ChristianHesse

Lot 301 – 350 | Hesse-Auktionen
Lot 301 – 350

301  Gustave Doré – Xavier Boniface Saintine. La mythologie du Rhin.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausruflimit/Reserve price: € 80

Illustrée par Gustave Doré. Paris, Hachette 1862. Mit zahlreichen Textholzstichen. Schwarzer Originalhalblederband mit reicher Rückenvergoldung.

Erste Ausgabe. – Exemplar auf feinstem Velin. – »Hier ironisiert Doré die germanische Mythologie, glossiert er die mettrinkenden Göttergestalten Walhallas […] Tatsächlich, noch selten sind die barbaresken Göttergestalten Germaniens so souverän und maliziös zugleich dargestellt, so treffend mit eisigem Lächeln charakterisiert, sind aber auch gewisse teutonische Eigenschaften so parodistisch bloßgelegt worden. Bezeichnend ist, daß dieses wirklich geniale Werk Dorés in Frankreich drei Auflagen erlebt, in England Begeisterung erweckt, jedoch in Deutschland keinen Verleger findet« (Farner).

25 : 16 cm. [4], 403, [1] Seiten. – Rückenkanten etwas berieben. – Vereinzelt leicht stockfleckig.

Sander 603. – Rümann, Doré 107. – Farner, Doré I, 169ff

302  J. H. Ramberg. Tyll Eulenspiegel

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

in fünf und fünfzig radirten Blättern. Mit Text nach der Jahrmarkts-Ausgabe. Mit einem Vorworte. Gera, C. B. Grisebach 1871. Mit einem radierten Titelblatt und 54 Umrissradierungen. Halbleinenband mit Deckelschild.

Zu Lebzeiten Johann Heinrich Rambergs (1763–1840) herrschte in und ausser Deutschland die Almanachsliteratur; »auf sie concentrirten die Dichter und Novellisten sowie die Künstler beinahe ausschließlich ihre Kräfte. Ramberg gehörte zu den gesuchtetsten und beliebtesten Illustratoren. […] Darum handhabte Ramberg […] den Zeichenstift und die Nadel mit vollendeter Meisterschaft und unnachahmlicher Genialität. Deshalb gehört auch sein Tyll Eulenspiegel zu den vorzüglichsten Producten dieses Genres überhaupt. (Nagler XII, 277), die in den Besitz der Verlagshandlung übergegangen, in dieser zweiten Auflage der Oeffentlichkeit übergeben werden. Es sind mithin die Ramberg’schen Originalradierungen selbst.« (Vorwort).

25 : 33 cm. VI, 40 Seiten, 55 Blätter. – Rücken erneuert. Einband etwas fleckig und mit Schabspuren, an zwei Stellen kleine Löcher. – Durchgehend leicht stockfleckig.

Rümann 1729

303  Ludwig Richter – Ludwig Bechstein. Märchenbuch.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Mit 174 Holzschnitten nach Originalzeichnungen von Ludwig Richter. Zwölfte Auflage. Erste illustrierte Ausgabe. Leipzig, Georg Wigand 1853. Mit einem ganzseitigen Holzschnittfrontispiz und 173 Textholzschnitten. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe mit den berühmten Illustrationen von Ludwig Richter. – »Von den 174 Holzschnitten […] sind 170 hier erstmals abgedruckt. Eins der schönsten und liebenswertesten deutschen Bücher des 19. Jahrhunderts, dessen berühmte Illustrationen oft nachgedruckt – und auch für Ausgaben der Grimmschen Märchen verwendet wurden.« (Seebaß).

23,0 : 16,0 cm. XVI, 280 Seiten. – Ecken etwas bestoßen. Kanten berieben.

Wegehaupt 230. – Seebaß II, 120. – Rümann 1898. – Rümann (Kinderbücher) 32

304  Friedrich Nietzsche. Die Geburt der Tragödie

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1700

aus dem Geiste der Musik. Leipzig, E. W. Fritzsch 1872. Mit einer gestochenen Titelvignette. Späterer Pappband, Originalvorderumschlag der Broschur aufgezogen.

Erste Ausgabe. – Gedruckt wurden 800 Exemplare. – Nach seinen philologischen Werken und den »Fünf Vorreden zu fünf ungeschriebenen Büchern« erschien 1872 mit der »Geburt der Tragödie« das erste der philosophischen Werke Nietzsches. – Das Buch widmet er im »Vorwort an Richard Wagner« »meinem erhabenen Vorkämpfer«. Die Verehrung für den Komponisten hielt von Mitte der 1860er Jahre bis zu Wagners vermeintlicher Hinwendung zum Christentum 1879 an. In »Der Fall Wagner« und »Nietzsche contra Wagner« erläuterte Nietzsche die in Feindschaft umgeschlagene Beziehung. – Der Buchblock noch gänzlich unaufgeschnitten und damit besonders breitrandig.

22 : 14 cm. IV, 143, [1] Seiten. – Der aufgezogene Broschurumschlag bis an die Einfassungslinie beschnitten.

Schaberg 20. – WNB 251

305  Friedrich Nietzsche. Der Fall Wagner.

Schätzpreis/Estimate: € 1500 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Ein Musikanten-Problem. Leipzig, C. G. Naumann 1888. Handgebundener dunkelblauer Halbmarqouinband mit Vergoldung, signiert »Wilhelm Göbel«.

Erste Ausgabe. – Eins von nur 500 Exemplaren, weitere 500 Exemplare wurden irrtümlich bereits als »zweite Ausgabe« bezeichnet, diese erschien aber tatsächlich erst 1891. – Der Text entstand als Folge einer Unterhaltung zwischen Friedrich Nietzsche und Peter Gast in einer Reihe von Briefen. Von Mitte der 1860er Jahre bis zu Wagners angeblicher Hinwendung zum Christentum hatte Nietzsche den Komponisten bewundert, dann schlug die Freundschaft in offene Feindschaft um. Nur ein Jahr später erschien Nietzsches Resümeé der jahrzehntelangen Beziehung »Nietzsche contra Wagner«.

22 : 15 cm. [10], 57, [1] Seiten. – Ränder schwach berieben. Rücken leicht verblasst, Einband oben mit Lichtrand. – Titelblatt stärker, sonst ganz vereinzelt etwas stockfleckig.

Schaberg 54. – Krummel XVII

306  Friedrich Nietzsche. Gesammelte Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 3000

Musarionausgabe. Herausgegeben von Richard Oehler und anderen. Erster [bis] Dreiundzwanzigster Band. München, Musarion Verlag 1920–1929. Mit vier Porträts und sieben, meist mehrseitigen Faksimiles, davon eins gefaltet. Originalpergamentbände mit je zwei grünen Maroquinrückenschildern mit vergoldeten Titeln, doppelten vergoldeten Deckel- und Rückenfileten und Kopfschnittvergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

Eins von 184 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe auf Hadernpapier und in Pergament gebunden (Gesamtauflage 1600). – Die im Auftrag von Nietzsches Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche veranstaltete Werkausgabe wurde betreut von Richard Oehler, Max Oehler und Friedrich Chr. Würzbach. Die von Nietzsche selbst veröffentlichten Schriften und der gesamte Nachlass werden hier chronologisch geordnet präsentiert. – »Einen weiteren Vorzug der Musarionausgabe bildet die Hinzufügung eines Jugendschriftenbandes (mit einer großen Anzahl bis dahin unveröffentlichter Abhandlungen, Studien und Skizzen des jugendlichen Nietzsche) als ersten und eines autobiographischen als letzten der Gesamtreihe« (aus dem Vorwort von Richard Oehler). – Mit dem Namensregister zur Gesamtausgabe in Band 21, Bände 22 und 23 mit dem Sachregister. – Schöne Reihe der beeindruckenden Nietzsche-Werkausgabe.

24,5 : 17,5 cm. – Einbände etwas angestaubt, Kanten und Ecken etwas berieben.

WNB 7

307  Friedrich Nietzsche – Rudolf Steiner. Friedrich Nietzsche. Ein Kämpfer gegen seine Zeit.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Weimar, Emil Felber 1895. Ornamental verzierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Schönes unbeschnittenes Exemplar.

21 : 14 cm. IX, [3], 125, [3] Seiten. – Am Rücken etwas gebräunt, ein Falz mit Einriss.

308  Sigmund Freud. Zur Auffassung der Aphasien.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausruflimit/Reserve price: € 1500

Eine kritische Studie. Leipzig und Wien, Franz Deuticke 1891. Mit zehn Holzschnitten im Text. Halblederband der Zeit mit vergoldetem Rückentitel. In späterer Halblederkassette.

