ChristianHesse

Lot 451 – 500 | Hesse-Auktionen
Lot 451 – 500

451  Kaldewey Press – Francesco Petrarca. Canzoniere CXXVI.

€ 900

Poestenkill, New York 2013. Mit fünf farbigen Aquatintaradierungen nach Aquarellen von Gunnar Kaldewey. Hellbrauner Originalwildlederband mit Ausstanzungen im Vorderdeckel und blauen Samtpapiervorsätzen (signiert: Thomas Zwang, Hamburg). Zusammen mit dem Suitenumschlag in grauer Originalchemise mit goldgeprägtem Rückentitel und Schuber.

Kaldewey Press 78. – Eins von zehn Deluxe-Exemplaren (Gesamtauflage 40) im Ledereinband, mit den Radierungen in Purpur und goldener Umrahmung der Texte sowie einer Suite der Radierungen auf grünem Japanpapier, alle Blätter der Suite signiert und nummeriert. – Auf Johannot-Bütten. – Der 126. Gesang gilt Gunnar Kaldewey als der schönste und wichtigste innerhalb Petrarcas »Canzoniere«.

41,5 : 17,0 cm. [28] Seiten, 5 Radierungen.

Bennington Catalogue S. 20

452  Kaldewey Press – John Cage. Quotations on Zen.

€ 1000

Poestenkill, New York 2015. Mit zwölf Holz- bzw. Metalldrucken von Gunnar Kaldewey. Flexibler gelber Originalkalblederband mit Ebenholzstäben als Rücken und farbigen Metallösen (Thomas Zwang, Hamburg). Zusammen mit dem Suitenumschlag in grauer Originalchemise mit goldgeprägtem Rückentitel und Schuber.

Kaldewey Press 83. – Eins von zehn Deluxe-Exemplaren (Gesamtauflage 45) in dem schönen Ledereinband und mit einer Extrasuite der blauen Metall- und Holzdrucke auf Japanpapier. Jedes Blatt nummeriert und mit einem chinesischen Stempel, das erste Blatt vom Künstler signiert. – Der Druckvermerk vom Künstler-Verleger signiert und nummeriert. – Das transparente Hanfpapier dieser Kaldewey Edition schöpfte der Berliner Papiermacher Gangolf Ulbrich. Die Texte und Illustrationen wurden in verschiedenen Blautönen gedruckt. – »This is a very personal book. In the early 90’s nwe met John Cage many times and he came to our house in Manhattan to look at the artist books I had done so far. We agreed to make a project together with the working title ›Observations on Zen‹, but John said he needed time to gather ideas. Then, he suddenly died on August 13, 1992.« Gunnar Kaldewey entschloss sich zwei Jahrzehnte später, das gemeinsame Projekt zu realisieren und wählte Texte aus John Cages »Lecture on Something« und »For the Birds«.

47,7 : 18,0 cm. [32] Seiten, 7 Tafeln.

Bennington Catalogue, S. 37

453  ETC Press – Joseph Brodsky. Nebbia.

€ 600

Atlanta und Ludwigsburg 2004. 24 Siebdrucke nach Fotografien von Walker Montgomery mit Text. Fadengeheftete Originalbroschur in Seidenumschlag und Originalkartonbox.

Eins von 24 Exemplaren. – Druckvermerk auf der Kartonbox von den beiden Buchkünstlerinnen signiert. – Daniela Deeg lebt und arbeitet in Ludwigsburg, Cynthia Lollis lehrt u. a. am Savannah College of Art and Design, Atlanta/Georgia. Im Rahmen ihrer ETC Press publizierten sie seit 2000 zehn Künstlerbücher. – Den Text schrieb Joseph Brodsky 1989, veröffentlicht wurde er 1991 in italienischer, 1992 in englischer und 2002 in deutscher Übersetzung. Die Fotografien entstanden im Januar 2004 in Brodskys temporärer Wahlheimat Venedig. »Er liebt federleichtes Velours, Seidenstrümpfe, durchsichtige Gewebe und exotische Parfüms. Er ist ein ›nervöser, jedoch aufmerksamer Reisender‹, dieser russisch-amerikanische Dichter, der nun schon seit […] Jahren jeweils im Winter nach Venedig aufbricht. Für Joseph Brodsky war Venedig immer schon das Paradies, eine lichte Verheißung, ein Gegenbild zu Dantes Hölle im venezianischen Arsenal.« (Birgitta Ashoff, in Die Zeit, 8.11.1991). – Gedruckt im Frans Masereel Centrum Kasterlee, Belgien, auf Glama Natural/Schöllerhammer Transparent. Die Fotografien, denen die dreisprachigen Textpassagen »federleicht« aufgedruckt wurden, erlauben Durchblicke auf die Folgeseiten. – Tadellos erhalten.

20,0 : 39,3 cm. [24] Seiten. – Kartonbox an einer Seite mit kleinem Knick.

500 Handmade Books I, Seite 403

454  Veronika Schäpers – Durs Grünbein. Lob des Taifuns.

€ 600

Eine Auswahl von 28 Haikus aus den Reisetagebüchern. Tokyo 2004. Mit Zinkdrucken nach Kalligraphien von Akiko Kojima. Leporello in Originalschuber und Folienumschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 35 Exemplaren, weitere sechs kamen nicht in den Handel. – Im Druckvermerk von Verfasser und Buchgestalterin signiert und mit zwei japanischen Signaturstempeln. – Das Buch wurde aus mehreren Streifen Tsuchi-iri Mitsumata-Papier geflochten und gefalzt. – Die in den Jahren 1999, 2002 und 2003 verfassten Haikus übersetzte Yuji Nawata ins Japanische. Eine andere Auswahl erschien 2008 als Band 1308 der Insel-Bücherei. – Veronika Schäpers gilt als eine der »Protagonistinnen des zeitgenössischen Künstlerbuches. Ihre Arbeiten sind konzeptionell, sinnlich und einzigartig. Gemeinsam ist ihnen nur die perfekte handwerkliche Verarbeitung raffinierter Materialien. Von 1997 bis 2012 lebte Veronika Schäpers in Japan. In ihren Arbeiten setzt sie sich mit der japanischen Kultur auseinander und schlägt eine Brücke zwischen östlicher und westlicher Kultur.« (Klingspor-Museum Offenbach, anlässlich der großen Einzelausstellung 2014).

37,0 : 8,8 cm. [54] Seiten.

455  Veronika Schäpers – Yoko Tawada. Okonomiyaki.

€ 750

Tokyo 2010. Mit vier Tusche-Leim-Zeichnungen (mit dem japanischen Text) und 31 zweifarbigen blattgroßen Illustrationen nach Mayo-Zeichnungen, gedruckt von Polymer-Klischees (mit dem deutschen Text). Zwei Originalbroschuren in der Originalacrylglaskassette.

Eins von 32 Exemplaren, weitere sechs kamen nicht in den Handel. – Im Druckvermerk signiert und nummeriert. – Außergewöhnlich gestaltetes Objektbuch, beide Teile, der japanische und der deutsche, als Leporello konzipiert, gedruckt und kalligraphiert auf hauchdünnes Bicchu-Ganpi-Papier. – Beide Broschuren liegen, zusammen mit koreanischen Ölpapieren mit Kalligraphien aus der Tokyoter Laternenmanufaktur Oshimaya-Onda, in einer Acrylglasbox. – »Dieses in Japan beliebte Gericht könnte man frei mit ›nach Belieben braten‹ übersetzten. Dabei handelt es sich bei dem Text keineswegs um ein Kochrezept, sondern um eine Sammlung von Textfragmenten, die wie die Zutaten eines Okonomiyaki nach Belieben gemischt, in der Reihenfolge verändert oder sogar auch weggelassen werden können, je nach Geschmack.« (Webseite der Buchkünstlerin). – Makellos erhalten. – Beilage: Englische Übersetzungen und eine eigenhändige Briefkarte von Veronika Schäpers an den Vorbesitzer.

22 : 23 : 3 cm (Box). [32 bzw. 6] Seiten.

456  CTL-Presse – Kan’ami Kyotsugu. Sotoba Komachi. Komachi auf der Stupa.

€ 600

Übersetzt von Peter Weber-Schäfer. Hamburg 2017. Mit blattgroßen Fotogravüren von Clemens-Tobias Lange. Originalpappband (Thomas Zwang, Hamburg) in originaler Holzkassette.

