ChristianHesse

Lot 501 – 550 | Hesse-Auktionen
Lot 501 – 550

501  Ernst Ludwig Presse – Ch[ristian] H[einrich] Kleukens. Die Fabel vom Wind

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 440

und andere Fabeln. [Frankfurt am Main, Tiedemann & Uzielli] 1923. Originalhalblederband mit Oleographiepapierbezügen mit vergoldetem Rückentitel (signiert: Roland Meuter, Ascona).

Eins von 200 Exemplaren (Gesamtauflage 250). – Gedruckt auf Einhorn-Bütten. – Die Kleukens-Fabeln wurden in »einer neuen eigenartigen Schrift, der Judith-Type« gedruckt (Julius Rodenberg). Jede Seite wurde in der von Christian Heinrich Kleukens entworfenen Schrift von Oskar Becker in Holz geschnitten.

19,0 : 14,5 cm. [20] Seiten.

Stürz 52. – Rodenberg 80. – Schauer II, 65

502  Ratio-Presse – Antoine de La Sale. Die fünfzehn Freuden der Ehe.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Zuschlag/Hammerprice: € 320

Mit Zeichnungen von F. W. Kleukens. Darmstadt, Ratio-Presse 1924. Mit 16 Holzschnitten nach Zeichnungen, einer davon auf dem Titel, 15 blattgroß, und 16 Holzschnitt-Initialen. Originalhalblederband mit goldgeprägter Deckelvignette, Rücken- und Kopfschnittvergoldung. Im Schuber.

Sechster Druck der Ratio-Presse. – Eins von 280 Exemplaren in Halbleder (Gesamtauflage 300). – Die Zeichnungen von F. W. Kleukens wurden von Oskar Bangemann in Holz geschnitten. – Der Einband stammt von Ernst Rehbein. – Der von La Sale 1450 geschriebene Text wurde von Franz Blei ins Deutsche übertragen. – Sehr schönes Exemplar.

19,0 : 14,7 cm. 137, [5] Seiten. – Rücken minimal verblasst. – 2 Seiten mit kleinem Fleck.

Rodenberg 22. – Schauer II, 66

503  Ratio Presse – Reineke Fuchs.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 650

Nach der plattdeutschen Dichtung ins Hochdeutsche übertragen von D. W. Soltau und mit vielen Zeichnungen versehen von F. W. Kleukens. Darmstadt 1929. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen im Text. Originalhalbpergamentband mit vergoldeter Deckelvignette, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Schuber. – Widmungsexemplar.

Fünfter Druck der Gesellschaft zur Förderung der Ratio-Presse Darmstadt. – Eins von 150 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt aus der Kleukens-Fraktur der D. Stempel AG. – Mit eigenhändiger Widmung Kleukens’ »Herrn Bildhauer Stock freundschaftlich zugeeignet. Darmstadt, Juli 1940.« – Die zahlreichen humorigen Illustrationen wurden von Paula Kleukens-Raitz von Frenz, Kleukens’ Ehefrau, koloriert. – Tadellos.

30,6 : 21,3 cm. 127, [1] Seiten. – Weiterer handschriftlicher Eintrag auf dem Vorsatzblatt.

Rodenberg Nachtrag 552. – Schauer I, 66 und II, 66 mit Abbildung

504  Alfred Hoennicke – [Nikolaus] Lenau. Schilflieder.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 900

[Berlin-]Charlottenburg 1917. Mit einer kolorierten Titelvignette und zwei Vignetten im Text. Originalbroschur, Vorderdeckelillustration von Fritz Janowski.

Eins von 100 nummerierten Exemplaren. – Vom Herausgeber als Sommer-Gabe seiner Gattin gewidmet […] und nicht im Handel. – Für die Freunde der Daphnis-Drucke auf der Handpresse von Joh. Enschedé e Zonen gedruckt. – Eines der bei Backe nur erwähnten Exemplare mit der Eisvogel-Vignette anstelle der Beardsley-Zeichnung. – Selten.

17,7 : 11,2 cm. [16] Seiten. – Vorderdeckel leicht berieben und fleckig.

Backe/Köppen 13

505  Alfred Hoennicke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Chinesisch-Deutsche Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Berlin 1918. Originalhalbleinenband mit rot-weißen Tupfpapier-Deckelbezügen und Deckelschild (signiert: Daphnis-Binderei – O. Herfurth).

Eins von 100 Exemplaren. – Satz aus einer Schreibschrift von Hendrik Leendert de Jonge aus dem 17. Jahrhundert, verziert mit verschiedenen Bordüren. – Druck bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Auf Pannekoek-Bütten von Van Geldern. – Die Initialen in Grün gedruckt. – Als Blockbuch gebunden. – Die »Chinesisch-Deutschen Gedichte« bildeten den letzten Lyrikzyklus Goethes.

23,8 : 15,2 cm. 18 unnummerierte Doppelblätter (erstes leer). – Deckel leicht aufgebogen, Kanten etwas berieben. Bezugspapier an den Ränder leicht abgegriffen. – Vorsatzblatt mit handschriftlichem Vermerk.

Backe 17. – Rodenberg 325

506  Johann Holtz – Johann Wolfgang von Goethe. Faust.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Eine Tragödie. Geschrieben von Johann Holtz, Flensburg. Zollikon, Paul Bender [um 1925]. Mit farbigen Zwischentiteln, Kopfvignetten und zahlreichen Initialen. Hellroter Originalkalblederband, Deckelvignette und Rückentitel goldgeprägt, Kopfschnitt vergoldet. Im Originalschuber.

Eins von 400 Exemplaren (Gesamtauflage 600). – Auf Velin. – Das frühe Faksimile entstand nach der Handschrift von Johann Holtz mit den prachtvollen Illustrationen und Verzierungen. Seine »Faust«-Handschrift gilt als bedeutendste seiner Kalligraphien und wurde mehrfach nachgedruckt.

38,5 : 26,5 cm. [160] Seiten. – Rücken verblasst.

507  Insel Verlag – Alexander Pope. Der Lockenraub.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Ein komisches Heldengedicht. Mit neun Zeichnungen von A. Beardsley. Leipzig, Insel 1908. Mit neun Illustrationen, davon sieben blattgroß. Blauer Originalkalblederband mit vergoldeter Deckelillustration. Rückentitel, Deckelfileten und Kopfschnitt vergoldet. In grünem Originalwildseidenumschlag und -schuber.

Eins von 100 Vorzugsexemplaren auf Japan (Gesamtauflage 800). – 1714 erschien der Text von Pope erstmals in der vorliegenden »Five Cantos«-Fassung. Seine größte Verbreitung hat er sicher mit den kongenialen Beardsley-Illustrationen erlebt. – Übersetzung und Nachwort von Rudolf Alexander Schröder. – Auch die großartige Einbandgestaltung mit der formatfüllenden Illustration in Goldprägung stammt von Aubrey Beardsley. – Sehr schönes Exemplar.

