ChristianHesse

Lot 451 – 500 | Hesse-Auktionen
Lot 451 – 500

451  Else Lasker-Schüler. Das Peter Hille-Buch.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 850

Stuttgart und Berlin, Axel Juncker 1906. Originalbroschur, Vorderdeckelillustration nach einer Radierung von Franz Stassen. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Vortitel mit eigenhändiger Widmung »Meiner lieben Freundin Raba von Tino. Berlin 11. Juni 1906«. – Das aus großer Verehrung für den 1904 verstorbenen Dichter Peter Hille entstandene Werk war Lasker-Schülers erste Prosaveröffentlichung. 1907 folgte als nächste Prosasammlung »Die Nächte Tino von Bagdads«. Peter Hille sprach die Dichterin in seinen Briefen mit »Tino« an. – Raba, eine Figur im Hille-Buch, ist die Schwester Bugdahans, in dessen Figur sich der Berliner Literaturkritiker Samuel Lublinksi wiedererkannte. – Auf Bütten, unbeschnitten. – Laut Notiz auf der letzten Seite aus der Sammlung Doris Hahn, Berlin. Doris Hahn (1895–1973) verkehrte ab etwa 1917 im Kreis um Herwarth Walden und war später eine der Geliebten Gottfried Benns. – Dazu: Briefe Peter Hilles an Else Lasker-Schüler. Mit einer Einbandzeichnung der Verfasserin [sic!]. Berlin, Paul Cassirer 1921. Originalbroschur. Erste Ausgabe. Unbeschnitten.

18,8 : 13,5 cm. 86, [2] Seiten. – Ränder leicht geknittert. – Seitenränder mit Feuchtigkeitsspur, oben anfangs kleiner Tintenfleck.

Raabe/Hannich-Bode 182.3 und 182.13. – Zu Doris Hahn: J. Dyck, Benn in Berlin, S.63ff

452  Else Lasker-Schüler. Die Nächte Tino von Bagdads.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Berlin, Stuttgart und Leipzig, Axel Juncker 1907. Mit einem Titelbild von Max Fröhlich. Originalbroschur mit Deckeltitel und -vignette in Gold.

Erste Ausgabe. – Die frühe Sammlung von 26 Gedichten und Novellen widmete die Dichterin »Meiner Mutter der Königin mit den goldenen Flügeln in Ehrfurcht«. – Mit dem lose beigelegten Korrektur-Blatt. – Der Verleger plante als Titelbild ein Fotoporträt der Dichterin, wogegen diese heftigst protestiert haben soll. – Unbeschnitten. – Selten.

18,0 : 11,5 cm. 83, [5] Seiten. – Vorderdeckel verblasst, Rücken gebräunt und mit handgeschriebenem Rückenschild. – Frontispiz mit 2 kleinen Fehlstellen am Oberrand.

Raabe/Hannich-Bode 182.4

453  Else Lasker-Schüler. Meine Wunder.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Gedichte. Berlin, Paul Cassirer [1920]. Originalpappband.

Titelauflage der ersten Ausgabe. – Die Sammlung erschien 1911 im Karlsruher Dreililienverlag, wurde 1914 in Kurt Wolffs Verlag der Weißen Bücher übernommen. Die Restexemplare wurden 1920 wiederum mit einem neuen Titelblatt und Einband versehen. – Seit diesem Gedichtband galt die damals schon 42jährige als die führende Dichterin des deutschen Expressionismus. – Sehr schönes Exemplar.

20,0 : 15,0 cm. [4], 68, [4] Seiten.

Raabe/Hannich-Bode 182.6. – Feilchenfeldt/Brandis 120

454  Else Lasker-Schüler. Hebräische Balladen.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Berlin, A. R. Meyer 1913. Mit einer Titelillustration der Verfasserin. Kordelgeheftete Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Lyrische Flugblätter, Nr. 25. – Sehr schönes Exemplar.

18,5 : 14,4 cm. [16] Seiten. – Umschlag minimal gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 182.8. – Raabe, Zeitschriften 144.25. – Lang, Expressionismus 213. – Josch D 42.1

455  Else Lasker-Schüler. Gesichte.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R7 )

Essays und andere Geschichten. Leipzig, Kurt Wolff 1913. Zweifarbiger Originalpappband mit Deckel- und Rückenschild.

Erste Ausgabe. – Ein Teil der Erstauflage wurde in den mit Kurt Wolff verbundenen »Verlag der Weißen Bücher« übernommen. – 53 meist biographische Essays zu Peter Hille, Karl Kraus, Oskar Kokoschka, Richard Dehmel, Max Brod u. a. – »Dieses Buch schenke ich Kurt Wolff«. – Innen tadellos. So schöne Exemplare im festen Einband sind selten.

18,9 : 12,5 cm. 173, [3] Seiten. – Etwas berieben. – Exlibris.

Raabe/Hannich-Bode 182.9. – Göbel 136

456  Else Lasker-Schüler. Gesichte.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Essays und andere Geschichten. Leipzig, Kurt Wolff 1913. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Ein Teil der Erstauflage wurde in den zu Kurt Wolff gehörigen »Verlag der Weißen Bücher« übernommen. – 53 meist biographische Essays zu Peter Hille, Karl Kraus, Oskar Kokoschka, Richard Dehmel, Max Brod u. a. – »Dieses Buch schenke ich Kurt Wolff«.

18,7 : 12,5 cm. 173, [3] Seiten. – Broschur leicht fleckig und mit kleinen Druckstellen, Rücken gebräunt und etwas brüchig, Vordergelenk angeplatzt. – Titel mit Besitzvermerk.

Raabe/Hannich-Bode 182.9. – Göbel 136

457  Else Lasker-Schüler. Der Prinz von Theben.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 460

Ein Geschichtenbuch. Mit 25 Abbildungen nach Zeichnungen der Verfasserin und 3 farbigen Bildern von Franz Marc. Leipzig, Verlag der weißen Bücher 1914. Mit 25 Abbildungen auf 24 Tafeln und drei pochoirkolorierten Tafeln. Originalpappband mit illustriertem Vorderdeckel.

Erste Ausgabe. – Im Dezember 1912 lernten Franz und Maria Marc die ehemalige Frau von Herwarth Walden kennen. Dem Treffen war eine Korrespondenz vorausgegangen, die sich zu einem regen Briefwechsel zwischen dem Prinzen Jussuf von Theben (Else Lasker-Schüler) und dem Blauen Reiter (Franz Marc) bis zum Sommer 1914 entspann. – Mit der dritten kolorierten Tafel, die in vielen Exemplaren der seltenen Erstausgabe fehlt. – Schönes Exemplar.

