ChristianHesse

Lot 151 – 200 | Hesse-Auktionen
Lot 151 – 200

151  Victor Pasmore. Aus: Points of Contact.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Farbserigraphie. 1971. 59,5 : 39,5 cm (85 : 62 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 72/100. – Auf Velin mit Prägedruck. – Die Folge »Points of Contact« des britischen Abstrakten Victor Pasmore (1908–1998) erschien über mehrere Jahre.

Nicht außerhalb der Rahmung begutachtet.

152  A. R. Penck. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Farblithographie. 81 : 113 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 9/60. – Ralph Winkler (1966–2017) wurde unter dem Pseudonym A. R. Penck (nach dem Geologen und Eiszeitforscher Albrecht Penck) Kandidat des Verbandes bildender Künstler der DDR. Seit 1969 bekam er zunehmend Probleme mit dem Staatssicherheitsdienst der DDR, seine Bilder wurden beschlagnahmt und die Mitgliedschaft im Verband Bildender Künstler der DDR (VBK) abgelehnt. 1980 übersiedelte er nach Westdeutschland. – Großformatige Arbeit in leuchtender Farbigkeit und vielschichtiger Metaphorik. – Aufwändig und gewichtig gerahmt.

153  Arthur Luiz Piza. Composition abstraite.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 230

Farbradierung. 45,5 : 29,5 cm (64,3 : 49,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 14/140. – Auf Velin. – Der brasilianische Künstler Piza (1928–2017), einer der wichtigsten südamerikanischen Abstrakten, war u. a. Schüler von Johnny Friedlaender in Paris. Er schuf Radierungen, die durch ihre kräftigen Gravuren fast reliefartige Wirkung erhielten. – Tadellos.

154  Steve Reich. Drumming

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 260

for eight small tuned Drums, three Marimbas, three Glockenspiels, male and female Voices, Whistling and Piccolo. New York und Los Angeles, John Gibson + Multiples 1972. Doppel-LP und Leporello mit Partitur.

Eins von 500 Exemplaren, das beiliegende Leporello vom Künstler signiert. – »Drumming« wurde zuerst am 3. Dezember 1971 im Museum of Modern Art, New York, aufgeführt. Die Innenseiten des Plattencovers mit Fotos der ersten Konzerte in New York (Museum of Modern Art, Student Center of New York University, Town Hall). Die LP wurde während der Aufführung in der Town Hall, New York, aufgenommen.

Leporello am Oberrand schwach geknickt.

155  Gerhard Richter. Schweizer Alpen.

Schätzpreis/Estimate: € 2000 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 4500

(I, Motiv A 1). Farbserigraphie. 1969. 69,5 : 69,5 cm. Signiert.

Eins von 300 unnummerierten Exemplaren. – Rückseitig mit dem Editionsstempel, die Motivnummer mit Bleistift eingekreist. – Die insgesamt zehn Serigraphien (zwei Serien mit je fünf Blättern) entstanden nach den gleichnamigen Gemälden aus dem Jahr 1969. Während einer Reise nach Mailand hatte Gerhard Richter 1968 die Motive aus dem Flugzeugfenster fotografiert.

Einige leichte und geglättete Knitterfalten, dadurch zwei winzige Farbverluste. Zwei Ecken stärker betroffen und restauriert, alle vier Ecken mit winzigen Nagellöchern.

Butin 20

156  Dieter Roth. Zwei Gefangene, Nr. II.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 340

Aquatintaradierung mit Kaltnadel. 1972/73. 54,5 : 88,0 cm (64,5 : 95,5 cm). Signiert, datiert »73« und nummeriert.

Exemplar 2/50. – Auf Bütten. – Gedruckt von Karl Schulz, Braunschweig, ediert vom Künstler selbst. – In Anlehnung an die erste, als Schablonendruck erschienene Fassung von 1972.

Ränder etwas stockfleckig und mit kleinen Knickspuren. – Links kurzer Randeinriss. – Restaurierter Einriss im linken Darstellungsrand.

Dobke 259 (S. 156)

157  Dieter Roth. Komposition I.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Kaltnadelradierung. 1977/1992. 29,5 : 22,5 cm (56,0 : 38,0 cm). Signiert und datiert.

Auf Velin »CMF« von Fabriano. – Laut Stempel »eines von 830«. – 1991 überarbeitete Dieter Roth die 1977 entstandenen fünf Radierungen (Komposition 1–5) ein letztes Mal. Der jeweils dritte Zustand erschien 1991/92 bei der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg (263 C1–C5).

Dobke 484 (vgl. 438 und 444). – Griffelkunst 263 C 1

158  Konrad Balder Schäuffelen. Lettroskop.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

Multiple (Kunststoff, Glas). 1970. 20,5 : 6,5 : 6,5 cm. Mit eingefrästem Monogramm, in der Kassette signiert. Köln, Galerie Der Spiegel [1970].

Exemplar 9/100. – Edition MAT. Collection 69. – Die Verleger beschreiben das originelle Objekt im Innendeckel der Kassette: »Ein Drehbuch. Ein Schauspiel. Für eine Schau von A bis Z. Für einen Dreh von A nach B. Bei der Inspektion sich einstellende Worte (Begriffe) zerfallen im Umsehen zu grenzenloser Ornamentik. Ein Instrument zum Durchschauen. Ein Instrument zum Drehen und Wenden«. – Daniel Spoerri und Karl Gerstner realisierten in den 1960er Jahren gemeinsam mit Hein Stünke/Galerie Der Spiegel ihre Idee der Vervielfältigung von Originalen in Form der Edition MAT (Multiplication d´Art Transformable) – Multiplizierte Kunstwerke, die sich bewegen oder bewegen lassen. Karl Gerstner nannte die 25 Objekte, die jeweils in einer Auflage von 100 Exemplaren in den Werkstätten der Galerie Der Spiegel gefertigt wurden, »Originale in Serien«. – Tadellos erhalten.

159  Torsten Schlüter. Ohne Titel (Horizont).

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Aquarell. 2001. 13,5 : 46,0 cm. Monogrammiert und datiert.

»Hiddensee ist in der Tat tausendfach gemalt worden. […] Aber in Torsten Schlüter hat das ›söte Länneken‹ seinen Meister gefunden. […] Pastellzeichnungen, Ölbilder, aber vor allem Aquarelle von einer Leuchtkraft, wie sie seit Emil Nolde in Deutschland kein Künstler mehr gewagt hat. Für Torsten Schlüter ist die Insel selbst ein Aquarell, nass in nass, von Augenblick zu Augenblick anders« (Michael Baade in: Sturmkinder, Rostock 2005). – Auf Aquarellkarton. Rückseitig nochmals signiert und datiert.

