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Lot 451 – 500 | Hesse-Auktionen
Lot 451 – 500

451  László Moholy-Nagy – Soßengießer aus feuerfestem Jenaer Glas.

€ 450 ( R19 )

Werbeplakat. Farblithographie. Um 1930. 42,0 : 29,5 cm.

Gestalterisch ansprechendes Kleinplakat für den von Wilhelm Wagenfeld entworfenen Soßengießer. – Zahlreiche Stilelemente lassen die Urheberschaft Moholy-Nagys annehmen. – Gedruckt bei Ohlenroth, Erfurt.

Alt auf Pappe aufgezogen, am Oberrand mit Kordel zum Aufhängen. Gerahmt. – Einige kleine Randläsuren, besonders links oben. Leicht berieben.

452  László Moholy-Nagy – Werbemittel für Jenaer Glas.

€ 450 ( R7 )

Zwei Faltblätter, ein Leporello, eine Broschüre. Jena um 1932. Alle mit fotografischen Abbildungen und Fotomontagen.

I. Durax Tassenfilter aus feuerfestem JENAer Glas für den guten Kaffee. 21,0 : 10,5 cm. Vierseitiger Faltprospekt, gedruckt in Blau und Schwarz. Werbemittel Nr. 4892 xEg. Die verwendeten Fotografien stammen wohl von Alfred Renger-Patzsch. – II. JENAer Glasgeschirr mit flach abgeschliffenem Boden für die elektrische Küche […]. 21,0 : 14,8 cm. Vierseitiger Faltprospekt, gedruckt in Orange und Schwarz. Werbemittel Nr. 5411. – III. Wer sparen will – kocht angerichtet in feuerfestem JENAer Glas. 21,0 : 15,0 cm. Achtseitiges Leporello, gedruckt in Orange und Schwarz. Werbemittel Nr. 5800 Eg. – IV. Feuerfestes Jenaer Durax-Glas zum Backen, Braten, Dünsten und Einkochen. 14,8 : 21,0 cm. Broschüre mit farbigem Titelbild, 36 Seiten einschließlich Umschlag, gedruckt in Grün und Schwarz. Werbemittel Nr. 5142 Eg. – Die Faltblätter und Leporellos bilden herausragende Beispiele der werbegraphischen Tätigkeit Moholy-Nagys (vgl. Krisztina Passuths Monographie, dort mit Abbildungen). Zum Jenaer Glaswerk Schott & Genossen kam Moholy-Nagy auf Empfehlung des Bauhauskollegen Wilhelm Wagenfeld, der bereits seit 1931 für das Unternehmen tätig war. Die Zusammenarbeit währte auch über dessen Emigration nach Amsterdam (1934) bzw. London (1935) hinaus und endete erst, als Moholy-Nagy im Jahr 1937 die Leitung des »New Bauhaus« in Chicago übernahm. – Wegen der Abbildungen der Entwürfe von Wagenfeld, Gerhard Marcks (Sintrax-Kaffemaschine) u. a. sind die Werbeblätter auch inhaltlich für die deutsche Designgeschichte bedeutsam.

Gut erhalten, I und II mit Heftlöchern, III mit kleiner Quetschfalte.

Vgl. In nachbarlicher Nähe. Bauhaus in Jena

453  Fotografie – Der Schlüssel

€ 300 ( R7 )

erschließt Ihnen Interessantes für die Gestaltung von Haus, Heim und Hof. Herausgegeben vom Reichsinnungsverband des Schlosserhandwerks. Fotos: Hein Gorny. Berlin, Hans Holzmann [1938]. Mit 25, teils ganzseitigen Abbildungen nach Fotografien. Illustrierte Originalbroschur.

Die Fotografien stammen von Hein Gorny (1904–1967), der 1929, durch Renger-Patzsch und dessen neusachliche Fotografie beeinflusst, in Hannover ein eigenes Atelier eröffnet hatte. 1930 nahm er an der Münchner Ausstellung »Das Lichtbild« teil, in den Folgejahren erschienen mehrere Bücher mit Tier- und Naturaufnahmen von ihm (vgl. Autopsie II, 433). – Werbebroschüre der Schlosserinnung, mit der für die vielfältigen Produkte dieses Handwerks geworben wurde: Schlösser, Zierrat, Laternen, aber auch schon Luftschutztüren.

29,3 : 22,0 cm. [12] Seiten. – Hinterer Umschlag am Seitenrand etwas braunfleckig und mit kleiner Druckstelle.

454  Otto Lindig. Kugelvase.

€ 1500

Keramik, schwarze Auflagen, Details weiß glasiert. Um 1940. Ca. 20 cm Durchmesser. Signiert.

Innen milchig-weiß glasiert. – An der Unterseite mit dem eingeritzten Monogramm »OL«. – Otto Lindig (1895–1966) studierte ab 1913 an der Kunstgewerbeschule Weimar unter Henry van de Velde. 1920 wechselte er in die Bauhaustöpferei in Dornburg nahe Weimar, die von Gerhard Marcks künstlerisch geleitet wurde. Bereits 1922 übernahm Lindig die technische Leitung. Nach Schließung des Bauhauses betrieb Lindig die Werkstatt noch einige Zeit als privater Pächter weiter. Nach Kriegsende folgte er einem erneuten Ruf von Gerhard Marcks an die Landeskunstschule Hamburg. – Besonders seine an antiken Vorbildern orientierten, bestechend einfachen Entwürfe wurden seit den 1920er Jahren begeistert aufgenommen.

Winzige Farbspritzer (Atelier), zwei kleine Absplitterungen der obersten Tonschicht.

455  Peter Behrens. Feste des Lebens und der Kunst.

€ 300 ( R7 )

Eine Betrachtung des Theaters als höchsten Kultursymbols. Leipzig, Eugen Diederichs 1900. Originalhalbleinenband mit vergoldeter Deckelillustration.

Erste Ausgabe der wichtigen, programmatischen Schrift. – Dreifarbig gedruckt, Buchgestaltung (illustrierter Doppeltitel, Bordüren und typographische Anordnung) von Peter Behrens. – Die Schrift wurde der Künstlerkolonie in Darmstadt gewidmet.

22,2 : 18,2 cm. 25, [3] Seiten. – Vorsatz mit handschriftlichem Eintrag. Papierbedingt gebräunt. 2 Seiten im Falz neu gefasst.

456  Jan Tschichold – Friedrich Hölderlin. Fünf Gedichte

€ 1000 ( R7 )

mit Radierungen von K. E. Neumann. [Leipzig], Rolf Arnst 1923. Handschrift auf Papier. Mit fünf signierten Radierungen. Originalpergamentband mit vergoldeten Initialen »FH« auf dem Vorderdeckel. Rückentitel, Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet.

Erstes (und einziges?) Werk der Manus-Reihe des Verlegers. – Eins von 50 nummerierten Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstler und Buchgestalter signiert. – Auf getöntem Bütten. – »Die gesamte Buchausstattung entwarf und überwachte E. Pöhn. Dieses Buch schrieb Johannes Tzschichholt«. – Von Tschichold in klassischer Kalligraphie mit schwarzer und blauer Tinte geschrieben. – Laut Druckvermerk wurden die Radierungen »in den Ausgaben A und B einzeln signiert«. Auch in vorliegendem Exemplar sind alle Radierungen signiert. – Das Jahr 1923 stellt einen Wendepunkt in der künstlerischen Entwicklung von Jan Tschichold (1902–1974) dar. Er »begann im Jahre 1923 den vorher unbekannten Beruf eines typographischen Entwerfers auszuüben und arbeitete als solcher für die großartige Leipziger Buchdruckerei Fischer & Wittig« (Tschichold-Monographie, München 1988, S. 16). Bis dahin orientierte er sich an klassischen Schreibmeistern. Spätestens nach dem Besuch der legendären Bauhaus-Ausstellung in Weimar erarbeitete er die Grundlagen (s)einer modernen Typographie, die sich 1925 in den »Typographischen Mitteilungen« und 1928 in seinem Lehrbuch »Die neue Typographie« manifestieren sollten. – Sehr selten, wir konnten via WorldCat nur ein weiteres Exemplar (5/50) in der Weimarer Herzogin Anna Amalia Bibliothek nachweisen.

24,8 : 32,5 cm. [24] Blätter, 5 Radierungen. – Deckel leicht verzogen. – Die Textblätter teils leicht gebräunt. – Vorsatzblatt mit Schenkungsvermerk.

