ChristianHesse

Lot 351 – 400 | Hesse-Auktionen
Lot 351 – 400

351  Kurt Wolff – Franz Kafka. In der Strafkolonie.

€ 600

Leipzig, Kurt Wolff 1919. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel und grün-braunen Buntpapierdeckelbezügen.

Erste Ausgabe. – Drugulin-Drucke, Neue Folge, Band IV. – Eins von 1000 Exemplaren. – In der braun-grünen Einbandvariante. – Gedruckt in Blau und Schwarz. – Die 1914 entstandene Erzählung steht in direktem Zusammenhang mit Kafkas posthum erschienenen Roman »Der Prozeß«. – Kafka schrieb über die Erzählung an seinen Verleger Kurt Wolff , »daß nicht nur sie peinlich ist, daß vielmehr unsere allgemeine und meine besondere Zeit gleichfalls sehr peinlich war und ist […]« (K. W. Briefwechsel S. 41).

23,3 : 15,5 cm. 68, [4] Seiten. – Rücken und Gelenke mit kleinen Schabspuren. Ecken berieben.

Göbel 427. – Dietz 50. – Raabe/Hannich-Bode 146.5. – Rodenberg 380, 4

352  Kurt Wolff – Franz Kafka. Ein Landarzt.

€ 450

Kleine Erzählungen. München und Leipzig, Kurt Wolff 1919. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel, Vorderdeckel mit Titel in Schwarzdruck.

Erste Ausgabe, die seltene Halbledervariante. – Die Erzählungssammlung wurde, sehr zu Kafkas Freude, wieder in dem übergroßen Tertia-Schriftgrad gesetzt und gedruckt. – Die kleine Auflage – nach Kurt Wolffs späten Erinnerungen nur 1000 Exemplare – wurde wohl erst 1920 ausgeliefert. Der Absatz stagnierte jedoch und noch 1926 war die Erstausgabe lieferbar. Die Verzögerungen und der Rückgang der Verkaufszahlen bei Kurt Wolff mag ein Grund für Kafkas Wechsel zum Verlag »Die Schmiede« gewesen sein.

23,3 : 15,5 cm. [8], 189, [3] Seiten. – Rücken verfärbt und berieben. Deckel lichtrandig und an den Rändern gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 146.6. – Dietz 53. – Göbel 426

353  Kurt Wolff – Franz Kafka. Das Schloss.

€ 450

Roman. München, Kurt Wolff 1926. Blauer Originalleinenband mit blau-rotem Deckel- und Rückenschild (Entwurf von Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Der zweite Teil der Romantrilogie erschien wieder bei Kurt Wolff. – Wie alle drei posthum erschienenen Romane mit einem Nachwort des Freundes und Herausgebers Max Brod.

19,7 : 13,5 cm. [8], 503, [1] Seiten. – Rücken verblasst und wie die Deckel leicht stockfleckig.

Raabe/Hannich-Bode 146.9. – Göbel 663

354  Kurt Wolff – Else Lasker-Schüler. Die gesammelten Gedichte.

€ 350

Leipzig, Verlag der Weißen Bücher 1917. Gelber Halblederband mit Rückenschild, farbig gemustertem Seidenbezug und Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe der Gedichtsammlung. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf unbeschnittenem Bütten. – Mit der würdigenden Einleitung »Else Lasker-Schüler ist die jüdische Dichterin. Von großem Wurf« von Peter Hille, verfasst wohl 1903/04. – Else Lasker-Schüler wiederum widmete das Buch »meiner teuren Mutter und ihrem Enkel Paul«, das Umschlagbild der Sammlerin und Mäzenin Gertrud Osthaus und ein Kapitel dem Dichterfreund Karl Kraus. – Der Band erschien in dem 1913 von Erik-Ernst Schwabach gegründeten Verlag der Weißen Bücher, der von Anfang an programmatisch und organisatorisch mit dem Kurt Wolff Verlag verbunden war. 1917 übernahm letzterer den Verlag zur Gänze und einen Teil der Titel in sein eigenes Programm. – Gedruckt bei W. Drugulin, Leipzig. – Schönes Exemplar in außergewöhnlichem Einband.

24,5 : 17,5 cm. 224, [4] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. – Vorderer Vorsatz und erste Seiten mit Bräunung von eingelegtem Zeitungsausschnitt.

Raabe/Hannich-Bode 182,11

355  Kurt Wolff – Heinrich Mann. Gesammelte Romane und Novellen.

€ 400

Erster [bis] Zehnter Band. Leipzig, Kurt Wolff [1917]. Rote Originalhalblederbände mit vergoldetem Rücken und goldgeprägter Deckelvignette.

Erste umfangreiche Werksammlung, ein früherer Versuch bei Paul Cassirer kam nicht über vier Bände hinaus. – Die einzelnen Auflagenangaben beziehen sich auf die vorherigen Einzelausgaben des jeweiligen Textes. – I. Im Schlaraffenland. – II–IV. Die Göttinnen I-III. Diana. Minerva. Venus. – V. Die Jagd nach Liebe. – VI. Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen. – VII. Zwischen den Rassen. – VIII. Die kleine Stadt. – IX–X. Novellen I/II. – Schönes Exemplar der seltenen Halblederausgabe.

18,9 : 13,5 cm. – Wenige Deckel gering fleckig, Deckelränder teils minimal gebräunt.

Zenker 2. – Göbel 334

356  Frans Masereel. 25 images de la passion d’une homme.

€ 300

Dessinées et gravées sur bois. Deusième édition. [Genf], Frans Masereel 1918. Mit 25 Holzschnitten und einem Titelholzschnitt. Leinenband.

Eins von 150 Exemplaren auf Velin (Gesamtauflage 153). – Die zweite, noch immer nicht öffentliche, Ausgabe von Masereels frühester der berühmten Bildergeschichten. Zuvor waren 53 durchsignierte Exemplare gedruckt worden, beide Ausgaben erschienen im Eigenverlag des Künstlers.

27,5 : 23,8 cm. [28] Blätter. – Der private spätere Einband etwas stockfleckig. – Papierbedingt etwas gebräunt, obere Ecken leicht gestaucht.