Fest in Passepartout montiert.

160  Gregor Schneider. Mein erster Brockhaus.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausruflimit/Reserve price: € 1100

[Zwei Bände]. Köln, Salon 2012. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen. Originalpappbände. Zusammen in Originalleinenschuber und Originalpappkassette mit Deckelschild.

Edition Ex Libris Nr. 13. – Eins von 20 römisch nummerierten Exemplaren der Collectors Edition. – Die Collectors Edition besteht aus zwei identischen Exemplaren eines Faksimiles des Kinderlexikons von 1972, das der Künstler als Kind im Original besaß. Auf dem Innendeckel des vorliegenden Exemplars seine signierte rote »Exlibris«-Filzstiftzeichnung, die als Vorlage für die Reproduktion in allen 370 Exemplaren, also auch der allgemeinen Auflage, diente. – Auch auf dem Schuber signiert un nummeriert. – »An meine früheste Kindheit habe ich kaum Erinnerungen. Mein erster Brockhaus ist eines der wenigen Bücher, das mir in Erinnerung geblieben ist. Mein Ex Libris ist mein unmöglicher Versuch, sich an die eigene Kindheit zu erinnern« (Gregor Schneider, Verlagsseite).

23 : 25 cm.

162  Detlef Schweiger. Senke & Spur I [und] II. – Mit Stiel & Stumpf.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 200 ( R19 )

– Drei Radierungen, zwei mit Prägedruck. 1989. 44,5 : 59,5 cm (53,0 : 78,5 cm) bzw. 61,0 : 24,5 cm (71,5 : 53,0 cm). Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplare 3/5 bzw. 7/9. – Auf Hahnemühle-Büttenkarton. – Detlef Schweiger wurde 1958 in Düsseldorf geboren, wuchs aber in Dresden auf. Nach Ausstellungen in der legendären DDR-Galerie eigen+art folgten zahlreiche weitere im In- und Ausland.

163  Lothar Sell. Till Eulenspiegel.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 200 ( R19 )

Neun Holzschnitte (statt zehn), davon zwei farbig. 1983. Ca. 70 : 50 cm (83,0 : 59,0 cm). Alle signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 34/90. – Mit dem ebenfalls signierten, datierten und nummerierten Titelholzschnitt. – In der Originalleinenmappe mit Holzschnitt-Deckelschild. – Herausgegeben von Manfred Schmidt und ediert vom Staatlichen Kunsthandel der DDR. – Es fehlt der dritte Farbholzschnitt (Blatt 5, Eulenspiegel als Bäcker), dafür liegt ein zweiter Abzug von Holzschnitt 10 (mit abweichender Nummerierung) bei.

Titel und Blatt 10 an einem Rand etwas geknickt.

164  Daniel Spoerri. Tableau Pìège. Gedeckter Tisch.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Multiple. Offset-Collage als Faltbild auf leinenbezogenem Karton. 1973. 68,5 : 68,5 cm. Signiert und datiert. 1973.

Exemplar 499/600. – Ediert von Artefides, Luzern. – »Spoerri wurde mit seinen ›Fallenbildern / Tableau Piège‹ weltbekannt. Das sind auf Tischplatten fixierte Überreste einer Mahlzeit oder einer anderen zufällig vorgefundenen Situation (Arbeitstisch oder Flohmarktstand). Eingefangen wird damit ein Stück Alltagswirklichkeit wie in einer Falle (›piège‹)« (spoerri.at).

Schnepel S5-14 (mit farbiger Abbildung)

165  Daniel Spoerri. Anekdoten zu einer Topographie des Zufalls.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Hamburg, Nautilus 1998. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag. In Originalkassette.

Erweiterte Neuausgabe nach der deutschen Ausgabe von 1968. – Eins von 300 Exemplaren der »Luxusausgabe«, davon 250 für den Handel mit dem »stoffgedruckten Fallenbild = Tischdecke (Hommage à Meret Oppenheim). Das Tuch (Format 225 : 160 cm) vom Künstler signiert und nummeriert. – Mit den Beiträgen von Robert Filliou und Emmett Williams, die an der damaligen Aktion in Paris mitwirkten sowie Beiträgen von Dieter Roth und Zeichnungen von Roland Topor. – Tadellos. – Auf dem Vortitel stempelnummeriert und mit Stempel »Attention Œuvre d’art«.

25 : 16 cm (Buch), 38 : 29 : 5 cm (Kassette).

166  Walter Tafelmaier. 6 Serigraphien.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

1969. Ca. 54 : 36 cm (68 : 48 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 7/150. – Auf glattem, weißem Karton. – Walter Tafelmaier (geboren 1935) schuf ein umfangreiches graphisches Œuvre, war aber auch als Gebrauchsgraphiker erfolgreich. Das von ihm entworfenen Plakat »musica viva« von 1965 ist im MoMA archiviert. Mitte der 1970er Jahre gestaltete Tafelmaier das visuelle Erscheinungsbild der Stadt Erlangen. – Ediert von Fischer + Geier. – Lose in der Originalhalbleinenmappe.

167  Paul Thek. Ausstellungsposter.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Serigraphie. 1971. 40,0 : 58,0 cm.

Gefaltetes Doppelblatt, innen mit Typographie und Illustration. – Erschienen als Poster anlässlich der Ausstellung »Pyramid / A Work in Progress« im Moderna Museet, Stockholm, November 1971 bis Januar 1972. – Die Serigraphie nach einer Zeichnung von Thek. – »Ark, Pyramid« war 1972 auch auf der documenta 5 zu erleben. »Jeden Morgen, bevor die Ausstellung geöffnet wurde, kam ein ernster junger Mann, stellte das Kaninchen an seinen Platz auf der Spitze des Berges zurück, verteilte die Zwiebeln auf dem Latexleichnam des Hippies im pinkfarbenen Anzug neu, goß frisches Wasser in die Badewanne, staubte die Zwerge ab und harkte den Sand, entzündete zum Schluß die Kerzen. Hundert Tage lang, bis die documenta 5 ihre Türen wieder schloß, arbeitete Paul Thek an seinem Environment ›Ark, Pyramid‹, ehe er es den Besuchern überließ.« (Die Zeit, 28/1995).

