ChristianHesse

Literatur und Kunst seit 1945 | Hesse-Auktionen
Literatur und Kunst seit 1945

737  I 4 soli.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Rassegna d’arte attuale. Diretta da Emanuele Micheli e Adriano Parisot. [Elf Hefte]. Turin 1954–1958. Mit zahlreichen Abbildungen und zweifarbiger Umschlagillustration.

Die wichtige Kunstzeitschrift erschien von 1954 bis 1969 und berichtete in Wort und Bild über die internationale zeitgenössische Kunst. – Sehr symbolisch wurde der Titel gewählt, der an die vier Grundwahrheiten der Reformation erinnert. – Vorhanden Jahrgang I, Hefte 3 und 6; II, 2 und 5; III, 1 und 2; IV, 4/5 und V, 1, 2, 3 und 4/5. – Sehr gut erhalten.

35 : 25 cm. Jeweils 28 Seiten, einschließlich des Umschlags.

738  John Anthony Thwaites. Der doppelte Masstab.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Kunstkritik 1955–1966 mit zehn Grafiken […] Frankfurt am Main, Adam Seide 1967. Mit zehn Originalgraphiken, eine signiert. Originalbroschur.

Egoist Bibliothek 1. – Eins von 500 Exemplaren. – Enthält Graphiken von Victor Bonato (farbig, signiert), Johannes Gecelli, Rupprecht Geiger (Farbserigraphie), Hans Kaiser, Reinhold Köhler (Farbradierung, betitelt, datiert), Norbert Kricke, Roswitha Lüder (Radierung), Emil Schumacher (Aquatinta), Fred Thieler (Aquatinta) und Günter Uecker (Prägedruck). – Der englische Diplomat und Kunstsammler John Anthony Thwaites (1909–1981) quittierte 1949 den Diplomatischen Dienst und widmete sich als Kunstkritiker und Korrespondent der Verbreitung der modernen Kunst in Westdeutschland und deren internationaler Anerkennung. Zusammen mit Rupprecht Geiger initiierte er die Künstlergruppe ZEN 49 und unterstützte die Künstler der Gruppe 53 und der Gruppe ZERO.

19 : 20 cm. 313, [5] Seiten, 10 Graphiken.

739  Gustav René Hocke. Manierismus in der Kunst.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 180

[Teil] III. München, Richard P. Hartmann-Bibliothek [1973]. Mit acht ganzseitigen Originalgraphiken, davon sieben signiert. Originalseideneinband (Rosa-Maria Molzberger).

Eins von 150 Exemplaren. – Mit teils farbigen und teils kolorierten Radierungen von Peter Ackermann, Bruno Bruni, Otfried Culmann, W. P. Eggers, Ernst Fuchs (unsigniert), Pit Morell und Max Zimmermann sowie einer Farbserigraphie von Heinz Trökes. – Texte von Shakespeare, Mallarmé, Alexander Blok, Garcia Lorca, Ezra Pound und Else Lasker-Schüler. – Gedruckt auf feinstes Japanpapier, als Blockbuch gebunden.

24 : 21 cm. [20] Seiten. – Die Mappe verschossen und mit Wasserrand. – Innen makellos.

Vgl. Fuchs WVZ 192 c

740  L’art en écrit.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

Drei Bände der Reihe. Paris, Editions Jannink 1995–2007. Mit zwei Originalarbeiten und einigen Illustrationen. Originalbroschuren in -schuber.

Alle in kleiner Auflage erschienen (273 bis 285 Exemplare). – Zwei Bände in Vorzugsausgaben (24 und 37), denen jeweils eine signierte Originalarbeit des betreffenden Künstlers beigelegt wurde. – 24. Jacques Villeglé. Un homme sans metier. 1995. Mit signierter Originaldekomposition. – 37. Enrico Baj. Inactualité de l’art et Pataphysique suivi du Manuel de survie. 1998. Mit signierter serigraphierter Originalcollage. – 72. Erik Bulatov. Tableau et peinture. 2007. – Alle tadellos erhalten.

21 : 12 cm.

741  Horst Antes.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Geh durch den Spiegel, Folge 23. Köln 1960. Mit elf Offsetlithographien von Horst Antes, sechs davon mehrfarbig, vier doppelblattgroß, eine auf dem Umschlag. Illustrierte Originalbroschur.

Eins von 200 Exemplaren. – Die erste eigenständige Buchveröffentlichung Antes’, erschienen anlässlich seiner ersten Einzelausstellung. Ein Jahr zuvor hatte der Grieshaber-Schüler Antes sein Studium in Karlsruhe beendet. – Mit Texten von Horst Antes, William Blake, Jean Genet und Jörg Stöhrer. – Klaus Gallwitz erläutert (sehr lesenwert!) in der Einleitung zu Bernd Lutzes Werkverzeichnis die Bedeutung der Offsetlithographie im Œuvre von Horst Antes und deren künstlerische Gleichstellung mit dem klassischen Druck vom Stein.

38 : 26 cm. [28] Seiten.

Lutze 28–38. – Spindler 153.67

742  Horst Antes. Stierstädter Gartenbuch

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 260

mit Gedichten von Dieter Hoffmann. 16 Bilder und 13 Pflanzendrucke. Stierstadt, Eremiten-Presse 1964. Mit 16 farbigen Pappschablonen-Drucken und 13 Naturselbstdrucken. Originalbroschur mit schwarzem -umschlag mit einem wiederholten Schablonendruck.

Eins von 300 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Auf den linken Seiten wurden in pastellfarbene Pflanzenabdrucke die Gedichte Hoffmanns eingedruckt, auf den rechten Seiten die in mehreren Farben von Schablonen gedruckten Illustrationen. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Erschien als Band III der von Stomps herausgegebenen »Passgänge«. – Eines der originellsten Bilderbücher von Horst Antes.

24 : 17 cm. [36] Seiten. – Deckel leicht gewellt.

Lutze 310–325. – Spindler 1.220. – Reske 191

743  H. C. Artmann – Neues bilderreiches Poetarium.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Zuschlag/Hammerprice: € 190

Zeitschrift für Dichtung und Graphik. Aufgeführt von Andreas Weitbrecht. [Ausgabe] I [–] III. Frankfurt am Main 1963–1964. Teils mehrfarbig und originalgraphisch illustrierte Faltblätter.

Mit den Untertiteln: »Nur Erstdrucke«, »Nur Prosa – Erstdrucke« und »47 neue Autoren«. – Mit Beiträgen von A. C. Artmann, Johannes Bobrowski, Bazon Brock, Ernst Jandl, Karl Krolow, Friederike Mayröcker, Christoph Meckel, Franz Mon, Ror Wolf u. v. a., alle im Erstdrucl. – Graphiken von Thomas Bayrle, Uwe Bremer, Günter Bruno Fuchs, Bernhard Jäger, Ali Schindehütte, Arno Waldschmidt u. a. – Heft 1 mit dem Einleitungstext »wenn ich, ein mann ohne stern, mit meinen puppen erfriere – wer schmeißt mir eine rose zu?« von H. C. Artmann mit dessen eigenhändiger Antwort »Ich! H. C. Artmann«. – Sehr gut erhalten. Es erschien noch eine abschließende Doppelnummer 4/5.

21 : 10 cm (in gefaltetem Zustand).

Nicht bei Spindler

744  H. C. Artmann. Grammatik der Rosen.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Gesammelte Prosa Band 1 [–] 3. Salzburg und Wien, Residenz 1979. Originalbroschuren in -kassette. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Jeder Band mit einer signierten Widmung auf Vortitel bzw. Titelblatt, alle anlässlich einer Lesung in der Berliner Autorenbuchhandlung am 18. Juni 1984. In Band 1 mit Textzitat »Er schoß auf einen Vogel, und traf einen Fisch …«, in Band 2 mit »korrigiertem« Titel: »Grammatik der Hosen« und in Band 3: »Im Westen nichts Neues!«. – Dazu: Über H. C. Artmann. Herausgegeben von Gerald Bisinger. Frankfurt am Main 1972. Mit Widmungen von Herausgeber und Autor auf dem Titel.

21 : 13 cm. – Kassette etwas angestaubt, sonst tadellos.

745  Richard Artschwager. The Hydraulic Door Check.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Herausgegeben von / edited by Peter Noever, MAK Köln, Walther König 2002. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalrosshaareinband in Originalpappbox.

Eins von 500 Exemplaren der Vozugsausgabe im Rosshaareinband. – Auf dem Vortitelblatt vom Künstler datiert und monogrammiert. – Erschienen anlässlich der Ausstellung »The Hydraulic Door Check. Skulptur, Malerei, Zeichnung.« MAK, Wien, 27. März – 16. Juni 2002. – Mit Beiträgen von Richard Artschwager, Jörg heiser, Anthony Vidler und John Yau.

24 : 20 cm. 253, [4] Seiten.

