ChristianHesse

Lot 101 – 150 | Hesse-Auktionen
Lot 101 – 150

102  Horst Janssen. Selbst-Pinkus Plakat.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 350

Radierung. 1964. 39,5 : 30,4 cm (78,5 : 52,6 cm). Signiert, datiert, nummeriert und gewidmet.

Exemplar 11/40. – Auf Velin. – Das schöne Selbstporträt, entstanden in Zusammenhang mit den Radierungen »Selbst an Chess Adams« und »Selbst-Suff«. – In der Platte bezeichnet: »Selbst am 7. 7. 64«. – Unter der Darstellung von Janssen mit »für Bemühung 30. 11. 64« und am Unterrand mit »Gruss an Ramsegger« gewidmet.

Ränder etwas gebräunt, insgesamt leichte Patina.

Brockstedt R 264. – Vogel 309

103  Horst Janssen. Spinnengruss für Bolliger.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Lithographie. 1966. 49,5 : 39,5 cm (76,3 : 64,0 cm). Signiert, datiert, nummeriert und gewidmet.

Exemplar 2/40. – Auf Velin. – Unter der Darstellung mit ausführlicher Widmung des Künstlers »Lieber Bolliger, ganz in Eile […] Ganz süss der Käse – + ganz lieb der Kollwitz-Katalog […] dies ein Gruss für Sie + Ihre lüsternen Freunde. Souvenir aus Hamburg mit Herz für Sie + Annemarie Ihr Janssen«. – Im Stein betitelt sowie nochmals signiert und datiert.

Gädeke 441

104  Allen Jones. Shoe.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Lithographie. 1968. 21,4 : 15,7 cm (36 : 38 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 66/100. – Blatt 4 der vierteiligen Folge »Shoes«. – Auf Velin »BFK Rives«. – Tadellos.

Stünke 88 D

105  Wassily Kandinsky. Kleine Welten V.

Schätzpreis/Estimate: € 8000 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 16500

Farblithographie. 1922. 27,5 : 23,5 cm (36,0 : 27,7 cm). Signiert, im Stock monogrammiert.

Eins von 30 Exemplaren der Luxusausgabe auf Japan. – Das fünfte von zwölf graphischen Blättern der berühmten Folge »Kleine Welten«, die 1922 im Weimarer Bauhaus gedruckt und vom Propyläen Verlag ediert wurde. Es erschienen 200 Exemplare auf Bütten und 30 Luxusexemplare auf etwas größerformatigem Japanpapier. – Nach seiner Münchner Zeit beim »Blauen Reiter« kehrte Kandinsky mit großen Hoffnungen ins revolutionäre Russland zurück. Enttäuscht von den dortigen Entwicklungen war ihm der Ruf ans Bauhaus sehr willkommen. Gerade einmal sechs Monate nach Kandinskys Eintreffen in Weimar erschien die Mappe, da die Druckerei des Bauhauses zumindest im Oktober 1922 hauptsächlich mit dem Druck der Graphiken beschäftigt war. – 1922 wurde Kandinsky zum Meister des Bauhauskurses Farben- und Formenlehre berufen, den er dann bis zur Auflösung der Lehranstalt 1933 in Berlin leitete. Er war damit neben Josef Albers der einzige Meister, der an allen drei Standorten – Weimar, Dessau und Berlin – tätig war. – Tadellos schönes Exemplar, an der Unterkante leichte Farbspuren der Lithosteine Gelb und Blau. – Ehemals Nachlass Hilla von Rebay (1890–1967), Gründungsdirektorin der Guggenheim Foundation).

Roethel 168. – Friedel/Hoberg 127

106  Maxim Kantor. Sitzendes Paar.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Aquatintaradierung. 1995. 59,2 : 49,5 cm (75,5 : 60,3 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 31/40. – Auf schwerem, vollrandigem Velin. – Maxim Kantor, geboren 1957 in Moskau, war in den 1980er Jahren in verschiedenen Untergrund-Ausstellungen in Moskau vertreten. Seit Anfang der 1990er Jahre ist er auch als Schriftsteller tätig, 1997 repräsentierte er Russland auf der Biennale in Venedig. 2016/17 realisierte Kantor zwei große Wandgemälde im Auswärtigen Amt in Berlin.

107  Allan Kaprow. 3 Crime Stories.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Multiple (Papier, Messing, Acrylglas, Karton). 1995. 12,5 : 10,0 : 3,5 cm. Drei gerollte Textblätter. Zusammen in Plexiglasbox und Originalkarton.

Eins von 300 signierten Vorzugsexemplaren (Gesamtauflage 1500). – Ediert von F. Conz Verona. – Eine Crime Story in drei Varianten, gedruckt auf je eine Schriftrolle, jede zusammengehalten von einem Messingring. – Eines der wenigen bleibenden Stücke in Kaprows Œuvre. Allan Kaprow (1927–2006) erfand und prägte Ende der 1950er Jahre den Begriff »Happening«, für ihn existierte Kunst nicht losgelöst vom alltäglichen Leben – er wollte beides miteinander verbinden. Dabei war und ist die Vergänglichkeit ein wesentlicher Bestandteil dessen und von Happenings blieben (außer Erinnerungen) nur Dokumentationsfragmente.

108  Allan Kaprow. Assemblage, Environments & Happenings.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

With a Selection of Scenarios by: 9 Japanese of the Gutai Group, Jean-Jacques Lebel, Wolf Vostell, George Brecht, Kenneth Dewey, Milan Knízák, Allan Kaprow. New York, Harry N. Abrams [1966]. Mit zahlreichen ganzseitigen Abbildungen. Originalsackleinenband mit farbig geprägten Titeln.

Wichtiges Dokument der Happening-Bewegung, enthält auch Beiträge zu Jim Dine, Claes Oldenburg, Jackson Pollock, Robert Rauschenberg u. a. – Die zahlreichen Fotoabbildungen entstanden anlässlich berühmter Happenings der frühen 1960er Jahre. – Der Textteil wurde auf Packpapier gedruckt.

31 : 31 cm. 341, [3] Seiten. – Sackleinen etwas lichtrandig.

109  Allan Kaprow. Days off.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

A Calendar of Happenings. New York, Museum of Modern Art 1970. Mit zahlreichen Abbildungen nach Fotografien. Klammergeheftete Originalbroschur.

