ChristianHesse

Lot 201 – 250 | Hesse-Auktionen
Lot 201 – 250

201  Paul Nougé. Subversion des images.

€ 300

Sechs Fotografien. 1968/2012. 19,0 : 19,0 cm (30,5 : 24,0 cm).

Die vollständige Auswahlfolge von sechs der 19 Fotografien, die 1968 in Nougés (1895–1967) Fotobuch »Subversion des images« veröffentlicht wurden. – Abgezogen von den Originalnegativen aus dem Nachlass im Archives et Musée de la Littérature, Brüssel. – Mit dem Nachdruck der Originalausgabe und einem Textheft in der Originalhalbleinenmappe. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 348 A1–6. – Tadellos.

202  Ralf Peters. Schwimmbäder.

€ 900

Farbfotografie, Lambda Color Print. 1999. 90 : 90 cm (96 : 96 cm).

Großformatige Laserbelichtung auf Kodak Professional Fotopapier. – Unter der Darstellung typographisch signiert. – Ralf Peters, geboren 1960, wandte sich 1998 der Fotografie zu. Seine erste konzeptionelle Fotoserie »Tankstellen« kann als Hommage an die Bildkompositionen von Ed Ruscha und Edward Hopper aufgefasst werden. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummer E 312. – Gerollt, mit dem signierten Editionsvermerk als Beilage. – Tadellos erhalten.

203  Pablo Picasso [et] André Villers. Diurnes.

€ 750

Découpages et photographies. Texte de Jacques Prévert. Paris, Berggruen 1962. 17 (von 30) Tafeln mit Foto-Demontagen. Mit den Textseiten lose in Originalumschlag und farbig illustriertem Originalleinenschuber.

Eins von 900 Exemplaren (Gesamtauflage 1000). – Die außergewöhnlichen Fotografiken waren Gemeinschaftsarbeiten: Picasso schuf Scherenschnitte mit Silhouetten von Köpfen, Menschen und Tieren, die der Fotograf André Villers bei der Belichtung seiner Fotografien als Schablonen verwendete. – Die farbige Titelschrift auf dem Umschlag, auf der Kassette um Zeichnungen ergänzt, wurde nach Picassos Entwurf mit Schablonen gedruckt.

41,0 : 31,0 cm. 18, [2] Seiten, 17 Tafeln, 15 Doppelblätter. – Es fehlen die Blätter 1, 1–21 und 26–30.

Vgl. Goeppert/Cramer 115. – Bloch livres 112. – Kibbey 1463

204  Sigmar Polke. Die Waschung der Lineale.

€ 1000

Sieben Fotografien. 1972/1999. 26,1 : 36,0 cm (30,0 : 40,0 cm).

Die vollständige Folge. – Mit dem Textblatt (Text von Ernst Mitzka und Druckvermerk) in lose in der Originalhalbleinenmappe. – Auf dem Textblatt von Künstler und Autor signiert. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummer E 313. – Tadellos.

Becker / Von der Osten 139

205  Dirk Reinartz. New York 1974.

€ 300

Sechs Fotografien. 1974/2014. 27,5 : 19,0 cm (39,5 : 29,5 cm).

Vollständige Folge der sechs aus dem Nachlass edierten Fotografien. – In der Originalhalbleinenmappe mit dem Textfolder. – Dirk Reinartz (1947–2004) wurde 1970 als jüngster Reportagefotograf in der Redaktion des Stern eingestellt. Später arbeitete er für »Spiegel«, »Zeit«, »GEO« und »Life«. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 353 C1–6.

206  Albert Renger-Patzsch. Sibirischer Tiger im Dresdner Zoo.

€ 500

Fotografie (Vintage, Silbergelatine, rückseitig mit Postkartenaufdruck). 1927. 12,1 : 8,4 cm (14,1 : 9,0 cm).

Rückseitig typographisch signiert: Renger-Patzsch, Harzburg. – Nachdem Albert Renger-Patzsch (1897–1966) sein in Dresden begonnenes Chemiestudium nach kurzer Zeit abgebrochen hatte, entstanden, angeregt durch Karl Ernst Osthaus, in den 1920er Jahren erste Aufnahmen für eine im Folkwang-Auriga-Verlag geplante Buchreihe »Die Welt der Pflanze«. Ab 1926 arbeitete Renger-Patzsch als freier Fotograf. Die Tier-Aufnahme ist eventuell noch während seiner kurzen Zeit in Dresden entstanden. – Am Unterrand und rückseitig beschrieben. – Sehr selten, gut erhalten.

207  Albert Renger-Patzsch. Arena di Verona.

€ 1800

Fotografie (Vintage, Silbergelatine). Um 1935. 22,7 : 16,7 : cm (22,9 : 16,9 cm).

Rückseitig mit dem Essener Atelier-Stempel »Renger-Foto D.W.B.« und mit »26« bezeichnet. – Auf Agfa Brovira Papier. – Die Aufnahme verdeutlicht Renger-Patzschs typische Gestaltungsmittel: Bildausschnitt und starke Hell-Dunkel-Kontraste lenken den Blick des Betrachters mehr auf die Eigenschaften als auf den Anblick des Bauwerks. Einmal mehr entstand damit eine Fotografie, die weit über eine dokumentarische Aufnahme hinausreicht. – Ehemals im Besitz von Hans Mardersteig, entstanden wohl für einen zu dieser Zeit geplanten Italien-Bildband von Renger-Patzsch, der aber nie publiziert wurde.