746  Thomas Bayrle. Feuer im Weizen.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Assistenz: Johannes Sebastian. [Berlin], März 1970. 24 doppelblattgroße farbige Rastercollagen. Illustrierter Originalhalbleinenband.

Thomas Bayrle (geboren 1937) setzte Bildmodule – kleinteilige, raffiniert angeordnete Rasterfiguren – seriell zu einer, von ihm selbst so genannten »Superform« zusammen. – Mit »Feuer im Weizen« schuf er eines der schönsten erotischen Pop-Art-Bilderbücher der 60er und 70er Jahre.

34 : 26 cm. 25 Kartonblätter.

747  Thomas Bernhard. Frost.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Frankfurt am Main, Insel [1983]. Originalleinenband mit -schutzumschlag und -bauchbinde.

Faksimile der Erstausgabe, verlegt anlässlich des 20. Erscheinungsjahres. – Unnummeriert, neben der Auflage von 1000 Exemplaren. – Vom Autor signiert. – »Ich halte das Buch für eine der stärksten Talentproben, für eines der aufwühlendsten und eindringlichsten Prosawerke, die seit Peter Weiss von einem Autor der jüngeren Generation vorgelegt worden sind.« (Carl Zuckmaier, »Die Zeit« 1963, zitiert nach Dittmar, S. 52). – Tadellos erhalten.

20 : 12 cm. 357, [3] Seiten.

Dittmar 21

748  Thomas Bernhard. Alte Meister.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

Komödie. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1985. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Auf dem Vorsatzblatt vom Autor signiert. – Verlagsfrisches Exemplar.

19 : 12 cm. 310, [2] Seiten.

Dittmar 105

749  Louise Bourgeois. The Insomnia Drawings.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

I [und] II. Zürich, Daros 2000. Mit 445 ganzseitigen farbigen Abbildungen. Originalleinenbände. Zusammen in Originalschuber.

Selection from the Daros Collection. – Eins von 1500 Vorzugsexemplaren in japanisches Leinen gebunden. – Mit Texten in Französisch und Englisch von Marie-Laure Beradac und Elisabeth Bronfen. – »Insomnia war zeitlebens eine nächtliche Begleiterin von Louise Bourgeois. Zwischen November 1994 und Juni 1995 hat sie zu Papier gebracht, was an Gedanken, Erinnerungen und Bildern diese langen, schlaflosen Nächte anschwemmten. […] das so entstandene Konvolut ist die Quintessenz der Antriebe, Quellen und Motive, die ihr künstlerisches Werk inspiriert haben.« (daros.ch). – Louise Bourgeois (1911–2010), frankoamerikanische Bildhauerin, war häufig auf der Biennale Venedig und Documenta vertreten. »LB war eben ein Star, der ›Star der Avantgarde‹, die Grande Dame der Bildhauerei, die wichtigste Künstlerin ihres Jahrhunderts, eine Generationen verbindende Heldin, die zeitlose Zeitgenössische« (art-magazin.de).

33 : 25 cm. 220, [2] Blätter; 127, [5] Seiten.

750  Günter Brus. Patent merde.

Schätzpreis/Estimate: € 7500

Zuschlag/Hammerprice: € 16000

Oswald Wiener gewidmet. Wien, Eigenverlag 1969. Mit drei montierten Fotografien von Ludwig Hoffenreich, elf Serigraphien und 21 im Matrizendruck reproduzierten Zeichnungen von Günter Brus. Klammergeheftete Originalbroschur.

Originalausgabe eines der zentralen Dokumente der Wiener Aktionskunst. – Eins von 70 Exemplaren. – Alle Texte nach Typoskripten vervielfältigt. – Vier der elf Serigraphien dienen als Illustration der Buchdeckel. – Das Heft ist – wie bereits 1968 »Patent Urinoir« – den Folgen der »Uni-Ferkelei« gewidmet. Wegen dieser Aktion im Juni 1968 wurde gegen Brus, Mühl und Oswald Wiener Anklage wegen Herabwürdigung österreichischer Staatssymbole und Erregung öffentlichen Ärgernisses erhoben. »Patent merde« erschien nach der Entlassung aus dem sechsmonatigen Arrest. – Sehr gut erhalten und sehr selten.

30 : 21 cm. [104] Seiten, 3 Fotografien, 8 Serigraphien.

Archiv Sohm Abb. 226

751  Die Schastrommel. Nr. 2.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 6500

[Organ der] Öster. Exilregierung. [Herausgegeben von] Günter Brus, Otto Muehl, Hermann Nitsch, Gerhard Rühm, Hermann Schürrer, Oswald Wiener. Mit 1 Originalzeichnung und Fotos von Brus. Bozen, Mai 1970. Mit einer Bleistiftzeichnung, einer montierten Originalfotografie und mehreren Abbildungen nach Fotografien und Zeichnungen. Klammergeheftete Originalbroschur mit farbig serigraphierten Deckelillustrationen.

Erste Auflage. – Eins von 100 Exemplaren. – Mit der blattgroßen Bleistiftzeichnung »Richard Speck Denkmal« von Günter Brus, signiert, datiert und betitelt. – Mit acht farbig serigraphierten Titel- und Zwischentitelblättern zu den Künstlern. – Die Zeitschrift wurde 1969 von den Künstlern Gerhart Rühm, Hermann Nitsch, Günter Brus, Oskar Wiener und Otmar Bauer gegründet. Bis 1974 erschienen zwölf Hefte. – Dazu: Die Schastrommel. Nr. 3. Bozen Oktober 1970. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur. Auflage 350.

30 : 21 cm. [40] Seiten, 1 Zeichnung, 1 Fotografie, 8 Serigraphien.

Archiv Sohm Abb. 227

752  Günter Brus. Die Schastrommel Nr. 10. Das Licht ist der Schmutz der Sonne.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Stuttgart, London und Reykjavik, Hans Jörg Mayer 1973. Mit zehn Serigraphien, davon zwei auf den Deckeln, und 20 Matrixdrucken. Klammergeheftete illustrierte Originalbroschur.

Originalausgabe, eins von 500 Exemplaren. – Auf dem Vorblatt vom Autor signiert, datiert und nummeriert. – Der handgeschriebene Text und die Illustrationen wurden auf Packpapier gedruckt. – Eine der in Blau gedruckten Serigraphien wurde koloriert. – Selten und tadellos. – Dazu: Otto Muehl. Mama & Papa. Materialaktion 63–69. Frankfurt a.M., Kohlkunstverlag [1970]. Mit etwa 85 meist blattgroßen Abbildungen nach Fotografien. Originalbroschur. – Mit Verlagsbeilage »Wien Vienna«.

23 : 17 cm. 20 Blätter, 8 Serigraphien.

753  Günter Brus. Unter dem Ladentisch.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 850

[Berlin, Eigenverlag 1969]. 35 hektographierte Blätter mit zahlreichen Abbildungen, klammergeheftet.

Wohl nur in kleiner Auflage hergestellt und vertrieben. – Zusammenstellung von Materialien aus »Patent merde«, Schaas-Trommel, Briefen und Zeitungsausschnitten, die die Aktivitäten der Wiener Aktionisten dokumentierten. – Selten.

30 : 21 cm. [70] Seiten. – Eine Ecke des Umschlagblatts geknickt.

754  Eduardo Chillida – Aischylos. Die Perser.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Zuschlag/Hammerprice: € 4600

Die früheste vollständig überlieferte Tragödie der Weltliteratur. Übertragen von Emil Staiger. Mit vier Holzschnitten von Eduardo Chillida. Neu-Isenburg 1978. Mit drei ganzseitigen Holzschnitten, davon einer signiert und nummeriert. Lose Doppelblätter in Originalumschlag mit einem Holzschnitt auf dem Vorderdeckel. In schwarzer büttenbezogener Originalchemise und schwarz-weißem Originalschuber.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der signierten Suite aller vier Holzschnitte auf handgeschöpftem starkem Bütten von Richard de Bas (Gesamtauflage 170). – Bei allen Exemplaren wurde auch der erste Holzschnitt im Buch und der Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches, gesetzt aus der Janson-Antiqua, gedruckt in den Werkstätten der Trajanus-Presse als sechster Druck der Edition Tiessen. – Wolfgang Tiessen erinnerte sich 2009, dass Chillida, der »von meinem Textvorschlag spontan angetan« war, die Bedingung stellte, den Satz der Textseiten zu sehen, »denen die Holzschnitte gegenüber stehen sollten«. So entstand eines der schönsten Malerbücher des späten 20. Jahrhunderts, dass »zu den Glücksfällen der Edition zählt […] Die Holzschnitte Chillidas für Aischylos bilden harte rhythmische Formstöße, die an die monumentalen Eisenskulpturen des Bildhauers erinnern […]« (Lothar Lang).

