ChristianHesse

Lot 201 – 250 | Hesse-Auktionen
Lot 201 – 250

201  Wien – Das Ehrenjahr Otto Wagners

€ 200 ( R7 )

an der K. K. Akademie der bildenden Künste in Wien. Arbeiten seiner Schüler. Projekte, Studien und Skizzen. Herausgegeben von Otto Schönthal. Wien, Eduard Mosack [1912]. Mit einem Kupfertiefdruck-Porträt und zahlreichen, meist ganzseitigen und teils farbigen Abbildungen, einige farbige einmontiert. Originalhalbleinenband, Vorderdeckel mit Goldprägung.

Sehr schön gestaltete Veröffentlichung mit Entwürfen von Josef Heinisch (Skizze für ein Mosaik, Verlegung der päpstlichen Residenz nach Jerusalem), Hans Fritz, Franz Kaym (Landkirche, Jagdhaus, Hotel Ring), Friedrich Pindt (Flugfeld Aspern), Josef Hannich (Ausbau d. Wiener Hofburg), Karl Reinhart (Untergrundbandhaltestelle Stadtpark), Rudolf Weiss (Hotel Wien), Rupert Pokorny (Thermenanlage Vöslau) etc. – Otto Wagner (1864–1945) war der bedeutendste Architekt im Wien um 1900. Zahlreiche Bauten der Stadt, aber auch Schleusenanlagen, die Stadtbahn u. a. wurden von ihm entworfen.

[8], 56 Seiten, 1 Porträt. – Deckel berieben. – Das Porträt etwas stockfleckig.

Lasch 3470

202  Wiener Werkstätte – Almanach der Wiener Werkstätte.

€ 750

Wien und Leipzig, Rosenbaum [1911]. Mit zwölf Tafeln, davon vier farbig. Orangefarbener Originalleinenband, ornamentale Deckelverzierung und Rückentitel in Braun geprägt.

Die originale Ausgabe, wohl nur in überschaubarer Auflagenhöhe gedruckt. – Den gesamten Buchschmuck (Einband, grüne Textbordüren und die ornamentierten Initialen) entwarf Josef Hoffmann. »Eine Reihe klangvoller Namen, die Elite der Wiener Literatur und Kunst, hatte sich da zusammengefunden, um durch Wort und Bild zu bezeugen, daß in ihrem Lager das geistige Österreich zu finden sei« (Hans Ankwicz-Kleehoven, zitiert nach Schweiger). Max Mell übernahm die Redaktion des literarischen Teils mit Beiträgen so wichtiger Autoren wie Peter Altenberg, Hugo von Hofmannsthal (Erstdruck von Akt 4 »Das Bergwerk zu Falun«) und Rainer Maria Rilke (Erstdruck des achten Sonetts der Louize Labé) u. a. – Die zwölf »Bilderbeigaben« stammen von C. O. Czeschka, Josef Hoffmann, Gustav Klimt, Ivan Mestrovic, Moritz Jung, Josef Schwetz, Albert Paris von Gütersloh, Koloman Moser, Joseph von Diveky, Oskar Kokoschka und Berthold Löffler. – Sehr schönes Exemplar des wichtigen frühen Dokuments.

17 : 13 cm. [2], 126 Seiten, 12 Tafeln.

Schweiger, Kunst und Handwerk, S. 91. – Dokumentations-Bibliothek VI, 467. – Hofmannsthal: Houghton Library Catalog 96. – Rilke: Mises 220

203  Wiener Werkstätte – Adalbert Stifter. Aus dem alten Wien 1844.

€ 300

Wien 1914. Grüner Originalkalblederband mit vergoldeter Deckelvignette, vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt (Wiener Werkstätte).

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Fabriano-Bütten mit »echt vergoldeten Initialen« (Gesamtauflage 520). – Einbandzeichnung, Vorsätze, Buchschmuck und Initialen nach Entwürfen von Rudolf Junk wurden in der k. k. Hof- und Staatsdruckerei »hergestellt«.

24,8 : 18,5 cm. 214, [6] Seiten. – Ecken berieben, Rücken verfärbt. Beide Deckel mit kleinen Kratzern. – Vorsatzblatt mit Sammlerstempel.

204  Wiener Werkstätte – Schwarzer Kalblederband der Wiener Werkstätte

€ 1800 ( R7 )

(signiert) mit Deckelvignetten in Negativblindprägung und gepunzter Schnittvergoldung. – Inhalt: Charles de Coster. Flämische Legenden. Jena, Eugen Diederichs 1911. Mit einem Titelholzschnitt von F. H. Ehmcke.

Hinterer Innendeckel mit dem vergoldeten quadratischen Stempel »Wiener Werkstätte«. Der Einband stammt nach Vergleichsabbildungen wohl von Hilda Jesser (1894–1985), Mitarbeiterin der Wiener Werkstätte und Mitglied des Österreichischen Werkbundes. – Beide Deckel mit einem großen erhabenen Relief (Blumengebinde). Rankwerk verziert auch die allseitige Schnittvergoldung. Vorsätze und Spiegel mit hellgrauer Seide bezogen.

19,5 : 12,0 cm. [4], VIII, 213, [3] Seiten. – Winzige Abplatzung der Epidermis am Vordergelenk. – Ein Vorblatt mit Filmoplastresten.

Vgl. Schweiger, Wiener Werkstätte, S. 183, Abbildung unten

205  Wiener Werkstätte – Senffarbener profilierter Maroquinband von Josef Hoffmann, Wiener Werkstätte

€ 6000 ( R7 )

(signiert). – Inhalt: Sanctissimum. Eine melodramatische Allegorie in einem Akt von Henny Bauer. Musik von Wilhelm Kienzl. Vollständiger Klavierauszug. Wien und New York, Universal-Edition 1924.

Außergewöhnlicher Einband von Josef Hoffmann, dem wichtigsten Buchgestalter der Wiener Werkstätte. Hinterer Innendeckel mit zwei vergoldeten Signaturstempeln: Monogramm »JH« und »Wiener Werkstätte«. – Statt eines in der Fläche gestalteten Einbandes mit Prägungen und Illustrationen entwarf Josef Hoffmann hier ein Buchobjekt. Zwei gefräste Holzdeckel wurden mit dem grobnarbigen Leder bezogen, dass sich perfekt den Schwüngen der Deckel anschmiegt. Die dreifach wiederholte Wellenform der Deckel erinnert, von den Seiten betrachtet, an den Umriss eines Streichinstruments, womit Hoffmann den Bezug zum Inhalt schuf. – Vorsatzblätter und Spiegel wurden mit lilafarbener Seide bespannt. – Hoffmann konzipierte den Einband ohne jegliche Beschriftung, einer Schatulle gleich, das Innere zeigt sich erst beim Öffnen des Deckels.

31,0 : 22,8 cm. 60 Seiten. – In moderner, mit goldgehöhtem Kleisterpapier bezogenen Kassette.

Vgl. einen ähnlichen Einband in: Schweiger, Wiener Werkstätte, S. 183, Abbildung unten

206  Die Wiener Werkstätte 1903–1928.

€ 2500

Modernes Kunstgewerbe und sein Weg. Wien, Krystall Verlag 1929. Mit 175, teils farbigen Abbildungen. Originaleinband (signiert: Karl Scheibe, Wien) mit bemalter Reliefpressung nach Entwürfen von Vally Wieselthier und Gudrun Baudisch. In farblich passender privater Leinenkassette.

Erste und einzige Ausgabe. – Sehr schöne, nach Angaben von Josef Hoffmann von Mathilde Flögl gestaltete, Festschrift. Der opulent ausgestattete Katalog erschien im Jubiläumsjahr der Werkstätte. – »Das Neue an diesem […] Album ist der Umstand, daß darin jede einzelne Seite nach künstlerischem Gesichtspunkt komponiert ist und zur Belebung der Blattfläche auch Farben (Schwarz, Rot, Gold und Silber) zur Verwendung kamen« (Buchanzeige 1929, zitiert nach Schweiger). – In 175 Abbildungen wird ein Querschnitt durch das künstlerische Schaffen und die Erzeugnisse (Kunstgegenstände, Stoffe, Bucheinbände, Schmuck, Möbel u. a.) der Wiener Werkstätte gegeben. – Für den berühmten Einband wurden zwei Pappmachéreliefs auf die Deckel montiert und in Orange und Schwarz bemalt. – Ein »als ›Kachel-Katalog‹ gehandeltes Rarissimum des Antiquariatbuchhandels« (Brandstätter). – Vortitelblatt mit eigenhändiger Widmung von Kuno Grohmann »Zur Erinnerung an die Berliner Sitzung | 1929«. Der vermögende Unternehmer hatte 1926 und 1928 erfolglos versucht, der Wiener Werkstätte durch Kapitaleinlagen aus der finanziellen Misere zu helfen. 1929 eröffnete die Wiener Werkstätte eine Filiale in Berlin, um endlich die Umsätze wieder zu steigern, Grohmanns Einschätzung nach wurde dies allerdings »ein vollständiger Fehlschlag« und trug nicht unwesentlich zur Schließung des Gesamtunternehmens im Folgejahr bei.