28,8 : 22,5 cm. [10], 43, [7] Seiten. – Winzige Bereibung am unteren Kapital, sonst makellos.

Sarkowski 1258. – Lasner 105 c. – Schauer II, 1

508  Insel Verlag – Oscar Wilde. Salome.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

Tragödie in einem Akte. Ins Deutsche übertragen von Hedwig Lachmann. Mit fünfzehn Zeichnungen von Aubrey Beardsley. Leipzig, Insel 1907. Mit elf blattgroßen, rückseitig unbedruckten Illustrationen sowie dem illustrierten Doppeltitel, einer illustrierten Bordüre und einer Schlussvignette. Flexibler brauner Originalwildlederband mit grün-goldenem Lederdeckelschild und grünen Seidenspiegeln.

Eins von 100 Vorzugsexemplaren auf Japan (Gesamtauflage 825). – Wohl kaum ein anderes Illustrationswerk Beardsleys hat so zu seinem Ruhm beigetragen wie die unzählige Male nachgedruckte »Salome«. Nachdem die Bilder 1893 in »The Studio« erschienen waren, wurden sie vom Zensor beanstandet und fanden in England keinen Verleger. – 1903 erschien »Salome« bereits ein erstes Mal im Insel-Verlag, illustriert von Marcus Behmer.

27,5 : 21,3 cm. [10], 65, [5] Seiten. – Die Originalkassette durch eine Halbleinenkassette ersetzt. – Das Vorsatzblatt unten leicht berieben, vereinzelte Blätter mit winzigen Stockflecken im Rand.

Sarkowski 1914. – Lasner 59 J. – Papiergesänge 18

509  Insel Verlag – Clemens Brentano. Gockel Hinkel Gackeleia.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Märchen wiedererzählt von Clemens Brentano. Leipzig, Insel 1905. Mit Buchschmuck von Friedrich Wilhelm Kleukens und 15 Tafeln nach den Lithographien der Originalausgabe. Olivgrüner Originalkalblederband mit reicher Rückenvergoldung, vergoldeter und rot-intarsierter Deckelvignette und Kopfschnittvergoldung. Im Originalschuber mit Rückenschildern.

Eins von 300 Exemplaren. – Neudruck der Originalausgabe von 1838, mit einem Nachwort von Franz Deibel. – Auf Bütten. – Doppeltitel, Zueignung, Buchschmuck und Einbandentwurf von Friedrich Wilhelm Kleukens. Es war seine erste Arbeit für den Insel-Verlag. »Dass der Illustrationsauftrag […] an F. W. Kleukens ging, hing sicherlich mit der außerordentlichen Qualität von Tierzeichnungen zusammen, die Kleukens bekannt gemacht hatte.« (Theo Neteler, in: Die Pressen der Brüder Kleukens, Stuttgart 2015, S. 6f.). – Die Lithographien der Originalausgabe nach Entwürfen von Clemens Brentano wurden hier im Lichtdruck reproduziert.

22,1 : 15,0 cm. [4], 378, [2] Seiten, 15 Tafeln. – Einband etwas verblasst. Ränder etwas berieben, beide Deckel mit Kratzern.

Sarkowski 221

510  Insel Verlag – Hugo von Hofmannsthal. Der weiße Fächer.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

Ein Zwischenspiel. Mit vier Holzschnitten von Edward Gordon Craig. Leipzig, Insel 1907. Mit vier ganzseitigen Holzschnitten. Originalpergamentband mit fliederfarbenen Seidenvorsätzen, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. In Originalwildseidenkassette.

Erste Buchausgabe. – Eins von 50 Vorzugsexemplaren auf Japan (Gesamtauflage 800). – Druck in Gelb und Schwarz. – 1904 hatte Craig auf einer Deutschlandreise Harry Graf Kessler kennengelernt. Die Bühnenbild-Holzschnitte des Dramatikers, Theaterreformers und Graphikers regten Kessler später zu einer Hamlet-Ausgabe mit Holzschnitten Craigs an. Die Planungen begannen schon 1910, das Buch der Cranach-Presse erschien aber erst zwanzig Jahre später. – Tadellos schönes Exemplar der seltenen Vorzugsausgabe, hier auch die empfindliche Seidenkassette mit in der Farbe der Vorsatzpapiere eingeprägten Vignetten »HvH«, »EGC« und »I.V« perfekt erhalten.

35,0 : 25,8 cm. [36] Seiten.

Houghton Library Catalogue 760. – Sarkowski 776 VA

511  Insel Verlag – Stephan Phillips. Marpessa.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Deutsche Umdichtung von Gustav Noll. Leipzig, Insel 1904. Mit Doppeltitel und Initiale, illustriert und ornamentiert von Walter Tiemann. Originalpergamentband. Vorderdeckelverzierungen, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 300 nummerierten Exemplaren. – Auf Japan. – Mit der überbordenden floralen Ornamentik des Doppeltitels und der Rosen pflückenden Marpessa als Titelbild verband Walter Tiemann die englischen Vorbilder eines Edward Burne-Jones mit Elementen des Jugendstils. – Zwei Titelzeilen und die Initiale wurden in Rot gedruckt. – Schönes Exemplar dieses oft unterbewerteten Kleinods deutscher Buchkunst.

16,1 : 12,3 cm. 41, [3] Seiten. – Vorderer Innendeckel mit leichten Klebespuren. – Falz beim Vorblatt mit Abklatsch des Lesebändchens.

Sarkowski 1245 »Stephen [nicht Stephan!]«

512  Insel Verlag – Walter Tiemann. Geschichte der Abderiten.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Tuschzeichnung und zweifarbige Kalligraphie. 1907. Ca. 11 : 6 cm. Zwei Blätter, eins monogrammiert und datiert.

Aus dem Nachlass eines Mitarbeiters des Künstlers. – Originalvorlagen für den Doppeltitel zum dritten Band (»Geschichte der Abderiten«) von Wielands »Ausgewählten Werken«, alle drei Bände zierte ein Doppeltitel von Tiemann. – Für den Druck vorbereitet mit einigen zarten Deckweiß-Korrekturen. Die Ausgabe erschien 1905–1907 im Insel Verlag (Sarkowski 1903). – Dazu: Walter Tiemann. Die Gedichte und kleinen Dramen von Hugo von Hofmannsthal. Zweifarbige Kalligraphie. 1911/1912. 16,2 : 9,7 cm. Monogrammiert. In Schwarz und Rot auf Karton. Entwurf für das Titelblatt der 1912 im Insel Verlag erschienenen Ausgabe.

513  Insel-Bücherei – Philipp Otto Runge. Von dem Fischer un syner Fru.

Schätzpreis/Estimate: € 180 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 120 ( R7 )

Ein Märchen. [Leipzig, Insel ohne Jahr]. Mit sieben Illustrationen nach Radierungen von Marcus Behmer. Privater Halbpergamentband mit kalligraphiertem Rückentitel und Marmorpapierbezügen.

