zwölfbändige Auswahlausgabe in identischen Ledereinbänden stiftete der S. Fischer Verlag dem Thomas-Mann-Archiv. – I. Lotte in Weimar. – II. Doktor Faustus. – III. Der Zauberberg. – IV. Buddenbrooks. – V. Der Erwählte. – VI/VII. Joseph und seine Brüder. Zwei Bände. – VIII. Altes und Neues. – IX. Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull. – X. Königliche Hoheit.

18,4 : 12,2 cm. – Alle Rücken minimal verfärbt, der von IV stärker verblasst und etwas fleckig. – Bei II fehlen Vortitel- und Titelblatt, sowie die letzten 4 Seiten des Textes.

Potempa A 4

763  Thomas Mann – Gunter Böhmer. Thomas Mann an seinem achtzigsten Geburtstag. Malernotizen.

€ 450

Herausgegeben von Bernhard Zeller. Konstanz, Rosgarten 1958. Mit ganzseitigen Abbildungen, eine nach einem Aquarell, 20 nach Zeichnungen. Illustrierte Originalbroschur. – Widmungsexemplar mit Zeichnung.

Vorblatt mit formatfüllender Tuschzeichnung Böhmers, dem Thomas Mann aus dem Himmel auf den schützend aufgespannten Schirm spuckt. – Mit Widmung des Künstlers für einen Schweizer Sammler. – 1955 hatte Thomas Mann seinen 80. Geburtstag gefeiert und starb zwei Monate später.

23,5 : 20,8 cm. 30, [2] Seiten. – Ränder leicht gebräunt.

Rysavy 103

764  Thomas Mann. Beim Propheten.

€ 450

Mit Zeichnungen von Gunter Böhmer und einem Nachwort von Klaus Gerth. Hannover, Erich W. Hartmann 1982. Mit Abbildungen nach Zeichnungen. Originalbroschur mit illustriertem Umschlag.

Erste Einzelausgabe. – Eins von 50 Exemplaren der vom Künstler signierten Vorzugsausgabe. – Erschienen anlässlich des 25jährigen Bestehens der Buchhandlung Erich W. Hartmann, Hannover. – Die Novelle, 1904 geschrieben, wurde erstmals in »Neue Freie Presse« vom 22. Mai 1904 abgedruckt, 1914 erschien sie dann in »Das Wunderkind«. – In der Vorzugsausgabe sehr selten.

21,2 : 18,3 cm. 41, [3] Seiten.

Potempa E 19.2. – Rysavy 156

765  Konrad Balder Schäuffelen. Thomas Mann. Gladius dei.

€ 1200

Novelle. 1975. Ca. 250 gerollte Blätter (»Textlose«) in bedruckter Originalholzbox.

Erste und einzige Einzelausgabe. – Schäuffelens Lotterie Romane 2. – Eins von 50 Exemplaren. – Auf dem Titelschild im Kassettendeckel vom Künstler Konrad Balder Schäuffelen monogrammiert. – Die Erzählung war 1902 in der Wiener Wochenschrift »Die Zeit« erschienen, ein Jahr später dann in »Tristan«. Das originelle Buchobjekt erschien anlässlich des 100. Geburtstags von Thomas Mann. – Sehr selten.

15,0 : 11,0 : 5,5 cm.

Nicht bei Potempa, vgl. E 14 1–7

766  Thomas Mann. Der Kleiderschrank.

€ 450

Eine Geschichte voller Rätsel. Mit Holzstichen von Andreas Brylka. Garching 1991. Mit zwei ganzseitigen Holzstichen. Originalhalblederband mit Oleographiepapierbezügen (Werkstatt Roland Meuter).

Zweiter Druck der Prosa-Blätter der Antinous-Presse Matthias Loidl. – Eins von 30 Vorzugsexemplaren in Halbleder und mit einer beigelegten signierten Suite der beiden Holzstiche auf Japan (Gesamtauflage 145). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Wohl die erste Einzelausgabe der 1898 entstandenen Erzählung (vgl. Potempa E 10). – Tadellos.

33,0 : 23,8 cm. [2], 17, [5] Seiten, 2 Holzstiche.

767  Klaus Mann. 21 Erstausgaben,

€ 600

dabei Klaus Manns Erstlingswerk. 1925–1943. 19 Originalleinenbände, zwei Broschuren.

I. Vor dem Leben. Erzählungen. Hamburg, Gebrüder Enoch 1925. – II. Anja und Esther. Ein romantisches Stück in sieben Bildern. Berlin, Oesterheld & Co. 1925. – III. Der fromme Tanz. Abenteuerbuch einer Jugend. Hamburg, Gebrüder Enoch 1926. – IV. Kindernovelle. Hamburg, Gebrüder Enoch 1926. – V. Heute und Morgen. Zur Situation des jungen geistigen Europas. Hamburg, Gebrüder Enoch 1927. – VI. Anthologie Jüngster Lyrik. Geleitwort von Stefan Zweig. Hamburg, Gebrüder Enoch 1927. – VII. Anthologie Jüngster Prosa. Herausgegeben von Erich Ebermeyer, Klaus Mann, Hans Rosenkranz. Berlin, J. M. Spaeth 1928. – VIII. Erika und Klaus Mann. Rundherum. Mit 25 Reise-Photographien. Deckelillustration von Rudolf Großmann. Mit acht Fototafeln. S. Fischer 1929. – IX. Alexander. Roman der Utopie. Leipzig, S. Fischer 1929. – X. Anthologie Jüngster Lyrik. Neue Folge. Geleitwort von Rudolf G. Binding. Hamburg, Gebrüder Enoch 1929. – XI. Abenteuer. Novellen. Leipzig, Reclam 1929. – XII. Auf der Suche nach einem Weg. Berlin, Transmare 1932. – XIII. Kind dieser Zeit. Berlin, Transmare 1932. – XIV. Treffpunkt im Unendlichen. Roman. Leipzig, S. Fischer 1932. – XV. Escape to Life. Illustrated. Boston, Houghton Mifflin 1939. – XVI. The other Germany. New York, Modern Age Books 1940. – XVII. The Turning Point. Thirty-five Years in this Century. New York, L. B. Fischer 1942. – XVIII. Heart of Europe. An Anthology of Creative Writing in Europe 1920–1940. Edited by Klaus Mann and Hermann Kesten. New York, L. B. Fischer 1943. – XIX. André Gide and the Crisis of Modern Thought. New York, Creative Age Press 1943. – XX. André Gide. Die Geschichte eines Europäers. Zürich, Steinberg 1948. Erste deutsche Ausgabe. – XXI.Der Wendepunkt. Ein Lebensbericht. Frankfurt am Main, S. Fischer 1952. Erste deutsche Ausgabe.

Einige Gebrauchsspuren, teilweise gebräunt.

Grunewald 45, 47, 67, 69, 85, 94, 96, 119, 121, 122, 135, 171, 194, 197, 539, 620, 681, 699, 700, 934 und 963

768  Klaus Mann. Fluch und Segen.

€ 200

Fragment einer Kantate aus dem Nachlaß. Herausgegeben von Uwe Naumann. Schriesheim, Edition Frank Albrecht 1997. Mit einem Frontispiz nach einer Radierung von Inge Jastram. Originalleinenband.

Erste Ausgabe. – Vierter Druck der Edition Frank Albrecht. – Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der signierten Radierung von Inge Jastram (Gesamtauflage 260). – Faksimileausgabe der bis dato unveröffentlichten Manuskripte »Fluch und Segen«, »Lied von den verlorenen Gesichtern« und »Der Erwartete« aus dem Nachlass in der Monacensia, Stadtbibliothek München. – Tadellos erhalten.

34,2 : 25,2 cm. 63, [1] Seiten, 1 Radierung; 107, [1] Seiten.

769  Robert Mapplethorpe – Arthur Rimbaud. A Season in Hell.

€ 1000

Translated by Paul Schmidt. With Photogravures by Robert Mapplethorpe. New York, The Limited Editions Club 1986. Mit acht Fotogravuren. Weinroter Originalziegenlederband mit schwarz geprägten Titeln. Im gefütterten Originalleinenschuber.

Eins von 1000 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstler und Übersetzer signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Breitrandiger Pressendruck auf Bütten, Druck der Fotogravuren auf handgeschöpftem Kupferdruck-Papier, beides von Magnani. – Robert Mapplethorpe (1946–1989) begann 1972 als Autodidakt zu fotografieren, er fertigte bis dahin hauptsächlich Collagen aus Gemälden und Fundstücken aus Magazinen. Um hierfür eigene Bilder zu kreieren, fotografierte er zunächst mit einer Polaroid-Kamera. 1977 hatte er erste Ausstellungen in New York, 1988 – ein Jahr vor seinem Tod – folgte die große Retrospektive im Whitney Museum of Modern Art. – »Mapplethorpes vielfältiges Werk – homoerotische Bilder, Blumenstillleben, Kinderbilder, Auftragsporträts, Mixed-Media-Skulpturen – verbindet die Konstanz seiner Herangehensweise und Technik. Die Oberflächen seiner Drucke bieten eine scheinbar endlose Abstufung von Schwarz und Weiß, Schatten und Licht, und unabhängig vom Thema sind seine Bilder sowohl elegant als auch provokativ« (vgl. guggenheim.org).

29,3 : 19,9 cm. XII, 87, [10] Seite, 8 Fotografiken.

770  Franz Marc. Briefe, Aufzeichnungen und Aphorismen.

€ 300

Erster [und] Zweiter Band. Berlin, Paul Cassirer 1920. Mit insgesamt 40 Tafeln, davon fünf farbig. Originalwildlederbände mit vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt.

Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe im Wildledereinband. – Der Tafelband gibt originalgetreu das letzte Skizzenbuch aus dem Felde in Lichtdruck wieder, der Textband enthält fünf farbige Lichtdrucke (einer doppelblattgroß) nach Zeichnungen von Franz Marc.

24,2 : 17,0 cm. 144, [4] Seiten; [6] Seiten, 35 Tafeln. – Gelenke an den Kapitalen berieben, oben etwas eingerissen. – Vorsätze etwas gebräunt, mit wenigen Stockflecken und handschriftlicher Notiz. Eine Tafel im Falz mit Filmoplast überklebt.

Feilchenfeld/Brandis 139.0

771  Charles Martin – Jean de La Fontaine. Contes et nouvelles en vers.

€ 400

Illustrés par Charles Martin. Premier [et] Deuxiéme Volume. Paris, Librairie de France 1930. Mit 64 Tafeln, davon 32 pochoirkoloriert. Dunkelrote Halblederbände mit rot-goldenen Marmorpapierbezügen und -vorsätzen; Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 350 Exemplaren der dritten Vorzugsausgabe auf Vélin d’Arches (Gesamtauflage 3412). – Splendide Ausgabe mit den schönen Illustrationen von Charles Martin (1884–1934), der zu den Illustratoren der bekannten Pariser Jugendstil-Modezeitschriften »Gazette du Bon Ton«, »Journal Des Dames et Des Modes« und der frühen »Vogue« zählte. Auch in seinen La Fontaine-Bildern gelingt ihm die Balance zwischen karikierendem Humor und frivoler Anzüglichkeit. – Der Buchschmuck in Türkis gedruckt. – Schönes Exemplar, die originalen Umschläge wurden eingebunden.

28,5 : 23,8 cm. [8], 249, [9]; XX, [2], [6], 361, [23] Seiten. 27 und 37 Tafeln.

Monod 6685

772  Gerhard Marcks – Philipp Otto Runge. Von dem Fischer un syner Fru.

€ 150

Hamburg, Grillen-Presse 1955. Mit elf Holzschnitten von Gerhard Marcks im Text. Schwarz-grüner Originalbüttenpappband mit Schutzumschlag und Schuber.

Fünfter Druck der Grillen-Presse. – Eins von 830 Exemplaren, davon 650 für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft Hamburg. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Satz aus der Garamond der Lettergieterij Amsterdam. – Gedruckt auf Hahnemühle Kupferdruck-Bütten. – Tadellos schönes Exemplar.

23,7 : 17,7 cm. 21, [5] Seiten.

Lammek 486, 1–11. – Spindler 43.7 und 49.5. – Schauer II, 154

773  Frans Masereel – Victor Hugo. Notre-Dame de Paris.

€ 200

Translated by Jessie Haynes. With a critical Introduction by Andrew Land and with Wood-Cut Illustrations by Frans Masereel. Volume One [and] Two. [New York], Limited Edition Club 1930. Mit 23 Holzschnitten, davon zwölf blattgroß, sowie einer (vierfach verwendeten) Holzschnitt-Vignette. Zwei Originalbroschuren. In Pappchemise und -schuber.

Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Eins von 1500 Exemplaren, im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches. – Mit einem Frontispiz in Band I und je zwei Holzschnitten zu den elf Büchern des Textes; die kleine Notre-Dame-Vignette wurde auf beiden Titelblättern und beiden Umschlägen verwendet. – Gedruckt von R. Coulouma, Paris-Argentueil für die New Yorker Bibliophilenvereinigung. – Unbeschnittenes Exemplar in den Originalbroschuren, nach französischer Sitte überließ man die Wahl des Buchbinders dem Käufer. – Schönes Exemplar, erstaunlicherweise illustrierte Masereel nur diese englische Übersetzung.

25,5 : 19,7 cm. [4], XXIX, [1], 308, [2] und [4], 376, [2] Seiten. – Broschurumschläge etwas gebräunt.

Ritter C a 46

774  Ernst Matthes

€ 150 ( R7 )

1878 – 1918. Als Privatdruck herausgegeben von Magdalene Blohm und Peter Hirschfeld. Hamburg 1929. Mit einer montierten Porträtfotografie und 31 montierten Tafeln, davon 13 farbig. Originalhalbpergamentband mit kalligraphiertem Rückentitel.

Eins von 70 Exemplaren. – Aus Anlass des zehnten Todestages des Künstlers erschienene bibliophile Ausgabe. Mit einem biographischen Vorwort von Peter Hirschfeld. 1927 schrieb Gottfried Sello anlässlich der ersten größeren Retrospektive in der Bremer Kunsthalle: »Eine Gedächtnisausstellung für einen Künstler, der in keiner Kunstgeschichte auch nur erwähnt ist, der vor 1914 lange in Paris gelebt hat und 1918 gefallen ist. Ernst Matthes hat kein abgeschlossenes Werk hinterlassen, aber ein hinreißendes Fragment […]« (zeit.de). – Selten.

28,7 : 22,8 cm. 14, [2] Seiten, 32 Tafeln. – Vorderdeckel minimal fleckig.

775  André Maurois. La vie de Disraëli.

€ 3000 ( R7 )

Eigenhändiges Manuskript. Um 1925/26. 206 Blätter.

Das vollständige Manuskript für den biographischen Roman des elsässischen Schriftstellers und Historikes André Maurois (1885–1967). Das Leben des britischen Staatsmanns und Premierministers Benjamin Disraeli, Lord Beaconsfield, wurde nach der 1928–30 erschienenen deutschen Übersetzung auch hierzulande ein großer Erfolg und sorgte für die Bekanntheit des Dichters in Deutschland. – Das vorliegende Manuskript ist schon genau gegliedert in die Kapitel der drei Teile des Buches, weist aber noch viele Korrekturen und Anmerkungen auf. Noch finden sich auch Abweichungen, zumindest bei der Benennung und Nummerierung der Kapitel. – In Maurois’ zarter Handschrift mit blauer Tinte auf liniertes Papier geschrieben. Alle Blätter einseitig beschrieben und vom Dichter kapitelweise paginiert. – Mit zwei grünen Kartondeckeln, der vordere mit eigenhändigen Zitaten und Anmerkungen (u. a. »pour Valéry«), gebunden von E. Levitzky in braunes Ecraséleder, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet. Lederspiegel, vorn mit großer goldgeprägter floraler Monogrammvignette. Orangefarbene Seidenvorsätze. – Tadellos erhalten, in Schuber mit Lederkanten und Marmorpapierbezügen. – »Beigabe«: André Maurois. La vie de Disraëli. Paris, Bernard Grasset 1927. Halblederband mit reicher Rücken- und Kopfschnittvergoldung, Originalumschlag eingebunden. – Widmungsexemplar der ersten Auflage. Exemplar 799 der Ausgabe C auf Velin pur Chiffon. – Mit eigenhändiger, schwer lesbarer Widmung mit dem Disraëli-Zitat »La vie est trop courte pour être petite«.

23,3 : 19,5 cm (Manuskript-Band); 20,5 : 14,5 cm. 341, [5] Seiten. Rücken gebräunt.

776  Friederike Mayröcker. Variantenverzeichnis,

€ 500 ( R7 )

oder Abendempfindung an Laura. Bonn, Edition Octopus | Okeanus Presse 1989. Lose Blätter und Audiokassette. Zusammen in illustrierter Originalleinenkassette mit Gold- und Schwarzprägung.

Eins von 33 Exemplaren (Gesamtauflage 35). – Herausgegeben anlässlich Friederike Mayröckers 65. Geburtstags. – Im Druckvermerk von der Autorin signiert. – Die Prosa wurde eigens von der Autorin hierfür geschrieben und auf der Handpresse gedruckt. – Die Kassette entstand unter Verwendung der Zeichnung »Kerzenmensch« von Friederike Mayröcker. – Mit Text- und Kunstbeiträgen (»Ornithologisch-Poetische Hommage«) von Marcel Beyer, Ernst Jandl, Gerhard Rühm, Oskar Pastior, HG Kestel, Konrad Balder Schäuffelen u. v. a. – Audiokassette: »Friederike Mayröcker. Kölner Lesung 1988«.

43,5 : 31,0 cm (Kassette). 27 Kartonblätter, 33 Blätter, 1 Audiokassette.

777  Walter Mehring. Seemanns-Chor.

€ 200

Lied. Musik von Willy Engel-Berger. Wien, Wiener Boheme Verlag [um 1925]. Notenheft, ein Doppel- und ein Einzelblatt mit farbiger Titelillustration von Anto Carte.

W.B.V. 1027. – Mehrings »Seemann-Choral« wurde zuerst 1920 in der Weltbühne abgedruckt. Ohne Nennung des Autors verbreitete sich das Lied und »überlebte« sogar das Dritte Reich. – Hier als Einzelausgabe mit Sing- und Klavierstimme, die Titelillustration stammt von dem belgischen Künstler Anto Carte (1886–1954) und ist im Druck signiert und datiert »1924«. – Mit Stempel »Ehrenexemplar – unverkäuflich« und Besitzerstempel.

33,5 : 27,0 cm. [6] Seiten. – Etwas fleckig, vereinzelte Anstreichungen.

778  Hans Meid – Honoré de Balzac. Dunkle Geschichten.

€ 180

Erster [und] Zweiter Band. München, Georg Müller 1918. Mit je sechs Radierungen von Hans Meid (I) und Wilhelm Thöny (II). Rote Halblederbände mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Albert Günther, Wien). Zusammen im Schuber mit Lederkanten.

I. Der Staatsanwalt und andere Novellen. – II. Das Lebenselixier und andere Novellen. – Je eins von 1000 Exemplaren. – Übersetzt von Gisela Kühn-Etzel. – Sehr schöne Exemplare.

24,0 : 17,0 cm. 186 Seiten, 6 Radierungen; 221, [3] Seiten, 6 Radierungen. – 1 Seite mit kleinem Einriss.

Fromm I, 1416. – Meid: Jentsch XXI und 67–72

779  Felix Meseck – Novalis [Friedrich von Hardenberg]. Das Märchen aus Heinrich von Ofterdingen.

€ 180

Radierungen von Felix Meseck. München, Piper 1920. Mit zehn Radierungen sowie radierter Titel- und Schlussvignette und einer radierten Initiale. Originalhalbmaroquinband mit Rückenschild und -vergoldung.

26. Druck der Marées-Gesellschaft. – Eins von 185 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 250). – Schöner breitrandiger Pressendruck auf kräftigem Bütten.

35,5 : 25,0 cm. [60] Seiten.

Rodenberg 369, 29. – Sennewald 20,4

780  Robert Motherwell – Octavio Paz. Tres poemas. Three poems.

€ 2500

Litografias por / Lithographs by Robert Motherwell. New York, The Limited Editions Club 1987. Mit 27 Lithographien. Originalleinenband mit einer Lithographie auf dem Vorderdeckel, in Originalleinenkassette.

Eins von 750 Exemplaren (Gesamtauflage 820). – Im Druckvermerk vom Künstler monogrammiert und vom Verfasser signiert. – Gedruckt auf »mould made paper« von C. E. Magnani, die Lithographien auf verschiedene Japanpapiere gedruckt und aufgewalzt. – Großartiges Malerbuch mit 27 Lithographien des amerikanischen Künstlers Robert Motherwell (1915–1991), der im Laufe seines Lebens nur vier Bücher originalgraphisch illustrierte. Die drei Gedichte des Literaturnobelpreisträgers Octavio Paz erschienen bereits 1979, das dritte Gedicht ist Motherwell gewidmet. – Für die Ausgabe des New Yorker Bibliophilenclubs wurden die Texte von Hand aus der Bodoni der Bauerschen Gießerei gesetzt und je ein Gedicht bei Wild Carrot Letterpress, Stamperia Valdonega und Heritage Printers gedruckt. Der spanische Text wurde in Rot, die englischen Nachdichtungen in Schwarz gedruckt. – Die Lithographien druckte Trestle Editions (Bruce Porter) von Aluminiumplatten.
Inhalt:
»Nocturno de San Ildefonso / « mit acht Lithographien auf »Japan Ganpi«
»Vuelta / Return« mit sieben Lithographien auf Japan Yame, davon drei nahezu doppelblattgroß
»Piel / Sonido del mundo · Skin / Sound of the World« mit elf Lithographien auf Japan Masa Dosa, davon eine nahezu doppelblattgroß und vier zweifarbig gedruckt
Tadellos schönes Exemplar des hervorragenden Künstlerbuchs.

55,0 : 46,0 cm. [132] Seiten.

Engberg/Banach 387.1–27

781  Movens.

€ 200

Dokumente und Analysen zur Dichtung, bildenden Kunst, Musik, Architektur. In Zusammenarbeit mit Walter Höllerer und Manfred de la Motte herausgegeben von Franz Mon. Wiesbaden, Limes 1960. Mit zahlreichen Tafeln und Abbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag. – Mit Widmungen aller drei Herausgeber.

Erste Ausgabe dieser seinerzeit vielbeachteten Bestandsaufnahme der Schnittmengen der zeitgenössischen Kunst in ihren vielfältigen Bewegungen. – Etwa drei Jahrzehnte später widmeten die drei Herausgeber dem Vorbesitzer das Buch auf je einer der ersten Seiten: »zur Erinnerung an die Lesung in Berlin am 1.3.91 | Franz Mon«. – »Donnerwetter! Ein seltenes Buch gefunden! Berlin, Akademie der Künste am 1.11.88 | Walter Höllerer«. – »Manfred de la Motte am 7.12.92 K. Shiraga-Eröffnung bei Georg Nothelfer« mit René Char-Zitat.

25,3 : 21,5 cm. 200 Seiten, Bildtafeln. – Schnitt leicht fleckig. Schutzumschlag mit Falzeinriss.

782  Hermann Naumann – Luthers Tischreden.

€ 600

Zusammengestellt von Jürgen Henkys und mit einem Essay von Walter Jens. – Zehn Punzenstiche von Hermann Naumann. Leipzig, Faber & Faber 2003. Mit 14 Abbildungen nach Punzenstichen, davon zehn ganzseitig. Originalleinenband. Mit zehn losen signierten Punzenstichen und einem Textblatt zur Suite in der Originalleinenkassette.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe A mit zehn (und hier zusätzlich weiteren sieben) signierten Punzenstichen auf Hahnemühle-Bütten. – Die Suite der seltenen Vorzugsausgabe enthält die ganzseitig im Buch abgebildeten Graphiken, darunter »Der Teufel verursacht Naturkatastrophen«, »Verachtung des Todes«, »Christus zum Teufel – regiere Du!« und »Tischgespräche«. Durch die zusätzlichen Graphiken liegen diesem Exemplar sogar die Originale zu allen 14 Abbildungen im Buch vor (davon drei doppelt). Die sieben zusätzlichen Stiche signiert, bezeichnet mit »Selbstdruck Punzenstich«, betitelt und datiert. – Hermann Naumann, geboren 1930, hatte sich bereits in den 1950er Jahren der alten und in Vergessenheit geratenen graphischen Technik des Punzenstichs zugewandt. »Über die Jahre blieb neben anderen Techniken der Punzenstich immer faszinierend für mein Werk. Die 14 Punzenstiche zu Luthers Tischreden werden sicher der Abschluß meiner Punzenstiche in zyklischer Form sein« (Vorwort). – Eindrucksvolles Spätwerk des Künstlers in einer unikaten Variante.

