ChristianHesse

Lot 251 – 300 | Hesse-Auktionen
Lot 251 – 300

251  Doves Press – Johann Wolfgang von Goethe. Torquato Tasso.

€ 800

Ein Schauspiel. Hammersmith 1913. Flexibler Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (signiert: The Doves Bindery).

Eins von 200 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 227). – Handpressendruck von T. J. Cobden-Sanderson. – Titel, Personen, Regieanweisungen und der Akt- und Szenentitel wurden in Rot gedruckt. – Der Text folgt, wie auch die übrigen fünf Goethe-Drucke von Cobden-Sanderson, der Weimarer Sophien-Ausgabe.

23,8 : 17,0 cm. [8], 163, [7] Seiten. – Umschlag wie meist etwas wellig.

Tidcombe DP 31. – Tomkinson 57, 34

252  Doves Press – [Johann Wolfgang von] Goethe. Auserlesene Lieder, Gedichte und Balladen.

€ 800

Ein Strauss. Hammersmith 1916. Flexibler Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (signiert: The Doves Bindery).

Eins von 175 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 185). – Handpressendruck von T. J. Cobden-Sanderson. – Zwischen- und Kolumnentitel sowie die Initialen wurden in Rot gedruckt. – Der Text folgt, wie auch die übrigen fünf Goethe-Drucke von Cobden-Sanderson, der Weimarer Sophien-Ausgabe.

23,8 : 17,0 cm. [8], 226, [12] Seiten.

Tidcombe DP 39. – Tomkinson 58, 48

253  Riccardi Press – Quintus Horatius Flaccus. Opera omnia.

€ 250

Cura E. C. Wickham. London, Philipp H. Lee Warner 1910. Flexibler Originalpergamentband, Titel und Kopfschnitt vergoldet, mit grünen Schließbändern.

Erster Druck der Reihe »Scriptorum Classicorum Bibliotheca Riccardiana«. – Eins von 1000 Exemplaren (Gesamtauflage 1016). – Auf Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Teile des Titels, das Pressensignet und alle Initialen wurden in Blau eingedruckt. – Schönes Exemplar dieses Londoner Pressendrucks, der wie nahezu alle Drucke der Riccardi Press von dem Verleger der dortigen Medici Society herausgegeben wurden. – Gebunden in »limp Kelmscott vellum«.

25,0 : 17,2 cm. [10], 290, [2] Seiten.

Tomkinson 149, II, 1

254  Dreiangeldrucke – Julius R. Haarhaus. Maculaturalia.

€ 400

Ein Märchen für Bücherfreunde. München, Hans von Weber 1919. Mit Federzeichnungen im Text von Wilhelm Heise. Pergamentband mit vergoldetem Rückentitel, vergoldeten Fileten und Kopfgoldschnitt (signiert: Frieda Thiersch). Im Schuber mit Pergamentkanten.

14. Dreiangeldruck. – Eins von 600 Exemplaren (Gesamtauflage 725). – Gesetzt aus der Tiemann-Fraktur. – Zunächst hatte Hans von Weber nur 25 Vorzugs- und weitere 100 Exemplare gedruckt, erhielt aber von Haarhaus’ Verleger Haessel die Erlaubnis, weitere 600 Exemplare als Dreiangeldruck abzuziehen. – Das Werk wurde dem Münchner Buchbinder Kurt Ebert gewidmet.

18,7 : 13,6 cm. [8], 72 Seiten.

Rodenberg 417, 14

255  Ernst Ludwig-Presse – Klaus Groth. Quickborn.

€ 300

Volksleben in plattdeutschen Gedichten dithmarscher Mundart. Leipzig, Insel 1912. Originalpergamentband, Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

16. Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten und in Ganzpergament (Gesamtauflage 500). – Breitrandiger Handpressendruck, gesetzt aus der Korpus Kleukens Fraktur, die von Friedrich Wilhelm Kleukens gezeichnet und in diesem Buch zum ersten Mal verwendet wurde.

24,1 : 16,5 cm. 318, [10] Seiten.

Stürz 16. – Sarkowski 637. – Rodenberg 75,16

256  Ernst Ludwig-Presse – Friedrich Hölderlin. Hyperion

€ 750

oder der Eremit in Griechenland 1797–1799. Leipzig, Insel 1912. Originalpergamentband mit Rückenschild und vergoldetem -titel sowie Kopfgoldschnitt.

17. Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 150 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 200). – Breitrandiger Handpressendruck, gesetzt aus der Korpus Kleukens-Antiqua. – Mit 61 ornamentierten Initialen, gezeichnet von Friedrich Wilhelm Kleukens, deren Verzierungen und die Titelzeile wurden in Gold gedruckt. – Textrevision von Franz Zinkernagel. – Nahezu druckfrisches Exemplar, breitrandig und zweiseitig unbeschnitten.

24,6 : 19,0 cm. [6], 255, [7] Seiten.

Stürz 17. – Sarkowski 745. – Rodenberg 76, 17

257  Ernst Ludwig-Presse – Georg Trakl. Der Herbst des Einsamen.

€ 500

München, Kurt Wolff 1920. Blaugrüner Originalecrasélederband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt.

Stundenbücher 1. – Eins von 350 Exemplaren. – Gesetzt aus der Petit Kleukens-Antiqua, Handpressendruck von C. H. Kleukens auf Bütten, die Einbände der Reihe entwarf Emil Preetorius. – 1919 gründete Christian Heinrich Kleukens zusammen mit Rudolf G. Binding die »Kleukens-Presse« in Nieder-Ramstadt bei Darmstadt und übernahm bald darauf auch wieder die Leitung der Ernst Ludwig Presse, die der Verleger Kurt Wolff vorübergehend gepachtet hatte. Für ihn wurden innerhalb von drei Jahren die zehn »Stundenbücher« gedruckt. Es finden sich Gedichtbände eigener Autoren (Trakl, Tagore, Jammes, Werfel) neben Texten von Goethe, Eichendorff, Mörike, Hölderlin u. a. – Schönes Exemplar.

18 :12 cm. [2], 43, [7] Seiten. – Gelenke kaum merklich berieben.

Stürz 27. – Göbel 506. – Ritzer 1983 2.4. – Raabe/Hannich-Bode 304.5

258  Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Lieder.