32 : 22 cm. 52, [4] Seiten, die Blätter der Suite einzeln gerahmt.

van der Koelen 78003–78006. – Spindler 41.6. – Tiessen V, 7. – Lang, Tiessen S. A 15 und ET 6. – AdA 2009/1

755  Hanne Darboven. Urzeit / Uhrzeit.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 250

New York, Rizzoli 1990. Mit einigen montierten farbigen Abbildungen nach Fotografien und zahlreichen nach Collagen und Zeichnungen. Originalleinenband im Schuber.

Eins von 250 Exemplaren (Gesamtauflage 300). – Von der Künstlerin auf dem Vortitel monogrammiert, im Druckvermerk nummeriert. – Das opulente Künstlerbuch der Konzeptkünstlerin Hanne Darboven (1941–2009) zeigt eine Auswahl des zwischen 1978 und 1988 entstandenen Werkes »Urzeit/Uhrzeit«, das aus 26 Einzelbänden besteht. Das vorliegende Künstlerbuch beschränkt sich auf 148 Blätter des Originals. Jeweils vier Blätter daraus werden auf je einer Seite präsentiert. »Darboven hatte sich in ihren Werken bereits mehrfach mit der Evolutionsgeschichte des Menschen beschäftigt. Ihre Bildsprache, die das Sichtbarmachen von Zeiträumen ausdrückt, verbindet codierte Berechnungen und Assoziationsketten mit Zitaten und Fotografien, die die Künstlerin nach bestimmten Kriterien anordnet. Dieses Opus Magnum – herausgegeben von der Ehefrau Claes Oldenburgs, Coosje van Bruggen – hat niemals die Aufmerksamkeit erhalten, die es verdient hätte.« (Verlagsankündigung).

42 : 30 cm. 246, [4] Seiten.

756  Paul Eliasberg – Hermann Melville. Die verzauberten Inseln.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 140

Die ersten vier Erzählungen der »Encantadas«. Mit acht Radierungen von Paul Eliasberg. Hamburg, Ernst Hauswedell 1978. Mit acht signierten blattgroßen Radierungen. Originalleinenband mit Deckelschild (Ladstetter, Hamburg). Im Schuber.

Eins von 240 Exemplaren, 20 römisch nummerierte Exemplare waren dem Künstler vorbehalten. – Die Radierung druckte Georges Leblanc, Paris. – Gesetzt bei Alfred Utesch aus der Monotype-Bembo, gedruckt bei Hans Christians. – Auf Velin d’Arches. – Typographische Gestaltung von Reinhold Busch, Hamburg.

33 : 20 cm. 46, [2] Seiten. – Hintere obere Ecke leicht gestaucht, sonst tadellos.

Jensen 157–164. – Tiessen V, 4. – Spindler 50.13

757  Max Frisch. Tagebuch.

Schätzpreis/Estimate: € 100

Zuschlag/Hammerprice: € 120

1946 –1949 [und] 1966–1971. [Zwei Bände]. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1991 und 2010. Dunkelblaue Originalkalblederbände mit vergoldetem Rückentitel und Originalschutzumschlag.

Dünndruckausgabe. – Erschienen anlässlich Max Frischs 80. Geburtstag im Mai 1991. – »Ein Tagebuch von der Gewalt und der Ohnmacht – nicht nur der Schriftsteller … Max Frisch schreibt das Tagebuch eines Zeitgenossen und erkennt die Schuld der Schuldlosen.« (Hans Mayer, Klappentext). »Ein spontanes, nicht im Hinblick auf Veröffentlichung geschriebenes Tagebuch […] Welcher Reichtum an Beobachtungen und Reflexionen, welche Fülle an Themen, welche Vielfalt an literarischen Formen!« (»Versuch, ein Meisterwerk zu beschreiben«, Die Zeit, Nr.18, 1972). – Dazu: Entwürfe zu einem dritten Tagebuch. Berlin, Suhrkamp 2010. Originalpappband mit Schutzumschlag. – »Im August 2009 meldeten die Feuilletons eine Sensation: In einem der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Teil des Max-Frisch-Archivs in Zürich war das Typoskript eines bisher unbekannten Werks des Schweizer Autos gefunden worden« (Klappentext).

18 : 11 cm. 560, [4]; 552, [4] Seiten.

758  Hans Fronius – Rudolf Borchardt. Das Buch Joram.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Frankfurt am Main, Trajanus-Presse 1962. Mit sieben Vetrographien von Hans Fronius, davon fünf blattgroß. Blauer Originalwildseideneinband mit schwarz-goldenem Lederrückenschild (Willy Pingel, Heidelberg).

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – 13. Druck der Trajanus-Presse. – Eins von 250 Exemplaren (Gesamtauflage 275). – Von Hans Fronius im Druckvermerk signiert. – Die Glaszeichnungen wurden von Paul Robert Wilk gedruckt. – Gesetzt aus der Palatino der Stempel AG, gedruckt auf getöntem Trajanus-Bütten. – Borchardts Erzählung erschien erstmals 1905 als Privatdruck und 1907 im Insel-Verlag.

40 : 28 cm. 37, [3] Seiten.

Rethi, Bücher 40. – Spindler 40.13. – Tiessen II, 37

759  Hans Fronius – Das Erlebnis des Marschalls von Bassompierre.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Der Originaltext der Memoiren mit den Fassungen von Johann Wolfgang von Goethe und Hugo von Hofmannsthal. Herausgegeben von Wolfdietrich Rasch. Mit sieben Lithographien von Hans Fronius. München, Carl Hanser 1968. Mit sieben signierten Lithographien. Weinroter Originalhalblederband mit cremefarbenen Deckelbezügen. Im Originalschuber.

Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 190). – Großformatiger Pressendruck, Handsatz der Texte aus der Janson-Antiqua, gedruckt auf Bütten. – Schönes Exemplar.

52 : 34 cm. 37, [3] Seiten, 7 Lithographien.

Rethi L 155–161. – Tiessen III, 57. – Spindler 63.4. – Isphording II, 469

760  Hans Fronius – Zwei Ausgaben der Edition Graphischer Zirkel mit originalgraphischen Illustrationen von Hans Fronius.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Wien 1976 und 1980. Originalbroschuren.

I. Franz Kafka. Der Kübelreiter. Variationen zu einem Thema von Erich Fitzbauer. 1976. Mit drei signierten Lithographien. 2. Publikation. 250 Exemplare. – II. Stefan Zweig. Die Hochzeit von Lyon. Mit vier signierten Lithographien. 1980. 13. Publikation. 400 Exemplare.

27 : 20 cm. 25, [3] Seiten, 3 Lithographien; 29, [3] Seiten, 4 Lithographien.

Rethi L 306–308 und L 329–332 (Bücher 80 und 94)

761  Felix Martin Furtwängler – Mitreisend ins Weltenlos.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

Text Werner Timm. Holzschnitt Felix M Furtwängler. Berlin, Edition Sub Rosa 1999. Mit 22 ganzseitigen Holzschnitten, davon einige als Textseiten. Originalleinenband mit farbigen Holzschnittvorsätzen im Originalschuber (Hildegard Heckel).

Erste Ausgabe. – Eins von acht Exemplaren im Leinenband mit einem signierten Holzschnitt (Gesamtauflage 33). – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gedruckt auf schweres Van Gelder-Bütten. – »In memoriam Werner Timm«: Der Kunsthistoriker war bis 1966 Direktor des Berliner Kupferstichkabinetts in Ost-Berlin. Wegen seines Antrags, einem Ruf an die Kunsthalle Hamburg folgen zu dürfen, wurde er fristlos entlassen und durfte erst 1979 in die BRD ausreisen. Bis 1992 war er dann Direktor des Museums Ostdeutsche Galerie in Regensburg. – Felix Martin Furtwängler wurde durch einen Brief Timms inspiriert, den er in typisch wuchtigen und leuchtend farbig gedruckten Holzschnitten, teils kombiniert mit Holzschnitt-Typendruck, »beantwortet«. – Tadellos.

39 : 29 cm. [24] Seiten.

Isphording II, 404 b

762  Felix Martin Furtwängler – Freie Kunstschau Berlin. Young, wild & nieuw.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausruflimit/Reserve price: € 1800

Experimentelle Malerei, Zeichnung, Graphik und Bücher. Amsterdam, Particuliere Pers 2013. Mit 22 losen signierten Farbholzschnitten von Felix Martin Furtwängler, zahlreichen, teils originalgraphischen und farbigen Abbildungen und einigen Beilagen. Originalhalbleinenband und -mappe, Deckel mit Metallfolienpapier bezogen, beim Textband dieses farbig bedruckt.

Eins von 18 Exemplaren. – Druckvermerk und alle Holzschnitte der Suite vom Künstler signiert. – Von Furtwängler konzipierter fiktiver Ausstellungskatalog. Die 40 ebenso fiktiven Kunstwerke collagierte Furtwängler aus Katalogausschnitten eines bekannten Berner Kunstauktionshauses. Auch die Namen und Lebensdaten der Künstler sowie die »genauen« Beschreibungen der Kunstwerke entstammen seiner künstlerischen Phantasie. Ebenso erfunden oder frei überarbeitete Zitate und Textcollagen sind die Zwischentexte, das Huelsenbeck-Vorwort, der Beipackzettel mit Text »von« Paul Cassirer und alle Angaben zu Ort, Veranstalter und Publikationen . – Unter den Beilagen: Eintrittskarte, Auktionseinladung, Garderobenmarke usw. – Tadellos.

