ChristianHesse

Lot 101 – 150 | Hesse-Auktionen
Lot 101 – 150

101  Angus McBean. 18 Theaterfotografien.

€ 900

Vintages. Um 1950. 24,8 : 19,5 cm. Rückseitig mit Stempel.

Alle mit dem Atelier-Stempel McBeans mit der Anschrift »53, Endell Street«. – Elf Aufnahmen entstanden während einer »Moses«-Aufführung (Wintergarden 1952), sieben weitere bei einer »Don Juan«-Inszenierung (Arts Theatre 1946). – Angus McBean (1904–1990) zählt zu den renommiertesten Theaterfotografen des 20. Jahrhunderts. Berühmt wurde er auch durch seine Fotografien für das erste Album der Beatles. – In einem Fotoalbum mit schwarz lackierten Deckeln, der vordere mit fernöstlichem Motiv bemalt.

102  Mimmo Chianura. Jimmy Hendrix, Teatri Brancaccio Roma 25 maggio 1968.

€ 1200

Acht Fotografien. 1968. 40 : 30 cm.

Wahrscheinlich frühe Aufnahmen des italienischen Fotoreporters, der seit 1983 für die Agenzia Giornalistica Fotografica arbeitet. – Rückseitig mit dem Stempel »Mimmo Chianura – AGF« und mit Bleistift betitelt. – Dazu zwei weitere AGF-Fotografien: Camilla Morandi. M. Jackson.Fua’. Madonna. – Beide Rom 1992. 40 : 30 cm. Rückseitig mit AGF-Stempel und bezeichnet.

103  Aldo Durazzi. Salvador Dalí.

€ 1800

Sieben Fotografien. 1957–1961. 40 : 30 cm

Aldo Durazzi (1925–1990), seinerzeit ein berühmter italienischer Paparazzo, gründete nach seinem Umzug nach Rom 1956 die Agentur Dufoto. Seit den 1970er Jahren war er Fotokorrespondent für »Time Life« und »National Geographic«. – Die Dali-Aufnahmen entstanden 1957 in dessen Wohnsitz Port Lligat, 1959 in Rom (Sala Pallavicini) und 1961 in Venedig (Teatro La Fenice). – Alle mit Agentur-Stempel, fünf mit dem Stempel des Sohnes Alberto Durazzi, der den Vertrieb der großformatigen Abzüge übernahm.

104  Aldo Durazzi. Lucio Fontana.

€ 2800

Zwölf Fotografien. 1950–1959. 40 : 30 cm.

Die Aufnahmen entstanden anlässlich mehrerer Besuche des Fotografen im Atelier Fontanas, das sich in Durazzis Heimatstadt Mailand befand. – Rückseitig mit dem Agenturstempel »Dufoto«, davon acht mit dem von Durazzis Sohn Alberto. Wohl von diesem auch rückseitig betitelt.

105  Aldo Durazzi. Movimento spazialista.

€ 1800

Sieben Fotografien. 1952–1959. 40 : 30 cm.

Mit seinem »Manifesto Bianco« hatte Lucio Fontana 1946 die Grundlagen für »Movimento spaziale« gelegt. 1951 erfolgte die Präsentation in der Mailänder Galleria del Naviglio, bei der zahlreiche andere Künstler anwesend waren. Aldo Durazzi als Mailänder Kunstinteressierter war dabei natürlich anwesend und fotografierte neben Fontana auch Beniamino Joppolo, Gian Carozzi, Roberto Crippa, Cesare Peverelli und Milena Milani. – Mit verschiedenen Stempeln der Agenzia Dufoto, zwei mit dem Namensstempel »Alberto Durazzi«. – Alle handschriftlich betitelt.

106  Aldo Durazzi. William S. Burroughs.

€ 2800

Zwölf Fotografien. 1962. 40 : 30 cm.

Sehr eindrucksvolle Porträtserie, die in ihrer künstlerischen Gestaltung zeigt, wie sehr Durazzi sich von der voyueristischen Momentaufnahme eines Paparazzo entfernen konnte. – Die Aufnahmen entstanden 1962 in Paris, teils in Burroughs’ Atelier, teils bei gemeinsamen Ausflügen. 1959 war Burroughs Roman »Naked Lunch« erschienen, der Autor lebte damals wechselnd in Paris und Tanger. 1961/62 folgte seine »Nova«-Trilogie. – Alle mit dem großen Copyright-Stempel der Agentur »Dufoto« und, wohl vom Sohn, rückseitig betitelt.

107  Aldo Durazzi. Andy Warhol, Roma 1972.

€ 10000

68 Fotografien. 40 : 30 cm.

Eindrückliche, einer Filmsequenz ähnelnde Porträtserie. – Die Aufnahmen entstanden beim »Incontri Internazionali d’Arte« im Centro d’Informazione Alternativa Palazzo Taverna in Rom. Eine Aufnahme mit anderen Anwesenden. – Rückseitig alle mit dem Agentur-Namensstempel »Agenzia Dufoto | Alberto Durazzi«. – Der Sohn des 1990 verstorbenen Fotografen verkaufte Aufnahmen seines Vaters, teils wohl auch in späteren Abzügen. – Alle (von ihm?) rückseitig betitelt.

108  Aldo Durazzi. Rolling Stones.

€ 1800

Fünf Fotografien. 1967 und 1988. 40 : 30 cm.

Zwei Gruppenaufnahmen von 1967, entstanden in Rom und Mailand, und drei großartige Porträtaufnahmen des 20 Jahre älteren Keith Richards (Rom 1988). – Dazu zwei weitere Fotografien von Aldo Durazzi: Jack Kerouac, Mailand 1966. – Anthony Quinn und Federico Fellini während der Dreharbeiten für »La strada« (1954). – Alle rückseitig mit Agenturstempel »Dufoto«, alle mit Bleistift bezeichnet.

109  Andreas Feininger. Fischmarkt in der South Street, New York.

€ 400

Fotografie. 1940/2010. 39,5 : 30,5 cm (49,5 : 39,5 cm).

Großformatiger Abzug vom Originalnegativ aus dem Nachlass. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummer E 464. – Tadellos.

110  Andreas Feininger. New York und Chicago in den Vierziger Jahren.

€ 450

Sechs Fotografien. 1940–41/2011. Ca: 25 : 19 cm (30 : 24 cm).

Die vollständige Auswahlfolge. – Der ausgebildete Architekt Andreas Feininger, 1906 als Sohn von Lyonel Feininger in Paris geboren, lebte seit 1939 in New York und arbeitete bald als freier Fotograf für das Life-Magazin. Er hatte »seine ›most exciting city on earth‹ schon in Dessau mit Stadtplänen, Landkarten, Photos, Statistiken und Beschreibungen im Kopf erorbert. Die Stadt übte auf jeden Photographen eine magnetische Kraft aus und war für einen ausgebildeten Architekten […] eine ganz besondere Herausforderung« (Einleitungstext). »Life« publizierte 1941 acht seiner New York-Fotos, es folgte der Auftrag einer Großstadtserie. – Die vorliegende Auswahl enthält die großartige Vogelschau auf Lower Manhattan und mehrere Straßenszenen. – Abzüge von den Originalnegativen im Nachlass. – Tadellos erhalten, mit dem Textheft in der Originalhalbleinenmappe. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 341 A1–6.

111  Tim Gidal. Hamburg, 1929.

€ 900

Offsetdruck nach Fotografie. 25 : 19 cm. Signiert, datiert und betitelt.

