ChristianHesse

Lot 330 – 350 | Hesse-Auktionen
Lot 330 – 350

330  Harry Graf Kessler. Notizen über Mexico.

€ 200

Berlin, F. Fontane 1898. Mit drei Heliogravüren nach Fotografien, einem zweifarbig lithographierten Titel und Buchschmuck nach mexikanischen Mustern. Originalpappband mit Deckelsignet und Rückentitel in Goldprägung.

Erste Ausgabe von Kesslers erster literarischer Veröffentlichung, seinem äußerst erfolgreichen Reisebericht. – Das Titelblatt entwarf Georg Lemmen, der schon ein Jahr später für die Zeitschrift »Die Insel« arbeitete. Kessler zuliebe übernahm Kippenberg Restbestände dieser ersten und einer zweiten Auflage (Berlin, Egon Fleischel 1903) in den Insel Verlag und lieferte sie umgebunden mit dem Insel-Signet auf dem Vorderdeckel aus, noch bevor 1921 eine eigene Nachauflage gedruckt wurde. – Mit Hans Mardersteigs Erwerbungsnotiz »Leipzig Herbst 1918«. – Angesichts eines globalisierten Tourismus zitieren wir aus Kesslers 120 Jahre zurückliegender Einleitung: »Unsere Zeit ist möglicherweise die letzte gewesen, zu der man noch reisen konnte; schon wir kommen kaum noch aus unserer Zivilisation hinaus; das Bild bleibt sich von Weltteil zu Weltteil erstaunlich gleich.«.

21,8 : 14,5 cm. [10], 195, [1] Seiten, 3 Tafeln. – Rücken verblasst, sonst schönes Exemplar.

Brinks 2. – Sarkowski 903

331  Cranach Presse – Jean de Rotonchamp. Paul Gauguin 1848-1903.

€ 600

Paris, Edouard Druet 1906. Mit einem zweifarbigen Holzschnitt von Jacques Bertrand nach einer Maori-Maske Gauguins als Titelvignette und acht Heliogravüren nach Kunstwerken Gauguins. Späterer Halblederband mit vergoldetem Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Wohl eins der 50 nicht für den Handel bestimmten Exemplare (Gesamtauflage 300), laut Bleistiftnotiz Mardersteigs auf dem Vorblatt erhielt er das Buch 1919 als Geschenk von Harry Graf Kessler. – Auf Bütten. – Gesetzt aus der Caslon, die Emery Walker für Kessler geschnitten hatte, und gedruckt bei R. Wagner, Weimar. – Schon dieses erste größere Druckvorhaben Kesslers in Eigenregie zählte Rudolf Alexander Schröder zu den »Vorstufen der Drucke der Cranach-Presse« (Imprimatur 1931, Seite 107). Es war »von Stilelementen geprägt, die für die Cranach Presse gültig bleiben werden: Eric Gill schreibt ein anspruchsvolles Titelblatt, auf dem die Beteiligung Kesslers an prominenter Stelle genannt wird. […] Die Druckausführung ist ein Anfang und eine Festschreibung bestimmter Gestaltungsprinzipien: sie vollendet das, was in den kleinen Museumsdrucken bescheiden und behutsam probiert wurde.« (Renate Müller-Krumbach in: Das Buch als Kunstwerk, S. 40). – 1905 hatte Kessler im Weimarer Kunstmuseum eine Gauguin-Ausstellung organisiert, zu der er einen kleinen Katalog druckte. – Unbeschnitten, der Vorderdeckel der Originalbroschur ist eingebunden.

25 : 19 cm. [4], 227, [3] Seiten, 8 Tafeln. – Die Ränder der Heliogravüren teils stärker verfärbt, die erste lose.

Müller-Krumbach 16. – Brinks 21. – Mück 1.4.1. – 100 Jahre Cranach Presse 11. – Gill 302b

332  Astolat Press – Ralph Waldo Emerson. Friendship.

€ 400

London, Astolat Press 1903. Dunkelblauer flexibler Originalwildlederband mit Blindprägung und goldgeprägtem Titel.

