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Lot 501 – 550 | Hesse-Auktionen
Lot 501 – 550

501  Quetsche – Arno Holz. Dafnis.

€ 1000 ( R7 )

Lyrisches Porträt aus dem 17. Jahrhundert mit 7 originalgemalten Bildern von Gisela Mott-Dreizler. Berlin, Quetsche 1992. Mit sieben Aquarellen, fünf davon doppelblattgroß. Bemalter Originalpappband im Schuber.

15. Druck der Quetsche. – Unikatbuch. – Eins von zehn Exemplaren, auf handgeschöpftem Bütten, insgesamt erschienen zwölf unikale Exemplare. – Im Druckvermerk von der Künstlerin signiert. – Gedruckt wurde auf einer Andruckpresse in der Druckwerkstatt des Berufsverbandes Bildender Künstler Berlins.

45,0 : 33,5 cm. [80] Seiten.

502  Quetsche – Klaus Bzdziach. Tieralphabet.

€ 800

Mit Originaloffsetgraphiken von Gisela Mott-Dreizler. Witzwort 2001. Mit 13 doppelblattgroßen Illustrationen und einer Titelvignette, alle nach farbigen Kreidezeichnungen. Farbig illustrierter Originalpappband.

39. Druck der Quetsche. – Eins von zehn Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer beigelegten signierten Zeichnung (Affe. Aquarell und farbige Kreiden) (Gesamtauflage 80). – Im Druckvermerk von Verfasser und Künstlerin signiert. – Das Leporello mit je zwei Buchstaben pro Doppelseite, von »Die Arbeiterklasse fragt sich: ›Was nu?‹ Der Affe laust sich vergnügt und schaut zu.« bis »Das Zebra hat manchmal die Streifen satt und wär lieber geblümt, kariert oder glatt.« – Tadellos erhalten.

34,0 : 16,8 cm. [30] Seiten.

503  Quetsche – Theodor Storm. Der kleine Häwelmann.

€ 1200

Holzschnitte von Gisela Mott-Dreizler. Witzwort 2013. Mit 21 doppelblattgroßen Farbholzschnitten. Bemalter Originallederband (Michael Knop, Berlin).

67. Buch der Quetsche. – Eins von acht Exemplaren der Vorzugsausgabe A im Unikateinband und mit einer beigelegten farbigen Mixed media-Graphik (Häwelmanns Fall. Tempera und Holzschnitt. 34 : 23 cm. Signiert und datiert), insgesamt erschienen 40 Exemplare. – Die farbenprächtigen Holzschnitte von Gisela Mott-Dreizler füllen die gesamten Seiten aus und bilden sowohl ganzseitige Illustration als auch Untergründe für den von Klischees gedruckten Text. – Auf starkem Hahnemühle-Bütten. – Im Laufe von 25 Jahren erschienen in Reinhard Scheubles »Quetsche« von Theodor Storm: Bulemanns Haus (19), Die Regentrude (27), Der Schimmelreiter (28), Pole Poppenspäler (41), Hinzelmeier (51), Landschaften (53) und als bisher letzter der vorliegende Band. – Verlagsfrisches Exemplar in der Originalleinenkassette.

38 : 25 cm. [44] Seiten.

504  Quetsche – Grafische Reihe der Quetsche.

€ 1200 ( R7 )

Erstveröffentlichungen und Originalgraphiken. Erster [bis] Zehnter Druck. Herausgegeben von Kerstin Hensel. Buchgestaltung von Matthias Gubig. Witzwort 2002–2006. Mit zahlreichen, meist farbigen und signierten Originalgraphiken. Originalhalblederbände, zusammen in Kassette.

Je eins von 80 Exemplaren der Ausgabe B (Gesamtauflage 120). – Druckvermerke von den Künstlern und Autoren signiert. – Alle Bände mit originalgraphischen Vorsätzen, unten nicht mitgezählt. – Alle tadellos erhalten.
I. Rainer Kirsch/Hans Ticha. Petrarca hat Malven im Garten und beschweigt die Welträtsel. Acht signierte Farbholzschnitte. 2002. – II. Ursula Krechel/Johannes Grützke. Mein Hallo, dein Ohr. Sechs signierte Lithographien. 2002. – III. Steffen Mensching/Anja Tchepets. Taxi Driving. Farblithographien, drei signiert. 2003. – IV. Wolfgang Hegewald/Karl-Georg Hirsch. Was uns ähnlich sieht. Neun signierte Holzschnitte. 2004. – V. Klaus Rifbjerg/Gisela Mott-Dreizler. Das Bild. Lithographien, zwei signiert. 2004. – VI. Ditha Brickwell/Monika Sieveking. Jede Stunde. Stille Nacht. 13 Linolschnitte, zwei kolorierte signiert. 2005. – VII. Günter Kunert/Friedel Anderson. Wohnen. Die Stadt als Museum. Das Stadion. Vier signierte Radierungen. 2005. – VIII. Ulrike Draesner/Lothar Seruset. Mittenwinter. Zehn Farbholzschnitte, neun signiert. 2006. – IX. Hans Christoph Buch/Uwe Bremer. Nachmittag eines Fauns und anderes Jägerlatein. Sechs signierte Holzschnitte. 2006. – X. Strictly Confidential. Cry for Help. 36 Scam Emails from Africa illustrated by Henning Wagenbreth. Farbige Linolschnitte, ein beigelegter signiert. 2006.

26,3 : 15,5 : 11,5 cm (Kassette).

505  Raamin-Presse – Friedrich Hölderlin. Patmos.

€ 800 ( R7 )

In der Schreibweise der dem Landgrafen von Homburg im Jahre 1803 überreichten Handschrift. Mit fünf Bildinitialen von Roswitha Quadflieg. Hamburg 1978. Mit fünf ganzseitigen farbigen Linolschnitten, 15 farbigen Initialen und einigen Zierstücken. Dunkelblauer Originaloasenziegenlederband. Rückentitel und Deckelvignetten in Negativblindprägung (Christian Zwang, Hamburg). Im Originalschuber.

Neunter Druck der Raamin-Presse. – Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder und mit der Extrasuite der fünf Linolschnitte, alle signiert und nummeriert (Gesamtauflage 105). – Im Druckvermerk von der Künstlerin signiert. – Gedruckt auf gelblichem, englischen Büttenkarton »Penshurst« von Barcham Green. – Die Ausgabe enthält Hölderlins früheste Textfassung und verschiedene Varianten.

31,5 : 19,0 cm. XXXII, [2] Seiten, 5 Linolschnitte.

Spindler 71.9. – Isphording II, 740

506  Raamin-Presse – Traumalphabet.

€ 600

Ein Schrift-Bilder-Buch das dreizehn wirklich geträumte Träume […] sichtbar macht. Nachgeträumt und festgehalten von Roswitha Quadflieg. Hamburg 1985/86. Mit 13 mehrfarbigen Holz-, Kunstharz- und Linolstichen. Hellblauer Originalkalblederband mit Blindprägung (Werkstatt Christian Zwang, Hamburg). Im Originalschuber.

15. Druck der Raamin-Presse Hamburg. – Eins von 40 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit dem beigelegten signierten Extraabzug des Stichs zu »Traum des Pharao« (Gesamtauflage 205). – Von der Künstlerin im Druckvermerk signiert. – Das als Schriftmusterbuch gedachte Werk stellt die ungefähr sechzig Schriften vor, »die inzwischen, in Blei gegossen, in Schenefeld zusammengekommen« waren. – Gedruckt auf Hahnemühle-Bütten. – Jedem der Träume – von einem Pharao, Nebukadnezar, Christian Rosenkreutz, Philipp Otto Runge, Bettina von Arnim, Justinus Kerner, Kaspar Hauser, Carl Gustav Jung, Heinrich Wolfgang Seidel, Franz Kafka, Georg Heym, Emil Barth und Eugène Ionescu u.a. – werden vier Seiten gewidmet. Dort findet sich das jeweilige Alphabet der verwendeten Schrift, der Text und eine farbige Illustration.

31,5 : 22,4 cm. [2], 57, [7] Seiten.

Spindler 71.15

507  Raamin-Presse – Franz Kafka. Betrachtung.

€ 800 ( R7 )

Bilder von Roswitha Quadflieg. Hamburg 1990. Mit fünf mehrfarbigen Kunstharzstichen, kombiniert mit Kupfer- und Aluminiumätzungen. Schwarzer Originalkalblederband mit Seidenvorsätzen und Blindprägung (Werkstatt Christian Zwang, Hamburg). Im Originalschuber.

