ChristianHesse

Lot 501 – 550 | Hesse-Auktionen
Lot 501 – 550

501  Robert Frost. A Boy’s Will.

€ 450

London, David Nutt 1913. Originalbroschur.

Erste Ausgabe von Frosts erstem öffentlich zugänglichen Buch. – Die meisten hier veröffentlichten Gedichte entstanden während er noch als Lehrer und Farmer in New Hampshire arbeitete. Dort erschienen einige Gedichte in Zeitschriften und dem Privatdruck »Twilight«. Von 1912 bis 1914 lebte Robert Frost (1874–1963) in Großbritannien. Er widmete das Buch seiner Ehefrau Elinor Miriam. – Titelblatt rückseitig mit Stempel »Printed in Great Britain«. Nach ersten zaghaften literarischen Erfolgen erhielt er später für vier seiner Gedichtbände erhielt Frost den Pulitzer-Preis. Er zählt zu den bedeutendsten Poeten des 20. Jahrhunderts. – Sehr schönes Exemplar.

18,5 : 12,0 cm. IX, [3], 50, [2] Seiten. – Titelblatt mit kaum sichtbarer geglätteter Knickfalte.

KNLL V, 880

502  Jean Genet. Querelle de Brest.

€ 450 ( R7 )

[Paris?], Dezember 1947. Originalbroschur in späterem Pappband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe, ohne Angabe eines Verlegers oder Druckers, wohl noch vor der Ausgabe mit Illustrationen Cocteaus erschienen. – Vorblatt mit eigenhändiger Widmung »A Monsieur Charles Heybrock souvenir amical de Jean Genet« und Besitzvermerk des Übersetzers, datiert »janvier 1951«. – Mit der gedruckten Notiz zur Verzögerung der Fertigstellung. – Das berühmt-berüchtigte, im Gefängnis verfasste Werk, »verdammt und zugleich gepriesen wie wenige andere Werke des 20. Jh.s […] ein Höhepunkt der Daseinsanalyse des modernen Menschen« (KNLL). Nach mehreren Anklagen und Verurteilungen drohte dem Dichter lebenslange Haft. Auf Fürsprache von Cocteau und Sartre wurde Genet 1949 begnadigt.

28,7: 20,0 cm. 249, [3] Seiten.

Vgl. KNLL (nennt die EA erst 1953)

503  Stefan George. [Drei Gedichte].

€ 250 ( R7 )

Geschrieben von Otto Laubschat. Hamburg 1925. Kordelgeheftete Doppelblätter in Kartonumschlag.

Handschrift in schwarzer und roter Tinte, auf Zanders-Bütten. – Enthält drei George-Gedichte bzw. Auszüge: »Es tröste dich mein Schwur« (aus »Tagelied« in »Bücher der Hirten- und Preisgedichte«). – »Rückgekehrt vom Land des Rausches« (aus »Der Stern des Bundes«) und »Du schlank und rein wie eine Flamme« (aus »Das Neue Reich«). – Von dem unbekannten Herausgeber (?) »B. H.«, dessen Initialen Laubschat auf das Vorblatt kalligraphierte, mit eigenen Titeln versehen. – Am Ende der Name des Dichters. – Otto Laubschat, über dessen Lebensdaten wir keine Angaben fanden, schrieb unter anderem ein Petrarca-Büchlein im Auftrag der Hamburger Buchhandlung Lucas Gräfe, die es für eine Bibliophilentagung 1924 faksimilierte.

36,2 : 26,7 cm. [8] Blätter. – Umschlag etwas stockfleckig.

504  Jakob Haringer. Drei eigenhändige Gedichtmanuskripte, alle mit Unterschrift.

€ 1200

Alle ohne Datum. Zusammen 13 Seiten.

I. Die Erdbeeren. Eine Seite, 17 Zeilen, rückseitig ganzseitiger Brief Haringers an einen Freund, dem er für eine wohlwollende Besprechung dankt: »Selbstredend haben Sie durch diese das Buch mehr als genug bezahlt. […] Ich bin herzlichst beglückt, wenn Sie über mich schreiben. Zu dem lege ich Ihnen ›Mein Leben‹ bei. Es geht mir sehr schlecht […]« Erwähnt Gustav Kiepenheuer (»ich bin sehr sceptisch Verlügern gegenüber«) und Carl Sternheim, der sich für ihn einsetze. – Grüßt mit »Leben Sie froher, besser als Ihr […] Haringer«. Mit Absenderanschrift »Reichenhall Krankenhaus«. Wohl um 1924. – II. Ballade von der Hansi Paukert, die bloß eine Hur und doch ein Engel war. [um 1937]. Zehn Blätter (zerschnittene Schutzumschläge), fadengeheftet in Umschlag. Das Heft enthält, mit Bleistift in Schönschrift geschrieben, insgesamt 27 vierzeilige Strophen sowie Titel und Editionsvermerk: »Diese Dichtung wurde handschriftlich in zehn Exemplaren niedergeschrieben und an die 10 Getreuesten und Besten gesandt, denen dies Werk wohl die paar Mark, für Fraß und Bleibe und Schuhsohlen wert ist. Ich sterbe zur Zeit in Wien […] Laßt mich ihr Bessern nicht ganz umkommen. Seid mir weiter gut!«. – III. Die Bücher. Eine Seite, zwölf Zeilen: »Nun, da ich Alles über bin – Was hat dies Leben noch für Sinn! War alles bloss ein böser Fluch – Da fällt ein linder Strahl in all die Pein, in all die Qual: Du hast ja abends noch ein Buch! […]«. Darunter ein kleiner Stern, die Widmung »für Gregor Müller« und Haringers Unterschrift. Aufgezogen, leicht gebräunt. Gregor Müller verlegte in seinem Pegasus Verlag Zürich 1946 das letzte zu Haringers Lebzeiten veröffentlichte Buch (Das Fenster, Raabe/Hannich-Bode 104.17). – Jakob Haringer (1898–1948) führte ein unstetes Vagabundenleben und lebte von bei namhaften Kollegen erbetenen Zuwendungen. 1936 wurde ihm von den Nationalsozialisten die Staatsbürgerschaft aberkannt, er floh von Österreich nach Prag und lebte später illegal in der Schweiz.