25,3 : 17,0 cm. 237, [3] Seiten (Buch), 39,5 : 27,0 cm (Stiche), 41,5 : 28,5 cm (Kassette).

783  Ernst Wilhelm Nay. Eigenhändige Ansichtskarte mit Unterschrift.

€ 120

Ronchi/Toscana, Juni 1967 (Poststempel).

An Hans G. Grassmann, den zweiten »Haus- und Hängemeister«, der von 1927–1972 für den Kölner Kunstverein tätig war. – Dankt für Glückwünsche zu seinem 65. Geburtstag. – Ab Anfang der 1950er Jahre wurde Köln Lebens- und Arbeitsmittelpunkt Ernst Wilhelm Nays. Hier entstanden seine berühmten Scheibenbilder. – Mit Ansicht der Villa Irene im toskanischen Rochi, wo Nay offenbar seinen Geburtstag gefeiert hatte. – Die knappe Adressierung ergänzte Nay noch mit Bleistift um den Zusatz »Josef Haubrich Hof«, dem gerade eröffneten Domizil des Kunstvereins, benannt nach dessen langjährigem Vorstandsmitglied. – In Passepartout montiert.

784   William Nicholson The Owl.

€ 600

A Miscellany. No. 1, 2 [and] The Winter Owl. London 1919 und 1923. Mit 32 meist farbigen Tafeln. Farbig lithographierte Originalbroschur bzw. -pappbände.

Vollständige Folge der englischen Literaturzeitschrift, von der im Gründungsjahr zwei (Mai und Oktober) Ausgaben und erst 1923 der abschließende Band »The Winter Owl« erschienen. – Enthält Beiträge in Wort und Bild von Max Beerbohm, Siegfried Sassoon, T. E. Lawrence, John Doyle, Enoch Soames, Robert Graves, John Crowe Ransome, John Masefield, John Galsworthy, Thomas Hardy, Walter de la Mare, Rockwell Kent, Vachel Lindsay, Edwin Lutyens, William Nicholson, etc. – Die ersten beiden Ausgaben erschienen bei Martin Secker, der Schlussband bei Cecil Palmer, alle wurden gedruckt bei Vincent Brooks, Day & Son. Die Umschlagillustration entwarf William Nicholson, der neben Robert Graves als Herausgeber genannt wurde. – Heft 1 als Vorzugsausgabe mit einem Extrablatt mit 18 Originalsignaturen von Thomas Hardy, Max Beerbohm, John Galsworthy, William Nicholson, Siegfried Sassoon u. a. Beiträgern zur Zeitschrift.

31,5 : 25,5 cm., [2], 29, [1]; [2], 54, [4]; 60 Seiten. 10, 12, 10 Tafeln. – Band 2 und 3 leicht bestoßen, Rücken von Band 2 etwas angeplatzt. Band 1 (Broschur) in Originalschuber.

785  Blinky Palermo – Heinz Gappmayr. Visuelle Gedichte.

€ 5000

Palermo. Fünf Miniaturen. Duisburg, Guido Hildebrandt 1972. Mit fünf signierten Farbfolien-Prägedrucken. Originalbroschur.

Hundertdruck XII. – Eins von 100 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Autor, die Graphiken vom Künstler signiert. – Gedruckt auf Aquarellbütten. – Blinky Palermo (1943-1977) (eigentlich Peter Heisterkamp) studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie und war Meisterschüler von Joseph Beuys und Teilnehmer der Biennalen in São Paulo und Venedig sowie der Documenta. Seine Werke sind in den bedeutenden Museen der Welt vertreten.

39,7 : 26,8 cm. 28 Blätter.

Spindler 157.12

786  Max Papart – Pierre Tilman. Espace étranglé.

€ 400 ( R7 )

Eaux-fortes de Max Papart. Pointes sèches de Jean-Pierre Le Boul’ch. Ohne Ort, 1967. Mit zwei Aquatintaradierungen, eine signiert, und zwei Kaltnadelradierungen, alle ganzseitig und mit dem Text auf losen Doppelblättern in Originalumschlag und -schuber.

Eins von 90 Exemplaren, weitere zehn als Belegexemplare. – Auf Vélin d’Arches. – Im Druckvermerk von beiden Künstlern und dem Dichter signiert. – Max Papart signierte und nummerierte die zweite Aquatintaradierung. – Schönes Exemplar. – Pierre Tilman. L’esclavage n’a pas été aboli. Bagnols-sur-Cèze, Editions Chambelland 1970. Mit einer signierten Radierung von Max Papart. Originalbroschur. Erste Ausgabe. Eins von 30 Exemplaren, weitere drei als Belegexemplare, auf Vélin d’Arches. Unaufgeschnitten.

10,5 : 18,2 cm. [26] Blätter. – 18,8 : 11,9 cm. 73, [3] Seiten, 1 Radierung. Radierung linksseitig etwas gebräunt (Abklatsch).

787  Max Papart – Michel Bohbot. Des mots contre le vent.

€ 400 ( R7 )

Trois gravures originales de James Coignard, Max Papart, Shoichi Hasegawa. Braine-le-Comte, Lettera Amorosa 1974. Mit drei signierten Farbradierungen, eine mit Prägedruck. Lose Doppelblätter in Originalumschlag.

Eins von 64 Exemplaren (Gesamtauflage 80). – Auf Vélin d’Arches. – Drei Texte, jeder einem der beteiligten Künstler gewidmet. – Die Radierungen jeweils auf einem Doppelblatt gedruckt, signiert und nummeriert. Die Radierung von Coignard mit Prägedruck und übermalt.

21,0 : 14,8 cm. [16] Seiten, 3 Radierungen. – Vorderumschlag leicht gebräunt und mit kleinem Fleck.

788  Max Papart – Michel Bohbot. Naissance des signes.

€ 300 ( R7 )

Trois eaux-fortes originales de Max Papart. Paris 1978. Mit drei signierten Farbradierungen mit Prägedruck. Lose Doppelblätter in Originalumschlag und schwarzer Originalleinenchemise und -schuber.

Eins von 50 Exemplaren auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 72). – Erschienen als Band VII von »A Parole Donnée«. – Auf Vélin d’Aches. – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Max Papart (1911–1994) schuf ein umfangreiches Werk, neben Graphiken vor allem Gemälde und Collagen. Auch seine Radierungen gewinnen durch die zusätzlich verwendeten Techniken wie farbige Aquatinta und Prägedruck bildhaften Charakter. – Tadellos schönes Exemplar.

16,3 : 16,7 cm. [20] Seiten, 3 Radierungen.

789  Jürgen Partenheimer – Cees Nooteboom. De slapende goden. Les dieux dormants. Jürgen Partenheimer. Sueños y otras mentiras.

€ 1200

Gent, Ergo Press 2005. Mit zwei farbigen blattgroßen Lithographien und Illustrationen von Jürgen Partenheimer. Farbig illustrierte Originalbroschur im Acrylglasschuber.

Eins von 24 Exemplaren der niederländisch-französischen Ausgabe, weitere 24 erschienen mit deutschem Paralleltext. – Mit einer signierten Suite der beiden Lithographien. – Im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Gedruckt auf Velin »Saunders Waterford«. – Ein Künstlerbuch, »in which the minimalism of Partenheimer is juxtaposed to Nooteboom’s ›poetry of place‹« (Webseite der Ergo Press). – Tadellos erhalten.

28,5 : 38,7 cm. [52] Seiten.

790  Julius Pascin – Heinrich Heine. Aus den Memoiren des Herrn von Schnabelewopsky.

€ 250

Mit lithographischen Zeichnungen von Julius Pascin. Berlin, Paul Cassirer 1910. Mit 36 Lithographien, davon acht blatt- und eine doppelblattgroß, sechs koloriert. Originalseidenband mit Vorderdeckelillustration unter Passepartoutausschnitt; vergoldet.

Vierter Druck der Pan-Presse. – Eins von 250 Exemplaren auf Old Stratford Papier (Gesamtauflage 310). »Es war, wenn ich mich recht erinnere, das erste kostbare Buch der ›Pan-Presse‹, die wir gegründet hatten. Seine Bilder illustrierten Heine nicht nur, sondern schufen auch eine ganz neue Welt voll von übermütigem Witz, Grazie, Kühnheit und zartesten Linien.« (Wilhelm Herzog, zitiert nach Feilchenfeldt/Brandis). – Das Buch war Paul Cassirers »Diskussionsbeitrag« zu der aus antisemitischen Gründen umstrittenen Errichtung eines Heine-Denkmals in Düsseldorf. – In privater Leinenkassette.

31,5 : 24,0 cm. [4], 83, [3] Seiten. – Einband etwas angestaubt. – Zwischen zwei Lagen im Falz gebrochen.

Rodenberg 452, 4. – Feilchenfeldt/Brandis 96.0. A. – Lang, Impressionismus 151

791  Otto Piene – Rose Ausländer. Inventar.

€ 700

Otto Piene. 4 mehrfarbige Siebdrucke. Duisburg 1972. Mit vier signierten Farbserigraphien, eine davon auf dem Umschlag. Originalbroschur mit illustriertem Papier- und Folienumschlag im Originalschuber.

Hundertdruck XIII. – Eins von 100 Exemplaren. – Die Graphiken vom Künstler, das Impressum von der Autorin signiert. – Auf Kupfertiefdruckbütten gedruckt und als Blockbuch gebunden.

39,2 : 26,5 cm. [32] Seiten. – Buchblock oben vom Umschlag gelöst.

Spindler 157.13

792  Martin E. Philipp – Friedrich Schlegel. Lucinde.

€ 200

Mit Radierungen von Martin E. Philipp. [1920]. Mit radiertem, signiertem Titelblatt und sieben Radierungen auf Tafeln. Illustrierter Originalseidenband.

Eins von 200 nummerierten Exemplaren. – Erschienen als Privatdruck für Freunde des Künstlers. – Die Radierungen in der Platte monogrammiert. – Martin Erich Philipp (1887–1978) studierte an der Dresdner Kunstakademie. Seine Vorliebe für Frivoles und erotische Illustrationen brachte ihm den Ruf als »Interpret lüsterner Sinnlichkeit« ein. Das Radieren war sein Meisterfach, »hier schuf er einen eleganten Linienstil, der die modischen Vorlieben seiner Zeit zu einer hohen künstlerischen Form steigerte« (Gert Claußnitzer in »M. E. Philipp, Das druckgraphische Werk«).

23,5 : 15,5 cm. [6], 162, [6] Seiten, 8 Radierungen. – Kanten unmerklich berieben.

Hayn/Gotendorf IX, 531. – Götze C 2

793  Martin E. Philipp – Heinrich Heine. Die Bäder von Lucca.

€ 250

Mit sieben Radierungen von Martin E. Philipp. Heidelberg, Richard Weissbach 1921. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 200 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Radierungen wurden von O. Felsing in Leipzig »nach persönlichen Angaben des Künstlers« (Druckvermerk) auf der Handpresse gedruckt. – Auf Zanders-Bütten. – Alle Radierungen in der Platte bezeichnet »MEPH Okt. 1918«. – Philipp gilt als einer der renommiertesten Graphiker der erotischen Kunst. Er schuf zahlreiche Exlibris.

31,7 : 23,7 cm. 75, [5] Seiten. – Ränder schwach berieben. – Hintere Seiten am Unterrand mit schwachem Feuchtigkeitsfleck.

Sennewald 21. – Götze C 3

794  Imre Reiner – John Donne. The Poems.

€ 250

Selected, introduced, and annotated by Frank Kermode. Wood engravings by Imre Reiner. Cambridge, The Limited Editions Club 1968. Mit 32 Holzstichen im Text. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel. In gefütterter Kassette mit Lederrücken.

Eins von 1500 Exemplaren, hier im Druckvermerk vom Künstler signiert und als »my own copy 19. IX. 68« bezeichnet. – Mit einer signierten Suite aller 32 Holzstiche in Probedrucken (»proof«) auf Japan, einer davon farbig und »for Donne« bezeichnet, alle montiert auf nachgebundene Büttenblätter.

28 : 17 cm. [2], 198, [2] Seiten, XXIV, [2], 32 Holzstiche.