€ 300

München, Kurt Wolff 1920. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt.

Stundenbücher 2. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius.

18,3 : 12,2 cm. [4], 135, [9] Seiten.

Stürz 28. – Göbel 469. – Rodenberg 77, 2. – Schauer II, 64

259  Ernst Ludwig-Presse – Francis Jammes. Die Gebete der Demut.

€ 300

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägten Rückentiteln und Goldschnitt.

Stundenbücher 4. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius. – Tadellos.

18,3 : 12,2 cm. [48] Seiten. – Widmung auf Vorblatt.

Stürz 30. – Göbel 533. – Rodenberg 77, 4. – Schauer II, 64

260  Ernst Ludwig-Presse – Joseph von Eichendorff. Lieder.

€ 400

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt. Im Originalschuber mit Deckelschild.

Stundenbücher 5. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius.

18,3 : 12,2 cm. [2], 78, [8] Seiten. – Einige Seiten mit wenigen schwachen Stockflecken.

Stürz 31. – Göbel 525. – Rodenberg 77, 5. – Schauer II, 64

261  Ernst Ludwig-Presse – Eduard Mörike. Gedichte.

€ 400

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalmaroquinband mit reicher Vergoldung.

Stundenbücher 6. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius. – Schönes Exemplar.

18,6 : 12,6 cm. 66, [6] Seiten. – Besitzeintrag vom Titelblatt getilgt.

Stürz 32. – Göbel 538. – Rodenberg 77, 6. – Schauer II, 64

262  Ernst Ludwig-Presse – Matthias Claudius. Gedichte des Wandsbecker Boten.

€ 300

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägten Rückentiteln und Goldschnitt.

Stundenbücher 7. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius.

18,3 : 12,2 cm. 86, [6] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Stürz 33. – Göbel 524. – Rodenberg 77, 7. – Schauer II, 64

263  Ernst Ludwig-Presse – Ludwig Hölty. Gedichte.

€ 500

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägten Rückentiteln und Goldschnitt.

Stundenbücher 8. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius.

18,3 : 12,2 cm. 84, [8] Seiten. – Obere Ecken mit ganz schwachem kleinem Knick.

Stürz 34. – Göbel 572. – Rodenberg 77, 8. – Schauer II, 64

264  Ernst Ludwig-Presse – Franz Werfel. Arien.

€ 400

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägten Rückentiteln und Goldschnitt.

Stundenbücher 9. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck von Christian Heinrich Kleukens, gedruckt in Rot und Schwarz auf Bütten. – Einbandentwurf von Emil Preetorius.

18,3 : 12,2 cm. 40, [8] Seiten. – Deckel mit schwacher Druckspur.

Stürz 35. – Göbel 587. – Rodenberg 77, 9. – Schauer II, 64

265  Ernst Ludwig-Presse – Friedrich Hölderlin. Gedichte.

€ 500

München, Kurt Wolff 1922. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägten Rückentiteln und Goldschnitt.

Stundenbücher 10. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius. – Sehr schönes Exemplar. – Der abschließende zehnte Band der Reihe.

18,5 : 12,7 cm. 88, [8] Seiten.

Stürz 36. – Göbel 571. – Rodenberg 77, 10. – Schauer II, 64

266  Ernst Ludwig-Presse – Ch[ristian] H[einrich] Kleukens. Die Fabel vom Wind

€ 300

und andere Fabeln. [Frankfurt am Main, Tiedemann & Uzielli] 1923. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel, vergoldeten Stehkantenfileten und Kopfgoldschnitt.

Eins von 200 Exemplaren (Gesamtauflage 250). – Gedruckt auf Einhorn-Bütten. – Die Kleukens-Fabeln wurden in »einer neuen eigenartigen Schrift, der Judith-Type« gedruckt (Julius Rodenberg). Jede Seite wurde in der von Christian Heinrich Kleukens entworfenen Schrift von Oskar Becker in Holz geschnitten.

19,0 : 14,5 cm. [20] Seiten. – Schnitt gering stockfleckig.

Stürz 52. – Rodenberg 80. – Schauer II, 65

267  Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Balladen.

€ 300

Darmstadt, Kleukens 1924. Originalpergamentbad mit vergoldetem Rückentitel, vergoldeten Stehkantenfileten und Kopfgoldschnitt (signiert: E. Rehbein).

Eins von 500 Exemplaren. – Breitrandiger Handpressendruck in Rot und Schwarz, gesetzt aus der Kleukens Antiqua. – Titel und Initialen zeichnete H. Schreiber. – Einer der wenigen Drucke der Presse, die Christian Heinrich Kleukens unter eigenem Namen verlegte. – Mit Exlibris C. A. Kleukens.

19,4 : 13,2 cm. 89, [5] Seiten. – Exlibris.

Stürz 55

268  Ernst Ludwig-Presse – Shakespeare’s Works.

€ 800

Band I [bis] VII. Darmstadt 1925–1931. Originalhalbpergamentbände mit vergoldeten Deckelvignetten und Rückentiteln sowie Kopfgoldschnitt. Jeweils im Schuber.

Eins von 250 (Band VII nur 200) Exemplaren, davon 100 für den Kreis der Freunde der Ernst Ludwig-Presse, 150 für den Vertrieb durch den Insel-Verlag. – Breitrandig gedruckt auf Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Englischer Text aufgrund der Textrevision von Friedrich Brie. – I. The Poems. 1925. – II. Troilus and Cressida. Romeo and Juliet. 1927. – III. Macbeth. Julius Caesar. Timon of Athens. 1927. – IV. Antony and Cleopatra. Coriolanus. 1928. – V. Othello. Cymbeline. 1928. – VI. Hamlet. King Lear. 1930. – VII. Titus Andronicus. Pericles. Measure for Measure. 1931. – Mit der Widmung für Cobden-Sanderson, »den Drucker des deutschen Faust, in memoriam«. Ursprünglich plante Christian Heinrich Kleukens eine 16-bändige Shakespeare-Monumentalausgabe als Dank der deutschen Buchkünstler an Thomas James Cobden-Sanderson (1840–1922), der in seiner Doves Press sechs Werke Goethes in deutscher Sprache gedruckt hatte. Bis 1931 erschienen aber nur sieben Bände, dann wurde das Projekt eingestellt. – Der typografisch wohl aufwändigste und umfangreichste Druck der Ernst Ludwig-Presse.

