ChristianHesse

Lot 251 – 300 | Hesse-Auktionen
Lot 251 – 300

251  Alfons Mucha – Mistr Jan Hus na koncilu Kostnickém.

€ 250

Jeho vyslech, odsouzeni a upálení dne 6. Cervence 1415. (tschechisch: Jan Hus auf dem Konstanzer Konzil. Sein Verhör, Verurteilung und Verbrennung am 6. Juli 1415). Prag, J. Otto 1902. Mit fünf Tafeln nach Alfons Mucha und zahlreichen Textabbildungen nach Zeichnungen von Jan Dedina. Blauer Originalleinenband mit vergoldeten Titeln.

Erste Ausgabe. – Erschienen auf Kosten der beiden Künstler. – Im Stil der Jahrhundertwende und mit durchaus religiös-verklärenden Momenten illustriert.

33,5 : 24,0 cm. 87, [1] Seiten, 5 Tafeln. – Minimal bestoßen. – Innengelenke geplatzt. Titel etwas stockfleckig.

252  Auguste Rodin – Léon Maillard. Auguste Rodin.

€ 200

Statuaire. Paris, H. Floury 1899. Mit zwei Radierungen und zahlreichen Abbildungen im Text und auf Tafeln. Halblederband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Erschien in der Reihe »Études sur quelques Artistes originaux«. – Mit einer Kaltnadelradierung von Rodin (Porträt Antonin Proust; gedruckt in Rötel) und der Radierung »Buste de Rodin« von Courtry. – Der Originalbroschurumschlag eingebunden.

26,4 : 21,0 cm. IV, [6], 158, 20 Tafeln, 2 Radierungen.

253  Charles Baudelaire – Armand Godoy. Stèle pour Charles Baudelaire.

€ 250

Paris, Ronald Davis 1926. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren auf Holländischem Bütten (Gesamtauflage 212). – Vortitelblatt mit eigenhändiger Widmung des Dichters für Jules Donzel (wohl der Maler und spätere Redakteur der »Correspondence Havas«, der unter anderem auch Artikel zu Nietzsche veröffentlichte. – Armand Godoy (1880–1964) wurde in Havanna geboren und wanderte aus Bewunderung für Baudelaire und seine Dichtungen nach Frankreich aus. Er trug eine beeindruckende Sammlung von Büchern, Manuskripten, Bildnissen und Skulpturen Baudelaires zusammen. – Sehr selten.

25,3 : 19,5 cm. [4], 14, [6] Seiten. – Umschlag angestaubt.

254  William Butler Yeats – A Book of Images.

€ 200

Drawn by William T. Horton & introduced by W[illiam] B[utler] Yeats. London, Unicorn Press 1898. Mit 23 blattgroßen Illustrationen nach Zeichnungen. Gelber Originalleinenband mit schwarzer Deckelillustration.

Seltene Originalausgabe. – Unicorn Quartos, Number 2. – In der Einleitung befasst sich Yeats mit der symbolistischen Kunst in England und dem Werk seines Freundes Horton, der neben Aubrey Beardsley zu den wichtigsten Beiträgern der Zeitschrift »The Savoy« zählte. – Beigabe: Wheels 1917 [und] 1918. Oxford [1916 und 1917]. Illustrierte Originalhalbleinenbände. Jahrgänge 2 und 3 von insgesamt sechs, herausgegeben von Edith Sitwell. Mit Beiträgen von Aldous Huxley, Osbert und Sacheverell Sitwell, Arnold James u. a. – Selten.

22,2 : 17,5 cm. 61, [3] Seiten. – Minimal angestaubt und leicht bestoßen.

255  W[illiam] B[utler] Yeats. The Shadowy Waters.

€ 400

London, Hodder and Stoughton 1900. Dunkelblauer Originalleinenband; Deckelvignetten, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe, sehr selten. – Gedruckt von T. und A. Constable auf der Edinburgh University Press. – Die erste Fassung des Einakters in Vers und Prosa. »Das Drama zählt zum Frühwerk Yeats’ und gilt als der klarste Ausdruck der romantisch-ästhetisierenden Tendenzen dieser Periode des Dichters. Die Uraufführung fand 1904 in Dublin statt, eine einschneidend überarbeitete Fassung folgte 1906/07. – Besonders das okkulte Element, »das in der ursprünglichen Fassung stark vertreten war, tilgte Yeats in einer einschneidenden Revision weitgehend …« (KNLL). – Dazu: T. S. Eliot. The Dry Salvages. – Little Gidding. London, Faber and Faber 1941 und 1942. Originalbroschuren. Erste Ausgaben.

24,5 : 17,5 cm. 57, [3] Seiten. – Deckel am Oberrand mit Feuchtigskeitsspuren. Leicht bestoßen. – Vorsätze stockfleckig. – Zeitgenössischer Besitzvermerk.

KNLL XVII, 937

256  Gabriele d’Annunzio. Gesänge

€ 500

in Nachdichtung von Else Schenkl mit Buchschmuck E. M. Lilien. Berlin und Leipzig, Schuster & Löffler 1904. Mit einem Porträt d’Annunzios, einem Frontispiz und ornamentalem Buchschmuck. Originalpappband mit Deckelillustration und Kopfgoldschnitt.

Eins von 25 römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe auf echt Japan (Gesamtauflage 375). – Im Druckvermerk von Künstler und Übersetzerin signiert. – Druck in Rot und Schwarz. – Gabriele d’Annunzio (1863–1938), Dichter des Fin de Siècle und spätromantischer Vertreter des Symbolismus, debütierte schon als 16jähriger Gymnasiast als Lyriker. Als dichtender Patriot mit großen Sympathien für Mussolini, entschlossener Krieger und empfindsamer Über-Ästhet wird d’Annunzio heute noch von vielen Italienern verehrt. – Ephraim Moses Lilien (1874–1925) wurde vor allem durch seine ornamentalen grafischen Arbeiten im Jugendstil und seine Exlibris bekannt. Nach dem Studium an der Kunstschule in Krakau ging er 1894 nach München und 1899 nach Berlin, wo er sich nach Jahren der Not erfolgreich als Werbegrafiker etablierte und in den Kreisen der Bohème verkehrte.

25,4 : 16,8 cm. 107, [5] Seiten. – Ränder und Rücken leicht verblasst.

Hofstätter 144 (mit Abbildung)

257  Melchior Lechter – Karl Wolfskehl. Ulais.

€ 300

Berlin, Verlag der Blätter für die Kunst 1897. Originalbroschur, Vorderumschlag mit Illustration von Melchior Lechter.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Eins von 200 Exemplaren auf gelblichem Bütten (Gesamtauflage 207). – Die frühe buchkünstlerische Arbeit steht in ihrer dekorativen Symbolik vollgültig neben Lechters Einbandzeichnungen für Stefan Georges »Das Jahr der Seele«, das im gleichen Jahr erschien. – Schönes unbeschnittenes Exemplar mit dem empfindlichen Japanumschlag.

20,0 : 16,8 cm. 78, [2] Seiten. – Die erste und letzte Seite leicht stockfleckig.

Raub A 10. – Landmann 82

258  Stefan George – Johann Anton. Dichtungen.

€ 200 ( R7 )

Berlin, Blätter für die Kunst 1935. Mit einer Porträtfotografie. Hellgrauer Originalpappband mit Deckelvignette.