Auf Bütten. – Einige Vignetten und zahlreiche Initialen wurden in Rot eingedruckt. – Die 1903 gegründete Presse wurde nach dem legendären Geburtsort von Elaine, »the fair maiden of Astolat« aus der Arthur-Sage Thomas Malorys, benannt. Ransom erwähnt sie eher beiläufig. – Selten.

18,0 : 11,7 cm. [6], 25, [1] Seiten.

Nicht bei Tomkinson

333  Ernst Ludwig-Presse – Das Buch Esther.

€ 500

Übersetzt von Dr. Martin Luther. Leipzig, Insel 1908. Mit illustriertem Doppeltitel und zehn ornamentierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Grüner Originalkalblederband mit hellen Wildseidenvorsätzen; Titel und Kopfschnitt vergoldet.

Erstes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 275 Exemplaren auf Van Gelder Zonen-Bütten mit dem EL-Wasserzeichen (Gesamtauflage 300). – Breitrandiger Handpressendruck unter Leitung von F. W. und C. H. Kleukens. – Die gesamte Ausstattung des Buches einschließlich des Einbandes übernahm Friedrich Wilhelm Kleukens: Der berühmte Doppeltitel und die zehn ornamentierten Initialen wurden in Schwarz und, wie auch die Kapitelüberschriften und das Pressensignet, in Gold gedruckt. – Im Doppeltitel ist die Schlüsselszene der alttestamentarischen Ahasver-Erzählung dargestellt.

25,2 : 16,3 cm. [10], XXIX, [5] Seiten. – Ränder etwas verfärbt, Rücken stärker.

Stürz 1. – Sarkowski 238. – Rodenberg 74. – Schauer II, 63

334  [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust.

€ 300

Eine Tragödie. Jena, Eugen Diederichs 1908/1909. Brauner Original-Lederband über Holzdeckeln mit reicher Blindprägung, goldgeprägtem Deckeltitel, zwei Messingschließen und Kopfgoldschnitt. Im Originalschuber.

Eins von 1000 Exemplaren. – Jubiläumsausgabe des Goetheschen Faust. – Gedruckt in der Offizin W. Drugulin, Leipzig auf Van Gelder-Bütten. – Satzanordnung und Ausstattung von F. H. Ehmcke. – »Zu den bedeutendsten Unternehmungen, denen F. H. Ehmcke im Verlag Eugen Diederichs die Gestalt gab, gehört die Jubiläumsausgabe des Faust von 1909. Die im Buchschmuck wie in der Satzanlage kühne Form, die Ehmcke dem mächtigen Band gab, war sehr umstritten« (Schauer I, S. 77).

26,7 : 19,7 cm. 405, [3] Seiten. – Ränder, Ecken und Deckel minimal berieben. Rücken etwas verblasst.

Schauer II, 21 (mit Abbildung)

335  Friedrich Nietzsche. Gedichte und Sprüche.

€ 200

Leipzig, Naumann 1908. Originalleinenband. – Widmungsexemplar der Schwester Nietzsches.

Titelblatt mit eigenhändiger Widmung der wegen ihrer editorischen Vorgehensweise heftig umstrittenen Schwester des Philosophen »Herrn stud. jur. H. Mardersteig zur Erinnerung | Elisabeth Förster-Nietzsche | Nietzsche-Archiv 1911«. – 17.–20. Tausend, einer der »Einzeldrucke im Miniatur-Format«, hier in der Einbandvariante »Amerikanisch Leinen«.

15,8 : 11,3 cm. XVII, [1], 218, [12 Anzeigen-]Seiten.

WNB 66

336  Einbände – Gelber Büttenpapier-Pappband mit schwarzgeprägten Ornamentfileten auf dem Vorderdeckel und Pergamentkapitalen

€ 300

(signiert: Grossh. KGW Institut Weimar). – Inhalt: Shakespeare Sonnette. Umdichtung von Stefan George. Berlin, Georg Bondi 1909.