Selten, da fragile Ausgabe mit Bildreportagen über die Happenings des vergangenen Jahres. – Mit Fotografien von Allan Kaprow, Dennis Hopper u. a.

38,3 : 27,3 cm. [64] Blätter.

110  Ida Kerkovius. Rotes Pferd vor Grün.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Farbserigraphie. 1964. 26,3 : 32,0 cm (43,2 : 60,1 cm). Signiert und nummeriert.

Auf Velin. – Jahresgabe des Badischen Kunstvereins 1964, mit dem Trockenstempel.

111  Ernst Ludwig Kirchner. Tanz.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 450

Holzschnitt. 1910/1975. 10,7 : 16,6 cm (26,0 : 33,0 cm). Im Stock monogrammiert.

Eins von etwa 100 Exemplaren. – Auf Japanbütten. – Abdruck vom Originalstock aus dem Nachlass des Künstlers, ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Der Holzschnitt entstand nach einem Gemälde von Max Pechstein für den Katalog der Brücke-Ausstellung 1910 in der Dresdner Galerie Arnold. Nur in diesem ersten finden sich Holzschnitte von Brücke-Künstlern nach Arbeiten anderer Mitglieder der Künstlergruppe. – Rückseitig mit dem (geschickt platzierten) Editionsstempel. – Tadellos.

Gercken VII, A-56. – Vgl. Dube 724 und Söhn, HDOG 607–13

112  Ronald Brooks Kitaj. Erich Mendelsohn.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farbserigraphie. 1970. 53,0 : 53,0 cm. Signiert.

Exemplar 57/100. – Auf blaugrünem Velin. – Rückseitig bezeichnet mit »Jahresgabe Kestner-Gesellschaft Hannover« und dem Namen des Künstlers. – Tadellos.

Kinsman 39

113  Konrad Klapheck. Wasserhahn (Die Selbstsichere).

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Radierung. 1976. 16,1 : 12,2 cm (30,0 : 19,8 cm). Signiert.

Eins von 380 Exemplaren auf Velin. – Der fünfte von acht Zuständen, mit den Schattenzonen. – Ediert als Neujahrsgruß der Galerie Beyeler, Basel. – Tadellos erhalten.

Zwirner/Klapheck 17 B (von C)

114  Jürgen Klauke. Tageszeichnungen 1973/74.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

52 Radierungen und Heliogravüren. 38,2 : 30,8 cm. [Köln], Elsass-Express [1975]. Originalbroschur mit Radierung auf dem Vorderdeckel.

Exemplar 18/60, wobei die Auflage durch Abnutzung der Druckplatten nach Aussage des Verlegers nicht erreicht wurde. – Die erotographischen Aufzeichnungen des Kölner »BodyArt«-Künstlers und Fotografen wurden durchgehend als Radierung oder Heliogravüre reproduziert, von letzteren meist mehrere auf einem Blatt. – Unter der Widmungsradierung »für Melg« mit dem Auflagenvermerk vom Künstler signiert, betitelt, datiert und nummeriert. – Sehr gut erhaltenes Exemplar der selten gewordenen Edition.

115  Jürgen Klauke. Tageszeichnungen 1973/74.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

[Köln], Elsass-Express [1975]. 52 Blätter mit Radierungen und Heliogravüren. Originalbroschur mit Radierung auf dem Vorderdeckel.

Exemplar 9/60, wobei die Auflage nach Aussage des Verlegers wegen der Abnutzung der Druckplatten nicht erreicht wurde. – Die erotographischen Aufzeichnungen des Kölner »BodyArt«-Künstlers und Fotografen wurden durchgehend als Radierung oder Heliogravüre reproduziert, von letzteren meist mehrere auf einem Blatt. – Unter der Widmungsradierung »für Melg« mit dem nummerierten Auflagenvermerk vom Künstler signiert, betitelt und datiert. – Dazu: Fag-Hag. Tageszeichnungen 1974. Mit einem Vorwort von Werner Lippert. Frankfurt, Galerie AK 1976. Mit zahlreichen ganzseitigen Illustrationen. Originalbroschur. Mit einer Widmungszeichnung und einer beigelegten Radierung, beide signiert, datiert und betitelt. – Sekunden. Tageszeichnungen 1975/76. Wiesbaden 1978. Originalleinenband. Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer signierten Polaroidfotografie, montiert auf das Vorsatzblatt. Auf dem Titel signiert und nummeriert.

38,2 : 30,8 cm. – Einbandränder und Rücken etwas geknickt. – Die Ecken minimal gestaucht.

116  Harald Klingelhöller. Einmal, wiederholt.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Sechs Offsetdrucke. 1997. 48,0 : 68,0 cm. Signiert, nummeriert und bezeichnet.

Vollständige Folge der Serie. – Sechs Offsetdrucke im Duplexverfahren, zusammen in Originalumschlag. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Harald Klingelhöller (geboren 1954) nutzt Buchstaben, Worte und Sätze als bildhauerisches Material. Dabei verwendet er Materialien, deren Palette vom Papier bis zum Stahl, vom Karton bis zum Gips reicht. Seine Skulpturen können als Verräumlichung bestimmter Eigenschaften der Sprache verstanden werden, wie beispielsweise des Gebrauchs der Metapher, der Intonation oder der Aussprache.

Griffelkunst 288 B1–6

117  Max Klinger. An die Schönheit.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 160

Aquatintaradierung. Um 1890/2007. 41,2 : 32,0 cm ( 75,7 : 56,8 cm). In der Platte signiert und betitelt.

Auf kräftigem CG-Velin. – Blatt 12 aus der Folge »Vom Tode II«, Opus XIII. – Neudruck von der Originalplatte für die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Dazu: Ludwig Meidner. Selbstporträt. Lithographie. 1965. 31,0 : 27,5 cm (56,0 : 45,3 cm). Signiert und datiert. Exemplar 58/60. Auf Velin »BFK Rives«. – Ediert von Wolfgang Ketterer, München, mit dessen Trockenstempel.

Linker Rand mit leichten Grifffalten.

Vgl. Singer 241. – Griffelkunst 326 C3

118  Max Klinger. Aus Bode’s Bücherei.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 100

Kaltnadelradierung. 1894. 6,4 : 5,7 cm (8,8 : 6,6 cm, Platte; 26,5 : 18,5 cm, Papier). In der Platte monogrammiert und datiert.

