ChristianHesse

Lot 151 – 200 | Hesse-Auktionen
Lot 151 – 200

151  Marino Marini. Bildnis Thomas Mann.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 340

Farbige Lithographie. 1955. 33,5 : 26,5 cm (55 : 45 cm). Signiert.

Wohl eins von 20 Künstlerexemplaren (Gesamt 220). – Auf Velin d’Arches. – Entstanden im Todesjahr des Dichters und ediert von seinem Hausverlag S. Fischer. – Gedruckt bei Wolfensberger, Zürich.

Papier etwas gebräunt. Rückseitig umlaufend Montierungsreste.

Guastalla 107

152  Marwan Kassab-Bachi. Gesicht.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Aquatintaradierung. 1974. 29,7 : 39,3 cm (53,5 : 63,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 20/30. – Auf Velin. – Gedruckt in Dunkelbraun. – Der in Damaskus geborene Künstler (1934–2016) studierte ab 1957 in Berlin bei Hann Trier. Ab 1963 arbeitete er freischaffend, Georg Baselitz und Eugen Schönebeck zählten zu seinen Künstlerfreunden. Bekannt wurde er vor allem durch seine expressiven »Gesichte«.

153  Almir Mavignier da Silva. Composition cinétique.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Zweifarbige Serigraphie. 1967. 79,7 : 50,9 cm (85,8 : 57,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 107/200. – Auf sehr glattem, leicht getöntem Karton. – Im schwarzen Unterrand signiert.

Kaum störende, leichte Bereibungen.

154  Joan Miró – Tristan Tzara. Parler seul.

Schätzpreis/Estimate: € 9000

Zuschlag/Hammerprice: € 11000

Poème. Lithographies de Joan Miró. Paris, Maeght 1948–1950. Mit 72 meist farbigen Lithographien im Text, teils blattgroß, und eine als Bezugspapier der Chemise, eine Farblithographie mit Collage auf dem Umschlag. Grüner Ecrasélederband mit farbigen Lederintarsien auf beiden Deckeln und dem Rücken, im Schuber mit Lederkanten (signiert: J.-F. Barbance). Das Bezugspapier der Chemise und der Umschlag mit der Collage sind eingebunden.

Eins von 200 Exemplaren auf Velin »Malacca pur Chiffon« (Gesamtauflage 253). – Im Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert. – Originalausgabe des 1945 entstandenen Gedichts Tzaras. Mit dem Druck von Text und Lithographien wurde 1948 begonnen, die auf der Handpresse abgezogenen Lithographien, die vielfach auf den Textseiten eingedruckt wurden, waren erst 1950 abgeschlossen. – Der Buchbinder Jean-Françoise Barbance aus Avallon ließ sich für die Intarsien auf dem Einband von zwei Lithographien aus dem Buch inspirieren. – »This book represents a particulary effective collaboration between artist and author. Miró’s brillantly spontaneous and amorphous images, drawn directly on the stone with very few preparatory sketches, have the inventive verve of Tzara’s random verses« (Eleaonor M. Garvey). – Die Dichtungen Tzaras entstanden laut Impressum im »Hospital psychiatrique de Saint-Alban«. Tzara hatte »auf Einladung des Chefarztes und Direktors dieser Anstalt seine dortigen Beobachtungen aufgezeichnet. Es handelt sich hier um eine Art Selbstgespräch bzw. die poetische und seelenvolle Schilderung von Traumgebilden. […] Text und Bild, Autor und Künstler sprechen sozusagen dieselbe Sprache« (Sybille Bock, 1999, in »Französische Malerbücher […] Sammlung Christa und Wolfgang Classen«). – Eines der schönsten Malerbücher Mirós in einem kongenialen Einband französischer Provenienz.

37,0 : 28,0 cm. – Die untere Hälfte der übergroßen Lithographie (Mourlot 102) wurde wohl als Bezugspapier für den Schuber verwendet, der hier nicht mehr vorhanden ist.

Monod 10809. – Cramer, Miro Books 17. – Mourlot 102, 104 und 107.1-70. – Garvey 206. – Classen 1999, Nr. 13

155  Joan Miró. Céramiques.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 230

Farblithographie. 1974. 42 : 62 cm (55,0 : 76,5 cm). Im Stein signiert.

Auflage in unbestimmter Höhe, gedruckt bei Arte Adrien Maeght, Paris, auf chamoisfarbenem Velin d’Arches mit dem Wasserzeichen »MAEGHT«.

Etwas angestaubt.

Mourlot 928

156  Piet Mondrian. Serigraphie-Reproduktionen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Elf Farbserigraphien nach Ölgemälden. 1978. 50 : 45 cm.

In ungenannter Auflagenhöhe erschienenes Mappenwerk mit elf großformatigen Serigraphien nach Gemälden Mondrians aus den Jahren 1921–1938. Gedruckt von Ernst Christen nach Abbildungen in Ausstellungskatalogen der Galerie Beyeler (Basel 1965) und des Kunstmuseums Bern (1972). – Die hervorragenden Drucke entstanden mit Schnittschablonen und Direktbeschichtung. – Jede Serigraphie mit Bleistift mit einer Bildnummer und im Druck mit »P.M.« und dem ursprünglichen Entstehungsjahr bezeichnet. – Jedes Blatt passepartouriert, mit zwei Textblättern (Bildlegenden und Einleitung) lose in der Originalmappe mit serigraphierter Deckelillustration und Originalleinenkassette.