Tiessen III, 36

795  Gerhard Richter. Atlas.

€ 200

Herausgegeben von Fred Jahn. Mit einem Text von Armin Zweite. München, Fred Jahn 1989. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag.

Der Umfang von Gerhard Richters Arbeit »Atlas der Fotos, Collagen und Skizzen« hat sich seit der letzten Ausstellung 1976 auf knapp 500 Tafeln erweitert. Vorliegender Katalog dokumentiert die Ausstellungen im Lenbachhaus, München, 1989 und Museum Ludwig, Köln, 1990. – Dazu: Gerhard Richter. Landscapes. Ostfildern-Ruit, Cantz 1998. Originalpappband mit Schutzumschlag. – Beide vom Künstler auf dem Vorsatzblatt signiert. – Beigabe: Gerhard Richter. Bilder 1963–2007. Ausstellungskatalog National Art Museum of China, Beijing, 2008.

32,0 : 24,5 cm. 232, [4] Seiten.

796  Gerhard Richter.

€ 250

Band I [bis] III. Ostfildern 1993. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalbroschuren, zusammen im Schuber.

I. Katalog der Ausstellung 1993/94 in Paris, Bonn, Stockholm und Madrid. – II. Texte von Benjamin H. D. Buchloh, Peter Gidal und Birgit Pelzer. – III. Werkübersicht. Catalogue raisonné 1962–1993. – Band I mit eigenhändiger Widmung von Gerhard Richter auf dem Titelblatt. – Dazu: Gerhard Richter. Herausgegeben von der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Mit einem Essay von Armin Zweite und dem Werkverzeichnis 1993–2004. 2005. Originalpappband. Auf dem Vortitelblatt vom Künstler signiert. Fortsetzung des Werkverzeichnisses.

797  Der Zeichner Hans Theo Richter.

€ 250

[Herausgegeben von der] Hildegard und Hans Theo Richter-Stiftung. Dresden 1999. Mit zahlreichen ganzseitigen Farbabbildungen. Originalpappband mit Büttenbezug und illustriertem Originalschutzumschlag.

Eins von 30 nummerierten Vorzugsexemplaren mit einer beigelegten Tuschzeichnung (Skizze Zwei Enten, 10 : 19 cm, auf Bütten, rückseitig mit dem Nachlass-Stempel). – Ausstellungskatalog der Galerie Pels-Leusden – Villa Grisebach. – Tadellos erhalten. – Dazu: Werner Schmidt. Hans Theo Richter. Zum 60. Geburtstag anlässlich der Ausstellungen in der Deutschen Akademie der Künste Berlin und dem Dresdner Kupferstichkabinett. 1962. Originalpappband mit illustriertem Umschlag. Vom Künstler signiert und 1991 vom Verfasser gewidmet. Mit dem Werkverzeichnis der Lithographien.

28,4 : 23,7 cm. 96 Seiten.

798  Rainer Maria Rilke. Die Sonette an Orpheus.

€ 1200

Geschrieben als ein Grab-Mal für Wera Ouckama Knoop. Leipzig, Insel 1923. Grüner Halblederband mit vergoldetem Rückentitel. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Auf einem vorgehefteten Büttenblatt die eigenhändige Widmung des Dichters »Á Madame Cella Delavrancea Lahovary hommages dévonés«, signiert und datiert »Paris, en mars 1923«, also für die rumänische Klaviervirtousin Delavrancea (1887–1991), die damals in dritter Ehe mit Philippe Lahovary verheiratet war. Die Tochter des rumänischen Dichters Barbu Ștefănescu Delavrancea galt als musikalisches Wunderkind. Im September 1944, kurz vor Kriegsende, dedizierte die Musikerin das Buch dem Philosophen Mircea Aurel Vulcănescu (1904–1952). – Die »Sonette« erschienen im März 1923, kurz vor den »Duineser Elegien«. Rilke versandte damals eine ganze Reihe von Widmungsexemplaren, auch aus der öffentlichen Ausgabe. – Dazu: Vom Alleinsein. Ein Brief R. M. Rilkes. Frankfurt am Main [1951/52]. Originalleinenbroschur. Erste Ausgabe des 1915 geschriebenen Briefes an Jomar Förste, mit einem Nachwort von Gotthard de Beauclair. Zweiter Druck der Trajanus-Presse. Eins von 500 nummerierten Exemplaren für die Gesellschaft der Bibliophilen. Erste Veröffentlichung in der Palatino-Kursiv von Hermann Zapf. Ehemals Sammlung Helmut Goedeckemeyer.

22,3 : 14,0 cm. 63, [1] Seiten. – Bünde leicht berieben, Vorsätze erneuert. – Minimal stockfleckig.

Mises 100 und 212. – Sarkowski 1357

799  Rainer Maria Rilke. Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke.

€ 400

Geschnitten von Hermann Schardt. Essen 1933. Mit 13, teils ganz- bzw. doppelseitigen Textholzschnitten. Flexibler ziegelroter Saffianlederband mit vergoldetem Titel. Im Schuber.

Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Eindrückliche Arbeit, die ihren Reiz aus der gestalterischen Einheit von Schrift und Bild gewinnt. Sowohl Text als auch Illustrationen wurden von Hermann Schardt entworfen und in Holz geschnitten. – Schardt (1912–1984) war seit 1935 Lehrer an der Essener Kunstgewerbeschule und ab 1948 Direktor der dortigen Folkwang Werkkunst-Schule. – Für seinen somit noch in seiner Ausbildung in Essen entstandenen »Cornet« erhielt er 1935 den 1. Dürerpreis der Stadt Nürnberg (Vollmer IV, 174). – Wohl nur in kleiner Auflage erschienen. – Auf Japon nacré gedruckt und als Blockbuch gebunden. – Sehr selten und tadellos erhalten.

23,5 : 23,8 cm. 22 unnummerierte Seiten.

Nicht bei Ritzer u. Mises

800  Robert Ryman – Samuel Beckett. Nohow on.

€ 2000

With Etchings by Robert Ryman. New York, The Limited Editions Club 1989. Mit sechs Aquatintaradierungen. Schwarzer Originalziegenlederband mit vergoldeten Titeln. In gefütterter Originalleinenkassette mit Lederrückenschild (signiert: Carol Joyce).

Eins von 550 Exemplaren – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – Gedruckt auf der Shagbark Press auf Papier von Magnani. – Die Radierungen wurden auf Arches-Bütten gedruckt. – Die Aquatintaradierungen von Robert Ryman (geboren 1930), der als Vertreter der Analytischen Malerei gilt und sich in seiner Arbeit als Künstler vielfältig mit der Farbe Weiß auseinandergesetzt hat, sind typisch für seine Besessenheit von Licht und räumlichen Beziehungen und ihre körnigen, milchweißen Oberflächen sind eine perfekte Visualisierung von Becketts illusionistischen und paradoxen Kurzgeschichten. Die kurzen Texte »Company«, »Ill see, Ill said« und »Worstward Ho« erschienen erstmals Anfang der achtziger Jahre, hier vereint unter dem Titel »Nohow«. »Die von Ryman bevorzugte äußerste Sparsamkeit der künstlerischen Mittel zeigt Verwandtschaft mit der späten Sprache des Dichters Beckett, der sie fast bis zur Grenze des Schweigens löscht. Endlose, subtilste Unterscheidungen werden im Text sowie im Bild wahrnehmbar« (Papiergesänge).

27,5 : 19,0 cm. [8], 128, [14] Seiten, 6 Radierungen.

Papiergesänge 161. – Castleman 201

801  Robert Ryman Prints 1969–1993.

€ 750

Introduction and catalogue by Amy Baker Sandback. New York, Parasol Press 1993. Mit fünf farbigen Aquatintaradierungen. Lose Blätter in Originalleinenkassette.

Eins von 250 Exemplaren. – Bibliophiles Werkverzeichnis des amerikanischen Künstlers. Robert Ryman, geboren 1930, beschäftigt sich in seinen analytischen Malereien mit der Farbe »Weiß«. – Die hier beigelegten Radierungen sind Teilschnitte von größeren Formaten (»originial etching elements«). – Auf unterschiedlichen teils geprägten Papieren und Folien gedruckt. – Tadellos erhalten.

36,5 : 36,5 cm. [4], 32 Blätter, 5 Radierungen.

802  Nelly Sachs. Der magische Tänzer.

€ 200

Versuch eines Ausbruchs. Für zwei Menschen und zwei Marionetten. In: Hortulus 41. Illustrierte Zweimonatsschrift für neue Dichtung. Herausgegeben von Hans Rudolf Hilty. Jahrgang IX, Heft 5. St. Gallen, Tschudy 1959. Mit einer beigelegten Farbtafel und einigen Textillustrationen. Illustrierte Originalbroschur.

Erstdruck. – Mit eigenhändiger Widmung »Für Seherin mit der Seele gleiches suchend! Nelly, 30.II.59«. – Das Heft enthält auch »Ein Wort für Nelly Sachs« als Einleitung des Herausgebers sowie Beiträge von Gabriele Wohmann, Peter Hamm u. v. a. – Dazu: Nelly Sachs. Sternverdunkelung. Gedichte. Stockholm, Bermann-Fischer 1949. Originalpappband. Erste Ausgabe der zweiten lyrischen Buchveröffentlichung. – Nelly Sachs war 1940, ihrem Abtransport in ein Vernichtungslager im letzten Moment entgehend, nach Stockholm geflohen. Dort entwickelte sie als Übersetzerin einen eigenen lyrischen Stil. Sie gilt als die erste Dichterin, die die »Schornsteine von Auschwitz« zum Inhalt einer Dichtung machte. Nach jahrelanger Nichtbeachtung in Westdeutschland erhielt sie 1966 den Nobelpreis für Literatur.

20,9 : 14,7 cm. Seiten 138–145. – 22,8 : 14,4 cm. 82, [2] Seiten. – Rücken leicht gebräunt, minimal berieben.

Kersten 18 und 3

803  Antonio Saura – [Francisco de] Quevedo. Trois Visions.

€ 750

Paris und Genf, Yves Rivière 1971. Mit 42 Lithographien von Antonio Saura, teils blatt- und doppelblattgroß, davon eine signiert. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -chemise. Zusammen im schuber.

Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 140). – Gedruckt auf Velin d’Arches. – Antonio Saura (1930–1998) bleibt aufgrund seines ganz eigenen Stils zeitlebens unabhängig von allen künstlerischen Bewegungen und Tendenzen seiner Generation. Ab 1959 entstand ein umfangreiches Œuvre grafischer Arbeiten, darunter Illustrationen zu Cervantes’ »Don Quixote«, Orwells »1984«, »Pinocchio«, Kafkas Tagebüchern und zahlreichen anderen Texten.

38,3 : 29,0 cm. [152] Seiten.

Galfetti 87–128. – Nicht bei Monod

804  Antonio Saura – Franz Kafka. Tagebücher.

€ 300

Gelesen von Antonio Saura. Stuttgart, manus presse 1988. Mit 69 Lithographien, teils blatt- und doppelblattgroß. Lose Doppelbogen in Originalleinenchemise mit geprägten Titeln und im Originalleinenschuber.

Eins von 360 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – »Antonio Saura zählt zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. … Nach einem intensiven Studium der Texte Kafkas realisierte Saura eine Folge von fast 70 Lithografien, in denen er sich als kongenialer Gestalter der Welt Kafkas entpuppt.« (Edition manus resse).

32,3 : 24,8 cm. 79, [9] Seiten.

Nicht mehr bei Galfetti

805  Paul Scheerbart. Jenseits-Galerie.

€ 800

Berlin, Oesterheld 1907. Zehn Strichätzungen nach Zeichnungen. Mit einem Doppelblatt lose in roter Originalleinenmappe mit grüngeprägtem Titel.

Erste Ausgabe. – Auf dem Titelblatt von Scheerbart in roter Tinte nummeriert »No. 113« und signiert. – Aus Scheerbarts »wissenschaftlicher« Einleitung: »Die zehn vorliegenden Zeichnungen sind Nachbildungen von dem, was wir jenseits der Neptunsbahn entdeckt haben.« Scheerbart bezeichnete diese Zeichnungen von »Asteroïdenbewohnern mit vielen neuen Organen und bisher noch nie gezeigten Gliedmaßen« 1904 als seine bis dato gelungenste Produktion. In der »Jenseits-Galerie« »gibt er seinen Wortträumen in seltsamen surrealen Phantasiewesen, die an Redon erinnern, optischen Ausdruck« (Hans Bolliger). – Die Lithographien nach Zeichnungen von Paul Scheerbart auf Japan, der Vorderdeckel der Mappe wurde nach seinem Entwurf gedruckt. – Sehr schönes Exemplar.