Ritter B a 5.I

357  Frans Masereel. Die Passion eines Menschen.

€ 500

25 Holzschnitte. München, Kurt Wolff 1921. 25 Holzschnitte. Preußischblauer Originalmaroquinband, Rückentitel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: E. A. Enders, Leipzig). Im Originalschuber mit Deckelschild.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren der vom Künstler im Druckvermerk signierten Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 750). – Auch die Holzschnitte dieser Ausgabe wurden, wie die der beiden zuvor erschienenen französischen, von den Originalstöcken gedruckt, alle späteren Drucke erfolgten von galvanisierten Holzstöcken. – »Die Passion eines Menschen« führt in 25 Stationen von der Geburt und Kindheit in ärmlichen Verhältnissen, den Repressalien in Schule und Lehre, über Verhaftung und Gefängnis zum Führen eines Aufstandes gegen die Unterdrückung, schließlich jedoch erneuter Verurteilung und Hinrichtung. – Eine der wichtigsten und zugleich frühesten Holzschnittfolgen Masereels, mit der er auch im Nachkriegsdeutschland schlagartig bekannt wurde.

28,2 : 22,8 cm. [8] Seiten, 25 Holzschnitte. – Schuberkanten gebräunt. Rücken etwas verfärbt.

Ritter B a 5.II. – Göbel 535

358  Frans Masereel. Mon livre d’heures.

€ 1800

167 images dessinées et gravées sur bois. [Ohne Ort,] Se trouve chez l’auteur 1919. Mit 167 blattgroßen Holzschnitten. Dunkelroter Originalmaroquinband, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Buchschnitt vergoldet (signiert: Hübel & Denck, Leipzig). – Widmungsexemplar mit großer Zeichnung.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren auf Velin (Gesamtauflage 209). – Mit einer formatfüllenden Tuschfederzeichnung Masereels auf einem Vorblatt und seiner eigenhändigen Widmung »à l’ami Hans Mardersteig bien cordialement | Munich Octobre 1921«. – Wie bereits »La Passion d’un homme« erschien auch Masereels »Livre d’heures« nur im Eigenverlag. Gedruckt wurde die kleine Auflage bei Albert Kundig in Genf. Erst für »Le Soleil« konnte Masereel Sablier als Verleger gewinnen. – Prächtiges Exemplar mit der schönen Widmungszeichnung und exquisit gebunden: Geglättetes Maroquin mit dezenter Vergoldung, dunkelgraue Seidenvorsätze und -spiegel und im passenden Schuber mit Lederkanten. – 1919 hatte »Kurt Wolff – der Münchner Verleger, der gewissermaßen der Mann gewesen ist, der mich als Künstler entdeckt und hauptsächlich in Deutschland bekannt gemacht hat –, ich weiß nicht wie, ein Exemplar vom Stundenbuch in die Hände bekommen und ist davon sehr beeindruckt gewesen. Er hat mir sogleich seinen Herstellungsleiter und künstlerischen Direktor, Hans Mardersteig, nach Genf geschickt, der später mein Freund geworden ist, und wir haben sofort einen Vertrag […] geschlossen« (Frans Masereel im Gespräch mit Pierre Vorms, Ausgabe Dresden 1967, S. 48).

15,5 : 12,0 cm. [176] Blätter.

Ritter B a 6

359  Frans Masereel. Mein Stundenbuch.

€ 1500

167 Holzschnitte. [München], Kurt Wolff 1920. Mit 167 blattgroßen Holzschnitten, davon einer signiert. Ziegelfarbener Ecrasélederband mit reicher ornamentaler Vergoldung (signiert: Frieda Thiersch). Im Schuber mit Lederkanten.

Erste deutsche Ausgabe, wobei sich dies auf die beiden Titelblätter und den Druckvermerk beschränkt. – Unnummeriert, wie die 50 Vorzugsexemplare auf Kaiserlich Japan gedruckt. Für Hans Mardersteig von einer der besten deutschen Buchbinderinnen der Zeit unikal gebunden. – Nur die ersten wenigen hundert Exemplare wurden von den Originalstöcken gedruckt, die nachfolgenden »Volksausgaben« aus verständlichen Gründen von Klischees. Aus Zensurgründen wurden für die Volksausgaben zwei Holzschnitte entfernt, dafür enthielten diese die Einleitung von Thomas Mann. – Tadellos schönes Exemplar der umfangreichsten Bildergeschichte Masereels.

14,3 : 11,5 cm. [176] Blätter.

Ritter B a 6.I. – Göbel 477

360  Frans Masereel. Die Sonne.

€ 600

63 Holzschnitte. München, Kurt Wolff 1920. Mit 63 blattgroßen Holzschnitten. Grüner Originalmaroquinband. Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Buchschnitt vergoldet.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 50 handschriftlich nummerierten und vom Künstler signierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Kaiserlich Japan (Gesamtauflage 800). – Masereels Holzschnitte entfalten auf dem samtig glänzenden Japanpapier einen besonderen Reiz. – Innen tadellos.

17,4 : 12,5 cm. [68] Blätter. – Rücken leicht aufgehellt, Deckelränder minimal nachgedunkelt.

Ritter B a 7.I. – Göbel 536

361  Frans Masereel. Histoire sans paroles.

€ 500

60 images dessinées et gravées sur bois. Genf, Sablier 1920. Mit 60 blattgroßen Holzschnitten. Blauer Maroquinband, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren auf Ingres von Arches (Gesamtauflage 155). – Mit eigenhändiger Widmung Masereels für Hans Mardersteig. – Unbeschnittenes Exemplar, der Einband könnte von Hübel & Denck stammen, wo die deutschen Ausgaben gebunden wurden.

16,3 : 12,5 cm. [64] Blätter, [2] Seiten. – Rücken leicht verblasst. – Ränder der Vorblätter leimschattig.

Ritter B a 10

362  Frans Masereel. Geschichte ohne Worte.

€ 250

60 Holzschnitte. München, Kurt Wolff 1922. 60 ganzseitige Holzschnitte. Blauer Halblederband mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Originalschuber mit Deckelschild.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 750 auf Büttenpapier (Gesamtauflage 800). – Nach der originalen französischen wurde nur diese limitierte Auflage von Kurt Wolff von den Originalstöcken gedruckt, für alle folgenden wurden Klischees verwendezt. – Dazu: Dasselbe. Wiesbaden, Insel 1952. Originalpappband. Inselbücherei 433. 16.–25. Tausend dieser Ausgabe. Widmungsexemplar für Hans Mardersteig, signiert in Nizza 1956.

15,8 : 11,5 cm. [64] Blätter. – Vorsätze leicht stockfleckig, sonst tadellos.