IB 315 [1A]. – Nach der Originalausgabe von 1914. – Der Insel-Klassiker in hübschem unikatem Einband.

18,1 : 12,0 cm. 24, [6] Seiten. – Deckelränder gebräunt.

514  Insel-Bücherei – 24 Lederausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 750

Frankfurt am Main und Berlin, Insel 1992–2017. Farbige Originallederbände mit Blind- und Goldprägung, einige im Originalschuber.

Vollständige Reihe aller 24 Lederausgaben, die seit 1999 erschienen. Mit Band-Nummer 1003 kehrte der Verlag zu dieser Tradition seiner Frühzeit zurück. Von ausgewählten Bändchen wurden je 500–800 Exemplare mit neu gesetztem Druckvermerk von Christiane Hiemenz in farbiges Leder mit goldgeprägtem Rückentitel gebunden. Die Vorderdeckel zierte meist eine blind- oder goldgeprägte Vignette. 2017 stellte der Verlag diese Sonderausgaben wieder ein, so dass hier ein abgeschlossener, vollständiger Satz in tadelloser Erhaltung vorliegt. – IB 1003 [2B]: Vergil/Maillol, Hirtengedichte. – 1031 [2]: Balzac/Picasso, Das unbekannte Meisterwerk. – 1137: Verlaine/Wulff, Ausgewählte Gedichte. – 1150: Rilke/Okun, Wie soll ich meine Seele halten. – 1151: Apollinaire, Bestiarium. – 1175: Heine/Kietz, Neue Melodien spiel ich. – 1188: Unseld, Goethe und der Gingko. – 1212: Hesse, Wege nach Innen. – 1225: Chamisso/Hirsch, Peter Schlemihl. – 1235: Michelangelo Buonarroti, 42 Sonette. – 1245: Pindar/Picasso, Achte Pythische Ode. – 1255: Joyce/Paladino, Ulysses. – 1260: Büchner/Heisig, Woyzeck. – 1270: Traxler, Mein Morgenstern. – 1287: Vogeler, An den Frühling. – 1293: Seemann, Die Anna Amalia Bibliothek. – 1308: Grünbein, Lob des Taifuns. – 1323: Tellkamp, Reise zur blauen Stadt. – 1337: Ein rabenschwarzer Schnee, Hirsch/Simm. – 1383: Lewitscharoff/Meckseper, Pong redivivus. – 1401: Aristophanes/Picasso, Lysistrate. – 1409: Merck, Literarische Briefe. – 1421: Luther/Triegel, Tischreden. – 1437: Lewitscharoff/Meckseper, Pong am Ereignishorizont.

18,5 : 12,0 cm.

515  Insel-Bücherei – Hermann Hesse. Wege nach Innen.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Zuschlag/Hammerprice: € 220

25 Gedichte. Ausgewählt und mit einem Nachwort versehen von Siegfried Unseld. Frankfurt am Main, Suhrkamp 2003. Mit zwölf ganzseitigen farbigen Illustrationen nach Aquarellen von Hermann Hesse und zwölf Faksimileseiten seiner Manuskripte. Dunkelgrüner Originallederband im Schuber, Rückentitel und Deckelvignette goldgeprägt.

Einmalige, unnummerierte Sonderausgabe von Insel-Bändchen 1212 für den Suhrkamp Verlag. – Tadellos. – Dazu zwei IB-Vorzugsausgaben mit Illustrationen nach Holzstichen von Karl-Georg Hirsch: IB 1165: Norbert Elias. Die Ballade vom Armen Jakob. Frankfurt am Main 1996. Originalhalbleinenband im Schuber. Eins von 900 Exemplaren mit einem beigelegten signierten Holzstich. – IB 1350: Rainer Maria Rilke. Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke. Berlin, Insel 2012. Originalpappband. Eins von 650 Exemplaren in Kleisterpapier von Gisela Reschke gebunden. Im Druckvermerk von Karl-Georg Hirsch illustriert.

18,3 : 12,0 cm. 74, [6] Seiten.

516  Insel-Bücherei – Goethes schönste Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 340

Herausgegeben von Jochen Schmidt. Leipzig, Insel 2018. Farbig illustrierter Originalpappband.

Insel-Bücherei 1013, 20. Auflage. – IB-Sonderausgabe von Karl-Georg Hirsch, von ihm durch drei signierte graphische Beigaben »getrüffelt« und nicht im Handel. – Eins von 25 römisch nummerierten Exemplaren mit der Kugelschreiberzeichnung »Dem aufgehenden Monde«, dem dreifarbigen Holzstich »zu ›Mailied‹, von J. W. Goethe« und einer Bleistiftzeichnung auf dem Vortitelblatt.

18,5 : 12,0 cm. 59, [5] Seiten.

517  Georg Müller Verlag – [Jean Anthelme] Brillat-Savarin. Physiologie des Geschmacks

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 260

oder Betrachtungen über transzendentale Gastronomie. Erster [und] Zweiter Band. München, Georg Müller 1913. Marmorierte Originalkalblederbände mit Rücken-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung.

Gastrosophische Bücherei, herausgegeben von Heinrich Conrad, Band 1 und 2. – Der französische Schriftsteller und Gastrosoph widmete sein Hauptwerk, ein Kompendium literarischen, philosophischen und leiblichen Genusses, als »Theoretisches, historisches und zeitgenössisches Werk allen Pariser Feinschmeckern«. Zu den zahlreichen Aphorismen, die von ihm überliefert sind, zählt »Sag mir, was du isst, und ich sag dir, wer du bist«.

19,3 : 14,0 cm. [2], XIV, [2], 291, [1] Seiten; [4], 323, [3] Seiten.

Fromm 4122

518  Georg Müller Verlag – 14 bibliophile Ausgaben des Verlags.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

München 1906–1922. Teils mit Illustrationen. Alle in Originaleinbänden.

Französische Autoren: Franz Rabelais. Gargantua und Pantagruel. 1911. Zwei Bände. Halbleder. – Margarete von Valois. Erinnerungen. 1913. Halbleder. – Honoré de Balzac. Die Kunst, seine Schulden zu zahlen und Eine Theorie des Ganges. 1913. Drei Bände. Halbleder. – Alexandre Dumas. Stille und bunte Welt. 1913. Drei Bände. Ganzleder. Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten. – Dulaurens. Gevatter Matthies oder die Ausschweifungen des menschlichen Geistes. 1918. Zwei Bände. Ganzleder. – Tallemant de Réaux. Geschichten. 1913. Zwei Bände. Halbleder.
Renaissance-Novellen: Poggio Fiorentino. Die Facezien. 1906. Privatdruck. Pergament. – Franco Sacchetti. 1907. Drei Bände. Halbpergament. – Liebesnovellen. 1919. Halbleder. – Das Brevier des Kardinals. 1920. Die Werkstatt der Liebe, fünfter Band. Mit Holzschnitten von Eduard Ege.
Illustrierte Ausgaben: Andreas Schreiber. Die Seltsamkeiten Lord Nightingales. 1920. Mit Kupfern von W. Thöny. Halbleder. Eins von 275 Exemplaren. – Jules Amédée Barbey d’Aurevilly. Teufelskinder. 1921. Mit Illustrationen von Alfred Kubin. Halbleder. – Musaios. Weise von Hero und Leander. 1922. Mit Steinzeichnungen von Erich Stephani. Halbleder. Eins von 380 Exemplaren. – Dazu: Otto Julius Bierbaum. Das seidene Buch. Neue, stark veränderte Ausgabe. 1911. Seideneinband.

