ChristianHesse

Lot 351 – 400 | Hesse-Auktionen
Lot 351 – 400

351  Alliierte Propaganda – Sieben englische Flugblätter und Tarnschriften,

€ 300

London 1941–1944. Meist zweiseitig bedruckte Flugblätter, meist illustriert. Meist ca. 21 : 13 cm.

Anklage gegen Gestapo. Eine Predigt des Bischofs von Münster und sein Briefwechsel mit einem Reichsminister. [London, Special Operations for Propaganda at Electra House 1941]. Mit Fotoporträt. Code EH.528. Auszug aus der am 13. Juli 1941 vom Bischof Galen von Münster gehaltenen Predigt, in der er die Auflösung von jesuitischen Ordenshäusern durch die Geheime Staatspolizei anklagte. – Wofür wir als Soldaten Hitlers kämpfen und sterben. Merkblatt. [London, Political Warfare Executive 1942]. Flugblatt mit Adler und Hakenkreuz auf dem Titelblatt. 7,5 : 10,4 cm. Gut getarnte Propaganda, die sich beim genaueren Lesen als bissige Satire entpuppt. Richards, The Black Art, H.214 (mit Abbildung auf S. 288). – Was die Woche zeigt – und was sie verschweigt / Hitler kann den Krieg nicht mehr gewinnen … [London, Political Warfare Executive 1942]. G.21/1942. Mit Fotos eines Hitlerjungen und Soldatenleichen. – Warum? Für Führer und Vaterland / Hitler kann den Krieg nicht mehr gewinnen. [London, Political Warfare Executive 1942]. Fotomontage auf dem Titelblatt. Code G.10. Die grausige Fotomontage zeigt starr gefrorene Soldatenleichen, im Hintergrund Todesanzeigen. – Christen Deutschlands! [London, Political Warfare Executive, 1943]. Mit Porträt von Pastor Martin Niemöller. Code G.3. Selten, da nur kurzfristig im Februar 1943 über Deutschland abgeworfen. Auszug aus einer Predigt des Erzbischofs von Canterbury aus Anlass von Martin Niemöllers Geburtstag. – Ein Wort zum Thema Etappe von Reichsminister Goebbels. [London, Special Operations Executive 1944]. Das sehr gut getarnte Flugblatt, das zum großen Teil auf dem Originaltext basiert, prangert die Begünstigungen und den Geheimbefehl an, der Mitarbeiter von Goebbels Propagandaministerium vom direkten Kampfeinsatz befreite. Richards, The Black Art, H.961 (mit Abbildung auf S. 366). – Hamburg! Propaganda-Aufkleber. [London, Special Operation Executive 1944]. Propaganda-Aufkleber. 12,0 : 3,8 cm. Antifaschistischer Aufkleber der britischen Propaganda, der vortäuscht, von einer Hamburger Widerstandsgruppe zu stammen. Richards, The Black Art, H.1082 (mit Abbildung auf S. 248). – Dazu: Fritz von Unruh. Kameraden! Ihr kennt mich … [Paris 1940]. 9,7 : 18 cm. Erste Ausgabe. Seltener Aufruf des bereits 1932 emigrierten Dramatikers und überzeugten Pazifisten.

352  Alliierte Propaganda – Vier Broschüren und drei Flugblätter mit Propaganda des Widerstands.

€ 400

London 1935–1943. Originalbroschuren und Flugblätter. Meist ca. 21 : 13 cm.

Georgi Dimitrov. Thaelmann. London, British Anti-War Movement [um 1935]. Englische Original-Ausgabe von Dimitroffs Aufruf zur Rettung Thälmanns. Mit einem Vorwort von John Strachey. – P Temple. Second Front German for the Forces. Blackburn, The Language Chart Publishing [ca. 1940]. 12 Seiten. Originalbroschur. Kleiner Sprachführer für englische Soldaten. Mit englischer Übersetzung von »Common German Expressions«, wie zum Beispiel »Heil Hitler«, »Blitzkrieg«, »Völkischer Beobachter«, »Kraft durch Freude« u. a. m. Besitzvermerk und Anmerkungen auf dem dafür vorgesehenen inneren Hinterumschlag. – Two Letters from Germany. With an Introduction by Thomas Bell. Communist Party of Great Britain 1942. Kommunistisches Pamphlet mit Auszügen aus Briefen kommunistischer Untergrundkämpfer in Deutschland. – John Olday. The March to Death. London, Freedom Press 1943. Mit zahlreichen Illustrationen. Erste Ausgabe mit den Karikaturen des Anarchisten Olday gegen Kapitalismus, Faschismus und Krieg. Deutsches Exilarchiv 4416. – Dazu: R A F V Es kommt der Tag! / Von der Maas bis an die Memel … [London, Special Operations for Propaganda at Electra House 1941]. Mit Titelblattillustration. Code EH.508. Weist auf die Erfolge der britischen Luftwaffe hin. – Ich fühle mich so frisch. Es kommt der Frühling. [London, Political Warfare Executive 1942]. Mit Fotomontage auf der Titelseite. Code G.14 Die Fotomontage zeigt den amüsierten Hitler von erfrorenen Soldaten umgeben. – Hitler-Mathematik. Nur für H.J. und B.D.M.! [London, Political Warfare Executive 1942]. Code G.48. Auf einer Schiefertafel wird vorgerechnet, wie viele deutsche Familien einen Angehörigen an der Ostfront verloren haben. Rückseitig zwei fotografische Abbildungen von Leichenbergen in Afrika und an der Ostfront.

353  Amerikanische Propaganda – Sechs farbig illustrierte Postkarten.

€ 300

8,9 : 14,0 cm. Asheville [ca. 1942–1945].

Vier der sechs humoristischen Karten wurden von Max Halverson entworfen und thematisieren das »Women’s Army Corps« der amerikanischen Armee. – Dazu: A Bear Behind and a Terrible Future! New York, Graphic Post Card [ca. 1941–1945]. Postkarte mit Karikatur. Axis Series Nr. 73. Die Karikatur stammt von B. F. Long, der zahlreiche der Postkarten der Axis Serie entworfen hat. Menchine S. 79 (mit Abbildung). – [Hitler hängt am Galgen]. Ohne Ort und Jahr [ca. 1939–1945]. Postkarte mit Lithographie. Propaganda-Postkarte ohne jegliche Angaben, wahrscheinlich englischer Herkunft. – Es wär zum Lachen … wenn es nicht zum Weinen wär’ … / Wer kann Deutschland retten ? [Psychological Warfare Branch of the Allied Force Headquarters, 1945]. Flugblatt mit Titelblattkarikatur. 19,7 : 11,6 cm. Code T/70. Sehr selten, herausgegeben von der alliierten »Psychological Warfare Branch« in Italien, für die auch Klaus Mann als amerikanischer Soldat Propagandatexte und Flugblätter schrieb.