19. Druck der Raamin-Presse. – Eins von 40 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer signierten Extrasuite der Stiche (Gesamtauflage 180). – Im Druckvermerk von der Künstlerin signiert. – Gedruckt auf cremefarbenem Velin »BFK Rives«. – Der Band vereint die 18 Erzählungen der 1913 erstmals erschienenen Sammlung und drei Tagebucheinträge Kafkas aus den Jahren 1912 und 1913. – »Monumental. Lackschwarzes Leder, geprägt mit Linien und den fünf Buchstaben seines Namens. Auf diese glänzende Mächtigkeit […] konnte nach dem Aufschlagen der Deckel nicht einfach Papier folgen. […] Mein neunzehntes Buch wurde ein Extrem an ›Materialstimmigkeit‹, und dafür habe ich das Risiko der ›Kostbarkeit‹ in Kauf genommen. Denn Leder ist Leder, und Seide ist Seide, und beide haben ihren Preis. […] Mein neunzehntes Buch ist auch eine Herausforderung an das Fingerspitzengefühl geworden. Wer keines besitzt, überblättert unberührt die Seide. Schade drum« (Roswitha Quadflieg). – Tadelloses Exemplar.

37,5 : 22,8 cm. 32, [4] Seiten, 5 Kunstharzstiche.

Quadflieg 168. – Slg. Achilles 543

508  Otto Rohse Presse – Johann Wolfgang von Goethe. Briefe aus Venedig.

€ 400

Kupferstiche von Otto Rohse. Hamburg 1963–1964. Mit 28 blattgroßen Kupferstichen. Flexibler Originalpergamentband mit Rückenvergoldung (Christian Zwang, Hamburg). Im Originalschuber mit gestochenem Signet der Presse (Entwurf: Hermann Bunz).

Erster Druck der Otto Rohse Presse. – Eins der etwa 200 nummerierten und in Pergament gebundenen Exemplare der Gesamtauflage von 300, Teile der Restauflage wurden 25 Jahre später in Leder gebunden (siehe die KatNr. LFDNR 63). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Handsatz aus der Garamond der Stempel AG. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Der 1925 in Insterburg geborene Künstler studierte an der Landeskunstschule Hamburg bei Richard von Sichowsky und übernahm 1961 ein Lehramt an der Werkkunstschule Offenbach. 1962 gründete er seine eigene Presse in Hamburg.

27,3 : 23,4 cm. [56] Seiten.

Spindler 44.6. – Hack/Schwarz 1.01. – Tiessen II, 14

509  Otto Rohse Presse – Johann Wolfgang von Goethe. Briefe aus Venedig.

€ 450

Kupferstiche von Otto Rohse. Hamburg 1963–1964. Mit 28 blattgroßen Kupferstichen. Flexibler ziegelroter Originalmaroquinband mit Rückenverzierung in Negativblindprägung (Christian Zwang, Hamburg). Im Originalschuber mit gestochenem Signet der Presse (Entwurf: Hermann Bunz).

Erster Druck der Otto Rohse Presse. – Eins von 300 Exemplaren. – Die seltene Lederausgabe wurde 1989 aus wenigen Restexemplaren aufgebunden. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und mit Widmung für den Vorbesitzer. – Handsatz aus der Garamond der Stempel AG. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Der 1925 in Insterburg geborene Künstler studierte an der Landeskunstschule Hamburg bei Richard von Sichowsky und übernahm 1961 ein Lehramt an der Werkkunstschule Offenbach. 1962 gründete er seine eigene Presse in Hamburg. – Sehr schönes Exemplar.

27,3 : 23,4 cm. [56] Seiten.

Hack/Schwarz 1.01a. – Spindler 44.6. – Tiessen II, 14

510  Otto Rohse Presse – Andreas Gryphius. Ausgewählte Sonette, Gedichte und Epigramme.

€ 300

Mit Holzstichen und Kupferstichen von Otto Rohse. [Zwei Bände]. Hamburg 1970–1971. Mit elf Kupfer- und elf Holzstichen im Text, meist blattgroß, einige Kupferstiche auf den Titelblättern. Originalhalblederbände mit goldgeprägten Titeln und blindgeprägten Deckelvignetten nach einem Holzschnitt (Christian Zwang, Hamburg). Jeweils im Originalschuber.

Zehnter und elfter Druck der Otto Rohse Presse. – Je eins von 170 Exemplaren (Gesamtauflage je 195). – Beide Bände im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Handsatz aus der Schneidler-Mediaeval. – Gedruckt auf Zerkall-Bütten. – Tadellos erhalten.

28,7 : 18,9 cm. 59, [5] und 52, [8] Seiten.

Hack/Schwarz 1.10 und 11. – Spindler 44.15 und 16

511  Otto Rohse Presse – Provence.

€ 800

Im mittäglichen Frankreich. 34 Kupferstiche und Radierungen von Otto Rohse. Mit Texten von Malern und Dichtern, Forschern und Reisenden. Hamburg 1994. Mit 32 blattgroßen, teils mehrfarbigen Kupferstichen und Radierungen und je einem doppelblattgroßen Kupferstich auf den Vorsätzen. Dunkelgrüner Originaloasenziegenlederband mit Negativblindprägung, im Originalschuber.

47. Druck der Otto Rohse Presse. – Eins von 80 Exemplaren in Ganzleder, weitere 20 wurden in Pappe gebunden. – Mit einem signierten Separatabzug des Kupferstichs, der bei den Pappbänden auf dem Bezugspapier verwendet wurde. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Zerkall-Bütten. – Nachwort von Bertold Hack, der auch die Auswahl der Texte von Francesco Petrarca, Peter Handke, Benno Reifenberg, Vincent van Gogh, Rainer Maria Rilke, Wolfgang Koeppen, Friedrich Nietzsche, Jean-Henri Fabre und anderen übernahm. – Mit eigenhändiger Widmung des Künstlers für den Vorbesitzer. – Tadellos erhalten.

31,0 : 19,4 cm. 143, [5] Seiten.

Nicht mehr bei Hack/Schwarz. – Isphording II, 804. – Slg. Achilles 502

512  Triangular Press – Zwei Editionen von Barbara Tetenbaum.

€ 400

Portland/Oregon 1997 und 1999.

I. Gymnopaedia (second movement). 1997. Farbiger Schablonen- und Hochdruck auf Originalblättern eines alten Haushaltsbuches. Originalhalbleinenband. 39,7 : 16,5 cm. Zwölf Blätter. Eins von 25 Exemplaren. Im Druckvermerk (»using hillbilly printing methods, a disbound-rebound ledger and peripheral vision«) signiert und nummeriert. – II. A Visual Guide to Birdsong. Reproduced in Color by Lisa Onstad & Barbara Tetenbaum. 1999. Farbige Linolschnitte und Buchdruck. Originalleinenband. 15,2 : 8,7 cm. Zwölf Blätter. Eins von 20 Exemplaren. Im Druckvermerk von beiden Künstlerinnen signiert. »This book was inspired by a fascination with birds, the love of music and a delightful little book: ›A Manual of American & European Birds‹ published by Funk & Wagnalls« (Druckvermerk). – Beide tadellos. – Dazu: Half-Life. 25 Years of Books by Barbara Tetenbaum & Triangular Press. Portland 2005. Mit einem Verzeichnis der seit 1978 entstandenen Künstlerbücher von Barbara Tetenbaum (geboren 1957 in Cincinnati/Ohio).

513  Svato Zapletal – Carmina Burana.

€ 450 ( R7 )

Lieder aus Benediktbeuren. Hamburg, Svato 1997. Mit neun blattgroßen Farblinolschnitten von Svato Zapletal, alle signiert und nummeriert. Roter Originalziegenlederband mit Blindprägung (Jirina Halfarová). Im Originalleinenschuber mit montierten Farblinolschnitten.

29. Buch des Svato-Verlages. – Eins von 20 Exemplaren der römisch nummerierten Vorzugsausgabe mit einem beigelegten zweifach gefalteten Blatt mit Text und signiertem Farblinolschnitt (Gesamtauflage 130). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Nachwort von Doreen Gliemann. – Das Buch wurde in den Schauwerkstätten des  Museums der Arbeit hergestellt. 1987 regte die Wirtschaftsbehörde der Stadt Hamburg an, die Buchdruckabteilung des Museums zu nutzen, um Buchkünstler bei ihrer Arbeit zu unterstützen. – Sehr selten.

27,2 : 18,0 cm. 69, [7] Seiten.

514  Dreier Press Peter Zaumseil – Na Na Na Nasen.

€ 350

Texte: Volker Mixsa, Dresden. Holzschnitte: Michael Hofmann, Dresden; Konrad Schmid, Hartkirchen; Peter Zaumseil, Bernsgrün. Bernsgrün 1995. Mit 15, teils mehrteiligen bzw. gefalteten, meist farbigen Holzschnitten, zwei mit Papiercollage. Zweifarbig lackierter Originalhalbleinen-Holzdeckelband.

