ChristianHesse

Lot 151 – 200 | Hesse-Auktionen
Lot 151 – 200

151  Philipp Melanchthon. Loci theologici recens recogniti.

€ 800

Wittenberg, Petrus Seitz 1543/1544. Mit Holzschnitt-Titelbordüre. Marmorierter Papierumschlag mit Rückenschild.

Erste Ausgabe. – Sehr seltener erster Druck der dritten Fassung der »Loci communes«. In dieser letzten Gestalt wurden sie zum Vorbild der Systeme der altprotestantischen Orthodoxie. – Trotz des fehlenden Einbands sehr gut erhaltenes, fleckenfreies und breitrandiges Exemplar.

15,1 : 10,5 cm. [14], [910] Blätter. – Ohne Einband. – Es fehlt jeweils das leere Blatt nach der Einleitung und am Ende (Blätter alpha 8 und Bbb 8). – Die ersten Blattecken mit kleinem Knick.

VD16 M 3638. – Knaake II, 588

152  Peder Palladius. Enarrationes lectionum Evangelicarum,

€ 300

iuxta dominicarum ordinem, scriptae a reverendo viro P. Palladio Wittenberg, Johannes Crato 1560. Mit Holzschnitt-Titelvignette und 55 etwa halbseitigen Holzschnitten im Text (einige wiederholt). – Vorgebunden: In Evangelia quae usitato more diebus dominicis et festis proponuntur, annotationes Philippi Melanthonis. Leipzig, Valentin 1555. – Pergamentband der Zeit mit Blindprägung.

Erste lateinische Ausgabe. – Erschienen im Todesjahr von Peder Palladius, dem ersten lutherischen Bischof von Seeland (Kopenhagen). Er hatte unter Luther und Melanchthon in Wittenberg studiert und promovierte 1537 zum Doktor der Theologie. Auf Befehl König Christians III. ordinierte ihn Johannes Bugenhagen. – Selten. – Im vorgebundenen Werk fehlen leider mindestens 15 Seiten mit großen Holzschnitten, vorhanden sind noch etwa 40. – Schönes breitrandiges Exemplar. Der Einband auf dem Vorderdeckel mit Bildnis des Heiligen Georg, Hinterdeckel mit Lutherporträt.

17,0 : 11,5 cm. [16], 466, [2] Seiten. – Vorgebundene »Evangelia« unvollständig, nicht abschließend kollationiert. – Einband berieben, fleckig, Vorderdeckel am Unterrand restauriert.

VD 16 ZV 5567 (Evangelia: VD 16, E 4551)

153  Isabella Sforza. Della vera tranqvillita dell’animo.

€ 1500

Opera utilissima, & nuouamente composta. Venedig, Aldus (Paul Manutius) 1544. Mit der Aldus-Holzschnitt-Druckermarke auf dem Titel, diese wiederholt auf dem letzten Blatt. Halblederband des 19. Jahrhunderts mit Rückenvergoldung.

Erste Ausgabe, herausgegeben von Ortensio Lando, »sous le nom supposé de Tranquillo« (Renouard) und gewidmet dem Bischof von Augsburg, Otho Truxes. – Isabella Sforza (1503–1561) war die uneheliche Tochter von Giovanni Sforza, geboren nach der Annullierung seiner Ehe mit Lucrezia Borgia und vor der Heirat mit Ginevra Casa Tiepolo. – Sehr selten.

21 : 15 cm. 53 (paginiert 52) und ein unnummeriertes Blatt. – Ränder leicht fleckig, Titelblatt mit leichter Quetschfalte.

Adams S 1044. – Renouard 129.1

154  Melchior Pfintzing. Die Ehr und man(n)liche Thaten, Geschichten vnnd Gefehrlichaitenn des Streitbaren Ritters vnnd Edlen Helden Tewerdanck.

€ 2000

Zu Ehren dem hochloblichen Hause zu Osterreich, vnd Burgundien, etc. Zum Exempel aber vnnd Vorbilde allen Fürstlichenn Blut vnnd Adels genossen Teutscher Nation. New zugericht, Mit schönen Figuren vnnd lustigen Reimen volendet. Frankfurt am Main, Christian Egenolff 1553. Mit 118 großen Textholzschnitten sowie einem Wappen- und einem Titelholzschnitt von Leonhard Beck, Hans Burgkmair, Hans Leonhard Schäufelein, Jörg Breu u. a. Späterer Pergamentband mit rot-goldenem Lederrückenschild.

Vierte Ausgabe, von Burkhart Waldis herausgegeben und in Frankfurt gedruckt. – Im berühmten »Theuerdanck« werden die Abenteuer und Heldentaten Kaiser Maximilians I. auf der Reise zu seiner Braut Maria von Burgund beschrieben. Der Kaiser hatte, als Förderer von Kunst und Literatur, maßgeblichen Einfluss auf das Werk. Als gesichert gilt, dass weite Passagen von ihm selbst verfasst und redigiert wurden. Der Erstdruck des Theuerdank gilt als bedeutsame typographische Leistung, gewann doch die dafür von Vinzenz Rockner geschnittene Frakturtype, die sogenannte »Theuerdank«, gegenüber der Schwabacher für die weitere Entwicklung der Frakturtypen großen Einfluss. – Mit den großartigen und großformatigen Holzschnitten der Erstausgabe von 1517, mit denen die Reiseerlebnisse detail- und spannungsreich illustriert wurden.

29,0 : 19,0 cm. [4], CX Blätter. – Leicht berieben. – Vereinzelt leicht fleckig, einige alt überklebte kleine Randeinrisse. Letztes Blatt neu gefasst, etwas geknittert und mit gelöschtem Sammlerstempel.

VD 16 M 1653. – STC German 690. – Vgl. Goed. I, 336, 1. – Lipperheide Cg 12. – Adams P 962ff

155  Gaspare Tagliacozzi. De Curtorum Chirurgia per insitionem,

€ 15000

libri duo. In quibus ea omnia, quae ad huius Chirurgiae, Narium scilicet, Aurium, ac labiorum per insitionem restaurandorum cum Theoricen, tum Practicen pertinere videbantur […]. Venedig, Gaspare Bindoni 1597. Mit 23 Holzschnitten, davon 21 ganzseitig im »Tafelteil«. Moderner weißer Schweinslederband mit vergoldetem Rückentitel. In schwarzer Leinenkassette mit vergoldetem Rückentitel.

Originalausgabe des ersten Lehrbuchs zur plastischen Chirurgie und eines der schönsten medizinischen Werke des 16. Jahrhunderts. – Die hervorragenden großen Holzschnitte veranschaulichen chirurgische Instrumente der Zeit und deren Verwendung. – Gaspare Tagliacozzi (1546–1599) beschrieb in dem vorliegenden Werk erstmals die bis heute als »italienische Methode« bezeichnete Operationstechnik, bei der duell- oder kriegsbedingte oder durch syphilitischen Zerfall entstandene Verstümmelungen der Nase durch Hautlappen aus der Innenseite des Oberarms rekonstruiert wurden. Tagliacozzi erläuterte auch die Wiederherstellung verstümmelter Ohren und Lippen. Er gilt, auch wenn er die dokumentierten Methoden nicht selbst erfunden hatte, wegen der wissenschaftlichen Exaktheit seiner Darlegungen als Pionier der plastischen Chirurgie in Europa. – Sehr seltener Meilenstein der frühen chirurgischen Literatur.

32,3 : 22,0 cm. [28], 94, [2 leere]; 95, [1 leer]; 47, [1 leer], [32] Seiten. – Ohne das Frontipsiz, dort ein leeres Blatt mit alter Notiz, Titelblatt mit Besitzvermerk, einige leicht, 2 stärker gebräunt. Einige Blätter mit Feuchtigkeitsspur. 1 kleiner Randausriss.

Wellcome I, 6210. – Hirsch V, 607f

156  Sonnenuhren – Christoff Zwicker. Compendium horologico-sciotericum et geometricum Oder kurtzer Begriff von Abtheilung allerhand Sonnen Uhren (…) wie auch von Abmessung allerley Felder.

€ 2500

Compendium horologico-sciotericum et geometricum. Oder kurtzer Begriff von Abtheilung allerhand SonnenUhren […] Wie auch Von Abmessung allerley Felder. […] Zum andernmal wiederumb aufgelegt. Nürnberg, Paul Fürstens Witwe und Erben 1675. Mit gestochenem Titel 31 Kupfertafeln. – Nachgebunden: Abschrift des späten 17. Jahrhunderts: [Burkhard Leemann]. Instrumentum Instrumentorum: Horologium sciotericorum. Erstlich werden gelehrt auffreißen die Hauptsonnenuhren ohne einige verenderung dess Circkels, außgenommen was das Fundament anlangt; Darnach wie man durch dieß New und zuvor nie erlebte Instrument, auffreißen möge […] allerley sort Sonnenuhren […]. neulich beschrieben und an den tag gegeben. Basel, Ludwig König 1606. 16 Seiten mit gezeichneter Titelvignette und sieben Tuschfederzeichnungen. – Pergamentband der Zeit.