Nicht bei Rodenberg und Isphording

457  Kalligraphie – Friedrich Schiller. Der Taucher.

€ 500 ( R7 )

Kalligraphiert von Norbert Schwarz. Ohne Ort 1936. Handschrift auf Papier. Handgebundener Sackleinenband mit montierten Metallbuchstaben. In Sackleinenkassette.

Unikat, ganz im Geist der Zeit in Frakturschrift und mit etwas martialischer Deckelgestaltung. – »Geschrieben für meinen Freund Jupp Daehler · Weihnachten 1936 · Norbert Schwarz«. – Auf feinstem Handbütten. – Titel und 27 Blätter im Querformat. Schwarze Tinte, die Initialen mit Blau und Gold verziert. – Der Schreiber ist für uns nicht zu ermitteln. Bei dem Empfänger der Handschrift handelt es sich wahrscheinlich um den zwielichtigen Verleger der Nazizeit Joseph »Jupp« Daehler. Daehler war seit 1931 NSDAP-Mitglied, gründete 1935 einen Kunstverlag in Berlin und später in Koblenz. Wegen zweifelhafter Geschäfte und Betrügereien wurde er 1944 im Prozess gegen Matthias Lackas vernommen (siehe http://www.polunbi.de/archiv/44-03-14-01.html).

26,0 : 34,0 cm. – Hinteres Vorsatzblatt mit Eckknick, sonst tadellos.

458  MA-Verlag – F. J. Skala. Entspannungs-Gymnastik by the System of Dr. O. Hanish.

€ 300 ( R7 )

Bearbeitet von F. J. Skala. Wien, MA [1927]. Mit vier Abbildungen nach Fotografien von Elise Benedikt. Originalbroschur.

Sehr selten. – Inhaltlich etwas abseits des bekannten avandgardistischen MA-Verlagsprogramms, bildet das Gymnastik-Lehrbuch dennoch ein interessantes Beispiel für die Anwendung der neuen Typographie. Diese ganz im Stil in dieser Zeit für MA von Lajos Kassak gestalteten Publikationen.

22,8 : 20,3 cm. 28 Seiten. – Umschlag fachmännisch mit Japan hinterlegt.

459  Walter Gropius.

€ 120

[Programmheft] Kestner-Gesellschaft Hannover 17. April bis 10. Mai 1931. Hannover 1931. Originalbroschur mit Titelillustration.

Sehr selten. – Ergänzung zum Katalog der 113. Ausstellung der Kestner-Gesellschaft. Dort wurden Fotos, Modelle und Zeichnungen aus den Jahren 1911-1930, also dem damaligen Gesamtschaffen von Gropius gezeigt. – Die Ausstellung war zugleich die zweite Veranstaltung des »Museums für das vorbildliche Serienprodukt Günther-Wagner-Stiftung der Pelikanwerke Hannover«. – Dazu drei weitere Gropius-Publikationen (Frankfurt 1952, Ansprache Goethepreis 1961 und »Zum Gedenken«, Darmstadt 1969). – Drei Beigaben.

19,6 : 14,3 cm. [8] Seiten.

460  Walter Gropius et son école. Walter Gropius – the spread of an idea.

€ 400

Paris 1950. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Titelblatt mit eigenhändiger Widmung »For Axel, the one who understands! Walter«. – Die Widmung richtet sich an Alexander Dorner, den berühmten Hannoveraner Museumsdirektor, mit dem Gropius seit seiner Bauhauszeit in enger Verbindung stand. – Erschien als Februarheft des 20. Jahrgangs von »L’architecture d’aujourd’hui«, der von André Bloc, Pierre Vago und Alexandre Persitz herausgegebenen Architekturzeitschrift. – Mit Texten von S. Giedion, Douglas Haskell, Michel Aimé, Serge Chermayeff, Walter Gropius selbst u. v. a. und zahlreichen Abbildungen. Alle Texte in Französisch und Englisch. – Bereits Anfang der 1930er Jahre war ein Gropius-Heft der von Jean Badovici gegründeten Zeitschrift »L’architecture vivante« geplant, das aber nicht realisiert wurde. – Erworben aus dem Nachlass Alexander Dorner (Antiquariat Günter Fuchs, Düsseldorf).

31,0 : 24,0 cm. [4], 116 Seiten. – Umschlagränder minimal geknittert. – Ränder des Titelblatts und ein kleiner Eckabriss hinterlegt.

461  Le Corbusier. Oeuvre plastique.

€ 800 ( R7 )

Peintures et dessins. Architecture. Paris, Albert Morance [1938]. Mit 40 losen Tafeln, davon vier Lithographien und fünf pochoirkolorierte, sowie Textillustrationen und vier weiteren Tafeln im Textheft. Zwei Originalumschläge in illustrierter Originalhalbleinenmappe.

Erste Ausgabe der ersten Monographie über das künstlerische Werk des großen Architekten. Die reich und aufwändig illustrierte Edition geht sowohl auf die architektonischen Arbeiten als auch die Gemälde, Zeichnungen und Graphik von Le Corbusier ein. – Mit einer Einleitung von Jean Badovici, in dessen Reihe »L’architecture vivante« der Band erschien. – In aufwändigem Pochoirkolorit wurden zwei Kunstwerke und drei Ansichten des »Pavillon des Temps Nouveaux« reproduziert. Letzteren hatte Le Corbusier gemeinsam mit seinem Vetter Pierre Jeanneret für die EXPO 1937 in Paris entworfen. – Innen fast tadellos, insgesamt sehr schön.

28,0 : 23,0 cm. 28 Seite, 44 Tafeln. – Einbanddecke leicht berieben.

Dokumentations-Bibliothek V, 21

462  Walter Wahlstedt. Zwischen 1910 und 1961.

€ 900

Collage, weiße Ölfarbe und Tempera. 1961. 41,8 : 29,8 cm. – Serigraphie mit Collage. 1961. 42,0 : 30,0 cm. Auf dem Unterlagekarton signiert, datiert und bezeichnet.

Zwei Plakatentwürfe zu einer geplanten Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle vom 6. bis 28. Mai 1961, die im Archiv der Kunsthalle allerdings nicht dokumentiert ist. – Walter Wahlstedt (1898–1972) war Schüler der hiesigen Kunstgewerbeschule. Bereits 1922 erwarb die Kunsthalle sein Gemälde »Aus Güstrow«. – Beide auf rotem Karton, beide mit einer montierten Fotografie einer Collage des Künstlers. – Fassung I mit zahlreichen roten Übermalungen und Überklebungen der Schriftanordnung. – Fassung II mit in Weiß und Schwarz serigraphierter Schrift auf rotem und schwarzem Karton. Zwei Details mit collagiertem Goldpapier. Auf Unterlagekarton aufgezogen. – Ehemals Sammlung Werner Kunze, Berlin.

Vgl. Thieme/Becker XXXV, 60

463  Ashendene Press – The Wisdom of Jesus, the Son of Sirach.

€ 2000

Commonly called Ecclesiasticus. Chelsea 1932 [1933]. Mit 178 farbig eingemalten Initialen von Graily Hewitt. Originalpergamentband, rot eingefärbt, mit vergoldetem Rückentitel und hellroten Schließbändern (signiert: W. H. Smith & Son Ltd.). Im Originalschuber.

Eins von 328 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 353). – Gedruckt von C. H. Hornby unter Mithilfe von H. Gage-Cole. – Gesetzt aus der Subiaco-Type, Druck in Rot und Schwarz. – Die 178 Initialen wurden von Graily Hewitt und Mitarbeiterinnen in verschiedenen Größen, Farben und Schattierungen mit der Tuschfeder eingemalt. – Der vorletzte offizielle und zugleich wohl perfekteste Druck der Presse. »In my humble judgment it is one of the most satisfactory books of the Press« (St. J. Hornby). – Großartiges Exemplar dieser beeindruckenden Ausgabe.

29,5 : 20,0 cm. [2], 182 Seiten, je drei leere Blätter am Anfang und Ende. – Ränder unmerklich berieben. – Sammlerstempel auf Vorsatz und Impressum.

