ChristianHesse

Lot 101 – 150 | Hesse-Auktionen
Lot 101 – 150

101  Zum Lobe des Bilderhändlers Otto Lutz.

Schätzpreis/Estimate: € 1200 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 800 ( R7 )

Stuttgart, Hatje 1962. Mit 36, davon 24 signierten Original-Graphiken und einigen Textillustrationen. Originalbroschur mit Holzschnitten auf den Deckeln und gelbem Pergaminumschlag.

Almanach zum 60. Geburtstags des Stuttgarter Galeristen, der nur wenige Monate später verstarb. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Graphiken und der Trökes-Radierung. – Der ausführliche Druckvermerk, der auf die Varianten des Almanachs hinweist, wurde von Margot Fuerst zusammengestellt. – Jede Graphik mit einem Seidenpapiervorblatt mit der faksimilierten Signatur. – Enthält sieben Holzschnitte, drei Farblinolschnitte, 22 Lithographien und vier Radierungen, u. a. von Erich Heckel (Stillleben mit Holzfigur, Dube I 432 b), Ida Kerkovius, Adolf R. Fleischmann, Max Ackermann (nur in der Platte signiert), Georg Muche, Camille Grasser, Walter Wörn, Albrecht von Urach (Plattensignatur), Walter Renz, Fritz Ruoff (Plattensignatur), Oskar Koller, Cuno Fischer, Walter Grab (Plattensignatur), Alfred Wais, Gustav Schleichen, Kurt Weinhold (Plattensignatur), Heinz E. Hirscher (Plattensignatur), Irma Nesch (Plattensignatur), Willi Vogt, Asta Ruth Soffner, Hans-Martin Erhardt, Willi Hahn, Jürg Spiller, Lothar Quinte (Plattensignatur), Zao Wou-Ki (Plattensignatur), Emil Kiess, Heinz Trökes, Emil Schumacher (Plattensignatur), Heinz Schanz, Walter Stöhrer, Horst Antes, Wolfgang Barth (Plattensignatur), Alfred Eichhorn, Gudrun Krüger, Werner Schreib (Plattensignatur) und HAP Grieshaber. – Beilage: Traueranzeige Otto Lutz November 1962. – Vorzugsexemplare sind sehr selten geworden. – Sehr schön erhalten.

22,0 : 16,2 cm. 90 Seiten (einschließlich der paginierten Seidenblätter), 36 Graphiken. – Buchblock neu eingehängt.

Spindler 119, 26. – Fürst 62/14-16. – Fichtner-Bartelke 170

102  Dé-coll/age 5.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

Happenings – Stücke – Partituren. 1966.

Eins von 500 Exemplaren. – Herausgegeben von Wolf Vostell erschienen von 1962–1968 sieben Ausgaben im Frankfurter Typos Verlag. – Nahezu vollständiges Exemplar – ohne Joseph Beuys’ »Zwei Fräulein mit leuchtendem Brot« (die berühmte Textrolle mit montierter Schokolade). – Enthalten sind die Arbeiten von René Block, Claus Bremer, Henning Christiansen (doppelt vorhanden), Hansjoachim Diederich (Plastikhaken auf gelbem Karton, rückseitig signiert), Ludwig Gosewitz (Papierobjekt), Dick Higgins, Bernhard Hoeke, Allan Kaprow, Franz Mon, Ben Patterson (Papierobjekte), Eckart Rahn (Tonbandfragment mit Aufnahme des berühmten Happenings »24 Stunden«), Gerhard Ruehm, Vagelis Tsakiridis, Ben Vautier (»Spucke«, Heftpflastercollage), Wolf Vostell (Skelett, Farbpigment in Folienhülle), Zeitungsfaksimile und von fünf Mitgliedern der Gruppe ZAJ. – Bei Objekten ohne Angabe handelt es sich um Offsetdrucke. – Lose in der Originalumschlagmappe.

28,0 : 21,5 : 3,5 cm. – Mappe mit zwei Einrissen, im Deckel und in einer Lasche. Die Umschlagmappe etwas flachgedrückt.

Archiv Sohm 111

103  Das Berliner Konzert »selten gehörte musik«.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Plakat. Offsetdruck. 1974. 49,5 : 56,5 cm. Von sieben Künstlern signiert.

Exemplar 7, stempelnummeriert, einer unbekannt niedrigen Auflage. – Mit Bildbeiträgen von sieben der acht am Konzert beteiligten Künstler und von diesen signiert: Christian Attersee, Günter Brus, Hermann Nitsch, Arnulf Rainer, Gerhard Rühm, Dominik Steiger und Oswald Wiener. – Dieter Roth, der ebenfalls teilnahm, ist auf dem Plakat nicht vertreten. – Gerhard Rühm erinnerte sich 1992: »Von unserem ersten öffentlichen Auftritt mit ›selten gehörte musik‹ [München, Mai 1974] animiert, planten wir gleich ein weiteres Konzert, bei dem der enge Kreis durch einige geschätzte Freunde erweitert werden sollte. Oswald Wiener schlug als Aktionsraum die ›Kirche zum Heiligen Kreuz‹ in Berlin-Kreuberg vor […] und so fand dort am 27. September 1974 ›selten gehörte musik‹ in grossem Rahmen vor grossem Publikum statt. Beteiligt waren [es folgen sieben der acht Namen] und Arnulf Rainer, der stumm als Grimasseur und Verrenkungskünstler mitwirkte. Die Veranstaltung gewann nicht nur, was Aufwand, Resonanz und Dauer betrifft, fast monumentale Züge, sie steigerte sich zeitweise auch zu exzessiven, geradezu extatischen Höhepunkten. Brus, der manisch immer denselben Ton in einer Art Alphorn geblasen hatte, verlor gar vorübergehend das Bewusstsein.« (zitiert nach Dobke, Dieter Roth, Musik S. 84). – Tadellos erhalten.