Handschrift: Sauber ausgeführte Abschrift der seltenen Abhandlung, mit den beiden ganzseitigen Abbildungen des vorgestellten Gerätes zur Herstellung von Sonnenuhren und seiner Anwendung. Burkhard Leemann (1531–1613) war reformierter Theologe und verfasste neben einer Reihe theologischer Werke auch einige mathematische und astronomische Schriften. Beides verband er in seinem Kampf gegen die gregorianische Kalenderreform. Seine erstmals 1604 erschienene Schrift über Sonnenuhren, hier in der Abschrift der zweiten Ausgabe von 1606, liefert eine praktische Konstruktionsanleitung. – Vorgebunden: J. de Alence. Abhandlung Dreyer so nothwendig- als nützlichen Instrumenten, Nemlich deß Barometri, Thermometri, und Notiometri, oder Hygrometri. Mainz, Ludwig Bourgeat 1688. Mit gestochenem Titel und 35 Kupfertafeln. – Erste deutsche Ausgabe des frühen physikalischen Werkes von dem französischen Astronomen und Physiker Joachim d’Alence (auch Dalence), erschienen im gleichen Jahr wie die französische Originalausgabe. »The earliest account dealing exclusively with the subject, and especially valuable as the first work laying down rules for the graduation of the Thermometer« (Sotheran).

Kollation im Sammelband: Kupfertitel, [8], 51, [1] Seiten, 35 Kupfer; Kupfertitel, [2], 162, [6] Seiten, 31 Kupfer; 16 Seiten (Handschrift). – Einband fleckig, Pergament mit Fehlstellen. – Innendeckel und Vorblätter mit Wurmgängen. Durchgehender großer, meist jedoch leichter, Wasserrand. Einige Blätter der Handschrift gebräunt. 1 Falttafel mit Randausriss (ohne Bildverlust), 1 Blatt lose. – Ein Kupfertitel mit Besitzvermerk, einer ankoloriert.

Zwicker: VD17 12:195249R. – Handschrift: vgl. VD17 23:257680T und Poggendorff I, 1403. – Alence: vgl. VD17, 39:120069Y und Wellcome II, 28

157  Botanik – William Woodville. Medical Botany,

€ 1800

containing systematic and general Descriptions, with Plates, of all medical Plants, indigenous and exotic, comprehended in the catalogues of the Materia Medica. In three Volumes [and] A Supplement to Medical Botany, or, Part the Second. London, James Phillips 1790–1794. Mit 274 kolorierten Kupfertafeln. Marmorierte Kalblederbände der Zeit mit vergoldeten Rückenschildern und -fileten.

Erste Ausgabe des prachtvollen Medizinalwerkes. – Alle Kupfer stammen von dem englischen Naturforscher und Illustrator James Sowerby (1757–1822), der vor allem durch seine »English Botany« bekannt wurde. – Die Tafeln wurden sorgfältig und zart koloriert und veranschaulichen zahlreiche Pflanzen in ihrem Blütenstand, darunter dekorative Abbildungen von Lilien, Rosen, Orchideen, Veilchen, Mohn, Orange, Zitrone, Weintrauben und eine Artischocke. – Alle Bände mit dem gestochenem Exlibris Isaac George Manley auf dem vorderen und dem seines Vaters John Manley auf dem hinteren Innendeckel. Isaac Goerge Manley (1755–1837) war unter anderem Begleiter von James Cook auf dessen Seereisen mit der »Endeavour« und wurde 1812 zum »Rear Admiral of the Red«, dem achthöchsten Rang in der englischen Flotte, ernannt. – Insgesamt schönes Exemplar mit bedeutender Provenienz.

23,2 : 18,8 cm. – Rücken erneuert und mit den alten Rückenschildern. Kanten etwas berieben. – Tafeln teils leicht gebräunt und etwas stockfleckig, die Vorsätze und angrenzende Blätter stärker betroffen.

Nissen 2183. – Pritzel 10398. – Sitwell/Blunt S. 152. – Hirsch/Hübotter V, 992

158  Naturwissenschaft – Thomas Bewick. A History of British Birds.

€ 300

Vol. I [and] II. Containing the History and Description of Land Birds [and …] Water Birds. Newcastle, R. E. Bewick, und London, Longman 1832. Mit zahlreichen Textholzstichen. Dunkelviolette Kalblederbände mit Blind- und reicher Goldprägung.

Erste Ausgabe. – Die Holzstiche mit den Darstellungen der Vogelarten und kleinen Zierstücken. – Prachtvoll gebunden mit reicher Rückenvergoldung auf vier Feldern und zwei farbigen Rückenschildern. Deckel-, Steh- und Innenkanten mit vergoldeten Bordüren, allseitige Schnittvergoldung, marmorierte Vorsatzpapiere.

21,7 : 14,3 cm. XL, 386; XXII, 424 Seiten. – Beide Rücken unauffällig ausgeblichen. Vorderdeckel von Band 2 mit leichter Kratzspur. – Vereinzelte leichte Stockflecken. Zwei Vorbesitzervermerke auf Vorblättern, kleiner Sammlerstempel (L. F. Maddison auf beiden Titeln und je einer Textseite.

159  [Georg Philipp Harsdörffer]. Der Grosse Schau-Platz Lust- und Lehrreicher Geschichte.

€ 450

Das erste [und] Das zweyte hundert. Mit vielen merckwürdigen Erzehlungen, klugen Sprüchen, scharffsinnigen Hofreden, neuen Fabeln, verborgenen Räthseln, artigen Schertzfragen, und darauff wolgefügten Antworten etc. außgezieret und eröffnet Durch Ein Mitglied der Hochlöblichen Fruchtbringenden Gesellschafft. Zum fünfftenmahl gedruckt, corrigiret, und mit Fleiß übersehen. Hamburg, Johann Naumann 1664. Mit blattgroßem Kupfertitel. Halblederband mit Rückenvergoldung.

Gedruckt in Frankfurt bei Johann Georg Spörlin. – Die erste Ausgabe war 1648 in Nürnberg erschienen, die folgenden, auf den doppelten Umfang angewachsenen, verlegte Johann Naumann in Hamburg. – Harsdörffers Erzählungen regten u. a. Grimmelshausen zu einigen seiner eigenen Texte an. Im Gegensatz zu Karl Goedeke, der Harsdörffer (1607–1658) als epigonalen und unbegabten Literaten abkanzelte, anerkennt die neuere Forschung zur Barockliteratur, unter anderem Italo Michele Battafaroni, ihn als »europäische[n] Dichter deutscher Zunge« und einen der »originellsten Dichter des Barock überhaupt« (zitiert nach Stefan Manns, »Grenzen des Erzählens«, Berlin 2013). 1641 war Harsdörffer unter dem Namen »Der Spielende« in die »Fruchtbringende Gesellschaft«, die größte und bedeutendste deutsche Sprachakademie, aufgenommen worden. – Die »Schauplätze« enthalten kurze Erzählungen mit so Interesse weckenden Titeln wie »Die verliebte Feindin«, »Die Winckel-Ehe«, »Die listigen Betrüger«, »Die Vollsäufer« usw. – Innen sehr sauberes Exemplar.

18,0 : 10,0 cm. [16], 370, [20] Seiten, 1 leeres Blatt; [8], 408, [16] Seiten. – Ursprünglicher Pergamentrücken wohl noch zeitgenössisch durch Leder ersetzt. Deckel etwas berieben und fleckig, oberes Kapital mit Verlust. – Innendeckel und die ersten und letzten Blätter mit kleinem Wurmgang bzw. kleinen -löchern.

Dünnhaupt III, 2004, 60.5. – Vgl. Goedeke III, 109, 10. – VD 17 39:120604 D

160  Militär – Ordonnance provisoire

€ 450

sur l’exercice et les manoeuvres de la cavalerie, rédigée par ordre du Ministre de la Guerre du 1er Vendémiaire an XIII. Nouvelle édition. Paris, Anselin et Pochard 1820. Mit 126, meist mehrfach gefalteten, Kupfertafeln. Marmorierter Lederband der Zeit mit Rückenvergoldung und -schild.

Seltener Tafelband, das Tafelverzeichnis am Anfang mit Verweis auf die entsprechenden Seiten im Textband. – Abgebildet sind Pferde, Zaumzeug, Uniformen und zahlreiche Exerzierformationen.

17,5 : 10,0 cm. 12 Seiten, 126 Kupfer. – Etwas berieben und bestoßen. – Ränder vereinzelt etwas unfrisch, am Seitensteg leicht bestoßen, die letztem 8 Kupfer mit Randverlusten. – Zwei alte Besitzeinträge am Ende des Textes und rückseitig auf einem Kupfer.

161  Reiterei – Joseph de Barros Paiva e Moraes Pona. Manejo real, escola moderna da Cavallaria da Brida.

€ 750

[…] Novo methodo para desembaraçar os potros, unir os Cavallos, vencer os resabiados, e reduzillos a huma total obediencia […] Ao illustrissimo, e Excellentissimo Senhor Henrique Joseph de Carvalho e Mello. Lissabon, Francisco Luiz Ameno 1762. Mit 16 Kupfertafeln und sieben Textholzschnitten. Lederband der Zeit mit Rückenvergoldung.

Erste Ausgabe. – Ebenso seltenes wie berühmtes portugiesisches Reitlehrbuch mit prachtvollen Kupfertafeln, von denen 14 Ross und Reiter in verschiedenen Posen, die weiteren zwei sowie die Textholzschnitte Reitfiguren abbilden. – Das erste Kupfer in der Platte signiert »Hylario Joze de Payua«.

20,3 : 14,5 cm. [32], 296 Seiten, 16 Kupfertafeln. – Leicht bestoßen, Rücken etwas brüchig. – Vorsatzpapiere gewellt und fingerfleckig, vorderes Vorsatzblatt mit längerer alter Anmerkung. – Titelblatt unten mit ergänztem Eckabschnitt. Ränder stellenweise leicht fingerfleckig, insgesamt aber sehr schönes Exemplar.