157  Alois Mosbacher. Malerei.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Aquarell. 1985. 30,5 : 23,2 cm. Signiert, datiert, rückseitig betitelt und nummeriert.

Beilage zu den 18 Vorzugsexemplaren von Heft 1 der Zeitschrift »Malerei · Painting · Peinture«, die herausgegeben von Stefan Szczesny 1988 in der Münchner Edition Pfeffele erschien. – Das Aquarell und das Originalheft 1 der Zeitschrift in der Originalhalbleinenmappe. – Die Zeitschrift mit Beiträgen von Peter Bömmels, Sandro Chia, Demosthenes Davvetas, Martin Disler, Rainer Fetting, Peter Handke, Alois Mosbacher, Stefan Szczesny und Bernd Zimmer und Bildern von Picasso, Matisse, Delacroix u. v. a. – Jedes Vorzugsexemplar enthielt die Originalarbeit eines anderen Künstlers.

158  Johann Georg Müller. Mädchenakt bei der Toilette.

Schätzpreis/Estimate: € 6000 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 5200 ( R19 )

Aquarellierte Tuschzeichnung. Um 1950. 45,5 : 30,0 cm. Monogrammiert.

Auf Japan. – Die schöne und trotz der unbeweglich Dargestellten dynamisch und bildhafte Zeichnung erhält durch die unterschiedlich stark ausgeführten Schraffuren, die teils auch mit Bleistift in die nasse Aquarellfarbe eingezeichnet wurden, eine fast druckgraphische Komponente. – Ursprünglich studierte Johann Georg Müller (1913–1986) Bauingenieurwesen. Erst in den 1930er Jahren schulte er sich künstlerisch als Autodidakt, begann zu zeichnen und ließ sich als freischaffender Künstler nieder. Unter den Nationalsozialisten wurde ihm jedoch Ausstellungsverbot erteilt. Nach Kriegsende wandte er sich der Malerei zu. – Rückseitig: Stehender weiblicher Akt. Farblithographie?.

159  Christa Näher. Schacht.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Stuttgart, Edition Cantz 1991. Mit zahlreichen, meist farbigen und ganzseitigen, Abbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag und -schuber.

Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer beigelegten Zeichnung der Künstlerin (24,4 : 15,5 cm), signiert und datiert, lose in Passepartoutmappe. – Die Edition erschien anlässlich der Ausstellung in der Galerie der Stadt Stuttgart. Neben dem Werkteil enthält der Band drei Beiträge von Johann-Karl Schmidt, Ursula Zeller und Wolfgang Winkler sowie einen bio-bibliographischen Anhang. – Von 1987 bis 2014 hatte Christa Näher eine Professur an der Frankfurter Städelschule inne, ein Jahr nach der vorliegenden Publikation stellte sie auf der Documenta IX aus. – Makellos.

27,5 : 21,5 cm. 170, [2] Seiten.

160  Bruce Nauman. Sequence.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

Farboffset auf Kromekote Paper. 1969. 58,3 : 48,3 cm (61,3 : 51,0 cm). Signiert.

Eins von wenigen signierten Exemplaren (Cordes/Taylor »some signed«). – Herausgegeben von der Leo Castelli Gallery, New York, im Zusammenhang mit der dortigen Bruce Nauman Ausstellung »Holograms, Videotapes, and Other Works« (Mai-Juni 1969). – Tadellos erhalten und farbfrisch.

Cordes/Taylor S. 130

161  Thomas Niggl. Composition.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Gouache auf Papier. 1988. 29,7 : 21,0 cm. Signiert und datiert.

Impulsive, leuchtend farbige Arbeit im Stil der großformatigen Gemälde dieser Zeit. – Auf rosafarbenem Papier. – Am Unterrand und rückseitig mit der Werknummer (?) »332 – 31/36« bezeichnet, rückseitig Atelierspuren. – Thomas Niggl, geboren 1939 in München, lebt und arbeitet in Feldafing und im italienischen Arezzo und ist einer der letzten noch lebenden Künstler vom legendären »Kollektiv Herzogstraße«.

162  Hermann Nitsch. 114. Aktion (Lehraktion) des Orgien Mysterien Theaters.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 2000

Elf (statt zwölf) Farbfotografien und ein »Originalrelikt« (Schüttbild). 2003. 70 : 50 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 20/45. – Die Aktion, die 2003 in der Galerie Kunst & Handel, Graz, stattfand, wurde fotografisch von Heinz Cibulka und Magdalena Frey dokumentiert. – Die großformatigen Abzüge auf Kodak Royal rückseitig mit dem Stempel des Archivs Cibulka sowie Signatur und Nummerierung. – »Originalrelikt«: Maischegetränktes Leinentuch, rückseitig mit Schuhsohlenspuren (70 : 50 cm, am Unterrand mit schwarzem Faserstift signiert und nummeriert). – Zusammen mit dem ebenfalls von Nitsch signierten Titelblatt in der roten Originalleinenkassette. – Ediert von Philipp Konzett und Gerhard Sommer, Galerie Kunst & Handel, Graz.