505  Max Herrmann. Im Stern des Schmerzes.

€ 300

Ein Gedichtbuch. Berlin, Die Schmiede 1924. Originalpappband mit gold-türkis geprägtem Deckelschild.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren der Ausgabe C (Gesamtauflage 300). – Druckvermerk vom Dichter signiert und nummeriert. – Max Herrmann (1886–1941) studierte in Breslau Literatur- und Kunstgeschichte, verließ die Universität jedoch ohne Abschluss, um in seiner Heimatstadt Neiße als freier Schriftsteller zu leben. Seine frühen, noch expressionistischen Bücher wurden unter anderem von Else Lasker-Schüler oder Oskar Loerke begeistert aufgenommen. In den späten 1920er Jahren war Herrmann-Neiße einer der bekanntesten Berliner Literaten. Seine Hyposomie (Kleinwüchsigkeit) beeinflusste und überschattete seinen Lebensweg. Der Eichendorff- und Gerhart-Hauptmann-Preisträger emigrierte 1933, in England lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod 1941 weitgehend isoliert. Wie viele Schriftsteller der Zeit geriet er schnell in Vergessenheit. – Sehr schönes Exemplar.

23,7 : 16,0 cm. 94, [2] Seiten.

Raabe/Hannich-Bode 118.16

506  Hermann Hesse. Gedichttyposkript mit Aquarell.

€ 1800

Doppelblatt, 14,3 : 10,5 cm.

Auf der Innenseite mit der vierzeiligen Einleitung »Antwort an Freunde, die mir ein besonders schwieriges Gedicht im neuen Stil gesandt hatten […]« Hesses Persiflage auf die moderne Lyrik: »Manchem mag, Doch jedem nicht, Gott gegeben Gelblicher Verse Dunkeles Violett zu verstehen. || Zwölf sind der Töne. Mancher versteht Mit oder ohne Adorno Zwölfergesang, Nicht aber, Gelähmt durch Erstaunen, Unterzeichneter. || H.H.« – Außenseite mit aquarellierter Bleistiftzeichnung. – Kleiner Farbfleck im Falz, minimale Abdrucke von Büroklammern. – Dazu: Zwei Porträtfotografien, abgezogen auf Postkartenkarton: Gret Widmann. Hermann Hesse aus der Zeit des »Steppenwolf« 1927. – Heiner Hesse. H. Hesse mit seinem jüngsten Enkel 1956. Diese mit eigenhändiger Widmung »Von Herzen dankt und grüsst Ihr H Hesse«.

507  Hermann Hesse. Siddharta.

€ 1200

Eine indische Dichtung. Berlin, S. Fischer 1925. Blauer Maroquinband mit reicher Vergoldung und farbiger Intarsienverzierung (signiert: Joh. Rudel, Elberfeld MDE). Im Schuber.

19.-23. Tausend, die erste Auflage innerhalb der »Gesammelten Werke«. – Der Kunstbuchbinder Johannes Rudel (1868–1955) war Lehrmeister für Handvergoldung bei Horn & Patzelt in Gera und von 1907 bis 1932 als Fachlehrer in Wuppertal tätig. Er wurde zum Ehrenmitglied der Vereinigung »Meister der Einbandkunst/ MDE« ernannt und galt. Rudel galt als einer der handwerklich besten Buchbinder seiner Zeit. – Die ornamentale Deckelverzierung gestaltete er hier nach orientalischen Mustern. Die breiten Innenkanten wurden mit gepunzten Linien und Fileten sowie Eckzierstücken, alle handvergoldet, versehen. Spiegel und Vorsatzblätter bezog Rudel mit marmoriertem Buntpapier. In Schuber mit Lederkapitalen.

18,9 : 11,5 cm. 174, [2] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. – Vorsatzblätter mit Leimschatten.

Mileck II, 43 A

508  Hermann Hesse. Narziß und Goldmund.

€ 1500

Erzählung. Berlin, S. Fischer [1929] 1930. Weinroter Saffianlederband, Rückentitel und Deckelkantenfileten goldgeprägt. Mit Schuber. Vorsatzpapier und Schuberbezüge aus schablonenkoloriertem Buntpapier.

Sehr seltenes Korrekturexemplar des Verlages. – Bogen 2–26 jeweils mit dem Eindruck »1. Bogenkorrektur 22. [bzw. 30.] 11.1929] || Bibliographisches Institut AG in Leipzig«. – Der Druckvermerk weicht noch von der endgültigen Fassung ab: Noch war die Höhe der ersten Auflage nicht festgelegt, so dass dort »Erste bis —— Auflage der neuen Ausgabe 1930« steht. Der Hinweis auf die Einbandgestaltung durch E. R. Weiß fehlt. – 1929 hatte Hermann Hesse das Typoskript an die »Neue Rundschau« geschickt und Samuel Fischer begann umgehend mit den Vorbereitungen zur Buchausgabe innerhalb der »Gesammelten Werke«. – Auf leicht bräunlichem glattem Papier. – Dazu: Exemplar der Erstausgabe im hellblauen Originalleinenband.