162  Alpen – [Adolf von Schaden]. Alpenblumen;

€ 1500

oder fünfundzwanzig malerische Ansichten interessanter Berge, Seen, Städte, Burgen, Thäler etc. im bayerischen Hochlande. Fleurs des Alpes ou vingt cinq vues pittoresques de montagnes, de lacs, de villes, de châteaux, de vallées etc. dans les pays haut de la Bavière. München, Joseph Lindauer 1837. 25 Lithographien von Gustav Kraus und das Textheft. Grüne Originalbroschur mit in Rot lithographierten Deckelillustrationen.

Seltene, komplette Folge der hervorragenden stimmungsvollen Ansichten von Gustav Kraus, dem »Bildberichterstatter der Biedermeierzeit« (Eugen Roth). – Deutsch-französischer Paralleltext. – Die »Alpenblumen« erschienen als Fortsetzung der »Alpenröslein« und beschreiben unter anderem in Wort und Bild Starnberg, das obere Isartal mit dem Karwendelgebirge, Tutzing, Diessen am Ammersee, Schleedorf mit dem Kochelsee, Walchensee, Garmisch mit der Ruine Werdenfels, Loisachthal bei Greinau, Eibsee, Kaltbrunnertal, Füssen, Hohenschwangau, Tölz, Hohenburg, Tegernsee, Königs-Alpe, Schliersee, die Otto-Kapelle bei Kiefersfelden, Hohen- und Niederaschau, Herrnchiemsee, Frauenchiemsee und weiteres. – Eine gefaltete Lithographie bietet die Panoramaaussicht vom Peissenberg. – Adolf von Schaden (1791–1840) versuchte sich zunächst als Schriftsteller bevor er, mehrfach gemeinsam mit Gustav Kraus, Reiseführer und topographische Werke seiner bayerischen Heimat verfasste. – Vollkommen fleckenfrei und so gut erhalten sehr selten.

20,5 : 25,5 cm. 31, [1] Seiten, 25 Lithographien. – Rückenfalz des Textheftes erneuert. Die Tafeln am linken Rand mit kleinen Heftlöchlein.

Pressler 257–281

163  W[ilhelm] Butté. Statistisch-politisch- und Kosmopolitische Blikke in die Hessen-Darmstädtischen Lande.

€ 400

– Beilagen, oder Exkurse zur Iten Lieferung der Blikke in die Hessen-Darmstädtischen Lande. Gießen und Darmstadt, Georg Friedrich Heyer 1804. Zwei dunkelgrüne Kalblederbände der Zeit mit reicher Rücken- und Deckelkantenvergoldung, rot-goldenen Rückenschildern und allseitiger gepunzter Schnittvergoldung.

Erste Ausgabe, alles Erschienene. – »Ein gedanken- und kenntnißreicher Schriftsteller, der aber durch seine unfruchtbare Speculation und metaphysische Auffassung der staatlichen Verhältnisse fast ungenießbar ist« (ADB). – Nach Erscheinen des Werkes, das in seiner Wetterauer Heimat auf wenig Begeisterung stieß, wurde Butté als Professor für Statistik und Staatswissenschaft an die Universität Landshut berufen. – Selten, zumal so gut erhalten und ansprechend gebunden.

17,5 : 10,5 cm (Band I etwas kleiner). 323, [1]; 296 Seiten. – Deckel mit kleinen dunklen Flecken. – Vorsatzblätter verso mit Stempel »von Leonhardische Fideicommiss-Bibliothek«.

ADB III, 654

164  [Johann Heinrich Schütte]. Kleefsche Waterlust,

€ 450 ( R7 )

Ofte Beschryving van de lieflyke Vermaekelykheden aen de Wateren te Kleef. Ontworpen en vermeerdert door een Medelid der Brongenooten. Amsterdam, Isaac Buyn 1752. Mit gestochener Titelvignette und acht gefalteten Kupfertafeln mit elf Ansichten von S. Fokke nach Jan de Beijer. Dunkelbrauner Kalblederband der Zeit mit schwarz-goldenem Rückenschild.

Erste holländische Ausgabe und die erste illustrierte. – Das Buch war 1748 ohne Illustrationen unter dem Titel »Amusemens des Eaux de Cleve« in Lemgo erschienen. – »Es war offensichtlich, daß man den – was Illustrationen anging – verwöhnten Holländern mehr bieten mußte […] Das Buch enthält deshalb eine ausführliche Verherrlichung der Klever Quelle sowie eine Beschreibung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Kleve und Umgebung« (Guido de Werck, Jan de Beijer, Kleve 1980, S. 20f.) sowie die feinen, meist doppelblattgroßen, nach Vorlagen von Jan de Beijer gestochenen Ansichten verschiedener Städte am Niederrhein, darunter mehrere auf Kleve, die dortige Kirche St. Maria Himmelfahrt und der Klever Fischmarkt, Wasserburg Riedern, Schenkenschanz, Griethausen und mehrere auf den Eltenberg bei Emmerich. – Selten, zumal so gut erhalten.

20,3 : 12,5 cm. [8], 264 Seiten, 8 Faltkupfer. – Vordergelenk minimal angeplatzt, Kapitale mit kleinen Fehlstellen. – Die ersten drei Blätter mit minimalem Wasserrand.

165  [Edward Bulwer-Lytton]. The Pilgrims of the Rhine.

€ 1000 ( R7 )

By the Author of »Pelham«, »Eugene Aram«, etc. London, Saunders and Otley 1834. Mit 27 Stahlstichen, davon 14 auf Tafeln, die übrigen im Text. Dunkelbrauner Halbmaroquinfranzband mit reicher Rückenvergoldung, dreiseitigem Goldschnitt und vergoldeten Deckelfileten (signiert Alfred Matthews).

Exemplar einer Luxusausgabe, gebunden von dem englischen Kunstbuchbinder Alfred Matthews, mit einer zweiten Folge aller 27 Stahlstiche, jeweils denen im Text vorgebunden. Die Extrasuite auf starkem India Paper, noch ohne den endgültig gestochenen Titel und mit leicht variierenden Signaturen von Zeichner und Stecher. – Die Stahlstiche wurden unter Aufsicht von E. I. Roberts nach Vorlagen von David Roberts und wenigen anderen Zeichnern gestochen. Ein Beilagezettel des Verlegers nennt verschiedene Zustände der Extrasuiten. – Mit stimmungsvollen Ansichten der berühmtesten Rheingegenden und -stätten. – Bekannter Briefroman der Rheinromantik, die in den Reisen englischer Adliger auf den Kontinent im 17. und 18. Jahrhundert ihren Ursprung hatte, bevor sie mit Beginn des 19. Jahrhunderts auch in Deutschland populär wurde.

23,0 : 15,5 cm. XXXVI, 341, [1] Seiten, 14 Stahlstichtafeln. – Vereinzelte Tafeln schwach stockfleckig, sonst tadellos erhalten.

166  Album mit zwölf chinesischen Aquarellen zu Seidenproduktion und -verarbeitung.

€ 300

Auf Reispapier. Mitte des 19. Jahrhunderts. Mappe mit Brokatpapierbezug.

Die schönen Aquarelle zeigen die verschiedenen Stationen der Seidenherstellung: Ernte der Raupen, Sortierung der Fäden, Trocknung, Spinnen, Färben, Weben. – Jedes Blatt mit hellblauem Seidenband umrahmt. – Derartige Alben wurden wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor allem für Touristen gefertigt. – Mit Kaufvermerk »Singapore, November 1878 A Bossert« und einer Anmerkung auf dem Innendeckel. – Selten und sehr gut erhalten.

23,0 : 32,5 cm. – Bezugspapier der Mappendeckel mit Fehlstellen. – Tafel 1 mit nicht störenden Farbausbrüchen.

167  W[ilhelm] Heine. Japan.

€ 500

Beiträge zur Kenntniss des Landes und seiner Bewohner in Wort und Bild. Dresden, im Selbstverlag des Verfassers und Kommission bei Woldemar Urban, Leipzig 1880. Mit 50 Bildtafeln, meist nach Fotografien. Brauner Originalkalikoband mit Gold- und Schwarzprägung.

Erste Ausgabe. – Je zehn Tafeln zu Geschichte, Religion, Ethnologie sowie Naturgeschichte, zehn weitere mit Ansichten des Landes. Jede Tafel mit ein bis zwei Erläuterungsblättern. – Am Ende wurde der Textteil eingebunden. Die Tafeln und Erläuterungsblätter auf Leinenfalzen. – Wilhelm Heine (1827–1885) kam als Landschaftsmaler 1849 nach New York und reiste bald darauf nach Zentralamerika. 1852 nahm er an der wichtigen Japan-Expedition von Commodore Perry teil, 1860 an der preußischen nach Ostasien. In Folge erschienen mehrere Japan-Publikationen von ihm, die hier vorliegende bezeichnete Friedrich Embacher als »Prachtwerk«.

23,5 : 16,8 cm. [6], [104], 99, [1] Seiten, 50 Lichtdrucke. – Kanten etwas berieben, Gelenke repariert, hinteres überklebt. – Haupttitel fleckig, mit Besitzvermerk und zwei Stempeln. Durchgehend leicht fingerfleckig. Bindung am Ende etwas gelockert.

Embacher I, 143f

168  Architektur – Eugène Viollet-le-Duc. Dictionnaire raisonné de l’architecture française du XIe au XVIe siècle.

€ 450

Tome premier [–] dixième. Paris, Morel [1875]. Mit zahlreichen Textillustrationen nach Zeichnungen des Verfassers. Rote Halblederbände der Zeit mit reicher Rückenvergoldung. Marmorierte Deckelbezüge und Vorsätze, Kopfschnitt vergoldet.