30 : 21 cm. 103, [9] Seiten, 22 Holzschnitte, 7 Beilagen.

763  Rupprecht Geiger. All die roten Farben. Was da alles rot ist.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 2200

Ein sehr rotes Buch. Duisburg, Guido Hildebrandt 1981. Mit zwölf signierten Farbserigraphien sowie weiteren im Buch. Originalspiralbindung mit Kunststoffdeckeln. Im Originalschuber.

Drittes und zugleich letztes Hundertbuch. – Eins von 100 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstler signiert. – Die zwölf verso signierten Serigraphien liegen in gefalzten Doppelseiten. – »Das aus rotem Papier und Klarsichtfolien bestehende Werk ist in zwölf Kapitel eingeteilt. Jedes Kapitel beinhaltet ein eigenes Titelblatt, ein bis drei Blätter sowie ein Doppelblatt, das eine eingelegte, signierte Serigraphie einfaßt. Um die ›Objektivität der Farbe wahrnehmbar zu machen‹ […] hat der Künstler mit einfachen, elementaren geometrischen Farbfeldern oder ›Farbräumen‹ gearbeitet, deren Form die Farbe am wenigsten zu beeinflussen vermag. Im Blatt ausgeschnittene Felder und farbige Klarsichtfolien geben Einsichten auf andere Seiten und tragen so zu ständiger Veränderung, zum Spiel der Formen und Farben und deren wechselnder Wirkung bei. Geiger entzieht die Farbe ihrem gewöhnlichen formalen Bezug, was zu neuartigen Erlebnissen beim Betrachter und ferner zur Erkenntnis der Farbe ›endlich als autonomem Element‹ […] führt. Text und Bilder zelebrieren das Rot in all seinen Modulationen, Variationen und Nuancen […]« (Béatrice Hernad, in: Papiergesänge). – Die »Hunderbücher«, von »malenden Schriftstellern« oder »dichtenden Malern« gestaltet, erschienen als kurzlebige Fortsetzung der »Hundertdrucke«. – Sehr schönes Exemplar.

40 : 41 cm. [54] Blätter, 12 lose Serigraphien.

Spindler 157, 20. – Papiergesänge 139

764  Robert Gernhardt. Montaieser Bestiarium.

Schätzpreis/Estimate: € 100

Zuschlag/Hammerprice: € 120

Rolandseck, Rommerskirchen [2004]. Mit einer signierten Farblithographie und zahlreichen farbigen Illustrationen des Autors. Originalbroschur in Originalacrylglasschuber.

Signatur 40. – Eins von 990 Exemplaren. – Der letzte Band der Signatur-Reihe, die seit 1985 erschien und ab Ausgabe 22 jeweils eine signierte Originalgraphik enthielt. – Die Bände geben Texte und Illustrationen des jeweiligen Dichter-Künstlers in farbigen Faksimiles wieder. – Die Plexiglasschuber dienen der Hängung der Objekte. – Trotz der hohen Auflage konnten wir aktuell kein Exemplar dieser Ausgabe im Handel nachweisen. – Beigabe: Viva Signatur si! Theo Rommerskirchen. 20 Jahre Signatur. Rolandseck 2005.

29 : 30 cm. [26] Seiten, 1 CD, 1 Graphik.

765  HAP Grieshaber. Totentanz von Basel

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 260

mit den Dialogen des mittelalterlichen Wandbildes. La danse des morts à Bâle. The Dance of Death at Basle. Dresden, Verlag der Kunst 1966. Mit 40 Farbholzschnitten. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Druck der Leipziger Presse. – Eins von 3333 Exemplaren. – Texte in deutscher, französischer und englischer Sprache. – Nachworte von Wilhelm Boeck und Rudolf Mayer. – Die Holzschnitte entstanden nach monumentalen Fresken an der Friedhofsmauer des Baseler Dominikanerklosters, die 1805 abgerissen wurde, wohl auch, weil die mittelalterlichen Malereien den Stadtvätern als »Kinderschreck« und »Leutescheuche« galten. Grieshabers Neuinterpretation geht auf die Kupferstiche von Matthäus Merian zurück. Die Übersetzungen der alten deutschen Reime entstanden bereits im frühen 19. Jahrhundert. – Die Schrifttafeln für die deutschen Reime entwarf Albert Kapr, sie wurden von ihm und Studenten der Leipziger Hochschule in Holz geschnitten. In den Werkstätten der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst wurden auch die Holzschnitte gedruckt. – Die Texte druckte C. G. Röder, die Einbände fertigte die damals noch existierende Buchbinderei E. A. Enders, beide in Leipzig. – Schönes Exemplar, der empfindliche Schutzumschlag nicht ganz frisch.

46 : 35 cm. [130] Blätter. – Titelblatt mit getilgtem Besitzvermerk.

Fuerst 66/1–40 c. – Fichtner/Bartelke 55. – Isphording II, 584. – Spindler 65.4

766  Thomas Häfner – Dieter Hülsmanns. Vakher.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 260 ( R7 )

Roman mit acht Originalradierungen von Thomas Häfner. Darmstadt, Joseph Melzer 1966. Mit acht kolorierten und signierten Radierungen. Lose Doppelblätter in Originaloasenziegenlederkassette.

Exemplar »D«, Künstlerexemplar aus dem Nachlass Hülsmanns’ und wie die zehn Luxusexemplare in Lederkassette und mit kolorierten Radierungen. – Druck der Radierungen bei Schulgen, Düsseldorf. – Auf Kupferdruck-Bütten von May & Spieß. – Thomas Häfners (1928–1985) surrealistische Illustrationen wirken mit ihrer untergründigen Erotik als »Ausdruck alptraumartiger Seelenzustände und einer dunklen Weltsicht« (AKL 67, 241).

42 : 28 cm. 101, [1] Seiten, 8 Radierungen. Im Originalkarton mit Aufschrift »Hülsmanns« und »D«.

767  Alfred Hrdlicka. Drei Zyklen.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Winckelmann, Haarmann, Roll over Mondrian. Essay und Bildtexte Johann Muschik. Wien und München, Jugend und Volk 1968. Mit 32 blattgroßen, teils farbigen, Abbildungen. Roter Originalkunstlederband mit vergoldetem Rückentitel. Im Schuber.

Eins von 99 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer beigelegten Radierung, signiert, nummeriert und betitelt »Winckelmann versucht Casanova«. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – »Die Helden der Folge sind Joachim Winckelmann (ermordet 1768), Fritz Haarmann (hingerichtet 1924) und Piet Mondrian (gestorben 1944). […] Mit der Radiernadel hält der Künstler eine flutende Fülle von Einfällen fest. Der Künstler macht von der Idee des Bilderbogens, des Bildstreifen, der sich in Zeitungen findet, Gebrauch und nicht zuletzt auch von seiner Meisterschaft in der Beherrschung traditioneller Techniken. Die Darstellung des Häßlichen hat bei Hrdlicka einen neuen Höhepunkt erreicht.« (Einleitung).

25 : 31 cm. 87, [1] Seiten.

768  Alfred Hrdlicka – Pablo Neruda. Estravagario.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Dreißig Gedichte. Ausgewählt, übertragen und mit einem Nachwort von Jürgen v. Stackelberg, mit fünf Radierungen von Alfred Hrdlicka. Hamburg, Hoffmann und Campe 1971. Mit fünf signierten Radierungen, davon eine als Titelvignette. Weißer Originalleinenband mit schwarzem -schuber.

Eins von 190 Exemplaren, weitere 60 waren nicht für den Handel bestimmt. – Auf Velin, die Radierungen mit Wasserzeichen »BFK Rives«. – Großzügig gesetzt aus der Baskerville-Antiqua, gedruckt bei Hans Christians, Hamburg. – Die Radierungen druckte Walter Fischer, Wien, wohl unter Aufsicht des Künstlers. – Der politisch engagierte Dichter Pablo Neruda (1904–1973) verzichtete 1969 zu Gunsten Salvador Allendes auf eine Kandidatur zur Wahl des chilenischen Präsidenten. 1971 erhielt er den Literaturnobelpreis, 1973 starb er in zeitlichem Zusammenhang mit dem Militärputsch und dem Sturz der Allende-Regierung durch die Militärjunta unter bis heute umstrittenen Umständen. – Nahezu tadellos.

41 : 30 cm. 105, [1] Seiten, 4 Radierungen.

Levin 446–450

769  Sarah Kirsch. Sieben Häute.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Mit acht Original-Grafiken von Bier, Collien, Dittberner, Fussmann, Grieshaber, Henning, Maether, Marwan. Berlin, Anabis 1979. Mit acht blattgroßen Abbildungen und acht signierten losen Originalgrafiken. Originalleinenband mit Deckelbild.