23,0 : 21,8 cm. [176] Seiten. – Leicht berieben, die Ecken und Kapitale mit kleinen Schabstellen. Rücken etwas verfärbt. – Vortitel mit zeitgenössischer Widmung.

Dokumentations-Bibliothek VI, 485. – Schweiger S. 124f. – Brandstätter 13

207  Gotthard de Beauclair – Von einem König, Schneider, Riesen, Einhorn und wilden Schwein.

€ 450

Offenbach 1925. Mit vier zweifarbigen Holzschnitten von Wilhelm Pischner. Originaleinband mit braunem Büttenbezug, schwarzen Lederecken und Deckelvignette. – Widmungsexemplar.

Unter dem Druckvermerk von Gotthard de Beauclair, der das Buch setzte und gestaltete, eigenhändig mit »Mein erstes Buch! G. de B.« bezeichnet. – In der Buchdruckwerkstatt der Technischen Lehranstalten Offenbach wohl nur in kleinster Auflage gedruckt. – Jeder Satz über die Bedeutung Gotthard de Beauclairs (1907–1992) für die deutsche Buchkunst des 20. Jahrhunderts hieße, die berühmten »Eulen nach Athen« zu tragen. Auf Empfehlung seines Onkels Christian H. Kleukens hatte Gotthard de Beauclair von 1923 bis 1928 »das Glück, bei Klingspor und in der Werkstättengemeinschaft des genialen ›Offenbacher Schreibers‹ Rudolf Koch eine lebensformende Ausbildung in der Kunst Gutenbergs zu erhalten« (Rudolf Sühnel, in »G.d.B., Leben und Werk«, 1996, S. 19). Noch 1928 wurde er Hersteller und Buchgestalter des Leipziger Insel-Verlages. – Auf Bütten. – Sehr selten, kein Exemplar im KVK nachweisbar (nur eine im selben Jahr erschienene andere Ausgabe des Textes). – Tadellos.

16,2 : 11,0 cm. 22, [2] Seiten.

Nicht in der oben zitierten Monographie, nicht bei Spindler

208  Hermann Gotthard [pseudonym für Gotthard de Beauclair]. Triangel des Glücks.

€ 450

Gedichte. Leipzig [1929]. Originalpappband mit Deckelschild. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe, die erste eigenständige Veröffentlichung, erschienen unter Pseudonym als Privatdruck »in kleiner Auflage für meine Freunde gedruckt von der Offizin Haag-Drugulin«. – Auf dem Vorsatzblatt die eigenhändige Widmung »Alles Leben wird erst durch uns lebendig« für den Vorbesitzer, datiert 1967. – Dazu: Gotthard de Beauclair. In uns die Welt. Gedichte. Chemnitz 1932. Originalbroschur mit -büttenumschlag. Erste Ausgabe. Eins von 300 Exemplaren, im Druckvermerk vom Verfasser signiert. Veröffentlicht von der Gesellschaft der Bücherfreunde zu Chemnitz als fünfter Band der »Chemnitzer Drucke. Eine Folge von Frühwerken junger Dichter«. – Gotthard de Beauclair. Das verborgene Heil. Ein Buch der Besinnung. [Gedichte] 1942–1946. Krefeld, Scherpe 1946. Originalbroschur. Erste Ausgabe. Vortitel mit eigenhändiger Widmung »Leo Heuter – dem Wiederentdecker freundschaftlich!« von 1980. – Alle sehr gut erhalten.

Werkverzeichnis in »G.d.B., Leben und Werk« (1996), Seite 165

209  Eugen Diederichs – Das gegerbte Löwenfell.

€ 450

Ein Kultursammelsurium zum 14. September 1921. Herausgegeben von den Hütern des Löwenzwingers. [Jena] 1921. Mit einigen Illustrationen. Orangefarbene Originalbroschur.

Eins von 100 Exemplaren. – Ebenso seltene wie humorige Festschrift zum 25. Gründungsjubiläum des Verlags. Eugen Diederichs hatte ihn 1896 in Florenz geründet, verlegte den Firmensitz aber bald nach Leipzig und 1904 nach Jena. Der sitzende Löwe war und ist das Verlagssignet, im Laufe der Jahre entworfen von E. R. Weiß, F. H. E. Schneidler, F. H. Ehmcke, J. V. Cissarz u. a. Durch Buchkünstler und Typographen wie die vorgenannten, wurde der Verlag zu einem der führenden für die deutsche Buchkunst der Moderne. – Aus dem Inhalt: Titelbild »Blütenkranz des Heiligen Eugenius von Jena« (nach Ehmckes Franz von Assissi-Ausgabe), »Der Ring des Löwen. Ein mystisch-groteskes Zirkusspiel«, »Ein moderner Erkönig«, »Die dadaistische Bewegung im Verlage des florentinischen Löwen« u. a. m. – Gedruckt bei Spamer, Leipzig. – Dazu: Werbezettel »Die Märchen der Weltliteratur« (1912), drei Faltblätter mit Grüßen des Verlegers 1921, 1924 und 1926 und eine Einladungskarte zur Sonnenwendfeier des Verlegers 1927. – E. R. Weiss. Elisabeth Eleanor. Eine Liebe. Florenz und Leipzig, Eugen Diederichs 1896. Originalbroschur. Eine der ersten Verlagspublikationen. Erste Lage gelockert.

32,0 : 24,0 cm. 16 Seiten. – Umschlagränder leicht bestoßen. – Ränder, vor allem bei Seiten 1 und 16 etwas gebräunt.

210  Offizin Haag-Drugulin, später Andersen-Nexö – 55 Jahresgaben der Leipziger Druckerei.

€ 900

Leipzig 1935–1996 und 2007–2008.. Einige mit Illustrationen. Originaleinbände (Leder, Halbpergament, Leinen, Seide und einige Broschuren), wenn erschienen dann mit Schuber.

Vollständige Reihe aller in Buchform erschienenen Jahresgaben, reizvoll in Vielfalt und Gestaltung. – Vorhanden sind somit die Jahrgänge 1935–1941 und 1948–1996 sowie die beiden nach dem Eigentümerwechsel erschienenen letzten Jahrgänge. 1946 und 1947 erschienen keine Buchausgaben, ebenso 1990 und 1992. Ab 1968 liegen hier die meisten, ab 1976 alle in der Ledervariante vor. – Die Bände erschienen in Auflagen von wenigen Hundert bis maximal 1500 Exemplare. – Die Texte hatten vielfach Bezug zur Bibliophilie, unter den Autoren finden sich Lichtenberg, Jean Paul, Goethe, Gogol, Schiller, Hebel, Kleist, Dickens, Tagore, Flaubert, Heine, Anatole France, Luther u. v. a. Einige Bände mit Fabeln, Aphorismen, vereinzelte mit Illustrationen (Ammann, Ständebuch). – Eine Abhandlung zur Geschichte der Reihe mit detaillierte Bibliographie aller Drucke veröffentlichte Herbert Kästner 2001 in Heft 162 der Marginalien, die dortige Auflistung versenden wir auf Anfrage. – »In den zwanziger Jahren vollzog sich jedoch ein gewisser Wandel; schmucke und wohlgestaltete Bändchen, vorwiegend literarischen Inhalts, transportierten [anstelle der bis dahin geläufigen Verlagsalmanache] die Firmenwerbung nun auf indirekte Weise.« Selbstanspruch und Selbstverständnis des damals in hoher Blüte stehenden (und nicht nur Leipziger) Druckgewerbes formulierte Ernst Kellner, künstlerischer Leiter der Offizin Haag-Drugulin, 1936/37 so: »Das, was die Buchdrucker hervorbringen, spiegelt mehr als andere Lebensäußerungen den kulturellen Bestand der Nation.« Dem Leiter der Offizin Ernst Kellner, der von Klingspor und aus der Schule von Rudolf Koch kam, stand für viele Jahrzehnte Horst Erich Wolter als Typograph zur Seite, der nach dem Krieg die Reihe noch über seine Pensionierung bis 1982 betreute. Ihm folgte Siegfried Hempel, seit 1962 Direktor der mittlerweile umbenannten Offizin. – Allein 22 der Bändchen wurden im Rahmen der Wettbewerbe um die »Schönsten Bücher des Jahres …« ausgezeichnet. – »Die Gestaltung der Bände steht ganz in der Leipziger Buchtradition, geht aus vom Primat der Type […] Der reiche Schriftenbestand der Offizin gestattete eine erfreuliche typographische Vielfalt der Drucke, die in den ersten Jahren oft noch handgesetzt wurden. […] Große Sorgfalt wurde auch auf Gestalt und Fertigung des Einbandes verwandt. Selbst bei kleinstformatigen Bändchen von kaum mehr als fünf Millimeter Dicke ist eine Rückenzeile Pflicht, und der Deckel ist häufig unter Verwendung typographischer Ornamente […] oder mit einem geprägten Zierstück geschmückt. In späteren Jahren wurde je eine kleine Quote der Auflage in Leder gefertigt« (Herbert Kästner).