Der Entwurf des in der Großherzoglichen Kunstgewerbeschule Weimar entstandenen Einbandes könnte von Henry van de Velde stammen, der das Institut seit der Gründung 1908 bis 1915 leitete. In van de Veldes Entwürfen dieser Jahre vollzog sich die bei Dieter Brinks beschriebene Wandlung »Vom Ornament zur Linie«. – Erste Ausgabe von Georges Übertragung der 154 Shakespeare-Sonette, von denen einige zuvor in den »Blättern für die Kunst« erschienen waren. – Gedruckt in der Stefan-George-Schrift bei Otto von Holten, Berlin. – Die Gestaltung des Titels stammt von Melchior Lechter und wurde auf den Originaleinbänden wiederholt. – Tadellos erhalten.

22,0 : 16,2 cm. [3]–160, [4] Seiten.

Landmann 295. – Raub A 80

337  Marcus Behmer. Tierchen.

€ 2000

Kleine Radierungen. Acht Radierungen, davon ein Titelblatt. 1908–1913. Signiert und nummeriert.

Exemplar 28/30 auf Bütten (Gesamtauflage 40). – Erschienen 1913 im Graphischen Kabinett J. B. Neumann, Berlin. – Auf dem Vorderdeckel der Mappe mit eigenhändiger und signierter Widmung »Für Hans Mardersteig 30. Mai 13«. – Beiliegend eine weitere kleine signierte Radierung »Der Bastard – für H. M. 30. V. 13 M. B.«. – Sieben Radierungen auf gefalzten Doppelblättern mit Passepartoutausschnitt. Zusammen mit radiertem Deckblatt lose in Originalhalbleinenmappe mit Deckeltitel. – Hübsche Miniaturen von Mücke, Heuschreckenlarve und Co. mit teils bissigen Untertiteln: »Familie der Aaswanzen«, »Der gemeine Kunsthistoriker (Männchen, stark vergr.) bohrt die Leichen großer Tiere an und zieht daraus seine Nahrung«, »Famile d. Schönwanzen«, »Der Edel-Kunsthistoriker (popul: Honigfloh)« u. a. m. – »Behmer begann seine künstlerische Tätigkeit mit den gezeichneten Tierchen im ›Simplicissimus‹. Diese Tierchen […] beweisen schon den recht eigenen Charakter der Behmerschen Grotesk-Kunst gegen den floralen und kristallbeseelten Jugendstil. Das groteske Tier ist ein wesentliches Element seiner Kunst.« (Marcus Haucke).

27,5 : 22,5 cm (Mappenformat). 9 Radierungen. – Rand leicht gebräunt. – Passepartout des Deckblatts gebräunt.

Haucke 94. – Œuvre-gravé B 53, 85, 91, 100, 107, 172, 191 und 193

338  Gustav Kiepenheuer – Das Silhouettenbuch der Adele Schopenhauer.

€ 150

Als Faksimile herausgegeben von Hans Timotheus Kroeber. Weimar, Gustav Kiepenheuer 1913. Originalkalblederband mit vergoldeten floralen Deckelbordüren und Goldschnitt (L. Sieke & Co., Leipzig). Im Originalumschlagpapier und -schuber mit Titelschild.

Der Weimarer Liebhaberdrucke erster Band. – Eins von 200 Exemplaren. – Druck der Scherenschnitte auf farbigen Papieren. – Nahezu tadelloses Exemplar.

12,5 : 19,3 cm. 43 Blätter, 6, [4] Seiten.

339  Kurt Wolff – Der Neue Pan.

€ 2500

Eine Monatsschrift für Alte & Werdende Kunst. Leipzig, Kurt Wolff Januar 1917. Mit 54 montierten Abbildungen auf Tafeln und Seiten, davon sieben farbig, fünf montierten Originalschutzumschlagfragmenten und zwei Textabbildungen. Ziegelfarbene Originalbroschur mit weiß lithographiertem Deckeltitel.

