ChristianHesse

Lot 201 – 250 | Hesse-Auktionen
Lot 201 – 250

201  James Rosenquist. Aspen Easter Jazz.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farbserigraphie. 1967. 63,0 : 63,0 cm (66,3 : 66,3 cm).

Unsigniertes Exemplar neben der Auflage von 300. – Auf weißem Karton. – Verwendet als Plakat für das Jazz Festival. – Kleine Nadellöcher in den weißen Ecken.

202  Dieter Roth. Komposition I.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Kaltnadelradierung. 1977/1992. 29,5 : 22,5 cm (56,0 : 38,0 cm). Signiert und datiert.

Auf Velin »CMF« von Fabriano. – Laut Stempel »eines von 830«. – 1991 überarbeitete Dieter Roth die 1977 entstandenen fünf Radierungen (Komposition 1–5) ein letztes Mal. Der jeweils dritte Zustand erschien 1991/92 bei der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg (263 C1–C5).

Dobke 484 (vgl. 438 und 444). – Griffelkunst 263 C 1

203  Dieter Roth. Poetrie 2.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 1900

301 kleine Wolken in memoriam big J und big G. Ein fingierter Bericht aus der inneren Fremde von D. R. dem Schweizer im inneren Ausland. 48 tiefliegende wolken für Rudolf Rieser. Stuttgart, Hansjörg Mayer 1967. Mit einer Originalzeichnung, monogrammiert und datiert. Originalbroschur.

Eins von 130 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert, auf dem Vortitel der eigenhändige Hinweis »mit 1 Originalwolke«. – Auf der letzten Seite die zweifarbige Filzstiftzeichnung »Originalwolke«, monogrammiert und datiert, betitelt und mit dem handschriftlichen Zusatz: »die Sichtbarkeit, wenn sie sich zeigt, ist ein grosses Geschiebe«. – Zweiter Band der sehr seltenen von Dieter Roth und Rudolf Rieser herausgegebenen Halbjahresschrift für Poesie. – Tadellos erhalten.

25,0 : 14,5 cm. [34] Seiten.

Dobke, Bücher F 2. – Spindler 28.52

204  Dieter Roth. Poeterei.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1700

Doppelnummer 3/4 der Halbjahresschrift für Poesie und Poetrie. Herausgegeben von Dieter Roth und Rudolf Rieser. Stuttgart, Hansjörg Mayer 1968[–72]. Mit einer Collage, einer Zeichnung, beide signiert, und einem beigelegten »Original-Hammel«. Originallederbroschur.

Eins von 230 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Dieter Roth signiert und datiert »68«. – Nummer 3 mit einem »Originalrhein« (Collage aus einer Bildpostkarte, die durch Ausschnitte auf den Rheinwasserspiegel reduziert wurde, monogrammiert und datiert »D. R. 68«). – Nummer 4 mit einer blattgroßen Originalzeichnung, betitelt »Hammel« und signiert »Dieter Roth 72« sowie einem eingelegten Käsestück. – Mit dieser Doppelnummer wurde die Zeitschrift abgeschlossen, die 1969 erschienene Nummer 5 enthielt nur Auszüge aus 1 und 2 und erschien als Band 15 der »Gesammelten Werke«. – Nummer 3 auf starkem Karton, Nummer 4 als Blockbuch gedruckt. – Der Hinweis im Druckvermerk auf den Einband aus »Zickel-Embryohaut« vom Künstler gestrichen. – Sehr schönes Exemplar.

24,8 : 14,2 cm. [24], [44] Seiten. – Das Leder minimal abgegriffen.

Dobke, Bücher F 5. – Spindler 28.53

205  Dieter Roth. Stempelkasten.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Zuschlag/Hammerprice: € 3000

1972. 28,0 : 28,0 : 7,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 92/111, eins der etwa 80 von Dieter Roth umgearbeiteten Exemplare. – Dieter Roth hatte für sein »Munduculum« 1967 Stempel verwendet. Das Multiple enthält eine Auswahl von zwölf Stempeln, zwei Stempelkissen und zwei Flaschen Stempelfarbe (Rot und Dunkelblau), die drei Lichtpause-Blätter mit der Gebrauchsanweisung sowie eine Originalstempelzeichnung im Kastendeckel. – Ursprünglich 1965 als Edition Mat Mot 4 angekündigt erschien die »Stempel Theke« 1967 in der Edition TAM Thek. Später übernahm Roth die Restexemplare und überarbeitete sie per Hand. So bemalte er die Holzkompartimente im Inneren der Kiste und änderte eigenhändig die Angaben zu Titel und Verleger sowie die Schreibweise seines Namens. Den Vertrieb übernahm Hansjörg Mayer in Stuttgart. – Sehr selten.

Conzen 168 (vgl. 143). – GW 20 Bücher 34. – Wye/Weitman S. 138.