Meist gut erhalten, einige Rücken etwas gebräunt. – Nicht kollationiert, kein Rückgaberecht.

519  Nonesuch Press – Miguel de Cervantes Saavedra. Don Quixote

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 300

de la Mancha. Motteux’ Translation […] Reprinted with twenty-one Illustrations by E. McKnight Kauffer. Volume I [and] II. London, Nonesuch Press 1930. Mit 21 farbigen Heliogravüren. Hellbraune Originialmaroquinbände mit Rückenschildern. Im Originalschuber.

Eins von 900 Exemplaren (Gesamtauflage 1475, davon 575 für Random House, USA). – Auf handgeschöpftem Casinensis-Papier. – Dieser schöne Druck stützt sich auf die siebte Ausgabe von 1743 mit Erläuterungen von John Ozell. – Der Buchillustrator Edward McKnight Kauffer (1891–1954) ursprünglich Maler, war hauptsächlich als Plakat- und Werbedesigner tätig. Seine Verbindungen zur künstlerischen Avantgarde in Frankreich und Großbritannien brachten ihn in den 1930er Jahren an die Spitze der Entwicklung der visuellen Sprache der Werbung. – Die Nonesuch Press wurde 1923 von Francis Meynell, dessen Ehefrau Vera Mendel und David Garnett gegründet. Man betrieb die Handpresse in den Kellerräumen der Birrell & Garnett-Buchhandlung in London mit der Absicht, Bücher »für diejenigen unter Sammlern zu machen, die die Bücher auch zum Lesen nutzen«.

23,3 : 15,0 cm. IX, [1], 501, [2]; VI, 548, [2] Seiten; 21 Gravüren. – Rücken leicht verfärbt.

Ransom 171, 70

520  Oltner Bücherfreunde – Hans Carossa. Aufzeichnungen aus Italien.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Sommer 1946. Olten 1946. Mit zwei doppelblattgroßen Illustrationen von Gunter Böhmer. Originalmaroquinband mit Vergoldung und Blindprägung sowie Wildseidenspiegeln und -vorsätzen. Im Schuber mit Lederkanten (Hugo Boss, Zürich).

31. Veröffentlichung der VOB. – Erste Ausgabe. – Eins von 15 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe im Maroquineinband, gedruckt auf spanisches Bütten »Guarro Molivell« (Gesamtauflage 1450). – Auf dem Vortitelblatt vom Dichter signiert. – Enthält vier Erzählungen Carossas: »Stunden in Padua«, »Erinnerungen an Ravenna«, »Intimes Rom« und »Ausflug nach Ischia«; die beiden Zeichnungen Böhmers mit einer Ansicht Florenz’ und einer toskanischen Landschaft. – Eine der seltensten Vorzugsausgaben der VOB-Reihe.

19,3 : 14,5 cm. 145, [3] Seiten, 2 Doppelblätter. – Ein Bund mit winziger Schabstelle. – Ein leeres Vorblatt leicht geknickt.

Rysavy, Böhmer 54

521  Oltner Bücherfreunde – Emanuel Stickelberger. Neue Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 190

Olten 1947. Rotbrauner Originaloasenziegenlederband im Schuber mit Lederkanten; Titel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet, Wildseidenspiegel und -vorsätze (Hugo Boss, Zürich).

35. Veröffentlichung der VOB. – Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe im Maroquineinband, gedruckt auf spanisches Bütten »Guarro Molivell« (Gesamtauflage 1450) und mit dem eigenhändigen und signierten Gedicht »Leuchtender Ginster« auf dem Vortitelblatt. – Selten und tadellos erhalten.

19,2 : 13,3 cm. 64, [8] Seiten.

522  Oltner Bücherfreunde – Friedrich Dürrenmatt. Pilatus.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 850

Olten 1949. Originalhalblederband mit Batik-Modeldruck-Buntpapier; Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber (Werkstatt Hugo Boss, Zürich).

42. Veröffentlichung der VOB. – Erste Ausgabe des zweiten selbständigen Buchs des Dichters. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe, vom Dichter auf dem Vortitel signiert und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 500). – Tadellos schönes Exemplar der frühen Dürrenmatt-Veröffentlichung.

19,4 : 13,8 cm. 45, [3] Seiten.

523  Oltner Bücherfreunde – Paul Alverdes. Mozart.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 230

Olten 1949. Orangefarbener Originaloasenziegenlederband im Schuber mit Lederkanten; Fileten, Fleurons, Rückentitel, Stehkanten und Kopfschnitt vergoldet (Werkstatt Willy Schaffner, Rheinfelden).

43. Veröffentlichung der VOB. – Eins von 32 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe in Ganzleder und mit einem eigenhändigen signierten Textzitat des Dichters (Gesamtauflage 633). – Auf glattem Zerkall-Bütten. – Der Text »Zum Andenken Mozarts am 150. Todestage« entspricht wohl der Fassung von 1941. – Sehr schönes Exemplar.

19,4 : 14,0 cm. [6], 47, [7] Seiten. – Rücken minimal aufgehellt.

524  Oltner Bücherfreunde – Rudolf Kassner. Die Agonie Platons.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Olten 1950. Schwarzer Originalmaroquinband im Schuber mit Lederkanten; Fileten, Titel, Stehkantenbordüren und Kopfschnitt vergoldet (Willy Schaffner, Rheinfelden).

48. Veröffentlichung der VOB. – Erste Ausgabe. – Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe. – Auf dem Vortitel vom Dichter signiert, auf dem Folgeblatt ein eigenhändiges und signiertes Zitat Kassners »Wenn wirklich der Wille zur Macht der Grund der Dinge wäre, das Principium des Weltlaufs, so müsste das so viel bedeuten, wie dass wir nichts anderes wären als Haut, Oberfläche […] Ist damit nicht gesagt, dass alles Innerste, Letzte nur Gnade sein kann?« – Auf Zerkall-Bütten. – Tadellos.

19,2 : 13,8 cm. 68, [4] Seiten.

525  Oltner Bücherfreunde – Albert Schweitzer. Aus meiner Kindheit und Jugendzeit.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Olten 1952. Roter Originalnigerlederband im Schuber mit Lederkanten; blindgeprägte Fileten, Titel und Kopfschnitt vergoldet (Werkstatt Willy Schaffner, Rheinfelden).