18,8 : 11,0 cm. Seiten [3]–417, [1], d. h. ohne das leere Vorblatt und das Blatt mit der Druckeradresse.

Mileck II, 58

509  Hermann Hesse. Jahreszeiten.

€ 750

Zehn Gedichte mit Bildern. Zürich, Gebr. Fretz 1931. Mit zehn farbigen Abbildungen nach Aquarellen des Verfassers. Flexibler Originalpergamentband in privater Kassette mit Deckelschild.

Erste Ausgabe. – Sechster Zürcher Druck. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzpergament (Gesamtauflage 500). – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – Privatdruck, dem Freund Josef Englert gewidmet.

24,8 : 15,8 cm (Kleinquart). [4], 41, [13] Seiten.

Mileck II, 28

510  Hermann Hesse. Die Gedichte.

€ 450

2. Auflage. Zürich, Fretz & Wasmuth 1942. Blauer Kalblederband mit Vergoldung. Im Schuber mit Lederkanten.

Mit eigenhändigem und signiertem Zweizeiler auf dem Vorblatt: »Vieles ist untergegangen, seit wir zuerst sie sangen, zärtliche Melodien«. – Eventuell als Vorzugsausgabe des Verlages gedacht.

19,5 : 11,8 cm. 447, [1] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Vgl. Mileck II, 74

511  Hermann Hesse. Das Glasperlenspiel.

€ 1000

Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften. [Zwei Bände]. Zürich, Fretz und Wasmuth 1943. Rote Originalkalblederbände, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Reliures Schumacher Berne). Zusammen im Schuber.

Erste Ausgabe des großen Spätwerks. – Eins der seltenen Vorzugsexemplare elegant in Leder gebunden und auf dem Titelblatt vom Autor signiert. – In einer von mörderischem Krieg umtosten Schweiz schrieb Hesse seine Zukunftsvision einer elitären, universal gebildeten Gesellschaft. – Tadelloses Exemplar.

19,0 : 12,0 cm. 451, [1]; 441, [1] Seiten.

Mileck II, 76

512  Hermann Hesse. Magie des Buches. – Feuerwerk. – Über das Alter. – An einen Musiker.

€ 300

Olten 1942–1960. Drei Originalhalbpergamentbände, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet, eine Originalbroschur.

I. 1942. Erste Buchausgabe. Eins von 150 Exemplaren. Privatdruck zum Goethe-Gedenktag der Oltner Bücherfreunde. Im Druckvermerk signiert. Mileck III, 82. – II. 1946. Erste Buchausgabe. Eins von 350 Exemplaren. Privatdruck zum zehnjährigen Bestehen der VOB. Auf dem Vorblatt mit »Gruß von Hermann Hesse« signiert. Mileck III, 113. – III. 1954. Erste Ausgabe. Eins von 320 Exemplaren. Vierter Liebhaberdruck. Auf dem Vorblatt signiert. Mileck II, 112. – IV. 1960. Erste Ausgabe. Eins von 400 Exemplaren. Privatdruck zur Goethe-Feier der Oltner Bücherfreunde. Mileck III, 280. – Alle tadellos erhalten.

513  Hermann Hesse. Bericht an die Freunde. Letzte Gedichte. – Aerzte.

€ 200

Ein paar Erinnerungen. Olten 1960 und 1963. Zwei Originalhalbmaroquinbände mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (Hugo Peller, Solothurn), Deckelbezüge mit Batik-Modeldruckpapier. Beide im Schuber.

Erste Ausgaben. – Eins von 125 bzw. 165 Exemplaren der Vorzugsausgaben in Halbleder, »Aerzte« vom Autor auf dem Vortitel signiert. – 85. und 99. Publikation der Vereinigung Oltner Bücherfreunde. Auf Zerkall-Bütten. – Tadellos.

20,5 : 13,0 cm. 49, [7] bzw. 72, [4] Seiten.

Mileck II, 132 und 139

514  Ludwig Hohl. Nuancen und Details.

€ 250

III. Teil. Mit einem Gedenkwort für Albin Zollinger. Genf, Selbstverlag 1942. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 370 Exemplaren (Gesamtauflage 400). – Auf dem Schmutztitel die eigenhändige Widmung mit Bleistift in Hohls charakteristischer, krakeliger Kleinschrift für den Direktor der Volkshochschule Zürich und Vizepräsident des Schweizerischen Schriftstellerverbands, »Hermann Weilenmann in Hochschätzung / 23.8.42 /Hohl«. – Ludwig Hohl (1904–1980) blieb trotz jahrzehntelanger schriftstellerischer Tätigkeit eine breite Anerkennung versagt. Trotz Fürsprache von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt gelangte Hohl erst am Ende seines Lebens zu einiger Bekanntheit.

18,3 : 12,0 cm. 76, [4] Seiten. – Rücken leicht gebräunt.

515  James Joyce. Anna Livia Plurabelle.

€ 1000

With a Preface by Padraic Colum. New York, Crosby Gaige 1928. Brauner Originalleinenband mit Gold- und Blindprägung.