Eins von 300 Exemplaren. – Gesetzt aus der George-Schrift und gedruckt auf Bütten bei Otto von Holten, Berlin. – Johann Anton (1900–1931) zählte in den 1920er Jahren neben Max Kommerell zu Georges engsten Vertrauten. Max Kommerell erhielt von George den Übernamen »Maxim«, Anton wurde »Prinz«. – Kommerell wurde von George der Kontakt zu seinen Anhängern untersagt – Anton fühlte sich zwischen Freund und »Meister« hin- und hergerissen. Am 29. Geburtstag von Kommerell beging Johann Anton Selbstmord. – Dazu: Melchior Lechter. Zum Gedächtnis Stefan Georges. Berlin, Georg Bondi 1934. Originalhalbleinenband. – Melchior Lechter. Vierte große Sonder-Ausstellung in der Galerie Gurlitt mit einem Gedächtnis-Raum für den Dichter Stefan George. Berlin 1934. Originalbroschur. – Die Typographie und Gestaltung beider Werke übernahm Melchior Lechter, der auch den Druck bei Otto von Holten überwachte. – 1934 starb Stefan George. Der Gurlitt-Katalog mit einem Vorwort von Frommel verzeichnet allein 14 Originalhandschriften des Dichters.

27,0 : 21,8 cm. 79, [1] Seiten, 1 Fotografie. – Die Fotografie wie meist mit Abklatsch der Titelschrift. – Titelblatt der ersten Beigabe mit kleinen Tintenflecken.

Landmann 1245 sowie 1109 und 1110. – Beigaben: Raub A 125 und A 127

259  Stefan George – Hugo von Hofmannsthal. Ausgewaehlte Gedichte.

€ 200

Berlin, Verlag der Blätter für die Kunst 1903. Mit einem Titelbild von Ludwig von Hofmann. Gelber Originalpappband.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Eins von 300 Exemplaren, »alle in gleicher Ausstattung«, auf festem Bütten, gedruckt bei Otto von Holten, Berlin. – Die Beziehung der beiden Dichter war in den ersten Jahren schwerwiegenden Erschütterungen ausgesetzt: Zunächst lehnte Hofmannsthal das Werben Georges als zu vereinnahmend und dessen Angebot, die Leitung der Zeitschrift »Blätter für die Kunst« zu übernehmen, ab. Erst 1897 veröffentlichte er wieder in Georges Zeitschrift, 1903 folgt dann mit »Ausgewählte Gedichte« die erste eigenständige Veröffentlichung des Dichters in Georges Verlag. – Dazu: Stefan George. Der Krieg. Dichtung. Berlin, Georg Bondi 1917. Gelbe Originalbroschur. Erste Ausgabe. Auf Japanbütten. Mit Besitzvermerk von Erika Schwartzkopff-Wolters, der Ehefrau von Friedrich Wolters, und dessen Exlibris. – Zwei Beigaben.

22,7 : 17,5 cm. 38, [6] Seiten. – Etwas bestoßen und fleckig.

Landmann 204 und 114. – Houghton Library Catalogue 73

260  Marcus Behmer – Honoré de Balzac. Das Mädchen mit den Goldaugen.

€ 450

Deutsche Übertragung von Ernst Hardt. Zeichnungen von Marcus Behmer. Leipzig, Insel 1904. Mit zehn Tafeln und Buchschmuck nach Zeichnungen. Originalpergamentband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet (A. Köllner Buchbinderei Leipzig). Im Schuber.

Eins von 500 Exemplaren. – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten, die Illustrationen als Zinkographien auf Japan. – Behmer entwarf auch die große Deckelvignette und die braun-gold gedruckten Vorsatzpapiere. – Nach Oscar Wildes »Salome« die zweite umfangreiche und selbständige buchillustratorische Arbeit des damals gerade 25jährigen Behmer.

21,9 : 18,0 cm. [14], 91, [5] Seiten. 10 Tafeln. – Einband etwas, Buchschnitt leicht stockfleckig.

Haucke 5. – Sarkowski 86. – Schauer II, 45. – Fromm 1533

261  Marcus Behmer – Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen. Der Erste Beernhäuter.

€ 400

Nicht ohne sonderbare darunter verborgene Lehrreiche Geheimniß, sowol allen denen, die so zu schelten pflegen und sich so schelten lassen, als auch sonst jedermann […] andern zum Exempel vorgestellet von Illiterato Ignorantio, zugenannt Idiota. Berlin, Brandus 1919. Mit fünf blattgroßen Radierungen und einer radierten Initiale von Marcus Behmer. – Dunkelvioletter Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel, Kopfgoldschnitt und marmorierten Japanbuntpapierdeckelbezügen und -vorsätzen.

Siebter Nibelungendruck. – Eins von 200 Exemplaren im Halbledereinband (Gesamtauflage 320). – Gesetzt aus der Alten Schwabacher. – Druck des Textes bei Otto von Holten, Druck der Radierungen bei A. Ruckenbrod, beide Berlin. – Auf Nürnberger Bütten. – Von Marcus Behmer stammen die fünf blattgroßen Radierungen, die in Schwarz mit grauer Tonplatte gedruckt wurden, die große Initiale in Rötel, die Titelzeilen in Holzschnitt sowie die gesamte Typographie einschließlich des berühmten Bären-Zwischenstücks. – »Das beste meiner Bücher […] weil da alles zueinander paßt […] Bärenhäuter ulkig, Kontrast von gewollter Zierlichkeit und burschikoser Aufschneiderei […] so sollten die Illustrationen wirken« (Marcus Behmer an Gottfried Laske, seinen großen Förderer; zitiert nach Ausstellungskatalog Marcus Haucke, Berlin 2001).

19,0 : 12,0 cm. 28, [4] Seiten. – Rücken verblasst. Leder an den Ecken und Kanten berieben und mit kleinen Fehlstellen.

Haucke 33. – Œuvre gravé B. 256, 259–263. – Halbey 7. – Rodenberg 445, 7. – Schauer II, 44 (Abbildung)

262  Marcus Behmer – Probe der hebräischen Bibel.

€ 300

Schrift und Initialen von Marcus Behmer. Berlin, Soncino-Gesellschaft 1929. Mit einer großen ornamentierten Initiale. Lose Doppelblätter.

Eins von 800 Exemplaren. – Auf van Gelder-Bütten. – Gedruckt auf der Handpresse der Officina Serpentis, gesetzt aus deren Gotischer Type und der Hebräisch von Marcus Behmer. – Mit den Geleitworten von Arnold Zweig und Martin Buber sowie einem Text des Verlages zur geplanten Edition. 1930–1933 wurde zunächst das Pentateuch in einer Auflage von 856 Exemplaren gedruckt (vgl. Horodisch 13). Eine Fortsetzung erlebte das Projekt nach 1933 aus bekannten Gründen nicht mehr.

39,8 : 25,8 cm. [8] Seiten. – Äußere Seiten gebräunt.