Exemplar 80/100. – Wohl in kleiner Auflage entstandener Druck der frühen Fotografie. – In Tim Gidals Publikation »Chronisten des Lebens« (S. 82) betitelt: »Eine Gasse im Hamburger Arbeiterviertel«. – Eine der frühesten Aufnahmen des damals gerade 20jährigen. Nach Anmerkung bei Hans-Michael Koetzle schenkte ihm sein Bruder 1929 die erste Leica und noch im selben Jahr folgte eine erste Veröffentlichung in der »Münchner Illustrierten«. – Fest in Passepartout montiert, dort signiert, nummeriert und betitelt.

Vgl. Koetzle S. 143

112  Nan Goldin. Jimmy Paulette nach der Parade, New York, 1991.

€ 1200

Fotografie, Cibachrome. 1991/1996. 50,7 : 61,0 cm. Rückseitig signiert.

»One of a large series of colour photographs of glamorous drag queens taken in New York, Paris and Berlin in 1991. These are compiled with other photographs of people of ambiguous gender in Goldin’s third published book ›The Other Side‹« (Tate Gallery). – 1996 ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummer E 259a – Makellos.

113  Nan Goldin. Kee in bed, E. Hampton, N. Y.

€ 400

Fotografie, Cibachrome. 1988/1996. 30,5 : 40,5 cm. Rückseitig signiert.

Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummer 282 A5. – Tadellos.

114  Edmund Kesting. Palucca-Schülerin in Dresden. – Ballett Dresdner Oper, Ballerina aus der Wigman-Schule.

€ 300

Zwei Fotografien. 1947/48 und 1935, beide 1991. Ca. 30 : 22,5 cm (40,2 : 30,5 cm).

Aus dem Nachlass veröffentlichte Fotomontagen. – Rückseitig mit dem Nachlass-Stempel. – Für Kesting typische Doppelbelichtungen. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummer 264 B2 und B5.

115  Robert Lebeck. Fischer am Strand bei Malaga.

€ 600

Fotografie, Silbergelatine. 1964. 25 : 37 cm (30,3 : 40,6 cm). Rückseitig signiert, datiert, betitelt und gewidmet.

Rückseitig vom Fotografen ausführlich bezeichnet mit Titel und Entstehungsjahr, dem Hinweis auf die Erstpublikation »Aus der Spanien-Reportage für ›Kristall‹, gedruckt 1965 in Nr. 8 und einer Widmung für den Vorbesitzer »zum Advent | von Robert Lebeck«. – Rechts mit der Copyright-Signatur. – Von 1960 bis 1966 arbeitete Robert Lebeck (1929–2014), wie u. a. auch Thomas Hoepker, für die Hamburger Illustrierte »Kristall«. Dort erschien 1960 seine erste große und auch international beachtete Reportage »Afrika im Jahre Null«. – Tadellos erhalten.

116  Robert Lebeck. Romy Schneider, Quiberon.

€ 750

Fotografie. 1981/2010. 24,5 : 37,0 cm (30 : 40 cm). Rückseitig signiert.

Eins der bekanntesten Porträts der Schauspielerin, entstanden ein Jahr vor ihrem Tod. – Robert Lebecks (1929–2014) intime Porträts von Romy Schneider entstanden während ihres Klinikaufenthalts in Quiberon, das Interview-Geschehen wurde 2018 von Emily Atef verfilmt (»3 Tage in Quiberon«). – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummer 337 B5.

117  Robert Lebeck. Konrad Adenauer, Willy Brandt, Romy Schneider u. a.

€ 1200

Sechs Fotografien. 1955–1981/2010. 30 : 40 cm. Alle rückseitig signiert.

Die vollständige Auswahlfolge. – I. Willi Aderholt mit Mutter und Sohn. 1955. – II. Konrad Adenauer empfängt Winston Churchill im Palais Schaumburg, Bonn 1956. – III. Konrad Adenauer an seinem 90. Geburtstag, Bonn 1966. – IV. Willy Brandt im Speisewagen, Süddeutschland 1973. – V. Romy Schneider, Quiberon 1981. – VI. Deutschland im März 1983. – Robert Lebeck (1929–2014) zählt zu den weltweit bekanntesten Fotoreportern. Er prägte für Jahrzehnte das Erscheinungsbild des »Stern«. – Tadellos erhalten, in der Originalhalbleinenmappe. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 337 B1–6.

118  Sarah Schumann. Collage-politisch.

€ 300

Sechs Collagen mit einem Begleittext von Carl Vogel. Hamburg, Edition Hoßmann 1972. Sechs signierte Fotomontagen, auf schwarze Kartonblätter montiert, und zwei Textblätter. Zusammen in Originalhalbleinenmappe.

Exemplar 7/50. – Die Arbeiten entstanden teils schon in den 1960er Jahren. – »Sarah Schumanns Collagen sind – obwohl sie selbst praktisch politisch tätig ist – nicht politische Collagen wie diejenigen John Heartfields, sie intendieren nicht primär politische Wirkung, wie jene, sondern primär sind sie selbst durch Politik bewirkt worden.« (Carl Vogel). – Sarah Schumann (1933–2019) lebte einige Jahre in London bevor sie 1968 in ihre Heimatstadt Berlin zurückkehrte und dort vorrangig als Malerin arbeitete.

119  Susa Templin. Das Leporello vom »Putzen«.

€ 250

Neun Fotografien (Agfa-Baryt). 1993. 20,0 : 28,2 cm. Signiert, datiert, betitelt und mit Widmung.

Die erste Publikation der 1965 in Hamburg geborenen Künstlerin, die damals noch an der Städelschule in Frankfurt studierte. – In ungenannter Auflage im Januar 1994 anlässlich einer Ausstellung im Forum der Frankfurter Sparkasse erschienen. – Je drei Aufnahmen auf einen Bogen Agfa Baryt-Papier abgezogen, gefalzt und zu einem Leporello montiert, rückseitig signiert, datiert und betitelt sowie mit Widmung »für Boris – alles Liebe! Susa«. – In der Originalbox mit gestempeltem Titel und dem Geleitwort von Konstantin Adamopolous im Innendeckel.

120  Eadweard Muybridge. Animals in Motion. – The Human Figure in Motion.

€ 250

– An Electro-Photographic Investigation of Consecutive Phases of Muscular Actions. London, Chapman & Hall 1907 und 1913. Beide mit zahlreichen ganzseitigen Bildserien und einigen Abbildungen. Weinroter Originalkalikoband und neuer weinroter Lederband, beide mit goldgeprägten Titeln.

Dritte bzw. vierte Auflage, 1899 bzw. 1901 erstmals veröffentlicht. – Die beiden Bände stellen gleichsam einen Ausschnitt aus Muybridges monumentalem, elfbändigem Fotobuch »Animal Locomotion« dar. Im Auftrag von Leland Stanford fotografierte Muybridge 1872 erstmals den Bewegungsablauf eines galoppierenden Pferdes. In den Folgejahren perfektionierte er die Aufnahmetechnik und untersuchte die Bewegungen von zahlreichen Tieren und später auch die des Menschen. Muybridge gilt als Begründer der »Chronofotografie«. Sein »Zoopraxiskop« war einer der ersten Filmprojektoren.

24,5 : 30,5 cm. [12], 264 Seiten. – 277, [1] Seiten. – Einband I leicht berieben und etwas gelockert.

