ChristianHesse

Lot 151 – 200 | Hesse-Auktionen
Lot 151 – 200

151  Rosemarie Trockel. Komposition mit Kleidern, Kreisen und Kreuz.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Siebdruck auf Seidentuch. 1993. 86 : 86 cm. Monogrammiert und nummeriert.

Exemplar 50/100. – Im typographisch signierten Originalkarton, dieser nochmals nummeriert.

152  Rosemarie Trockel. Virgin Islands.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Farbpigmentdruck auf Epson Professional. 2011. 50 : 50 cm. Rückseitig signiert und nummeriert.

Exemplar 27/60. – Erschienen zur Vorzugsausgabe von Heft 82 von »Texte zur Kunst«. – »Bei der Serie »Virgin Islands« handelt es sich um Collagen, die die Künstlerin aus bearbeiteten Fotos am Computer produziert hat. Neben farbigen Veränderungen hat Trockel in jedes Bild eine »Insel« in Form eines verzerrten Gesichts eingefügt. […Bei] dem für ›Texte zur Kunst‹ ausgewählten Bild schwebt ein gemorphtes Frauengesicht im schwarzweißen Bildraum, der in seinem Obskurantismus eher als Raum des Traums erscheint. Bezieht man das farbige Viereck auf die mit einer Opiumpfeife versehene horizontale Figur, ist nicht mehr so klar, ob es sich bei dem Zerrbild um eine beabsichtigte technologische Bildstörung oder eine subjektive Wahrnehmungsstörung handelt, oder was überhaupt Klarsicht heißt.« (Verlagswerbung).

153  Rosemarie Trockel. Missleading Interpretation.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 600

C-Print auf Profigloss Paper. 2014. 60 : 50 cm. Rückseitig signiert und nummeriert.

Exemplar 15/20. – Rosemarie Trockel, geboren 1952, lebt und arbeitet in Köln.

154  Günther Uecker. Gegeneinander.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 1700

Bleistiftzeichnung, laviert. 1979. 15 : 14,8 cm (51 : 51 cm). Signiert, datiert und betitelt.

Auf Velin. – Die filigrane Zeichnung, ein zweidimensionales »Nagelbild« auf breitrandigem Velin, gewinnt durch die nur leicht getönte Lavierung optisches Gewicht. – Unten links vom Künstler betitelt. – Makellos.

Rückseitig kleine Anheftungsreste.

155  Günther Uecker. Hommage à Achim von Arnim und Clemens von Brentano.

Schätzpreis/Estimate: € 5000

Zuschlag/Hammerprice: € 3300

Multiple (Nägel in Kissen, montiert auf Textheft, in Folien-Box). 1969. Signiert.

Exemplar 28/200. – Das originelle Multiple Ueckers, dem Lied »Guten Abend, gute Nacht« aus »Des Knaben Wunderhorn« gewidmet. – Das Textheft enthält die Originalfassung »[…] mit Rosen bedacht, mit Näglein besteckt, schlupf unter die Deck’« und eine von Uecker »übersetzte« Variante: »Nagelnagel Nagelnagel […]«. – Auf dem Kissen von Uecker signiert, im Heft stempelnummeriert. – Herausgegeben vom Rolf Kuhn Verlag Olef/Eifel und Aachen als »kuhn präsens 4s« im Juni und November 1969. – Die Box durch Luft- und Lichteinfluss minimal verfärbt und mit unbedeutenden Fehlstellen an einer Ecke. Das Kissenobjekt und die rosa Broschur makellos.

Van der Koelen L 6901

156  Günther Uecker. Kabinett für aktuelle Kunst.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Weiße Serigraphie auf weißem Karton. 1970. 50 : 48 cm. Signiert.

Originalgraphisches Plakat zur Ausstellung in der Kunsthalle Bremerhaven. – Die vom Künstler für eine Teilauflage gewählte »Farbigkeit« beeinträchtigte damals die Informationsvermittlung und heute die Reproduzierbarkeit. – Unten rechts signiert »Uecker 70«.

157  Günther Uecker – Eugen Gomringer. Wie weiß ist wissen die Weisen.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Zuschlag/Hammerprice: € 3500

Hommage à Uecker. Zirndorf, Verlag für Moderne Kunst 1975. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur, der Umschlag mit Prägedruck, und vier signierte Prägedrucke lose in schwarzer Originalleinenkassette.

Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit vier signierten Prägedrucken von Günther Uecker, rückseitig nummeriert und mit der Blattnummer bezeichnet, als Suite. – Der Text von Eugen Gomringer, entstanden 1972, wurde durch einen Computer in 720 Kombinationen wiedergegeben. – Die Abbildungen dokumentieren Werke Ueckers aus den Jahren 1957 bis 1974.

32 : 23 cm. [88] Seiten, 4 Prägedrucke. – Kassette minimal angestaubt.

Van der Koelen L 7505

158  Günther Uecker. Optische Partitur Budapest.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Dreiteilige Lithographie. 2012. Je 32 : 75 cm, jede signiert und datiert.

Die großformatige Lithographie (106 : 78 cm) wurde in einer Auflage von 100 Exemplaren gedruckt, gedrittelt und gefalzt. Die 300 Lithographien bilden die Umschläge der dreimal 100 Vorzugsexemplare von St. Galler Abenteuer. Hartung, Tàpies, Uecker und das Erker-Phänomen. (Budapest 2012). Der Ausstellungskatalog des Museums der Bildenden Künste Budapest (2012) enthält zahlreiche Abbildungen von Werken von Bill, Capogrossi, Chillida, Dorazio, Hartung, Jorn, Lohse, Motherwell, Poliakoff, Santomaso, Tàpies, Tobey und Uecker. Der Katalog wurde dem während der Vorbereitung verstorbenen Antoni Tàpies gewidmet. – Auf den Titelblättern nummeriert und mit dem Prägestempel der Druckerei.

Je 32,0 : 23,8 cm. 198 Seiten.

159  Lesser Ury. Dame und Herr spazierend unter Bäumen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 450

Lithographie. 1919. 21,7 : 16 cm ( 26,5 : 18,7 cm). Signiert.

