ChristianHesse

Lot 351 – 400 | Hesse-Auktionen
Lot 351 – 400

351  Henry van de Velde – Hermann Muthesius. Stilarchitektur und Baukunst.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Wandlungen der Architektur im XIX. Jahrhundert und ihr heutiger Standpunkt. Mülheim-Ruhr, K. Schimmelpfennig 1902. Originalleinenband mit Gold- und Blauprägung.

Erste Ausgabe. – Einbandentwurf, Vignetten und Textornamente von Henry van de Velde, der seinen Vorstellungen von harmonischer Geschlossenheit aller Teile eines Buches hier »besonders konsequent durchgeführt« hat (Weber, S. 117). – In der Streitschrift vertritt Muthesius die Überwindung der historischen Stilarchitektur zugunsten einer an Funktion orientierten sachlichen Bauweise. In der ein Jahr später erschienenen Ausgabe wandte Muthesius seine Kritik ebenso gegen den Jugendstil. Nach der Gründung des Werkbundes kam es zum »Typenstreit« zwischen Muthesius und van de Velde, in dem sich van de Velde gemeinsam mit anderen Künstlern gegen Muthesius’ Aufforderung positionierte, man solle sich um das Entwerfen typischer Formen bemühen. – Sehr schönes Exemplar.

23 : 17 cm. 67, [3] Seiten.

Brinks 60. – Weber 32

352  Wiener Werkstätte – Almanach der Wiener Werkstätte.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Wien und Leipzig, Rosenbaum [1911]. Mit zwölf Tafeln, davon vier farbig. Orangefarbener Originalleinenband, ornamentale Deckelverzierung und Rückentitel in Braun geprägt.

Die originale Ausgabe, wohl nur in überschaubarer Auflagenhöhe gedruckt. – Den gesamten Buchschmuck (Einband, grüne Textbordüren und die ornamentierten Initialen) entwarf Josef Hoffmann. »Eine Reihe klangvoller Namen, die Elite der Wiener Literatur und Kunst, hatte sich da zusammengefunden, um durch Wort und Bild zu bezeugen, daß in ihrem Lager das geistige Österreich zu finden sei« (Hans Ankwicz-Kleehoven, zitiert nach Schweiger). Max Mell übernahm die Redaktion des literarischen Teils mit Beiträgen so wichtiger Autoren wie Peter Altenberg, Hugo von Hofmannsthal (Erstdruck von Akt 4 »Das Bergwerk zu Falun«) und Rainer Maria Rilke (Erstdruck des achten Sonetts der Louize Labé) u. a. vereinigte. – Die Bildbeigaben stammen von C. O. Czeschka (zwei Tafeln), Josef Hoffmann, Gustav Klimt, Ivan Mestrovic, Moritz Jung, Josef Schwetz, Albert Paris von Gütersloh sowie je eine farbige von Koloman Moser, Joseph von Diveky, Oskar Kokoschka und Berthold Löffler. – Sehr schönes Exemplar des wichtigen frühen Dokuments.

17 : 13 cm. [2], 126 Seiten, 12 Tafeln.

Schweiger, Kunst und Handwerk, S. 91. – Hofmannsthal: Houghton Library Catalog 96. – Rilke: Mises 220

353  Wiener Werkstätte – Ein Exlibris und sieben Drucksachen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Wien 1905–1928.

Koloman Moser. Farbige Lithographie. Um 1900. 21 : 11 cm. Im Stein monogrammiert. – Aus der Wiener Secession hervorgegangen, entwickelte sich die Wiener Werkstätte für etwa 25 Jahre zu einer der führenden Entwurfs- und Produktionsstätten des Jugendstil und Art Déco. – I.–III. Drei Bogen »Einwickel«papiere, zwei mit dem »Rosensignet«, davon einer zweifarbig, und einer mit der Firmenmarke. Um 1905. Je 29 : 20 cm. Entwurf von Koloman Moser und Josef Hoffmann. Das Rosensignet war seit 1903/04 die registrierte Schutzmarke der Wiener Werkstätte. – IV. Kunstschau 1908. Eintrittskarte. Zweifarbige Lithographie. 4,5 : 11,5 cm (6,8 : 19,3 cm). Entwurf von Anton Kling. Probedruck, unbeschnitten. Gedruckt bei Chwala, Wien. – V. Gutschein »berechtigt den Überbringer zum kostenlosen Einkauf in unseren Detailgeschäften […]«. Farblithographie. 5,4 : 16,4 cm (13,7 : 19,7 cm). Entwurf von Maria Likarz-Strauss. Wohl Probedruck oder unbeschnittener Bogen. 1917 wurde in der Kärntner Straße 32 eine erste Verkaufsstelle der Wiener Werkstätte eröffnet. – VI. Briefkuvert Wiener Werkstätte. Lithographie. 10,1 : 15,7 cm. Mit dem großen Logo der Werkstätte (dazu eine Dublette). – VII. 25 Jahre Wiener Werkstätte. Künstlerfest 31 Mai 1928. Lithographie. 11,9 : 17,5 cm. Einladungskarte zum Festakt in der Wiener Albertina. Trotz finanziell angespannter Lage wurde das Jubiläum mit mehreren Empfängen und Festen sowie einer aufwändigen und umfangreichen Monographie gefeiert. – Meist mit dem WW-Logo nach Entwurf von Koloman Moser. – Alle sehr gut erhalten.

V mit minimalen Knickspuren und leicht fleckig.

Vgl. Abbildungen in Schweiger, Kunst und Handwerk Seiten 172, 80, 114, 116

354  Heinrich Vogeler – [Jakob und Wilhelm] Grimm. Kinder- und Hausmärchen.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 750

Vollständige Ausgabe. Mit drei Bildnissen und einer Einleitung von Heinrich Wolgast. Leipzig, Hesse & Becker [1907]. Mit acht Bildtafeln nach Zeichnungen von Heinrich Vogeler-Worpswede. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Die Urheberschaft Vogelers, der damals durchaus ein beträchtliches Renommee erreicht hatte, wird im Buch nicht preisgegeben. Wohl deshalb blieb es vielen Vogeler-Sammlern unbekannt. Die Bildtafeln tragen allerdings winzig klein sein Monogramm. – In der Einleitung von Wolgast finden sich zwei Abbildungen mit insgesamt drei Porträts (beide Grimms auf einem). – Sehr selten und tadellos erhalten.

18 : 12 cm. 882 Seiten, 8 Tafeln.

Neteler 168

355  Heinrich Vogeler. Aus dem Osten.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 200

60 Kriegs-Zeichnungen aus dem Kriegsgebiet Karpathen, Galizien-Polen, Russland. Berlin, Nationaler Verlag [1916]. 60 Tafeln mit Textblättern lose in Originalleinenmappe.

Kupfertiefdrucke bei O. Felsing, Berlin. – Der Verkauf erfolgte »zugunsten der Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen«. – Mit dem Doppelblatt Titel und Widmung und einem weiteren Blatt Inhaltsverzeichnis. – Die Kriegszeichnungen reflektieren einen Wendepunkt in der politischen Sicht Heinrich Vogelers. 1914 hatte er sich als Freiwilliger zu den Oldenburger Dragonern gemeldet und kam bald an die russische Front. Seine »hochgradig ästhetische« Darstellung des Grauens steht bereits im Widerspruch zu seinen Erfahrungen dieser Zeit, »daß das Volk betrogen wird, daß die vom Kaiser ausgegebene Parole […] eine Unwahrheit ist […] und die Masse um des Mehrbesitzes der ›Kapitalisten‹ leidet.« In Folge dieser Erkenntnis schrieb Vogeler seinen berühmten Brief an den Kaiser und wurde daraufhin in eine Irrenanstalt eingewiesen. (vgl. Bernd Stenzig, in: »Worpswede-Moskau«, Ausstellungskatalog Worpswede 1989, Seite 114ff.) – Erworben aus dem Besitz des Vogeler-Experten Hans-Herman Rief.