Es fehlt eine Fotografie. – Sehr gut erhalten, innen tadellos.

163  Marcel Odenbach. Interieur.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Multiple. Zwei Zeichnungen (Rot- bzw. Bleistift), eine über Strichätzung. 2008. 22,8 : 29,0 cm. Rückseitig signiert.

Exemplar 18/20. – Die Bleistiftzeichnung dient als ausschnitthafte Überzeichnung einer Bildmontage mit mehreren Aktmodellen, die sich auf Betten und Canapés räkeln. – Auf einem angefalzten Transparentpapier wurde die Zeichnung mit Rotstift wiederholt. – Auf dem Kartonblatt rückseitig signiert und nummeriert sowie mit dem datierten Stempel des Künstlers, dieser auf dem Büttenumschlag wiederholt. – In der Originalmappe. – Der Videokünstler Marcel Odenbach (geboren 1953) lebt und arbeitet in Köln.

164  Meret Oppenheim. Sansibar.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Gedichte und Serigraphien. Basel, Edition Fanal 1981. Mit 16 Farbserigraphien mit Prägedruck. Lose Doppelblätter in hellblauer Originalbüttenkartonchemise und Originalschuber.

Erste Ausgabe der ersten Gedichtsammlung. – Eins von 18 römisch nummerierten, nicht für den Handel bestimmten Exemplaren (Gesamtauflage 220). – Auf Ingres-Bütten. – Die Texte wurden aus der Univers mager gesetzt und gedruckt von Max Fürer, die Handsieb- und Prägedrucke im Atelier der Edition Fanal gedruckt. – Die meisten der 16 Gedichte entstanden in den Jahren 1933–1944. – Schon früh beschloss Meret Oppenheim (1913–1985), Künstlerin zu werden. 19jährig reiste sie nach Paris und wurde dort von den Surrealisten um André Breton begeistert aufgenommen. Sie beteiligte sich an mehreren Gruppenausstellungen, ihre berühmte frühe Arbeit »Frühstück in Pelz« wurde 1936 von Alfred Barr für das MoMA erworben. In der Schweiz war sie in der »Gruppe 33« aktiv, nach dem Krieg waren ihre Arbeiten von Surrealismus, Neo-Dada und Objektkunst geprägt. – Ihr dichterisches Werk wurde in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, erst 1984 erschien in der »edition suhrkamp« eine Sammlung ihrer Dichtungen. – Selten und innen sehr gut erhalten. – Dazu: Suzanne Feigel. Hinter einer Glaswand. Gedichte. Basel, Edition Fanal 1982. Mit vier Serigraphien auf gefalteten Transparentpapieren, zwei beigelegt, zwei als Umschlag um die beiden Originalbroschuren montiert. Im Originalschuber. Erste Ausgabe. Eins von 100 nummerierten Exemplaren, weitere zwölf als Belegexemplare. – Im Druckvermerk von Dichterin und Künstlerin signiert.

28,2 : 14,3 cm. 18 gefalzte Doppelblätter. – Rücken der Chemise minimal verfärbt, der Schuber minimal fleckig.

165  C. O. Paeffgen. Eine Aktion.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 300 ( R7 )

Multiple (Garnrolle, Zinkdraht) und elf montierte Originalfotografien. 1975. 20,8 : 14,7 cm. Signiert.

Exemplar 13/55. – »Aktion bei der industriell auf ein Pappröllchen aufgespulte Nähseide von C. O. Paeffgen manuell mit verzinktem Draht umwickelt wird« (Titelseite). – Die vom Wolfgang Hake Verlag edierte kleine Buchauflage enthält eine entsprechend bearbeitete Garnrolle, montiert auf eine signierte Papptafel und eingelegt in das Buch mit ca. 100 Blättern mit kreisförmigen Ausstanzungen. Auf den vorhergehenden Blättern sind elf Fotografien (12,5 : 9,0 cm) von ähnlich bearbeiteten Garnrollen montiert. – Gebunden in den weißen, schwarz bedruckten Originalumschlag.

Slg. Schnepel P 1-02

166  Max Pechstein. Wendinnen.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Radierung. 1908. 20,1 : 15,5 cm (36,0 : 22,5–24,5 cm). Monogrammiert, datiert, betitelt und als »Probedruck« bezeichnet.

In der Platte nochmals monogrammiert und datiert. – Auf starkem Büttenkarton. – Ehemals Sammlung Joachim (Jim) Mersmann, Wiesbaden.

Linker Rand unregelmäßig gerissen. – Rückseitig Abklatsch einer anderen Radierung. Ränder angestaubt, insgesamt leicht fleckig.

Krüger R 18 (das dort bezeichnete Exemplar)

167  Max Pechstein. Entsagung.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Ausrufpreis/Starting bid: € 2700

Lithographie. 1908. 40,7 : 33,7 cm (54,5 : 37,3 cm). Signiert, datiert und betitelt.

