ChristianHesse

Lot 1 – 50 | Hesse-Auktionen
Lot 1 – 50

1  Hans Baldung Grien. Die sieben Hauptsünd.

€ 500

Holzschnitt. 1511. 17,2 : 13,8 cm (29,5 : 18,7 cm).

Der bekannte Holzschnitt in einem prachtvollen, klaren Abdruck. – Veröffentlicht in »Granatapfel« mit Predigten Geiler von Kaysersbergs (Straßburg 1511). – Das Blatt aus dem Buch mit lateinischem Text am Oberrand, rückseitig mit dem deutschem Bildtitel.

In Passepartout. – Unbedeutend stockfleckig.

2  Albrecht Dürer. Der Reiter (Ritter, Tod und Teufel).

€ 2500

Kupferstich. 1513. 24,6 : 18,8 cm.

In der Platte monogrammiert und datiert. – Mit der Schramme im linken Hinterbein des Pferdes, die seit dem sechsten Zustand beschrieben wird. – Auf Bütten mit Wasserzeichen Adlerwappen mit Baselstab. – Klarer Druck wohl des 17. Jahrhundert.

Auf der Plattenkante geschnitten. – Winziger Eckverlust oben rechts.

Bartsch 98. – Meder 74 g

3  Leonhard Posch. Napoleon Bonaparte.

€ 3000

Porträtbüste, Gips. 1814. 11,4 : 4,5 : 4,0 cm. Signiert.

Rückseitig mit der eingeritzten Signatur und Bezeichnung: »Am 3. Januar 1814 nach dem Leben modelliert von L. Posch zu Paris«. – Leonhard Posch (1750–1831) wurde bereits in jungen Jahren seiner außerordentlichen Fähigkeiten wegen beim Porträtieren für Bildnismedaillons bekannt. Von 1803 bis 1810 lebte er, dem Ruf von Johann Gottfried Schadow folgend, in Berlin und fertigte dort zahlreiche Bildnismodelle (Menadier: »köstliche Bildnisse«) von Angehörigen der königlichen Familie, fürstlichen Personen, Offizieren, Gelehrten und Künstlern. 1810 ging er, nicht zuletzt der besseren Verdienstmöglichkeiten wegen, für vier Jahre nach Paris. Nach einem kurzen Aufenthalt in Wien kehrte er nach Berlin zurück. »Der letzten Zeit in der französischen Hauptstadt ist eine kleine vollplastische Arbeit zu verdanken, die in Poschs Werk eine Ausnahmestellung einnimmt (Anmerkung: Sonst ist keine nach dem Leben modellierte Porträtbüste von Poschs Hand bekannt.) […] Ist sie in Poschs Werk als vollplastische Arbeit schon eine Seltenheit, so wird ihr ikonographischer Wert bedeutsam durch die erstaunliche Tatsache, daß Napoleon in jenen für ihn bereits so kritisch gewordenen Tagen […] Zeit und Neigung gehabt hat, dem deutschen Künstler zu sitzen. Das Ergebnis überrascht vielleicht den, der von dem Antlitz des ›Korsen‹, des ›Imperators‹ eine andere, energiegeladene Vorstellung hat. […] Aber wir erinnern uns, wie ihn sein Kabinettssekretär Baron Fain […] geschildert hat: › […] Sein Blick war sanft, die Nase schön geformt, die Lippen anmutig geschwungen … ‹. […] Es bleibt nur zu bewundern, wie wiederum der Künstler dem kaum zollgroßen Köpfchen solche Lebenstreue zu geben verstanden hat« (Lothar Frede). – »Der Reisebericht Napoleons erwähnt diese Büste: ›3 janvier 1814 (lundi). – Ce jour-là, Léopold [sic!] Posch a modelé sa tête d’apres natur‹« (Katalog Posch, Nr. 892). – Diese Ausführungen finden sich als Würdigung des bis dahin einzig bekannt gewordenen Exemplars der Büste, das im Besitz von Johann Wolfgang von Goethe war und sich heute im Besitz des Goethe Nationalmuseums befindet. Der Dichterfürst wurde 1827 von Posch im Profil porträtiert. Dies geschah auf Empfehlung von Herzog Carl August von Sachsen-Weimar (»Halte ihm dein halbes Haupt willig dar und siehe freudebringend dazu aus«. – »Besonders [Poschs] nach dem Leben modellierten Darstellungen von Mozart (1788, 1789), Napoleon (1814, einzige vollplast. Büste) und Goethe (1827) gelten im Vergleich mit den vielen anderen Bildnissen dieser Persönlichkeiten als authentische, auch das Wesen der Dargestellten erfassende Porträts, abweichend von den bestehenden Konventionen« (Gerlind Werner).
Provenienz: 1971 als Geschenk von Wolfgang Vulpius an den Vorbesitzer. Vorher in dauerndem Familienbesitz Vulpius. Nach Untersuchungen von Renate Müller-Krumbach gelangte das Exemplar vermutlich aus dem Besitz von Christiane (Vulpius) und Johann Wolfgang von Goethes Sohn August, der ein großer Bewunderer Napoleons war, nach seinem frühen Tod (1830) in den Besitz der mütterlichen Familie. Denkbar ist, dass Goethe, der ja bereits einen Abguss besaß, diesen zweiten für seinen Sohn vom Künstler geschenkweise erhielt oder erwarb.

Literatur:
Lehnert/von Kühlewein, Der Bildhauer und Modelleur Leonard Posch. Berliner Münzblätter. NF II (1907), Nr. 72. – Menadier: Amtliche Berichter aus den Königlichen Kunstsammlungen, Jg. XXX (1909), Sp. 237ff. – Frede: Zeitschrift für Kunstwissenschaft, Bd. XII (1958), Heft 3/4, S. 179. – Werner: NDB XX, 647. – Müller-Krumbach (Hrsg): Verlassenschaften – Der Nachlass Vulpius. Weimar 1995.– Forschler-Tarrasch, Leonhard Posch. Berlin 2002

Minimal angestaubt, Sockel rückseitig mit sehr kleinen Flecken und einigen winzigen unbedeutenden Kratzern.

4  Otto Wagner. Teplitz.

€ 600

Acht Tuschpinselzeichnungen, Sepia über Bleistift, eine zusätzlich koloriert. Um 1840. Etwa 8 : 10 bis 10 : 17 cm. Bezeichnet.

Die dem Dresdner Maler Otto Wagner (1803–1961) zugeschriebene Folge der kleinformatigen, fein ausgeführten Sepiazeichnungen enthält Ansichten vom Teplitzer Schlossgarten (2), Theater, Steinbad, Schlangenbad, Schwefelbad sowie der nahegelegenen Orte Graupen und Mariaschein. 1846 erschien unter dem Titel »XVII Ansichten von Teplitz und der Umgegend« eine Folge von farbigen Lithographien des Künstlers. Otto Wagner, Bruder des für seine architektonischen Arbeiten bekannten Georg Wagner, war vor allem als Landschafts- und Dekorationsmaler tätig. Für einige Ansichten in Tromlitz’ Band über die Sächsische Schweiz in der Reihe »Das malerische und romantische Deutschland« lieferte er die Vorlagen. – Jede Zeichnung mit blauem Papier unterlegt und auf Kartonblätter montiert. – Ehemals Sammlung Franz Apelt, Zittau.