29,0 : 19,7 cm. – Ein Schuber nicht original (VI).

Stürz 62. – Rodenberg 499. – Schauer II, 65

269  Ernst Ludwig-Presse – Rudolf G. Binding. Keuschheitslegende.

€ 200

[Darmstadt 1919]. Mit einer handvergoldeten Initiale von Luise Kleukens. Originalpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel und Deckelsignet sowie Kopfgoldschnitt.

Eins von 135 Exemplaren. – Auf handgeschöpftem Bütten. – »Als Sonderdruck der Ernst Ludwig Presse zu Darmstadt aus der unveröffentlichten Handschrift […] hergestellt durch C. H. Kleukens.« (Druckvermerk). – Gesetzt aus der Cicero Kleukens-Antiqua. – Schönes Exemplar, der Einband wohl von Ernst Rehbein.

27,6 : 20,4 cm. 50, [4] Seiten. – Unteres Kapital ganz schwach gestaucht.

Stürz 89. – Rodenberg 80

270  Kleukens Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten.

€ 250

Frankfurt am Main 1919. Roter Saffianlederband mit Blindprägung und Kopfgoldschnitt.

Erster Druck der Kleukens Presse. – Eins von 250 Exemplaren. – Auf Japan. – Mit diesem Druck begann die Kleukens Presse ihre Arbeit, an der neben Christian Heinrich Kleukens auch Rudolf G. Binding sowie die schon von der Ernst Ludwig Presse bekannten Buchkünstler Hans Schreiber (Schrift), Ernst Rehbein (Einbände) und der Frankfurter Buchhändler Tiedemann beteiligt waren.

19,1 : 13,0 cm. [2], 181, [3] Seiten. – Gelenke, Bünde und Kapitale minimal berieben.

Rodenberg 103, 1. – Schauer II, 67

271  Kleukens-Presse – Gotthold Ephraim Lessing. Fabeln.

€ 400

Drey Bücher. 1759, 1777 und Anhang. Holzschnitte von Kay H. Nebel. [Frankfurt am Main] 1920. Mit kolorierten Holzschnitten, davon 19 im Text, und drei Initialen. Bordeauxroter Originalmaroquinband; Rückentitel und Fileten blindgeprägt.

Sechster Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 225 Exemplaren auf Zanders-Bütten (Gesamtauflage 250). – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – »Die Presse will ›bewußt dem spielerischen, wahllosen, snobistischen, merkantilen, abgegriffenen Gebaren der vielen schaustellenden Sonderdarbietungen entgegentreten, die den Interessen und der Anteilnahme des wahren Bücherfreundes stracks zuwiderlaufen‹.« (Julius Rodenberg).

20,0 : 12,8 cm. [2], 71, [11] Seiten.

Rodenberg 104, 6. – Slg. Achilles 97

272  Kleukens-Presse – Das Evangelium S. Johannis.

€ 200

Letzte Fassung der Übertragung Martin Luthers. Frankfurt am Main, 1920. Mit elf Holzschnitten und einer Holzschnitt-Initiale von Kay H. Nebel. Roter geglätteter Maroquinband; Rückentitel, Fileten auf Rücken, Deckel, Innen- und und Stehkanten sowie Kopfschnitt vergoldet (signiert: Buchb. Meink · Berlin). Im Schuber mit Lederkanten.

Siebter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 200 Exemplaren auf Haesbeek-Bütten (Gesamtauflage 250). – Kay Nebel (1888–1953) wurde 1920 Professor an der Staatlichen Werk-Akademie in Kassel. – Schönes Exemplar.

20,2 : 13,5 cm. 99, [5] Seiten. – Rücken minimal verblasst.

Rodenberg 104. – Schauer II, 67

273  Ratio Presse – Dat Wettloopen twischen den Swinegel un den Haasen

€ 250

up de lütje Haide bi Buxtehude. Eene ole Geschichte up Plattdütsch vertellt von Dr. Willem Schröder. Mit bunte Biller utstafeert von F. W. Kleukens. Darmstadt 1921. Mit 16 kolorierten Lithographien im Text von Friedrich Wilhelm Kleukens. Originalhalbpergamentband mit kolorierter Deckelillustration und vergoldetem Buchschnitt.

Drittes Buch der Ratio Presse. – Eins von 170 Exemplaren, die ersten 30 Exemplare wurden im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Laut Druckvermerk sollten ausschließlich die Exemplare der Vorzugsausgabe koloriert werden.

18,2 : 14 cm. [2], 16, [6] Seiten.

Rodenberg 121, 3. – Schauer II, 66

274  Euphorion – Alexander [Sergejewitsch] Puschkin. Maerchen vom Zaren Saltan.

€ 300y

Uebersetzt von Friedrich Bodenstedt. Berlin, Euphorion 1921. Mit einem Holzschnitt-Doppeltitel und einer -Initiale von F. H. Ehmcke. Dunkelroter Originalkalblederband mit farbigen Lederintarsien und Vergoldung (signiert: Euphorion Einband Hübel & Denck, Leipzig).

Eins von 300 Exemplaren. – Gesetzt aus der Ehmcke-Rustika, gedruckt bei Knorr & Hirth, München. – Auf Zanders-Bütten. – »Bei diesem Einband haben wir versucht, dem Volksmärchen-Charakter der Dichtung gerecht zu werden«. – »Die eigentlich bibliophile Tätigkeit des Euphorion Verlages hat nur gut vier Jahre gedauert: 1920 bis 1924. Es sind in dieser Zeit nicht mehr als 35 Bücher erschienen.« (Horodisch). Seinen Namen erhielt der Verlag in Anlehnung an Goethes »Faust«; Euphorion war der Sohn von Helena und Faust, »die Figur des kompromißlosen Idealisten«.

15,0 : 10,0 cm. [6], 60, [8] Seiten. – Vorsatzblätter leimschattig.