Prachtvoller Handabdruck auf starkem Japanpapier. – Oberhalb der Darstellung signiert und betitelt. – Ehemals Sammlung Joachim (Jim) Mersmann, Wiesbaden, seitdem in dritter Generation in Familienbesitz.

Ränder unregelmäßig beschnitten. Untere Ecken sorgsam geglättet.

Krüger L 27

168  Max Pechstein. Clown.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Zuschlag/Hammerprice: € 2000

Lithographie. 1909. 38,0 : 28,0 cm (54,0 : 41,0 cm). Signiert und datiert.

Auf glattem Velin. – Am Unterrand vom Künstler (?) mit »95« und Alter Mann« bezeichnet. – Krüger kennt nur ein Exemplar im Besitz des Berliner Kupferstichkabinetts. Kein Exemplar bei Artprice.de. – Ehemals Sammlung Joachim Mersmann, Wiesbaden; seit drei Generationen in Familienbesitz.

Leichte Atelier- und Alterungsspuren, im ehemaligen Passepartoutausschnitt etwas gebräunt.

Krüger L 58 (falsche Maße)

169  Max Pechstein. Barmherziger Samariter.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Lithographie. 1912. 43,5 : 32,5 cm (54,0 : 41,0 cm). Im Stein monogrammiert, unten rechts »Samariter« betitelt.

Auf glattem, leicht getöntem Papier.

Minimal gebräunt. Ränder mit Farbflecken (Atelierspuren).

Krüger L 155

170  Max Pechstein. Eigenhändige Widmung.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Zuschlag/Hammerprice: € 120

1947. 14,8 : 16,5 cm.

Neben einer gedruckten Porträtfotografie, Montage nach Aufnahmen von E. Kesting, aus einem Katalog des Pechstein-Museums Zwickau. – »Meinem lieben alten Freund Jim Mersmann herzlichst sein HM Pechstein Sept. 1947«. – Joachim Mersmann, Wiesbaden, war einer der größten Pechstein-Sammler und -Förderer. – Am Unterrand auf Pappe montiert.

171  A. R. Penck. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 230

Farbserigraphie. 1981. 128,0 : 90,5 cm. Signiert und gewidmet.

Originalgraphisches Plakat zur Penck-Ausstellung der Kunsthalle Bern (14.8.–27.9.1981). – Am Unterrand mit Bleistift signiert und mit eigenhändiger Widmung »Für Marianne Schmidt« (Austellungskuratorin der Kunsthalle Bern). – Dazu: Drei Plakate: Cy Twombly, Kunsthalle Bern, 1973, mit faksimilierte Signatur. – Donald Judd, Kunstmuseum Basel, 1976. – George Brecht, Kunsthalle Bern, 1978. – Judd- und Brecht-Plakat mit kleinen Einrissen und leicht geknickt.

Horizontal gefaltet, einige Knickfalten.

172  Krater und Wolke.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Redaktion: Ralf Winkler [A. R. Penck]. Nummer 1 [bis] 4 [von 7]. Köln, Michael Werner 1982–1984. Mit zahlreichen Reproduktionen, Fotodokumentationen, 3 Schallplatten und 14 originalgraphischen Arbeiten. Illustrierte Originalbroschuren, jede im Schuber.

In etwa 200 Exemplaren erschienen. – Die ersten vier von insgesamt sieben Ausgaben der aufwändigen »Zeitschrift«. Jedes Heft widmete A. R. Penck einem Künstlerfreund: 1. Georg Baselitz (4 Graphiken 1 Schallplatte). – 2. Jörg Immendorf (5 Graphiken, 1 Schallplatte). – 3. Markus Lüpertz (5 Graphiken, 1 Schallplatte). – 4. Per Kirkeby (ohne Graphik). – Mit Texten der Künstler und zahlreichen Abbildungen. – Hefte 1–3 (Heft 4 erschien ohne Originale) enthalten teils großformatige Arbeiten von allen »Beteiligten« und die Schallplatten: »Peter Kowald, Kontrabaß-Solo«; »J. Immendorff, Die Vielleichtors, Immendorff/Oehlen: Café Deutschland«; »Das Springerkonzert 1983. Drum: Ralf Penck, Vocals & Piano: M. Lüpertz«. – Außergewöhnliche künstlerische Selbstdarstellungen der zeitgenössischen »Malerfürsten«.

31,0 : 23,8 cm. – Die Pergaminumschläge etwas eingerissen, Heft 1 unten etwas bestoßen.

Wye/Weitman S. 157

173  A. R. Penck. Welt des Adlers.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

466 Zeichnungen. Berlin, Rainer 1984. Mit 466 Faksimiletafeln. Originalleinenband mit -schutzumschlag und -schuber.

Eins von 300 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Zeichnungen vom Künstler paginiert bis 472, einige Nummern wurde übersprungen (oder in Selbstzensur ausgesondert).

28,5 : 21,5 cm. [6 und 466] Seiten. – Schutzumschlag mit kleiner Fehlstelle, sonst tadellos.