Thieme/Becker XXXV, 45f

5  Paul Cézanne. Portrait de Cézanne par lui-même (Cézanne au Béret devant un Chevalet).

€ 1500

Lithographie. Um 1898. 32,5 : 27,7 cm (63,5 : 47,8 cm).

Eins von etwa 200 Exemplaren in Grau, weitere 300 Exemplare wurden in Schwarz gedruckt. – Auf MBM-Bütten. – Für das unpubliziert gebliebene dritte »Album d’estampes originales der Galerie Vollard«. – Der Graudruck verstärkt die zeichnerische Wirkung des schönen Selbstporträts.

Leicht stockfleckig.

Melot 7. – Venturi 1158

6  Edouard Manet. Le philosophe.

€ 2000

Radierung und Kaltnadel in Braun. 1865/66. 27,1 : 16,1 bzw. 31,4 : 23,3 cm (42,5 : 28,5 cm).

Eins von nur 30 Exemplaren der ersten Auflage, gedruckt 1894 bei M. L. Dumont. Zu Lebzeiten Manets (1832–1883) entstanden nur wenige Einzelabzüge. – Prachtvoller Abdruck mit feinem Plattenton und schönem Grat in den Kaltnadelpartien. – Auf leicht grünlichem, fein gerippten Bütten. – Manets Philosoph erinnert an den Menippo von Goya, der wiederum von Velázques inspieriert wurde. – »Die radierte Fassung ist voller Licht und Atmosphäre. Gebrochene vertikale Striche modellieren behutsam die Figur […] Im Gegensatz dazu füllt die Hintergrundfläche ein lockeres Netz von Zick-Zack-Linien, eine Art Schattengebung, die dem Einfluss Canalettos zugeschrieben wurde, jedoch wohl eher auf Goya zurückzuführen ist, der diese Technik von den Tiepolos übernahm und sie in seinen frühen Radierungen nach Velázques anwandte« (Wilson 1977).
Ehemals Sammlung A. Barrion (Lugt 76, Prägestempel unten rechts) und Sammlung Gustav von Rath (Lugt 2772, Stempel rückseitig). – Südwestdeutsche Privatsammlung.

Rückseitig Montierungsspuren. – Blattrand unten links mit winziger Fehlstelle.

Moreau-Nélaton 35 (einziger Zustand). – Guérin 43. – Harris 47. – Wilson 1977, 42 und 1978, 50 (einziger Zustand)

7  Odilon Redon. La Tentation de Saint-Antoine.

€ 25000

(3e serie). Texte de Gustave Flaubert. 24 dessins sur pierre. [Paris, Ambroise Vollard] 1896. 24 Lithographien, davon eine Titelvignette, alle signiert. Lose in dunkelroter Originalhalbleinenmappe mit vergoldetem Titel.

Eins von 50 Exemplaren der ersten Ausgabe, vollständig mit allen 24 Blättern. – 23 Lithographien wurden auf dünnem Chinapapier gedruckt, in Versalien signiert und auf Velinkarton aufgewalzt, dort jeweils mit einem lithographierten Textzitat. – Die Lithographie auf dem Titelblatt wurde in Orange gedruckt und dieses neben dem Auflagenvermerk signiert.

Dieser umfangreichsten und maßgeblichen Tentation-Folge von Redon waren 1887/88 zwei kleinere Folgen vorausgegangen. Das Vorhaben, Text und Lithographien gemeinsam zu veröffentlichen, ließ sich zu Lebzeiten des Künstlers nicht mehr realisieren. Erst 1938 erschien eine Ausgabe bei Vollard, allerdings nur noch mit 22 der 24 Lithographien. – Odilon Redon (1840–1916), einflussreicher Vertreter des Symbolismus, benannte als seine künstlerische Absicht, »die Logik des Sichtbaren in den Dienst des Unsichtbaren« zu stellen. Damit wurde er Vorbild für viele Künstler der Zeit um 1900.
Auf dem Titelblatt eine ausführliche eigenhändige Widmung von Alfred Kubin: »S[einem] verehrten Freund Alois Samhaber, Pfarrer in Wernstein, zum nachträglichen Besitz und Erinnerung an Alfred Kubin | Zwickledt | August 1954«. – Alois Samhaber (1901–1964) war von 1937 bis zu seinem Tod Pfarrer in der oberösterreichischen Gemeinde Wernstein. Zu seinem Sprengel gehörte der Weiler Zwickledt, in dem Kubin einen alten Landsitz (»Schlössl«) erworben hatte und von 1906 bis zu seinem Tod 1959 lebte. Zwischen Kubin und Samhaber entwickelte sich eine enge Freundschaft. Samhaber durfte für Kubin in dessen letzten Lebensjahren die Korrespondenz führen, beriet ihn bei dem Erwerb des Vorlasses durch die Republik Österreich und betreute ihn am Ende seines Lebens auch geistlich. Kubin schenkte Samhaber immer wieder eigene Werke, Mappen, Bücher und Arbeiten anderer Künstler aus seinem Besitz. Nach seinem Tod erhielt das Land Oberösterreich etliche von Samhabers Kubinzeichnungen, wofür dieses die Kirche in Wernstein renovierte und neu gestalten ließ. – Die Schwester des Pfarrers, Rosa Samhaber (1913–2003), erbte die übrige Sammlung und war Leihgeberin für bedeutende Kubinausstellungen. Nach und nach verkaufte und verschenkte sie die Sammlung bis auf einen kleinen Bestand. Die Redon-Mappe wurde vom Vorbesitzer aus ihrer Sammlung erworben.
Alfred Kubin selbst nannte Redon, neben Max Klinger und Felicien Rops, als für sein Werk maßgeblichstes künstlerisches Vorbild. Und gerade die surrealen, gespensthaften Wesen und Situationen der »Tentation« und »Le Juré« finden sich in Kubins Zeichnungen. In seinem autobiographischen Roman »Die andere Seite« beschreibt Kubin eine Parisreise 1905. »Nebenbei konnte ich allerdings nicht widerstehen, den betagten Redon zu besuchen, der die Verehrung des Zeichners Kubin genoss. […] Es gelang mir auch, einige schöne und seltene Werke des Meisters zu erwerben«. – Mit ziemlicher Sicherheit hat Kubin die vorliegende Mappe bei dieser Gelegenheit erworben.

57,0 : 40,0 cm. – Mappe mit Schabspuren. – Vorwiegend in den Rändern leicht stockfleckig, vier Blätter mit schmalen Randknicken bzw. winzigen Randeinrissen. Vier Oberränder angestaubt.

Mellerio 134-157. – Vgl. Rauch 10, Jentsch, Vollard 26

8  38 Radierungen.

€ 600

Um 1890–1920. 16 Blätter signiert.