208  Albert Renger-Patzsch. Mobilar. – Büro.

€ 1200

Zwei Fotografien (Vintages, Silbergelatine). Um 1940. 17 : 23 cm.

Die Aufnahmen entstanden wohl im Zusammenhang mit den folgenden Bildern in einem Schullandheim oder einer kirchlichen Einrichtung. Beide Fotografien sind aber (im Gegensatz zu einigen der folgenden) frei von jeder dokumentarischen Funktion; vielmehr sind Bildaufbau und Sujet ganz auf Objekt, Perspektive und Hell-Dunkel-Kontrast ausgerichtet. – Beide mit dem Essener Atelierstempel »Renger-Foto D.W.B« und einer Bleistiftnummer (13 bzw. 44/39/6). – Die zweite Aufnahme auf »Agfa Brovira« abgezogen, oben links mit Eckeinriss.

209  Albert Renger-Patzsch. Fassade. – Hoftor. – Flur in Dachgeschoss.

€ 900

Drei Fotografien (Vintages, Silbergelatine). Um 1940. Je 23 : 17 cm.

Die Aufnahmen zeigen wahrscheinlich das Hotel Wasserfuhr und das angeschlossene Haus in Altenberg/Dhünntal. Der dortige »Bergische Dom« wurde seit 1857 simultan von der römisch-katholischen und der evangelischen Gemeinde genutzt und war Ziel vieler Wallfahrten und Freizeiten. – Rückseitig mit dem Essener Atelierstempel, der Renger-Patzsch als Mitglied des Deutschen Werkbundes auswies, und verschiedenen Bleistiftnummerierungen. – Bild 2 auf Agfa Brovira.

210  Albert Renger-Patzsch. Wallfahrt und Freizeit in Altenberg.

€ 900

Sieben Fotografien (Vintages, Silbergelatine). Um 1940. Je 17 : 23 cm.

Renger-Patzsch dokumentierte eine kirchliche Großveranstaltung am »Bergischen Dom« in Altenberg. Das dortige Hotel Wasserfuhr und das »Haus Altenberg« auf dem Domgelände waren auch während der Zeit des Nationalsozialismus, trotz wiederholter Kontrollen und Besetzungen durch Polizei und Gestapo, Ausrichtungsort kirchlicher Jugendveranstaltungen. – Drei Aufnahmen im Inneren, vier mit Prozession und Freiluftpredigt. – Alle mit dem Essener Atelierstempel »Renger-Foto D.W.B.« und diversen Bleistiftnummerierungen. – Eine Aufnahme auf Agfa-Brovira.

211  Franz Roh. Akte.

€ 600

Sechs Fotografien. 1922–1928/1999. 24 : 30 cm.

Vollständige Folge der aus dem Nachlass edierten Fotografien. – Franz Roh (1890–1965) zählt zu den wichtigsten Vertretern der modernen Fotografie der 1920er Jahre. Er publizierte auch bedeutende Fotobücher, u. a. das legendäre »foto-auge« (1929). – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 293 A1–6.

212  J. Roseman. 31 Fotografien von Gemälden Moïse Kislings.

€ 900

(Vintages, Silbergelatine). Um 1925. Ca. 25 : 20 cm. Rückseitig mit dem Atelier- und dem Copyright-Stempel des Fotografen und alle eigenhändig(?) betitelt.

Der für fotografische Reproduktion von Kunstwerken der Moderne bekannte J. Roseman (bekannt sind von ihm Aufnahmen mit Skulpturen Archipenkos und Rodins), war im Paris der 1920er Jahre tätig. Sein Atelier befand sich am Boulevard Raspail. – Moïse Kisling (1891–1953) studierte in Krakau bevor er 1910, als junger Mann, nach Paris kam. Nach dem ersten Weltkrieg verkehrte er in der berühmten Künstlerkolonie »La Ruche« (der Bienenkorb), im 15. Arrondissement, zeitweise mit Guillaume Apollinaire, Alexander Archipenko, Ossip Zadkine, Marc Chagall, Max Pechstein, Amedeo Modigliani (der ihn porträtierte) u. v. a. – Der dokumentarische Wert der 31 großformatigen Fotografien wird durch Angaben zu den damaligen Eigentümern auf jedem Foto gesteigert. Namentlich werden Sammler in Berlin, Köln, Paris, Oslo und Philadelphia genannt – die DSGVO galt damals noch nicht. – Alle sehr gut erhalten. – Aus einer Berliner Privatsammlung.

213  August Sander. Wohltätigkeitsvorstellung »Die Puppenfee«

€ 600

Fotografie (Vintage, Silbergelatine, rückseitig mit Postkartenaufdruck). Um 1905. 8,9 : 13,8 cm.