Erste Ausgabe. – Eins von 800 Exemplaren, im Auflagenvermerk von James Joyce signiert. – Auf Velin, unbeschnitten. – Typographie von Frederic Warde. – »Anna Livia Plurabelle« gilt als das berühmteste und meist zitierte Kapitel aus »Finnegans Wake«. Dieser »unübersetzbare« Roman sollte erst 1939 erscheinen.

18,0 : 11,7 cm. XVIII, [2], 60, [4] Seiten. – Bezug des Vorderdeckels etwas wellig. Sonst sehr schönes Exemplar.

Slocum/Cahoon A 32

516  Ernst Jünger. Der Friede!

€ 450

Ein Wort an die Jugend Europas. Ein Wort an die Jugend der Welt. Als Manuskript gedruckt. [Bergisch-Gladbach 1945]. Klammerheftung, ohne Umschlag.

24 Seiten, 21 : 13,5 cm, Text in 18 Kapiteln. – Erste tatsächliche Druckausgabe, eins von wohl nur 200 Exemplaren. – Seinen Aufruf zu einem »schöpferischen Frieden« konzipierte Ernst Jünger in Paris, als er dem Chef des Generalstabs Hans Speidel unterstellt war. Im Sommer 1943 schloss er das Manuskript ab, das sogleich in Widerstandskreisen der Wehrmacht kursierte. Auch die Generäle Rommel, Stülpnagel und Stauffenberg kannten den Text und planten dessen Veröffentlichung sofort nach dem angestrebten Umsturz. Nach dem gescheiterten Attentat am 20. Juli 1944, den folgenden Verhaftungen und Hinrichtungen sowie dem Selbstmord Rommels musste dieser Plan aufgegeben werden. Nach Kriegsende beabsichtigte Benno Ziegler eine Veröffentlichung in der Hanseatische Verlagsanstalt. Es entstanden einige Korrekturabzüge, durch das Publikationsverbot nicht genehmigter Schriftstücke konnte aber auch dieser Plan nicht realisiert werden. – Initiator des vorliegenden Druckes war Pater Heinrich Janson Cron, Vorsitzender des Verbands katholischer Publizisten Deutschlands. Zeitgleich kursierten maschinen- und handschriftliche Abschriften. – Dazu: Maschinenabschrift einer der Korrekturfassungen. [2], 22 Seiten, 33 : 20,8 cm. Titelblatt mit Verlagsangabe »Hanseatische Verlagsanstalt«, verso »Erster Teil / Die Saat« und Spinoza-Zitat, Text in 19 Kapiteln. – Dazu: Ernst Jüngers Friedensschrift. In: Die Aussprache. Blätter eines dem Abendland und der Wahrheit verpflichteten Kreises. Herausgegeben von Manfred Michler. Folge 5. Düsseldorf 1948. 16 Seiten, 28,8 : 20,8 cm. Mit Originalauszügen aus Tagebüchern, Aufzeichnungen und Briefen zur Entstehungsgeschichte des Textes, einem Beitrag von Louis Clair und des Herausgebers sowie dem Abdruck der Friedensschrift.

I: Die erste und letzte Seite leicht fleckig, die erste mit kleinen Einrissen, Rückenfalz mit Papierstreifen überklebt. – II: Horizontale Knickfalte, Titelblatt gebräunt und stockfleckig.

des Coudres B 15 b und 15 e

517  Ernst Jünger – André Ficus. Ernst Jünger.

€ 200

Offset nach einer Zeichnung. 1968. 64 : 50 cm. Signiert.

Eins von 50 Exemplaren. – Das Blatt wurde vom Künstler und von Ernst Jünger signiert. – Ediert von Karl Thomaes Verlag »Wege + Gestalten, Biberach an der Riss«, als Beilage erschien ein Faksimile vom Manuskript »Der Friede« (Titelblatt und Blätter 1–3, lose in Originalumschlag), hier mit eigenhändiger Widmung Jüngers »Für Heinrich Hellge«, datiert 25.X.76. – Das faksimilierte Titelblatt mit den Hinweisen zur Entstehung des Textes (»concip: Winter 1941«), der erst 1945 erschien (siehe die folgende KatNr.).

Des Coudres B 15 l.

Die Graphik gleichmäßig gebräunt und leicht stockfleckig, Ränder rückseitig mit Montierungsresten

518  Ernst Jünger. Wo stehen wir heute?

€ 800

Organismus und Organisation. / Die Weltstaaten als Gussform des Weltstaates. Typoskriptdurchschlag mit eigenhändigen Korrekturen des Verfassers. [Wilfingen,] 28.1.1960. Titelblatt und 46 paginierte Blätter. Halbleinenband mit vergoldetem Rückentitel.

Ernst Jünger analysiert die damalige weltpolitische Situation und erwägt eine mögliche Auflösung der souveränen Staaten in einem »Weltstaat«. – Der Essay entstand in den Wintermonaten 1959/1960 und erschien zunächst in gekürzter Form in der von Hans Walter Bähr herausgegebenen Anthologie »Wo stehen wir heute?« (Gütersloh, Bertelsmann 1960). Der vollständige Text folgte im selben Jahr bei Klett. – Mit zahlreichen Korrekturen und einigen Änderungen und Ergänzungen, alle von Ernst Jünger mit rotem Kugelschreiber eingetragen. – Titelblatt und die letzte Seite mit dem Stempel »Sammlung des Coudres«, handschriftlicher Dedikation an Heinrich Hellge, diese datiert 1972 und am Ende mit der Anmerkung »mit Originalkorrekturen des Autors«. – Vom Jünger-Freund und -Bibliographen Hans Peter des Coudres stammen auch mehrere Bleistiftanmerkungen zum Vergleich der verschiedenen Druckfassungen mit dem Typoskript.