Ritter B a 10.I. – Göbel 674 (irrtümlich erst 1927)

363  Frans Masereel. Idée.

€ 500

Sa naissance, sa vie, sa mort. 83 images, dessinées et gravées sur bois. Paris, Edition Ollendorff 1920. Mit 83 blattgroßen Holzschnitten. Roter Maroquinband, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 800 Exemplaren auf »Velin volumineux anglais« (Gesamtauflage 878). – Mit eigenhändiger Widmung Masereels für Hans Mardersteig. – Unbeschnittenes Exemplar, der Einband könnte von Hübel & Denck stammen, wo die deutschen Ausgaben gebunden wurden.

16,4 : 12,0 cm. [90] Blätter. – Rücken minimal verblasst.

Ritter B a 11

364  Frans Masereel. La ville.

€ 750

Cent bois gravés. Paris, Pierre Vorms · Galerie Billiet 1928. Mit 100 blattgroßen Holzschnitten. Roter Maroquinband, Rückentitel, Stehkanten- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet (signiert: Officina Bodoni fec).

Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Madagascar Papier (Gesamtauflage 630). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die erste Ausgabe war 1925 in 275 Exemplaren gemeinsam bei Morancé, Paris, und Kurt Wolff in München erschienen. Pierre Vorms, Masereels neuer Verleger, bescherte der abwechslungsreichen Bildfolge eine zweite bibliophile Ausgabe. – Tadellos schönes Exemplar.

23,8 : 18,8 cm. [107] Blätter.

Ritter B a 17.I

365  Frans Masereel. La sirène.

€ 200

Vingt-huit bois gravés. Paris, Pierre Vorms 1932. Mit 28 blattgroßen Holzschnitten. Originalbroschur mit -umschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 600 Exemplaren auf Vélin d’Arches (Gesamtauflage 640). – Die Bildfolge schildert die Erlebnisse eines Matrosen, der den Reizen einer Meerjungfrau verfällt. – Schönes, unbeschnittenes Exemplar.

26,3 : 20,5 cm. [32 Blätter. – Rücken oben mit kleinem Einriss. – Lockere Interimsbindung.

Ritter B a 22

366  Frans Masereel. Mon pays.

€ 200

Cent bois gravés. Brüssel 1956. 100 Holzschnitte. Originalbroschur im -schuber.

Erste Ausgabe der Bildfolge. – Eins von 850 Exemplaren der französischen Ausgabe, es erschienen auch 400 Exemplare mit niederländisch-flämischem Text. – Im Druckvermerk signiert. – Privatdruck der Bank von Paris und der der Niederlande. – Auf Montgolfier Annonay pur Lin. – Sehr schönes unaufgeschnittenes Exemplar.

24,0 : 19,0 cm. [104] Blätter.

Ritter B a 50

367  Frans Masereel. Das Gesicht Hamburgs.

€ 200

80 Original-Holzschnitte. Hamburg, Asmus 1964. Mit 80 blattgroßen Holzschnitten. Originalbroschur in -schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 150 Verlegerexemplaren (Gesamtauflage 1.025). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – »…anschaulicher, moderner und aufregender als alle noch so ausgeklügelten Fotos es einfangen können … dieses Werk gehört in die große Reihe seiner ›romans en images‹« (aus dem Vorwort von Hans Bütow). – Unaufgeschnitten.

24,5 : 18,2 cm. [86] Blätter.

Ritter B a 59

368  Frans Masereel – Romain Rolland. Liluli.

€ 300

Avec trente deux boix dessinés et gravés par Frans Masereel. Genf, Sablier 1919. Mit 32 Holzschnitten um Text. Petrolfarbener Ecrasélederband, Rückentitel, Stehkantenfileten, Buchschnitt und die breiten, reich verzierten Innenkanten vergoldet (signiert: H. Fikentscher, Leipzig).

Erste Ausgabe. – Eins von 750 Exemplaren auf »Velin volumineux anglais« (Gesamtauflage 800). – Das erste von Masereel illustrierte Buch von Romain Rolland, in einem schönem Handeinband, den Hans Mardersteig wohl selbst in Auftrag gab.

15,7 : 11,5 cm. 149, [3] Seiten. – Rücken verfärbt.

Ritter C a 8. – Monod 9835

369  Frans Masereel – Stefan Zweig. Der Zwang.

€ 180

Eine Novelle. Mit zehn Holzschnitten von Frans Masereel. Leipzig, Insel 1920. Mit zehn ganzseitigen Holzschnitten. Originalhalbpergamentband mit Holzschnitt-Deckelvignette und Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe. – Eins von 410 Exemplaren (Gesamtauflage 470).

20,7 : 13,7 cm. 84, [4] Seiten.

Ritter C a 18. – Klawiter F 169. – Sarkowski 1973

370  Frans Masereel – Charles de Coster. Die Geschichte von Ulenspiegel und Lamme Goedzak

€ 150

und ihren heldenmäßigen, fröhlichen und glorreichen Abenteuern im Lande Flandern und anderwärts. Deutsch von Karl Wolfskehl. Mit Holzschnitten von Frans Masereel. Erster [und] Zweiter Band. München, Kurt Wolff 1926. Mit 150 teils blattgroßen Holzschnitten und 18 Holzschnitt-Initialen. Originalleinenbände mit schwarzgeprägtem Rückentitel und Deckelvignette.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Mit eigenhändiger Widmung des Verlegers »Weihnachtsgruß 1926 Kurt Wolff« auf dem fliegenden Vorsatz. – Mit einem »Vorklang« von Romain Rolland, übertragen von Paul Ammann, und einem »Vorwort der Eule«. – »Der ausgesprochene Sinn Masereels für Freiheit und Gerechtigkeit war bestimmt von den farbenfrohen Schilderungen der ›heldenmäßigen, fröhlichen und glorreichen‹ Taten des Tyll Ulenspiegel des Charles de Coster angesprochen worden. […] Und knapp 40 Jahre später betrachtete der Künstler seine damaligen Bilder als seine gelungensten Illustrationen überhaupt« (Papiergesänge, Seite 150).

25,8 : 19,0 cm. [4], XLIII, [1], 496, [6] Seiten; [8], 534, [8] Seiten. – Rücken etwas gebräunt, Einband mit einigen wenigen Stockflecken.

Ritter C a 33. – Göbel 657

371  Frans Masereel – Françoys Villon. Le Testament.

€ 300

Édition ornée de douze bois dessinés et gravés par Frans Masereel. Paris, Pierre Vorms 1930. Mit zwölf ganzseitigen Holzschnitten. Originalbroschur mit -umschlag und -chemise. Mit -schuber.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 150 für den Handel bestimmten Exemplaren (Gesamtauflage 165). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Handpressendruck bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Auf Pannekoek-Bütten. – Schönes Exemplar mit den großartigen ganzseitigen Holzschnitten. – Unbeschnitten.