21,0 : 13,2 cm. 98, [2] Seiten, 27 Tafeln. – Rücken gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 182.10. – Lang, Expressionismus 214

458  Else Lasker-Schüler. Die gesammelten Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R7 )

Leipzig, Verlag der Weißen Bücher 1917. Marmorierter Pappband der Zeit mit Rückenschild, die Originalbroschur mit der farbigen Deckelillustration der Dichterin eingebunden.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Mit der würdigenden Einleitung »Else Lasker-Schüler ist die jüdische Dichterin. Von großem Wurf« von Peter Hille, verfasst wohl 1903/04. – Else Lasker-Schüler wiederum widmete das Buch »meiner teuren Mutter und ihrem Enkel Paul«, das Umschlagbild der Sammlerin und Mäzenin Gertrud Osthaus und ein Kapitel dem Dichterfreund Karl Kraus. – Der Band erschien in dem 1913 von Erik-Ernst Schwabach gegründeten Verlag der Weißen Bücher, der von Anfang an programmatisch und organisatorisch mit dem Kurt Wolff Verlag verbunden war. 1917 übernahm letzterer den Verlag zur Gänze und einen Teil der Titel in sein eigenes Programm. – Mit dem Leipziger Zensurstempel.

24,0 : 16,5 cm. 224, [4] Seiten. – Rücken leicht verfärbt, ansonsten sehr schön. – Exlibris.

Raabe/Hannich-Bode 182.11. – Göbel 864

459  Else Lasker-Schüler. Das Peter Hille-Buch.

Schätzpreis/Estimate: € 1500 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Mit einem Bildnis Peter Hilles nach einer Zeichnung der Verfasserin. Berlin, Paul Cassirer 1919. Mit farbig lithographiertem Frontispiz. Originalhalbwildlederband mit goldgeprägtem Rückentitel.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Van Gelder-Bütten, von der Dichterin signiert und in Halbleder gebunden. – Diese zweite Ausgabe erschien innerhalb der Gesamtausgabe. Für die Vorzugsausgabe wurde ein abweichendes Titelblatt gesetzt und gedruckt, das Porträt »St. Peter Hille« schmückt hier als Frontispiz (und nicht als Deckelzeichnung), die Anzeigen auf der letzten Seite sind hier entfallen. – Die Schönheit des Satzes kommt durch die gegenüber der Normalausgabe fast doppelt so breit belassenen Ränder der Büttenbogen vollkommen zur Geltung.

29,8 : 20,5 cm. 109, [3 leere] Seiten, 1 Porträt. – Deckelränder etwas verfärbt, an den Kapitalen leicht berieben. – Innengelenke minimal angeplatzt, einige der breiten unbeschnittenen Ränder leicht gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 182.3 Anmerkung bzw. 182.12.1

460  Else Lasker-Schüler. Der Malik.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Eine Kaisergeschichte mit Bildern und Zeichnungen. Berlin, Paul Cassirer 1919. Mit fünf Farbtafeln und 24 Textillustrationen. Illustrierter Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Gesammelte Werke, Band IV. – Der von der Dichterin umgearbeitete Briefwechsel mit dem 1916 gefallenen Franz Marc. – Vorsatzblatt mit ganzseitiger Widmung und kleiner Zeichnung für »Herrn und Frau Doktor Steinmarder dem hochverehrten und unvergleichlich guten Doktor mit großem Dank vom Malik | Prinz Jussuf von Theben | 13. Jan. `27«. Dr. G. Steinmarder war Rechtsanwalt in Zürich und vertrat die Dichterin spätestens nach ihrer Flucht aus Deutschland. – Das farbige Frontispiz nach einem Aquarell von Franz Marc, die übrigen Farbtafeln und die Textillustrationen nach Zeichnungen der Dichterin. – Schönes Exemplar. – Dazu: Mein Herz. Ein Liebesroman mit Bildern und wirklich lebenden Menschen. Zweite Auflage. Berlin, Paul Cassirer 1920. Mit einigen Textillustrationen. Illustrierter Originalpappband mit neuem Leinenrücken. Gesammelte Werke, Band X. Die Erstausgabe erschien 1912. Ränder gebräunt.

23,5 : 17,0 cm. 102, [2] Seiten, 5 Tafeln. – Rücken leicht gebräunt, Hinterdeckel minimal fleckig.

Raabe/Hannich-Bode 182.12/4 und 12/10. – Feilchenfeldt/Brandis 119.IV.1 und 119.X

461  Else Lasker-Schüler. [Gesammelte Werke].

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1400

[Bände 1–3 und 5–9]. Berlin, Paul Cassirer 1919–1920. Teilweise mit Illustrationen der Autorin.. Originalpappbände und -broschuren, alle mit Deckelillustration der Verfasserin und farbiger Bordüre.

Vier Bände von der Dichterin auf dem Vorblatt signiert, davon zwei datiert »23. II. 33«. – [I]. Das Peter Hille-Buch. 1919. – [II]. Die Nächte der Tino von Bagdad. 1919. Signiert. – [III]. Die Wupper. 1919. – [V]. Essays. 1920. – [VI]. Gesichte. 1920. Signiert. – [VII]. Der Prinz von Theben. Ein Geschichtenbuch. 1920. – [VIII]. Hebräische Balladen. Der Gedichte erster Teil. 1920. Signiert. – [IX]. Die Kuppel. Der Gedichte zweiter Teil. 1920. Signiert. – III mit montierter Karte des Verlages »Auf Wunsch des Verfassers überreicht« und mit Exlibris Lucy Spiegl. – Die (nicht immer) eingedruckte Angabe »Zweite Auflage« bezieht sich auf frühere Ausgaben der Einzeltitel. – Sehr schön erhalten. – Zusammen mit der vorherigen Katalognummer die vollständige erste Gesamtausgabe.

23,0 : 16,8 cm. Rücken etwas, einige Ränder sehr leicht gebräunt, Ränder von Band VIII etwas bestoßen, Band III mit kleiner Fehlstelle am Rücken. – Papierbedingt einzelne Bände gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 182.12. – Feilchenfeldt/Brandis 119

462  Else Lasker-Schüler. Theben.

Schätzpreis/Estimate: € 12000

Zuschlag/Hammerprice: € 20000

Gedichte und Lithographien. Frankfurt a.M. und Berlin, Querschnitt-Verlag 1923. Mit zehn kolorierten signierten Lithographien und 13 Seiten lithographiertem Text. Hellgrauer Originalseidenband, Vorderdeckelillustration und Verlagssignet auf dem Hinterdeckel blau geprägt. Original-Bastheftung. Mit braunem Schutzumschlag und in der Originalhalbleinenkassette mit goldgeprägter Vorderdeckelillustration.