Exlibris des Kunsthistorikers und Museumsdirektors Wilhelm von Bode (1845–1929). – Auf chamoisfarbenem Van Gelder-Bütten. – Abgedruckt bei O. Felsing, Berlin, von der Originalplatte für die »Beilage zur Ex libris-Zeitschrift«, Jahrgang 1897, Heft 1. – Rückseitig mit Sammler- oder Druckerstempel »SH« (?, nicht bei Lugt). – Aus dem Nachlass eines Druckers der Steglitzer Werkstatt. – Tadellos.

Singer 301 IV (von IV) und 285 IV (von IV). – Gutenberg-Museum 5504

119  Gustav Kluge. Feuerwächter Kopf.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Farbholzdruck auf lasierter Leinwand. 1991. 70,0 : 54,0 cm. Rückseitig signiert, datiert und betitelt.

Wohl Unikat, entstanden unter Verwendung eines Teils der Holzstöcke für »Feuerwächter«. Diese lebensgroße Figur druckte Kluge 1987/88 in verschiedenen Varianten von zwei bis drei Platten auf Papier. – Vorliegende Variante nicht bei Günther Gercken verzeichnet, gedruckt in Rot und Schwarz auf geweißte und blau lasierte Leinwand. – Auf Keilrahmen gespannt und rückseitig mit roter Farbe beschriftet. – In zeitlichem und gestalterisch-technischem Zusammenhang entstand die Folge »Lösegeld«, ein Zyklus von sieben Farbholzdrucken ähnlichen Formats auf Leinwand (Gercken 121ff.).

Vgl. Gercken 91

120  Jiri Kolar – Bohumila Grögerova und Josef Hirsal. Intertexte.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Kassel, Boczkowski 1970/71. Mit einer signierten Gravüre nach einer Collage von Jiri Kolar und Textblättern in schraubengehefteten Folienhüllen.

Eins von 40 Exemplaren. – Die Graphik von Kolar, der Druckvermerk von den beiden Autoren signiert. – Enthält zehn Intertexte aus dem Buch »job – boj«. – Das Autorenpaar übersetzte auch internationale Lyrik, besonders von Vertretern der experimentellen, konkreten und surrealistischen Dichtung, ins Tschechische.

30,5 : 22,0 cm. [14] Seiten, Deckblatt und Graphik.

121  Jiri Kolar. Without »Grande Arche de la Defense«.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Collage (Offsetdrucke, Leim). 1990. 14,8 : 10,3 cm. Signiert und datiert.

Jiri Kolar verwendet eine Ansichtskarte mit Blick auf das markante Gebäude, welches er aber aus der Karte schnitt. Die quadratische Öffnung erlaubt nun wahlweise den Durchblick auf eine Reiterszene aus einer persischen Handschrift (eine rückseitig angeklebte zweite Postkarte) oder einen Renaissanceturm (lose eingelegter Ausschnitt aus einer Farbabbildung). – Rückseitig signiert, datiert und mit »P.« bezeichnet. – Gerahmt.

122  Yves Laloy. Album 1.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Sechs, teils farbige Serigraphien. 1968. 60,0 : 41,5 cm. Signiert.

Exemplar 92/100. – Vollständige Folge der in zunehmender Farbigkeit gedruckten Serigraphien. – Erschienen in der Edition Panderma Carl Laszlo, Basel. – Mit dem Textblatt (Vorwort des Herausgebers in Deutsch und Französisch) in der roten Originalmappe. – Yves Laloy (1920–1999) wurde von André Breton als Surrealist bezeichnet, entzog sich aber selbst dieser Klassifizierung. »Die Starrköpfigkeit und die Charakter-Grösse bewahrte Laloy vor allen surrealistischen Konspirationen und die Grösse André Bretons sicherte ihm stets einen der wichtigsten Plätze in der Gemäldegalerie der surrealistischen Bewegung« (Carl Laszlo).

Einige Ränder mit minimalen Knickspuren, Vorderumschlag der Mappe leicht fleckig

123  Fernand Léger. Composition.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

Farblithographie. 1947. 40,0 : 28,5 cm (42,0 : 32,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 25/100. – Auf festem Velin von Rives. – Schöne abstrakte Komposition in leuchtenden Farben. – Gedruckt von Desjobert, Paris. – Ediert von Robert Altmann, Paris, in seinem Portfolio »Brunidor 2«.

Ränder unbedeutend stockfleckig, sehr farbfrisch. – Montierungsreste.

Saphire 17

124  Fernand Léger. Femmes et enfants a l’accordeon.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Farbserigraphie nach einer Gouache von 1950/51. 1954. 45,0 : 34,0 cm (56,0 : 38,0 cm).

Exemplar 538/1000. – Auf Velin d’Arches. – Aus dem Mappenwerk mit zehn Serigraphien nach Gouachen, gedruckt von Jean Bruller, Paris. Mit dem Trockenstempel »Sérigraphie F. Leger« und dem Monogramm des Druckers.

Saphire E 11

125  Kaspar-Thomas Lenk. Nachbilder zu Mahler.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Theodor W. Adorno: Epilegomena. Stuttgart 1962. Mit fünf monogrammierten Radierungen von Kaspar-Thomas Lenk. Originalleinenband mit bedrucktem Cellophanumschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 90 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Adorno und Lenk signiert. – Handpressendruck von Klaus Burkhardt in Zusammenarbeit mit der Galerie Müller, Stuttgart. – Als Blockbuch gebunden.

23,5 : 22,0 cm. [28] Seiten, 5 Radierungen.

Spindler 121.43

126  Silke Leverkühne. Hügellandschaft. – 9 Hügel. – Steinstufen.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

– Drei Farblithographien. 1994/95. 42,0 : 59,0 cm. Signiert und datiert.

Auf Velin. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Silke Leverkühne (geboren 1953) gehörte 1984 zu den Künstlern der Ausstellung »Von hier aus – Zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf«. Sie lebt und arbeitet heute in Düsseldorf.