28,5 : 19,5 cm. [10], 78, [4] Seiten. – Schuberränder gebräunt.

Ritter C a 45

372  Frans Masereel – Victor Hugo. Notre-Dame de Paris.

€ 200

Translated by Jessie Haynes. With a critical Introduction by Andrew Land and with Wood-Cut Illustrations by Frans Masereel. Volume One [and] Two. [New York], Limited Edition Club 1930. Mit 23 Holzschnitten, davon zwölf blattgroß, sowie einer (vierfach verwendeten) Holzschnitt-Vignette. Zwei Originalbroschuren. In Pappchemise und -schuber.

Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Eins von 1500 Exemplaren, im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches. – Mit einem Frontispiz in Band I und je zwei Holzschnitten zu den elf Büchern des Textes; die kleine Notre-Dame-Vignette wurde auf beiden Titelblättern und beiden Umschlägen verwendet. – Gedruckt von R. Coulouma, Paris-Argentueil für die New Yorker Bibliophilenvereinigung. – Unaufgeschnittenes Exemplar in den Originalbroschuren, nach französischer Sitte überließ man die Wahl des Buchbinders dem Käufer. – Schönes Exemplar, erstaunlicherweise illustrierte Masereel nur diese englische Übersetzung.

25,5 : 19,7 cm. [4], XXIX, [1], 308, [2] und [4], 376, [2] Seiten.

Ritter C a 46

373  Kurt Wolff – Die Weißen Bücher – Mynona [Samuel Friedländer]. Rosa, die schöne Schutzmannsfrau.

€ 120

Leipzig, Verlag der Weißen Bücher 1913. Originalhalbpergaminband.

Erste Ausgabe des Erstlings von Mynona, der hier mit nicht weniger als 44 Grotesken debütierte. – Sehr schönes Exemplar.

20,7 : 14,4 cm. 202, [6] Seiten. – Voderdeckel oben leicht lichtrandig.

Göbel 826. – Raabe/Hannich-Bode 217.1

374  Kurt Wolff – Joachim Ringelnatz. Kuttel-Daddeldu. – Turngedichte.

€ 200

– Mit 25 [bzw.] 17 Zeichnungen von Karl Arnold. München, Kurt Wolff 1923. Mit ganzseitigen Illustrationen. Illustrierte Originalpappbände.

Erste illustrierte Ausgaben dieser beiden wohl bekanntesten Gedichtsammlungen des Dichters.

18,7 : 12,5 cm. [4], 118, [8] bzw. [4], 82, [8] Seiten. – Rücken gebräunt.

Kayser/des Coudres 22 und 21. – Göbel 610 und 611

375  Kurt Wolff – Rabindranath Tagore. Gesammelte Werke.

€ 150

Erster [bis] Achter Band. München, Kurt Wolff 1921. Rote Originalhalblederbände mit reicher Rückenvergoldung, goldgeprägter Deckelvignette und Kopfgoldschnitt.

Einzig autorisierte deutsche Ausgabe. – Herausgegeben in Verbindung mit dem Dichter von Heinrich Meyer-Benfey und Helene Meyer-Frank. – Nach der von Rabindranath Tagore selbst veranstalteten englischen Ausgabe ins Deutsche übertragen von Hans Effenberger. – I. und II. Lyrik. – III. Dramen. – IV. Erzählungen. – V. Der Schiffbruch. Roman. – VI. Das Heim und die Welt. Roman. – VII. Sadhana. Nationalismus. – VIII. Lebensweisheit. – Der bengalische Dichter, Philosoph, Maler, Komponist und Musiker Rabindranath Tagore (1861–1941) erhielt 1913 als erster asiatischer Dichter den Nobelpreis für Literatur. Kurt Wolff publizierte seine Werke im Zeitalter der großen Hinwendung zu indischen Lebensauffassungen in Europa.

18,6 : 12,9 cm. – Einige Deckel leicht berieben, ein Kapital oben beschädigt.

Göbel 548

376  Kurt Wolff – Georg Trakl. Sebastian im Traum.

€ 300

Gedichte. Leipzig, Kurt Wolff 1915. Dunkelblauer Originalrohseidenband mit vergoldeten Titeln und Deckelbordüren.

Erste Ausgabe. – 1913 hatte Georg Trakl, die »unbestrittene Hauptgestalt des österreichischen Frühexpressionismus« (Raabe) bei Kurt Wolff seinen ersten Gedichtband veröffentlicht. Wie Georg Heym, erlebte auch Trakl das Erscheinen der zweiten Gedichtsammlung nicht mehr. Im November 1914 setzte er, erst 27jährig, im Garnisonsspital Krakau seinem Leben mit einer Überdosis Gift ein Ende. – »Georg Trakl erlag im Krieg | von eigener Hand gefällt. | So einsam war es in der Welt. | Ich hatt ihn lieb« (Else Lasker-Schüler).

23,8 : 16,4 cm. 88, [8] Seiten. – Rücken leicht, Ränder minimal verfärbt.

Ritzer 3.2. – Raabe/Hannich-Bode 304.4. – Göbel 226

377  Kurt Wolff – Georg Trakl. Die Dichtungen.

€ 600

Erste Gesamtausgabe. Leipzig, Kurt Wolff [1917]. Brauner marmorierter Originalkalblederband. Rückentitel, Fileten, Deckelvignette uns Kopfschnitt vergoldet (signiert: E. A. Enders · Leipzig).

Erste Ausgabe dieser Sammlung, posthum erschienen. – Eins von 100 Exemplaren der sehr seltenen Vorzugsausgabe auf echtem Bütten. – Druck in Schwarz und Blau.

24,0 : 17,0 cm. [2], 201, [11] Seiten. – Ränder berieben, Rücken beschabt.

Ritzer 3.3/A. – Raabe/Hannich-Bode 304.8. – Göbel 448

378  Kurt Wolff – Franz Werfel. Wir sind.

€ 250

Neue Gedichte. Leipzig, Kurt Wolff 1913. Preußischblauer Originalkalblederband mit Vergoldung.