Äußere Ränder und im Falz leicht gebräunt.

168  André Thomkins. Schwebzeile.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 330

Multiple. Papier, Karton, Buntstift. 1969. 35 : 26 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 40/55. – Nach dem Entwurf von 1958 für die Zeitschrift Material, der nicht ausgeführt wurde: 32 vertikale Papierstreifen aus Zeitschriften werden durch eine Scheibe mit »Leseschlitz« geführt. Durch Verschiebung der Streifen ergeben sich in der Sichtöffnung willkürliche Buchstabenfolgen. Diese können mit Hilfe des weißen Stifts in ein schwarzes Leporelloheft notiert werden. Dieser Versuchung konnte der Vorbesitzer dankenswerter Weise widerstehen. – Hergestellt in der Olefer Hagarpresse 1967 und 1969, ediert vom Rolf Kuhn Verlag.

Kassette mit leichten Alterungsspuren.

Nicht bei Schnepel und Archiv Sohm

169  Jean Tinguely – K. G. Pontus Hultén. Jean Tinguely »Méta«.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Berlin, Propyläen 1972. Mit einer signierten Méta-matic-Zeichnung, einer Schallplatte und zahlreichen Abbildungen. Original-Objekteinband.

Deutsche Ausgabe, zeitgleich mit der Stockholmer Ausgabe erschienen. – Katalogobjekt in Form eines Koffers mit Tragegriff. – Die von Tinguelys Zeichenmaschine »geschaffene« Zeichnung vom Künstler signiert. – Tadellos erhalten.

30 : 22 cm. 363, [1] Seiten, davon einige gefaltet, 1 Zeichnung.

Slg. Schnepel T2-02

170  Günther Uecker. Kraftfeld.

Schätzpreis/Estimate: € 1800 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Prägedruck. 1974. 22,7 : 22,8 cm (33,0 : 22,8 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 13/99. – Erschien als Beilage zur Vorzugsausgabe der Zeitschrift ZET, Jahrgang II, Heft 8. – Unten links mit dem Trockenstempel der Edition.

Untere Ecken schwach geknickt.

171  Hans Uhlmann. Erregt.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 140

Lithographie. 1964. 47 : 60 cm (51,0 : 66,5 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar XXIII/XXV aus der Vorzugsausgabe auf Japan, daneben 65 Exemplare auf Velin. – Ediert von Wolfgang Ketterer, München, mit dessen Trockenstempel. – Sehr schön erhalten. – Hans Uhlmann (1900–1975) war und ist besonders als Bildhauer bekannt. Erste Arbeiten entstanden noch vor dem Krieg. Während des Dritten Reiches wurde er wegen seines politischen Engagements verfolgt und erreichte erst nach Kriegsende künstlerische Anerkennung und Ehrungen.

172  Victor Vasarely. Sans titre.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Farbserigraphie. 1965/66. 50,0 : 50,0 cm (ca. 73 : 61 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 31/275. – Quadratische Reihung von 25 Farbflächen in verschiedenen Blau- und Grüntönen. – Auf Velin. – Mit dem Trockenstempel »Editeur Denise René«. – Anlässlich der dortigen Vasarely-Ausstellung im Juni/Juli 1966 gedruckt. Die Serigraphie wurde auch als Vorlage für das Ausstellungsplakat benutzt. – Dazu: Katalog zur Ausstellung.

Nicht außerhalb des Rahmens begutachtet, augenscheinlich aber gut erhalten und farbfrisch.

173  Rachel Whiteread. Mike and the Modelmakers.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausruflimit/Reserve price: € 1500

Multiple. Metallguß, Leinen, Farbserigraphie und Buch. 2008. 30 : 22 : 8 cm (Kassette). Signiert und nummeriert. Köln, Salon 2008.

Edition Ex Libris 14. – Eins von 40 Exemplaren der Luxusausgabe mit dem Metallguss-Modellauto und der Farbserigraphie (Faltbogen für eine Box zur Aufbewahrung des »Autos«). – Das erste Atelier der englischen Bildhauerin Rachel Whiteread (geboren 1963) lag gegenüber der Firma Lesney, die bis in die 1970er Jahre die legendären Matchbox-Modelle herstellte. Das hier faksimilierte Buch von S. Sasek »Mike and the Modelmakers« erschien 1970 als Jubiläumsfestschrift der Traditionsfirma. – »Die Edition Ex Libris hat es sich zur Aufgabe gemacht, Bücher, die für das Verständnis der Arbeit zeitgenössischer Künstler von Bedeutung sind, dem Vergessen zu entreißen. Durch den von der Künstlerin entworfenen Schutzumschlag wird dieser ansonsten unveränderte Reprint zu einem Künstlerbuch, das […] helfen wird, das Werk dieser Bildhauerin, die sich seit Jahren mit dem Abgießen und Abformen und mit dem Begriff des Modells auseinandersetzt, in einem neuen Licht zu sehen.« (Verlagsankündigung). – Das Gussmodell eines Betonmischers auf der Unterseite mit gepunztem Monogramm und Nummerierung. Das Modell ist in ein Schutztuch mit gesticktem Etikett gehüllt. – In der orangefarbenen Originalleinenkassette. – Tadellos erhalten, selten.

174  Baldwin Zettl. Wer hören will, muß fühlen.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R19 )

Kupferstich. 1987. 22,5 : 14,0 cm (53 : 39 cm). Signiert, datiert und betitelt.

Auf Kupferdruckkarton. – Datiert »Pfingsten 1987«, recto und verso nummeriert. – Spätestens in der Unerträglichkeit der Ummauerung und Bevormundung der späten 1980er Jahre wandten sich immer mehr junge DDR-Künstler dem Thema Mauer und Flucht zu. Hier beiliegend drei Radierungen anderer DDR-Graphiker: Manfred Butzmann. Kasernentor. 1987. – Ulrike Markert. Ein Schritt. 1988. – Ulrike Markert. Spaziergang. 1989.

175  Walasse Ting. One Cent Life.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 2400

Edited by Sam Francis. Bern, Kornfeld 1964. Mit 62 teils doppelblattgroßen Farblithographien. Lose Doppelbogen in farbig serigraphierter Originalleinenchemise mit illustriertem Originalumschlag im -leinenschuber.