Eins von 30 Exemplaren. – Alle Holzschnitte vom jeweiligen, der Druckvermerk von allen drei Künstlern signiert. – Mit sechs Gedichten von Volker Mixsa und dem Lied »Die Nase« von Charles Aznavour, »gesungen« von Herman van Veen. – Die Holzschnitte, teils mit Ölfarben gedruckt, auf Velin, die Texte im Buchdruck auf dünnem Japanpapier. – Originelles Künstlerbuch, initiiert, gestaltet und verlegt von Peter Zaumseil (geboren 1955), der auch Texte der Weltliteratur ediert hat: Nibelungen, Hohelied, Kafka, Kunert, Jandl, Bukowski u. v. m.

39,5 : 41,0 cm. 12 Doppelblätter Graphik, 12 Textblätter. – Vorderdeckel mit kleinen Kratzspuren.

515  Uta Zaumseil. Eierkuchen

€ 400

Eigenverlag 1999. Acht Linol- oder Holzschnitte. Mit einem Textblatt im Originalhalbleinenband mit Deckelholzschnitt. Im Originalschuber.

Künstlerexemplar, eine Auflage konnten wir nicht nachweisen. – Auf dem Innendeckel signiert, datiert und als »e.a.« bezeichnet. – Die Geschichte eines Drachen Bodo, der für sein Leben gern Eierkuchen aß. – Uta Zaumseil (geboren 1962) arbeitet seit 1989 als freischaffende Künstlerin.

18,5 : 37,8 cm. 8 Blätter.

516  Unikatbücher – Eckhard Froeschlin – T. S. Eliot. Das wüste Land.

€ 600

Farbige Mixmediazeichnungen (Tusche, Aquarell,Fettkreide, Collage). 2003. 32,5 : 19,5 cm. 32 Seiten. Originalpappband und -schuber, beide aquarelliert. Auf dem letzten Blatt signiert.

Schönes Unikatbuch mit den farbkräftigen Malereien und dem mit Tuschpinsel geschriebenen Eliot-Text, dieser nach der Übersetzung von Eva Hesse. – Eckhard Froeschlin gründete 1990 die Edition Schwarze Seite für bibliophile Buch- und Mappenausgaben. »Durch Rückgriff auf Kunstgeschichte und Literatur sowie die Fülle des Erlebten und Gesehenen gelangt er zu einer eigenständigen Bild- und Formensprache, die auf poetisch-subtile bis explizit-eindeutige Weise Politik, Gesellschaft und Geschichte reflektiert. Diese kritische Auseinandersetzung mit der Welt findet sich auch in Froeschlins Buchkunst. In Zeiten von Laptop, Tablet und E-Book setzt er ganz auf die visuell-haptischen Qualitäten […]« (Peter Köster, talking-art.de, anlässlich einer Ausstellung in Remagen).

517  Unikatbücher – Eckhard Froeschlin – Lugares – Orte in Matagalpa.

€ 600

64 Aquarelle und Tuschpinselkalligraphien. 2009/2010. 26 : 22,5 cm. 64 Seiten. In Halblederband mit Jutesackdeckelbezügen. Auf dem letzten Blatt signiert.

Die Aquarelle und der Text entstanden während eines der regelmäßigen Aufenthalte Eckhard Froeschlins in Nicaragua, wo er Kurse für Graphik und Buchkunst organisierte. – In einem Brief an den Vorbesitzer beschreibt er die Arbeiten so: »In dieser Zeit sind etwa 45 kleine Aquarelle entstanden, die im ganzen eine Art Reisetagebuch sind […] Die Orte und Situationen sind unterschiedlich – entspannt auf dem Balkon in Matagalpa, lehrbegleitend und beobachtend an den Wasserfällen von Lagartillo während eines Aquarellkurses […]«. – Mit drei Briefbeilagen des Künstlers.

518  Unikatbücher – Axel Heibel. Buchobjekt – M.

€ 450 ( R7 )

Kartonschnitte und Aquarell. 1997. 36 : 27,5 : 2,8 cm. 64 Blätter in Halbleinenband. Auf dem hinteren Vorsatz signiert, datiert und betitelt.

Durch zunehmend größere Ausschnitte aus den Velinbogen transformiert sich der titelgebende Buchstabe M. Die meisten Blätter wurden von Heibel schwungvoll aber sparsam aquarelliert. – Axel Heibel (geboren 1943) befasste sich seit Mitte der 1970er Jahre mit Falttüchern und deren Bemalung. Diese Arbeit inspirierte ihn zu Buchobjekten, die seitdem in unregelmäßigen Abständen entstehen.

519  Unikatbücher – Christoph Meyer. Paul Celan

€ 2500

22 Aquarelle, mit Tusche überarbeitet. 2015. 55 : 33 cm. Auf dem letzten Aquarell signiert und als »Malerunikat« bezeichnet, monogrammiert und datiert. Als Buch gebunden.

Großartiges Malerbuch des Berliner Buchkünstlers. – Enthält das Gedicht »Chymisch« (aus »Niemandsrose«) und seinen bereits 1959 entstandenen Prosatext »Gespräch im Gebirg«. – Die Aquarelle, übermalt mit Tusche bzw. dem kalligraphierten Text, teils als Doppelseiten konzipiert. – Von Markus Rotman, Berlin, in Naturleinen gebunden und mit dem Silberfolienumschlag. Auch die beiden Innendeckel mit übermalten Aquarellen. – Christoph Meyer, geboren 1954 in Greifswald, studierte in Berlin. In den Jahren 2004–2007 entstanden seine zehn »James Joyce Unique Books«, jedes zu einem Gedicht des Künstlers. Die Reihe wurde 2011 in der Neuen Sächsischen Galerie in Chemnitz ausgestellt. In den letzten 15 Jahren schuf Meyer auch Unikatbücher zu Gedichten und Zyklen von Durs Grünbein, Bob Dylan, Peter Rühmkorf und Uwe Kolbe sowie zahlreiche Künstlerbücher zu Friedrich Nietzsche, Tom Waits, Paul Celan, Michel Houellebecq, Heiner Müller, Bertold Brecht, Johannes Bobrowski, Bert Papenfuß, Simone Schneider und Nelly Sachs. – Ausstellungen in Berlin, Frankfurt am Main und Peking. – Tadellos.

520  Unikatbücher – Gisela Mott-Dreizler – Brüder Grimm. Das Dietmarsische Lügenmärchen.

€ 800

Aquarell und Tuschfeder. 2002. 14,7 : 28,7 cm. 32 Seiten. Bemalter Pergamentband. Auf dem letzten Blatt signiert und datiert.

Gisela Mott-Dreizler, die Lebens- und künstlerische Partnerin vom Quetsche-Drucker und -Verleger Reinhard Scheuble, ist für ihre farbenfrohen Aquarelle zu deutschen Märchen bekannt, viele wurden im gemeinsamen Witzworter Pressenverlag verlegt. – Die auf ein altes plattdeutsches Tanzlied zurückgehende Dichtung berichtet vom Lahmen, Tauben und Blinden, die zusammen einen Hasen jagen, von ziegengroßen Fliegen, über Land segelnden Schiffe und anderen »Fake News«. – Auf Velin. – Der Text mit Tuschfeder kalligraphiert, die Illustrationen in Tusche und Aquarell. – Die Vorsätze und Einbanddeckel wurden ebenfalls mit Aquarell und Tusche bemalt. – Im einem illustrierten Schuber.

521  Unikatbücher – Manfred Prochotta. Göthe – Nähe des Geliebten.

€ 450 ( R7 )

48 Aquarelle, teils mit Fettkreide und Tusche überarbeitet. 1986–1987. 25,5 : 17,2 cm. Signiert und datiert. Als Buch gebunden.

Manfred Prochotta (1956–1991) war ein Schüler von Wilhelm Neufeld. 1980 gründete er gemeinsam mit Peter Malutzki und seiner Frau Heidi Hübner die FlugBlatt-Presse. Es entstanden im Laufe der Jahre mehrere Unikatbücher. Das vorliegende mit beidseitig aquarellierten Japanbüttenblättern, wodurch die dunklen, getuschten Partien eines Bildes zum Bestandteil des rückseitigen werden. Der Text des Goethe-Gedichts mit verschiedenfarbigen Fettkreiden kalligraphiert. – Für den Einband wurden Balsaholzdeckel mit Japanpapier bezogen und aquarelliert. – Makellos.

522  Unikatbücher – Thomas Rug – Andreas Glück. Die kleine Vampyrendesavouierung.

€ 400

18 Tuschfederzeichnungen, teils koloriert, und eigenhändig kalligraphierter Text. 1999. 18,5 : 13 cm. 24 Seiten. Büttenbroschur mit Deckelillustration. Auf dem Hinterumschlag signiert.