Der zweite Gedichtband Werfels. – Eins von 15 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan-Bütten. – Vom Verfasser rückseitig auf dem Titelblatt signiert. – »Das Buch ›Wir sind‹ ist das erste in der Steigerung von Büchern, die einmal, als ein Werk den Titel ›Das Paradies‹ tragen sollen.« (Nachwort). – Franz Werfel (1890–1945) kam früh mit den Dichtern des Prager Kreises, wie Franz Kafka und Max Brod, in Berührung. In den Jahren 1912 bis 1914 war er Verlagslektor bei Kurt Wolff in Leipzig, 1913 begründete er mit Kurt Pinthus und Walter Hasenclever die Sammlung »Der jüngste Tag«.

24,4 : 18,4 cm. 127, [1] Seiten. – Ränder und Rücken etwas berieben und stärker verblasst.

Raabe/Hannich-Bode 518.3

379  Kurt Wolff – Franz Werfel. Einander.

€ 300

Oden, Lieder, Gestalten. Leipzig, Kurt Wolff 1915. Gelber Maroquinband mit vergoldeten Filten, Bordüren sowie Rückentitel und -ornamenten, Kopfschnitt vergoldet (signiert: Gertrud Zacharias und mit dem Monogrammstempel »HWFB«).

Erste Ausgabe. – Unnummeriert, wie die 100 Vorzugsexemplare auf Bütten gedruckt und in Leder gebunden. – Einen identischen Einband in schwarzem Maroquin beschreibt John Spalek für das Exemplar der Universiätsbibliothek Kansas, zwei weitere ähnliche mit dem HWFB-Stempel jedoch mit Signatur von Elisabeth Michahelles für die Houghton Library und Los Angeles Public Library.

24,3 : 16,8 cm. 107, [5] Seiten. – Ränder und Rücken etwas gebräunt.

Göbel 227. – Spalek 38. – Raabe/Hannich-Bode 330.5

380  Kurt Wolff – Voltaire. Kandide

€ 180

oder Die beste Welt. Eine Erzählung. Mit 26 Federzeichnungen von Paul Klee. München, Kurt Wolff 1920. Mit 26 Illustrationen im Text. Originalhalbleinenband mit Fileten- und Deckelvergoldung.

Erste Ausgabe mit den Illustrationen von Paul Klee. – Die 1911 entstandenen Federzeichnungen in »spinnwebenfeinem zeichnerischen Stil« wurden lithographiert. »Ein Vergleich der Federzeichnungen mit dem Text macht offenkundig, daß Klee recht eigenwillig illustriert hat. Am ausgeprägtesten ist dieser schwebende Strich, der wie ein feiner Hauch die Blätter berührt, in den Candide-Illustrationen. Er findet sich später nirgendmehr im Werk des Künstlers« (Lang, S. 51).

25,6 : 19,8 cm. 86, [6] Seiten. – Schönes Exemplar.

Göbel 509. – Lang, Expressionismus 176

381  Kurt Wolff. – Ernst Ludwig-Presse – Georg Trakl. Der Herbst des Einsamen.

€ 600

München, Kurt Wolff 1920. Blaugrüner Originalecrasélederband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt.

Stundenbücher des Kurt Wolff Verlages, Band 1. – Eins von 350 Exemplaren. – Gesetzt aus der Petit Kleukens-Antiqua, Handpressendruck von C. H. Kleukens auf Bütten, die Einbände der Reihe entwarf Emil Preetorius. – 1919 gründete Christian Heinrich Kleukens zusammen mit Rudolf G. Binding die »Kleukens-Presse« in Nieder-Ramstadt bei Darmstadt und übernahm bald darauf auch wieder die Leitung der Ernst Ludwig Presse, die der Verleger Kurt Wolff vorübergehend gepachtet hatte. Für ihn wurden innerhalb von drei Jahren die zehn »Stundenbücher« gedruckt. Es finden sich Gedichtbände eigener Autoren (Trakl, Tagore, Jammes, Werfel) neben Texten von Goethe, Eichendorff, Mörike, Hölderlin u. a.

18 :12 cm. [2], 43, [7] Seiten. – Rücken verblasst. Gelenke berieben, vorderes oben angeplatzt.

Stürz 27. – Göbel 506. – Ritzer 1983 2.4. – Raabe/Hannich-Bode 304.5

382  Kurt Wolff. – Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Lieder.

€ 300

München, Kurt Wolff 1920. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt. Im Originalschuber mit Deckelschild.

Stundenbücher 2. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius.

18,3 : 12,2 cm. [4], 135, [9] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Stürz 28. – Göbel 469. – Rodenberg 77, 2. – Schauer II, 64

383  Kurt Wolff. – Ernst Ludwig-Presse – Rabindranath Tagore. Die Gabe des Liebenden.

€ 300

München, Kurt Wolff 1920. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägten Rückentiteln und Goldschnitt.

Stundenbücher 3. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius.

18,3 : 12,2 cm. 52, [6] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Stürz 29. – Göbel 502. – Rodenberg 77, 3. – Schauer II, 64

384  Kurt Wolff. – Ernst Ludwig-Presse – Francis Jammes. Die Gebete der Demut.

€ 300

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägten Rückentiteln und Goldschnitt. Im Originalschuber mit Deckelschild.

Stundenbücher 4. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius. – Schönes Exemplar.

18,3 : 12,2 cm. [48] Seiten.

Stürz 30. – Göbel 533. – Rodenberg 77, 4. – Schauer II, 64

385  Kurt Wolff. – Ernst Ludwig-Presse – Matthias Claudius. Gedichte des Wandsbecker Boten.

€ 300

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägten Rückentiteln und Goldschnitt.

Stundenbücher 7. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius.

18,3 : 12,2 cm. 86, [6] Seiten. – Rücken verblasst.

Stürz 33. – Göbel 524. – Rodenberg 77, 7. – Schauer II, 64

386  Kurt Wolff. – Ernst Ludwig-Presse – Franz Werfel. Arien.

€ 300

München, Kurt Wolff 1921. Blaugrüner Originalecrasélederband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt.

Stundenbücher, Band 9. – Eins von 350 Exemplaren. – Einbandentwurf von Emil Preetorius. – Druck in Rot und Schwarz. – Innen druckfrisch.

18,6 : 12,4 cm. 40, [8] Seiten. – Rücken etwas verblasst.