24. Druck der Galerie Flechtheim. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den kolorierten Lithographien (Gesamtauflage 250). – Nicht nur die zehn Lithographien, auch der Druckvermerk von Else Lasker-Schüler signiert. – Gedruckt bei A. Ruckenbrod, Berlin, nach den Zeichnungen und der Handschrift der Künstlerin. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Dichterin war 1923 auf dem Höhepunkt ihrer Bekanntheit und Anerkennung als Lyrikerin und als Künstlerin. Schon 1910 hatte Karl Kraus sie als »die stärkste und unwegsamste lyrische Erscheinung des modernen Deutschland« gepriesen, später prophezeite Arnold Zweig: »Aber eine gibt es, die niemals sterben wird – niemals … Sie ist so unzeitlich wie die Worte, die einstmals morgenfrisch aus ihrer sprechenden Seele brachen«. Daran konnten auch die Nationalsozialisten nichts ändern, die 1933 alle Werke der Dichterin als zu beschlagnahmend auflisteten. – In der Einheit von Bild und Schrift, in seiner spontan wirkenden Gestaltung und trotzdem bibliophilen Aufmachung einer der Höhepunkte der expressionistischen Buchkunst. – »Die zehn Gedichte, die zu den schönsten der Dichterin gehören, stammen aus verschiedenen früheren Sammlungen und sind mit ihrem Familien- und Freundeskreis eng verbunden. […] Die wichtigsten Gestalten, die die private Phantasiewelt der Künstlerin bevölkern, ziehen in Text und Bild durch das Werk, in schnellen, nervösen, eigenwilligen Zügen in Silhouetten gezeichnet, die sich von der Realität entfernt haben.« (Papiergesänge). – Die Dichterin widmete das Buch »Paolo Pedrazzini, dem Dogen von Locarno«, einem dreißigjährigen Halbmexikaner, zu dem Else Lasker-Schüler während ihres ersten Tessinaufenthaltes in Liebe entbrannte, wenn er auch »ganz ganz ganz unantastbar« für sie war. – Sehr schönes Exemplar der seltenen und gesuchten Vorzugsausgabe.

32,5 : 25,0 cm. [28] Seiten. – Innendeckel mit kalligraphiertem Exlibris August Trümper (eventuell der Maler, 1874–1956) und überklebter Schabstelle. – Die Kassette mit winzigen Schabstellen am Rücken.

Raabe/Hannich-Bode 182.15. – Jentzsch 136. – Lang, Expressionismus 217. – Papiergesänge 41

463  Else Lasker-Schüler. Ich räume auf!

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Meine Anklage gegen meine Verleger. Zürich, Lago 1925. Illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe der großen Abrechnung mit ihren Verlegern Kurt Wolff, Paul Cassirer und Alfred Flechtheim. – Auf dem Titelblatt von der Dichterin signiert. – Mit dem überstempelten Hinweis auf den Alleinvertrieb für Deutschland durch das Antiquariat Stahl in Berlin und dem gestempelten Hinweis auf den Lago-Versand. – Die Umschlagillustration zeichnete G. Schultze nach dem bekannten Foto der Flöte spielenden Dichterin. – 2 Beigaben.

22,0 : 14,0 cm. 38, [2] Seiten. – Umschlagränder leicht verfärbt und minimal geknittert, vorn unten drei kleine Tintenspritzer. – Die Ränder innen papierbedingt gebräunt und die ersten 5 Blätter mit kleinem Randeinriss.

Raabe/Hannich-Bode 182.16

464  Else Lasker-Schüler. Arthur Anonymus.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Die Geschichte meines Vaters. – Konzert. – Berlin, Rowohlt 1932. Originalleinenband und Originalbroschur mit -umschlag, alle mit Vorderdeckelillustration.

Erste Ausgaben. – Die beiden letzten in Deutschland verlegten Bücher der Dichterin vor ihrem Weggang nach Palästina. – Beide Werke widmete Else Lasker-Schüler ihrer Mutter und ihrem Sohn Paul. Die Einbandillustration zu I stammt von der Dichterin, ihr Porträt auf II von ihrem Sohn.

18,7 : 11,0 cm. 72, [4] Seiten. – 17,0 : 11,3 cm. 325, [3] Seiten. Umschlag minimal stockfleckig und mit kleinen Einrissen.

465  Else Lasker-Schüler. Das Hebräerland.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 1600

Zürich, Oprecht 1937. Mit acht ganzseitigen Illustrationen, eine koloriert und signiert, und einer Schlussvignette, alle nach Federzeichnungen der Verfasserin. Originalseidenband mit goldgeprägten Titeln und Kopfschnittvergoldung.

Erste Ausgabe. – Eins von 80 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Luxuspapier und der von Else Lasker-Schüler kolorierten und signierten Titelzeichnung. – 1933 war die Dichterin in die Schweiz emigriert. Das einzige dort erschienene Werk scheint eine Vorbereitung der Auswanderung nach Palästina zu sein. – Innendeckel mit Exlibris des Basler Kunstsammlers Hans Fritz Fankhauser. – Dazu: Mein blaues Klavier. Neue Gedichte. Jerusalem, Tarshish Books 1957. Mit einem Titelbild, auf dem Vorderdeckel wiederholt. Originalpappband. Erste öffentliche Ausgabe, die Erstausgabe erschien 1943 in 330 Exemplaren.

23,0 : 15,8 cm. 168, [2] Seiten. – Leicht angestaubt, Deckel oben mit leichtem Wasserrand. Seidenbezug am Rücken mit kleiner Fehlstelle.

Raabe/Hannich-Bode 182.20. – Sternfeld/Tiedemann 296

466  Else Lasker-Schüler. Mein blaues Klavier.

Schätzpreis/Estimate: € 1200 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Neue Gedichte. Jerusalem, [Tarsis] 1943. Blauer Originalpappband mit Deckelillustration nach einer Zeichnung der Dichterin.

Erste Ausgabe des letzten zu Lebzeiten der Dichterin erschienenen Werkes. – Eins von 305 Exemplaren (Gesamtauflage 330). – Else Lasker-Schüler hatte sich 1939 endgültig in Jerusalem niedergelassen, dort starb sie Anfang 1945. Ihr Buch widmete sie »Meinen unvergesslichen Freunden und Freundinnen in den Städten Deutschlands – und denen, die wie ich vertrieben und nun zerstreut in der Welt, In Treue!«. – Die Einbandillustration betitelte die Dichterin »Prinz Jussuf (E. L. Sch.) – Abschied von den Freunden«.

22,0 : 14,0 cm. 45, [3] Seiten. – Deckel an den Rändern schwach gebräunt. Rücken überklebt. – Gelenke angeplatzt. 1 Seite lose, Bindung etwas gelockert.

Raabe/Hannich-Bode 182.21. – Sternfeld/Tiedemann 196

467  Walter Rheiner. Der inbrünstige Musikant.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 340

Eine lyrische Scene. Mit vier Zeichnungen von Felixmüller. Kiel, »Die Schöne Rarität« 1918. Mit vier Abbildungen nach Zeichnungen im Text. Illustrierter Originalumschlag.

Erste Ausgabe. – »Die Titelzeichnung gestaltet die Worte der Dichtung: … Gold frisiertes Mädchen-Haupt über Telegraphen-Stangen neigt sich mir erwünschter Raub.« (Druckvermerk). – Walter Rheiners (eigentlich Walter Heinrich Schnorrenberg, 1895–1925) literarisches Schaffen umspannt weniger als ein Jahrzehnt. 1915 begann er in Zeitschriften zu veröffentlichen, u. a. in der Aktion, im Zeit-Echo, den Weißen Blättern. Sein literarischer Höhepunkt liegt in den Jahren 1918/19 und ist ganz an die Stadt Dresden gebunden – dort gehörte er zu den Wortführern des Expressionismus. Das damalige geistige Klima beflügelte ihn zu einer rauschhaften Produktivität, in kurzer Zeit veröffentlichte er sieben Bücher. Sein Leben jedoch war von Morphium- und Kokain-Missbrauch bestimmt, verarmt und vereinsamt fristet er in seinen letzten Lebensjahren ein unstetes Dasein. 1925 starb er an einer Überdosis. Sein Freund Conrad Felixmüller widmete ihm das Gemälde »Der Tod des Dichters Walter Rheiner«.