Menchine S. 88 (mit einer Abbildung)

354  George Grosz – Heinrich Hauser. The German talks back.

€ 250

Introduction and Footnotes by Hans J. Morgenthau. New York, Henry Holt 1945. Originalleinenband. – Mit ausführlicher Widmung von George Grosz..

Erste Ausgabe. – Mit eigenhändiger Widmung von George Grosz für das befreundete Künstlerehepaar »Rudolf und Annot [Jacobi] mit herzlichen Grüßen für die Tage auf Arnesholm von George & EVA«. – 1928 hatte das Paar in Berlin eine Malschule eröffnete, die 1933 zwangsweise wieder geschlossen wurde. Rudolf und Annot emigrierten in die USA wo sie zum Freundeskreis von Grosz gehörten.

19,2 : 13,0 cm. XXIII, [1], 215, [1] Seiten. – Rücken gebräunt, Gelenk mit kleinem Einriss.

Sternfeld/Tiedemann 199

355  Bertolt Brecht. Lindberghflug.

€ 700

Vorabdruck aus Brecht, Versuche 1–3 (bei G. Kiepenheuer demnächst erscheinend). Berlin, gedruckt bei Selmar Bayer [1929/30]. Zwei klammergeheftete Doppelblätter.

Erste Einzelausgabe der ersten Fassung. – In dieser Textform als Radiohörspiel abgedruckt in der Zeitschrift »Uhu« (Jahrgang V, Heft 7, April 1929). Die Fassung, die 1930 im Heft 1 der »Versuche« unter dem Titel »Der Flug der Lindberghs« erschien, war deutlich verändert. – Am Ende mit Anmerkungen. – Sehr selten.

23,2 : 16,5 cm. [8] Seiten.

Seidel 120. – Nicht bei Nubel. – Melzwig 140.1

356  Bertolt Brecht. Der Jasager.

€ 900

Schuloper. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1930. Originalbroschur.

Erstdruck der ersten Fassung. – Auf dem Umschlag bezeichnet als »Versuche 10 | Aus dem 4. Heft ›Versuche‹«. Dieses Heft erschien 1931 und enthielt, nun aber als »Versuche 11«, eine überarbeitete Fassung des Doppelstücks »Der Jasager und Der Neinsager« auf den Seiten 308–328. Die Paginierung des Erstdrucks lässt auf eine grundlegend andere Konzeption des Heftes 4 schließen. – Sehr selten.

24,0 : 16,0 cm. 8, [2] Seiten. – Umschlagränder minimal gebräunt.

Seidel 207. – Nicht bei Nubel. – Melzwig 138.1

357  Bertolt Brecht. Die Maßnahme.

€ 900

Lehrstück. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1930. Originalbroschur.

Erstdruck der ersten Fassung. – Auf dem Umschlag bezeichnet als »Versuche 9 | Aus dem 4. Heft der ›Versuche‹«. Dieses Heft erschien 1931 und enthielt, nun aber als »Versuch 12«, eine überarbeitete Fassung des Stücks auf den Seiten 329–358. Die Paginierung des Erstdrucks lässt auf eine grundlegend andere Konzeption des Heftes 4 schließen. – Das vorliegende Heft mit dem ursprünglichen Text wurde wohl zusammen mit einem Programmheft an die Besucher der Uraufführung am 10. Dezember 1930 ausgegeben. Nur wenige Exemplare dürften sich erhalten haben; das Brecht-Archiv konnte erst in den 1960er Jahren eines erwerben. – Eine der seltensten Brecht-Erstausgaben.

24,0 : 16,0 cm. Seiten 123–151, [3]. – Umschlagränder gebräunt und mit kleinen Fehlstellen. Senkrechte Knickfalte.

Seidel 261 (lag das Original nicht vor). – Nicht bei Nubel. – Melzwig 139.1

358  Bertolt Brecht. Gesammelte Werke.

€ 450

Band I [und] II. London, Malik 1938. Originalleinenbände.

Erste Werkausgabe, die angekündigten Bände 3 und 4 sind nie erschienen. – »Laut Mitteilung von Wieland Herzfelde war der dritte Band ausgedruckt und lag bei dem Buchbinder in Prag; vom vierten Band existierte lediglich der Drucksatz. Der Einmarsch von Hitlers Truppen verhinderte die Fertigstellung und Ausgabe dieser Bände« (Nubel).

21,3 : 14,3 cm. 334, [2]; 396, [4] Seiten. – Leinenbezug etwas wellig, Schnitt leicht stockfleckig. Vorsätze gering wellig und angestaubt.

Seidel 1. – Nubel A 189–190. – Raabe-Hannich 41.49. – Hermann 16. – Melzwig 154.1

359  Bertolt Brecht. A Penny for the Poor.

€ 450

Translated from the German by Desmond I. Vesey. Verses translated by Christopher Isherwood. New York, Hillman-Curl 1938. Roter Originalleinenband. – Widmungsexemplar.

Erste amerikanische Ausgabe von Brechts »Dreigroschenroman«, der epischen Fassung seiner »Dreigroschenoper«. – Die deutsche Originalausgabe erschien 1934 in Amsterdam, eine erste Ausgabe der vorliegenden Übersetzung 1937 in London. – Titelblatt mit eigenhändiger Widmung »Dr. Pergament herzlich Bertolt Brecht« von 1941. – Vorsatzblatt mit Besitzvermerk »J. Pergament«. – Die Identität des Widmungsempfängers konnten wir nicht ermitteln.

21,0 : 14,3 cm. 396, [4] Seiten. – Rücken verblasst, Vorderdeckel leicht fleckig.

Melzwig 150.27

360  Bertolt Brecht. Svendborger Gedichte.

€ 450

London, Malik 1939. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Herausgegeben unter dem Patronat der Diderot-Gesellschaft und der American Guild for German Cultural Freedom. – Auf der Rückseite des Titelblatts als Vorabdruck aus »Gesammelte Werke Band IV« bezeichnet, der aber ebenso wie der angekündigte Band III nicht mehr erschienen ist. – Gedruckt bei Universal Trykkeriet, Kopenhagen. – 1933 bis 1948 lebte Brecht im Exil in Schweden. Die »Svendborger Gedichte« sind das letzte Buch, das im Londoner Exil des Malik-Verlages erschien. – Mit dem vorderen Teil der Bauchbinde mit dem Brecht-Text »Geflüchtet unter das dänische Strohdach, Freunde | Verfolg ich euren Kampf. Hier schick ich euch | Wie hin und wieder schon, ein paar Wort […] Svendborg 1939«. – Innen tadellos, insgesamt sehr schönes unbeschnittenes Exemplar.