Vollständiger und seitengleicher Nachdruck der Erstausgabe von 1854–1868. – Der französische Architekt Eugène Viollet-le-Duc (1814–1879) wurde durch seine Restaurierungen mittelalterlicher Bauwerke und wissenschaftlichen Arbeiten zur Architekturgeschichte auch international berühmt. Sein bedeutendes Werk zur Architektur des Spätmittelalters reicherte er mit zahlreichen Illustrationen nach eigenen Vorlagen an. – Dazu: Viollet-le-Duc. Entretiens sur l’architecture. Tome premier [et] deuxième. Paris, Witwe A. Morel 1872. Mit zusammen 200 Holzstichen, davon 36 auf Tafeln. Halblederbände der Zeit (beschabt). – Anthyme Saint-Paul. Viollet-le-Duc. Ses travaux d’art et son système archéologique. Deuxième édition. Paris, Bureaux de L’Année Archéologique 1881. Halblederband der Zeit (Rücken beschädigt). – Mehrfach nachgedruckt und heute, im 21. Jahrhunderts natürlich auch als »Digitalisat« verfügbar, bezieht die vorliegende Ausgabe von Viollet-le-Ducs »Dictionnaire« ihren besonderen Reiz durch die prachtvollen, gut erhaltenen Einbände.

25,5 : 16,8 cm. – Bezugspapier an den Kanten teils berieben, Hinterdeckel von Band 10 mit Schabstelle.

Vgl. Brunet VIII, 903

169  Mrs. [Margaret Wilson] Oliphant. The Makers of Venice.

€ 400

Doges, Conquerors, Painters and Men of Letters. London, Macmillan 1893. Mit 48 Holzstichen von R. R. Holmes, davon einer als Frontispiz und 21 im Text. Üppig vergoldeter Pergamentband der Zeit mit Schnittvergoldung und Brokatpapiervorsätzen.

Nachdruck der Erstausgabe von 1887, hier in einem Prachteinband mit reicher floraler Vergoldung auf Rücken und beiden Deckeln, der Vorderdeckel mit dem venezianischen Löwen im Mittelfeld. – Die schottische Schriftstellerin Oliphant (1828–1897) verfasste zahlreiche Romane und Erzählungen.

18,8 : 13,2 cm. XIV, [2], 410, [2] Seiten. – Stellenweise leicht stockfleckig.

170  Architektur – Robert L. van Nice. Saint Sophia in Istanbul.

€ 450

An Architectural Survey. Washington DC, The Dumbarton Oaks Center for Byzantine Studies, Trustees for Harvard University, & Dumbarton Oaks Research Library and Collection 1995. Mit 47 Tafeln, davon eine mit der farbigen Ansicht und 46 mit architektonischen Zeichnungen. Lose in Originalleinenmappe.

Monumentales Tafelwerk (91 : 59 cm). – Nachdruck der innerhalb von mehr als 20 Jahren (1965–1986) erschienenen Originalausgabe. – Mit dem Textheft (Vorwort und Tafelverzeichnis). – »So seldom in the history of architecture has there appeared, seemingly without precedent, a monument of such remarkable scale and structural form as Justinian’s Great Church of Saint Sophia that the origin of its conception and the means by which it was constructed within the limitations of experience and materials of its period pose problems of consuming interest« (Vorwort). – Das Projekt wurde 1936 von William Emerson, Dekan der School of Architecture am MIT, initiiert. – Tadellos erhalten.

171  Aesop. Fabulæ Æsopi.

€ 300 ( R7 )

Græce et latine, nunc denuo selectæ: Eæ item, quas Avienus Carmine expressit. Accedit Ranarum et Murium pugna, Homero olim asscripta: Cum elegantissimis in utroque libello Figuris […] Amsterdam, Janson & Waesberg 1726. Mit 47 Textholzschnitten. Marmorierter Lederband der Zeit.

Später Druck der griechisch-lateinischen Parallelausgabe der Fabeln von Aesop, Avian, Philostratos und des Froschmäuselerkrieges. – Die schönen Holzschnitte gehen auf die Vorlagen von Ch. von Sichem in den Ausgaben des 17. Jahrhunderts zurück.– Erstmals 1632 erschienen und seitdem als offizielle Schulbuchausgabe in Holland lizensiert.

16,0 : 10,0 cm. 134, [2] Seiten. – Kanten etwas berieben, neues Vorblatt mit Besitzvermerken.

Vgl. Bodemann 65.1

172  Bodoni – Lorenzo Barotti. Lezioni sacre

€ 350

su i libri di Tobia, di Giuditta, e di Ester [und] de’ Maccabei. [Zwei Teile in einem Band]. Parma, Stamperia Reale 1785–1786. Flexibler moderner Pergamentband mit blauen Schließbändern.

Erste Ausgabe. – Vollständige Folge der bei Bodoni gedruckten Bibelkommentare des italienischen Jesuiten Barotti (1724–1801). – Die Widmung an Theresa de Montecattini Bevilacqua aus der Cancelleresco Finanziera gesetzt. – Unbeschnittenes Exemplar.

30,2 : 25,5 cm. [12], 273, [1]; [2], 308, [2] Seiten. – Teils etwas stockfleckig und wasserrandig. Vor- und beide Titelblätter mit handschriftlichem Besitzvermerk.

Brooks 300. – Katalog Weiss 75

173  [Giambattista Bodoni]. Oratio Dominica

€ 4000

in CLV linguas. Versa et exoticis characteribus plerumque expressa. Parma, Typis Bodonieanis 1806. Originalinterimspappband mit zwei Titelschildern.

Erste Ausgabe von Bodonis berühmtem Schriftmusterbuch. – Bodonis »Oratio Dominica« mit den aus 215 Schriften gesetzten 155 Übersetzungen des »Vater Unser« steht unangefochten neben seinem »Manuale Tipografico«, das posthum 1818 erschien. – In vier Teilen folgen den orientalischen (linguas Asiaticas) europäische, afrikanische und amerikanische Übersetzungen. Der Reichtum an Drucktypen ist schier unerschöpflich, wobei neben den vielfältigen orientalischen Typen der auf 37 Seiten ausgebreitete Reichtum an griechischen Schriften besonders beeindruckt. Im Vorwort weist Giambattista Bodoni – Drucker der Könige und König der Drucker – darauf hin, dass er alles mit beweglichen Lettern vollendet habe, im Gegensatz zu früheren Vaterunser-Drucken, die mit exotischen Versionen in Kupferdruck gedruckt wurden. – Finanziert wurde der kostspielige Druck durch Napoléons Stiefsohn, Prinz Eugène de Beauharnais, Vizekönig von Italien, Fürst von Venedig, Bayerischer Herzog von Leuchtenberg und Fürst von Eichstätt. Ihm und seiner Gattin, Auguste Amalia von Bayern, ist das Werk gewidmet.
Aus der Privatbibliothek der Lieblingstochter Kaiser Franz I. und Gemahlin Napoléon Bonapartes, Marie Louise von Österreich (1791–1847), Großherzogin von Parma, Piacenza und Guastalla. Mit handschriftlier Widmung von Adam Albert von Neipperg: »Offerte respectueusement à sa Majésté l’Impératrice Marie Louise, Duchesse de Parma, Plaisance et Guastalla par son très humble et très obéissant serviteur […] Comte de Neipperg, Parme, le 21 Juillet 1815«. Von Neipperg, der im März 1815 zum Oberbefehlshaber der Truppen von Marie-Louise ernannt worden war, vertrat beim Wiener Kongress deren Interessen bei der Übertragung des Großherzogtums Parma, das ihr als Abfindung nach der Trennung von Napoléon zuerkannt wurde. Marie-Louise und von Neipperg lebten mit Duldung des Kaisers in Parma zusammen, 1821 gingen sie eine morganatische Ehe ein.
Eine der typographischen Meisterleistungen des 17./18. Jahrhunderts mit ebenso beeindruckender Provenienz und sehr gut erhalten.

43,5 : 30,0 cm. [8], XIX, [5], XIX, [5], 20, [2], CCXLVIII Seiten. – Einband leicht berieben und fleckig, Rücken und Deckelschild wohl erneuert. – Es fehlen die letzten 2 Blätter (das mit dem Impressum und ein leeres). Die breiten Ränder teils minimal stockfleckig. Innendeckel mit leichten Kleberesten.

Brooks 1003. – Kat. Weiss, S. 90. – De Lama II, 171f. (»Questo libro preziosissimo, che fa epoca nella Tipografia«). – Wurzbach XX, 146ff

174  [Émile Gachet]. Les sires de Gavres.

€ 300

Histoire des seigneurs de Gavres. Roman du XVe siècle. Brüssel, Van Dale [1845]. Text und Illustrationen durchgehend farbig lithographiert und teils koloriert. Leinenband der Zeit mit Blindprägung, der lithographierte Originalvorderumschlag auf das Vorblatt aufgezogen.

Eins von wohl nur etwa 100 Exemplaren. – Brunet: »fac-simile d’un curieux manuscrit du XVe siècle, […] avec un glossaire et un avertissement. […] Ce volume, exécuté à la lithogr. de Gobert, reproduit en entier et page pour page le texte et les vignettes du manuscrit qu’il représente. L’introduction qui en fait partie imite le style de l’époque de manière à faire illusion«. – Das Subskribenten-Verzeichnis nennt 57 Vorbesteller, von denen mancher bis zu zehn Exemplare orderte.

29,8 : 24,5 cm. 508 Seiten. – Einband leicht bestoßen und angestaubt. – Vorblatt fingerfleckig.

Brunet II, 1430f

175  Hogg’s New Novelist’s Magazine.

€ 600

The Supplement. Being a new collection of Novels and Romances, and containing elegant translations […] by Lewis Porney. London, Alexander Hogg [1794?]. Mit zehn Kupferstichen, meist nach Robert Dighton. Marmorierter Lederband der Zeit mit Rückenvergoldung und Rückenschild »Porney’s Novels«.