Eins von 2000 Exemplaren. – Herausgeber Sam Francis vereinte die 61 Gedichte des amerikanischen Malers und Poeten Walasse Ting mit Farblithographien von Asger Jorn, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Robert Rauschenberg, Andy Warhol und Tom Wesselman und bildnerischen Beiträgen von Pierre Alechinsky, Jim Dine, Sam Francis, Joan Mitchell, James Rosenquist und Antonia Saura u. v. a. Insgesamt waren 28 Künstler beteiligt. – Druck bei Maurice Baudet, Paris. – Großartiges Malerbuch der Nachkriegszeit, eines der wichtigsten und schönsten Zeugnisse des abstrakten Expressionismus und der Pop Art.

41 : 30 cm. 170, [4] Seiten. – Schuber stark verblasst. Umschlagkanten minimal bestoßen.

176  ZET.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1600

Das Zeichenheft für Literatur und Graphik. Herausgeber Wolfgang Rothe. Jahrgang 1 [–] 3, Heft 1 [–] 12. Heidelberg 1973–1975. Mit insgesamt 25 Graphiken, davon 13 signiert, datiert und nummeriert. Originalbroschuren mit Pergaminumschlag.

Alles Erschienene. – Je eins von 99 Exemplaren der Vorzugsausgabe, der neben den zwölf eingebundenen Graphiken folgende signierte Graphiken beigelegt wurden: Prägebild von Günther Uecker und je eine Radierung von Bernard Schultze, Alfred Hrdlicka, Günter Grass, Emil Schumacher, Edgar Augustin, K. F. Dahmen (Farbradierung), Friedrich Meckseper, Peter Ackermann, Joachim Schmettau, Paul Eliasberg, Michael Schoenholtz und K. R. H. Sonderborg. – Eingebundene Graphiken: Günther Uecker (Nagelprägebild), Peter Ackermann, Stefan Wewerka, Christoph Meckel, Bernard Schultze, Heinz Knoke, Ursula Schultze, Eduardo Paolozzi, Michael Schoenholtz und Joachim Schmettau (Radierungen), HAP Grieshaber (Farbholzschnitt) und H. E. Kalinowski (Lithographie). – Die Vorzugsblätter wurden von den Künstlern eigens für ZET geschaffen. – »Ein ZEICHENHEFT wird hier vorgelegt, eine Anzahl Seiten mit Zeichen: Anzeichen, Randzeichen, Handzeichen, poetische Zeichen gesprochen von Dichtern, graphische mit Feder oder Radiernadel vom Künstler hingeschrieben. Ein Nebeneinander und hoffentlich auch Miteinander zweier Weisen des schöpferischen Menschen, sich auszudrücken, zwei verwandte Zeichensprachen.« (Vorwort).

34 : 24 cm. – Rücken leicht verfärbt.

Spindler 164.1–12. – Uecker: Van der Koelen L 7512 (nur einer der beiden Prägedrucke)

177  Zeitschrift für Tiegel & Tumult.

Schätzpreis/Estimate: € 1000 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 660 ( R7 )

Herausgegeben von Wolfgang Luh und Jürgen O. OIbricht. [Nummern] 1–25. Kassel 1986–1992.

Vollständige Folge der ungewöhnlichen »Zeitschrift«. – Vierteljährlich erschien eine Ausgabe, jeweils in Zusammenarbeit mit einem Künstler, dem sogenannten »Visual Guest«, in einer Auflage von 150 Exemplaren. – »Die Zeitschrift ist handgemacht und bedient sich aller erdenklichen Verarbeitungstechniken. Mediale Formen verschiedenster Art kooperieren für ihr Erscheinungsbild – zB 2 Bügeleisen, eine Fensterbank oder ein Plastikhemd. Der Aspekt des Recyclings fließt dabei stark ein. […] Symbol der Zeitschrift ist die abgeschnittene Ecke, die als Heft im Heft wieder auftaucht.« (Katalog Sammlung Dittmar Nürnberg 1991). – Unter den zahlreichen Objekten, Ready-mades und Beilagen diverse Umschlags- und Mappenformen, Stoffbeutel, Konserven-Dose, ausklappbarer Metallrahmen, roter Plastikkoffer. – Beteiligt waren folgende Künstler: Wolfgang Hainke, Chuck Stake, Eric van Scooten, Georg Jappe, Emmett Williams, Michael Heckert, Axel Gallun, Bernard Heidsieck, Arno Arts, Ann Noel, Niall Monro, Boris Nieslony, Vittore Baroni, Achim Schnyder, Heta Norros, Bruce McLean, Wilhelm Koch, Norbert Klassen, Rainer Resch, Claus Böhmler, Franz-Josef Weber, Die Zwei, Rainer Selg, Martin Rindlichsbacher. – Die Ausgaben 16 und 25 (Das Buch) mit signierten Arbeiten der bis dato beteiligten Künstler. – Die Zeitschrift wurde ab Nummer 26 unter dem Titel »No News« fortgeführt. – Alle tadellos erhalten.

178  Kunst der sechziger Jahre.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Sammlung Ludwig im Wallraf-Richartz Museum Köln. 5. verbesserte Auflage. Köln 1971. Mit zahlreichen Farbabbildungen, teils eingeklebt, teils auf Folienblätter gedruckt. Originalkunststoffordner mit Blindprägung und Schraubheftung.

Herausgegeben von Gert von der Osten und Horst Keller. – Aufwändiger Katalog der berühmten Sammlung Ludwig, die 1968 als Leihgabe an das Kölner Wallraf-Richartz-Museum übergeben wurde. – Vom Inhalt der legendären Sammlung, aber auch in der haptischen Gestaltung (Folienordner, Druck auf Silber- und Packpapier, Folien und »Schaumstoff«-Blätter), bis heute unübertroffene Dokumentation zu 92 Künstlern mit 209 auf Farbtafeln vorgestellten Kunstwerken.

30 : 25 cm.

179  Kunst der 1970-90er Jahre – Sammlung von mehr als 100 Einladungen

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 300

zu Ausstellungen, meist vom jeweiligen Künstler gestaltet. Amsterdam, London u. a. 1980–2005.