43 : 33 cm (Mappenformat). – Titelblatt gebräunt und an den Rändern, wie auch die Einschlagklappen der Mappe, etwas stockfleckig. Ansonsten tadellos schön erhaltenes Exemplar.

356  Thomas Theodor Heine – Friedrich Hebbel. Judith.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Eine Tragödie in fünf Akten. München, Hans von Weber 1908. Mit zehn Tafeln und zehn Vignetten im Text von Thomas Theodor Heine. Blauer Originalkalblederband mit reich vergoldeten Deckeln, Rücken- und Kopfschnittvergoldung. Im Schuber mit Deckelschild.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Kaiserlich Japan (Gesamtauflage 1100). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auch den Einband entwarf Thomas Theodor Heine. – »Die an Beardsley erinnernde überschlanke Titelfigur, die sich vom abgeschlagenen Haupt des Holofernes abwendet, ist zu einer der meistverbreiteten Jugendstilillustrationen geworden« (Alfred Langer, in: »Jugendstil und Buchkunst«, Leipzig 1994). – Sehr schönes Exemplar.

21,8 : 18,2 cm. [2], 71, [1] Seiten, 10 Tafeln. – Rücken leicht verblasst. Ecken minimal berieben.

Schauer II, 10

357  Franz von Bayros – Geoffrey Sephton. In Pandean Vale.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Pictured in colour by the Marquis F. Bayros. Zürich, Amalthea [1920]. Mit acht montierten farbigen Abbildungen nach Aquarellen. Originalhalblederband mit Vergoldung (Karl Scheibe, Wien).

Eins von 495 Exemplaren in Halbleder (Gesamtauflage 500). – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – Einbandentwurf, Buchschmuck und Illustrationen von Franz von Bayros. – Mit 17 Jahren bestand Bayros die Aufnahmeprüfung an der Wiener Akademie. 1904 hatte er in München seine erste große Ausstellung, die ihm sofort großen Erfolg, Beachtung und zahlreiche Aufträge verschaffte. Er verkehrte in den eleganten Kreisen Münchens und gehörte bald zum Freundeskreis Johann Strauß’. Seine erotischen Illustrationen sind von Auffassung und Stil des Rokoko geprägt und machten ihn zusehends bekannt – so sehr, dass 1911 schließlich die Zensur eingriff und Bayros München verlassen musste. – Nahezu druckfrisches Exemplar, in Originalschutzumschlag und -schuber. – Dazu: Geoffrey Sephton. Bathseba. Tragödie. Aus dem Englischen von Max Roden. Wien, Amalthea 1922. Originalpappband mit Deckelschild. Mit eigenhändiger Widmung »To my dear old friend Mr. Max Morgenstern …«. – Aus der Sammlung Max Morgenstern..

25 : 22 cm. [2], 156,[2] Seiten. – Vor der letzten Lage Bindung gelockert.

358  Marcus Behmer – Buddha.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Auswahl aus dem Palikanon. Übertragen von Paul Dahlke. Berlin, Brandus 1922. Mit farbigem und vergoldetem Doppeltitel und Buchschmuck von Marcus Behmer. Originalpergamentband mit farbig intarsiertem und vergoldeten Deckelschild sowie reicher Rücken-, Deckel-, Innenkanten- und Kopfschnittvergoldung (signiert P. A. Demeter, Hellerau).

Eins von 225 Exemplaren auf Zanders-Bütten (Gesamtauflage 251). – Die gesamte künstlerische Gestaltung – Buchschmuck, große Zierinitialen, prachtvolle Titel- und Zwischentitelblätter mit Bordüren, alle farbig und teils in Gold gedruckt – stammt von Marcus Behmer. – Entwurf der Deckelintarsie und Bemalung der Vorsatzpapiere von Max Schwerdtfeger. – Gedruckt bei Otto von Holten unter der Aufsicht von Marcus Behmer. – Prächtig ausgestattetes Werk, die Pali-Überlieferung gehört zum ältesten Schriftgut des Buddhismus. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von Dialogen und Lehrvorträgen Buddhas.

35 : 27 cm. 262, [2] Seiten.

Rodenberg 446. – Schauer II, 44. – Erlemann X, 5. – Nicht bei Haucke

359  Doves Press – [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Eine Tragoedie. Hammersmith 1906. Flexibler Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (signiert: The Doves Bindery).

Eins von 300 Exemplaren auf Bütten, daneben wurden 25 Exemplare auf Pergament gedruckt. – Druck in Rot und Schwarz, mit vier großen Initialen. – Der erste von insgesamt sechs deutschsprachigen Goethe-Drucken, die Cobden-Sanderson aufgrund des großen deutschen Interesses an den Luxusausgaben seiner Presse im Laufe der Jahre drucken ließ. – Exlibris »Feuerbacher Heide«. – Sammlung Victor Günthert, München.

23 : 17 cm. [2], 260, [6] Seiten. – Deckelränder mit leichten Knitterfalten, am Rücken die fast unvermeidliche senkrechte Knickfalte, hier sehr leicht und wenig störend. – Etwa acht Seiten leicht stockfleckig. – Insgesamt schönes Exemplar.

Tidcombe DP 10. – Tomkinson 55, 10

360  William Morris – The Story of Cupid and Psyche

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 550

with illustrations designed by Edward Burne-Jones, mostly engraved on the wood by William Morris; the introduction by A. R. Dufty. Volume One [and] Two. London und Cambridge, Clover Hill Editions 1974. Mit Holzschnitten von William Morris. Originalhalbleinenbände mit Buntpapierbezug, Lederrückenschild und Kopfgoldschnitt.

Eins von 270 Exemplaren (Gesamtauflage 500). – William Morris (1834–1896) und Edward Burne-Jones (1833–1898) begannen in den 1860er Jahren mit den Planungen für diese großartige illustrierte Ausgabe. Burne-Jones zeichnete über vierzig Entwürfe für Morris’ Holzblöcke, das Werk wurde aber nie abgeschlossen. Carter druckte für diese Ausgabe auf der Rampant Lions Press, Cambridge von Morris’ originalen Holzstöcken und einigen der originalen Troy-Typen aus der Kelmscott Press (jetzt in der Cambridge University Press Collection) auf schwerem Papier von Barcham Green. Textgestaltung und Druck von Will und Sebastian Carter. – »The Story of Cupid and Psyche« gilt als das Meisterwerk der Presse von Will und Sebastian Carter, es ist das erste Buch das seit 1898 in dieser Art gedruckt wurde.

35 : 25 cm. [2], XIV, 37, [1], 26, [4]; [6], 92, [4] Seiten. – Vorsätze und Titelblätter mit kleinem Sammlerstempel.

361  Gregynog Press – Robert Vansittart. The Singing Caravan.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

A Sufi Tale. Montgomeryshire, Gregynog Press 1932. Mit einem zweifarbigen Holzstich-Frontispiz und zahlreichen, teils zweifarbigen, Initialen. Brauner Originalschaflederband mit vergoldeten Titeln.

Eins von 250 Exemplaren. – Das Frontispiz und die Verzierung der Initialen stammen von William Mac Cance. – Auf englischem Velin. – Robert Vansittart (1881–1957) war ein einflussreicher britischer Diplomat. Neben seiner politischen Tätigkeit verfasste er einige Dichtungen, die unter anderem sein Cousin T. E. Lawrence, Lawrence von Arabien, sehr bewundert haben soll. – Laut Harrop einer der schwer zu findenden Gregynog-Titel.

28 : 18 cm. VII, [3]. 142, [6] Seiten. Einband leicht berieben und fleckig. – Innendeckel, Titelblatt und Druckvermerk mit kleinem Sammlerstempel. – Die unbeschnittenen Ränder leicht gebräunt. Vereinzelte kleine Stockflecken. Vorsatzränder gebräunt.