104  Rheinische Bienenzeitung.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1400

Heft 12/1975 mit 12 (statt 13) Originalarbeiten. 24 : 17,5 cm. Signiert.

Exemplar 1/34. – Die von Constantin Post, Köln, edierte »Vorzugsausgabe« zum beiliegenden Heft der Bienenzeitung enthält: Joseph Beuys (gefalteter Offsetdruck, Schellmann 152), Bernhard Johannes Blume (Weltanschauung Bienenhonig, Kugelschreiberzeichnung), George Brecht (Fotografie), Günter Brus (Collage auf Fotografie), Michael Buthe (überarbeitete Fotokopie), Robert Filliou (beschriftete Fotografie), Jürgen Klauke (Fotografie), Rune Mields (je eine Bleistift- und Tuschfederzeichnung), C. O. Paeffgen (Offsetdruck), Heinz Günter Prager (Farbstiftzeichnung über Offset), Ulrike Rosenbach (Fotografie mit Hausmann-Zitat) sowie Bernard Schultze und Ursula (Radierung, Heuer B 13). – Jeweils signiert bzw. monogrammiert, meist datiert und bezeichnet. – Es fehlt die aquarellierte Bleistiftzeichnung von F. Marx, dafür eine zweite Kugelschreiberzeichnung von Bernhard Johannes Blume (Fensterblume, Biene erwartend). – In der Originalkartonschachtel mit dem Deckelschild. – Beiliegende Notiz des Verlegers »ohne F. Marx u. [irrtümlich] Zeitung«. – Ehemals Kölner Privatsammlung.

Die Kartonschachtel beschädigt.

105  Pareidolien.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

13 Radierungen, eine koloriert. 1974. 59 : 42 cm. Neun signiert, alle nummeriert.

Exemplar 27/100. – Druckgraphik aus dem Niederösterreichischen Landeskrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Klosterneuburg. Aus dem Geleitwort von Leo Navratil »Die hier vorliegenden Radierungen haben nichts mit Kunst zu tun. […] Die Kunstlosigkeit garantiert die Authentizität dieser Kunst.« – Enthält je eine Radierung von Franz Artenjak, Josef Bachler, Anton Dobay, Johann Hauser, Franz Kamlander, Johann Korec, Rupert Lang, Max (pseudonym), Otto Prinz, Josef Till, Oswald Tschirtner, August Walla und Erich Zittra. – Alle Radierungen wurden bei Walter Fischer in Wien auf Velin gedruckt. – Lose in der Originalleinenmappe mit handgeschriebenem Deckelschild und zwei eingeklebten Textblättern. – Die Wiener Galerie »Nächst St. Stephan«, die der Priester Otto Mauer (1907–1973) in den Räumen der verlassenen Neuen Galerie Otto Kallir 1954 gegründet hatte, stellte neben avantgardistischer und informeller Kunst 1970 und 1972 auch bildnerische Arbeiten und Graphiken von Patienten des Klosterneuburger Krankenhauses aus. – Selten.

106  Gerhard Naschberger / Franz-Josef Heumannskämper. Der Mensch. Der Ufa-Palast.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Köln, Constantin Post 1985. 22 Texttafeln, zwei Tuschfederzeichnungen, Titelblatt, Textblatt und Druckvermerk. Lose in roter Originalleinenkassette.

Exemplar 12/100. – Die Zeichnungen, je eine von beiden Künstlern, monogrammiert und datiert, auf dem Blatt mit dem Druckvermerk von beiden signiert. – Gerhard Naschberger (1955–2014) gründete 1980 zusammen mit Adamski, Bömmels, Dahn und Dokoupil die Künstlergruppe Mülheimer Freiheit. 1983 arbeitete er bei der Inszenierung »Dadazuerich« erstmals mit dem Regisseur und Performance-Künstler Franz-Josef Heumannskämper zusammen. – Die Zeichnungen auf Bütten, die Texte auf festem weißen Karton.

23,5 : 16,5 : 5 cm (Kassette).

107  Mappenwerke – Bauen Wohnen Denken – Martin Heidegger inspiriert Künstler.

Schätzpreis/Estimate: € 5000

Zuschlag/Hammerprice: € 3200

Neun Originalgraphiken. 1994. 80,0 : 60,5 cm. Alle signiert und nummeriert, meist datiert, teils betitelt.

Exemplar 59/100. – Ediert von der Deutschen Bank im Rahmen der »Initiative Pro Deutsches Architektur-Museum«. – Mit je einer signierten Originalgraphik von Claus Bury (Farblithographie), Eduardo Chillida (Zweifarbige Radierung), Ludger Gerdes (Farbserigraphie), Erwin Heerich (Offsetlithographie), Thomas Huber (Radierung), Per Kirkeby (Farbserigraphie), Mathias Völcker (Serigraphie), Marjan Voiska (Farbradierung) und Stefan Wewerka (Radierung). – Eduardo Chillida schuf u. a. für die Frankfurter Deutsche Bank Bauspar AG die Metallskulptur »Hommage an Heidegger«. – Jede Graphik in einem bedruckten Doppelblatt. – Mit dem Titelblatt in der Originalholzkassette.