22,0 : 15,8 cm. 87, [1] Seiten. – Umschlagrücken mit kleinem Einriss, Vorderumschlag mit winzigen Flecken. – Kleiner Stempel auf dem Titelblatt.

Nubel A 112. – Melzig 155.1. – Raabe/Hannich-Bode 41.16. – Sternfeld/Tiedemann 74. – Hermann 21. – Malik 305

361  Bertolt Brecht – Vera Tenschert. Helene Weigel als Mutter Pelagea Wlassowa.

€ 800

Plakat von Karl-Heinz Drescher unter Verwendung einer Fotografie von Vera Tenschert. Berlin 1968. Offsetkupfertiefdruck in Braun und Rot. 80,7 : 57,7 cm.

Eins von 1000 Exemplaren. – »Brecht. Die Mutter nach Motiven aus Gorkis Roman. Musik Hanns Eisler. Berliner Ensemble«. – Eins der wohl berühmtesten Theaterplakate der Nachkriegszeit. – Brechts Dramatisierung von Gorkis Roman wurde 1932 im »Theater am Schiffbauerdamm« uraufgeführt und recht bald abgesetzt. 1954 zog das von Brecht und Helene Weigel gegründete Berliner Ensemble in das Theater zurück, in dem nun die legendären Inszenierungen der Brecht-Stücke folgten. – Karl-Heinz Drescher (1936–2011) war seit 1962 Theatergraphiker des BE, Vera Tenschert (geboren 1936) wurde von Helene Weigel 1954 als Theaterfotografin engagiert. Wolf Biermann, der damals im Arbeiterchor mitsingen durfte, erinnert sich in seiner Autobiographie an die dargestellte Szene: »Am Ende des Stückes eine bombastische Apotheose der Weltrevolution, quer über die Bühne. In der Mitte Helene Weigel in der Rolle der Pelagea Wlassowa, mit der theaterblutgetränkten Fahne« (Warte nicht auf bessre Zeiten. Berlin 2016).

Links unten winziger Eckverlust, unten rechts kleiner Eckknick. – Auf Leinen kaschiert. – Ansprechend und stilvoll gerahmt.

Drescher-Werkverzeichnis (drescher-plakate.de) 20

362  Klaus Mann. Mephisto.

€ 300

Roman einer Karriere. Amsterdam, Querido 1936. Originalbroschur mit -umschlag.

Erste Ausgabe. – »Aus der Geschichte einer Karriere wird die Zeitsatire großen Stils« (Klappentext). – Im März 1933 ging auch Klaus Mann ins Exil. Sein Freund, der Verleger Fritz Helmut Landshoff, bot ihm einen monatlichen Vorschuss auf einen nächsten Roman an. Von Hermann Kesten stammt der Vorschlag, die Geschichte eines Karrieristen im dritten Reich zu verarbeiten. Als Vorlage diente Gustaf Gründgens, von dem sich Manns Schwester Erika 1929 nach kurzer Ehe hatte scheiden lassen. Seinem früheren Schwager gelang, protegiert von Hermann Göring, ein kometenhafter Aufstieg als Schauspieler, Regisseur und Intendant im Dritten Reich. Klaus Mann: »Alle Personen dieses Buches stellen Typen dar, nicht Porträts«. – Nach dem Krieg erschien der Roman 1956 im Ostberliner Aufbau Verlag, eine erste westdeutsche Ausgabe (München 1965) wurde auf Betreiben der Erben Gründgens verboten.

20,0 : 12,0 cm. 399, [1] Seiten. – Rücken leicht gebräunt. Ränder mit winzigen Knittern, Vorderdeckel am Gelenk eingerissen. Vorn mit kleinem Rest von Klebestreifen.

Grunewald 387. – Sternfeld/Tiedemann 331

363  Erika Mann. School for Barbarians.

€ 150

With an Introduction by Thomas Mann. New York, Modern Age Books 1938. Farbig illustrierte Originalbroschur.

Erste englische Ausgabe, auch von dem Vorwort Thomas Manns. – Im gleichen Jahr wie die deutsche Fassung erschienen (Amsterdam, Querido). – Mit der eindrucksvollen farbigen Umschlagillustration (Bücherverbrennung unterm Hakenkreuz) von Politzer.

19,0 : 14,0 cm. 159, [1] Seiten. – Ränder minimal berieben. – Seiten papierbedingt gebräunt.

Sternfeld/Tiedemann 328. – Potempa G 672.2

364  Klaus Mann – Decision.

€ 200

A review of free culture. Editor: Klaus Mann. Volume I, No. 1 [–] 6. New York Januar – Juni 1941. Mit einigen Illustrationen. Farbige Originalbroschuren.

Vollständiger erster Band der von Klaus Mann herausgegebenen Zeitschrift, die auch für die deutschen Exilanten wichtig war. – Der zweite Band startete im Juli 1941, 1942 wurde die Zeitschrift wieder eingestellt. – Mit Beiträgen von Jean Cocteau, Bruno Frank, Klaus Mann, Thomas Mann, Franz Werfel u. v. a.

22,7 : 15,2 cm. Je 60-90 Seiten. – Alle Rücken mit winzigen, zwei mit kleinen Läsuren.

Grunewald 640–647 und 649–653

365  Klaus Mann. The Turning Point.

€ 250

Thirty-five Years in this Century. New York, L. B. Fischer 1942. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Erst 1952 und somit posthum erschien Klaus Manns Autobiographie in seiner Muttersprache (»Der Wendepunkt«).

23,0 : 15,0 cm. XVIII, 366 Seiten. – Schutzumschlag leicht fleckig.

Grunewald 681. – Sternfeld/Tiedemann 330

366  Klaus Mann – Heart of Europe.

€ 120

An Anthology of Creative Writing in Europe 1920 – 1940. Edited by Klaus Mann and Hermann Kesten. With an Introduction by Dorothy Canfiled Fisher. New York, L. B. Fischer 1943. Blauer Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag (Georg Salter).

Erste Ausgabe der wichtigen (und trotz des nachfolgenden Hinweises gewichtigen) Anthologie mit Texten von mehr 150 Autoren des progressiven Europas. – Vom Herausgeber Klaus Mann stammt auch das Vorwort. – »This is an wartime book. Size, weight of paper and margins have been reduced to conserve material necessary for the war effort«. – Die Gestaltung von Einband und Schutzumschlag stammt von Georg Salter, der seit 1934 an seine Berliner Erfolgsjahre anknüpfen konnte.

22,0 : 15,8 cm. XXXVI, 970, [2] Seiten. – Umschlag mit einigen Läsuren.