Backe/Köppen 134. – Rodenberg 519. – Deutsche Bibliophilie 1898–1930 202. – Horodisch, Soncino 29

263  Der Amethyst.

€ 500

Blätter für seltsame Litteratur und Kunst. Herausgegeben von Franz Blei. Heft 1[–]11/12 [in einem Band]. Wien, C. W. Stern Dezember 1905 – November 1906. Mit 18 Tafeln. Dunkelroter Halbmaroquinband mit marmorierten Deckelbezügen. Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe, vollständige Folge aller erschienenen Hefte der erotisch-literarischen Zeitschrift. – Eins von 800 Exemplaren. – Auf chamoisfarbenem Bütten, die Tafeln auf Kunstdruckpapier. – Die Tafeln mit erotischen Zeichnungen von Thomas Theodor Heine, Marcus Behmer (unter seinem Pseudonym Maurice Besnaux), Aubrey Beardsley, Alfred Kubin, Karl Hofer, Willi Geiger, Felicien Rops, Franz von Bayros und anderen. – Als Publikation der Östereichischen Bibliophilen herausgegeben und nur für Subskribenten, nicht für den Handel, erschienen. – Hugo Hayn bezeichnete das Werk schon 1912 als »vergriffen«. »Es ist zu einer wahren Seltenheit geworden« (Stern-Szana). – 1907 erschien als Fortsetzung »Die Opale« (siehe die folgende KatNr). – Mit allen Originalumschlägen, dem Haupttitel, Druckvermerk und dem Gesamtinhaltsverzeichnis. – Tadellos schönes Exemplar.

23,3 : 18,5 cm. VIII, 402 Seiten, 18 Tafeln, 20 Anzeigenseiten. – Vorsatzblatt mit kleinem Monogrammstempel »N · K 1921 NB · A« (Buchbinder?).

Hayn/Gotendorf I, 69. – Stern-Szana 54. – Raabe, Zeitschriften 17. – Dietzel/Hügel 106

264  Die Opale.

€ 800

Blätter für Kunst & Literatur. Herausgegeben von Franz Blei. Erster [und] Zweiter Halbband. Erster [bis] Vierter Teil. Leipzig, Julius Zeitler 1907. Mit vier Holzschnitten, davon einer farbig, und 21 teils farbigen Tafeln. Originalpergamentbände mit blindgeprägter Deckelvignette und vergoldetem Rückentitel.

Vollständige Ausgabe der nur in einem Jahrgang erschienenen Luxuszeitschrift, die die Fortführung des »Amethyst« bildete. – Eins von 40 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Kaiserlich Japan (Gesamtauflage 890, gedruckt nur für Subskribenten). – Enthält Holzschnitte von G. Laboureur, E. R. Weiss und J. Höxter sowie Tafeln nach Aubrey Beardsley, Marcus Behmer, Karl Walser, Willy Geiger, C. Somoff, K. Hofer und anderen. – Mit Texten »durchweg erotischen (z.T. fragwürdigen) Charakters« (Schlawe I, 66) von Robert Walser, E. T. A. Hoffmann, Max Brod, Oscar Wilde und anderen. Es handelt sich vielfach um Erstdrucke.

24,7 : 18,7 cm. [4], 216, [4] Seiten; [4], 216, [2] Seiten, 4 Holzschnitte, 21 Tafeln. – Die Einbände leicht verzogen, angestaubt und minimal verfärbt.

Hayn/Gotendorf V, 475. – Dietzel/Hügel 2330. – Diesch 2791. – Söhn HDOG 347/348

265  Das Neue Pathos.

€ 400

Fünftes und sechstes Heft [in einem Band]. Berlin 1913. Mit je einem Holzschnitt von Erich Heckel und Walter Bötticher, je einer Lithographie von Waldemar Rösler und Karl Krebs, einer Radierung und einem Linolschnitt von Jakob Steinhardt. Halbpergamentband mit Rückenschild.

Jahrgang I, Band 4. – Eins von 100 Exemplaren, als Privatdruck herausgegeben von Hans Ehrenbaum-Degele, Robert R. Schmidt und Paul Zech. – Für Inhalt, Redaktion und Verlag war Paul Zech verantwortlich. – In der Officina Serpentis gesetzt aus der Alten Schwabacher und gedruckt auf Bütten. – Mit Texten der Herausgeber und von Albert Vervey, Oskar Loerke, Arno Holz, Emil Verhaeren, Kurt Pinthus, Albert Ehrenstein, Walter Hasenclever u. a. – Der Holzschnitt von Erich Heckel (»Im Gespräch«, Dube 235) unten links monogrammiert. – »Bedeutsame frühexpressionistische Zeitschrift […] Der Titel der Zeitschrift verweist auf den Ansatz in der neuen Dichtung, wie er vom Neuen Club und seinem Neopathetischen Cabaret in Berlin gepflegt wird, aber auch schon von Stefan Zweig aufgegriffen wurde. Dieser schreibt […] ›Eben in unseren Tagen scheint sich wieder eine Rückkehr zu diesem ursprünglichen, innigen Kontakt zwischen dem Dichter und dem Hörer vorzubereiten, ein neues Pathos wieder zu entstehen.‹ […] [Dieser Aufsatz, der der Zeitschrift den Namen gab, ist ein Kapitel aus Stefan Zweigs Buch über Emil Verhaeren (Leipzig 1910)!]« (Paul Raabe).

27,5 : 19,0 cm. 64 Seiten. – Rücken fleckig. – Hinteres Vorsatzblatt mit kleinem Stempel. Seiten gering stockfleckig.

Raabe, Zeitschriften 12. – Backe 14. – Rodenberg 109

266  Der Mistral.

€ 200

Eine lyrische Anthologie. Berlin, Paul Knorr 1913. Marmorierter Pappband mit blau-goldenem Rückenschild, Originalumschlag eingebunden.

Erste Ausgabe dieser wichtigen expressionistischen Anthologie. – Erschienen als Doppelnummer IV/V in »Die Bücherei Maiandros«. Diese kurzlebige Zeitschrift, die von Heinrich Lautensack, Alfred Richard Meyer und Anselm Ruest herausgegeben wurde, stellte schon nach sechs Nummern ihr Erscheinen wieder ein. – Enthält je ein Gedicht von 103 Autoren . – Vorgebunden ist das Beiblatt »An Stelle eines Vorwortes«.

21,8 : 14,0 cm. 7, [1], 69, [3] Seiten.

Raabe, Zeitschriften 114 (diese Anthologie als Einzeltitel) und 11 (die Zeitschrift)

267  Münchner Kriegsblätter.

€ 200

Erstes [bis] Drittes Kriegsflugblatt der Zeitschrift »Der Zwiebelfisch«. München, Hans von Weber 1914. Mit sechs Lithographien von Bruno Goldschmitt. Lose Blätter.

Bruno Goldschmitt. Michel und seine Nachbarn I und II. Vor dem 1. August 1914. – Nach dem 1. August 1914. Einblattdrucke mit je einer Lithographie. Auf gelblichem Maschinenbütten. – Richard Dehmel. Vier Kriegslieder mit Ur-Steindrucken von Bruno Goldschmitt. Zwei Doppelblätter mit vier Lithographien und Text. Auf Maschinenpapier. – Sehr seltene, zumal so gut erhaltene, Folge mit den frühesten Illustrationsarbeiten des bald schon überaus schaffensreichen Künstlers.

44,5 : 29,5 cm bzw. 40,5 : 27,5 (III).