Erste Ausgabe von Freuds erster Monographie. Die in der Untersuchung zu Sprachstörungen erstmals formulierten »Zweifel an der Lokalisation psychischer Elemente« als Folge »einer Verwechslung des Psychischen mit dem Physischen« bilden später einen zentralen Aspekt von Freuds Psychoanalyse. – Nach seiner Rückkehr aus Paris und der Trennung von Jean-Martin Charcot hatte Freud, der sich 1886 in Wien als Arzt niedergelassen hatte, zunächst Rezensionen und Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht. 1891 bezog er gemeinsam mit seiner Ehefrau Martha die später legendär gewordene Wohnung in der Berggasse 19. – Selten.

23 : 15 cm. [4], 107, [1] Seiten. – Leder berieben, besonders an den Ecken. – Der Titel und das Widmungsblatt an Joseph Breuer sind doppelt vorhanden. Seite 16/17 mit ausführlichen Randanmerkungen. Vereinzelte Flecken. Bindung nach der ersten und vor der letzten Lage gelockert.

Meyer-Palmedo/Fichtner 1891 b

309  Buchwesen und Bibliographie – [Uffo Daniel Horn]. Oesterreichischer Parnass

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 160

bestiegen von einem heruntergekommenen Antiquar. Frey-Sing, Athanasius & Comp [das ist Hamburg, Hoffmann & Campe um 1838]. Mit 16 Stahlstichporträts. Marmorierter Pappband der Zeit.

Erste Ausgabe. – Unikates Exemplar mit eingebundenen Stahlstichporträts von 16 der beschriebenen Dichter. Die Porträtstiche stammen von verschiedenen Künstlern, stimmen aber in Format und Gestaltung überein, jeweils mit der gestochenen Unterschrift des Porträtierten. – »Eine der seltensten literarischen Schmähschriften, in der 92 Schriftsteller [des österreichischen Vormärz] Revue passieren« (Hayn/Gotendorf). – Ausgezeichnete satirische Schilderungen, u. a. über Grillparzer, Lenau, Nestroy und Feuchtersleben. – »Vorliegende Skizzen hat uns ein durchreisender Antiquar übergeben, ein kleines Jüdchen, das nach München ging, um sich taufen zu lassen« (Vorwort der Veleger). Der böhmische Schriftsteller Uffo Horn (1817–1860) lebte seit 1839 zeitweise in Hamburg. – Auch im Neudruck von 1913 waren diese Porträts nicht enthalten. – Mit Anmerkungen zur Editionslage auf dem letzten, leeren Blatt. – Sehr schönes Exemplar, aus Besitz des Berliner Antiquars Gerd Rosen erworben 1971 von Lothar Rossipaul.

19 : 11 cm. 45, [3] Seiten.

Holzmann/Bohatta III, 8348. – Hayn/Gotendorf V, 457. – Österr. Biographisches Lexikon II, 422 (datiert 1840)

310  [Hermann Kaiser]. Gegen den sogenannten Antiquar-Buchhandel.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 240

(Als Manuscript für Buchhändler gedruckt.) Berlin, E. H. Schröder 1856. Geheftete Originalbroschur in späterem Umschlag.

Seltene Originalausgabe. – Der Berliner Verleger Hermann Kaiser, Prokurist des Schröder-Verlages, rief zum Boykott solcher »Sortiments- und Antiquarbuchhandlungen« auf, die »zum Zwecke haben, dem Publikum alle, auch die neuesten, Erscheinungen der Literatur weit unter dem Ladenpreise zu verkaufen«. Seine Kritik richtet sich nicht gegen die Antiquare im klassischen Sinne: »Es braucht hier nicht erst erörtert werden, daß das eigentliche buchhändlerische Antiquargeschäft an sich ein höchst ehrenwerther, großes Capital und sehr umfassende Kenntnisse erfordernder Zweig des Buchhandels ist.« – Zu den Hintergründen dieser Bemühungen empfehlen wir den Artikel von Torsten Sander in »Aus dem Antiquariat« (Jahrgang 2010, Heft 3/4, Seiten 123ff. – Dazu: Deutscher Buchhändler-Almanach auf das Jahr 1862. Leipzig, B. Hermann [1861]. Leinenband der Zeit. Mit interessanten Beiträgen über Johann Philipp Palm, Buchdruck in China, die Göttinger Bibliothek und die Holzschneidekunst in China.

20 : 13 cm. 33, [1] Seiten. – Teils stock- und wasserfleckig.

311  Ernst Lemberger. Die Bildnis-Miniatur in Deutschland

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 420

von 1550 bis 1850. München, F. Bruckmann 1909. Mit 65 teils mehrfarbigen Lichtdrucktafeln und 100 Abbildungen im Text. Originalmaroquinband mit reicher Vergoldung und Moiréseidenvorsätzen und -spiegeln. In samtgefütterter Originalkassette.

Eins von 400 Exemplaren, weitere 20 römisch nummerierte kamen nicht in den Handel. – Das Werk gliedert sich nach den einzelnen deutschen Ländern und wird erschlossen durch mehrere Register. – Prachtvoll gedruckte, opulente Monographie. Besonders die farbigen Lichtdrucke beeindrucken durch ihre anmutig wirkende Feinheit. – Auf starkem, leicht getönten Kunstdruckpapier gedruckt, die farbigen Lichtdrucke auf geprägte Velinkartonblätter aufgewalzt. – Den Einband fertigte R. Oldenbourg, München.

36 : 27 cm. XXI, [3], 396, [4] Seiten, 100 Tafeln. – Oberkante des Vorderdeckels mit leichter Schabspur, sonst tadellos. – Die Kassette etwas berieben.

312  Einladung zum Eintritt in die Maximilian-Gesellschaft.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Berlin Pfingsten 1912. Originalpergamentbroschur mit vergoldeter Deckelvignette (signiert: E. A. Enders, Leipzig).

Gedruckt bei Poeschel & Trepte in Leipzig. – Auf Bütten. – Der Pergamentumschlag mit dem Maximilian-Signet nach Entwurf von Walter Tiemann beinhaltet zwei Teile: Die eigentliche Einladung zum Eintritt und die Satzung. – Bei den Unterzeichnern der Einladung finden sich G. A. E. Bogeng, Walter de Gruyter, Alfred Lichtwark, Jean Loubier, Ida Schoeller, Paul Schwenke u. a. – 1911 war auf der Gründungsversammlung ein amtierender Vorstand gewählt worden, 1912 wurde zur ersten Jahresversammlung eingeladen. – »Das inzwischen längst vergriffene und sehr selten gewordene Einladungsschreiben verdient hier noch besonders aufgeführt zu werden«, betont bereits das Verzeichnis »Deutsche Bibliophilie in drei Jahrzehnten« (Leipzig 1931). – Dazu zwei weitere frühe Publikationen, beide in Originalbroschur: August Böckh. Über Friedrichs des Großen classische Studien. Berlin 1926. Eins von 200 Exemplaren. Auf Bütten. Gestiftet von Richard Labisch, Walter Metzenberg und Max Lefson. – Fritz Homeyer. Die heutigen Aufgaben der deutschen bibliophilen Gesellschaften. Hamburg 1930. Eins von 350 Exemplaren. Auf Bütten. – Zwei Beigaben.

28 : 21 cm. [8] und [8] Seiten. – Einband etwas wellig und fleckig, innen gut erhalten.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, Seiten 118, 129 und 135

313  Bibliophile Novellen.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Herausgegeben von der Gesellschaft der Bibliophilen. – Mynona [Salomo Friedländer]. Biblianthropen. Weimar 1934. Zwei Halbpergamentbände, einer original, ein neuerer.

Erste Ausgabe dieser Sammlung, hier zusätzlich mit der ausgesonderten Novelle Mynonas. – Gesetzt aus der erstmals verwendeten Elisabeth-Antiqua der Bauerschen Gießerei, gedruckt in der Officina Serpentis von E. W. Tieffenbach auf Zerkall-Bütten mit dem Wasserzeichen »GdB«. Die figürlichen Initialen nach Zeichnungen von Else Marcks wurden von Oskar Bangemann in Holz geschnitten und in Rot eingedruckt. – Der Vorstand der Bibliophilengesellschaft hatte von eingesandten Arbeiten zunächst fünf Novellen zur Aufnahme in diesen Band ausgewählt. Noch während des Drucks entschied man sich aber, die Novelle von Mynona auszulassen, da der Verfasser nicht abgesprochene Änderungen vorgenommen habe, »die geeignet sind, das Ansehen sowohl der für die Beurteilung und Veröffentlichung der Novelle verantwortlichen Personen als auch die Gesellschaft in der Öffentlichkeit zu gefährden.« (Nachwort). An Stelle der entfallenen Seiten wurden zwei Novellen (Otto F. Babler, »Bibliofons«, und Peter Bolt, »Erlebnis«) eingefügt. Von den ausgesonderten Druckbogen (Seiten 65–102) blieben wohl etwa 25 Exemplare erhalten und wurden zum Teil aufgebunden.