Griffelkunst 277 B1, 2 und 6

127  Sol Lewitt. Arcs and Lines.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 550

All Combinations of Arcs from four Corners and four Sides, straight, not-straight, and broken Lines. Zweifarbige Radierung. 1975. 50,2 : 65,0 cm (55,2 : 69,8 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 46/60. – Blatt 1 der vierteiligen Folge. – In Blau und Schwarz auf Velin. – Mit dem Trockenstempel des Druckers »Gerald Sisco / Crown Point Press«. – Ediert von der Kunsthalle Basel.

Oberrand mit kleinem Einriss.

Kornfeld E 16. – Krakow 1975.08

128  Sol Lewitt. Black over Colors. Red, Yellow, Blue and Black irregular squares superimposed.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Farbradierung (Aquatinta und Zuckeraussprengverfahren). 1994. 38,5 : 38,5 cm (52,8 : 52,8 cm). Signiert und datiert.

Exemplar 33/50. – Auf festem Velin. – Ediert von Annemarie Verna Galerie und Brooke Alexander Editions. – Gedruckt bei Watanabe, Brooklyn/New York.

Unterrand etwa 1 cm gebräunt.

Krakow 1994.08

129  Roy Lichtenstein. As I opened Fire.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Triptychon. Farboffsetlithographien. 61,0 : 49,7 cm (63,7 : 52,8 cm).

Auf hellgrauem Offsetkarton. – Herausgegeben vom Stedelijk Museum Amsterdam, welches das berühmte dreiteilige Ölgemälde von 1964 besitzt. – Mit dem Copyright-Zeichen des Museums unten rechts in der Druckform, rückseitig jeweils typographisch betitelt und mit Angaben zum Druck.

130  Alberto Magnelli. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Grasse, 18.3.1942. Eine Seite, rückseitig adressiert.

An Georges Hugnet. – Magnelli (1888–1971) berichtet Hugnet vom Zusammentreffen mit Hans Arp, der viel Zeit mit dem Lesen von Werken Paul Eluards verbringe. Er erinnert Hugnet: »N’oubliez par le no. 1 de l’usage de la parole. Merci. – Arp à travaillé admirablement«. – Arp erinnerte sich später an die Zusammenarbeit an einer gemeinsamen Mappe: »1941 flohen Sophie und ich von Paris nach Grasse, von wo wir in die Vereinigten Staaten auswandern wollten. In Grasse trafen wir mit Sonja Delaunay, Alberto und Susi Magnelli, unseren Freunden zusammen. […] Wir zeichneten, aquarellierten und lithographierten gemeinsam […] Trotz der unheilvollen Zeit gehört für mich die Arbeit jener Zeit zum Schönsten, was ich erlebt habe« (zitiert nach Arntz). – Rückseitig eigenhändig adressiert. – Schönes Dokument der wichtigen Künstlergruppe. – Dazu: Serge Charchoune. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Paris, 6.12.1971. Eine Seite. An Christoph Czwiklitzer. »Lune I c’est le même texte, disposés differament. Lune I et Lune II dont trés mal traduits.«.

131  Aristide Maillol. Baigneuse accroupie.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Ausrufpreis/Starting bid: € 2000

Bleistift. Ca. 1930. 28,5 : 19,5 cm. Monogrammiert.

Schöne mit Schraffuren bildnerisch angelegte Zeichnung einer sich ins Wasser beugenden Frau. – Auf bläulichem Papier, aufgelegt auf zwei Kartonblätter. – Mit Echtheitsbestätigung von Olivier Lorquin vom 5. September 2018.

132  Künstler und Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 600

24 eigenhändige Briefe und Postkarten, alle mit Unterschrift, eine Karte mit Aquarell, ein Brief mit Linolschnitt. 1933–2002.

Fritz Levedag (Künstler, 1933, zweiseitiger Brief). – Otto Pankok (Künstler, 1935, Brief über einen Vortrag von Hulda Pankok). – Hans Jaenisch (Maler, 1938, Aquarell und Tusche, rückseitig Brief). – Ludwig Finckh (Schriftsteller, 1958, Widmungsgruß auf Postkarte). – Max Tau (Schriftsteller, 1958, Widmungsgruß auf Porträtfoto). – Frans Masereel (Künstler, 1958, zweiseitiger Brief). – Peter Brüning (Maler, 1964, Briefkarte). – Bruno Beye (Künstler, 1971, Brief mit Linolschnitt). – Henri Michaux (Maler und Dichter, 1981, Brief). – Otto Nebel (Sturmkünstler, 1972, Postkarte). – Gerhard Marcks (Graphiker, Bildhauer, Brief, 1973, Brief). – Conrad Felixmüller (Maler, 1975, Brief). – Carlfriedrich Claus (Graphiker, 1979, zweiseitiger Brief). – Jean Bazaine (Maler, 1980–1995, sieben Briefe, zwei Briefkarten). – Heinrich Neuy (Bauhauskünstler, 1994, Briefkarte). – Heinz Mack (Künstler, 2002, Brief). – Meist an den Düsseldorfer Antiquar und Galeristen Günter Fuchs.

133  XXe Siècle.

Schätzpreis/Estimate: € 12000

Ausrufpreis/Starting bid: € 8000

Chronique du jour. No. 1[–]5/6. – Nouvelle série, No. 1[–]58. – [14 Bände] Hommage a […] – Direction: Gualtieri di San Lazzaro [ab No. 44 Alain Jouffroy, Pierre Volboudt und Gilbert Lascault] Paris 1938–1939 und 1951–1984. Mit etwa 180 Originalgraphiken und Pochoirs sowie Tafeln und Abbildungen. 29 Originalbroschuren, 34 Originalpappbände, 16 Originalleinenbände mit -schutzumschlag.