Horodisch 9

275  Handgeschriebene Bücher – Frühlingslieder verschiedener Dichter.

€ 200

Margret Kranz schrieb und schmückte dieses Büchlein im März 1929. Mit elf Aquarellen. Originaler Pergamentband mit aquarellierter Vignette auf dem vorderen und dem kalligraphierten Monogramm der Künstlerin auf dem hinteren Deckel. Im originalen Schuber.

Auf Zanders-Bütten. – Die reizende Handschrift enthält acht Gedichte von Goethe, Mörike, Heine, Hofmannsthal u. a., jedes in Tusche kalligraphiert, meist mit großen Aquarellen verziert. Deren Gestaltung erinnert an die Zeichnungen Rudolf Kochs für das berühmte »Blumenbuch«, das ebenfalls 1929 in der Mainzer Presse erschien. – Margret Kranz (1888-1973) lebte und arbeitete im hessischen Butzbach. – Mit Exlibris Tet Arnold von Borsig (1888–1973). Der Sohn des Lokomotivbau-Unternehmers entwickelte schon während seines Studiums künstlerische Ambitionen. Er war mit vielen Personen des späteren Widerstands befreundet. Nachdem er 1933 Deutschland verlassen hatte, machte er sein Hobby des Fotografierens zum Beruf.

28,0 : 20,3 cm. [16] Seiten.

276  Hildegard Hudemann – Hans im Glück.

€ 150

Ein Märchen von Gebrüder Grimm. Zeichnungen von Hildegard Hudemann. [Hamburg], Athos Script, ohne Jahr. Kalligraphie mit kolorierten Zeichnungen. Originalhalbleinenband.

Unikatbuch. – Durchgehend sehr fein kalligraphierter Text, alle Versalien zweifarbig. – Die Handschrift des Grimmschen Märchens wurde entzückend und regelrecht liebevoll mit Bordüren und Illustrationen geschmückt. – Hildegard Hudemann (1914– 2005), Malerin, Graphikerin und Illustratorin in Hamburg gestaltete und illustrierte etliche Bücher, vornehmlich Beschreibungen ihrer norddeutschen Heimat.

25,0 : 21,0 cm. [16] Seiten.

277  Hesperos-Drucke – Wilhelm Hauff. Die Bettlerin vom Pont des Arts.

€ 2500

München, Hesperos [1921]. Mit 24 aquarellierten Tuschfederzeichnungen und 22 Radierungen von Carl Rabus, alle signiert. Originalschweinslederband mit Blindprägung nach Entwurf des Künstlers, Kopfschnitt vergoldet (A. Köllner, Leipzig).

Unikale Variante des zwölften Hesperos-Druckes. – Laut Druckvermerk »Privatdruck in einem Exemplar«. – Der Band enthält zwei alternative Vorzeichnungen für die Einbandgestaltung und zweimal elf »Paare« der aquarellierten Vorzeichnungen und Radierungen, einschließlich des Titelblatts. Er vereint die eigentliche Buchausgabe (Text und Radierungen) mit einer weiteren Folge »nach einer zweiten Auffassung« und zudem alle Vorzeichnungen. Die Radierungen, die schließlich für den 12. Hesperos-Druck verwendet wurden, erinnern in ihren etwas gefälligeren Entwürfen an Arbeiten von Hugo Steiner-Prag. Die als Suite hier nachgebundene zweite Folge zeigt hingegen den Carl Rabus, den man z. B. als Illustrator der Zeitschrift »Orchideengarten« kennt: expressiv und gespenstisch-düster. Mag sein, dass Rabus diese Fassungen bevorzugte und seine Entwürfe nach der gegenteiligen Verlegerentscheidung bewahren wollte. – Carl Rabus (1898–1983) stellte bereits 1919 in den führenden Galerien aus: Goltz, Thannhauser, Sturm. Er arbeitete für verschiedene Zeitschriften, neben dem »Orchideengarten« auch für »Jugend«, »Querschnitt« und »Eulenspiegel«. – Rodenberg erwähnt einen Privatdruck in drei Exemplaren mit den Radierungsvarianten, das Exemplar mit den Vorzeichnungen war ihm unbekannt. – Die Vorzeichnungen auf dünnem Papier und auf Kartonblätter montiert, die Radierungen und der Text auf Bütten. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher, gedruckt bei der Mandruck AG. – Der schöne Handeinband mit ornamentaler Blindprägung, Spiegel und Vorsätze aus farbig bedruckter Seide.

28,7 : 20,8 cm. 167, [5] Seiten, 3 Blätter, zusammen 46 Tafeln. – Leder mit leichtem Weißschleier, Vorsatzblatt rückseitig mit Sammlerstempel.

Vgl. Rodenberg 403, 12 und Sennewald 21,2

278  Alfred Hoennicke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Zehn Lieder.

€ 300

Berlin 1916. Originalpergamentumschlag mit vergoldetem Titel und Kopfgoldschnitt (signiert: E. A. Enders. Leipzig).

Erster Daphnis-Druck. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Druck in Blau, Grün und Schwarz auf Kaiserlich Japan. – Satz aus einer Type von Schoeffer von Gernsheim. – Druck auf der Handpresse bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Alfred Hoennicke (1878–1955) schuf »Pressendrucke im besten Sinne dieser Bezeichnung […] weitgehend unter Verzicht auf industrielle Techniken, meistens auf der Handpresse gedruckt […]« (Arnulf Backe). Ein Drittel aller seiner Publikationen verwendet Texte des Weimarer Dichterfürsten. Verwunderlicher Weise widmete Georg K. Schauer dem Buchinitiator Hoennicke gerade einen knappen Satz.

20,2 : 15,4 cm. [2], 14, [4] Seiten.

Backe 1. – Rodenberg 322, NF 1 (der die Drucke der ersten und der Neuen Folge vertauscht auflistet)

279  Alfred Hoennicke – Goethes Sonette.

€ 250

Berlin 1917. Lose Doppelseiten in Originalumschlag mit Buntpapierdeckelbezug.

Dritter Daphnis-Druck. – Eins von 100 Exemplaren. – Auf Kaiserlich Japan. – Satz aus der Kursiv von Christoph van Dyck aus dem Jahr 1650. – Druck auf der Handpresse bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Titel und Initialen zeichnete Hans Volkert, gedruckt in Rot und Gold. – Schönes Exemplar.

23 : 17 cm. 23, [1] Seiten.