Edizioni CTL 10. – Eins von 24 Exemplaren, weitere vier erschienen als Künstlerexemplare. – Im Druckvermerk vom Buchgestalter signiert und nummeriert. – Die als formatfüllende Hintergründe der japanischen Textzeilen dienenden Fotografien entstanden 2011 in Kalifornien. Sie wurden auf Shimizu Kayasu-shi, ein dünnes, aber stark geripptes Japanpapier gedruckt. – Am Ende der deutsche Text, Buchdruck auf Torinoko Gokuusu-shi Papier: »Die Bilder aus dem Wald der Riesen aus den USA […] wären verschenkt, abgezogen als Silber-Gelatine-Handabzüge. Die Kraft der Druckfarbe vom Tiefdruck mit dem schweren fühlbaren Schwarz, durchtränkt die Blätter bis in den Text, den man nicht lesen kann, ohne das Bild zu fühlen. Auch der Geruch und die Herstellung verstärken die Natur hinter den Bildern« (C.-T. Lange). – Neben dem ausführlichen Editionsvermerk hier mit einem Brief an den Vorbesitzer, in dem der Künstler die Entstehung und Konzeption des Buches beschreibt. – Makellos.

32,1 : 21,7 cm.

457  Edition Lafranca – Peter Stein. Über den Kupferstich. – André Evrard. Lithographie.

€ 300 ( R7 )

Propos donnés à voir. Locarno 1974 und 1986. Mit Originalgraphiken. Lose Doppelblätter in Originalumschlägen, -chemisen und -schubern.

Auf von François Lafranca geschöpften schweren Büttenpapier. – I. Eins von 17 Exemplaren der Vorzugsausgabe, mit einer signierten Bleistiftzeichnung, einer Originalkupferplatte und einem Abdruck davon. Alle 50 Exemplare enthalten vier ganzseitige Radierungen unter dem Text, acht Kupferstiche und einen Prägedruck. Zudem liegt der Edition eine Schallplatte bei. Im Druckvermerk von Verfasser und Buchgestalter signiert. Text und Graphiken von Peter Stein. Seine Erläuterungen zur Technik des Kupferstichs, durch eigene künstlerische Arbeiten beispielhaft illustriert, sind auch in französischer, italienischer und englischer Übersetzung enthalten. – II. Eins von 48 Exemplaren. Druckvermerk von Künstler und Buchgestalter signiert. Text und Graphiken von André Evrard. Die Erläuterungen zur Geschichte des Steindrucks, durch neunfarbige Lithographien bibliophil illustriert, auch in Deutsch und Englisch.

36 : 28 cm. [72] Seiten, 1 Zeichnung, 1 Radierung mit Druckplatte. – 36 : 32 cm [48] Seiten, 3 eingelegte Lithographien.

458  Edition Lafranca – Jean Arp. Ich lasse mich von der Arbeit führen […].

€ 250 ( R7 )

Zwei Holzschnitte von Peter Hächler. Drei Holzschnitte von François Lafranca. [Cerentino] 1985. Mit fünf signierten Holzschnitten. Lose mit zwei Textblättern in Originalumschlag.

Eins von 50 Exemplaren. – Von beiden Künstlern auch im Druckvermerk signiert. – Auf schwerem Bütten, handgeschöpft von François Lafranca. – Die Textpassage stammt aus Arps Dichtung »Mit gesenkten Lidern«.

41 : 47 cm. 12 Blätter.

459  Edition Lafranca – André Evrard. D’ombre et de lumière.

€ 250 ( R7 )

Locarno 1997. Mit fünf Aquatintaradierungen und fünf Prägedrucken des Verfassers. Lose Bogen und Blätter in Originalumschlag und -schuber.

Eins von 33 Exemplaren (Gesamtauflage 44). – Im Druckvermerk von Künstler und Buchgestalter signiert. – Auf schwerem Bütten, geschöpft von François Lafranca für diese Ausgabe. – Enthält Evrards Dichtung auch in englischer und deutscher Übersetzung.

32,5 : 27,5 cm. [40] Seiten, 5 Radierungen.

460  Leipzig – 24 x 34. Blätter zu Literatur und Grafik.

€ 1800

Alle 30 Ausgaben der Reihe. Leipzig [1985]–2000. Mit zahlreichen, meist signierten Originalgraphiken. 27 Originalbroschuren und zwei Originalpappbände. In zwei Originalkassetten.

Herausgegeben von der Leipziger Ortsgruppe der Pirckheimer-Gesellschaft, ab Heft 16 vom wieder gegründeten Leipziger Bibliophilenabend, somit ein »50 : 50«-Programm Leipziger »Vor- und Nachwende-Bibliophilie«. – Je das erste von 50 Exemplaren, im Druckvermerk bzw. die Graphiken signiert, vereinzelte Widmungen an den Vorbesitzer Herbert Kästner, den »spiritus rector« dieser abwechslungsreich und außergewöhnlich gestalteteten Reihe. Der Reihentitel leitete sich aus dem gewählten Papierformat ab. – Die Ausgaben enthalten Texte und Graphiken der nachfolgenden »Autor-Künstler-Paare«: 1. Walther Petri/Rolf Münzner. – 2. Adel Karasholi/Joachim Jansong. – 3. Peter Gosse/Karl-Georg Hirsch. – 4. Andreas Albrecht/Baldwin Zettl. Mit eigenhändigem Widmungsgedicht, die Graphik mit Widmung. – 5. Georg Maurer/Rolf Kuhrt. – 6. Kerstin Hensel/Karl Minkewitz. – 7. Christian Fürchtegott Gellert und Abraham Gotthelf Kästner/Walter Schiller (Typographik). – 8. Werner Heiduczek/Stefan Th. Wagner. – 9. W. Bartsch/Frieder Heinze. – 10. Uta Mauersberger/Egbert Herfurth. – 11. Ulrich Berkes/Günter Richter. – 12. Volker Braun/Gerhard Gäbler. Mit Widmung des Verfassers. – 13/14. Uta Ackermann/Susann Knoch. – 15. Reinhard Bernhof/Christa Jahr. – 16. Heinz Zander (Text und Graphik). – 17. Wolfgang Henne (Text und Graphik). – 18. Für Jochen. Ein Dank an Hans-Joachim Walch. Graphiken von Egbert Herfurth, Karl-Georg Hirsch, Christa Jahr, Rolf Kuhrt, Gerhard Kurt Müller, Hans-Joachim Walch (2) und Volker Wendt. – 19. Volker Ebersbach/Harry Jürgens. – 20. Thomas Böhme/Karl-Georg Hirsch. – 21. Stefan Hermlin /Albert Kapr (Typographie). – 22. Horst Hussel (Text und Graphik). – 23. Uwe Kolbe/Frank Eißner. Mit Widmung des Verfassers. – 24. Andreas Reimann/Thomas M. Müller. – 25. Gerhard Kurt Müller zum 70. Geburtstag. Text von Peter Gosse, Graphiken von Baldwin Zettl, Rolf Münzner und Karl-Georg Hirsch. Mit einem zusätzlichen Abzug des Kupferstichs von Baldwin Zettl. – 26. Andreas Drescher/Albrecht von Bodenecker. – 27. Ralph Grüneberger/Frank Wahle. – 28. Hildegard Maria Rauchfuss/Volker Pfüller. – 29. Helmut Richter/Christian Weihrauch. – 30. Karl Mickel/Thomas Ranft. – Alle tadellos erhalten.

461  Leipzig – SchriftBild.

€ 1200

Vollständige Folge aller zehn Drucke. Herausgegeben von Herbert Kästner. Leipzig 2011–2016. Mit zahlreichen, teils signierten, Originalgraphiken. Originalhalbleinenbände, zusammen im Schuber.