22,5 : 16,5 cm. 13, [3] Seiten. – Hinterumschlag lichtrandig, vorderer innen mit kleinem Exlibris-Stempel. Untere Ecke vorn und hinten geknickt, mit kleinen Einrissen und Fehlstelle. – Klammerheftung an einer Stelle gelöst. Papierbedingt gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 245, 4 (mit Abbildung). – Lang, Expressionismus 61

468  F. H. Ernst Schneidler – Heinrich Heine. Atta Troll.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 250

Ein Sommernachtstraum. Mit Zeichnungen von F. H. Ernst Schneidler. Berlin, Morawe & Scheffelt 1912. Mit neun farbigen Holzschnitten und 39 Illustrationen nach Zeichnungen, davon eine als Frontispiz. Originalseidenband mit farbiger Deckelillustration.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 300 Exemplaren. – Text und Illustrationen auf feinem Bütten mit dem Wasserzeichen des Verlags, die Lithographien auf Kaiserlich Japan. – Schneidler steuerte nicht nur die acht in zarten Farben über Schwarz gedruckten Holzschnitte bei, er zeichnete Illustrationen, Initialen und Vignetten und war für die gesamte Typographie verantwortlich. – »Kongenial zu Heines spielerischem Umgang mit dem Epos und den Stilmitteln der Romantik spielt auch Schneidler mit den visuellen Traditionen. […] In der Auseinandersetzung mit dem Expressionismus und dem Weg in die Abstraktion betont Schneidler den Wert des Buches […]« (Gitta Bertram, in: Büttner/Koch/Zieger. Buch, Kunst, Schrift: F. H. Ernst Schneidler, Stuttgart 2013, S. 60ff.).

22,0 : 18,5 cm. 162, [2] Seiten, 9 Holzschnitte. – Seidenbezug an den Rändern und am Rücken teils abgerieben. – Vorsätze leicht stockfleckig.

Büttner/Koch/Zieger 324. – Rodenberg 97. – Lang, Expressionismus 301

470  Carl Sternheim. Gauguin und Van Gogh.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Berlin, Die Schmiede 1924. Originalpergamentband mit rot geprägter Deckelillustration (Hübel & Denck, Leipzig).

Erste Ausgabe. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe B in Pergament (Gesamtauflage 150), gedruckt auf Zanders-Bütten. – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – Die Einbandillustration zeichnete George G. Kobbe, das Verlagssignet Georg Salter. – Zweiter Druck der Officina Fabri.

34,8 : 25,0 cm. 72, [4] Seiten. – Deckel leicht verzogen, Vorsatzblatt mit Radierspur.

Raabe/Hannich-Bode 291.42

471  Wilhelm Tegtmeyer – Walt Whitman. Gesang von der offenen Landstrasse.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Deutsch von Hans Reisiger. Lauenburg/Elbe, Adolf Saal 1921. Mit sechs blattgroßen Holzschnitten. Gelber Originalpappband.

Eins von 1000 Exemplaren. – Gesetzt aus der Behrens-Antiqua, gedruckt bei Gustav Petermann, Hamburg. – Das Buch verschweigt merkwürdigerweise die Urheberschaft der frühen Holzschnitte des norddeutschen Expressionisten Wilhelm Tegtmeier, die im Stock alle »WT 20« monogrammiert sind. Tegtmeier war Mitarbeiter verschiedener expressionistischer Zeitschriften.

25,2 : 20,4 cm. 29, [3] Seiten. – Rücken leicht berieben, Ränder minimal gebräunt. – Fadenheftung gelockert.

Katalog Lindenau-Museum 4578–4583. – Vollmer IV, 424. – Pirsich, Verlage, Pressen und Zeitschriften des Hamburger Expressionismus

472  Georg Trakl. Sieben Erstausgaben bzw. bibliophile Editionen.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

1910–1969.

Die drei Teiche von Hellbrunn In: Der Merker. Jahrgang 1, Heft 20/21. Wien 1910. Originalbroschur. Erster Abdruck der veränderten Fassung. – Salzburg. Ein literarisches Sammelwerk. Herausgegeben von den jungen Mitgliedern der Literatur- und Kunstgesellschaft »Pan«. Salzburg, Eugen Richter 1913. Originalbroschur. Enthält vier Gedichte im Erstdruck. – Die Dichtungen. Erste Gesamtausgabe. Leipzig, Kurt Wolff [1917]. Blauer Originalpappband mit Schwarzdruck. – Gesang der Abgeschiedenen. Gedichte. Leipzig, Insel [1932]. Originalpappband. Inselbücherei 436. – Aus goldenem Kelch. Die Jugenddichtungen. Salzburg/Leipzig, Otto Müller 1939. Originalleinenband. – Drei Gedichte. In ein altes Stammbuch. De profundis. Nachtlied [I]. Basel, Gryff-Presse 1945. Eins von 110 Exemplaren. – Dichtungen und Briefe. Historisch-kritische Ausgabe. Herausgegeben von Walther Killy und Hans Szklenar. Zwei Bände. Salzburg, Otto Müller 1969. Originalleinenbände. – Dazu: Erhard Buschbeck. Georg Trakl. Ein Requiem. München, Roland 1921. Originalhalbleinenband. Erste Ausgabe. Eins von 450 Exemplaren (Gesamtauflage 500). Auf Bütten. – Karl Röck. Tagebuch 1891–1946. Herausgegeben und erläutert von Christine Kofler. Innsbruck 1975. Drei Leinenbände. Die Dissertation liefert aufschlussreiche Informationen zu gescheiterten Editionsplänen Trakls und seines Freundes Buschbeck und zur Konzeption der Werkausgabe. – Zwei Beigaben.

23 : 16 cm. 201, [7] Seiten.

Ritzer 1983 2.3/A. – Raabe/Hannich-Bode 304.8. – Göbel 448

473  Paul Zech. Das schwarze Revier.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Berlin-Wilmersdorf, A. R. Meyer 1913. Fadengeheftete Originalbroschur mit Titelillustration von Ludwig Meidner.

Erste öffentliche Ausgabe von Zechs Erstling, der zuvor 1909 nur als Privatdruck in 100 Exemplaren erschienen war. – Lyrische Flugblätter 28. – Nachdem Paul Zech (1881–1946) mehrere Jahre in Kohlegruben des Ruhrgebiets gearbeitet hatte, begann er 1909 seine Laufbahn als Journalist und Schriftsteller. Schon im Folgejahr wurde er Autor des A. R. Meyer Verlages.