Inhaltsreiches Konvolut mit 38 Radierungen verschiedener Künstler des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. – Aus »Freunde graphischer Kunst«: Alois Kolb, »Sommerstudie«, Söhn HDOG 51009-4 (und 2 weitere). – Walter Tiemann, »Falstaff und Dortchen«, Söhn 51010-5. – Friedrich Görtitz, »Elbtal«, Söhn 51012-3. – Hans Alexander Müller, »Aus Italien«, Söhn 51012-5. – Friedrich Ritschel, »Schwäbische Flußlandschaft«, Söhn 51014-5. – Aus »Pan«: Sion Longley Wenban, »Landschaft«, Söhn 52602-1 und »Landschaft«, Söhn 53001-2 (und eine weitere). – Karl Stauffer-Bern, »Peter Halm«, HDO 52603-5. – Otto Fischer, »Gewitterstimmung«, HDO 52702-2 (und sieben weitere, davon drei signiert). – Maximilian von Fichard, »Motiv aus Straßburg«, HDO 52903-3. – Weitere 20 Radierungen von Paul Herrmann (vier, davon drei signiert); Max Pietschmann (vier, davon drei signiert); Georg Jahn (vier, davon eine signiert) sowie je eine signierte von Michel Fingesten, Walter Zeising, Ernst Oppler, Hermann Koenemann und Otto Westphal und je eine unsignierte von Fritz Pontini, Karl Rettich und Wilhelm Giese. – Etliche Graphiken rückseitig mit Sammlerstempel E. A. Buck und handschriftlicher Inventarnummer. – Fünf Radierungen stammen aus der Zeitschrift »Die Graphischen Künste«, Wien. – Fünf Beigaben.

9  Amadeo Modigliani. Femme nue couchée.

€ 200

Radierung. 9,8 : 14,8 cm (19,0 : 28,3 cm). In der Platte spiegelbildlich signiert.

10  Heinrich Vogeler-Worpswede. Silberbesteck »Tulipan«.

€ 700

1898/99. Dreiteiliges Besteck. 21,5 bzw. 24,5 cm.

Heinrich Vogeler, der auch Möbel, Keramiken, Bestecke u. a. Gebrauchsgegenstände entwarf, schuf mit seinem »Tulpenbesteck« einen wahren Klassiker. Die Besteck-Vorderteile wachsen als unterschiedlich geformte Blüten mit einem kurzen Stiel gleichsam aus der Umhüllung eines Tulpenblattes heraus. Damals wie heute in der Bremer Silberwarenfabrik M. H. Wilkens & Söhne gefertigt, wurde im Laufe der Zeit die hier vorliegende Originalfassung aus produktionstechnischen Gründen etwas modifiziert. Der hier noch elegant geschwungene Ansatz der Messerklinge wurde später wie allgemein üblich begradigt. – Mit Punzen und Stempeln, (Halbmond für Silber und Krone für Deutsches Reich), Meisterstempel und der Angabe zum Silbergehalt »800«, der Löffel zudem mit dem Manufakturstempel »Wilkens«.

Messergriff unten etwas bestoßen und aufgeplatzt. – Klinge wohl erneuert. – Die Laffe des Löffels leicht oxidiert.

11  Heinrich Vogeler. Exlibris Ida Perutz.

€ 250

Radierung. 1904. 10,0 : 8,0 cm (20,8 : 15,0 cm). Monogrammiert »HV«.

Radierung auf Bütten. – In der Platte unten bezeichnet »H. V.«.

Rief 101

12  Franz Marc. Exlibris Franz Marc.

€ 200

Lithographie. 1904. 7,1 : 7,2 cm (10,0 : 9,2 cm).

Frühe graphische Arbeit Marcs, noch ganz gegenständlich und dem Jugendstil verhaftet. – Sicher das schönste unter den Exlibris’ des Künstlers. – Auf weißem Papier. – Rückseitig Monogramm- oder Druckerstempel »SH« (?). – Aus dem Nachlass eines Druckers der Steglitzer Werkstatt, wo Marc zumindest dieses (und das folgende) Exlibris drucken ließ. Die Druckerei wurde 1900 von Fritz Helmuth Ehmcke, Friedrich Wilhelm Kleukens und Georg Belwe gegründet. – Tadellos erhalten.

Gutenberg-Katalog 7025

13  Franz Marc. Ex libris Paul Marc.

€ 200

Lithographie. 7,0 : 5,5 cm (9,9 : 7,7 cm).

Die zweite Fassung des Exlibris für den Bruder des Künstlers, nun mit dem Sockel links unten. – Auf weißem Papier. – Rückseitig mit Sammler- oder Druckerstempel »SH« (?, nicht bei Lugt). – Aus dem Nachlass eines Druckers der Steglitzer Werkstatt. – Tadellos.

Gutenberg-Katalog 7026

14  Zeitschrift für Bücherzeichen – Bibliothekenkunde und Gelehrtengeschichte.

€ 450

Organ des Ex-libris-Vereins zu Berlin. – [Ab Jahrgang XVII fortgesetzt als:] Exlibris, Buchkunst und angewandte Graphik. Jahrgänge III–XII, XIV–XIX und 26–28. Göritz, C. A. Starke 1893–1918. Mit zahlreichen, teils originalgraphischen Exlibris, Tafeln und Abbildungen. 13 Originalhalbleder- und drei Originalhalbpergamentbände, alle mit vergoldeten Titeln, sowie drei Halbleinenbände.

Recht umfangreiche Folge der frühen Jahrgänge. – Die ersten Jahrgänge wurden von Karl Emich zu Leiningen-Westerburg herausgegeben. Nach dessen Tod übernahm Walter von Zur Westen dieses Amt. – Die Zeitschrift berichtete über die Arbeit und Mitglieder des Exlibris-Vereins und veröffentlichte Beiträge zu historisch und künstlerisch bedeutsamen Exlibris, Sammlungen und Einbänden. Die Jahrgangsregister ermöglichen die Zuordnung vieler vorgestellter Exlibris zu den Künstlern.

Ca. 29 : 22 cm. – Lederrücken etwas brüchig, Halbleinenbände mit Bibliotheksschildern auf dem Rücken. – Alle mit Bibliotheks- und »Ausgeschieden«-stempeln. – Nicht kollationiert, kein Rückgaberecht.

15  Hugo Johnsson. Die Landschaft.

€ 400 ( R7 )

10 Linol-Schnitte. Um 1920. Ca. 20 : 23 cm. Signiert und bezeichnet.

Exemplar 2/10. – Jeweils als »Original Handdruck« bezeichnet. – Auf dünnen Japan und jeweils in Passepartout. – Mit einem elften Linolschnitt als Titelblatt. – Hugo Johnsson war 1919 Gründungsmitglied der Hamburgischen Sezession, trat aber nach Auseinandersetzungen über die künstlerische Qualität 1920 zusammen mit 13 weiteren Künstlern vorübergehend wieder aus der Vereinigung aus. – Sehr selten, wie auch jedwede biographische Information zum Künstler. – Dazu: Paul Hamann. Ohne Titel (Stadt am Hang). Linolschnitt. 1919. 35 : 24 cm (46 : 29 cm). Signiert, datiert und als »Handabzug 3« bezeichnet. Auf dünnem Japan. Auch Paul Hamann war Mitglied der Hamburgischen Sezession.

16  Fritz Dibbert. Hamburg, Petrikirche. – Hamburg, Rings um St. Jacobi.

€ 400 ( R19 )

Zwei kolorierte Holzschnitte. Um 1930. 46,5 : 28,5 cm. (62,5 : 48,0 cm). Signiert und betitelt.