Backe 8. – Rodenberg 322, 3 (irrtümlich unter N.F.)

280  Alfred Hoennicke – Goethes Sonette.

€ 250 ( R7 )

Berlin 1917. Originalpergamentband mit vergoldeten Fleurons und Deckelkantenfileten, Rückentitel und Buchschnitt ebenfalls vergoldet. Im modernen Schuber.

Dritter Daphnis-Druck. – Eins von 100 Exemplaren. – Auf Kaiserlich Japan. – Satz aus der Kursiv von Christoph van Dyck aus dem Jahr 1650. – Titel und Initialen zeichnete Hans Volkert, gedruckt in Rot und Gold. – Druck auf der Handpresse bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Sehr schönes Exemplar, in dieser Einbandvariante selten.

23 : 17 cm. 23, [1] Seiten.

Backe 8. – Rodenberg 322, 3 (irrtümlich unter NF)

281  Hoennicke-Drucke – Ossian / Goethe. Die Gesänge an Selma.

€ 450

Berlin 1917. Dunkelgrüner Originalmaroquinband mit reicher Vergoldung (Daphnis-Binderei, O. Herfurth). In der Originalkassette mit lithographiertem Bezugspapier und Deckelschild.

Vierter Daphnis-Druck. – Eins von 80 Exemplaren. – Goethes Übertragungen wurden aus einer französischen Renaissance-Type (N. P. Gandos) gesetzt und bei Drugulin, Leipzig, in Grün und Schwarz auf »Kaiserlich Japanpergament«-Papier gedruckt. – Der Einband mit vergoldeten Fileten, Punzlinien, Fleurons und Kopfschnittvergoldung. – So tadellos erhalten wohl nahezu unauffindbar.

17,2 : 23,8 cm. [28] Seiten.

Backe 9. – Rodenberg 322, 4 (irrt. unter N. F.)

282  Alfred Hoennicke – Reise der Söhne Megaprazons.

€ 300 ( R7 )

Fragmente von Goethe. Mit Kupferstichen Berlin 1920. Mit sechs signierten Kupferstichen von Fritz Janowski. Moderner marmorierter Pappband, schwarz-goldenes Rückenschild. Im Schuber.

Eins von 50 Exemplaren auf Zanders-Bütten (Gesamtauflage 60). – Die Radierungen wurden in Grün gedruckt. – Gedruckt von Alfred Hoennicke bei Otto von Holten, also noch auf fremden Pressen. – Nicht von ungefähr erinnert die Typographie (Schwabacher von Egenoff, Fisch-Zierstück) an Behmers »Von dem Fischer un syne Fru«, das man bei Otto von Holten im gleichen Jahr druckte. – Innen, wie auch der neue Einband, tadellos erhalten.

21,0 : 14,2 cm. 35, [1] Seiten. 6 Radierungen.

Backe 30. – Rodenberg 325

283  Alfred Hoennicke – Nikolaus Lenau. Schilflieder

€ 400

Mit 5 Radierungen und einem Titelkupfer von Hans Volkert. München, Alfred Hoennicke 1919. Sechs signierte Radierungen, alle unter Passepartout, in Originalhalbpergamentmappe mit Deckelschild (signiert: Daphnis-Binderei O. Herfurth).

Dapnis-Druck, erster Druck der Stern-Presse. – Eins von 50 Exemplaren. – Den Gedichtzyklus »Schilflieder« edierte Hoennicke mehrfach in ganz unterschiedlichen Gestaltungen. Hier wurden die Texte gemeinsam mit ornamentalen Bordüren und romantischen, die Natursymbolik widerspiegelnden Illustrationen als Radierungen gedruckt. – Hans Volkert (1878–?) Maler, Graphiker und Medailleur studierte in Hamburg und München, er gilt als Vertreter des Jugendstils und der Romantik. 1914 arbeitet er für Rudolf Steiner als Kulissenmaler für dessen Mysteriendramen. – Tadellos schönes Exemplar.

18,0 : 13,5 cm (23,0 : 17,5 cm). – Mappenflügel mit Monogrammstempel.

Backe 34

284  Alfred Hoennicke – Wolfgang von Goethe. Rikchen.

€ 250

Zehn Liebes-Gedichte 1770–71. Berlin 1921. Mit Buchschmuck von Fritz Janowski. Farbig illustrierte Originalbroschur.

Eins von 100 Exemplaren. – Als Handschrift für Freunde von Alfred Hoennicke herausgegeben. – Druckvermerk vom Künstler nummeriert und signiert. – Auf Schreibbütten von van Gelder Zonen. – »Vom Radierer Fritz Janowski, Charlottenburg, geschrieben und verzieret«: Nach der handgeschriebenen Fassung wohl lithographisch gedruckt, die Initialen und kleiner Zierstücke koloriert. – Die nach dem Wohnort von Rikchen benannten »Sessenheimer Lieder« entstanden während seiner kurzen aber leidenschaftlichen Liaison mit der Pfarrerstochter Friederike Elisabeth Brion und begründeten Goethes Ruf als Lyriker.

19,8 : 14,8 cm. 1 leeres Blatt, 9 Blätter.

Backe 48. – Rodenberg 326

285  Alfred Hoennicke – Paul Verlaine. Schäferfeste.

€ 250

Berlin 1921. Originalpappband mit floralem Buntpapierbezug (signiert: Daphnis-Binderei).

Eins von 60 Exemplaren, hier ohne Nummerierung. – Alfred Hoennicke kreierte innerhalb seiner Drucke verschiedene, meist kurzlebige Reihen. Von den Drucken »Die Unsterblichen« erschien gar nur dieser erste und einzige. – Übertragung von Wolf von Kalckreuth. – Satz aus der Renaissance-Kursiv. – Auf Einhorn-Bütten von Zanders. – Titel, Initialen und Schlussvignette in Grün gedruckt. – Schönes Exemplar, selten. – Der Einband mit dem Stempel »Daphnis-Binderei«.

20,0 : 15,0 cm. 15, [1] Seiten, je 2 leere Vor- und Nachblätter. – Vorderer Vorsatz im Falz leicht gebräunt.