22,5 : 17,5 cm. [16] Seiten. – Vorderumschlag mit minimalen Randläsuren und leicht gebräunt.

Raabe 339.1. – Raabe, Zeitschriften 144.28. – Josch D 94.3

474  Otto Baumberger – Hermann Kesser. Die Peitsche.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Erzaehlende Dichtung. Mit Steinzeichnungen von Otto Baumberger. Frauenfeld und Leipzig, Huber 1918. Mit sechs Lithographien und ornamentierten Initialen. Originalhalblederband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 150 Exemplaren in Halbleder, auf dem Titelblatt vom Autor signiert (Gesamtauflage 500). – Vorblatt mit eigenhändiger Widmung des Verfassers »Dem Doktor W. F. Storck und Frau Maria Theresia in herzlicher Verbundenheit« (W. F. Storck war Direktor der Kunsthalle Mannheim).

22,5 : 15,0 cm. [8], 66, [6] Seiten, 6 Lithographien. – Rücken verblasst, Ecken und Kapitale beschabt und bestoßen.

475  Otto Baumberger. XXXV Kompositionen zur Divina Commedia

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

von Dante Alighieri. Zürich, J. und R. C. Baumberger 1965. Mit 35 Farbtafeln. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (Hugo Boss, Zürich). Im Schuber.

Eins von 155 Exemplaren der Ausgabe B, jedoch wie die der ersten Vorzugsausgabe mit einer zusätzlichen farbigen Originalskizze aus dem Nachlass des Künstlers (Gesamtauflage 1000). – Teils typographisch gedruckter Text, teils in der Handschrift des Künstlers faksimiliert. – Die farbigen Kompositionen von Baumberger entstanden in den Jahren 1951/52.

32,5 : 30,0 cm. [92] Seiten, 35 Tafeln. – Rücken leicht verblasst.

476  Fritz Beyer – Friedrich Gottlieb Klopstock. Gericht und Höllenfahrt. Des Messias 16. Gesang.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausrufpreis/Starting bid: € 80

Zu des Dichters 200. Geburtstag erneut herausgegeben von Heinrich Lütcke. Berlin, G. Grote 1924. Mit acht Farbtafeln nach Aquarellen von Fritz Beyer, einem Lessing-Porträt und zahlreichen ornamentierten Initialen. Roter Originalsaffianlederband mit reicher Vergoldung.

Eins von 500 Exemplaren der Prachtausgabe. – Auf Velin, gedruckt in der Reichsdruckerei. – Die Initialen in Rot und Schwarz zeichnete ebenfalls Fritz Beyer, über dessen Leben und Werk wenig (bis nichts) zu erfahren ist. Seine Aquarelle sind geprägt vom phantastischen Expressionismus.

39,3 : 29,3 cm. XV, [1], 27, [1] Seiten, 9 Tafeln. – Am unteren Kapital minimal berieben. – Die unbeschnittenen Ränder leicht gebräunt.

477  Bertolt Brecht. Der Jasager.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Schuloper. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1930. Originalbroschur.

Erstdruck der endgültigen Fassung (Nubel: »aller weiteren Drucke«). – Auf dem Umschlag bezeichnet als »Versuche 8 | Aus dem 4. Heft ›Versuche‹«. Das vollständige Heft 4 erschien 1931, das Doppelstück »Der Jasager und Der Neinsager« als 11. Versuch. – Sehr selten.

24,0 : 16,0 cm. 9, [1] Seiten.

Seidel 208. – Nubel A 152. – Melzwig 138.2

478  Bertolt Brecht. Die Maßnahme.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Lehrstück. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1930. Originalbroschur.

Erstdruck der ersten Fassung. – Auf dem Umschlag bezeichnet als »Versuche 9 | Aus dem 4. Heft der ›Versuche‹«. Dieses Heft erschien 1931 und enthielt »Die Maßnahme« als 12. Versuch. – Das vorliegende Heft mit dem ursprünglichen Text wurde wohl zusammen mit einem Programmheft an die Besucher der Uraufführung am 10. Dezember 1930 ausgegeben. Nur wenige Exemplare dürften erhalten geblieben sein, Seidels Titelaufnahme erfolgte nach Fotokopien. – Eine der seltensten Brecht-Erstausgaben.

24,0 : 16,0 cm. Seiten 123–151, [3]. – Umschlag lose und mit Randläsuren.

Seidel 261. – Nicht bei Nubel. – Melzwig 139.1

479  Bertolt Brecht. Gesammelte Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Band I [und] II. London, Malik 1938. Originalbroschuren.

Erste Werkausgabe, die angekündigten Bände 3 und 4 sind nie erschienen. – »Laut Mitteilung von Wieland Herzfelde war der dritte Band ausgedruckt und lag bei dem Buchbinder in Prag; vom vierten Band existierte lediglich der Drucksatz. Der Einmarsch von Hitlers Truppen verhinderte die Fertigstellung und Ausgabe dieser Bände« (Nubel).

21,3 : 14,3 cm. 334, [2]; 396, [4] Seiten. – Broschurumschläge gebräunt mit gleichmäßigen Stockflecken. Kapital von Band I angeplatzt.

Seidel 1. – Nubel A 189–190. – Raabe-Hannich 41.49. – Hermann 16. – Melzwig 154.1

480  Bertolt Brecht. Svendborger Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 450

London, Malik 1939. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Herausgegeben unter dem Patronat der Diderot-Gesellschaft und der American Guild for German Cultural Freedom. – Auf der Rückseite des Titelblatts als Vorabdruck aus »Gesammelte Werke Band IV« bezeichnet, der aber ebenso wie der angekündigte Band III nicht mehr erschienen ist. – Gedruckt bei Universal Trykkeriet, Kopenhagen. – Von 1933 bis 1948 lebte Brecht im Exil in Schweden. Die »Svendborger Gedichte« sind das letzte Buch, das im Londoner Exil des Malik-Verlags erschien. – Sehr schönes, unbeschnittenes Exemplar.

22,0 : 15,8 cm. 87, [1] Seiten. – Vorderumschlag mit kleinem Eckknick.

Nubel A 112. – Melzig 155.1. – Raabe/Hannich-Bode 41.16. – Sternfeld/Tiedemann 74. – Malik 305. – Hermann 21

481  Bertolt Brecht – Herrnburger Bericht.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Textausgabe von Bertolt Brecht und Paul Dessau. Gewidmet der Freien Deutschen Jugend anläßlich der III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten für den Frieden in Berlin. Berlin, Zentralrat der FDJ 1951. Originalbroschur.