Vgl. Parr/Badger I, 52 und Imagining Paradise 88

121  Foto-Auge. Œil et photo. Photo-eye.

€ 450

76 Fotos der Zeit zusammengestellt von Franz Roh und Jan Tschichold. Stuttgart, Akademischer Verlag Dr. Fritz Wedekind 1929. Mit 76 meist ganzseitigen Abbildungen. Illustrierte Originalbroschur.

Original-Ausgabe des bedeutendsten Fotobuchs der 1920er Jahre. – Auf dem Vorderdeckel das berühmte Selbstbildnis Lissitzkys »Der Konstrukteur«, die gesamte Buchgestaltung stammt von Jan Tschichold. – Mit herausragenden Beispielen der avantgardistischen Fotokunst, darunter auch Fotogramme und Fotomontagen, u. a. von Willi Baumeister, Max Ernst, George Grosz, John Heartfield, El Lissitzky, Laszlo Moholy-Nagy, Paul Schuitema, Sasha Stone, Konrad Teige, Edward Weston und vielen anderen. – Die Einleitung von Franz Roh in drei Sprachen. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – »A ›nervous and important book‹, as Walker Evans characterized it, functions much more as a catalogue of the ›FiFo‹ exhibition [die Werkbund-Ausstellung ›Film und Foto‹, Stuttgart 1929], reproducing work featured in the show, from Adget to Weston. Franz Roh’s introductory essay is a key text […]« (Parr/Badger).

29,5 : 20,8 cm. 17, [77] Seiten. – Umschlag angestaubt, Rücken oben mit ca. 2 cm Verlust. – Das zweite Doppelblatt versehentlich aufgeschnitten.

Parr/Badger I, 98. – Heidtmann 5183. – Schauer II, 126

122  Daishogyohatsu isshunen kinen Daitoasenso hodo shashinshu

€ 1500

(japanisch: Sammlung Japanischer Pressefotografien zum Gedenken an den Ausbruch des Pazifischen Krieges.) 40 Fotografien, Vintages, Silbergelatine. 1942. 20 : 14,5 cm.

Die Originalfotografien jeweils auf ein Kartonblatt montiert, jedes Blatt rückseitig mit japanischem Erläuterungstext. – Die 40 Blätter lose in Originalleinenmappe mit goldgeprägten Titeln, die Mappe innen mit japanischen Texten (Inhaltsverzeichnis, Druckvermerk). – Eine faszinierende und seltene Sammlung von Propagandafotografien zur Feier der japanischen Erfolge im Eröffnungsjahr des Pazifikkrieges (Dezember 1941–1942), herausgegeben von der in Tokio ansässigen Tageszeitung Yomiuri Shimbun. – Vorangestellt sind Porträts von General Yamashita und Admiral Yamamoto. In chronologischer Ordnung folgen die weiteren Aufnahmen: Angriff auf Pearl Harbor – darunter eine sehr dramatische aus einem japanischen Flugzeug beim Eröffnungsangriff auf Battleship Row – Einsätze auf See, japanische Truppen im Kampf, der Fall Singapurs, japanische Luftlandetruppen. Dokumentiert wurde die sogenannte Philippinen-Kampagne, die unmittelbar nach Pearl Harbor mit den Schlachten von Bataan und Corregidor begann. Es existieren Aufnahmen von Kapitulationsverhandlungen der Generäle Wainwright und Homma und der Kapitulation unter Führung von Generalleutnant Arthur Percival. Detailfotos dokumentieren den Einsatz von Flammenwerfern und Brandsätzen bei einem Angriff auf einen amerikanischen Stuart-Panzer. – Sehr selten, wir konnten kein weiteres Exemplar nachweisen.

26,5 : 19,5 cm (Mappe). – Die Trägerkarton etwas gebäunt und teils leicht stockfleckig. Einzelne Fotos mit minimalen Papieranhaftungen temporär verwendeter Zwischenblätter.

123  Subjektive Fotografie.

€ 400

Internationale Ausstellung moderner Fotografie […] Saarbrücken 1951. Mit 15 ganzseitigen Abbildungen. Illustrierte Originalbroschur.

Seltener und wichtiger Katalog zur Ausstellung der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk Saarbrücken, 12.–29. VII. 1951. – Mit dreisprachigen Textbeiträgen von Otto Steinert, Franz Roh u. a. Der Katalog verzeichnet über 700 Objekte, die beispielhaften Abbildungen mit Fotoarbeiten von Laszlo Moholy-Nagy, Man Ray, Herbert Bayer, Hajek-Halke u. a. – Der Umschlagentwurf stammt von Hannes Neuner, Bauhaus-Student und später Assistent von Peterhans, Moholy-Nagy und Herbert Bayer. Von 1949 bis 1953 unterrichtete er an der Saarbrücker Kunstschule.

20,8 : 15,5 cm. 65, [1] Seiten. – Umschlag etwas gelockert.

Heidtmann 19875

124  Rosemarie Clausen. Gustav Gründgens.

€ 400

Faust in Bildern. Braunschweig, Georg Westermann 1960. Mit unzähligen Abbildungen nach Fotografien. Originalleinenband mit Blindprägung. – Widmungsexemplar.

Fotodokumentation der Film-Produktion »Faust« in den Real-Filmstudios Hamburg mit Bühnendarstellern des Deutschen Schauspielhauses Hamburg. – Mit eigenhändiger Widmung der Fotografin: »[…] ›in bunten Bildern wenig Klarheit, viel Irrtum und ein Fünkchen Wahrheit«. So ist zumute, wenn ich dies Buch durchblättere, (das übrigens den besten Erfolg hatte)«. – Auf dem Vorsatz montierte Autogrammpostkarte mit eigenhändiger Signatur von Gustav Gründgens, Vorsatzblatt mit Autogrammen der Schauspieler Will Quadflieg, Heinz Reincke, Karl-Heinz von Hassel, F. J. Beckhaus, Hans Irle und Uwe Friedrichsen. – Dazu: Begegnungen. 21 Fotos von Rosemarie Clausen nach Totenmasken. Köln, Dumont 1967. Lose Doppelblätter in originaler Halbleinenchemise und Schuber. – Rosemarie Clausen (1907–1990) machte als Fotografin 1928 ihre ersten Porträts von Berliner Theatergrößen, sie wurde zur Dokumentaristin von Gründgens’ Schaffen. »Seit 1945 ist sie nicht mehr vom Hamburger Bühnenhimmel wegzudenken, in dem sie bis zum 1. Juni 1976 mit ihrer unverwechselbaren Handschrift jede Vorstellung des Schauspielhauses mit der Kamera verewigt hat, Thalia-Theater und andere Bühnen nicht mitgezählt.« (»Gründgens’ lange Dürre«, Die Zeit, Nr. 30/1982).

32,5 : 24,8 cm. [80] Seiten. – Ecken leicht berieben, oberes Kapital angeplatzt.

125  Paul Swiridoff. 15 Werbebroschüren und Firmendarstellungen

€ 600

mit zusammen etwa 300 Fotografien. Um 1955-1960. Meist ca. 12 : 18 cm. Meist spiralgeheftete Originalbroschuren mit Impressum »Swiridoff FotoWerbung Mannheim«.