53. Veröffentlichung der VOB. – Eins von 40 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten, vom Verfasser auf dem Vortitelblatt signierten Vorzugsausgabe in Ganzleder. – Die erste Ausgabe erschien kurz zuvor im Beck Verlag.

20,3 : 12,7 cm. [4], 95, [5] Seiten. – Rücken etwas verfärbt.

526  Oltner Bücherfreunde – Hermann Hesse. Freunde.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Erzählung. Olten 1957. Mit einer Titelzeichnung von Gunter Böhmer. Originalhalbsaffianlederband mit Batik-Modeldruck-Bezugspapier (Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber.

75. Publikation der Oltner Bücherfreunde. – Erste Ausgabe. – Eins von 150 Exemplaren der signierten Vorzugsausgabe in Halbleder (Gesamtauflage 850). – Druck auf Zerkall-Bütten.

20,4 : 13,0 cm. [2], 106, [4] Seiten. – Rücken verblasst und minimal fleckig.

Mileck II, 123. – Rysawy 99

527  Oltner Bücherfreunde – Hermann Hesse. Bericht an die Freunde. Letzte Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Olten 1960. Brauner Originalecrasélederband mit vergoldeten und schwarzgeprägten Filetenmustern im Schuber mit Lederkanten; Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet (Hugo Peller, Solothurn).

85. Veröffentlichung der VOB. – Erste Ausgabe dieser Zusammenstellung. – Eins von 60 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe mit einem eigenhändigen und signierten Textzitat des Dichters auf dem Vorblatt: »Dem Meng Hsiä wurde erzählt, es habe ein junger Literat ihn in einem Pamphlet grimmig verhöhnt. […]« (Gesamtauflage 785). – Auf Zerkall-Bütten. – In der Vorzugsausgabe sehr selten.

20,3 : 12,8 cm. [2], 49, [5] Seiten. – Rücken verblasst und minimal berieben.

Mileck II, 132

528  Oltner Bücherfreunde – Rudolf Hagelstange. Das Lied der Muschel. – Reise nach Katmandu.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Mit Zeichnungen von Helmut Bibow. Olten 1958 und 1962. Zwei Originalhalblederbände mit Batik-Modeldruck-Buntpapier; Rückentitel und -verzierung, sowie Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber (Werkstatt Hugo Peller, Solothurn).

78. und 97. Veröffentlichung der VOB. – Eins von 125 bzw. 115 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgaben, in Halbleder gebunden und vom Dichter signiert (Gesamtauflagen 601 bzw. 636). – Auf Zerkall-Bütten.

20,3 : 12,8 cm. 71, [3] bzw. 79, [5] Seiten. – Rücken etwas verblasst.

529  Oltner Bücherfreunde – Fünf Publikationen.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Olten 1958–1969. Originalhalblederbände mit Buntpapierbezügen, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. In Schubern.

I. 77. Veröffentlichung. Rudolf Alexander Schröder. Heimat. 1958. – II. 80. Veröffentlichung. Gotthard Jedlicka. Ein spanisches Bettelmädchen. 1958. – III. 82. Veröffentlichung. Fritz Ernst. Erinnerungen und Dank. 1959. – IV. 98. Veröffentlichung. May Rychner. Lennartz. Erinnerungen an einen Arzt. 1963. – V. 18. Oltner Liebhaberdruck. Fritz Usinger. Das unwahrscheinliche Glück. 1969. – Je eins von etwa 120 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe, vom Autor signiert und in Halbleder gebunden.

20,3 : 12,8 cm. – V ohne Schuber.

530  Hans Heinrich Tillgner – Das Prisma – Charles Dickens. Londoner Bilder.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Mit Steinzeichnungen von Rahel Szalit-Marcus. Berlin, Hans Heinrich Tillgner 1923. Mit 15 Lithographien, davon sechs blattgroß und signiert, und einem lithographierten Titelbild. Brauner Originalmaroquinband. Rückentitel, Deckelvignette, Deckel- und Innenkantenbordüren vergoldet (signiert: Wübben & Co., Berlin).

Fünfter Band der Reihe »Das Prisma«. – Eins von 100 Vorzugsexemplaren mit den signierten Lithographien, auf Bütten gedruckt und in Leder gebunden. Darüber hinaus erschienen (laut Sennewald) ungefähr 200 Exemplare der Normalausgabe. – Der Band vereint die Erzählungen »Eine Dampferfahrt«, »Familie Tuggs in Ramsgate« und »Das Boardinghaus«, übersetzt von Ernst Sander. – Die jüdische Künstlerin Rahel Szalit-Marcus wurde 1894 in Litauen geboren. Nach Studien in München ging sie 1919 nach Berlin, stellte in der Berliner Sezession aus und wurde Mitglied der Novembergruppe. Nach Machtergreifung der Nationalsozialisten floh sie nach Frankreich, wurde jedoch 1942 verhaftet und starb kurz darauf in einem Konzentrationslager. – Schönes Exemplar der seltenen Vorzugsausgabe.

27,5 : 18,3 cm. [4], 109, [5] Seiten. – Minimal lichtrandig, hintere Oberkante mit Schabstelle.

Sennewald 23, 1 und I, 5

531  Hans von Weber – Aubrey Beardsley. Die Geschichte von Venus und Tannhäuser,

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 2200

worein gewebt ist eine genaue Beschreibung der Sitten am Hofstaate der Frau Venus […] woran die Abenteuer Tannhäusers daselbst […] geschlossen sind. Eine romantische Novelle. München, Hans von Weber [1909]. Flexibler Originalpergamentband mit grün-goldener Lederintarsie und Kopfgoldschnitt (Carl Sonntag jun., Leipzig). In Halbleinenkassette mit Japanbezügen.

Erste deutsche Ausgabe. – Exemplar 2 von 246 »für einen privaten Kreis von Subskribenten« (Druckvermerk), hier zusätzlich mit dem handschriftlichen Zusatz »Privatexemplar des Verlegers«. – Gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig, in Braun, Rot und Grau auf Bütten. – »In entzückender Ausstattung hergestellt. Die Auflage ist bereits vergriffen und die im Handel vorkommenden Exemplare […] steigen sicher wesentlich noch im Preise« (Hayn/Gotendorf). – Aubrey Beardsley (1872–1998) arbeitete bis 1892 als Angestellter einer englischen Versicherungsgesellschaft. Für die Zeitschrift »The Yellow Book« fertigte er zahlreiche Zeichnungen in Tusche, die als Strichätzungen reproduziert wurden. Die Originalausgabe seiner einzigen unvollendeten Prosaarbeit erschien 1907 in kleiner Auflage als Privatdruck in London mit 250 Exemplaren. – Aus dem Besitz Hans von Webers. – Beilage: Bücherzettel des Verlages mit handschriftlichen Notizen zur Ausgabe und zum Verbleib von zwölf Exemplaren, darunter »5. Ex. […] am 22.12.16 an E[mil] Hirsch | 1 Ex. o. Nummer | 6 Ex. m. d. Verm. ›Handex. d. Verf.‹ [sic!] od. ›unverkäufl. Priv.Ex.‹« – Tadellos schön, druckfrisch und unbeschnitten.