Harrop 22

362  Officina Bodoni – Dante Alighieri. The Divine Comedy,

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 200

translated into English verse by Melville Best Anderson, with notes and elucidations by the Translator and with an Introduction by Arthur Livingston. New York, Limited Editions Club 1932. Farbig bedruckter Originalleinenband mit goldgeprägtem Rückenschild.

Eins von 1500 Exemplaren, gedruckt von Hans Mardersteig in seiner Officina Bodoni, Verona, für die Mitglieder der berühmten New Yorker Bibliophilenvereinigung. – Auf Bütten mit dem Titel des Werkes als Wasserzeichen. – Mit dem Pressensignet unter dem Druckvermerk und der Stempel?-Signatur Mardersteigs.

33 : 21 cm. XXI, [1], 491, [5] Seiten. – Vorsätze und einige Seitenränder etwas stockfleckig.

Nicht bei Mardersteig/Schmoller

363  Officina Bodoni – Rudolf Hagelstange. Venezianisches Credo.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 160

Verona 1945. Originalpappband mit blauem Roma-Bütten-Bezug. Mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeter Deckelvignette. Im Schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 155 Exemplaren. – Druckvermerk vom Dichter signiert. – Die Sonette entstanden 1944 in Venedig und Breganze. Hans Mardersteig entschloss sich in den letzten Kriegstagen zur Veröffentlichung, »beeindruckt von dem hohen Niveau der Sonette, die aussprachen, was ein jeder fühlte, und wie die Befreiung von einem Alpdruck wirkten«. Er wünschte aber die Nennung des Verfassernamens, wozu sich Hagelstange entschloss. »… als der Druck gerade beendet und der Buchbinder mit dem Einband beschäftigt war, zogen die Alliierten in Verona ein.« (Hans Mardersteig). – Satz aus der neugeschnittenen Griffo-Antiqua, gedruckt auf der Handpresse von Hans Mardersteig auf Magnani-Bütten.

28 : 19 cm. [4], 42, [6] Seiten. – Rücken etwas verfärbt. – Vorsätze und Schnitt leicht stockfleckig.

Mardersteig/Schmoller 71

364  Officina Bodoni – Aesop. The Fables.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Zuschlag/Hammerprice: € 3000

Printed from the Veronese Edition of MCCCCLXXIX in latin verses and Italian Version by Accio Zucco, with the Woodcuts newly engraved and coloured after a Copy in the British Museum. – The first three Books of Caxton’s Aesop. Containing the Fables illustrated in the Verona Aesopus of MCCCCLXXIX. Verona 1973. Mit 68 kolorierten Holzschnitten nach den Originalvorlagen. Grüne Originalhalbmaroquinbände mit Pergamentdeckeln; Rückentitel, ornamentale Deckelbordüren und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 160 Exemplaren der Ausgabe mit dem Caxton-Beiband (Gesamtauflage 190). – Handsatz aus der Centaur und gedruckt auf handgeschöpftem Magnani-Bütten. – Die Holzschnitte wurden nach denen der Giovanni Alvise-Ausgabe von 1479 neu geschnitten von Anna Bramanti und bei Daniel Jacomet in Paris nach dem Exemplar der British Library koloriert. – Der Beiband enthält die englischen Übersetzungen von William Caxton von 1484. – Hans Mardersteig über diese Ausgabe: »Giovanni Alvise […] hat mit seinem Aesop eines der schönsten illustrierten Bücher des Quattrocento gedruckt«. – Prachtvolle Edition; tadellos erhalten und selten.

25 : 17 cm. 277, [3]; 119, [5] Seiten.

Mardersteig/Schmoller 182

365  Bremer Presse – Hugo von Hofmannsthal. Die Wege und die Begegnungen.

Schätzpreis/Estimate: € 1000 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 800 ( R7 )

Bremen 1913. Roter Originalmaroquinband mit Kopfgoldschnitt. Blindgeprägte ornamentale Rückenverzierung und Deckelfileten sowie vergoldete Steh- und Innenkantenbordüren (signiert: Bremer Binderei).

Erstes Buch der Bremer Presse. – Erste Ausgabe, nach vorhergehenden zehn Exemplaren eines Versuchsdrucks in der Behrens-Antiqua. – Eins von 200 Exemplaren. – Gesetzt aus der 16 Punkt Antiqua, der ersten eigenen Druckschrift der Presse. – Der einzige kleinformatige Druck der Presse. – Das Pressensignet auf dem Titel, die neun Initialen, davon die erste groß und figürlich verziert, und die große Schlussvignette zeichnete Rudolf Alexander Schröder. – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten in Rot und Schwarz auf der Handpresse. – Der Einband stammt von Frieda Thiersch, deren Handeinbände für lange Jahre ein Markenzeichen der Presse waren. – Nur dieser Text des Mitbegründers der Presse und der im Folgejahr gedruckte »Tacitus«, der allerdings erst nach dem Weltkrieg ausgeliefert werden konnte, entstanden in der Gründungsstadt der Presse. Noch während des Krieges zog die Werkstatt nach Süddeutschland, in das Landhaus Thomas Manns nach Bad Tölz. Dort wurde die Arbeit 1919 fortgesetzt; bereits 1921 erfolgte aus Platzgründen ein erneuter Umzug nach München.

19 : 12 cm. [4], 21, [7] Seiten. – Vorsatzblätter am Rand mit den unvermeidlichen Leimschatten und Abklatsch von Klebestreifen eines ehemaligen Schutzumschlags. Rücken am Rand schwach berieben.

Lehnacker 1. – Rodenberg 1. – Schauer II, 68. – Houghton Library Catalogue 758

366  Bremer Presse – Homer. Ilias [griechisch]. – Odysseia [griechisch].

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

München 1922 und 1923. Originalpergamentbände mit Rücken-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Bremer Binderei, F. Th.).

Je eins von 615 Exemplaren (durchgehend römisch nummeriert). – Breitrandiger Druck auf Zanders-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Gesetzt aus der 16pt Griechisch, die von Willy Wiegand entwickelt und hier zum ersten Mal verwendet wurde. – Titelzeichnungen von Anna Simons. – Herausgegeben von Eduard Schwartz. – Schöne Exemplare der »erhabenen« Griechisch-Drucke in adäquaten Einbänden.

34 : 22 cm. [6], [488], [6] Seiten; [6], 368, [22] Seiten.

Lehnacker 15 und 16. – Rodenberg 58, 15 und 16. – Schauer II, 70 (mit Abbildung)

367  Hans (John) Schiff. 34 Fotografien aus der Buchbinderei der Bremer Presse.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

Vintages, Silbergelatineabzüge auf »Agfa-Lupex«. 9 : 12 cm. Mit 37 Negativen.

Die Aufnahmen entstanden in der Buchbinderei der Bremer Presse bei Arbeiten an einem Exemplar der dort 1924 gedruckten Faustausgabe. Die Presse bestand von 1913 bis 1939, seit 1921 firmierte sie in München. Frieda Thiersch leitete seit 1914 die Buchbinderei. – Die 34 Kontaktabzüge und die dazugehörigen 37 Großformat-Kodak-Negative stammen aus dem Nachlass des Fotografen John D. (Hans) Schiff (1907–1976). Er arbeitete als Jugendlicher in der Kölner Werbeagentur seines Vaters und war mit dem Sohn des bekannten Fotografen August Sander befreundet. Nicht zuletzt durch ihn kam Schiff in den 1920er Jahren mit der Fotografie in Kontakt. 1938 musste er Deutschland verlassen und etablierte sich ab 1940 in New York als Porträt- und Theaterfotograf. – Detailreiche Aufnahmen der einzelnen Arbeitsschritte: Ausbinden des Exemplars aus dem Verlagseinband, Heften, Kleben und Richten, Vorbereitung des Leders, Umstechen des Kapitalbändchens, Pressen der Bünde sowie Prägung und Vergoldung des Rückentitels. – In keiner der in Lehnackers Bibliographie der Bremer Presse mit Abbildungen genannten Publikationen sind diese Fotografien nachweisbar, sie blieben wohl nach Schiffs Weggang aus Deutschland unveröffentlicht. – Von drei Negativen fehlt der Abzug.