174  A. R. Penck – Kiesstraße zwanzig Uhr.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Herausgegeben von Jürgen Lentes. Frankfurt, Huss’sche Universitätsbuchhandlung 1993. Mit einer signierten Radierung von A. R. Penck. Originalpappband mit illustriertem Folienumschlag. Im Schuber.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der lose beiliegenden Radierung (Gesamtauflage 200). – Almanach zum zehnjährigen Bestehen der Huss’schen Universitätsbuchhandlung mit Erstdrucken von Friederike Mayröcker, Ernst Jandl, H. C. Artmann, Gerhart Rühm, Sascha Anderson, Horst Hussel, Robert Gernhardt, A. R. Penck, Wolfgang Hilbig u. v. a.

28,7 : 18,0 cm. 321, [7] Seiten, 1 Radierung.

175  Antoin Pevsner. Komposition.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Farbige Serigraphie auf braunem Grund. 1961. 29,4 : 22,3 cm. Signiert, rückseitig nummeriert.

Exemplar 29/150. – Auf Velin. – Abstraktes Lineament auf braun getupftem Hintergrund. – Anton Abramowitsch Pewsner (später Antoine Pevsner, 1884–1962) wurde in Weißrussland geboren. Als früher Vertreter des Konstruktivismus lernte er 1913 in Paris Modigliani und Archipenko kennen. 1931 war er dort zusammen mit seinem Bruder Naum Gabo und neben Doesburg, Herbin u. a. in der Ausstellung »Abstraction–Création« vertreten. – Tadellos.

176  Pablo Picasso. Femme nue devant une Statue.

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Ausrufpreis/Starting bid: € 4000

Radierung. 1931. 31,2 : 22,1 cm (44,5 : 33,5 cm). Signiert.

Blatt 6 aus der »Suite Vollard«. – Eins von 250 Exemplaren auf »petite papier vergé de Montval« mit dem Wasserzeichen des Verlegers. – Der Verleger und Kunsthändler Ambroise Vollard gab bei Picasso eine Folge von einhundert Graphiken in Auftrag, die das Thema von Künstler, Modell und Skulptur oder den Minotaurus-Mythos variieren. Die Graphikfolge entstand in den Jahren 1930 bis 1937 und wurde nach ihrem Auftraggeber benannt.

Im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt. Verso Montierungsreste.

Bloch 139

177  Pablo Picasso. Jeu de ballon sur une plage.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R19 )

Farbiger Linolschnitt. 1957. 8,0 : 13,0 cm (23,8 : 15,8 cm, gefaltet).

Eins von 200 Exemplaren auf »papier vergé«. – Auf gefaltetem Doppelblatt, Umschlag von »Dans l’argile de Picasso«, Poèmes de Henri-Dante Alberti. Vallauris 1957.

Aus Goeppert/Cramer 89. – Bloch 1273

178  Pablo Picasso. Toros en Vallauris.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 2000

Farbiger Linolschnitt. 1957. 64,0 : 53,5 cm (100,0 : 65,0 cm). Signiert.

Neben der Auflage von 198 Exemplaren auf glattem Papier. – Mit rotem Fettkreidestift signiert. – Gedruckt bei Arnéra, Vallauris.

Knitterspuren. – Ränder rückseitig umlaufend hinterlegt.

Bloch 1276. – Czwiklitzer 23

179  Emil Pirchan. Der Garten des Paradieses.

Schätzpreis/Estimate: € 1200 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 2000

Dramatische Rhapsodie von Hans Reinhart. Musik von Felix Petyrek. Zehn Lithographien. Wien, Linz und München, Gurlitt 1951. Elf kolorierte Lithographien von Emil Pirchan, davon zehn signiert und eine mit der Titelvignette. Zusammen mit einem signierten Notenfaksimile und dem typographischen Titel in Originalinterimspappumschlag.

Offensichtlich Andruckexemplar für den Verleger oder Buchbinder, das Werk scheint jedoch nie erschienen zu sein, weltweit ist es in keiner Bibliothek nachweisbar. – Alle Lithographien auf Simili-Japan gedruckt und mit Farben sowie Gold- und Silberbronze koloriert. Spätwerk von Emil Pirchan (1884–1957), einem »der in Theorie und Praxis maßgeblichsten Bühnenausstatter des 20. Jahrhunderts« (Ostdeutsche Biographie online). Er hatte 1949 für die Aufführung der Oper im Landestheater Linz die Bühnenausstattung entworfen (vgl. Schepelmann-Rieder S. 72). In jungen Jahren gründete er 1918 zusammen mit Paul Baumann die bibliophile Dreimonatsschrift »EOS« und illustrierte vom Jugendstil geprägte Bücher (z. B. »Weinwunder«). – Hans Reinhart (1880–1963) war ein Schweizer Mäzen und Schriftsteller. »Aus langjähriger Verehrung für Hans Christian Andersen entstanden drei dramatische Bearbeitungen von Märchen, die Reinharts Freund, der anthroposophische Komponist und Pianist Felix Petyrek, vertonte (Die arme Mutter und der Tod, Der Garten des Paradieses, Der Schatten)« (NDB XXI, S. 364f.) Felix Petyrek (1892–1951), »engagierter Exponent der musikalischen Moderne« (du Closel, S. 453f.), wurde 1939 ans Leipziger Konservatorium berufen. Seine bereits 1932 entstandene Oper »Der Garten des Paradieses« wurde 1942 in Leipzig uraufgeführt. – Das Notenblatt mit den Anfangstakten der Oper nach der Handschrift des Komponisten lithographiert und von diesem signiert. Auf einem beiliegenden weißen Doppelblatt, dem mehrfach gefalteten Andruckbogen des Titels und auf dem Pappumschlag Notizen des Buchbinders zu Papiersorten und -größen.