30,3 : 21,5 cm. 47 Blätter.

Vgl. des Coudres C 24 und B 42 sowie Sämtliche Werke VII bzw. Werke V

519  Ernst Jünger. Rundfunk-Interview 1965. – [Ohne Titel].

€ 300

Zwei »Disque Pyral«-Schallplatten. Label Günter Pfanz, Hamburg. Ø 25 bzw. 30 cm. Beide in der Originalpapierhülle.

Die »Disques Pyral«-Platten »L’Écho du Monde« dienten der Aufzeichnung von Tonaufnahmen. Es handelt sich um beschichtete Metallplatten und hierbei um unikale Stücke und nicht um Pressungen zum Vertrieb. Mit geeigneten Abtastgeräten sind sie auch heute noch abspielbar. – Platte 1 auf der Hülle, Platte 2 auf dem Label beschriftet.

Die zweite Platte mit kleiner Stoßstelle am Rand, eine Papierhülle geknittert.

520  Ernst Jünger. Serpentara.

€ 400 ( R7 )

Zürich, Kurt Bösch Presse 1957. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Dritter Druck der Kurt Bösch Presse. – Eins von 275 Exemplaren. – Auf Medway-Bütten. – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Tadellos erhalten.

23,8 : 14,5 cm. 29, [3] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 34

521  Ernst Jünger. Gläserne Bienen.

€ 350

Besuch auf Godenholm. Lausanne, Edition Rencontre [1973]. Originalecrasélederband mit reicher Vergoldung (Schumacher, Bern). – Widmungsexemplar.

Auf dem Titelblatt eigenhändige Widmung des Verfassers »für Heinrich Hellge«. – Nachauflage der 1957 erstmals veröffentlichten Erzählungen in bibliophiler Ausstattung, nun mit einem Nachwort von Erhard Schwabe.

19,5 : 12,2 cm. 221, [3] Seiten.

des Coudres/Mühleisen B 36 d

522  Ernst Jünger. Ein Vormittag in Antibes.

€ 150

Olten 1960. Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel, Kopfgoldschnitt und Modeldruckbezügen (Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber.

86. Publikation der Oltner Bücherfreunde. – Erste Ausgabe. – Eins von 120 Vorzugsexemplaren, auf dem Vortitel vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 653).

20,0 : 12,5 cm. 52, [4] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 40

523  Ernst Jünger. Dezember.

€ 600

»Bois de Noël«. Zwölf handkolorierte Holzschnitte von Oskar Dalvit. Zürich, Arcade-Presse 1964. Mit zwölf signierten Farbholzschnitten. Originalhalbpergamentband. Rückentitel und Deckelvignette vergoldet. Im Schuber.

Erste Ausgabe. – Fünfter Druck der Arcade-Presse. – Eins von 45 römisch nummerierten Belegexemplaren (Gesamtauflage 120). – Von Autor und Künstler im Druckvermerk signiert. – Handpressendruck auf handgeschöpftem Bütten »Richard de Bas«, die Holzschnitte wurden auf Japan gedruckt.

17,5 : 16,5 cm. 34, [4] Seiten, 12 Farbholzschnitte.

Des Coudres/Mühleisen B 51. – Spindler 62.5

524  Ernst Jünger. Grenzgänge.

€ 600

Olten 1965. Orangefarbener Originalmaroquinband mit Deckel-, Rücken- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe. – Sechster Oltner Liebhaberdruck. – Eins von 55 Exemplaren der ersten Vorzugsausgabe in Ganzleder mit einem vom Autor handgeschriebenen Text (Gesamtauflage 655). – Erschienen zum 70. Geburtstag des Verfassers. Die ein Jahr später unter gleichem Titel bei Klett erschienene Ausgabe, weicht, abgesehen vom Titelessay, inhaltlich vollständig ab. – Sehr schönes Exemplar.

20,0 : 12,5 cm. 61, [3] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 52

525  Ernst Jünger. Grenzgänge.

€ 200

Olten 1965. Orangefarbener Originalhalblederband mit Rückenvergoldung und Buntpapierdeckelbezügen (Hugo Peller, Solothurn).

Sechster Oltner Liebhaberdruck. – Eins von 100 Vorzugsexemplaren, auf dem Vortitel vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 655). – Erschienen zum 70. Geburtstag des Verfassers. Die ein Jahr später unter gleichem Titel bei Klett erschienene Ausgabe, weicht, abgesehen vom Titelessay, inhaltlich vollständig ab. – Sehr schönes Exemplar.

20,0 : 12,5 cm. 61, [3] Seiten. – Rücken kaum merklich verblasst.

Des Coudres/Mühleisen B 52

526  Ernst Jünger. Im Granit.

€ 600

Olten 1967. Olivgrüner Originalmaroquinband mit goldgeprägtem Rückentitel, Filetenvergoldung und Kopfgoldschnitt (signiert: Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe. – Zwölfter Oltner Liebhaberdruck. – Eins von 50 Exemplaren der ersten Vorzugsausgabe in Ganzleder mit einem vom Autor handgeschriebenen Text auf einem Vorblatt (Gesamtauflage 630). – Sehr schönes Exemplar des Tagebuchs der Korsikareise des Verfassers im Frühjahr 1966.