Wir singen zu den Weltfestspielen, Textheft zur Brecht-Kantate. – Im Mai 1950 hatten etwa 10.000 westdeutsche Jugendliche an einem Pfingsttreffen der Freien Deutschen Jugend in Ost-Berlin teilgenommen. Auf dem Rückweg wurden sie an der Grenzübergangsstelle Herrnburg bei Lübeck an der Einreise gehindert und zwei Tage lang von westdeutscher Polizei festgehalten. Die Jugendlichen weigerten sich, ihre Namen zur »Personalienfeststellung wegen Seuchengefahr« preiszugeben. »Bertolt Brecht setzt sich hinter die Schreibmaschine und bringt – darüber empört – die Kantate ›Herrnburger Bericht‹ zu Papier, die sein Freund Paul Dessau vertont. Tendenz des Agitationsstücks: ›Seuche Friede genannt‹« (Der Spiegel 20/1982). – Die Kantate, die auch in der Brecht-Gesamtausgabe bei Suhrkamp fehlt, wurde in der Bundesrepublik nie aufgeführt. – »Deutsche wurden von Deutschen gefangen weil sie von Deutschland nach Deutschland gegangen«, dieser denkwürdige Satz leitet das Chorwerk ein – er benennt einen unbegreiflichen Widerspruch, der die deutsche Geschichte nur zehn Jahre später für viele Jahre bestimmen sollte. – Extrem selten.

15,0 : 11,0 cm. 31, [1] Seiten. – Broschurumschlag mit Wasserrand. – Drei Seiten mit kleinem Tintenfleck, Titel mit Signatur.

Nubel 125

482  Bertolt Brecht. Cruzada de Crianças.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R7 )

Vinte e Quatro Gravuras Gerson Knispel. Berlin und Frankfurt, Suhrkamp, und Sao Paulo, Editora Brasiliense 1962. Mit einem Porträt und 23 ganzseitigen Offsetlithographien. Lose in Originalhalbleinenchemise mit Titelbild und Originalleinenschuber.

Eins von 500 Exemplaren, entgegen dem Druckvermerk nicht signiert und nummeriert. – Erste portugiesische Ausgabe von Brechts »Kinderkreuzzug«, der 1941 im finnischen Exil entstandenen ergreifenden Dichtung. – Mit Vorworten von Anatol Rosenfeld, Sergio Milliet und Tatiana Belinky. – Gershon Knispel wurde 1932 in Köln geboren, emigrierte schon als Kind nach Israel und lebte dort bis 1957. Nach Ausstellungen in Moskau und Studien in München lebte er seit 1959 in Brasilien. In Haifa schuf er in späteren Jahren das Holocaust Memorial (beendet 1991). – Die großformatigen Offsetlithographien jeweils in ein gefalztes Textblatt eingelegt, die Vorworte in einem Textheft. Alle Textseiten auf leicht getöntem Japanpapier gedruckt.

32,2 : 45,5 cm. 24 Lithographien, 34 Textblätter. – Schuberkanten etwas verschlissen, Vorderdeckel mit kleiner Schabstelle, einige Ecken der Textblätter geknickt.

483  Lovis Corinth – Herbert Eulenberg. Anna Boleyn

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 450

Originallithographien von Lovis Corinth. Berlin, Fritz Gurlitt 1920. Mit signierter Titellithographie, 22 meist ganzseitigen Lithographien und 14 Textvignetten. Neuer Halblederband mit montierter farbig lithographierter Originaldeckelvignette.

Die Neuen Bilderbücher, Dritte Folge. – Eins von 125 Exemplaren mit der signierten Titellithographie (Gesamtauflage 175). – Druck der Graphiken auf gelblichem unbeschnittenen Bütten auf der Gurlitt-Presse, Berlin. – »Anna Boleyn« ist Henny Porten gewidmet. 1920 wurde der gleichnamige UFA-Film von Ernst Lubitsch mit Emil Jannings und Henny Porten gedreht. Corinth, der die Schauspielerin sehr verehrte, hielt sich 1920 während der Aufnahmen zum Film häufig im Studio auf und schuf unter diesem Eindruck sämtliche Lithographien. »Wenn ich an die Seligkeit glaubte, würde ich sie um diese Frau verkaufen. Das ist märchenhaft« (Lovis Corinth, zitiert nach Dr. Klaus Dorsch, Henny Porten, Informationen zu Leben und Werk, kmrz.de).

50,8 : 39,3 cm. [84] Seiten.

Schwarz L 428, I–XXIV. – Schauer II, 87

484  Bruno Goldschmitt – Friedrich Schiller. Wilhelm Tell.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Ein Schauspiel in fünf Aufzügen. München, Julius Schröder 1922. Mit 17 Holzschnitten von Bruno Goldschmitt, davon elf monogrammiert und ganzseitig. Pergamentband mit Deckelbild, vergoldeten Innenkantenbordüren und Kopfschnittvergoldung (signiert: Knorr & Hirth, München).

Meisterwerke der Weltliteratur mit Original-Graphik, Band 6. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Holzschnitten (Gesamtauflage 550). – Auch im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf rheinischem Bütten mit dem Verlagssignet als Wasserzeichen. – Tadellos erhaltenes Exemplar.

30,0 : 23,0 cm. 128, [4] Seiten.

Sennewald 22, 4. – Rodenberg 433, 6

485  Bruno Goldschmitt – Johann Wolfgang von Goethe. Faust.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Zuschlag/Hammerprice: € 230

Der Tragödie zweiter Teil in fünf Akten. München, Julius Schröder 1923 (1922–1925). Mit 20 blattgroßen monogrammierten Radierungen von Bruno Goldschmitt. Roter Lederband mit goldgeprägten Titeln.

Meisterwerke der Weltliteratur mit Originalgraphik, Band 14. – Eins von 20 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 220), jedoch ohne die dafür im Druckvermerk »versprochene« Kupferplatte. – Als »Trost« wurden hier alle Radierungen monogrammiert. – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Bruno Goldschmitt (1881–1964) schuf neben einem umfangreichen Holzschnittwerk auch Fresken und kunstgewerbliche Arbeiten. 1923 wandte er sich der Radierung zu (vgl. Rodenberg S. 337).

44,0 : 33,2 cm. [4], 247, [1] Seiten. – Deckelkanten berieben. – Innendeckel mit Kleberesten. Etwa die erste Hälfte mit leicht gestauchter unterer Ecke.

Sennewald 23–25

486  Walter Hachenburg. Gegengewicht.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Gereimtes und Ungereimtes. Bremen 1930. Leinenband mit Deckel- und Rückenschild.

Nicht bei Kosch. – Bibliographisch nicht nachweisbare, als Privatdruck erschienene Gedichtsammlung, gedruckt bei Gerh. Hillje, Bremen/Brinkum. In Bremen war ein Walter Hachenburg, dessen biographische Daten und Lebensumstände unbekannt bleiben, in der Werbebranche tätig. Vielleicht entstanden die zwanzig Gedichte mit Titeln wie »Meiner Frau«, »Das rote Heft«, »Reminiszenz«, »Gaunerweisheit«, »Markenartikel-ABC« und andere als »Gegengewicht« zu seiner beruflichen Tätigkeit. – Mit eigenhändiger Geschenkwidmung aus Anlass eines Besuchs im Haus des Dichters, datiert »Bremen, April 1939«. – Beiliegend: Walter Hachenburg. Eigenhändiges Manuskript zu dem im Buch abgedruckten Gedicht »Sag – hast Du mich vergessen«. September 1917. Eine Seite. Leicht abweichend gegenüber der späteren Druckfassung.