368  Cranach Presse – Jean de Rotonchamp. Paul Gauguin 1848-1903.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Paris, Edouard Druet 1906. Mit einem zweifarbigen Holzschnitt von Jacques Bertrand als Titelvignette und acht Heliogravüren nach Gauguin. Originalbroschur in Leinenkassette.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren, davon waren 250 für den Handel bestimmt. – Auf Bütten. – Gesetzt aus der Caslon, die Emery Walker für Kessler geschnitten hatte, und gedruckt bei R. Wagner, Weimar. – Schon dieses erste größere Druckvorhaben Kesslers in Eigenregie zählte Rudolf Alexander Schröder zu den »Vorstufen der Drucke der Cranach-Presse« (Imprimatur 1931, Seite 107). Es war »von Stilelementen geprägt, die für die Cranach Presse gültig bleiben werden: Eric Gill schreibt ein anspruchsvolles Titelblatt, auf dem die Beteiligung Kesslers an prominenter Stelle genannt wird. […] Der musterhaft einheitlich grau wirkende Satzspiegel in Caslon-Antiqua wird von Marginalien in der Kursiven in einem kleineren Grad begleitet und bietet mit den breiten Seitenrändern und mit den eingebauten, gezeichneten Initialen ein ästhetisch ausgewogenes, großzügiges Erscheinungsbild. […] Die Druckausführung ist ein Anfang und eine Festschreibung bestimmter Gestaltungsprinzipien: sie vollendet das, was in den kleinen Museumsdrucken bescheiden und behutsam probiert wurde. Es sollte vier Jahre dauern, bis Kessler [mit seinem Homer] ein neues Druckwerk unternimmt« (Renate Müller-Krumbach in: Das Buch als Kunstwerk, S. 40). – 1905 hatte Kessler im Weimarer Kunstmuseum eine Gauguin-Ausstellung organisiert, zu der er einen kleinen Katalog druckte. – Mit acht heliogravierten Abbildungen von Kunstwerken Gauguins, der Holzschnitt Bertrands entstand nach einer Maori-Maske Gauguins. – Unbeschnittenes Exemplar.

25 : 19 cm. [4], 227, [3] Seiten, 8 Tafeln. – Umschlagrücken leicht gebräunt und rissig, Vorderumschlag mit kleinen Randausrissen. – Innen, von den teils stark stockfleckigen Tafeln abgesehen, tadellos.

Müller-Krumbach 16. – Brinks 21. – Mück 1.4.1. – 100 Jahre Cranach Presse 11. – Gill 302b

369  Cranach Presse – Probedruck für »Die erste Ecloge« aus Vergil.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

Weimar 1911.

Aus dem Besitz von Harry Graf Kessler. – Wohl der erste Probedruck zu den ersten beiden deutschen Textseiten (Pagina 11 und 13) mit dem großen Holzschnitt von Aristide Maillol und der von ihm ornamentierten Gill-Initiale »T«, die in der endgültigen Fassung nicht verwendet wurde. Auch der Textsatz wurde noch grundsätzlich verändert. – Auf grauem Hadernpapier, das dem Seidenbütten der späteren zweiten Vorzugsausgabe sehr nahe kommt. – Diese Fassung entstand bereits 1911 und belegt, wie lange Kessler gemeinsam mit Maillol und Gill an der Perfektionierung von Satz und Illustrationsanordnung arbeitete. Das Buch erschien, auch verzögert durch äußere Einflüsse, erst 1926, wurde dann aber ein durchschlagender Erfolg und einer der Meilensteine der deutschen Buchkunst des 20. Jahrhunderts. – Rückseitig von Kessler monogrammiert und datiert »18.XII.1911« und mit verschiedenen späteren Anmerkungen. – Dazu: Probedruck zu »La Princesse de Babylone, Romans de Voltaire« Um 1930. Einblattdruck mit Text und einem Holzschnitt von Mariano Andreú. Doppelseite, auf Bütten. Ca. 26 : 33 cm. Die Voltaire-Ausgabe zählt zu etwa acht von Kessler geplanten Buchvorhaben, die aber nach Schließung der Presse nicht mehr realisiert werden konnten.

Ca. 33 : 25 cm.

Abbildung dieses Exemplars bei Renate Müller-Krumbach auf Seite 146. – Müller-Krumbach 59 (mit Abbildung)

370  Cranach Presse – Maurice Maeterlinck. La puissance des morts.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 1700

Weimar 1916. Gefalteter Bogen.

Exemplar 2 von 50. – Auf Van Gelder-Bütten. – Im Auftrag von Henry van de Velde von der Cranach Presse angefertiger Kriegsdruck, der als Manuskript gedruckt wurde und nicht in den Handel gelangte. – Henry van de Velde, der auch die typographische Gestaltung übernahm, ließ hier – während des Ersten Weltkriegs – mit Maeterlinck einen der wichtigsten belgischen Schriftsteller zu Wort kommen, zwei Jahre nachdem deutsche Truppen die Universitätsbibliothek Löwen in Belgien niedergebrannt hatten. – Aufgrund der kleinen Auflage und des ephemeren Charakters sehr selten. Selbst Renate Müller-Krumbach konnte kein Exemplar nachweisen, ihre Beschreibung beruht auf den Angaben in Kesslers Titelverzeichnis.

21,8 : 13,5 cm. [2], 5, [1] Seiten. – Titelseite teils leicht stockfleckig.

Müller-Krumbach 24. – Brinks, Cranach Presse 40. – Brinks, van de Velde 132. – Weber 74

371  Cranach Presse – Wieland Herzfelde. Sulamith.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Berlin, Heinz Barger 1917. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel und Vorderdeckelvignette in Silberprägung.

Erste Ausgabe. – Zweiter Kriegsdruck der Cranach Presse, Weimar. – Eins von 200 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert, was nach Brinks nur bei einem Teil der Auflage der Fall ist. – Handpressendruck, gesetzt aus der Caslon Antiqua , auf starkem Zanders-Velin. – Harry Graf Kessler hatte dem Heinz Barger Verlag seine Presse, Typen und Mitarbeiter zur Verfügung gestellt, für die Druckarbeiten aber wegen seiner Einberufung zum Kriegsdienst keine Verantwortung übernehmen können. Seinen Freund Henry van de Velde hatte er gebeten, sich während seiner Abwesenheit um die Presse zu kümmern. – Die erste Buchveröffentlichung des Pazifisten und Kommunisten Wieland Herzfelde, der die Gedichtsammlung seinem Bruder widmete. »Die Bezeichnung ›Heinz Barger Verlag‹ ist auf eine Eigenmächtigkeit Bargers zurückzuführen« (Frank Hermann). – Die Vignette auf dem Vorderdeckel stammt von Wieland Herzfelde. Sie wurde in die Zeichnung von George Grosz, die den blau-silbernen Einband der wenigen Vorzugsexemplare ziert, integriert (siehe den von Wieland Herzfelde selbst redigierten Katalog der Malik-Ausstellung mit Bibliographie, KatNr. 6, Abbildung der Vignette auf Seite 5.

28 : 23 cm. [18] Seiten. – Hinterdeckel leicht fleckig, innen sehr schön.