Vollständige und tadellos erhaltene Reihe der sicher bedeutendsten französischen Kunstzeitschrift des 20. Jahrhunderts. Mit Beiträgen in Wort und Bild über Künstler, Stilrichtungen, Ausstellungen und den Kunstmarkt der gesamten Moderne. – Jedes Heft mit mehreren Originalgraphiken, zunächst Holzschnitte, Lithographien und Gravüren, später meist Lithographien und Pochoirs. – Mit den besonders gesuchten Heften der ersten Serie (Auflage je 1200 Exemplare): Heft 1 mit Bericht über die »Exposition du Surréalisme«, Paris 1938. – Heft 2: Man Ray. – Heft 3: Sechs Holzschnitte von Kandinsky, davon drei farbig (Bogenschütze, Zwei Reiter vor Rot, Orientalisches, Reiterweg, Motiv aus Improvisation 25, Schwarzer Fleck). – Heft 4: Acht Originalgraphiken von Matisse, Laurens, Miró, Arp, Magnelli, Chirico, Zadkine und Hélion, zwei Lithographien von Duchamp und Max Bill. – Heft 5/6: Originalgraphiken von Severini, Max Ernst, W. Power, Marcoussis und der zweifarbige »Holzschnitt pour ›XXe siècle‹« von Kandinsky. – Die nach Kriegsende begonnene »Nouvelle série« mit jeweils zwei oder mehr Lithographien oder Pochoirs, unter anderem von Joan Miro, Marc Chagall, Henri Matisse, Giorgio De Chirico, Hans Arp, Henri Laurens, Marcel Duchamp, Wassily Kandinsky, Max Ernst, Marino Marini, Fernand Leger, Jacques Villon, Georges Braque, Jean Dubuffet, Sonia Delaunay, Alberto Giacometti, Pierre Soulages, Jean Fautrier (wurde nur beigelegt und fehlt deshalb oft), Viera da Silva, Henry Moore, René Magritte, Victor Brauner, Man Ray und Renato Guttuso. – Zu den Autoren gehörten, neben San Lazzarro, Herbert Read, Willi Grohmann, Carola Giedion-Welcker, Jean Cassou, Michel Seuphor, André Breton, André Pieyre de Mandiargues und zahlreiche weitere. – Parallel zur Zeitschrift als »Numéro spécial« bzw. als deren Nummern 57 und 58 erschienen die Hommage-Bände zu Moore, Picasso, Matisse, Chagall, Leger, Max Ernst, Tanning, Calder, Marini, Kandinsky, Esteve, Miro, Rouault, Lindner, Guttuso und Manzú (hier vollständig vorhanden) sowie die beiden Bände »Chagall Monumental« und »Chagall in Jerusalem«.

31,5 : 24,5 cm. – Alle mit Pergaminumschlag geschützt. – Auflistung der Originalgraphiken auf Anfrage.

134  Walasse Ting. One Cent Life.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 3400

Edited by Sam Francis. Bern, Kornfeld 1964. Mit 62 Farblithographien, teils doppelblattgroß, teils im Text. Lose Doppelbogen in farbig serigraphierter Originalleinenchemise mit illustriertem Originalumschlag und im blauen Originalleinenschuber.

Eins von 2000 nummerierten Exemplaren. – Herausgeber Sam Francis vereinte die 61 Gedichte des amerikanischen Malerpoeten Walasse Ting mit eigenen Farblithographien und weiteren von Pierre Alechinsky, Antonio Saura, Asger Jorn, Robert Indiana, Riopelle, Karel Appel, Tom Wesselmann, Bram van Velde, Allan Kaprow, Andy Warhol, Robert Rauschenberg, K. R. H. Sonderborg, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Jim Dine, Mel Ramos und weiteren zwölf Künstlern. – Druck bei Maurice Baudet, Paris, nach der Typographie von Georges Girard. – Großartiges Malerbuch der Nachkriegszeit, eines der wichtigsten und schönsten Zeugnisse des abstrakten Expressionismus und der Pop Art.

41 : 30 cm. 170, [4] Seiten. – Tadellos schönes Exemplar, geschützt in der Original-Holzbox mit wiederholter Exemplarnummer.

135  Boxes.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Los Angeles, Dwan Gallery 1964. Drei beidseitig bedruckte Papierstreifen mit Texten und Abbildungen (89,4 : 17,1 cm, gerollt) in illustrierter Originalpappschachtel.

Auf der Ausstellung wurden Kästen, Schachteln, Dosen und Boxen von Schwitters, Duchamp, Kienholz, Rosenquist, Wesselmann, Warhol u. a. gezeigt.

18,5 : 11,5 : 8,0 cm (Box). – Die erste Papierrolle mit kleinen Filmoplastspuren und -resten.

136  24 Stunden.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Happening am 5. Juni 1965 von 0–24 Uhr in der Galerie Parnass Wuppertal, Moltkestraße 67. Itzehoe, Hansen & Hansen 1965. Mit zahlreichen Abbildungen, zwei Leporellos und einem beigelegten Mehlsäckchen. Rote Originalbroschur.

Originaldokumentation zu dem legendären Happening europäischer Intermedia-Künstler. – Beteiligte Künstler waren Joseph Beuys, Bazon Brock, Charlotte Moorman, Nam Jun Paik, Eckart Rahn, Tomas Schmit und Wolf Vostell. – Während der Aktion trat Nam June Paik erstmals mit seinem Robot K 567 in Europa auf. Das beigelegte Mehlsäckchen bezieht sich auf Wolf Vostells »20 erinnerungen an meine 24 STUNDEN in wuppertal«, welche mit der Aufforderung »beschäftigen sie sich 24 stunden mit mehl« enden. Das Säckchen liegt in einer durch etwa 200 Blatt (etwa die Hälfte des gesamten Büchleins) reichenden Ausstanzung. – Mit Texten der beteiligten Künstler und von Rolf Jährling, die Fotos stammen von Ute Klophaus.

10,5 : 7,5 : 4,2 cm. – Gelenke (und Rücken?) erneuert.

Archiv Sohm, Nr. 197 (mit Abbildung)

137  SMS.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1600

A Collection of Original Multiples. Edited by William Copley. No. 1–6. New York, The Letter Edged in Black Press, Februar – December 1968. 73 Originalmultiples verschiedenster Art und Größe in sechs Originalumschlägen und Originalversandboxen.