Auszug aus »Ich kann mich nur an jetzt erinnern« (Graz 1998). – Auf Büttenpapier (innen grau, Umschlag altrosa) von John Gerard, Rheinbach. – Kalligraphiert und mit großen, teils doppelblattgroßen Tuschzeichnungen von Thomas Rug (geboren 1953) seit 1993 Professor an der Kunsthochschule Halle (Burg Giebichenstein).

523  Unikatbücher – Ottfried Zielke. K. Malewitsch. 150 Lubok.

€ 900

145 Originalgouachen und fünf weitere auf der bemalten Originalbox. 2005. Ca. 11 : 16 cm, alle rückseitig monogrammiert.

Unikates Objekt, eine Hommage des Künstlers an die russischen »Lubki«, die in Russland vom 17. bis ins frühe 20. Jahrhundert populären sozialkritischen und satirischen Bilderbogen. Die russischen Futuristen wie Gontscharowa, Larionow und Malewitsch ließen sich von den einfachen Darstellungen inspirieren. – Ottfried Zielke (1936–2016) bemalte 145 postkartengroße Blätter und Pappen in leuchtenden Farben und betitelt fast jede Darstellung mehr oder weniger ausführlich: Ich fahre einen T34 von Maybach. – Kohlenklau. – Blut + Ehre, Kampf dem Vergessen. – Gestern war’s da aß ich Ente. – Mücke fliegt Hund in den Mund und sticht ins Dada-Herz. – Manifest: Sei Lokomotive unter Volldampf. – Streichholz + 2 Nasenhaare. – Die BRD hat es NIE gegeben. – Skandal Faules Ei. Deutschland führte 1930 639 Millionen Eier ein. – Dr. J. G. Seine Kinder nannte er Helga Hilde Helmut Hedda Holde Heide. – Rückseitig durchgehend nummeriert 1–145, die übrigen fünf Gouachen zieren die Seiten und den Deckel der leinenkaschierten Holzbox (20 : 15 : 13 cm).

524  Ottfried Zielke und Uwe Warnke. Serielle Texte. Visuelle Poesie.

€ 180

Berlin, Mariannenpresse 1995. 28 Serigraphien von Ottfried Zielke mit Illustrationen und kalligraphierten Texten, davon vier auf der illustrierten Originalbroschur.

81. Druck der Mariannenpresse. – Eins von 100 Exemplaren. – Im Druckvermerk von beiden Künstlern signiert. – Die Texte stammen von Uwe Warnke, Ottmar Zielke schrieb und illustrierte sie. – Mit dem Beiblatt Danksagung an die Senatsverwaltung.

22,0 : 22,5 cm. 24 Seiten.

525  Die Buchillustration in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit 1945.

€ 300

Ein Handbuch. Herausgegeben von Wolfgang Tiessen. Mit einem einleitenden Essay von Hans Adolf Halbey. Band I [bis] VI. Neu-Isenburg, Wolfgang Tiessen 1968-1989. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalleinenbände.

Eins von 150 Vorzugsexemplaren, jeder Band mit zwei beigelegten signierten Originalgraphiken: Werner Neufeld, Imre Reiner, Otto Rohse, Eduard Bargheer, HAP Grieshaber, Christoph Meckel, Gertrude Degenhardt, A. Paul Weber, Paul Eliasberg, Simon Dittrich, Georg Eisler und Karl-Georg Hirsch. – Noch immer viel verwendetes und gern zitiertes Standardwerk zur Buchillustration der Nachkriegsjahrzehnte. Neben einem Bildteil, der eine Auswahl von Neuerscheinungen vorstellte, jeder Band am Ende mit dem Verzeichnis der im Berichtszeitraum veröffentlichten illustrierten Bücher bestimmter Künstler.

19,8 : 22,0 cm. – Einbände etwas angestaubt, einer mit Druckstelle an der Oberkante, sonst tadellos.

526  Albert Spindler. Typen.

€ 200

Pressendrucke des deutschen Sprachraums seit 1945. Eine Bibliographie. Mit einem Vorwort von Eva-Maria Hanebutt-Benz. Gifkendorf, Merlin 1988. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag im Originalschuber.

Erste und einzige Ausgabe. – Eins von 80 Exemplaren der besseren Vorzugsausgabe B mit 27 in einer Mappe beigegebenen, teils signierten Druckproben (nicht aufgebundene Druckseiten, Überdrucke, Makulaturdrucke usw.). – Das Standardwerk zum Thema Pressendrucke nach dem Zweiten Weltkrieg.

28,0 : 21,0 cm. 335, [1] Seiten.

527  Bibliophile der DDR im Umbruch – Zwei Bücher, zwei thematische Beigaben.

€ 500

1990–1996.

I. Jan Silberschuh. Ostberliner Treppengespräche. Berlin, Katzengrabenpresse 1990. Mit Bildtafeln nach Gemälden von Hans Ticha. Fadengehefteter Originalpappband mit Deckelschild und Bauchbinde. Eins von 99 Vorzugsexemplaren mit einer signierten Serigraphie von Hans Ticha als Beilage. Das letzte Buch der DDR, laut Druckvermerk ausgeliefert am 2. Oktober 1990, 23:59 Uhr. – II. Hugo Ball u. a. Ein Krippelspiel bruitistisch. Berlin, Da & Da Druck 1996. Originalbroschur. Künstlerexemplar, neben der 200er Auflage. Im Druckvermerk vom Herausgeber und Buchgestalter Lutz Nessing signiert. Alle verwendeten Papiere (Karteikarton, Fotoalbenkarton, Löschkarton) sind »Restposten aus DDR-Produktionen«. – Dazu: Horst Kunze. Bibliophilie im Sozialismus. Leipzig 1969. Mit Illustrationen von Karl-Georg Hirsch, Werner Klemke u.v.a. Originalhalbpergamentband. Eins von 750 Exemplaren. – Eisenbahnerehrenwort. Nonkonforme Kunst – illegale Bücher. Ausstellung 1991/92 im Buchmuseum der Sächsischen Landesbibliothek Dresden. Von den beteiligten Künstlern (Lutz Fleischer, Petra Kasten und Andreas Hegewald) signiert. Mit einem Text von Hartmut Sauer. – Zwei weitere Beigaben.

528  Astrologie – Jean Taisnier. Opus mathematicum

€ 1200

octo libros complectens … Köln, Johannes Birckmann und Werner Richwin 1562. Mit hunderten, teils großen Textholzschnitten, einem zweifach verwendeten Holzschnitt-Porträt und einer Holzschnitt-Druckermarke. Pergamentumschlag der Zeit.

Seltene erste Ausgabe. – Jean Taisnier (1509–nach 1562), Jurist, Mathematiker, Philosoph und Musiker, war Lehrer der Pagen Karls V. und bereiste über 20 Jahre lang Nordafrika, Vorderasien und Südeuropa. Er starb nach 1562 als Musikdirektor des Erzbischofs von Köln. – Sein Hauptwerk, dessen Schwerpunkt die Handlesekunst bildet, vereint das Wissen früherer Autoren. Allein schon wegen seines Umfangs und der fast 1800 Illustrationen, zählt es bis heute zu den geschätztesten Arbeiten auf diesem Gebiet. Im zweiten Teil behandelt Taisnier auch Physiognomik und gibt eine Einführung in die Astrologie. – Aus dem Nachlass von Wilhelm Theodor Heinrich Wulff (Astrologe, 1893–1984) mit seiner Visitenkarte und einigen Beilagen. Während seines Studiums der Bildhauerei und Malerei kam Wulff mit den Werken von Leonardo da Vinci, Johannes Kepler, Tycho Brahe und Goethe in Kontakt, diese führten ihn 1912 zur Astrologie. Anfang der 1920er Jahre machte er diese mit großem Erfolg zu seinem Beruf. Nach der Flucht von Rudolf Heß 1941 nach England wurde er zusammen mit vielen anderen Astrologen verhaftet. Aus dem Hamburger KZ Fuhlsbüttel wurde er in ein Speziallager verlegt, um für Himmler und einige andere Nazi-Politiker Horoskope zu erstellen. Er soll das Attentat vom 20. Juli 1944 vorausgesagt haben. Nach dem Krieg war er Mitbegründer des Deutschen Astrologen-Verbandes. Seine Autobiographie erschien 1968 unter dem Titel »Tierkreis und Hakenkreuz – als Astrologe an Himmlers Hof«.

29,5 : 19,8 cm. [12], 624, [8] Seiten. – Pergamentumschlag fleckig und gewellt. – Die erste Hälfte wasserrandig, durchgehend etwas gebräunt und mit alten Anmerkungen. – Titelblatt mit zwei alten Besitzvermerken, u. a. Abraham Limczar (?) 1564, rückseitig Stempel. Das letzte, leere Blatt mit Kaufvermerk von 1564.