Backe 52. – Rodenberg 326

286  Hundertdrucke – Die histori von herren Tristrant und der schönen Isalden von irlannde.

€ 300

München, Hans von Weber 1909. Brauner Originalholzdeckellederband mit abgeschrägten Kanten und Metallschließen. Deckel und Rücken mit reicher Blindprägung, Stempeln und Streicheisenlinien.

Erster Druck für »Die Hundert«. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus Huttlerschen Frakturschriften, gedruckt auf handgeschöpftem Büttenpapier. – Die Originaltypen der ersten Ausgabe von 1484 fand von Weber im Lagerbestand der Druckerei Manz. Von diesen alten Matern wurde der Neusatz reproduziert und in der Offizin der Verlagsanstalt gedruckt. – Die Wiedergabe der 60 Holzschnitte aus der ältesten Ausgabe der Tristanerzählung von 1484 erfolgte in Originalgröße. – Einband wie bei Vergleichsexemplaren wahrscheinlich von Carl Sonntag jun., Leipzig. – Hans von Weber ließ den Subskribenten seiner Hundertdrucke bei der Wahl der Buchbinder freie Hand. Auch wenn er besonders den Leipziger Carl Sonntag empfahl, finden sich – und dies macht einen besonderen Reiz für Sammler aus – zahlreiche andere namhafte Vertreter der Buchbinderzunft.

20,5 : 15,2 cm. [386] Seiten. – Kanten und Bünde schwach berieben, Ecken leicht bestoßen. – Vorsatzpapier mit Leimschatten.

Rodenberg 410

287  Hundertdrucke – Her Walther von der Vogelweide.

€ 300

Die Lieder […] nach der Ausgabe Karl Lachmanns. München, Hyperion 1910. Brauner Originalecrasélederband. Deckelvignette, Fileten auf Rücken, Deckel-, Steh- und Innenkanten, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Carl Sonntag jun., Leipzig).

Zweiter Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus der Gotisch von William Morris. – Gedruckt auf Hundertbütten in der Offizin W. Drugulin, Leipzig. – Aus der Bibliothek des Literaturwissenschaftlers und Schriftstellers Ernst Bertram (1884–1957) und mit dem Nachlass-Stempel seines Lebensgefährten Ernst Glöckner (1885-1934), den er 1906 während seiner Bonner Studienzeit kennengelernt hatte. Bertram gewann durch ihn Kontakt zum Kreis um Stefan George, auch war er eng mit Thomas Mann befreundet, was Glöckner als George-Verehrer missbilligte. Bertram übernahm die Pa­tenschaft für Thomas Manns Toch­ter Eli­sa­beth. Den Paten be­schreibt Mann im »Ge­sang vom Kind­chen« (1919) durch­aus mit Sym­pa­thie: »Der an­häng­li­che Freund, im wohl­ge­schnit­te­nen Geh­rock, bür­ger­lich vor­nehm, ein we­nig alt­frän­kisch, der deut­sche Ge­lehr­te und Po­et, voll kind­lich ar­ti­gen Frohmuts, jedoch dem Lei­den ver­traut, dem Geis­te en­ger ver­bun­den durch Krank­heit, die ihm dem Le­ben ver­mählt und periodisch ihn martert.« – Nach dem frühen Tod seines Lebenspartners verblieb das Buch in Bertrams Besitz. Auf die leeren Vor- und Nachblätter schrieb er zwölf Gedichte, die er mit »Aus der Folge ›Denkmal Herrn Walther 1925/1939« betitelte. – Auf dem Vorblatt eine Widmung von Frau C. von Wäthen, Düsseldorf 1922, und ein weiterer Schenkungsvermerk Bertrams, für seinen Patensohn, datiert 1946.

28,3 : 19,4 cm. [III]-CXLVII, [7] Seiten. – Vorsatzblätter mit schmalem Leimschatten.

Rodenberg 410. – Schauer II, 60 (mit Abbildung)

288  Hundertdrucke – Gassenhawerlin. – Reutterliedlin.

€ 300

– Nach der im Jahre 1535 zu Frankfurt am Main bei Christian Egenolff erschienenen ersten Ausgabe herausgegeben von Ernst Schulte-Strathaus. München, Hyperion 1911. Brauner Schweinslederband mit ornamentaler Blindprägung (signiert: K. Ebert München).

Neunter und Zehnter Druck für die Hundert. – Vorliegendes das Exemplar des Verlegers der Hundertdrucke, laut Druckvermerk gedruckt für Hans von Weber. – Gesetzt aus Egenolffschen Schriften. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Druckvermerke in Rot gedruckt. – Beiliegend: Die Bücher der Hundert. Bibliographische Anmerkungen. II: Gassenhawerlin · Reutterliedlin. – Mit dem Beiheft »Bibliographische Anmerkungen« des Herausgebers zur Editionsgeschichte der frühen Stimmhefte. – Gassenhauer und Reiterlieder entstanden im 16. Jahrhundert aus dem Minnesang. Als Gassenhauer bezeichnete man zunächst einen zu nächtlicher Stunde das Pflaster Tretenden, später auch die Lieder, die auf allen Gassen gesungen werden.

19,5 : 14,5 cm. [8], [76] Seiten. – Vorsatzblätter leimschattig.

Rodenberg 411. – Schauer II, 60

289  Hundertdrucke – Giovanni Boccaccio. Der Decamerone.

€ 1200

Deutsch von Heinrich Conrad […] Mit den Kupfern und Vignetten von Gravelot, Boucher und Eisen der Ausgabe von 1757. Erster [bis] Fünfter Band. München und Leipzig, Georg Müller und Hans von Weber [1912–13]. Mit 110 Heliogravüren und zahlreichen Textvignetten. Dunkelrote Originalecrasélederbände mit reicher Vergoldung (signiert: Carl Sonntag jun., Leipzig).

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe für die Mitglieder der Vereinigung »Die Hundert« auf Van Gelder-Velin mit dem Wasserzeichen der »Hundert«. – Weitere 100 Vorzugsexemplare wurden auf Bütten mit dem Boccaccio-Wasserzeichen gedruckt. – Die schönen Gravüren nach den Originalkupfern der Ausgabe von 1757–1761 druckte Obernetter, München. – So schön sehr selten.

20,8 : 13,2 cm. Zusammen etwa 1300 Seiten. – Rücken minimal aufgehellt. Gelenke kaum merklich berieben. – Vorsätze mit schmalem Leimschatten.