Grunewald 700

367  Erika und Klaus Mann. Escape to Life.

€ 250

Illustrated. Boston, Houghton Mifflin 1939. Mit acht Bildtafeln. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Erste Ausgabe. – »Practically Everybody who in World Opinion had stood for what was currently called German Culture prior to 1933 is now a refugee«.

22,0 : 15,0 cm. VII, [3], 384 Seiten, 8 Tafeln. – Ränder des Schutzumschlags schwach geknittert.

Sternfeld/Tiedemann 328. – Grunewald 539

368  Erika und Klaus Mann. The other Germany.

€ 300

Translated by Heinz Norden. New York, Modern Age Books 1940. Originalleinenband mit illustriertem -schutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Zusammenfassung der Vorträge, die Klaus Mann seit 1937 in den USA gehalten hatte. – Dazu: Zero Hour. A Summons to the Free by Stephen Vincent Benet, Erika Mann, McGeorge Bundy, William L. White, Garret Underhill, Walter Millis. NewYork und Toronto, Farrar & Rinehart 1940. Originalleinenband mit -schutzumschlag. »Erika Mann brings to the american scene the judgements forged during the days when she watched german democracy go into a decline and die.«.

21,0 : 14,5 cm. XV, [3], 318 Seiten. – Ränder des Schutzumschlags mit kleineren Randausrissen.

Sternfeld/Tiedemann 328. – Grunewald 620

369  Erika Mann. The Lights go down.

€ 300

Translated by Maurice Samuel. Illustrated by John O’Hara Cosgrave, II. New York [und] Toronto, Farrar & Rinehart 1940. Mit elf ganzseitigen Illustrationen. Originalleinenband mit illustriertem -schutzumschlag.

Erste amerikanische Ausgabe, im Jahr der Londoner Erstausgabe erschienen. – Dazu: Erika Mann. Zehn Millionen Kinder. Amsterdam, Querido 1938. Originalbroschur mit -umschlag.

21,3 : 15,0 cm. [6], 282 Seiten. – Untere Ecken und Kapital leicht gestaucht. Ränder des Schutzumschlags mit wenigen winzigen Einrissen.

Vgl. Sternfeld/Tiedemann 328

370  Karl August Wittfogel. Der Mann, der eine Idee hatte.

€ 200

Erotisches Schauspiel in vier Akten. – Wer ist der Dümmste? Eine Frage an das Schicksal in einem Vorspiel und vier Akten. Berlin, Malik 1922 und 1923. Typographisch illustrierte Originalbroschuren.

Erste Ausgaben. – Sammlung revolutionärer Bühnenwerke, Bände VII und VIII. – Selten.

23,8 bzw. 23,0 : 16,0 cm. 48 bzw. 80 Seiten. – I: Umschlag leicht fleckig mit winzigen Fehlstellen. – Ränder stark gebräunt, Buchblock etwas gelöst. – II: Schönes Exemplar.

Hermann 440 und 443. – Herzfelde 72 und 87

371  Karl August Wittfogel. Die Wissenschaft der bürgerlichen Gesellschaft.

€ 200

Eine marxistische Untersuchung. – Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft. Von ihren Anfängen bis zur Schwelle der grossen Revolution. Berlin [und] Wien, Malik 1922 und 1924. Originalbroschur bzw. Originalhalbleinenband.

Erste Ausgaben. – Kleine Revolutionäre Bibliothek, Band 8, bzw. Wissenschaft und Gesellschaft, Band 2. – 1924 hatte Wieland Herzfelde in Wien eine Zweigstelle seines Malik-Verlages eröffnet. – Wittfogel widmete den zweiten Titel seiner Ehefrau Rose, die mit ihm zu den wichtigsten Initiatoren des Frankfurter Instituts für Sozialforschung zählte. – Die Typographie beider Einbände gestaltete John Heartfield.

22,5 : 15,0 cm. 95, [1] Seiten. Umschlag mit kleinen Fehlstellen, insgesamt leicht fleckig. – 23,3 : 16,0 cm. 319, [1] Seiten.

Hermann 444 und 439. – Herzfelde 122 und 74

372  Karl August Wittfogel. Das erwachende China.

€ 200

Ein Abriß der Geschichte und der gegenwärtigen Probleme Chinas. Wien, Agis 1926. Originalleinenband mit Deckelillustration.

Erste Ausgabe. – Seine Studien zur chinesischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte zählen zu den wichtigsten Arbeiten des Verfassers. Als Mitarbeiter des Frankfurter Instituts für Sozialforschung nahm er 1931 an Konferenzen in der Sowjetunion teil und musste erleben, dass seine Thesen dort plötzlich auf heftige Ablehnung stießen. – Dazu: Der Wolkenkratzer. Amerikanischer Sketch. Berlin, Malik 1924. Originalheftung ohne Umschlag. Sehr seltene erste Ausgabe. Letzte Seite leicht fleckig. – Beigabe: Die Weltbühne. Jahrgang XXIII, Nummer 39 (27. September 1927). Enthält u. a. Wittfogels Beitrag »Wohin treibt China?«.

21,0 : 14,0 cm. 174, [2] Seiten. – Rücken etwas verblasst. Deckelränder minimal stockfleckig.

Beigabe: Hermann 445, Herzfelde 123

373  [Karl August Wittfogel] Klaus Hinrichs. Staatliches Konzentrationslager VII.

€ 250

Eine »Erziehungsanstalt« im Dritten Reich. London, Malik 1936. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Karl August Wittfogel, Sinologe und Soziologe sowie frühes KPD-Mitglied wurde sofort nach der Machtergreifung durch die Nazis verhaftet und in eines der berüchtigten Emslandlager verschleppt. Sein unter Pseudonym veröffentlichter umfangreicher Bericht ist eines der frühen Zeugnisse über das KZ-System. – Die Buchgestaltung mit dem Reichsadler auf dem Vorderdeckel stammt von den Brüdern John Heartfield und Wieland Herzfelde. – Selten, zumal so gut erhalten.

19,0 : 12,9 cm. 435, [5] Seiten. – Stempel »Schweiz. Arbeiterbildungszentrale Bern« auf dem Titelblatt.