24 : 17 cm. 190, [2]; Seiten [65]–102, [2] Seiten.

Backe/Köppen 181 und 182. – Raabe/Hannich-Bode 217.22

314  G[ustav] A[dolf] E[rich] Bogeng. Die großen Bibliophilen.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 140

I. [–] III. Band. Geschichte der Büchersammler und ihrer Sammlungen. Leipzig, E. A. Seemann 1922. Mit zahlreichen Abbildungen auf Tafeln. Drei Originalleinenbände mit goldgeprägten Deckelvignetten und Rückentiteln. Zusammen im Schuber.

Erste Ausgabe. – I: Die Geschichte. – II: Die Bilder. – III: Anmerkungen. – Bibliophilie und Bucheinband gehörten zu den vorrangigen Themen von Bogengs zahlreichen Veröffentlichungen, deren bekannteste die vorliegende von 1922 ist. Ca. 90 Jahre nach Erscheinen dieses monumentalen Hauptwerkes hat Johannes Saltzwedel, Hamburg, ein hervorragendes 75-seitiges Personenregister, das vor allem auch den Anmerkungsband erschließt, erarbeitet: http://www.venturus.de.

27 : 20 cm. – Rücken etwas verblasst.

315  Leopold Hirschberg. Erinnerungen eines Bibliophilen.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Eine Ergänzung zu dessen »Erinnerungen eines Bibliophilen«. Berlin, Goldschmidt-Gabrielli [1919]. Mit zwölf Bildtafeln. Originalhalblederband mit handgeschriebenem Rückentitel. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe der immer wieder lesenswerten Erinnerungen des Bibliophilen Leopold Hirschberg (1867–1929). – Eins von 200 Exemplaren der Luxusausgabe auf Bütten, in Halbleder gebunden und vom Verfasser signiert und dediziert. – Das Exemplar für Maximilian Runze, den Herausgeber der Werke des Stettiner Komponisten Carl Loewes. – Mit blattfüllendem eigenhändigem Widmungsgedicht Hirschbergs anlässlich des 70. Geburtstag des Empfängers auf dem Vorsatzblatt. – Mit den aufschlussreichen Subskribentenverzeichnissen der Luxus- und Normalausgabe. – Dazu: Erinnerungen eines Bibliophilen. – Katalog der Büchersammlung Leopold Hirschberg. Berlin 1920 und 1922. Originalpappbände. – Die »Erinnerungen« in zweiter Auflage, »in ihr sind kleinere Irrtümer der ersten gebessert«. – Beigabe: Fotokopieexemplar von: »Das Antiquarische Buchkabinett Berlin. Katalog 3. Deutsche Literatur, darin enthalten Teile der Sammlung Leopold Hirschberg. 1923«.

21 : 16 cm. [2], X, 207, [1] Seiten, 12 Tafeln.

316  Georg Kurt Schauer. Dienst am Buch.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 460

1922–1972. Frankfurt am Main 1973. Halblederband mit Buntpapierbezügen (signiert: R. Meuter, Ascona). Rückentitel, Kapitalfileten und Kopfschnitt vergoldet, Kapitalbändchen dreifarbig handumstochen. In gefüttertem Schuber mit Lederkanten und Holzfurnierbezug.

Das erste von elf vom Verfasser eigenhändig römisch nummerierten und signierten Exemplaren. – Der Druckvermerk spricht von einer kleinen, nicht für die Öffentlichkeit bestimmten, Auflage und 250 arabisch nummerierten und signierten Exemplaren. – Enthält Texte von Georg Kurt Schauer, Romano Guardini und Paul Valéry sowie ergänzende Notizen und Bibliographsches. – Im Ganzen ein bibliophiles Kleinod: durchn mustergültiger Typographie gesetzt aus der Dante-Antiqua von Giovanni Mardersteig, gedruckt von Heinrich und Johannes Weisbecker in deren Offizin in Frankfurt auf Bütten. Das vorliegende Exemplar zudem in elegantem Handeinband von Roland Meuter.

30 : 19 cm. 94, [2] Seiten.

317  Karl Goedeke. Grundrisz zur Geschichte der deutschen Dichtung

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 500

aus den Quellen. 2. und 3. Auflage. 15 Teile und Register in 22 Bänden. Dresden, später Berlin bzw. Düsseldorf 1884–1966. Handgebundene dunkelgraue Halblederbände mit Rückenvergoldung und Buntpapierbezügen.

Das bis heute unübertroffene und unentbehrliche Standardwerk zur deutschen Literaturgeschichte in den maßgeblichen Auflagen. – Zehn Bände im Neudruck von 1975, einer im Nachdruck von 1957. – Ohne Teil IV/5 und die Neue Folge. – Mit dem Indexband von Rambaldo. – Von Irmgard Meyenberg, Buchbinderei Holm, München, dekorativ gebunden und somit über die unbestrittene Bedeutung als Nachschlagewerk hinaus auch eine optisch ansprechende Bereicherung jeder germanistischen Sammlung. – Die Handbibliothek des Antiquars Gunnar A. Kaldewey wurde 1986 bei Hauswedell & Nolte, Hamburg, in der 262. Auktion versteigert (dies dort KatNr 132).

23 : 16 cm. – Die Rücken etwas aufgehellt und mit unbedeutend kleinen Flecken.

318  Jean George Théodore Graesse. Trésor de livres rares et précieux

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 450

ou Nouveau dictionnaire bibliographique. Tome premier [–] VIII. [Dresden 1859–1869] Mailand 1950. Handgebundene leuchtend rote Halblederbände mit zwei grünen Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung (Irmgard Meyenberg, Buchbinderei Holm, München).

Vollständige Ausgabe mit dem Nachtragsband. – Sehr gut erhalten und äußerst dekorativ gebunden.

30 : 21 cm. Zusammen etwa 4000 Seiten.

319  Bibliotheca Germanorum Erotica & Curiosa.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 950

Verzeichnis der gesamten deutschen erotischen Literatur mit Einschluß der Übersetzungen, nebst Beifügung der Originale. Herausgegeben von Hugo Hayn und Alfred N. Gotendorf. Band I [–] VIII. München, Georg Müller 1912–1914. Schwarze Originalmaroquinbände, Rückentitel, Fileten, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Exemplar der seltenen, im Druckvermerk nicht erwähnten Luxusausgabe auf Van Gelder-Bütten und im edlen Ganzlederband. – Das bis heute unübertroffene Standardwerk erschien als »dritte, ungemein vermehrte Auflage von Hugo Hayns ›Bibliotheca Germanorum erotica«. Die zeitgenössische Presse bescheinigte, das Werk habe sich »einen Ehrenplatz in jeder Bibliothek wie in den Büchereien der Sammler und Antiquare erorbert« (Börsenblatt 5. Okotber 1914). – 1929 erschien noch ein Nachtragsband, allerdings nicht mehr in der hier vorliegenden Luxusausstattung. – Unbeschnitten und perfekt erhalten.

25 : 17 cm. Zusammen mehr als 5.000 Seiten. – Kopfschnitt von Band VI mit leichter Feuchtigkeitsspur.

320  Hermann Kopp. Die Alchemie

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 100

in älterer und neuerer Zeit. Ein Beitrag zur Culturgeschichte. Erster [und] Zweiter Theil [in einem Band]. Heidelberg, Carl Winter 1886. Handgebundener roter Halblederband mit Rückenvergoldung, Rückenschild und Buntpapierbezügen (Irmgard Meyenberg, Buchbinderei Holm, München).

Teil 1 beinhaltet die Zeiten bis etwa 1770, in Teil 2 die nachfolgenden Jahrzehnte. – Mit ausführlichem Personenregister. – Dekorativ gebundenes Exemplar. – Erworben bei Hauswedell & Nolte, Auktion 262, KatNr 299.

22 : 15 cm. XVII, [1], 260; VI, 425, [1] Seiten. – Besonders Teil 2 papierbedingt gebräunt.