Der abschließende Band des »Novelist’s Magazine«, das 1792–1794 in mehreren Teilen zunächst Novellen englischer Autoren veröffentlicht hatte. Das Supplement bot nun Übersetzungen ausländischer Texte. – »Lewis Porney« war ein Pseudonym, das der Drucker und Verleger Alexander Hogg mehrfach verwendete. Auf den Titeln der früheren Bände wird er als »late teacher of the French language at Richmond, Surry« bezeichnet. – »This Work consequently is calculated to amuse the polite and fashionable Circles, and to entertain industrious Families, who after resting from their daily Avocations, wish to peruse a Recital of Characters of the most interesting Nature« (Vorwort). – Selten.

21,8 : 14,0 cm. 395, [1] Seiten, 10 Kupfertafeln. – Berieben, Gelenke brüchig. – Vorsatzränder leimschattig, vereinzelt minimal stockfleckig.

176  Jonathan Swift. Satyrische und ernsthafte Schriften.

€ 500

Erster [bis] Achter Band. Zürich, Orell, Geßner und Co., und (fingiert) Hamburg und Leipzig 1756–1766. Mit insgesamt acht gestochenen Titelvignetten und 13 Kupfertafeln. Marmorierte Pappbände der Zeit mit Rückenschildern und -vergoldung.

Erste deutsche Gesamtausgabe. – Band I in dritter Auflage. – Übersetzt von Johann Heinrich Waser. – Seltene erste und noch immer umfangreichste Sammlung der Schriften des englischen Satirikers. Neben Klassikern wie »Gullivers Reisen« und »Mährgen von der Tonne« sind auch zahlreiche weniger bekannte, teils erstmals übersetzte Schriften enthalten.

Je ca. 18 : 12 cm. – Band I nachgebunden. Ränder etwas berieben, Ecken bestoßen. – Titelblätter mit Bibliotheksstempel, Band I mit Namenszug.

Weller I, 90. – Hayn/Gotendorf VII, 497. – Goedeke IV/1, 578, 18, 7. – Rümann 1129

177  Jean Jaques [sic!] Rousseau. Discours sur l’origine et les fondemens de l’inegalité parmi les hommes.

€ 600

Amsterdam, Marc Michel Rey 1755. Mit gestochenem Forntispiz, gestochener Titel- und Kopfvignette. Lederband der Zeit mit Rückenvergoldung.

Dufour unbekannt gebliebene Variante, die die Merkmale des ersten und zweiten Drucks der Erstausgabe vereint. Wie für den ersten Druck beschrieben, noch mit der falschen Schreibweise des Namens auch am Ende der Vorrede und Zeile 1 auf Seite 262 »cune différence des méchans«. Auch das Blatt nach der Vorrede (»Avertissement sur les notes« und »Question Proposée par l’Académie de Dijon«) verzeichnet Dufour nur für den ersten Druck. – Für den zweiten Druck sprechen die korrigierten Druckfehler, das Fehlen der Kartons und des Errata-Blatts sowie die veränderten Kupfer. – Nach dem Diskurs »sur les Arts et Sciences« (1750) der sogenannte »Zweite Diskurs«, der wiederum als Antwort auf eine Preisfrage entstand. Rousseau untersuchte die Ursachen für die Ungleichheit des Menschen und deren Rechtfertigung.

19,5 : 12,3 cm. [2], LXX, [2], 262 Seiten. – Einband geschickt restauriert. – Vereinzelte Stockflecken.

Dufour 55/56

178  [François-Marie Arouet] de Voltaire. Contes et poésies diverses.

€ 120

Den Haag, Gosse 1777. Mit einem gestochenen Porträtmedaillon. Brauner Lederband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung, Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten sowie Buchschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe dieser Sammlung, ein Jahr vor dem Tod des Verfassers erschienen. Ein Nachdruck erschien im gleichen Jahr in Genf. – Entzückende kleinformatige Ausgabe mit dem unsignierten Porträt des Philosophen und zahlreichen kleinen Holzschnittvignetten und Zierstücken.

12,4 : 6,8 cm. 216 Seiten. – Verschiedene Besitzvermerke, darunter zwei asiatische Stempel auf dem Titelblatt.

Bengesco 665

179  C[hristoph] Meiners. Grundriß der Theorie und Geschichte der schönen Wissenschaften.

€ 300

Lemgo, Meyersche Buchhandlung 1787. Halblederband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung und zwei grün-goldenen Rückenschildern.

Erste Ausgabe. – Christoph Meiners (1747–1810) war Anhänger der esoterischen Philosophie und lehrte an der Göttinger Universität Philosophie. – Hübscher Einband mit Marmorpapierbezügen und Buntpapiervorsätzen.

18,6 : 10,8 cm. [8], 360 Seiten. – Etwas braunfleckig.

Goedeke IV/1, 6, 10 (verzeichnet nur dieses Werk)

180  R[ichar]d New[to]n. Cries of London.

€ 450

Zwei kolorierte Radierungen. 1797. 22,0 : 60,3 cm.

Karikaturen von Ausrufern, jede der acht Figuren mit erläuterndem Text. – Richard Newton, der in den beiden letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts mit zahlreichen Karikaturen in verschiedenen Publikationen vertreten war, wendete sich hier der berühmten englischen Tradition der Kaufrufe zu. – Mit gestochenem Titel, Künstlernamen und Verlegeradresse (Oxford, W. Holland 1797). – Im Besitz der Library of Congress, Washington, befindet sich noch ein drittes Blatt. – Beide sorgfältig gerahmt. – Eine Beigabe (R. Nelson. Cries and Criers of Old London. 1942). – Aus Familienbesitz Erben Dr. Ernst Hauswedell.

Beall E 23 mit Abbildungen des vorliegenden Exemplars

181  Benjamin Franklin. Nachgelassene Schriften und Correspondenz

€ 300

nebst seinem Leben. Aus dem Englischen übersetzt. Erster [bis] Fünfter Band. Weimar, Landes-Industrie-Comptoir 1817. Halblederbände der Zeit, Rücken und Deckel marmoriert, Rücken mit Vergoldung und rot-goldenem Rückenschild.

Erste deutsche Ausgabe. – In seinen »Memoirs of the Life and Writings« versuchte der amerikanische Staatsmann und Schriftsteller Benjamin Franklin, der als der bedeutendste Aufklärer Amerikas gilt, den künftigen Generationen Amerikas puritanisch-aufklärerische Lebensmaximen vor Augen zu stellen. – Band 1 und 2 mit der privaten Korrespondenz, in Band 3 und 4 Franklins Autobiographie, Band 5 enthält vermischte Aufsätze.

19,7 : 12,0 cm. – Minimal berieben. – Ohne die beiden Porträts. Innendeckel und Titelblätter mit Exlibrisstempel und Bibliothekssiglen, jeweils letzte Textseite mit Exlibrisstempel. Etwas braunfleckig. Bände 3-5 mit zahlreichen Bleistiftkorrekturen und -anmerkungen.

Sabin 25556a

182  Alexander von Humboldt. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift.

€ 450

[Berlin,] Freitags [15. IX. 1837]. 1/2 Seite.

»Ich kann mir die Ehre, Fräulein Fanny Lewald zu empfangen erst Dienstag um 1 Uhr erbitten, da der König [gemeint ist Friedrich Wilhelm III.] morgen wegen der Kirchenweihe auf mehrere Tage nach Potsdam geht. Mit der ausgezeichnetsten Hochachtung Ihr ganz gehorsamster A Humboldt«. – Die Weihung der neuen, von Karl Friedrich Schinkel entworfenen, Potsdamer Nikolaikirche erfolgte nach sieben pannenreichen Baujahren am Sonntag, dem 17. IX. 1837. Schinkel selbst erhielt zu diesem Ereignis keine Einladung, Humboldt begleitete den preußischen König nach Potsdam und verschob den Empfang der angehenden Dichterin um einige Tage. Die junge Fanny Lewald (1811-1889) nutzte den Aufenthalt in Berlin, um Kontakte zu den geistigen Größen der Zeit zu knüpfen. 1842 erschien ihr erster Roman »Clementine«, 1848 gründete sie in Berlin einen einflussreichen politisch-literarischen Salon.

Leicht gebräunt, in Passepartout.

183  Achim von Arnim. Der Wintergarten.

€ 400 ( R7 )

Novellen. Berlin, Realschulbuchhandlung 1809. Halblederband mit Rückenschild und -vergoldung (um 1900).

Erste Ausgabe. – 1809 vollendete Achim von Arnim seine Novellensammlung, meist Nacherzählungen alter Werke, mit der er sich zum erstmals unmittelbar an ein preußisch-berlinisches Publikum wandte. – Eine übellaunige Wintergesellschaft beschließt, die Langeweile der Abende mit Geschichten aus anderen Zeiten und Ländern zu verkürzen. Am neunten – dem letzten – Abend öffnen sich die Türen des Zimmers, in dem die Unterhaltungen stattfinden, und geben den Blick frei auf die Pracht eines Wintergartens. Arnim schickte seinem Freund Clemens Brentano ein Exemplar, »Du erhältst, lieber Clemens, meinen Wintergarten mitten im Kriegsungewitter. Laß ihn Dir darum nicht gleichgültiger sein, ich glaube gerade darin die eigenthümlichste Kraft bewährt zu haben« (zitiert nach: Grimm/Steig, Achim von Arnim und die ihm nahe standen, Band 1, S. 281). – Insgesamt schönes Exemplar.

17,4 : 11,5 cm. XVI, 488, [2] Seiten. – Deckel und Kanten etwas berieben. – Innen schwach stockfleckig.