Hornby XXXVIII. – Franklin, Ashendene S. 186–197 und 242

464  Golden Cockerel Press – Theophile Gautier. Mademoiselle de Maupin.

€ 250

A Romance. Translated by R. & E. Powys Mathers. Engravings by John Buckland Wright. [London 1938]. Mit acht Radierungen. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 450 Exemplaren (Gesamtauflage 500). – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten. – The Golden Cockerel Press, 1920 von Harold Midgley Taylor gegründet, wurde bis 1960 betrieben. Ein Hauptmerkmal waren handgefertigte limitierte Auflagen mit Original-Illustrationen unter anderem von Eric Gill, Robert Gibbind, John Buckland Wright, Blair Hughes-Stanton u. a. Die Presse leistete einen wichtigen Beitrag zur Wiederbelebung der britischen Tradition des Holzstiches.

26,0 : 20,5 cm. 284, [4] Seiten, 8 Radierungen. – Deckelränder leicht verfärbt und mit kleinen Kratzspuren. – Sammlerstempel auf Vorsatz und Titelblatt.

Franklin 317

465  The Psalms of David.

€ 350

Folkestone, Dawson 1977. Mit farbigem Titelblatt. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (George Miller, Bryn). Im grünen Originalbuckramschuber.

Eins von 20 römisch nummerierten Exemplaren der in Ganzpergament gebundenen Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 315). – Gesetzt aus der Golden Cockerel Type von E. Gill, die erstmals 1931 für die »Four Gospels« der Golden Cockerel Press verwendet wurde. – Gesetzt von Sebastian Carter und Anne Geer, gedruckt von Sebastian Carter auf der Rampant Lions Press, Cambridge, auf Barcham Greens Paper. – Unbeschnittenes, sehr gut erhaltenes Exemplar.

35,0 : 23,5 cm. [6], 151, [7] Seiten. – Kleiner Sammlerstempel unter dem Druckvermerk.

466  John Buckland-Wright – Musaios. Hero & Leander.

€ 500

Translated from the Greek by F. L. Lucas. [London,] Christopher Sandford 1949. Mit zwölf, meist blattgroßen Radierungen von John Buckland-Wright. Originalpergamentband. Rückentitel, Deckelvignette, Innenkantenfilete und Kopfschnitt vergoldet (signiert: S[angorski] & S[utcliffe], London). Im Leinenschuber.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der zusätzlichen zwölften Radierung. – Auf Bütten. – Druckvermerk vom Künstler und Übersetzer signiert. – Buchgestaltung, Druck und Vertrieb lagen in den Händen von Christopher Sandford, der 1933 zusammen mit Fr. Newbery und O. Rutter 1933 die finanziell angeschlagene Golden Cockerel Press übernahm und spätestens dadurch in Kontakt zu John Buckland-Wright kam. – Sehr schönes Exemplar.

23,1 : 14,8 cm. 47, [1] Seiten. – Kleiner Sammlerstempel auf Innendeckel und unter dem Druckvermerk.

467  Gregynog Press – Robert Vansittart. The Singing Caravan.

€ 250

A Sufi Tale. Montgomeryshire, Gregynog Press 1932. Mit einem zweifarbigen Holzstich-Frontispiz und zahlreichen, teils zweifarbigen, Initialen. Brauner Originalschaflederband mit vergoldeten Titeln.

Eins von 250 Exemplaren. – Das Frontispiz und die Verzierung der Initialen stammen von William Mac Cance. – Auf englischem Velin. – Robert Vansittart (1881–1957) war ein einflussreicher britischer Diplomat. Neben seiner politischen Tätigkeit verfasste er einige Dichtungen, die unter anderem sein Cousin T. E. Lawrence, Lawrence von Arabien, sehr bewundert haben soll. – Laut Harrop einer der schwer zu findenden Gregynog-Titel.

28,5 : 18,0 cm. VII, [3]. 142, [6] Seiten. Einband leicht berieben und fleckig. – Innendeckel, Titelblatt und Druckvermerk mit kleinem Sammlerstempel. – Die unbeschnittenen Ränder leicht gebräunt. Vereinzelte kleine Stockflecken. Vorsatzränder gebräunt.

Harrop 22

468  Kelmscott Press – Jacobus de Voragine. The Golden Legend

€ 2000

of Master William Caxton done anew. Edited by Frederick S. Ellis. Volume I – III. Hammersmith, Kelmscott Press für Bernard Quaritch, London 1892. Mit Holzschnitttitel sowie zahlreichen -bordüren und teils großen figürlichen -initialen von William Morris und zwei blattgroßen Holzschnitten nach Entwürfen von Edward Burne-Jones. Originalinterimshalbleinenbände mit Rückenschildern. In Schubern.

Eins von 500 Exemplaren. – Auf Bütten. – Gesetzt aus der »Golden Type«, die William Morris für dieses Werk entwarf und die bereits 1890 von E. P. Prince geschnitten wurde. Sie basiert auf Vorlagen aus dem 15. Jahrhundert. Da sich der Druck des ersten »Opus magnum« der Presse verzögerte, wurden bereits vorher einige kleinere Drucke aus der »Golden Type« gesetzt. – Der erste englische Buchdrucker, William Caxton, hatte 1483 eine englische Ausgabe der »Legenda aurea« herausgebracht. Morris besaß einen Nachdruck von 1527. – William Morris und seine Kelmscott Press stehen am Beginn der Erneuerung der europäischen Buchkultur. »Wer das Glück hat, in der ›Golden Legend‹ von Jacobus de Voragine (1892), in ›The Recuyell of the historyes of Troye› (1892) oder in Chaucer’s ›Works‹ (1896) zu blättern, wird im tiefsten berührt. Die Schönheit der Drucke von Morris entrückt den Beschauer in beglückende Ferne« (Georg Kurt Schauer). – Mit dem häufig fehlenden Blatt mit den Anweisungen für den Buchbinder, das Buch weder zu beschneiden noch zu pressen. – Teilweise unaufgeschnitten. – Sehr schönes Exemplar dieser ersten typographischen Großtat Morris’.

29,5 : 21,5 cm. XII, [2], 464 Seiten, [2], 2 Holzschnitte; [2], 465–864, [2] und [2], 865–1286, [4] Seiten. – Deckel leicht fleckig, Rücken etwas gebräunt. – Wenige Seiten leicht gebräunt. – Exlibris.

Tomkinson 109, 7. – Schauer I, 82. – Papiergesänge 5

469  Kelmscott Press – William Morris. Architectur, Industry, and Wealth. Collected Papers.

€ 120

London, New York und Bombay, Longmans, Green and Co. 1902. Original-Interimshalbleinenband mit Rückenschild.

Erste Ausgabe dieser Sammlung von elf Texten aus den Jahren 1880–1892. – Wohl nur in kleiner Auflage erschienen. – Gedruckt auf der Chiswick Press mit der von Morris für seine Kelmscott Press entworfenen »Golden Type«. – Auf starkem Bütten mit Wasserzeichen »WM«, die Kapitelüberschriften in Rot gedruckt. – Durch seine vielfältigen Fähigkeiten und Kenntnisse sowie seine Ansprüche an eben diese Bereiche künstlerischen Wirkens wurde William Morris (1834–1896) zu einer der zentralen Figuren der englischen Arts and Crafts-Bewegung. Diese führte Anfang des 20. Jahrhunderts nicht zuletzt zur Erneuerung der europäischen Buchkunst.

29,3 : 21,0 cm. III, [1], 163, [1] Seiten. – Einband leicht fleckig, Vorsätze leicht gebräunt. – Unaufgeschnittenes Exemplar.

470  Geoffrey Chaucer. The Works,

€ 600

now newly imprinted. London, Basilisk Press 1974. Faksimile und Kommentarband. Mit zahlreichen Illustrationen, Bordüren und Initialen nach den Originalholzschnitten von Edward Burne-Jones, Kommentarband mit zahlreichen Abbildungen, darunter 85 montierte. Farbig bedruckte Originalleinenbände in Originalschuber.

Eins von 515 Exemplaren. – Auf Bütten mit dem Originalwasserzeichen der Kelmscott Ausgabe. – Der Einbandstoff wurde nach dem Entwurf »Larkspur« von William Morris aus dem Jahr 1874 hergestellt. – Der Kommentarband von Duncan Robinson widmet sich den Vorzeichnungen von Edward Burne-Jones, die hier erstmals veröffentlicht wurden. – 1896 erschien der »Kelmscott Chaucer«, es wurde als ein Meisterwerk der Buchproduktion und des Verlags gefeiert und stellt einen Höhepunkt von Morris’ Karriere als Typograph und Designer dar. – »The Works of Geoffrey Chaucer« represents the culmination of Morris’s lifelong search for the Ideal Book; it is the kind of book that he and Burne-Jones dreamed of creating when they were undergraduates and that they attempted unsuccessfully to produce during the 1860s and 1870s: ›It should have come out when Morris and I were at Oxford in our first term‹ Burne-Jones wrote, ›and we should have lost our senses with bliss‹. Instead it came at the end of Morris’s life, when he was able to pour into this single volume all his bibliophilic passion and his unmatched skill as a designer of ornaments« (Nachwort). – Herausragendes Faksimile im Hochdruck und somit dem Original um Welten näher als spätere Offsetnachdrucke.