Stürz 35. – Göbel 587. – Raabe/Hannich-Bode 330.14

387  Kurt Wolff – Pantheon – Fünf Ausgaben des Pantheon Verlages.

€ 250

Florenz, Pantheon · Casa Editrice und Paris, Pegasus Press 1927–1930. Originalhalblederbände mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

I. Tancred Borenius und E. W. Tristram. Englische Malerei des Mittelalters. Florenz, Pantheon und München, Kurt Wolff 1927. Mit 101 Lichtdrucktafeln. – II. A. Kingsley Porter. Spanish Romanesque Sculpture. 1928. Zwei Bände. Mit zusammen 222 Lichtdrucktafeln. – III. Pietro Toesca. Die florentinische Malerei des Vierzehnten Jahrhunderts. 1929. Mit 119 Lichtdrucktafeln. – IV. Curth H. Weigelt. Die sienesische Malerei des Vierzehnten Jahrhunderts. 1930. Mit 120 Lichtdrucktafeln. – V. Arthur Haseloff. Pre-Romanesque Sculptur in Italy. 1930. Mit 80 Lichtdrucktafeln. – Kurt Wolff entschloss sich 1924 zur Gründung des Kunstverlags »Pantheon« mit Sitz in Florenz. Er verfolgte den Plan, einen neuen Typus des Kunstbuchs zu schaffen. »Sie herauszuheben und im Licht einer gereiften Kunstforschung allen in ihre Sprache aufleuchten zu lassen – das ist das Ziel, um dessentwillen der Verlag international sein will« (Verlagsprospekt). Um einen internationalen Markt zu erreichen, wurden die Editionen auch ins Englische übersetzt. Qualität sollte vor Quantität stehen, gedruckt wurden die großformatigen Bücher von Hans Mardersteig – Kurt Wolffs typographischem Berater – in Verona.

31,5 : 23,5 cm. – Rücken meist verblasst.

Vgl. Göbel 804, 809, 817, 820 und 822

388  Avalun-Drucke – Miguel de Cervantes. Galatea.

€ 200

In neuer Bearbeitung und mit den Steinzeichnungen von Otto Hettner. Wien und Leipzig 1922. Mit 53 Lithographien im Text und drei weiteren auf dem Einband. Originalpergamentband mit Kopfgoldschnitt (P. A. Demeter).

21. Avalundruck. – Eins von 150 Exemplaren in Ganzpergament (Gesamtauflage 250). – Im Druckvermerk von Künstler und Buchbinder signiert. – Die Einband- und Titellithographien des Buchs wurden in Rötel gedruckt. – Gesetzt bei Jakob Hegner, Dresden-Hellerau, aus der Original Didot-Antiqua und gedruckt auf Bütten. – Die Lithographien wurden auf der Handpresse der Dresdner Akademie eingedruckt. – Otto Hettner (1875–1931), von dem auch die Textbearbeitung stammt, lehrte seit 1917 an der Dresdner Kunstakademie Aktzeichnen und erhielt 1919 dort eine Professur.

36,0 : 25,5 cm. [6], 112, [6] Seiten. – einige Seiten leicht stockfleckig.

Rodenberg 333, 21. – Schauer II, 97. – Sennewald 22

389  Avalun-Drucke – Johann Wolfgang von Goethe. Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand.

€ 300

Ein Schauspiel. Mit siebzehn Originalholzschnitten von Bruno Goldschmitt. Hellerau und Wien, Avalun 1923. Mit 16 Holzschnitten im Text, davon zehn ganzseitig und monogrammiert, einer Holzschnittvignette und einer Holzschnittdeckelvignette. Originalpergamentband (P. A. Demeter, Hellerau).

26. Avalun-Druck. – Eins von 200 Exemplaren mit den monogrammierten Holzschnitten und in Ganzpergament gebunden (Gesamtauflage 350). – Im Druckvermerk von Künstler und Buchbinder signiert. – Auf festem, chamoisfarbenem Velin gedruckt; alle Exemplare wurden bei Demeter handgebunden. – Sehr schönes Exemplar.

32,0 : 24,0 cm. 115, [5] Seiten.

Rodenberg 336, 26. – Sennewald 23,2

390  Aubrey Beardsley. Die Geschichte von Venus und Tannhäuser

€ 300

in die verwebt ist eine ausführliche Schilderung der Sitten am Hofe der Frau Venus […] und die Abenteuer Tannhäusers daselbst. Ohne Ort [1926]. Mit Frontispiz, Titelbordüre und sieben blattgroßen Illustrationen. Originalpergamentband mit goldgeprägtem Rücken, Rückentitel und Deckelvignetten (signiert: K. Ebert, München). In Kassette mit goldgeprägter Deckelvignette.

Unnummeriertes Exemplar. – 350 nummerierte Exemplar erschienen als Privatdruck »für die Freunde Beardsleys« (Druckvermerk). – Auf Bütten.

18,6 : 11,6 cm. [6], 68, [10] Seiten.

Hayn/Gotendorf IX, 571. – Lasner 151 B

391  Bremer Presse – Francis Bacon. The Essays.

€ 750

Tölz 1920. Originalpergamentband mit vergoldeten Fileten, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfschnittvergoldung (signiert: Frieda Thiersch). Im Originalschuber.

Sechstes Buch der Bremer Presse. – Eins von 270 Exemplaren. – Breitrandiger Druck auf Zanders-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Titel und Initialen von Anna Simons. – Ernst Schulte-Strathaus lobt dieses Werk »Ich gestehe, […] daß für mich der Bacon der Bremer Presse der schönste von allen Drucken ist, die uns die letzten Jahre gebracht haben« (Die Bücherstube 1920, S. 181). – Sehr gutes Exemplar.

26,8 : 17,7 cm. 242, [6] Seiten.

Lehnacker 6. – Rodenberg 57, 6. – Schauer II, 72

392  Bremer Presse – [Rudolf Borchardt]. Biblia: Das ist: Die Gantze Heilige Schrifft-Deudsch. D. Martin Luther.

€ 200

Verlagsankündigung der Bremer Presse. München, Dezember 1926. Gefalzte Doppelblätter.

Selten erhalten gebliebene Verlagswerbung für das Mammutprojekt der Presse, die fünfbändige Bibelausgabe. – Ein Doppelblatt im Format des Buches mit Titel und dem dreiseitigen Einführungstext zur Edition. Diese am Ende mit Angaben zu Umfang, Einbänden und Preisen. – Beigelegt sind hier zwei gefalzte Rohbogen aus dem ersten Band. – Auf dem Büttenpapier, das auch für die Bücher verwendet wurde, gesetzt aus der Bibel-Type der Bremer Presse, die extra für dieses Werk von Louis Hell geschnitten wurde. Den Titel und eine Initiale zeichnete, wie bei der Buchausgabe, einmal mehr Anna Simons.