50,5 : 35,5 cm. – Passepartouts teils etwas angestaubt und die oberen linken Ecken mit leichter Knickspur.

Literatur: Erika Schepelmann-Rieder, Emil Pirchan und das expressionistische Bühnenbild. – Amaury du Closel: Erstickte Stimmen. Entartete Musik im Dritten Reich, S. 453f

180  Karl Plattner. Drei Graphiken.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 700

1969–1971. Signiert, datiert und nummeriert.

Priester. Aquatintaradierung. 1969. 53,0 : 38,2 cm. Ex. 81/100. – Auf der Turnstange sitzend. Aquatintaradierung. 1970. 70 : 51 cm. Ex. 23/100. – Zwei Mädchen mit Schirm. Farbserigraphie. 1971. 70 : 50 cm. Ex. 43/99. Auf Magnani-Bütten. – Der Südtiroler Karl Plattner (1919–1986) lebte in Italien, Frankreich und Brasilien, später in Österreich und Südfrankreich. Erst in den 1960er Jahren wandte sich der erfolgreiche Freskenmaler der Graphik zu.

181  Karl Plattner. Zwei Radierungen,

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 600

eine farbig, eine mit farbiger Tonplatte. 1974. Signiert, datiert und nummeriert.

Doppelporträt. Farbradierung. 50,5 : 69,5 cm. Auf Velin. Mit Trockenstempel »Ehn«. – Drei Figuren. Radierung mit gelber Tonplatte. 47,0 : 60,5 cm. Ex. 6/100. Auf Velin.

182  Sigmar Polke. Freundinnen I.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Zuschlag/Hammerprice: € 22000

Offsetdruck auf Karton. 1967. 47,9 : 60,8 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 76/150. – Die erste eigenständige graphische Arbeit von Sigmar Polke (1941–2010), verlegt von August Haseke in der Galerie h, Hannover.

Nur rückseitig sichtbare minimale Knicke in den beiden oberen Ecken. Insgesamt sehr gut erhalten.

Becker/van der Osten 3. – Wye/Weitman S. 60

183  Sigmar Polke. Bundestagswahl 1972 – Bizarre.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Fotos aufgenommen in Düsseldorf und Köln. Heidelberg, Edition Staeck 1972. 44 fotografische Tafeln. Mit Klemmschiene geheftete Originalbroschur mit zwei bedruckten Foliendeckeln.

Wohl eins von 500 Exemplaren, von denen einige auf dem letzten, leeren Blatt vom Künstler signiert wurden. – Fotos von »verschönerten« Wahlplakaten. – Selten.

20,0 : 29,5 cm. [45] Blätter.

Becker/von der Osten 19

184  Sigmar Polke. Eine Bildgeschichte.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Offset nach Fotografien. 1972. 40,0 : 28,0 cm.

Ungefaltetes Künstlerexemplar, so selten. – Erschienen in einer Auflage von 1.000 Exemplaren als gefaltete Beilage zu »interfunktionen 9«. – Verso Text von Achim Duchow »Saturn fällt auf die Erde und das Licht geht aus«.

Obere Ecken geknickt.

Becker/van der Osten 23

185  Sigmar Polke. Häuserfront (Wer hier nichts erkennen kann, muß selber pendeln!)

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Offsetdruck, vierfarbig und Gold auf Transparentpapier. 1973. 36,5 : 29,3 cm (45,3 : 62,5 cm). Signiert.

Eins von 564 oder 290 Exemplaren der beiden unbezeichneten Auflagen. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung, Hamburg.

Winzige Kratzspuren im linken Papierrand.

Becker/von der Osten 30. – Griffelkunst 191 A5

186  Sigmar Polke. Daphne (griechisch).

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 330

400 Xerografien in 24 Folgen. Mit einem Essay von Reiner Speck. Gent und Köln, Snoeck 2004. Durchgehend illustriert. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag.

Umfangreiches und aufwändig gearbeitetes Künstlerbuch des 2010 verstorbenen Malers. – »Ovids Daphne, Petrarcas Laura und Polkes Muse sind die Lesarten eines Buchtitels, der als Metapher steht für eines Gottes Jagd nach der Schönen, für des Dichters formvollendete Lieder an eine nie zu Erreichende, für des Künstlers Kraft, im Wandel Vollendung und Ruhm zu finden. […] Bei kaum einem zeitgenössischen Künstler ist das Thema des Verwandelns so dominant wie bei Sigmar Polke. […] Das zunächst als Photo vorliegende Bild erfährt durch Aufrasterung und in der Bewegung des gesteuerten Kopiervorgangs eine Aufstückelung, eine Fragmentarisierung, die Sujet und Bildträger gleichzeitig auflösen und entstofflichen.« (Reiner Speck, Essay).