20,0 : 12,5 cm. 63, [5] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 58

527  Ernst Jünger. Im Granit. – Zwei Inseln. Formosa /Ceylon.

€ 400

Olten 1967 und 1968. Zwei Originalhalblederbände mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (Hugo Peller, Solothurn).

Erste Ausgaben. – 12. und 16. Oltner Liebhaber Druck. – Eins von 110 bzw. 105 Exemplaren (Gesamtauflagen 630 bzw. 700). – Beide aus den in Halbleder gebundenen und vom Autor auf dem Vortitelblatt signierten Vorzugsausgaben.

20,0 : 12,5 cm. 63, [11]; 51, [9] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 58 und 60

528  Ernst Jünger. Subtile Jagden.

€ 300

Stuttgart, Ernst Klett 1967. Originalleinenband mit vergoldetem Rückentitel und goldgeprägtem Deckelsignet. Mit Originalschutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Mit einem längeren eigenhändigen Text und Widmung des Verfassers für Heinrich Hellge: »In solchen Gärten vergessen wir mit den Namen fast schon den eigenen. Die Dinge sprechen mit ihrer namenlosen Kraft. […] Die Sonne scheint, hier wird es friedlich, nun tritt der Meister aus dem Hause, in dem wir ihn geehrt haben. Er nähert sich, er ist lebendig: dort verehrten, hier lieben wir ihn. || Wilflingen, d. 10. 2. 1978«. – Dazu: Karteikarte aus Ernst Jüngers koleopterologischer Sammlung, eigenhändig beschriftet.

21,5 : 13,5 cm. 337, [3] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 59

529  Ernst Jünger. Zwei Inseln.

€ 600

Formosa / Ceylon. Olten 1968. Gelber Originalmaroquinband mit Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: H. Peller, Solothurn).

Erste Ausgabe. – 16. Oltner Liebhaberdruck. – Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe in Ganzleder (Gesamtauflage 700) und einem eigenhändigem und signierten Textzitat des Verfassers. – Ehemals Sammlung Dr. Heinrich Hellge.

20,0 : 12,5 cm. 51, [9] Seiten.

des Coudres/Mühleisen B 60

530  Ernst Jünger. Carabus rutilans.

€ 750

Biberach an der Riss, Wege und Gestalten [1969]. Originalhalbleinenbroschur. – Widmungsexemplar.

Sonderausgabe. – Eins von nur 20 Exemplaren. – Typoskript-Druck. – Auf dem Titelblatt Widmung des Autors »Für Heinrich Hellge 30. 3. 1970 Wilflingen«. – Das Tagebuch einer Pyrenäenexpedition im Frühjahr 1967 erschienen zuerst 1968 in einem Privatdruck von gerade einmal sieben Exemplaren für den Autor.

29,2 : 20,8 cm. 41 Seiten.

des Coudres/Mühleisen B 61

531  Ernst Jünger. Lettern und Ideogramme.

€ 600

Olten 1970. Roter Originalmaroquinband im Schuber mit Lederkanten; Fileten, Titel, Stehkantenbordüren und Kopfschnitt vergoldet (signiert: H. Peller, Solothurn).

Erste Ausgabe. – 21. Oltner Liebhaber Druck. – Eins von 60 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe in Ganzleder mit eigenhändigem und signiertem Textzitat des Verfassers auf dem Vorblatt (Gesamtauflage 680). – Nur die Vorzugsausgaben enthalten eine Liste von 156 bibliophilen Gratulanten zum 75. Geburtstag des Autors am 29. März 1970, zu denen auch der Vorbesitzer Dr. Heinrich Hellge (1907–1987) zählte.

20,0 : 12,5 cm. [8], 74, [12] Seiten. – Rücken minimal verfärbt.

des Coudres/Mühleisen B 63

532  Ernst Jünger. Träume. Oskar Dalvit · Nocturnes. Neun Linolschnitte.

€ 500

Arbon, Arben-Press 1970. Mit neun signierten Farblinolschnitten. Originalhalbpergamentband mit schwarzen Seidenbezügen; Rückentitel und Deckelvignette vergoldet (J. Stemmle, Ascona). Im Originalschuber.

Erste Ausgabe. – Sechster Druck der Arben-Press. – Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer signierten Extrasuite der Linolschnitte (Gesamtauflage 170). – Im Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert. – Acht der Linolschnitte wurden auf schwarzes Fabriano-Bütten gedruckt, der neunte wie auch der Text auf Velin d’Arches. – Die Deckelvignette entwarf Oskar Dalvit. – Die Blätter der Suite in Velinumschlag und mit dem Buch in Originalschuber. – Seltene Erstausgabe, tadellos erhalten.

23,5 : 22,0 cm. 57, [7] Seiten (die Linolschnitte in die Paginierung eingeschlossen).

Des Coudres-Mühleisen B 66

533  Ernst Jünger und Alfred Kubin. Briefe.

€ 400

Biberach an der Riss, Wege und Gestalten 1971. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren. – Typoskript-Druck. – Mit eigenhändiger Widmung »für Heinrich Hellge in Erinnerung an den Besuch in Wilflingen, Ernst Jünger, 29. XI. 1971.« – Enthält 18 Briefe Ernst Jüngers an Alfred Kubin und 32 von Kubin an Jünger, alle aus den Jahren 1921 bis 1948.

29,2 : 20,9 cm. [2], 76, [2] Blätter.