Erste Ausgabe dieser Sammlung, fünf Gedichte im Erstdruck. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer signierten Suite aller acht Graphiken (sechs Radierungen, eine Lithographie, ein Holzschnitt). – Auf dem Schlussblatt von der Dichterin und nochmals von allen acht Künstlern signiert. – Auf Bütten gedruckt. – 1976 gehörte Sarah Kirsch zu den Mitunterzeichnern der Protesterklärung gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann. Seitdem vom MfS überwacht, entschloss sie sich 1977 zur Ausreise in die BRD. – »Sarah Kirsch ist von uns fortgegangen, weil sich hier keine Zeile mehr fügen wollte, und keine Zeitung, kein Rundfunkkommentar, keine Aktuelle Kamera hat (oder irre ich mich doch?) es für nötig befunden, diese Tatsache unserem Publikum mitzuteilen […] allein die große Mehrheit unseres Publikums wird wohl mit mir der Meinung sein, daß die Tatsache des Weggangs von Sarah Kirsch einer Meldung wert gewesen wäre, ganz zu schweigen von einer Bekundung ehrlicher Trauer über diesen unersetzbaren Verlust und ehrlichem Nachdenken über seine Gründe« (Franz Fühmann 1977).

30 : 22 cm. 67, [5] Seiten, 8 Graphiken.

Wilpert/Gühring 15

770  Stanislaw Lem. Solaris.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Warschau, MON 1961. Originalbroschur mit illustriertem Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe von Lems berühmtem Science-Fiction-Roman, der sich mit dem Thema des Versagens interstellarer Kommunikation befasst. – Stanislaw Lem (1921–2006) wurde durch seine von philosophischem Gedankengut geprägten Science-Fiction-Romane bekannt. Die Tarkowski-Verfilmung des Romans von 1972 gilt ebenso wie die literarische Vorlage zu den außergewöhnlichsten künstlerischen Schöpfungen des Genres. – Die Umschlagillustration entwarf Konstanty M. Sopocko. – Sehr schönes Exemplar der seltenen Originalausgabe.

20 : 13 cm. [3]–196, [4] Seiten. – Die etwas brüchigen Kanten des Schutzumschlags geschickt restauriert.

771  Hermann Naumann – Arthur Rimbaud. Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 135

Französisch – Deutsch. Herausgegeben von Karlheinz Barck. Mit 10 Radierungen und 8 Punzenstichen von Hermann Naumann. Leipzig, Reclam 1976. Mit 18 signierten Graphiken. Weißer Originalpappband mit typographischer Vorderdeckelillustration und -schutzumschlag.

Eins von 800 Exemplaren (Gesamtauflage 1.000). – Wie bei der Vorzugsausgabe wurden alle Graphiken signiert, eine Radierung wurde lose beigelegt. – Vom Künstler auch im Druckvermerk signiert. – Druck der Radierungen in Schwarz, der Punzenstiche in Grün. – Die ausgewählten 16 Gedichte, in Übertragungen von Paul Celan, Stefan George und anderen, werden von Naumann »graphisch reflektiert. […] Seine Punzenstiche und Radierungen faszinieren in ihrer symbolhaften Dekorativität oder erschrecken in ihrer schonungslosen, auf Schönheit und Beschönigung verzichtenden Direktheit« (Ulrich von Kritter). – Hermann Naumann, geboren 1930, hatte sich bereits in den 1950er Jahren der alten und in Vergessenheit geratenen graphischen Technik des Punzenstichs zugewandt. – Schönes Exemplar.

30 : 21 cm. 174, [2] Seiten. 18 Graphiken. – Schutzumschlag nicht ganz frisch.

Tiessen V, 7. – Kritter 56

772  Arnulf Rainer. Face farces.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 350

[Ausstellungskatalog]. Galerie van de Loo. München 1970. Mit 88, teils farbigen Abbildungen. Originalbroschur.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer beigelegten signierten Farbserigraphie (doppelblattgroß).

24 : 23 cm. [80] Seiten.

773  Imre Reiner – Rainer Maria Rilke. Les Roses.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 260

Vingt-cinq eaux-fortes de Imre Reiner. Paris, Alexandre Loewy [1959]. Mit 25 ganzseitigen Radierungen, eine davon auf dem Umschlag. Lose Doppelbogen in Originalumschlag, Balsaholzchemise und -schuber.

Eins von 105 Exemplaren (Gesamtauflage130). – Druck auf handgeschöpftem Bütten »Auvergne à la main«.

34 : 27 cm. [108] Seiten. – Innenseite der Chemise und Umschlag stärker, einige Seiten schwach stockfleckig. Innenseite des Umschlags, Titelblatt und Impressum mit Sammlerstempel.

Reiner-Bibliographie III, 19. – Tiessen II, 19

774  Imre Reiner – Gottfried Keller. Der Grillenfang

Schätzpreis/Estimate: € 100

Ausruflimit/Reserve price: € 70

mit Holzstichen von Imre Reiner. Hamburg 1962. Mit 15 Holzstichen. Illustrierter Originalpappband im Schuber (Christian Zwang).

Eins von 150 Exemplaren. – Auf Zerkall-Bütten. – »Aus dem dritten Buch das fünfzehnte Kapitel der späten Fassung des Grünen Heinrich von Gottfried Keller« (Druckvermerk).

23 : 12 cm. [36] Seiten.

Tiessen II, 23

775  Imre Reiner – Robert Walser. Eine Ohrfeige und sonstiges.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Mit Holzstichen von Imre Reiner. Ruvigliana 1965. Mit 15 Textholzstichen von Imre Reiner, einer blattgroß. Originalpappband mit -pergaminumschlag.

Im Eigenverlag des Künstlers erschienen. – Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 116). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Gedruckt nach Angaben Reiners in den Werkstätten der Buchdruckerei Schwabe & Co., Basel. – Handsatz aus der Walbaum-Antiqua.

31 : 23 cm. 34, [8] Seiten.

Reiner III, 34. – Tiessen III, 34. – Pergaminumschlag mit winzigen Läsuren

776  Imre Reiner – Eduard Mörike. Lucie Gelmeroth.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Novelle. Mit sechzehn Holzstichen von Imre Reiner. Frankfurt am Main, Ars librorum 1966. Mit vierzehn Holzstichen im Text sowie einer Titel- und einer Schlussvignette. Grün-gelber illustrierter Originalleinenband mit rot-goldenem Lederrückenschild (Helmuth Halbach, Königstein) im Originalschuber.

15. Ars librorum Druck. – Eins von 75 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der Extrasuite aller 16 Holzschnitte sowie einem zusätzlichen signierten Holzstich (Gesamtauflage 675). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gedruckt auf Hahnemühle-Bütten von Johannes Weisbecker, Frankfurt am Main. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Sehr schönes Exemplar der seltenen Vorzugsausgabe.

29 : 18 cm. 35, [5] Seiten, 17 Holzstiche. – Kleiner Sammlerstempel auf Vorsatz, Titelblatt und rückseitig auf 15 der 17 Suitenblätter.

Reiner-Bibliographie III, 36. – Tiessen III, 33. – Slg. Berge 122. – Isphording II, 41. – Spindler 40.35

777  Imre Reiner – John Donne. The Poems.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Selected, introduced, and annotated by Frank Kermode. Wood engravings by Imre Reiner. Cambridge, The Limited Editions Club 1968. Halblederband mit vergoldetem Rückentitel. In gefütterter Kassette mit Lederrücken.

Persönliches Exemplar Imre Reiners: »my own copy 19. IX. ,68«, mit einer angebundenen Extrasuite der 32 Holzstiche in Probedrucken auf Japan, einer davon farbig. Alle signiert, bezeichnet »proof« und auf Bütten montiert. – Gesamtauflage 1500. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert.

28 : 17 cm. [2], 198, [2] Seiten, XXIV, [2], 32 Holzstiche. – Vorsatz mit kleinem Sammlerstempel.

Tiessen III, 36

778  Dieter Roth. Bok 2b.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Ausruflimit/Reserve price: € 2600

Reykjavik, Forlag ed 1961. Originalspiralbindung.

Eins von 100 Exemplaren. – Auf dem Vorderumschlag signiert und nummeriert. – Buchdruck im Monotypesatz auf Doppelblättern. – Laut Dobke wurden zehn Exemplare zerstört. – »Von Dieter Roth als ›bok 2 a in groß sozusagen‹ bezeichnet« (Conzen/Sohm, S. 55). – Dazu: bok 2 a und bok 2 b. Stuttgart u. a., Hansjörg Mayer 1973. Originalbroschur. Gesammelte Werke Band 3. Eins von 1000 Exemplaren. Versionen der Ausgaben von 1960/61.

32 : 34 cm. 51 Doppelblätter. – Deckel stockfleckig.