Sennewald 14, 1 und 2 (ungenau)

268  Kriegszeit.

€ 600

Künstlerflugblätter. Herausgegeben von Paul Cassirer und Alfred Gold. No. 1 [–] 65. Berlin, Paul Cassirer 1914–1916. Mit zahlreichen Lithographien, davon eine farbig. Lose Doppelblätter in Originalhalbleinenkassette.

Vollständige Folge der künstlerisch wichtigen, durchgehend lithographierten und reich illustrierten, Publikation, die – wie andere Kunstzeitschriften der damaligen Zeit – die anfänglich allgemeine Kriegsbegeisterung zum Ausdruck bringt. Mit Lithographien von Ernst Barlach, Max Beckmann, Hans Baluschek, Erich Büttner, August Gaul, Rudolph Grossmann, Otto Hettner, Käthe Kollwitz, Max Liebermann, Max Oppenheimer und vielen anderen. – Von insgesamt 65 Heften (31. August 1914 bis Ende März 1916) erschienen zwei als Doppelnummer. – Mit den Beilagen zu Heft 9 (Kriegsbilder von Max Oppenheimer) und Heft 18/19 (Weihnachten 1914). – Heft 6 als »Sondernummer Liebermann« betitelt, Nr. 13 mit einer Beilage zu einem Druck der Pan-Presse. – Die ersten 20 Nummern auf einfachem, die übrigen auf besserem Maschinenpapier. – Die Zeitschrift wurde 1916 eingestellt und durch den »Bildermann« fortgesetzt. – Insgesamt tadellos erhalten.

47,8 : 32,3 cm. – Heft 1 mit winzigen Randeinrissen, sonst sehr gut erhalten.

Söhn HDOG 134. – Feilchenfeldt/Brandis Z3. – Barlach (11): Schult 63–73. – Beckmann (1): Hofmaier 76 7 c. – Kollwitz (1): Knesebeck 132 II. – Liebermann (23): Schiefler 173–180, 182–196

269  Aktions-Lyrik – Der Hahn.

€ 300

Übertragungen aus dem Französischen von Theodor Däubler. Berlin-Wilmersdorf, Die Aktion 1917. Mit sechs ganzseitigen Illustrationen. Roter Originalhalbpergamentband mit Deckelillustration von Conrad Felixmüller. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe dieser Übersetzungen. – Aktions-Lyrik, Band 5. – Das feine Büttenpapier, auf dem Pfemfert diesen Band drucken ließ, in bester Friedensqualität. – Der vordere Vorsatz dokumentiert eine ganze Provenienzkette. Mit zwei eigenhändigen Widmungen »Meinem Mitarbeiter Raoul Hausmann mit herzlichem Gruß Franz Pfemfert 21/6 1917« und »Herrn O. Fahrnlaender zugeeignet R Hausmann 1921« sowie dem handschriftlichen Vermerk »Aus dem Nachlass O. Fahrnlaender 1956 an H. Höch« (vgl. ein ähnliches Widmungsexemplar im Bestand der Berlinischen Galerie Sigel BG-HHC 510/79). – Sehr schönes Exemplar dieser Anthologie mit Texten von Victor Hugo, Arthur Rimbaud, Émile Verhaeren und anderen. Illustriert mit zwei Holzschnitten von Derain, einem von de la Fresnaye sowie reproduzierten Zeichnungen von Daumier, Pailter und Rouveyre.

21,2 : 13,8 cm. 64, [8] Seiten. – Untere Ecke des Vorderdeckels leicht geknickt. – Titel mit Monogrammstempel »M. C.«.

Raabe/Hannich-Bode 55.41. – Raabe 149.5

270  Ernst Barlach – Reinhold von Walter. Der Kopf.

€ 300

Ein Gedicht. Mit zehn Holzschnitten von Ernst Barlach. Berlin, Paul Cassirer 1919. Mit zehn Holzschnitten im Text. Originalhalbwildlederbroschur mit goldgeprägtem Rückentitel und weinrot strukturierten Batikdeckelbezügen (Ulber, Berlin).

Erste Ausgabe, sowohl des Textes als auch der Holzschnitte. – 16. Druck der Panpresse. – Eins von 160 Exemplaren (Gesamtauflage 180). – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Auf Old-Stratford-Papier, Druck der Holzschnitte von Hand auf der Pan-Presse. – Reinhard von Walter (1882–1965), der in einem Kriegsgefangenenlager bei Güstrow als Dolmetscher arbeitete, und Barlach hatten sich kurz nach Kriegsende in Güstrow kennengelernt. Barlachs Hauptwerk aus jener Zeit, die lebensgroße Holzfigur des »Moses« trägt von Walters Züge. 1929 erschien im Berliner Furche-Verlag seine Barlach-Monographie. (vgl. Feilchenfeldt/Brandis).

32,5 : 24,5 cm. 36, [4] Seiten. – Rücken etwas verblasst und berieben.

Feilchenfeldt/Brandis 203. 0. B. – Rodenberg 454, 16. – – Laur 55.02–11. – Schult 102–111. – Papiergesänge 33. – Jentsch 59

271  Gottfried Benn. Gehirne.

€ 150

Novellen. Leipzig, Kurt Wolff 1916. Originalpappband.

Erste Ausgabe. – Der jüngste Tag, Band 35. – Frühe Veröffentlichung von Gottfried Benn, seine ersten Prosaarbeiten, nach seiner Dissertation 1912 und den Gedichtbänden »Morgue« und »Söhne« (1912/1913). – In der »halbpergamentartigen« Einbandvariante.

21,5 : 13,0 cm. 52, [4] Seiten. – Deckelränder leicht gebräunt, Gelenke und Rücken am oberen Kapital restauriert, Vorsätze erneuert. Monogrammstempel auf Vorsatzblatt.

Lohner/Zenner 2.6. – Raabe/Hannich-Bode 24.4. – Smolen/Stammerjohann 35.1.B

272  Felix Grafe. Ruit Hora. – Idris.

€ 300

Neue Gedichte. München, Hyperion Hans von Weber 1910 und 1916. Pergamentband mit Vergoldung und Originalpergamentband mit Rückenschild. Deckelvignette, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgaben der beiden einzigen eigenen literarischen Arbeiten Grafes. – I. Eins von 101 nicht für den Handel bestimmten Exemplaren. Gedruckt auf Van Gelder-Bütten. Vorliegendes Exemplar mit (falschen!) Titelschildern »Ruit Hora«. – II. Eins von 300 Exemplaren auf Drei-Angel-Velin von Van Gelder-Zonen, ein Exemplar wurde auf Pergament gedruckt. – Felix Grafe, eigentlich Felix Löwy (1888–1942), übersetzte unter anderem Shakespeare, Oscar Wilde und Verlaine. Eigene Dichtungen wurden zuerst in der Zeitschrift »Die Fackel« von Karl Kraus veröffentlicht. Als im Eigentlichen unpolitischer Dichter – schon im ersten Weltkrieg hatte er sich aus der Massenpsychose heraushalten können – verfasste er auf Wunsch seines Schwagers, der führender Kopf einer Widerstandsgruppe war, ein Gedicht gegen Hitler, weswegen er 1941 von der Gestapo verhaftet, im Schnellverfahren verurteilt und 1942 hingerichtet wurde.

II. 24,9 : 19,6 cm. 110, [4] Seiten. Innen Stockfleckig, erste und letzte Seiten stärker. – II. 29,1 : 19,5 cm. 60, [4] Seiten. Einband minimal berieben. Schnitt mit wenigen kleinen Stockflecken.