20,8 : 14,3 cm. [116] Seiten.

487  Otto Erich Hartleben – Albert Giraud. Pierrot Lunaire.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 360

Rondels. Deutsch von Otto Erich Hartleben. Berlin 1892. Originalbroschur mit Umschlagillustration von Moritz Posener. – Widmungsexemplar.

Erste deutsche Ausgabe des ironisch-grotesken Gedichtzyklus. – Privatdruck, in einer Auflage von 60 Exemplaren. – Nach der kalligraphierten Handschrift autographiert (lithographiert) bei A. Liebmann. – Mit eigenhändiger Dedikation Hartlebens für Ernst von Wolzogen, datiert »Mai 92« und mit Exemplar »Nr. 3« bezeichnet. Entsprechend mit dem Besitzvermerk des »Brettl-Barons« Ernst von Wolzogen (1855–1934), dem Gründer der Münchner Freien Literarischen Gesellschaft und des ersten deutschen Kabaretts (Brettl). – Mit der Einleitung Hartlebens an den Feuilletonredakteur Hans Heilmann, den der Dichter mit »Lieber Papa!« anspricht und sich über die zaghaften Verleger äußert (»dieses Büchlein […] so sehr ein Kind der Liebe, daß keiner unserer achtbaren Herrn Verleger sich getraute, es zu adoptieren. – Aber […] man macht doch seine Verse nicht für sie und nicht fürs liebe Publikum – sondern für sich – für Dich und mich.« – Die erste öffentliche und leicht veränderte Ausgabe der Hartleben-Nachdichtungen erschien ein Jahr später in Paul Scheerbarts »Verlag Deutscher Phantasten«. – Die Rondels haben mehrere Komponisten zu Vertonungen angeregt, darunter auch Arnold Schönberg.

22,0 : 16,5 cm. [32] Seiten. – Umschlagkarton im Falz hinterlegt, Oberrand mit kleiner Fehlstelle, Hinterumschlag gebräunt. – Seitenränder leicht gebräunt.

Klement, Hartleben 21. – Nicht bei Fromm (dort erst die Ausgabe 1893)

488  Gerhart Hauptmann. De Waber.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 170 ( R7 )

(Die Weber). Schauspiel aus den vierziger Jahren. Dialekt-Ausgabe. Berlin, S. Fischer 1892. Originalleinenband mit Vergoldung.

Erste Ausgabe, noch vor der »dem Hochdeutschen angenäherten Fassung« erschienen. – Hauptmann stellte sein gesellschaftskritisches Drama, das von den unwürdigen Lebensverhältnissen vor dem Hintergrund des Weberaufstandes 1844 erzählt, zunächst im schlesischen Dialekt fertig.

18,4 : 12,8 cm. [8], 117, [3] Seiten. – Einige Seiten mit größeren, aber sehr schwachen Stockflecken.

Wilpert/Gühring 9

489  Hermann Hesse. Romantische Lieder.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Dresden und Leipzig, E. Pierson 1899. Kleisterpapier-Pappband mit Rückenschild.

Erste Ausgabe des seltenen Erstlings von Hermann Hesse. – Die Gedichte entstanden in den Jahren 1897 und 1898, nach der Zusammenstellung vergingen nur wenige Wochen bis zur Drucklegung. »Wie wichtig schien mir im Herbst 1899 dieses kleine Büchlein als ich das erste Exemplar meines ersten Buches in der Hand hielt! Ich bin dem treu geblieben, was ich damals begonnen habe aber es war ein mühsamer Weg, und die Mühe hat sich nicht gelohnt.« (Brief an Alice Leuthold, 1930, zitiert nach Mises). – Insgesamt sehr schönes Exemplar.

18,5 : 11,8 cm. [4], 44 Seiten. – Titelblatt minimal fleckig, rückseitig im Falz kleiner Braunfleck.

Mises II.1

490  Hermann Hesse. Umwege.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Erzählungen. Berlin, S. Fischer 1912. Dunkelroter Originallederband mit ornamentaler Rücken- und Schnittvergoldung.

Erste Ausgabe. – Eines der selteneren Exemplare im luxeriösen Ledereinband. – Noch im selben Jahr 1912 wurden neun Auflagen nachgedruckt.

18,6 : 12,8 cm. 309, [3] Seiten. – Minimal berieben.

Mileck II, 14

491  Hermann Hesse. Wanderung.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Aufzeichnungen. Mit farbigen Bildern vom Verfasser. Berlin, S. Fischer 1920. Mit 14 farbigen Illustrationen, davon 13 blattgroß und eine auf dem Titel. Farbig illustrierter Originalpappband mit Schutzumschlag und Schuber.

Erste Ausgabe. – Mit eigenhändiger Widmung von Hedwig Fischer, der Ehefrau des Verlegers, für Tony Flake, die Gattin des Schriftstellers Otto Flake. – Die farbige Einbandverzierung entwarf K. E. Mende.

22,5 : 18,1 cm.117, [3] Seiten.

Mileck II, 40

492  Hermann Hesse. Gesammelte Schriften.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Sieben Bände. Berlin und Frankfurt am Main, Suhrkamp 1957. Rote Originalmaroquinbände. Rückentitel und Monogramm auf dem Vorderdeckel vergoldet.

Exemplar der Vorzugsausgabe in Leder. – Dünndruckausgabe. – Neudruck der sechsbändigen »Gesammelten Dichtungen« von 1952, erweitert um den erstmals erschienenen Band VII »Betrachtungen und Briefe«. – Die eleganten Einbände entwarf Hermann Zapf. – Tadellos erhaltenes Exemplar in der Originalkassette.

20 : 12 cm.

Mileck I, E

493  Hermann Hesse. Gesammelte Schriften.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 320

[Sieben Bände.] Berlin und Frankfurt am Main, Suhrkamp 1958. Rote Originalmaroquinbände. Rückentitel und Monogramm auf dem Vorderdeckel vergoldet. Zusammen in Originalkassette.

Exemplar der Vorzugsausgabe in Leder. – Dünndruckausgabe. – Nachdruck der siebenbändigen »Gesammelten Dichtungen« von 1957, jetzt 11.–13. bzw. 10.–12. Tausend. – Unverändert in der Einbandgestaltung von Hermann Zapf.

20 : 12 cm. – Rücken kaum merklich verblasst.

Mileck I, E

494  Hugo von Hofmannsthal. Das kleine Welttheater

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausrufpreis/Starting bid: € 80

oder die Glücklichen. Leipzig, Insel 1903. Mit illustrierten Vorsätzen und Einbandzeichnung von Aubrey Beardsley. Originalpergamentband. Rückentitel, Deckelillustration und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von 800 Exemplaren. – Breitrandiger Druck in Rot und Schwarz auf unbeschnittenem Holländischen Bütten. – Die Vorsatzillustration aus dem Nachlass von Beardsley wurde hier erstmals verwendet. – Stefan George über das Buch des Freundes: »das ganze wirkt doch einfach und vornehm« (zitiert nach Insel-Katalog Marbach, S. 36).