Meist ca. 15 : 10 cm. – Alle tadellos erhalten, so vollständig sicher selten zu finden.

211  Fritz Usinger. Buchstaben-Buch.

€ 200

Offenbach am Main, Wilhelm Kumm 1977. Mit illustriertem Vorderdeckel und 25 blattgroßen farbig kalligraphierten Buchstaben von Karlgeorg Hoefer. Kordelgeheftete Originalbroschur. In Balsaholzhülle mit Schließband.

Eins von 200 Exemplaren. – Auf Japan-Bütten. – Im Druckvermerk von Künstler und Autor signiert. – Fritz Usinger schrieb das Buchstaben-Buch im Auftrag seines Verlegers. – Karlgeorg Hoefer (1914-2000), Typograph und Kalligraph, lehrte an der Werkkunstschule Offenbach. 1987 gründete er die Schreibwerkstatt Klingspor Offenbach und den Förderkreis Internationaler Kalligraphie e. V.

23,9 : 16,9 cm. [58] Seiten.

212  Friedrich Wilhelm Kleukens – Gottfried Keller. Der grüne Heinrich.

€ 300

Roman. Nach der ersten Fassung von 1854–55. Erster [bis] Vierter Band. Stuttgart und Berlin, Cotta 1913. Elfenbeinfarbene Originalmaroquinbände mit reicher floraler Vergoldung; Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

In kleiner Auflage erschienen. – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten. – Den Buchschmuck – ornamentale Initialen, Titelbordüre und die üppige Vergoldung der Vorderdeckel – entwarf Friedrich Wilhelm Kleukens.

21,0 : 16,0 cm. – Einbände etwas, zwei besonders am Rücken, stockfleckig. Vorsätze teils mit Abklatsch ehemaligen Umschlags. – Innen tadellos.

213  Karl Klingspor – Glückwunsch der Buchstaben.

€ 300

Dr. Karl Klingspor zum 28. Juli 1932. [Offenbach 1932]. Mit 26 Schriftmuster-Tafeln. Illustrierter Originalpappband mit Lederkanten in der Originalumschlagmappe.

Ohne Auflagenvermerk, wohl aber nur in kleinster Auflage hergestellt. Wir konnten via KVK und vialibri kein Exemplar nachweisen. – Zweifarbig gedruckt auf Japanbütten. – Anlässlich des 40. Berufsjubiläums von Karl Klingspor entstandene und mustergültig gedruckte Sammlung von 26 Schriftproben. In dem anonym verfassten Vorwort danken die Druckschriften dem Jubilar. – Der kleine Band vereint klassische Typen mit Entwürfen bekannter Schriftkünstler des 20. Jahrhunderts, darunter Otto Eckmann, Peter Behrens, Rudolf Koch, Walter Tiemann und Wilhelm Klingspor. – Die Brüder Klingspor hatten Ende des 19. Jahrhunderts die väterliche Schriftgießerei übernommen und stetig erweitert. Sie regten zeitgenössische Graphiker an, eigene Schriften zu entwerfen und sorgten somit maßgeblich für die typographische Vielfalt in der deutschen Buchkunst des 20. Jahrhunderts. – Sehr selten, das Buch tadellos erhalten. – Dazu: Ulrich von Hutten. Ich habs gewagt! Offenbach 1921. Originalbroschur. Festgabe zum 50. Geburtstag von Wilhelm Klingspor. – Festschrift. Karl Klingspor zum achtzigsten Geburtstag. [Offenbach] 1948. Mit neun ganzseitigen, teils montierten und farbigen, Bildbeigaben. Illustrierter Originalpappband.

20,5 : 14,5 cm. [28] Seiten.

214  Klingspor – [Johann Wolfgang von] Goethe. Von Deutscher Baukunst.

€ 200

Erläutert von Ernst Beutler und mit Bildern von Willi Harwerth. Offenbach am Main [1941]. Mit Holzschnitten im Text. Schwarzer Originalhalblederband mit leuchtend orangefarbenen Büttendeckelbezügen, Vorderdeckel mit schwarzer Ledervignette, diese und der Rücken mit Vergoldung. Im Originalschuber.

Eins von 150 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 250). – Gesetzt aus Schriften von Otto Hupp bzw. Walter Tiemann (Nachwort). – Neuausgabe von Goethes erster Prosaarbeit. Den beiden Straßburger Gelehrten Johannes Ficker (1861–1944) und Rudolf Kautzsch (1868–1945) aus Anlass der »Rückkehr« Straßburgs unter deutsche Verwaltung gewidmet. – Bereits 1932 war der Text mit Illustrationen Harwerths in der Offenbacher Ernst Engel Presse erschienen. – Tadellos schönes Exemplar.

35,5 : 25,7 cm. [2], 23, [2], XV, [3] Seiten.

215  Buchkunst – Hans Loubier. Die neue Deutsche Buchkunst.

€ 300

Mit 157 Abbildungen. Stuttgart, Felix Krais 1921. Mit zahlreichen Abbildungen auf Tafeln. Originalecrasélederband mit goldgeprägten Titeln und Kopfgoldschnitt (G. Balz, Stuttgart).

Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder. – Einbandgestaltung von Walter Tiemann. – Standardwerk über die deutsche Buchkunst mit unzähligen Abbildungen von Schriftproben, Verleger- und Druckermarken und Einbänden. Hans Loubier »überblickte kritisch und kenntnisreich plaudernd vier Jahrzehnte« (Georg K. Schauer). – Aus der Bibliothek von Richard Doetsch-Benziger, dem bedeutenden Sammler von Büchern und Kunst, namhafter Förderer von Paul Klee und Mäzen des Kunstmuseums Basel. 1957 schenkte er den Hauptbestand seiner Bibliothek dem Gewerbemuseum Basel als Grundstock zu einem Buchmuseum.

[8], 122, [3], 149, [3] Seiten, 8 Tafeln, [4] Seiten.

Schauer I, 6

216  Albert Spindler. Typen.

€ 200

Pressendrucke des deutschen Sprachraums seit 1945. Eine Bibliographie. Mit einem Vorwort von Eva-Maria Hanebutt-Benz. Gifkendorf, Merlin 1988. Mit 21 lose beigelegten Künstlerdrucken und zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband und -mappe, zusammen im -schuber.

Erste und einzige Ausgabe. – Eins von 80 Exemplaren der Vorzugsausgabe A mit 21 beigegebenen, meist signierten, Künstlerdrucken. – Die bisher unübertroffene Bibliographie der Pressendrucke nach dem Zweiten Weltkrieg.

28,0 : 21,0 cm. 335, [1] Seiten.