Original red and white floral patterned cloth, in the publisher’s blue slipcase. Excellent, fresh set. Woodcut illustrations after Sir Edward Burne-Jones by John Swain and Son, London. Printed in black and red in Chaucer type, the titles of longer poems printed in Troy type. Companion volume with 85 tipped-in plates from pencil drawings by Edward Burne-Jones. Limited edition, one of 515 copies. A superb copy of the Kelmscott Chaucer.

43,5 : 30,0 cm. [8], 554, [2] Seiten (Faksimile), 146, [2] Seiten.

472  Nonesuch Press – Homer. Iliad. – Odyssey.

€ 900

[With the Translation by Alexander] Pope. [London], Nonesuch Press 1931. Jeweils mit Titelvignette, 47 Kopfstücken und einer Schlussvignette, alle in Holz geschnitten von Fritz Kredel und Rudolf Koch. Ziegelfarbene Original-Nigerziegenlederbände mit dezenter Vergoldung.

Eins von 1450 bzw. 1300 Exemplaren. – Die meist doppelseitig eingefügten Kopfstücke zu den jeweils 24 Gesängen verwenden Figuren von Fritz Kredel und Ornamente von Rudolf Koch. – Die Ausgabe vereint im Paralleldruck den griechischen Text der Oxforder Ausgabe, gesetzt aus der Greek Type von J. van Krimpen, und die englische Übersetzung von Alexander Pope, gesetzt aus der Cochin. – Handpressendruck von Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. Auf Pannekoek-Bütten. – Mit dem Beilageblatt »On first looking«. – In seiner klassischen Gestaltung beeindruckender Pressendruck.

27,5 : 16,0 cm. [8], 926, [10]; – Deckel etwas stockfleckig, Rücken von Band 1 aufgehellt und unten etwas fleckig. – Innendeckel und Titelblätter mit kleinem Sammlerstempel.

Ransom II, 72 und 78. – Salter 1.17 und 1.18. – Tiessen II, 8 und 9

473  Grabhorn Press – The Voiage and Travaile of Sir John Maundevile Kt.

€ 800

Which Treateth of the Way to Hierusalem, and of Marvayles of Inde, with other Ilands and Countryes. New York, Random House 1928. Mit 31 Textholzschnitten sowie zahlreichen farbig eingemalten Initialen und Rubrizierungen, alle von Valenti Angelo nach alten Originalen. Originalhalbleder-Holzdeckelband mit blindgeprägtem Rückentitel. Im Leinenschuber.

Eins von 150 Exemplaren. – Gedruckt auf der Grabhorn Press, San Francisco. Ursprünglich war die Auflage für den Eigenvertrieb vorgesehen, der Mitbegründer von Random House, Bennett Cerf, soll aber – als er Probedrucke dieser Ausgabe sah – so begeistert von der Typographie gewesen sein, dass er die Gesamtauflage übernahm. – Gesetzt aus der Bibel Gotisch von Rudolf Koch. Die von Koch selbst geschnittene Schrift wurde von den Gebrüdern Klingspor für diese erste Verwendung in Amerika zur Verfügung gestellt. – Typographie und die künstlerische Ausgestaltung durch Valenti Angelo (1897–1982) orientieren sich stark an Inkunabeldrucken. Allein etwa 5000 Initialen in Rot, Blau und Gold wurden von Angeli in der Auflage eingemalt. – Der Text der wichtigen Reisebeschreibung, die im 14. Jahrhundert entstand und unter dem Namen Jehan de Mandeville erschien, folgt einer englischen Ausgabe von 1725. Beschrieben werden tatsächliche und fiktive Erlebnisse während seiner Reise ins Heilige Land, den Fernen Osten und das Königreich des Priesterkönigs Johannes. – Schöner breitrandiger Druck in der Originalbindung von William Wheeler.

This attractively bound, printed, and illuminated edition of a famous Medieval travel book is one of the finest productions of the Grabhorn Press, and was recognized in 1928 as one of the 50 Books of the Year by the AIGA design association. The content, type, illustrations, illuminations, and binding come together to create a tribute to early books and at the same time a very pleasing example of modern private press printing. This book marked the first use in America of the Bibel Gotisch type designed and cut by Rudolf Koch, and Heller & Magee observes that the work “was an ideal subject for this type and for the simple medieval illustrations of Valenti Angelo that accompany it” (not to mention the 5,100[!] initials Angelo illuminated by hand in the 150 copies).

36,8 : 24,5 cm. [4], 156, [4] Seiten. – Rückenbezug minimal brüchig, Innengelenke und (kaum sichtbar) der Rücken am oberen Kapital restauriert. – Innendeckel und Titelblatt mit kleinem Sammlerstempel.

Ransom I, 302, 12

474  Lovis Corinth – Friedrich von Schiller. Die Räuber.

€ 1000

Hellerau, Avalun 1923. Mit zwölf Lithographien von Lovis Corinth im Text, davon sieben blattgroß und signiert. Originalpergamentband mit schwarzgedrucktem Rücken- und Deckeltitel sowie Kopfgoldschnitt (E. A. Enders, Leipzig).

31. Avalun-Druck. – Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Lithographien und im Ganzpergamentband, jedoch ohne die Extrasuite, die den ersten 50 Exemplaren beigegeben wurde (Gesamtauflage 280). – Auch im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Handsatz aus der Mendelssohn-Type. Diese expressionistische Schrift von Georg Mendelssohn entstand im selben Jahr wie Christian Heinrich Kleukens’ Judith-Type. – Breitrandig gedruckt, in Schwarz und Rot, von Jakob Hegner, Hellerau.

35,0 : 25,2 cm. 103, [5] Seiten. – Einband leicht fleckig. – Vereinzelte Oberränder, besonders die der Vorsätze, leicht stockfleckig.

Müller 797–808. – Rodenberg 337, 31. – Schauer II, 87. – Lang, Impressionismus 43

475  Bremer Presse – Cornelius Tacitus. De situ moribus et populis Germaniae qui fertur libellus. – Deutschland. Rudolf Borchardt.

€ 800

Bremen 1914. Dunkelblauer Saffianlederband mit vergoldeten Fileten auf den Deckel-, Steh- und Innenkanten sowie als Umrahmung der Rückenfelder. Kopfgoldschnitt (signiert: K. Ebert, München). Im Schuber.

Eins von 250 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse (Gesamtauflage 265). – Das zweite Buch der Presse und das letzte noch in deren Heimatstadt gedruckte (ausgeliefert allerdings erst nach Kriegsende). Bis Ende des Krieges unterbrach die Presse ihre Arbeit und öffnete die Werkstatt erst wieder 1919 nach dem Umzug nach Bad Tölz, wo man das Landhaus von Thomas Mann erworben hatte. 1921 erfolgte der endgültige Umzug nach München. – Wie der Erstling der Presse gesetzt aus der von Willy Wiegand entworfenen und von Louis Hoell geschnittenen 16pt Antiqua, der ersten eigenen Schrift der Presse. – Mit zwei Titeln, zwei Initialen und einem Signet von Anna Simons. Nach der Buchbinderin Frieda Thiersch stieß 1914 die Schülerin des weltbekannten englischen Schriftkünstlers Edward Johnston zum Mitarbeiterkreis und zeichnete für viele Jahre die Titel, Initialen und Signete. Das von Rudolf Alexander Schröder entworfene Pressensignet, 1913 auf dem Titel von Hofmannsthals »Die Wege und die Begegnungen« verwendet, wandelte sie für den Tacitus leicht ab. Schönes Exemplar in elegantem Handeinband.

29,0 : 18,5 cm. [18], XXVIII, [8], [2], 33, [7] Seiten. – Rücken schwach verfärbt. Hinterdeckel leicht fleckig. – Vorsatzränder gebräunt.

Lehnacker 2. – Rodenberg 57, 2. – Isphording I, 26

476  Bremer Presse – Chansons d’amour.

€ 700 ( R7 )

Chansons populaires de France. München 1921. Originalpergamentband; Rückentitel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Bremer Binderei F. Th.).