August Sander (1876–1964) begann seine Laufbahn als Fotograf im österreichischen Linz. Für die dortige »Photographische Kunstanstalt« Greif arbeitete er ab 1901 als Angestellter, 1902 übernahm er das Atelier, zunächst gemeinsam mit Franz Stukenberg. 1904 wurde Sander Alleineigentümer des »Atelier für bild-mäßige Photographie« und nahm an Ausstellungen und Wettbewerben teil. In diese Zeit fallen die auf breiter Front geführten Diskussionen um eine Erneuerung der Fotografie. »Der ›Piktoralismus‹ der Jahrhundertwende und die kommerzielle Studiophotographie gerieten mehr und mehr ins Kreuzfeuer der Kritik. Vor allem beim Portrait wurde der Ruf nach mehr Lebensnähe und Authentizität laut. August Sander fand sich hier in seiner eigenen Suche nach neuen gestalterischen Mitteln bestätigt – und anerkannt. Als die Familie 1909 nach Köln übersiedelte, waren die Grundlagen für die weitere Entwicklung seines photographischen Werks gelegt« (Katalog Linz, Stiftung Kultur Köln).
Nur die erste Fotografie konnten wir im Katalog »August Sander – Linzer Jahre« nachweisen (dort KatNr. 102). Die folgenden drei entstanden wohl bei der gleichen Vorstellung, zwei weitere als Freiluftaufnahmen, möglicherweise im Theatergarten. Alle sechs Fotografien zählen zu den frühesten publizierten Arbeiten August Sanders – und dieser wiederum zu den stilprägendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts.

214  August Sander. Acht Tänzerinnen.

€ 600

Fotografie (Vintage, Silbergelatine, rückseitig mit Postkartenaufdruck). 1907. 8,9 : 13,8 cm.

Vgl. KatNr. 213.

215  August Sander. Vier Kavaliere.

€ 600

Fotografie (Vintage, Silbergelatine, rückseitig mit Postkartenaufdruck). 1907. 8,9 : 13,8 cm.

Vgl. KatNr. 213.

216  August Sander. Trommelnde Häschen.

€ 600

Fotografie (Vintage, Silbergelatine, rückseitig mit Postkartenaufdruck). 1907. 8,9 : 13,8 cm.

Vgl. KatNr. 213.

217  August Sander. Schauspielerinnen in Trachtenkostümen (Balkan?)

€ 600

Fotografie (Vintage, Silbergelatine, rückseitig mit Postkartenaufdruck). Um 1906/07. 8,9 : 13,8 cm.

Vgl. KatNr. 213.

218  August Sander. Schauspielerinnen in Trachtenkostümen (Holländerinnen).

€ 600

Fotografie (Vintage, Silbergelatine, rückseitig mit Postkartenaufdruck). Um 1906/07. 8,9 : 13,8 cm.

Vgl. KatNr. 213.

219  Ulf Saupe. Sleepy.

€ 350

Fotografie, Lambda Color Print. 2002/2004. 101,3 : 105,0 cm. Rückseitig signiert.

Exemplar 30/100. – Rückseitig mit dem signierten Editionsaufkleber. – Ulf Saupe (geboren 1979) studierte an der Kunsthochschule Kassel bei Floris Neusüss und Renate Heyne, später war er Assistent bei Georg Dokoupil. Saupe lebt und arbeitet in Berlin. – Lumas-Edition, auf Aluplatte kaschiert und mit UV-Schutzfolie bezogen. – Mit Aufhängung.

Ecken und Kanten minimal bestoßen.

220  Christian Schad. Schadographien.

€ 300

Sechs Photogramme. 1962–1975/2000. 21,5 : 16,5 cm (30,3 : 23,8 cm).

Die vollständige Auswahlfolge mit den Schadographien 44, 57, 59, 63 und 75b, entstanden 1962/63 und 126, entstanden 1975. – Christian Schad (1894–1982) hatte bereits in seiner Dada-Zeit 1919 erste Photogramme geschaffen. Diese Bilder entstanden durch die Belichtung von Fotopapier mit aufgelegten Objekten. In den 1960er Jahren wandte er sich dieser künstlerischen Gestaltungsform nochmals zu. – Mit dem Textblatt in der Originalhalbleinenmappe. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 297 A1–6. – Tadellos.

221  Toni Schneiders. Zwischen Freiheit und Form.

€ 300

Sechs Fotografien. 1950–1965/2015. 30,5 : 24,0 cm.

Die vollständige Auswahlfolge der aus dem Nachlass einmalig publizierten Fotografien: Karussell, Dom, Hamburg. 1950. – Wasserkreise. 1952. – Eiffelturm, Detail, Paris. 1955. – Auf dem Markt von Sarajewo, Jugoslawien. 1965. – Idiotenhügel, Skiläufer. 1956. – Spiegelnde Scheiben. 1952. – Toni Schneiders (1920–2006) hatte 1949 die Gruppe »fotoform« gegründet. »… wenn es mir gelingt, nur ein wenig vom Zauber des Lichtes und einen Hauch von Poesie in meinen Bildern sichtbar zu machen, ist mir dies Glück genug« (Toni Schneiders, 1982). – Mit dem Textblatt in der Originalhalbleinenmappe. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 358 B1–6. – Tadellos.

222  Bruno Schroeter. Berliner Architektur.

€ 600

Fünf Fotografien (Vintages, Silbergelatine, rückseitig mit Postkartenaufdruck). Um 1930. 10,5 : 14,8 cm.