206  Dieter Roth. Der Tränensee.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

Buchobjekt. 1973. 47,0 : 33,0 : 6,0 cm. Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 106/150. – Ediert im Selbstverlag in Reykjavik. – Sammlung von etwa 1200 Originalseiten des Luzerner Stadtanzeigers aus den Jahren 1971–73, mit Leinenstreifen und Pappdeckeln gebunden. – Jede enthaltene Ausgabe mit einer »Anzeige« von Dieter Roth, z. B. »Mancher ist richtig verrückt« oder »Eine, die mir kein Filetsteak serviert, bekommt von mir oder dir 10 Filetsteaks vorwegserviert«. – Die Anzeigentexte bildeten die Grundlage für die »Tränenmeer-Publikationen« (siehe die folgende Katalognummer). – Auf dem Vorderdeckel signiert, nummeriert, datiert und mit »der Tränensee« betitelt. – Mit der Originalbanderole (mit Verlegeradresse und nochmaliger Nummerierung) sehr selten.

Vorderdeckel mit Randeinriss, die Banderole beschädigt.

Dobke, Bücher J 2

207  Dieter Roth. Das Tränenmeer.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 750

[Bände 1, 2, 3 und 5]. Stuttgart u. a., Hansjörg Mayer 1973–1979. Mit Illustrationen und Abbildungen. Originalbroschuren, eine bemalt.

Alle in erster Ausgabe, je eins von 200 signierten Exemplaren. – »Die ursprünglich im Luzerner Anzeiger erschienenen Sätze [siehe die vorherige Katalognummer] werden (ähnlich der ›Scheisse‹-Serie) nach und nach mit Zeichnungen, anderen Sätzen, Gedichten usw. verwoben« (Dirk Dobke). – Unbeschnittene Originalbroschuren. – Band 1 mit der Banderole und im Einschlagpapier mit Dieter Roths Adressaufkleber. – Band 3 mit Untertitel »Dars Wähnen. Das Wähnen Band 1«. – Band 5 mit Untertitel »Unterm Plunderbaum. = Das Weinen no. 2 = das Wähnen, Bd 2B«, Einband vom Verfasser bemalt. – Sehr gut erhalten.

19,5 : 13,0 cm, Band 5 17,5 : 12,5 cm.

Dobke Bücher J 1, 3, 4 und 6

208  Dieter Roth. Trophies.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 900

125 two-handed Speedy Drawings. Stuttgart und London, Edition Hansjörg Mayer 1979. Mit einer doppelblattgroßen signierten Bleistiftzeichnung und 125 Bildtafeln. Originalbroschur mit -umschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren der »deutschen« Ausgabe mit einer »original Trophy« (signierte doppelblattgroße Bleistiftzeichnung am Ende des Buches). Auf dem ersten Blatt vom Künstler signiert, datiert und nummeriert. – Die von Dieter Roth beidhändig ausgeführten Schnellzeichnungen entstanden 1978. – Wie bei Vergleichsexemplaren mit doppeltem Schutzumschlag, auf dem äußeren vom Künstler mit einem Bleistiftkreuz markiert. – Durch Verwirrung des Buchbinders die Lagen 4–10 kopfstehend eingebunden. – Dazu: Dieter Roth. 150 Schnellzeichnungen. 2. Auflage. Berlin, Rainer 1984. Originalpappband. Eins von 110 signierten Exemplaren. Gespiegelte Neuausgabe der 1977 in nur 21 Exemplaren gedruckten »150 Speedy Drawings«.

25,0 : 18,5 cm. [256] Seiten.

Dobke, Bücher G 4, Beigabe dort nicht. – Conzen 90 und 103

209  Dieter Roth. Bats.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

130 (136) zweihändige Schnellzeichnungen. Berlin, Rainer, und Binningen, Roth 1981. Mit einer doppelblattgroßen signierten Bleistiftzeichnung und 130 Bildtafeln. Gelbe illustrierte Originalbroschur.

Eins von 300 Exemplaren. – Mit der signierten, datierten und betitelten zweihändigen Bleistiftzeichnung auf der letzten Doppelseite.

28,5 : 29,0 cm. [138] Seiten. – Umschlagrücken etwas verblasst.

Dobke Bücher G 6

210  Dieter Roth. Fünf Werke (Essays).

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Stuttgart und Reykjavik 1971. Originalbroschuren.

I. Franz Eggenschwiler. Der Jüngling, der Mann, die Zeit, das Werk. Eins von 270 Exemplaren (Gesamtauflage 400). – II. 2 Probleme unserer Zeit. – III. Wer war Mozart? – IV. Wer ist der der nicht weiss wer Mozart war. – V. Eine Frage? – II-V: Je eins von 200 signierten Exemplaren. – Alle Essay-Publikationen des Jahres 1971.

Umschlag von III etwas gebräunt, sonst sehr gut erhalten.

Dobke Bücher H 1–5

211  Dieter Roth und Arnulf Rainer. Neo Nix und Neo-Mix.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Stuttgart, Edition Hansjörg Mayer 1975. Durchgehend illustriert. Originalbroschur.

Eins von 400 Exemplaren. – Auf dem Vorderdeckel von beiden Künstlern signiert und von Roth nummeriert. – Dazu: 13 weitere Werke von Dieter Roth, davon drei signiert (u.a. Bastel-Novelle 1/2; Pictures Zug; Mundunculum; Die die gesamte Scheiße; Noch mehr Scheiße u. v. m.).