Raabe/Hannich-Bode 90.1 und 2

273  Erich Heckel. Bilderdrucke.

€ 180

1911 [bis] 1949. Mannheim 1950. Mit zwei Holzschnitten von Erich Heckel (Umschlag und Titelblatt) und einigen Abbildungen. Illustrierte Originalbroschur.

Ausstellungskatalog des Kunstvereins Freiburg und der Städtischen Kunsthalle Mannheim.

21,2 : 15,0 cm. 24 Seiten.

Dube 396 und 397

274  Arthur Heller. 13 Gedichte und 7 Federzeichnungen.

€ 500

Gedruckt auf Packpapier. [Prag], Bücherstube Paul Steindler & Julius Bunzl-Federn 1931. Mit sieben Illustrationen. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Arthur David Heller (1891–1958) war ein Prager Arzt, Psychologe und Schriftsteller. Nachdem er 1938 nach London emigrierte, wurden seine Werke 1939 verboten. – »Die Kafka- und die Prag-Forschung kennen ihn nicht, in Prag weiß man nichts mehr von ihm. […] Heller verkehrte nicht in den literarischen Zirkeln der Prager Kaffeehäuser. Wer sich da ausschließt und stattdessen nachts in den Prager Vorstädten die Treppen zu den Dachböden hinauf- und in die Keller hinabsteigt, um mittellose Patienten zu versorgen, den straft die Literaturgeschichte mit Nichtbeachtung« (H. G. Haasis in »Die unheimliche Stadt. Ein Prag-Lesebuch«). – Die Zeichnungen, signiert »Drah 1930«, könnten von einem der Psychiatriepatienten Hellers stammen. – Ein Gedicht mit handschriftlicher Korrektur. – Sehr selten.

20,5 : 13,2 cm. 28, [4] Seiten. – Titelblatt mit zwei Stempeln alter Schulbüchereien.

275  Daniel Defoe. Das Leben und die ganz ungemeinen Begebenheiten des weltberühmten Engelländers Robinson Crusoe.

€ 200

Mit 31 Steinzeichnungen von Richard Janthur. Leipzig, Insel 1922. Mit 31 Farblithographien. Originalhalbpergamentband mit Kopfgoldschnitt, Rückentitel und Deckelvignette schwarz gedruckt.

Eins von 800 Exemplaren. – Auf Japanbütten. – Richard Janthur, Mitglied der Berliner Sezession, begründete 1912 zusammen mit Ludwig Meidner und Jakob Steinhardt die Künstlergruppe »Die Pathetiker« (Ausstellung in Waldens Galerie »Der Sturm«). 1918 war er Mitglied der »Novembergruppe« und trat 1919 dem »Arbeitsrat für Kunst« bei. In den 1920er Jahren widmete sich Janthur verstärkt der Buchillustration und erst zwanzig Jahre später wieder der Malerei.

31,5 : 24,2 cm. 104, [2] Seiten. 31 Farblithographien. – Deckelränder gebräunt, kleine Stockflecken. – Vorsätze und Oberränder der ersten Blätter leicht stockfleckig.

Sarkowski 363 A. – Jentsch 122. – Lang, Expressionismus 154. – Sennewald 22,1

276  Franz Kafka. Betrachtung.

€ 3000

Zweite Ausgabe. Leipzig, Kurt Wolff [1913/1915]. Hellrote Originalbroschur mit Holzschnitt-Vignette und -bordüre.

Titelauflage der ersten Ausgabe. – 1913 erschien, noch unter dem Verlagsnamen Rowohlt, Kafkas erste Erzählungssammlung, gedruckt in 800 Exemplaren. Etwas mehr als die Hälfte der unverkauften Exemplare wurde 1915 – anlässlich der Verleihung des Fontane-Preises an Kafka – mit einem neuen Titelblatt (»da die Exemplare bisher noch die Firma Ernst Rowohlt tragen«) versehen. – »Auf den Wunsch Kafkas […] in einem ungewöhnlich großen Schriftgrad (Tertia) gesetzt«, den Kafka Felice gegenüber als »ein wenig übertrieben schön«, in einem Brief an seinen Verleger dann aber vorbehaltlos als »wunderschön« bezeichnete. – Gewidmet »Für M[ax] B[rod]«, der bereits an diesem Frühwerk großen Anteil hatte. »Die Kafka wesentliche Reihenfolge der Stücke wird mit Hilfe Brods am Abend des 13. August 1912, der ersten Begegnung mit Felice Bauer, festgelegt und am 14. August das Manuskript durch Brod abgeschickt« (alle Zitate nach Dietz). – Schönes unbeschnittenes Exemplar in der seltenen Originalbroschur.

24,5 : 16,3 cm. [8], 99, [1] Seiten. – Äußerste Umschlagränder und der Rücken minimal geknittert, beide Umschlagdeckel mit vertikalem Knick. Rücken unten mit kleiner restaurierter Fehlstelle. – Vereinzelte kleine Randausrisse und ein -einriss, durch unvorsichtiges Öffnen der unaufgeschnittenen Bogen entstanden.

Dietz 27. – Raabe/Hannich-B. 146.1. – Göbel 91

277  Franz Kafka. Das Urteil.

€ 400 ( R7 )

Eine Geschichte für Fräulein Felice B. – In: Arkadia. Ein Jahrbuch für Dichtkunst. Herausgegeben von Max Brod. Leipzig, Kurt Wolff 1913. Illustrierter Originalpappband.

Erstdruck der Erzählung. – Abgedruckt auf den Seiten 53–65 des Almanachs. – Franz Kafka schrieb die Geschichte im September 1912 in nur einer Nacht. »Mehrmals in dieser Nacht trug ich mein Gewicht auf dem Rücken. […] Nur so kann geschrieben werden, nur in einem solchen Zusammenhang, mit solcher vollständigen Öffnung des Leibes und der Seele… Schon während des Entstehens ist die als Durchbruch zum eigentlichen Schreiben erlebte Geschichte […] für Brods Jahrbuch ›Arkadia‹ bestimmt« (zitiert nach Dietz).

25,5 : 16,0 cm. – Rücken und Ränder verfärbt. Einband berieben.

Dietz 20. – Raabe, Zeitschriften 102

278  Franz Kafka. Das Urteil.

€ 400 ( R7 )

Eine Geschichte. Leipzig, Kurt Wolff 1916. Originalpappband. Titel und -vignette goldgeprägt.

Der jüngste Tag, Band 34. – Erste Ausgabe. – Kafka schätzte die erstmals 1913 in der Zeitschrift »Arkadia« erschienene Erzählung sehr und setzte sich bei seinem Verleger mit Nachdruck für eine Einzelveröffentlichung ein: »Sie ist auch die mir liebste Arbeit und es war daher immer mein Wunsch, daß sie, wenn möglich, einmal selbständig zur Geltung komme. Jetzt […] wäre dafür die beste Gelegenheit« (Kurt Wolff. Briefwechsel eines Verlegers. 1966/67. Seite 39f.). – Mit dem bei Dietz nicht erwähnten Anzeigenblatt »Von demselben Verfasser erschien ferner […] «.