Vollständige Folge aller sechs Ausgaben, die in einer Auflage von etwa 2000 Exemplaren erschienen. – Kaum eine Edition spiegelt so deutlich und nuancenreich den Zeitgeist der späten 1960er Jahre wider. 1968 gründete der amerikanische Surrealist William Copley das »SMS Studio« im New Yorker »East Village«. Aus dem ersten Mappenwerk »entstand eine Assemblage von Multiples, die seiner alten Vorliebe für den Surrealismus huldigte.« (Thomas Kellein, in Archiv Sohm). – 73 Multiples in unterschiedlichen Formaten, Techniken und Materialien (Papier, Pappe, Kunststoff, Schallplatten, faksimilierte Notizen, Briefe, Bücher, Objekte, Tonkassetten) von folgenden Künstlern:
1: Su Braden, James Lee Byars, Christo, Waller de Maria, Richard Hamilton, Kaspar Koenig, Julien Levy, Sol Mednick, Nancy Reitkopf, La Monte Young, Marian Zazeela
2: Marcel Duchamp, Nicolas Calas, Bruce Conner, Maria Herscovitz, Alain Jacquet, Ray Johnson, Lee Lozano, Meret Oppenheim, Bernhard Pfreim, George Reavey, Clovis Trouille
3: John Battan, Aftograf, Enrico Baj, William Bryant, Dick Higgins, Joseph Kosuth, Ronnie Landfield, Roland Penrose, Man Ray, H. C. Westermann, Hannah Weiner, Terry Riley
4: Robert Stanley, Arman, Paul Bergtold, John Cage, Hollis Frampton, On Kawara, Roy Lichtenstein, Lil Picard, Domenico Rotella, Robert Watts, Orincess Winifred, La Monte Young, Marian Zazeela, Terry Riley (Musikkassette)
5: Congo, William Anthony, Wall Batterton, William Copley, Edward Fitzgerald, Neil Jenney, Angus McLise, Bruce Nauman, Yoko Ono, Mel Ramos, Robert Rohm, William Schwedler, Diane Wakoski, Lawrence Weiner
6: Richard Artschwager, Ed Bereal, Dieter Roth, Betty Dodson, Ronaldo Ferri, John Giorno, Toby Mussmann, Adrian Nutbeem, Claes Oldenburg, Mischa Petrov, Jan Reavey, Bernar Vernet.

28 : 18 cm (Umschläge), 35 : 19 cm (Versandboxen). – Versandboxen etwas gebräunt.

Archiv Sohm 177 und Abbildung 319. – Sammlung Schnepel Z-16

138  La lune en rodage II.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Zuschlag/Hammerprice: € 6500

Basel, Edition Panderma 1965. Mit 62 Originalarbeiten (Gouachen, Zeichnungen, Collagen) und Originalgraphiken, davon 54 signiert.

Exemplar 82/150. – Vollständiges, sehr gut erhaltenes Exemplar der zweiten Edition der Reihe. – Die Anthologie moderner und zeitgenössischer Kunst wurde herausgegeben von Carl Laszlo in Basel. – Die Originalarbeiten auf farbige Kartonblätter montiert, diese mit acht vorgehefteten Text- und Illustrationsblättern. Im Originalhalbleinenband mit dem montierten Kunststoffrelief von Talman auf dem Vorderdeckel. – Enthält Originalarbeiten und -graphiken von Victor Vasarely (2 Farbserigraphien), Hundertwasser (Collage), Schroeder-Sonnenstern (Farbserigraphie), Walter Leblanc (bemalte Wellpappcollage), Capogrossi (Farblinolschnitt), Günter Uecker (Prägedruck), Koethe (Aquarell), Goepfert (Collage), Megert (Spiegelcollage), Hsiao Chin (Aquarell), Dieter Roth (Ideotogramm, Bleistift auf Offset), Wunderlich (Farblithographie), Dufrêne (Collage), Kuschernus, Kemény (Goldprägedruck), Carl Laszlo (2 Manifeste), Sobrino (Folienprägung), Thomas Bayrle (Lithographie), Villeglé (Collage), Lajos Kassak (MA-Farbserigraphie), Thomas Lenk (Radierung), Dorazio (zweifarbige Lithographie), Ferro (Collage) u. v. a.

32,5 : 35,5 cm. – In der Originalversandbox (diese etwas fleckig).

139  Zeitschrift für Tiegel & Tumult.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Herausgegeben von Wolfgang Luh und Jürgen O. OIbrich. [Nummern] 1–25. Kassel 1986–1992.

Vollständige Folge der ungewöhnlichen »Zeitschrift«. – Vierteljährlich erschien eine Ausgabe, jeweils in Zusammenarbeit mit einem Künstler, dem sogenannten »Visual Guest«, in einer Auflage von 150 Exemplaren. – »Die Zeitschrift ist handgemacht und bedient sich aller erdenklichen Verarbeitungstechniken. Mediale Formen verschiedenster Art kooperieren für ihr Erscheinungsbild – z. B. Bügeleisen, eine Fensterbank oder ein Plastikhemd. Der Aspekt des Recyclings fließt dabei stark ein. […] Symbol der Zeitschrift ist die abgeschnittene Ecke, die als Heft im Heft wieder auftaucht.« (Katalog Sammlung Dittmar Nürnberg 1991). – Unter den zahlreichen Objekten, Ready-mades und Beilagen diverse Umschlags- und Mappenformen, Stoffbeutel, Konserven-Dose, ausklappbarer Metallrahmen, roter Plastikkoffer. – Beteiligt waren folgende Künstler: Wolfgang Hainke, Chuck Stake, Eric van Scooten, Georg Jappe, Emmett Williams, Michael Heckert, Axel Gallun, Bernard Heidsieck, Arno Arts, Ann Noel, Niall Monro, Boris Nieslony, Vittore Baroni, Achim Schnyder, Heta Norros, Bruce McLean, Wilhelm Koch, Norbert Klassen, Rainer Resch, Claus Böhmler, Franz-Josef Weber, Die Zwei, Rainer Selg, Martin Rindlichsbacher. – Die Ausgaben 16 und 25 (Das Buch) mit signierten Arbeiten der bis dato beteiligten Künstler. – Dazu: 26 – no news. 1993. Objektkassette. Eins von 75 Exemplaren. Unter diesem Titel wurde die Zeitschrift »Tiegel & Tumult« durch J. O. Olbrich fortgeführt.

Blechdose Nr. 24 geöffnet. – Einband von The Book Nr. 25 etwas stockfleckig.

Optisches Inhaltsverzeichnis: http://www.luh-art.com/tiegel.html

140  René Block. Grafik des Kapitalistischen Realismus.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 4500

KP Brehmer – Hödicke – Lueg – Polke – Richter – Vostell: Werkverzeichnisse bis 1971 unter Mitarbeit von Carl Vogel. Berlin, René Block 1971. Mit zahlreichen Abbildungen. Schwarzer Originalleinenband und -schuber.