Hayn/Gotendorf IX, 72. – Schauer II, 54 (mit Abbildung). – Nicht bei Rodenberg

290  Hundertdrucke – Lieder der alten Edda.

€ 300

Deutsch durch die Brüder Grimm. München, Hyperion 1912. Originalecrasélederband mit vergoldeter Deckelvignette, Rücken-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Carl Sonntag jun. Leipzig).

Elfter Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus »den Typen des Henric Lettersnider aus dem Ende des xv. Jahrhunderts«. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Schönes Exemplar.

19,2 : 14,2 cm. 151, [1] Seiten. – Rücken verfärbt. – Hinterdeckel mit winziger Fehlstelle in der Lederepidermis.

Rodenberg 411, 11. – Schauer II, 60

291  Hundertdrucke – Blumm vnd Außbund Allerhandt Außerlesener Weltlicher, Züchtiger Lieder vnd Rheymen,

€ 400

Welche bey allen Ehrlichen Gesellschaften können gesungen, vnd auff allen Instrumenten gespiellt werden. (Liederbuch des Paul von der Aelst, herausgegeben von Ernst Schulte-Strathaus). München, Hyperion 1912. Graugrüner Maroquinband mit vergoldeter Deckelvignette, Rücken-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: E. Ludwig, Frankfurt a/M.).

14. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt in einer Fraktur des 18. Jahrhunderts, vermutlich von William Cupy. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Die erste Ausgabe des Liederbuches erschien 1602 in Deventer. – So bekannte Lieder wie beispielsweise das »Heideröslein« von Johann Wolfgang von Goethe gehen auf Texte dieser Sammlung zurück. – Ohne das bibliographische Beiheft.

19,3 : 14,8 cm. 422, [2] Seiten. – Rücken minimal verblasst.

Rodenberg 412. – Schauer II, 60

292  Hundertdrucke – Jörg Wickram. Das Rollwagenbüchlin.

€ 400

Ein neüws, vor vnerhörts Büchlein, darinn vil guter schwenck vnd Historien begriffen werden, so man in schiffen vnd auff den rollwegen, deßgleichen in scherheüseren vnnd badstuben, zu langweiligen zeiten erzellen mag […] an tag bracht vnd zusamen gelesen durch Jörg Wickrammen, Stattschreiber zu Burckhaim, Anno 1555. München, Hyperion 1913. Brauner Schweinslederband mit blindgeprägten Vignetten und Fileten (signiert: Oskar Blenkner, Emmendingen i. B.).

15. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus einer Schwabacher der Mitte des 16. Jahrhunderts von Christian Egenolff. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Text der Erstausgabe von 1555, erweitert um Zusätze späterer Ausgaben. – Wickrams Schwänke schildern pointiert den Alltag der Bürger und Bauern in den Umbruchszeiten des frühen 16. Jahrhunderts.

19,3 : 14,5 cm. 264, [16] Seiten.

Rodenberg 412. – Schauer II, 60

293  Hundertdrucke – [Gotthold Ephraim] Lessing. Minna von Barnhelm oder Das Soldatenglück.

€ 400

Ein Lustspiel in fünf Aufzügen. München, Hans von Weber 1913. Dunkelblauer Maroquinband mit vergoldeten Fileten, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: Frieda Thiersch). Im Schuber mit Lederkanten.

17. Druck für »Die Hundert«. – Eins von 100 Exemplaren. – Auf Bütten. – Gedruckt von Otto v. Holten, Berlin. – Sehr schönes Exemplar.

28,3 : 19,5 cm. 174, [6] Seiten. – Kleine Buchhändlermarke. Einige Seiten mit wenigen schwachen Stockflecken.

Rodenberg 412, 17

294  Hundertdrucke – Johann Fischart. Geschichtklitterung I und II. Affentheurlich Naupengeheurliche Geschichtklitterung.

€ 600

Von Thaten vnd Khaten der […] Helden vnd Herzen Grandgoschier Gorgellantua und deß […] Fürsten Pantagruel von Durstwelten, Königen in Utopien […] Etwan von M. Frantz Rabelais Frantzösisch entworffen: Nun aber vberschrecklich lustig in einen Teutschen Model vergossen […] Durch Huldrich Elloposcleron. Mit 22 Ur-Holzschnitten von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1914–1915. Mit 22 blattgroßen Holzschnitten. Braune Kalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln. Fileten, Rückentitel, das Hundertdruck-Signet auf den Vorderdeckeln und Kopfschnitt vergoldet (signiert: E. Ludwig, Frankfurt a. M.) und Originalhalbleinenmappe mit Hundertdrucksignet.

19. und 20. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren, hier eines der seltenen mit einer Extrasuite der 22 Holzschnitte. – Gedruckt auf Hundertbütten. – 1575 erschien die erste Ausgabe Fischarts »Nachdichtung« des Rabelais’schen »Gargantua«. »Wer seinen Sprachfundus etwas auffüllen will mit originellen Wortbildungen, witzigen Metaphern, derben Anachronismen und ›affentheuerlichen‹ Sprachspielen (mit besonderer Berücksichtigung des Skatologischen), der sollte beim Lesen dieses Werks Augen und Ohren offen, Papier und Bleistift bereit halten. Da wimmelt es nur so von ethymologischen Kostbarkeiten wie ›Pißkachel‹ und ›Bruntzscherbe‹ (Nachttopf), ›Strohfidel‹ (Schlampe), ›Haußhagel‹ (zänkische Ehefrau) – und dem gar zu schönen ›Bettanstand‹ (weibliche Willfährigkeit).« (Frank Schäfer. Rezension zur Eichborn-Ausgabe 1997). – Bücher und Mappe mit Exlibris Lucy Spiegel.

Je 28,3 : 19,7 cm. [8], 195, [1] und [8], 203, [3] Seiten; 22 Holzschnitte.