Großformatige Handdrucke des Hamburger Künstlers (1896–1979), der vor allem durch seine architektonischen Darstellungen bekannt wurde. – Dazu: Chile-Haus. Holzschnitt. 1924. 44,0 : 32,0 cm (62,5 : 48,5 cm). – Hamburger Kirchen. Sechs Holzstiche, signiert und betitelt. Um 1929. 29,5 : 23,0 cm. Im Eigenverlag edierte Folge mit Ansichten der Bugenhagenkirche in Barmbek sowie Hamburger Hauptkirchen Michaelis, Katharinen, Nikolai, Petri und Jacobi. – Rudolf G. Binding. Das Chile-Haus in Hamburg. Hamburg, Holler um 1930. Mit einer Abbildung nach dem Holzschnitt von Fritz Dibbert. Originalbroschur. – Niederdeutsche Welt. Heft 9/1933. Mit einem Beitrag »niederdeutsche Nacksteingotik« und vier Abbildungen von Fritz Dibbert. Originalbroschur. – Aus dem Nachlass des Künstlers erworben.

17  Alexander Kanoldt. Aus Schwabing.

€ 600

Lithographie. 1927. 23,8 : 31,3 cm (28,8 : 36,4 cm). Signiert und datiert.

Auf Maschinenbütten. – Jahresgabe des Schlesischen Künstlerbundes, daneben nur fünf Privatdrucke auf Japan. – Blick über Baumwipfel eines Gartens auf das Häusergewirr jenseits der Gartenmauer. Im Hintergrund ein Kirchturm. Schöne Ansicht des damals wie heute beliebten Stadtteils der Münchner Bohème.

Etwas gebräunt und mit leichten Feuchtigkeitsspuren am Unterrand.

Ammann 34

18  Bruno Krauskopf. Edelknabe aus Herzog Ferrantes v. Paul Wegener.

€ 250

Tuschpinsel. 21 : 21 cm (35,5 : 25,5 cm). Signiert und betitelt.

Wohl unter dem Eindruck des Paul Wegener-Films »Herzog Ferrantes Ende«, der 1922 uraufgeführt wurde. – Wir konnten mindestens eine weitere Porträtzeichnung (»Richard« mit Widmung von 1927) im Handel nachweisen. – Auf dünnem Skizzenpapier, linker Rand mit Perforation. – Bruno Krauskopf (1892–1960) war seit 1916 Mitglied der Sezession Berlin. Er illustrierte einige Bücher, publizierte auch in Zeitschriften. 1933 emigrierte er nach Norwegen, später in die USA.

Unterrand umgefaltet. Etwas geknittert und mit kleinen Randeinrissen, oben rechts Tintenflecken.

19  Arminius Hasemann. 20 Tuschzeichnungen.

€ 1000 ( R19 )

Um 1910–1913. Etwa 20 : 15 cm. Signiert, datiert und teils betitelt.

Alle aus den ganz frühen Schaffensjahren. Noch vor dem Ersten Weltkrieg begab sich Arminius Hasemann (1888–1979) auf eine Reise durch Deutschland und Italien. Die zweite Wanderschaft ähnelte einer Walz, Hasemann reiste über den Schwarzwald, die Schweiz und Italien nach Nordafrika, Spanien und Frankreich. Seinen Unterhalt verdiente er sich als Lautenspieler. Vom Kriegsausbruch wurde er in Paris überrascht und kehrte nach Deutschland zurück. – Die Eindrücke der Reisen spiegeln sich in den Zeichnungen der frühen Jahre: Porträts von Damen, Tippelbruder mit Laute und Stock, Passanten, Händler, Akrobaten, Clowns sowie Freier und Kokotte, Toreros. – Nach Schriftvergleich wohl erst in den späten Lebensjahren signiert und datiert. Viele auf kariertem Skizzenbuchpapier, zum Teil in Passepartouts montiert. – Dazu: Sieben Holzschnitte aus »Vom edlen Weidwerk«. 1932. 53,0 : 37,5 cm. Signiert und datiert, teils als »HDr« bezeichnet und betitelt. Lose, teils in Passepartouts. In der Originalhalbleinenmappe mit Holzschnittvignette. Die vollständige, sehr seltene Folge enthielt wohl insgesamt zwölf Holzschnitte. Auf Bütten. Teils stockfleckig. – Zwei Holzschnitte als Beigabe.

20  Alexander Olbricht. Ober-Weimar.

€ 1000

Sieben kolorierte Radierungen. Um 1920. Ca. 5 : 6 bis 8 : 11 cm. Signiert, betitelt und bezeichnet.

Auf dünnem Japanpapier. – Von Olbricht in der Mappe eigenhändig als »handkolorierte Vorzugsdrucke« bezeichnet und dort signiert. – Titel: Haus mit Laube, Langgasse in Weimar, Pfarrhaus zu OberWeimar, Seifengasse in Weimar, Haus No. 188a OberWeimar, Weimar-Geraer Bahn, Der Gehädrich. – Alle Radierungen signiert, mit Reihen- und Einzeltitel, dem Zusatz »Vorzugsdr.« sowie einer Exemplarnummer bezeichnet. Alle in Passepartouts und diese in dunkelbrauner Kalbledermappe. Die Mappe angefertigt und signiert von Otto Dorfner, Weimar. Rückentitel, Olbrichts Monogramm auf dem Vorderdeckel, Deckelkantenfileten und Eckverzierungen wurden vergoldet. Die Innendeckel und Mappenflügel sind mit grünem Kleisterpapier bezogen. – Alexander Olbricht (1876–1942) kam 1899 nach Weimar und studierte an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule. 1902 begegnete er Marcus Behmer, mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verband. In den 1920er Jahren war er Professor an der Weimarer Hochschule für bildende Künste. – Tadellos schönes Exemplar.

17,5 : 23,0 cm (Kassette).

21  Richard Engelmann. Bildhauer-Radierungen.

€ 750

Sechs Radierungen. 1922. Ca. 19 : 19 – 19 : 30 cm. Signiert.

Eins von 20 nummerierten Exemplaren. – Innendeckel der Mappe mit eigenhändigem Editionsvermerk des Künstlers »Diese 6 Radierungen von meiner Hand erschienen in einer Auflage von XX Exemplaren. Dieses Exemplar trägt die Nummer 4.« Dort nochmals signiert und datiert »Weimar 1922«. – Die Radierungen auf bräunlichem Bütten, jede in Passepartout. – In der von Otto Dorfner, Weimar, angefertigten Originalhalbpergamentmappe mit vergoldetem Rückentitel und schönen blau-roten Tupfpapierbezügen. – Tadellos schön. – Richard Engelmann (1868–1966) wurde 1913 an die Großherzoglich-Sächsische Hochschule für Bildende Kunst Weimar berufen und leitete die Bildhauerabteilung, jedoch 1930 auf Betreiben des völkischen Akademiedirektors Paul Schultze-Naumburg wegen seiner modernen Kunstauffassung wieder entlassen.

49,0 : 33,5 cm (Mappe).

Nicht im Katalog Lindenau-Museum

22  Käthe Kollwitz. Kleines Selbstporträt.

€ 400

Kreidelithographie. 1920. 23,3 : 20,8 cm (32,3 : 24,1 cm). Rückseitig typographisch bezeichnet.