Dobke Bücher A 8 und A 13. – Conzen/Sohm 8 und 58.3

779  Dieter Roth. Bok 3a.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 2600

Basel, Roth 1995. Originalbroschur.

Eins von 156 Exemplaren (Gesamtauflage 200), die ersten 44 Exemplare erschienen bereits 1961 bei forlag ed. – Auf dem Vorderdeckel signiert »Basel 1995« und nummeriert. – Ca. 300 Blätter aus isländischen Tageszeitungen ausgeschnitten und mit Klebebindung broschiert. Jedes der Bücher gilt als Unikat, da die Zusammenstellung davon diktiert wurde, was zum jeweiligen Zeitpunkt in der Druckerei an Material zur Verfügung stand. »Nicht um Informationsvermittlung, noch weniger um die Variation eines gesetzten Formenvokabulars wie in den anderen ›boks‹ geht es hier; bedeutsam ist allein das Volumen dieser Bücher bzw. ›Objekte‹. (Conzen/Sohm, S. 56).

19 : 19 cm. Ca. 300 Blätter. – Buchblock wie bei der Klebebindung nicht anders zu erwarten in drei Teile gebrochen.

Dobke Bücher B 1. – Conzen/Sohm 11

780  Dieter Roth. Kleinere Werke

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausruflimit/Reserve price: € 660

(1. Teil). Veröffentlichtes und bisher unveröffentlichtes aus den Jahren 1953–1966. Hellnar, Köln, London, Edition HansjörgMayer 1971. Originalleinenband mit -schutzumschlag. Im Leinenschuber.

Gesammelte Werke, Band 18. – Eins von 200 Exemplaren der »special edition« mit der beigelegten eigenhändigen signierten Zeichnung »Selfportrait as Cloud« des Autors (Gesamtauflage 1200). Die Zeichnung, eine »Original Speedy Drawing«, auf gefalztem Kartonblatt. – Der Originalbroschurumschlag eingebunden.

23 : 17 cm. [6], 254, [12] Seiten.

Dobke Bücher M2. – Conzen/Sohm 58

781  Dieter Roth. (Copley Buch).

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Erweiterte Version des bei der Copley Foundation Chicago erschienenen Buches. Stuttgart, London und Reykjavik, Edition Hansjörg Mayer 1974. Lose Blätter in Originalkassette.

Gesammelte Werke Band 12. – Eins von 1000 Exemplaren. – 40 meist beidseitig bedruckte Blätter verschiedener Größen, gefalzt oder collagiert.

23 : 17 cm. 40 Blätter.

Dobke Bücher C8. – Conzen/Sohm 58

782  Dieter Roth. Mundunculum.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Ein tentatives Logico-Poeticum, dargestellt wie Plan und Programm oder Traum zu einem provisorischen Mytherbarium für Visionspflanzen. Band 1: Das rot’sche Videum. Stuttgart, London und Reykjavik, Edition Hansjörg Mayer 1975. Mit zahlreichen Zeichnungen und Stempelbildern. Originalbroschur mit -umschlag.

Dieter Roth Gesammelte Werke Band 16. – Leicht korrigierte und erweiterte Version des bei Dumont Schauberg Köln 1967 erschienenen Buches.

23 : 17 cm.

Dobke, Bücher E 3

783  Dieter Roth. 150 Schnellzeichnungen.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Berlin, Rainer 1984. Originalpappband mit Pergaminumschlag.

Zweite Ausgabe. – Eins von 110 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Erstmals 1977 veröffentlicht, beide Auflagen nicht bei Dobke. – »Durch den Untertitel und die mit der Tagesangabe versehene Datierung der einzelnen Blätter wird die Spontaneität des Entstehungsprozesses der ›Schnellzeichnungen‹ nochmals affirmiert. Sie sind Zeugnis eines dynamisierten, fast automatisch zu nennenden Linienstils. […] Indem D. R. die Einzelblätter als sequentielles ›Buch‹ zusammenstellt, ordnet er sie dem autobiographischen Kontext der Tagebücher zu« (Dobke/Sohm S. 91).

30 : 22 cm. 150 Blätter.

Conzen/Sohm 103

784  Dieter Roth. 1234 weiche Schnellstzeichnungen 1987.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Stuttgart & London, Edition Hansjörg Mayer 1987. Originalbroschur.

Gesammelte Werke Band 37. – Eins von 600 Exemplaren. – Mit dem originalen Stempel »MOST« über dem englischen Titel. – Umschlagtitel, Titelblatt und Impressum nach Roths Handschrift faksimiliert.

23 : 17 cm. 1234 Seiten.

Dobke Bücher G10. – Conzen/Sohm 58

785  Dieter Roth. Boeken.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Amsterdam 1975. Mit blattgroßen Illustrationen nach Zeichnungen. Originalbroschur.

Eins von 2000 Exemplaren. – Eingelegt ist eine geheftete Bibliographie der Bücher. – Erschienen statt eines Kataloges zur Bücherausstellung im Stedelejk Museum Amsterdam, 1. Februar – 16. März 1975. Schnellzeichnungen von Köpfen – 120 von Dieter Roth, acht von seiner Tochter Vera Roth – auf großen Papierbogen, die mehrfach gefaltet und geheftet wurden.

33 : 23 cm. [128] Seiten. – Ränder etwas gebräunt mit winzigen Einrissen.

Dobke Bücher G3. – Conzen/Sohm 81

786  Eberhard Schlotter – Landschaft & Zeichen.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Arno Schmidt zum 65. Geburtstag. Texte von Bernd Rauschenbach und 5 Radierungen mit 1 Gruß von Eberhard Schlotter. Hofheim am Taunus, Edition Galerie Stübler 1979. Fünf signierte und nummerierte Radierungen, jeweils lose in Büttenumschlag mit Text. Zusammen in Umschlag und Originalkassette.

Eins von 15 Exemplaren der römisch nummerierten Vorzugsausgabe B, jedoch ohne die Zeichnung (Gesamtauflage 95). – Die Radierungen wurden von Eberhard Schlotter auf der Handpresse auf Guarro-Bütten gedruckt.

42 : 38 cm (Kassette). 5 Radierungen, 5 gefaltete Textblätter. – Ein Kassettensteg geplatzt.

Schlotter Werkverzeichnis 1636–1640

787  Eberhard Schlotter. Die Innerste.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausruflimit/Reserve price: € 660

Zehn Radierungen zu der Erzählung von Wilhelm Raabe. Hannover, Edition Galerie Stübler 1989. Zehn signierte und nummerierte Radierungen, Titel und 18 Textblätter. Zusammen lose in Originalleinenkassette.

Eins von 80 Exemplaren, jedoch wie die zehn Luxusexemplare mit einem beigelegten Aquarell, zehn weitere Exemplare enthielten eine Radierplatte (Gesamtauflage 100). – Die Textblätter mit einem Brief Schlotters, dem vollständigen Text von Wilhelm Raabe und einem begleitenden Text von Horst Denkler. – Text und Radierungen auf Hahnemühle Bütten.

28 : 58 cm. 10 Radierungen, 1 Aquarell, 19 Blätter.

Schlotter Werkverzeichnis 2318–2327

788  Willi Sitte – Publius Ovidius Naso. Ars amatoria, liber secundus. Die Liebeskunst, zweites Buch.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 320

Mit Lithographien von Willi Sitte. Berlin, Akademie-Verlag 1970. Mit elf blattgroßen farbigen Lithographien. Originalhalbpergamentband mit zwei weiteren Lithographien auf den Deckeln.

Eins von 600 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Deutsch-lateinischer Paralleltext, die Nachdichtung stammt von Friedrich Walter Lenz. – Handsatz von Dieter Weise aus der übergroßen 28p »Antiqua 58«, die Gert Wunderlich für seine Diplomarbeit entworfen hatte. Wunderlich übernahm auch hier die Gesamtgestaltung. – Überaus opulent gestaltete Ausgabe. – Der vordergründig als polit-agitatorischer Künstler bekannte Willi Sitte war auch ein tabuloser Maler erotischer Motive: »Geradezu typisch für Sitte sind die Illustrationen zu Ovid […] Der Maler lobpreist die körperliche Schönheit des Menschen, die er in kraftstrotzenden Akten und turbulent erotischen Szenen vorführt« (Lothar Lang).

60 : 43 cm. 75, [1] Seiten.

Seyfert/Weise 186. – Lang, DDR S. 148f

789  [Saul] Steinberg. Le masque.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Textes par Michel Butor et Harold Rosenberg. Photographies d’Inge Morath. Paris, Maeght 1966. Mit zahlreichen ganzseitigen und teils farbigen Abbildungen nach Zeichnungen Steinbergs und nach Fotografien. Originalpappband mit farbig illustriertem Originalumschlag und -schuber.

Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der beigelegten signierten Lithographie. – Die vielfältigen Zeichnungen bilden teils comicartige Folgen. Inge Morath fotografierte Menschen mit den von Steinberg entworfenen Masken.