24,4 : 18,5 cm. [16], 64, [4] Seiten.

Hayn/Gotendorf VII, 527 f

532  Dreiangeldrucke – Gottfried August Bürger. G. A. Bürger. Balladen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Mit Ursteindrucken von Franz Kolbrand. München, Hans von Weber 1919. Mit zahlreichen Lithographien von Franz Kolbrand im Text, davon sieben ganzseitig. Halblederband mit vergoldetem Titel und Kopfgoldschnitt (signiert: Otto Dorfner, Weimar). In Halbleinenkassette.

Neunter Dreiangeldruck. – Exemplar der ungezählten Ausgabe, etwa 80 Exemplare wurden auf Van Gelder-Velin gedruckt. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher. – Eleganter Handeinband von Otto Dorfner: Schwarzer Kalblederrücken mit vergoldetem Titel, rote Marmorpapierbezüge und blaue Schmuckkanten. – Tadellos erhalten.

24,0 : 18,0 cm. [4], 131, [1] Seiten.

Rodenberg 417, 9

533  Zilverdistel – Leopold Andrian. Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Haarlem, De Zilverdistel 1913. Originalbroschur in -umschlag mit Titelschild.

Erste Ausgabe. – Eins von 150 Exemplaren. – Gedruckt bei Johannes Enschedé en Zonen. – Die Gedichte wurden sämtlich in der selben Zeit wie »Der Garten der Erkenntnis« geschrieben.

19,4 : 15,2 cm. 28, [4] Seiten. – Titelschild, erste und letzte Blätter mit einigen kleinen Stockflecken.

Landmann (George) S. 371

534  Zürcher Drucke – Ein hübsch Spiel, gehalten zu Ury in der Eydgnoßschafft

Schätzpreis/Estimate: € 100

Zuschlag/Hammerprice: € 200

von Wilhelm Thellen ihrem Landmann und ersten Eydgenossen. Zürich, Gebrüder Fretz 1926. Mit 13 kolorierten Holzschnittvignetten von Willi Harwerth. Cremefarbener Originalschweinslederband mit kolorierter Deckelvignette, Originalschutzumschlag und Originalkassette mit Deckelschild.

Fünfter Zürcher Druck. – Das erste von 950 nummerierten Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten.

23,3 : 15,2 cm. [8], 32, [8] Seiten. – Kassettenkanten etwas berieben, sonst sehr schön.

535  Valerio Adami – Helmut Heißenbüttel. Das Reich. Gelegenheitsgedicht Nr. 27.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

10 Lektionen über Das Reich. München, Studio Bruckmann 1974. Mit zehn Farbserigraphien von Valerio Adami. Originalleinenband und -schutzumschlag, beide illustriert. In Originalleinenkassette.

Erste Ausgabe. – Eins von 450 Exemplaren. – Von Verfasser und Künstler signiert. – Auf grauem Bütten, die Serigraphien auf Alt-Cleve-Bütten. – Als Blockbuch gebunden. – Heißenbüttels Text wird von den zehn großformatigen Serigraphien in leuchtender Farbigkeit illustriert. Sie sind betitelt: Nietzsches Schreibmaschine. – Bismarck/Wilhelm II. – Liebknecht. – Balkanexpress. – Das Lied (So lange noch unter’n Linden). – Spartakusbund. – Kriegsende (1918). – Rapallo. – Hindenburg. – Weiße Rose. – Text und Graphikfolge weisen den geistigen und real-politischen Weg von Nietzsches »Willen zur Macht« in die Katastrophe des Dritten Reiches. – Text in deutscher Sprache und französischer Übersetzung von Louis Fessard, im Anhang in englischer Übersetzung von Thomas Bourke.

51,0 : 42,5 cm. [32] Seiten. – Schutzumschlag mit kleinem Einriss.

536  E[gon] A[dler]. Das entdeckte Karlsbad.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Privatdruck. [Karlsbad, Walther Heinisch] 1925. Mit 32 ganzseitigen Illustrationen nach Zeichnungen Adlers. Senffarbener Halblederband mit blindgeprägtem Rückentitel und grünen Kleisterpapierbezügen.

Erste und einzige Ausgabe. – Auf Velin. – Exemplar »IV« der Vorzugsausgabe (ohne Nennung einer Auflagenhöhe) mit eingedruckter Dedikation »hergestellt für Herrn Verlagsbuchhändler und Antiquar Lothar Hempe Weimar«. – Der unsignierte Einband könnte aus der Werkstatt Otto Dorfners stammen. – Sehr selten, WorldCat listet nur je ein Exemplar in der Deutschen Bücherei Leipzig und in der Bayerischen Staatsbibliothek. – Egon Adler (1892–1963) stellte u. a. 1912 und 1913 in Waldens Sturm-Galerie aus. Else Lasker-Schüler lobte ihn 1913 im »Pan«. – Das Buch enthält 32 karikierende Zeichnungen Adlers mit Prototypen der damaligen Gesellschaft, beobachtet nicht nur in seiner Heimatstadt Karlsbad, jede mit begleitendem Text. Sehen wir nicht in dem Paar »Herr und Hund« Thomas Mann? – 1933 verließ Adler Deutschland und ging nach einigen Jahren in Karlsbad 1938 über die Schweiz und Spanien ins Exil in die USA. – Schönes Exemplar.

25,8 : 20,0 cm. 84 Seiten. – Einbandkanten leicht berieben.

537  Alastair. Carmen: Fin.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Farbige Tuschen und Goldbronze. Um 1910. 30,5 : 22,7 cm. Rückseitig signiert und betitelt.

In roter und schwarzer Tusche und Carmens Kleid prächtig mit Gold gehöht. – Auf bräunlichem, feingeripptem Bütten. – Erste Carmen-Zeichnungen Alastairs wurden 1913 in der Londoner Dowdeswell Gallery gezeigt. In der Buchausgabe (Zürich 1920, mit zwölf Tafeln nach Zeichnungen) ist diese Fassung der dramatischen Szene, als José den Dolch zückend vor Carmen tritt, nicht enthalten. – Sehr gut erhalten. – Ehemals Schweizer Privatsammlung.
Hinter dem Pseudonym Alastair verbirgt sich der deutsche Künstler Hans-Henning von Voigt (1887?–1969), um dessen Herkunft und Jugend sich allerlei Gerüchte ranken. So galt er einem Vertrauten seiner letzten Lebensjahrzehnte als illegitimer Sohn des englischen Königs Eduard VII. und einer spanischen Sängerin russisch-jüdischer Herkunft. Offiziell wurde er als Sohn eines in Karlsruhe lebenden preußischen Offiziers geboren, wobei gemutmaßt wird, er habe lediglich die Identität eines verstorbenen Sohnes dieser Familie angenommen. Etwa 1907–1910 trat er, verbunden mit großem Aufsehen, in nahezu allen europäischen Metropolen auf die künstlerische Bühne und hatte mehrere sehr erfolgreiche Ausstellungen. 1912 nahm er Kontakt zu dem Beardsley-Verleger John Lane auf.