Unnummeriert, außerhalb der Auflage von 30 Exemplaren des Gurlitt Verlags. – Auf Maschinenbütten. – Das bei Rosenbach erwähnte Exemplar »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy) (1892 Berlin – 1969 Beverly Hills, CA), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Rosenbach 62

160  Lesser Ury. Rauchender Herr im Kaffee III.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Lithographie. 1919. 26,9 : 18,4 cm (31 : 22 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 12/30. – Auf Bütten. – Aus der bei F. Gurlitt erschienenen Auflage. – Das bei Rosenbach erwähnte Exemplar »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Rosenbach 72

161  Lesser Ury. Im Kaffee II.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Lithographie. 1919. 27 : 14,5 cm (32 : 19,7 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 30/30. – Aus der Auflage des F. Gurlitt Verlages. – Auf dünnem Japanbütten. – Das bei Rosenbach erwähnte Exemplar »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Minimal fleckig, oben links leichte Eckknicke.

Rosenbach 82

162  Lesser Ury. Zeitungsleser.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Lithographie. 1919. 18,5 : 19 cm (20 : 29,8 cm). Signiert.

Auf Maschinenbütten. – Wohl außerhalb der Auflage des Gurlitt-Verlags (30 Exemplare), da unnummeriert und in abweichendem Papierformat. – Das bei Rosenbach erwähnte Exemplar »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Rosenbach 84

163  Lesser Ury. Selbstbildnis.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 480

Lithographie. 1915. 22,8 : 12,9 cm (37 : 25,4 cm). Signiert und »1919« datiert.

Nach einer 1915 entstandenen Zeichnung. – Auf Bütten. – Rosenbach kennt keine Auflage, hier das bei ihm erwähnte Exemplar »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Rosenbach 93

164  Lesser Ury. Der Kunstkenner.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Lithographie. 1922. 27 : 18,2 cm (30,5 : 21 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 28/30. – Auf Japanbütten. – Ediert vom Verlag F. Gurlitt. – Die Lithographie wiederholt eine um 1900 entstandene Zeichnung. – Das bei Rosenbach erwähnte Exemplar »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Rosenbach 97

165  Lesser Ury. Wasserschöpfende Bäuerin.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Radierung, um 1920. 16,8 : 13,8 cm (26 : 21,3 cm). Signiert.

Auf Japan. – Kräftiger Druck mit schönem Plattenton. – Rosenbach kennt keine Auflage und nur je ein Exemplar im Tel Aviv Museum und das vorliegende in einer »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Rosenbach 99

166  Feri (Ferenz) Varga – Zwei Ausstellungskataloge mit Lithographie bzw. mit Zeichnung, beide mit Widmung.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

I. Varga. Cercle Volney 1956. Vorzugsausgabe mit einer beigelegten Farblithographie (signiert, datiert und nummeriert »195/200«, gefalzt). Druckvermerk mit eigenhändiger Widmung des Künstlers. – II. Ferenc Varga. Kollektiv-Ausstellung Kölnischer Kunstverein 1957. Titelblatt mit eigenhändiger Widmung, Vorderumschlag mit einer Kugelschreiberzeichnung des Künstlers. – Eine signierte Beigabe.

167  Victor Vasarely. Compositions.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Drei Serigraphien. Um 1969. 18,0 : 18,3 cm (23,5 : 19,5 cm). Signiert.

Nicht außerhalb der Rahmung begutachtet. – Dazu: Vasarely. Band I und II. Neuchâtel, Griffon 1969–1973. Mit zahlreichen farbigen Tafeln, Abbildungen, Serigraphien auf Folien etc. Originalleinenbände mit Schutzumschlag. Band I in erster, Band II in dritter deutscher Ausgabe. Beide erschienen innerhalb der Reihe »Arts plastiques du XXe siècle. Einleitungen von Marcel Joray, Gestaltung der Bücher von Victor Vasarely. – Beilage: Profound Works. 16 Serigraphien auf Folien und Papier. Lose in Originalumschlag. Beilage zu Band II, in der französischen Ausgabe. Die Folge hier nochmals eingebunden im deutschen Band II.

168  Wolf Vostell. 2 de-coll/age-happenings.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Multiple (Serigraphierter Text auf 13 Papptafeln, Schraubzwinge). 1965. 21 : 13 : 15 cm.

Exemplar 53/150. – Edition 1 der Galerie René Block, Berlin. – Bericht von den Happenings »Phaenomene« (Berlin, Autofriedhof Sperber, 27. März 1965) und »Berlin/100 aktionen« (Berlin, 10. November 1965). – Die Texte zu den Aktionen wurden in Schreibmaschinentype auf die Papptafeln serigraphiert (Siebdruck Hochacker Wuppertal). – An »Phaenomene« wirkten folgende Künstler mit: Brehmer, Artmann, Petersen, Tsakiridis, Chotjewitz, Gosewitz, Hoedicke, Sauerbier, Nitsch, Luepertz, Vostell und Block. – »100 aktionen ereignete sich am 10.11.1965 von 9 bis 16.10 uhr im stadtgebiet Berlin […] auffuehrende: wolf vostell – vagelis trakiridis – reinhard lettau«. – 1962 hatte Vostell die Zeitschrift »de-coll/age« gegründet, 1964 initiierte er in der neu gegründeten Berliner Galerie René Block Fluxusveranstaltungen.

Mit angemessenen und nicht störenden Alterungsspuren.

Nicht in Slg. Schnepel, nicht im Archiv Sohm

169  Wolf Vostell. Vietnam-Sinfonie.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Vier Farbserigraphien. 1971. 48,5 : 69 cm. Signiert und nummeriert.

Je eins von 100 Exemplaren. – Vier abfotografierte und überarbeitete Fernsehbilder von der ersten bemannten Mondlandung 1969. – Gedruckt in Rot, Grau und Schwarz auf Bristol-Karton. – Die Drucke entstanden als »Partituren« zu dem gleichnamigen Happening.

Tadellos erhalten.

Vomm 1971 : 7 / 1–4

170  Wolf Vostell. Environnements / Happenings 1958 – 1974.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Paris, Editions du Chene 1974. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag.

Eins von 500 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der beigelegten signierten Serigraphie »Betonvagina 2« – Katalog der Gesamtschau des Werks in Paris 1974 mit Texten in französischer Sprache von Suzanne Pagé, Gérald Gassiot-Talabot und Jörn Merkert.