Müller-Krumbach 27. – Brinks 43. – 100 Jahre Cranach Presse, Weimar 2013, KatNr. 27. – Raabe/Hannich-Bode 120.1. – Hermann 190. – Lang, Grosz 3

372  Cranach Presse – Harry Graf Kessler. Richtlinien für einen wahren Völkerbund.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

(Entwurf einer Prinzipienerklärung als Grundlage eines Aktionsprogramms). Weimar [1920]. Geheftet, ohne Umschlag.

Erste Ausgabe. – »Gedruckt für Harry Graf Kessler, Kurthstrasse 1 a, Weimar (Sekretariat)«. – Gesetzt aus der Caslon-Antiqua durch Walter Tanz und Max Kopp in der Werkstatt der Cranach Presse, gedruckt bei Wagner Sohn, Weimar. – Einmal mehr nutzte Kessler seine Presse und das dort kumulierte typographische Können für eine der Kleinschriften, die sein politisches Engagement ausmachten. – Beilage: Dasselbe in überarbeiteter Textfassung und anderer Typographie (nicht Cranach Presse). Herausgegeben vom Bund »Neues Vaterland« als deren Drucksache 92. Kessler zählte neben anderen Prominenten wie Albert Einstein, Clara Zetkin und Stefan Zweig zu den bekannten Mitgliedern dieser kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs gegründeten pazifistischen Vereinigung.

22 : 14 cm. 9, [3] Seiten. – Ränder der Außenseiten etwas gebräunt.

Müller-Krumbach 29. – Brinks 46. – Mück 2.2.1

373  Cranach Presse – [Harry Graf Kessler]. Europäische Notwendigkeiten nach Locarno.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Berlin, im Dezember 1925. Köthenerstrasse 28 W. 9. [Weimar 1925/1926]. Fadengeheftete Broschur, ohne Broschurumschlag.

Erste Ausgabe von Kesslers Aufsatz zur Zukunft Deutschlands und Europas nach dem Vertragsschluss von Locarno. »Der Druck ist eine politisch ambitionierte Schrift, die offenbar in Abwesenheit Kesslers in einer Zeit gedruckt wurde, als nur wenige andere Aufträge vorlagen und die parallel durchgeführten Arbeiten zum ›Vergil‹ die Werkstatt nicht auslasten konnten« (Kat. Weimar, S. 128). – In der Werkstatt der Cranach Presse aus der Caslon gesetzt und auf Bergisch Gladbach-Bütten gedruckt. – Immer wieder nutzte Kessler seine Presse zum Druck eigener und ihm unterstützenswert erscheinender Texte, teils in Form von Zeitschriften oder Broschüren, auch diese in mustergültiger Typographie und, wie hier, gar auf feinem Papier. – Sehr selten.

23 : 16 cm. 10, [2] Seiten. – Obere Ecken minimal geknickt.

Müller-Krumbach 37 (»Ohne Verantwortung Kesslers gedruckt«). – Brinks 57. – Mück 2.2.8. – Kat. Weimar, 100 Jahre CP, 38

374  Cranach Presse – In memoriam Paul Cassirer 7. Januar 1926.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 850

Gedächtnisreden von Max Liebermann, Harry Graf Kessler bei der Totenfeier und ein Nachruf von René Schickele. Weimar 1926. Mit drei Initialen von Aristide Maillol und dem Titel mit Verlegervignette von Eric Gill, alles in Holzschnitt. Moderner schwarzer Lederband mit rot-goldenem Deckelschild.

Unnummeriertes Exemplar, über die Auflage von 75 hinaus gedruckt und wahrscheinlich zeitgenössisch nicht aufgebunden. – Auf Maillol-Kessler-Bütten. – Die beiden Reden wurden auf der Totenfeier am 10. Januar gehalten, der Nachruf von Schickele erschien einen Tag später in der Vossischen Zeitung. – Am 10. Januar notierte Kessler in seinem Tagebuch: »Trauerfeier für Paul Cassirer. Das ganze künstlerische Berlin. […] Mit Kolbe hinausgefahren u. nachher in sein Atelier, wo er mir die Totenmaske zeigte. […] Der Tod Cassirers hat mich tief erschüttert.« – Zwei uns bekannte Vergleichsexemplare haben ein Frontispiz mit der Cassirer-Totenmaske von Georg Kolbe, gedruckt auf Kunstdruckpapier und als Einzelblatt eingebunden. So nur in dem Exemplar der Weimarer Ausstellung 2013, nicht aber bei Müller-Krumbach, Brinks und Mück.

26 : 17 cm. 14, [2] Seiten.

Brinks 61. – Müller-Krumbach 42. – Mück 2.3.9. – Schauer II, 75. – Gill 329

375  Cranach Presse – Zwei Prospekte zu »Eclogen des Vergil«.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Weimar 1926.

Jeweils der erste Prospekt zur deutschen bzw. zur englischen Ausgabe der »Eclogen« (1926/27) in identischer Gestaltung: Gefalztes Doppelblatt. Gesetzt aus der Caslon Antiqua, gedruckt in Rot und Schwarz auf MK-Bütten im Format des Buches. Titelseite mit Holzschnitt (Flöte spielender Hirte), Innenseiten mit der Beschreibung des Druckvorhabens, Rückseite mit Angaben zur Auflagenhöhe der einzelnen Ausgaben und den Preisen. Mit zwei bzw. einer von Eric Gill geschnittenen und Aristide Maillol ornamentierten Initiale.

Brinks 62 und 66. – Müller-Krumbach 40 Anmerkung

376  Cranach Presse – La Cantique des Cantiques de Salomon.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Texte d’apres la traduction Française de Lemaistre de Saci. Bois dessinés et exécutés par Eric Gill. Weimar, Cranach Presse 1931. Gefalzter Doppelbogen.

Prospekt zur französischen Ausgabe des »Canticum Canticorum Salomonis«. – Auf Maillol-Kessler-Bütten. – Satz, Druck und Schrift wie in der Buchausgabe. – Das Doppelblatt mit dem Titel in Rot und Schwarz, innen die Seiten 26 und 27 mit einem ganzseitigen Holzschnitt, auf der Rückseite die Angaben zu den drei Ausgaben (Bütten, Japan, Pergament) mit Preisen und Verlegeranschrift in Paris. – Tadellos erhalten. – Beilage: Rohbogen der deutschen Ausgabe. Seiten 11–18 mit drei Holzschnitten und vier Holzschnitt-Initialen. Auf Maillol-Kessler-Bütten, Druck in Rot und Schwarz. Verlagsfrisch.

26 : 13 cm. [4] Seiten.

Brinks 92. – Nicht bei Müller-Krumbach, Mück und im Kat. Weimar

377  Cranach Presse – The Song of Songs

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

in Latin with eleven wood-engravings and eighteen initials designed and cut by Eric Gill. Weimar, Cranach Presse 1931. Gefalzter Doppelbogen.

Englischer Prospekt zum »Canticum Canticorum Salomonis«. – Auf Japan. – Satz, Druck und Schrift wie in der Buchausgabe. – Das Doppelblatt mit dem Titel in Rot und Schwarz, innen die Seiten 26 und 27 mit einem ganzseitigen Holzschnitt und zwei Holzschnitt-Initialen, auf der Rückseite die Angaben zu den drei Ausgaben (Bütten, Japan, Pergament) mit Preisen und Verlegeranschrift. Die dort angekündigte Extrasuite der Holzschnitte für die Pergamentexemplare wurde nie realisiert, zeigt aber die Bedeutung, die Kessler der Ausgabe beimaß. – Eine hier suggerierte englische Ausgabe ist nie erschienen. – Das vorliegende Exemplar besteht aus zwei noch nicht getrennten und unbeschnittenen Drucken des Prospekts und umfasst also insgesamt acht Seiten.

26 : 13 cm. – [8] Seiten. – Tadellos.