Umfangreiches Konvolut von originellen, teils signierten Einladungen, meist zu Ausstellungen und Vernissagen holländischer Galerien der 1990er Jahre. – Künstler: Laurence Aëgerter, Eric Andersen, Carl Andre, Ross Bleckner, Marinus Boezem (signiert), KP Brehmer, Sjoerd Buisman, Günter Brus (7), James Lee Byars, Piero Calzolari, Joyce Cordewener, Jan Cremer, Piere Downsbrough, Jimmy Durham, Olafur Eliasson, Pieter Engels, Guido Geelen, Gilbert & George (6), Ludwig Gosewitz, Rodney Graham, Buky Grinberg, Christine Hamelberg, Richard Hamilton, Al Hansen, Keith Haring, Jan Henderikse, Pieter Holstein, Micha Klein, Gisela Kleinlein, Jiri Kolar, Addi Køpcke (signierter Brief auf eine Einladung seiner Galerie), Bob Lens, Richard Long (4), Raul Marroquin, Yutaka Matsuzwa, Pieter Mol, Yoko Ono (9), Izhar Patkin (2), Ben Patterson, Knud Pedersen, Willem de Ridder (mit »Constellation«), Dieter Roth, Takako Saito (3), Wim T. Schippers (2), Servaas, Oey Tjeng Sit, Michael Snow, Helen Strik, Jan Svenungson, Endre Tót, Tim Ulrichs, Ben Vautier (9), Hermann de Vries, Andy Warhol, Susan Weil, Lawrence Weiner, Stefan Wewerka u. a. mehr.

Alle tadellos erhalten, in zwei Sammelalben.

180  John Baldessari. Throwing three balls in the air to get a straight line.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 2800

(Best of thirty-six attempts). Zwölf Offsetdrucke nach Fotografien. 1973. 24,4 : 32,2 cm.

Eins von 2000 Exemplaren. – Ediert von Giampolo Preraro/Galleria Toselli, Milano. – Lose Tafeln zusammen in Originalumschlag mit Ausstanzung und goldgeprägtem Titel. – Seit Ende der 60er Jahre bearbeitet der Konzept- und Medienkünstler Baldessari Bildmaterial aus Massenmedien. Er gilt als Pionier und wichtigster Vertreter der so genannten »Pictures Generation«. Die Bilderindustrie ist für ihn ein wichtiger Bezugspunkt. Er untersucht in seinem konzeptuellen Werk die Wechselwirkung von Bild und Wort.

181  Christian Boltanski. Menschlich.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 140

Köln, Thouet und Walter König 1994. Mit unzähligen Abbildungen nach Fotografien. Originalbroschur.

Erschienen anlässlich der Verleihung des Kunstpreises Aachen 1994 an Christian Boltanski. – Vereint die Werkserien »Le College d’Hulst«, »L’Album famille D.«, »Le Club Mickey«, »La plage de Bercy«, »Les Enfants de Dijon«, »Detective«, »Le Lycee Chases«, »La Fete du Pourim«, »El Caso«, »Le Suisses Morts«, »La famille de Berlin«, »Grosse Hamburger Strasse«, »Sans Soucis«, »Ces enfants recherchent leurs parents«, »Les Regards« und »Avant – maintenant« in Telefonbuch-artigem Druck.

27 : 21 cm. Ca. 1000 Seiten. – Rücken gebräunt, Deckel schwach geknickt.

182  Günther Förg. Moskau – Moscow.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Mit einem Vorwort von Heinrich Klotz. Köln, Snoeck 1995. Mit einer signierten Originalfotografie und zahlreichen, meist blattgroßen und teils farbigen Abbildungen nach Fotografien. Originalleinenband in -pappkassette.

Eins von 100 Exemplaren. – Auf dem Vortitel vom Künstler signiert und nummeriert. – Mit einer beigelegten Originalfotografie (Palast der Kultur des Proletarsky Distrikt), rückseitig signiert, datiert und nummeriert »2/5« sowie mit dem Archiv- und Titelstempel. – Die Fotografie stammt aus dem Zyklus von insgesamt 1000 Aufnahmen, die Günther Förg während seiner 14tägigen Reise in der russischen Metropole aufnahm. Die etwa 300 im Band reproduzierten Bilder bilden eine ebenso schonungslose wie beeindruckende Dokumentation der russischen Architektur der 1920er–30er Jahre in ihrem Zustand nach 70 Jahren real existierendem Sozialismus. »Günther Förg schaut wie jedermann, aber sein Blick ist der wissende und der desolate Blick dieses Jedermann.« (Jean-Christophe Ammann, in Koetzle, S. 126). – Tadellos erhalten.

30 : 24 cm. 287 Seiten.

183  Richard Hamilton. Polaroid Portraits.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Vol. 1 [–] 4. Stuttgart, London, Reikjavik, Edtion Hansjörg Mayer [1972–2002]. Mit insgesamt 132 Abbildungen nach Fotographien. Originalleinenbände mit -schutzumschlag.

Jeder Band enthält ein Selbstporträt und von jeweils 32 von Künstlern aufgenommene Fotografien. – Viele seiner »Künstlerkollegen« porträtierten Richard Hamilton im Laufe der Jahre, die Liste liest sich wie ein »Who’s Who« der Kunst des 20. Jahrhunderts: Roy Lichtenstein, Dieter Roth, Francis Bacon, Jasper Johns, Gilbert und George, Joseph Beuys, Christo, Robert Rauschenberg, Allan Kaprow, Yoko Ono, John Cage, Sam Francis, Daniel Spoerri, Gerhard Richter, Max Ernst, Robert Indiana, Max Bill, Peter Blake David Hockney, Man Ray, Emmet Williams, Andy Warhol u. v. a. m. – Hamilton begann die Serie 1968, bis ins Jahr 2000 ließ er sich in jeder erdenklichen Situation von seinen Künstlerfreunden ablichten. Im Wesentlichen war das Projekt eine zeitfotografische Autobiographie durch das Medium Polaroid. In den Bildern huldigen die Berühmten und Begabten einem Mann, der die Popkultur dokumentierte. – Das Fotoprojekt wurde 2001 in der IKON Gallery ausgestellt.

17 : 13 cm.

184  Candida Höfer. Zwölf – Twelve.

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 420

München, Schirmer-Mosel 2001. Mit zahlreichen, teils ganzseitigen Farbabbildungen. Originalpappband mit -schutzumschlag und -leinenchemise in -leinenschuber.

Eins von 100 Exemplaren der »Collector’s Edition« mit der beigelegten Originalfotografie »Ny Carlsberg Glyptotek Copenhagen III, 2000« (C-Print, signiert und nummeriert). – Mit Texten von Annette Haudiquet und Pascal Beausse. – Candida Höfer dokumentierte die zwölf legitimen Abgüsse von Auguste Rodins berühmter Bronze »Die Bürger von Calais« an ihren weltweit verteilten Standorten. Diese Arbeit entstand im Auftrag der Stadt Calais, um nach Abschluss der Güsse ein neues, zeitgemäßes Kunstwerk zu schaffen. – Tadellos erhalten.