25,0 : 31,0 cm. 276 Seiten, 1 Serigraphie.

Vomm 1974 : 1

171  Gerhard Wind. Komposition.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Gouache und Tusche. 1956. 22 : 47 cm. Signiert und datiert.

Dynamische Komposition in leuchtender Farbigkeit. – Auf Büttenkarton und in Passepartout montiert. – Gerhard Wind (1928-1992) studierte von 1952 bis 1954 an der Landeskunstschule Hamburg bei Karl Kluth, Fritz Winter und Ernst Wilhelm Nay und von 1954 bis 1958 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Otto Coester. – Nach Förderpreisen und -stipendien (Villa Massimo 1958) nahm er 1959 erstmals an der documenta teil. – Frühe, noch während seiner Ausbildung entstandene Arbeit.

172  Mac Zimmermann. Kommunikation.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 700

13 Farbradierungen. 1967–1979. Ca. 25 : 16 cm (ca. 30 : 22 cm). Signiert und nummeriert.

Je eins von 100–200 Exemplaren. – Jeweils auf einem gefalzten Büttenblatt, auf der linken Seite ein eigenhändiger Neujahrswunsch von Nobert Handwerk, Chef der Münchner Firma Insel-Film. In seinem Auftrag und meist mit einem erläuternden Textblatt versehen erschienen die Graphiken von 1967 bis 1979 als Neujahrswünsche.

Waldberg 63, 64 und 71 (die anderen sind nach Erstellung des Werkverzeichnisses erschienen)

173  Zen 49.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 270 ( R7 )

Erste Ausstellung im April 1950. Central Art Collecting Point. Arcis-Strasse 10. München 1950. Gelbe Originalbroschur.

Sehr seltener und wichtiger Katalog. – Mit einer Einleitung von Franz Roh. – Zur Künstlergruppe gehörten bei Gründung sechs Maler und eine Bildhauerin: Willi Baumeister, Fritz Winter, Gerhard Fietz, Rolf Cavael, Rupprecht Geiger und Willi Hempel sowie Brigitte Meier-Denninghoff. – Der Katalog listet von jedem Künstler sechs bis acht Arbeiten, ergänzt um »Notizen zum Katalog« von John Anthony Thwaites. – Die Gestaltung des Kataloges übernahm Stefan Munsing, der damals den Münchner Art Collecting Point leitete. – Mit Bleistiftnotizen eines Ausstellungsbesuchers am Oberrand. – Beilage: Hektographiertes Typoskript des Vorwortes der Künstler.

13,7 : 21 cm. 15, [1] Seiten. – Umschlagränder leicht fingerfleckig.

174  Oswald Wiener und Günter Brus. Gedanken.

Schätzpreis/Estimate: € 900 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Berlin 1975. Lose Blätter und eine Fotografie in Leinenkassette.

Nach ihrer Wiener »Uni-Ferkelei« 1968 musste Günter Brus für einige Monate ins Gefängnis und Oswald Wiener, dem ein Verfahren wegen Gotteslästerung drohte, floh nach sechswöchiger Haft nach Berlin. Dort widmet sich Günter Brus 1975 mit »Gedanken« nach der »Schastrommel« einem zweiten Zeitschriftenprojekt, das er zusammen mit Oswald Wiener gründete. Die beiden Künstler vervielfältigten in Brus’ Wohnung spontane und noch unausgereifte Ideen und Texte mittels Siebdruck und verschickten die A4-Blätter gefaltet an Abonnenten. Die Farbfotografie rückseitig mit den Namensstempeln beider Künstlerl und als »Blatt 18a« bezeichnet. – Zwei der für den Versand verwendeten Briefumschläge (hier an die ABC Autorenbuchhandlung in München) liegen bei. – Vollständige und so gut erhaltene Exemplare sind sehr selten.

32,2 : 26,2 cm (Kassette). 62 paginierte Seiten, 1 Fotografie, 1 Werbeblatt.

175  Ver Sacrum.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Neue Hefte für Kunst und Literatur. Herausgegeben von Hilde Spiel, Otto Breicha und Georg Eisler. [Fünf Bände, alles Erschienene]. Wien und München, Jugend und Volk 1969–1974. Mit 45 Originalgraphiken und zahlreichen farbigen Tafeln. Farbig illustrierte Originalbroschuren.

Vollständige Serie dieses mehr oder weniger erfolgreichen Versuchs, eine bibliophil ausgestattete Bestandsaufnahme der österreichischen Nachkriegskunst und -literatur zu etablieren. In Format und Ausstattung der berühmten gleichnamigen Vorgängerin verpflichtet, erschienen allerdings nur fünf Ausgaben (1973 nicht, 1974 dafür in deutlich größerem Umfang). – Jeweils eins von 500–1500 Exemplaren der Ausgabe mit den unsignierten Graphiken von Georg Eisler, Rudolf Hausner, Alfred Hrdlicka, Bernhard Jäger, Maria Lassnig, Rudolf Schönwald, K. R. H. Sonderborg, Hinz Stangl und Fritz Wotruba (teils mehrfach vertreten). – Zu den namhaften Autoren zählten Ilse Aichinger, H. C. Artmann, Thomas Bernhard, Wolf Biermann, Heimito von Doderer, Erich Fried, Peter Handke, Ernst Jandl, Friderike Mayröcker, Albert Paris-Gütersloh, Gerhard Rühm u. a.

30,5 : 28,0 cm. – Die ersten Blätter in IV lose.

176  Fluxus – Drei Publikationen von Willem de Ridder’s European Fluxshop.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 350

Amsterdam um 1964.

Willem de Ridder war der Repräsentant für Fluxus in Europa. – Robert Watts. Events. 26 Karten, illustriert oder mit Texten, in der Originalpappschachtel mit Titelschild (13 : 15 : 2 cm). Die 26 kleinen Fluxus-Karten erschienen in New York, die Box mit dem von Macunias entworfenen Label wurde in Amsterdam produziert. Vgl. Schnepel W1-04. – George Brecht. Iced Dice. Set von acht Karten (18 : 18 cm), beidseitig in Schwarz-Weiß bedruckt und in Umschlag mit aufgeklebter Titelkarte. New York, ca. 1964. – European Fluxshop & Mail-Orderhouse Amsterdam. Einblattdruck, Offset. 1964. 19,7 : 21,4 cm. – Gut erhalten.