108  Mappenwerke – Pro Deutsches Architektur-Museum.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausrufpreis/Starting bid: € 2000

Acht Farbserigraphien. 1994. 60,5 : 80,0 cm. Alle signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 48/100. – Ediert von der Deutschen Bank Bauspar AG. – Mit vielfarbig serigraphierten künstlerisch gestalteten Entwürfen und Plänen folgender Architekten: Josef Paul Kleihues (Maasprojekt Rotterdam), Heinz Hilmer, Oswald Mathias Ungers (Haus Glashütte), Heinz Bienefeld, Gottfried Böhm (Wohnbebauung Berlin Hasenheide), Otto Steidle, Frei Otto (Atlantis-Projekt »Mariposa«, Teneriffa) und Jochem Jourdan. – Auf BFK Rives. – Jede Graphik in bedrucktem Doppelblatt, zusammen mit einem Textblatt (Einleitungen von Vittorio Magnago Lampugnani und Hans Wielens sowie das Inhaltsverzeichnis) in der Originalholzkassette.

109  Richard Wagner zum 200. Geburtstag.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 140

Zwei Porträts [Radierungen] von Hubertus Giebe und Sighard Gille. Leipzig 2013.

Exemplar VII/X, weitere 40 Exemplare waren für den Verkauf bestimmt. – Hubertus Giebe. Richard Wagner. Aquatinta. 37,0 : 24,5 cm. – Sighard Gille. R. W. Kopfputz. Kaltnadel. 38,5 : 29,7 cm. – Beide auf Bütten (46 : 34 cm), beide signiert, datiert, nummeriert und betitelt. – Lose in Textleporello und Originalhalbleinenmappe mit -schuber. – Die Edition wurde vom Rat der Stadt Leipzig zur Förderung der Ausstellung »Weltenschöpfer. Richard Wagner, Max Klinger, Karl May« ediert.

110  Marino Marini. Olympia.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Farblithographie. 1972. 86,0 : 63,5 cm.

Auf festem Velin. – Überarbeitete Fassung der Lithographie »Idea del cavaliere«. – Gedruckt wohl bei Mourlot, hier der Zustand ohne die Schrift vor der Verwendung als Plakat für die Olympischen Spiele 1972. –Tadellos.

Vgl. Guastalla 264

111  Marino Marini. Le Sacre du printemps III.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Farblithographie. 1974. 52,3 : 39,3 cm (64,5 : 50,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 42/75. – Auf Vélin d’Arches. – Blatt 3 der achtteiligen Folge, die 1973/44 von der »Société Internationale d’Art XXe Siècle« herausgegeben wurde, sechs Jahrzehnte nach der Uraufführung von Stravinskys Schlüsselwerk der musikalischen Moderne. – Gedruckt bei Mourlot, Paris.

Guastalla 313

112  Marino Marini. Giocoliere.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Radierung und farbige Aquatinta. 1977. 27,2 : 19,8 cm (48,3 : 38,2 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar II/L, weitere 100 Exemplare wurden arabisch nummeriert. – Auf Vélin d’Arches. – Mit dem Trockenstempel »Il Cigno Stamperia d’Arte«. – Sehr ähnlich der Farblithographie »Giocolieri« von 1955.

Die breiten Ränder hinter dem Passepartout leicht verfärbt.

Guastalla 337

113  Jonathan Meese. Dietrich von Bern in Drachenhaut. – Siegfried im Turmzimmer. – Hagen von Tronje.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Drei Farbholzschnitte. 2005. 75,5 : 57,0 cm. Jeweils signiert und datiert.

Aus der Folge »Rittertum des Raubtiertums der Vorstaatshermetik […]«. – Die Folge enthielt die drei Holzschnitte in jeweils zwei Farbstellungen, teils auf farbigem Papier gedruckt. – Farbfrische, kräftige Drucke auf weißem und starkem Velin von Somerset. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung, Hamburg.

Griffelkunst 319 C1, C 5 und C 6

114  Christian Megert – G[erhard] J[ohann] Lischka. Der Raum und das Selbst.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Ein Glasbuch von C. Megert. [1975] Neun Glasplatten mit serigraphierten Texten zwischen verspiegelten Glasplatten-Buchdeckeln, zum Buch gebunden. Zusammen mit zwei losen Textblättern in gepolsterter Originalholzkiste mit Metallverschlüssen.

Exemplar 9/20. – Ediert im Eigenverlag des Künstlers. – Titelblatt von Lischka und Megert signiert, der neunteilige Text auf einem Xeroxblatt beiliegend. – Das faszinierende Buchobjekt des Schweizer Objektkünstlers entstand unter Verwendung eines Textes des Berner Kulturphilosophen Gerhard Johann Lischka (geboren 1943). – Christian Megert, geboren 1936, war Mitbegründer der internationalen Künstlergruppe »Nouvelle Ecole Européenne« (N.E.E.) in Lausanne sowie der Galerie Aktuell in Bern und stand der Künstlergruppe ZERO nahe. Seit Veröffentlichung seines Manifests »Ein neuer Raum« im Jahr 1961 konzentrierte er sich in seiner Arbeit auf Objekte und Environments mit Spiegeln und Glas. Von 1976 bis 2002 war er Professor für Integration bildender Kunst und Architektur an der Kunstakademie Düsseldorf. – Gewichtig und gut erhalten.