Auf dem Vorblatt zwei eingeklebte Notizblätter: »Als Manuskript in zehn Exemplaren gedruckt und nicht für den Handel bestimmt. Das vorliegende Exemplar trägt die Nummer [ ] und ist nach Einsichtnahme umgehend an Kurt Wolff Verlag, Leipzig zurückzusenden«. – »Der Textteil dieses Heftes, das lediglich als Atrappe gewertet werden darf, gibt in keiner Weise ein Bild von Art und Wesen der geplanten Kunstzeitschrift ›Der neue Pan‹. [… Vielmehr] will das vorliegende Heft den zur Mitarbeit Aufzufordernden in der typographischen Gestaltung, im Umfang, der Papierqualität usw. ein annäherndes äußeres Bild der zu begründenden Zeitschrift geben. […] Der Bild-Teil darf ebenfalls nur als andeutendes Beispiel für die illustrative Gestaltung des ›Neuen Pan‹ beurteilt werden.« – Auch die äußere Gestaltung (Format, Titeleinfassung, Versalschrift, &-Zeichen) des Umschlagtitels von Emil Preetorius entspricht schon fast dem Erscheinungsbild des späteren »Genius«. Statt der Vignette verwendete er hier das von ihm 1916 überarbeitete Verlagssignet (lt. Salzmann, 1914 von Walter Tiemann entworfen) und ein kreisförmiges Signet mit den Titelinitialen »DNP«. – Wie später beim »Genius« findet sich das Inhaltsverzeichnis der Texte und Bilder auf einer vorn eingehefteten schmalen Drittelseite.

Es waren »der junge Kunsthistoriker Carl Georg Heise und dessen Freund Hans Mardersteig, die Wolff für den […] Plan einer repräsentativen, sowohl historisch als auch die Gegenwart umfassenden Kunstzeitschrift gewannen. […] Während des Krieges faßten die beiden Freunde Zeitschriftenpläne, für die sie einen Verleger suchten« (Göbel). Carl Georg Heise schildert das schon vor Kriegsbeginn angedachte Konzept: »Es sollte eine Zeitschrift werden nach dem Muster des ›Pan‹, sehr vornehm ausgestattet. Nur das Beste war uns gut genug. Dann kam der Krieg und verlangsamte unsere Bemühungen. […] Kurz entschlossen fuhr ich nach Leipzig, um dem damals schon renommierten Verleger Kurt Wolff unsere Pläne zu entwickeln. Nach anfänglichem Zögern […] gelang es mir, ihn soweit zu interessieren, daß wir detaillierte Pläne vorlegen durften« (Heise). – Anfang 1917 trat Mardersteig in den Verlag ein, »übernahm die Initiative für die Herstellungsarbeiten, gewann Emil Preetorius für die Schaffung des schönen Signets und hat Druck- und Satzanordnung selbständig bestimmt, auch die damals noch relativ seltenen, guten Farbreproduktionen […]« (Heise). »Kurt Pinthus, der auch den Titel der an den Vorbildern ›Pan‹, ›Insel‹ und ›Hyperion‹ orientierten Zeitschrift fand, […] notierte Ende 1918 in sein Tagebuch »Der Titel ›Genius‹ wird geboren« (Göbel). – Der erste Halbjahresband des »Genius« erschien erst 1919, also deutlich nach Kriegsende. Bis 1921 erschienen sechs Halbjahresbände (siehe die folgende Katalognummer).

Außer dem hier vorliegenden unnummerierten Exemplar aus dem Besitz von Hans Mardersteig konnten wir via KVK nur noch ein weiteres in der Sächsischen Landes-, Staats- und Universitätsbibliothek nachweisen. In keinem der von uns konsultierten Texte von und über Wolff, Mardersteig und Heise werden das Projekt oder der Arbeitstitel erwähnt.

35,5 : 26,2 cm. 80 Seiten, 9 Tafeln. – Umschlag mit leichten Knickfalten.

Nicht bei Göbel, nicht bei Dietzel/Hügel. – Literatur: Karl H. Salzmann, Der Verleger Kurt Wolff, in: Imprimatur XI, 1953. – Carl Georg Heise, Der junge Hans Mardersteig, in: Imprimatur NF III, 1962. – Wolfram Göbel, Der Kurt Wolff Verlag, 1977

340  Kurt Wolff – Genius.

€ 1200

Zeitschrift für alte und werdende Kunst. Herausgegeben von Hans Mardersteig, Carl Georg Heise und Kurt Pinthus. Jahrgang I–III (alles). München, Kurt Wolff 1919–1921. Mit 16 Originalgraphiken und zahlreichen, teils farbigen, Abbildungen, montiert in den Text oder auf Tafeln. Originalbroschuren mit Rückenschild und jeweils in Originalschutzkartons mit Titelschildern.