Auf glattem Karton. – Nach einigen Probedrucken erschien zunächst bei Richter, Dresden, eine signierte Auflage von 50 Exemplaren auf Japan. – Vorliegendes aus »Deutsche Graphiker der Gegenwart«, herausgegeben von Kurt Pfister, erschienen 1920 in Leipzig. – Dazu drei weitere Selbstbildnisse der Künstlerin, alle in Abdrucken der 1960er Jahre, ediert von A. von der Becke mit dessen Münchner Blindstempel: I. Selbstbildnis am Tisch. Endgültige Fassung. Radierung. 1893/1921. 17,8 : 12,9 cm (26,0 : 34,8 cm). – II. Selbstbildnis. Endgültige Fassung. Radierung 1912. 14,0 : 10,0 cm (34,8 : 25,3 cm). – III. Selbstbildnis. Radierung. 1921. 21,6 : 26,6 cm (38,0 : 53,7 cm.). – Alle auf gelblichem Velin. – Alle tadellos erhalten.

Knesebeck 162 I c sowie 21 VI b, 126 VII d 3 und 171 VI d

23  Christian Schad. Interieur.

€ 4000 ( R19 )

Kaltnadelradierung. 1916. 20,1 : 14,7 cm (30,3 : 23,0 cm). Signiert und datiert.

Druck in Dunkelbraun auf Bütten. – Nach Aussage von Marie-Luise Richter und Bettina Schad, der Witwe des Künstlers und Bearbeiterin des Werkverzeichnisses, existiert von der Radierung keine Auflage. Es erfolgten lediglich drei Abzüge zu Lebzeiten, ein Nachdruck erfolgte nie, die Druckplatte gilt als verschollen. – Wir konnten nur noch ein weiteres Exemplar auf Auktionen der letzten Jahrzehnte nachweisen, wobei es sich auch dabei möglicherweise um das hier vorliegende handeln könnte.

Rechts unten mit schwach sichtbarer, irreführender Nummerierung.

Nicht bei Richter, im Christian Schad-Archiv registriert

24  Erste Ganymed-Mappe.

€ 3000

München, R. Piper & Co Verlag der Marées-Gesellschaft Winter 1921. Zwölf signierte Originalgraphiken, eine koloriert. Mit Inhaltsverzeichnis lose in Halbleinenmappe mit Deckelschild.

Eins von 200 Exemplaren. – Die vollständige Mappenausgabe mit den signierten Originalgraphiken. – Radierungen von Max Slevogt (Nach der Dantebarke Delacroix’), Max Beckmann (Dostojewski II), Rudolf Grossmann, Bernhard Kretzschmar (Der Fleischerladen), Adolf Schinnerer (Der Kinderhirte) und Lovis Corinth (Tiergarten), Lithographien von Alfred Kubin (zwei: Stier auf der Alm; Jeremias), Karl Hofer (Javanische Tänzerin), Max Unold (Kinder auf der Straße), René Beeh (Der Bettler) und Rudolf Grossmann (Die Großmutter, koloriert) sowie einem Holzschnitt von Richard Seewald (Stadt Ascona). – Die Graphiken auf unterschiedlichen Papieren gedruckt, alle mit dem Trockenstempel der Marées-Gesellschaft, jede in Passepartout mit der blindgeprägten Nummerierung. – Die »Marées-Gesellschaft« wurde 1917 von Julius Meier-Graefe zum Andenken an den 1887 verstorbenen Künstler Hans von Marées gegründet. Seit 1919 erschienen jährlich die Ganymed-Jahrbücher der Gesellschaft, zu den Jahrgängen 3-5 je eine Mappe als »Beigabe« zur Vorzugsausgabe.

51 : 34 cm (Mappe). – Mappendeckel und -flügel erneuert, Rücken und Deckelschild original. – Die Radierung von Grossmann minimal stockfleckig, die Blätter von Kubin, Hofer, Unold und Corinth im Passepartoutausschnitt gebräunt.

Söhn HDOG 116. – Slevogt: Söhn 544. – Beckmann: Hofmaier 187 B a. – Kubin: Raabe 144 und 142. – Hofer: Rathenau L 169. – Seewald: Jentsch H 108 II. – Corinth: Müller 471

25  Zweite Ganymed-Mappe.

€ 3000

München, R. Piper & Co. Verlag der Marées-Gesellschaft Winter 1922. Zwölf signierte Originalgraphiken. Mit dem Textblatt (Inhaltsverzeichnis) in der Originalhalbleinenmappe mit Deckelschild.

Eins von 300 Exemplaren. – Die vollständige Mappenausgabe mit den signierten Originalgraphiken. – Radierungen von Felix Meseck (Landschaft mit Ziegen), Paul Kleinschmidt (Bei der Kartenschlägerin) und Rudolf Grossmann (Zigeunerwagen), Holzschnitte von Max Beckmann (Tanzende), Heinrich Campendonk (Die Bettler nach Bruegel), Richard Seewald (Aus dem Camposanto), Max Unold (In memoriam Rene Beeh), Franz E. Hecht (zwei: Aus dem Leben des Heiligen Franz nach Taddeo Gaddi; Die Stadt), Karl Rössing (Der eingebildete Kranke) und Peter Trumm (Coriolan und seine Mutter) sowie eine Lithographie von Karl Hofer (Novize II). – Die Graphiken auf unterschiedlichen Papieren gedruckt, jede in Passepartout mit der blindgeprägten Nummerierung. – Erschienen zur Vorzugsausgabe des vierten Jahrbuchs der Marées-Gesellschaft, von Julius Meier-Graefe herausgegeben. Das Buch enthielt sechs der hier auf großem Papier abgezogenen Graphiken.

51 : 34 cm (Mappe).

Söhn HDOG 117. – Beckmann: Hofmaier 228 B a. – Campendonk: Engels H 62. – Seewald: Jentsch H 116. – Hofer: Rathenau L 30

26  Kurt Schwitters. Komposition mit Kopf im Linksprofil.

€ 5000

Lithographie. 1921. 24 : 20 cm (37,8 : 27,3 cm). Signiert, im Stein monogrammiert und datiert.

Unnummeriertes Exemplar. – Auf getöntem, leicht fasrigen Papier mit dem Trockenstempel der Bauhaus-Mappen. – 100 nummerierte Abzüge auf »deutschem Papier« und weitere zehn auf Japan erschienen 1922 als Blatt 11 der Dritten Bauhaus Mappe (Deutsche Künstler). – Die einzige bei Schmalenbach/Bolliger aufgeführte Originalgraphik von Kurt Schwitters, die als Einzelblatt ediert wurde – die übrigen erschienen in Zeitschriften und Büchern. – Schönes, fleckenfreies Exemplar.

Oben mit kleinen Eckausrissen, wohl durch frühere Montage.

Schmalenbach/Bolliger 252. – Söhn HDOG 103-11

27  George Grosz. Dr. Breitscheid. Der schöne Rudi.

€ 6000

Rohr- und Tuschfeder. 1923. 65,1 : 52,3 cm. Betitelt.