21,2 : 13,2 cm. 28, [4] Seiten. – Hinteres Gelenk angeplatzt. – Vorsatz mit kleiner Händlermarke.

Raabe/Hannich-Bode 146.4. – Dietz 31. – Smolen/Stammerjohann 34.1.B

279  Franz Kafka. Ein Landarzt.

€ 500

Kleine Erzählungen. München und Leipzig, Kurt Wolff 1919. Originalhalbleinenband, Deckeltitel in Rotprägung.

Erste Ausgabe. – Die Erzählungssammlung wurde, sehr zu Kafkas Freude, wieder in dem übergroßen Tertia-Schriftgrad gesetzt und gedruckt. – Seine Begeisterung wurde durch die Verzögerung des Drucks arg geschmälert – der Band erschien erst nach mehr als zwei Jahren – und Kafka überlegte mehrfach, sich einen anderen Verleger zu suchen. – Wohl erst 1920 wurde der Band ausgeliefert, gedruckt wurden nicht mehr als 2.000 Exemplare, nach Kurt Wolffs späten Erinnerungen gar nur 1.000. Trotz der niedrigen Auflage stagnierte der Absatz und noch 1926 war die Erstausgabe lieferbar. Dieser Rückgang der Verkaufszahlen bei Kurt Wolff mag ein Grund für den Wechsel zum Verlag »Die Schmiede« gewesen sein.

23,2 : 16,0 cm. [8], 189, [3] Seiten. – Rücken an den Kapitalen etwas verschlissen. Deckelränder leicht gebräunt, Vorderdeckel mit einigen Wasserflecken. – Anfangs und am Ende etwas stockfleckig.

Raabe/Hannich-Bode 146.6. – Dietz 53. – Göbel 426

280  Franz Kafka. Ein Hungerkünstler.

€ 400

Vier Geschichten. Berlin, Die Schmiede 1924. Grüner Originalleinenband mit blau-rotem Rücken- und Deckelschild (Entwurf Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Enthält die vier Erzählungen: Erstes Leid; Eine kleine Frau; Ein Hungerkünstler; Josefine, die Sängerin. – Das einzige Buch, das Kafka selbst einem anderem Verleger als Kurt Wolff gab – nach seinem Weggang aus Prag kam er Ende 1923 durch Ernst Weiß und weitere ihm bekannte Autoren des jüdischen Schmiede-Verlegers Rudolf Leonhard mit diesem in Kontakt. – Der »Hungerkünstler« erschien erst nach Kafkas Tod, man darf aber annehmen, dass er noch alle vier Geschichten selbst korrigiert hat. » – Erschien innerhalb der Reihe »Die Romane des XX. Jahrhunderts«.

19,8 : 13,8 cm. 85, [3] Seiten. – Rücken verfärbt.

Dietz 66. – Caputo-Mayr/Herz S. 28. – Raabe/Hannich-Bode 146.7

281  Franz Kafka. Der Prozess.

€ 500

Roman. Berlin, Die Schmiede 1925. Grüner Originalleinenband mit blau-rotem Deckel- und Rückenschild (Entwurf von Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Erschien innerhalb der Reihe »Die Romane des XX. Jahrhunderts«. – Max Brod gab den Text aus dem Nachlass des Dichters und gegen dessen Willen heraus. Im Nachwort rechtfertigt der Freund des Dichters sein editorisches Vorgehen. – »Der Prozess« bildet den ersten Teil der sogenannten »Trilogie der Einsamkeit«, die Folgeteile »Das Schloss« und »Amerika« erschienen im Kurt Wolff Verlag in identischer Ausstattung.

19,8 : 14,0 cm. [8], 411, [1] Seiten. – Kapitale und Ecken berieben, Rücken und -schild stark verblasst.

Raabe/Hannich-Bode 146.8

282  Franz Kafka. Der Prozess.

€ 300

Roman. Berlin, Die Schmiede 1925. Grüner Originalleinenband mit blau-rotem Deckel- und Rückenschild (Entwurf von Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Erschienen innerhalb der Reihe »Die Romane des XX. Jahrhunderts«. – Max Brod gab den Text aus dem Nachlass des Dichters und gegen dessen Willen heraus. In dem Nachwort zu »Der Prozess« rechtfertigt der Freund des Dichters sein editorisches Vorgehen. – »Der Prozess« bildet den ersten Teil der sogenannten »Trilogie der Einsamkeit«, die Folgeteile »Das Schloss« und »Amerika« erschienen im Kurt Wolff Verlag in identischer Ausstattung.

19,8 : 14,0 cm. [8], 411, [1] Seiten. – Rücken und -schild stark verblasst, leicht lichtrandig.

Raabe/Hannich-Bode 146.8

283  Franz Kafka. Das Schloss.

€ 3000

Roman. München, Kurt Wolff 1926. Blaue Originalbroschur mit rot gedruckter Deckel- und Rückenvignette (Entwurf von Georg Salter) und dem Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Wie alle drei posthum erschienenen Romane Kafkas mit einem Nachwort des Freundes und Herausgebers Max Brod. – Die Auflage wurde bis auf wenige Exemplare in Leinen gebunden. Die vorliegende unbeschnittene Broschurausgabe mit dem typographischen Schutzumschlag scheint so selten, dass sie selbst Wolfram Göbel für seine Bibliographie des Kurt Wolff Verlages unbekannt war. – Der Schutzumschlag mit der Doppellinie an Ober- und Unterrand und den beiden Zitaten von Max Brod (»Franz Kafkas Faustdichtung«) und Hermann Hesse (»Ein heimlicher Meister und König der deutschen Sprache«) über Kafka und den Roman sowie Verlagsanzeigen.

19,5 : 13,5 cm. [8], 503, [1] Seiten. – Rücken verblasst, der Schutzumschlag leicht gebräunt, hinten etwas fleckig und mit kleinen Randläsuren. Ein Falz fachmänisch restauriert.

Raabe/Hannich-Bode 146.9. – Göbel 663. – Breon Mitchell Collection (Lame Duck Books 32) 40 und Abb. 39 (Schutzumschlag)

284  Franz Kafka. Das Schloss.

€ 3000

Roman. München, Kurt Wolff 1926. Blaue Originalbroschur mit rot gedruckter Deckel- und Rückenvignette (Entwurf von Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Eins der ganz selten erhaltenen Rezensionsexemplare. – Mit dem gelben Beilagezettel »Kurt Wolff Verlag München erlaubt sich, beifolgend ein Besprechungsexemplar von [handschriftlich] ›Kafka, Schloss 8.-‹ ergebenst zu überreichen …«.

19,7 : 13,5 cm. [8], 503, [1] Seiten. – Rücken gebräunt und fleckig, Hinterdeckel mit restaurierter Fehlstelle. – Buchblock neu eingehängt.

Caputo-Mayr/Herz S. 24. – Raabe/Hannich-Bode 146.9. – Göbel 663

285  Franz Kafka. Amerika.

€ 500

Roman. München, Kurt Wolff 1927. Roter Originalleinenband mit blau-weißem Deckel- und Rückenschild (Entwurf Georg Salter).