Ediert vom Deutschen Kunstverlag, Bildnummern 50, 51, 54, 57 und 58: Shellhaus (zwei Ansichten). – Großkraftwerk Klingenberg (Rummelsburg). – Schaltwerk Siemens-Schuckert-Werke. – Wernerwerk der Siemens- und Halske AG. – Dazu: Werner Obigt. Kirche am Hohenzollernplatz (Berlin Wilmersdorf). Fotografie (Vintage, Silbergelatine, rückseitig mit Postkartenaufdruck). Um 1930. Ediert vom Deutschen Kunstverlag, Bildnummer 133. – Sehr gut erhalten, nur eine als Postkarte benutzt.

223  Ré Soupault. Photographin der magischen Sekunde.

€ 300

Sechs Fotografien. 1934–1936/2011. 30,5 : 23,8 cm.

Die vollständige Auswahlfolge. – Abgezogen von den Originalnegativen aus dem Nachlass der Fotografin (1901–1996). – Die Folge beinhaltet zwei Straßenszenen, zwei Aufnahmen des Bahnhofs St. Lazare in Paris und zwei von einem Fest zum Wahlsieg der Volksfront unter Léon Blum, Paris 1936. – Mit dem Textheft in der Originalhalbleinenmappe. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 343 B1–6.

224  Anton Stankowski. Foto-Auge.

€ 500

Fotomontage. 1927/1980. 21 : 28,4 cm. Rückseitig signiert.

Dazu: Selbstportait. Simultanvergrößerung. 1938. 25 : 18,7 cm. – Glas-Ei. Fotogramm. 1927. – Anti Krieg. Fotomontage. 1927. – Alle vier auf Karton montiert, auf dem Fotoabzug rückseitig signiert und datiert. – Einmalige Auflage, ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 218 A1 und A4–6.

225  Carl Strüwe. Formen des Mikrokosmos.

€ 10000

27 Fotografien (Silbergelatine). 1928–1955. 22,7 : 16,7 cm.

Umfangreiche Auswahl aus den spektakulären Mikroskopaufnahmen, die der Fotograf (1898–1988) seit Ende der 1920er Jahre machte. Anregungen mögen die Aufnahmen von Karl Blossfelds »Urformen der Kunst« und möglicherweise auch Hans Kaysers »Urformen der Natur« gewesen sein. – Alle mit dem Atelierstempel »Carl Strüwe Bielefeld« und dem Stempel mit dem Buchtitel. Sieben Aufnahmen sind zudem mit Bleistift betitelt. – Auf Agfa-Papier. – Auswahl aus den 27 vorhandenen Fotografien (nach dem Archiv des Künstlers): Kristalle von Ammoniumsulfat. 1928. – Kieselalge. 1928. – Schneckenzunge als laufendes Raspelband. 1928. – Spiralmechanik Sporenkapsel. 1929. – Reflexe am Seidengewebe. 1929. – Flugsamen der Espe. 1929. – Bau einer Urpflanze. 1930. – Brennhaare der Nessel. 1933. – Leuchtbild des Kanalsystems der Schwertlilie. 1934. – Diatomeen. 1938. – Bau des Knochenbälkchens beim Menschen. 1951. – Insektendrama. 1955. – Endzeit-Melancholie. 1959 (?). – Großer Märchenvogel. Schale der Meerassel. 1947. – Spitzlicht an Diatomeen. 1947. – Zellen im Maisstengel. – Rhythmische Konturen. – 1955 erschien »Formen des Mikrokosmos« mit 96 Fotografien im Prestel-Verlag. – Alle tadellos.

226  Thomas Struth. Paradies.

€ 1200

Sechs Farbfotografien (Pigment-Inkjetdrucke). 2004. 30,7 : 39,0 cm (32,7 : 48,0 cm). In der Mappe signiert.

Vollständige Folge, mit dem Textblatt lose in der Originalmappe, diese auf dem Innendeckel signiert. – Einzeltitel: Juquehy. – Sao Francisco de Xavier. – Yakushima. – Daintree. – Xi Shuang Banna. – Yosemite National Park. – »Struths ›Paradies‹, das ist nicht der liebliche Garten, in dem sich Mensch und Natur zur Einheit verbinden, sondern der unheimliche, verschlossene Ort, der von einer Ordnung bestimmt ist, die den Schritten des Menschen, seinem Erkennen nicht (mehr) zugänglich ist. Erinnern wir uns: Damals sind wir hochkant rausgeflogen, weil wir alles ganz genau wissen wollten. Mit unserer Neugier nach letzter Erkenntnis und daraus resultierender Macht ging die Unschuld verloren. Seitdem stehen wir außen vor, der Lebensbaum blieb drin.« (Christoph Heinrich im Vorwort). – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 316 B1–6. – Makellos.

227  Ralf-Rainer Wasse. Mensch und Arbeit.

€ 400

Zehn Fotografien (Vintages, Silbergelatine). Um 1985. Ca. 20 : 14 cm.