29 : 24 cm. 85, [3] Seiten, 1 Fotografie.

185  Candida Höfer. Bibliotheken.

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Mit einem Essay von Umberto Eco. München, Schirmer/Mosel 2005. Mit 137 ganzseitigen Abbildungen. Originalpappband mit -schutzumschlag und -chemise, zusammen im Schuber.

Eins von 100 Exemplaren der »Collector’s Edition« mit der beigelegten Originalfotografie »Rijksarchief Limburg Maastricht I 2003« (C-Print, signiert und nummeriert). – »Zunehmend verschwanden […] die Menschen aus ihren Bildern, und dennoch gewann in den ›leeren‹ Räumen die menschliche Präsenz immer spürbarer an Intensität – als Abwesenheit derer, für die sie gebaut und eingerichtet wurden. Candida Höfers Beziehung zur Architektur steht in der Tradition der Neuen Sachlichkeit. Ihre Aufnahmen von öffentlichen Räumen, deren spezifische Atmosphäre weder von Besuchern noch Nutzern gestört wird, wirken nüchtern, fast asketisch und verzichten auf jede spektakuläre Inszenierung des Blicks. […] In Candida Höfers photographischem Konzept […] tritt der Autor der Architektur unmerklich hinter den Autor der Bilder zurück« (Verlagstext). – Tadelloses Exemplar.

30 : 25 cm. 271, [1] Seiten, 1 Fotografie.

186  Izima Kaoru. Hosokawa Fumie wears Tiffany (066).

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausruflimit/Reserve price: € 700

Farbfotografie, Cibachrome. 1995. 35,0 : 27,5 cm (40,2 : 30,2 cm). Auf dem Verlegeretikett signiert, typographisch betitelt und nummeriert.

Exemplar 2/10. – Aus der Serie »Landscapes With a Corpse«. – Ediert von der Galerie Emmanuel Perrotin, Paris. – Aufwändig gerahmt, das Etikett unter Passepartout abgedeckt.

Unterer Bildrand mit kleiner Blendstelle.

187  Allan Kaprow. Assemblage, Environments & Happenings.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

With a selection of scenarios by: 9 Japanese of the Gutai Group, Jean-Jacques Lebel, Wolf Vostell, George Brecht, Kenneth Dewey, Milan Knízák, Allan Kaprow. New York, Harry N. Abrams [1966]. Mit zahlreichen ganzseitigen Abbildungen. Originalsackleinenband mit farbig geprägten Titeln.

Wichtiges Dokument der Happening-Bewegung, enthält auch Beiträge zu Jim Dine, Claes Oldenburg, Jackson Pollock, Robert Rauschenberg u. a. Die zahlreichen Fotoabbildungen entstanden anlässlich berühmter Happenings der frühen 1960er Jahre. – Textteil auf Packpapier gedruckt.

31 : 31 cm. 341, [3] Seiten.

188  Erika Kiffl. Joseph Beuys 1978. Drakeplatz Düsseldorf.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 380

Fotografie. Silbergelatine. 2003. 28,7 : 28,7 cm (40,0 : 30,0 cm). Rückseitig signiert, datiert und betitelt.

Die berühmte Aufnahme entstand 1978 im Wohnatelier des Künstlers, »das Joseph Beuys 1961 mit seiner kleinen Familie bezog, nachdem er als Professor für monumentale Bildhauerei an die Kunstakademie in Düsseldorf berufen worden war, war ein magischer Ort. Hier vermischte sich die Arbeit an bahnbrechenden Kunstkonzepten mit Kindererziehung, hier wurde gekocht und diskutiert, standen Familie und fremde Besucher staunend vor bildhauerisch umwerfenden Schöpfungen. Von hier aus ging die Wirkung des Beuys’schen Kunst- und Menschenbildes schließlich in die ganze Welt. Bis dann der Druck der Welt zu groß wurde und die Familie in ein Nachbarhaus umziehen musste« (Verlagstext Schirmer/Mosel zu einem Fotoband von Eva Beuys). – Erika Kiffl (geboren 1939) wurde vor allem durch ihre Künstlerporträts bekannt. Eine erste Auswahl (»Künstler in ihrem Atelier. Eine Fotodokumentation«) erschien 1979.

189  Andreas Magdanz. Dienststelle Marienthal.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Eine Gebäudemonographie. Aachen, Magdanz 2000. Mit zahlreichen Abbildungen nach Fotographien. Originalleinenband mit -schutzumschlag. In Originalpappkassette.

Eins von 150 Exemplaren, auf dem Vorblatt vom Künstler signiert (Gesamtauflage 1500). – Andreas Magdanz (geboren 1963) fotografierte im ehemaligen geheimen Regierungsbunker der Bundesrepublik Deutschland, der so genannten Dienststelle Marienthal. »Wie schon in früheren Arbeiten widmete sich Magdanz den Details. [… und fand] in den kilometerlangen Gängen vor tonnenschweren Stahltoren, den wahren Charakter des Bunkers« (Klappentext).

33 : 39 cm. [160] Seiten.

190  Daido Moriyama. The Complete Works.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Volume 1 [–] 4. Toyo, Taka Ishii Gallery 2003–2004. Mit unzähligen Abbildungen. Originalpappbände mit Schutzumschlag und Schuber.

Werkverzeichnis eines der wichtigsten japanischen Fotografen des 20. Jahrhunderts. – Daido Moriyama (geboren 1938) ist bekannt für dichte Straßenfotografie, mit der er das Chaos des urbanen Raumes thematisiert. »Ein Jäger auf der Suche nach nur scheinbar banalen Momentaufnahmen, nach Fotos die mehr sind als alltägliche Bilderflut. Moriyama dokumentiert die Veränderungen eines mutierenden urbanen Raums, indem er seine Motive von Plakatwerbung, Körperfragmenten, Schaufenstern, Märkten, Autos, Geschäften als Großaufnahmen isoliert und so hervorhebt« (art-magazin.de).

28 : 23 cm.

191  Sigmar Polke. Die Waschung der Lineale.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Sieben Fotographien. 1972/1999. 26,1 : 36,0 cm (30,0 : 40,0 cm).