Des Coudres/Mühleisen B 68 a

534  Ernst Jünger. Post nach Princeton.

€ 750

Biberach an der Riss, Wege und Gestalten 1973. Originalhalbleinenbroschur. – Widmungsexemplar.

Privatdruck. – Eins von nur 20 Exemplaren. – Typoskript-Druck. – Auf dem Titelblatt Widmung des Autors »Für Heinrich Hellge mit guten Wünschen. Weihnachten 1973«. – »Das vom Adressaten vorgeschlagene Thema der [sieben Ende der 1960er Jahre an François Bucher verfassten] Briefe war die ›Erziehung des Menschengeschlechts‹« (des Coudres/Mühleisen, S. 72).

29,2 : 20,8 cm. 41 Seiten.

des Coudres/Mühleisen B 71

535  Ernst Jünger. Fünf Widmungsexemplare.

€ 400

1967–1991. Drei Originalleinenbände mit Schutzumschlag, zwei -broschuren.

I. Auf den Marmorklippen. Stuttgart, Klett 1967. – II. Ortners Erzählung. Mit Illustrationen von Beate Dalich-Springer. Isny, C. U. Springer 1979. – III. Das Jahr 1968. Aus »Siebzig verweht I«. Stuttgart, Klett-Cotta 1983. Privatdruck. – IV. Photo Album François Lagarde. Montpellier, Gris Banal 1983. – V. Serpentara. Mit Holzschnitten von Alfred Pohl. Passau, Thomas Reche 1991. – Alle mit eigenhändiger Widmung Jüngers für Heinrich Hellge.

Des Coudres/Mühleisen B 12 g, B 20 g, B 84 und F7

536  Ernst Jünger. Sechs Sonderdrucke.

€ 800

1969–1979. Originalbroschuren. – Widmungsexemplare.

Alle Drucke mit eigenhändiger Widmung des Verfassers »für Heinrich Hellge«. – I. Drugs and Ecstasy. [Chicago, Univ. Press 1969]. Erste englische Ausgabe des 1967 in Deutsch erschienenen Textes. Sonderdruck aus »Myths and Symbols. Studies in Honor of Mircea Eliade«. In dem Mircea Eliade gewidmeten Text berichtet Ernst Jünger auch über eigene Drogenerfahrungen. – II. Philemon und Baucis. 1973. In: »Scheidewege«, Heft III, 1/2. – III. Um die Bastille. Aus einem unveröffentlichten Roman. Sonderdruck aus »Festschrift für Gustav Stein« 1973. – IV. Zahlen und Götter. 1973. Sonderdruck aus »Merkur, Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken«. Heft 27/4-5. Die Auswahl von 39 der insgesamt 55 Abschnitte vom Herausgeber getroffen. – V. Verlorene Schatten. Agadir III. 1976. In »Scheidewege«, Heft VI, 1. – VI. Erinnerungen an Adolf Horion. Krefeld 1979. In: »Entomologische Blätter für Biologie und Systematik der Käfer.« Bd. 75, Heft 1–2. – Dazu: Literarisch-grafisches Extrablatt. Gelsenkirchen, Edition Xylos 1976. Holzschnitt von Heinz Stein zu einem kurzen Text von Ernst Jünger. Doppelblatt lose in Originalumschlag. Eins von 200 Exemplaren. Ebenfalls mit Widmung Ernst Jüngers. – Drei Beigaben.

des Coudres/Mühleisen C 68, 81, 33, 80, 87 und 100

537  Ernst Jünger. Drei Werke in Übersetzungen, alle mit Widmung.

€ 300

1971–1977. Drei Originalbroschuren.

I. Auf den Marmorklippen (rumänisch). Bukarest, Editura Univers 1971. – II. Tagebücher aus Deutschland und Frankreich während Krieg und Besatzung (schwedisch). Lund, Bo Cavefors 1975. Auszüge aus »Gärten und Straßen«, »Strahlungen« und »Jahre der Okkupation. Die Hütte im Weinberg«. Teils unaufgeschnitten. – III. Chasses subtiles. (französisch: Subtile Jagden). Paris, Christian Bourgois 1977. – Alle mit eigenhändiger Widmung für den Hamburger Oberstaatsanwalt Heinrich Hellge (1907–1987), der neben Hans Peter des Coudres zu Jüngers Hamburger Freundes- und Bekanntenkreis gehörte.

des Coudres/Mühleisen E 6 l, 10 g und 25

538  Ernst Jünger. Siebzig verweht.

€ 750

I [bis] V. Stuttgart, Klett-Cotta 1982–1997. Originalhalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln. Vier Bände in den Originalschubern.

Erste Ausgaben. – Je eins von 200 bzw. 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe, im Druckvermerk vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden. – Vollständige Reihe der Sammlung von Aphorismen, Tagebucheinträgen und Briefen aus den Jahren 1965–1995.

22,8 : 14,8 cm (I und II) und 21,7 : 13,0 cm (III-V).

Des Coudres/Mühleisen B 79/80 (nur I und II)

539  Ernst Jünger. Sauts de temps.

€ 350

Traduit de l’allemand par Pierre Morel. Dessins de Horst Janssen. Paris, La Délirante 1989. Mit 24 Illustrationen und Vignetten, davon eine farbig nach einer Radierung, die übrigen nach Zeichnungen, davon zehn ganzseitig. Originalbroschur. – Mit Widmungen des Künstlers und des Verfassers.