177  Interfunktionen.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 3000

[Heft 1] – 12 [alles Erschienene]. Köln, Heubach (11 und 12: Buchloh) 1968–1975. Mit zahlreichen Abbildungen, Fotokopien, Collagen und einigen signierten Arbeiten. Originalbroschuren.

Sehr gut erhaltene und vollständige Reihe. – Mit dem sehr seltenen Heft 1, von dem noch keine Vorzugsausgabe ediert wurde, das aber signierte Originalarbeiten (Postkarten und Briefmarke) von Altoray, Vostell (Vomm 1968:8-2) und KP Brehmer enthält und zudem eingebundene Originaldokumente (Zeitschriften, Flugblatt). Die im Druckvermerk erwähnten signierten Arbeiten von Reinecke und Immendorf sind nicht vorhanden. – Das Inhaltsverzeichnis von Heft 1 mit einer eigenhändigen anagrammatischen Widmung des Herausgebers Friedrich Wolfram Heubach für den Vorbesitzer. – Die Zeitschrift ging von der in Heft 1 ausführlich dokumentierten Kritik an der documenta aus. Die Auflage stieg schnell von 250 auf 1000 Exemplare. – Zu den Themenschwerpunkten der Hefte lieferten Künstler wie Baldessari, Beuys, Brus, Feussner, Immendorff, Polke, Arnulf Rainer, Dieter Roth, Vostell u. v. a. Beiträge in Wort und Bild. – Mit Heft 10 beendete der Herausgeber und Verleger Heubach seine Arbeit, Hefte 11 und 12 erschienen mit dem Untertitel »Zeitschrift für neue Arbeiten und Vorstellungen«. – Sehr gut erhalten.

29,7 : 21,0 cm, Hefte 9 und 10 21,0 : 14,8 cm. Je ca. 80–100 Seiten.

Archiv Sohm S. 177, Abb. 318

178  Zero – KWY 7. – KWY 12. Album.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Editée par le Groupe KWY. Paris 1960 und 1963. Mit zahlreichen Serigraphien, Offsetdrucken und montierten Abbildungen. Zwei Originalbroschuren.

Heft 7: Mit vier Lithographien von Christo, einer Serigraphie von Viera da Silva und Beiträgen von Karl F. Brust, R. Bertholo u. a. – Heft 12: Mit 54 meist serigraphierten Postkarten (auf 18 perforierten Kartonblättern) von J. van der Heyden, Pierre Alechinsky, Corneille, Camille Bryen, Samuel Buri, Lourdes Castro, Le Parc, Jan Voss u. a. Eins von 300 Exemplaren. Herausgegeben von Lourdes Castro, Christo, Jan Voss, René Berthelo u. a. Das letzte Heft der seltenen Publikation. – Von der berühmten Zero-Zeitschrift erschienen insgesamt nur zwölf Ausgaben, die Auflagen ab Heft 5 lagen zwischen 100 und 300 Exemplaren.

31,0 : 21,3 cm. 36 Seiten (inklusive Umschlag). – 30,5 : 20,5 cm. 1 Blatt, 18 Tafeln. – Klebebindung bei beiden Heften gelöst.

179  Gruppe Zero.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Katalog zur Ausstellung. Düsseldorf, Galerie Schoeller 1989. Mit zahlreichen Abbildungen. Illustrierter Originalpappband.

Erschienen anlässlich der Ausstellung der Gruppe Zero vom 16. September bis 16. November 1988 in der Galerie Schoeller, Düsseldorf. – Von sechs beteiligten Künstlern (Piene, Uecker, Megert, Pohl, Graubner und Mack) auf dem Vorsatzblatt signiert. – Hubertus Schoeller gab den Katalog zur Ausstellung, dessen Einband Otto Pienes Plakatentwurf ziert, erst ein Jahr später heraus. Aus diesem Anlass veranstaltete er in den Räumen der Galerie ein legendäres Fest, das noch einmal das Flair der einstigen Zero-Happenings wachrief. Der Katalog enthält neben einem Vorwort von Hubertus Schoeller Aufsätze von Manfred Schneckenburger und Otto Piene, persönliche Statements von Heinz Mack, Günter Uecker und Piene, die Auflistung sämtlicher Zero-Ausstellungen und ihrer Teilnehmer, die Dokumentation der neun Abendausstellungen von 1957 bis 1960 sowie den Katalog der Stadtjubiläums-Aussstellung.

24,8 : 27,4 cm. 151, [9] Seiten.

180  Reaktion 1, 2 [und] 3

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 800

[von sieben]. Düsseldorf, Verlaggalerie Leaman 1975–1977. Mit zahlreichen Abbildungen, Faksimiles und einigen Originalarbeiten auf unterschiedlichen Papieren. Drei schwarz-weiß serigraphierte Originalringordner.

Jeweils mit ein bis drei Originalfotografien als Titelblatt. – I. 49 Blätter: Enthält Originalbeiträge von Christian Megert (Spiegelobjekt, 2 Spiegelstücke lose), Günther Uecker (drei Stück Leinwand mit weißer Farbe überarbeitet, darüber jeweils ein bedrucktes Folienblatt (nicht bei van der Koehlen)), Andre Thomkins, Reiner Ruthenbeck (schwarze Pappe gelocht), Ulysis Carrion, Leo Erb (drei bedruckte Blätter Pergamentpapier), Michael Gibbs und Milan Mölzer. – II. 51 Blätter: Mit Originalbeiträgen von Adolf Luther (zwei Blätter mit aufgeklebten kleinen Spiegeln), Hubertus Gojowczyk, Rolf Bendgens, Arnulf Rainer, Norbert Kricke (Prägedruck), Francisco Pino, George Brecht, Geza Pemeczky und Vera Röhm. – III. 55 Blätter, davon ein Blatt gefaltet im Briefumschlag: Mit Beiträgen von Alexander Schleber (Fotografien von Autokennzeichen aus denen sich Namen ergeben: MAR X, GI DE), Alex Kayser, Zak & Kingbee, Mauricio Nannucci, Sigurtur Gudmundsen, Fritz Schwegler, Erin Heerich, Helfried Hagenberg und Daniel Spoerri. – Umschlagentwurf Milan Mölzer. – Nur Band II nennt eine Auflagenhöhe: 1000 Exemplare und 100 mit signierten Arbeiten.