Eins von 270 Exemplaren. – Sammlung französischer Volkslieder des 15. bis 18. Jahrhunderts, ausgewählt und herausgegeben von Josef Hofmiller. – Initialen von Anna Simons. – Gedruckt auf Zanders-Bütten. – Schönes Exemplar.

26,4 : 17,4 cm. [6], 102, [16] Seiten.

Lehnacker 8 (noch als Tölzer Druck verzeichnet)

477  Bremer Presse – Lieder der deutschen Mystik.

€ 400

Ausgewählt und herausgegeben von Josef Bernhart. München 1922. Originalpergamentband, Rückentitel, Deckelkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Bremer Binderei, F. Th.). Im Originalschuber.

Eins von 270 Exemplaren auf Zanders-Bütten. – Titel, Untertitel und die 66 Initialen stammen von Anna Simons. – Mit Inhalts- und Wörterverzeichnis (mit Erläuterungen).

27,3 : 18,0 cm. [6], 93, [25], [8] Seiten. – Schuber angeplatzt. Deckel ganz leicht aufgebogen. – Vereinzelt minimal stockfleckig. Sammlerstempel auf Vorsatz und Impressum.

Lehnacker 13. – Rodenberg 58, 13

478  Einbände – Brauner Schweinslederband mit Blindprägung.

€ 2000 ( R7 )

– Inhalt: Homers Odyssee. Übersetzt von Johann Heinrich Voss. München, Bremer Presse 1926.

Eins von 280 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Den Titel und die Initialen zeichnete Anna Simons. – Zwei Jahre zuvor erschienen »Odyssee« und »Ilias« in der Originalfassung, gesetzt aus der berühmten Griechisch-Type der Presse. – Die Voss-Übersetzung von 1781 wurde für die Neuausgabe durchgesehen von Carl Georg von Maassen. – Vorblatt mit kalligraphierter Widmung »für den Herrn Minister des Inneren zur Vollendung des 59. Lebensjahres vom Ministerium für Volksbildung, Kunst und Wissenschaft«, mit drei Unterschriften und datiert »Halle, 30.12.1946«. – Diese Provenienz lässt, verbunden mit der künstlerisch gekonnten Gestaltung und handwerklichen Perfektion, vermuten, dass der Einband in der Werkstatt der Kunsthochschule Halle/Burg Giebichenstein entstanden ist. – Vignette auf dem Vorderdeckel, Fileten und Rückentitel in Blindprägung. Innendeckel und Vorsätze mit Japanfaserpapier bezogen.

28,7 : 19,5 cm. 10, [384] Seiten. – Rücken mit zwei Flecken, beide Deckel minimal fleckig.

Lehnacker 21. – Rodenberg 485, 21

479  Bremer Presse – Biblia.

€ 400

Das ist: Die Gantze Heilige Schrifft – Deudsch. D. Martin Luther. Erster [bis] Fünfter Band. München 1926–1928. Blau-graue Originalpappbände mit Rückenschild (signiert: Bremer Binderei). Alle im Originalschuber.

Eins von 365 Exemplaren. – Auf unbeschnittenem Zanders-Bütten. – Gesetzt aus der für diese Bibel-Ausgabe geschnittenen »Deutschen Schrift«, der sogenannten »Bibel-Type«. – Die Titel und alle Initialen zeichnete Anna Simons. – Dieses umfangreichste Werk der Bremer Presse erschien anlässlich der Vollendung der Luther-Übersetzung vor 400 Jahren. Die Textdurchsicht auf Grundlage der Luther-Ausgaben von 1545 und 1546 übernahm der Münchner Germanist Carl von Kraus (1868–1952), der bereits die Ausgaben von Dichtungen Heinrichs von Morungen (1925) und Walthers von der Vogelweide (1926) der Bremer Presse betreut hatte. – Aufteilung: Band I. Die fünf Bücher Mose. – Band II. Die historischen Bücher des Alten Testaments. – Band III. Die prophetischen Bücher und die Apokryphen. – Band IV. Die Propheten. – Band V. Das Neue Testament. – Vor allem innen beeindruckend gut erhaltenes Exemplar dieser typographischen Großtat. Die »Bibel-Type« wurde, wie alle Druckschriften der Presse, 1944 bei einer Bombardierung Münchens vernichtet. – Dazu: Homer (griechisch). München 1924. Graublauer Originalpappband mit Rückenschild. 16. Druck der Bremer Presse. – Eins von 615 Exemplaren (römisch nummeriert). – Auf Zanders-Bütten. – Herausgegeben von Eduard Schwarz. – Gedruckt in der 16pt Griechisch der Presse. Holzschnitt-Titel von Anna Simons.

36,2 : 26,2 cm. Zusammen etwa 2200 Seiten. – Zwei Schuber beschädigt, alle Ränder gebräunt. Einbandrücken gebräunt, einer am oberen Gelenk angeplatzt. – Sammlerstempel jeweils auf dem Vorsatz und Titelblatt.

Lehnacker 26–26. – Rodenberg 485, 22. – Schauer II, 69 (mit Abbildungen)

480  Bremer Presse – Sonnets.

€ 300

München 1931. Moderner grüner Maroquinband mit silbergeprägtem Rückentitel. Im Schuber mit grünen Lederkanten und Samtfutter.

Handpressendruck der Bremer Presse. – Eins von 275 Exemplaren. – Enthält Dichtungen von Sir Thomas Wyatt, William Shakespeare, John Keats, John Milton und anderen. – Auf Zanders-Bütten. – Den Titel und die 16 Initialen zeichnete Anna Simons.

30,2 : 21,0 cm. 238, [2] Seiten. – Kleiner Sammlerstempel auf dem Innendeckel, unter dem Inhaltsverzeichnis und unter dem Druckvermerk.

Lehnacker 34. – Schauer II, 69

481  Henry van de Velde – Eugène Delacroix. Literarische Werke.

€ 700

Deutsch von Julius Meier-Graefe. Leipzig, Insel 1912. Marineblauer Originalecraséband mit vergoldeter ornamentaler Deckelvignette, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: KGS Weimar).

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 30 Exemplaren der sehr seltenen Vorzugsausgabe nach einem Entwurf Henry van de Veldes in Maroquin gebunden. – Die Vignette auf dem Vorderdeckel steht ganz unter dem Einfluss seiner Griechenlandreise. »Dem Auge des Zeitzeugen mußte tatsächlich als sensationell erscheinen, daß der Künstler die Kraft aufbrachte, bei dem Einband allein auf die Wirkung des Raums, auf das Material, auf die Farbe zu vertrauen. […] Ein hinreißend schlichter Entwurf« (Brinks, S. 111). – Hinterer Innendeckel mit dem vergoldeten Prägestempel der Buchbinderei der Kunstgewerbeschule Weimar.

25,4 : 15,5 cm. [6], 410, [8] Seiten. – Obere Ränder und Rücken verfärbt. Kanten und Ecken berieben, Bünde mit kleinen Schabstellen. – Exlibris.

Brinks 105 (Abb. 39). – Sarkowski 368 VA

482  Cranach Presse – Maurice Maeterlinck. La puissance des morts.

€ 1000

Weimar 1916. Gefalteter Bogen.

Exemplar 1 von 50. – Auf Van Gelder-Bütten. – Im Auftrag von Henry van de Velde von der Cranach Presse angefertiger Kriegsdruck, der als Manuskript gedruckt wurde und nicht in den Handel gelangte. – Henry van de Velde, der auch die typographische Gestaltung übernahm, ließ hier – während des Ersten Weltkriegs – mit Materlinck einen der wichtigsten belgischen Schriftsteller zu Wort kommen, zwei Jahre nachdem deutsche Truppen die Universitätsbibliothek Löwen in Belgien niedergebrannt hatten. – Aufgrund der kleinen Auflage und des ephemeren Charakters sehr selten. Selbst Renate Müller-Krumbach konnte kein Exemplar nachweisen, ihre Beschreibung beruht auf den Angaben in Kesslers Titelverzeichnis. – Dazu: Harry Graf Kessler. Die 5. Genfer Völkerbundstagung. Berlin 1924. Originalbroschur. Sonderdruck aus »Die Nation«, überreicht durch die Deutsche Liga für Menschenrechte e.V. – Kessler nahm als inoffizieller Beobachter an den Tagungen teil. Selten. 21,8 : 14,4 cm.

21,8 : 13,5 cm. [2], 5, [1] Seiten. – Titelseite teils leicht stockfleckig und mit kleinem schwachen Eckknick.