27 : 32 cm. [208] Seiten.

790  Saul Steinberg – Derrière le miroir 192 [et] 205.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Paris, Maeght 1971 und 1973. Mit zusammen vier Farblithographien, davon zwei blatt- und zwei doppelblattgroß, sowie zahlreichen, teils farbig lithographierten Abbildungen. Lose Bogen in Originalumschlägen, -chemisen und -schubern.

Je eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe, die auf starkem Vélin d’Arches gedruckt wurden. Beide im Druckvermerk von Künstler signiert. – Saul Steinberg (1914–1999) arbeitete seit Anfang der 1940er Jahre als Karikaturist für »The New Yorker«. Diese stilistische Grundrichtung prägt auch seine hier vorgestellten Arbeiten.

39 : 29 cm. [4], 28, [4] bzw. [28] Seiten.

Ein Schuber minimal bestoßen, sonst sehr gut erhalten

791  Saul Steinberg – Ian Frazier. Canal Street.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

New York 1990. Mit zwei Farbholzschnitten und 16 Illustrationen nach Zeichnungen von Saul Steinberg, alle nahezu blattgroß und montiert. Schwarz-gelber Originalhalblederband im -schuber.

Eins von 160 Exemplaren, im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert bzw. monogrammiert. Der erste Holzschnitt von Steinberg nummeriert und monogrammiert. – Erster Band der Reihe »Artists and Writers : American Journals«, herausgegeben von den Freunden der Bibliothek des Whitney Museums of American Art. – Gestaltet von Katy Homans, die Holzschnitte wurden unter Aufsicht des Künstlers gedruckt. Die Gesamtherstellung erfolgte in der Officina Bodoni, Verona, unter Aufsicht von Martino Mardersteig. – Selten und gesucht, hier tadellos erhalten.

34 : 29 cm. [56] Seiten.

792  Streit-Zeit-Schrift.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 330

Jahrgang I bis VII. Stierstadt, Eremitenpresse, und Frankfurt am Main, Heinrich Heine 1956–1969. 16 Originalbroschuren.

Alles Erschienene, so vollständig. – »Rudolf Streit, Chef des Münchner Scherz Verlages, bietet in diesem Herbst erstmals einen periodischen Scherz-Artikel feil: die ›Streit-Zeit-Schrift‹. Die wunderliche Literatur-Revue […] ist allerdings keine Novität und ihr Titel auch keineswegs auf Rudolf Streits Namen gemünzt. Vielmehr suchte die Zeitschrift schon Streit, lange bevor Streit sie suchte und fand. Er ist bereits ihr dritter Verleger. Ihr erster: Victor Otto Stomps, seine publizistische ›Narrenpritsche‹, wegen ihres Formats auch ›Literaturphallus‹ genannt, 1956 gegründet, auf seiner Schnellpresse hergestellt und herausgegeben. Anfangsauflage: 500 Exemplare […] war nicht mehr aus der Welt zu schaffen: Während von den rund 400 literarischen Klein-Zeitschriften, die seit 1956 in der Bundesrepublik kreiert wurden, rund 400 nach kurzer Existenz wieder eingingen, hielt sich das Stomps-Werk zehn Jahre lang am Leben – wenngleich unter Schwierigkeiten. Seither dichten, polemisieren, kritisieren, zeichnen, radieren und drucken in Deutschlands dauerhaftester und kuriosester Dichter-Postille deutsche, Schweizer und österreichische Schreiber und Graphiker, renommierte wie vor allem auch unbekannte, denen ›Vauo‹ Stomps zum Zuge verhelfen wollte. Denn sein Credo lautet: ›An Arrivierten habe ich kein Interesse.‹ […] Seit 1956 polemisierten Stomps, Bingel und ›SZS‹-Beiträger gegen Neonazismus und Literaturkritik, sie alberten über eigene Schreib-Unarten und über ›Sexuelles Verhalten in der deutschen Literatur von heute‹, untersuchten ›Europäische Literatur und deutsche Teilung‹ und reflektierten über ›Reflexion heute‹.« (Der Spiegel, Heft 43, 1966). – Klein, schmal und lang im Format, war sie – nach den Worten Bingels – »eine Zeitschrift, die Sie ihrem Gegner um die Ohren schlagen können, wenn Ihnen die Argumente ausgehen«. – Alle Hefte in gutem Zustand.

Verschiedene Formate.

Spindler 111, a–p

793  Spur.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 3600

# 1 [bis] 7. – Spur – Wir. – Geflecht, Heft 2. – Zusammen neun Hefte. München 1960–1966. Mit zahlreichen Originalgraphiken und Abbildungen. Illustrierte Originalbroschuren in farbigen Pergaminumschlägen.

Vollständige Folge aller Ausgaben der Zeitschrift der Künstlergruppe, Hefte 1 und 3 mit Überzeichnungen und Signaturen. – Ziel der Gruppe war »eine politische Gesamtkunst«, um den Tachismus zu überwinden. Im November 1961 wurden die ersten sechs Ausgaben durch das Sittendezernat der Münchner Polizei wegen des Verdachts auf Obszönität und Religionsbeschimpfung beschlagnahmt. Dieser Skandal machte die Gruppe um Helmut Sturm, Heimrad Prem, Hans-Peter Zimmer, Dieter Kunzelmann und Lothar Fischer schlagartig bundesweit bekannt. Kurze Zeit später wurde »Spur« wegen zunehmender Opposition gegen die »internationale situationniste« und wegen »ihrem jetzt unbestreitbaren geheimen Einverständnis mit einigen herrschenden Kreisen der europäischen Kultur« vom Pariser Zentralkommittee ausgeschlossen.
Spur [1]. Unnummeriertes Exemplar mit dem handschriftlichen Hinweis »freigegeben für die Toilette«, das Bild auf der hinteren Umschlagseite von einem Mitglied der Gruppe mit Überzeichnungen.
Spur 2. Die Kunst ist tot, es lebe die situationistische Kunst. 1960. 1000 nummerierte Exemplare. Mit offsetlithographischen Faksimiles von Zeichnungen und Handschriften.
Spur III. 29 Originallithos der Gruppe Spur. 1960. 700 nummerierte Exemplare. Vorblatt von aller vier Spur-Künstlern signiert und mit dem roten »Spur«-Stempel.
Spur 4. Die Verfolgung der Kunst. 1500 Exemplare. Mit offsetlithographischen Faksimiles von Zeichnungen und Handschriften.
Spur 5. Spezialnummer über den unitären Urbanismus. 1960. 1000 Exemplare. Mit Texten von Guy-Ernest Debord, Gilles Ivain, Attila Kotanyi, Günther Feuerstein und H. P. Zimmer. Spur 6. Spur im Exil. 1961. 1500 Exemplare. Mit farbig reproduzierten Zeichnungen und Texten.
Spur 7. Mit offsetlithographischen Faksimiles von Zeichnungen und Handschriften.
Spur – Wir. Ende 1965. Mit 25 Linolschnitten, davon acht farbig. 600 Exemplare. Mit den Manifesten der beiden Künstlergruppen, die sich im April 1965 zusammengeschlossen hatten und 1966 in »Geflecht« umbenannten. Ein zweiteiliger Linolschnitt lose.
Geflecht. 2[tes Heft]. Antiobjekte 1965/66. 1966. Mit zahlreichen blattgroßen Abbildungen. 2000 Exemplare.

Ca. 28 : 29 cm. – An den Rändern teils schwach gebräunt.
Insgesamt unbedeutende Alterungsspuren: Vorderumschlag am Rand vertikal geknickt, hinten kleiner Einriss mit Tesafilm hinterlegt (Wir). Vorderumschlag mit stärkerem Lichtrand, untere Ecke schwach geknickt. Hinterer Umschlag mit winzigem Einriss. Erste Seiten an der oberen Ecke geknickt (1). Vorderumschlag mit Feuchtigkeitsfleck (2). Vorderumschlag mit winzigem Einriss (III). Hinterer Umschlag mit schwachem Knick (Geflecht).

Archiv Sohm S. 56–59 und Abb. 71

794  Spur.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

[Heft 1]. München 1960. Mit zahlreichen offsetlithographischen Faksimiles von Zeichnungen und Texten sowie einigen Abbildungen. Lithographierte Originalbroschur.

Exemplar 261 von 1.000. – Das erste von insgesamt sieben Heften. – Umschlag mit Übermalungen, laut Angaben des Vorbesitzers von einem Mitglied der Künstlergruppe.

27,5 : 28,8 cm. [32] Seiten. – Umschlag leicht fleckig, Vorderumschlag und das erste Blatt oben etwas geknickt und eingerissen.

Archiv Sohm S. 56-59

795  Paul Thek – A document.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Made by Paul Thek and Edwin Klein. Amsterdam 1969. Mit 128 blattgroßen Abbildungen nach Fotografien. Illustrierte Originalbroschur.