321  Zeitschrift für Bücherfreunde.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 1800

Monatshefte für Bibliophilie und verwandte Interessen. Herausgegeben von Feodor von Zobeltitz, Carl Schüddekopf und Georg Wittkowski. Jahrgänge I–XII und Neue Folge, Jahrgänge 1–23. In zusammen 52 Bänden. Bielefeld und Leipzig, Velhagen & Klasing, später Drugulin und Seemann 1897–1931. Mit zahlreichen Tafeln, Abbildungen, Faksimiles und Beilagen sowie einigen Originalgraphiken. Handgebundene dunkelrote Halblederbände mit Rückenvergoldung (Irmgard Meyenberg, Buchbinderei Holm, München).

Umfangreiche Folge der wichtigen Zeitschrift für Bibliophilie, Buchgraphik, Einbandkunde etc., die bis heute eine Fundgrube für zeitgenössische Kritiken, Aufsätze und versteckte Bibliographien ist. – Es erschienen im Laufe von vier Jahrzehnten drei Folgen: Jahrgänge 1–12, Neue Folge 1–23 (hier ohne 5/1. Hälfe) und (die hier nicht vorliegende) Dritte Folge 1–5. – Mit dem Gesamtregister 1897–1931 und 1932–1936 von Hans Ruppert bzw. Conrad Höfer, hier im Nachdruck (Hildesheim 1964, Originalleinenband). – Prachtvoll, dekorativ, inhaltsreich und mit schöner Provenienz.

29 : 20 cm. – In den Bänden NF 5 und 7 insgesamt 154 Seiten als Kopie.

Diesch 3508. – Kirchner 15581. – Hauswedell & Nolte, Auktion 262, KatNr 183

322  Katalog der Sammlung Kippenberg.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 340

[Bearbeitet von Alfred Bergmann und mit einem] Vorwort von Anton Kippenberg. Zweite Auflage. Erster, Zweiter [und] Register-Band. Leipzig, Insel 1928. Mit 73, teils farbigen, montierten und gefalteten Faksimiles und Tafeln. Rote Originalhalbmaroquinbände, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. – Widmungsexemplar.

Eins von 600 Exemplaren der maßgeblichen zweiten Auflage. – Auf dem Vorsatzblatt von Band 1 die eigenhändige Widmung von Anton Kippenberg für »Frau Elle Weisbach-Timmerding in Dankbarkeit! Leipzig, 28. November 1932«. – Elle Weisbach-Timmerding war wohl Mitarbeiterin im Goethe-Schiller-Archiv, im Literaturarchiv Marbach ist ein Brief von ihr an Anton Kippenberg registriert. – Die weltweit größte Goethe-Privatsammlung des langjährigen Leiters des Insel-Verlages wurde 1953 von den Erben gestiftet und bildete soden Grundstock des Goethe-Museums Düsseldorf. – Einband und Titelschrift entwarf Walter Tiemann. – Sehr schönes Exemplar.

29 : 21 cm. XVIII, 316, [2]; VIII, 329, [3]; 207, [5] Seiten, 73 Tafeln. – Kleiner Kratzer auf Rücken von Band 1.

Sarkowski 919 A

323  John Dieter Brinks. Vom Ornament zur Linie.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausruflimit/Reserve price: € 80

Der frühe Insel-Verlag 1899 bis 1924. Ein Beitrag zur Buchästhetik im frühen 20. Jahrhundert. Laubach und Berlin, Triton 2000. Mit zahlreichen, meist farbigen, Abbildungen und Tafeln. Originalleinenband und -mappe im Schuber.

Wichtige Monographie zu dem die deutsche Buchkunst der Moderne prägendsten Verlag. – Mit Beiträgen von Susanne Buchinger, Marcus Haucke, Kurt Ifkovits, Renate Müller-Krumbach, Theo Neteler, Lindsay Newman, Gerhard Schuster, Juergen Seuss, Barbara Stark, Roland Stark , Klaus Weber und dem Herausgeber. – Neben den zahlreichen, meist farbigen Abbildungen und Tafeln mit 20, in einer Mappe lose beigegebenen, Faksimiledrucken von Originalvorsatzpapieren und Prospekten des Insel-Verlages. – Tadellos.

30 : 24 cm. 391, [5] Seiten, 21 Tafeln.

324  John Dieter Brinks. Das Buch als Kunstwerk. Die Cranach Presse des Grafen Harry Kessler.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Laubach und Berlin, Triton 2003. Mit zahlreichen, meist farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit Schuber.

Eins von 800 Exemplaren der ersten Ausgabe. – Neben der Bibliographie von Renate Müller-Krumbach das Standardwerk zu einer der bedeutendsten deutschen Pressen des 20. Jahrhunderts. – Mit Beiträgen von Renate Müller-Krumbach, Anne Hyde Greet, Lindsay Newman, Thomas Föhl und Gunnar A. Kaldewey. – Mit einem Katalog der Presse sowie zahlreichen Abbildungen von Einband- und Druckvarianten. – Tadellos.

30 : 24 cm. 453, [3] Seiten.

325  John Dieter Brinks. Denkmal des Geistes. Die Buchkunst Henry van de Veldes.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausruflimit/Reserve price: € 80

Laubach und Berlin, Triton 2007. Mit zahlreichen, meist farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit Schuber.

Erste Ausgabe. – Das Standardwerk zum buchkünstlerischen Schaffen van de Veldes. – Mit Dokumentationsmaterial und einem illustrierten Katalog. – Tadellos.

30 : 24 cm. 460, [4] Seiten.

326  Gerhart Söhn. Handbuch der Original-Graphik

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 400

in deutschen Zeitschriften, Mappenwerken, Kunstbüchern und Katalogen (HDO) 1890–1933. Band I [–] VII [und] Registerband. Düsseldorf, Edition GS 1989–1998. Originalleinenbände mit Schutzumschlag.

Eins von 450 Exemplaren. – Komplette Reihe des in kleiner Auflage erschienenen, unverzichtbaren Standardwerkes mit Registerband und Korrekturzetteln.

28 : 21 cm. – Rücken leicht verblasst, ansonsten tadellos.

327  Albert Haemmerle. Buntpapier.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Zuschlag/Hammerprice: € 120

Herkommen, Geschichte, Techniken, Beziehungen zur Kunst. Unter Mitarbeit von Olga Hirsch. München, Callwey 1961. Mit 18 montierten farbigen Papiermustern und 155 Abbildungen sowie Ansichten und Porträts. Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe des Standardwerkes. – Wer wissen will, wie man Stein-Marmorpapier und Kamm-Marmorpapier unterscheidet, was Brokatpapier, Bronzefirnis und Kattunpapier bedeutet und wann welche Holzmodel verwendet wurden, kann auf den »Haemmerle« nicht verzichten. – Erschienen anlässlich des 150. Jubiläums der Aschaffenburger Buntpapierfabrik, deren Firmengeschichte im Anhang gewürdigt wird.

28 : 25 cm. 195, [1], 24 Seiten, 19 Tafeln.

328  Jürgen Holstein. Blickfang.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Bucheinbände und Schutzumschläge Berliner Verlage 1919–1933. 1000 Beispiele, illustriert und dokumentiert. Berlin, Jürgen Holstein 2005. Originalleinenband mit geprägten Titeln und illustriertem -schutzumschlag.

Erste Ausgabe. – In kleiner Auflage erschienen. – Hervorragend gestaltetes, umfangreiches Werk, das sich dem Thema der Umschlaggestaltung erstmals in dieser Ausführlichkeit widmet. Für Jürgen Holsteins »Blickfang« gilt, »was Hermann Kafka seinem Sohn Franz zurief, als dieser ihm seine erste Publikation mitbrachte. ›Leg’s auf den Nachttisch!‹ Denn man kann ein solches Buch nicht einfach lesen und dann beiseite legen. Es ist eine ständige Verlockung, auf der Landkarte der zwanziger Jahre herumzuwandern« (Christoph Stölzl im Vorwort).

28 : 26 cm. 517, [3] Seiten.

329  Faksimile – Early English Manuscripts in Facsimile.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 4600

Volume I – VII und IX–XXI. Kopenhagen, Rosenkilde and Bagger 1951–1983. Mit unzähligen Abbildungen (pro Band ca. 200 teils farbigen Lichtdrucktafeln). 19 Halblederbände mit blindgeprägten Rücken und Buntpapierbezügen, ein weißer Lederband, alle Originalbroschurumschläge eingebunden.