»Eine der reichst ausgestatteten und repräsentativsten Zeitschriften des Expressionismus« (Dokumentations-Bibliothek VI, 764). – Hans Mardersteig zeichnete für den Gesamtinhalt verantwortlich, er gewann Emil Preetorius für den Entwurf des Signets und überwachte Satz, Druck und Farbreproduktionen. – Teils unaufgeschnittene Exemplare.

Originalgraphiken:
Jahrgang I: Karl Schmidt-Rottluff. Kopf. Holzschnitt. 1915. – Richard Seewald. Der Hirte. Holzschnitt, schablonenkoloriert. 1918. – Karl Caspar. Johannes auf Patmos. Lithographie. 1918. – Franz Marc. Tierlegende. Holzschnitt. 1912. – Heinrich Nauen. Mutter und Kind. Radierung. 1919. – Ignaz Epper. Mädchenkopf. Lithographie. 1919.
Jahrgang II: Erich Heckel. Mädchenkopf. Holzschnitt. 1913. – Georg Ehrlich. Tröstung. Lithographie. 1920. – Frans Masereel. Business-Man. Holzschnitt. 1920. – Max Kaus. Kopf. Holzschnitt. 1920. – André Rouveyre. Kopf. Holzschnitt. 1920.
Jahrgang III: Edwin Scharff. Die Brüder. Lithographie. 1920. – Alexander Archipenko. Figürliche Komposition. Lithographie. 1920. – Karl Hofer. Das Nest. Lithographie. 1920. – Karl Schmidt-Rottluff. Lesender Mann. Holzschnitt. 1921. – Alexander Kanoldt. Klausen. Lithographie. 1921.

35,3 : 26,8 cm. – Im Schnitt stellenweise minimal stockfleckig. Es fehlen 6 der montierten Abbildungen.

Söhn HDO 120. – Raabe, Zeitschriften 74. – Jentsch 72. – Göbel 419

341  Kurt Wolff. – Verlag der Weißen Bücher – Georg Biermann. Deutsches Barock und Rokoko.

€ 150

Herausgegeben im Anschluss an die Jahrhundert-Ausstellung Deutscher Kunst 1650–1800 Darmstadt 1914. Band I [und] II. Leipzig, Verlag der Weißen Bücher 1914. Mit insgesamt 32 Heliogravüren und unzähligen Abbildungen. Originalhalblederbände mit Rücken- und Deckelvergoldung.

Mit Textbeiträgen von G. Biermann, A. Feulner, A. Brinckmann und A. Kippenberg über die Malerei, Plastik, Miniatur und Silhouette in Barock und Rokoko.

33,4 : 26,8 cm. LXIX, [3], 385, [1]; XCVIII, [386]–745 Seiten; 32 Tafeln. – Einbände etwas fleckig. Rücken verblasst und berieben.

Göbel 832

342  Kurt Wolff – Ernst Blass. Die Gedichte von Trennung und Licht.

€ 150

Leipzig, Kurt Wolff 1915. Originalhalblederband, Titel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Der Frühexpressionist Ernst Blass (1890–1939) publizierte zwei Lyriksammlungen bei Kurt Wolff. – Hübsches Exemplar der selteneren Halbledervariante.

23,3 : 15,6 cm. 45, [3] Seiten.

Göbel 190. – Raabe/Hannich-Bode 31.2

343  Kurt Wolff – Charles de Orleans. Poesies.

€ 180

Edité par Georges Tournoux. Leipzig, Kurt Wolff 1914. Originalpergamentband mit handgemalter und goldgehöhter Deckelvignette und Kopfgoldschnitt. Im Schuber.

Eins von 300 Exemplaren. – Gedruckt im Auftrag des noch jungen Verlages bei Joh. Enschedé en Zonen à Haarlem. – Auf starkem, unbeschnittenem Bütten. – Gesetzt in Gotischen Typen. – Die in Frankreich besonders hoch geschätzte höfische Lyrik des Herzogs von Orleans (1394–1465) regte immer wieder Verleger und Buchkünstler an: Hier den jungen Kurt Wolff zu einer am Inkunabelzeitalter orientierten Ausgabe, 35 Jahre später edierte Tériade die Texte kalligraphiert und spielerisch illustriert von Henri Matisse.