217  Canon missae.

€ 300 ( R7 )

Mainz, Gutenberg-Gesellschaft 1940. Mit einer ganzseitigen Illustration nach einem alten Holzschnitt. Originalhalbpergamentband. Vorderdeckel mit goldgeprägter Deckelvignette. – Widmungsexemplar.

In kleiner Auflage als Festgabe zur 500-Jahrfeier der Druckkunst erschienen. – 1940 wurde in Deutschland trotz Kriegszeit das Jubiläum der Erfindung des Buchdrucks mit viel Pomp und Propaganda gefeiert. Die Stempel AG ließ nach Angaben von Gustav Mori in der Schriftgusstechnik Gutenbergs eine Schrift schneiden und gießen und druckte damit das vorliegende Buch, wie beim Fust-Schöffer-Original, in drei Farben (Schwarz, Rot und Blau). Das handgeschöpfte Bütten stiftete die Firma Zanders. Den Einband fertigte der Leiter der Kleukens-Binderei Ernst Rehbein. – Das über das Kriegsende hinaus »gerettete« Exemplar widmeten Hans und Marga Stempel – damals Eigentümer der berühmten Schriftgießerei Stempel – Weihnachten 1949 dem »Vater des Grundgesetzes« und ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss.

39,7 : 29,0 cm. [32] Seite.

218  Jan Tschichold. Geometrische Komposition.

€ 300

Tusche und Aquarell auf grünen Karton. Um 1966. 13,5 : 11,0 cm.

Dazu: Faltblatt »Herzlichen Dank und freundliche Grüße«, von Jan Tschichold signiert. – Ferner: Brief an Richard von Sichowsky, mit eigenhändiger Unterschrift. Basel, 8. Mai 1966. Ausführlich über eine Publikation über den russischen Graphiker Faworski.

219  Jan Tschichold. Geometrische Komposition.

€ 300

Tusche und Deckweiß auf farbigem Karton. Um 1965. 12,0 : 12,6 cm.

Möglicherweise Entwurf für einen Bucheinband. – Dazu: Faltblatt »Herzlichen Dank und freundliche Grüße«, von Jan Tschichold signiert. – Ferner: Fotopostkarte von Tschichold an Richard von Sichowsky. Berzona, 11.2.1969. Dankt für eine Buchsendung und erwähnt, dass man nun ganz im Tessin lebt. – Zwei Beigaben.

220  E. R. Weiss zum fünfzigsten Geburtstage 12. Oktober 1925.

€ 600

Herausgegeben von Herbert Reichner, Wien. Leipzig, Insel 1925. Mit je einer Lithographie von Karl Hofer und Karl Walser sowie einem Holzschnitt von Emil Orlik, alle signiert, und zahlreichen Tafeln und Abbildungen. Originalpergamentholzdeckelband. Deckelvignette und Rückentitel vergoldet (Spamersche Buchbinderei, Leipzig).

Eins von 50 Vorzugsexemplaren mit den signierten Graphiken und im Pergamenteinband (Gesamtauflage 500). – Opulente Festschrift für Emil Rudolf Weiß (1875–1942), einen der vielseitigsten Buchkünstler der Moderne. Die Werkschau wurde von 13 Druckereien und Verlagen gestiftet (und dort in Teilen gedruckt) – eine »geradezu einzigartige Veranstaltung« (Schauer). – Otto Julius Bierbaum verpflichtete Weiß als Buchkünstler für die Zeitschrift »Pan«, die von Weiß eingesandten Texte stellte er zurück. »Dieses war wohl die entscheidende Weichenstellung, die Weiß von der eigenen Literatur wegführend wiederum zur Literatur als Buchgestalter hinführte. Die ästhetische Gestaltung des Buches um die Jahrhundertwende und bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts ist in Deutschland ganz wesentlich von Emil Rudolf Weiß geprägt worden.« (Markus Brandis, Vorwort zum Katalog »E. R. Weiß«, Auktion 99, Bassenge 2012) – Mit den signierten Originalgraphiken von Karl Hofer (Porträt von E. R. Weiss, Lithographie, Rathenau L 56), Karl Walser (Exlibris E. R. W., Lithographie, Badorrek-Hoguth C 21) und Emil Orlik (Das Tao, Holzschnitt). – Mit Textbeiträgen von Franz Blei, Martin Buber, Gerhart Hauptmann, Oskar Loerke, Julius Meier-Graefe, Hans Loubier, G. A. E. Bogeng, Stanley Morison, Julius Rodenberg und anderen. – Der umfangreiche Tafelteil (mehr als 170 teils gefaltete und farbige Tafeln) dokumentiert die gesamte Bandbreite des Weiß’schen Schaffens Buchschmuck, Initialen, Bücherzeichen, Signete, Druckschriften, Typographischer Schmuck, Buchumschläge, Buchtitel und Einbände. – Tadellos schönes Exemplar.

37,0 : 27,5 cm. [2], 106, [2] Seiten, 124 Tafeln, [2] Seiten, 47 Tafeln, [4] Seiten.

Oschilekwsi 156. – Sarkowski 1891. – Schauer I, 186

221  Hermann Zapf und August Rosenberger. Das Blumen ABC.

€ 600

Frankfurt am Main, Heinrich Cobet 1949. Mit 26 kolorierten Tafeln. Bordeauxroter Maroquinband mit vergoldeten Fileten und Eckfleurons, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: Gudrun von Hesse).

Unnummeriertes Exemplar außerhalb der Auflage von 200. – Mit einem Widmungsblatt der Geschäftsleitung der D. Stempel AG für Fritz Adomzent, den Direktor der Mergenthaler Setzmaschinenfabrik zum 50jährigen Geschäftsjubiläum. – Druck auf Fabriano-Bütten. – Die Arbeit am Blumen ABC wurde von Hermann Zapf in Bordeaux begonnen und 1947 in Frankfurt a. M. beendet. August Rosenberger, von 1927 bis 1962 Meister der Schriftschneiderei der Stempel AG, fertigte für Hermann Zapf, nach dessen Zeichnungen, die Bleischnitte zum Blumen ABC an. – Der Einband stammt von der Ehefrau Hermann Zapfs, Gudrun von Hesse (1918–2019).

33,0 : 24,5 cm. 36 Blätter.

222  Oskar Zech – Drei von ihm gestaltete und gedruckte Werke.

€ 300

Leipzig 1956–1959. Originaleinbände (Friedrich P. Dilßner, Leipzig).

I. Kalidasa. Der Kreis der Jahreszeiten. 1956/57. Mit acht Farbätzungen von Oskar Zech. Originalpergamentband. Rückentitel und Deckelvignette goldgeprägt. Eins von 100 Vorzugsexemplaren in Pergament (Gesamtauflage 200). – II. Rainer Maria Rilke. Gedichte in Auswahl. 1958. Originalseidenband mit goldgeprägter Deckelvignette. Eins von 180 Exemplaren. – III. Friedrich Hölderlin. Auswahl der Gedichte. 1959. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägten Titeln. Eins von 100 Exemplaren. – Gedruckt im Institut für Buchkunst, das 1947 mit der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst wiedereröffnet worden war. Oskar Zech, der schon in den 1920er Jahren unter Tiemann und Mathey an der Akademie tätig war, leitete bis 1958 die Werkstatt für Typographie. 1959 verließ er die Hochschule und gründete eine eigene Handpresse. – I und III wurden aus der Hammer-Unziale gesetzt, beide Bücher gewannen den Wettbewerb »Schönstes Buch des Jahres«. – Alle drei tadellos.

Ca. 29,5 : 20,0 cm.

Seyfert/Weiße S. 173, 174 und 175

223  Philobiblon.

€ 250

Eine Vierteljahresschrift für Buch- und Graphik-Sammler. Jahrgänge 1–45. Hamburg, später Stuttgart 1957–2001. Mit zahlreichen Abbildungen. 180 Originalbroschuren.

Vollständige Folge, die Zeitschrift wurde 2001 eingestellt. – 1957 übernahm der Hamburger Verleger, Antiquar und Versteigerer Dr. Ernst Hauswedell die Neubegründung und machte die Zeitschrift für Jahrzehnte zur führenden Publikation der (zumindest west-)deutschen Bibliophilen. – Zu den verdienstvollen Inhalten zählen auch zahlreiche versteckte Bibliographien. – Sehr gut erhalten. – Dazu: Kurt Christians und Richard von Sichowsky. Aufsätze über Buchgestaltung, Illustration und Schrift. Sieben Hefte [alles?]. Hamburg [1964–]1974. Mit Tafeln und Abbildungen. Originalbroschuren. Je eins von 800 Exemplaren. Mit Aufsätzen zu Hegenbarth, Behmer, E. R. Weiß u. a.