Müller-Krumbach 24. – Brinks, Cranach Presse 40. – Brinks, van de Velde 132. – Weber 74

483  Cranach Presse – Prospekt zu »Eclogen des Vergil«.

€ 400

Weimar 1926. Doppelblatt mit einem Holzschnitt von Aristide Maillol und zwei Initialen.

Erster Prospekt zur deutschen Ausgabe der »Eclogen« (1926/27): Gefalztes Doppelblatt. Gesetzt aus der Caslon Antiqua, gedruckt in Rot und Schwarz auf MK-Bütten im Format des Buches. Titelseite mit Holzschnitt (Flöte spielender Hirte), Innenseiten mit der Beschreibung des Druckvorhabens, Rückseite mit Angaben zur Auflagenhöhe der einzelnen Ausgaben und den Preisen. Mit zwei von Eric Gill geschnittenen und Aristide Maillol ornamentierten Initialen. – Dazu: Sechs ungefalzte Bogen mit Probedrucken aus der französischen (1) bzw. deutschen (5) Ausgabe des Vergil. Auf dem starken Seiden-Hanffaser-Papier der Vorzugsausgabe, hier aber in etwas kleinerem Format (Höhe 28 cm) als die spätere Buchausgabe. Mit zehn Holzschnitten von Aristide Maillol. – Beigabe: Ein Bogen (Seiten 11–18) aus der deutschen und ein einseitig bedrucktes Doppelblatt (Seiten 60/65) aus der englischen Ausgabe sowie der Originalumschlag der deutschen Ausgabe (braunes Bütten, mit einem Titelholzschnitt).

Brinks 32. – Müller/Krumbach 40 Anmerkung

484  Aristide Maillol – Publius Vergilius Maro. Les Géorgiqves.

€ 1500

Texte latin et version française de l’Abbé Jacques Delille, gravures sur bois d’Aristide Maillol. Tomes prémier et séconde. Paris, Philippe Gonin 1937–1943 (1950). Mit 122 Holzschnitten im Text. Lose Doppelblätter in Originalhalbpergamentchemisen und -schubern.

Eins von 750 Exemplaren. – Auf Maillol-Gonin-Bütten mit den beiden schönen Wasserzeichen. – Die Holzschnitte in der Mehrzahl groß und in der Formensprache des späten Maillol, eine Reihe kleine, fast zierstückartige und einige Initialen. Die letzten Holzschnitte entstanden erst kurz vor Maillols Tod. – Eines der schönsten Bücher des französischen Künstlers. Sein künstlerisch reifstes Werk ergänzt die Holzschnitte zu Vergils »Eclogen«, die bereits 1913–1926 für die Cranach-Presse entstanden. Kesslers Plan, auch die »Georgika« mit Holzschnitten Maillols dort zu drucken, konnte nicht mehr realisiert werden.

32,5 : 24,0 cm. [12], 174, [12] Seiten; [12], 154, [10] Seiten. – Vereinzelt unbedeutend stockfleckig.

Rauch 144. – Garvey 175. – Monod 11339

485  Aristide Maillol – Longus. Les Pastorales ou Daphnis et Chloé.

€ 750

Traduction d’Aymot. Revue et complétée par P.-L. Courier. Bois originaux d’Aristide Maillol. Paris, Philipp Gonin 1937. Mit Holzschnitten im Text. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, -halbpergamentchemise und -schuber.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 500 Exemplaren der französischen Originalausgabe, zeitgleich druckte Gonin auch eine englische und eine deutsche Ausgabe. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Bütten mit Maillols Wasserzeichen. – Entgegen den auch untereinander abweichenden Angaben bei Garvey und Rauch zählen wir einen Holzschnitt auf dem Umschlag, 46 im Text und vier kleine Holzschnitt-Initialen. – »Small in scale, it is perhaps the most harmonious of Maillol’s illustrated books« (Garvey). – Kaum eine Holzschnittfolge Maillols ist anmutiger als die zu der Erzählung von der unschuldigen Liebe der Hirtenkinder Daphnis und Chloe. »Sensual, sometimes erotic but in the best sense of both terms Maillol […]is a perfect illustrator of ancient and modern classics […] the predominant feeling that emanates from the wood engravings is one of tenderness« (W. J. Strachan).

22,0 : 13,5 cm. [8], 217, [7] Seiten. – Schuber etwas fleckig. Rücken leicht verblasst.

Carteret IV, 243. – Rauch 141. – Garvey 174

486  Aristide Maillol. 42 Holzschnitte zu »Longus. Les Pastorales ou Daphnis et Chloé.«

€ 450

1937. 21,7 : 13,5 cm (Blattformat).

»Sensual, sometimes erotic but in the best sense of both terms« (W. Strachan). – Nahezu vollständige Suite der berühmten Holzschnittfolge. – Auf Bütten, gedruckt in Rot. – Das Buch enthielt insgesamt 46 Holzschnitte, nach der rückseitigen Paginierung fehlen in der Folge die Holzschnitte 26, 27, 41 und 46. – Dazu: Probedruck zu Blatt 19. Holzschnitt. 10,2 : 10,2 cm (19,7 : 13,2 cm). Im Buch auf Seite 76 verwendet. – Hier noch im ersten Zustand und mit der starken äußeren Umrahmung, die später weggeschnitten wurde. – Auf Japan.

487  Renée Sintenis – Longus. Daphnis und Chloe.

€ 300

Mit 31 Holzstichen von Renée Sintenis. Hamburg, Ernst Hauswedell 1935. Mit 31 Holzstichen im Text. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Originalschuber.

Eins von 200 Exemplaren (Gesamtauflage 230). – Im Druckvermerk von der Künstlerin signiert. – Übertragen und mit Nachwort von Ludwig Wolde. – Harry Graf Kessler plante 1930 eine Buchausgabe von Longus’ »Daphnis und Chloe« mit Illustrationen von Renée Sintenis und ließ 1930/31 Probedrucke anfertigen. »Nach Auflösung der Cranach-Presse fanden die überaus liebenswürdigen und anmutigen Holzstiche […] bald einen neuen Verleger, sie erschienen 1935 bei Hauswedell in Hamburg. Auch in diesem Druck wurden die Illustrationen mit einer Kursiv-Schrift kombiniert, wie es in der Cranach-Presse geplant war« (Renate Müller-Krumbach). – Beilage: Probedruck von Umschlag und Titel sowie ein Bleistiftmuster des geplanten Satzspiegels. – Aus Familienbesitz Erben Dr. Ernst Hauswedell.

26,0 : 17,0 cm. 131, [1] Seiten. – Leicht lichtrandig und minimal besoßen.

Müller-Krumbach 63. – 100 Jahre Cranach-Presse, Weimar 2013, 57. – Schauer II, 113

488  Aristide Maillol – Quintus Horatius Flaccus. Odes. I [et] II.

€ 2000

Texte latin et traduction en vers par le Baron Delort. Gravures sur bois d’Aristide Maillol. Paris, Philippe Gonin 1939–1958. Mit zahlreichen Holzschnitten im Text und je zwei Suiten der 118 Holzschnitte, die auch im Text verwendet wurden, einige dort und auf den Umschlägen wiederholt. Lose Doppelblätter in Originalumschlägen, zusammen in -halbpergamentchemisen und -schubern.

Eins von 50 Exemplaren der römisch nummerierten Vorzugsausgabe mit je einer Suite in Rot und Schwarz. – Im Druckvermerk von I und den Umschlägen der Suiten vom Verleger signiert und nummeriert. – Ursprünglich plante Harry Graf Kessler eine Ausgabe des Horaz. Bereits 1930 beauftragte er Maillol mit den Illustrationen, für den Druck eines Werkes des klassischen Altertums schienen Kessler nur Maillols Illustrationen dem Geist des Textes zu entsprechen. Es existieren Probedrucke dieses Vorhabens, die Cranach-Presse wurde aber 1931 geschlossen und das Projekt ad acta gelegt. Die Horaz-Ausgabe mit den Holzschnitten von Maillol übernahm der Verleger Philippe Gonin, von der Planung 1939 bis zur endgültigen Veröffentlichung vergingen allerdings fast 20 Jahre. Gonin hatte zeitgleich (1937–1943) auch die von der Cranach-Presse nur bis zu Probedrucken gelangten »Georgica«, den zweiten Teil des Vergil, herausgebracht. – Sechs (I) bzw. fünf (II) Holzschnitte auf den Umschlägen wiederholt. – Auf einigen Blättern der Suiten jeweils zwei oder drei Holzschnitte.