Rodenberg 412. – Schauer II, 60. – Eyssen 141

295  Hundertdrucke – Christoph von Grimmelshausen. Das wunderbarliche Vogel-Nest.

€ 750

Der Springinsfeldischen Leyerin. Voller Abentheuerlichen, doch Lehrreichen Geschichten, auf Simplicianische Art sehr nutzlich zu lesen ausgefertigt durch Michael Rechulin von Sehmsdorff. Mit zwölf Ur-Holzschnitten von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1917. Mit Holzschnitt-Frontispiz und -Schlussvignette sowie zehn Textholzschnitten, davon fünf blattgroßen. Blauer Ecrasélederband mit vergoldeten Innenkantenbordüren, Rücken-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Frieda Thiersch).

23. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Knorr & Hirth, München. – Schlicht-eleganter Einband der Bremer Meisterin, tadellos erhalten.

19,7 : 15,1 cm. 168, [6] Seiten. – Vorblatt mit kleiner Buchhändlermarke. Äußerste Ränder etwas gebräunt.

Rodenberg 412, 23. – Schauer II, 6

296  Hundertdrucke – Friedrich Schiller. Wallenstein.

€ 900 ( R7 )

Ein dramatisches Gedicht. Erster [und] Zweiter Band. München, Hans von Weber (1917–1919). Mit 24 Lithographien von Walo von May im Text und sechs lose beiliegenden von Bruno Goldschmitt. Violette Oasenziegenlederbände mit vergoldeten Deckelvignetten. Rückentitel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet. Jeweils in späterem Leinenschuber. Mit einer Originalbuntpapiermappe mit Deckelschild.

24. und 25. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren, dieses gedruckt für Carl St. A. Geibel, wohl aus der Leipziger Verlegerfamilie. – Walo von May konnte die Illustrationsarbeiten nicht abschließen, so dass Bruno Goldschmitt weitere sechs Zeichnungen für Band II schuf. »Sie wurden, um die Einheitlichkeit des Werkes nicht zu stören, in einer Mappe beigegeben« (Druckvermerk). – Gesetzt aus der Ehmcke-Fraktur, gedruckt auf Hundert-Velin. – Erstmals wurde hier für einen Hundertdruck das neue, von Thomas Theodor Heine entworfene Verlagssignet Hans von Webers verwendet. – Die Vorderdeckel der prächtigen, leider unsignierten, Handeinbände mit einem lorbeerbekränzten Schwert als Vignette, Hinterdeckel mit einem Lorbeerkranz. – Exlibris (nur in der Mappe) Guidotto Fürst von Donnersmarck (1888–1959).

28,2 : 19,2 cm. [8], 170, [6], 160, [4] Seiten. – Die Rücken gebräunt, Rückenfalz der Mappe verschlissen, sonst sehr gut erhalten.

Rodenberg 413. – Schauer II, 60

297  Hundertdrucke – Das Weimarer Liederbuch.

€ 300

Herausgegeben von Max Adolf Pfeiffer. München, Hans von Weber 1918–1920. Brauner Schweinslederband mit blindgeprägtem Rückentitel (signiert: EM).

28. und 29. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus der Maximilian-Fraktur von Rudolf Koch. – Gedruckt auf Hundert-Velin bei Knorr & Hirth, München. – »Dieser wortgetreue Neudruck umfaßt sämtliche Volkslieder-Einzeldrucke des unter dem Namen des Weimarer Liederbuches bekannten, etwa aus dem Jahre 1540 stammenden Mischbandes der Landes-Bibliothek Weimar« (Druckvermerk). – Kopfschnitt vergoldet, sonst unbeschnitten.

19,6 : 15,0 cm. [4], 404, [4] Seiten. – Rücken minimal aufgehellt, Gelenke angeplatzt.

Rodenberg 413. – Schauer II, 61

298  Hundertdrucke – Wolfram von Eschenbach. Parzival

€ 300

in der Neudichtung von Wilhelm Hertz. München, Hans von Weber 1920–1921. Grüner Kalblederband mit vergoldeter Deckelvignette, Rücken-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Herkomer München).

30. und 31. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus der Maximilian-Fraktur von Rudolf Koch. – Gedruckt auf Hundert-Velin bei R. Oldenbourg, München.

19,6 : 15,3 cm. [4], 421, [3] Seiten. – Rücken minimal verblasst.

Rodenberg 413. – Schauer II, 61

299  Hundertdrucke – Hans Sachs. Zwölf Fastnachtspiele.

€ 500

Mit Urholzschnitten von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1922. Mit sechs blattgroßen Holzschnitten. Weißer Schweinslederband im Schuber mit Lederkanten (signiert: K. Ebert, München). Im Schuber mit Lederkanten.

33. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher, gedruckt bei Dietsch & Bruckner, Weimar. – Der rustikale Einband ergänzt die kongeniale Ausstattung der Volksstücke von Hans Sachs mit den derb-drolligen Holzschnitten seines Landsmanns Bruno Goldschmitt. – Sehr schönes Exemplar.

20,3 : 14,5 cm. 226, [6] Seiten. – Rücken minimal verfärbt und kaum merklich berieben.

Rodenberg 413. – Schauer II, 61. – Sennewald 22,2

300  Hundertdrucke – [Johann] Wolfgang [von] Goethe. Märchen.

€ 450

Drei Märchen: Die neue Melusine. Die smaragdene Schlange. Der neue Paris. Mit Urzinkzeichnungen von G[ustel] Königer. München, Hans von Weber 1922. Mit 27 Textillustrationen. Roter Ecrasélederband mit Rücken-, Fileten- und Schnittvergoldung (signiert: Frieda Thiersch).

35. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus der Mörike-Fraktur. – Gedruckt bei Gebr. Klingspor, Offenbach. – Die Mörike-Fraktur, die hier erstmal verwendet wurde, zeichnete Ernst Engel. Gegossen wurde sie bei Gebr. Klingspor, der berühmten Offenbacher Schriftgießerei, die spätestens um 1900 mit dem Eintritt von Karl und Wilhelm Klingspor zu einer der künstlerisch führenden Schriftgießereien und zugleich Druckereien geworden war. »Die schwierigsten Satzprobleme scheinen hier in geistreichen Beispielen spielend gelöst […]« (Ludwig Sternaux, in: »Das Sammlerkabinett«, Heft 3, 1922, zitiert nach Rodenberg, S. 248f.).

19,5 : 14,2 cm. 150, [2] Seiten. – Unterkante des Vorderdeckels mit winziger Schabspur.

Rodenberg 414. – Schauer II, 61