22,7 : 24,7 cm. [240] Seiten.

Dobke Bücher L 4

212  Bernd Ebeling. Multiplikator.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Wuppertal, Stierstadt 1960. Zwanzig farbige Kartontafeln mit Ausstanzungen. Lose in Originalkartonumschlag.

Unnummeriertes Exemplar (Gesamtauflage 50). – Hergestellt in der Werkkunstschule Wuppertal. – »Der kinetische Multiplikator ist eine aus 4 unabhängigen Kombinationen zusammengesetzte Komposition. Durch die Vierteilung können nach einem System 71 verschiedene Kombinationen zusammengestellt werden. 16 Kombinationen wurden für dieses Buch ausgewählt und in 20 farbige Karten gestanzt. Der Betrachter kann mit den im Buch vorhandenen, auswechselbaren, farbigen Seiten durch Zusammenfügen, Nebeneinander- und Übereinanderlegen, Verdrehen, Aufbauen, Beleuchte usw. nach eigenem Maß unendliche Variationen der entworfenen Komposition entstehen lassen« (Vorwort). – Sehr selten, laut KVK konnten wir lediglich ein Exemplar in der Bibliothek des Getty Research Institues, Los Angeles, nachweisen, zudem tadellos erhalten. – Dazu: Farbiges Kartonblatt mit Ausstanzungen und Verlagsanzeigen. – Weitere Publikation mit drei klammergehefteten verschiedenfarbigen Kartonblättern mit Ausstanzungen, mit Titelschild »Multiplikator – Bernd Ebeling – Verlag Eremiten Presse« und gestempelt »Kalender«.

22,2 : 13,7 cm. 20 Tafeln.

Reske 134

213  Kalender Rolle.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Herausgegeben von Bernd Ebeling und Hansjoachim Dietrich. Wuppertal, Kalender 1961. Mit zahlreichen Abbildungen. Papierstreifen, gerollt in Originalversandkarton mit Titelschild.

Erstausgabe. – Die aus drei Teilen zusammengesetzte »Kalender Rolle« bietet einen Überblick der avantgardistischen Kunst dieser Zeit. – Mit Beiträgen experimenteller Poesie, Musik und visueller Kunst von Piero Manzoni (»Achrome«), Yves Klein (Anthropometrie), Cy Twombly, Lucio Fontana, Ben Patterson (»Duo für Stimme und Streicher«), Emmett Williams, Hiltmann, P. Talman, Jean Tinguely, Heinz Mack, Raoul Hausmann (»Tolbes« und »Sound-reel«), H. Busse, O. Holweck, Ebeling, Belloli, Dietrich, Claus Bremer, Uecker, Piene, Dieter Roth, Arman, Vostell, Dufrene u. Franz Mon. – Bernd Ebeling und Hansjoachim Dietrich hatten den Verlag 1959 gegründet, es erschienen mehrere »Kalender«-Ausgaben, teils in kleinsten signierten Auflagen. – Die »Kalender Rolle« war Inspiration für spätere Fluxus-Publikationen wie die »Fluxus Preview Review Roll« oder »Alphabet Piece« von Emmett Williams (1963). – Sehr selten.

240,0 : 11,5 cm.

214  Reiner Ruthenbeck. Hole Stoff.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Blei- und Farbstiftzeichnung. 1968. 21,0 : 29,7 cm. Rückseitig signiert, recto datiert und betitelt.

Typische Zeichnung, mit drei »Konstruktionen« bzw. Details. – Auf dünnem Velin. – Als Fotograf dokumentierte Ruthenbeck (1937–2016) die Aktionen der Düsseldorfer Fluxus-Szene, zahlreiche von Joseph Beuys und ZERO-Künstlern. In den 1960er Jahren studierte er bei Joseph Beuys Bildhauerei. Erste Ausstellungen fanden 1968 statt.

215  Reiner Ruthenbeck.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Mönchengladbach 1972. Offsetleporello »Dachskulpturen«, eine Schallplatte und drei Textblätter. Lose in Originalpappbox.

Exemplar 140/440. – Mit den Vorworten von Hans van der Grinten und Johannes Cladders. – Das Leporello mit 64 Fotografien von Dachsirenen, die Schallplatte mit einer Aufnahme eines einminütigen Probealarms.

216  Niki de Saint-Phalle. Help.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Farbserigraphie. 1969. 32,0 : 41,0 cm (42,0 : 51,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 70/200. – Auf Velin d’Arches. – Vielfarbig auf weiß serigraphierten Hintergrund gedruckt. – Nachdem 1965 die ersten Frauenfiguren entstanden, war Niki de Saint-Phalle (1930–2002) 1969 erstmals auf einer Ausstellung in Deutschland vertreten.

Chenivesse/Kühn 40

217  Niki de Saint-Phalle. My Love.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Stockholm, Moderna Museet [1971]. Leporellobuch, durchgehend farbig illustriert.