Ralf-Rainer Wasse (geboren 1942, lebt bei Chemnitz) erhielt 1985 den Auftrag für eine Fotoserie »Mensch und Arbeit« mit Porträts von Werktätigen in Betrieben des Erzgebirges. Seine Aufnahmen bestechen heute wie damals durch eine schonungslose Darstellung der sozialistischen Realitäten im Arbeitsalltag. Die Serie wurde nie publiziert. – Rein formal orientiert sich Wasse gerade bei Aufnahmen ohne Porträt an den großen Vorbildern der klassischen Moderne: Bilddiagonale, Licht-Schatten-Kontrast und extreme Tiefenschärfe lassen Paul Wolff, Renger-Patzsch aber auch Rodschenko erahnen. – Bildmotive im Konvolut: Schornsteine (3), Containerlager, Eisenbahnloren, Werkbank und Werkzeug (5). – Alle sehr gut erhalten.

228  Ralf-Rainer Wasse. Mensch und Arbeit.

€ 300

Drei Fotografien (Vintages, Silbergelatine). 1985. 57 : 50 cm. Rückseitig signiert.

Aus dem oben beschriebenen Bildmaterial »Mensch und Arbeit« von Ralf-Rainer Wasse (geboren 1942) für Präsentation und Ausstellung ausgewählte Motive, abgezogen im Großformat: Betriebsgelände mit Eisenbahngleis. – Zwei Arbeiter vor Tonrohren. – Tonrohrbruch. – An der Spinnmaschine. – Sehr gut erhalten.

229  Ralf-Rainer Wasse. Mensch und Arbeit.

€ 300

40 Fotografien (Vintages, Silbergelatine). Um 1985. 20 : 14 cm.

Menschen bei der Arbeit. – Die Aufnahmen entstanden in Gießerei, Spinnerei, Keramikfabrik, Textilverarbeitung und Verwaltung, wohl alle im damaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, wo der Fotograf (Jahrgang 1942) damals lebte. – 30 Aufnahmen mit Menschen an Maschinen und am Arbeitsplatz, fünf Porträts, fünf mit Betriebsanlagen und Architektur. – Einige kleinformatige Abzüge und zwei Dubletten als Beigabe. – Dazu: Einige Briefe des Bezirkskunstzentrums Karl-Marx-Stadt an den Fotografen zum Fortgang der Arbeiten.

230  Ralf-Rainer Wasse. Mensch und Arbeit.

€ 200

Acht Fotografien (Vintages, Silbergelatine). 1985.

Im Schlachthof. Vier Fotografien. 21, 5 : 16,5 cm (30,0 : 23,8 cm). – Schleifmaschine. Zwei Fotografien. 14 : 20,5 cm (18 : 24 cm). – Tonrohrbruch. 57 : 50 cm. Rückseitig signiert. – Betrieb im Erzgebirge. 57 : 50 cm. Rückseitig signiert. – Auswahl des Fotografen, für Präsentationszwecke breitrandig bzw. großformatig abgezogen.

231  Wols. Pavillon d’Elégance.

€ 750

Sechs Fotografien. 1937/1996. Ca. 26,0 : 17,5 cm (38,0 : 29,0 cm).

Abzüge von den Originalnegativen aus dem Nachlass. – Die Serie »Pavillon d’Elégance« entstand 1937 in Paris. – Dazu: Wols. Sechs Fotografien. 1939–1951/1998. Ca. 26,0 : 18,0 cm (40,0 : 30,0 cm). – Zwei vollständige von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg edierte Folgen, Editionsnummern 284 B1–6 und 290 A1–6.

232  Petra Wunderlich. Carrara, Italien, I–VI.

€ 300

Sechs Fotografien. 1989/2005-2006. 24 : 34,5 cm (30,5 : 40 cm). Alle rückseitig signiert.

Die vollständige Auswahlfolge. – Petra Wunderlich (geboren 1954) »photographiert mit einer 5 x 7 Mittelformatkamera frühmorgens im ersten Licht und von einem erhöhten Standort aus. Den Ausschnitt im Querformat wählt sie so, dass kein Horizont im Bild zu sehen ist – und auch keine Menschen. Diese Perspektive verbindet ihre verschiedenen Werkgruppen ebenso wie ein gemeinsames inhaltliches Interesse. Wunderlichs Photographien folgen dem Prinzip der Serie, wobei die Themenkomplexe Kirchenbauten und Steinbrüche im Mittelpunkt stehen.« (griffelkunst.de). – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 324 B1–6.

233  Helmut Ziebarth. Ost-Berlin.

€ 500

24 Fotografien. 1980er Jahre. 18: 26 cm (24 : 30 cm).

Die einfühlsamen Bilder – Ostberliner Straßen, Hinterhöfe und Fassaden der 1980er Jahre – voller Tristesse und Verfall. – Alle rückseitig mit dem Stempel des Hinterhof-Fotografen vom Prenzlauer Berg, über den kaum biographische Details ermittelt werden konnten. Der Stempel stammt aus der Nachwendezeit. Helmut Ziebarth starb 1992, 1994 hatte er eine erste Ausstellung (die wir nicht nachweisen konnten, vgl. aber eine Bemerkung im Magazin der Berliner Zeitung vom 24./25. April 1999). – Schöne breitrandige Abzüge, eventuell für die erwähnte Ausstellung. – Makellos.

234  Tobias Zielony. Jenny, Jenny.

€ 600

Sechs Farbfotografien, Ink-jet. 2013. 47 : 32 cm. Rückseitig signiert.