24,0 : 16,0 cm.

224  Die Buchillustration in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit 1945.

€ 400

Ein Handbuch. Herausgegeben von Wolfgang Tiessen. Mit einem einleitenden Essay von Hans Adolf Halbey. Band I [bis] VI. Neu-Isenburg, Wolfgang Tiessen 1968-1989. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalleinenbände.

Eins von 150 Vorzugsexemplaren, jeder Band mit zwei beigelegten signierten Originalgraphiken: Werner Neufeld, Imre Reiner, Otto Rohse, Eduard Bargheer, HAP Grieshaber, Christoph Meckel, Gertrude Degenhardt, A. Paul Weber, Paul Eliasberg, Simon Dittrich, Georg Eisler und Karl-Georg Hirsch. – Noch immer viel verwendetes und gern zitiertes Standardwerk zur Buchillustration der Nachkriegsjahrzehnte. Neben einem Bildteil, der eine Auswahl von Neuerscheinungen vorstellte, jeder Band am Ende mit dem Verzeichnis der im Berichtszeitraum veröffentlichten illustrierten Bücher bestimmter Künstler. – Tadellos.

19,8 : 22,0 cm.

225  Die Buchillustration in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit 1945.

€ 250

Ein Handbuch. Herausgegeben von Wolfgang Tiessen. Mit einem einleitenden Essay von Hans Adolf Halbey. Band I [bis] VI. Neu-Isenburg, Wolfgang Tiessen 1968-1989. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalleinenbände.

Bände I, II und VI aus der Vorzugsausgabe (150 nummerierte Exemplare), diese Bände mit beigelegten signierten Originalgraphiken von Werner Neufeld, Imre Reiner, Otto Rohse, Eduard Bargheer, Georg Eisler und Karl-Georg Hirsch. – Noch immer viel verwendetes und gern zitiertes Standardwerk zur Buchillustration der Nachkriegsjahrzehnte. Neben einem Bildteil, der eine Auswahl von Neuerscheinungen vorstellte, jeder Band am Ende mit dem Verzeichnis der im Berichtszeitraum veröffentlichten illustrierten Bücher bestimmter Künstler.

19,8 : 22,0 cm.

226  Typographen, Buch- und Schriftkünstler – 31 Briefe, davon 20 eigenhändig.

€ 500

1960er Jahre. Zusammen etwa 40 Seiten.

Inhaltsreiche und teils schön kalligraphierte Briefe bedeutender »Büchermacher« des 20. Jahrhunderts an den Typographen Richard von Sichowsky (1911–1975) in Hamburg. – Max Caflish (2), F. H. Ehmcke, Paul Hayden Duensing (2), Halvor Durban-Hansen (2), Carl Georg Heyse (2), Felix Hoffmann, Abraham Horodisch, Albert Kapr (3), Hertha Larisch, Johannes Lebek, E. S. Levetin, Alexander Nesbitt, Imre Reiner (3), Julius Rodenberg, Andrzej Rudzinski, Hans Schmoller, Stanislav Soucek (3), Paul Standard (2) und Emil Zbinden (2).

227  Altdeutscher Schwank und Scherz

€ 600

aus dem sechszehnten und siebenzehnten Jahrhunderte. Zusammengestellt vom Verfasser des »Altdeutscher Witz und Verstand« [L. Forck]. Bielefeld und Leipzig, Velhagen & Klasing 1878. Dunkelgrüner Ecrasélederband mit ornamentaler Vergoldung, floralen Innenkantenbordüren und orangefarbenen Marmorpapiervorsätzen.

Eins von 77 Exemplaren der Liebhaber-Ausgabe auf stärkerem holländischen Büttenpapier. Weitere 22 Liebhaber-Exemplare wurden auf Chinapapier gedruckt, die allgemeine Auflage erschien auf deutschem Bütten. – Das mit zahlreichen Holzschnittvignetten verzierte Werk bildete einen der ersten deutschen Vorzugsdrucke, der schöne Handeinband stammt nach Notiz auf dem Vorsatz von Paul Kersten.

19,5 : 13,2 cm. XIII, [3], 199, [5] Seiten.

Holzmann/Bohatta VII, 11514

228  Avalun-Drucke – Stendhal. Vanina Vanini.

€ 250 ( R7 )

Mit zwölf Original-Radierungen von Karl M. Schultheiß. Wien und Hellerau, Avalun 1922. Mit zehn signierten blattgroßen Radierungen, darunter die Titelradierung, und einer Kopf- und Schlussvignette. Roter Originalmaroquinband mit reicher Fileten- sowie Kopfschnittvergoldung (signiert: Handband Enders, Leipzig).

22. Avalun-Druck. – Eins von 250 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Radierungen. – Auf Bütten. – Gesetzt aus der Originalen Fleischmann-Antiqua von 1732. – Laut Druckvermerk sollten die Einbände in der Werkstatt Richard Oesterreich jun., Dresden, gebunden werden – auch Rodenberg nennt aber Enders, Leipzig.

18,4 : 12,7 cm. 86, [6] Seiten. – Bünde und Kanten leicht berieben. – Exlibris.

Rodenberg 334, 22. – Schauer II, 97. – Sennewald 22,4

229  Avalun-Drucke – Adalbert Stifter. Nachkommenschaften.

€ 300

Wien, Avalun 1923. Mit 16 Radierungen von Karl Max Schultheiss, davon eine als Titel, neun blattgroß und sechs im Text, die zehn ganzseitigen signiert. Hellbrauner Kalblederband mit vergoldeten Fleurons und Fileten und schwarz-goldenem Rückenschildchen (signiert: E. A. Enders, Leipzig). Im Originalschuber.

23. Avalun-Druck. – Eins von 250 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder, weitere 200 wurden nur im Druckvermerk signiert und in Halbleder gebunden. – Gesetzt aus der Jean-Paul-Fraktur. – Druck der Graphiken unter Aufsicht des Künstlers in der Münchener Graphischen Gesellschaft Pick & Co., des Textes bei Jakob Hegner, Dresden-Hellerau. – Entgegen dem Druckvermerk stammen die Einbände (auch von Vergleichsexemplaren) nicht aus der Werkstatt Richard Österreich jun., Dresden.

18,6 : 12,5 cm. 140, [4] Seiten.

Rodenberg 335, 23. – Sennewald 23,5

230  Officina Bodoni – Ernst Grosse. Casa Rossa.

€ 450 ( R7 )

Phantasie über das Bild von Niklaus Stoecklin. Verona 1927. Mit sieben blattgroßen Heliogravuren. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Privatdruck für Georg Reinhart, dem Freund Mardersteigs und wichtigem Mäzen der Officina Bodoni. – Eins von 220 Exemplaren. – Das zweite Buch, das Hans Mardersteig in Verona, dem neuen Domizil der Presse, drucken ließ. 50 Jahre später erinnerte er an die Entstehung des Buches: Der Freiburger Kunsthistoriker Ernst Grosse bewunderte das eindrucksvolle Gemälde »Casa Rossa« von Niklaus Stoecklin, das in Reinharts Treppenhaus hing. Der Hausherr schickte Fotografien des Bildes an Grosse, verbunden mit der Bitte, dazu ein Märchen zu erfinden. Der Erzähler widmete sechs Details aus dem Bild je ein Kapitel (Maler, Paar, Pferd, Haus, Meer und Stadt. Georg Reinhart verfasste das Nachwort, das zugleich ein Nachruf auf den Dichter wurde: Ernst Grosse war neun Tage nach Abschluss des Manuskripts verstorben. – Die Gestaltung des Privatdrucks (dem viele folgen sollten) überließ Reinhart Hans Mardersteig, der sieben hervorragende Heliogravuren (eine Gesamtansicht des Bildes und die sechs Bildausschnitte) anfertigen ließ und diese zusammen mit dem Text, gesetzt aus der 20pt Bodoni Casale, auf Fabriano Bütten druckte.

36,0 : 25,5 cm. 55, [7] Seiten. – Rücken minimal angestaubt.