I. Jens Sparschuh / Klaus Rasch. Schreib-Akte. Mit fünf Farbholzschnitten, einer signiert.
II. Thomas Rosenlöcher / Henning Wagenbreth. Ich hab ein Buch bekommen. Mit fünf Farbserigraphien, eine signiert.
III. Bertolt Brecht / Baldwin Zettl. Kinderkreuzzug 1939. Mit signiertem Zyklus von sechs Radierungen.
IV. Robert Musil / Albrecht von Bodenecker. Des General Stumm vergebliche Suche nach geistiger Ordnung. Mit drei signierten Radierungen.
V. Hanns Eisler / Michael Triegel. Johann Faustus. Mit drei Schablithographien, eine signiert.
VI. Volker Braun / Rolf Kuhrt. Natürlich bleibt nichts. Nichts bleibt natürlich. Mit fünf signierten Farbholzschnitten.
VII. Daniel Kehlmann / Joachim Jansong. Geister in Princeton. Mit fünf Strichätzungen nach Collagen, eine signiert.
VIII. E. T. A. Hoffmann / Frank Eissner. Der goldene Topf. Mit fünf signierten Farbholzschnitten.
IX. Christian Fürchtegott Gellert / Rolf Münzner. Der alte Dichter und der junge Kritikus. Mit drei signierten Lithographien und einigen farbigen Illustrationen.
X. Kathrin Schmidt / Madeleine Heublein. Tiefer Schafsee und andere Erzählungen. Mit drei signierten Farbradierungen.
Je eins von 140 Exemplaren, außer II und III mit identischer Nummerierung. – Drei Ausgaben (I, II und X) von den VerfasserInnen signiert. – Jeder Band in anderer Typographie und Gestaltung, erschienen im Auftrag des von Herbert Kästner »wiederbelebten« Leipziger Bibliophilen-Abends. Diese Vereinigung und ihr »spiritus rector« publizierten seit 1986 bedeutende und herausragend gestaltete Buchreihen, u. a. »24 x 34«, »StichWort«, »Leipziger Liebhaberdrucke«, »Leipziger Drucke« und die hier vorliegende.

462  Leipzig – Faber & Faber – Die graphischen Bücher.

€ 1800

Erstlingswerke deutscher Autoren des 20. Jahrhunderts. 38 Bände [alles Erschienene]. – Vier graphische Supplementkassetten. Berlin und Leipzig 1992–2010. Mit zahlreichen Originalgraphiken und Illustrationen. Farbig illustrierte Originalleinenbände in vier Originalschubern.

Vollständige Folge der 2010 vorerst abgeschlossenen Reihe. Nach Neugründung des Verlages Faber & Faber wird die Reihe nun fortgesetzt. – Alle in kleiner Auflage (899 bzw. 799, der letzte Band nur in 455 Exemplaren) erschienen, alle von den Illustratoren signiert. – Die Buchgestaltung lag für jeweils zehn Bände in den Händen von Juergen Seuss, Horst Schuster, Gert Wunderlich und Rainer Groothuis. – Hier mit allen vier graphischen Supplementen mit zusätzlichen Graphiken der entsprechenden Künstler (Kassette 1) bzw. Porträtradierungen der jeweiligen Autoren (Kassetten 2–4), jede Kassette mit einem Textheft: Die ersten Fünf. Ein Rückblick. Fünf signierte Originalgraphiken. Leipzig 1995. – Die ersten Zehn. 2001. Zehn Kaltnadelradierungen von Jan Peter Tripp. – Die zweiten Zehn. 2005. Zehn Kaltnadelradierungen von Johannes Vennekamp. – Die dritten Zehn. 2010. Zehn Radierungen von Christian Mischke. – Einzeltitel: 1: Bertolt Brecht/Klaus Süß. Baal. – 2: Gottfried Benn/Ingo Regel. Morgue. – 3: Christoph Hein/Hermann Naumann. Einladung zum Lever Bourgeois. – 4: Franz Kafka/Franz Hitzler. Betrachtung. – 5: Walter Jens/Felix Martin Furtwängler. Das weiße Taschentuch. – 6: Johannes Wüsten/Hans Ticha. Semper die Mumie. – 7: Marieluise Fleisser/Annette Lucks. Neun Pfund Orangen. – 8: Günter Grass/Johannes Grützke. Die Vorzüge der Windhühner. – 9: Georg Heym/Hans Aichinger. Die Athener Ausfahrt. – 10: Ulrich Plenzdorf/Harald Metzkes. Die neuen Leiden des jungen W. – 11: B. Traven/Karl-Georg Hirsch. An das Fräulein von S…. – 12: Peter Rühmkorf/Klaus Waschk. Irdisches Vergnügen in G. – 13: Erich Kästner/Egbert Herfurth. Herz auf Taille. – 14: Heinrich Böll/Bernhard Heisig. Der Zug war pünktlich. – 15: Christa Wolf/Erhard Göttlicher. Moskauer Novelle. – 16: Hugo Ball/Wieland Förster. Die Nase des Michelangelo. – 17: Hans Magnus Enzensberger/Hans Platschek. Verteidigung der Wölfe. – 18: Lion Feuchtwanger/Baldwin Zettl. Die Einsamen. – 19: Hermann Ungar/Sascha Juritz. Knaben und Mörder. – 20: Anna Seghers/Willi Sitte. Aufstand der Fischer von St. Barbara. – 21: August Stramm/Achim Freyer. Sancta Susanna. – 22: Wolfgang Borchert/Inge Jastram. Laterne, Nacht und Sterne. – 23: Klaus Mann/Wolfgang Henne. Anja und Esther. – 24: Martin Walser/Johannes Vennekamp. Ein Flugzeug über dem Haus. – 25: Franz Jung/Volker Pfüller. Das Trottelbuch. – 26: Joseph Roth/Hartwig Ebersbach. Hotel Savoy. – 27: Volker Braun/Rolf Kurth. Provokation für mich. – 28: Erich Mühsam/Artur Dieckhoff. Billys Erdengang. – 29: Bazon Brock/Gert Wunderlich. Kotflügel. – 30: Kurt Tucholsky/Gudrun Brüne. Rheinsberg. – 31: Gustav Meyrink/Manfred Butzmann. Der heiße Soldat. – 32: Joachim Ringelnatz/Florian Mitgutsch. Simplicissimus. – 33: Daniel Kehlmann/Sighard Gille. Beerholms Vorstellung. – 34: Georg Trakl/Johannes Heisig. Gedichte. – 35: Ernst Barlach/Clemens Gröszer. Der tote Tag. – 36: Ödön von Horvath/Tobias Teschner. Das Buch der Tänze. Eins von 100 Exemplaren mit einer zusätzlich beigelegten signierten Schablithographie. – 37: Peter Hacks/Antoinette. Das Windloch. – 38: Klabund/Steffen Volmer. Celestina. – Alle tadellos erhalten.

26,3 : 17,5 cm.

463  Leipzig – Tiefland.

€ 400 ( R7 )

Vier Leipziger Künstler in Hamburg. Wolfgang Henne · Michael Kunert · Neo Rauch · Roland Borchers. Hamburg, Galerie Dito Kulturmanagement 1993. Mit vier Farbserigraphien, drei davon signiert, und Illustrationen nach Graphiken. Illustrierte Originalbroschur.

Erschienen anlässlich der Ausstellung in der Galerie Dito, Hamburg, vom 26.11.92 bis 30.1.93. – Enthält die Farbserigraphie »Flut« von Neo Rauch, wohl außerhalb der Auflage von 50 Exemplaren gedruckt. – Mit einem Vorwort der Galerieleiterin Uta Kolbe, einem Text von Gerd Sollner, Leipzig, sowie Bio-Bibliographien der Künstler. – Unter dem Ausstellungstitel »Ostkunst in HH oder auf der Suche nach der gemeinsamen Identitiät« versuchte die Galerie Dito »durch eine Konfrontation des West-Publikums mit Ost-Kunst, Einblicke zu vermitteln, Auseinandersetzungen zu stimulieren und Verständnis zu fördern. […] Zwei Jahre Wi(e)dervereinigung und wir empfinden die deutsche Teilung im Osten wie im Westen stärker denn je. […] Unsere Toleranz ist aufs äußerste strapaziert, aber das vereinte Europa wird uns sozusagen eine multikulturelle Toleranz abverlangen und die will geübt sein«. – Neo Rauch ist seit Jahren als Vertreter der Neuen Leipziger Schule international anerkannt, Wolfgang Henne, Michel Kunert und Roland Borchers publizierten bereits in den 1980er Jahren in DDR-Untergrundzeitschriften wie »Anschlag« und »Verwendung«. – Extrem seltenes Dokument der kulturellen (Wieder)Vereinigungs-Bemühungen.

21,4 : 30,0 cm. 30 Blätter.

464  MEG-Art Presse – Erotische Märchen.

€ 500

Band I [bis] VI. Karow, MEG-Art Presse [1997]–2002. Mit insgesamt 20 meist signierten Originalgraphiken. Originaleinbände (eine Broschur, zwei Pappbände, drei Halblederbände).