In unbekannter Auflage gedruckt bei Litografik AB. – In typischen Bildgeschichten und handgeschriebenen Texten erörtert die Künstlerin so grundsätzliche Fragen wie »Where shall we make love? What do you like the most about me? What shall I do now that you’ve left me?« – Auf dem Vorderdeckel mit Bleistift signiert/bezeichnet »Niki«.

18,0 : 18,2 cm. [50] Leporelloseiten, rückseitig unbedruckt. – Vorderdeckel leicht gebräunt.

Wye/Weitman S. 122

218  Salomé [Wolfgang Ludwig Cihlarz]. Götterdämmerung.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R19 )

20 Farbalugraphien. 1984. 28,8 : 38,0 cm. Im Druckvermerk signiert.

Exemplar 22/180 der Ausgabe B (Gesamtauflage 200), im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Büttenkarton. – Ediert von der Berliner Raab Galerie. – Mit fünf Textbeilagen (Titel, Inhalt, Druckvermerk, Gedichte von Baudelaire und Mallarmé) lose in der weiße Originalmappe aus Samtpapier, Vorderdeckel mit Goldprägung. – Wolfgang Cihlarz (geboren 1954), seit 1973 unter dem Pseudonym »Salomé« künstlerisch tätig, gehörte 1977 zu den Mitbegründern der Berliner »Galerie am Moritzplatz«, die für die Berliner Wilden zum künstlerischen Zentrum wurde. Zu der farbenfreudigen »Götterdämmerung« wurde Salomé durch das mittelalterliche Nibelungenlied und Wagners »Ring der Nibelungen« inspiriert.

219  Armin Sandig. Profil.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Aquarell und Tempera über Bleistift und Tusche. 1987/89. 64,3 : 49,8 cm. Signiert, datiert und betitelt.

Schöne, großformatige Zeichnung mit durchaus bildhafter Wirkung. – Auf Velin »BFK Rives«. – Am Unterrand datiert »89 . VIIII . 87«. – Armin Sandig (1929–2015) lebte seit 1951 in seiner Wahlheimat Hamburg und war seit 1972 Mitglied, 1980–2011 Präsident der hiesigen Freien Akademie der Künste. – Gerahmt.

220  Eberhard Schlotter. Orientreise.

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 380

Neun Radierungen. 1954–1962. 32 : 38 cm. Signiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 33/50. – Ediert 1963 von der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt. – Die Arbeiten dieser Mappe sind das Ergebnis einer Reise des Künstlers durch Nordafrika und den vorderen Orient im Jahre 1954. »In langsamem Reifen entstanden die vorliegenden Radierungen in den Jahren 1954–1962«. – Auf Kupfertiefdruckkarton gedruckt von der Kupferdruckerei Kätelhöhn, Wamel. – Lose im Originalumschlag.

Werkverzeichnis 88–96

221  Carolee Schneemann. Ice Naked Skating.

Schätzpreis/Estimate: € 4500 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 3000 ( R19 )

Sechs Serigraphien. 1988. 46,5 : 59,0 cm (100 : 70 cm), Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 21/60. – Ediert von F. Conz, Verona. – 1972 fotografierte Anthony McCall – als eine seiner ersten Fotoaktionen – die fast nackte Aktionskünstlerin bei einer Eislauf-Performance. Für die nach den Fotos gedruckten Serigraphien überarbeitete Schneemann die Vorlagen. – Gedruckt in Violett auf schweres Bütten. – Als Titelblatt eine siebte Serigraphie nach der Handschrift der Künstlerin, diese ebenfalls signiert und nummeriert. – Jede Serigraphie lose in einem typographisch betitelten Doppelblatt. Alles in der Originalhalbleinenmappe mit Deckelschild. – Carolee Schneemann (geboren 1939) provozierte in den 1960er Jahren die amerikanische und internationale Kunstwelt mit ihren körperbetonten Performances. Auf der Biennale in Venedig erhielt sie 2017 – ein halbes Leben später – einen »Goldenen Löwen« für ihr Lebenswerk.

222  Otto Schoff. Orgien.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 330

10 Lithographien. 1924. Ca. 23 : 21 cm (30,5 : 25,0 cm). Signiert.

Erschienen im Berliner Gurlitt-Verlag. – Auf Zanders-Bütten. – Unser Exemplar enthält, entgegen allen Vergleichsexemplaren, neben der Titellithographie weitere zehn Lithographien, insgesamt also elf, alle signiert. – Mit ausschweifenden Szenen in einschlägigen Etablissements, unter freiem Himmel und in einer Kirche. – Otto Schoff (1888–1938)durchlebte Licht und Schatten: »Um sich 1914 kriegsuntauglich zu machen, gab er sich, wie er berichtet, 1914 den wildesten Ausschweifungen hin, die seine Gesundheit völlig untergruben« (Bilderlexikon). In den 1920er Jahren hatte er wohl eine glanzvolle Kariere vor sich, ed erschienen in der Galerie Flechtheim und der Gurlitt-Presse eine ganze Reihe von Graphikfolgen und von ihm illustrierte Bücher, unter anderem Ringelnatz’ »Fahrensleute« und Platens »Der verfehmte Eros«. 1935 erhielt Schoff Malverbot, 1938 durchsuchte die Gestapo sein Atelier und beschlagnahmte weitere Werke. Bei diesem Anlass erlag Schoff einem Herzinfarkt. – Sehr selten.