Brinks 90. – Nicht bei Müller-Krumbach, Mück und im Kat. Weimar

378  Cranach Presse – Vier Prospekte.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Weimar 1930 und 1931.

I. The Cranach Press Hamlet. Zweiter englischer Prospekt. Einblattdruck auf MK-Bütten, beidseitig bedruckt in Rot und Schwarz. Vorderseite mit einem Holzschnitt von E. G. Craig, Angaben und Preisen der verschiedenen Ausgaben, rückseitig frühere und geplante Ausgaben der Cranach-Presse, ebenfalls mit Detailangaben. – II. The Duinese Elegies by Rainer Maria Rilke. Englischer Prospekt. Einblattdruck auf Bütten, einseitig bedruckt in Rot und Schwarz. Mit ausführlichen Angaben zu Übersetzung, englischem Verleger und den verschiedenen Ausgaben mit Preisen. – III. The Songs of Songs. Englischer Prospekt. Gefalztes Doppelblatt, Japanpapier, beidseitig bedruckt in Rot und Schwarz. Mit einem ganzseitigen Holzschnitt von Eric Gill und zwei Initialen sowie Angaben zu Ausstattung und Preisen der verschiedenen Ausgaben. – VI. Dasselbe, auf Bütten. – Dazu: Edward Gordon Craig. Osrick. Holzschnitt. Um 1928/30. 15,7 : 8,0 cm (24 : 36 cm). Auf gelbem Japan. Eins der über die Auflage für die Suiten zu den Hamlet-Vorzusgausgaben hinaus gedrucktes Exemplar. Unterrand mit Einriss.

36 : 24 cm, 30 : 18,5 cm, 26 : 13 cm, also alle im Format der Buchausgaben. – I: leicht stockfleckig und geknickt, II: Oberrand leicht gebräunt, IV: stark stockfleckig.

Brinks 78, 86 und 90

379  Harry Graf Kessler. Walther Rathenau.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Préface de Gabriel Marcel. – Souvenirs d’un Européen.De Bismarck a Nietzsche. – Traduit de l’Allemand par Gabriel Marcel [bzw.] Blaise Briod. Paris, Grasset 1933 bzw. Plon 1936. Mit 12 Bildtafeln. Zwei Originalbroschuren.

Erste französische Ausgabe, sehr selten. – Nach seinen »Notizen über Mexico« (1898) veröffentlichte Kessler nur noch zwei umfangreiche eigene Texte: 1928 seine Rathenau-Biographie, 1935 den Fragment gebliebenen ersten Teil seiner Lebenserinnerungen »Gesichter und Zeiten. Völker und Vaterländer«. – Die französischen Ausgaben erschienen erst nachdem Kessler Deutschland 1933 verlassen hatte. – Dazu: Todesanzeige Harry Clément Ulrich Comte de Kessler vom 30. November 1937, im Namen seiner Schwester, der Marquise de Brion und deren Familie. In unadressiertem Originalkuvert. – Beide Bücher waren 1988 als Leihgabe in der Kessler-Ausstellung des Literaturarchivs Marbach zu sehen.

21 : 13 cm, XVI, 290, [8] Seiten bzw. 20 : 13 cm. [8], 300, [4] Seiten, 12 Bildtafeln. – Umschlag von 1 eingerissen. – Ränder von 2 gebräunt, einige Blätter lose.

380  Edward Gordon Craig. A Production.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 380

Being thirty-two collotype plates of designs projected or realised for ›The Pretenders‹ of Henrik Ibsen and produced at the Royal Theatre Copenhagen 1926. London, Oxford University Press für Humphrey Milford 1930. Mit 32 teils farbigen Lichtdrucktafeln. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägten Titeln.

Eins von 105 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Handbütten, im Druckvermerk vom Künstler signiert (Gesamtauflage 605). – Craigs Theaterprojekt datiert in die Zeit, da seine wohl wichtigste buchkünstlerische Arbeit entstand: 1904 hatte Craig auf einer Deutschlandreise Harry Graf Kessler kennengelernt. Die Bühnenbild-Holzschnitte des Dramatikers, Theaterreformers und Graphikers regten Kessler später zu seiner Hamlet-Ausgabe mit Holzschnitten Craigs an. Die Planungen begannen schon 1910, das Buch der Cranach-Presse erschien aber erst zwanzig Jahre später. – Tadellos schön erhalten. – Mit dem Ankündigungszettel des Verlages mit Stempel »Horst Stobbe Bücherstube«, der legendären Buchhandlung am Münchner Siegestor, dem Anlaufpunkt der Münchnen Bibliophilen. – Vorblatt mit dem bekannt dezenten Besitzvermerk von Heinrich Stinnes, der das Werk 1930 zum Subskriptionspreis von £ 10.10 (RM 215) erworben hatte. So gesehen liegt unsere Schätzung bei nur 25% des Neupreises.

51 : 38 cm. [8], 21, [3] Seiten, 32 Tafeln mit 32 Erläuterungsblättern.

381  Maillol.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 250

[Ausstellungskatalog der] Galerie Flechtheim. Berlin 1928. Mit 16 blattgroßen Abbildungen und drei im Text. Originalbroschur mit Deckelbild.

Seltener Katalog zur ersten größeren Aristide Maillol-Ausstellung in Deutschland, die in enger Zusammenarbeit mit Harry Graf Kessler zustande kam und vom 29. November bis Weihnachten 1928 gezeigt wurde. Neben Kessler zählten u. a. Arno Breker, Mossey Kogan, Georg Kolbe und Renée Sintenis zum Ausstellungskomitee. – Mit einem ausführlichen Text von Harry Graf Kessler. Ausgestellt waren 75 Plastiken, Gemälde und Zeichnungen sowie zahlreiche Graphiken, u. a. die Holzschnitte zum Vergil, sowie 25 Gemälde von Maillols Sohn Lucien.

16 : 12 cm. 32 Seiten. – Umschlag leicht braunfleckig.

Flechtheim-Bibliographie, Kat. Düsseldorf 1987, Seite 146

382  Aristide Maillol – Publius Vergilius Maro. Les Géorgiqves.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Ausruflimit/Reserve price: € 3000

Texte latin et version française de l’Abbé Jacques Delille, gravures sur bois d’Aristide Maillol. Tomes prémier [et] séconde [et Suite de bois originaux]. Paris, Philippe Gonin 1937–1943 (1950). Mit 122 Holzschnitten im Text. Lose Doppelblätter in zwei Originalumschlägen, -halbpergamentchemisen und -schubern und eine Suitenmappe in Originalschuber.

Eins von 750 Exemplaren, im eigentlichen eins von 100 Vorzugsexemplaren, denn nur so viele Suitenausgaben wurden (nach Rauch) gedruckt. – Mit zwei Suiten der 122 Holzschnitte, eine in Schwarz, eine in Rot gedruckt, alle Blätter mit Monogrammstempel und jeweils in Originalumschlag mit einem in Rot bzw. Schwarz gedruckten Holzschnitt. – Auf Maillol-Gonin-Bütten mit den beiden schönen Wasserzeichen. – Die Holzschnitte in der Mehrzahl groß und in der Formensprache des späten Maillol, eine Reihe kleine, fast zierstückartige und einige Initialen. – Auch diese Ausgabe benötigte einige Jahre bis zum Abschluss, die letzten Holzschnitte entstanden erst kurz vor Maillols Tod. – Eins der schönsten Bücher des französischen Künstlers, sein künstlerisch reifstes Werk ergänzt die Holzschnitte zu Vergils »Eclogen«, die bereits 1913–1926 für die Ausgabe der Cranach-Presse entstanden. – So schön und vollständig sehr selten.

32 : 24 cm. [6], 174, [8] Seiten; [8], 154, [6] Seiten; 244 lose Holzschnitte.