Alle mit Originalabzügen auf Fotokarton. – Der aus dem Kaukasus stammende Paul Swiridoff (1914–2002) hatte sich, seit seinem 16. Lebensjahr in Deutschland lebend, als Autodidakt der Fotografie zugewandt und eröffnete im Mai 1945 in Ludwigsburg ein Fotostudio. Ab 1950 firmierte er in Schwäbisch Hall. Wann und wie lange er die Foto-Werbeagentur in Mannheim betrieb, war ebenso wenig zu ermitteln wie seine ausschließliche Urheberschaft der hier vorhandenen Fotografien. Adelheid Teuber geht in ihrer Dissertation (Bonn 2006) auf die Werbefotografie Swiridoffs ein, ohne jedoch die Mannheimer Aktivitäten zu erwähnen. Später wurde Swiridoff vor allem durch seine Porträtaufnahmen berühmt. – Vorhanden sind: VAG Tankschiff-Schieber. 10 Fotos. Nach 1952. – Armstrong. Fußbodenplatten. 15 Fotos. – Drägewerk Lübeck. 21 Fotografien von Gebäuden mit Dräger-Technik. – Heiligenstaedt Werkzeugmaschinenfarbik Giessen. 40 Fotos, einige farbig. – Dampfturbinen. Kühnle, Kopp & Kausch. 25 Fotos. – Nordischer Maschinenbau Lübeck. Rud. Baader. 33 Fotos. – Weissert, Loser & Sohn KG, Karlsruhe. 24 Fotos, teils Montagen. – Pittler Maschinenfabrik. 32 Fotos, vor Abzug wurden die Negative mit Schreibmaschine beschriftet. – Noggerath, Hamburg. Finnische Blockhaus-Sauna. 12 Fotos. – Lechner und Crebert, Mannheim. 1954. 20 Fotos. – Siemens. Röntgentechnik. Zusammen etwa 40 Fotos. – C. H. F. Müller. Hamburg, BV20T. 12 Fotos. – Alle Fotografien wurden auf starkem, hochglänzendem Fotokarton abgezogen, die Papiere dann verleimt. – Suberit. 18 Fotos. – Dazu: Drei Dubletten (Draeger, Pittler, Siemens).

126  Ed Ruscha. Twentysix Gasoline Stations. – Various Small Fires.

€ 600

[Los Angeles,] Ed Ruscha 1969 und 1970. Mit 26 bzw. 16 meist ganzseitigen Abbildungen nach Fotografien. Weiße Originalbroschuren mit in Rot bzw. Schwarz gedruckten Titeln und Originalpergaminumschlag.

Dritte bzw. zweite Auflage, je eins von 3000 Exemplaren. – Die beiden ersten der weltbekannten Fotobücher Ed Ruschas erschienen 1963 bzw. 1964 in kleinen Auflagen. – Mit den »Gasoline Stations« eröffnete der 1937 geborene Künstler seine berühmte Buchreihe: »The most renowned series of artist’s books in the history of the genre. Ed Ruscha’s works still retain their capacity to surprice, delight and puzzle in equal measure. In the several decades since they were published, they have been much exhibited, written about and analyzed, yet the somehow are still objects of mystery and fascination, beguiling in their utter simplicity and immutable rightness.« (Parr/Badger). – Ruschas zweite Bildfolge umfasst Flammenwerfer, Feuerzeug, Zigarren, Gasherd, Kerze etc. und als Schlussbild überraschend ein Glas Milch. – Beide sehr gut erhalten.

Beide 17,8 : 14,2 cm. [48] Seiten.

Engberg/Phillpot B1 und B2. – Vgl. Parr/Badger II, 140 (EA)

127  J. H. Darchinger – Ulrich Blank. Helmut Schmidt.

€ 300

Bundeskanzler. Hamburg, Hoffmann & Campe 1974. Mit zahlreichen Abbildungen nach Fotografien. Originalleinenband mit illustriertem -schutzumschlag.

Auf dem Vorsatzblatt eigenhändig von Helmut Schmidt und dem Fotografen signiert. – Mit einem Essay von Ulrich Blank und Fotografien von Jupp Darchinger. – Der vorliegende Band zeigt einen Querschnitt aus dem politischen Leben des Menschen, Parteipolitikers und Bundeskanzlers Helmut Schmidt. »Er verdeutlicht, wie Politik ohne Pathos, aber mit viel Engagement und Pflichtgefühl betrieben werden kann.« – Joseph Heinrich Darchinger (1925–2013) gilt als Chronist der Bonner Republik. »Der Bildjournalist war […] wirklich immer zur Stelle, wenn etwas passierte. […] Der joviale ›Jupp‹ durfte seine Protagonisten von Adenauer bis Kohl auch auf Auslandsreisen begleiten.« (Thomas Wiegand, in: Deutschland in Fotobüchern, S. 282). – 1964 begann seine intensive Zusammenarbeit mit »Der Spiegel«, die über drei Jahrzehnte andauerte. »Seine Bilder sind Politik – beobachtet mit den Augen eines Mannes, der den Augenblick einzufangen versteht, wo Politik in einer Geste, einem Gesichtsausdruck, vielleicht auch in einer kleinen Szene am Rande sichtbar wird« (Klappentext).

26,4 : 22,0 cm. 141, [3] Seiten.

128  Bettina Rheims. Heroïnes.

€ 200

With a Text by Catherine Millet. München, Schirmer/Mosel 2007. Mit zahlreichen ganzseitigen farbigen Abbildungen nach Fotografien. Originalpappband mit illustriertem Schutzumschlag.

Auf dem Vortitelblatt von der Fotografin signiert. – »Bettina Rheims’ Heroinnen sind Schauspielerinnen, Models, Tänzerinnen. Weil sie das Wort für überstrapaziert hält, hat die Künstlerin darauf verzichtet, sie ›Ikonen‹ zu nennen, aber nach unseren heutigen ästhetischen Kriterien sind sie tatsächlich ›Ikonen der Schönheit‹« (Catherine Millet). – Beiliegend:Beiheft, auf dem Titelblatt signiert, mit Texten von Veit Görner, Caroline Käding und Damien Sausset. Erschienen anlässlich der Ausstellung November 2007 bis Februar 2008 in der Kestnergesellschaft Hannover.

37,0 : 30,0 cm. 133, [1] Seiten.

129  Fotografie – Drei internationale Fotobücher, jeweils vom Fotografen signiert.

€ 300

1955–1996. Originaleinbände mit illustriertem Schutzumschlag.

I. Andreas Feininger. Changing America. The Land as it was and how Man has changed it. Text by Patricia Dyett. New York, Crown Publishers 1955. – II. Philip Jones Griffiths. Dark Odyssey. Photographs and Commentary. Introduction by Murray Sayle. New York, Aperture Foundation 1996. – III. Herb Ritts. Africa. Bulfinch Press 1994. Mit einem Vorwort von Judith Jamison.

Schutzumschlag von I an Ecken und Kapitalen leicht lädiert.

130  Fotografie – Fünf Fotobücher deutscher Fotografen.

€ 450

1963–2008. Vier Originalleinenbände mit illustriertem Schutzumschlag, ein Originalhalbleinenband im Schuber. – Signierte Exemplare.