VD 16, T 72. – Graesse, Bibl. magica 100. – Poggendorf II, 1066. – Rosenthal, Bibl. magica 1017

529  Astrologie – Francesco Giunti. Speculum Astrologiæ,

€ 1800

universam mathematicam scientiam, in certas classes digestam, complectens. Tomus prior [et] posterior. Lyon, Q. Phil. Tinghus und Joh. Quadratus für S. Beraud 1581–1583. Mit zahlreichen Textholzschnitten. Pergamentbände der Zeit.

Erste Ausgabe, beide Titelblätter mit »1583«, Kolophon mit »1581«. – Der Florentiner Karmeliter Francesco Junctinus lebte von 1522–1580/1590 und wurde der Überlieferung nach von einem Bücherregal erschlagen. – In ausgewählten Zitaten und durch ausführlichste Kommentare versuchte er die Schriften von Ptolemäus, Johannis de Sacro Bosco, Georg Purbach und Nikolaus Kopernikus als wissenschaftliche Belege der Astrologie zu nutzen. Daneben finden sich einige eigene Texte (»Compendium de stellarum fixarum observationibus«, »De eclipsius«, »De cometis«, »Calendarium astrologium«). – Das Werk gilt als das umfassendste Lehrbuch der Astrologie und enthält mehr als 600 Nativitäten geschichtlich bekannter Persönlichkeiten und deren Deutungen. Die zahlreichen Textholzschnitte mit astronomischen Ereignissen (Kometen, Sonnen- und Mondfinsternis) und Sphärenmodellen, Himmels- und Erdgloben, Weltkarten und anderem. – Rosenthal betont die allgemeine Bedeutung sowie die für »collectors of Americana, as containing biographies of Columbus and Vespucci«. – Sehr selten. – Aus dem Nachlass von Wilhelm Theodor Heinrich Wulff (siehe die vorherige KatNr). – Beigabe: Martin Pegius’ Geburtsstundenbuch (Basel 1570). Faksimileausgabe München 1924. Originalhalbpergamentband. Eins von 500 Exemplaren.

34,5 : 22,0 cm. [8], 1313, [3]; 1176 (paginiert 1170), [42] Seiten. – Einbände etwas berieben und leicht bestoßen, Rücken mit Fehlstellen und teils überklebt. – Leicht fleckig, einzelne Lagen gebräunt. Zahlreiche Anmerkungen und Anstreichungen. Einige alte Stempel.

Poggendorf I, 1211. – Rosenthal, Bibl. magica 3432

530  Astrologie – Johann Wilhelm Pfaff. Astrologie.

€ 400

Nürnberg, Friedrich Campe 1816. Mit einer gestochenen Titelvignette und zwei Kupfertafeln. Halblederband der Zeit.

Erste Ausgabe. – Johann Wilhelm Pfaff (1774–1835), jüngerer Bruder des Mathematikers Johann Friedrich Pfaff, erhielt 1809 eine Anstellung am neugegründeten Nürnberger Realinstitut. Seine Beschäftigung mit der Astrologie fand unter » […] seinen Fachkollegen wenig Gegenliebe. Insbesondere Gauß, Johann Elert Bode und Heinrich Wilhelm Olbers äußerten sich kritisch bis abfällig über Pfaffs 1816 erschienene ›Astrologie‹« (NDB XX, 292). – Aus der Bibliothek von Wilhelm Theodor Heinrich Wulff (1893–1984).

17,1 : 10,0 cm. VIII, 244 (paginiert 246), [2] Seiten. – Vorsatzblätter und 8 beigelegte Blätter mit ausführlichen Anmerkungen von alter Hand. – Alter Besitzvermerk und Wulffs Prägestempel. – Einband stärker bestoßen, Rücken mit Fehlstellen.

531  Astronomie – [Giuseppe] Simone Assemani. Globus caelestis

€ 1200

cufico-arabicus vleiterni Musei Borgiani […] Præmissa ejusdem de arabum astronomia dissertatione et adjectus duabus epistolis Cl. Josephi Toladi. Padua, Typis Seminarii 1790. Mit drei gefalteten Kupfertafeln, davon zwei koloriert. Halblederband im Stil der Zeit mit Rückenvergoldung.

Simone Assemani (1752–1821) war wie sein Großonkel Giuseppe Simone Assemani (1687–1768) Orientalist und zählt zu den bedeutendsten seiner Zeit. Wie sein Verwandter bereiste auch er den Nahen Osten, später lebte und arbeitete er in Padua. Papst Clemens XII. erwarb die mehr als 200 syrischen Handschriften aus dem Familienbesitz. – Der arabische Himmelsglobus von Muhammed Alkamel Ajubitae in den vatikanischen Sammlungen beschreibt er unter sprachwissenschaftlichen Aspekten ausführlich, die drei Kupfer bilden den Globus im Ganzen und seine Schift- und Bildzeichen en detail und fein koloriert ab. – Sehr schönes Exemplar.

30,7 : 24,0 cm. [16], CCXIX, [1], [8] Seiten, 3 Faltkupfer. – Oberränder vereinzelt etwas angestaubt. – Vorsatzblatt mit Besitz-, Kauf- und Restaurierungsnotiz von 1837. Titelblatt und letztes Kupfer, beide verso, mit Stempel des British Museum, vorn mit Stempel »1831 Duplicate for Sale«. Zwei Exlibris.

Graesse I, 240. – Brunet 8185. – Österr. Biograph. Lexikon I, 33

532  J[ohann] H[einrich] Lambert. Beschreibung einer mit dem Calauschen Wachse ausgemalten Farbenpyramide,

€ 800

wo die Mischung jeder Farben aus Weiß und drey Grundfarben angeordnet, dargelegt und derselben Berechnung und vielfacher Gebrauch gewiesen wird. Berlin, Haude und Spener 1772. Mit einer kolorierten gefalteten Kupfertafel. – Angebunden: Johann Win[c]kelmann. Anmerkungen über die Baukunst der Alten. Leipzig, Johann Gottfried Dyck 1762. Mit zwei gestochenen Vignetten, eine auf dem Titel. – Johann Win[c]kelmann. Sendschreiben von den Herculanischen Entdeckungen. An […] Heinrich Reichsgrafen von Brühl. Dresden, Georg Conrad Walther 1762. Mit drei gestochenen Vignetten nach Winckelmann, eine auf dem Titel. – Halblederband der Zeit mit floraler Rückenvergoldung und rot-goldenem Rückenschild.

Erste Ausgabe, sehr selten. – Johann Heinrich Lambert (1728–1777) war einer der bedeutendsten Mathematiker und Astronomen seiner Zeit, u. a. bewies er die Irrationalität der Kreiszahl π. Am Lebensende legte er mit seiner Farbenpyramide das erste dreidimensionale Farbsystem vor. Damit verhalf er dem Farbendreieck des Astronomen Tobias Mayer, das er ausführlich beschreibt, zur dringend notwendigen Tiefe. Seine Pyramide, ausgemalt mit den gerade in Berlin entwickelten Calauschen Wachsfarben, bildet die Grundlage für die ebenfalls räumlichen Farbenmodelle von Goethe und Philipp Otto Runge. – Als praktischen Nutzen erhoffte sich Lambert den Einsatz seiner Farbberechnungen bei Textilhändlern, Färbereien und Druckern, aber auch bei der Bestimmung von Farben im Naturreich. – Angebunden zwei wichtige Schriften zur antiken Kunst, verfasst vom Begründer der wissenschaftlichen Archäologie und Kunstgeschichte. – Beide in erster Ausgabe. – Beide Bücher, die häufig mit seiner »Geschichte der Kunst« zusammengebunden wurden, entstanden unter dem gewaltigen Eindruck, den die Tempel des alten Paestum und die Ruinen am Golf von Neapel auf ihn gemacht hatten. – Sehr schönes Exemplar, identisch gebunden mit dem folgenden Werk.

23,0 : 18,7 cm. [6], 126, [2] Seiten, 1 Kupfer. – [16], 68, [8] Seiten. – 96 Seiten. – I mit wenigen alten Anmerkungen.

Poggendorf I, 1355. – Winckelmann: Goedeke IV/1, 301, 7 und 9

533  A[ndreas] Riem. Über die Malerei der Alten.

€ 400

Ein Beitrag zur Geschichte der Kunst. Veranlasst von B[ernhard] Rode. Berlin, Friedrich Maurer 1787. Mit gestochenem Frontispiz (Bildnis des Zeuxis), gestochener Titelvignette (Appelles) und 22 großen und kleinen Textkupfern, gestochen von F. Reclam und Rode. Halblederband der Zeit mit floraler Rückenvergoldung und rot-goldenem Rückenschild.