29,3 : 19,5 cm. [4] Seiten, 10 Tafeln. – Mappe minimal lichtrandig. – Titelblatt unten mit kleinem Eckknick.

Kohnle S. 37. – Raabe/Hannich-Bode 260.19. – Dokumentations-Bibliothek II, 363

806  Heinar Schilling. Meinungen.

€ 600

Geschriebenes und gesprochenes Wort über Kultur und Zeit. Heft I: Die lange Zigarettenspitze. Novelle über Lebenskunst. Heft II: Die Richtung. Dialoge mit einer Sphinx. Dresden, Felix Stiemer 1918. Originalbroschuren mit Titelschild.

Erste Ausgaben. – Eins von 300 Exemplaren bzw. eins von 100 Vorzugsexemplaren auf Bütten, beide vom Dichter signiert. – Beide Texte entstanden im Oktober 1917 in Karlsbad. – Heinar Schilling (1894–1955) gründete im Dezember 1917 gemeinsam mit Rudolf Kaemmerer den expressionistischen »Dresdner Verlag«. In die dort erschienene Reihe »Das neueste Gedicht« wurde das zweite Heft übernommen. – Beide mit Stempel »Ex libris Anthon Bakels«, der u. a. mit Hannah Höch befreundete »holländische Verleger, Anarchist und Dadaist« (Thomas Hatry).

23,5 : 15,2 cm. 30, [2]; 38, [2] Seiten. – Umschlagränder leicht bestoßen, Rückenfalz von Heft II mit Fehlstellen. – Leicht fingerfleckig, Vortitelblätter mit Radierspuren.

Raabe/Hannich-Bode 264.14/15

807  Hermann Harry Schmitz. Der Säugling. Die vorzügliche Kaffeemaschine.

€ 250

[München 1924]. Mit fünf kolorierten Holzschnitten im Text, davon eine Vignette, von Irmingard Straub. Kolorierter Originalpappband.

Eins von 30 Exemplaren. – Auf Bütten. – Druck in den Werkstätten der Kunstgewerbeschule München. – Mit Erwerbsvermerk »Ostern `24« auf dem hinteren Innendeckel. – Irmingard Straub (1904–1987) war damals wohl Studentin der Kunstgewerbeschule. Der Text von Schmitz war 1911 bei Rowohlt erschienen.

21,7 : 17,6 cm. 21, [3] Seiten. – Etwas stockfleckig, Vorsätze stärker.

808  W. G. Sebald [und] Jan Peter Tripp. »Unerzählt.«

€ 250

33 Texte und 33 Radierungen. Mit einem Gedicht von Hans Magnus Enzensberger und einem Nachwort von Andrea Köhler. München, Carl Hanser 2003. Mit 33 Abbildungen nach Radierungen. Originalleinenband mit -bedrucktem Folienumschlag.

Eins von 333 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer beigelegten signierten Radierung von Jan Peter Tripp (Porträt von Max Sebald, dem Großvater des Dichters, betitelt »Max«, nummeriert). – Jan Peter Tripp schuf die Radierungen, Augenpaare von Dichtern und Künstlern nach Gemälden oder Fotografien, zu Texten von W. G. Sebald, die zwischen 1999 und 2001 entstanden. – »Der Maler zeigt, wie die Menschen schauen, der Dichter, wie ihre Wahrnehmung die Welt modelliert. So ist dieser Dialog zwischen Text und Radierung auch ein Blickwechsel zwischen Dichtern und Malern, zwischen den Lebenden und den Toten« (Essay). – Eigenwilliges Künstlerbuch, tadellos erhalten.

28,9 : 17,9 cm. 71, [9] Seiten.

809  Rudolf Alexander Schröder – Jean Baptiste Razine. Benenize.

€ 120

Tragödie in fünf Akten. Im Versmaß des Originals übertragen von Rudolf Alexander Schröder. Lichtenfels 1951. Mit fünf ganzseitigen Holzschnitten von Werner Gothein. Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Erste vollständige Ausgabe der Versübersetzung Schröders, die Adolph nicht und Kindler erst für 1964 verzeichnet. Fragmente erschienen bereits 1931/32 in »Corona«. – Gedruckt bei H. O. Schulze in Lichtenfels in einer Auflage von 300 nummerierten Exemplaren für die Fränkische Bibliophilen-Gesellschaft. – Auf Zerkall-Bütten. – Mit eigenhändigem launigem Vierzeiler und längerer Widmung Schröders für den Schweizer Dichter Emanuel Stickelberger: »Das Stück ist schön, der Druck pompös, Der ›Buchschmuck‹ – leider! – schauderös. […] zum siebzigsten Geburtstag sein rechtsrheinischer Kollege« – Schönes Exemplar.

34,5 : 23,5 cm. 104, [4] Seiten.

Vgl. KNLL XIII, 874 und Fromm V, 2150

810  Kurt Seligmann – Jean Paul Collet. Flaques.

€ 600

Poemes ornés de trois eaux-fortes originales. Paris, Les Écrivans Réunis 1935. Mit drei Radierungen. Originalbroschur.

Eins von 140 Exemplaren. – Auf Van Gelder-Bütten. – Kurt Seligmann (1900–1962) war 1929 aus Basel nach Paris übersiedelt und hatte – von Jean Arp und Max Ernst tief beeindruckt – versucht, sich den Surrealisten anzuschließen. Kurz nach der auf Ermutigung von Pierre Courthion 1933/34 erfolgten Veröffentlichung seiner ersten beiden Radierfolgen wurde er durch Breton in die Gruppe aufgenommen. – Vollrandiges, unaufgeschnittenes Exemplar, sehr gut erhalten.

28,0 : 21,5 cm (!). 31, [1] Seiten. – Hinterumschlag mit leicht geknitterter Ecke.

Mason 57–59. – Monod 3075

811  Max Slevogt – James Fenimore Cooper. Lederstrumpf – Erzählungen

€ 2500

Übersetzt und bearbeitet von K. Federn. Mit Original-Lithographien von Max Slevogt. Berlin, Paul Cassirer 1909. Mit 312 Lithographien, davon 52 blattgroß. Roter Originalmaroquinband, Rückenfileten, Kopfschnitt, Deckelvignette und Deckel- und Innenkantenbordüren vergoldet.

Erster Druck der Pan-Presse. – Eins von 60 Exemplaren der Luxusausgabe auf Reisfaser-Papier, jedoch ohne die dazugehörende Japansuite (Gesamtauflage 310). – Der Titel, alle Überschriften und die typographischen Initialen wurden von Emil Rudolf Weiß gezeichnet. Seine Frakturtypen-Initialen wurden über die etwa 5 : 5 cm großen »Initialzeichnungen« Slevogts gedruckt. – Den Einband und die blau-schwarzen Vorsatzpapiere entwarf Karl Walser. – Druck des Textes von Imberg & Lefson, Berlin, die Lithographien auf der Pan-Presse als deren erste Edition gedruckt. Alle Lithographien wurden von Slevogt direkt auf den Stein gezeichnet. – »The Leather Stocking Tales« wurden von J. F. Cooper (1789–1851) nach den Erlebnissen von Johann Adam Hartmann (1748-1836) geschrieben, der 1764 aus der Pfalz nach Amerika ausgewandert war und zu dem berühmten Trapper Lederstrumpf wurde. – Mit Vorwort von W. Krickeberg, am Ende eine »Vorbemerkung« des Übersetzers. – »Im Lederstrumpf ist Slevogt auf das vollkommenste Herr der Mittel einer malerisch suggestiven Kreidezeichnung […] In Umfang wie an Bedeutung steht Slevogts Lederstrumpf unerreicht da in der Geschichte der neueren Buchillustration« (Curt Glaser, in: Die Graphik der Neuzeit, S. 489ff., zitiert nach Caspers). – »Die Pan-Presse, im Jahre 1908 gegründet, stellt den ersten Versuch dar, das immer stärker werdende Bedürfnis des Künstlers nach Originaldrucken mit den Bedürfnissen des Buchdrucks harmonisch zu verbinden.« (Paul Cassirer in einer Anzeige 1919, zitiert nach Caspers, S. 41).

47,0 : 36,0 cm. [6], 473, [5] Seiten. – Steh- und Oberkanten mit kleinen Schabstellen. – Gelegentlich die Ränder etwas gebräunt, vereinzelt dort auch kleine Stockflecken.

Sievers/Waldmann 90–401. – Rümann 14 a. – Caspers 3.1. – Feilchenfeldt/Brandis 35.0.A. – Lang, Impressionismus 188. – Rodenberg 452, 1

812  Max Slevogt – Benvenuto Cellini

€ 250

[Selbstbiographie] deutsch von Goethe mit Steinzeichnungen von Max Slevogt. Berlin, Bruno Cassirer [1914]. Mit 303 Lithographien. Fünf Originalbroschuren.

Erste bis fünfte Lieferung, so vollständig. – Auf Hadernpapier. – Schönes Exemplar der reizend illustrierten Autobiographie Cellinis, selten in den unaufgeschnittenen Originalbroschuren. – Von den Lithographien Slevogts, die bereits 1913 entstanden, wurde in Paris eine Vorzugsausgabe auf Chinapapier gedruckt. – Goethes Text erschien erstmals 1803. – Beiliegend: Ankündigungsprospekt des Verlages. Berlin, Bruno Cassirer 1914. – Dazu: Dasselbe in der gebundenen Fassung. Originalhalblederband mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Sievers/Waldmann 496–798. – Rümann 12. –Lang, Impressionismus 197

813  Max Slevogt – Publius Naso Ovid. Lehrbuch der Liebe.

€ 250

Deutsch von Ernst Hohenemser. Lithographien von Max Slevogt. Berlin, Paul Cassirer 1921. Mit acht Lithographien im Text. Cremefarbener Originalschweinslederband. Rückentitel, Deckelvignette, Innenkantenbordüren und Kopfschnitt vergoldet (signiert H. Fikentscher. Leipzig 1920.) Im Schuber.

18. Werk der Pan-Presse. – Eins von 300 für den Handel bestimmten Exemplaren (Gesamtauflage 320). – Paul Cassirer lobte Slevogt überschwänglich und versicherte ihm » […] wie wundervoll Ihre Graphik ist. Das Titelblatt gehört zu dem Schönsten, was ich von Ihnen kenne« (zitiert nach Feilchenfeldt). – Die kleine Lithographie auf Seite 5 gilt als ironisches Porträt Paul Cassirers und Tilla Durieux’ in einer Theaterloge.

31,8 : 24,5 cm. [2], 90, [8] Seiten. – Einband etwas angestaubt. Rücken gebräunt, Ränder leicht berieben.

Söhn 473–480. – Rümann 69 a. – Feilchenfeldt/Brandis 152.A. – Rodenberg 454, 18. – Schauer II, 84. – Lang, Impressionismus 210

814  Nicolas de Staël – Pierre Lecuire. Voir Nicolas de Staël.

€ 900

Paris, Lecuire 1953. Mit zwei blattgroßen Radierungen und einer Farblithographie (als Umschlag) von Nicolas de Staël. Lose Doppelblätter in Originalumschlag.

Eins von 190 Exemplaren (Gesamtauflage 210). – Auf Vélin d’Arches. – Das erste von Pierre Lecuire realisierte Buch. – »Die abstrakte Sinnlichkeit der Konfiguration, die Lecuires Sprachkunst kennzeichnet, fand ihre intimste Entsprechung in der graphischen Kunst Nicolas de Staëls. Der Begegnung des 22jährigen Dichters mit dem Maler folgten in enger Freundschaft und gemeinsamer Arbeit an Plänen eine Reihe realisierter Projekte […]« (Bücher von Pierre Lecuire; Ausst.-Katalog Bayer. Staatsbibl.1978, S. 10f.).

25,3 : 16,7 cm. [6], 102, [12] Seiten. – Stellenweise minimal gebräunt.