Eins von 120 Exemplaren der Vorzusgausgabe mit den sechs signierten Originalgraphiken »Selbstbildnisse«, lose in Extraschuber, jede nummeriert: KP Brehmer. Zweifarbige Radierung. – KH Hödicke. Zweifarbige Serigraphie. – Konrad Lueg. Serigraphie in Blau. – Sigmar Polke. Lackierter Offsetdruck. – Gerhard Richter. Zweifarbiger Offsetdruck, lackiert. – Wolf Vostell. Schwarzer Lack auf Siebdruck, unsigniert – Innen tadellos, die Graphiken unberührt.

21,3 : 24,5 cm. 3–186, [8] Seiten – Schuberkanten und Einbandrücken verblasst.

Vostell: Vomm 1971 : 12

141  Odradek.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Die Realität des Unverständlichen. Dreizehn Radierungen zu der Erzählung »Die Sorge des Hausvaters« von Franz Kafka. 1971. Alle signiert und nummeriert, teils datiert.

Exemplar 59/100, von der Auflage kamen 80 Mappen in den Verkauf. – Mit je einer Radierung von Peter Ackermann, Peter Collien, Michael Coudenhove-Kalergi, Thomas Häfner, Alfred Hrdlicka, Markus Vallazza und Anton Wyss sowie je einer Farbradierung von WP Eberhard Eggers, Ernst Fuchs, Friedrich Meckseper, Arnulf Rainer, Kurt Regschek und Woldemar Winkler. – Es handelt sich »nicht um Illustrationen der Erzählung, sondern um freie Arbeiten […], in denen auf die den Künstlern eigene Weise Wirklichkeit und Irrealität in Beziehung gesetzt werden«. – Herausgegeben von Rudolf Jüdes und Gunter Hofer, das Vorwort schrieb Hemmo Müller-Suur. – Erschienen im Steintor Verlag, Burgdorf/Hannover. – Die Graphiken in Passepartouts, diese zusammen mit dem Textbogen lose der Originalleinenkassette.

Kassette: 42 : 31 cm. – Kassettenecken leicht berieben.

142  Extra-Ausgabe IV.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

Vier Zeichnungen, ein Multiple. 1979. 21 : 15 cm. Alle signiert, datiert und betitelt.

Exemplar 8/20, jedes ein Unikat. – Faltblatt mit Titel und Druckvermerk. – Enthält vier Originalzeichnungen und eine Textilarbeit, alle signiert und datiert: Christian Ludwig Attersee. Messerwurst. Bleistift und Deckweiß. – Bernhard Johannes Blume. Sonnenaufgang hinter Topf-Blume. Farbige Faserstifte. – Günter Brus. 20 Bagatellen. Bleistift und Wachskreide. – Karin Pott. Wanderungen. Aquarell, Blei- und Farbstift. – Dominik Steiger. Vorhang meiner Kinderstube 1940. Bedruckter Stoff in einer Plastikhülle. – Es erschienen sieben »Extra-Ausgaben«, jeweils zu einer Nummer der »Ausgaben«, dem Avantgarde-Literatur- und Kunstmagazin, ediert von Achim Hundertmark zwischen 1976 und 1984. – Tadellos erhalten, sehr selten.

143  Ollo. – Ollo 2.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Rivista senza messaggio. Diretta da Alessandro Mendini (e Alessandro Guerriero) Mailand 1988 und 1990. 101 farbige bzw. 80 Tafeln. Mit einer Falttafel bzw. einem Inhaltsverzeichnis lose in illustrierten Originalschubern.

Wohl die beiden einzigen Ausgaben, herausgegeben von dem Designer und Architekten Alessandro Mendini in dessen Edition Alchimia, einem der wichtigsten Zentren des italienischen Post-Avantgarde-Designs. – Jeweils ein Exemplar einer nicht bezeichneten Luxusedition mit beigelegtem Multiple: Anselmo Dionisio-Kravatte zu Ausgabe 1 und Swatch-Armbanduhr mit stilisiertem Gesicht als Zifferblatt, rückseitig graviert »Museo Alchimia« zu Ausgabe 2. – Ausgabe 1 dokumentiert Fotografien und Kunstwerke italienischer Künstler. Mit der Falttafel »Mappa de design«. – Ausgabe 2 mit Porträts von Daniel Libeskind, Bruno Munari, Alessi und vielen anderen, vorwiegend italienischen Designern und Architekten, nach Fotografien von Occhiomagico (Giancarlo Maiocchi) und anderen Fotografen.

33,0 : 24,0 cm.

144  Mother Goose Collection.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Sechs Farbserigraphien. 1990. 68,5 : 52,0 cm. Alle signiert und nummeriert.

Exemplar 26/300. – Vollständiges Mappenwerk mit der Titelserigraphie von Maurice Sendak und je eine weitere von Chris van Allsburg, Barry Moser, Seymour Chwast, Daniel Pelavin und Guy Billout zu verschiedenen Mother Goose-Strophen. – Die Serigraphien auf Velin »BFK Rives«, jede signiert und nummeriert, jede in einem Transparent-Doppelblatt mit Titelvignette. – Zusammen mit einem Textblatt mit den Kurzbiographien der Künstler in der Originalkassette, auf deren Innendeckel die Texte und der Editionsvermerk. – Ediert von Serigrafia Ltd., New York City, die Serigraphien mit deren Trockenstempel.

Die Kassette leicht bestoßen, Rücken überklebt. Die Serigraphien tadellos.

145  Neue Junge Kunst aus Leipzig.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 450

13 Originalgraphiken. 1990. 26,2 : 37,5 cm.

Exemplar 50/70. – Mit folgenden signierten, datierten und teils betitelten Originalgraphiken: Marie Dix (zwei farbige Collagen mit Materialdruck, einer übermalt), Ulrike Dornis (drei Lithographien), Jens Hanke (drei Farbserigraphien, davon eine doppelblattgroße als Umschlag), Steffen Mück (zwei Lithographien) und Sibille Rauch (drei Lithographien: Fische, Zwerge, Gärtner). Sibille Rauch, seit 1985 Ehefrau von Neo Rauch, arbeitet seit vielen Jahren unter dem Künstlernamen Rosa Loy. – Untertitel: »Noch vor dem Diplom stellen sich in dieser Edition fünf Maler vor, denen das Korsett der traditionellen Leipziger Schule zu eng ist und die bereits vor Öffnung der Grenze dieses akademische Laufgitter verlassen haben«. – Mit zwei Titelblättern und leeren Zwischenblättern vor den Graphiken in der Originalbroschur. – Erschienen anlässlich der Ausstellung vom 23.3.–12.4.1990 in Hannover. – Alle fünf Künstler studierten ab Mitte der 1980er Jahre an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Selten.