30,0 : 31,0 cm (Buchobjekt), 37,0 : 33,5 cm (Holzkiste).

115  Joan Miró. Pour »Miró Lithograph I«.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Ausrufpreis/Starting bid: € 3000

Zwei Farblithographien. 1972. 33,0 : 26,0 cm (33,0 : 51,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplare 141/150. – Auf Velin d’Arches, jeweils auf gefaltetem Doppelblatt. – Als Beilagen der hier vorliegenden Vorzugsausgabe des Werkverzeichnisses Michel Leiris und Joan Mourlot. Joan Miró. Der Lithograph I. Paris, Maeght 1972. Mit weiteren zwölf blatt- und doppelblattgroßen Farblithographien im Buch und auf dem Umschlag. Originalleinenband im Schuber.

Mourlot 855–856 sowie 854 und 857–867

116  Joan Miró. Poesie de René Char.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Farblithographie. 1976. 73,5 : 53,5 cm. Im Stein signiert.

Exemplar 362/500. – Auf Velin d’Arches. – Gedruckt und verlegt von Maeght, Paris. – In fünf Farben und partiell mit Mattlack gedruckt.

Oben mit sehr leichtem senkrechtem Knick.

Mourlot 1096

117  [José] Ortega. La Moisson.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Acht Farblithographien (in je zwei Abzügen) und eine Farblithographie. 1965. 22 : 18 cm (50 : 32,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar XVIII/XXVI. – Aus der dritten Vorzugsausgabe, mit der Radierung und den Lithographien auf Japon nacré und einer zusätzlichen Suite der Lithographien auf »Vélin d’Arches«. – Gedruckt bei Desjobert et Leblanc in Paris, die Texte nach der Handschrift des Künstlers. Kupferplatte und Lithosteine wurden nach dem Druck zerstört. – Zusammen mit Titelblatt und Druckvermerk in Originalleinenkassette mit Deckelschild. – José Ortega (1921–1990), bei Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges fünfzehn Jahre alt, war zu dieser Zeit schon ein oppositioneller Künstler. Als Mitglied der Kommunistischen Partei Spaniens wurde er 1947 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Nach seiner Begnadigung erhielt er 1953 ein Stipendium der französischen Regierung, um an der Ecole Estienne und später an der Kunsthochschule in Paris zu studieren, auch als Schüler von Picasso. Nach einigen Jahren im Untergrund 1960 bis 1970 ging er nach Paris ins Exil. Er zählte zu den herausragendsten und oft ausgezeichneten spanischen Künstler der neuen Generation. – Sehr selten.

Mappeaußenkante mit größerem Fleck.

118  Hans Ostendorf. Acht Radierungen.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

1968. 62 : 49 cm. Signiert und nummeriert. Lose Blätter zusammen mit Titelblatt in Originalleinenmappe.

Exemplar 12/20. – Privatdruck, ediert und mit einer Einleitung des Beuys-Sammlers und Kunsthistorikers Franz Josef van der Grinten: »Hans Ostendorfs Verhältnis zur Schrift ist vor allem dieses formale. […] Das große A also ist Gegenstand der ganzen Suite. […] Zur Hälfte beziehen sich die Zeichen aus der mittelalterlich deutschen Fraktur, zur Hälfte aus der klassisch lateinischen Antiqua. […] Alle Blätter streben ins Monumentale, heben die Schriftzeichen über das zweckdienliche von Bedeutungsträgern hinaus, präsentieren sie als Große, Umfassende, in sich Vollständige, das sie, wenn sie sich selbst darstellen, sein können.« – Hans Ostendorf (1924–1969) studierte an der Kunstakademie und den Kölner Werkschulen. Er war Mitglied des Deutschen Künstlerbundes.

63,5 : 50,5 cm (Mappenformat). 8 Radierungen, 1 Textblatt.

119  Hans Peters. Zehn Holzschnitte.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 440

1924. Meist ca. 30 : 21 cm (40 : 25 cm). Signiert und datiert.

Auf Japanbütten. – Die neun großen Holzschnitte in Passepartouts, der vignettengroße auf einem gefalzten Doppelblatt im Mappenformat. Einige der zehn Weißlinienschnitte versetzen den Betrachter in surreale Märchenwelten, die übrigen ergänzen als Stillleben mitorientalischen Bildelementen die Folge. – In einer Halbpergamentmappe mit rot-schwarz-ornamentiertem Bezugspapier, die Mappe auf dem Innendeckel signiert und datiert. – Die Folge war möglicherweise für ein Mappenwerk gedacht, das aber nie erschienen ist. Ohne Auflagen- und Editionsvermerk. – Hans Peters (1885–1978) studierte vor dem Ersten Weltkrieg in Berlin. 1919 ließ er sich in Lübeck nieder und war als Künstler und Kunstpädagoge tätig.

Vgl. Vollmer III, 574

120  Pablo Picasso. Deux femmes nude et le peintre.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Zuschlag/Hammerprice: € 6000

Kaltnadelradierung mit Aquatinta. 1966. 32,5 : 22,5 cm (48,5 : 35,7 cm). Signiert und nummeriert, in der Platte datiert.