Die vollständige Reihe, teils in Vorzugsausgaben. – I. Der Hase und die Füchsin. Der Bär und die Frau. 1997. Mit zwei Holzschnitten von Karl-Georg Hirsch. Eins von 80 im Druckvermerk signierten Exemplaren (Gesamtauflage 140). – II. Lachen und Leid. 2000. Mit zwei signierten Punzenstichen von Hermann Naumann. Eins von 50 Exemplaren mit einem dritten signierten Punzenstich (Gesamtauflage 80).– III. Günter Coufal. Hexenliebe Menschenliebe. 2002. Mit drei Holzschnitten von Karl-Georg Hirsch, davon einer beigelegt und signiert. Eins von 30 Exemplaren (Gesamtauflage 80). – IV. Der Zauberring. 2004. Mit drei signierten und kolorierten Radierungen von Harry Jürgens. Eins von 25 Vorzugsexemplaren. – V. Die kopflose Braut. Die erregte Edelfrau. 2006. Mit fünf signierten Radierungen von Klaus Waschk. Eins von 15 Exemplaren mit vier kolorierten und der zusätzlichen fünften Radierung (Gesamtauflage 50). – VI. Die furchtsame Braut. Der Soldat. Mit vier signierten Radierungen von Horst Hussel, davon zwei koloriert und eine beigelegt. Eins von 20 Exemplaren (Gesamtauflage 50). – Alle verlagsfrisch.

27,5 : 18,3 cm.

465  MEG-Art Presse – 10 Jahre MEG-art Presse 1995–2005.

€ 250

Karow 2005. 18 signierte Originalgraphiken. Mit Titelblatt lose in Originalleinenkassette mit Deckelschild.

Exemplar 31/60. – Mit Radierungen, Holzschnitten, Acryl-, Kupfer- und Punzenstichen und Lithographien von Nuria Quevedo, Jürgen Czaschka, Frank Eißner, Egbert Herfurth, Karl-Georg Hirsch, Harry Jürgens, Stefan Knechtel, Volker Melchior, Hermann Naumann, Steffen Volmer, Klaus Waschk, Claus Weidensdorfer u. a. – Jede Graphik signiert, datiert, nummeriert; meist betitelt. – Dazu: Künstler-Briefe 1995–2005. Karow, Meg-art Presse 2005. Originalbroschur. – Die MEG-art Presse wurde 1990 von Erhard und Gudrun Holley gegründet.

42,0 : 28,5 cm (Kassette).

466  Methusalem Presse – Goethe Urworte Orphisch.

€ 300 ( R7 )

Die Stanzen und der Kommentar. – Paralipomena zur »Klassischen Walpurgisnacht«, Faust, 2. Teil. – Mit Holzschnitten von Wilhelm Neufeld. Chieming 1989 und 1990. Mit meist farbigen Holzschnitten, meist blatt-, teils doppelblattgroß. Büttenpappband und Originalbroschur mit montiertem Deckelholzschnitt.

I. 21. Druck. Eins von 20 Exemplaren. Mit 15 Holzschnitten, drei signiert. – II. 22. Druck. Eins von 18 Exemplaren. Mit 26 Holzschnitten, drei weitere signierte liegen bei. – Beide vom Künstler im Druckvermerk signiert. – 1979 gründete Wilhelm Neufeld (1908–1995) die Methusalem-Presse, auf der in Jahresfrist Handpressendrucke in kleinsten Auflagen entstanden. Die Texte wurden aus älteren Blei- und Holzschriften gesetzt, die Holzschnitte als Handabzüge und Reiberdrucke hergestellt. – Beide tadellos.

32,0 : 25,5 cm bzw. 36,0 : 25,5 cm.

Nicht mehr bei Spindler, vgl. dort aber S. 250f

467  Offizin Parvus – Alfred Jarry. Ubu-Roi.

€ 200

König Ubu. Ein Drama in fünf Akten. Mit Originalholzschnitten von Wolfgang Schlick. Weisbaden 1965. Mit zahlreichen, davon elf signierten blatt- und doppelblattgroßen Holzschnitten. Leporello in Originalhalbleinenband und bemalter Originalholzkassette.

Erster Druck der Offizin Parvus, die 1965 von dem Graphiker Helmut Schulze-Reichenberg und dem Schriftsetzer Otto Döries gegründet wurde. – Eins von 50 römisch nummerierten Vorzugsexemplaren auf Kupferdruckbütten, bei denen die großen Holzschnitte signiert wurden. Nur diese Vorzugsexemplare erhielten die bemalte Holzkassette (Gesamtauflage 270).

46,5 : 32,5 cm. [24] Seiten.

Spindler 80.1

468  Quetsche – Drei Drucke der Presse.

€ 250

Berlin und Witzwort 1990/1991. Illustrationen von Hanna Mott. Illustrierte Originalleinenbände, zusammen im illustrierten Schuber.

8., 12. und 14. Druck der Quetsche. – Jeweils eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 120). – Brüder Grimm. Das singende springende Loeweneckerchen. Mit sechs kolorierten Lithographien. – Die Gänsemagd. Mit fünf kolorierten Radierungen. – Der Räuberbräutigam und Die Alte im Walde. Mit sechs kolorierten Farblinolschnitten. – Die damals etwa zehnjährige Hanna Mott ist die Tochter von Gisela Mott-Dreizler, die viele Bücher der Quetsche illustrierte.

28 : 20 cm.

469  Raamin-Presse – Dylan Thomas. Die Nachgänger.

€ 400 ( R7 )

Aus dem Englischen übersetzt von Erich Fried mit zehn Illustrationen und neunzehn Bildmarginalien von Roswitha Quadflieg. Hamburg 1977. Mit 29 Radierungen im Text. Originalpappband mit Ölmarmorpapierbezügen und Lederrückenschild (Werkstatt Christian Zwang).

Achter Druck der Raamin-Presse. – Eins von 60 Exemplaren, aber noch besser als bei den 20 Vorzugsexemplaren mit zwei beigelegten signierten Einzelblattabzügen (»Probeabzug«), nämlich dem der deutschen und dem der englischen Ausgabe. Es erschienen 80 deutsche und 40 englische Ausgaben. – Im Druckvermerk von der Künstlerin signiert. – Auf leicht grünlichem Zerkall-Bütten. – Die illustrierenden Radierungen in Rot, die Remarquen ähnelnden, kleineren, in Grün gedruckt. – Tadellos, leider ohne den Schuber.

37,6 : 22,8 cm. 24, [4] Seiten, 2 Radierungen.

Spindler 71.8. – Quadflieg 66 – Slg. Achilles 532

470  Raamin-Presse – Georg Trakl. Gesang des Abgeschiedenen. Traum und Umnachtung.

€ 400

Aus Sebastian im Traum. Illustrationen von Roswitha Quadflieg. Hamburg 1980. Mit 14 mehrfarbigen Kunstharzstichen. Originalpappband mit Blindprägung (Christian Zwang, Hamburg). Im Originalschuber.

Elfter Druck der Raamin-Presse. – Eins von 120 Exemplaren (Gesamtauflage 125). – Druckvermerk von der Künstlerin signiert. – Gedruckt auf Fabriano-Bütten. – Die feinlinigen und zugleich in sechs bis zehn Farben flächig zerfließenden Kunstharzstiche wollen »erarbeitet« werden, gerade ihre Vielschichtigkeit im wörtlichen Sinne verdient den längeren Blick, ein Lesen, dem der Trakl-Dichtungen gleich. – Die Auswahl vereint elf Gedichte und den Prosatext »Traum und Umnachtung«, erstmals erschien 1915 »Sebastian im Traum«.

28,5 : 18,8 cm. 49, [3] Seiten.

Spindler 71.11

471  Otto Rohse – Zum Beginn des Wiederaufbaus des Altstädter Nicolaiturmes in Bielefeld 1960.

€ 120

Text: Pastor Karl Tiesler. Holzstiche und Gestaltung: Otto Rohse. [Bielefeld 1960]. Mit acht Holzstichen von Otto Rohse, sieben blattgroß, davon einer auf dem Vorderdeckel. Blauer Originalpappband mit Roma-Büttenpapierbezug (Christian Zwang).