In Passepartouts, diese leicht geknickt und bestoßen. – Ohne die Originalmappe mit dem Druckvermerk.

Hayn/Gotendorf IX, 535. – Bilderlexikon IV, 798. – Kat. Taube I (1983), Nr. 12. – Vgl. Thieme-Becker XXX, 240 und Vollmer IV, 213

223  Jan Schoonhoven. Ohne Titel

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 2400

(Quadrate mit Diagonalen). Prägedruck. 1971. 47,5 : 47,5 cm (49,8 : 49,8 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 21/50. – 1024 Quadrate mit jeweils einer Diagonalen. – In schweres Velin geprägt.

Rückseitig mit kleinen Stockflecken, zwei schwach auf die Vorderseite durchschlagend.

224  [Jan] Schoonhoven.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Mönchengladbach 1972. Mit einem Prägedruck, mehreren Textheften und 23 Bildtafeln. Lose in Originalkarton.

Eins von 600 Exemplaren der ersten Ausgabe, das Mönchengladbacher »Original«. – Die Ausstellung wurde nach Mönchengladbach auch in Münster, Venlo, Karlsruhe und Hamburg gezeigt und wurde für diese Gelegenheiten nachgedruckt. – Mit Textbeiträgen u. a. von H. v. d. Grinten, W. Kambartel und dem Künstler selbst.

21 : 17 : 3 cm.

225  Jan Schoonhoven. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 2200

Prägedruck. 1973. 50,0 : 49,5 cm. Signiert, datiert, nummeriert und mit »HKL« bezeichnet.

Exemplar 39/100. – 2304 Quadrate und Rechtecke, wechselnd gereiht, in Negativblindprägung. – In schweres Velin geprägt.

226  Lothar Schreyer. Marionette IV.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Farblithographie. 1923. 39,3 : 29,3 cm. Monogrammiert, datiert und betitelt.

Die suprematistische Figur war Teil der Marionetten-Reihe, die Schreyer dann mit den Untertiteln »Der männliche Intellekt« (das vorliegende Blatt), »Der lüsterne Mann«, »Die lüsterne Frau« und »Engel der Geburt« versah. – Der Hintergrund wurde in Hellbraun lithographiert, die Figur in Blau, Grün, Rot, Gelb sowie Schwarz und Gold. – Sehr gut erhalten.

Nicht außerhalb der Rahmung begutachtet.

227  Josef Maria Schröder. Porträt einer jungen Frau mit rotem Pullover.

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 350 ( R19 )

Mehrfarbige Kugelschreiberzeichnung über Bleistift. Nach 1950. 22,1 : 35,7 cm (32,5 : 46,0 cm). Monogrammiert.

Auf gelblichem Karton. – Aus dem erst vor kurzer Zeit entdeckten Spätwerk des Künstlers. – »Der deutsche Maler Josef Maria Schröder [1886–1965] ist ein bis heute ganz unbekannt gebliebener Künstler. Bis 1913 war er als Bankkaufmann in Düsseldorf tätig und fasste dann den mutigen Entschluss, sich ganz der Kunst zu widmen. Lehrjahren im gesellschaftlich und künstlerisch äußerst lebendigen Berlin (bei Eugen Spiro, 1874–1972) folgten die ersten erfolgreichen Schritte als Maler mit einigen Ausstellungen und dem Preis der Max Liebermann Stiftung. […] Zeitweiliges Ausstellungsverbot, weggebrochene Aufträge, Geldnot und generell mangelnde Unterstützung im Kulturleben machen ihn zu einem Vertreter der ›Verschollenen Generation‹. Sein malerisches und zeichnerisches Werk umfasst vor allem Porträts, Landschaften und abstrakte Arbeiten. Es kulminiert in einem bedeutenden Spätwerk, das er ab 1950 in der von ihm entwickelten Kugelschreibertechnik schuf. In diesem Spätwerk integriert Josef Maria Schröder verschiedenste von ihm aufgenommene Richtungen der Malerei der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu beeindruckend leuchtenden surrealistisch-konstruktivistisch abstrakten Kompositionen von grossem Formenreichtum und Farbreiz, die dann in weiteren Werken zum Bildhintergrund werden für ganz besonders eindringliche und hochstilisierte Porträts. Bis zum Tod der Tochter Cecilie im Frühjahr 2008 lagen die Werke im Speicher ihrer Wohnung und wurden weder je ausgestellt noch verkauft.« (Ankündigungstext der Edition Patrick Frey zur 2017 erschienenen Monographie von Christoph Kappeler).

228  Bernard Schultze und Karin Szekessy. Porträt Bernard Schultze.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Drei Radierungen und eine Serigraphie von Bernhard Schultze, drei Fotoserigraphien von Karin Szekessy. 1966. 65,8 : 51,2 cm (Mappe). Alle signiert, teils datiert und nummeriert.