Jeder Band auf dem Titel- oder Vorsatzblatt vom jeweiligen Fotografen signiert. – I. Bernd und Hilla Becher. Wassertürme. Mit einem Text von Reyner Banham. München, Schirmer/Mosel 1988. 223 Abbildungen nach Fotografien. – II. F. C. Gundlach. Das fotografische Werk. Herausgegeben von Klaus Honnef und Hans-Michael Koetzle in Zusammenarbeit mit Sebastian Lux und Ulrich Rüter. Göttingen, Steidl 2008. Erschienen anlässlich der Ausstellung im Haus der Photografie, Deichtorhallen Hamburg, April–September 2008. – III. Thomas Hoepker. Photographien 1955–2005. Mit Texten von Ulrich Pohlmann, Christian Schaernack, Diana Schmies und Harald Eggebrecht. München, Schirmer/Mosel 2006. 235 Abbildungen nach Fotografien. Erschienen anlässlich der Ausstellung im Fotomuseum München November 2005–Mai 2006. – IV. Robert Lebeck. Vis-à-vis. Vorwort von Michael Koetzle. Frankfurt am Main und Wien, Büchergilde Gutenberg 1999. Durchgehend schwarz-weiße Illustrationen nach Fotografien. – V. Paul Swiridoff. Das Gesicht. Schwäbisch Hall, E. Schwend 1963. Swiridoff-Bildbände Band 9. Mit Vorsatz-Illustrationen von HAP Grieshaber.

I: Einbandkanten leicht stockfleckig. – IV: Schutzumschlag mit zwei kleinen Einrissen. – V: Schuberkanten angeplatzt. Vordere untere Ecke leicht bestoßen. Sammlerstempel auf dem hinteren Vorsatz.

131  Tapeten-Neuheiten 1904.

€ 1800 ( R7 )

Tapetenmusterbuch der Firma Jerk & Schuschitz, Wien. Ca. 240 Originalmuster, je 33,5 : 40,0 cm. Originallleinenband mit Reliefarbeit auf dem Vorderdeckel.

Reiche Auswahl an Mustern, Oberflächen und Farben, darunter raffinierte florale Jugenstildekore und aufwändige Goldprägungen, ebenso aber sehr moderne, fast monochrome Tapeten. – Innendeckel mit mehreren Einklebungen: Firmensignet, Hinweisschild zu Preisen und deren Gültigkeit sowie Werbung für das auf dem Einband applizierte Material »Anker-Lincrusta«. – Ebenso umfangreich und vielfältig wie selten. Nur eine weitere Ausgabe (1905, weniger vollständig) konnten wir nachweisen (Thomas J. Watson Library).

34,0 : 48,0 cm. – Einband etwas fleckig, Hinterdeckel mit Farbspuren und berieben. – Es fehlen 2 Muster am Anfang. – Die ersten 6 Blätter mit Knickfalte, wenige Muster mit schmalem Abschnitt am Seitenrand, eins mit Abriss (wohl alle zur Bemusterung).

132  Henry van de Velde – Jacques Mesnil. Henry van de Velde et le Théatre des Champs Elysées.

€ 400

Brüssel und Paris, G. van Oest [1914]. Mit zwölf Abbildungen. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Mit eigenhändiger Widmung van de Veldes für den deutschen Architekten Adolf Behne in französischer Sprache. Dies ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Zum einen war van de Velde nach Kriegsausbruch aus Belgien wieder nach Weimar zurückgekehrt, wo er nun von einigen Seiten als Ausländer angegriffen wurde, zum anderen hatte er sich aus Anlass der Kölner Werkbund-Ausstellung 1914 scharf gegen die (auch von Behne propagierte) »Typisierung« in der Architektur gewandt. – Das Maiheft der Monatsschrift »L’Art Flamand & Hollandais« hatte van de Veldes Projekt für das legendäre Theater an der Champs Élysée vorgestellt, bei dem er sich nicht, wie zunächst beauftragt, nur auf die Innendekoration beschränkte, vielmehr entwarf er auch eine neue Fassade. Während der Ausführungen gewann der von van de Velde beauftragte Auguste Perret mehr und mehr Einfluss. – Die vorliegende Publikation enthält auch die Einlassungen von Perret und die Erwiderungen der Redaktion. Ob die dortigen Anstreichungen von Henry van de Velde stammen, kann nur vermutet werden. – Aus dem Nachlass des Berliner Architekten Paul G. R. Baumgarten (1900–1984), mit dessen Stempel auf dem Vorsatzblatt.

29,5 : 21,3 cm. 32, 5, [1] Seiten. – Umschlag gelockert und am Rücken brüchig. Erste und letzte Seite gebräunt.

133  Architektur – Jean Virette. Façades et détails d’architecture moderne.

€ 120

Paris, Alexis Sinjon 1927. 48 Lichtdrucktafeln mit meist ganzseitigen Abbildungen nach Fotografien. Mit Textdoppelblatt in roter Originalhalbleinenmappe.

Beeindruckende Ansichten Pariser Fassaden des Art Deco, der Stilrichtung, die nach der namensgebenden »Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes« (Paris 1925) den Siegeszug durch alle Zweige der angewandten Kunst antrat. – Die schönen Lichtdrucke entstanden bei Catala Frères, Paris, nach Fotografien von elf Bauten der zehn beteiligten Pariser Architekturbüros.

33,5 : 25,5 cm. – Gelenk etwas angeplatzt. – Titelblatt an den Rändern gebräunt.

134  Architektur – Adolf Behne. Eine Stunde Architektur.

€ 400

Stuttgart, Akademischer Verlag Dr. Fritz Wedekind 1928. Mit zahlreichen Abbildungen. Mit Fotomontage farbig illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Der Architekt Adolf Behne (1885–1948) war Mitglied des Deutschen Werkbunds und zusammen mit führenden Berliner Kollegen Mitglied der 1925 gegründeten Architektenvereinigung »der ring«, die gegen die offizielle konservative Kulturpolitik ankämpfte. Behne war einer der wichtigsten Wortführer der Avantgarde. – Das populäre Buch stellt historische und moderne Architektur gegenüber. – Den Umschlag entwarf Max Fischer, Berlin.

24,3 : 17,8 cm 64 Seiten. – Vorderdeckel lichtrandig.

Jaeger 487

135  Architektur – Siegfried Thiel. Entwurfszeichnungen, Modellfotos, Texte.

€ 450

Braunschweig und Hamburg 1951–1954.

I. Diorama für die Constructa Bauausstellung Hannover 1951. Acht teils farbige Zeichnungen, fünf Fotografien. Lose in Kunstledermappe mit montierter Deckelzeichnung. Noch als Student an der TH Braunschweig entwarf Thiel, wohl für die Lampenfabrik Philips, ein ungewöhnliches Diorama, das innenarchitektonische Einblicke gewährte. – II. Sammelmappe mit etwa 50 Originalzeichnungen, Modellfotografien und Pressestimmen. Enthält u. a. Entwürfe zu einer Skihütte im Harz (Braunschweig, Januar 1951), Fotos von Arbeiten Thiels für die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel (Vitrine, Stühle, Schaukasten), ein Studentenzimmer mit dem Schreibtisch »Braunschweig« (Ergebnis eines Wettbewerbs 1951), Modell eines Einfamilienhauses (Hamburg November 1953) u. a. – III. Das Ornament und die Flächengestaltung in der heutigen Architektur. Bild- und Textsammlung, zusammengestellt von Siegfried Thiel, Hamburg, Februar 1954. Ca. 80 Seiten mit zahlreichen eingeklebten Fotografien, Illustrationen und, teils illustrierten, Typoskriptseiten. Thiel erläutert anhand zahlreicher Bildbeispiele zeitgenössischer Architektur die Verwendung von Ornamenten in verschiedenen Bereichen (Fassade, Dach, Fußböden, Tapeten, Textilien, Möbel). Die zahlreichen Bilder, teils aus anderen Publikationen ausgeschnitten, und sein Typoskript montierte er auf farbige Kartonblätter. In schwarzer Klemmmappe. – Insgesamt eindrucksvolle Sammlung von Bildbeispielen der modernen Architektur und Innenarchitektur der 1950er Jahre in Deutschland.