Umfangreiche Folge, aufwändig gebunden; nicht nur inhaltsreich sondern ebenso dekorativ. – Die faksimilierten Handschriften spiegeln die Kultur und Wissenschaften der damaligen Zeit und geben einen umfassenden Einblick in Lyrik und Prosa, Theologie, Medizin und Geschichte der englischen Frühzeit. Dies war nicht das erste Mal, dass Pläne in Dänemark für die Veröffentlichung der frühen englischen Manuskripte entwickelt wurden, bereits vor mehr als hundert Jahren stellte sich der dänische Gelehrte N. F. S. Grundtvig dieser Aufgabe. Er war der Auffassung, dass die Entwicklung der modernen zivilisierten Welt niemals ohne Kenntnis der Kultur und Wissenschaft der Angelsachsen erklärt werden könne. Die Idee für die vorliegende Reihe von Reproduktionen Englands wichtigster Manuskripte entstand während des Zweiten Weltkriegs, als viele Bibliotheken zerstört wurden. Inhalt: – I. The Thorkelin Transcripts of Beowulf. – II. The Leningrad Bede: An Eighth-Century Manuscript of the Venerable Bede’s Historia Ecclesiastica Gentis Anglorum in the Public Library, Leningrad. – III. The Tollemach Orosius: British Museum Additional Manuscript 47967. – IV. The Peterborough Chronicle: The Bodleian Manuscript Laud Misc. 636. – V. Bald’s Leechbook: British Museum Royal Manuscript 12D. XVII. – VI. The Pastoral Care: King Alfred’s Translation of St. Gregory’s Regula Pastoralis. MS Hatton 20 in the Bodleian Library at Oxford, MS Cotton Tiberius B. XI in the British Museum, MS Anhang 19 in the Landesbibliotek at Kassel. – VII. Textus Roffensis: Rochester Cathedral Library Manuscript A.3.5. Part I. – IX. The Moore Bede: An Eighth-Century Manuscript of the Venerable Bede’s Historia Ecclesiastica Gentis Anglorum in Cambridge University Library Kk.5.16. – X. The Bickling Homilies. – XI. Textus Roffensis: Rochester Cathedral Library Manuscript A.3.5. Part II. – XII. The Nowell Codex: British Museum Cotton Vitellius A. XV, Second MS. – XIII. Ælfric’s First Series of Catholic Homilies: British Museum Royal 7 C. XII. Fols. 4-218. – XIV. The Vespasian Psalter. – XV. The Rule of St. Benedict: Oxford Bodleian Library Hatton 48. – XVI. The Durham Ritual: A Southern English Collectar of the Tenth Century with Northumbrian Additions: Durham Cathedral Library MS A. V 19. – XVII. A Wulfstan Manuscript Containing Institutes, Laws and Homilies: British Museum Cotton Nero A. I. – XVIII. The Old English Illustrated Hexateuch: British Museum Cotton Claudius B. IV. – XIX. The Vercelli Book: A Late Tenth-Century Manuscript Containing Prose and Verse: Vercelli Biblioteca Capitolare CXVII. – XX. The Durham Gospels Together with Fragments of a Gospel Book in Uncial: Durham Cathedral Library Manuscript A. II 17. – XXI. An Eleventh-Century Anglo-Saxon Illustrated Miscellany: British Library Cotton Tiberius B. V, Part I, Together with Leaves from British Library Cotton Nero D. II. – Bis 2002 erschienen weitere acht Bände. – Bände X und XIV zusammen in einem, abweichend gestalteten Einband.

Verschiedene Formate. – Tadellos erhalten.

330  Faksimile – Das Lorscher Evangeliar.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Faksimile mit Begleitheft. Herausgegeben von Wolfgang Braunfels. München, Prestel 1967. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel. Zusammen mit Originalbroschur in -halbleinenschuber.

Unnummeriertes Exemplar der deutschen Ausgabe (Gesamtauflage 900). – Das Faksimile entstand nach den beiden Teilen der Handschrift aus der Bibliotheca Documentara Batthyaneum (Rumänien) und der Bibliotheca Apostolica Vaticana. – Der umfangreiche Codex entstand bereits im frühen 9. Jahrhundert. Später gelangte sie in den Besitz der Heidelberger »Palatina« und mit deren Beständen im Dreißigjährigen Krieg in die Vatikanische Bibliothek. Erst im 18. Jahrhundert wurden die bereits seit 1479 in zwei Bänden gebundenen Teile auch räumlich getrennt. – Die insgesamt etwa 480 Faksimileseiten wurden teils im Sechsfarbdruck mit Gold und teils einfarbig gedruckt.

38 : 27 cm. [2], 111, 128 (paginiert 126), [2] Blätter.

331  Faksimile – Vaticinia Pontificum.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Cod. Vat. Ross. 374. Milano, Jaca Book 1985/1987. Faksimile und Kommentarband. Originallederband mit reicher Vergoldung und Originalleinenband, zusammen in Orginalleinenkassette.

Faksimile der 30 Weissagungen über die Päpste mit 30 illuminierten Miniaturen. – Italienischsprachiger Kommentarband mit Texten von Robert E. Lerner, Robert Moynihan und Maria Grazia C. D. dal Pogetto. – Die Handschrift der Vatikanischen Bibliothek in Rom entstand im 15. Jahrhundert in Venedig und beruht auf den 15 Prophezeiungen des Gioacchino da Fiore (ca. 1130–1202), Theologe, Abt und Ordensgründer aus Kalabrien. Vermutlich Mitte des 14. Jahrhunderts wurden sie um weitere 15 ergänzt. – Der Faksimileband wurde bereits 1985 für die deutsche Ausgabe bei Belser gedruckt.

21 : 15 cm. 16, [2] Blätter.

332  Faksimile – Die Wenzelsbibel.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Zuschlag/Hammerprice: € 2700

Codices Vindobonenses 2759–2764 der Österreichischen Nationalbibliothek Wien. Graz, Akademische Druck- und Verlagsanstalt 1981–1998. Acht Vollfaksimilebände und ein Dokumentenband, diese neun in Originalhalbleder, und zwei Kommentarbände in Originalleinenbindung.

Codices selecti, LXX/1–9. – Eins von 780 Exemplaren, weitere 30 gelangten nicht in den Handel. – Vollständige Ausgabe der prachtvollen Edition. – Die in Prag entstandene Bibel des Königs Wenzel gilt als Höhepunkt der Buchmalerei des 14. Jahrhunderts und zugleich als wichtigste während seiner Regentschaft entstandene Handschrift. Der Text ist eine der ältesten deutschen Übersetzungen des Alten Testaments. – Die acht Bände mit den Faksimiles der etwa 650 farbig illustrierten und mit Vergoldung verzierten Seiten der Handschrift im Originalformat, im »Dokumentenband« die mehr als 600 unillustrierten Seiten in verkleinertem Format. – Die Faksimilebände waren 1991 abgeschlossen, die Herausgabe dauerte also in etwa so lange wie die Entstehung der originalen Handschrift (ca. 1390-1400). – Mit beiden Erläuterungs- bzw. Kommentarbänden und beiden Beiwerken (Julius von Schlosser. Die Bilderhandschriften Königs Wenzel I. Graz 1981. Nachdruck der Ausgabe von 1893 und Thomas/Schmidt. Die Bibel des Königs Wenzel. 1989). – Makelloses Exemplar der Halblederausgabe in den Originalschubern. – »Die immer nur erahnte Pracht der Handschrift kann durch diese Faksimile-Ausgabe umfassend dargelegt werden.« (Verlagswerbung).

55 : 38 cm (Faksimilebände) bzw. 32 : 22 cm (Kommentarbände).

333  Faksimile – Worms Mahzor.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Zuschlag/Hammerprice: € 3600

MS. Jewish National and University Library Heb. 4° 781/1 Vaduz, Cyelar Establishment 1985. Faksimile und Kommentarband. Originallederband mit Metallbeschlägen, Originalhalblederband und zwei lose Tafeln in Originalhalblederchemise. Zusammen in Originalleinenkassette.

Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 330). – Faksimile in Originalgröße auf 225 beidseitig bedruckten Tafeln. – Der Wormser Mahzor wurde im Jahre 1272 von Rabbinern am Rhein produziert und von den Kantoren von Worms für mehr als 650 Jahre als ihr »offizielles« Festivalgebetsbuch verwendet. Er gehört zu den ältesten bekannten Gebetsbüchern, die für den ashkenazischen Ritus geschrieben wurden – ein bedeutendes Zeugnis der jüdischen Buchmalerei im Mittelalter. Während die frühen Manuskripte dieser Art nur spärlich illustriert wurden, entwickelt der Mahzor von Worms ein ganz besonderes Dekorationsmuster. Ein Mahzor (hebräisch: Zyklus) enthält die Gebete für den liturgischen Gebrauch im Zyklus der besonderen jüdischen Feiertage. Die illuminierten Szenen spiegeln das Leben und die Riten der ashkenasischen Gemeinschaft dieser Zeit wider. – Tadellos.