Goedeke VI, 74, 22. – Mallon 47

184  Clemens Brentano. Gockel Hinkel Gackeleia.

€ 600

Mährchen wieder erzählt. Frankfurt, Schmerber 1838. Mit lithographiertem Titel und 14 lithographierten Tafeln nach Clemens Brentano. Späterer Pappband mit grünen Deckelbezügen.

Erste Ausgabe, zweiter Druck, mit den nicht getönten Tafeln. – Diese umgearbeitete Fassung des ursprünglich um 1811 entstandenen Märchens, erweitert um die »Herzliche Zueignung« an Marianne von Willemer (Goethes Suleika und Jugendliebe Brentanos) sowie die abschließenden »Blätter aus dem Tagebuch der Ahnfrau«, war eines der letzten Bücher Brentanos. Die Verbindung eines schlichten, aus Elementen der Volkssprache gebildeten, Erzähltons und einer grotesken und phantastischen Handlung ergeben eines der gelungensten Beispiele für die Umsetzung der romantischen Poetik. – Die bemerkenswerten Illustrationen entwarf ebenfalls Brentano: »Sie sind durch ihre ›surrealistischen‹ Reize von einer Modernität wie kaum eine andere Illustration der Romantik.« (Kaldewey XIII/1, 42). Auf Stein gezeichnet wurden die Vorlagen vermutlich durch Kaspar Braun und Maximiliane Pernelle (vgl. Thieme/Becker XXVI, 424), gedruckt von Johann Nepomuk Strixner, hier in kräftigen Abzügen. – Wie häufig etwas knapp beschnitten, dadurch mit Verlust der Verlegerangabe auf dem Titelblatt.

19,8 : 13,0 cm. XIV, 346 Seiten. – Deckelbezüge leicht fleckig, Kapitale und Ecken bestoßen, Gelenke angeplatzt. – Einige Seiten mit Stockflecken.

Goedeke VI, 62, 43. – Slg. Borst 1856. – Rümann 130 und 2562. – Stuck-Villa I, 60

185  Joseph von Eichendorff. Gedichte.

€ 400

Berlin, Duncker und Humblot 1837. Halblederband mit Rückenvergoldung.

Erste Ausgabe der ersten selbständigen Gedichtsammlung Eichendorffs. – An der Textredaktion dieser Sammlung war Adolf Schöll (1805–1882, Altphilologe und Literaturhistoriker) beteiligt, von dem auch vermutlich die Grundanordnung der Gedichte, die Abteilungstitel und selbst wohl einige Gedichttitel stammen. – »Eine große Zahl von Gedichten Eichendorffs ist in Romane, Erzählungen, Schauspiele und Versepen verflochten, doch anders als im Werke Brentanos entwickeln sich diese Lieder nicht aus dem umgebenden Prosatext« (Hermann Korte, Deutsche Literatur aus fünf Jahrhunderten, S. 117). – Eichendorffs Lyrik gehört zu den meistgelesenen Texten der romantischen deutschen Dichtung.

17,8 : 11,4 cm. XII, [2], 482, [2] Seiten. – Deckel leicht beschabt. – Durchgehend etwas stockfleckig.

Goedecke VIII, 129, 29. – Slg. Borst 1828

186  [Johann] Wolfgang von Goethe. Reineke Fuchs.

€ 200

Mit Zeichnungen von Wilhelm von Kaulbach gestochen von R. Rahn und A. Schleich. Stuttgart, Cotta 1867. Mit gestochenem Titel, 36 Stahlstichtafeln und 24 Vignetten. Roter Originalmaroquinband mit reicher Deckel- und Rückenvergoldung und Goldschnitt.

Neuauflage. – »Angeregt vermutlich durch die karikaturistischen Tierdarstellungen Grandvilles kleidet Kaulbach die Tiere in meist eindeutig standesbezogene Kostüme und stattet die Bildszenen mit zahlreichen spitzen Anspielungen auf die Politik und das gesellschaftliche Leben der Zeit aus […] Friedrich Wilhelm IV. aber war entgegen allen Befürchtungen begeistert von Kaulbachs Zeichnungen; damit konnten dessen Reineke-Illustrationen unangefochten richtungsweisend für die weiteren Ausgaben des 19. Jahrhunderts werden« (Fabula docet, Katalog Wolfenbüttel 43, Seite 90). – »Mit einigen Anzüglichkeiten auf seine Zeit und ein paar aktuellen Bosheiten verändert Kaulbach in seinen berühmten Stichen zum ›Reinecke Fuchs‹ Goethes Text« (Wolfgang Stubbe, in Hauswedell/Voigt I, Seite 74). – Das Werk erschien ab September 1846 in monatlichen Teillieferungen mit broschierten Umschlägen für Subskribenten.

33,7 : 27,8 cm. [4], 257, [1] Seiten, 36 Tafeln. – Einband etwas berieben. – Vorsatz mit eingeklebtem Widmungsblatt. Einige Seiten vereinzelt stockfleckig, äußerste Ränder gebräunt.

Goedeke IV/3, 307. – Rümann 1094

187  Heinrich Heine. Der Doktor Faust.

€ 400

Ein Tanzpoem, nebst kuriosen Berichten über Teufel, Hexen und Dichtkunst. Hamburg, Hoffmann und Campe 1851. Illustrierte Originalbroschur in blauem Kalblederband der Zeit mit reicher Blind- und Goldprägung.

Erste Ausgabe, hier eines der bei Hotop, Kassel, gedruckten Exemplare. – Bereits 1847 bot Heine das Buch seinem Hamburger Verleger an: »eine meiner größten und hochpoetischsten Produkzionen […] Der Stoff ist für Deutschland von so großem Interesse und so denkwürdig […] und bildet ein Büchlein welches vielleicht viel Anfechtung erleidet, für meinen Herrn Verleger aber sehr profitabel seyn wird« (zitiert nach HSS). Erst durch eine am Wiener Burgtheater geplante Aufführung wandte sich Campe dem Projekt im Herbst 1851 wieder zu. – Unbeschnitten. Der Umschlag zu Heines Tanzpoem »Der Doktor Faust« (wie auch zum ebenfalls 1851 erschienenen »Romanzero«) gelten als frühe Beispiele des künstlerisch illustrierten Verlagseinbandes. – In prachtvollem Einband.

19,1 : 12,3 cm. 103, [3] Seiten. – Ecken minimal berieben. Vorder- und beide Innengelenke etwas brüchig. – Erstes und letztes Blatt mit kleinem Braunfleck. Teils leichte Knickspur im Unterrand.

Goedeke VIII, 561, 88. – Wilhelm/Galley I, 530. – Sammlung Söhn 26. – Sammlung Borst 2428

188  Jean Paul. Titan.

€ 400

Erster [bis] Vierter Band. – Komischer Anhang zum Titan. Erstes [und] Zweites Bändchen. Berlin, Matzdorff 1800-1803. Mit vier gestochenen Titelblättern. Vier Halblederbände der Zeit mit rot-schwarzen Rückenschildern.

Erste Ausgabe, vollständige mit den beiden Anhängen zu Band 1 und 2. – Alle Teile im Erstdruck und mit den häufig fehlenden Druckfehlerverzeichnissen. – Auf fein geripptem Papier, wohl die von Matzdorff als »Komparativus« bezeichnete Teilauflage von 2000 Exemplaren. – Im zweiten Teil des Anhangs findet sich der Erstdruck von »Des Luftschiffers Giannozzos Seebuch«. – Erste Aufzeichnungen zu Jean Pauls »Kardinal- und Kapitalroman« entstanden bereits 1792. Jean Paul selbst bezeichnete den Roman, der ihn mehr als zehn Jahre beschäftigte, als das »liebste und beste unter meinen Werken«. Seine Kritik an den bestehenden politischen Verhältnissen, die aber vorwiegend auf Kritik am fürstlichen Absolutismus beschränkt blieb, legte Jean Paul – wohl nicht zuletzt aus Gründen der Zensurabwehr – »einem über ganz Deutschland […] wegschiffenden Giannozzo, einem wilden Menschenverächter in den Mund, der blos in seinem Namen spricht« (Brief an Christian Otto, zitiert nach KLL).

18,0 : 11,0 cm. Kollation wie bei B./Kr., zwei Abweichungen zur dortigen Abfolge. – Leicht berieben, Ecken etwas bestoßen. – Stellenweise leicht, die ersten und letzten Blätter von 1–3 etwas stärker stockfleckig.

Goedeke V, 464, 14. – Berend/Krogoll 13a und 14. – KLL XI, 9400. – Slg. Borst 864

189  Friedrich Kind. Der Freischütz.

€ 300

Oper in drei Aufzügen. In Musik gesetzt von Carl Maria von Weber. Leipzig, Georg Joachim Göschen 1822. Halblederband der Zeit mit Rückenverzierung und -schild.

Erste Ausgabe des vollständigen Textes; enthält auch die beiden Eingangsszenen mit dem Eremiten, die Weber nicht vertonte. – Carl Maria von Weber soll durch das 1810 erschienene Gespensterbuch von Apel und Laun zu dem Stoff angeregt worden sein. 1817 besprach er seine Idee mit Friedrich Kind, der umgehend mit der Dichtung begann. 1820 komponierte von Weber die Musik. Die Uraufführung 1821 im Berliner Schauspielhaus war ein triumphaler Erfolg und die Kritik ernannte den »Freischütz« bald zur ersten deutschen National-Oper. – Zur Uraufführung in Berlin erschien eine Ausgabe »Arien und Gesänge« mit Musiknoten (Goedeke Ziffer 2).

16,8 : 10,5 cm. 123, [1] Seiten. – Stellenweise etwas fleckig. – Exlibris »H. D. E. Holzhausen«.