146  Georg Dick. Frank Maibier. Der Schnitt.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Graphiken und Multiples in Metallbox. 1992. 50 : 30 : 3 cm. Mehrfach signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 4/10. – Ediert von der Galerie Oscar in Chemnitz. – Inhalt: Drei Linolschnitte von Georg Dick, drei Papierschnitt-Collagen von Frank Maibier, zweiteiliges Pappobjekt mit geprägtem Goethe-Zitat, von beiden Künstlern signiert sowie Metallobjekt in der Form eines Sensenblatts. – Seltenes Dokument dieser für die Kunstszene der Nachwendezeit wichtigen Galerie, zu deren Gründern neben den beiden hier vertretenen Künstlern auch Steffen Volmer sowie Carsten und Olaf Nicolai gehörten.

147  1/4 Jahrhundert Galerie Oben.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Zehn Originalgraphiken. 1998. 53,5 : 40,0 cm. Alle signiert, datiert und nummeriert.

Eins von 25 Exemplaren (Gesamtauflage 35). – Mit je einer Radierung von Michael Morgner, Dagmar Ranft-Schinke, Thomas Ranft, Max Uhlig, Claus Weidensdorfer, Eberhard Göschel, je einer Lithographie von Steffen Volmer, Carlfriedrich Claus, Klaus Sobolewski und einem Holzschnitt von Osmar Osten. – Die Graphiken entstanden anlässlich des 25jährigen Bestehens einer der wichtigsten Galerien der ehemaligen DDR. – Mit einem Text von Tilo Richter. – Lose mit Textblatt und Druckvermerk in der Originalleinenmappe. – Die Chemnitzer Galerie Oben wurde 1973 gegründet, sie ging aus einer 1954 etablierten Verkaufsgenossenschaft bildender Künstler des Bezirks Karl-Marx-Stadt hervor und widerstand – trotz intensiver »behördlicher« Beobachtung – der Verstaatlichung. Neben dem Ausstellungsprogramm fanden regelmäßige »Mittwochgespräche« statt, zu denen Schauspieler (Eberhard Esche, Ulrich Mühe), Musiker (Uschi Brüning) und Schriftsteller (Eva Strittmatter, Erich Arendt) in die Galerieräume eingeladen wurden.

148  Sieben Jahresgaben der Kestner-Gesellschaft.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Alle signiert, meist nummeriert, teils datiert. Rückseitig mit dem Stempel der Kestner-Gesellschaft

I. Eduard Bargheer. Athen. Farbradierung (Kaltnadel und Aquatinta). 1972/73. 31,0 : 42,8 cm (43 : 65 cm). Signiert, datiert und nummeriert. Ex. IV/XXX. Auf Bütten. Rosenbach 323.
II. Lynn Chadwick. Watchers. Farblithographie. 1960. 38,0 : 25,0 cm (45,5 : 34,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert. Ex. 256/300. Auf Velin.
III. Hans Hartung. Ohne Titel. Radierung. 1953/56. 41,3 : 32,7 cm (65,5 : 50,0 cm). Signiert und nummeriert. Ex. 65/250. Auf Velin d’Arches. Schmücking 15.
IV. Karl Hartung. Abstrakte Figur. 1956. Zweifarbige Serigraphie. 70,5 : 50,0 cm. Signiert.
V. Hans Mettel. Sitzende Figur. Farblithographie. 1954. 30 : 21 cm (38 : 32 cm). Signiert und nummeriert. Ex. 224/250.
VI. Zoran Music. Paysage. Farbaquatinta. 1959. 37,5 : 53,5 cm (50,5 : 66,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert. Ex. 45/250. Auf Velin d’Arches. Schmücking 70.
VII. Emil Schumacher. Ohne Titel. Radierung (Kaltnadel und Aquatinta). 1961. 44,5 : 30,5 cm (70,0; 50,0 cm). Signiert und nummeriert. Auf Velin. Rothe 127.
Zehn Beigaben, alle signiert und nummeriert: Gunter Böhmer (Radierung, 96/120), Fritz Genkinger (Farblithographie, 43/100), Günter Grass (Pilze, Radierung, 1973, 91/100), Fritz Grasshoff (Farblithographie, 1955, 16/50; Lithographie, 1959, 5/300), Gerhard Marcks (Die Katze von Aigina, Linolschnitt, 1979, 13/250), Elke Rehder (Drei Bauern, Farblithographie, 14/20), Rolf Szymanski (Radierung und Farblithographie, je 43/80), A. Paul Weber (Der Nachdenkliche, Lithographie).

149  Franz Marc. Ex libris Paul Marc.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Lithographie. 7,0 : 5,5 cm (9,9 : 7,7 cm).

Die zweite Fassung des Exlibris für den Bruder des Künstlers, nun mit dem Sockel links unten und kräftigen Schattenpartien. – Auf weißem Papier, gedruckt in Schwarz. – Rückseitig mit Sammler- oder Druckerstempel »SH« (?, nicht bei Lugt). – Aus dem Nachlass eines Druckers der Steglitzer Werkstatt. – Tadellos.

Vgl. Hoberg/Jansen 48. – Gutenberg-Katalog 7026

150  Franz Marc. Exlibris Franz Marc.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Lithographie. 1904. 7,1 : 7,2 cm (10,0 : 9,2 cm).

Frühe graphische Arbeit Marcs, noch ganz gegenständlich und dem Jugendstil verhaftet. – Sicher das schönste unter den Exlibris’ des Künstlers. – Auf weißem Papier, nur in Schwarz gedruckt. – Rückseitig Monogramm- oder Druckerstempel »SH« (?). – Aus dem Nachlass eines Druckers der Steglitzer Werkstatt, wo Marc zumindest dieses (und das folgende) Exlibris drucken ließ. – Tadellos.

Hoberg/Jansen 49. – Gutenberg-Katalog 7025