43 : 31 cm.

187  Heimrad Prem. Amazonen.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Vier Farbserigraphien. 1969. 65,0 : 45,5–49,0 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Je eins von 80 Exemplaren, eine Exemplarnummer abweichend. – Auf festem Büttenkarton. – Farbenprächtige Serie des Mitbegründers der Gruppe »SPUR«, zu der neben Prem (1934–1978) HP Zimmer, Lothar Fischer, Asger Jorn u. a. gehörten. – 1964 hatte Prem erstmals auf der Documenta ausgestellt.

188  Arnulf Rainer. Nervenkrampf.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 2600

12 Fotografien. 1970. 30,0 : 23,5 cm.

Exemplar 32/96. – Vollständige Folge der Selbstporträts, die der Künstler teils im Negativ bearbeitete. – Auf dem karierten Beilageblatt »Vienna, …… from the Desk of Arnulf Rainer« vom Künstler signiert, betitelt und mit »Auflage: 96 Ex / Nr 32« nummeriert. – In der Originalbox der Edition Hundertmark.

Box an den Deckelrändern etwas gebräunt, die Fotografien und das Beilageblatt tadellos.

189  Arnulf Rainer. Vermächtnis über meinen Nachlass.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Köln, Wolfgang Hake 1972. Mit einer signierten Farbradierung und vier montierten Originalfotografien. Weiße Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der signierten, in Rot gedruckten Farbradierung. – Das Vermächtnis mit dem originellen Punktesystem für seinen künstlerischen Nachlass (Beispiel: »Ein Sammler […] Luigi Blau besitzt leider nur eine Radierung 30 x 20 cm = 600 qcm. Das ergibt nach Punkt III: 600 qcm x 5 = 3000 Wertpunkte«) wurde von Rainer 1972 beim Amtsgericht Wien hinterlegt. Am Ende des Buches finden sich Formulare zur Anmeldung der Eintragung in die Erbenkartei. – Der 1929 geborene Künstler lebt und arbeitet in Wien und auf Schloss Vornbach bei Passau. – Tadellos erhalten.

25,0 : 25,0 cm. [29] Blätter, 1 Radierung.

Spindler 158.32

190  Arnulf Rainer. Blindzeichnungen 1951–1973.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1600

Köln, Wolfgang Hake 1973. Mit zwei signierten Farbradierungen und zahlreichen Abbildungen. Weiße Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren der ersten Vorzugsausgabe mit zwei beigelegten signierten Farbradierungen (Gesamtauflage 500). – »1951, zwanzigjährig, begann ich erstmals, Zeichnungen mit geschlossenen Augen anzufertigen. Mein Glaube an die bisherige Kunst war erloschen. Ich war in einer Krise, auf einem Nullpunkt angelangt. Ich wußte nicht wie, was, wozu, warum. Etwas völlig Neues, noch nie gemachtes, schien mir unentbehrlich« (Vorwort).

25,5 : 25,0 cm. [1], 64, [2] Blätter, 2 Radierungen. – Deckel und Blattränder teils minimal verfärbt.

Spindler 158.33

191  Arnulf Rainer – Marianne Kesting. Der Dichter und die Droge.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Zur Ästehtik und Soziologie des Rauschs. Köln, Constantin Post 1973. Mit einer beigelegten signierten farbigen Radierung von Arnulf Rainer. Grüne Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren, weitere 15 römisch nummerierte Belegexemplare. – Im Druckvermerk von der Autorin signiert. – Auf Velin. – Spannende Abhandlung über Drogen in der Dichtung, von E. T. A. Hoffmann über Baudelaire, de Quincey und Benn bis William S. Burroughs.

29,9 : 24,2 cm. [52] Seiten, 1 Radierung. – Umschlagränder verfärbt, sonst tadellos.

192  Arnulf Rainer – Die Bibel

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 470

illustriert von Arnulf Rainer. Vollständige Ausgabe des Alten und Neuen Testamentes nach den Grundtexten übersetzt und herausgegeben von Vinzenz Hamp, Meinrad Stenzel und Josef Kürzinger. Augsburg, Pattloch 1988. Mit 160 Farbtafeln. Originalhalbleder-Holzdeckelband mit einem in den Vorderdeckel eingelassenen Kreuz-Metallrelief von Arnulf Rainer. In der Originalsockelbox.

Eins von 3000 nummerierten Exemplaren. – Für seine Bibelillustrationen übermalte Arnulf Rainer zum Großteil historische Vorlagen – vom Tafelbild über die Frühdrucke bis zu den Doré-Illustrationen des 19. Jahrhunderts. – Tadellos erhalten. – Mit dem Beiheft.

35,0 : 25,0 cm. 1376 Seiten, 80 beidseitig bedruckte Tafeln. – Die Box minimal berieben.

193  Man Ray. Cadeau.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Multiple (Eisen). 1921/1974. 16,5 : 10,5 : 8,5 cm.