Goedeke IX, 264, 3. – Slg. Borst 1400

190  Heinrich von Kleist. Gesammelte Schriften.

€ 300

Herausgegeben von Ludwig Tieck. Erster [bis] Dritter Theil. Berlin, G. Reimer 1826. Halblederbände um 1900 mit neueren Rückenschildern.

Erste Gesamtausgabe der Werke Kleists, der dadurch auch im Ausland bekannt wurde. – Ludwig Tieck hatte 1821 bereits Kleists »Hinterlassene Schriften« publiziert. Nun folgten die bis dato nur einzeln erschienenen fünf Dramen (»Die Familie Schroffenstein«, »Amphitryon, nach Molière«, »Penthesilea«, »Das Käthchen von Heilbronn« und »Der zerbrochene Krug«) und die Erzählungen aus den beiden Bänden von 1810/1811.

18,7 : 11,8 cm. LXVI, 330 Seiten; [2], 418 Seiten; [4], 340 Seiten. – Vorsätze erneuert. Buchblock von Band 3 etwas kleiner.

Goedeke VI, 104, 13. – Sembdner 41. – Slg. Borst 1497

191  Adolf Freiherr Knigge. Die Reise nach Braunschweig.

€ 200

Komischer Roman. Siebente Auflage, herausgegeben vom Enkel des Verfassers. Mit 36 Skizzen von G. Osterwald. Hannover, Hahn 1839. Mit 36 Lithographien, davon eine als Frontispiz, 19 auf Tafeln, 16 im Text. Halblederband mit Marmorpapierbezügen und Rückenvergoldung.

Erste Ausgabe mit den Illustrationen von Georg Osterwald (1803–1884), Herausgeber der Hannoverschen Kunstblätter. – Mit dem eingebundenen Originalumschlag. – »Die Reise nach Braunschweig« beschreibt die Reise einer kleinen Gesellschaft aus dem fiktiven Ort Biesterberg bei Hannover, um den ersten bemannten Ballonaufstieg durch Jean-Pierre Blanchard am 10. August 1788 vom August-Bollwerk in Braunschweig mitzuerleben.

20,1 : 14,5 cm. [4], VIII, [2], 176 Seiten, 19 Tafeln. – Rücken verblasst, Kanten berieben, innen sehr schön.

Rümann 1522. – Goedeke IV/I, 616, 23

192  Wilhelm Müller. Lieder der Griechen.

€ 250

Dessau, Christian Georg Ackermann 1821. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Johann Ludwig Wilhelm Müller (1794–1827) wurde durch seine gesellschaftskritischen deutschen Volkslieder bekannt, von ihm stammen u. a. die Verse so bekannter Lieder wie »Das Wandern ist des Müllers Lust«, »Am Brunnen vor dem Tore« und »Im Krug zum grünen Kranze«. Er setzte sich für den Unabhängigkeitskampf der Griechen gegen die türkische Besatzung ein – daher sein Beiname »Griechen-Müller« – und kritisierte dabei gleichzeitig auch die Verhältnisse im zerrütteten Deutschland. Insgesamt publizierte er zwischen 1821 und 1826 sechs Heftchen »Griechenlieder«. Die Zensurbehörde reagierte und verbot einige seiner Lieder. – Bemerkenswert gut erhaltenes Exemplar der seltenen Broschur.

16,0 : 10,6 cm. 32 Seiten. – Hinterer Umschlag mit kleiner Feuchtigkeitsspur.

Goedeke VIII, 26 a

193  J[ohann] C[arl] A[ugust] Musäus. Volksmährchen der Deutschen.

€ 300

Prachtausgabe in einem Bande. Herausgegeben von Julius Ludwig Klee. Mit Holzschnitten nach Originalzeichnungen und 12 größeren Titelblättern von L. Richter. Leipzig, Gustav Mayer 1845. Mit zwölf lithographierten Tafeln und zahlreichen Illustrationen im Text. Halblederband mit reicher Rückenvergoldung.

Titelauflage der Ausgabe von 1842. – Die lithographierten Tafeln getönt. – Die zahlreichen Illustrationen im Text stammen von R. Jordan, G. Osterwald, L. Richter und A. Schrödter. – »Wohl aber haben wir über den Text etwas zu bemerken. Wir konnten uns nicht entschließen einen andern zu geben, als unverändert den von Musäus selbst herrührenden. Daher haben wir ihn nach der ursprünglichen Ausgabe vom Jahr 1782–87, als der einzigen die noch ganz von dem Dichter selbst besorgt ist, getreu wiedergegeben« (Vorwort).

26,7 : 18,7 cm. [2], 752, [2] Seiten, 12 Tafeln. – Kanten leicht berieben. – Vorderes Vorsatzblatt mit größerem Einriss.

Rümann 2051. – Vgl. Hoff/Budde 1842

194  Friedrich von Schiller. Sämmtliche Werke.

€ 300 ( R7 )

Erstes [bis] achtzehntes Bändchen. – Supplemente. Erstes [bis] Siebtes Bändchen. – Supplement. Stuttgart und Tübingen, J. G. Cotta 1827–1828 (Werke) und Leipzig und Weimar, Vogel (Supplemente) 1823–1826. Mit 25 gestochenen Frontispizen nach Ramberg, Schnorr und anderen und einem gefalteten Faksimile. Halblederbände der Zeit mit reicher Rückenvergoldung und schwarz-goldenem Rückenschild.

Zweite Auflage der Werkausgabe von 1818–1819. Auch diese mit den Kupferstichen zu den einzelnen Stücken und dem Schiller-Porträt. – Die Supplementbände mit den Fortsetzungen der »Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlande von der Spanischen Regierung« von Karl Curths (I–IV), der »Geschichte des Dreißigjährigen Krieges« von Karl Ludwig von Woltmann (V–VI) und der Schiller-Biographie von Heinrich Döring (Band VII). – Als Band 26, in uniformen Einband, ein weiteres Supplement (Briefe an Dalberg, Demetrius, Karlsruhe 1824). – Hübsche, dekorative Ausgabe. Selbst bei einer verbreiteten Abneigung gegen Werkausgaben kann man sich dem Reiz dieses Exemplars kaum entziehen.

13,6 : 9,3 cm. – Gelenke von Band 2 etwas eingerissen.

Goedeke V, 144, St 1 und V, 147. – Trömel/Marcuse 10 und 7

195  William Shakespeare. Dramatische Werke.

€ 250

Miniaturausgabe in 37 Bändchen. Leipzig, Georg Wigand [1838?]. 36 (statt 37) hellgrüne Originalpappbände in der Original-Buchattrappen-Halbleinenkassette mit Rückenschild.

Einzige Ausgabe in der Miniaturform. – Rückentitel der Kassette mit dem Zusatz »Sämmtliche«. Unter diesem Titel erschienen bei Georg Wigand Ende der 1830er Jahre verschiedene Editionen, teils in mehreren, teils in einem Band. – Neben der originellen Unterbringung der Miniaturbände ist die Wigand-Ausgabe als Übersetzungsalternative des frühen 19. Jahrhunderts interessant. Die deutschen Fassungen stammen von Leopold Petz, Theodor Mügge, Ernst Ortlepp, Alexander Fischer, Karl Simrock, Ludwig Hilsenberg, Theodor Oelckers, Wilhelm Lampadius, Ernst Susemihl, Adolf Böttger, Heinrich Döring und Ernst Thein. – Leider ohne Band 5 (Othello).

Je 11,2 : 7,0 cm, Kassette: 25,0 : 19,0 : 7,8 cm. – Kapitale etwas bestoßen, bei 4 Bänden mit kleinen Verlusten. – Die Rücken handschriftlich nummeriert.

196  [Christoph Martin Wieland]. Der goldne Spiegel,

€ 400

oder die Könige von Scheschian, eine wahre Geschichte. Aus dem Scheschianischen übersetzt. Erster [bis] Vierter Theil [in zwei Bänden]. Leipzig, M. G. Weidmanns Erben und Reich 1772. Mit vier gestochenen Frontispizen und Titelvignetten von Geyser nach Mechau. Spätere Halblederbände mit Rückenvergoldung.

Wielands Werk in der Tradition des philosophisch-didaktischen Staatsromans brachte die für das 17. und 18. Jahrhundert bezeichnende Mischform des Fürstenspiegels hervor. »›Der Goldne Spiegel‹ bietet, als Staatsroman im exotisch-morgenländischen Kostüm, die Geschichte des indischen Königshauses Scheschian, die in einer kunstvollen, der Erzählsituation der Märchen aus Tausendundeine Nacht nachgebildeten Rahmenhandlung dem Sultan Schach-Gebal von seiner Mätresse Nurmahal und seinem Hofphilosophen Danischmend vorgetragen wird« (KLLL V, 4036). – Das Buch erweckte die Aufmerksamkeit der Weimarer Herzogin Anna Amalia, die darauf hin Wieland als Erzieher ihres Sohnes Karl August einstellte und damit den Beginn von Weimars kultureller Blüte einleitete.

16,3 : 10,3 cm. [2], XXIV, 226, [2], 238; [2], XXVI, 228, [2], 232, [6] Seiten. – Exlibris.

Goedeke IV/1, 555. – Rümann 1253. – Holzmann/Bohatta 3260

197  Wünschelruthe.

€ 450

Ein Zeitblatt. [Herausgegeben von H. Straube und J. P. von Hornthal]. Nummern 1 [–] 36 [von 52]. [Göttingen, Vandenhoeck und Rupprecht] 1. Januar – 4. Mai 1818. Halbleinenband um 1900.