Kat. Staatsbibliothek München 1978 KatNr. 1. – Monod 7033

815  Pierre Stampfli – François Villon. Ballades et testaments.

€ 400

Lithographies originales de Pierre Stampfli. Zürich, Editions des Gaules 1945. Mit 27 Lithographien, davon neun blattgroß. Hellbrauner Maroquinband mit mehrfarbiger Lederintarsie auf dem Vorderdeckel. In der Originalhalbpergamentchemise. – Widmungsexemplar des Verlegers.

Eins von 45 Exemplaren auf »Vergé du Marais« und mit einer signierten Tuschfederzeichung (zu »Ballade des femmes de Paris«) auf Transparentpapier, dieses auf das Vorblatt montiert (Gesamtauflage 61). – Von Pierre Stampfli und dem Buchgestalter Louis Grosclaude signiert und von letzterem Hans Fretz gewidmet, der die Ausgabe drucken ließ.

33,7 : 25,5 cm. 133, [3] Seiten.

816  Gertrude Stein. Operas and Plays.

€ 750

Paris, Plain Edition 1932. Originalbroschur in -schuber. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe dieser Sammlung von 22 Stücken, die meist in den 1920er Jahren entstanden waren. – Eins von 500 Exemplaren, gedruckt von Daranthière in Dijon. – Vortitel mit eigenhändiger Widmung der Dichterin »For Peter Mame [?] this book [Operas and Plays] in memory of a pleasant afternoon Gertrude Stein«. – Der Band enthält u. a. den Erstdruck von »Four Saints in Three Acts«, dem Libretto der Oper, die Virgil Thomson (1896–1989) damals in Zusammenarbeit mit Gertrude Stein komponierte (Orchestrierung 1933) und deren Uraufführung 1934 im Wadsworth Atheneum in Hartford, Conn., Skandal machte, sowie zahlreiche andere Kurzstücke sowie Filmlibretti. 1933 erschien die erfolgreiche Autobiographie der Dichterin unter dem Namen ihrer Lebensgefährtin Alice B. Toklas.

18,3 : 13,3 cm. 400, [4] Seiten (einschließlich Vorsätze). – Vordergelenk des Umschlags angeplatzt.

817  Hugo Steiner-Prag – Nikolaus Lenau. Don Juan.

€ 300

Dramatische Szenen. Mit Steinzeichnungen von Hugo Steiner-Prag. Berlin, Paul Graupe 1918. Mit fünf signierten Lithographien und elf Lithographien im Text. Originalhalbseidenband mit Kopfgoldschnitt, Rückentitel und Deckelillustration farbig lithographiert (Leipziger Buchbinderei, vorm. Gustav Fritzsche). In der Originalkassette mit Deckelschild.

Eins von 100 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf dem Vorsatzblatt gedruckter Dedikationsvermerk für Emil Hirsch. – Der Münchner Antiquar Emil Hirsch (1866–1954) betrieb sein Geschäft seit 1897, versteigerte wichtige Sammlungen (Sayn-Wittgenstein, Piloty, Georg Hirth u. a.) und pflegte engen Kontakt mit Literaten und Künstlern. »Laut Emil Preetorius waren H.’s Geschäftsräume […] ›der inoffizielle Treffpunkt […] für das geistig-künstlerische München‹.« (Ernst Fischer, Verleger, Buchhändler & Antiquare, S. 139). 1907 war Hirsch Gründungsmitglied der Gesellschaft der Münchner Bücherfreunde, regte Hans von Weber zu den »Hundertdrucken« an und unterstützte als Subskribent die »Bremer Presse«. 1933 begannen die Repressalien unter den Nationalsozialisten. Zunächst wurde es Hirsch untersagt, weiterhin Auktionen zu veranstalten, 1937 musste er sein Geschäft ganz schließen. Er konnte 1938 zu seinen bereits ausgewanderten Kindern nach New York emigrieren und war dort bis zu seinem Tod als Antiquar bei Walter Schatzki in der Madison Avenue tätig. – Annähernd tadellos schönes Exemplar.

31,2 : 20,8 cm. [2], 58, [4] Seiten. 5 Lithographien. – Bezugspapier mit wenigen kaum wahrnehmbaren Stockflecken.

Sennewald 18, 3

818  Hugo Steiner-Prag – [Johann Wolfgang von] Goethe. Stella.

€ 300

Ein Trauerspiel. Mit Radierungen von Hugo Steiner-Prag. Berlin, Franz Schneider [1922]. Mit acht Radierungen, davon sechs signiert und blattgroß und je eine Titel- und Schlussvignette. Grüner Originalkalblederband mit vergoldeter Deckelvignette, gepunzter Stehkantenfilete, Rücken- und Kopfschnittvergoldung (H. Sperling, Leipzig).

Eins von (laut Sennewald) 75 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder (Gesamtauflage 200). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert.

26,8 : 19,5 cm. 85, [3] Seiten, 6 Radierungen. – Rücken verfärbt. Ränder etwas berieben. Deckel mit kleinen Kratzern, vorn am Oberrand kleine Farbflecke.

Sennewald 22, 2

819  Hugo Steiner-Prag – Heinrich Heine. Gespenstische Balladen.

€ 300

Mit Radierungen von Hugo Steiner-Prag. Berlin, Propyläen 1924. Mit zehn blattgroßen signierten Radierungen und einer radierten Titelvignette. Originalhalblederband mit Rückenschild, reicher Rückenvergoldung, vergoldetem -titel und Kopfgoldschnitt.

Unnummeriertes Exemplar, neben der Auflage 200 Exemplaren. – Alle blattgroßen Radierungen und der Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Bütten. – Hugo Steiner-Prag radierte zu Heines düster-schauerlichen Dichtungen großformatige kongeniale Illustrationen. – Schönes Exemplar.

33,2 : 25,2 cm. [2], 92, [6] Seiten. – Kanten unmerklich berieben.

Sennewald 24,2

820  Otto Stoessl. Gesammelte Werke.

€ 500

Erster [bis] Vierter Band. Wien, Saturn 1933–1938. Originalleinenbände mit Rückenschildern und -vergoldung.

Eins von 150 signierten Exemplaren für Subskribenten. – Die wohl durch den Tod Otto Stoessls (1875–1936) abgebrochene Werkausgabe beinhaltete in den ersten Bänden bis dahin unveröffentlichte Texte (Arcadia; Schelmen-Geschichten; Geist und Gestalt; Schöpfer). – Stoessl hinterließ ein reiches erzählerisches Werk. Der Zeitgenosse von Karl Kraus, Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke und Vertretern des »Jungen Wien«, war Schriftsteller, Journalist und Beamter, machte sich aber auch als Literaturtheoretiker und Kritiker einen Namen. Sein Hauptwerk, der Roman »Das Haus Erath«, der den Niedergang einer österreichischen Familie über mehrere Generationen beschreibt, wird mit den »Buddenbrooks« verglichen.

21,9 : 15,5 cm.

821  Bram Stoker. Dracula.

€ 400

Roman. Autorisierte Übersetzung aus dem Englischen von Heinz Widtmann. Leipzig, Max Altmann 1908. Marmorierter Kunstlederband mit schwarz-goldenen Titelschildern.

Erste deutsche Ausgabe eines der bekanntesten Romane des Genres. – Die Originalausgabe war 1897 in London erschienen. Der Ire Bram Stoker (1847–1912) begann um 1895, »den Vampirroman zu schreiben, der zum berühmtesten der Gattung wurde. […] Die ganze Gruselmythologie des Vampirismus wird massiert und kalkuliert eingesetzt [… und es] ist die Gestalt des Grafen Dracula als des Super-Vampirs bei Stoker endgültig gestaltet.« (KNLL). – Wohl aus dem Besitz eines schreckhaften Vorbesitzers, da ungelesen.

19,7 : 13,8 cm. [6], 554, [8] Seiten. – Die erste und letzte Seite mit Flecken durch die alte Originalbroschur, sonst makellos. Ein Fragment der alten Originalbroschur liegt bei.

KNLL XVI, 7

822  Stuart C. Cumberland. Besucher aus dem Jenseits.

€ 300

Breslau und Berlin, S. Schottlaender [1885]. Privater und geprägter Leinenband mit ornamentaler Blind-, Rot- und Schwarzprägung, sowie Kopfgoldschnitt.

Mit eigenhändiger Widmung des Autors »á Madame Ida Falk homage de l’auteur, July 29th 85«. – Stuart Cumberland (1857–1922) war ein britischer Hellseher und Spiritist, er hatte sich auf das »Gedankenlesen« (Muskellesen) spezialisiert und bereiste als Schausteller die USA, Europa, Australien und Portugal. Der Begriff des Muskellesens oder Cumberlandismus ist auf ihn zurückzuführen.

24,0 : 15,5 cm. 62, [2] Seiten. – Exlibris. – Erste und letzte Seiten stockfleckig.

823  Hermann Struck – Arthur Silbergleit. Die Balaleika.

€ 200

Ein Versreigen. Herausgegeben von der Vereinigung Künstlerdank (Clauß-Rochs-Stiftung). Berlin, Eigenbrödler [1918]. Mit acht signierten Lithographien. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Eins von 100 für Subskribenten gedruckten Exemplaren, auf dem Titelblatt von Verfasser und Künstler signiert. – Auf Bütten. – Hermann Struck emigrierte 1923 nach Palästina, Arthur Silbergleit, der in dem vorliegenden Gedichtband seine Erlebnisse an der Ostfront verarbeitete, wurde 1943 verhaftet und starb im KZ Auschwitz.

22,3 : 17,5 cm. 41, [3] Seiten. – Vorsätze stärker, sonst nur vereinzelt und leicht stockfleckig.

Nicht bei Lang, Impressionismus. – Jüdisches Lexikon IV/2, 406

824  Antoni Tapies – José-Miguel Ullán. Anular.

€ 1500

Paris, Éditions R.L.D. 1981. Mit fünf Radierungen, davon vier signiert und eine als Umschlag, und grafischen Arbeiten von Antoni Tapies. Leporello in Originalumschlag und Chemise, zusammen im Schuber.

Eins von 90 Exemplaren (Gesamtauflage 150). – Mit einem Text von José-Miguel Ullán. – Gedruckt auf Arches-Bütten (Umschlag), Auvergne-Richard de Bas-Bütten und Büttenpapier (zwei Radierungen) von Atelier Morsang, Paris. – Die Seiten wurden zu einem Leporello montiert. – »Anular« – Annullierung oder Ungültigkeit – präsentiert den Text einer frühen spanischen Verfassung als maschinengeschriebenes Manuskript mit hervorgehobenen kurzen poetischen Sätzen Ulláns und Tàpies’ symbolartigen Buchstaben. […]Teile des Textes werden zerrissen, auf den Kopf gestellt oder sogar durch Tàpies’ »Graffiti« verdeckt. Der visuelle Gesamteindruck erzeugt ein Gefühl von Widerspruch und Weigerung, während er gleichzeitig einen Akt der Aufhebung beinhaltet« (vgl. MoMA.org).

33,2 : 25,8 cm.

Galfetti/Homs 823–827

825  Michel Terrasse – [Sidonie-Gabrielle Claudine] Colette. L’enfant et les sortilèges.

€ 600

Poème. Lithographies originales de Michel Terrasse. [Paris,] Éditions d’Aude 1949. Mit elf Farblithographien sowie vier lithographierten Kalligraphien. Dunkelblauer Halblederband mit goldgeprägtem Rückentitel.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen, Lithographien von Michel Terrasse, dem Neffen von Paul Bonnard. – Eins von 250 Exemplaren, weitere drei kamen nicht in den Handel. – Die außergewöhnlich gestaltete Ausgabe erschien ein Vierteljahrhundert nach der Erstausgabe und der Uraufführung der von Maurice Ravel vertonten Dichtung. Von dieser war u. a. Theodor W. Adorno restlos begeistert: »Nach den Noten zu urteilen und in Kenntnis von Ravels Wesen: ›L’Enfant et les sortilèges‹ muss sein Meisterstück sein. Kindlich verzaubert ist jeder Takt bei ihm.« – Der Text wurde auf unterschiedlich gefärbte Büttenpapiere gedruckt, jeweils einer Textseite folgt ein Passepartoutblatt mit einer eingeklebten Lithographie. Auch die Titelzeilen, die auf dem Umschlag wiederholt werden, und die beiden Zwischentitel malte Terrasse auf Lithosteine. – Die Gesamtgestaltung der Ausgabe suggeriert ein zeitgenössisches Künstlerbuch. – Selten und gut erhalten.

49,8 : 32,2 cm. [6], 60, [6] Seiten.