Exemplar 8/60. – Die vollständige Mappe 6 der von Dieter Brusberg, Hannover, edierten »Porträt«-Reihe. – Enthält drei Radierungen von Schultze auf Bütten (51,2 : 49,7 cm, auf farbige Kartonblätter montiert), eine zweifarbige Serigraphie nach Handschrift und Zeichnung Schultzes und drei zweifarbige Serigraphien nach Fotografien von Karin Szekessy, jeweils von beiden Künstlern signiert. – Die kolorierte Radierung von Schultze datiert »67«, die beiden unkolorierten nummeriert. – Mit dem Titelblatt lose in der Originalhalbleinenmappe mit einer in Schwarz wiederholten Serigraphie auf dem Vorderdeckel. – Tadellos erhalten.

Heuer 87–89

229  Bernard Schultze. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 340

Farbige Radierung. 1988. 106 : 78 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 11/13. – Auf Hahnemühle Kupferdruckbütten. – Die attraktive großformatige Radierung wurde von Peter Spiegel, Homburg, gedruckt und ediert vom Graphischen Kabinett Wolfgang Rothe, Frankfurt. – Erwartungsgemäß selten.

Heuer 210

230  Bernard Schultze. Graue Rosen.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Zuschlag/Hammerprice: € 470

Zehn Farbradierungen. 1991. 29,5 : 23,3 cm (65,6 : 49,6 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar XIX/XXXV. – Vollständige Folge der zehn Radierungen, gedruckt auf Velin d’Arches und in der Originalleinenmappe. – Innen tadellos, Vorderdeckel mit leichten Farbspuren.

Nicht mehr bei Heuer.

231  Emil Schumacher. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Radierung. 1967. 35,3 : 26,7 cm (53,4 : 38,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 90/300. – Auf Velin.

Oberrand mit zwei Schabstellen von unprofessioneller Anheftung.

232  Richard Seewald. Der Kreuzweg unseres Herrn.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 180

14 Linolschnitte. 1950/1996. 59,2 : 44,5 cm.

Exemplar 5/25. – Ediert als sechster Druck der Antinous-Presse. – Auf Bütten, mit den Prägestempeln »Nachlass Richard Seewald« und der Antinous-Presse. – Mit dem Textdoppelblatt (Titel, Einführung, Editionsvermerk) lose in der Originalhalbleinenmappe. – Die Linolschnitte entstanden Anfang der 1950er Jahre nach einer Pilgerreise Seewalds zum »heiligen Berg« La Salette-Fallavaux. Zu Lebzeiten des Künstlers (1889–1976) erschien nur eine verkleinerte, von Klischees gedruckte Ausgabe (1952). Die Linolstöcke verblieben im Nachlass und wurden hier erstmals für Originaldrucke verwendet. – Tadellos.

Jentsch Ls 1–14 (der nur Andrucke und die verkleinerte Ausgabe kannte)

233  Todd Severson. [Fünf von] Tausend deutsche Porträts.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Ölfarbe auf Holz in Bleirahmen. Um 2000. Ca. 16 : 16 cm. Rückseitig betitelt.

George Grosz. – Walter Benjamin. – Claus Graf von Stauffenberg. – Alfred Döblin. – Oswald Sprengler. – Seit 1994 entstanden in drei Schaffensphasen 1.000 Porträts, darunter viele Künstler, Schriftsteller und Politiker – von Katharina von Bora bis Sepp Herberger, von Dürer bis Polke, von Hans Sachs bis Günter Grass, von Kaiser Maximilian bis Adolf Hitler. – Todd Severson (geboren 1959) malte nach bekannten zeitgenössischen Vorlagen auf starke Holzplatten, die er in gehämmerte Bleirahmen fasste. »Eliminating the traditional elements of classic heroic portraiture and installed salon style, without regard for chronology or hierarchy, the Tausend Deutsche Portraits is an actual archive that challenges the conventions of documenting and categorizing culture.  The work illustrates my transition from an outsider into another culture and my confrontation with Germany and its complex history« (auf der Webseite des Künstlers). Seit Anfang der 1990er Jahre lebt Severson in Deutschland, zunächst in Hamburg, wo die Porträtreihe begonnen wurde, später in Berlin. – Rückseitig betitelt und mit der Nummer der Namensliste, diese in das Blei eingeschlagen (hier zwei Abweichungen zur Bildliste). – Anlässlich der Ausstellung in der Hamburger Galerie Cato Jans erworben.

Vgl. Toddseverson.de.

234  Gerdt Marian Siewert. Im Gedankenpark der Gekreuzigten.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Öl auf Karton. 1969. 39,3 : 49,6 cm. Monogrammiert und datiert.

Gerdt Marian Siewert (1920–1992) studierte Anfang der 1950er Jahre an der Westberliner HfBK und arbeitete dann in Ostberlin als Bühnen- und Pressefotograf. Nach seiner Flucht nach Westberlin war er noch kurze Zeit als Bildjournalist tätig, bevor er sich, inzwischen in Hamburg lebend, der Malerei zuwandte. Siewert orientierte sich an Giorgio di Chirico und Arbeiten anderer magisch-realistischer Surrealisten. »Traum- und albtraumhafte Landschaften gestaltete er zu Endzeitszenarien, Stadtsilhouetten zu Ruinen, Städte zu Ameisenhaufen, Personen zu Objekten« (Harald Budde, 1984).