Hermann 194. – Herzfelde 283. – Nicht bei Sternfeld/Tiedemann

374  Stefan Zweig. Georg Friedrich Händels Auferstehung.

€ 900

Eine historische Miniatur. Wien, Leipzig und Zürich, Herbert Reichner 1937. Mit elf Illustrationen und einer Titelvignette nach Tuschfederzeichnungen [von Fritz Kredel]. Grüner Originalsaffianlederband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe im Ledereinband (unnummeriert, Gesamtauflage 350). – Auf Bütten. – Das Vorhaben, die 25 Exemplare von Stefan Zweig signieren zu lassen, scheiterte an den Zeitumständen: Nachdem seine Bücher 1933 auf den Scheiterhaufen der Nationalsozialisten brannten, lebte Stefan Zweig in London. Im Mai 1937 verkaufte er sein Haus in Salzburg und kehrte nicht mehr in seine Heimat zurück. – Die Illustrationen entstanden laut Druckvermerk in der »Meisterschule Viktor Hammer in Grundlsee«. Sie stammen von Fritz Kredel, dem 1936 durch die Reichskammer der bildenden Künste Berufsverbot erteilt worden war. Er übersiedelte daraufhin über die Steiermark nach Wien. Der Typograph Viktor Hammer hatte 1936 seine »Schule für freie und strenge Künste« am steirischen Grundlsee eröffnet, die nun Kredel und dem Verleger Herbert Reichner als Pseudonym diente. – Mit einer Empfehlungskarte des Verlages. – Sehr selten.

20,3 : 12,0 cm. 58, [6] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Klawiter G 786. – Salter, Kredel 1.79

375  Stefan Zweig. Schachnovelle.

€ 1200

Buenos Aires, Pigmalion 1942. Original(?)-Lederband mit vergoldetem Rückentitel.

Erste deutsche Ausgabe von Stefan Zweigs letzter Veröffentlichung. – Eins von 250 Exemplaren (Gesamtauflage 300), von denen allerdings wohl nur wenige in Leder gebunden worden sein dürften. Innendeckel und Vorblatt mit dem Klebeschildchen des Verlages. – »Das Original dieses Buches wurde vom Verfasser wenige Stunden vor seinem Tod seinem Freund und Übersetzer Alfredo Cahn zugeschickt und erscheint als Liebhaberdruck […]« (Druckvermerk). – Eine der seltensten Zweig-Editionen.

18,7 : 12,5 cm. 97, [5] Seiten. – Rücken und Gelenke etwas berieben. – Stellenweise etwas fleckig, vereinzelte Blattecken geknickt. – Bindung der ersten und letzten Lage leicht gelockert.

Klawiter F 110

376  Officina Warszawska Abroad – W. J. Stankiewicz. The Accomplished Senator

€ 400

of Laurentius Goslicius. Warschau 1946. Originalpergamentband, Titel und Bordüren in Goldprägung, Deckelvignette in Rot. Im Originalschuber. – Widmungsexemplar.

Eins von 25 römisch nummerierten Vorzugsexemplaren auf Simili-Japan, im Druckvermerk vom Verleger signiert. – Gedruckt in Rot und Schwarz. – Stankiwiecz’ Abhandlung über das berühmte Buch »De optimo senatore« des polnischen Bischofs Laurentius Grimaldius Goslicius (1530–1607) wurde 1944 verfasst und hier erstmals veröffentlicht. Die »Officyna Warszawska Abroad« wurde 1938 von Anatol Girs und Boleslaw Barcz gegründet. Sie ging während der Zerstörung Warschaus 1944 unter, Barsz starb während des Krieges. Erst nach Kriegsende wurde die Presse wieder eröffnet. – Goslicius’ Text über die Verpflichtungen der Monarchie gegenüber dem Willen der Bevölkerungsmehrheit war im 16. Jahrhundert revolutionär und beeinflusste sowohl den polnischen Adel als auch verschiedene Nationalverfassungen. – Mit eigenhändiger Widmung des Verlegers Anatol Girs für Aloys Ruppel (1882–1977), den Bibliothekar und langjährigen Leiter des Gutenberg-Museums in Mainz, datiert München 1946.

21,0 : 15,3 cm. 40, [4] Seiten.

377  Frans Masereel – Emile Verhaeren. Fünf Erzählungen.

€ 300

Mit 28 Holzschnitten von Frans Masereel. Übertragen von Friderike Maria Zweig. Leipzig, Insel 1921. Mit 28 Holzschnitten, davon 13 ganzseitig. Originalpergamentband mit Deckelvignette, schwarzem Rücken- und Deckeltitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf echtem Büttenpapier (Gesamtauflage 1100). – Erste deutsche Ausgabe der 1920 erschienenen Sammlung »Cinq Récits« (1920). – Tadellos schönes Exemplar.

22,4 : 14,8 cm. 100, [4] Seiten. – Einband stockfleckig. Deckel etwas aufgebogen. – Schnitt und einige Seiten mit wenigen Stockflecken.

Ritter C a 15. I. – Fromm VI, 26213 (unter »Oeuvres«)

378  Frans Masereel – Oscar Wilde. The Ballad of Reading Gaol.

€ 450

Holzschnitte von Frans Masereel. München, Drei Masken 1923. Mit 37 Holzschnitten im Text, davon sieben blattgroß. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Elfter Obelisk-Druck. – Eins von 250 Exemplaren auf Deutschem Bütten (Gesamtauflage 340). – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Druck der Holzschnitte von den Original-Stöcken. – »Eine wirklich künstlerische Harmonie zwischen der Dichtung und der Graphik kann nur dann entstehen, wenn nicht der Auftrag, sondern die Liebe den Graphiker zu dem Dichterwerk geführt hat.« (Aus der Ankündigung des Verlages, zitiert nach Rodenberg.) – »Of all illustrated editions of the Ballad, the Masereel edition seems to me to have the highest artistic importance. This is necessarily a subjective appraisal, but I must confess that, both in conception and execution, Masereel’s woodcuts have made the deepest impression on me.« (Abraham Horodisch, Wilde’s Ballad, Seite 50f.).

28,0 : 18,4 cm. [2], 57, [11] Seiten.

Ritter C a 29. – Rodenberg 448, 11

379  Frans Masereel. Acht Original-Holzschnitte zu Hemingway Der alte Mann und das Meer.

€ 300

Acht Holzschnitte. 1962. 13 : 8 cm (18,7 : 13,3 cm). Signiert.

Eins von 100 Exemplaren, blattweise signiert. – Auf Japan, die Druckfarbe dadurch mit feinem, tuscheartigen Glanz. – Sonderausgabe der acht Holzschnitte, die auch in der Buchausgabe erschienen. Ediert vom Johannes Asmus Verlag, Hamburg. – Jeweils in Passepartout montiert. – Mit einem Textblatt lose in Originalumschlag und -schuber. – Vom Schuber abgesehen tadellos.

Schuber etwas lichtrandig.

Ritter B a 56

380  Frans Masereel. Das Gesicht Hamburgs.

€ 180

80 Original-Holzschnitte. Hamburg, Johannes Asmus 1964. Originalbroschur mit -schuber.

Erste Ausgabe dieser Bildfolge. – Eins von 150 römisch nummerierten »zusätzlichen« Exemplaren, die wohl nicht für den Handel bestimmt waren (Gesamtauflage 1.025). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Zerkall-Bütten. – » […] anschaulicher, moderner und aufregender als alle noch so ausgeklügelten Fotos es einfangen können« (aus dem Vorwort von Hans Bütow).