Blieb Monod unbekannt

826  Georg Trakl. Gedichte.

€ 400

Leipzig, Kurt Wolff 1913. Neuer Halblederband mit vergoldetem Rückentitiel und Schuber; der von Wilhelm Wagner gestaltete Originalbroschurumschlag, Merkmal der ersten Bindequote, wurde hinten eingebunden.

Erste Ausgabe der ersten Buchveröffentlichung Trakls, zugleich der einzigen zu Lebzeiten. – Der jüngste Tag, Band 7/8. – Gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Nach Werfel, Hasenclever, Kafka, Hardekopf, Emmy Hennings und Carl Ehrenstein eröffnete Trakls Erstling die zweite Serie der legendären Buchreihe. – Albert Soergel schreibt in »Dichtung und Dichter der Zeit« angesichts der Trakl-Ausgaben »[…] das ist nicht Nachahmung, das ist Neugeburt. Das schuf einer, Hölderlin an Wesen und Schicksal ähnlich, aber beschwert durch die Entwicklung dreier Geschlechter nach ihm«.

22 : 13 cm. 65, [3] Seiten. – Rücken minimal verblasst.

Ritzer 1983 2.1/A. – Raabe/Hannich-Bode 304.3. – Raabe, Zeitschriften 145, 7/8. – Smolen/Stammerjohann 7/8.1.A. – Göbel 142

827  [Kurt Tucholsky] Peter Panter. Träumereien an preußischen Kaminen.

€ 1000

[Berlin]-Charlottenburg, Felix Lehmann 1920. Mit sieben ganzseitigen Illustrationen und einer Titelvignette von Alfons Woefle sowie einem illustrierten Widmungsblatt. Späterer Pergamentband mit vergoldetem Rückentitel, farbig illustrierter Originalvorderumschlag hinten eingebunden. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Auf einem eingehefteten Büttenblatt die Widmung »Charles Lousin – zur Erinnerung an manchen bunten Versammlungsabend. Th. Ignaz Wrobel, 1920«. – Der Band enthält sieben skurrile Erzählungen mit ebensolchen Illustrationen. Mit dem gedruckten Widmungsblatt »Einer jungen Schrumpelhexe aus Kurland in altem Gedenken« für Tucholskys damalige Geliebte und spätere zweite Ehefrau Mary Gerold, die er während des Krieges im Kurland kennengelernt hatte.

20,6 : 12,8 cm. 87, [1] Seiten. – Vereinzelte Blätter und die meisten Ränder papierbedingt etwas gebräunt.

Bonitz/Wirtz C 5

828  Günther Uecker – Eugen Gomringer. Einsam Gemeinsam.

€ 5000

Ode. Fünf Prägedrucke von Günther Uecker. Duisburg, Guido Hildebrandt 1971. Mit fünf signierten ganzseitigen Blindprägedrucken. Originalbroschur mit -umschlag.

Hundertdruck X. – Eins von 100 Exemplaren. – Die fünf Nagelbilder vom Künstler, der Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Auf Kupferdruckbütten, als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Auch der Text und Druckvermerk wurden geprägt. – Tadellos.

39,3 : 26,4 cm. [30] Seiten.

Van der Koelen L 7101. – Spindler 157.10. – Isphording II, 511

829  Günther Uecker – Eugen Gomringer. Wie weiß ist wissen die Weisen.

€ 2500

Hommage à Uecker. Zirndorf, Verlag für Moderne Kunst 1975. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur, Umschlag mit Prägedruck von Günther Uecker.

Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit vier signierten Prägedrucken von Günther Uecker, rückseitig nummeriert und mit der Blattnummer bezeichnet, als Suite. – Die Prägedrucke lose im Originalumschlag und zusammen mit dem Buch in der schwarzen Originalleinenkassette. – Der Text von Eugen Gomringer, entstanden 1972, wurde durch einen Computer in 720 Kombinationen wiedergegeben. – Die Abbildungen dokumentieren Werke Ueckers aus den Jahren 1957 bis 1974.

32 : 23 cm. [88] Seiten, 4 Prägedrucke.

Van der Koelen L 7505

830  Günther Uecker – Eugen Gomringer. Wie weiß ist wissen die Weisen.

€ 400

Hommage à Uecker. Zirndorf, Verlag für Moderne Kunst 1975. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur, Umschlag mit Prägedruck von Günther Uecker.

Der Text von Eugen Gomringer, entstanden 1972, wurde durch einen Computer in 720 Kombinationen wiedergegeben. – Die Abbildungen dokumentieren Werke Ueckers aus den Jahren 1957 bis 1974.

32 : 23 cm. [88] Seiten.

Van der Koelen L 7505

831  Günther Uecker – Eugen Gomringer. Kein Fehler im System.

€ 300

Eine unsystematische Auswahl von Sätzen aus dem gleichnamigen (imaginären) Computer-Lesebuch. Günther Uecker. 7 Lithografien auf Prägedruck. Zürich, Verlag 3 1978. Mit sieben Prägedrucken, einer auf dem Umschlag, einer doppelblattgroß. Lose Doppelbogen und Graphiken zusammen in Originalumschlag und Schuber.

Eins von 130 Exemplaren (Gesamtauflage 185). – Im Druckvermerk von Künstler und Autor signiert. – Die Lithographien und Blindprägungen wurden auf der Erker-Presse, St. Gallen, gedruckt, die Steine wurden nach dem Druck abgeschliffen.

22,3 : 18,3 cm. 27, [5] Seiten, 6 Prägedrucke.

Van der Koelen L 7815

832  Dieter Honisch. Uecker

€ 1500 ( R7 )

Stuttgart, Klett-Cotta 1983. Originalleinenband mit Schutzumschlag sowie ein signierter Prägedruck und eine mehrseitige Lithographie, lose in Leinenmappe. Zusammen im Originalschuber.

Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe D mit dem signierten Prägedruck »Permutation« auf Büttenkarton (datiert, nummeriert und betitelt) sowie der 16seitigen Lithographie (»Lebenslauf«, auf der letzen Seite signiert und nummeriert) von Günther Uecker. – Das maßgebliche Werkverzeichnis der Gemälde, Plastiken, Reliefs, Objekte, Aktionen und Filme erschien in der Reihe »Monographien zur Kunst der Gegenwart«.

34,0 : 29,5 cm. 16 Seiten, 1 Prägedruck; 268 Seiten. – Ränder des Schubers, Rücken der Mappe gebräunt.

Van der Koelen L 8330

833  Paul Valéry. Études pour »Mon Faust«.

€ 450

Illustrations de l’Auteur. Interprétées en gravure sur bois par Pierre Bouchet. Paris, Société de Femmes Bibliophiles Les Cent Une 1941. Mit Holzstichen nach Paul Valery. Lose Doppelbogen in Originalhalbleinenchemise, zusammen im Schuber.

Jahresgabe der Bibliophilen Frauengesellschaft »Les Cent Une«, Paris. – Eins von 101 Exemplaren. – Pierre Bouchet übertrug Valérys Zeichnungen auf Holzstöcke, den Text druckte er in Rot und Schwarz auf seiner Handpresse. – »Derselbe Valery, der einmal gemeint hatte, es fehle ihm nur ›ein Deutscher, der meine Gedanken zu Ende denken würde‹, dachte nun als Greis ein berühmtes deutsches Werk weiter und kam in seinem ›Faust‹, den er auch verwegen ›Mon Faust‹ nannte, zu dem Schluß, daß in unserer modernen Welt nicht nur der Teufel völlig harmlos und also überflüssig geworden sei, sondern auch der Geist gründlich ausgespielt habe – jener Geist, dem Valery ein Leben lang bedingungslos gedient hatte, ja, der sein einziger Gott gewesen war, dem er früh sogar die Gabe seiner Dichtung zum Opfer gebracht hatte« (Der Spiegel, 2/1991).

30,5 : 24,5 cm. 122, [6] Seiten.

Monod 10858

834  Maxime Vallotton und Charles Goerg. Felix Vallotton.

€ 300

Catalogue raisonné de l’œuvre gravé et lithographié […] of the printed graphic Work. Genf, Éditions de Bonvent 1972. Mit hunderten Abbildungen. Gelber illustrierter Originalpappband.

Eins von 2000 Exemplaren. – Das maßgebliche Werkverzeichnis der Graphik, Text in Französisch und Englisch.

26,8 : 27,8 cm. XXIII, [1], 285, [3] Seiten.

835  Karl Walser – Theophile Gautier. Mademoiselle de Maupin.

€ 500

Roman. Deutsch von Arthur Schurig. Farbenlithographien von Karl Walser. München und Leipzig, Georg Müller 1913. Mit zehn farbigen Lithographien und Vignetten. Pinkfarbener Originalkalblederband, Fileten in Blindprägung, Deckeltitel und -vignette, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet, und eine Originalhalbpergamentmappe.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Leder gebunden und mit einer Extrasuite der zehn farbigen Lithographien, eine signiert (Gesamtauflage 1000). – Die Lithographien wurden unter Aufsicht des Künstlers auf der Pan-Presse, Berlin, gedruckt. – Auch der Einbandentwurf stammt von Karl Walser. – »Das Meisterstück von Walsers Illustrationskunst war die Folge von farbigen Lithographien zu Gautiers ›Mademoiselle de Maupin‹ (1913). Die von einer sprühend hellen Titelei eingeleitete Typographie steht in köstlichem Zwiegespräch mit den Bildern […]« (Georg K. Schauer).

28,2 : 22,0 cm. 245, [3] Seiten. 10 Lithographien. – Rücken verfärbt. Ecken minimal gestaucht, untere mit Feuchtigkeitsspur.

Badorrek-Hoguth A 8.1. – Hayn/Gotendorf IX, 226. – Schauer I, 212 und II, 56 (mit Abbildung)

836  Robert Walser. Geschwister Tanner.

€ 1000

Roman. Berlin, Bruno Cassirer 1907. Farbig lithographierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe des ersten Romans von Robert Walser. – Die Auflage betrug lediglich 1000 Exemplare. – Die berühmte Einbandillustration schuf Karl Walser, der Bruder des Dichters. – Ein »Entwicklungsroman […], dessen Held sich jedoch kaum entwickelt« (KLL 3904). – Unbeschnittenes, sehr gut erhaltenes Exemplar in der Originalbroschur.

20,6 : 14,5 cm. [4], 319, [1] Seiten. – Umschlagecken leicht geknittert, Gelenke unten minimal eingerissen, Hinterumschlag angestaubt, Rücken leicht verblasst.

Badorrek-Hoguth B 84.1

837  [Nicolaas] Warb [Sophie Warbung]. Aperçus et pensées sur la peinture abstraite.

€ 300

Paris 1942. Originalbroschur mit einer farbig serigraphierten Deckelvignette.

Erste Ausgabe, wohl nur in kleiner Auflage als Privatdruck erschienen. – Großzügige Typographie, einseitig auf glattes Velin gedruckt. – 1906 in Amsterdam geboren, lebte und studierte die Künstlerin seit 1928 in Paris. »Mit Jean Leppien befreundet, wirkt sie seit der Eröffnung des ›Salon des Réalités Nouvelles‹ (1946) bei der Veranstaltung mit und bleibt ihm bis zu ihrem Tod treu«. (Galerie MC). 1966 wurde dort neben Werken von Francis Picabia, Albert Gleizes, Nicolas de Stael, Chaissac, Auguste Herbin, Roger Bissière und anderen eins ihrer Werke als posthume Hommage an sie ausgestellt. – Tadellos, sehr selten.

25,0 : 20,0 cm. [8] Blätter.

838  Klaus Waschk – Karl Marx. Das Kapital.

€ 200

Kritik der politischen Ökonomie. Mit Illustrationen von Klaus Waschk. Ausgabe in zwei Bänden. Leipzig, Faber & Faber 2007. Mit zahlreichen, meist farbigen, Abbildungen nach Zeichnungen. Originalhalbpergamentbände mit Rückenschild. zusammen im Schuber.

Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Halbpergament. – »Konnte Marx aber auch nur ahnen, dass seine Kritik an der zu immer größerem Verschleiß führenden Unwucht im Zirkulationsprozess des Kapitals zu den wirkmächtigsten Büchern des Kosmos avancieren würde? Und dass es trotzdem kaum gelesen würde? Vielleicht fehlten nur die Bilder.« (»Kapitaler Schmöker«, FAZ 2.7.2008).

25,5 : 18,0 cm. 324; 825, [3] Seiten.