31,5 : 26,5 cm (Ordner), Inhalt meist A4. – Ohne Vergleichsexemplar konnten wir keine Vollständigkeit nachweisen.

181  Hans Bellmer. Petit traité de morale.

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Ausrufpreis/Starting bid: € 4000

Zehn zweifarbige Radierungen. 1968. 38,0 : 28,5 cm. Signiert.

Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 170). – Prachtvolle, kräftige Drucke, jeweils auf einem breitrandigen Doppelbogen »Velin d’Arches«. – Erschien bei Georges Visat, Paris. – Lose Doppelbogen in Originalumschlag, -seidenchemise und -seidenschuber. – Hans Bellmer wurde von Texten des Marquis de Sade zu dieser Suite inspiriert: Dialogue entre un Prêtre et un Moribond. – Aline et Valcour. – Les Infortunes de la Vertu. – Les 120 Journées de Sodome. – Notes pour la nouvelle Justine. – L’Aigle Mademoiselle. – Idée sur les Romans. – Les Crimes de l’Amour. – La Philosophie dans le Boudoir. – Juliette ou les Propérités du Vice.

Chemise am Rücken verfärbt.

Denoël 78–87. – Bibliothek Filipacchi 21

182  Georges Braque. Cahier 1916 – 1947.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Paris, Maeght 1948. Mit zahlreichen lithographierten Tafeln und einer Farblithographie auf dem Originalumschlag. In Originalleinenmappe mit geprägter Deckelillustration.

Eins von 750 Exemplaren auf Velin du Marais im kleineren Format (Gesamtauflage 845). – Mit eigenhändiger Widmung des Künstlers auf dem Vortitelblatt: »Pour Madame Vienne avec ma hommage, G. Braque 1950« und mit Anmerkung zur Edition unter dem Auflagenvermerk. – Die recih illustrierten Seiten von Braques gezeichnetem Tagebuch wurden bei Fernand Mourlot auf Steine übertragen und gedruckt. – Die Titellithographie der 95 Vorzugsexemplare wird hier in veränderter Farbstellung auf dem Umschlag verwendet. Bei dem von Braque neu kalligraphiertem Titel schrieb der Künstler versehentlich »1917–1947«. – 1956 erschien eine knappe Fortsetzung mit der Epoche 1949–1955.

39,0 : 28,5 cm. [100] Seiten. – Chemise angestaubt. – Umschlag mit winzigen Abplatzungen. – Äußerste Ränder schwach gebräunt.

Hatje Livres VII. – Vallier 37 (verwirrend). – Vgl. Monod 1890

183  Georges Braque – Hesiode. Theogonie.

Schätzpreis/Estimate: € 10000

Zuschlag/Hammerprice: € 8000

Eaux-fortes de Georges Braques. Paris, Maeght 1955. Mit 20 Radierungen, davon eine fünffarbige gefirniste auf dem Umschlag, eine zweifarbige als Frontispiz, zwei als Vignetten und 16 ganzseitige im Text sowie einem radiertem »Inhaltsverzeichnis« der Graphiken. Lose Doppelblätter und Radierungen in Originalumschlag. Schwarze Originalchemise und -schuber, beide mit farbigen Applikationen.

Eins von 150 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf handgeschöpftem »Auvergne«-Papier. – Der Verleger Ambroise Vollard hatte »Braque vorgeschlagen, einen Text für ihn zu illustrieren. Braque war sofort damit einverstanden. Er hatte die ›Theogonie‹ von Hesiod ›mit großer Bewunderung gelesen und diesem Werk ein größeres Interesse entgegengebracht als Aischylos oder Sophokles‹ (G. Limburg […] nach Braques Aussagen). Vollard erklärte sich damit einverstanden. So sollte einer der ältesten Texte griechischer Sprache zum Träger einer Reihe von Radierungen werden, die nicht nur ein Ereignis im graphischen Werk Braques, sondern in der Graphik des 20. Jahrhunderts waren.« (Dora Vallier). – » […] allow us to compare Braque’s idiom of his early cubist days with his return to a screner and more classical mood« (W. J. Strachan in: »The Artist and the Book in France« (London 1969, S. 126). – 16 Radierungen entstanden bereits für die Vollard-Folge von 1932, das Werk wurde aber 1939 unvollendet eingestellt. Für die Maeght-Ausgabe entfernte Braque die »Randnotizen« bei diesen Platten, lediglich bei einer Radierung, die 1932 nicht verwendet wurde, blieben sie erhalten. Mit farbiger Aquatinta ergänzt, bildet dieses Blatt nun das Frontispiz. Neu entstanden auch die beiden Vignetten am Anfang und Ende des Textes sowie die aufwändige Radierung auf dem Umschlag, in fünf Farben gedruckt und vom Künstler eigenhändig mit Firnis übermalt. – Der griechische Text wurde aus der 16pt Europe gesetzt und bei Fequet et Baudier gedruckt, die Radierungen druckte Visat unter Aufsicht des Künstlers, jedes Blatt mit dem Trockenstempel »GB«. – Eins der wichtigsten »Livre d’artiste« der Moderne in einem sehr gut erhaltenen Exemplar.

44,5 : 33,5 cm. [6], 79, [5] Seiten (die Radierungen wurden in die Paginierung eingeschlossen). – Innenseiten des Umschlags mit wenigen kleinen Stockflecken.

Vallier 23. – Hatje, Bücher XIV. – Rauch 108. – Garvey 38. – Französische Maler illustrieren Bücher (Stuttgart 1965) Seite 68/69. – Papiergesänge 75. – Castleman 40

184  [Georges] Braque. Espaces.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 800

13 Dessins, Lavis, Aquarelles. Préface André Verdet. Paris, Au Vent d’Arles 1957. 13 Lithographien nach Werken von Georges Braque, davon zwölf farbig. Mit dem Textheft lose in der Originalhalbleinenmappe mit montiertem farbigem Titelbild.