Mardersteig/Schmoller 24

231  Officina Bodoni – Terenz. Andria oder Das Mädchen von Andros.

€ 300

Eine Komödie. Übertragen von Felix Mendelssohn Bartholdy. Mit fünfundzwanzig Illustrationen von Albrecht Dürer. Verona 1971. Mit 25 Holzschnitten von Fritz Kredel. Originalhalbpergamentband; Rückentitel, Deckelfileten und -vignette vergoldet. Im Originalleinenschuber.

Eins von 160 Exemplaren (Gesamtauflage 170). – Gesetzt aus der 1954 von Hans Mardersteig entworfenen Dante-Schrift. – Auf Magnani-Bütten. – Die Illustrationen zur Andria wurden von Albrecht Dürer für eine in Basel geplante Terenz-Ausgabe auf Holzstöcke gezeichnet, jedoch nie geschnitten. Nach den im Kunstmuseum Basel aufbewahrten Originalstöcken wurden die Zeichnungen von Fritz Kredel auf neue Stöcke übertragen und erstmals geschnitten. – Die Textrevision besorgte Rudolf Hagelstange. – Tadellos.

35,0 : 25,5 cm. 119, [5] Seiten.

Mardersteig/Schmoller 174. – Spindler 42.9. – Salter 1.360.3

232  Bremer Presse – Albius Tibullus. Elegiae.

€ 750

Tölz 1920. Originalpergamentband. Rückentitel, Fileten der Rückenfelder und Deckelkanten sowie Kopfschnitt vergoldet (signiert: Bremer Binderei).

Eins von 270 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten. – Titel und Initialen von Anna Simons gezeichnet.

27,0 : 17,5 cm. LXXXII, [6] Seiten. – Deckel minimal aufgebogen.

Lehnacker 5. – Rodenberg 57, 5

233  Bremer Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust.

€ 800

Nach ältester Aufzeichnung 1771–1775. Bad Tölz 1920. Originalpergamentband. Rückentitel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Bremer Binderei F. TH.). Im Schuber.

Eins von 270 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Nach der Abschrift der Luise von Goechhausen (Urfaust) mit Übertragung in Goethes Schreibweise, herausgegeben von Max Hecker. – Titel und Initialen von Anna Simons. – Nicht von ungefähr verweist Julius Rodenberg hier auf die Faust-Drucke von Cobden-Sandersons Doves Press: Auch beim Druck der Bremer Presse übernahm man z.B. die in Hammersmith übliche Bogensignatur »a« auf der ansonsten leeren und unpaginierten ersten Seite. – Tadellos.

27,4 : 18,0 cm. [6], 110, [8] Seiten. – Vorsatzblatt mit handschriftlichem Eintrag.

Lehnacker 7. – Rodenberg 57, 7

234  Bremer Presse – [Johann Gottlieb] Fichte. Reden an die Deutsche Nation.

€ 400

Herausgegeben von Carl Georg von Maassen. München 1922. Originalpergamentband. Rückentitel, Fileten sowie Kopfschnitt vergoldet (Frieda Thiersch, signiert: Bremer Binderei. F. Th.).

Ein von 270 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Den Titel und die Initialen zeichnete Anna Simons. – Einer der besonders geschätzten großformatigen Drucke der Presse.

32,3 : 22,3 cm. [6], 318, [8] Seiten. – Hinterdeckel mit wenigen kleinen Stockflecken.

Lehnacker 11. – Rodenberg 58, 11

235  Bremer Presse – Reflexions et maximes.

€ 900 ( R7 )

La Rochefoucauld / Vauvenargues / Chamfort. München 1931. Rotbrauner Oasenziegenlederband mit schwarz-goldenem Rückenschild.

Eins von 270 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Den Titel zeichnete Anna Simons. – Der elegante und perfekt gearbeitete Einband ist unsigniert, könnte aber von Kurt Londenberg stammen. – Provenienz: Sammlung F. B. Schmetz, Herzogenrath.

29,7 : 20,3 cm. [6], 295, [7] Seiten. – Hinterdeckel mit leichter Druckstelle im Leder, wohl bei der Herstellung entstanden.

Lehnacker 36

236  Cranach-Presse – [Homer]. Die Odyssee.

€ 1800

Neu ins Deutsche übertragen von Rudolf Alexander Schröder. Erster bis zwölfter Gesang [und] Dreizehnter bis vierundzwanzigster Gesang. Zwei Bände. Leipzig, Insel [1907–1910]. Mit Titeln und Initialen von Eric Gill und fünf Holzschnitten von Aristide Maillol. Originalhalbpergamentbände mit Rückenvergoldung, goldgeprägter Bordüre und Buntpapierdeckelbezügen.

Eins von 425 Exemplaren, von denen 350 für den Verkauf bestimmt waren. – Satz aus der Caslon-Antiqua. – Druck auf Bütten unter Leitung von Harry Graf Kessler bei R. Wagner Sohn, Weimar. – Eric Gill entwarf die Titelblätter – jeweils mit einer Holzschnittvignette von Maillol – und die Holzschnittinitialen, von denen drei von Maillol ornamentiert wurden. – Die Titel- und Zwischentitelzeilen sowie die Ornamentierungen der Initialen wurden in Rot gedruckt. – Die Bezugspapiere der Deckel sollte nach Kesslers Plan (und langjährigen Annahmen der Fachwelt) Mario Fortuny liefern. Da sich dies aber für Kessler unannehmbar lange verzögerte, übernahm Eric Gill auch die Gestaltung nach einem alten mykenischen Muster. – Die Odyssee kann als das erste große Druckwerk der Cranach-Presse gelten, auch wenn ihr Name im Buch noch nicht genannt wird. – Mit dem großformatigen Exlibris der Sammlung Leopold Biermann. Der kleinwüchsige Sohn des Bremer »Zigarettenkönigs« war eng mit Alfred Walter Heymel befreundet und einer der engagiertesten Kunstmäzene seiner Vaterstadt. Als Mitglied mehrerer Kunstvereinigungen stiftete er u. a. der Kunsthalle Bremen etliche Werke bedeutender Impressionisten und Expressionisten. – Tadellos schönes Exemplar.

28,2 : 21,7 cm. [4], 178, [2] Seiten; [6], 169, [3] Seiten.

Müller-Krumbach 17 u. 17 a. – Brinks 29 u. 30. – Schauer II, 50. – Sarkowski 784. – Gill 301

237  Cranach-Presse – Honoré de Balzac. Der Succubus.

€ 300

Mit zehn Radierungen von Walther Klemm. Weimar, Reiher [1924]. Mit zehn signierten Radierungen. Halblederband mit Marmorpapierdeckelbezügen.

Eins von 170 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 200). – Gesetzt aus der Caslon-Schrift der Cranach-Presse. – Erste Ausgabe der Übersetzung von Benno Rüttenauer. – »Die Ausführung scheint ein Entgegenkommen für den Reiher-Verlag in Weimar, dessen Mitbegründer Otto Dorfner war, gewesen zu sein« (Müller-Krumbach S. 40). – Da abweichend gebunden, wurde der Hinweis auf Otto Dorfner im Druckvermerk gestrichen.

25,5 : 18,5 cm. [2], 74, [4] Seiten, 10 Radierungen.

Müller-Krumbach 36. – Brinks 54. – Sennewald 24, 2. – Kat. Lindenau-Museum 2155–2164. – Fromm I, 1678

238  Cranach-Presse – Paul Valery. Gedichte.

€ 600

Übertragen durch Rainer Maria Rilke. Leipzig, Insel 1925. Originalhalbpergamentband mit blauen Kleisterpapierdeckelbezügen; Rückentitel, Deckelinitiale und Kopfschnitt vergoldet.

Erste deutsche Ausgabe der »Poésies«. – Eins von 400 Exemplaren, auf Bütten und in Halbpergament (Gesamtauflage 450). Sowohl Kessler als auch Rilke selbst sollen diese Ausgabe auf dem starken, unbeschnittenen und leicht getönten Bütten deutlich mehr geschätzt haben als die Japanexemplare. – Handdruck unter Leitung und nach Satzanordnung von Harry Graf Kessler und Georg Alexander Mathéy. – Eric Gill entwarf die floral verzierte und goldgeprägte Vorderdeckelvignette sowie die rot gedruckten Initiale am Textanfang, die Inselschiff-Titelvignette und die Colophon-Vignette am Ende. – 1924 hatte Harry Graf Kessler versucht, Anton Kippenberg zur Herausgabe einiger Handpressendrucke zu bewegen, günstiger als die »Großprojekte« wie Vergil und Hamlet und damit in größerer Auflage absetzbar. Die Vignette »Handdruck der Cranach-Presse« entwarf Eric Gill wohl speziell für diesen Reihen-Plan. 1925 lehnte Kippenberg mit Verweis auf den schlechten Absatz des Valery-Buches allerdings weitere Drucke ab.