Eins von 500 Exemplaren. – Herausgegeben von Karl Tiesler im Auftrag von Rudolf A. Oetker »für die Spender«. – Prämiert als eines der »Schönsten Bücher 1960«. – Das nach sechs Jahrzehnten selten gewordene Büchlein dokumentiert eine für Otto Rohse wichtige persönliche Beziehung: »1959 – Zusammenarbeit mit Paul Herzogenrath (künstlerischer Berater für Rudolf Oetker). Auf einer gemeinsamen Fahrt von Bielefeld nach Hamburg entwickle ich meinen Pressen-Plan. Oetker stimmt zu. Durch den Tod von Herzogenrath 1961 kommt der Plan nicht zur Ausführung« (Hack/Schwarz, S. 180). Erst 1964 erschien der erste Druck der Otto Rohse Presse.

23,6 : 14,1 cm. [24] Seiten. – Oberes Kapital minimal bestoßen.

Hack/Schwarz 2.14. – Vogel 247–254

472  Otto Rohse – Otto Rohse. Die Insel. – Zimtwald. – Reizfelsen. – Schwingend in Bläuer und Glut.

€ 250

Vier Holzstiche zu »Gottfried Benn: Die Insel«. 1961. 10 : 16 cm (23 : 31 cm). Signiert.

Eins von 50 Exemplaren der Kassettenausgabe. – Handabreibungen auf Japan. – 1962 erschien die Buchausgabe als zweiter Druck der Otto Rohse Presse. 20 Vorzugsexemplare erschienen mit einer Suite, diese ist aber kleinformatiger als die vorliegende und wurde auf Bütten gedruckt. – Die Stiche jeweils auf graues Fabrianobütten montiert und in einem Passepartout. Zusammen in der unbedruckten Originalleinenmappe. – Tadellos.

505, : 35,2 cm (Mappe).

Vogel 274–277. – Vgl. Hack/Schwarz 1.02

473  Otto Rohse – Sigill.

€ 300

Blätter für Buch und Kunst. Folge I-XIII in 42 Heften. Hamburg 1969–1999. Mit zahlreichen, teils farbigen Originalgraphiken von Otto Rohse, davon etwa 50 signiert, und Abbildungen. Originalbroschuren.

Vollständige Folge der Zeitschrift der Otto Rohse Presse. – Folge I erschien in einer undifferenzierten Auflage von 300 Exemplaren, die späteren Hefte liegen hier in der Vorzugsausgabe B vor, die jeweils eine signierte Originalgrafik enthielt und in Auflagen von 75, später 100 Exemplaren erschien. – Die von Otto Rohse herausgegebene Zeitschrift widmete sich Graphik und Buchillustration. Besonders überzeugt sie durch ihre typographische Gestaltung und die zahlreichen originalgraphischen Beiträge. Diese und die Texte beziehen sich auf bzw. stammen von Otto Rohse, Marcus Behmer, Friedrich Ahlers-Hestermann, Edwin Scharff, Karl Rössing, Roswitha Quadflieg, Gerhard Marcks, Jürgen Brodwolf, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Rohse (mehrere Themenhefte und Werkverzeichnisse) u. v. a. – Mit zahlreichen signierten Originalgraphiken als Beigabe (nicht kollationert).

29,8 : 19,2 cm (Hefte). – Die Rücken der ersten beiden Folgen gebräunt, sonst sehr gut erhalten. Die Beilagen nicht kollationiert.

Hack/Schwarz 3 (bis Folge X). – Spindler 44.35 (bis IX/1)

474  Otto Rohse Presse – Novalis. Heinrich von Ofterdingen. Das Märchen.

€ 300

Radierungen von Fritz Kreidt. Hamburg 1966. Mit 45 Radierungen, davon 17 ganzseitig, meist aber als Text- oder Ziervignetten. Preußischblauer Originalkalblederband mit blindgeprägter Deckelvignette und vergoldetem Rückentitel (Christian Zwang, Hamburg). Im Schuber.

Sechster Druck der Otto Rohse Presse. – Eins von 125 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die feinlinigen Radierungen sind eine der frühesten der wenigen graphischen Folgen des 1936 in Essen geborenen Künstlers, der in den vergangenen Jahrzehnten besonders durch seine Ansichten der inzwischen untergegangenen DDR-Industrielandschaften bekannt wurde. 1955–1960 war er in Düsseldorf Schüler von Otto Coester und Georg Meistermann.

19,8 : 11,3 cm. – Rücken leicht verfärbt.

Spindler 44.11. – Hack/Schwarz 1.06

475  Otto Rohse Presse – Andreas Gryphius. Ausgewählte Sonette, Gedichte und Epigramme.

€ 300

Mit Holzstichen und Kupferstichen von Otto Rohse. [Zwei Bände]. Hamburg 1970–1971. Mit elf Kupfer- und elf Holzstichen im Text, meist blattgroß, einige Kupferstiche auf den Titelblättern. Originalhalblederbände mit goldgeprägten Titeln und blindgeprägten Deckelvignetten nach einem Holzschnitt (Christian Zwang, Hamburg). Jeweils im Originalschuber.

Zehnter und elfter Druck der Otto Rohse Presse. – Je eins von 170 Exemplaren (Gesamtauflage je 195). – Beide Bände im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Handsatz aus der Schneidler-Mediaeval. – Gedruckt auf Zerkall-Bütten. – Tadellos erhalten.

28,7 : 18,9 cm. 59, [5] und 52, [8] Seiten.

Hack/Schwarz 1.10 und 11. – Spindler 44.15 und 16

476  Otto Rohse Presse – Yoshida Kenkô. Betrachtungen aus der Stille. Tsurezuregusa.

€ 300

Kupferstiche von Otto Rohse. Hamburg 1982. Mit fünf farbigen Kupferstichen und zwei weiteren auf dem Einband. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel (Christian Zwang). Im Originalschuber.

14. Druck der Otto Rohse Presse. – Eins von 125 Exemplaren (Gesamtauflage 155). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Gedruckt auf Hahnemühle-Kupferdruck-Bütten. – Blockbuch.

28,4 : 18,8 cm. [42] Seiten.

Hack/Schwarz 1.14. – Spindler 44.19

477  Otto Rohse Presse – Toscana.

€ 450

Kupferstiche von Otto Rohse. Hamburg 1985. Mit 25 farbigen Kupferstichen, davon sieben blatt- und 17 doppelblattgroß. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel, Vorder- und Rückendeckel mit zwei Kupferstichen (Christian Zwang). Im Schuber.

17. Druck der Otto Rohse Presse. – Eins von 175 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Der Text auf Gerippt Zerkall-Bütten, die Stiche, gedruckt von Till Verclas, auf handgeschöpftem getönten Japan. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Tadellos.

31,0 : 19,0 cm. [104] Seiten.

Hack/Schwarz 1.17. – Spindler 44.22

478  Otto Rohse Presse – Johann Wolfgang Goethe. Über den Granit.

€ 300

Mit Kupferstichen und Holzstichen von Otto Rohse. Hamburg 1986. Mit zwei farbigen Kupferstichen und drei Textholzschnitten. Anthrazitfarbener Originalpappband mit silbergeprägtem Rückentitel und negativ-blindgeprägter Deckelillustration (Christian Zwang). Im Schuber.

20. Druck der Otto Rohse Presse. – Eins von 125 Exemplaren, von denen 75 in den Handel kamen. Dieses Exemplar getrüffelt mit beigelegten signierten Extraabzügen des ersten Kupferstichs und des zweiten Holzschnitts. Zudem wurden alle Graphikem im Buch monogrammiert und der Druckvermerk signiert. – Auf Zerkall-Bütten, die Kupferstiche auf Japan. – Druck der Kupferstiche von Till Verclas. – Als Buchblock gedruckt und gebunden. – Angeregt von Richard W. Dorn, Nachwort von Hans-Ulrich Schmincke. – Makellos.

28,4 : 18,4 cm. [16] Seiten.

Hack/Schwarz 1.20. – Spindler 44.25

479  Otto Rohse Presse – Otto Rohse. Berlin.

€ 400

12 Kupferstiche. [Hamburg] 1987. Mit zwölf signierten farbigen Kupferstichen. Originalhalblederband mit radierter Deckelillustration.