24,5 : 18,2 cm. [86] Blätter. – Schuberkanten leicht gebräunt, Hinterdeckel mit kleinem Fleck.

Ritter B a 59

381  Hans Meid – Clemens Brentano. Die Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl.

€ 350

Mit 12 Radierungen von Hans Meid. Berlin, Eigenbrödler [1925]. Mit zwölf signierten Radierungen. Lilafarbener Originalkalblederband mit reicher Deckel- und Rückenvergoldung und Kopfgoldschnitt.

Eins von 100 der zweiten Vorzugsausgabe mit den signierten Radierungen (Gesamtauflage 550 Exemplare). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Satz aus der Frühlingfraktur von Rudolf Koch. – Gedruckt bei Otto von Holten, Berlin. – Einbandentwurf von Ernst Nicolas. – Über den Eigenbrödlerverlag, der 1919 in Berlin gegründet wurde und nach eigenem Bekunden »hauptsächlich Werke mit Radierungen« edieren wollte, finden sich in den einschlägigen Bibliographien keine Informationen. Nach dem Historischen Archiv des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels leiteten u. a. Robert Johndorff, Artur Lokesch, Willy Stuhlfeld sowie Ernst Nicolas und Paul Eipper zeitweise den Verlag. 1930 erfolgte die Umfirmierung in »Deutsch-Schweizerische Verlagsanstalt AG«, 1932 erlosch der Verlag durch Konkurs.

26,6 : 19,5 cm. [4], 62, [3] Seiten. 12 Radierungen. – Rücken leicht verblasst, Deckel mit winzigen leichten Kratzspuren und Verfärbungen.

Jentsch XLV und 485–496. – Badorrek-Hoguth 1.7

382  Hans Meid – Ernst Toller. Die Rache des verhöhnten Liebhabers

€ 500

oder Frauenlist und Männerlist. Mit neun Radierungen von Hans Meid. Ein galantes Puppenspiel in zwei Akten frei nach einer Geschichte des Kardinals Bandello. Berlin, Paul Cassirer 1925. Mit neun signierten Radierungen, davon fünf blattgroß. Dunkelroter Originalmaroquinband (Söchting, Berlin) mit vergoldeter Deckelvignette und Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Eins von 120 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den Originalradierungen. – Auf Zanders-Bütten. – Druck der Radierungen bei Carl Sabo, Berlin, Druck des Textes bei Jacob Hegner, Dresden-Hellerau. – »Ernst Toller war mit Paul Cassirer schon lange bekannt, als er sich im Mai 1919 in München – während Tilla Durieux in der Klinik war – ohne ihr Wissen in ihrer Wohnung versteckte. Sie konnte die Behörden nur mit Mühe von ihrer Unschuld überzeugen. Toller wurde zu Festungshaft verurteilt, wo er dieses Stück verfaßte« (Tilla Durieux. Meine ersten neunzig Jahre. Zitiert nach F./Br.). – Die Widmung »meinem Freund E. K. als Gruss ins Exil« gilt dem wegen seiner Beteiligung am Münchner Novemberaufstand 1918 in die Schweiz geflohenen Erich Katzenstein. – Schöner Einband mit Deckelvignette (Florett über Geweih), Steh- und Innenkantenvergoldung.

24,4 : 18,4 cm. 61, [3] Seiten. – Rücken etwas verfärbt. – Vorsatzblätter am Rand mit Leimschatten.

Jentsch, Meid XLIII und 462–470. – Badorrek-Hoguth 1.60 VA. – Feilchenfeldt/Brandis 194.0. – Schauer II, 91. – Hayn/Gotendorf IX, 586

383  Robert Musil. Drei Frauen.

€ 180

Novellen. Berlin, Ernst Rowohlt 1924. Originalpappband mit Deckelschild.

»Mit den formal traditionellen Erzählungen ›Grigia‹ (entstanden 1921), ›Die Portugiesin‹ (1923) und ›Tonka‹ (1922) dringt Musil in jenen dem Verstand nicht mehr ganz zugänglichen Grenzbereich des menschliche Erfassungsvermögens vor, in jene ›bewegliche, singuläre, irrationale‹ Welt, die sich mit der äußeren Welt ›nur scheinbar deckt, die wir aber nicht bloß im Herzen tragen oder im Kopf, sondern die genau so wirklich draußen steht wie die geltende‹« (KNLL XII, 108).

19,3 : 12,0 cm. 166, [2] Seiten. – Einband etwas berieben. – Innen mit wenigen kleinen Stockflecken.

Wilpert/Gühring 5, 6 und 7. – Lang, Expressionismus 370 (I)

384  Robert Musil. Der Mann ohne Eigenschaften.

€ 1200

Roman. Drei Bände. Berlin, Ernst Rowohlt 1930 und 1933 sowie Lausanne, Imprimerie Central 1943. Originalleinenbände, einer (III) mit -schutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Die Entstehungsgeschichte dieses Haupt- und Lebenswerkes reicht bis in die Zeit um die Jahrhundertwende zurück. Der zweite Band wurde sofort nach Erscheinen verboten, der dritte wurde, von Musils Witwe aus dem Nachlass herausgegeben, nur in kleinerer Auflage gedruckt. – Einbandentwürfe von E. R. Weiß.

19,9 : 13,1 cm. – Rücken etwas verfärbt (I und II), III an den Ecken minimal gestaucht. Schutzumschlag an den Ecken minimal geknickt.

Wilpert/Gühring 10. – Sternfeld/Tiedemann 362

385  Robert Musil. Nachlass zu Lebzeiten.

€ 120

Zürich, Humanitas 1936. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Dritte Auflage, wohl Bindequote innerhalb der Erstauflage. – »Es handelt sich bei dieser letzten (Buch)Publikation Robert Musils um ›seine letzten Worte, […] um Gedankenexperimente, welche die Bedingungen moderner Wahrnehmung, Erkenntnis und Literaturpraxis zur Disposition stellen« (Birgit Nübel, Robert Musil – Essayismus als Selbstreflexion der Moderne, S. 469).

18,2 : 11,7 cm. 220 Seiten. – Schutzumschlag am oberen Kapital mit winzigen Randeinrissen.

Wilpert/Gühring 12. – Sternfeld/Tiedemann 362

386  Kay Nielsen – Henry Jacques. Sous le Signe du Rossignol.

€ 1000

Illustré par Kay Nielsen. Paris, H. Piazza 1923. Mit 19 auf Tafeln montierten farbigen Abbildungen und Buchschmuck. Halblederband mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer eingebundenen Extrasuite der auf Tafeln montierten Illustrationen (Gesamtauflage 1500). – Auf Japan. – Der Originalbroschurumschlag eingebunden. – Kay Rasmus Nielsen (1886–1957), vor allem in den 1920er Jahren für seine Jugendstil-Illustrationen bekannt, steht als einer der großen Drei des »Golden Age of Illustration« in einer Reihe mit Arthur Rackham und Edmund Dulac. Später arbeitete er für Walt Disney in Hollywood.