Mit dem Textblatt mit einem Text von Ernst Mitzka und Druckvermerk in lose in der Originalhalbleinenmappe. – Druckvermerk von Künstler und Autor signiert. – Ediert von der Griffelkunst Hamburg, E 313. – Tadellos erhalten.

Becker / Von der Osten 139

192  Sigmar Polke. Daphne (griechisch).

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 350

400 Xerografien in 24 Folgen. Mit einem Essay von Reiner Speck. Gent und Köln, Snoeck 2004. Durchgehend illustriert. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag.

Umfangreiches und aufwändig gearbeitetes Künstlerbuch des 2010 verstorbenen Malers. – »Ovids Daphne, Petrarcas Laura und Polkes Muse sind die Lesarten eines Buchtitels, der als Metapher steht für eines Gottes Jagd nach der Schönen, für des Dichters formvollendete Lieder an eine nie zu Erreichende, für des Künstlers Kraft, im Wandel Vollendung und Ruhm zu finden. […] Bei kaum einem zeitgenössischen Künstler ist das Thema des Verwandelns so dominant wie bei Sigmar Polke. […] Das zunächst als Photo vorliegende Bild erfährt durch Aufrasterung und in der Bewegung des gesteuerten Kopiervorgangs eine Aufstückelung, eine Fragmentarisierung, die Sujet und Bildträger gleichzeitig auflösen und entstofflichen.« (Reiner Speck, Essay).

43 : 31 cm.

193  August Sander. Der Maler Gottfried Brockmann.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 330

Fotografie. Bromsilbergelatine. 1924/1986. 25,1 : 18,3 cm.

Auf Agfa-Papier. – Links unten mit dem Prägestempel »Aug. Sander Köln Lindenthal«. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, abgezogen 1986 vom Enkel des Künstlers. – Erschien innerhalb des berühmten Porträtswerks »Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts«. – Gottfried Brockmann (1903–1983) hatte gegen erheblichen Widerstand seines Vaters mit freier künstlerischer Arbeit begonnen. Von 1923 bis 1925 hielt Gottfried Brockmann engen Kontakt zur Gruppe »Kölner Progressive«, zu der u. a. Gerd Arntz, Franz Seiwert, Otto Freundlich und eben auch der Fotograf August Sander (1876–1964) gehörten. – Ehemals Selbstporträt-Sammlung Leonie von Rüxleben, Hamburg.

Auf Kartonblatt montiert.

Griffelkunst 247 C 7

194  Waldemar Titzenthaler. Berlin. Kanonen vor dem Zeughaus.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausruflimit/Reserve price: € 800

Fotografie (Vintage). 1898. 16,3 : 22,6 cm. In der Platte monogrammiert und datiert.

Originalabzug, aufgezogen auf Karton und dort typographisch bezeichnet: »Original-Aufnahme von Waldemar Titzenthaler«. – In der Platte unten rechts Titzenthalers Monogramm, das Datum 1898 und die Plattennummer 2405. – Stimmungsvoller Blick durch das Kastanienwäldchen vor dem Zeughaus. Die verschneiten Kanonen sind Beutestücke aus dem deutsch-französischen Krieg 1870/71. – Waldemar Titzenthaler (1869–1937), Sohn des großherzoglich-oldenburgischen Hoffotografen Franz Hermann Titzenthaler, kam nach seiner Ausbildung in Hannover als 27jähriger nach Berlin. Seine Fotografien wurden von Zeitschriften wie »Berliner Illustrirte« und »Die Woche« zur Illustration verwendet, mit seinen Bildserien, vor allem Stadtaufnahmen, machte er sich in den Bildredaktionen schnell einen Namen. Als er 1937 (von der Fachwelt wenig beachtet) starb, hinterließ er gut 70000 Negative. »Titzenthaler fotografierte gern aus Augenhöhe der Statuen, die auf den klassizistischen Palästen die Stadt bewachen. Das gab nicht nur räumliche Übersicht, sondern vermittelte auch beruhigende Distanz. Dennoch finden sich in seinen Aufnahmen Spuren eines lakonischen Kommentars, mit dem sich der Sohn eines Hoffotografen von einem Propagandisten des wilhelminischen Kaiserreiches absetzte […] Wo der Maler eine vor Eitelkeit und anekdotischer Selbstgefälligkeit strotzende Visitenkarte malte, verschwindet bei Titzenthaler das Publikum in der Anonymität der Großstadt« (»Himmel über Berlin«, Der Tagesspiegel, 9. 2. 2001). – Originalabzüge aus der frühen Schaffenszeit sind sehr selten.

Der Unterlagekarton an den Rändern gebräunt, die Fotografie tadellos.

195  Waldemar Titzenthaler. Reiterstandbild Friedrichs des Großen, Unter den Linden.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausruflimit/Reserve price: € 800

Fotografie. (Vintage). 1899. 28,7 : 21,4 cm. In der Platte monogrammiert und datiert.

Originalabzug, aufgezogen auf Karton und dort typographisch bezeichnet: »Original-Aufnahme von Waldemar Titzenthaler«. – In der Platte unten rechts Titzenthalers Monogramm, das Datum 1899 und die Plattennummer 4720. – Das Reiterstandbild von Christian Daniel Rauch, entstanden 1840–1851, wurde aus Anlass des 111. Jubiläums der Thronbesteigung des Preußenkönigs enthüllt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Denkmal abgebaut und in Potsdam eingelagert. Nur durch eine Finte gegenüber den politischen Machthabern in Ost-Berlin kam es nicht zur angeordneten Einschmelzung. 1980 wurde das Standbild des Soldatenkönigs in Vorbereitung des 750. Stadtjubiläums und im Zusammenhang mit der »Preußen-Renaissance« in der DDR wieder aufgestellt.

Der Unterlagekarton an den Ränder gebräunt, die Fotografie tadellos.

196  Waldemar Titzenthaler. Quadriga auf dem Brandenburger Tor.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausruflimit/Reserve price: € 800

Fotografie. (Vintage). 1902. 21,4 : 28,7 cm. In der Platte monogrammiert und datiert.

Originalabzug, aufgezogen auf Karton und dort typographisch bezeichnet: »Original-Aufnahme von Waldemar Titzenthaler«. – In der Platte unten rechts Titzenthalers Monogramm, das Datum 1902 und die Plattennummer 9000. – Teleobjektivaufnahme vom Dachgeschoss eines der Gebäude an der Nordseite des Pariser Platzes.

Der Unterlagekarton an den Ränder gebräunt, die Fotografie tadellos.