839  Josef Magnus Wehner. Der Weiler Gottes.

€ 200

Mit zehn Holzschnitten von Peter Trumm. München, Delphin [1921]. Mit zehn blattgroßen signierten Holzschnitten sowie einer Titelvignette. Brauner Originalecrasélederband mit Vergoldung.

Erste Ausgabe des Erstlingswerkes. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Holzschnitten (Gesamtauflage 260). – Auf Van Gelder-Bütten. – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Das Frühwerk Wehners ist noch geprägt von seiner katholisch-mystischen Grundhaltung. Als früher Anhänger des Nationalsozialismus unterzeichnete er 1933 das »Gelöbnis treuester Gefolgschaft« für Adolf Hitler. – Die biblischen Holzschnitte des in Straßburg geborenen Peter Trumm (1888–1966) erinnern an Arbeiten von Seewald oder Goldschmitt.

25,5 : 19,7 cm. 93, [3] Seiten.

Sennewald 21, 2. – Thieme/Becker XXXIII, 454

840  Clemens Weiss – Albert Vigoleis Thelen · Clemens Weiss. Gedichte. Zeichnungen.

€ 400

Mönchengladbach, Juni Verlag 1989. Mit zwölf blattgroßen Originalzeichnungen (Tuschefeder und Aquarell). Originalpappband in -schuber.

Eins von 100 unikaten Exemplaren, im Druckvermerk signiert, datiert und nummeriert. – Die Edition verbindet zwei Künstler vom Niederrhein: Es ist das erste Künstlerbuch von Clemens Weiss (Jahrgang 1955) und erschien kurze Zeit nachdem er endgültig nach New York übersiedelte. Albert Vigoleis Thelen (1903–1989) lebte und arbeitete in verschiedensten Ländern, kehrte aber für seinen Lebensabend in seine Heimat zurück. – Bleisatz aus der Times, gedruckt auf Bütten bei Düsselberg, Krefeld. – Die zwölf formatfüllenden Zeichnungen, je eine zu jedem der Gedichte, brachte Clemes Weiss direkt in die fertigen Bücher ein. – Tadellos erhalten.

30,5 : 22,7 cm. [52] Seiten.

841  Franz Werfel. Der Weltfreund.

€ 250

Gedichte. Berlin, Axel Junker [1911]. Farbig illustrierte Orignalbroschur.

Erste Ausgabe von Werfels erster Veröffentlichung. Das Buch vereint 68 Gedichte in den Kapiteln »Kindheit, Rührung und vermischte Gedichte«, »Bewegungen« und »Erweiterung, der Weltfreund«. – »Werfel ist tatsächlich ein Wunder; als ich sein Buch ›Der Weltfreund‹ zum ersten Mal las (ich hatte ihn schon früher Gedichte vortragen hören), dachte ich, die Begeisterung für ihn werde mich bis zum Unsinn fortreißen. Der Mensch kann Ungeheueres.« (Franz Kafka in einem Brief an Felice Bauer, 12. Dez. 1912).

18,7 : 13,0 cm. 116, [2] Seiten. – Ränder etwas gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 330.1

842  Franz Werfel. Heimkehr ins Reich.

€ 300

– In: Die Österreichische Post. Courrier Autrichien. Jahrgang I, Nummer 4. Paris, 1. Februar 1939. Drei gefaltete Bogen.

Sehr seltene Originalausgabe der Exilzeitschrift mit dem Erstdruck von Werfels Kommentar zum Anschluss Österreichs (»Was aber ist das Reich? Und wer kehrt heim?«) auf Seiten 1 und 2. – Weitere Beiträge in dieser Ausgabe stammen von Alfred Polgar, Joseph Roth u. a. – Dazu drei seltene Werfel-Ausgaben: I: Gesänge aus den drei Reichen. Ausgewählte Gedichte. Leipzig, Kurt Wolff 1917. Originalbroschur mit dem seltenen blau-goldenen Broschurumschlag. Der jüngste Tag 29/30. – II: Neue Gedichte. Berlin, Wien und Leipzig, Paul Zsolnay 1928. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel. Eins von 400 Exemplaren, auf Bütten, gedruckt für den Wiener Bibliophilentag 1928. – III: Das Reich Gottes in Böhmen. Tragödie eines Führers. Ebendort 1930. Originalleinenband. Mit eigenhändiger Widmung für seinen Dichterfreund »Rudolf Kassner in Herzlichkeit Franz Werfel«.

44,0 : 29,5 cm. 12 Seiten. Gebräunt, zweifach gefaltet, Falze brüchig. – Beigaben: I: Umschlag am Rücken verblasst, minimale Randläsuren. – III: Lesespuren.

Raabe/Hannich-Bode 330.7, 24 und 28 (nur die Beigaben). – Smolen/Stammerjohann 29/30.1.A.1 (mit Abb. 64)

843  Raoul Tranchirer [Ror Wolf]. Das Lexikon der feinen Sitte.

€ 400

Neues Universalbuch des guten Tones und der feinen Lebensart. Frankfurt am Main, Diskus 1964. Mit zahlreichen Abbildungen, darunter zwei nach Fotografien von Abisag Tüllmann. Originalbroschur.

Diskus-Bücher 1. – Erste Ausgabe. – Parodie auf das um 1880 mehrfach aufgelegte Original von Karl Adelsfels, nun mit zahlreichen Abbildungen nach Collagen Ror Wolfs, der in den 1960er Jahren darin Max Ernst und Peter Weiss nacheiferte. – Als Herausgeber zeichnen der Verfasser und Karl Riha. – Mit der fiktiven Auflagenangabe »1.–102. Tausend«, tatsächlich aber so selten, dass selbst für die Frankfurter Ausstellung 2012 zum 80. Geburtstag des Dichters kein Exemplar dieser zweiten eigenständigen Veröffentlichung Ror Wolfs aufzutreiben war. – Ror Wolf, der 1953 aus der DDR geflohen war, studierte in Frankfurt Literatur, Soziologie und Philosophie und wurde 1959 Redakteur der dortigen Studentenzeitung »Diskus«.

20,8: 14,5 cm. [64] Seiten. – Umschlagrücken und Seitenränder minimal gebräunt.

844  Wols – Jean-Paul Sartre. Visages,

€ 900

précédé de portraits officiels […] avec 4 pointes-sèches de Wols. Paris, Pierre Seghers 1948. Mit vier blattgroßen Radierungen. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von angeblich 900 Exemplaren auf Papier »Crèvecoeur du Marais«, weitere 15 auf China. Ob Kaltnadelradierungen in einer Auflage von fast 1000 Exemplaren druckbar wären, kann bezweifelt werden. – Druck in Schwarz und Bister. – Druck der Radierungen bei R. Haazen, Paris. – Schönes Exemplar.

19,4 : 12,7 cm. 41, [7] Seiten. – Oberränder, besonders außen am Umschlag etwas angestaubt.

Grohmann 46-49. – Monod 10172

845  ZERO – Mack – Piene – Uecker.

€ 400

Herausgegeben vom Kaiser Wilhelm Museum. Krefeld 1963. Mit zahlreichen Abbildungen, davon drei blattgroße farbige. Originalbroschur mit Klischee-Prägedruck.

Der frühe Ausstellungskatalog des Museums Haus Lange Krefeld, 20. Januar bis 17. März 1963. – Mit dem Faltblatt mit Einleitung von Paul Wember und Bio- und Bibliographien. Je zwei Doppelseiten sind jedem der drei Künstler gewidmet. Zwei Seiten Zero-Dokumentation.

32,0 : 23,7 cm. [20] Seiten. – Einband leicht fingerfleckig. – Bindung gelöst.

Van der Koelen S. 541

846  XXXV Biennale di Venezia, Padiglione Tedesco. Lenk / Mack / Pfahler / Uecker.

€ 750

Commissario: Dieter Honisch. Essen und Venedig 1970. Vier Originalbroschuren mit zahlreichen Abbildungen und je einer beigelegten Originalgraphik. Zusammen in einem Originalumschlag.

Das Mappenwerk erschien anlässlich der von Dieter Honisch kuratierten Gestaltung des Deutschen Pavillons auf der 35. Biennale in Venedig durch die vier Künstler. – Mit einem Prägedruck von Günther Uecker und je einer Farbserigraphie von Thomas Lenk, Heinz Mack und Georg Karl Pfahler.

36,6 : 22,5 cm. – Umschlag minimal fleckig, hinten kleine Notiz am Oberrand. – Der Prägedruck von Uecker mit Abreibungen der Druckerschwärze.

Van der Koelen L 7003

847  Emil Zbinden – Jeremias Gotthelf. [Werke in Einzelausgaben.

€ 300

16 Bände]. Zürich, Büchergilde Gutenberg 1937–1953. Mit hunderten Textholzschnitten von Emil Zbinden. Originalhalbpergamentbände mit goldgeprägten Rückentiteln.

Gildenbibliothek der Weltliteratur, Band 6–21. – Vollständiges Exemplar der Vorzugsausgabe. Von dieser wurden nach Erinnerung Emil Zbindens (1908–1991) jeweils 1.000 Exemplare auf besserem Papier gedruckt und in Halbpergament gebunden. Nur für diese Vorzugsausgabe wurden die zahllosen Holzschnitte von den Originalstöcken gedruckt. – 1933 waren die Verlagsräume in Berlin durch die SA besetzt und der Leiter Bruno Dreßler verhaftet worden. Die Geschäfte wurden nun von Zürich aus weitergeführt. Im Juni eröffnete die Schweizer Büchergilde-Zeitschrift ihr Heft 1 mit folgenden Worten: »Die Hakenkreuzfahne weht über dem Buchdruckerhaus zu Berlin, in dem die Büchergilde Gutenberg ihr Heim hat. Der Geist, der darin lebte, jener Geist, dem wir uns tiefinnerlich verbunden fühlten, mußte aus dem Haus weichen. Die Freiheit des Gedankens […] machte den einseitigen Parolen, der offenen und versteckten Propaganda für ein nationalsozialistisches Diktat Platz. […] Aufrichtige demokratische Tradition verträgt kein Diktat, keine sklavische Gesinnungsuniformierung« (buechergilde.de). – Einer der wichtigsten Beiträge zur Schweizer Buchillustration im 20. Jahrhundert. Von der Normalausgabe wurden pro Band etwa 20.–30.000 Exemplare gedruckt. 1945 hatte die Büchergilde in der Schweiz 100.000 Mitglieder.

21,8 : 14,0 cm.

Juker/Matorelli 16

848  Heinrich Zille. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift.

€ 150

[Berlin Oktober 1912]. Eine Seite.

An die »verehrte Redaktion des ›Ulk‹«. – »Anbei eine Zeichnung mit der Bitte, davon dort eine Querseite zu machen. Könnte mir die Zeichnung für die Schwarz-Weiß-Ausstellung (Secession) geliehen werden?« – Mit Bleistiftnotiz (Eingangsdatum 11.10.1912).

849  Heinrich Zille. Bilder vom alten und neuen Berlin.

€ 450

Dresden, Carl Reissner 1927. Durchgehend illustriert und nach Zilles Handschrift faksimilierter Text. Farbig illustrierte Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Titel mit eigenhändiger Widmung Zilles für Karl Weiss, datiert 10.1. 1928. – Innendeckel mit eingeklebtem eigenhändigem Brief an denselben, datiert 12.1.1927. Zille bittet Weiss, seinen Besuch einige Tage zu verschieben, da er erkrankt sei. – Später Sammelband mit den bekanntesten Arbeiten Zilles aus dem »Milljöh«.

25,5 : 19,4 cm. [92] Seiten. – Es fehlt möglicherweise ein Vorblatt.

850  Stefan Zweig – André Suarès. Cressida.

€ 400

Wien, E. P. Tal 1920. Originalkalblederband, Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe der freien Übersetzung von Stefan Zweig unter Mithilfe von Erwin Rieger. – Exemplar einer kleinen, aber nicht erwähnten Vorzugsausgabe in Leder (Gesamtauflage 1000). – Auf »Japan-Dokumentenpapier«. – Im Verlag von Ernst Peter Rosenthal gab dessen stiller Teilhaber Carl Seelig die Reihe »Die zwölf Bücher« heraus.

16,5 : 12,0 cm. 128, [4] Seiten. – Vorsatzblatt und das erste, leere Blatt entfernt.

Klawitter I 77. – Fromm VI, 24849a