21,5 : 14,0 cm. [8], 179, [5] Seiten; [4], 278, [2] Seiten, 236 lose Holzschnitte. – Rücken der Chemise von II gebräunt. – Einige wenige Seiten, auch der Suiten, mit ganz schwachen Stockflecken.

Monod 6091

489  Cranach Presse – Hugo von Hofmannsthal. Gedichte. – Der Tod des Tizian.

€ 1000

[Werbeblatt der Cranach Presse] für die Pressa Ausstellung in Köln im März 1928. Weimar 1928. Doppelblatt mit zwei Textfragmenten und einer von Eric Gill geschnittenen und von Aristide Maillol ornamentierten Initiale, auf der Rückseite der Druckvermerk.

Unnummeriertes Exemplar auf Bütten. – Laut Druckvermerk wurden 15 nummerierte auf handgeschöpftem Maillol-Kessler-Bütten und fünf weitere auf Pergament gedruckt. – Gedruckt unter Leitung von Harry Graf Kessler. – Das Doppelblatt mit den Kolumnentiteln und der Initiale in Hellrot, ebenso der rückseitige Druckvermerk. – Brinks beschreibt das Blatt nur ohne Druckvermerk und damit ohne Angabe des Verwendungszwecks. Wie mit dem in gleicher Auflage gedruckten Bibel-Doppelblatt wollte Kessler auf der Kölner Ausstellung für sein neuestes Werk werben – angesichts der winzigen Auflage wohl eher nicht im herkömmlichen Sinne. – Makellos gut erhalten.

25,9 : 16,8 cm (also im Format des Buches). [4] Seiten.

Vgl. Brinks 69

490  Cranach-Presse – Prospekt zu »Hamlet«.

€ 400

Weimar 1929. Zwei Doppelblätter mit sechs Holzschnitten von Edward Gordon Craig und einer Initiale von Eric Gill und Aristide Maillol.

Zweiter Prospekt zur deutschen Ausgabe des »Hamlet«. Doppelblatt MK-Bütten im Format des Buches. Mit drei Holzschnitten von E. G. Craig. – Seite 1: Schrifttitel von Eric Gill, Titelholzschnitt »Hamlet lesend vor Kissen«. Innenseiten: Seiten 110 und 111 mit dem Holzschnitt »Hamlet mit gezogenem Schwert«. Rückseite: Ankündigung des Buches und Preisangaben der verschiedenen Ausgaben und Einbandvarianten, in Rot und Schwarz gedruckt, mit dem Holzschnitt »Der Wächter« und der Eingangsinitiale »I«. – Durch ein eingelegtes Doppelblatt (Seiten 149–152 der englischen Ausgabe mit drei weiteren Holzschnitten) wurde der Prospekt vielleicht für den internationalen Kundenkreis »aufgewertet«. – Beide tadellos.

36,0 : 24,3 cm.

Brinks 75 sowie aus 79. – Müller-Krumbach 48 Anmerkung

491  Cranach-Presse – Rainer Maria Rilke. Gesammelte Gedichte.

€ 600

Erster [bis] Dritter Band [von vier]. Leipzig, Insel 1930–1931. Originalhalbpergamentbände; Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Gerhard Prade, Leipzig).

Eins von 200 Exemplaren auf handgeschöpftem Maillol-Kessler-Bütten (Gesamtauflage 225). – Zwischentitel, Titelzeilen der Gedichte und das Pressensignet wurden in Rot gedruckt. – Titelschrift und Initialen zeichnete Eric Gill, die Initialen wurden von Aristide Maillol ornamentiert. – Diese ersten drei Bände wurden aus der Jenson-Antiqua und Johnston-Kursiv gesetzt und unter Aufsicht von Max Goertz und Harry Graf Kessler auf der Weimarer Cranach-Presse gedruckt. Den abschließenden vierten Band druckte die Leipziger Offizin Poeschel & Trepte 1934 nach Auflösung der Cranach Presse. – Das von Renate Müller-Krumbach erwähnte und bei John Dieter Brinks abgebildete zweite Titelblatt in Band 1 konnten wir bisher nur in einem Vorzugsexemplar nachweisen.

27,0 : 18,0 cm. – Hinterdeckel von III mit Schabstelle. – Deckel und innen teils leicht stockfleckig.

Müller-Krumbach 52. – Brinks 82 und 83. – Schauer II, 75. – Sarkowski 1348. – Mises 129. – Gill 342

492  Cranach Presse – The Duinese Elegies by Rainer Maria Rilke. – The Songs of Songs in Latin.

€ 400

Zwei englische Ankündigungsprospekte. Weimar [1931].

I. (Rilke). 1931 erschien Rilkes Dichtung in der Nachdichtung von E. u. V. Sackville-West. Mit Preisangaben in Guineas zu den Ausgaben auf Bütten und Pergament. Mit einem Werbetext und Nennung der Hogarth Press in London, die den Vertrieb übernahm. Einblattdruck. Gesetzt aus der Jenson-Antiqua und Johnston-Kursiv, gedruckt in Rot und Schwarz auf englisches Bütten. 29,5 : 18,3 cm. – II. (Song of Songs). 1931 erschien das Hohe Lied Salomos in drei Ausgaben (Latein, Deutsch und Französisch). Werbeprospekt für die lateinische Ausgabe. Doppelblatt mit Titel, den Seiten 26 und 27 mit einem ganzseitigen Holzschnitt von Eric Gill und zwei der ornamentierten Initialen. Auf Seite 4 Auflistung der drei Ausgaben (Bütten, Japan, Pergament) mit Preisen in Guineas. Dort wird auch Kesslers Plan erwähnt, eine Suitenausgabe der Holzschnitte zu verlegen. Dieses Vorhaben wurde nicht mehr realisiert. Mit Angabe des englischen Vertreters der Cranach Presse, Douglas Cleverdon. Gesetzt aus der Jenson-Antiqua, gedruckt in Rot und Schwarz auf Bütten. 25,7 : 13,0 cm. Makellos.

Brinks 86 und 90

493  Cranach Presse – Pierre de Margerie. Allocution prononcé à l’ouverture de l’exposition ›Le Salon des Bibliophiles‹ à Berlin

€ 450

le XIII. Octobre MCMXXIX. Probedruck. Weimar 1931.

Probedruck des Titels und der Seiten 4 bis 6 auf einem einseitig bedruckten und zweifach gefalzten Bogen Maillol-Kessler-Bütten. Seite 4 mit der von Eric Gill geschnittenen und von Aristide Maillol ornamentierten Eingangsinitiale »C«, als Negativprägung mit Goldbronze ausgeführt. – Dazu: Abdruck der letzten Seite mit dem Druckvermerk. Auf einem einfach gefalzten Pergamentbogen. Mit der eingedruckten Exemplarnummer »XIV« und dem Zusatz »Exemplaire hors commerce imprimé specialement pour le Dir. Max Goertz«. – Mit Druckdatum »février 1931«. Das Buch wurde im Januar und Februar 1931 gedruckt. Zunächst wurden 170 Bütten- und 15 Pergamentexemplare genannt, in den Februar-Exemplaren sind die Angaben auf 115 und 14 reduziert. Der Druck erfolgte unter Aufsicht von Harry Graf Kessler und dem Leiter der Cranach Presse Max Goertz. – Die Rede hielt der damalige französische Botschafter in Berlin anlässlich der Eröffnung der von der Deutsch-Französischen Gesellschaft ausgerichteten Ausstellung. »Der Druck der Margerie-Rede ist in der ganzen Einrichtung eine kostbare Fassung einer kaum bedeutungsvollen Rede, nimmt aber durch die Art seiner Gestaltung einen Platz zwischen den großen Drucken der Cranach-Presse ein« (Renate Müller-Krumbach).

Beide 29,0 : 18,0 cm.

Vgl. Brinks S. 416 mit Abbildung der Seite 4

494  Einhorn-Presse – Melchior Lechter. Tagebuch der Indischen Reise.

€ 400 ( R7 )

Als Manuskript gedruckt. Berlin, Otto von Holten 1912. Grüner Originalbocksaffianband mit vergoldeter Einhorn-Intarsie in blauem Leder. Rückenschild, Innenkantenbordüren und Buchschnitt vergoldet. Im Originalschuber.