Eins von 300 Exemplaren, jede Lithographie nummeriert, im Druckvermerk von Braque signiert. – Gedruckt von Daniel Jacomet auf Bütten von Richard de Bas, der Text auf grünlichem Bütten. – Die schöne und selten vollständig angebotene Folge enthält Arbeiten von 1928 bis 1957.

51,2 : 41,5 cm.

Monod 1891

185  Georges Braque – Frank Elgar. Résurrection de l’oiseau.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 2300

Paris, Maeght 1958/59. Mit vier blattgroßen Farblithographien von Georges Braque, davon eine auf dem eingebundenen Umschlag, und vier lithographierten Vignetten. Weißer Halbmaroquinband, Rückentitel und gepunzter Kopfschnitt versilbert, blau-silberne Oleographiepapierbezüge (signiert: R. Meuter, Ascona). Im Holzfurnierschuber mit Lederkanten.

Eins von 175 Exemplaren auf Vélin de Rives (Gesamtauflage 225). – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Mit einer einleitenden »Hommage à Braque«, der 1957 seinen 75. Geburtstag begangen hatte. – Tadellos schönes Exemplar in einem unikalen Einband des Meisterbuchbinders aus Ascona.

38,3 : 28,5 cm. 36, [4] Seiten.

Vallier 137. – Mourlot 61–64. – Hatje Livres XXVIII (ohne die Umschlaglitho). – Garvey 42. – Monod 4187

186  Georges Braque – Saint-John Perse. L’ordre des oiseaux.

Schätzpreis/Estimate: € 8000

Zuschlag/Hammerprice: € 8500

Paris, Au Vent d’Arles 1962. Mit zwölf Farbradierungen von Georges Braque, davon neun blattgroß. Schwarzer Originalmaroquinband (signiert: Jean Duval) mit einer Vorderdeckelillustration aus Papiercollage und Serigraphie auf Seide.

Eins von 20 Exemplaren »hors commerce«, wie die Gesamtauflage aller 152 Exemplare auf schwerem Bütten »Richard de Bas« mit dem Wasserzeichen des Verlegers. – Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Das prächtige Künstlerbuch erschien aus Anlass des 80. Geburtstags des Künstlers und »ist das Ergebnis der Begegnung zweier großer Künstler, in deren Werk der Vogel eine wichtige Stellung einnimmt. Saint-John Perses hatte den Text zu Ehren von Braques Malerei verfaßt: ›[…] Ganz abgesehen davon, daß ich das Werk dieses Malers bewundere […], ist mir auch Braque als Mensch äußerst sympathisch. Wenn ihm meine Anwesenheit auf diesem Vogelfest auch nur die geringste Freude bereitet, so will ich mich frohen Herzens hinzugesellen.‹ « (zitiert nach Vallier). – Den Text, üppig gesetzt aus der 24pt Garamond, druckte die Imprimerie Union, die Radierungen unter Aufsicht des Künstlers das Atelier Crommelynck. – »Es sind helle Vögel auf dunklem Grund, lautlos ziehende Vögel auf hellem Abendhimmel, Vögel, die wie kraftvolle Pfeile die Seite durchqueren. […] Braque hat die Formen bewußt vereinfacht und stilisiert. Er bediente sich stark deckender, schwerer Farben und tiefer Ätzung, die den Radierungen auf dem dicken Papier reiche Stofflichkeit verleihen.« (Béatrice Hernad, in: Papiergesänge). – Selten und sehr schön.

44,0 : 55,5 cm. 48, [10] Seiten. – Die Seidenbezüge des Einbandes mit leichten Kratzspuren, oberes Kapital minimal berieben.

Vallier 182. – Monod 10078. – Papiergesänge 86

187  Marc Chagall. Bible.

Schätzpreis/Estimate: € 2000 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Paris, Verve 1956. Mit 30 Lithographien, von den 18 farbigen eine als Titel und eine auf dem Originaleinband als Bezugspapier.

Erste Ausgabe. – Im Jahr 1956 erschien bei Tériade die Bibel mit 105 Radierungen Chagalls. Diese wurden in dem vorliegenden Doppelheft 33/34 von Tériades Zeitschrift »Verve« als Lichtdrucke reproduziert und um dreißig Lithographien erweitert, die Chagall zeitgleich mit den Radierungen schuf.

36,2 : 26,7 cm. [24] Seiten, 105 Tafeln, 29 Lithographien. – Ränder minimal berieben.

Cramer 25. – Mourlot 117–146

188  Marc Chagall. Dessins pour la Bible.

Schätzpreis/Estimate: € 1500 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Paris, Verve 1960. Mit 47 Lithographien, davon 24 farbigen und einer weiteren doppelblattgroßen Farblithographie auf dem Einband. Originalpappband.

Die zweite »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 37/38 der Reihe »Verve«. – Nachdem in der Reihe bereits eine Ausgabe mit Heliogravüren der Bibel-Radierungen erschienen war, entstanden 1958/59 weitere Zeichnungen zur Bibel. Der vorliegende Band enthält die Reproduktionen dieser Zeichnungen auf 96 Tafeln, diesmal bereichert um 24 Farblithographien und diese rückseitig mit einfarbigen Lithographien. – Der einleitende Text stammt von Gaston Bachelard, am Ende mit Erläuterungen zu den 96 Tafeln.

36 : 27 cm. [18], 96, [16] Seiten, 24 Lithographien. – Rücken an den Ecken leicht bestoßen.

Cramer 42. – Mourlot 230–277

189  Chagall.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Amsterdam, Stedelijk Museum 1947. Mit Abbildungen. Illustrierte Originalbroschur.

Ausstellungskatalog de Stedelijk Museum Amsterdam von 1947. – Von Chagall auf einer Seite mit seinem Porträt eigenhändig signiert. – Mit einem Vorwort von Chaja Goldstein und je einem Text von H. L. C. Jaffé und Marc Chagall.

20,6 : 14,7 cm. [36] Seiten.

190  Marc Chagall – Jacques Lassaigne. Chagall.

Schätzpreis/Estimate: € 800 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 530

Paris, Maeght 1957. Mit 15 meist farbigen Lithographien von Marc Chagall, davon eine auf dem Umschlag. Originalbroschur mit -umschlag.