Rauch 144. – Garvey 175. – Monod 11339

383  Aristide Maillol – Quintus Horatius Flaccus. Carmina. Odes I [et] II.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausruflimit/Reserve price: € 530

Texte latin et traduction en vers par le Baron Delort. Gravures sur bois d’Aristide Maillol. Paris, Philippe Gonin 1939–1958. Mit 118 Textholzschnitten. Halblederbände mit Furnierapplikationen, Rückentitel, Deckelfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: A. Lobstein). Die Originalumschläge wurden eingebunden.

Eins von 50 arabisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe, jedoch ohne die Suiten (Gesamtauflage 450). – Auf Maillol-Bütten. – Druckvermerke vom Verleger paraphiert. – Ursprünglich plante Harry Graf Kessler eine Ausgabe des Horaz. Bereits 1930 beauftragte er Maillol mit den Illustrationen, da ihm ausschließlich Maillols Illustrationen dem Geist eines Textes des klassischen Altertums zu entsprechen schienen. Es existieren Probedrucke dieses Vorhabens, die Cranach-Presse wurde aber 1931 geschlossen und das Projekt ad acta gelegt. Die Horaz-Holzschnitte von Maillol entstanden bereits 1939, der Textsatz und Druck des Gesamtwerkes erfolgte aber erst 1958. Gonin hatte zeitgleich (1937–1943) auch die von der Cranach-Presse nur bis zu Probedrucken gelangten »Georgica«, den zweiten Teil des Vergil, herausgebracht. – Sehr gut erhalten und elegant gebunden von Alain Lobstein, Paris.

21 : 14 cm. [8], 179, [5] Seiten; [4], 278, [2] Seiten. – Lederexlibris Francis Kettaneh.

Monod 6091

384  Aristide Maillol. 50 Holzschnitte zu »Longus. Les Pastorales ou Daphnis et Chloé.«

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 340

1937. 19,9 : 13,3 cm (Blattformat).

»Sensual, sometimes erotic but in the best sense of both terms« (W. Strachan). – Nahezu vollständige Suite der berühmten Holzschnittfolge. – Auf Bütten, gedruckt in Rot. – Im Originakartonumschlag. – Das Buch enthielt insgesamt 46 Holzschnitte.

Vier Blätter an einer Ecke schwach geknickt, eins mit stärkerer Quetschfalte.

385  Eggebrecht-Presse – Christian Heinrich Kleukens. Das Wunder der heiligen Nacht.

Schätzpreis/Estimate: € 100

Ausruflimit/Reserve price: € 70

Mainz, Werkstatt für Buchdruck 1935. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 35 Exemplaren, die als »Jahresgabe« neben der Auflage von 100 Exemplaren verteilt wurden. – Handabzüge in Braun und Schwarz. – Sehr seltenes und frühes Dokument der Eggebrecht-Presse, noch vor deren eigentlicher Gründung 1936.

23 : 15 cm. [5], 8, [3] Seiten.

Vgl. Spindler 92

386  Alfred Hoennicke – Goethes Sonette.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 320

Berlin 1917. Originalbroschur mit Buntpapierdeckelbezug. In Halbleinenmappe mit Deckelbezügen in dem rot-goldenem Leier-Sphinx-Papier.

Dritter Daphnis-Druck. – Eins von 100 Exemplaren. – Auf Kaiserlich Japan. – Satz aus der Kursiv von Christoph van Dyck aus dem Jahr 1650. – Druck auf der Handpresse bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Titel und Initialen zeichnete Hans Volkert, gedruckt in Rot und Gold. – Schönes Exemplar. – Mit einem beigelegten weiteren Deckelschildchen.

23 : 17 cm. 23, [1] Seiten. – Rückengelenke der Mappe angeplatzt, unten mit Fehlstelle. Deckelschild stockfleckig.

Backe 8. – Rodenberg 322, 3 (irrtümlich unter N.F.)

387  Alfred Hoennicke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Indische Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Paria. Berlin-Charlottenburg 1921. Originalmaroquinband mit blindgeprägten Eckfleurons.

Dritter Daphnis-Druck der neuen Folge. – Eins von 100 Exemplaren. – Druck auf der Handpresse bei E. Haberland, Leipzig. – Sehr selten.

20 : 15 cm. [40] Seiten. – Rücken verblasst, Kanten leicht berieben. – Vorsätze erneuert.

Backe/Koeppen 55

388  Hyperiondrucke – Joseph von Eichendorff. Aus dem Leben eines Taugenichts.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 400

München, Hans von Weber 1914. Mit 29 Lithographien von Emil Preetorius, fünf davon blattgroß und koloriert. Neuer blauer Oasenziegenlederband, Rückentitel und Deckelvignette vergoldet (signiert: Johannes F. Harmuth).

Eins von 500 arabisch nummerierten Exemplaren (Gesamtauflage 600). – Gesetzt aus der Leibniz-Fraktur. – Auf Velin mit dem Wasserzeichen des Verlegers. – Schönes Exemplar.

30 : 20 cm. [4], 121, [3] Seiten. – Rücken etwas verfärbt.

Rodenberg 415, 6. – Schauer II, 63. – Ohr 17

389  Insel-Verlag – Als der Großvater die Großmutter nahm.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Ein Liederbuch für altmodische Leute. Vierte, vermehrte und verbesserte Auflage. Leipzig, Wilhelm Grunow 1905. Dunkelbrauner Maroquinband mit reicher Rücken-, Deckel-, Kanten- und gepunzter Schnittvergoldung (signiert: Walter Hacker, Leipzig).

Die Anthologie volkstümlicher Lieder, Fabeln und Erzählungen von Arndt, Brentano, Chamisso, Claudius, Gellert, Hauff und vielen anderen war wohl ein »Longseller«: Seit 1885/86 erschienen vier Auflagen, noch 1905 wurde der Titel unverändert in den Insel-Verlag übernommen, 1992 erschien eine von Anton Kippenberg und Friedrich Michael überarbeitete Ausgabe. Thomas Mann las gern aus dieser Sammlung vor – »Es war da auch ein Buch, aus dem er öfters etwas zum besten gab. Es hieß: ›Als der Großvater die Großmutter nahm‹.« (Katia Mann in »Meine ungeschriebenen Memoiren«). – Schöner Handeinband, fast makellos.

18 : 12 cm. XVI, 662, [2] Seiten, 1 Tafel. – Rücken leicht verblasst.

vgl. Sarkowski 14

390  Insel Verlag – Charles Dickens. Ausgewählte Romane und Novellen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Erster [bis] Sechster Band. Leipzig, Insel [1922–1925]. Flexible rehbraune Originallederbände mit reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Fileten und Deckelvignetten und Kopfgoldschnitt.

Verschiedene Auflagen der sechsbändigen Dünndruckausgabe. – 1. David Copperfield. – 2. Der Raritätenladen. – 3. Die Pickwickier. – 4. Martin Chuzzlewitt. – 5. Nikolaus Nickleby. – 6. Oliver Twist. Weihnachtserzählungen. 1913. – Mit einer Einleitung von Stefan Zweig. – Der Text dieser Ausgabe wurde unter Benutzung älterer Übersetzungen neu gestaltet. Die Illustrationen von Phiz, Cattermole, Cruikshank, Seymour, Buß, Maclise, Leech, Stanfield und Stone wurden nach den ersten Ausgaben der Romane wiedergegeben. – Titel- und Einbandzeichnungen von E. R. Weiß. – Schöne Exemplare der handschmeichlerischen Ausgabe.

18 : 12 cm. – Rücken minimal verblasst. Ein Vorderdeckel mit schwacher Kratzspur.

Sarkowski 382

391  Insel-Verlag – Die Geschichte von Aucassin und Nicolette.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 160

[Wiesbaden], Insel [1955]. Mit 17 kolorierten Holzschnitten von Fritz Kredel im Text. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und seidenbezogenen Deckeln (Willy Pingel). Im Schuber.