Herausgegeben vom Stedelijk Museum, Amsterdam, und Moderna Museet, Stockholm, anlässlich einer Ausstellung in Amsterdam. – Mit Fotos von Wim Davits, Edwin KLein, Tom Lenders, Max Natkiet, und Jean-Paul Vroom. – Auf einer (immer der gleichen) Zeitungsseite wurden unzählige Arrangements von Fotos, Postkarten, Flaschen, Teller, und alltäglichen Gegenständen fotografiert. – Während der frühen 60er Jahre arbeiteten der amerikanische Künstler Paul Thek (1933–1988) und eine Gruppe von Freunden als »Artist’s Co-op« in Europa zusammen. Sie produzierten auf Anfrage Installationen, zogen wie eine Rockband von Gig zu Gig. »Sie teilten Ausgaben, Schlafsäcke, Drogen und Ideen, zelteten oft in Museen und vereinten in ihrer multimediale Umgebung individuelle Arbeit und alltägliche Dinge. Kunst und Lifestyle verschmolzen.« (The New York Times, art in review, Dec. 30. 2002).

41 : 31 cm. 64 Blätter.

796  Paul Thek. Ausstellungsposter.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 250

Serigraphie. 1971. 40,0 : 58,0 cm.

Gefaltetes Doppelblatt, innen mit Typographie und Illustration. – Erschienen als Poster anlässlich der Ausstellung »Pyramid / A Work in Progress« im Moderna Museet, Stockholm, November 1971 bis Januar 1972. – Die Serigraphie nach einer Zeichnung von Thek. – »Ark, Pyramid« war 1972 auch auf der documenta 5 zu erleben. »Jeden Morgen, bevor die Ausstellung geöffnet wurde, kam ein ernster junger Mann, stellte das Kaninchen an seinen Platz auf der Spitze des Berges zurück, verteilte die Zwiebeln auf dem Latexleichnam des Hippies im pinkfarbenen Anzug neu, goß frisches Wasser in die Badewanne, staubte die Zwerge ab und harkte den Sand, entzündete zum Schluß die Kerzen. Hundert Tage lang, bis die documenta 5 ihre Türen wieder schloß, arbeitete Paul Thek an seinem Environment ›Ark, Pyramid‹, ehe er es den Besuchern überließ.« (Die Zeit, 28/1995).

Äußere Ränder und im Falz leicht gebräunt.

797  Simon Traston. Zwei frühe Drucke.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

[Eigenverlag?], 1956 und Enzberg, Marell 1962. Illustrierte Originalbroschuren.

I. Aut Caesar – aut nihil. Anfang 56. Mit sechs Lithographien von Günter H. Seidel, davon zwei als Umschlagillustrationen und einer eingeklebten Fotografie. Mit Texten von Verlaine und Mallarme. – II. Der Monolog des Mörders. Eins von 200 Exemplaren.

30 : 21 cm; 25 : 11 cm.

798  Simon Traston. Zwei Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Berlin, Wagner 1987. Originalbroschuren mit Folienbezug und Schraubverbindung.

I. Vox populi Q vox dei. – Die endlose Orgie. Doppelbuch in zwei Teilen. 116 verschiedenfarbig bedruckte Kartonblätter, teils mit montierten Illustrationen; 300 Blätter beidseitiger Telefonbuchdruck mit farbig aufgedruckten Texten sowie einem montierten Farbfoto. Eins von 180 Exemplaren. – II. Mülltraktat. Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren (Gesamt 100). – Alle von Autor und Verleger signiert. – Dazu: Jürgen Beckelmann. Der Wasserhahn oder Die Wiederauferstehung des Schrotts. Berlin, Wagner 1989. Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren (Gesamt 100). Vom Verleger signiert.

Bei I wurde der Folienbezug entfernt.

799  Simon Traston. Raubzüge. – Tod und Leben.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Berlin 1945. Bericht eines Sechzehnjährigen. Hamburg, Svato 1991 und 1995. Mit signierten farbigen Graphiken und farbigen Vignetten von Svato Zapletal. Originalleinenband und schwarzer Originalmaroquinband mit Grau- und Rotprägung. Im Leinenschuber.

Je eins von wenigen Künstlerexemplaren, beide in der Ausstattung der Vorzugsausgaben mit einer beigelegten mehrfarbigen signierten Grafik von Svato Zapletal. – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Der Berliner Briefträger Gert Micha Simon (1929–2016) veröffentlichte seit 1956 literarische Texte in bibliophilen Kleinverlagen und Zeitschriften wie »Ulenspiegel«, »ZET«, »pro these« und »Spartacus«, zunächst unter seinem bürgerlichen Namen, nach einer Schaffenskrise ermutigt durch Gottfried Benn unter dem Pseudonym Simon Traston. – »Der Erfolg hat mich leider gemieden und der Ruhm hat niemals seine Arme nach mir ausgestreckt […] Last, but not least, vertragen sich meine Auffassung vom heutigen gesellschaftlichen Leben, speziell dem Literaturbetrieb, und der oft aggressive Ton meiner Schriften besser mit einem nom de guerre« (Clarissas Krambude: Autoren erzählen von ihren Pseudonymen). Sein Briefwechsel mit Gottfried Benn erschien 2005.

29 : 18 cm. 92, [4] Seiten, 1 Graphik.

800  Günther Uecker – Eugen Gomringer. Wie weiß ist wissen die Weisen.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 440

Hommage à Uecker. Zirndorf, Verlag für Moderne Kunst1975. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur, Umschlag mit Prägedruck von Günther Uecker.

Der Text von Eugen Gomringer, entstanden 1972, wurde durch einen Computer in 720 Kombinationen wiedergegeben. – Die Abbildungen dokumentieren Werke Ueckers aus den Jahren 1957 bis 1974.

32 : 23 cm. [88] Seiten.

Van der Koelen L 7505

801  Timm Ulrichs. Kunst & Leben.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Homburg-Saar, Felix 1993. Mit 30 Abbildungen nach Fotografien. Originalpappband.

Buch zur Ausstellung in der Städtischen Galerie »die welle«, Iserlohn. – Eins von 300 Exemplaren mit einem beigelegten signierten und nummerierten Offsetprint. – »Die Serie ›Kunst und Leben‹ versammelt Bildausschnitte aus Porno-Heften und -Büchern, auf denen – unter anderem – bedeutende Kunstwerke zu sehen sind. […] Die stets quadratischen Ausschnitte selbst bleiben in jedem Fall völlig unangetastet; sie sind weder durch Collage noch Retusche manipuliert worden.« (Vorwort). – Timm Ulrichs (geboren 1940) blickt mit Humor und spöttischer Distanz auf die Welt und den Kunstbetrieb. Der selbsternannte »Totalkünstler« lässt kaum ein Genre aus, er arbeitet mit Film, Fotografie, Konkreter Poesie und schafft Skulpturen im öffentlichen Raum. »Die meisten Künstler sind Facharbeiter, für mich ist Kunst Forschung«.

21 : 21 cm. [68] Seiten.

802  Jan Voss. Im Irrtum.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Paris, Galerie Lelong 1991. Fünf farbige Radierungen, zusammen mit Titel- und Textblatt sowie zwei beidseitig bedruckten Notenblätter lose in Originalumschlag und -halbleinenmappe.

Gedruckt auf Rives-Bütten. – Im Druckvermerk von Autoren und Künstler signiert. – Mit Texten von Jean-Christophe Bailly und Jean-Yves Bosseur. – Künstlerbuch, das Graphik, Typographie und Musik (in Form einer Partitur für Klavier und Gesangsstimme) vereint.

34 : 51 cm.

803  Andy Warhol. Index (book).

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 400

With the assistance of Stephen Shore, Paul Morrissey, Ondine, Nico. Several photographs by Nat Finkelstein, Christopher Cerf, Alan Rinzler […] Factory Fotos by Billy Name. New York, Random House 1967.

Erste Ausgabe des legendären Pop Art-Buches. – Mit allen zehn Faltfiguren und Beilagen: Ritterburg, Ziehharmonika, Flugzeug, Federscheibe »Andy Warhol’s ›The Chelsea Girls’‹«, faltbarer Dodekaeder, Schallplatte, Faltnase, Hunt’s Tomato Past-Dose, Abreißzettel, Luftballon. – »one of the most important and exuberant Pop art objects ever published. From its […] cover to the various pop-ups and […] to the stream-of-consciousness photographs by such artists as Billy Name and Nat Finkelstein, it is also one of the ultimate photobooks-as-objects. It is, in addition, the primary Factory photo album, one of the most authoritative biographies of Warhol and a supreme example of the diaristic photographic mode before there was a considered diaristic mode« (Parr/Badger).

28 : 21 cm. 36 Blätter, davon 2 gefaltet. – Einband leicht berieben. – Luftballon wie meist mit den angrenzenden beiden Seiten verklebt, die Schallplatte lose, die Ziehharmonika verstummt.

Parr/Badger II, 144-145