538  Alastair. Sechs kolorierte Tafeln nach Zeichnungen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 460

Ohne Ort, ohne Jahr.

Ohne Auflagenvermerk, wohl um 1925 entstanden. – Die Schwarzpartien wurden gedruckt, die meisten farbigen Details und Akzente koloriert. – Auf verschiedenen Büttenpapieren, diese auf großformatige schwarze Kartonblätter montiert. – Lose in schwarze Leinenmappe mit silbergeprägtem Künstlernamen und dem Monogramm-Logo »ERV«. – Bibliographisch nicht nachweisbar.

64 : 48 cm (Mappe). – Mappe etwas berieben.

539  Alastair – Fifty Drawings.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 250

With an Introduction by Carl van Vechten. New York, Alfred A. Knopf 1925. Schwarz-goldener Originalhalbleinenband.

Eins von 975 Exemplaren. – Auf festem Van Gelder-Bütten. – Hinter dem Pseudonym Alastair verbirgt sich der deutsche Künstler Hans-Henning von Voigt (1887?–1969), um dessen Herkunft und Jugend sich allerlei Gerüchte ranken. So galt er einem Vertrauten seiner letzten Lebensjahrzehnte als illegitimer Sohn des englischen Königs Eduard VII. und einer spanischen Sängerin russisch-jüdischer Herkunft. Offiziell wurde er als Sohn eines in Karlsruhe lebenden preußischen Offiziers geboren, wobei gemutmaßt wird, er habe lediglich die Identität eines verstorbenen Sohnes dieser Familie angenommen. Etwa 1907–1910 trat er, verbunden mit großem Aufsehen, in nahezu allen europäischen Metropolen auf die künstlerische Bühne und hatte mehrere sehr erfolgreiche Ausstellungen. 1912 nahm er Kontakt zu dem Beardsley-Verleger John Lane auf. – Textdruck auf der Presse von Harold Curwen in London, die Lichtdrucktafeln wurden bei Charles Wittingham & Griggs, London, gedruckt. – Der Band vereint Alastairs Zeichnungen zu Oscar Wildes »Salome«, Sardous »Tosca«, Dumas’ »Kameliendame«, Wedekinds »Erdgeist«, Mozarts »Zauberflöte«, Flauberts »St. Anthony« und »The blind Bow-Boy« von Carl von Vechten. – Schönes, unbeschnittenes Exemplar.

33,0 : 26,0 cm. 4 Blätter Text, 50, teils farbige Tafeln, 50 Zwischenblätter mit Bildtiteln. – Eine Deckelkante minimal bestoßen, Rücken schwach berieben.

540  Alastair – Forty-three Drawings.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 250

With a Note of Exclamation by Robert Ross. London und New York, John Lane 1944. 43 teils farbige Illustrationen auf Tafeln. Cremefarbener Originalleinenband mit vergoldeter Deckelillustration.

Eins von 500 Exemplaren. – Auf Aldwych-Bütten.

29,5 : 22,5 cm. [2], XXXII, [2] Seiten, 43 Tafeln.

541  Alastair – Walter Pater. Sebastian van Storck.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Mit acht Zeichnungen von Alastair. Wien, Avalun 1924. Mit acht Farblithographien nach Zeichnungen, davon sieben signiert. Originalpappband mit montiertem Deckelschild.

Eins von 480 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert, hier auch sieben der acht Tafeln signiert. – Der Text in der Übersetzung von Felix Hübel. – Druck bei Poeschel & Trepte, Leipzig, auf Velin. – »Walter Pater, der unendlich häßliche Mann mit der grenzenlosen Leidenschaft für die Schönheit, der Décadent, der die ganze Manier des Oscar Wilde antizipierte, der Ästhet, der mit Worten so zeichnete, wie seine Freunde, die Praeraffaeliten, es mit dem Stift taten, imaginierte in seinen Porträts Gestalten des Übergangs, des Untergangs, vorzüglich in Schönheit. Sebastian van Storck, fein hineinskizziert in das 17. Jahrhundert einer holländischen Winterszene von Adrian van Velde oder Isaak van Ostade, ist ein junger begabter Patriziersohn, der Liebe und Leben flieht und dabei einen frühen Tod stirbt.« (Petra Kipphoff, Die Zeit, 22.2.1974).

32,3 : 25,3 cm. [8], 42, [6] Seiten. – Kanten leicht berieben, obere Ecke etwas gestaucht.

542  Alastair – Walter Pater. Sebastian van Storck.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 220

With eight Illustrations in Colour by Alastair and an Introduction by P. G. Konody. London, John Lane, und New York, Dodd, Mead and Co. 1927. Mit acht farbigen Tafeln, eine davon signiert. Illustrierter Originalleinenband mit vergoldeten Titeln.

Eins von 1050 Exemplaren. – Tafel V signiert. – Auf Velin. – Sehr schönes Exemplar. – 1912 nahm Alastair Kontakt zu dem Beardsley-Verleger John Lane auf. Sein Stil wurde stark von Beardsley beeinflusst, wobei er sehr viel stärker die Zeichnung der Fläche als die Feinheit der Linie beherrschte.

32,5 : 26,5 cm. 67 Seiten, 8 Tafeln.

543  Alastair – Prévost. Manon Lescaut.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Translated from the French by D. C. Moylan. With eleven Illustrations by Alastair and an Introduction by Arthur Symons. London, John Lane und New York, Dodd, Mead and Co. 1928. Mit elf Farbtafeln. Originalleinenband mit illustriertem Originalschutzumschlag.

Eins von 850 Exemplaren. – Auf Velin. – Breitrandiges Exemplar, tadellos erhalten.

32,5 : 27,0 cm. XXXV, [1], 196, [4] Seiten, 11 Tafeln. – Schutzumschlag leicht angestaubt.

544  Alastair – Oscar Wilde. The Sphinx.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 650

Illustrated and decorated by Alastair. London und New York, John Lane 1920. Mit zehn und zwei zusätzlichen farbigen Tafeln und zwölf farbigen Initialen. Illustrierter Originalleinenband mit Goldprägung.

Eins von 1000 Exemplaren. – Auf Bütten. – Mit einem editionsgeschichtlichen Vorwort von Robert Ross. – Mit zwei zusätzlich eingehefteten doppelblattgroßen Farbtafeln, möglicherweise als Vorsatzpapiere gedacht. – Die Illustrationen und die großen, figürlich ausgeschmückten Initialen teils in Blau und Schwarz gedruckt. – Innen sehr gut erhalten.