Erste Ausgabe. – Die bekannte Chagall-Monographie schildert Leben und Werk des Künstlers und illustriert seine künstlerische Entwicklung und die Einflüsse auf sein Werk mit zahlreichen Abbildungen. – Die Lithographien wurden bei Mourlot, Paris gedruckt.

23,5 : 20,0 cm. [2], 11–177, [3] Seiten, 14 Lithographien. – Rücken etwas gebräunt, Kapitale leicht beschädigt.

Cramer 34. – Mourlot 192-205 und 207

191  Marc Chagall – Fernand Mourlot und Charles Sorlier. Chagall Lithograph II.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 420

1957–1962. Monte Carlo, André Sauret 1963. Mit 11 Lithographien, davon sieben farbig, und zahllosen, meist farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit einer Farblithographie als Schutzumschlag.

Teil zwei des maßgeblichen Werverzeichnis. – Deutsche Ausgabe. – Mit einem Vorwort von Fernand Mourlot.

33,0 : 25,0 cm. 208, [2] Seiten.

Cramer 56. – Mourlot 391–402

192  Marc Chagall. Zwei Hefte der Reihe »Derriere le miroir«.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Paris, Maeght 1964 und 1969. Mit zusammen fünf Lithographien, davon vier farbig, je eine auf dem Umschlag, zwei doppelblattgroß. Lose Bogen in Originalumschlägen.

I. DLM 147. Mit drei Lithographien, zwei davon farbig. Mit dem Text »Avec Chagall« von Marcel Arland. Mit der Beilage. – II. DLM 182. Mit zwei farbigen Lithographien. Mit dem Text »Comme un parfait cimiste« von Claude Esteban.

38,0 : 28,0 cm.

Cramer 59 und 81. – Mourlot 410–412 und 603–605

193  Marc Chagall – Les Céramiques et Sculptures de Chagall.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Préface de André Malraux. Note et Catalogue de Charles Sorlier. Monaco, André Sauret 1972. Mit einer Farblithographie und zahlreichen, meist farbigen Abbildungen. Originalleinenband.

Erste Ausgabe des maßgeblichen Verzeichnisses des plastischen Werkes. – Die Lithographie »Devant St-Jeannet« schuf Chagall extra für dieses Werk. – Tadelloses Exemplar.

33,0 : 25,0 cm. 249, [7] Seiten, 1 Farblithographie.

Cramer 89. – Mourlot 646

194  Sonia Delaunay-Terk – Tristan Tzara. Juste présent.

Schätzpreis/Estimate: € 3500

Ausrufpreis/Starting bid: € 3300

Eaux-fortes de Sonia Delaunay. [Paris], La Rose des Vents 1961. Mit acht blattgroßen Farbradierungen. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, farbig serigraphierter Chemise und ebensolchem Schuber.

Eins von 90 Exemplaren auf »grand vélin de rives« (Gesamtauflage 140). – Im Druckvermerk von Künstlerin und Dichter signiert. – Erschienen als dritte Edition von »La Rose des Vents«. – »The controlled gaiety of her colour etchings to ›Juste Présent‹, text by Tzara, reminds one that she began as a costume designer for the stage. The abstract shapes form interesting contrasts of flat colour and black, hatched areas, and link with such paintings as the ›Rhythme Sans Fin‹. It was included in the ›Fifty books of 1961’.« (Strachan, S. 195). – Die zweite der beiden Publikationen, die Delaunay und Tzara – nach langjähriger künstlerischer Nähe – im Alter gemeinsam konzipierten. – Die Radierungen druckte Lacourière et Frélaut. – Tadellos schönes Exemplar, vollständig sehr selten.

39,3 : 29,5 cm. 41, [15] Seiten. – Das aufgepolsterte Bezugspapier des Schubers mit winziger Druckstelle.

Monod 10802. – Strachan 239, Abb. 95. – Harwood 58

195  Marcel Duchamp – De ou par Marcel Duchamp ou Rrose Sélavy

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 700

(Boîte-en-valise). Facsimile of the Edition series G + Glissière contenant un Moulin à Eau (en métaux voisins). Designed and edited by Mathieu Mercier and supervised by Association Marcel Duchamp. Köln, Walther König 2015. Grüner Objektkasten mit zahlreichen beweglichen und losen Bildtafeln und Objekten.

»Eines der wichtigsten und folgenreichsten, gleichzeitig aber auch eines der geheimnisvollsten Kunstwerke der Moderne ist die berühmte ›Schachtel im Koffer‹ von Marcel Duchamp« (Verlagswerbung), die er als tragbares Museum konzipierte und aus Abbildungen und verkleinerten Repliken seiner Werke zusammenstellte. In verschiedenen Serien wurden insgesamt ca. 300 Exemplare hergestellt. Das aufwändige Faksimile folgt der Serie G von 1968 und entstand unter Aufsicht der Association Marcel Duchamp.

38 : 37 : 8 cm. – Tadellos erhalten, im Originalkarton.

196  André Dunoyer de Segonzac – Pierre de Ronsard. Quelques Sonnets.

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Ausrufpreis/Starting bid: € 4000

Eaux-fortes de Dunoyer de Segonzac. Paris 1955. Mit 51 Radierungen. Violetter Ecasélederband mit überaus reicher Vergoldung auf beiden Deckeln und dem Rücken, Spiegel und Vorsätze aus Wildleder, Schnittvergoldung, beim Kopfschnitt poliert (signiert: Thérèse Moncey | Fach doreur).