30,3 : 23,5 cm. 102, [4] Seiten, 38 Tafeln. – Leder des Einbands leicht fleckig. – Wenige Seiten mit einigen kleinen Stockflecken.

387  Rainer Maria Rilke. Das Stunden-Buch

€ 250

enthaltend die drei Bücher vom mönchischen Leben / von der Pilgerschaft / von der Armuth und vom Tode. Leipzig, Insel 1905. Flexibler Originalhalbleinenband mit Deckelillustration.

Erste Ausgabe. – Exemplar 181 von 500. – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten. – Der Titel, die Kopfleiste und Initiale wurden von Walter Tiemann gezeichnet, unter Anlehnung an venezianische Holzschnitte. – Druck in Rot und Schwarz. – Rilke widmete das Buch Lou Andreas-Salome. – Das zweite Buch von Rilke im Insel-Verlag.

18,0 : 11,3 cm. [4], 98, [2] Seiten. – Einband an den Rändern gebräunt. Oberkante und erste Seiten mit winzigem Einriss. – Titelblatt mit Spuren von Tintenstift.

Mises 36. – Sarkowski 1359

388  Rainer Maria Rilke. Sämtliche Werke.

€ 250

Herausgegeben vom Rilke-Archiv. In Verbindung mit Ruth Sieber-Rilke. Besorgt durch Ernst Zinn. Erster [bis] Sechster Band. Frankfurt am Main, Insel 1963–1971. Hellbraune Originalkalblederbände mit Rückenblindprägung und blaugrauem Rückenschild mit Vergoldung.

Nachauflagen der Werkausgabe von 1955–1966, Band VI in erster Ausgabe. – Dünndruckausgabe.

18,5 : 11,5 cm. – An den Kapitalen minimal berieben.

Vgl. Sarkowski 1296 und Mises 154

389  Ruth Schaumann. Der singende Fisch.

€ 300 ( R7 )

Mit 20 farbigen Tafeln nach Pergament-Miniaturen der Verfasserin. Berlin, G. Grote 1934. Mit 20 Farbtafeln. Originalpergamentband mit Pergamentdurchstich. Kopfschnitt und Rückentitel vergoldet.

Exemplar 1 von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe, bei denen der Text auf Bütten und die Tafeln auf Japanpapier gedruckt wurden. Die Vorzugsausgabe in Pergament gebunden und im Druckvermerk von der Autorin signiert. – Ruth Schaumann (1899–1975) erlernte zunächst den Beruf der Modezeichnerin und studierte seit 1918 an der Münchner Kunstgewerbeschule Bildhauerei. Bereits 1921 wurde sie Meisterschülerin. Parallel dazu entstanden Gedichte und Prosawerke. Ab 1935 galt Schaumanns künstlerisches Werk als »entartet«.

19,8 : 12,5 cm. [8], 306, [2] Seiten. – Der Einband leicht stockfleckig, innen tadellos.

390  Paul Scheerbart. Rakkóx der Billionaer.

€ 300

Ein Protzenroman. Die Wilde Jagd. Ein Entwicklungsroman in acht anderen Geschichten. Leipzig, Insel 1901. Mit Buchschmuck von Jossot und einer Illustration von Felix Vallotton. Originalhalbleinenband mit Rückenschild und Buntpapierbezug.

Titelauflage der ersten Ausgabe von 1900, die eine »Inkunabel des Insel-Verlages« war. – Gedruckt im Auftrag von A. W. Heymel. – Einbandentwurf, Buntpapiervorsätze und Buchschmuck von Henri Jossot. – Dazu: Tarub, Bagdads berühmte Köchin. Arabischer Kulturroman. Berlin, Hugo Storm [1897]. Pergamentband, Originalbroschurumschlag eingebunden.

21,2 : 14,8 cm. [6], 119, [1] Seiten. – Kapitale, Ecken und Kanten leicht berieben. – Einige Seiten hinten am Unterrand mit Feuchtigkeitsspur.

Kohnle S. 57 sowie 62. – Sarkowski 1437

391  Karl Thylmann – Christoph Martin Wieland. Geschichte des Prinzen Biribinker.

€ 200

Mit 10 Radierungen von Karl Thylmann. Weimar, Kiepenheuer 1914. Mit radiertem Titelblatt und zehn Radierungen. Rostroter Originalbocklederband mit Rücken-, Deckel- und Schnittvergoldung (H. Fikentscher, Leipzig).

Eins von 310 Exemplaren im Bockledereinband (Gesamtauflage 500). – Druck in der ersten handgeschnittenen Fassung der Ungertype in der Offizin Poeschel & Trepte, Leipzig. – Der Druck der Radierungen erfolgte auf der Pan-Presse, Berlin. – Einbandzeichnung von Bernhard Lorenz, Leipzig.

18,7 : 15,7 cm. 153, [7] Seiten, 11 Radierungen. – Einband leicht fleckig, Rücken minimal verblasst, Kanten berieben, kleiner Einriss am oberen Kapital.

Sennewald 14 (ungenau)

392  Kurt Tucholsky. Rheinsberg.

€ 450

Ein Bilderbuch für Verliebte. Mit Kupfern von Kurt Szafranski. Berlin, Axel Juncker [1921]. Mit sechs blattgroßen Radierungen und zwei radierten Vignetten. Lilafarbener Originalseidenband mit Vergoldung.

Eins von 230 Exemplaren der Vorzugsausgabe innerhalb der 1000 Exemplare der Jubiläumsausgabe. – Auf Bütten und in Seide gebunden. – Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert. – Mit einer Vorrede des Dichters zum fünfzigsten Tausend. – »Tucholskys erstes und unbeschwertestes Buch, das […] einer seiner größten Erfolge wurde, hat die Freude am Da-Sein, am Jung-Sein und an der Liebe zum Thema, der sich jedoch die wehmütige Einsicht hinzugesellt, daß dem Liebenden auch in der intensivsten Begegnung die letzte Erfüllung versagt bleibt« (KNLL X, 8157).

21,3 : 15,5 cm. 101, [3] Seiten. – Rücken verblasst und berieben, Vergoldung mit kleinen Verlusten. – Obere Ecken, auch die des Vorderdeckels, mit Knickfalte.