30,5 : 23,0 cm. 36 Seiten, 12 Tafeln. – Der helle Leinenband etwas fleckig. – Exlibris.

545  Hanns Anker – Felix Dahn. Ein Kampf um Rom.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 100

Historischer Roman. Mit Steinzeichnungen von Hanns Anker. Erster [bis] Dritter Band. Leipzig, Breitkopf & Härtel, und Berlin, Hermann Klemm [1922/23]. Mit 119 Lithographien. Originalmaroquinbände mit Rückenschildern und reicher Vergoldung (signiert: H. Fikentscher, Leipzig 1923).

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe im Ganzledereinband (Gesamtauflage 175). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Das Buch schildert die Machtkämpfe und den Untergang der Ostgoten in Italien zur Zeit Theoderichs des Großen. Felix Dahn (1834–1912) war Historiker, seine Popularität hat er nicht zuletzt diesem Roman, der zu den »Professorenromanen« zählt, zu verdanken, die sich in den Gründerjahren des Deutschen Reichs außerordentlicher Beliebtheit erfreuten. – Prachtvoll gebunden.

26,2 : 20,7 cm. – Rücken leicht verblasst.

546  Otmar Alt – Wystan Hugh Auden. Die große Veränderung.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

München, Bruckmann 1973. Mit zehn Farbserigraphien und 13 ein- und mehrfarbig serigraphierten Vignetten. Originalleinenband mit -schutzumschlag, beide mit Serigraphie und Originalfolienumschlag. In Originalleinenkassette mit goldgeprägtem Titel.

Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Serigraphien (Gesamtauflage 800). – Die prächtigen Serigraphien, die in den Vorzugsexemplaren einen Lacküberdruck erhielten, entstanden zu Audens Gedicht »Moon Landing«, das in dieser bibliophilen Ausgabe im englischen Original und in der Nachdichtung von Herbert Zand abgedruckt wurde: Die englische Fassung in Silber auf blauem Büttenkarton, die deutsche auf weißem Karton und jeweils mit einer Vignette verziert. – Vorsätze aus blauem Bütten, mit in Lackrot serigraphiertem Punktmuster. – Im Herbst 2018 zitieren wir die letzte Strophe »Our apparatniks will continue making the usual squalid mess called History: all we can pray for is that artists, chefs and saints may still appear to blithe it«. – Das Buch tadellos schön.

41,5 : 38,0 cm. [30] Seiten, 10 gefalzte Doppelblätter. – Kassette minimal angestaubt.

Tiessen IV, 5

547  Otmar Alt – Wystan Hugh Auden. Die große Veränderung.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

München, Bruckmann 1973. Mit zehn Farbserigraphien und 13 ein- und mehrfarbig serigraphierten Vignetten. Originalleinenband mit -schutzumschlag, beide mit Serigraphie. Im Originalfolienumschlag.

Unnummeriertes Exemplar außerhalb der Auflage von 600 Exemplaren, bei denen die prächtigen Serigraphien mit Seidenglanzfarben gedruckt wurden (Gesamtauflage 800). – Tadellos schönes Exemplar.

41,5 : 38,0 cm. [30] Seiten, 10 gefalzte Doppelblätter.

Tiessen IV, 5

548  Hans Arp – Ivan Goll. Die siebente Rose.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 440

Umschlagzeichnung von Hans Arp. Paris, Poesie & Co [1930]. Illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Auf der hinteren Umschlagseite von Arp signiert. – In der »Sammlung Poesie« erschienen auch Lyrik-Ausgaben von Hans Arp, Hugo Ball, Jakob van Hoddis und Carl Einstein. Sie darf zu Recht als spätes Sprachrohr der deutschen Avantgarde in Paris gelten. – Unaufgeschnitten.

19,0 : 13,8 cm. [16] Seiten. – Oberrand mit kleiner Druckstelle, Rückenfalz mit einigen kleinen Flecken.

Raabe/Hannich-Bode 86.28. – Hagenbach 78

549  Hans Arp – Alexander M. Frey. Kleine Menagerie.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Mit zehn [korrekt: 13] Holzschnitten von Hans Arp. Eingeleitet von Thomas Mann. Wiesbaden, Limes 1955. Mit 13 Holzschnitten, davon zehn blattgroß. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und blauer Deckelvignette und dem illustrierten Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 70 nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe, gedruckt auf Bütten und mit Abzügen der Holzschnitte von den Originalstöcken. – Im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Die »acht kuriosen Novelletten« dieser »liebenswerten Menagerie« (Thomas Mann) entstanden in den Jahren 1929–1952. Es war sicher das Verdienst des Limes-Verlegers Max Niedermayer, Hans Arp für die Illustration dieses »Bestiariums« zu gewinnen, entstanden ist eine der seltensten Vorzugsausgaben des Künstlers. – Thomas Mann hatte den Schriftsteller Alexander M. Frey, »mit dem ich seit Jahrzehnten auf gutem Fuße stehe«, während der Kriegs- und Exiljahre unterstützt. – Die Vignette auf Einband und Schutzumschlag ist eine verkleinerte Wiedergabe des fünften Holzschnittes. – Tadellos erhalten, aus dem Nachlass des damals beauftragten Buchbinders Karl Hanke, Düsseldorf; noch im originalen Pergaminschutzpapier (mit Exemplarnummer).

20,5 : 13,5 cm. 102, [4] Seiten. – Das Vortitelblatt materialbedingt mit winzigen Stockflecken.

Arntz 187–199. – Hagenbach B 165. – Potempa, Mann G 1200.1

550  Hans Arp | Max Ernst.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Köln, Galerie Der Spiegel 1960. Mit einer Collage von Hans Arp und einer Farblithographie von Max Ernst, beide beigelegt, sowie elf ganzseitigen Illustrationen, davon zwei montierte nach Arp, und neun nach Max Ernst. Rot-weiß illustrierter Originalleinenband.

Eins von 300 Exemplaren. – Geh durch den Spiegel, 24. – Die beiden Originalarbeiten entstanden für diesen Katalog, ebenso die als Zinkätzungen gedruckten Illustrationen nach Collagen von Max Ernst im Textteil. Auch die Mehrzahl der Texte der beiden Künstler sowie von Erhart Kästner und Albrecht Fabri wurden hier erstmals veröffentlicht. – Die Katalogreihe erschien von 1954–1966, insgesamt wurden 48 Ausgaben ediert. »Sie haben recht, wenn Sie bei diesem Titel an Cocteau’s ›Sang d’un Poète‹ oder an Lewis Carolls ›Through the Looking-Glass‹ denken. Wer sich auf Kunst einläßt, betritt ein anderes Land, mit anderen Gesetzen« (Albrecht Fabri 1960, zitiert nach der Webseite der Galerie). – Tadellos.

38,4 : 25,2 cm. [40] Seiten, 2 Beilagen.

Spindler 153.68. – Spies/Leppien A 7 D (Max Ernst). – Arp-Hagenbach 435