42 : 32 cm. 225 Blätter,; 2 Tafeln.

334  Kinderbücher – Das Jagdspiel.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

Zur gesellschaftlichen und munteren Unterhaltung. Verschönerte Auflage. Wien, H. F. Müller [um 1820]. Kolorierter Kupferstichspielplan und Textheft in marmorierter Papphülle der Zeit.

Der Spielplan umfasst fünf Startfelder A–E, 78 Spielfelder und ein Ziel »Vivat«. – Das 16-seitige Textheft mit einer Einleitung und den Spielregeln. – Selten.

45 : 38 cm (Kupferstich), 18 : 12 cm (Textheft). – Der Spielplan in vier Teilen auf Leinen kaschiert, das Textheft minimal fleckig und mit vereinzelten Anmerkungen.

335  Der Kinder Neigung.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 300

In 12 Bildern. Stuttgart und Esslingen, Schreiber und Schill [1856]. Mit zwölf kolorierten Kupferstichen. Originalhalbleinenband mit farbig lithographiertem Deckelbild.

Sehr seltene erste Ausgabe. – In entzückenden Bildern und erläuternden Versen werden die später möglichen Folgen kindlichen Spiels aufgezeigt: Schulmeister und Schulbesuch, Soldatenspiel und Krieg, Fuhrmann und die Folgen der Einführung der Eisenbahn, Steckenpferd und Zirkusreiter.

20 : 15 cm. [4] Seiten, 12 Kupferstiche. – Einband etwas fleckig. – Durchgehend etwas stock- und fingerfleckig.

Düsterdieck/Hobrecker I, 4053. – Nicht bei Wegehaupt, Handbuch KJL, Brüggemann, Bilderwelt und Seebaß. – Via KVK einzig das Exemplar in der UB Braunschweig

336  Gerlach’s Jugendbücherei.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 3200

Band 1 [bis] 34. München 1901–1920. Mit meist farbigen Illustrationen. 32 illustrierte Originaleinbände.

Vollständige Reihe der legendären Reihe, davon 29 in Erstausgaben. – Martin Gerlach initiierte mit seiner »Jugendbücherei« einen »Bücherschatz zur Literaturbildung und Kunsterziehung der Jugend«. Von 1901 bis 1924 erschienen 34 kleine Bände, darunter bis heute gesuchte Präziosen der Kinder- und Jugendliteratur, illustriert von namhaften Künstlern des Wiener Jugendstils, darunter Berthold Löffler, Carl Czeschka u. a. – 1. Kinder- und Hausmärchen nach Sammlung der Brüder Grimm. Bilder von Ign[az] Taschner. – 2. Märchen-Sammlung von L. Bechstein. Bilder von Karl Fahringer. – 3. Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Bilder von A. Weisgerber. – 4. »Aus des Knaben Wunderhorn.« Bilder von Berthold Löffler. – 5. Kinder- und Hausmärchen nach Sammlung der Brüder Grimm. Bilder von Karl Fahringer. – 6. »Till Eulenspiegel.« Bilder von A. Weisgerber. – 8/9. Reineke Fuchs. Von W. v. Goethe. Für die Jugend bearbeitet. Bilder von Karl Fahringer. – 10. Ausgewählte Gedichte von Nikolaus Lenau. Bilder von Hugo Steiner-Prag. – 11. Die Nymphe des Brunnens. Nach J. K. A. Musäus. Bilder von Ignaz Taschner. – 12. Kinder- und Hausmärchen. Nach der Sammlung der Brüder Grimm. Bilder von Otto Tauschek. – 13. Ausgewählte Gedichte von August Kopisch. Bilder und Buchschmuck von Ferd. Andri. – 14. Erzählungen und Schwänke von J. P. Hebel. Bilder von C. O. Czeschka. – 15. Andersens Märchen. Bilder von Hugo Steiner-Prag. – 16. Die Blume im Lied. Bilder von Rudolf Sieck. – 17.Bergkristall. Von Adalbert Stifter. Bilder von Otto Bauriedl. – 18. Rübezahl, der Herr des Riesengebirges. Deutsche Volkssagen von Musäus. Bilderschmuck von Prof. Hans Schwaiger und Jos. J. Loukota. – 19. Fahrten und Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen. Deutsch von G. A. Bürger. – 20. Gockel, Hinkel und Gackeleia von Klemens Brentano. Bilder und Buchschmuck von Franz Wacik. – 21. Deutsche Gedichte mit Schattenbildern. Bilder und Buchschmuck von Ferdinand Staeger. – 22. Die Nibelungen. Dem Deutschen Volke wiedererzählt von Franz Keim. Bilder von C. O. Czeschka. – 23. E. T. A. Hoffmann. Nußknacker und Mausekönig. Bilderschmuck von Otto Bauriedl und Ernst Kutzer. – 24. Deutsche Wiegenlieder. Schrift und Bilder von R. Daenert. – 25. Andersens Märchen. Zweiter Teil. Bilder von Franz Wacik. – 26. Die Schildbürger von Gustav Schwab. Bilder von Ernst Liebenauer. – 27. Gedichte von Ludwig Uhland. Bilder von Ferdinand Staeger. – 28/29. Ausgewählte Märchen von Wilhelm Hauff. Bilder von Karl Fahringer. – 30. Brüder Grimm. Deutsche Sagen. Bilder von Ernst Liebenauer. – 31. Deutsche Schwänke. Bilder von Siegmund v. Suchodolski. – 32. Robinson Crusoe von Daniel Defoe. Nach dem englischen Original und älteren Übersetzungen bearbeitet von Professor Ludwig Tesar. Bilder von Ernst Liebenauer. – 33. Die Ostereier. Der Weihnachtsabend. Zwei Erzählungen von Christoph von Schmid. Texte gesichtet von Emil Hofmann. Bilder von Ferdinand Staeger. – 34. Andersens Märchen. Bilder von Norbertine Breßlern-Roth. – Bände 1, 3–13, 15–17, 19–34 in erster Auflage, davon Bände 4, 6, 7 und 13 in Titelauflage. Bände 2 und 18 in 3. bzw. 4. Auflage. – »Der Grundsatz: dem Kinde nur das Beste, war nicht nur für die Textwahl, sondern auch für die künstlerische Ausstattung maßgebend. Die tüchtigsten Künstler wurden für den illustrativen Teil gewonnen, der, in Farben ausgeführt, dazu bestimmt erscheint, das Kunstgefühl in der jungen Seele und die Freude an der farbigen Erscheinung der Dinge zu erwecken und im modernen Geist zu erziehen.« (Verlagsanzeige, zitiert nach: Schiefertafel IV/3, S. 141). – Alle Bände haben offenbar nur in kundiger Kinderhand oder im Bücherregal die Zeit überdauert – daher in meist sehr gutem Erhaltungszustand.

15 : 14 cm. – Einige Rücken minimal verblasst. – Exlibris (8/9, 23, 34), mit handschriftlichem Besitzvermerk (6, 17, 21, 25).

Heller, Gerlachs Jugendbücherei 1–34

337  Gerlachs Jugendbücherei.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Zuschlag/Hammerprice: € 460

Bände 1–22, 24 und 25. Wien und Leipzig, Martin Gerlach & Co. und Gerlach & Wiedling 1901–1923. Durchgehend und meist farbig illustriert. Originalleinen- und -halbleinenbände.

24 Bände der insgesamt 34 erschienenen, Detailangaben siehe unter der vorherigen Katalognummer. – Bände 1, 3, 5, 8/9, 10, 11, 13, 16, 17 und 19 in erster Auflage, die restlichen in Titelauflagen und Einbandvarianten, zwei in 2., einer in 4. Auflage. – Dazu die Bände 23 und 26 als moderne Nachdrucke.

Je ca. 15 : 14 cm. Unterschiedliche Gebrauchsspuren, Bibliotheksstempel und Besitzvermerke (Details auf Anfrage).