22. Druck der Otto Rohse-Presse. – Eins von nur 20 Exemplaren. – Auf Japan-Bütten. – Die zwölfteilige »Berlin«-Folge, die im Auftrag der Sparkasse Berlin die westlichen Stadtteile der damals noch geteilten Stadt vorstellte, erschien in dieser kleinen Buchauflage und weiteren 20 Mappenausgaben. – Als Bezugspapier wurde eine 13., kleinerformatige Radierung (Kuppel des Charlottenburger Schlosses) verwendet.

35,8 : 44,3 cm. [30] Seiten, 12 Kupferstiche.

Hack/Schwarz 1.22. – Schwarz/Zeiske 139–146 und 150–154

480  Otto Rohse Presse – Publius Ovidius Naso. Cephalus und Procris.

€ 400

Hamburg [1990]. Mit sechs Textholzstichen von Otto Rohse. Originalkalblederband (Christian Zwang), im Schuber.

35. Druck der Otto Rohse Presse. – Eins von 40 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Leder und mit einem beigelegten signierten Extraabzug eines Holzstichs (Gesamtauflage 125). – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Übersetzungen stammen von Hermann Breitenbach (Metamorphosen) und Niklas Holzberg (Liebeskunst).

30,4 : 20,5 cm.

Hack/Schwarz 1.35

481  Sisyphos-Presse – Franz Fühmann. Dreizehn Träume.

€ 300

Mit sechs Originallithographien von Nuria Quevedo. Hamburg, Hoffmann und Campe 1985. Mit sechs signierten Lithographien. Originalpappband mit violettem Rücken und Rückentitel in Schwarzprägung, Deckel mit schwarzem Büttenbezugspapier. Im Originalschuber und -kassette (Dorfner-Werkstatt, Weimar).

Erster Druck der Sisyphos-Presse. – Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 330). – Die Auflage erschien zum Teil in der Edition Leipzig, zum Teil bei Hoffmann und Campe. – Handsatz, gedruckt auf grauem Bugra-Bütten, die Lithographien auf Hahnemühle-Kupferdruckkarton. – Die buchkünstlerische Gestaltung leitete Volker Küster, Hamburg. – Mit diesem Werk begründete der Verlag Edition Leipzig eine der anspruchsvollsten Pressen der ehemaligen DDR. – Die Texte wählte Franz Fühmann (1922–1984) aus seinen seit 1960 entstandenen Traumtagebüchern aus. Der Autor verstarb vor dem Erscheinen des Bandes.

35,5 : 25,4 cm. 51, [1] Seiten.

Spindler 66.1

482  Sisyphos-Presse – Hugo Ball. Der Henker von Brescia.

€ 250

Drei Akte der Not und Ekstase. Bernhard Heisig. Sechs Originallithographien. Berlin 1993. Mit sechs signierten Lithographien. Originalhalbleinenband mit Schwarz- und Rotprägung. Im Orignalhalbleinenschuber.

Sechster Druck der Sisyphos-Presse. – Eins von 222 Exemplaren. – Druck der Lithographien auf Hahnemühle-Bütten. – Im Nachwort wertet Hansjörg Viesel das verschollene Drama, von dem lediglich der erste Akt im Frühjahr 1914 als Vorabdruck in der Zeitschrift »Die Neue Kunst« erschienen war, als »literarischen Höhepunkt des expressionistischen Theaterschaffens Hugo Balls«.

40,5 : 31,5 cm. 58, [2] Seiten.

483  Sisyphos Presse – Der Sammler.

€ 180

Texte um ein vortreffliches Thema. Leipzig, Faber & Faber 1995. Mit fünf signierten Originalgraphiken. Originalhalbleinenband im -schuber.

Neunter Druck der Sisyphos-Presse. – Eins von 25 römisch nummierten Belegexemplaren, weitere 175 Exemplare erschienen für den Handel. – Mit Erstdrucken von Fritz Rudolf Fries, Daniil Granin, Peter Härtling, Andrzej Szczypiorski und Javier Tomeo und signierten Graphiken von Georg Eisler, Bernhard Heisig, Gudrun Petersdorff, Klaus Süss und Klaus Waschk. – Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Elmar Faber.

40,6 : 31,6 cm. 42, [2] Seiten, 5 Graphiken.

484  Sisyphos-Presse – Gerhart Hauptmann. Zur Charakteristik Jehovas.

€ 300

Glossen zum Alten Testament. Mit fünf Originallithographien und siebzehn Kohlezeichnungen von Hermann Naumann. Leipzig 1997. Fünf Lithographien, davon eine aquarelliert, lose im Umschlag. Lose Doppelblätter mit 17 Illustrationen im Text. Zusammen in Originalleinenkassette mit Deckelprägung.

Zehnter Druck der Sisyphos-Presse. – Eins von 25 Vorzugsexemplaren, bei denen die erste Lithographie aquarelliert wurde (Gesamtauflage 130). – Erste Ausgabe der 1918 entstandenen 103 »Jehova-Glossen«, die »Textstellen des Alten Testaments hinterfragen. Das Erstaunliche daran ist, wie heftig sich Gerhart Hauptmann mit diesem Glaubenszeugnis auseinandergesetzt hat« (Verlagswerbung). Auf dem Typoskript notierte er: »Verbrennt es, aber gedacht muß ich’s einmal haben«. Ermutigt von dem jüdischen Publizisten Joseph Chapiro arrangierte Hauptmann 1929 Vorlesungen der Texte. – In keiner Werksammlung und Gesamtausgabe wurden die Glossen abgedruckt, die vorliegende Erstausgabe erfolgte nach dem Typoskript aus dem Besitz der Staatsbibliothek Berlin. – Mit einem Nachwort von H. D. Tschörtner.

50,5 : 36,5 cm. [72] Seiten, 5 Lithographien. – Die Kassettenränder minimal angestaubt.

485  Sisyphos-Presse – Wolfgang Kohlhaase. Erfindung einer Sprache.

€ 250

Mit fünf Originallithographien und vier Federzeichnungen von Bernhard Heisig. Leipzig, Faber & Faber 2005. Mit fünf signierten Lithographien und vier Illustrationen auf den Textblättern. Lose in Originalleinenkassette.

15. Druck der Sisyphos-Presse. – Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 112). – Herausgegeben von Elmar Faber. – Die Lithographien wurden auf der Taborpresse, Berlin, auf Hahnemühle-Bütten gedruckt.

49,0 : 37,5 cm. 7, [1] Seiten, 5 Lithographien.

486  Sisyphos-Presse – Hartwig Hamer. Licht und Landschaft.

€ 250

Sechs Originalradierungen und ein Begleittext von Detlef Hamer. Leipzig, Faber & Faber 2008. Sechs signierte Radierungen und ein Doppelblatt, lose in illustrierter Originalkassette.

18. Druck der Sisyphos-Presse. – Eins von 50 Exemplaren (Gesamtauflage 55). – Druck der Radierungen auf Hahnemühle-Bütten. – Herausgegeben von Elmar Faber und Konrad Reich. – »Hartwig Hamer ist ein Meister der ganz leisen, behutsamen Töne, nie aufdringlich, nie grell; er ist ganz und gar unpathetisch« (Detlef Hamer, Begleittext). – Tadellos.

44,0 : 34,5 cm. [4] Seiten, 6 Radierungen.

487  Edition Tiessen – Friedrich von Schiller. Die Gesetzgebung des Lykurgus und Solon.

€ 500

Mit einer Original-Radierung von Reiner Zimnik. Neu-Isenburg 1980. Mit einer blattgroßen signierten Radierung. Hellbrauner Originalkalblederband mit Rückenschild und ornamentaler Blindprägung beider Deckel (Theophil Zwang, Oberroden, nach Entwurf von Kurt Londenberg).

16. Druck der Edition Tiessen. – Eins von 75 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer zusätzlichen signierten Radierung (Gesamtauflage 250), dabei eins der wenigen Exemplare in Kalbleder. – Diese Ausgabe vereint zwei große Namen der deutschen Buchbindekunst der Nachkriegszeit: Theophil Zwang (geboren 1924) arbeitete zunächst in der Werkstatt seines Vaters Friedrich Zwang, einem Schüler von Paul Kersten. 1955 wurde er Schüler von Kurt Londenberg (1914–1995), der in diesem Jahr Nachfolger von Ignatz Wiemeler als Leiter der Einbandklasse der Hamburger Landeskunstschule wurde. Noch im gleichen Jahr gründeten die Brüder Theophil und Christian Zwang die bis heute berühmte Hamburger Werkstatt. – Tadelloses Exemplar.

29,9 : 20,0 cm. 41, [3] Seiten.