Wohl für eine ganze Bildfolge »Abgeordnete« entstandenes Vollporträt. – Auf leicht getöntem Karton von Schoellerhammer. – In klassischer Pose und Schönheit porträtierte Grosz den SPD-Reichstagsabgeordneten Dr. Rudolf Breitscheid (1874–1944). Zunächst linksliberal engagiert wurde Breitscheid 1912 SPD-Mitglied und war nach Ende des Ersten Weltkriegs preußischer Innenminister. Im französischen Exil wurde er, gemeinsam mit dem ebenfalls emigrierten ehemaligen Reichsfinanzminister Rudolf Hilferding, Anfang 1941 verhaftet und an die Gestapo ausgeliefert. Hilferding wurde kurz darauf in einem Pariser Gestapogefängnis ermordet, Rudolf Breitscheid starb 1944 während eines allierten Bombenangriffs im Konzentrationslager Buchenwald. – Abgebildet wohl in der sogenannten »Stinnes-Nummer« der Satirezeitschrift »Das Forum«. – Rückseitig mit diversen Nummerierungen und Bezeichnungen des Künstlers (u. a. »Nr. 5 Abgeordneter«) sowie der Nachlass-Stempel mit Nummer »2 – 132 – 4«.
Ausstellungen: George Grosz. Tragik Groteske. Hamburg, Galerie Brockstedt 2003, KatNr. 25.
Provenienz: Nachlass des Künstlers. Hamburger Privatsammlung.
Die Zeichnung wird in den in Vorbereitung befindlichen Œuvrekatalog der Werke George Grosz’ von Ralph Jentsch aufgenommen. Wir danken für seine freundlichen Auskünfte.

Ränder minimal gebräunt, unten rechts kleine Knickfalte, Ecken mit je zwei Nadellöchern.

28  George Grosz. Bund der Aufrechten.

€ 10000

Rohr- und Tuschfeder. 1922/1923. 65,8 : 41,6 cm. In Tusche betitelt und mit Bleistift bezeichnet.

Montage von fünf nicht bezeichneten Porträts, eines zumindest durch das zugesetzte Hakenkreuz politisch verortet. – Der monarchistisch gesinnte »Bund der Aufrechten« wurde 1919 nach Abdankung Kaiser Wilhelms II. gegründet. Besonders wegen ihrer nicht zu dementierenden Beteiligung an dem Attentat auf Walter Rathenau wurde der Bund 1922 als »republikfeindlich« aufgelöst. Ob die Porträts tatsächliche Mitglieder des Bundes oder doch nur politische Prototypen darstellen, ist für uns nicht nachweisbar. – Mit Bleistift-Hinweisen des Künstlers »Jedes einzeln 1/1« und »Hackenkreuz zu oberem rechten Kopf« sowie Bemaßungsangaben. – Rückseitig diverse Bezeichnungen des Künstlers und Nummerierungen sowie der Nachlass-Stempel mit Nummer »3 – 64 – 10«.
Ausstellungen: Gli anni di Berlino. Mailand 1985, KatNr 118. – Die Berliner Jahre. Wien 1985, KatNr 118, später in Neapel, Hamburg, Paris, München, Salzburg, Graz, Berlin, Tel Aviv, Hannover 1985–1988. – George Grosz. Tragik Groteske. Hamburg, Galerie Brockstedt 2003, KatNr. 24 mit Abbildung. – Hauswedell & Nolte, Auktion 452/I (2014), Lot 45 mit Abbildung.
Provenienz: Nachlass des Künstlers. – Hamburger Privatsammlung.
Die Zeichnung wird in den in Vorbereitung befindlichen Œuvrekatalog der Werke George Grosz’ von Ralph Jentsch aufgenommen. Wir danken für seine freundlichen Auskünfte.

Etwas geknittert, besonders an den Rändern. – Restaurierter horizontaler Riss, dadurch Ausbleichung des Papiers.

29  George Grosz. P. S.: The Baby was saved.

€ 3000

Rohr- und Tuschfeder. 1941. 43,5 : 44,0 cm (59,2 : 46,0 cm). Betitelt.

Die Zeichnung entstand für »Ben Hecht. 1001 Afternoons in New York« (dort abgedruckt auf Seite 319). – Das Buch enthielt 85 Zeichnungen von George Grosz, jeweils eine zu jedem Kapitel, und erschien 1941 in der New Yorker Viking Press. Die Original-Buchausgabe liegt bei. – Der amerikanische Journalist Ben Hecht (1894–1964) stand schon mit den deutschen Dada-Künstlern in Kontakt. Unter anderem versuchte ihn der »Oberdada« Johannes Baader 1919 als Käufer für sein »Handbuch des Oberdadaismus« zu gewinnen. Nachdem sich Baader und Hecht nicht über den Preis einigen konnten (Baader hatte diesen mit 50.000 Goldmark festgelegt), kehrte der »Ehrendada« Hecht 1920 wieder in die USA zurück. Als erfolgreicher Drehbuchautor galt er als »Shakespeare von Hollywood« und blieb lebenslang mit George Grosz befreundet. – Mit Bleistift-Maßangaben für die Reproduktion, rückseitig mit dem Nachlass-Stempel und der Nummer »4 – 48 – 9«. – Die Zeichnung wurde auch in der deutschen Ausgabe des Buches (Insel Taschenbuch, 1992) reproduziert.
Ausstellung: George Grosz. Tragik Groteske. Hamburg, Galerie Brockstedt 2003, KatNr. 41 mit Abbildung.
Provenienz: Nachlass des Künstlers. – Hamburger Privatsammlung.
Die Zeichnung wird in den in Vorbereitung befindlichen Œuvrekatalog der Werke George Grosz’ von Ralph Jentsch aufgenommen. Wir danken für seine freundlichen Auskünfte.

30  Otto Dix. Matthäus Evangelium

€ 10000

in 37 Originallithographien. Berlin, Käthe Vogt 1961. 37 signierte Lithographien. Mit Titelblatt lose in Originalhalbleinenmappe.

Eins von nur 30 Exemplaren. – Jede Lithographie und auch der Druckvermerk signiert und nummeriert. – In kräftigem Schwarz auf feinstes Japanpapier gedruckt. Handabzüge bei Klibor, Berlin. – Enthält neben den 33 Lithographien der ebenfalls 1961 erschienenen Buchausgabe weitere vier, die dort nicht enthalten sind. – »Dix hielt sich in diesem letzten Zyklus von sklavischer Texttreue wie von illustrativer Gefälligkeit frei. Was ihn interessierte, war der szenische Reichtum des Stoffes, die Fülle an Ereignissen, an merkwürdigen und tragischen Situationen. So ist eine eher naive als im orthodoxen Sinne gläubige Interpretation entstanden, die an eine bekenntnishafte Äußerung von Dix erinnert. Befragt, ob er in der Religion wurzele, entgegnete er: ›In der Geschichte der Bibel. Es sind so wunderbare Bilder. […] Es ist das Bildhafte – das andere, das Moralische, das hat mich gar nicht interessiert.« (Hans Kinkel, zitiert nach Karsch). – Tadellos schönes Exemplar der seltenen Mappenausgabe.

43 : 35 cm (Mappe). – Vorderdeckel der Mappe mit zwei minimalen Farbspuren.

Karsch 235–271. – Tiessen II, 1

31  Max Kaus. Figürliche Komposition.

€ 1500

Gouache. 1950. 53,0 : 68,0 cm. Signiert, datiert und bezeichnet.