197  M. Vorobeichic [Moï Ver]. Ein Ghetto im Osten · Wilna.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 350

65 Bilder. Eingeleitet von S. Chneour. Zürich/Leipzig, Orell Füssli 1931. Mit 64 Bildtafeln nach Fotografien und Fotomontagen. Originalhalbleinenband mit Fotoillustration auf beiden Deckeln.

Schaubücher 27. – Herausgegeben von Emil Schaeffer. – Deutsch-hebräische Version, es erschienen zwei weitere Textvarianten. – 1927/28 hatte der weißrussische Fotograf Moï Ver (1904–1995) am Bauhaus studiert, bevor er nach Paris übersiedelte. Seine Fotocollagen aus dem Ghetto in Vilnius zeigte er 1929 auf einem zionistischen Kongress in Zürich, wo der Herausgeber der »Schaubuch«-Reihe darauf aufmerksam wurde. »Der experimentellste und zugleich für die Geschichte des Fotobuches bedeutendste Band der Reihe […] vereint in einmaliger Weise eine fast archaisch wirkende Motivwelt mit den avantgardistischen Darstellungsmitteln des Neuen Sehens. Sind die Aufnahmen mit ihren alle Perspektiven sprengenden Nah- und Schrägansichten schon bemerkenswert genug, besteht die Innovation vor allem in der Art der Bildpräsentation, die von ganzseitiger Wiedergabe über Ausschnitt und Freistellung bis hin zu Überschneidung, Montage und Sequenz reicht«. (Roland Jaeger in »Autopsie I«). – Sehr schönes Exemplar.

19 : 13 cm. 8, 64, 8 Seiten. – Ecken minimal bestoßen.

Autopsie I, 326. – Heidtmann 15388

198  Alfons von Czibulka. Deutsche Gaue.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R7 )

Mit 200 Raumbild-Aufnahmen. München, Raumbild Verlag Otto Schönstein 1938. Mit 200 Raumbildaufnahmen, davon 72 auf Tafeln montiert. Originalpappband mit silbergeprägten Titeln und Steckfächern.

Aus der Reihe »Die Welt im Raumbild«. – Exemplar der Ausgabe A mit Bildbetrachter. – 3-D-Brille und jeweils 200 Stereofotografien (Bromsilber-Abzüge von Schwarz-Weiß-Stereoaufnahmen), alle nummeriert und rückseitig mit Bildtitel und dem Namen des Fotografen versehen. – »Die Zusammenstellung der Aufnahmen betont Tradition und Modernität gleichermaßen, und so sind neben Stereobildern der Wartburg auch Symbole des technischen Fortschritts wie eine der ersten Großbrücken für die Reichsautobahn, der Nürburgring oder Flugzeuge auf dem Frankfurter Flughafen zu sehen.« (Autopsie). – Das Bildmaterial bietet zugleich eine Bestandsaufnahme zahlreicher im 2. Weltkrieg zerstörten Bauwerke. – »Als 1935 mit ›Venedig, ein Raumerlebnis‹ ein neuartiges Fotobuch erschien, war dies der Beginn einer kurzen und außergewöhnlichen Verlagsgeschichte. Denn mit den sogenannten ›Raumbildwerken‹, auf die der Verleger Otto Schönstein sogar ein Patent hielt, sollte die bekannte und einstmals populäre Stereofotografie in neuer Form für ein solventes Publikum vermarktet werden. Dass Schönstein sich mit seiner Idee von großformatigen Raumbildbänden, in denen Textbeiträge durch Stereofotografien plastisch bebildert sind, zunächst nicht durchsetzen konnte, jedoch zwei Jahre später sogar der Reichsbildberichterstatter Heinrich Hoffmann als Gesellschafter in den Verlag eintrat, kennzeichnet eine wechselhafte Verlagsgeschichte, die nicht frei von Widersprüchen und Verstrickungen in die NS-Propaganda ist.« (Sebastian Fitzner in: Autopsie I, S. 456).

29 : 20 cm. 189, [2] Seiten, 72 Stereobilder auf Tafeln, 128 lose.

Heidtmann 18566. – Autopsie 1, S. 468

199  Karl Bartz. Großdeutschlands Wiedergeburt.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R7 )

Weltgeschichtliche Stunden an der Donau. Geleitwort Hermann Göring. Diessen am Ammersee, Raumbild-Verlag [1938]. Mit 100 Raumbildaufnahmen und acht Tafeln, zwei davon farbig. Originalleinenband mit vergoldeten Titeln und Steckfächern.

Aus der Reihe »Raumbild-Zeitgeschichte«. – Exemplar der Ausgabe A mit Bildbetrachter. – 3-D-Brille mit Halterung und 100 Stereofotografien (Bromsilber-Abzüge von Schwarz-Weiß-Stereoaufnahmen), alle nummeriert und rückseitig mit Bildtitel und dem Namen des Fotografen versehen. – Alle Aufnahmen stammen von Hitlers »Hoffotograf« Heinrich Hoffmann, der Gesellschafter des Raumbild-Verlages war. – Diese Ausgabe wurde im angegliederten Österreich durch den Verlag der Wiener Neuesten Nachrichten vertrieben.

29 : 20 cm. 87, [1] Seiten, 8 Tafeln, 100 Stereobilder.

Heidtmann 18582. – Autopsie 1, S. 470, 6

200  Hasso von Wedel. Der Kampf im Westen.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Die Soldaten des Führers im Felde. Band II. – Heinz Orlovius. Fliegen und Siegen. Ein Raumbildwerk unserer Luftwaffe. München, Raumbild Otto Schönstein 1940 und 1942. Mit jeweils 100 Raumbildaufnahmen und acht Farbtafeln. Originalleinen- und Originalpappband mit Steckfächern.

Aus der Reihe »Große Ereignisse im Raumbild«. – Exemplare der Ausgabe A mit Bildbetrachter. – 3-D-Brille mit Halterung und jeweils 100 Stereofotografien (Bromsilber-Abzüge von Schwarz-Weiß-Stereoaufnahmen verschiedener Kriegsberichterstatter der Deutschen Wehrmacht), alle nummeriert und rückseitig mit Bildtitel und dem Namen des Fotografen versehen.

29 : 20 cm. 80 bzw. 87, [1] Seiten. – Ein Deckel mit zwei kleinen Feuchtigkeitsflecken.

Heidtmann 18577 und 18591. – Autopsie 1, S. 470, 16 und 20