28,6 : 19,4 cm. CCXXXIV, [2] Seiten.

Göbel 153

344  Kurt Wolff – Carl Einstein. Negerplastik.

€ 180

Mit 119 Abbildungen. Leipzig, Verlag der Weißen Bücher 1915. Mit Abbildungen nach Fotografien auf 111 Tafeln. Maroquinband mit Blindprägung, Vergoldung und Rückenschild.

Erste Ausgabe »dieser frühen Pionierschrift zur Kunst der Neger. Hervorragendes Abbildungsmaterial.« (Hans Bolliger). – Einsteins Essay fachte nicht unerheblich »die Faszination an der ›Kunst der Primitiven‹ an. Die Negerplastik zeigte ihm am deutlichsten das ›plastische Sehen‹, die ›Kunst rein plastischer Formen‹, die ›Kunst des Kubischen, der kubischen Raumanschauung, der Absolutheit der Form‹, entgegen der ›Plastik des Kontinentalen‹, die von ›malerischen Surrogaten stark durchkreuzt ist‹.« (Die Zeit, 10. Oktober 1980).

25,5 : 19,8 cm. [2], XXVII, [3], 111, [1] Seiten. – Rücken leicht aufgehellt und mit schwachen Schabspuren, Deckel mit kleinen Kratzern. Hinteres Gelenk oben angeplatzt.

Göbel 851. – Dokumentations-Bibliothek VI, 520

345  Kurt Wolff – Paul Gauguin. Avant et Après.

€ 200

Leipzig, Kurt Wolff 1918. Mit zahlreichen, teils montierten, Abbildungen Illustrierter Originalpappband (E. A. Enders). Im Originalschuber.

Eins von 100 Exemplaren. – Faksimile des letzten Tagebuchs von Paul Gaugin. Ein paar Monate vor seinem Tod beschloss Gauguin, seine Erinnerungen zu sammeln. Von allen seinen Schriften, die er während seiner Südsee-Aufenthalte verfasste, ist »Avant et Après« die einzige Autobiographie. Er kehrt zurück zu seiner Kindheit und den Begegnungen mit befreundeten Malern. Er beschwört seine Freundschaft mit Van Gogh und seinen berühmten und tragischen Besuch in Arles. Gauguin schickte sein 1903 illustriertes Manuskript zur Bearbeitung seinem Freund André Fontainas, der allerdings keinen Verleger fand und es später an Gaugins Witwe zurücksandte. Nur sechs Wochen nach Vollendung des Manuskripts war Gauguin am 8. Mai 1903 verstorben. – Kurt Wolff veröffentlichte das Faksimile getreu nach dem Original, das zwischenzeitlich in Besitz von Erik Ernst Schwabach, dem Verleger der »Weißen Bücher«, gelangt war.

30,3 : 22,4 cm. 212 Seiten.

Göbel 366

346  Kurt Wolff – Jean Paul. Des Feldpredigers Schmelzle Reise nach Flätz

€ 150

mit fortgehenden Noten. Mit acht Kupfern von Karl Thylmann. Karlsruhe, Dreililien Verlag 1912. Mit acht Radierungen. Brauner Originalkalblederband mit Vergoldung. Mit Schutzpapierumschlag und Schuber.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen, möglicherweise wurden Restbestände 1912 in den Rowohlt Verlag übernommen. 1917 erschien eine Ausgabe mit abweichender Kollation, aber ebenfalls mit Radierungen Thylmanns in Kurt Wolffs Reihe »Die graphischen Bücher«. – Der katechetische Professor Attila Schmelzle, ein »Angsthase«, berichtet mit Heldenpose von seiner Feigheit vor dem Feind in napoleonischer Zeit (vgl. Günter de Bruyn, Das Leben des Jean Paul Friedrich Richter, S. 309). – Sehr schönes Exemplar der entzückenden Ausgabe.

16,5 : 10,5 cm. XII, 119, [1] Seiten, 8 Radierungen.