Exemplar 4443/5000. – Multiple nach dem 1921 entstandenen Dadaobjekt, einem Bügeleisen mit 14 montierten Nägeln auf der Bügelfläche. – Ediert von Luciano Anselmino (Galleria Il Fauno), Turin. – Auf dem Griff in weißer Farbe mit Künstlernamen, Titel und Nummerierung bezeichnet. Vom Künstler auf beiliegender Plastikkarte monogrammiert, auf der Expertise nummeriert. – Die Edition entstand erst zwei Jahre vor dem Tod Man Rays nach dem Erik Satie gewidmeten Originalobjekt in seiner ersten Pariser Ausstellung 1921. – Das Zertifikat mit einem Text von Arturo Schwarz in italienischer und englischer Sprache. – Mit der Originalverpackung.

Vgl. Dickermann 331 und Ades 8.21 (beide mit Abbildung)

194  Albert Christoph Reck. 18 Aquarelle, Tusch- und Kreidezeichnungen, alle als Briefkarten.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 340

1982–1996. Ca. 14 : 10 bis 18 : 13 cm. Alle signiert, datiert und rückseitig beschriftet.

Alle an den Kunstkritiker, Sammler und Journalisten Hans Henseleit, Feuilletonchef der Kieler Nachrichten, mit dem der Maler und Graphiker befreundet war. – Meist Klappkarten, die Originalzeichnung auf der Vorderseite, innen und rückseitig beschrieben. – Albert Christoph Reck (geboren 1922) studierte nach Kriegsende in Hamburg bei Alfred Mahlau, später in England, Frankreich und Italien. Er lebte und arbeitete viele Jahre in Südafrika bevor er 2003 wieder nach Deutschland zurückkehrte. – Beigaben (Fotos, 2 Holzschnitte).

195  Josua Reichert. Komposition mit 2 C, […] mit P, […] mit Q.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Drei mehrfarbige Typographiken. 1968–1970. Ca. 50 : 70 cm. Signiert und nummeriert.

Entstanden für die Mappe »Contemporains / Poesie und Prosa« (Kösel-Verlag). – 40 Abzüge entstanden für die Mappe, weitere 40 wurden als Einzelblätter vertrieben. – Auf Bugra-Bütten.

Pfäfflin/Maurice PT 41, 52 und 66

196  Imre Reiner. Der Sturzvogel.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Tusche über Aquarell. 1962. 50,0 : 56,5 cm. Signiert und datiert.

Großformatige Zeichnung in reduzierter und durch die Tusche stark akzentuierter Farbigkeit. – Wenige Jahre später entstanden Zeichnungen, Radierungen und Holzstiche zu Aristophanes’ »Die Vögel«. – Rückseitig betitelt, nochmals signiert und datiert sowie mit der Werknummer »2237« bezeichnet. – Auf dem Unterlagekarton nochmals betitelt.

197  Imre Reiner. Der Sommerkentaur.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Zuschlag/Hammerprice: € 230

Aquarell und Tusche. 1963. 39,5 : 28,5 cm. Signiert.

Rückseitig betitelt, datiert und nochmals signiert sowie mit der Werknummer »861« bezeichnet. – Auf Unterlagekarton montiert, dort nochmals betitelt.

198  Imre Reiner. An die Stille.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 230

Aquarell und Tusche. 1967. 40,2 : 29,2 cm. Signiert und datiert.

Rückseitig betitelt »An die Stille (Stille – Lehrst uns glauben, hoffen, lieben«, mit »Sassa, 17.-18. IV. 67« datiert, nochmals signiert und mit der Werknummer »1521« bezeichnet. – Auf dem Unterlagekarton nochmals betitelt.

199  Karl Peter Röhl. Abstrakte Komposition.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Holzschnitt. 1919. 30,3 : 21,5 cm (32,5 : 30,5 cm). Signiert und datiert.

Handdruck ohne Auflagenangabe. – Auf dünnem Japan. – Entstanden in einem für Karl Peter Röhl (1890–1975) künstlerisch entscheidenden Jahr: Zusammen mit Werner Lange und Friedrich Peter Drömmer richtete er damals die »Sonderausstellung der Expressionistischen Arbeitsgemeinschaft Kiel« aus. Im Anschluss kehrte er nach Weimar zurück, wo er vor dem Krieg bereits bei Wilhelm Klemm und Fritz Mackensen studiert hatte, und wurde am dort inzwischen gegründeten Bauhaus Meisterschüler und Jungmeister. 1919 entwarf er das »Sternenmännchen«, das erste Bauhaus-Signet, das von 1919 bis 1921 verwendet wurde. – Sehr schön erhalten und in einer Rahmung von Werner Murrer aus der Frühzeit seiner Werkstatt (1980er Jahre). Murrer arbeitete zuletzt für das neue Munch-Museum in Oslo und hat u. a. Raffaels »Sixtinische Madonna« in Dresden neu gerahmt.

Vgl. »Das A und O des Bauhauses«, Abb. 92

200  Christian Rohlfs. Pfannkuchenfräuken.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Linolschnitt. Um 1920. 17,3 : 10,7 cm (22,3 : 15,5 cm). Signiert.

Handdruck des Künstler, durch individuelle Einfärbung der Linolplatte als Monotypie gedruckt. – In Schwarz auf Japanbütten.

Vogt 112. – Utermann 166