Diese seltene Zeitschrift der deutschen Romantik erschien als Organ der literarischen Gesellschaft »Poetische Schustergilde« in Göttingen. Zu ihren Mitarbeitern zählten u. a. Achim von Arnim (Mallon 101), Clemens Brentano (Mallon 73) und die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. – In Heft 4 das »Märchen von einem, der auszog das Fürchten zu lernen«, in den Heften 11–15 die »Geschichte eines Algierer-Sklaven« nach den Akten eines Prozesses, den der Gerichtsherr A. von Haxthausen leitete. Er war der Onkel von Annette von Droste-Hülshoff, die Texte gelten als Ursprung ihrer Erzählung »Die Judenbuche«. – Die Zeitschrift wurde bereits im Juni/Juli 1818 nach 52 Nummern und vier Zugaben wieder eingestellt.

26,5 : 21,5 cm. 144 Seiten. – Berieben. – Gebräunt und etwas stockfleckig. Anfangs einige Ränder hinterlegt. – Es fehlen außer den abschließenden Nummern 37ff. auch Titel und Inhaltsverzeichnis.

Goedeke VIII, 30, 131. – Diesch 1649. – Houben, Zeitschriften der Romantik 325 ff. mit genauer Inhaltsangabe

198  Friedrich Nietzsche. Sammlung von 18 Werken

€ 15000 ( R7 )

im Erstdruck der definitiven Fassung und in uniformer zeitgenössischer Bindung. Leipzig, E. W. Fritzsch bzw. C. G. Naumann 1886–1891. Schwarze Halblederbände der Zeit mit Rückenvergoldung. Deckelbezüge, Buchschnitt und Vorsätze marmoriert.

Die Sammlung enthält alle zu Lebzeiten Nietzsches erschienenen philosophischen Werke im Erstdruck, davon zwölf in so genannter Titelauflage. – Die Verkaufszahlen von Nietzsches Büchern zu Lebzeiten waren eher kläglich. Die Restexemplare der Erstauflagen, die Nietzsches neuer Verleger Fritzsch 1886 erwarb, wurden mit neuen Titelblättern, Anhängen und neuen Vorreden versehen. Gerade diese Vorreden gelten in ihrer komprimierten Form zu dem Schönsten in Nietzsches Werk. Man muss bei diesen »Zusammenstellungen« deshalb von Erstdrucken der definitiven Fassungen sprechen. Zusammen mit den vier Erstausgaben der Spätwerke, die Nietzsche, unterstützt durch großzügige Spenden einiger enger Freunde, auf eigene Kosten und in kleinen Auflagen bei seinem »Eitelkeitsverleger« Naumann drucken ließ, bildet die vorliegende Sammlung eine so nie erschienene »Ausgabe letzter Hand«, hier in nahezu einheitlicher, dekorativer Bindung.

Die Geburt der Tragödie. Oder: Griechenthum und Pessimismus. Neue Ausgabe mit dem Versuch einer Selbstkritik. Leipzig, E. W. Fritzsch [1886]. – Titelauflage der endgültigen Ausgabe, von der Fritzsch 576 Exemplare übernahm. Mit der wichtigen Vorrede Nietzsches. Es erschienen 1886 zeitgleich umgearbeitete Exemplare der ersten und (wie hier) der endgültigen Auflage, wobei diese Variante die seltenste sein dürfte (Schaberg 42).
Unzeitgemässe Betrachtungen. Erstes Stück: David Strauss der Bekenner und der Schriftsteller. – Zweites Stück: Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben. Leipzig, E. W. Fritzsch [1886]. – Sehr seltene Titelauflagen der Erstausgaben, von denen Fritzsch 212 bzw. 351 Exemplare übernahm (vgl. Schaberg 23a und 25a).
Unzeitgemässe Betrachtungen. Drittes Stück: Schopenhauer als Erzieher. – Viertes Stück: Richard Wagner in Bayreuth. Titelauflagen. Leipzig, E. W. Fritzsch [1886]. – Titelauflagen der Erstausgaben (vgl. Schaberg 26 und 27).
Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister. Erster Band. Neue Ausgabe mit einer einführenden Vorrede. Leipzig, E. W. Fritzsch 1886. – Titelauflage der Erstausgabe von 1878, von der Fritzsch 511 Exemplare übernahm. Erweitert um die ausführliche neue Vorrede und das Nachspiel »Unter Freunden« (Schaberg 43).
Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister. Zweiter Band. Neue Ausgabe mit einer einführenden Vorrede. Erste Abtheilung: Vermischte Meinungen und Sprüche. Zweite Abtheilung: Der Wanderer und sein Schatten. Leipzig, E. W. Fritzsch 1886. – Titelauflage der Erstausgaben von 1879/1880, von denen Fritzsch 674 bzw. 808 Exemplare übernahm. Erweitert um die ausführliche neue Vorrede (Schaberg 44).
Morgenröthe. Gedanken über die moralischen Vorurtheile. Neue Ausgabe mit einer einführenden Vorrede. Leipzig, E. W. Fritzsch 1887. – Titelauflage der Erstausgabe von 1881, von der Fritzsch 784 Exemplare übernahm. Erweitert um die Vorrede Nietzsches, geschrieben 1886 in Ruta (Schaberg 50).
Die fröhliche Wissenschaft. (»la gaya scienza“). Neue Ausgabe mit einem Anhang: Lieder des Prinzen Vogelfrei. Leipzig, E. W. Fritzsch 1887. Titelauflage der Erstausgabe von 1882, von der Fritzsch 788 Exemplare übernahm. Erweitert um Nietzsches neue Vorrede, die er 1886 in Ruta geschieben hatte, das fünfte Buch »Wir Furchtlosen« und den Anhang » Lieder des Prinzen Vogelfrei« (Schaberg 51).
Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen. In drei Theilen. Leipzig, E. W. Fritzsch [1886]. Titelauflagen der Erstdrucke mit neu gedrucktem Gesamttitelblatt und Zwischentiteln (statt der ursprünglichen Einzeltitelblätter) für Teile 2 und 3 (Schaberg 45).
Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen. Vierter und letzter Theil. – Dionysos-Dithyramben. Leipzig, C. G. Naumann 1891. Mit einem Porträt Nietzsches. – Erste öffentliche Ausgabe, gedruckt in 1000 Exemplaren. Enthält auch die ersten Dionysos-Gedichte im Erstdruck (Schaberg 58).
Jenseits von Gut und Böse. Vorspiel einer Philosophie der Zukunft. Leipzig, C. G. Naumann 1886. – Erste Ausgabe. Eins von 600 Exemplaren, auf Nietzsches Kosten gedruckt(Schaberg 40).
Zur Genealogie der Moral. Eine Streitschrift. Leipzig, C. G. Naumann 1887. – Erste Ausgabe. Eins von 600 Exemplaren, auf Nietzsches Kosten gedruckt (Schaberg 53).
Der Fall Wagner. Ein Musikanten-Problem. [irrig bezeichnet als] Zweite Auflage. Leipzig, C. G. Naumann [1888]. – Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert. Leipzig, C. G. Naumann 1889. – Beide in erster Ausgabe. Je eins von 1000 Exemplaren, die Naumann auf Nietzsches Kosten druckte. 500 Exemplare von »Der Fall Wagner« wurden (wie hier) irrtümlich als zweite Auflage bezeichnet (Schaberg 54 und 56).

22,3 : 14,7 cm (Band 8 minimal abweichend). Kollation wie bei Schaberg angegeben. – Die vergoldeten Rückenfleurons der späten Bände variierend, 2 Rücken ins Braun verfärbt. Nur vereinzelt minimal berieben. – Auch innen sehr sauber.

Schaberg 23, 25–27, 42–45, 50, 51, 53, 56 und 58

199  Insel Verlag – Friedrich Nietzsche. Ecce Homo.

€ 1000

Leipzig, Insel [1908]. Mit illustriertem Doppeltitel und Buchschmuck von Henry van de Velde. Grauer Originalwildlederband mit goldgeprägtem Rückentitel und Deckelsignet, Kopfgoldschnitt und goldfarbenem Vorsatzpapier (Königliche Kunstgewerbeschule Weimar nach Entwurf von Henry van de Velde).

Erste Ausgabe. – Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan und in Wildleder gebunden (Gesamtauflage 1.250 Exemplare). – Nietzsches autobiographischer Text (»Wie man wird, was man ist«) entstand bereits 1888 und sollte ursprünglich 1890 erscheinen. Wegen einer Differenz mit seinem Verleger und Nietzsches Nervenzusammenbruch konnte das Werk erst 18 Jahre später aus dem Nachlass in dieser bibliophilen Ausgabe von Raoul Richter, der auch das ausführliche Nachwort schrieb, herausgegeben werden.

25,0 : 19,6 cm. 154, [6] Seiten. – Einband fleckig und berieben, Rücken verblasst. – Innendeckel mit Abklatsch eines Schutzumschlages. Schnitt und Seiten an den äußersten Rändern stockfleckig, einige stärker.

Sarkowski 1201. – Schauer II, 15. – Schaberg 61 a

200  Leos Janacek. Eigenhändige Unterschrift

€ 350

auf einem Rundschreiben vom 28. September 1882.

Im Rundschreiben bittet man um Fertigstellung bzw. Einreichung der Lehrpläne für das Studienjahr 1882/83. Auf der Rückseite unterzeichnen 16 Lehrer, unter ihnen Leos Janacek (1854–1928). Nach Studien in Prag, Leipzig und Wien ging er nach Brünn und wurde 1881 an die dort neu gegründete Orgelschule berufen. Der Lehrbetrieb begann 1882/83, bis 1919 bliebt Janacek deren Direktor.

38 : 24 cm. Etwas gebräunt, mittig horizontale Falte, dort kleiner Einriss.