Eins von 40 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe mit einer Suite der Radierungen auf Japan, auf dem Zwischentitel vom Künstler signiert (Gesamtauflage 210). – Getrüffelt mit einer signierten Tuschfederzeichnung (Sitzender Akt, 22 : 22 cm). – Auf Velin d’Arches mit Wasserzeichen »feuille de ronce«. – Pierre de Ronsard zählt zu den wichtigsten Dichtern der französischen Renaissance. Seine stark von Petrarca beeinflussten Sonnette gelten als »Höhepunkte der europäischen Renaissance-Lyrik« (H.W. Wittschier. Die Lyrik der Pléiade. 1971). Zahlreiche Künstler haben im Lauf der Jahrhunderte diese Liebesgedichte illustriert. Die zarten Frauenfiguren, Landschaften und Blumen von Dunoyer de Segonzac zählen sicher zu den schönsten Kreationen. Nach den Georgique des Vergil wandte sich Dunoyer de Segonzac 1948 den Ronsard-Sonnetten zu. – »Im Jahr 1946 wurden Thérèse Monceys Einbände der Öffentlichkeit bekannt. Bis Ende der fünfziger Jahre nahm sie an verschiedenen namhaften Ausstellungen teil und bekam 1950 den ›Grand prix de la reliure française‹. Ihre große Vorliebe galt den modernen Malerbüchern, für die sie zahlreiche Arbeiten entwarf und realisierte, stets bemüht, Einband in Inhalt in Einklang zu bringen.« (Béatric Hernad, in: Außenansichten. Bucheinbände aus 1000 Jahren. Bayerische Staatsbibliothek München, Wiesbaden 2006, S. 88). – Tadellos erhalten, in Halblederchemise und gefüttertem Schuber mit Lederkanten.

32,0 : 16,5 cm. [106] Blätter. – Rücken der Chemise verfärbt, Schuber etwas berieben.

Monod 9925. – Rauch 123

197  Max Ernst – René Char. Dente prompte.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 670

Poème. Paris, Galerie Lucie Weill 1969. Mit elf farbigen Lithographien nach Collagen von Max Ernst, davon eine auf dem Umschlag. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -kassette.

Eins von 240 Exemplaren (Gesamtauflage 290). – Von Autor und Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches. – Die zehn Gedichte von René Char erschienen erstmals 1938 in »Dehors la nuit est gouvernée« unter dem Titel »Versions«.

49,0 : 41,0 cm. [58] Seiten. – Kassette mit Gebrauchsspuren, Ränder berieben. Umschlaglithographie gebräunt. – Lithographien durchschlagend und teilweise mit Abklatsch auf der gegenüberliegenden Seite.

Spies/Leppien A 19c

198  Juan Gris – Tristan Tzara. Mouchoir de Nuages.

Schätzpreis/Estimate: € 7500

Ausrufpreis/Starting bid: € 6600

Tragédie en 15 actes. Ornée d’eaux-fortes par Juan Gris. Paris, Éditions de la Galerie Simon 1925. Mit neun Radierungen, davon vier ganzseitig und eine auf dem Vorderdeckel. Originalbroschur.

Unnummeriertes, von Künstler und Verfasser signiertes Exemplar, wie weitere 90 auf Bütten von »Arches« (Gesamtauflage 112). Tzara ergänzte seine Signatur mit einer kleinen Vignette. – Auf dem Titel die Holzschnittvignette des Verlegers Daniel-Henry Kahnweiler. – Das Stück Tzaras wurde im Mai 1924 uraufgeführt, der Text erschien zunächst unillustriert in der Zeitschrift »La Revue Sélection«. Tzara »had long wanted drawings from Gris and this publication is their only collboration« (Garvey). Makellos erhalten. – Ehemals Bibliothek Jacques Matarasso (Auktion Loudmer, 4. Dezember 1993, Lot 656).

19,2 : 12,7 cm. [80] Seiten. – In privater Lederchemise und -schuber.

Harwood 9. – Skira 144. – Rauch 99. – Garwey 126. – Monod 10806

199  David Hockney – [Jacob and Wilhelm] Grimm. Six Fairy Tales.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Zuschlag/Hammerprice: € 4000

With original Etchings by David Hockney. London, Petersburg Press 1970. Mit 39 Radierungen, davon 13 blattgroß. Dunkelblauer Originalsaffianlederband im Originalsaffianschuber.

Eins von 100 Exemplaren der Edition A, jedoch ohne die signierte Suite von sechs Radierungen. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert und nummeriert. – Die Radierungen wurden nach Verchromung der Platten bei Piet Clement in Amsterdam gedruckt. – Auf eigens für diese Edition handgeschöpftem Bütten. – Als Blockbuch gebunden. – Bereits zu Beginn der 1960er Jahre hatte Hockney eine Radierung zu »Rumpelstilzchen« geschaffen; zwischen Mai und September 1969 zeichnete er die 39 Radierungen zu den sechs, von ihm ausgewählten Märchen direkt auf die Druckplatten. – Die englischen Texte übersetzte Heiner Bastian ins Englische. – Eins der schönsten Malerbücher des Künstlers.

48,0 : 33,0 cm. [64] Seiten. – Schuberkanten berieben. Deckel mit wenigen ganz schwachen Kratzspuren.

Brighton 70–108

200  Jean-Émile Laboureur – Jean Giraudoux. Hélène & Touglas

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 530

ou Les joies de Paris. Nouvelle illustrée d’images dessinées et gravées au burin par Larboureur. Paris, Au Sans Pareil 1925. Mit sechs Radierungen, davon vier im Text. Blaue Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 20 den »Amis du Sans Pareil«, hier »Imprimé pour Jean Mayen«, vorbehaltenen Exemplaren mit zwei zusätzlichen Suiten der Radierungen, eine im ersten Zustand auf Bütten, die zweite mit dem »état définitif« auf Japan (Gesamtauflage 1220). – Das Buch wurde bei Coulouma auf Velin gedruckt, die Radierungen entstanden bei Lacourière. – Beilage: Verzeichnis des berühmten Surrealisten-Verlages von 1926. – Dazu: Sylvain Laboureur. Catalogue complet de l’œuvre de Jean-Émile Laboureur. Tome I: Gravures et lithographies individuelles. Neuchâtel 1989. Mit zahllosen Abbildungen. Originalleinenband. Das maßgebliche Werkverzeichnis der Einzelgraphiken. Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einem Holzschnitt-Selbstporträt des Künstlers aus dem Nachlass.

19,3 : 14,2 cm. 61, [3] Seiten, 2 und 12 Radierungen. – Umschlagrücken gebräunt, Unterrand mit Tintenfleck. – Die Interimsbindung etwas gelockert. Die erste Radierung der Suite gebräunt.

Monod 5451. – Carteret V, 91 (»Édition estimée et cotée«)