27,4 : 19,2 cm. 60, [4] Seiten. – Vorsatzblätter leicht stockfleckig.

Müller-Krumbach 38. – Brinks 59. – 100 Jahre Cranach-Presse, Weimar 2013, 40.– Sarkowski 1798. – Schauer II, 75. – Gill 326. – Fromm VI, 25924

239  Cranach Presse – Publius Vergilius Maro. Les Éclogues.

€ 2000

Texte original et Traduction nouvelle par Marc Lafargue. Imprimées par Harry de Kessler. Bois dessinés et exécutés par Aristide Maillol. Paris, Galerie Druet 1926. Mit Illustrationen gezeichnet und geschnitten von Aristide Maillol. Lose Doppelblätter in Originalumschlag und -halbpergamentmappe.

Eins von 250 Exemplaren auf Maillol-Kessler-Bütten, davon 225 für den Handel (Gesamtauflage 292). – Die französische Ausgabe wurde in den Jahren 1912 bis 1914 und dann im Jahr 1925 in Banyuls gestaltet. – Nach den ersten Vorarbeiten zur Satzanordnung, die Harry Graf Kessler schon 1912 begann, schuf Maillol 1912–1914 und 1925 die Holzschnitte. Maillol verlangte für seine Arbeiten ein besonders kostbares Papier. Nachdem zahlreiche Druckproben auf holländischem, deutschem und englischem handgeschöpftem Bütten sowie auf China und Japan ihn nicht befriedigt hatten, richtete Harry Graf Kessler eigens die Papiermühle in Monval bei Marly ein, wo er unter Mitwirkung von Maillols Neffen Gaspard nach vielerlei Versuchen ein Maillols Ansprüchen genügendes Papier produzierte. – Entgegen vielen Exemplaren der deutschen Ausgabe ist die hier vorliegende französische fleckenfrei. – Der Vergil, eines der Hauptwerke der Presse und zugleich eines der schönsten Bücher des 20. Jahrhunderts, wurde 1927 auf der Leipziger Buchkunst-Ausstellung ausgezeichnet. Die ursprünglich von Kessler geplanten »Georgica« erschienen nicht mehr in der Cranach-Presse, sondern erst später bei Gonin (siehe KatNr. 736).

34,2 : 26,3 cm. 110, [8] Seiten. – Mappe leicht fleckig. Rücken an den Kapitalen erneuert.

Brinks 65. – Müller-Krumbach 41. – Gill 328

240  Cranach Presse – William Shakespeare. Die tragische Geschichte von Hamlet Prinzen von Dænemark.

€ 1200

Neu übersetzt und eingerichtet von Gerhart Hauptmann. Begleitet von Auszügen, die den Geschichten von Saxo Grammaticus und François de Belleforest und der Hystorie of Hamblet entnommen sind. Mit Figurinen und Holzschnitten gezeichnet und geschnitten von Edward Gordon Craig. Weimar 1929. Mit 74 Holzschnitten im Text und einer figürlichen Initiale. Originalhalbpergamentband mit rot geprägten Titeln. Im originalen Schuber.

Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Eins von 230 Exemplaren auf Maillol-Kessler-Bütten (Gesamtauflage 255). – Gesetzt aus der von Edward Johnston entworfenen Hamlet-Fraktur. – Kesslers Vorhaben, eine Hamlet-Ausgabe mit Holzschnitten von Craig zu drucken, reicht bis in das Jahr 1910 zurück. Aber erst das Zusammentreffen mit Gerhart Hauptmann und Anton Kippenberg im Mai 1927 auf der BUGRA in Leipzig brachten die Pläne in eine konkrete Realisierungsphase. – Die Holzschnitte Craigs entstanden ganz im Hinblick auf seine Bühnenbildentwürfe, sie waren zum Teil wirkliche Figurinen und Versatzstücke für das kleine Modelltheater von Craig in Florenz. – Der Satz der Schrift mit den verschiedenen Text- und Kommentarblöcken und der oft aus mehreren Stücken bestehenden Holzschnitte stellte höchste Anforderungen an Walter Tanz. Der Druck der Holzschnitte erfolgte teils mit mehreren »Zurichtungen«, um die feinen Farbnuancen in einem Druckvorgang zu erzielen. Fachleute bewunderten diese Leistung: »Poeschel sagte mir privatim, der ›Hamlet‹ habe ihm eine schlaflose Nacht bereitet, so habe er sich über ihn aufgeregt. Er begreife nicht, wie wir die Zweifarbendrucke von einem einzigen Holzstock gemacht hätten. Da Poeschel wohl der beste deutsche Drucker ist, will das allerhand heißen, wenn er mir das sagt.« (Harry Graf Kessler, Tagebücher, 14. III. 1930; ausführliche Bilddokumentation bei Brinks, S. 323ff.).

36,5 : 24,8 cm. [2], 202, [4] Seiten. – Rücken mit wenigen Stockflecken. – Die Ränder der Seiten 9–23 durch einen misslungen Restaurierungsversuch teils sehr stark braunfleckig, acht weitere Seiten mit einzelnen Braunflecken.

Müller-Krumbach 48. – Brinks 76. – Sarkowski 1585. – Schauer II, 74 (Abb.). – Eyssen Seite 95: »zweifellos der typographisch interessanteste Druck Kesslers«. – Gill 340a

241  Cranach-Presse – Aristide Maillol. Tityrus mit Flöte.

€ 300

Holzschnitt. Um 1913. 9,3 : 10,3 cm (30,0 : 23,2 cm).

Der erste Holzschnitt der Vergil-Ausgabe Kesslers, hier ohne Text. – Mit eigenhändiger, jedoch unleserlicher Anmerkung Kesslers, wohl zum Druckstadium. – Unter dem Holzschnitt mit dem Namen des Künstlers in Versalien bezeichnet. – Auf Maillol-Kessler-Bütten.

Am Unterrand Bleistiftanmerkung.

Guérin 18

242  Cranach-Presse – Zwei Blätter mit Probedrucken zu Vergil »Les Éclogues«.

€ 300

Weimar, um 1914.

Zwei Blätter zur französischen Ausgabe aus einem sehr frühen Stadium. – Beide auf Maillol-Kessler-Bütten. – Jeweils paginiert 27 (recto) und 7 (verso). – Beide Vorderseiten mit vier Versen aus der ersten Ecloge von Ménalque und Damète, wobei hier die Namen der Personen noch nicht als zentrierte Einzelzeilen über dem Text stehen, sondern im Blocksatz die jeweils erste Zeile eröffnen. Bei einem der Blätter über diesem Text der Holzschnitt, der in der französischen Ausgabe endgültig erst auf Seite 68 verwendet wurde. – Beide Blätter mit identischer Rückseite: Ankündigung des (noch zweibändig konzipierten) Werkes mit Angabe des französischen Verlegers Druet und Auflagen und Preisen, die von der endgültigen Ausführung abweichen.

Ein Blatt mit kleinen Stockflecken, eins mit Hinweisen zum Satz.

243  Cranach-Presse – Edward Gordon Craig. Drei Holzschnitte zu »Hamlet« auf Pergament.

€ 900

Weimar 1926–1928. Ca. 16 : 8 cm (35,3 : 23,5 cm).

I. Yorick (Act V, Scene 1). – II. Laertes (Act V, Scene 1). – III. Osric (Act V, Scene 2). – »Yorick« noch ohne die kleine, zu seinen Füßen sitzende Figur. – Tadellos erhalten.

244  Cranach-Presse – Edward Gordon Craig. Acht monogrammierte Holzschnitte zu »Hamlet« auf gelbem Japanpapier.

€ 800

Weimar 1926–1928. Ca. 16 : 8 cm (36 : 24 cm).