Exemplar 32/50. – Auf Velin. – Mit Rotstift signiert. – Erschienen als Beilage zur Vorzugsausgabe von Band 1 des »Catalogue de l’œuvre gravé et lithographié«, herausgegeben von George Bloch (Bern 1971). – Nach einem Bericht Georges Blochs über die Zusammenarbeit mit Picasso (NZZ 17./18.10.1987) schenkte ihm der Künstler die gesamte einzige Auflage für diese Publikation. – In der schwarzen Originalleinenmappe, die Graphik tadellos erhalten.

Bloch 1441

121  Otto Piene. Telegrün.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Farbserigraphie. 1969. 40 : 40 cm (62 : 42 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 39/100. – Auf glattem Velin. – Eine von zehn Serigraphien der »Tele-Serie«, herausgegeben von der Edition Lübke, Frankfurt am Main 1969/70.

Rottloff 72

122  Sigmar Polke. Obelisk.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Farboffset auf handmarmoriertem Buntpapier. 1973. 62,8 : 45,5 cm. Signiert.

Eins von 598 Exemplaren. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.

Leichte, beim Druck entstandene Quetschfalten.

Becker/von der Osten 28. – Griffelkunst 191 A2

123  Sigmar Polke. Chinatown. – Hauswand/Chinatown.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Zwei farbige Offsetdrucke. 1974. 10,4 : 14,8 cm. Signiert.

»Originalgrafik · Serie 7 · New York«, Karten 1 und 2, erschienen in der Edition Staeck. – Beide mit rotem Kugelschreiber signiert.

Von der Osten 41 und 42 (»5000 Exemplare, nur wenige signiert«)

124  Markus Raetz. Liebespaar.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Holzschnitt. 1975. 10,2 : 15 cm (38 : 28,2 cm). Monogrammiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 168/500. – Auf Vélin d’Arches. – Markus Raetz (geboren 1941) war 1969 an der berühmten Ausstellung »When Attitudes Become Form« in der Kunsthalle Bern beteiligt.

Leichte Knickfalte.

125  Hans Georg Rauch. 51 Tuschfederzeichnungen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Um 1963/64. Ca. 9 : 9 – 12 : 16 cm. Vielfach rückseitig betitelt.

Hans Georg Rauch (1939–1993) wurde in den 1960er Jahren als Karikaturist für Spiegel, Stern, Observer und die New York Times bekannt. Später war er der graphische Autor der ZEITzeichen, über die Ulrich Greiner, der langjährige Feuilletonchef der ZEIT, schrieb: »Die ZEITzeichen sind keine gezeichneten Leitartikel. Sie sind direkter und schärfer und zugleich tiefgründiger und vieldeutiger. Sie sind eben Kunst, Kunst im Dienste der Aktualität. Und das gibt es sonst nirgendwo. Karikaturisten machen etwas anderes, sie sind quasi die Journalisten unter den Zeichnern. Rauch ist kein Journalist, auch als Zeichner nicht. Er ist ein Künstler, ein Artist, der seinen Gastauftritt hat, und der uns Woche für Woche neue Einsichten, neue Überraschungen und neue Rätsel aufgibt.« – Die kleinformatigen Tuschzeichnungen waren teils für Bildfolgen bestimmt und sind rückseitig entsprechend betitelt (»Rauchen«, »Nicht befördert«, »Vertreter«, »Verprügelt«, »Zeugnis« u. v. a.). – Beilage: Katalog der Rauch-Retrospektive Wilhelm-Busch-Museum Hannover 1981.

Teils mit Büroklammer-Rostspuren.

126  Jean-Paul Riopelle. Constructions chimériques.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 950

Farbradierung. 1967. 19,8 : 29,8 cm (45,5 : 56,7 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 53/75. – Auf leicht gelblichem Velin. – Der Frankokandadier Jean-Paul Riopelle (1923–2002) lernte nach Kriegsende in Paris Künstler des Tachismus und Informel kennen, die sein künstlerisches Schaffen beeinflussten. – Rückseitig mit Bleistift beschriftet.

127  Jean-Paul Riopelle. Percee.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Farbradierung. 1967. 19,5 : 29,8 cm (45,3 : 56,3 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 71/75. – Auf Velin »BFK Rives«. – Rückseitig mit Bleistift beschriftet.

128  Eun-Nim Ro. Vogel, grün-schwarz.

Schätzpreis/Estimate: € 800 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 540 ( R19 )

Acryl und Tusche auf Papier. 1986. 64 : 95 cm. Signiert, datiert und rückseitig bezeichnet.

Großformatige, typische Arbeit. – Eun-Nim Ro, geboren 1946, lebt und arbeitet seit 1970 in Hamburg (und Michelstadt). Seit 1990 lehrte sie als Professorin an der hiesigen HAW und leitete mehrere Jahre deren internationale Sommerakademie »Pentiment«.

129  Rolf Rose. Reliefbild.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Rakelmalerei über Serigraphie. 1993. 47,3 : 47,3 cm (67 : 67 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 7/10. – Durch das Aufstreichen des Ton-in-Ton gefärbten Streifenmusters entstehen innerhalb der kleinen Serie unikale Muster. – Auf Velin. – Rolf Rose (geboren 1933) wendete sich schon sehr früh von der figürlichen Malerei ab. Es entstanden Farbfeldmalereien in verschiedenen Techniken und Ausformungen.