35,5 : 25,0 cm. [4 und 12] Seiten.

Lehnacker 101

393  Bremer Presse – Homer. Ilias [griechisch].

€ 800

München 1923. Originalpergamentband mit Vergoldung (signiert: Bremer Binderei F. TH.). Im Originalschuber.

Eins von 615 Exemplaren (durchgehend römisch nummeriert). – Breitrandiger Druck auf Zanders-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Gesetzt aus der Griechisch Type, die von Willy Wiegand entwickelt und hier zum ersten Mal verwendet wurde. – Den Titel zeichnete Anna Simons. – Herausgegeben von Eduard Schwartz. – Mit einem Beilageblatt der Buchhandlung Leo S. Olschki, Florenz, mit Ankündigung der beiden Homer-Drucke der Bremer Presse.

34,5 : 22,5 cm. [6], [488], [6] Seiten; [6], 368, [22] Seiten.

Lehnacker 15. – Rodenberg 58, 15. – Schauer II, 70 (mit Abbildung)

394  Cranach-Presse – Paul Valery. Gedichte.

€ 600

Übertragen durch Rainer Maria Rilke. Leipzig, Insel 1925. Originalhalbpergamentband mit blauen Kleisterpapierdeckelbezügen; Rückentitel, Deckelinitiale und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber.

Erste deutsche Ausgabe der »Poésies«. – Eins von 400 Exemplaren, auf Bütten und in Halbpergament (Gesamtauflage 450). Sowohl Kessler als auch Rilke selbst sollen diese Ausgabe auf dem starken, unbeschnittenen und leicht getönten Bütten deutlich mehr geschätzt haben als die Japanexemplare. – Handdruck unter Leitung und nach Satzanordnung von Harry Graf Kessler und Georg Alexander Mathéy. – Eric Gill entwarf die floral verzierte und goldgeprägte Vorderdeckelvignette sowie die rot gedruckten Initiale am Textanfang, die Inselschiff-Titelvignette und die Colophon-Vignette am Ende. – 1924 hatte Harry Graf Kessler versucht, Anton Kippenberg zur Herausgabe einiger Handpressendrucke zu bewegen, die sich qualitativ zwischen den einfachen Drucken der Presse (wie Verwey oder Nostitz) und den »Großprojekten« wie Vergil und Hamlet bewegen sollten. Kessler hoffte dadurch die finanziell schwierige Lage der Cranach-Presse zu verbessern. Kippenberg schlug zu Kesslers Freude vor, die Valery-Übersetzungen Rilkes in solcher Form drucken zu lassen. Die Vignette »Handdruck der Cranach-Presse« entwarf Eric Gill wohl speziell für diesen Reihen-Plan. 1925 lehnte Kippenberg allerdings weitere Drucke mit Verweis auf den schlechten Absatz des Valery-Buches ab.

27,4 : 19,2 cm. 60, [4] Seiten.

Müller-Krumbach 38. – Brinks 59. – 100 Jahre Cranach-Presse, Weimar 2013, 40.– Sarkowski 1798. – Schauer II, 75. – Gill 326. – Fromm VI, 25924

395  Cranach Presse – P[ublius] Vergilius Maronis. Die Eclogen.

€ 1800

In der Ursprache und Deutsch übersetzt von Rudolf Alexander Schröder. Mit Illustrationen gezeichnet und geschnitten von Aristide Maillol. Leipzig, Insel 1926. Mit 43 Holzschnitten von Aristide Maillol sowie einem Holzschnitt-Titel und 17 -Initialen von Eric Gill, letztere ornamentiert von Aristide Maillol. 17 Gefalzte unbeschnittene Druckbogen, zusammen lose in Originalumschlag und -halbpergamentmappe mit Titeln in Rotdruck.

Eins von 250 Exemplaren auf Maillol-Kessler-Bütten, davon 225 für den Handel (Gesamtauflage 294). – Der Druck wurde im Frühjahr 1914 auf der Weimarer Handpresse begonnen und, durch den Weltkrieg unterbrochen, erst im Juni 1925 wieder aufgenommen. – Neben der lateinisch-deutschen Fassung erschienen auch Übersetzungen ins Französische und Englische. – Nach den ersten Vorarbeiten zur Satzanordnung, die Harry Graf Kessler schon 1912 begann, schuf Maillol 1912–1914 und 1925 die Holzschnitte. Maillol verlangte für seine Arbeiten ein besonders kostbares Papier. Nachdem zahlreiche Druckproben auf holländischem, deutschem und englischem handgeschöpften Bütten sowie auf China und Japan ihn nicht befriedigt hatten, richtete Harry Graf Kessler eigens die Papiermühle in Monval bei Marly ein, wo unter Mitwirkung von Maillols Neffen Gaspard nach vielerlei Versuchen ein Maillols Ansprüchen genügendes Papier produziert. Angesichts dieser Mühen mutet als tragikomisch an, dass besonders dieser Druck der Cranach-Presse fast immer mehr oder weniger stockfleckig ist. – Der Vergil, eines der Hauptwerke der Presse und zugleich eines der schönsten Bücher des 20. Jahrhunderts, wurde 1927 auf der Leipziger Buchkunst-Ausstellung ausgezeichnet. Die im Reihentitel angekündigten »Georgica« erschienen nicht mehr in der Cranach-Presse. – Beiliegend der Ankündigungsprospekt für das Werk.

31,8 : 24,5 cm. [6], 110, [12] Seiten. – Durchgehend leicht stockfleckig.

Brinks 63. – Müller-Krumbach 40. – Schauer II, 73 (mit 3 Abbildungen). – Sarkowski 1813. – Gill 328

396  Cranach Presse – Prospekt zu »Die Eclogen des Vergil«.

€ 250

Weimar 1926. Doppelblatt mit einem Holzschnitt von Aristide Maillol und zwei Initialen.

Erster Prospekt zur deutschen Ausgabe der »Eclogen« (1926/27): Gefalztes Doppelblatt. Gesetzt aus der Caslon Antiqua, gedruckt in Rot und Schwarz auf MK-Bütten im Format des Buches. Titelseite mit Holzschnitt (Flöte spielender Hirte), Innenseiten mit der Beschreibung des Druckvorhabens, Rückseite mit Angaben zur Auflagenhöhe der einzelnen Ausgaben und den Preisen. Mit zwei von Eric Gill geschnittenen und Aristide Maillol ornamentierten Initialen. – Dazu: Rudolf Alexander Schröder. The Cranach Press in Weimar. [New York 1968?]. Mit Abbildungen. Originalbroschur. Erste amerikanische Ausgabe der von Schröder eingeleiteten frühen Bibliographie der Presse. Die deutsche Originalfassung erschien 1931 in Imprimatur II (übrigens mit eingeklebten Originalbeispielen).