Eins von 500 Exemplaren. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert und nummeriert. – Die Holzschnitte wurden von Martin Schauer nach Vorlagen von Fritz Kredel koloriert. – Das vorliegende Büchlein ist »Fritz Kredels vielleicht bekannteste Arbeit in der historischen Stilmanier« (Salter S. 56). – Erschien bereits 1954 als Neuausgabe von Insel-Bücherei Nr. 14, die Wiesbadener und Leipziger Ausgaben von 1955 wurden allerdings jeweils neu gesetzt. – Tadellos erhalten.

19 : 12 cm. 68, [4] Seiten.

Sarkowski 519. – Salter 1.230.3

392  Insel Verlag – Der Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 260

In drei Bänden. Leipzig 1912. Rote Originalmaroquinbände mit Rückenvergoldung.

In der gesuchten Lederausgabe. – Die Einbandgestaltung stammt von E. R. Weiß.

20 : 13 cm. – Ränder minimal berieben, Rücken unmerklich verblasst.

Sarkowski 554

393  Henry van de Velde – Friedrich Nietzsche. Ecce Homo.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Leipzig [1908]. Mit illustriertem Doppeltitel und Buchschmuck von Henry van de Velde. Schwarzer Maroquinband. Rückentitel, Deckelfileten, Innenkantenbordüren und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von 1100 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 1250). – Den Buchschmuck zeichnete Henry van de Velde. – Die große Titelillustration, die Vignetten und die Anfänge der einzelnen Abschnitte wurden in Hellbraun gedruckt. – Henry van de Velde war ein großer Verehrer Nietzsches und gestaltete die drei bibliophilen Nietzsche-Ausgaben des Insel-Verlages. – Nietzsches autobiographischer Text (»Wie man wird, was man ist«) hier aus dem Nachlass herausgegeben und mit ausführlichem Nachwort von Raoul Richter. – Schönes Exemplar, imposant gebunden.

25,0 : 19,5 cm. [3]–154, [4] Seiten. – Bindung in der ersten Lage gelockert.

Sarkowski 1201. – Schauer II, 15. – Schaberg 61 b. – WNB 320

394  Insel Verlag – Henry van de Velde. Vignette für »Emile Verhaeren. Les heures du soir.«

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

Tusche und Deckweiß. 1911. 1,5 : 1,5 cm.

Vorlage für den Druck bei Spamer, Leipzig. Das Buch erschien 1911 im Insel-Verlag, Henry van de Velde entwarf den Einband, die Typographie und die Vignetten. – Das kleine Zierstück, das hier als gespiegeltes Paar gezeichnet wurde, verwendete van de Velde für die ovale Umrahmung der Vorderdeckelvignette und zweimal auf dem Titel. – Die Entstehungsgeschichte des Buches wird in John Dieter Brinks’ van de Velde-Monographie ausführlich beschrieben (Laubach/Berlin 2007, S. 181ff.). – Rückseitig mit van de Veldes Atelier-Stempel.

Etwas beschnitten, der rückseitige Stempel dadurch knapp angeschnitten und mit kleiner Montierungsspur.

Vgl. Brinks, van de Velde 98 und Sarkowski 1822

395  Insel Verlag – [Antoine-François] Prévost. Die Geschichte der Manon Lescaut

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 270

und des Chevalier des Grieux. Leipzig, Insel 1923. Mit acht Heliogravüren nach Kupfern von Jacques Joseph Coiny. Grüner Originalmaroquinband mit Rückenschild, reicher floraler Rücken- und Deckelvergoldung sowie Kopfgoldschnitt (signiert: J. F. Bösenberg Leipzig).

Exemplar der Vorzugsausgabe mit den Heliogravüren und im Ledereinband. – Die Übertragung von Rudolf G. Binding erschien erstmals 1919. Durch Zählung früherer Insel-Ausgaben einer Zeitler-Übersetzung und zweier der Bindingschen mit anderen Illustrationen als fünfte Auflage bezeichnet. – Die Kupfer stammen aus der 1797 in Paris bei Didot erschienenen Ausgabe und wurden als Lichtdrucke bei Meisenbach Riffarth & Co., Berlin, gedruckt. – Selten, sehr gut erhalten.

Sarkowski 1266 VA. – Fromm V, 20738

396  Arthur Schopenhauer. Sämmtliche Werke

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 650

in fünf Bänden. Leipzig, Insel [ohne Jahr]. Flexible schwarze Kalblederbände mit vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt.

Großherzog Wilhelm Ernst Ausgabe. – Verschiedene Auflagen der fünfbändigen Dünndruckausgabe. – 1./2. Die Welt als Wille und Vorstellung. I./II. Teil. – 3. Kleinere Schriften. – 4./5. Parerga und Paralipomena: Kleine Philosophische Schriften. – Sehr schönes Exemplar in den typischen flexiblen »Handschmeichler-Einbänden«.

18 : 11 cm.

Sarkowski 1526

397  Insel-Bücherei – Hugo von Hofmannsthal. Der Tor und der Tod.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Leipzig, Insel [1927]. Flexibler schwarzer Originalziegenlederband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Insel-Bücherei 28. – 128.–140. Tausend. – Schönes Exemplar der gesuchten Lederausgabe.

18 : 12 cm. 31, [1] Seiten.

398  Insel Verlag – Emil Preetorius. Titelblatt zu »Ernst-Elias Niebergall. Datterich.«

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Tusche, Deckweiß und Collage. Vor 1914 13,3 : 9,5 cm.

Die Originalvorlage für die ornamental verzierte Titelseite des Inselbändchens 137, das 1914 mit dem von Preetorius illustrierten Doppeltitel erschien. – Die Titelzeilen und der untere Teil der breiten Bordüre in Tusche über Bleistift und mit Deckweiß ornamentiert. Teile der Bordüre mit einem Klischeeandruck überklebt, dieser mit Tusche korrigiert. – 1:1-Vorlage für den Druck, auf Kartonblatt montiert, dort beschriftet. – Bereits 1913 war eine Datterich-Ausgabe mit Preetorius-Illustrationen in der Ernst Ludwig-Presse erschienen. – Dazu: Ein Exemplar des Inselbändchens 137 in erster Auflage.

Nicht bei Ohr. – Kästner 137 [1A]

399  Insel Verlag – Emil Preetorius. Frontispiz zu »Joseph von Eichendorff. Aus dem Leben eines Taugenichts.«

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Tusche und Deckweiß. Vor 1917. 11,6 : 7,0 cm.

Die Originalvorlage für das Frontispiz des Inselbändchens 224, das 1917 mit dem von Preetorius illustrierten Doppeltitel erschien. – Eine kleine Stelle mit collagierter Korrektur. – 1:1-Vorlage für den Druck. – Bereits 1914 war ein von Preetorius-»Taugenichts« als Hundertdruck erschienen. – Dazu: Ein Exemplar des Inselbändchens 224 in erster Auflage.

Nicht bei Ohr. – Kästner 224 [1A]

400  Insel Verlag – Thomas Hardy. Der angekündigte Gast.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Mit Zeichnungen von Alfred Kubin. Leipzig, Insel [1928]. Mit 13 Illustrationen im Text, davon zehn ganzseitig. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Insel-Bücherei 307. – Eins von 120 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Pannekoek-Bütten. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert; Sarkowski gibt abweichend an, dass dieser vom Verfasser handschriftlich signiert wurde, was Angesichts des Todesdatums (11. Januar 1928) unwahrscheinlich scheint. – Mit Exlibris Helmuth Goedeckemeyer nach einer Zeichnung von Alfred Kubin (Strichätzung, 1952, 6,0 : 7,4 cm, Raabe 752). – Sehr schönes Exemplar.

21 : 14 cm. 85, [3] Seiten.

Kästner 307 [2A]. – Sarkowski 677 VA. – Marks A 104. – Raabe 357