Gerahmt, nicht außerhalb der Rahmung begutachtet.

130  Dieter Roth. Taschenzimmer.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Materialcollage. 1968. 10,7 : 7,3 : 1,8 cm. Monogrammiert und datiert.

Seit 1968 in unnummerierter Auflage innerhalb der Reihe »Kleinkunst im Haushalt« erschienen. – Auf die gestempelte Zeichnung eines Tisches wurde eine Bananenscheibe genagelt, die »bis heute zu ungewöhnlicher Bildhaftigkeit verweste« (Düsseldorfer Kollegenkatalog 2013). Die Banane hier in ungewöhnlich gut konserviertem Zusatnd. – In der originalen Kunststoff-Spielkartenkassette und der Originalpappschachtel des VICE-Verlages mit dem Stempel des Verlegers.

Dobke, Bücher + Editionen, Seite 25 mit zwei Abbildungen. – Slg. Schnepel R5-49. – Buchholz/Magnani, Index of Multiples S. 165

131  Dieter Roth. Komposition I – V.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 360

Fünf Kaltnadelradierungen. 1977. Ca. 30 : 22 cm (39 : 28 cm). Signiert mit »Heinrich Schwarz«.

In unterschiedlichen Auflagenhöhen (152–238 Exemplare) für die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg gedruckt. – Auf Velin. – Die vollständige Serie der ersten Fassungen. – Dazu: Heinrich C. Schwarz. Bildnis Dieter Roth. Farbradierung. 1979. 39,7 : 28,2 cm (30,0 : 27,1 cm). Signiert. Eins von insgesamt 160 Exemplaren. Auf Velin. Eine von vier Farbstellungen, gedruckt für die Griffelkunst-Vereinigung. – Inspiriert durch Horst Janssens Radierung »Heinrich Schwarz nach Albrecht Dürer« persiflierte Dieter Roth dessen altmeisterliche Darstellung und okkupierte zugleich den Namen des Dargestellten als Pseudonym. Carl Vogel, damals Beirats- und Jurymitglied der Griffelkunst, unterstützte das Verwirrspiel durch eine abgewandelte Vita (geboren »Husum 1940« statt »Hannover 1930«). Zwei Jahre später überarbeitete Dieter Roth die fünf Platten erstmals (siehe die folgende KatNr.) und ergänzte die Folge um das Selbstporträt, das er aber wiederum als »Heinrich Schwarz« monogrammiert und signiert. 1991 folgte die letzte Fassung (siehe die übernächste KatNr.).

Dobke 438–442 und 443. – Griffelkunst 208 A1–5 und F 115 d. – Zur Entstehungsgeschichte vgl. Dirk Dobkes Beitrag in »Verzeichnis der Editionen der Griffelkunst« (Band II, Seite 14ff.)

132  Dieter Roth. Komposition I – V.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 340

Fünf Kaltnadelradierungen. 1979. Ca. 30 : 22 cm (39 : 28 cm). Signiert mit »Heinrich Schwarz«.

In unterschiedlichen Auflagenhöhen (182–420 Exemplare) für die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg gedruckt. – Auf Velin. – Die vollständige Serie der zweiten Fassungen. – Dazu: Heinrich C. Schwarz. Bildnis Dieter Roth. Farbradierung. 1979. 39,7 : 28,2 cm (30,0 : 27,1 cm). Signiert. Eins von insgesamt 160 Exemplaren. Auf Velin. Eine von vier Farbstellungen, gedruckt für die Griffelkunst-Vereinigung.

Dobke 444–448 und 443. – Griffelkunst 214 B1–5 und F 115 a

133  Dieter Roth. Komposition I – V.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Ausrufpreis/Starting bid: € 470

Fünf Kaltnadelradierungen. 1991. Ca. 30 : 22 cm (56 : 38 cm). Signiert, datiert und mit Auflageangabe gestempelt.

In unterschiedlichen Auflagenhöhen (590–880 Exemplare). – Auf Velin. – Die vollständige Serie der nochmals überarbeiteten Kupferplatten. – Datiert »1977/92«, Teile der Auflage wurden bereits 1991 signiert und ausgegeben. – Dazu: 1 Bericht mit Kommentar. Fotoradierung, Serigraphie und Stempel. 1991. 40 : 50 cm. Signiert und datiert. Exemplar 84/535. – Kombinationsdruck. Kaltnadelradierung. 1992. Signiert und datiert. Eins von 248 Exemplaren. Zusammendruck aller fünf Platten der Serie. – Die fünf Blätter der Serie druckte Henning Bergmann, die beiden Ergänzungsblätter zusammen mit Thomas Sanmann, alle sieben ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – »Alle fünf Platten druckte Roth 1992 zusammen übereinander auf ein Blatt, wodurch der langjährige Variationsprozess in einem fast monochromen schwarzen Druck endet. […] Es ist ein besonders schöner Tiefdruck, bei dem die schlicht schwarz erscheinende Fläche erst auf den zweiten Blick preisgibt, dass sie aus vielen Schichten feiner linearer Einzeldrucke besteht.« (Dirk Dobke). Die Fingerspuren auf allen sechs Kompositionen entstanden durch den Drucker auf Anweisung des Künstlers. – Auf der reproduzierten Doppelseite seines Tagebuchs aus dem Jahr 1990 dokumentierte Roth seine Überlegungen zu den Griffelkunst-Editionen und der Auflagen»politik« der Vereinigung. – Die vorliegenden Graphiken sind die letzten für die Griffelkunst entstandenen des Künstlers.