Spindler 41.16. – Tiessen V, 30

488  Edition Tiessen – Martin Buber. Der Weg des Menschen nach der chassidischen Lehre.

€ 400

Mit einer Kaltnadel-Radierung von Jochen Geilen. Neu-Isenburg 1983. Mit einer blattgroßen signierten Radierung. Brauner Originalkalblederband mit Blindprägung, Rückenschild und vergoldeten Titeln (Theophil Zwang, Oberroden). Im Schuber.

31. Druck der Edition Tiessen. – Eins von 35 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Leder (Gesamtauflage 161). – Die Radierung mit einem Porträt Bubers.

29,9 : 20,3 cm. 29, [3] Seiten.

Spindler 41.31. – Tiessen VI, 9

489  Edition Tiessen – Sophokles. Antigone.

€ 300

Übersetzt von Ernst Buschor. Mit fünfzehn Original-Lithographien von Georg Eisler. Neu-Isenburg 1986. Mit 14 Lithographien im Text. Blauer Maroquinband mit Rückenschild. In Halblederkassette mit Lithographie auf dem Vorderdeckel.

48. Druck der Edition Tiessen. – Eins von 90 Exemplaren (Gesamtauflage 161). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert.

32,3 : 23,6 cm. Seiten [3]–66, [4].

Spindler 41.48. – Tiessen VI, 16

490  Edition Tiessen – Gedichte.

€ 300

I. Joseph von Eichendorff. – II. August von Platen. – III. Eduard Mörike [und] Gedichte. I. Heinrich Heine. – II. Friedrich Hebbel. – III. Conrad Ferdinand Meyer. – Ausgewählt von Hans Bender. Mit [je] einem Original-Holzstich von Karl-Georg Hirsch. Neu-Isenburg, Edition Tiessen 1992 und 1993. Mit zusammen sechs blattgroßen Holzstichen. Originalbroschuren mit marmorierten Buntpapierumschlägen in zwei Schubern.

71. und 72. Druck der Edition Tiessen. – Jeweils eins von 60 Vorzugsexemplaren mit je einem zusätzlich beigelegten signierten Abzug der Holzstiche auf Japan (Gesamtauflage 206). – In allen sechs Druckvermerken vom Künstler signiert. – Auf Zerkall-Bütten.

Je 24,4 : 16,2 cm.

Kästner/Lübbert A 79, 82, 81, 91, 90 und 95, je 1.a

491  Edition Tiessen – 15 Vorzugsausgaben der Reihe.

€ 750

Neu-Isenburg 1978–1993. Mit zahlreichen eingebundenen Originalgraphiken. Originalbroschuren mit Buntpapierumschlag und Deckelschild.

Exemplare der Vorzugsausgaben (Auflagen meist 50 bis 100 Exemplare) mit zusätzlichen signierten Graphiken (Suiten, Extraabzüge auf Japan oder zusätzliche) beigelegt sind. – 5. Friedrich Hölderlin/Paul Eliasberg. Der Archipelagus. 1978. Mit einer Radierung. – 7. Immanuel Kant/Simon Dittrich. Über die Wiederherstellung der ursprünglichen Anlage zum Guten in ihre Kraft. 1978. Mit einer signierten Radierung. – 8. Albert Schweitzer/Otto Rohse. Die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben. 1978. Mit einem Kupferstich. – 9. Das Märchen vom Granatapfelbaum/ Imre Reiner 1979. Mit einer Heliogravüre. – 10. Salomon Gessner/Imre Reiner. Die Erfindung des Saitenspiels und des Gesangs. 1979. Mit drei Radierungen. – 12. Das Evangelium nach Thomas/Paul Eliasberg. 1979. Mit einer signierten Farbradierung. Eins von 200 Vorzugsexemplaren, weitere 200 erschienen ohne Radierung. – 28. Adalbert Stifter/Denis Stéen. Waldwanderung. 1983. Mit vier Holzstichen. – 29. Die Geschichte von Joseph und seinen Brüdern/Otto Rohse. 1983. Mit zwei Holzstichen. – 36. Theodor W. Adorno/Rolf Escher. Schubert. 1984. Mit einer Radierung. – 38. Zvi Kolitz/Jan Uhrynowicz. Jossel Rackower spricht zu Gott. 1985. Mit drei Linolschnitten. – 46. Wilhelm Dilthey/Walter Zimbrich. Mozart. 1986. Mit einem Farbholzschnitt. – 51. Marie Luise Kaschnitz/Rolf Escher. Das ewige Licht. 1987. Mit vier Lithographien. – 54. Leos Schrade/Anthony Canham. Joseph Haydn als Schöpfer der Klassischen Musik. 1988. Mit einer Lithographie. – 64. Fritz Reuter/Karl-Georg Hirsch. Im Reformverein. 1991. Mit vier Holzstichen. – 73. Heinrich Heine/Jürgen Wölbing. Aus »Die Harzreise«. 1993. Mit drei zweifarbigen Holzschnitten. – Alle tadellos erhalten.

Ca. 30 : 20 cm.

492  Die Aktions-Lyrik.

€ 900

[Bände 1 bis 5]. – Das Aktionsbuch. Herausgegeben von Franz Pfemfert. Berlin-Wilmersdorf, Die Aktion (Franz Pfemfert) 1916/17. Rote Originalhalbpergaminbände mit Deckelillustration.

Erste Ausgaben. – Band 1. 1914–1916. Eine Anthologie. – Band 2. Jüngste Tschechische Lyrik. Eine Anthologie. – Band 3. Gottfried Benn. Fleisch. Gesammelte Lyrik. – Band 4. Wilhelm Klemm. Aufforderung. Gesammelte Verse. – Band 5. Der Hahn. Übertragungen aus dem Französischen von Theodor Däubler. Mit einer eigenhändigen Widmung von Franz Pfemfert auf dem Vorsatzblatt »Meinem lieben Mitarbeiter Georg Tappert mit herzlichem antimilitaristischem Gruss 23.6.1917.« – Aktionsbuch mit Beiträgen von Kurd Adler, Gottfried Benn, Iwan Goll, Raoul Hausmann, Georg Heym, Erwin Piscator, Oskar Kanehl, Kurt Pinthus, Franz Jung u. v. a. sowie zahlreichen Illustrationen. Beiliegend ein Werbeblatt von Franz Pfemfert für die Reihe »Der Rote Hahn«: »Freunde der Aktion! Seit Dezember 17 existiert die Büchersammlung DER ROTE HAHN, geschaffen, Waffen zu bieten gegen den Ungeist. […] Ihr habt die Pflicht, tätig zu sein für die Idee der Menschheit, Ihr habt mitzuwirken, jeder in seinem Kreise! Das Material, das ich herbeischaffe (unter Schwierigkeiten, von denen nur wenige eine Ahnung haben), es muss v e r b r e i t e t werden, sonst bleiben die menschlichsten Dokumente ›gute Literatur‹, sonst ist mein Mühen (und ist euer Zustimmen) zwecklos. Freunde, an die Arbeit!«.

21 : 14 cm. – Einige Deckel mit schwachem Lichtrand, ein Rücken gebräunt.

Raabe, Zeitschriften 149.1–5 bzw. 118 und 119. – Raabe/Hannich-Bode 24.5 und 159.4 (3 und 4)

493  Aurora Verlag – Das vollständige Verlagsprogramm.

€ 1500

New York 1945–1947. Zwölf Originalleinenbände, davon elf mit Originalschutzumschlag.