Erste Ausgabe. – »Zum Beispiel Banken. Und wenn die groß geworden sind, so groß, dass sie ein Land überschatten, dann heißt das Land Amerika, und nun wollen wir einmal ein Amerika-Buch begucken, das eigentlich gar keines ist und doch eines ist. Es ist von jenem großen Prosaiker Franz Kafka, auf den immer wieder hinzuweisen das schönste Verdienst Max Brods ist – das Buch heißt ›Amerika‹ (und ist bei Kurt Wolff in München erschienen). Das Werk stammt aus der Zeit vor dem Kriege, Brod sagt in seinem Nachwort, dass es schon viele zarte Lichter des Chaplinschen Humors enthält. Es ist etwas ganz und gar Wunderbares, an innerer Musik und dem Pianissimo der Töne nur noch mit Hamsun zu vergleichen.« (Kurt Tucholsky 1929, in »Auf dem Nachttisch«, Gesammelte Werke, Band III, Reinbek 1961, S. 44). – Von Max Brod aus dem Nachlass herausgegeben und mit einem Nachwort versehen, beschließt »Amerika« nach »Der Prozess« und »Das Schloss« die sogenannte »Trilogie der Einsamkeit«.

19,5 : 14,0 cm. 391, [1] Seiten. – Rücken mit Feuchtigkeitsspur, oberes Kapital mit kleinem Einriss, Rückenschild leicht verfärbt. Buchschnitt etwas unfrisch. – Innen teils stockfleckig, erste und letzte Seiten stärker.

Caputo-Mayr/Herz S. 16. – Raabe/Hannich-Bode 146.10. – Göbel 673

286  Franz Kafka. Beim Bau der chinesischen Mauer.

€ 300 ( R7 )

Ungedruckte Erzählungen und Prosa aus dem Nachlaß. Herausgegeben von Max Brod und Hans Joachim Schoeps. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1931. Blauer Originalleinenband mit vergoldeter Deckelvignette und rot-goldenem Rückentitel.

Erste Ausgabe dieser Sammlung.

19,5 : 12,3 cm. 266, [6] Seiten. – Rücken verfärbt, Ränder etwas berieben. Deckelvignette nahezu vollständig abgeblättert.

Raabe/Hannich-Bode 146.11

287  Franz Kafka. Vor dem Gesetz.

€ 300

Berlin, Schocken 1934. Originalpappband mit Rücken- und Titelschild. – Dedikationsexemplar des Verlegers.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Mit einer gedruckten Beilagekarte: »Auf Veranlassung des Herrn Salmann Schocken überreicht vom Schocken Verlag Berlin«. Erschienen als Band 19 der »Bücherei des Schocken Verlages«. – Enthält fünf Erzählungen und eine Auswahl »Aus den Aphorismen«. – Herausgegeben und mit einem Nachwort von Heinz Politzer. – Etwa zeitgleich erschien im Schocken Verlag, herausgegeben von Max Brod unter Mitarbeit von Politzer, der erste Band der ersten Werkausgabe Kafkas.

19,5 : 12,0 cm. 80 Seiten. – Deckelränder leicht, Rücken stärker gebräunt.

288  Wassily Kandinsky – Will Grohmann. Kandinsky.

€ 1000

Paris, Cahiers d’Art 1930. Mit einem Farbholzschnitt von Wassily Kandinsky und zahlreichen Abbildungen. Halbleinenband.

»Les Grands Peintres d’aujourd’hui«, Band 6. – Erste Ausgabe der wichtigen, reich illustrierten Monographie mit dem prachtvollen, im Stock monogrammierten Holzschnitt. – Eins von 500 Exemplaren auf Vélin de Torpes (Gesamtauflage 610). – »Das bunte Blatt im (Grohmann) Buch ist keine bunte Reproduktion, sondern ein Originalholzschnitt, direkt von den Stöcken gedruckt« (Wassily Kandinsky an Galka Scheyer, 18. Juli 1931).

28,0 : 22,7 cm. XXXVII, [3], 58, [14] Seiten. – Ränder mit Lichtrand, Rücken verfärbt. – Einige Seiten mit kleinen Stockflecken, der Holzschnitt tadellos.

Roethel 193

289  Ernst Ludwig Kirchner – Will Grohmann. Das Werk Ernst Ludwig Kirchners.

€ 600

München, Kurt Wolff 1926. Mit fünf Holzschnitten von Ernst Ludwig Kirchner, 100 losen Tafeln und zahlreichen Abbildungen im Text. Originalbroschur und Tafeln in rot-blauer Originalleinenkassette.

Eins von 800 Exemplaren (Gesamtauflage 850). – Titelholzschnitt in Blau und Schwarz, die vier Holzschnitt-Zwischentitel nur in Blau gedruckt. – Die buchtechnische Gestaltung und Ausstattung dieses seltenen Künstlerbuchs hatte Kirchner selbst übernommen. – Die zweite Kirchner gewidmete Veröffentlichung von Grohmann, dessen Künstlermonographien und Œuvrekataloge »Meilensteine in der Kunstpublizistik des 20. Jahrhunderts« darstellen (Ralph Jentsch).

28,5 : 27,0 cm (Kassette). 58, [2] Seiten, 1 Holzschnitt, 100 Tafeln. – Kassettenbezug ausgeblichen und berieben, Gelenke brüchig. – Der lose Holzschnitt mit kleinem Eckknick.

Dube 852-53 und 855-57. – Göbel 662. – Jentsch 160. – Schauer II, 120

290  Paul Klee – [François-Marie Arouet de] Voltaire. Kandide

€ 200

oder Die beste Welt. Eine Erzählung. Mit 26 Federzeichnungen von Paul Klee. München, Kurt Wolff 1920. Mit 26 Illustrationen im Text. Originalhalbleinenband mit Fileten- und Deckelvergoldung.

Erste Ausgabe mit den Illustrationen von Paul Klee. – Die 1911 entstandenen Federzeichnungen in »spinnwebenfeinem zeichnerischen Stil« wurden lithographiert. »Ein Vergleich der Federzeichnungen mit dem Text macht offenkundig, daß Klee recht eigenwillig illustriert hat. Am ausgeprägtesten ist dieser schwebende Strich, der wie ein feiner Hauch die Blätter berührt, in den Candide-Illustrationen. Er findet sich später nirgendmehr im Werk des Künstlers« (Lang, S. 51).

25,6 : 19,8 cm. 86, [6] Seiten. – Ecken minimal berieben.

Lang, Expressionismus 176

291  Wilhelm Klemm. Traumschutt.

€ 200

Gedichte. Hannover, Paul Steegemann 1920. Illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Die Silbergäule, Band 65/66. – Schönes Exemplar mit der Umschlagzeichnung von Walther Klemm.

23,3 : 15,3 cm. 30, [2] Seiten. – Unterrand des Vorderumschlags mit minimalen Feuchtigkeitsspuren. – Bleistiftmonogramm auf dem Titel.

Raabe/Hannich-Bode 159.7. – Raabe 163, 65/66. – Meyer, Steegemann 34

292  Rudolf Kayser. Moses Tod.

€ 200

Legende. München, Kurt Wolff 1921. Schwarze Originalbroschur mit grünem Deckelschild.