Dobke 484–488, 489 und 501. – Griffelkunst 263 C1–5, E 197 und E 204

134  Reiner Ruthenbeck. Rotes Tuch mit Spannrahmen.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Mixed Media (Leinen, Holz, Metall in Kartonbox). 1973. 70 : 70 : 3,5 cm. Signiert und nummeriert.

Das weinrot gefärbte Leinentuch ist in einen Stickrahmen aus schwarzem Holz eingespannt. – Auf der Rahmeninnenseite mit Klebeschild, dort signiert und nummeriert. – Ediert vom Städtischen Museum Abteiberg, Mönchengladbach. – Im nummerierten Originalkarton.

Buchholz/Magnani, Index of Multiples S. 170

135  Konrad Balder Schäuffelen. Deus ex skatola.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R7 )

Entwicklungsroman. 1964. Zweite, durchgesehene und vermehrte Auflage. 1975.

Schäuffelens Lotterie Romane 1. – Eins von 50 Exemplaren. – Auf dem Titelschild im Kassettendeckel vom Künstler monogrammiert. – Der Text entstand in den Jahren, als Schäuffelen (1929–2012) als Psychiater am Max-Planck-Institut tätig war. In seinem dichterischen Œuvre dominieren experimentelle und visuelle Poesie. – Die implizierte Auflage von 1964 konnten wir nicht nachweisen. – Der Künstler druckte den Text seines Romans auf etwa 300 hellblaue Kartonblättchen, die wie Lotterielosen gerollt wurden und in der Originalholzbox stehen. In gleicher Ausstattung edierte Schäuffelen noch im selben Jahr Thomas Manns Erzählung »Gladius dei« (siehe KatNr. LAGER 476).

15,0 : 11,0 : 5,5 cm.

136  Ursula Schultze-Bluhm. Medienkopf.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Acryl auf Leinwand, mit Fell- und anderen Applikationen. 1993. 30 : 30 cm. Signiert, datiert, rückseitig betitelt.

Seit 1950 arbeitete Ursula Bluhm (1921–1999) als Künstlerin und reiste in den Folgejahren häufig nach Paris. Dort wurde sie 1954 von Dubuffet als »Art Brut«-Malerin entdeckt. Seit 1955 war sie mit Bernard Schultze verheiratet. – Erste Pelz-Öl-Assemblagen entstanden bereits um 1960, vorliegend ein Spätwerk mit einer Rückbesinnung auf den späten Surrealismus der Pariser Jahre.

137  Ursula Schultze-Bluhm. Ohne Titel (Amorphes Wesen).

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 700

Acryl auf Leinwand. 1993. 30 : 30 cm. Signiert und datiert.

138  Ursula Schultze-Bluhm. Ohne Titel (Mädchenkopf).

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 850

Acryl auf Leinwand. 1993. 30 : 30 cm. Signiert und datiert.

139  Fritz Schwimbeck. Vier Radierungen.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Signiert und betitelt.

I. Die Fischfrösche. 20 : 14 cm (40 : 30 cm). Signiert, betitelt und als »Probedruck« bezeichnet. Auf Japan. – II. Schwelle. 20 : 14 cm (36 : 25 cm). Signiert, betitelt und als »Probedruck« bezeichnet. – III. Ghosts. 17,3 : 14 cm (37,8 : 30,2 cm). Signiert, betitelt und als »Proof impression« bezeichnet. – IV. Brunnengespenst. 27 : 20 cm (50 : 38 cm). Signiert und betitelt. – Fritz Schwimbeck (1889–1977) studierte, lebte und arbeitete in München. Er illustrierte zahlreiche Bücher, besonders mystische und gespenstische Erzählungen inspirierten ihn. Seine Radierungen erinnern häufig an die frühen Arbeiten von Alfred Kubin. – Dazu: Stefan Eggeler. Fünf Radierungen. Um 1920. Eine signiert. Drei in der Platte betitelt: Henri IV. – Louis XIV. (signiert) – In tiefen Gruben lagen Tausende aufeinander. – Zwei unbetitelt, eine aus »Schnitzler, Reigen«, eine aus »Musikalische Miniaturen«. – Stefan Eggeler (1894–1969) studierte und arbeitete in Wien. Bis Mitte der 1920er Jahre erschienen in rascher Folge graphische Zyklen, ab 1930 war er vor allem schriftstellerisch tätig. – Eine Beigabe.

Leicht angestaubt, rückseitig Papierreste, II und III rückseitig mit dem Atelierstempel.

140  Max Schwimmer. Zwei Köpfe.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Bleistiftzeichnung. 1920. 9,5 : 9,0 cm. Mit eigenhändigem Text auf einer Briefkarte.

An die Konzertsängerin Annemarie Schöbel in Leipzig-Lindenau. – »Liebe Annemarie, aus Dresden, das mir einige wundervolle Tage schenkte, schönsten Gruß. Sehen wir uns noch einmal in Leipzig? Herzlich Ihr Max Schwimmer«. – Mit Poststempel 17. 4. 1920.