Vollständige Folge mit folgenden Motiven: Licht. – Haare. – Front. – Piercing. – Bett. – Himmel. – In der farbig illustrierten Originalmappe. – »Wie im Film wechselt Tobias Zielony [geboren 1973] in seinen photographischen Serien verschiedene Einstellungen von disparaten Momenten ab, die erst durch das Nebeneinander zu einem Zeit-Raum-Kontinuum und damit zu einer Erzählung zusammengeführt werden.« (Stephanie Bunk auf griffelkunst.de). – 2015 ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummer 357 C1–6.

235  Pablo Zuleta Zahr. Baquedano K1.

€ 450

Fotografie, Lambda Color Print. 2004. 95,2 : 130,2 cm (100 : 135 cm). Rückseitig signiert.

Exemplar 34/100. – Rückseitig mit dem signierten Editionsaufkleber. – Lumas-Edition, auf Aluplatte kaschiert, mit UV-Schutz und Acyrlglasplatte. Mit Aufhängung.

236  Pablo Zuleta Zahr. Alexanderplatz K1.

€ 450

Fotografie, Lambda Color Print. 2004. 111,6 : 101,4 cm (130 : 120 cm). Rückseitig signiert.

Exemplar 63/100. – Rückseitig mit dem signierten Editionsaufkleber. – Pablo Zuleta Zahr (geboren 1978 in Chile) studierte seit 1999 an der Düsseldorfer Kunstakademie, 2006 war er Meisterschüler von Thomas Ruff. Seit 2004 ist er bei vielen internationalen Fotoausstellungen vertreten. – Lumas-Edition, auf Aluplatte kaschiert, mit UV-Schutz und Acyrlglasplatte. Mit Aufhängung.

237  Sturm-Postkarten.

€ 300

Vier Postkarten. Um 1915. Ca. 14 : 10 cm.

I. Marc Chagall. Kleinstadt. Farblithographie nach Aquarell. – II. Marc Chagall. Der Viehhändler. Offset in Braun. – III. Alexander Archipenko. Der Tanz. Mit überdruckter Angabe »Sammlung Walden«. – IV. Alexander Archipenko. Statuette (terre cuite). Französische Postkarte, ohne Verlagsangabe. – Dazu: Maler-Postkarte des Verlages Bruno Cassirer und J. B. Neumann, Serie III, Nr. 8: Lovis Corinth. Die Hexen. – Alle sehr gut erhalten und unbeschriftet.

238  Katalog 1919–1924 Paul Steegemann Verlag · Hannover.

€ 250

Hannover Oktober 1924. Pappband mit eingebundenem Originalumschlag.

Sehr seltener Katalog des für die expressionistische und dadaistische Literatur gleichermaßen wichtigen Verlages, in dem auch die bekannte Reihe »Die Silbergäule« erschien. – Mit dem einleitenden Text des Verlegers »Fünf Jahre Verleger«, veröffentlicht zuerst in Heft 6 der Zeitschrift »Das Stachelschwein« und hier unter seinem Pseudonym Gustav Bock. – Verzeichnet ungefähr 150 noch lieferbare Bücher mit Angaben zu Luxus- und Vorzugsausgaben sowie Rezensionen. – Zu den wichtigsten Autoren gehörten Kurt Schwitters, Hans Reimann, Walter Serner und Salomon Friedländer (Mynona). – Mit Illustrationen von Barlach, Orlik, Grosz und Kubin. – Beigabe: Sonderdruck Bassenge-Katalog Steegemann (Auktion 41).

18,8 : 11,0 cm. 48 Seiten (einschließlich Umschlag).

Meyer S. 82

239  Dada – Excursions & visites Dada.

€ 700 ( R7 )

1ère visite: Eglise Saint Julien le Pauvre. Jeudi 14 Avril a 3 h. Paris [1921].

Flugblatt der Pariser Dadaisten für eine Exkursion, weitere wurden angekündigt, fanden jedoch niemals statt. – »Les dadaïstes de passage à Paris voulant remédier à l’incompétence de guides et de cicerones suspects, ont décidé d’entreprendre une série de visites à des endroits choisis, en particulier à ceux qui ont vraiment pas de raison d’exister, – C’est à tort qu’on insiste sur le pittoresque (Lycée Janson de Sailly), l’intérêt historique (Mont Blanc) et la valeur sentimentale (La Morgue). – La partie n’est pas perdue mais il faut agir vite. – Prendre part à cette première visite c’est se rendre compte du progrès humain, des destructions possibles et de la nécessité de poursuivre notre action que vous tiendrez à encourager par tous les moyens.« – Unterzeichnet von Gabrielle Buffet, Louis Aragon, Arp, André Breton, Paul Eluard, Th. Fraenkel, J. Hussar, Benjamin Péret, Francis Picabia, Georges Ribemont-Dessaignes, Jacques Rigaut, Philippe Soupault und Tristan Tzara. – Bläuliches Maschinenpapier, Druck in Blau und Schwarz. – Sehr selten und sehr gut erhalten, hier unbeschnitten.

31,5 : 26,6 cm. Dreifach gefaltet.

Dada global 235

240  Kurt Schwitters. Eigenhändige Merzbild-Postkarte mit Unterschrift.

€ 1500

Hannover, 25. 6. 1924. Beidseitig beschrieben.