235  Kiki Smith. Bee. – Squirrel. – Moth. – Bird. – Fly. – Bat.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Sechs Offsetdrucke mit Pergaminapplikationen. 1998. 50,0 : 42,0 cm. Signiert und datiert.

Auf Velin, jeweils in einem typographisch betitelten Umschlagblatt. – Im künstlerischen Œuvre von Kiki Smith (geboren 1954, lebt und arbeitet in New York) finden sich schwere Materialien wie Stein, Glas und Marmor für ihre Skulpturen, ebenso wie Reispapier im graphischen Werk. In den vorliegenden graphischen Collagen erweckt der kleinste Lufthauch die gezeichneten Wesen zum »Leben«. – Vollständige Folge, ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Tadellos.

Griffelkunst B 287 B1–6

236  Emilio Stanzani. Vier abstrakte Zeichnungen,

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

drei mit farbigen Kreiden, eine mit farbigen Tuschen. 1970–1972. Ca. 10 : 15 cm. Monogrammiert bzw. signiert, teils mit Widmungen bezeichnet.

An Hans Henseleit, Feuilletonchef der Kieler Nachrichten. – Schöne kleinformatige abstrakte Arbeiten des vorwiegend in der Schweiz tätigen Künstlers (1906-1977). – »Sein Spätwerk zeichnet sich durch polychrome Abstraktion, beeinflusst durch Strömungen des Tachismus und durch den befreundeten Francis Bott, aus« (http://www.hls-dhs-dss.ch). – Zwei recto, zwei verso mit Grüßen und kurzen Nachrichten an den Empfänger. – Dazu: Maschinengeschriebene Kunstpostkarte.

237  Jens Stittgen. Figurenpaar.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Tempera und Aquarell. 1988. 72,0 : 61,3 cm. Rückseitig signiert und datiert.

Auf Japanbütten. – Jahresgabe der Overbeck-Gesellschaft Lübeck 1990, u. a. diese und drei weitere Zeichnungen Stittgens. – Jens Stittgen (geboren 1956) lebt und arbeitet in Düsseldorf. Er studierte, u. a. als Meisterschüler, an der Kunstakademie Düsseldorf bei Gotthard Graubner. – Leichte Atelierspuren.

238  Antoni Tàpies. Les deux cartes.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Farbige Lithographie. 1976. 33,0 : 60,0 cm (56,0 : 76,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 9/75. – Auf Arches-Bütten. – Neben der Einzelauflage erschien die Lithographie, auf Buchformat beschnitten und gefalzt, auch in Georges Raillard, Tàpies. Monographie (Paris 1976).

Rückseitig Montierungsreste.

Galfetti 638

239  Joe Tilson. Liknon.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 250

Farbserigraphie und farbiger Holzschnitt. 1994. 57 : 76 cm. Signiert, datiert, betitelt und nummeriert.

Exemplar 58/75. – Auf schwerem Bütten. – Nach einem der Ende der 1980er Jahre entstandenen Stillleben-Objekte (z. B. »Liknon 3« in der Tate Gallery) des inzwischen 90jährigen englischen Pop-Art-Künstlers. – Mit Prägedruck und zum Teil monotypieartig gedruckt, besticht das Blatt mit seiner betörenden Haptik. – Gedruckt bei Berardinelli, Verona, mit deren Trockenstempel. – Tadellos erhalten.

240  Timm Ulrichs. Interferenzen 2 (1960/61).

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Vier Serigraphien. 1968. 62,0 : 44,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 57/100. – Vollständige Folge der Schwarz und Grau gedruckten Serigraphien. – Ediert von Carl Laszlo in dessen Edition Panderma, Basel 1968. – Lose in der Originalmappe, diese im Innendeckel mit signierten Auflagenvermerk.

Kleine Nadellöcher in den Ecken, eine Ecke mit winziger Farbabplatzung. – Mappe minimal fleckig.

241  Tomi Ungerer. On Stool pulling up Boot.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Bleistiftzeichnung. 1988. 21,0 : 29,7 cm. Signiert, rückseitig betitelt und mit »12 7 88« bezeichnet.

Auf dünnem Zeichenpapier. – In Passepartout montiert.

242  Giorgio Valenzin. Carnevale a Venezia.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Vier Mischtechniken (Aquarell- und Tempera über Tusche). Um 1950. Ca. 32 : 42 cm. Alle signiert.

Der venezianische Künstler Valenzin (1901–1978), in den 1940er-50er Jahren mehrfach ausgezeichnet und international ausgestellt, widmete sich in seinem Werk besonders seiner Heimatstadt. Zentrales Thema der vier eindrucksvollen Arbeiten ist das venezianische Carneval, wobei auch düstere Momente des Maskenhaften betont werden.

243  Victor Vasarely. Naissances.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Vier Serigraphien. 1963/1971. 29,8 : 21,0 cm. Signiert und nummeriert.