Brinks 32. – Müller/Krumbach 40 Anmerkung

397  Arno Holz und sein Werk.

€ 900

Deutsche Stimmen zu seinem 60. Geburtstage herausgegeben von Ferdinand Avenarius, Max Liebermann und Max von Schillings. Berlin, Werk-Verlag 1923. Mit sechs signierten Originalgraphiken und einer Tafel. Originalhalbpergamentband mit Deckelholzschnitt und Schutzumschlag.

Zweiter Druck des Werk-Verlags. – Eins von 125 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten und mit sechs signierten Arno Holz-Porträts von Lovis Corinth (Lithographie, Müller 586), Max Liebermann (Lithographie, Schiefler 350b), Max Pechstein (Holzschnitt, Krüger H 296) sowie Emil Stumpp (zwei Lithographien, 1920 und 1923) und Heinrich Wolff (Radierung). – Die Texte druckte Otto von Holten, die sechs Graphiken Fesling und Roll auf China. Als Frontispiz diente ein illustriertes Grußwort von Walther Klemm. – Die ornamentale Einbandillustration zeichnete Hans Thaddäus Hoyer, in Holz geschnitten wurde sie von Bruno Rollitz. – Mit Lobreden auf Arno Holz von Herwarth Walden, Alfred Richard Meyer, Leo Perutz, Franz Werfel, Hermann Hesse, Alfred Döblin, Julius Meier-Gräfe, Bruno Frank, Klabund, Richard von Schaukal, Kurt Tucholsky, Gustav Stresemann, Erich Mühsam, Hermann Struck und vielen anderen. – Dazu: Alfred Richard Meyer. Weniger feierliche denn wesentliche Worte zum 60. Geburtstag von Arno Holz gesprochen am 26. April 1923 im Lessing-Museum Berlin. Berlin, Werk-Verlag 1923. Kordelgeheftete Originalbroschur. Eins von 250 Exemplaren. Sechster Druck des Werk-Verlages. – Beide sehr gut erhalten.

30,0 : 24,0 cm. [2], 57, [9] Seiten, 1 Tafel, 6 Graphiken. – Unter- und hinterer Seitenrand mit winzigen Fehlstellen im Bezugspapier. Umschlagpapier mit kleinen Einrissen. – Vorsatzpapier mit Abklatsch des Schutzumschlags.

Söhn HDOG 234

398  Insel Verlag – Charles Baudelaire. Blumen des Bösen.

€ 200

In deutsche Verse übertragen von Graf Wolf v. Kalckreuth. Leipzig, Insel 1907. Mit illustriertem Titel und sechs Vignetten von H. W. Wulff. Flexibler, bordeauxroter Originalkalblederband mit goldgeprägter Vignette, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Unnummeriertes Exemplar, über die Auflage von 800 gedruckt (Gesamtauflage 850). – Titelblatt, Vignetten und Einband entwarf von Heinrich Wilhelm Wulff. – Einige Jahre zuvor hatte Stefan George den berühmten Zyklus erstmals ins Deutsche übertragen.

18,7 : 13,8 cm. [6], 155, [5] Seiten. – Rücken etwas verfärbt und wie die Ränder berieben, oberes Kapital stärker.

Sarkowski 99. – Fromm I, 2224

399  Insel Verlag – Goethes Italienische Reise.

€ 200

Mit den Zeichnungen Goethes, seiner Freunde und Kunstgenossen. Neu herausgegeben vom Goethe-Nationalmuseum. Leipzig, Insel 1925. Mit 174 teils farbigen Abbildungen auf Tafeln und im Text. Roter Originalmaroquinband mit reicher Vergoldung und blauen marmorierten Vorsätzen.

Exemplar der unbezeichneten Vorzugsausgabe in Ganzleder. Insgesamt wurden 2400 Exemplare gedruckt. – Nach mehreren Anläufen brach Goethe im Spätsommer 1786 endlich nach Italien auf und erreichte am 8. September 1786 den Brenner: »Von Innsbruck herauf wird es immer schöner, da hilft kein Beschreiben«. Goethe hielt sich bis Mai 1788 in Italien auf. Nach naturwissenschaftlichen Beobachtungen traten nach dem ersten Venedig-Aufenthalt kulturelle Themen in den Vordergrund. – Das Werk erschien, stark überarbeitet, jedoch immer noch in Tagebuchform, erstmals zwischen 1813 und 1817. Neben »Dichtung und Wahrheit« bildet die »Italienische Reise« den wichtigsten autobiographischen Text von Goethes Hand. – Goethes künstlerisches Bemühen spiegelt sich in unzähligen Zeichnungen und Skizzen, die in der vorliegenden Ausgabe um Schöpfungen von Angelika Kauffmann, Philipp Hackert, Tischbein, Kniep, Joh. G. Schütz (Römisches Carneval) und anderen erweitert wurden. – Die zweite Ausgabe des Insel Verlages erschien ohne das Nachwort von Georg von Graevenitz.

35,3 : 23,5 cm. [8], 343, [5] Seiten, 126 Tafeln. – Ecken und besonders die Stehkanten bestoßen. Rückenschild verblasst.

Sarkowski 591 A

400  Insel Verlag – Rainer Maria Rilke. Das Stundenbuch,

€ 300

enthaltend die drei Bücher: Vom moenchischen Leben/Von der Pilgerschaft/Von der Armut und vom Tode. Leipzig [1921]. Originalpergamentband mit Kopfgoldschnitt (signiert: E. A. Enders. Leipzig).

Erster Druck der Insel Presse. – Eins von 440 Exemplaren. – Gedruckt von Poeschel & Trepte, Leipzig, auf Van Gelder-Bütten. – Zweifarbiger Titel von Walter Tiemann. – Für die drei Drucke der Insel-Presse wurde eine eigene Schrift verwendet: Die von Carl Ernst Poeschel in England wiederaufgefundene gotische Schrift von William Caslon – eine der ersten dieser 1720 gegründeten englischen Schriftgießerei – wurde neu gegossen. – Sehr schönes Exemplar.

28,0 : 18,5 cm. [6], 105, [5] Seiten.

Sarkowski 1360. – Rodenberg 96, 1