An den Schauspieler Max Gundermann in Braunschweig. – Im November 1923 war der gemeinsame Plan, einen ersten Merzabend in Braunschweig zu veranstalten, offenbar gescheitert, erst im Januar 1924 lernten sich die beiden kennen. Im Winter 1923/24 erwog Gundermann, eine Kunsthandlung zu eröffnen. Dieses Vorhaben unterstützten sowohl Schwitters als auch Hans Richter, der im Februar 1924 an Gundermann schrieb: »Nach Rücksprache mit Herrn Schwitters sind wir Ihnen für Ihre Vorschläge sehr verbunden. Wir werden Ihnen eine Anzahl von Arbeiten zugehen lassen, die sich etwa für den Verkauf im Kunsthandel eigneten […]« (vgl. Auktion Hesse 19, KatNr. 304ff.). Ob sich der Plan nicht umsetzen ließ oder die Verkaufserfolge ausblieben, ist nicht überliefert, Schwitters jedoch drängt auf Rückgabe: »Vor einigen Wochen erkundigte ich mich bei Ihnen nach meinen bei Ihnen in Commission befindlichen Arbeiten. Sie haben noch nicht geantwortet. Ich bitte nun mir zu schreiben, wie es den Sachen geht […] Ich bitte nun dringend um Nachricht.« – Auf der Merzpostkarte »Kurt Schwitters. Das große Ichbild (Merzbild).

241  Kurt Schwitters. Eigenhändige Kunstpostkarte.

€ 1500

Hannover, 4.1.1926. Beidseitig beschrieben.

An Max Gundermann in Braunschweig. – Nach mehr als 18 Monaten reklamiert Schwitters kleinteilig in Bezug auf die Rückgabe von Kommissionsware (siehe die vorherige KatNr.): »Nach Ihrer eigenen Aufzeichnung fehlen verglichen mit den Sachen, die Sie uns geschickt haben: 1 Bild von Buchholz, 2 Merzzeichnungen von Schwitters, 5 neue Anna Blume, 4 Auguste Bolte, 24 Postkarten, 12 Merzzeitschriften, 13 Programms, 2 Klischees. Ich werde in nächster Zeit nach Braunschweig kommen und mir das Fehlende holen […]«. – Postkartenmotiv: Kurt Schwitters. Trauernde. Gemälde 1916.

242  Kurt Schwitters – H. Bahlsens Keks-Farbik Hannover.

€ 300

Drei Werbepostkarten. Um 1929. 10,5 : 14,8 cm.

Textseite im Buchdruck in Schwarz und Rot, Entwurf von Kurt Schwitters. – Der Merzkünstler gestaltete ab 1929 gemeinsam mit Martel Schwichtenberg (1896–1945) die Werbemittel der berühmten Leibniz-Keks-Fabrik. Während die Bildelemente, hier das TET-Signet, von der Künstlerin entworfen wurden, konzipierte Schwitters die Anordnung und Linienführung. Eine nahezu identische Karte ist abgebildet im Katalog »Kurt Schwitters – Avant-Garde and Advertising« der Fundacion Juan March (2014), KatNr. 64. – Auf den Bildseiten drei zeitgenössische Fotografien (Brezelmänner; Saal; Fassade Lister Straße). – Sehr gut erhalten.

243  Albert Gleizes und Jean Metzinger. O Kubism

€ 400

(russisch: Über den Kubismus). Moskau, Buchverlag Moderner Probleme 1913. Mit elf ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur.

Erste russische Ausgabe, anonym übersetzt (M. B.), nur kurze Zeit nach der französischen Erstausgabe publiziert. In dieser wurde 1912 die Kunstrichtung erstmals als »Cubisme« bezeichnet. – Mit ganzseitigen Abbildungen nach Werken von Cezanne, Picasso, Derain, Braque, Metzinger, Laurencin, Gleizes, Léger, Duchamp, Gris und Picabia. – Unbeschnitten.

18,8 : 13,5 cm. 126, [2] Seiten. – Rücken erneuert. – Besitzvermerk auf Umschlag und Titel. 2 Doppelblätter lose.

244  Marina Zvetajeva. Razluka.

€ 450

Kniga stichov. (russisch: Trennung. Ein Buch Gedichte). Moskau und Berlin, Helikon 1922. Originalpappband mit Deckelschild.

Erste Ausgabe. – Der erste Gedichtband im Berliner Exil. – Die Dichterin stand der Oktoberrevolution kritisch gegenüber, eine ihrer beiden Töchter aus der Ehe mit S. J. Efron verhungerte in einem Moskauer Kinderheim. Marina Zvetajeva folgte 1922 ihrem Ehemann in die Emigration nach Berlin, lebte später auch in Prag und Paris. 1939 kehrten beide in die Sowjetunion zurück und wurden bald darauf von Stalins Geheimpolizei verhaftet. Efron wurde 1941 erschossen, die Dichterin beging 1941 Selbstmord. – Boris Pasternak, der die Dichterin verehrte, soll ihr in der Figur der Lara in »Doktor Schiwago« ein Denkmal gesetzt haben.

16,2 : 12,5 cm. 36 Seiten (paginiert [3]–37, [1]). – Minimal bestoßen, hinteres Gelenk angeplatzt. – Leicht stockfleckig.