I. Ghost (Act I, Scene 1). – II. Polonius (Act I, Scene 3). – III. King sleeping. (Act III, Scene 2). – IV. Ghost with Bones (Act III, Scene 4). – V. King Claudius. (Act IV, Scene 1). – IV. Hamlet with Skull (»To be, or not to be, this is the question«). (Act V, Scene 1). – VII. Laertes (Act V, Scene 1). – VIII. A Lord. (Act V, Scene 2). – Tadellos erhalten.

245  Cranach-Presse – Rainer Maria Rilke. Gesammelte Gedichte.

€ 5000

Erster [bis] Vierter Band. Leipzig, Insel 1930–1934. Originalhalbpergamentbände mit vergoldeten Rückentiteln (signiert: Gerhard Prade, Leipzig). In den originalen Schubern.

Eins von 200 Exemplaren auf handgeschöpftem Maillol-Kessler-Bütten (Gesamtauflage 225). – Die Bände I–III wurden unter Aufsicht von Max Goertz und Harry Graf Kessler auf der Weimarer Cranach-Presse gedruckt. Nach deren Auflösung erfolgte der Druck von Band IV unter Verwendung der Schriften der Cranach-Presse in der Offizin Poeschel & Trepte, Leipzig. Die Aufsicht über den Druck dieses abschließenden Bandes hatte bis zu seiner Emigration Kessler selbst. – Die Titelzeilen der Gedichte und die Zwischentitel wurden in Rot gedruckt. – Die Titelschrift und Initialen zeichnete Eric Gill, die Initialen wurden von Aristide Maillol ornamentiert. – Sehr schöne Exemplare.

27,0 : 18,0 cm. [4], 271, [7] Seiten; [2], 282, [8] Seiten; [6], 222, [8] Seiten; [2], 265, [5] Seiten.

Brinks 82, 83 und 94. – Müller-Krumbach 52. – Schauer II, 75. – Sarkowski 1348. – Ritzer G 2. – Gill 342

246  Cranach-Presse – Rainer Maria Rilke. Gesammelte Gedichte.

€ 1200

Erster [bis] Vierter Band. Leipzig, Insel 1930–1934. Spätere olivgrüne Maroquinbände mit rotbraunen Rückenschildern, vergoldeten Stehkantenfileten und blindgeprägter Bordürenverzierung auf Rücken und Deckeln (Theophil Zwang, Offenbach/Main).

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Eins von 200 Exemplaren auf handgeschöpftem Maillol-Kessler-Bütten (Gesamtauflage 225). – Die Bände I–III wurden auf der Weimarer Cranach-Presse gedruckt, Band IV nach deren Auflösung unter Verwendung der gleichen Schriften in der Offizin Poeschel & Trepte, Leipzig, teils noch unter Aufsicht von Kessler selbst. – Die Titelzeilen der Gedichte und die Zwischentitel wurden in Rot gedruckt. – Die Titelschrift und Initialen zeichnete Eric Gill, die Initialen wurden von Aristide Maillol ornamentiert. – Theophil Zwang (1924–2019) arbeitete zunächst in der Werkstatt seines Vaters Friedrich Zwang, einem Schüler von Paul Kersten. 1955 wurde er Schüler von Kurt Londenberg (1914–1995), der in diesem Jahr Nachfolger von Ignatz Wiemeler als Leiter der Einbandklasse der Hamburger Landeskunstschule wurde. Noch im gleichen Jahr gründeten die Brüder Theophil und Christian Zwang die bis heute berühmte Hamburger Werkstatt.

27,0 : 18,8 cm. [2], 271, [3]; [2], 282, [8]; [2], 222, [4]; 265, [7] Seiten. – Rücken etwas verfärbt. – Vereinzelt mit wenigen schwachen Stockflecken.

Müller-Krumbach 52. – Brinks 82, 83 und 94. – Schauer II, 75. – Sarkowski 1348. – Ritzer G 2. – Gill 342

247  Cranach-Presse – Das Hohelied Salomo.

€ 2000 ( R7 )

Leipzig, Insel 1931. Mit elf blattgroßen Holzschnitten und 13 Holzschnitt-Initialen von Eric Gill. Originalhalbpergamentband, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 100 Exemplaren auf Maillol-Kessler-Bütten (Gesamtauflage dieser deutschen Ausgabe 158). – »Der text dieser ausgabe des Hohen Liedes ist wörtlich nachgedruckt der ersten ausgabe der Lutherischen bibelübersetzung; seine dramatische gestaltung der Vulgata entnommen« (Druckvermerk). – Die Kolumnentitel wurden in Rot, die Holzschnitte mit zartgelber Tonplatte gedruckt. – Den unsignierten Einband fertigte Gerhard Prade, Leipzig. – Makelloses Exemplar mit dem originalen Schutzpapier und Schuber.

26,2 : 13,5 cm. [2], 31, [7] Seiten.

Brinks 89. – Müller-Krumbach 55. – Schauer II, 75. – Sarkowski 1393. – Gill 284

248  Doves Press – Johann Wolfgang von Goethe. Faust.

€ 1500

Eine Tragoedie. [Erster und] Zweiter Theil. Hammersmith 1906 und 1910. Zwei flexible Originalpergamentbände mit vergoldeten Rückentiteln (signiert: The Doves Bindery).

Eins von 300 bzw. 200 Exemplaren auf Bütten, von beiden Teilen erschienen jeweils auch 25 Exemplare auf Pergament. – Handpressendruck von T. J. Cobden-Sanderson. – Druck in Rot und Schwarz mit acht großen Initialen. – Durch die Weimarer Ausgabe der Werke Goethes angeregt und auf deren Textfassung basierend edierte T. J. Cobden-Sanderson, der unter anderem deutsche Philosophie studiert hatte, im Laufe der Jahre sechs deutschsprachige Goethe-Drucke: 1906 und 1910 die beiden Teile des »Faust«, 1911 »Die Leiden des jungen Werther«, 1912 »Iphigenie auf Tauris«, 1913 »Torquato Tasso« und schließlich als einen der letzten Drucke der Presse 1916 die »Auserlesenen Lieder, Gedichte und Balladen« (siehe die folgenden vier Katalognummern). – Marianne Tidcombe bezeichnet den »Faust« als »one of the most beautiful books produced at the Doves Press. Johnston’s four-line heading, in black, with the words ›Die Tragoedie‹ standing alone on the page following the preliminaries, is especially fine«.

23,4 bzw. 23,8 : 17,0 cm. [2], 260, [6] und [8], 373, [13] Seiten. – Rücken an den Kanten schwach berieben und mit leichten vertikalen Knickfalten. Umschläge wie meist etwas wellig und materialbedingt schwach verfärbt.

Tidcombe DP 10 und 20. – Tomkinson 55, 10 und 56, 20

249  Doves Press – Johann Wolfgang von Goethe. Die Leiden des jungen Werther.

€ 800

Hammersmith 1911. Flexibler Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (signiert: The Doves Bindery).

Eins von 200 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 225). – Handpressendruck von T. J. Cobden-Sanderson. – Gedruckt in Rot und Schwarz und mit zwei großen Initialen in Rot. – Der Text folgt, wie auch die übrigen fünf Goethe-Drucke von Cobden-Sanderson, der Weimarer Sophien-Ausgabe.

23,3 : 16,7 cm. 188 Seiten. – Umschlag wie meist etwas wellig und materialbedingt verfärbt. Rücken mit schwachen Knickfalten. – Obere Ecken der Seiten durchgehend kaum merklich geknickt.

Tidcombe DP 24. – Tomkinson 56, 26

250  Doves Press – [Johann Wolfgang von] Goethe. Iphigenie auf Tauris.

€ 800

Ein Schauspiel. Hammersmith 1912. Flexibler Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (signiert: The Doves Bindery).

Eins von 200 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 232). – Handpressendruck von T. J. Cobden-Sanderson. – Titel, Personen, Regieanweisungen und die Akt- und Szenentitel wurden in Rot gedruckt. – Mit drei Initialen. – Der Text folgt, wie auch die übrigen fünf Goethe-Drucke von Cobden-Sanderson, der Weimarer Sophien-Ausgabe.

23,4 : 16,9 cm. 110, [2] Seiten. – Umschlag wie meist etwas wellig.

Tidcombe DP28. – Tomkinson 57, 30