Sennewald 12,3. – Berend/Krogoll 289. – Vgl. Göbel 78 und Sp. 1386

347  Kurt Wolff – Franz Kafka. Das Urteil.

€ 400

Eine Geschichte für Fräulein Felice B. – In: Arkadia. Ein Jahrbuch für Dichtkunst. Herausgegeben von Max Brod. Leipzig, Kurt Wolff 1913. Illustrierter Originalpappband.

Erstdruck der Erzählung. – Abgedruckt auf den Seiten 53–65 des Almanachs. – Franz Kafka schrieb die Geschichte im September 1912 in nur einer Nacht. »Mehrmals in dieser Nacht trug ich mein Gewicht auf dem Rücken. […] Nur so kann geschrieben werden, nur in einem solchen Zusammenhang, mit solcher vollständigen Öffnung des Leibes und der Seele […] Schon während des Entstehens ist die als Durchbruch zum eigentlichen Schreiben erlebte Geschichte […] für Brods Jahrbuch ›Arkadia‹ bestimmt« (zitiert nach Dietz).

25 : 16 cm.

Göbel 109. – Dietz 20. – Raabe, Zeitschriften 102

348  Kurt Wolff – Franz Kafka. Betrachtung.

€ 4500

Leipzig, Ernst Rowohlt 1913. Blaugrüner Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel.

Erste Ausgabe von Kafkas erster Erzählungssammlung. – Gedruckt in einer Auflage von 800 nummerierten Exemplaren, von denen allerdings 1915 noch mehr als die Hälfte unverkauft war. Diese Restauflage wurde durch ein neues Titelblatt mit dem Verlagsnamen Kurt Wolff zur zweiten Auflage umgearbeitet. – Die auf Kafkas Wunsch hin verwendete ungewöhnlich große Schrift bezeichnet der Dichter selbst Felice gegenüber als »ein wenig übertrieben schön«, in einem Brief an seinen Verleger als »wunderschön«. – Gewidmet »Für M[ax] B[rod]«, der bereits an diesem Frühwerk großen Anteil hatte. »Die Kafka wesentliche Reihenfolge der Stücke wird mit Hilfe Brods am Abend des 13. August 1912, der ersten Begegnung mit Felice Bauer, festgelegt und am 14. August das Manuskript durch Brod abgeschickt« (Dietz). – Innen sehr schön.

24,0 : 15,8 cm. [8], 99, [1] Seiten. – Rücken verfärbt und beschabt. Deckelränder gebräunt.

Dietz 17. – Raabe/Hannich-Bode 146.1. – Göbel 91

349  Kurt Wolff – Franz Kafka. Das Urteil.

€ 400

Eine Geschichte. Leipzig, Kurt Wolff 1916. Originalpappband. Titel und -vignette goldgeprägt.

Der jüngste Tag, Band 34. – Erste Ausgabe. – Kafka schätzte die erstmals 1913 in der Zeitschrift »Arkadia« erschienene Erzählung sehr und setzte sich bei seinem Verleger mit Nachdruck für eine Einzelveröffentlichung ein: »Sie ist auch die mir liebste Arbeit und es war daher immer mein Wunsch, daß sie, wenn möglich, einmal selbständig zur Geltung komme. Jetzt […] wäre dafür die beste Gelegenheit« (Kurt Wolff. Briefwechsel eines Verlegers. 1966/67. Seite 39f.). – Mit dem bei Dietz nicht erwähnten Anzeigenblatt »Von demselben Verfasser erschien ferner […] «.

21,2 : 13,2 cm. 28, [4] Seiten. – Rücken mit Fehlstelle. Oberrand leicht gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 146.4. – Dietz 31. – Smolen/Stammerjohann 34.1.B

350  Kurt Wolff – Franz Kafka. Die Verwandlung.

€ 250

Leipzig, Kurt Wolff [1918]. Schwarze Originalbroschur mit blauem Deckelschild.

Der Jüngste Tag, Band 22/23. – Zweite Auflage, »Copryright 1917«, in den Anzeigen wird »vorauseilend« bereits »Der Landarzt« genannt. Zum Druckdatum äußert sich Ludwig Dietz ausführlich. – Schönes, unaufgeschnittenes Exemplar.

21,7 : 13,0 cm. 74, [6] Seiten.

Dietz 47. – Göbel 212 Anmerkung. – Smolen/Stammerjohann 22/23.2A