Zwei Mappen A4, letztere im A3-Format. – Alle sehr gut erhalten.

136  Line Vautrin.

€ 250

Poesie in Metall. Sammlung Anne Bokelberg. Hamburg 2003. Mit mehr als 170 Farbabbildungen, davon 23 ganzseitig auf Tafeln montiert. Roter Originaleinband, Titelzeile in Gold gedruckt.

Eins von 600 Exemplaren. – Erschienen anlässlich der Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe im Frühjahr 2003. – Idee und Konzeption der Sammlerin. Mit Einleitungen von Wilhelm Hornbostel und Rüdiger Joppien, der auch die wissenschaftliche Bearbeitung des Kataloges übernahm. – Die Sammlung umfasst 145 Schmuckstücke der berühmten Künstlerin Line Vautrin (1913–1997).

28,7 : 22,5 cm. 171, [1] Seiten.

137  El Lissitzky – Wendingen.

€ 2000 ( R7 )

Serie IV, Heft 11. Sonderheft Frank Lloyd Wright. Amsterdam, De Hooge Brug 1921. Mit 18 Abbildungen sowie illustrierten Anzeigen. Originalbroschur mit der zweiteiligen Farblithographie von El Lissitzky auf Vorder- und Hinterumschlag, die gestalterisch eine Einheit bilden.

Als Einzelheft in der Originalbroschur mit der berühmten Farblithographie von El Lissitzky, die in buchgestalterischer Hinsicht zu seinen Hauptwerken zu zählen ist. – Eins von insgesamt sieben Frank Lloyd Wright-Heften der von H. Th. Wijdefeld u. a. herausgegebenen Kunst- und Architekturzeitschrift »Wendingen«. – Der Text stammt von H. P. Berlage. – Mit zahlreichen Abbildungen von Bauten des amerikanischen Architekten und vielen Anzeigen. – Als Blockbuch gebunden und mit Bastkordel geheftet.

33,0 : 33,0 cm. 38 Seiten. – Ränder etwas gebräunt und berieben. Umschlag etwas fleckig. Einriss (3,5 cm) unten im Vorderumschlag. – Exlibris auf dem Titelblatt.

Lissitzky-Küppers Abb. 70. – Rowell/Wye 346. – Katalog Kurt Schwitters Merzgebiete, S. 142 mit farbiger Abbildung

138  Gerhard Marcks. Das Wielandslied

€ 3000

der älteren Edda in der Übersetzung von R. Simrock. Holzschnitte von Gerhard Marcks. München-Weimar, Bauhaus-Verlag 1923. Zehn Holzschnitte, zwei monogrammiert und datiert, einer betitelt. Mit dem Titelblatt mit Holzschnitt-Signet lose in Originalhalbpergamentmappe (Otto Dorfner).

Erstes Mappenwerk von Gerhard Marcks. – Die vollständige Folge, acht Holzschnitte auf gelblichem Japan-, zwei auf geripptem Büttenpapier. – Der erste Holzschnitt monogrammiert, datiert und betitelt »Die Walküren«, der neunte monogrammiert, datiert und mit »IX« bezeichnet. – Anstelle des vierseitigen Textblatts liegt hier ein vom Künstler eigenhändig so bezeichneter »Musterbogen für den Satz« mit einigen Anmerkungen vor. Die Korrekturangabe »groß groß« beim Titel wurde für die endgültige Fassung berücksichtigt (vgl. Abbildung Lammek S. 77). – Alle Holzschnitte auf Büttenkartons (34 : 25 cm) montiert, das Titelblatt 32 : 25 cm. – Die Mappe mit Spritzdekorpapier bezogen und mit Schwarz gedrucktem Titel wie bei Lammek abgebildet, eine Variante wurde von Anny Wottitz typographisch gestaltet. Innendeckel und Mappenflügel mit dunkelblauem Stempeldruckpapier. – »Das schönste Dokument der Begegnung dieses Künstlers mit dem Expressionismus ist die von Otto Dorfner gebundene Mappe mit den zehn Holzschnitten zum Wielandslied der älteren Edda […], die in 110 Abzügen auf der Handpresse im Staatlichen Bauhaus zu Weimar gedruckt worden sind. Ihr Stil erinnert an die naiven Illustrationen alter Märchen« (Lang, Expressionistische Buchillustration, S. 26). – »Nicht nur wegen der hohen Auflage, sondern auch wegen ihres in den Auseinandersetzungen am Bauhaus nahezu programmatischen Charakters, besitzt die Graphikfolge ›Das Wielandslied‹ […] ein besonderes Gewicht im Frühwerk.« (Lammek, S. 24). – Unikates Exemplar in einer frühen Fassung.

35,8 : 29,8 cm. 10 Holzschnitte, 1 Blatt. – Titelblatt und einige Kartonblätter, teils auch die Holzschnitte, mit wenigen kleinen Stockflecken. Titelblatt mit schwachen Knickspuren.

Lammek H 77.1–11. – Katalog Lindenau-Museum 3014-3023. – Vgl. A und O des Bauhauses, Kat. 137, Abb. 23

139  Bauhaus Drucke Neue Europäische Graphik.

€ 1200

5te Mappe = Deutsche Künstler. 1923.

Exemplar 93/100. – Enthält alle drei lithographierten Textblätter von Lyonel Feininger: Titelblatt, Inhaltsverzeichnis und den auf den hinteren Innendeckel montierten Druckvermerk mit dem neuen Bauhaus-Signet von Oskar Schlemmer in Gold, darüber der Widmungstext, als Schlusszeile die Nummerierung. Titel und Inhalt auf Van Gelder-Bütten. – Die Blätter liegen in der Originalhalbpergamentmappe, deren Deckel mit dem getupftem Papier von Josef Albers bezogen sind. – Die Bauhaus-Mappen erschienen 1922 und 1923 bei Müller & Co. in Potsdam mit insgesamt 52 Graphiken, jeweils 100 Exemplare auf Bütten und zehn auf Japan. – »Lyonel Feininger sorgte als künstlerischer Leiter der Druckerei für die Ausstattung der Bauhausmappen, die die größte Leistung dieser Werkstatt darstellen.« (A und O des Bauhauses).

57,5 : 46,0 cm. – Teils etwas berieben. – Die beiden losen Blätter mit Knickfalten und je einem Randeinriss.

A und O des Bauhauses, vgl. KatNr. 121, Abb. 7

140  Joost Schmidt – Junge Menschen. Sonderheft »Bauhaus Weimar«.

€ 450

Monatshefte für Politik, Kunst, Literatur und Leben aus dem Geiste der jungen Generation. Herausgegeben von Walter Hammer. Jahrgang 5, Heft 8. Hamburg, November 1924. Mit 15 Abbildungen. Originalbroschur.

Das Titelblatt und Layout dieses Sonderhefts entwarf Joost Schmidt, auf der letzten Seite typographisch signiert. – Das bedeutende Heft mit Beiträgen von Josef Albers, Wilhelm Wagenfeld, Ludwig Hirschfeld-Mack und Abbildungen verschiedener Bauhaus-Bauten von Gropius und Molnar, Möbeln (Albers, Breuer, Wagenfeld), dem Bauhaus-Schachspiel u. a. m. – Zu Schmidts wichtigsten graphischen Entwürfen gehören neben diesem Sonderheft die Neugestaltung der Werkbundzeitschrift »Die Form« und vor allem das berühmte Bauhausheft von »Offset« (siehe die KatNr. 141). Für die Firma Paul Henss in Weimar entwarf er das Ÿko-Label.