20,2 : 15,0 cm. – Einband etwas aufgebogen. – Vorsatz vorn minimal fleckig. Äußerste Ränder schwach gebräunt.

Sarkowski 768. – Houghton Library Catalogue 422

495  Hugo von Hofmannsthal. Drei Erstausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 170 ( R7 )

1901 bis 1920. Zwei Originalbroschuren, ein -kartonumschlag.

Erste Einzelausgaben. – I. Der Tod des Tizian. Ein dramatisches Fragment. Geschrieben 1892. Aufgeführt als Totenfeier fuer Arnold Boecklin im Künstlerhause zu Muenchen den 14. Februar 1901. Berlin, Insel bei Schuster & Loeffler 1901. – II. Vorspiele. Prolog für ein Puppentheater. Leipzig, Insel 1908. – III. Reitergeschichte. Wien · Prag · Leipzig, Ed. Strache 1920. – Dazu: Wert und Ehre deutscher Sprache. In Zeugnissen herausgegeben von Hugo von Hofmannsthal. Gedanken einiger deutscher Männer über die deutsche Sprache. München, Verlag der Bremer Presse 1927. Originalleinenband.

Houghton Library Catalogue 672, 752 und 545 sowie 762. – Sarkowski 773 und 775 (I und II)

496  Hugo von Hofmannsthal. Lucidor.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 100

Figuren zu einer ungeschriebenen Komödie. Mit Originalradierungen von Karl Walser. Berlin, Erich Reiss 1919. Mit sechs Radierungen, eine davon als Frontispiz und signiert. Halblederband mit vergoldetem Titel und Kopfgoldschnitt.

Fünfter Prospero-Druck. – Erste Buchausgabe der Erzählung, die bereits 1910 in einer Wiener Zeitschrift erschienen war. – Eins 170 Exemplaren (Gesamtauflage 240). – Auf Zanders-Bütten. – »Vollends impressionistisch wird er in den Radierungen zu Hofmannsthals Lucidor« (Hans Loubier, zitiert nach Badorrek-Hoguth). – Schönes Exemplar.

30,8 : 24,7 cm. [36] Seiten, 6 Radierungen. – Rücken minimal verblasst.

Badorrek-Hoguth A 15. – Houghton Library Catalogue 448. – Rodenberg 461. – Halbey; Reiss 19.10

497  James Joyce. Haveth Childers everywhere. – Two Tales of Shem and Shaun.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Zuschlag/Hammerprice: € 230

– Fragments of ›Work in progress‹. – London, Faber and Faber 1931 und 1932. Originalbroschur und Originalpappband mit -schutzumschlag.

Erste öffentliche bzw. erste Ausgabe dieser beiden Teilstücke auf dem Weg zu »Finnegans Wake«. – Sehr schöne Exemplare. – Dazu: James Joyce. Verbannte. Schauspiel in drei Akten. Zürich, Rascher 1919. Originalbroschur. Erste deutsche Ausgabe, übertragen von Hannah von Mettal. Unaufgeschnitten, Ränder gebräunt. – Jugendbildnis. Basel u. a., Rhein-Verlag [1926]. Blauer Originalleinenband mit vergoldeten Titeln. Erste deutsche Ausgabe. Rücken verblasst und am oberen Kapital berieben. Hinteres Vorsatzblatt mit Einriss.

19,8 : 13,3 cm. 36 Seiten. – 19,2 : 12,5 cm. 45, [3] Seiten. Schutzumschlag am Rücken ausgeblichen, Oberrand mit winzigen Einrissen und kleinem Wasserfleck.

Slocum/Cahoon A 42 und A 37 sowie D 44 und D 43

498  James Joyce. Finnegans Wake.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

London, Faber und Faber 1939. Dunkelroter Originalleinenband mit vergoldetem Rückentitel und rot-goldenem Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe, es erschien zeitgleich auch eine amerikanische Ausgabe in New York. – Joyce selbst bezeichnete in einem Wortspiel sein »work in progress« als »funferal«, zugleich also ein »funeral« (Begräbnis-Buch) als auch ein »fun for all« (Spaß für alle). – Vorabdrucke erschienen bereits seit 1928 unter verschiedenen Titeln (Anna Livia Plurabelle; Tales Told of Shem and Shaun; Haveth Childers Everywhere; The Mime of Mick, Nick and the Maggies). – »Finnegans Wake«, an dem Joyce neunzehn Jahre arbeitete, gilt als das kryptischste, komplexeste und am meisten verschlüsselte Werk des Dichters, ein Textlabyrinth und Puzzle erster Ordnung. – Unbeschnitten.

24,8 : 16,0 cm. [8], 628 Seiten. – Schutzumschlag mit Fehlstelle am Rücken und vollständig auf Leinen aufgezogen. – Vorsätze etwas, die unbeschnittenen Ränder stellenweise leicht stockfleckig. Einige Ecken geknickt.

Slocum/Cahoon A 47

499  James Joyce. Stephen Hero.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 230

Part of the first draft of »A Portrait of the Artist as a Young Man«. Edited with an introduction by Theodore Spencer. London, Jonathan Cape 1944. Schwarzer Originalleinenband mit goldgeprägtem Rückentitel und illustriertem Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe, ein Teil der Auflage erschien für den US-amerikanischen Markt. – Enthält die Niederschriften zu Joyce’ großem Roman. – Mit dem seltenen Schutzumschlag, der von N. I. Cannon illustriert wurde. – Schönes Exemplar.

20,0 : 13,0 cm. 210 Seiten. – Schutzumschlag oben mit hinterlegten Einrissen und kleinen Fehlstellen. – Vorsatzblatt mit kleinen Besitzvermerken.

Slocum/Cahoon A 51.E

500  James Joyce. Werke. Frankfurter Ausgabe.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Sieben Bände (in neun). Frankfurt am Main, Suhrkamp 1969–1975. Schwarze Originalkalblederbände mit olivgrünen Lederrückenschildern mit vergoldeten Titeln, sechs davon mit Originalschutzumschlag.

Erste deutsche Werkausgabe. Redaktion Klaus Reichert unter Mitwirkung von Fritz Senn. – Band 1: Dubliner. 1969. – Band 2: Stephen der Held. Porträt des Künstlers als junger Mann. 1972. – Band 3/I und II: Ulysses. 1975. – Band 4/I: Kleine Schriften. 1974. – Band 4/II: Gesammelte Gedichte. Anna Livia Plurabelle. Englisch und Deutsch. 1981. – Band 5–7: Briefe I–III. Mit Registern. – Die teils gefalteten Beigaben sind Faksimiles von Briefen, Manuskriptblättern und sechs von Joyce’ Tochter Lucia gezeichneten und kolorierten Initialen. – Die vollständige Frankfurter Ausgabe in einem schönen Exemplar der Ledervorzugsausgabe. – Schönes Exemplar, die Rückenschilder wie meist unterschiedlich ge- und verfärbt.

20,0 : 13,0 cm. Mit 14 Faksimilebeilagen. Zusammen etwa 4500 Seiten.

KNLL VIII, 903ff (zu den einzelnen Texten und Ausgaben)