Bonitz/Wirtz C 1.3

393  Marcel Vertès – Colette. La Vagabonde.

€ 250

Lithographies en couleurs de Marcel Vertès. Paris, Cité des Livres 1927. Mit 15 Farblithographien von Marcel Vertès. Halbmaroquinband mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung sowie Marmorpapierbezügen. Im Schuber.

Unnummeriertes Exemplar, wie 230 Exemplare mit zusätzlicher »Suite en Sanguine« (Gesamtauflage 305). – Marcel Vertès (1895–1961), gebürtiger Ungar, ging 1925 nach Paris, wo er sich bald einen Namen als einer der wichtigsten Künstler der Szene machte. Er illustrierte die Bücher französischer Schriftsteller, seine Kunst entsprach genau dem Zeitgeist der »Wilden Zwanziger«. Vertès arbeitete ebenfalls als Bühnen- und Kostümbildner, 1952 erhielt er für die Ausstattung des Films »Moulin Rouge« zwei Oscars.

28,5 : 23,5 cm. [6], 277, [3] Seiten, 30 Lithographien. – Rücken stark verblasst.

Monod 3054

394  Robert Walser. Aufsätze.

€ 200 ( R7 )

Leipzig, Kurt Wolff 1913. Originalpappband mit farbig illustriertem Vorderdeckel.

Erste Ausgabe. – Den Buchschmuck (Einband und Vignetten) zeichnete der Bruder des Dichters, Karl Walser. – »Daß Sie in die Mitarbeit meines Bruders am Aufsatzbuch einwilligen, freut mich lebhaft« (Robert Walser 1912 an den Verleger, zitiert nach Badorrek-Hoguth).

21,0 : 13,0 cm. 237, [3] Seiten. – Deckelränder und Rücken etwas gebräunt, innen sehr schön.

Badorrek-Hoguth A 26. – Göbel 145

395  Robert Walser. Kleine Dichtungen.

€ 350 ( R7 )

Erste Auflage hergestellt für den Frauenbund zur Ehrung rheinländischer Dichter. Leipzig, Kurt Wolff 1914. Originalpappband mit Einbandillustration von Karl Walser, in Gold gedruckt.

Erste Ausgabe. – Auf dem Vortitelblatt vom Dichter signiert. – Im Juli 1914, das Buch war bereits in der Herstellung, teilte Walser dem Verleger mit, dass er für eine Auszeichnung durch den »Frauenbund zur Ehrung rheinländischer Dichter« ausgewählt worden sei. Dies sollte die einzige öffentliche Ehrung bleiben, die dem Dichter zu Lebzeiten zuteil wurde. – Das Mitgliederverzeichnis des Frauenbundes (Seiten 285–312) verzeichnet 1048 Namen, so dass man von einer Auflage von etwa 1100 Exemplaren ausgehen kann.

20,3 : 13,3 cm. 311, [1] Seiten. – Rücken und Vorsätze erneuert. Einband etwas gebräunt und berieben, das Gold der Deckelillustration teils oxidiert.

Badorrek-Hoguth B 86.1. – Göbel 177

396  Robert Walser. Kleine Prosa.

€ 200 ( R7 )

Bern, A. Franke 1917. Originalpappband.

Erste Ausgabe. – Gedruckt in einer Auflage von 1.500 Exemplaren, von denen allerdings etwa die Hälfte bei einem Lagerbrand vernichtet wurde. – Selten.

19,5 : 12,7 cm. 201, [3] Seiten. – Rücken und Ränder gebräunt, Feuchtigkeitsspur an Rücken und Oberrand. – Vorsätze, erste und letzte Seiten etwas stockfleckig.

Wilpert/Gühring 10

397  Robert Walser. Poetenleben.

€ 200 ( R7 )

Frauenfeld und Leipzig, Huber 1918. Originalhalbleinenband mit farbig lithographierter Vorderdeckelillustration von Karl Walser.

Erste Ausgabe. – Nur ein Teil der Gesamtauflage von 2200 Exemplaren wurde in Halbleinen gebunden.

18,5 : 12,5 cm. [4], 183, [5] Seiten. – Vorderes Innengelenk gebrochen.

Wilpert/Gühring 12. – Badorrek-Hoguth B 87

398  Frank Wedekind. Herakles.

€ 200

Dramatisches Gedicht in drei Akten. Mit zwanzig Steinzeichnungen von Edwin Scharff. München, Georg Müller 1920. Mit 20 Lithographien. Originalpappband mit Deckel- und Rückenschild.

Erste Ausgabe (entgegen der irrtümlichen Angabe »1917« bei Wilpert/Gühring). – Erschien in der Reihe »Welttheater. Meisterdramen mit Originalgraphik«, Band IV. – Eins von 230 Exemplaren (Gesamtauflage 330). – Die Einbandgestaltung stammt von Paul Renner.

26,3 : 22,5 cm. 127, [3] Seiten, 20 Lithographien. – Ränder leicht berieben.

Rodenberg 475. – Sennewald 20. – Lang, Expressionismus 297

399  Klaus Wrage. Helgi und Sigrun.

€ 100

Edda-Blockbuch. Berlin, Holle [1941]. Mit 81 Tafeln nach Holzschnitten von Klaus Wrage. Brauner Originalleinenband mit Kordelheftung.

Nordischer Geist, herausgegeben von Dirck Clasen, Band 3. – Gedruckt nach einem von den Originalholzschnitten von Klaus Wrage handgedruckten Exemplar. – Der alte Edda-Text um den Hundingstöter Helgi wurde von Klaus Wrage nach der Fassung von Felix Genzmer und Hans Voss überarbeitet, ergänzt und illustriert. Der Text wurde vom Künstler in die Holzschnitte eingearbeitet, so dass Text-Bild-Tafeln entstanden. – Klaus Wrage (1891–1984) war eng mit dem Hamburger Expressionisten Karl Lorenz befreundet, hatte 1920 in Malente seine Holm-Presse gegründet und mehrfach Holzschnitte zu Lorenz’ Almanachen und Zeitschriften beigesteuert. – Gedruckt wurde das Blockbuch im holländischen Wormerveer, gebunden bei Brandt & Sohn, Amsterdam.

35,5 : 31,5 cm. [88] Seiten. – Schutzumschlag fleckig und mit Einrissen. – Schnitt minimal fleckig.

400  F. T. Marinetti. Adressierter Briefumschlag »Movimento Futurista«.

€ 300 ( R19 )

Mailand, 29. Januar 1914 (Poststempel).

Mit dem in Rot gedruckten Briefkopf »Movimento Futurista | diretto da F. T. Marinetti« und der Anschrift der Zeitschrift. – Adressiert an den Direttore der Redaktion »L’Umbria« in Terni. – Mit Briefmarke und Poststempel.

11,8 : 15,5 cm. – Ränder etwas gebräunt, kleiner Eckabriss.