Seebaß II, 621. – Lex. KJL IV, 220. – Heller in Schiefertafel IV/3, S. 138ff

338  Das Dorf

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

in Bild und Wort von Marie Stiefel & Olaf Rau. Nürnberg, Theo. Stroefer [1906]. Mit zwölf blattgroßen Farblithographien von Marie Stiefel sowie zweifarbig lithographiertem Titel, farbig illustrierten Vorsätzen, zahlreichen großen Vignetten und Buchschmuck. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Texte von Olaf Rau, Steinzeichnungen von Marie Stiefel (1879–1962). – »In ihrem Bilderbuch ›Das Dorf‹ wechseln stimmungsvolle Landschaftsbilder mit informativen, sachbuchartigen Ansichten […] Die sorgfältige Ausstattung […] bis hin zu den eindrucksvollen Farbtafeln, machen das Buch zu einem besonders schönen Beispiel des Künstlerbilderbuchs« (Lex. Schweizer Bilderbuch, S. 75). – »Es handelt sich wohl um das schönste Beispiel Schweizer Heimatkunst im Bilderbuch, das merkwürdigerweise in einem deutschen Verlag […] erschienen ist« (Albert Schug). – Sehr schönes Exemplar.

25 : 35 cm. 36 Seiten. – Deckel minimal fleckig. – Ein Textblatt mit Knickfalte, ein Blatt mit restauriertem kleinen Randeinriss. Schenkungsvermerk von 1907 auf dem Vortitel.

Bilderwelt 502. – Stuck-Villa II, 325 (mit Abb.)

339  Lily Hildebrandt. Klein-Rainers Weltreise.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 2400

München, Georg W. Dietrich 1918. Mit 14 Farblithographien von Lily Hildebrandt und farbig lithographierten Vorsätzen. Gelber Originalpappband mit farbig lithographierter Deckelvignette.

Dietrichs Münchener Künstler-Bilderbücher, Band 33. – Erste Ausgabe. – Eines der bedeutendsten Beispiele für das experimentelle Bilderbuch. – »Die Bilder wirken wie aus Buntpapierstücken zusammengesetzt und erzielen ihre Wirkung durch geometrische, farbenfrohe, großflächige Formen.« (Hoffmann/Thiele, Künstler illustrieren Bilderbücher 199). – Die schablonenhaften, klar gegliederten Bilder erinnern an Arbeiten der russischen Moderne, an Lebedevs Gemälde und seine Rostafenster – sie holten diese Kunstform in die deutschen Familien und nicht zuletzt in die Kinderzimmer. – Lily Hildebrandt (1887–1974) wurde durch Vermittlung von Ida Kerkovius Schülerin von Adolf Hölzel, zunächst in Dachau, später in Stuttgart. Recht bald entstanden erste Hinterglasmalereien, später auch Glasfenster. Zu ihrem Freundeskreis in Stuttgart gehörten Oskar Schlemmer, Walter Gropius, Hannah Höch, Willi Baumeister und andere internationale Künstler. Als »entartet« diffamiert und durch Berufsverbot isoliert, endete ihr künstlerisches Schaffen noch während des Krieges. – Bei dem Protagonisten der Erzählung handelt es sich um den Sohn von Lily und ihrem Mann, dem Kunsthistoriker Hans Hildebrandt. – Sehr gut erhaltenes Exemplar.

26 : 32 cm. [32] Seiten. – Winziger, kaum störender Fleck auf dem Vorderdeckel.

Bilderwelt 604. – Stuck-Villa II, D 33

340  Arthur Rackham – Cinderella.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Retold by C. S. Evans and illustrated by Arthur Rackham. London, William Heinemann und Philadelphia, J. B. Lippincott 1919. Mit einer montierten Farbtafel und zahlreichen, teils farbigen Silhouettenbildern. Illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe dieser englischen Aschenputtel-Version mit wunderschönen scherenschnittartigen Illustrationen.

26 : 19 cm. 110, [2] Seiten. – Ränder berieben.

341  Edwin Redslob. Der Spielzeugschrank.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Bilder von Emmy Zweybrück. Leipzig und Berlin, Otto Beyer [1934]. 24 farbige Tafeln, teils mit Text und Illustrationen. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste und wohl einzige Ausgabe. – Holzschnittartige großformatige Illustrationen mit Darstellungen verschiedener Spielzeuge. – Emmy Zweybrück (1890–1956) studierte an der Kunstgewerbeschule Wien in der Fachklasse für Malerei bei Koloman Moser, »der ihr im Abgangszeugnis ›ausgeprägten Sinn für Farbe und Ornament‹ bescheinigte und ihre ›flächenschmückenden Arbeiten‹ lobte« (Archiv Hochschule für Angewandte Kunst, Wien). 1914 gründete sie die »Werkstätte Zweybrück«, in der Stoffe, Stickereien, Spielzeug, Keramik, Bucheinbände, Packpapiere und Modewaren hergestellt wurden. – Edwin Redslob war von 1920 bis 1933 »Reichskunstwart«, wurde aber nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in den Ruhestand versetzt.

24 : 24 cm. [24] Blätter.

Bilderwelt 693

342  Elwira Bauer. Trau keinem Fuchs auf grüner Heid und keinem Jud bei seinem Eid!

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 880

Ein Bilderbuch für Groß und Klein. Nürnberg, Stürmer 1936. Mit 21 farbigen Tafeln. Originalleinenband mit montierten Deckelbildern.

Erste Ausgabe des berüchtigten antisemitischen Kinderbuchs, sicher eines der übelsten Hetzwerke innerhalb der Kinderliteratur. – In Wort und Bild wird jedes nur denkbare Vorurteil gepflegt und schließlich als Gegenwelt die Zeitschrift »Der Stürmer« und deren Herausgeber Julius Streicher als »Lichtgestalt« gepriesen. Die letzten vier Bilder zeigen die Vertreibung aus Schule und Alltag, das Aufmarschieren der Hitlerjugend und eine Vertreibungsszene, welche die Märsche in die Vernichtungslager vorwegnimmt. – Angeregt wurde die Nürnberger Kunststudentin von ihrem Protegé Julius Streicher, der dieses »grauenhafte Dokument menschlicher Verirrung« (Bettina Hürlimann) schließlich auch selbst verlegte. Ausführliche Anmerkungen zur Entstehungsgeschichte gibt Klaus Doderer (in: Sub tua plantano. Festgabe für Alexander Beinlich. Emsdetten 1981, Seiten 239ff.). – Mit drei Beilagen: Originalausschnitte aus der Zeitschrift »Der Stürmer« mit Werbeanzeige, Artikel zur Entstehungsgeschichte des Buches und einem begeisterten Leserbrief.

19 : 24 cm. [44] Seiten. – An den Kapitalen etwas verschlissen, Kanten leicht berieben.

Bilderwelt 1933. – Brüggemann 50. – Stuck-Villa II, 135

343  Hans Leip. Das Zauberschiff. The Magic Ship.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Ein Bilderbuch nicht nur für Kinder. A Picture Book not only for Children. Hamburg, Hammerich & Lesser 1946/1947. Mit 13 blattgroßen Illustrationen. Farbig illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – »Seit zwanzig Jahren geplant, entstanden im Galtenberghaus zu Alpach bei Brixlegg in Tirol, Mai/Juni 1946« und noch im gleichen Jahr veröffentlicht. – »Das ursprünglich nur seinen vier Töchtern zugedachte Bilderbuch enthält zu dreizehn von ihm selbst entworfenen klarfarbigen expressionistischen Kompositionen kleine Texte als Erlebnisfolge eines Kindes, in deutscher und englischer Sprache.« (M. Dierks, zit. nach Lex. KJL). – »Für Halbey ›[…] ein Hauptwerk des deutschen Expressionismus‹, das bewußt dort anschließt, wo durch den Nationalsozialismus die freie Entwicklung der Kunst in Deutschland unterbrochen war.« (Hoffmann/Thiele, Künstler illustrieren Kinderbüchern 206). – Tadellos schönes Exemplar eines der interessantesten modernen Kinderbücher.

28 : 26 cm. [32] Seiten.

Lex. KJL II, 333. – Stuck-Villa II, 248. – Bilderwelt 785

344  Janosch [eigentlich Horst Eckert]. Die Geschichte von Valek dem Pferd.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 280

[München], Georg Lenz 1960. Mit acht ganzseitigen Illustrationen. Farbig illustrierter Pappband.