Erste und einzige Ausgabe dieser seltenen kunsttheoretischen Schrift. – Der Theologe und aufklärerische Literat Riem verfasste sie auf Initiative des Direktors der Berliner Kunstakademie Christian Bernhard Rode. – Riem setzt sich ausführlich mit der Behauptung des dortigen Hofmalers Benjamin Calau (1724–1785) auseinander, dieser habe mit seinen Wachsmalfarben das legendäre »punische Wachs« wiederentdeckt, jene antiken Farben die schon Plinius in seiner »Naturalis historia« beschrieben hatte. Nach Calaus Tod setzten Rode und J. C. Frisch die Versuche mit seiner Wachsmalerei fort. Die vorliegende Schrift enthält die Ergebnisse dieser Versuche, zugleich ordnet der Verfasser die Bedeutung von Malerei und Plastik in der alten Kunst, auch anhand außereuropäischer Beispiele (Azteken und Maya). – Auf festem Bütten.

22,7 : 19,3 cm. [6], IV, 161 (paginiert 163), [1] Seiten, 1 Kupfer. – Minimal berieben. – Ohne die bei Vergleichsexemplaren erwähnte Kupfertafel. – Etwas stockfleckig.

534  [André-César Bordier]. Herrn Bourret [!] Schilderung seiner Reise nach den Savoyischen Eisgebirgen.

€ 750

Aus dem Französischen mit Anmerkungen und Zusätzen. Erster [und] Zweyter Theil. Gotha, Carl Wilhelm Ettinger 1775. Mit einer gestochenen Ansicht des Genfer Sees als Titelvignette. Halblederband der Zeit mit floraler Rückenvergoldung und zwei Rückenschildern.

Erste deutsche Ausgabe, jedoch war der Verfasser, der unter dem Monogramm »M. B.« 1773 in Genf erschienenen französischen Vorlage »Voyage pittoresque aux glacières de Savoye« der Genfer Theologe André-César Bordier (1746–1802). Der deutsche Übersetzer Heinrich August Ottokar Reichard schreibt das Werk irrtümlich Marc Théodore Bourrit zu. Dieser Genfer Künstler illustrierte Alpenwerke und verfasste selbst eine Beschreibung der Gegend. – Bordiers Reisebuch gehört zu den frühesten größeren Werken, die sich ausschließlich mit der alpinen Gletscherwelt auseinandersetzen. »In seinem Werk […] feierte er als Erster die Erhabenheit der Gletscher« (HLS). – Sehr selten und sehr gut erhalten. – Ein Vergleichsexemplar in der Bayerischen Staatsbibliothek hat auch für den zweiten Teil ein Titelblatt mit Vignette, hier nur der Zwischentitel auf Seite 83.

19,8 : 12,0 cm. [12], 184, [6, 2 leere] Seiten. – Titel mit altem Besitzvermerk. – Die Ecken der ersten und letzten Blätter etwas leimschattig, die letzten Blätter am Oberrand mit kleinen Braunflecken.

Fromm I, 3980 (Bourrit). – HLS (Historisches Lexikon Schweiz) online unter Bordier

535  [Jean Françoise Albanis Beaumont]. Voyage historique et pittoresque du Comté de Nice.

€ 4500

Genf, Isac Bardin 1787. Mit 13 kolorierten Kupferstichen und einem gestochenem Widmungsblatt. Halblederband der Zeit mit schwarz-goldenem Deckelschild.

Erste Ausgabe. – Der vom König von Sardinien geförderte Mathematiker, Architekt und Maler Albanis Beaumont schuf Ende des 18. Jahrhunderts viele Ansichten der südlichen Alpen. Füssli erwähnt u. a. die vorliegenden Folge mit den zwölf Ansichten aus der Umgebung von Nizza. – Das prächtige Kolorit stammt von Gabriel Lory d. Ä. – Mit einem gestochenen Widmungsblatt für den damaligen Duke of Gloucester William Henry, den jüngeren Bruder des englischen Königs Georg III. – Der Band enthält eine große Karte der Küste von Nizza sowie zwölf Ansichten: Golf de Saint-Auspice, Turbie, Cimier, Fréjus, Chateau de Saint-André, Grotte de Saint-André, Küste vor Saint-Laurant, Saint-Ponce, Port Lympia Nice, Nice und Fort Mont-Alban. – Die ersten sechs, etwas kleinformatigeren, und weitere vier der großen Kupfer sind am Plattenrand ausgeschnitten und auf Büttenkarton montiert, jedes mit einer Tuschelinie eingefasst. Abbey vermutet, dass die kleinen Kupfer ursprünglich paarweise auf größeren Bogen gedruckt wurden. Alle Tafeln sind mit Tusche paginiert.

47,5 : 31,5 cm. [4] Seiten (Vortitel, Titel), gestochenes Widmungsblatt, [4] Seiten (Widmung und Einleitung), Karte, Seiten [9]–15 (Text), 1 leere Seite, 12 Kupfer, 1 Faltblatt (Explication des planches). – Eine Ecke des Vorderdeckels etwas geknickt. – Textblätter leicht stockfleckig, das Faltblatt am Ende am Falz etwas gebräunt.

Vgl. Abbey I, 48 (unvollständig). – Nicht bei Wäber und Lonchamp. – Cox I, S. 161

536  [Jean Françoise] Albanis Beaumont. Voyage pittoresque aux Alpes Pennines.

€ 4500

Précédé de quelques observations sur les hauteurs des montagnes, glaciers & des différens villages qui se trouvent sur cette route. Genf, Isac Bardin 1787. Mit zwölf kolorierten Kupferstichen. Halblederband der Zeit mit schwarz-goldenem Deckelschild.

Erste Ausgabe dieser prachtvollen Beschreibung der Walliser Alpen, mit atemberaubenden Darstellungen der dortigen Gletscherwelt und lieblichen Ansichten von Orten und Landschaften in der Nähe des Genfer Sees: Cluses, Saint-Martin bei Sallanches mit dem Mont-Blanc im Hintergrund, Sallanches, See bei Chède, Chamonix, Gletscher (Glacier des Bois, Lavanchet, Arveron), Holzfäller am Ufer der Arve, Evian-les-Bains, Thonon-les-Bains und die Berge über Genf. – Die Kupfer mit Prägerand, das dritte Kupfer aufgezogen und mit Tusche umrahmt, elf handschriftlich paginiert und meist betitelt. – Dieses Werk widmete Beaumont der Tochter des Duke of Gloucester, Prinzessin Sophie-Mathilda (geboren 1773). – Absolut vollständiges Exemplar mit dem Vortitelblatt, dem eingeklebten Erratazettel und den Bilderläuterungen auf dem gefalteten Blatt am Ende des Bandes. Die Kupfer am Unterrand teils mit gedruckter, teils handschriftlicher Nummerierung (wie bei Abbey beschrieben). – Durch die damaligen Expeditionen von Künstlern in die Bergwelt der Alpen verbreitete sich die Kenntnis von der beeindruckenden Schönheit der Eiswelten. Sind schon Vergleiche mit Postkarten der 1920er Jahre im Hinblick auf den Rückgang der Gletscher erschreckend, so sind die hier dokumentierten Verhältnisse vor etwa 250 Jahren unvorstellbar. – Wie das vorherige (KatNr. 535) ein Rarissimum der alpinen Literatur.

44 : 30 cm. 20 Seiten, 12 Kupfer, 1 Faltblatt (Explication des planches). – Rücken erneuert. – Vereinzelt minimal stockfleckig, die Seidenblätter vor den Stichen und das Faltblatt etwas stärker betroffen. – Vorsatz mit einen eingeklebten Schriftstück und einem beigelegten Antwortschreiben an den Erstbesitzer.

Abbey Travel I, 47. – Wäber II, S. 211. – Lonchamp 232. – Cox I, S. 164

537  Jacques Callot. Les Misères et les malheurs de la guerre.

€ 2000

Representez par Jacques Callot, Noble Lorrain, et mis en lumiere par Israel [Henriet] son amy. Paris 1633.

Vollständige Folge. – Erste Ausgabe von Callots berühmtester Illustrationsfolge, die im deutschen Sprachraum zumeist unter dem Titel »Die großen Schrecken des Krieges« geführt wird. – 1621 war Callot aus dem Dienste der Medici nach Nancy zurückgekehrt. Die Belagerung der Stadt durch die Truppen von Louis XIII. waren ihm Anlass und Motivquelle für diese Radierungen. Callots Zeichnungen wurden von seinem Landsmann Israel Henriet gestochen und in Paris verlegt. – »Es ging ihm nicht nur um die Sensation, die Hängen, Rädern, Foltern dem Kriegsberichterstatter als effektvolle Themen lieferten. Er zeigte auch das Unglück am Rande« (Schröder). – Vollständige Folge im zweiten Zustand, lediglich das Titelblatt liegt im dritten Zustand vor. Mit den Versen de Marolles, der Nummerierung unten rechts und dem Verlegervermerk Israels, Blatt 18 »Callot fecit, Israel excudit«. – Breitrandig, auf Bütten und tadellos erhalten.