Erste Ausgabe des literarischen Erstlings. – Mit diesem Text beendete Kurt Wolff seine berühmte Reihe zur expressionistischen Dichtung, die seit 1913 erschienen war und vielen teils noch jungen und völlig unbekannten Dichtern eine Publikationsmöglichkeit bot. – Der letzte Band der Reihe wird nur selten angeboten. – Dazu: Verkündigung. Anthologie junger Lyrik. Herausgegeben von Rudolf Kayser. München, Roland 1921. Originalhalbleinenband. Erste Ausgabe der spätexpressionistischen Anthologie, die Lyrik von Becher, Benn, Däubler, Ehrenstein, Heym, Lasker-Schüler, Trakl, Zech u. v. a. enthält. – Vorrede mit einigen restaurierten Einrissen.

21,0 : 13,0 cm. 30, [2] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Smolen/Stammerjohann 86.1.A. – Raabe/Hannich-Bode 152.2 und 152.12. – Raabe, Zeitschriften 145.86 und 129

293  Oskar Kokoschka. Ann Eliza Reed.

€ 150

Erzählung und Lithographien. Hamburg, Maximilian-Gesellschaft 1952. Mit zehn blattgroßen Lithographien. Originalpappband mit Deckellithographie. Im Originalschuber.

Eins von 660 Exemplaren, gedruckt von Richard von Sichowsky und Paul Wunderlich auf der Handpresse der Landeskunstschule in Hamburg. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert.

26,5 : 25,0 cm. [40] Seiten. – Rücken leicht, Schuberränder etwas stärker gebräunt.

Wingler/Welz 188-198. – Schauer II, 115

295  Walter Mehring. Westnordwestviertelwest

€ 200

oder über die Technik des Seereisens. Berlin, Elena Gottschalk 1925. Originalhalbleinenband mit farbig illustrierten Deckeln.

Erste Ausgabe. – »Westnordwest« wurde noch im Erscheinungsjahr in den Rowohlt Verlag übernommen. Der legendäre Verlag von Elena Gottschalk, dessen Autorenkreis sich wie ein kleines »Who-is-Who« der deutschen Dadaisten liest, ging 1926 in Konkurs. – Dazu vier weitere Erstausgaben: Das Ketzerbrevier. Ein Kabarettprogramm. München, Kurt Wolff 1921. Originalpappband. – Algier oder die drei Oasenwunder. [Berlin], Die Schmiede [1925]. Originalleinenband. – Paris in Brand. Roman. Berlin, Th. Knaur 1927. Originalleinenband. – Die Gedichte, Lieder und Chansons. Berlin, S. Fischer 1929. Originalpappband.

19,5 : 16,8 cm. 78, [6] Seiten. – Deckel etwas unfrisch, Kanten leicht bestoßen.

Raabe/Hannich-Bode 202.8. – Holstein, Blickfang 241

296  Walter Mehring. Arche Noah S·O·S.

€ 150

Neues trostreiches Liederbuch. Berlin, S. Fischer 1931. Originalpappband mit Farblithographie von Georg Salter als Einbandillustration.

Erste Ausgabe der ursprünglichen Fassung. Nur diese mit der wunderbaren Einbandillustration von Georg Salter »im Stil einer Kinderzeichnung zu schonungslosen zeit- und gesellschaftskritischen Songs, in denen Mehring geistreich die bürgerliche Moral seiner Zeit angreift und kommendes Unheil ›besingt‹, so in dem ›Lied der Hakenkreuzler‹.« (Jürgen Holstein). – Sehr gut erhalten.

19,0 : 12,0 cm. 154, [6] Seiten.

Raabe/Hannich-Bode 202.13. – Holstein, Salter 112 mit ganzseitiger Abbildung auf S. 95 und Blickfang 241

297  Georg Walter Rößner – Arno Holz. Seltzsame und höchst ebentheuerliche Historie von der Insul Pimperle,

€ 150

daran sich der Tichter offt im Traum ergezzt. Berlin-Wilmersdorf, A. R. Meyer [1919]. Mit einer kolorierten Lithographie von Georg Walter Rößner. Originalpappband.

Erste Ausgabe. – Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 500) im Pappband und mit der kolorierten Lithographie. Auf dem Vorblatt von Künstler und Dichter signiert. – Privatdruck von A. R. Meyer als das 64. seiner »Lyrischen Flugblätter«. – Auf Bütten.

21,0 : 12,5 cm. [8] Seiten, 1 Lithographie auf Doppelblatt. – Deckelränder und Rücken gebräunt. – Exlibris.

Sennewald 19, 5. – Josch D 36.2. – Raabe 144.64

298  Richard Seewald – Die Argonauten.

€ 250

Dem Epos des Apollonius nacherzählt von Gustav Schwab. Mit Originallithographien von Richard Seewald. Berlin, Propyläen 1923. Mit 43 Lithographien, davon elf blattgroß und eine signiert. Grüner Originalhalblederband mit lithographierter Deckelillustration, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Mit Originalschutzumschlag im -schuber.

Eins von 200 Exemplaren (Gesamtauflage 300). – Das Frontispiz und der Druckvermerk vom Künstler signiert.

32,9 : 26,8 cm. Seiten [3]–74, [6]. – Rücken stark verfärbt, Ränder gebräunt.

Jentsch, Seewald 134–177. – Lang, Expressionismus 329

299  Carl Sternheim. Sieben Erstausgaben.

€ 150

Meist Leipzig bzw. München, Kurt Wolff 1915–1920.

I. Das leidende Weib. Drama nach Friedrich Maximilian Klinger. Leipzig, Insel bzw. Kurt Wolff 1915. – II. Napoleon. Eine Novelle. 1915. Roter Originalpappband. – III. Schuhlin. Eine Erzählung. 1916. – IV. Meta. Eine Erzählung. 1916. – V. Ulrike. Eine Erzählung. 1917. – VI. Prosa. Berlin, Die Aktion 1918. – VII. Berlin und Juste Milieu. 1920. – I mit dem Umschlag des Kurt Wolff Verlages, dessen Autor Sternheim 1915 wurde. – II–V in der Reihe »Der jüngste Tage«, dabei II in der »wie Halbpergament«-Einbandvariante, III und IV in illustrierter, V in schwarzer Originalbroschur. – Dazu: Fünf weitere Ausgaben der »Der jüngste Tag« (Bände 2, 20, 24, 32 und 53).

Ca. 21 : 13 cm. – Teils leichte Gebrauchsspuren, einige mit kleinem Sammlerstempel.

Raabe/Hannich-Bode 291.17, 18, 21, 23, 28, 30 und 35

300  Georg Trakl. Sebastian im Traum.

€ 300

Gedichte. Leipzig, Kurt Wolff 1915. Dunkelblaue Originalbroschur mit vergoldeten Titeln und Deckelbordüren.

Erste Ausgabe. – In der seltenen Broschurvariante, teils unaufgeschnitten. – 1913 hatte Georg Trakl, die »unbestrittene Hauptgestalt des österreichischen Frühexpressionismus« (Raabe) bei Kurt Wolff seinen ersten Gedichtband veröffentlicht. Wie Georg Heym erlebte auch Trakl das Erscheinen der zweiten Gedichtsammlung nicht mehr. Im November 1914 setzte er, erst 27jährig, seinem Leben im Garnisonsspital Krakau mit einer Überdosis Gift ein Ende. – Ehemals Sammlung Dr. Fritz Löffler, Dresden.

24,5: 16,5 cm. 88, [8] Seiten. – Ränder und Rücken verblasst. – 2 Seiten mit Rostspur.

Ritzer 3.2. – Raabe/Hannich-Bode 304.4. – Göbel 226