Am 3. April 1944 ließ Wieland Herzfelde, der im April 1939 nach seinen vorläufigen Fluchtorten Prag und London in die USA emigriert war, den Verlagsnamen »Aurora« registrieren. An dem Unternehmen waren elf exilierte Autoren beteiligt, von denen jeweils ein Werk verlegt wurde. Das von Herzfelde entworfene Verlags-Signet besteht aus den Anfangsbuchstaben des ursprünglich geplanten Verlagsnamens »Die Tribüne«. – »Trotz großer finanzieller Schwierigkeiten erscheinen die Bücher in einer anspruchsvollen Ausstattung« (Frank Hermann). – I. Bertolt Brecht. Furcht und Elend des III. Reiches. 1945. Seidel 129. – II. Ferdinand Bruckner [Theodor Tagger]. Simon Bolivar. Zwei Schauspiele. 1945. – III. Oskar Maria Graf. Der Quasterl und andere Erzählungen. 1945. – IV. Franz Carl Weiskopf. Die Unbesiegbaren. Berichte, Anekdoten, Legenden 1933–1945. 1945. – V. Ernst Bloch. Freiheit und Ordnung. Abriss der Sozial-Utopien. 1946. – VI. Alfred Döblin. Sieger und Besiegte. Eine wahre Geschichte. 1946. – VII. Lion Feuchtwanger. Venedig (Texas) und vierzehn andere Erzählungen. 1946. – VIII. Anna Seghers. Der Ausflug der toten Mädchen und andere Erzählungen. 1946. Die Autorin zählte nicht zu den Aurora-Gründern. – IX. Berthold Viertel. Der Lebenslauf. Gedichte. 1946. – X. Ernst Waldinger. Die kühlen Bauernstuben. Gedichte. 1946. – XI. Oskar Maria Graf. Unruhe um einen Friedfertigen. Roman. 1947. – XII. Morgenröte. Ein Lesebuch. Einführung von Heinrich Mann. Herausgegeben von den Gründern des Aurora Verlages. 1947. Mit eigenhändiger Widmung von Herzfelde »Meinen lieben Rothmalern Herzlich Wieland. Berlin, 15. Sept. 1966«. – Alle in erster Ausgabe.

22,5 : 14,5 cm.

Hermann, Malik 18, 26, 147, 436, 13, 31, 74, 310, 427, 428, 148 und 246 sowie Seite 229f. – W/G 34, 20, 32, –, –, 47, 52, 15, 10, –, 35, XII bei mehreren Autoren

494  Gottfried Benn. Betäubung.

€ 1000

Fünf neue Gedichte. Berlin, Alfred Richard Meyer 1925. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren, als »Flugblatt« der »Maximilian-Gesellschaft zur zwölften Mitglieder-Versammlung am 26. und 27. September 1925 in Frankfurt am Main gewidmet«. – Auf Einhorn-Bütten. – Gedruckt bei Mänicke & Jahn, Rudolstadt. – Sehr selten und sehr gut erhalten.

18,8 : 12,1 cm. 7, [1] Seiten. – Beide untere Umschlagecken mit leichter Knickfalte.

Lohner/Zenner 1.46. – Raabe/Hannich-Bode 24.12. – Deutsche Bibliophilie 1898–1930 127

495  Gottfried Benn. [14] Gedichte.

€ 150

Hamburg, Heinrich Ellermann 1936. Lose Blätter in Originalumschlag.

Die von Heinrich Ellermann seit 1934 im eigenen Verlag herausgegebene Reihe »Das Gedicht. Blätter für die Dichtung« erschien zunächst zweimal pro Monat, ab 1939 monatlich. Das Gottfried Benn-Heft (Folge 2, Heft 7 der Reihe) enthält elf Gedichte als Erstdrucke. – Benn widmete das Heft dem Bremer Kaufmann Friedich Wilhelm Oelze, mit dem er von 1932 bis 1956 einen intensiven, sehr privaten Briefwechsel führte.

23,5 : 15,0 cm. [18] Blätter. – Umschlag am Oberrand leicht bestoßen, beim Hinterdeckel auch minimal wasserrandig.

Lohner/Zenner 1.84. – Dietzel/Hügel 1132

496  Ernst Bertram. Hrabanus.

€ 600

Aus der Michaelsberger Handschrift. Leipzig, Insel [1939]. Hellbrauner Originalmaroquinband mit Rückenschild. Rückentitiel und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von nur fünf Exemplaren auf Bütten, dieses gedruckt für Ernst Bertram und von ihm am 15.12.1938 als »Handexemplar« bezeichnet; eine kleine Korrektur. – Auf dem Vortitel mit eigenhändigem Zusatz »Dem Andenken meines lieben treuen Freundes Ernst Glöckner † Weilburg 1885–1934«. – Der Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Ernst Bertram (1884–1957) war viele Jahre lang Lehrer an der Universität Köln. Seine Haltung während der Zeit des Nationalsozialismus ist umstritten. Bekanntheit erlangte Bertram durch sein bis heute Beachtung findendes Buch »Nietzsche – Versuch einer Mythologie«, das seinerzeit auch Thomas Mann beeinflusst hat, mit dem ihn eine jahrelange Freundschaft verband. Nach dem Entzug der Lehrerlaubnis bürgte Hermann Hesse für ihn (»Es würde in der geistigen Welt einen guten Eindruck machen, wenn dies Fehlurteil korrigiert würde« (Die Zeit, 20. Mai 1948), Thomas Mann, um gleiches gebeten, zögerte (»Bedenklich und zu bedenken«, Tagebücher 1946–1948, S. 289).

19,7 : 11,7 cm. 89, [5] Seiten. – Rücken minimal verfärbt.

Sarkowski 145. – Wilpert/Gühring 112, 35

497  Hermann Broch. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift.

€ 450

Princeton, New Jersey, 8. Januar 1940.

An Dr. Konrad Maril, den früheren Lektor des S. Fischer Verlages, der 1936 Deutschland verlassen hatte und in New York als Musiklektor tätig war. – »Ich bin betrübt, daß Sie Krause verlassen haben […] mein Egoismus hätte die ›Schlafwandler‹ lieber in Ihrer Hand gewußt. Soll man sie nun bei Kr. belassen?«. – Erwähnt »Propagandamaterial« von Huxley und Mann) und fragt nochmals nach dem Verleger Krause (»ob weitere Exemplare aus Europa kommen sollen«). – Hermann Broch (1889–1951) war ebenfalls 1938 in New York eingetroffen, nachdem er mit Hilfe von Thomas Mann und Albert Einstein aus dem angeschlossenen Österreich emigrieren konnte.

8,3 : 13,9 cm. Eine Seite, rückseitig eigenhändig adressiert.

498  Albert Camus. Œuvres complètes.

€ 450

Tome I–VII. Monte Carlo, André Sauret 1962–1965. Mit zahlreichen Farblithographien von Garbell, Pelayo, André Masson, Guiramand, Cavailles, Borès und Carzou. Originalbroschuren in Halblederchemisen mit Rückenvergoldung.

Großartige, von französischen Künstlern der Moderne reich illustrierte Werkausgabe. – Eins von 4800 Exemplaren auf »Vélin d’Arches filigrané« (Gesamtauflage 5000). – I. Récits et Romans. – II. Essais litteraires. – III. Essais philosophiques. – IV. Essais politiques. – V. Théâtre. – VI. Adaptions et traductions. – VII. Carnets. – Jeder Künstler schuf Farblithographien für jeweils einen Band, die Angaben bei Monod stimmen hiermit überein. – Unaufgeschnitten, nahezu druckfrisch.

Einige Gelenke der Chemisen leicht brüchig bzw. berieben.

Monod 2163 (zählt irrtümlich 8 Bände, vgl. 2156)

499  Heimito von Doderer. Das Geheimnis des Reichs.

€ 300

Roman aus dem russischen Bürgerkrieg. Wien, Saturn 1930. Originalbroschur mit illustriertem -umschlag.

Erste Ausgabe von Doderers erstem, autobiographischem Roman. Zuvor waren, mit mäßigem Erfolg, die Gedichtsammlung »Gassen und Landschaft« und die Erzählung »Die Bresche« erschienen. – Mit dem seltenen Schutzumschlag, der unter Verwendung einer Fotomontage von Ludwig Goldscheider gestaltet wurde. – Doderer war 1916 in russische Kriegsgefangenschaft geraten, seine Heimkehr verzögerte sich durch die Wirren der russischen Revolution von 1918 bis 1920.

18,3 : 13,8 cm. 251, [3] Seiten. – Schutzumschlag mit Knickfalten, außerhalb der Illustration etwas fleckig, die Umschlaglaschen erneuert. – Buchblock unbeschnitten, Vortitel mit Widmung.

500  Lawrence Durrell. Justine.

€ 400

A Novel. London, Faber and Faber 1957. Originalleinenband mit -schutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Fünfter Druck der Erstausgabe, gedruckt im November 1958. – Der erste Teil des »Alexandria-Quartetts«, der Romantetralogie, in der Durrell die Ereignisse in verschiedenen Raum- und Zeitebenen darstellte. Die erste deutsche Ausgabe erschien ebenfalls 1958. – Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung Durrells »Autographed for Dieter E. Zimmer over a very good supper table in Hamburg«.