8,3 : 18,5 cm (9,5 : 19,5 cm). – Mit je zwei Papierfälzchen auf zwei Kartonblätter montiert. – Blatt 14 am linken Rand leicht fingerfleckig, Blatt 18 mit kleinem Tintenfleck am Oberrand.

Méaume 564-581. – Lieure 1339-1356. – Schröder S. 1325ff

538  [Gabriel Bodenehr d. Ä.. Grotesche Capriccios:

€ 2500

oder neueröffnete Carnevals Redoute. Augsburg um 1725]. 50 kolorierte Kupferstiche nach François Rabelais mit gestochenem Text. Halblederband der Zeit mit Rückenvergoldung und rot-goldenem Rückenschild »Karikaturen«.

Sehr seltene Originalausgabe. – Jedes Kupfer mit einem lateinischen Titel (vier fehlende wurden handschriftlich ergänzt), einem deutschen Titel und einem sechszeiligen Spottgedicht. – Auf Bütten. – »Kein Blatt auf dem nicht eine Gestalt aus den 1565 erschienenen ›songes‹ wiederzuerkennen wäre, obwohl das Obszöne hier stark abgeschwächt ist. Während wir in vielen der Figuren des französischen Originals Karikaturen gewisser Stände und Sitten der Zeit nur vermuten konnten, ist die karikierende Absicht in Bodenehrs Wiedergaben durch die beigegebenen Verse über allen Zweifel erhaben. Denn alle die Abbildungen sind mit satirisch komischen Unterschriften versehen, die sich erklärend auf das Dargestellte beziehen. Auf die Unterschriften folgen jeweils kleine Spottverse.« (Robert Ralph Anderson, Dissertation Ohio 1958, S. 106). – Vorblätter mit alten Anmerkungen zur Editionsgeschichte. – Gabriele Bodenehr (1673–1766?). – Wir konnten in deutschen Auktionen nur dieses eine Exemplar nachweisen (Bassenge, Berlin 1973, Auktion 26, KatNr. 3614, und Dörling, Hamburg 1981, Auktion 162, KatNr. 1264).

17,0 : 10,5 cm (Plattenmaß), 20,0 : 13,3 cm (Einband). – Deckel mit Schabstellen. – Das erste Blatt mit hinterlegtem Falzeinriss, rückseitig mit alter Anmerkung, recto mit altem Wappenstempel.

Kat. Ornamentstichslg. Berliner Kunstbibliothek 4300 (nur zwölf Blätter) und 4299 (unvollständiges Exemplar mit Umrahmungen)

539  Heinrich von Alkmar. Reineke der Fuchs,

€ 300

mit schönen Kupfern; Nach der Ausgabe von 1498 ins Hochdeutsche übersetzet, und mit einer Abhandlung, von dem Urheber, wahren Alter und großen Werthe dieses Gedichtes versehen von Johann Christoph Gottscheden. – Hinricks van Alkmar, Reynke de Voß. Leipzig und Amsterdam, Peter Schenk 1752. Mit zwei gestochenen Titelvignetten und 60 etwa halbseitengroßen Kupferstichen im Text. Moderner Pappband mit Marmorpapierbezug und Lederrückenschild.

Erste Ausgabe der wichtigen Übersetzung Gottscheds, die unter anderem die Grundlage für Goethes »Reineke Fuchs« bildete. In seinem ausführlichen Vorwort liefert Gottsched eine Bibliographie aller ihm bekannten Reineke Fuchs-Ausgaben. – Mit den Vorreden von Heinrich von Alkmar zur Ausgabe 1498 und N. Baumann zur plattdeutschen Ausgabe 1549 und Anmerkungen beider zur vorliegenden Fassung. – Als Teil II ist der niederdeutsche Text angefügt. – Die schönen Radierungen von Allart von Everdingen wurden Vorbild für zahlreiche Tierillustrationen des 18. und 19. Jahrhunderts.

25,4 : 17,2 cm. 52, 340, 83 (paginiert 93), [1] Seiten. – Teils gebräunt bzw. stockfleckig.

Goedeke I, 483, 19 u. III, 361, 36. – Faber du Faur 1777. – Rümann 23

540  Salomon Gessner. Schriften.

€ 450

1er [bis] Vter Theil. Zürich, Orell, Gessner und Füssli 1770. Mit fünf gestochenen Titelblättern und 31 gestochenen Textvignetten von Salomon Gessner sowie einigen Holzschnittvignetten. Zwei Halblederbände der Zeit mit Rückenvergoldung und -schildern.

Erweiterte Werksammlung in deutscher Sprache, reizend vom Verfasser illustriert und splendid gedruckt auf feinem weißem Schreibpapier. – Enthält »Der Tod Abels«, »Daphnis«, »Idyllen«, »Evander & Alcimna«, »Erast«, Gessners Diderot-Übersetzungen und einige andere kleiner Texte. – Gessner strebte, folgt man Karl Goedekes nicht sehr schmeichelhafter Einschätzung, »nach der Einfalt der Alten. Sein Streben galt den Zeitgenossen als Erreichen. Aber nicht das Altertum, nur ein erträumtes Bild des Altertums hatte ihn gereizt, und die Einfachheit, die er suchte, verlor sich unter süßem Getändel«.

17,8 : 11,0 cm. 249, [1]; 166; 166; 209, [1]; 273, [3] Seiten. – Einbände etwas beschabt, Rücken leicht brüchig. – Die Ränder der drei Zwischentitel im zweiten Band minimal stockfleckig.

Goedeke IV/1, 82, 7. – Leemann van Elck 534. – Rümann 331

541  Gotthold Ephraim Lessing. Sämmtliche Schriften.

€ 450

Erster [bis] Dreißigster Theil. Berlin, Voss und [einige Bände] Berlin und Stettin, Nicolai 1791–1819. Marmorierte Halblederbände der Zeit mit klassizistischer Rückenvergoldung und zwei rot- bzw. türkis-goldenen Rückenschildern.

Die erste Gesamtausgabe von Lessings Schriften, 22 Teile in erster Ausgabe, die übrigen (Bände 1, 11, 12, 24–27 und 30) in zweiter, teils als Titelauflage, teils neu gedruckt und bei Friedrich Nicolai erschienen. – Sehr frisches und sauberes Exemplar aus einer Adelsbibliothek, uniform und bemerkenswert dekorativ gebunden.

15,4 : 10,2 cm.

Goedeke IV/1, 342, 2

542  [François Marie Arouet de] Voltaire. Natürliche Religion

€ 450

in vier Abschnitten. An Seine Majestät dem [sic!] König in Preußen. Aus dem Französischen übersetzt. Ohne Ort 1761. Kalblederband der Zeit mit hübscher Blind- und Goldprägung sowie einem rot-goldenen Deckelschild.

Erste deutsche Ausgabe von Voltaires »La religion naturelle«, die 1756 in Paris erschienen war. – Sehr selten, kein Exemplar in auktionspreise-online.de.

16,7 : 10,2 cm. 24 Seiten. – Kapitale etwas berieben. – Gestochenes Exlibris.

Fromm VI, 27146

543  [Moses Mendelssohn]. Philosophische Schriften.

€ 500

Erster [und] Zweyter Theil. Berlin, Christian Friedrich Voß 1761. Mit gestochenem Frontispiz und zwei gestochenen Titelvignetten von J. W. Meil. Halblederbände um 1880 mit Rückenvergoldung im Stil der Zeit.

Seltene erste Ausgabe der wichtigen Schriftensammlung. – Enthält »Über die Empfindungen« (den fiktiven Briefwechsel zwischen Theocles und Euphranor), »Gespräche« (zwischen Philopon und Neophil bzw. Kallisthen und Numesian) und die Erstdrucke von »Rhapsodie« (Zusätze zu den Briefen über die Empfindungen), »Über die Hauptgrundsätze der schönen Künste und Wissenschaften«, »Über das Erhabene und Naive in den schönen Wissenschaften« und »Über die Wahrscheinlichkeit«. – Ausnehmend schönes Exemplar. – Beide Bände mit altem Besitzvermerk »H. A. Jacobi« – wer findet die verwandtschaftliche Beziehung zu Friedrich Heinrich von Jacobi ? – Dazu: Moses Mendelssohn an die Freunde Lessings. Ein Anhang zu Herrn Jacobi Briefwechsel über die Lehre des Spinoza. Berlin, Voß und Sohn 1786. Pappband der Zeit. Erste Ausgabe, posthum herausgegeben von J. J. Engel.

16,7 : 10,5 cm. [16], 256; [2], 228 Seiten. – Nur ganz vereinzelt minimal stockfleckig.