Opus II der Einhorn-Presse. – Eins von 315 Exemplaren auf »eigens angefertigtem Alt-Bütten« (Gesamtauflage 333), vom Künstler im Druckvermerk monogrammiert und nummeriert. – Druck bei Otto von Holten, Berlin, in Grün und Schwarz. – »Alle Seiten mit gleichbleibendem mauresken Rahmen« (Rodenberg). – Melchior Lechter reiste 1910 in Begleitung seines Freundes Karl Wolfskehl nach Ceylon, Indien und Burma. – Ein prachtvoll üppiges Buch.

34,2 : 20,2 cm. [224] Seiten. – Deckel etwas berieben, Rücken stark verfärbt. – Leichte Stockflecken im Schnitt und teils auch an den Rändern.

Raub A 97. – Landmann S. 377. – Rodenberg 151

495  Ernst Ludwig-Presse – Das Hohe Lied von Salomo.

€ 1200

Leipzig, Insel 1909. Mit illustriertem Doppeltitel und acht ornamentierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Olivgrüner Maroquinband mit reicher Vergoldung und kleinen rot-goldenen Lederintarsien (signiert: O. Herfurth Berlin).

Fünftes Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 300 Exemplaren auf Japan. – Textbearbeitung von R. A. Schröder nach der Übertragung von Emil Kautzsch. – Breitrandiger Handpressendruck in Schwarz und Gold, für den erstmals die von Friedrich Wilhelm Kleukens entworfene Cicero Kleukens Antiqua verwendet wurde. – Eine der Ikonen der deutschen Buchkunst des Jugendstil in einem exzellenten Handeinband des Berliner Kunstbuchbinders Otto Herfurth. Beide Deckel werden durch vergoldete Fileten und Punktbordüren in sechs Doppelfelder unterteilt, die kreisförmige Mittelfelder mit Trauben und roten Blüten umschließen. Die Stehkanten ziert eine dünne vergoldete Filete, die breiten Innenkanten verziert mit Fileten, Punktbordüren und je zwölf der kleinen rot-goldenen Blütenmotive. Der Buchschnitt wurde umlaufend vergoldet. – In einer Leinenkassette, das Deckelschild mit der goldgeprägten Titelschrift nach Entwurf von Kleukens. – Selten so schön und in einem ebenso bemerkenswerten wie gut erhaltenen Handeinband.

25,2 : 16,3 cm. XXI, [3] Seiten. – Das Leinenfutter der Kassette etwas stockfleckig, sonst makellos.

Stürz 5. – Sarkowski 1392. – Rodenberg 74, 5

496  Ernst Ludwig Presse – Longus. Die Liebesgeschichte von Daphnis und Chloe.

€ 400

Leipzig, Insel 1910. Grüner Originallederband; Rückentitel, Deckelvignette, Bordüren auf Vorderdeckel und Innenkanten sowie der Kopfschnitt vergoldet.

Zehntes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf starkem Japan (Gesamtauflage 300). – Die Buchgestaltung lag in den Händen von Friedrich Wilhelm Kleukens, von ihm stammen der Titel mit schmückender Bordüre, die vier großen (nur in den Vorzugsexemplaren vergoldeten) Initialen, die gesamte Typographie und der Einbandentwurf. – Der deutsche Text dieser Ausgabe stammt von Ludwig Wolde.

26,8 : 18,0 cm. 167, [7] Seiten. – Rücken verfärbt und leicht berieben, Ränder mit einzelnen Schabstellen. – Vorsatzränder leimschattig. Erste und letzte Seiten leicht, die Vorsätze stärker stockfleckig.

Stürz 10. – ELP 13 (10). – Rodenberg 75, 10. – Sarkowski 1039

497  Ernst Ludwig Presse – Richard Wagner. Wieland der Schmiedt.

€ 500

Leipzig, Insel 1911. Brauner Originalkalblederband. Deckelvignette, Titel, Deckel-, Innenkantenfileten und -bordüren sowie Kopfschnitt vergoldet.

Elftes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 200). – Die große Deckelvignette, den Titel und die Initialen entwarf Friedrich Wilhelm Kleukens. – Druck in Braun und Schwarz. – Der Abdruck erfolgte mit Genehmigung der Erben Richard Wagners und der Firma C. F. W. Siegel’s Musikalienhandlung (R. Linnemann) in Leipzig aus Richard Wagners »Gesammelten Schriften und Dichtungen«.

23,1 : 16,2 cm. 51, [5] Seiten. – Einband mit einigen Stockflecken. Oberes Kapital restauriert. Kanten und Ecken schwach berieben.

Stürz 11. – ELP 16. – Rodenberg 75. – Schauer II, 63. – Sarkowski 1864

498  Ernst Ludwig Presse – Die Psalmen.

€ 2000

Übertragung Martin Luthers nach der letzten von ihm selbst durchgesehenen Ausgabe der deutschen Bibel (Wittenberg 1545). Leipzig, Insel 1911. Weinroter Originalecrasélederband mit reicher Deckel- und Rückenvergoldung. Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Carl Sonntag jun. Leipzig).

15. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 500). – Gesetzt aus der Cicero Kleukens-Antiqua. – Die Titel und die 150 Initialen zeichnete Friedrich Wilhelm Kleukens, der auch den Einband entwarf.

32,4 : 22,0 cm. [2], 119, [1] Seiten. – Deckel etwas aufgebogen, Vordergelenk brüchig, beide Gelenke an den Enden sorgsam restauriert. Einige Schabstellen an Bünden und Kanten. – Vorsätze stärker, Schnitt und einige wenige Seiten leicht stockfleckig.

Stürz 15. – ELP 24. – Rodenberg 75. – Schauer II, 65 (mit Abbildung des Einbandes). – Sarkowski 1270

499  Ernst Ludwig Presse – Ernst Elias Niebergall. Datterich.

€ 600

Lokalposse in sechs Bildern in der Mundart der Darmstädter. Leipzig, Insel 1913. Mit sieben Lithographien von Emil Preetorius. Farbig illustrierter Originalpergamentband. Im Schuber.

18. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 75 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japanbütten und im illustrierten Pergamentband (Gesamtauflage 400). – Die Schrift des Titels und der Zwischentitel entwarf Friedrich Wilhelm Kleukens. – Gesetzt aus der Kleukens-Fraktur. – Niebergalls »Datterich« nimmt zusammen mit dem »Reineke Fuchs« von Kleukens eine Ausnahmestellung innerhalb der typographisch ausgerichteten Ernst Ludwig Presse ein. Gegen den Widerstand der Brüder Kleukens verlangte Kippenberg, die Illustrationen an Emil Preetorius zu übertragen. – In der Vorzugsausgabe sehr selten.

23,7 : 20,3 cm. 104, [4] Seiten. – Deckel aufgebogen und schwach (stock)fleckig. – Seiten teils stockfleckig, einige stärker.

Stürz 18. – Sarkowski 1192. – Rodenberg 76, 18. – Schauer II, 63 (mit Abbildung). – Ohr 14

500  Ernst Ludwig Presse – Christian Kleukens. Reinke Voß,

€ 1000

eene ole Geschichte, upt Nee vertellt […] mit bunte Biller von F. W. Kleukens. Leipzig, Insel 1913. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen im Text. Originalpergamentband mit Deckelvignette in Rot, Grün und Gold, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im blauen Originalpappschuber.

20. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe im illustrierten Pergamentband, weitere 350 Exemplare wurden nur in Halbpergament gebunden. – Auf Bütten mit Wasserzeichen »EL«. – Gesetzt aus der Cicero Kleukens Fraktur und gedruckt in Rot und Schwarz, mit farbigen Illustrationen. – Die frühere der beiden von Friedrich Wilhelm Kleukens illustrierten Reineke-Ausgaben. Innerhalb der typographisch orientierten Ernst Ludwig Presse stellen »Reineke« und »Datterich« als illustrierte Bücher eine Ausnahme dar. Nach 1920 widmete sich Kleukens in der von ihm selbst begründeten Ratio-Presse 1929 viel stärker dem Illustrativen und druckte 1929 eine zweite, deutsche Reineke-Version. – Sehr schönes Exemplar der gesuchten Vorzugsausgabe.

28,2 : 18,8 cm. 115, [5] Seiten. – Deckelränder unbedeutend vergilbt und wie der Rücken und vereinzelte Blattkanten mit wenigen winzigen Stockflecken.

Stürz 20. – Sarkowski 934. – Rodenberg 76, 20. – Schauer II, 66 (mit Abbildung). – ELP 47