Zur Empfängerin: https://www.lindenauerstadtteilverein.de/heimatkunde/haeuserliste/haus/2814/rietschelstrasse-31.htm

141  Lothar Sell. Fabeln und Bilder.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Elf Originalholzschnitte. Berlin, Der Kinderbuchverlag 1986. Mit elf signierten und blattgroßen Holzschnitten. Originalhalblederband mit blindgeprägtem Rückentitel und Holzschnitt-Vorsatzpapieren. Im illustrierten Originalschuber.

Kinder-Kunstbuch. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten und datierten Holzschnitten. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Holzschnitte entstanden zu Fabeln von Äsop, Avian, Babrios, Romulus, Wilhelm Busch, Ignacy Krasicki, Iwan Krylow, Gotthold Ephraim Lessing und Johannes Pauli. – Tadellos. – Dazu: Exemplar des Kinderbuchs in der Normalausgabe.

35,0 : 27,6 cm. [28] Seiten.

142  Heinrich Siepmann. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Collage (Wellpappe und Karton), bemalt und auf Gouache montiert. 1989. 28,0 : 39,5 cm (50,0 : 39,5 cm). Signiert und datiert.

Mehrschichtig erweitert sich die Bildgröße, erst auf dem vollen weißen Bogen signiert und datiert. – Heinrich Siepmann (1904–2002) studierte an der Folkwang-Schule Essen. Beeinflusst von den geometrisierten Bildkompositionen der Bauhauszeit setzt er nach Kriegsende, inzwischen Mitglied der Recklinghausener Künstlergruppe »junger westen«, dieses Gestaltungsprinzip konsequent fort und blieb ihm bis ins hohe Alter treu.

143  K. R. H. Sonderborg. Ohne Titel (12. III. 58).

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Farbradierung. 1958. 48 : 62 cm (57 : 74 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 6/40. – Auf Velin »BFK Rives«. – Die schwungvolle in Grau und Tiefschwarz gedruckte Radierung mit, den vergangenen sechs Jahrzehnten angemessenen, Alterungsspuren. – Dennoch schön und durch die kleine Auflage selten.

Rathke 12

144  Antoni Tàpies. Les deux cartes.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 750

Farbige Lithographie. 1976. 33,0 : 60,0 cm (56,0 : 76,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 9/75. – Auf Arches-Bütten. – Neben der Einzelauflage erschien die Lithographie, auf Buchformat beschnitten und gefalzt, auch in Georges Raillard, Tàpies. Monographie (Paris 1976).

Rückseitig Montierungsreste.

Galfetti 638

145  Walasse Ting. Flussufer mit Fischerboot.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 850

Aquarell und Tuschfeder. 10,0 : 13,8 cm. Signiert.

Wohl in den 1970er Jahren entstanden, als der chinesisch-amerikanische Künstler (1929–2010) sich nach seiner Pop-Art-Phase einem populär figürlichen Stil zuwendete. – Auf Velin. – Fest hinter Passepartout montiert.

146  Walasse Ting. Landschaft mit Antilope.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 850

Aquarell und Tuschfeder. 9,7 : 13,8 cm. Signiert.

Wohl in den 1970er Jahren entstanden. – Fest hinter Passepartout montiert.

147  Mark Tobey. Unknown Kiss.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 350

Farblithographie. 1970. 41 : 22 cm (54,3 : 34,5 cm). Signiert und als »proof« bezeichnet.

Auf Velin. – Vor der Auflage von 200 Exemplaren. – Eine der wenigen im weitesten Sinne gegenständlichen Graphiken Tobeys.

Leichte Farbspuren in den breiten Rändern. – Oberrand rückseitig mit Papierresten, Unterrand leicht geknickt.

148  Théo Tobiasse. Les fruits de Brugges.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Farblithographie. Um 1980. 50,0 : 65,5 cm (57,5 : 77,5 cm). Signiert und nummeriert.

»EA XXV/XXV«. – Eins von 25 Künstlerexemplaren, auf Japon nacré. – Farbenprächtige Lithographie des französischen Künstlers (1927–2012), der bereits als Kind mit seinen Eltern aus Palästina nach Paris kam.

Vier Anheftungen leicht durchschlagend.

149  Rosemarie Trockel. Wurstteller.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Zweifarbige Serigraphie auf Porzellan. 1990. Ø 27 cm.

Eins von 245 Exemplaren. – Mit dem von der Künstlerin signierten Zertifikat im Originalkarton. – Verlegt von der Galerie Buchholz + Schipper, Köln. – Auf den Teller aus der Bayreuther Manufaktur wurde ein Zeitungsausschnitt (»Fleisch- und Wurstwaren · DDR-Fleischerei: Die Westler essen uns alles weg«) gedruckt.

Buchholz/Magnani, Index of Multiples S. 193

150  Rosemarie Trockel. Studio Visit.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Photogravure auf Papier, montiert in Holz-Papp-Passepartout mit Folie und Prägedruck. 1992. 21 : 21 cm (38 : 33 : 0,9 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 75/80. – Gedruckt bei Peter Kneubühler, Zürich. – Beilage zur Vorzugsausgabe der Kunstzeitschrift »Parkett« (Ausgabe 33/1992). Dieses (hier beiliegende) Heft war Rosemarie Trockel und Christopher Wool gewidmet. – Tadellos erhalten, im Originalversandkarton.