30,3 : 22,2 cm. [24] Seiten (=179–192). – Papierbedingt etwas gebäunt und mit kleinen Randeinrissen.

A und O des Bauhauses Kat. 130, Abb. 74 (in schlechterem Zustand als hier). – Fleischmann 91–93

141  Joost Schmidt – Offset –

€ 1000

Buch- und Werbekunst. Das Blatt für Drucker, Werbefachleute und Verleger. Jahrgang 1926, Heft 7. Bauhaus-Heft. Leipzig 1926. Mit 18 teils farbigen Tafeln und zahlreichen Abbildungen. Farbig illustrierte Originalbroschur.

Das legendäre Bauhaus-Heft der Leipziger Zeitschrift »Offset«. – Der von Joost Schmidt entworfene Umschlag wurde bei C. Dünnhaupt, Dessau, mit neun (!) Farben gedruckt. Er zierte 2010 den MoMA-Katalog »Bauhaus – Workshop for Modernity«. – Den Bauhaus-Teil des Hefts konzipierte Moholy-Nagy. Buchschmuck und Typographie des zweiten Teils stammen von Otto Horn. – Das Heft enthält Beiträge von Walter Gropius, Marcel Breuer, Moholy-Nagy, Josef Albers, Herbert Bayer, Gunta Stölzl und Oskar Schlemmer, auf 13 Tafeln und vielen Abbildungen werden Arbeiten des Bauhauses vorgestellt, wobei der Schwerpunkt auf Typographie und Design liegt (u. a. Joost Schmidt »Ÿko«, Moholy-Nagy »Bauhaus-Bücher«, Herbert Bayer »Reklame«), ergänzt um architektonische und kunsthandwerkliche Projekte sowie Malerei und Graphik. – Der zweite Teil enthält Texte und Bilder zum Druckgewerbe.

30,7 : 23,3 cm. [4], 353–428, [20] Seiten. 18 Tafeln. – Umschlagränder etwas unfrisch, Rücken mit restaurierten Fehlstellen. – Ränder innen teils leicht fingerfleckig.

A und O des Bauhauses 131, Abb. 266/267. – Wingler S. 426. – Fleischmann S. 313. – Lang, Konstruktivismus S. 53

142  Carl Ernst Hinkefuss – 10 Jahre deutsche Werbe-Graphik.

€ 300

Herausgegeben von Carl Hinkefuß. Berlin, Internatio GmbH 1923. Mit zahlreichen, teils farbigen und montierten, Abbildungen. Orignalhalbleinenband mit farbig illustriertem, montiertem Deckelbild..

Unnummeriertes Exemplar einer kleinen Auflage. – Üppig ausgestattete Übersicht zum Schaffen von Carl Ernst Hinkefuss (1881-1970), der mit dem Gebrauchsgraphiker Wilhelm Deffke von 1916 bis 1920 in ihrem gemeinsamen Büro »Wilhelmwerk – Pflegestätte Deutscher Werkkunst« tätig war. 1919 wurde Hinkefuß Mitglied im Deutschen Werkbund, ab 1920 gab er die Zeitschrift »Qualiät« heraus und gründete im selben Jahr eine Reklameagentur. Im Zentrum seiner Tätigkeit stand der Entwurf von Markenzeichen als Grundlage aller geschäftlichen Werbemedien. Rund 400 Originalentwürfe von Schutzmarken und Firmenzeichen sind in seinem Nachlass erhalten geblieben. – Dazu: Die Reklame. Zeitschrift des Verbandes deutscher Reklamefachleute. 20. Jahrgang, 1927. Mit zahlreichen, teils farbigen und montierten Abbildungen. Farbig illustrierte Originalbroschur. – Eine Beigabe.

34,6 : 33,1 cm. 97, [3] Seiten. – Einband fleckig. – Papierbedingt gebräunt.

143  Walter Dexel. Willst Du wie dieser sein […] Du kannst aber durch Körperpflege und Leibesübungen das erreichen.

€ 450

Werbeplakat. Buchdruck. 29,7 : 42,0 cm.

Werbeplakat für Sportverbände in der Ortsgruppe Magdeburg. – Typographisch signiert: »Satzanordnung Kunstgewerbeschule Magdeburg«. An diese Hochschule war Walter Dexel, nach erfolgreichen Jahren in Jena, 1928 als Dozent für Gebrauchsgraphik und Kulturgeschichte berufen worden. – Sehr selten.

Mit Faltspuren.

144  Franz Roh. Nach-Expressionismus.

€ 150

Magischer Realismus. Probleme der neuesten europäischen Malerei. Leipzig, Klinkhardt & Biermann 1925. Mit 92 Abbildungen auf 89 Tafeln. Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – »Unter anderem die wichtigste Arbeit über die Malerei der ›Neuen Sachlichkeit‹ […] Hervorragendes Abbildungsmaterial« (Bolliger). – Mit diesem Werk prägte der Kunsthistoriker und Publizist den Begriff des »Magischen Realismus« (»Auf den Titel legen wir keinen besonderen Wert. Da das Kind aber wirklichen Namen haben mußte und ›Nachexpressionismus‹ nur Abstammung und zeitlicher Beziehung ausdrückt, fügten wir […] jenen zweiten hinzu« (Vorwort). – Beilage: Bestellkarte »Junge Kunst«.

22,5 : 16,0 cm. [8], 134 Seiten, [45] Blätter. – Etwas berieben, Deckelränder gebräunt. – Vorderes Innengelenk gelockert, Besitzvermerk.

Dokumentations-Bibliothek VI, 611

145  Der Weg. Die Schrift [der] Schule. Der Weg.

€ 750

Aus den Lehrwerkstätten. Herausgeber Edmund Kesting [und] Lothar Schreyer. Dresden [1926]. Mit fünf Holzschnitten und zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur mit zwei Linolschnitten auf dem Umschlag.

Der Weg 1. – Originalausgabe der ersten Publikation der 1919 von Edmund Kesting in Dresden gegründeten »Weg-Schule«, erschienen anlässlich der Eröffnung der Berliner Schule. – »Die Schrift ›Der Weg‹ ist die erste Veröffentlichung der neuen pädagogisch. Grundsätze, die seit 1919 in der Wegschule gelehrt werden« (Einleitungstext). – Die Schule hatte Werkstätten für Malerei, Bildhauerei, Raum-, Reklame-, Bühnen- und Bildbaugestaltung. – Mit Holzschnitten, auf Büttenpapier gedruckt, von Gerda Müller-Kesting, J. Breuer (2), Johanna Zenker und Edmund Kesting und Texten der Herausgeber sowie von Nikolaus Simon, Hans Haffenrichter u. a. – Interessante Anzeigenseiten. – Besitzvermerk »Kurt Doebler, 1927«.

20,3 : 20,3 cm. 31, [3] Seiten, 5 Holzschnitte.

Raabe/Hannich-Bode 268.60

146  Johannes Molzahn – Staatliche Akademie fuer Kunst und Kunstgewerbe Breslau.

€ 350

Ausstellung der Studierenden vom 11. Juni bis 6. Juli 1930. Breslau 1930. Mit zahlreichen Abbildungen. Illustrierte Originalbroschur.