Aus der späteren Schaffensphase des berühmten Expressionisten der zweiten Generation. Max Kaus (1891–1977) war besonders mit Erich Heckel befreundet. Er zählte vor und nach dem Krieg zu den Mitgliedern des Deutschen Künstlerbundes, dessen Vorsitz er ab 1951 innehatte. – Verso nochmals handschriftlich bezeichnet »Max Kaus 50 Figurenkomposition«. – Vom Vorbesitzer 1964 erworben in der Galerie Obpacher, München.

In den Ecken kleine »Verletzungen« der obersten Papierschicht. – Verso mit Montierungsresten und einigen Bezeichnungen. – Gerahmt.

32  Max Kaus. Saul und David.

€ 800

Gouache. 1950. 52,5 : 68,0 cm. Signiert und betitelt.

Großformatige Arbeit, wie die vorherige in abstrakter Auflösung der figuralen Elemente. – Auch rückseitig bezeichnet »Max Kaus 1950 Berlin Wilm. Saul u. David«.

Am Unterrand kleine Farbverluste, am Oberrand auf Hartfaserplatte montiert. – Verso Reste von ehemaliger Montierung und Atelierspuren. – Gerahmt.

33  Max Kaus. Sechs Holzschnitte, davon zwei farbig.

€ 600 ( R19 )

1975. 20,0 : 20,5 cm (Blattformat). Signiert, datiert und nummeriert.

Jeweils zwei Holzschnitte in einem von 100 Vorzugsexemplaren des Ausstellungskatalogs »Max Kaus zum 85. Geburtstag. Gemälde, Gouachen, Zeichnungen und Graphik« vom 10. Mai bis 19. Juni 1976 in der Galerie Pels-Leusden, Berlin. – Von der Vorzugsausgabe erschienen drei Varianten mit unterschiedlichen Graphiken.

34a  Andreas Paul Weber. Publikum.

€ 400 ( R19 )

Tuschpinsel, laviert. Um 1960. 42,0 : 34,8 cm (56,0 : 47.7 cm). Signiert und betitelt, von fremder Hand (?) datiert »1959/60«.

Schöne großformatige Zeichnung. – Das dicht gedrängt sitzende Publikum folgt aufmerksam und sichtlich erheitert einer dem Betrachter verborgenen Darbietung. – Mit doppelter dünner Einfassungslinie. – Rückseitig eine weitere Zeichnung (Phantastisches Insekt, unsigniert).

35  Karl Schmidt-Rottluff. Ohne Titel (Stillleben).

€ 6000 ( R19 )

Tuschpinselzeichnung. 1967. 70,3 : 49,8 cm. Signiert, mit der Werknummer »67 25« bezeichnet und mit eigenhändiger Widmung.

Typisches Motiv aus der späten Schaffensphase: Von einem Distelzweig und einer Vase bleiben, da vor einem Fenster positioniert, die Silhouetten in Tiefschwarz sichtbar. – Auf festem, glatten Velin. – In schwarzer Tusche signiert, in Blei mit der Werknummer »67 25« bezeichnet und gewidmet »für HAP Grieshaber zum Gruss u. Dank«. – 1964 hatte HAP Grieshaber den Holzschnitt »Für Karl Schmidt-Rottluff« geschaffen.

Rückseitig mit einigen Zahlenangaben von fremder Hand.

36  Jean Arp. Sonia Delaunay. Alberto Magnelli. Sophie Taeuber-Arp.

€ 1200 ( R19 )

Zehn Farblithographien. 1950. 27 : 21 cm (38 : 28 cm). Im Druckvermerk signiert und nummeriert.

Eins von 150 Exemplaren, weitere 15 kamen nicht in den Handel. – Im Druckvermerk von Arp, Delaunay und Magnelli signiert und mit der Stempelsignatur der 1943 verstorbenen Sophie Taeuber-Arp. – Auf Velin d’Arches. – Die zehn Lithographien sind Gemeinschaftsarbeiten von jeweils zwei bis drei der vier Künstler, das graphische Inhaltsverzeichnis nennt die jeweils Beteiligten. – Gedruckt von Edmond und Jacques Desjobert, Paris. – Bezeichnet als »Album de Grasse« nach dem Ort des gemeinsamen künstlerischen Schaffens. Arp erinnert sich: »1941 flohen Sophie und ich von Paris nach Grasse, von wo wir in die Vereinigten Staaten auswandern wollten. In Grasse trafen wir mit Sonja Delaunay, Alberto und Susi Magnelli, unseren Freunden zusammen. […] Wir zeichneten, aquarellierten und lithographierten gemeinsam und schufen so eines der schönsten Bücher. Alle Arten des Zusammenarbeitens sind in diesem Buch erprobt worden. […] Trotz der unheilvollen Zeit gehört für mich die Arbeit jener Zeit zum Schönsten, was ich erlebt habe« (zitiert nach Arntz). – Die erst nach Kriegsende im Eigenverlag edierte Mappe erschien unter dem Verlagsnamen »Aux nourritures terrestres«, benannt nach dem Frühwerk von André Gide. – Mit dem fünffarbigen Titelblatt und einem Textblatt lose in Originalchemise und -schuber.

39,0 : 29,5 cm. – Schuber mit Feuchtigkeitsspuren. – 5 Lithographien am Rand wie meist etwas stockfleckig, davon 3 auch mit leichten Stockflecken in der Darstellung.

Monod 529. – Arntz 317–325. – Hagenbach B 126

37  Eduard Bargheer. Ohne Titel.

€ 1000

Aquarell über Bleistift. 1964. 31,0 : 47,5 cm. Signiert und datiert.

In Braun aquarellierte Landschaft, Hintergrund in Gelb, Ocker und Rosa lasiert. – Auf Bütten. – Aufwändig gerahmt. – Dazu: Sahara. Lithographie. 1966. 32,4 : 45,4 cm (44,0 : 64,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert. Exemplar 6/75. Auf Velin. Ediert vom Fackelträger-Verlag Hannover zum 50. Jubiläum der dortigen Kestner-Gesellschaft.

Beigabe: Rosenbach 239

38  Eduard Bargheer. Ohne Titel.

€ 1000

Aquarell. 1964. 47,5 : 31, 5 cm. Signiert und datiert.

In nuancierten Brauntönen aquarellierte Landschaft. – Auf Bütten. – Aufwändig gerahmt. – Dazu: Eduard Bagheer. Drei Radierungen aus »Albert Camus. Der Gast.« 1965. Signiert, eine nummeriert. Wie die Suiten der Vorzugsexemplare auf Japan. Blätter 4, 5 und 6 der Folge. Ediert von Gotthard de Beauclair in seinem Verlag »Ars librorum«. – Eine Beigabe.

Radierungen: Rosenbach 202–204 und 199

39  Georges Braque. Tête II.

€ 2500

Zweifarbige Radierung. 1952. 16,0 : 20,0 cm (18,5 : 27,2 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 13/13. – Auf feinem, fasrigen Japan. – Das Motiv entstand 1950, zwei Jahre später ergänzte Braque die Graphik um die blauen Partien.

Vallier 76 (mit falschen Bemaßungen)

40  Marc Chagall. Manilov. – Rencontre d’un paysan. – Le vieux parc de Pliouchkine. – Pliouchkine à la porte. – Le père de Tchitchikov lai donne une correction.