Erste Ausgabe der ersten Buchveröffentlichung. – Über die sicher nur kleine Auflage wusste auch der Künstler nur Widersprüchliches zu berichten; mal nannte er 100, mal 400 Exemplare. – Horst Eckert wurde 1931 in Hindenburg/Schlesien geboren, arbeitete als Hilfsarbeiter u. a. in einer Textilfabrik in Oldenburg und besuchte dort erstmals Zeichenkurse. Nach einem Aufenthalt in Paris begann er ein Studium an der Akademie der Künste in München, das er wegen mangelnder Begabung nach einigen Probesemestern wieder abbrach. 1956 begann seine schriftstellerische Tätigkeit im Feuilleton. – Später erinnert sich der Künstler, an seine erste Begegnung mit dem Verleger Georg Lentz: »Die Sekretärin dachte, er sei ein gewisser Janosch, also brachte sie ihn zum Chef, er sagte, er sei nicht Janosch, der Verleger, mir egal, du heißt jetzt Janosch, hier, trink Cognac, und die beiden tranken die halbe Flasche und er sagte, er solle ein Kinderbuch für ihn machen. Heraus kam sein erstes Buch, die Geschichte von Valek, dem Pferd. (vgl. Alexander Kohnen in Welt online vom 11.3.2011). – Diesem und auch den Folgebüchern (»Valek und Jarosch« und »Der Josa mit der Zaubverfidel«) war kein großer Erfolg beschieden. Erst mit Tiger und Bär stellte sich für ihn die gewünschte Anerkennung als Autor und Illustrator ein, für »Oh, wie schön ist Panama« erhielt er 1979 den Deutschen Jugendbuchpreis. – Wir konnten kein Exemplar dieses Janosch-Erstlings im Handel nachweisen. – Bemerkenswert gut erhalten.

21 : 25 cm. [20] Seiten. – Rücken erneuert, Ecken etwas bestoßen.

Lex. KJL II, 56ff

345  Janosch [eigentlich Horst Eckert]. Valek und Jarosch.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 360

[München], Georg Lentz 1960. Mit acht ganzseitigen Illustrationen. Farbig illustrierter Pappband.

Zweites Buch des Autors und ebenso rar wie die vorhergehende Katalognummer. – Sehr schönes Exemplar.

21 : 25 cm. [20] Seiten. – Rücken erneuert, Ecken schwach bestoßen.

Lex. KJL II, 56ff

346  Max Klinger – Amor und Psyche.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Ein Märchen des Apulejus. Aus dem Lateinischen von Reinhold Jachmann. Illustriert in 46 Original-Radirungen und ornamentiert von Max Klinger. (E.-F. Opus 5). München, Theo. Stroefer [1880]. Mit 15 Radierungen auf Tafeln und 31 im Text sowie Holzschnitt-Zierleisten. Blauer Originalkalikoband mit großer Vorderdeckelillustration in Gold-, Silber- und Schwarzprägung sowie Rücken- und Schnittvergoldung.

Erste Ausgabe des großartigen Illustrationswerkes, Johannes Brahms gewidmet. – »Die entzückenden Illustrationen zu Amor und Psyche sind das einzige radierte Werk Klingers, das die Schrift eines Dichters recht eigentlich illustriert« (Hans Wolfgang Singer). – Die 15 großen Radierungen wurden von R. Felsing, München, auf getöntes, festes Japan gedruckt und auf Leinenfälzen eingebunden, die 31 großen Textvignetten auf China gedruckt und auf die Textseiten aus weißem Japan aufgewalzt. – Jede Seite mit Holzschnitt-Bordüren umrahmt. – Einer der Höhepunkte in Klingers Schaffen, im frühen Jugendstil und in der deutschen Buchillustration.

36,0 : 26,5 cm. [8], LXVIII Seiten, 15 Radierungen. – Einband etwas fleckig, Kanten berieben, Ecken bestoßen. Vorderdeckel mit drei kleinen Fehlstellen im Bezug. – Titel, Widmungsblatt und einige Seiten leicht stockfleckig. – Es fehlen die Seiden-Zwischenblätter. – Singer nennt als Erscheinungsjahr der einzigen Ausgabe 1880, »bei Bedarf wurden neue Exemplare gedruckt.«.

Singer 64–109. – Langer, Jugendstil, Seite 65. – Schauer II, 3 (mit Abbildung)

347  Franz Stuck. 30 Photogravuren

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausruflimit/Reserve price: € 1000

nach Gemälden des Meisters. München, Hanfstaengl [1898]. 30 Tafeln. Originalmaroquinband mit vergoldeter Deckelsignatur. – Widmungsexemplar.

Mit eigenhändiger Widmung des Künstlers »Meinem lieben Freunde Lenbach«. – Franz von Stuck (1863–1928), »dem ein Aufstieg vom ›armen Müllerssohn‹ zum gefeierten ›Münchener Malerfürsten‹ vergönnt war, der 1906 geadelt wurde« (A. Langer), war 1892 Gründungsmitglied der Münchner Secession. Zu dieser Zeit war die deutsche Kunstszene maßgeblich von Franz von Lenbach beeinflusst. »Franz von Stuck folgte dem Vorbild des eine Generation älteren Lenbach unter moderneren Vorzeichen. Er schuf symbolistische, den Geist des Fin de Siècle einfangende Bilder oft mythologischen Inhalts, näherte sich der Secession an, und verkehrte mit Tänzern und Schauspielern, die er auch porträtierte.« (Lenbachhaus.de). – Mit einem Inhaltsverzeichnis der wiedergegebenen Gemälde. – Selten und kaum zu übertreffender Provenienz. – Mit Echtheitsbestätigung der Widmung von Frau Margot Brandlhuber, Museum Villa Stuck.

53 : 41 cm. [2] Blätter, 30 Tafeln. – Einband an den Rändern beschabt, unteres Kapital eingerissen. – Vorsätze und äußerste Ränder gebräunt. Es fehlen einige Seiden-Zwischenblätter.

348  Manét – Edgar Allan Poe. Les poèmes.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 450

Traduction en prose de Stéphane Mallarmé. Avec portrait et illustrations par Édouard Manet. Paris, Léon Vanier 1889. Mit acht Lithographien nach Manet, davon ein Porträt, und einer Holzstichillustration. Etwas späterer Halblederband, der illustrierte Originalpergaminumschlag beigebunden.

Erste Ausgabe dieser bedeutenden Übertragungen und erste illustrierte Ausgabe. – Bereits 1875 war das Gedicht »Le Corbeau« in der Übertragung von Mallarmé mit sechs Originallithographien erschienen. Fünf von ihnen wurden hier im Buch, eine auf dem Umschlag in verkleinerter Fassung reproduziert.

24 : 16 cm. XII, 167 Seiten. Mit Frontispiz, 1 Holzstichillustration und 7 Tafeln.

Monod 9178. – Skira 222

349  Edgar Allan Poe. Werke

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 110

in zehn Bänden. Herausgegeben von Hedda und Arthur Moeller-Bruck. Minden, J. C. C. Bruns [1904]. Mit einem Porträt und einem gefalteten Faksimile. Originalleinenbände.

Erste deutsche Werkausgabe, die Übersetzungen stammen von der Herausgeberin und Hedwig Lachmann. – In Band 1 zwei Aufsätze zu Leben und Werk, im Folgenden Dichtungen, Novellen, der Roman »Die Abenteuer des Gordon Pyms« sowie Humoresken.

19 : 13 cm. – Die Einbände leicht fleckig und minimal berieben, einige Rückenschilder mit kleinen Abplatzungen. – Ränder leicht gebräunt. – Exlibris und Besitzstempel.

350  Pierre Bonnard – Longus. Les pastorales ou Daphnis et Chloé.

Schätzpreis/Estimate: € 3500

Zuschlag/Hammerprice: € 3500

Traduction de J. Amyot. Revue, corrigée […] par Paul-Louis Courier. Lithographies originales de P. Bonnard. Paris, Ambroise Vollard 1902. Mit 151 Lithographien im Text. Hellroter Leinenband mit goldgeprägtem Rückentitel, der Originalumschlag eingebunden.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen – Eins von 200 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten mit dem Wasserzeichen »Daphnis et Chloé« (Gesamtauflage 250). – Neben »Parallèlement« von Paul Verlaine das zweite große Frühwerk des Künstlers, beide erschienen im Verlag seines Freundes und Kunsthändlers Ambroise Vollard. – Der gesamte Text wird auf allen rechten Buchseiten mit einer etwa zwei Drittel des Satzspiegels ausfüllenden Lithographie illustriert. Wie schon in seinen beiden früheren Illustrationsfolgen zeichnen sich Bonnards Lithographien durch eine besondere Weichheit aus, die beim damaligen Publikum allerdings nicht sonderlich ankam: »a public that preferred the sharply defined realism of the professional engraver« (Garvey). – Frühwerk der modernen französischen Buchillustration.

30 : 25 cm. [2], X, 294, [6] Seiten. – Rücken leicht verblasst, minimal bestoßen. – 14 Seiten sehr stark, 8 etwas stockfleckig. Sonst sauber und unbeschnitten.

Monod 7262. – Garvey 28. – Rauch 22