Seltener und wichtiger Katalog, in Bauhaus-Typographie gestaltet von Johannes Molzahn (1892–1965). Von 1923 bis 1928 lehrte Molzahn in Magdeburg und war u. a. Graphiker der berühmten Fagus-Werke. 1928 wurde er nach Breslau berufen, wo er Fachlehrer für Graphik an der hier vorgestellten Akademie wurde. – Mit einem Vorwort von Oskar Moll, dem Direktor der Akademie, und Textbeiträgen der beiden Fachlehrer Molzahn und Schlemmer. – Einige Monate zuvor hatte Molzahn den Katalog zur Ausstellung von Arbeiten des Lehrkörpers gestaltet. – Der Katalog wird in Molzahns eigenem Verzeichnis seiner Arbeiten erwähnt (vgl. Salzmann/Güse, Duisburg 1977, S. 121, Abb. auf S. 21).

18,8 : 18,8 cm. 20 Seiten. – Rückenfalz etwas eingerissen. – Minimal fleckig.

147  Johannes Molzahn – Gestaltung, Gestaltung. Zur schlesischen Arbeitsgemeinschaft für Zeichen- u. Kunstunterricht.

€ 900

Montage: Georg Nerlich. Text: Werner Panitz. Breslau 1928. Mit zahlreichen Illustrationen. Illustrierte Originalbroschur.

Sehr seltener Privatdruck, erschienen anlässlich einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft im Oktober 1920. – Georg Nerlich (1892–1982) studierte in Breslau und war seit 1920 Mitglied im Schlesischen Künstlerbund und Deutschen Werkbund. Werner Panitz (1905–1979) hatte in Breslau bei Otto Müller studiert, um 1928/29 ließ er sich zum Kunsterzieher ausbilden. Sein Text erörtert die Förderung künstlerischer Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen. – Die außergewöhnlichen Illustrationen, die wohl beispielhaft Arbeiten von Schülern verschiedener Altersstufen vorstellen, wurden in Linol- oder Holzschnitte umgesetzt. Dass Johannes Molzahn, der 1928 aus Magdeburg in den schlesischen »Hot-Spot« Breslau berufen wurde, an der Gestaltung der Broschüre beteiligt war, kann vermutet werden. Zumindest referierte er am ersten Tagungsabend über »Die Grundlagen der Gestaltung«, am zweiten Abend sprach Grohmann über »Paul Klee und die neuen Wege in der Kunst«. Neben Schülerarbeiten aus dem Kunstunterricht wurde auch die Paul Klee-Ausstellung im Museum der bildenden Künste besichtigt. – Der Vortrag Molzahns wird in dessen eigenem Verzeichnis seiner Arbeiten erwähnt (vgl. Salzmann/Güse, Duisburg 1977, S. 121).

24,3 : 25,0 cm. [20] Seiten. – Umschlag leicht fleckig. – Letztes Blatt mit kleinem Falzeinriss.

148  [H J R]. Sammlung von Entwurfszeichnungen für Bucheinbände und -umschläge

€ 2000 ( R19 )

(20), Plakate und Werbung (13) sowie Schablonenpapiere, Schriftproben u. a. Zusammen 38 Blätter. 1928–1929. Meist monogrammiert »HJR« und datiert.

Die Entwürfe, in vielen findet sich das selbstbewusst eingefügte Monogramm »H J R« des unbekannten Graphikers, zeigen Einflüsse des Art-Déco, der Neuen Sachlichkeit und des Konstruktivismus’. Angesichts der künstlerischen Souveränität der Arbeiten und der gestalterischen und technischen Professionalität irritiert die Bezeichnung »Abitur-Arbeit 1928/29« auf dem maschinengeschriebenen Inhaltsverzeichnis. – Die Zeichnungen wurden in Tusche, Schablonen-Spritzdekor und Aquarell, teils gold- und silbergehöht, auf unterschiedlichen Papieren ausgeführt und auf Kartontafeln montiert. Diese sind jeweils am Unterrand mit maschinengeschriebenem Titel und Tafelnummer versehen. – Die meist dreiteilig entworfenen Umschlagentwürfe gelten Büchern von Doré, Morgenstern, Shakespeare, Galsworthy, Hamsun, Dostojewskij, Thomas Mann, Stendhal, Stefan Zweig, Meyrink. Sie enthalten kalligraphische und geometrische Elemente, mehrfach verziert von grotesk-kubistischen Masken. – Einige Plakate für Blaupunkt-, Manoli- und Reemtsma-Zigaretten, Brinitzer-Strümpfe, Accessoires der Hansa-Werke, im Inhaltsverzeichnis handschriftlich nachgetragen sind u. a. Plakatentwürfe »Biarritz – das elegante französische Seebad« und »Reklame-Schau Berlin August 1929«.

Zeichnungen: bis 37 : 27 cm. Trägerkartons : 34 : 50 cm.

149  Kurt Schwitters – Drei von ihm gestaltete Drucksachen.

€ 750

Hannover, um 1930.

I. Hannoversche Schaufenster-Industrie Arthur Koukal. Auszug aus dem Hauptkatalog. Dekorationsartikel für Schaufenster und Innenraum, Geschäftseinrichtungen, Ladenbau. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur, Klammerheftung. 11 Blätter (Katalog und Preislisten). Vorderumschlag und Textseiten in der typischen Gestaltung. 24,5 : 31,0 cm. Umschlagränder minimal wellig. – II. Sehenswürdigkeiten und Museen | Museen, Kirchen und Bücherein in Hannover. Beidseitig bedrucktes Informationsblatt, gelbes Papier. 20,5 : 19,5 cm. Mittelfalte, sonst tadellos. – III. Hundertjahrfeier der Technischen Hochschule Hannover vom 14. bis 16. Juni 1931. Broschüre mit Festprogramm, Eintrittskarten und Gutscheinen. 8,0 : 13,5 cm. Vorderumschlag mit Namen »Frau Prof. Halmhuber«, wohl die Ehefrau von Gustav Halmhuber, dem emeritierten Professor der Technischen Hochschule.

150  #Revolte – Vier Einblattdrucke, zwei Faltblätter und eine Broschüre.

€ 300

1751–1927.

Seit der Reformation dienten Flugblätter, Plakate und kleine Broschüren sowohl der Verbreitung subversiver und revolutionärer Gedanken als auch der Wiederherstellung von Recht und Ordnung. Angesichts von Tweet und Hashtag faszinieren originale Zeitdokumente wie die folgenden besonders: Lübecker Bäckergesellen-Aufstand: Notification des Lübecker Senats vom 16. Juni 1751. – Streik der Lübecker Töpfergesellen: Aufruf des Senats vom 17. Mai 1763. – Märzrevolution 1848: Ludwig Karrig. Offnes Sendschreiben an die heldenmüthigen Barrikaden-Kämpfer […] und alle, die mit mir für eine constitutionelle Monarchie stimmen und streiten. 6. Juli 1848. 3. Auflage. – Novemberrevolution 1918: 1. Männer und Frauen Hamburgs! Aufruf des Hamburger Senats vom 6. November 1918. – 2. Die Forderungen der sozialdemokratischen Partei an die Reichsregierung. Berlin, 9. November 1918. Druck Auer & Co, Hamburg. – 3. Bernhard Rausch. Am Springquell der Revolution. Kiel, 25. November 1918 (Vorwort der Broschüre). – Aufruf zum Anarchosyndikalismus. Flugblatt der Freien Arbeiter-Union Deutschlands zur Hinrichtung von Sacco und Vanzetti 1927. – Alle mit angemessenen Alterungsspuren.