245  Wadim Scherschenevic und Matvej Roizman. Krasnyj Alkogol

€ 600

(russisch: Roter Alkohol). [Moskau], Imaschinisty [1922]. Originalbroschur mit Lithographie von Boris Erdman.

Erste Ausgabe. – Enthält die beiden Dichtungen »Prokaschenaja Moskva« und »Odnoj splosnoj neleposti«. – Der Bühnenbildner Boris Erdman (1890–1960) war der Bruder des 1933 verhafteten und verbannten Dramatikers Nikolai R. Erdman. Er illustrierte mehrere Bücher mit Dichtungen von Scherschenevic. – Sehr selten.

22,8 : 16,2 cm. 20, [4] Seiten (einschließlich Umschlag). – Rückenfalz und untere Ecke des Umschlags restauriert. – Hinterer Umschlag mit Preisstempel.

Rowell/Wye 383

246  Alexander Rodschenko – Vladimir Majakovskij. Ispanija – Okean – Gavanna – Meksika – Amerika.

€ 350

Moskau und Leningrad, Gosizdat 1926. Originalhalbleinenband mit zweifarbiger Illustration von Alexander Rodschenko.

Erste Ausgabe der Gedichtsammlung.

16,2 : 13,0 cm. 89, [7] Seiten. – Einband etwas fleckig. – Titelblatt und eine weitere Seite gestempelt. Etwas fingerfleckig.

Rowell/Wye 655 und Abbildung auf Seite 181

247  B[oris] Ignatievic Arvatov. Iskusstvo i Klassy.

€ 400

(russisch: Kunst und Klassen). Moskau und Petersburg, Gosizdat 1923. Typograpisch illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Boris Arvatov war Mitarbeiter an der russischen Avantgarde-Zeitschrift LEF. – Die in Rot und Schwarz gedruckte Typographik auf dem Vorderumschlag ist monogrammiert »L. N.«.

23,5 : 15,8 cm. 87, [1] Seiten. – Rücken leicht brüchig, Vorderumschlag und Titel mit kleiner Farbstift-Nummerierung, Hinterumschlag mit Stempeln.

Nicht im MoMA, nicht bei Compton

248  LEF.

€ 350

(Journal der Linken Front der Kunst). No. 2. Moskau und Petersburg, Gosizdat April/Mai 1923. Mit fünf ganzseitigen Illustrationen. Zweifarbig illustrierte Originalbroschur.

Das zweite Heft der wichtigsten russischen Avantgarde-Zeitschrift mit literarischen und programmatischen Beiträgen. – Die Umschläge der Hefte entwarf Alexander Rodschenko, der für dieses Heft auch sechs Plakatentwürfe beisteuerte. Sie sind neben sechs – ebenfalls zweifarbigen – Trikotentwürfen von Warwara Stephanova abgebildet. Als weitere Illustrationen dienten zwei Abbildungen aus George Grosz’ »Ecce homo«. – Die Textredaktion lag bei Majakovskij. »Wegen zunehmender massiver Kritik an ihrer Unverständlichkeit für die breite Masse war ihr Erscheinen unregelmäßig und ihre Auflage immer geringer geworden […]« (Bowlt/Hernad). Nach nur sieben Ausgaben wurde die Zeitschrift eingestellt.

23,5 : 16,0 cm. 177, [3] Seiten. – Nutzungsspuren, insgesamt sehr gut erhalten.

Rowell/Wye 500 und Abb. auf Seite 209. – Compton mit farbiger Abbildung nur dieses Hefts auf S. 33. – Bowlt/Hernad 81

249  Novyi LEF.

€ 350

(Neuer LEF). No. 2. Moskau, Gosizdat Februar 1927. Mit Abbildungen auf vier Bildtafeln. Illustrierte Originalbroschur.

Mit Beiträgen von Majakovskij u. a., Bildtafeln mit Fotografien und Filmfotos von Rodschenko u. a. – Die neue Reihe erschien monatlich von Januar 1927 bis Dezember 1928. Wiederum gestaltete Rodschenko die Umschläge. »Beträchtliche Änderungen fielen auf: Der Umfang war auf 48 Seiten reduziert, die Illustrationen bestanden jetzt hauptsächlich aus Photos, die Umschläge aus Photomontagen. Bis Ende 1928 hielt ›Novyi Lef‹ den auch jetzt wieder einsetzenden Angriffen stand, dann wurde sie eingestellt.« (Bowlt/Hernad).

22,5 : 14,7 cm. 47, [1] Seiten, 2 Blätter. – Vorderumschlag lose, minimal fingerfleckig.

Vgl. Bowlt/Hernad 82

250  Novyi LEF.

€ 350

No. 3. Moskau, Gosizdat März 1927. Mit fünf fotografischen Abbildungen auf vier Tafeln. Illustrierte Originalbroschur.

Das Märzheft der neuen Reihe. – Textbeiträge von Majakovskij, Tretjakov u. a. – Die Tafeln mit Fotografien von Rodschenko.

22,5 : 14,7 cm. 47, [1] Seiten, 2 Blätter. – Rückenfalz eingerissen, Umschlag vorn und hinten mit je einem, kaum störenden, Stempel.