€ 1000

Fünf Radierungen aus »Gogol, Les âmes mortes«. 1927. Ca. 29 : 22 cm (38 : 28 cm). In der Platte signiert.

Je eins von 50 Exemplaren auf Japon Nacré. – Die Blätter 8, 40, 42, 43 und 91 aus der Suite zur Vorzugsausgabe. – Gedruckt 1927 bei Louis Fort, Paris. – Die Buchausgabe erschien erst 1948 bei Tériade, Paris.

Aus Cramer 17. – Slg. Sprengel I, 367, 8, 40, 42, 43 und 91

41  Marc Chagall. La berger et la mer.

€ 900

Radierung. 1952. 29,8 : 23,8 cm (41,4 : 33,6 cm). Signiert und nummeriert.

Eins von 45 Exemplaren auf Montval-Bütten. – Blatt 41 aus »Jean de La Fontaine. Fables«, hier aus der Suite zur zweiten Vorzugsausgabe. – Das Werk mit insgesamt 100 Radierungen erschien 1952 bei Tériade in Paris.

Seitliche Ränder und schmal auch der obere und untere gebräunt.

Aus Cramer 22. – Slg. Sprengel I, 378, 41

42  Marc Chagall. La place de la Concorde.

€ 600

Farblithographie. 1963. 39,0 : 30,0 cm.

Eins von 20 Exemplaren. – Aus der unsignierten Suite auf Velin d’Arches zur zweiten Vorzugsausgabe von »Regards sur Paris«, ediert von André Sauret, Paris. – Gedruckt von Mourlot Frères. – Tadellos.

Mourlot 352. – Aus Cramer 53

43  Salvador Dalí. Huit péchés capitaux.

€ 3000

Acht Farbradierungen. 1966/67. 19,0 : 14,0 cm (44,5 : 31,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 104/125 (Gesamtauflage 160). – Auf Velin Rives. – Gedruckt im Atelier Rigal und ediert von W.U.C.U.A, Vaduz. – Die Folge enthält je eine Radierung zu den sieben Todsünden: Stolz, Geiz, Unkeuschheit, Zorn, Unmäßigkeit, Neid und Trägheit. Die achte Radierung ist betitelt »Le Dalinien«, eine surrealistische Figur, deren Benennung Dalí von seinem eigenen Namen ableitete. – Jede Radierung in einem grauen Umschlagblatt mit dem Bildtitel in Deutsch, Französisch und Englisch. – Zusammen mit drei Doppelblättern, davon eins mit Titel und Druckvermerk, in Originalumschlag und Originalleinenkassette. – Innen tadellos erhalten.

Eine Kassettenkante etwas gebräunt.

Michler/Löpsinger 161–168

44  Salvador Dali. Infra-terrestres … croyait insecte.

€ 450 ( R19 )

Radierung auf Farblithographie. 1974. 74,5 : 55,0 cm (85,7 : 61,0 cm).

Probeabzug der Farblithographie aus der Folge »La conquète du cosmos« (Die Eroberung des Kosmos).

Michler/Löpsinger 649

45  Salvador Dali. Les rinden las máquinas fosfénicas.

€ 400 ( R19 )

Radierung mit Pochoirkolorierung. 1977. 23,0 : 17,5 cm (44,5 : 31,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 20/200. – Blatt 34 aus der Folge »Les Caprices d’après Goya«. – Auf Bütten »BFK Rives«.

Michler/Löpsinger 881

46  Salvador Dali. Si.

€ 400 ( R19 )

Radierung mit Pochoirkolorierung. 1977. 23,0 : 16,0 cm (44,5 : 31,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 20/200. – Blatt 37 aus der Folge »Les Caprices d’après Goya«. – Auf Bütten »BFK Rives«.

Michler/Löpsinger 884

47  Salvador Dali. Pedestal para un mundo.

€ 400 ( R19 )

Radierung mit Pochoirkolorierung. 1977. 23,0 : 17,5 cm (44,5 : 31,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 20/200. – Blatt 78 aus der Folge »Les Caprices d’après Goya«. – Auf Bütten »BFK Rives«.

Michler/Löpsinger 925

48  Salvador Dali. Reflejos de luna.

€ 400 ( R19 )

Radierung mit Pochoirkolorierung. 1977. 23,0 : 17,0 cm (44,5 : 31,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 20/200. – Blatt 79 aus der Folge »Les Caprices d’après Goya«. – Auf Bütten »BFK Rives«.

Michler/Löpsinger 926

49  Werner Gilles. Landschaft.

€ 1000

Öl auf Leinwand. 1913. 37,5 : 51,0 cm. Signiert und datiert.

Rückseitig handschriftlich betitelt »Hügel […] Landschaft« und mit zwei Nachlassstempeln versehen. – Stimmungsvolles und wohl eins der frühesten erhaltenen Werke des Künstlers. – Die pastos aufgetragene Farbe unterstreicht die Plastizität der Wolken. – »Gilles erzählt, daß er von seinem sechsten Lebensjahr an immer gezeichnet und gemalt habe. Erhalten ist davon nichts außer […] einigen Blättern aus der Schulzeit, die er selbst in ›impressionistischer Art‹ nennt. Als Primaner machte Gilles in den Sommerferien 1913 eine Studienreise nach Holland zusammen mit [Otto] Pankok, der ein Jahr älter ist, zwei Jahre früher Abitur gemacht hatte und damals schon an der Düsseldorfer Akademie studierte« (Alfred Hentzen, Werner Gilles, 1960, S. 19). – Werner Gilles (1894–1961) war unter anderem Bauhausschüler bei Lyonel Feininger. Nach seiner ersten Italienreise kehrte er nochmals ans Bauhaus zurück, 1923 verließ er Weimar und reiste wieder nach Italien, Frankreich und mehrfach ins Rheinland, nach Berlin, an die Ostsee und nach Norwegen. »Seine Bildvorstellungen wurzeln in Landschafts-Eindrücken, nicht nur in den eigentlichen Landschaften, die einen breiten Raum in seinem Werk einnehmen, sondern auch in den figürlichen Kompositionen, in denen mythische und dichterische Vorstellungen neue Wirklichkeit gewinnen« (Alfred Hentzen, NDB VI, 397). – Vom Vorbesitzer 1969 durch Vermittlung von Walter Hummelsheim aus dem Nachlass des Künstlers erworben.

Die Farbe teils brüchig und an einigen Stellen abgeblättert. In den Ecken Nadellöcher. Rückseitig am Oberrand Montierungsreste.

50  Werner Gilles. Drei Männer am Hafen.

€ 2000

Öl auf Malkarton. [1941]. 49,5 : 64,5 cm. Signiert.

Das Motiv der drei männlichen Figuren findet sich in Zeichnungen und Gemälden der 1940er Jahre wiederholt in Gilles Œuvre. – Rückseitig handschriftlich betitelt. – Vom Vorbesitzer 1969 durch Vermittlung von Walter Hummelsheim aus dem Nachlass des Künstlers erworben.

Blattecken mit kleinen Nadellöchern. Rückseitig am Oberrand Montierungsreste. 3 kleine Einrisse am linken Rand.