Beilagen zu zwei Ausgaben des gleichnamigen »longsellers« der Kölner Galerie Der Spiegel. – Die erste und dritte Auflage erschienen in Auflagen von 450 bzw. 650 Exemplaren. – Inhaltlich unverändert mit dem Vorwort des Künstlers in Deutsch und Französisch und jeweils mit 37 auf Transparentpapier gedruckten Strichätzungen nach Zeichnungen Vasarelys. Schwarze Originalbroschuren. – Die spätere Ausgabe mit einer dritten, unsignierten Serigraphie nach dem Titelblatt.

30,0 : 21,5 cm. [18] Seiten, 37 Strichätzungen, [6] Seiten.

244  Ben Vautier. Moi, Ben je signe.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Brüssel und Hamburg, Lebeer Hossmann 1975. Mit zahlreichen Collagen, Stempeln und Abbildungen. Lose in Originalumschlag und bemalter Originalpappkassette.

Eins von 75 Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 385). – Die Vorzugsausgabe wurde vom Künstler im Druckvermerk signiert und nummeriert und auf dem schwarz grundierten Deckel der Box mit Kreide betitelt. Nur die Vorzugsexemplare enthalten eine signierte Manuskriptseite und vier durch Stempel als Originale markierte Collagen (Stoffprobe, Spiegelscherbe, gefaltete Mullbinde, Ausschnitt Landkarte). – Die übrigen Einklebungen (Postkarte, Buchseite, Schallplatte etc.) waren auch in der allgemeinen Auflage enthalten. – Die erste Ausgabe des Werkes erschien 1962/63 in kleiner Auflage.

31,0 : 21,8 cm. 22 Blätter, 3 Doppelblätter.

Wye/Weitman S. 124

245  Bram van Velde. Composition.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 230

Farblithographie. 71,5 : 52,5 cm (78,0 : 58,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 97/100. – In verschiedenen Blau- und Brauntönen auf Velin gedruckt.

Rückseitig und die Ränder stärker gebräunt.

246  Bram van Velde. Drei Farblithographien.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 350

1974 und ohne Jahr. Ca. 31 : 27 bis 39 : 31 cm. Signiert, nummeriert

I. Départ. 1974. 21,3 : 13,8 cm (35,0 : 29,2 cm). Exemplar 15/110. Auf Japan. – II. Venin. 1974. 21,2 : 13,5 cm (38,5 : 30,5 cm). Exemplar 21/110. Auf Japan. – III. Ohne Titel. 21,5 : 24,5 cm (27,0 : 31,0 cm). Exemplar »ea«. Auf Velin.

247  Heinrich Vogeler. Im Mai.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Radierung mit Aquatinta. 1897. 34,4 : 24,2 cm (46,2 : 39,7 cm). Signiert, in der Platte monogrammiert.

Die schöne, stimmungsvolle Radierung gedruckt in Braun auf chamoisfarbenes Bütten. – Mit der Käfer-Remarque. – Am Unterrand bezeichnet mit »Hch. Vogeler Im Mai«.

Etwas gebräunt, untere rechte Ecke geknickt.

Rief 16 d (von d)

248  Heinrich Vogeler. Erster Sommer.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 310

Radierung. 1904. 34,5 : 24,6 cm (44,5 : 31,5 cm). Signiert.

Eins der in unbekannter Auflagenhöhe gedruckten Exemplare in Braun auf getöntem Bütten und mit der zusätzlichen Signatur des Druckers Otto Felsing, Berlin, unten links.

Kleine Bereibungen und im rechten Rand stockfleckig.

Rief 38 1993 II d (von f)

249  Heinrich Vogeler. Exlibris Ida Perutz.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Radierung. 1904. 10,0 : 8,0 cm (20,8 : 15,0 cm). Eigenhändig und in der Platte monogrammiert.

Auf Bütten.

Rief 101

250  Jan Voss. 200 virages serrés.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

Brüssel, Edition Camomille 1988. 200 Farboffsets, davon 13 mit Bleistift und Tempera ergänzt. Originalbroschur.

Exemplar 9 von 35 unikaten Ausführungen. – Mit eigenhändigem Titel und Druckvermerk, dort auch nummeriert und signiert. – Ediert von der Galerie Camille von Scholz, Brüssel. – Das originelle Künstlerbuch besteht aus 200 jeweils leicht verschoben gefalzten Doppelseiten. Durch die Bildverschiebung entsteht aus der identischen Szene eine Art »Daumenkino«: Ein rotes Auto »fährt« im Laufe des Buches von links kommend über den Buchschnitt zur rechten Bildkante. Nach etwa zwei Dritteln des Geschehens fährt der Wagen an einen plötzlich auftauchenden Baum, den Jan Voss – nebst einem dort sitzenden Vogel – mit Bleistift einzeichnete. Trotz sichtbarem Blechschaden (Aquarellfarbe) setzt das Auto seine Fahrt fort. – Der Druckvermerk verweist auf den Unikatcharakter: »chaque exemplaire diffère par l’impression et content un design original«. – Jan Voss (Jahrgang 1936), lebt seit 1960 in Paris. In den 1980er Jahren experimentierte er mit Bildtransformationen in die Dreidimensionalität. – Sehr selten und tadellos erhalten.

20,7 : 12,0 cm.