Goedeke IV/1, 488, 6. – Dorn 105-107. – Beigabe: Goedeke IV/1, 490, 17

544  [Johann Georg Hamann]. Sokratische Denkwürdigkeiten

€ 18000

für die lange Weile des Publicums zusammengetragen von einem Liebhaber der langen Weile. Mit einer doppelten Zuschrift an Niemand und an Zween. Amsterdam [eigentlich Königsberg, Hartung] 1759. Buntpapierbroschur der Zeit, wohl Herrnhuter Stempeldruckpapier.

Das Handexemplar des Verfassers, versehen mit mehr als fünfzig eigenhändigen Verbesserungen, Erläuterungen und Ergänzungen. Die gut leserlichen Marginalien betreffen sowohl sprachliche Verbesserungen und Satzfehlerkorrekturen als auch längere Zitate aus Werken anderer Autoren, mit denen Hamann seine Thesen untermauerte. – Das Vorblatt mit dem eigenhändigen Besitzvermerk »Johann Michael Hamann. VIII Jul. MDCCLXXXVII.« Hamanns Sohn hatte offenbar ein Jahr vor dem Tod des Vaters dessen Exemplar als Geschenk erhalten. Schon zu Hamanns Lebzeiten zählte sein schon bald nach Erscheinen vergriffenes Erstlingswerk zu den gesuchten und hochbezahlten Raritäten der deutschen Literatur. –
Hamanns Zuschrift richtet sich an Immanuel Kant und den Rigaer Ratsherrn Johann Christoph Berens. In dessen gastfreiem Haus verkehrten neben Kant und Hamann auch Hippel und Herder. – Das vorliegende Exemplar, das im 19. Jahrhundert in die Bibliothek des Berliner Sammlers C. Sello gelangte, diente Joseph Nadler neben Herders eigenem Exemplar als Grundlage für die Textgestaltung in der Historisch-kritischen Ausgabe der Hamannschen Werke (Wien 1949–1957, vgl. Band II, S. 383). – Johann Georg Hamann (1730–1788) lebte als Lehrer und Schreiber vorwiegend in Riga und Königsberg. Über den »Magus im Norden«, wie in Friedrich Karl von Moser nach einem Treffen 1764 betitelte, äußerte sich Karl Goedeke nicht gerade wohlwollend: »Hamann las ungeordnet alles, was er fand, dabei kamen im allerhand gute Gedanken, die er aufzeichnete, aber auszuführen weder Gabe noch Willen hatte.« Goethe bezeichnete Hamanns Schriften hingegen als »reiche Fundgrube tiefer Erkenntnis« (beide G. IV/1, 683). – Handschriften Hamanns finden sich selten, das Handexemplar seines Aufsehen erregenden Erstlings darf als ganz außergewöhnliches Rarissimum bezeichnet werden. – Seit 1999 in einer Berliner Privatsammlung.

14,7 : 8,8 cm. 64 Seiten. – Das Vorblatt etwas stockfleckig, sonst außergewöhnlich gut erhalten.

Goedeke IV/1, 684, 3 (»wimmelt von Druck- und Schreibfehlern«). – Schulte-Strathaus 8

545  [Johann Georg Hamann]. Golgatha und Scheblimini.

€ 500

Von einem Prediger in der Wüsten. [Riga, Hartknoch] 1784. Halblederband um 1850.

Sehr seltene erste Ausgabe. – Der Verfasser richtete den Aufsatz gegen Moses Mendelssohns Spätwerk »Jerusalem oder über religiöse Macht und Judenthum« (1783). 1818 erschien eine Neuausgabe mit einem polemischen Vorwort von »Jaschem« (Johann Friedrich von Meyer). – Schönes Exemplar.

16,8 : 9,7 cm. 79, [1] Seiten.

Goedeke IV/1, 685, 36. – Schulte-Strathaus 45 a

546  [Johann Gottfried Herder]. Von Deutscher Art und Kunst.

€ 750

Einige fliegende Blätter. Hamburg, Bode 1773. Halblederband der Zeit mit marmorierten Deckelbezügen und rot-goldenem Rückenschild.

Erste Ausgabe der von Herder anonym herausgegebenen Sammlung. – Mit dem ersten »verfügbaren« Abdruck von Goethes »Fabelliedchen – Es sah ein Knab’ ein Röslein stehn«, dem berühmten »Heideröslein«. Herder selbst besaß einen unikalen Sonderdruck des hier in Auszügen wiedergegeben »Briefwechsels über Ossian und die Lieder alter Völker«. Er fügte diesem Teil weiteres bei, »damit das nackte Ding nicht so jämmerlich erscheine«: Herder. Shakespeare. – Goethe. Von deutscher Baukunst. – P. Frisi. Versuch über die gotische Baukunst. – J. Möser. Deutsche Geschichte. – »Die Sammlung markiert, trotz ihrer improvisierten Zusammenstellung, […] den Beginn einer literarischen Epoche […] Für die starke und anhaltende Wirkung des Bandes ist zunächst die Titelgebung Herders verantwortlich, die den Anspruch auf einen umfassenden kulturellen Neuansatz bereits signalisiert.« (Ernst Ribbat in KNLL VII, 727f.).

17,3 : 10,2 cm. [2], 182 Seiten. – Vorderer Vorsatz leimschattig. – Auf bräunlichem, aber sehr sauberem Papier.

Goedeke IV/1, 725, 35 u. IV/3, 112, 70. – Hagen, Goethe 525. – Schulte-Strathaus 40.20. – Günther 755. – Slg. Borst 257

547  Johann Gottfried Herder. Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit.

€ 300

Erster [bis] Vierter Theil. Riga und Leipzig, Johann Friedrich Hartknoch 1784–1791. Rot marmorierte Pappbände der Zeit mit goldgeprägtem Rückenschild.

Erste Ausgabe. – In seinem unvollendet gebliebenen Hauptwerk entwickelte Herder seine Geschichtsphilosophie weiter und bezog nun auch Psychologie, Astronomie, Völker- und Länderkunde, Geschichte, Ethik, Metaphysik, Religionswissenschaft und die naturwissenschaftliche Entwicklungslehre heran. Das Werk »steht am Anfang der deutschen Geschichtsphilosophie« (KNLL VII, 719).

19,5 : 15,8 cm. – Einbände beschabt und etwas bestoßen. – Bände 3 und 4 leicht stockfleckig.

Goedeke IV/1, 730, 79

548  [Immanuel Kant]. Träume eines Geistersehers,

€ 350

erläutert durch Träume der Metaphysik. Riga und Mietau, Johann Friedrich Hartknoch 1766. Broschur der Zeit.

Erste Ausgabe. – Titelvignette Putto. – Dazu: Kleine Schriften. Neuwied, J. T. Haupt 1793. – Angebunden: Neue kleine Schriften. Ohne Ort 1795. – Halblederband der Zeit. [4], 239, [1] Seiten; [2], 110 Seiten.

17 : 10 cm. 128 Seiten.

Goedeke V, 3, 4. – Warda 43, 228 und 233. – Slg. Borst 158, 693 und 737

549  Immanuel Kant. Critik der Urtheilskraft.

€ 1200

Berlin und Libau, Lagarde und Friederich 1790. Pappband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel.

Erste Ausgabe von Kants drittem Hauptwerk. – Kant hatte sich in seiner »Critik der reinen Vernunft« (1781/87) der Frage des Wissens und in der »Critik der practischen Vernunft« (1788) dem sittlichen Handeln gewidmet. Nun befreite er »das ästhetische Urteil über das Schöne und Erhabene von aller traditionellen Begründung« (KNLL). – Titelblatt rückseitig mit Besitzvermerk des Rechtswissenschaftlers Hermann Kantorowicz (1877–1940).

20,0 : 12,5 cm. LVIII, 476, [2] Seiten. – Einband leicht, am gedunkelten Rücken etwas stärker berieben. – Innendeckel mit Kleberest, sonst tadellos.

Goedeke V, 3, 16. – Warda 125. – Adickes 71. – Slg. Borst 627

550  Immanuel Kant. Vier Erstausgaben.

€ 800

Königsberg, Friedrich Nicolovius 1790–1798. Meist Einbände der Zeit.

I. Ueber eine Entdeckung nach der alle neue Critik der reinen Vernunft durch eine ältere entbehrlich gemacht werden soll. 1790. Neuere Broschur. – II. Die Metaphysik der Sitten. Erster [und] Zweyter Theil. Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre [bzw.] der Tugendlehre. 1797. Halblederband. Beide Titel mit dem Haupttitel. XII, LII, 53–266; X, 190, [2] Seiten. – III. Metaphysische Anfangsgründe der Tugendlehre. 1797. Einzelausgabe. Pappband. – IV. Anthropologie in pragmatischer Hinsicht. 1798. – Dazu: Dasselbe. Zweite Auflage. 1800. – Nicht kollationiert, kein Rückgaberecht.

Warda 132, 173, 176 und 195. – Slg. Borst 628, 782 (II und III) und 814