Erste französische Ausgabe von «Zeitsprünge«, das in deutscher Sprache, ebenfalls von Janssen illustriert, erst 1990 erschien. – Vortitel mit eigenhändiger Widmung Ernst Jüngers »Dem Wohltäter des Freundes Horst Janssen … mit Dank gewidmet«. – Vorsatzblatt mit langer eigenhändiger Widmung und kleiner aquarellierter Farbstiftzeichnung von Horst Janssen »Na, Sie Sysiphos – fast wollte ich schreiben ›Sysiphus‹ […] mit 60 hab ich das dritte Drittel erreicht, werde es durchleben – und bin somit physisch der Ihre. […]«.

23,8 : 15,5 cm. 54, [10] Seiten.

Rüden E 114.1.2

540  Franz Jung. Das Trottelbuch.

€ 250

Leipzig, Theodor Gerstenberg 1912. Gelber Originalleinenband mit farbiger Deckelillustration von Franz Henseler.

Erste Ausgabe. – 1912 erschienen erste Prosatexte von Franz Jung in den expressionistischen Zeitschriften »Der Sturm« und »Die Aktion«. Ab 1913 lebte Jung in Berlin. Zunächst Kriegsfreiwilliger, desertierte er 1915 mit Hilfe eines gefälschten Attests, das ihm Walter Serner ausgestellt hatte, und arbeitete an politisch-kulturellen Untergrund-Projekten. Ab 1918 war Franz Jung Mitherausgeber des »Club Dada«.

19,8 : 13,5 cm. 122, [2] Seiten. – Einband minimal fleckig. – Auf dem Titelblatt Besitzvermerk überklebt.

Raabe/Hannich-Bode 145.1

541  Hyperion.

€ 750

Eine Zweimonatsschrift. Herausgegeben von Franz Blei und Carl Sternheim. Erstes [bis] Elftes/Zwölftes Heft. München, Hans von Weber 1908–1910. Mit sieben Originalgraphiken und 106, teils farbigen Tafeln. Sechs fliederfarbene Originalleinenbände der Wiener Werkstätte mit Deckel- und Rückenvergoldung.

Vollständige Folge, als erste und zweite Folge erschienen je drei Bände. – Eins von 1000 Exemplaren auf englischem Velin (Gesamtauflage 1050). – »Das Material war so kostbar wie bei den frühen Insel-Heften, die Typographie ruhig, elegant und durchdacht. Für die Anbringung von dekorativen Zutaten fehlten Anlaß und Notwendigkeit. Anders als in den Jahren des Jugendstils waren jetzt die Schrift und der Schrifttitel aussagekräftig genug.« (Schauer I, 102). – Die Zeitschrift enthält zahlreiche Erstdrucke, darunter die erste Veröffentlichung des jungen Franz Kafka: Acht Stücke aus »Betrachtung« (Heft 1) und »Gespräch mit dem Beter. Gespräch mit dem Betrunkenen« (Heft 8). Weitere Textbeiträge stammen von Rilke, Heinrich Mann, Sternheim, Dauthendey, Dehmel, Brod, Borchardt, Schickele, Carl Einstein, Musil, Alfred Richard Meyer und vielen anderen. – Die Bildtafeln, für deren Auswahl übrigens Alfred Walter Heymel zuständig war, wurden jeweils am Ende der Hefte eingebunden und zeigen unter anderem Kunstwerke von Nolde, Heckel, Liebermann, Toulouse-Lautrec, Pascin (kolorierte Strichätzung), Th. Th. Heine; die Originalgraphiken stammen von Laboureur, Vrieslander, Edward Gordon Craig und anderen. – Mit den Inhaltsverzeichnissen der beiden Folgen, Musiknoten, Verlagsanzeigen sowie den Originalvorderumschlägen der Hefte 1–6. – Tadellos schönes Exemplar.

28,5 : 22,5 cm (Jg. II: 28,0 : 22,0 cm).

Diesch 2802. – Söhn HDO 124. – Dietz, Kafka 1 und 4. – Ritzer, Rilke T 70

542  Franz Kafka. Der Heizer.

€ 2000

Ein Fragment. Leipzig, Kurt Wolff 1913. Mit einer Tafel als Frontispiz. – In: Sammelband mit weiteren neun Erstausgaben innerhalb der Reihe »Der jüngste Tag«. Gelber Pappband mit Rückenschild.

Erste Ausgabe. – Der jüngste Tag, Band 3. – Mit der berühmten Ansicht des New Yorker Hafens als Frontispiz. – Dieses erste Kapitel des Romans »Der Verschollene (Amerika)« begann Kafka im September 1912. Kurt Wolff hielt den Text für »sehr rund und schön« und favorisierte die Einzelveröffentlichung. – Der private Sammelband enthält außer Kafkas Heizer folgende Bände der ersten und zweiten Serie, eingebunden in autoren-alphabetischer Reihenfolge: 10. Maurice Barrès. Der Mord an der Jungfrau. 1913. Mit vier Anzeigenseiten. – 12. Ottokar Brezina. Hymnen. Übertragung von Otto Pick. – 4. Ferdinand Hardekopf. Der Abend. Ein kleines Gespräch. – 2. Walter Hasenclever. Das unendliche Gespräch. Eine nächtliche Szene. Mit vier Anzeigenseiten. – 5. Emmy Hennings. Die letzte Freude. – 9. Francis Jammes. Die Gebete der Demut. Übertragen von Ernst Stadler. – 7/8. Georg Trakl. Gedichte. – 13. Berthold Viertel. Die Spur. Mit einer Anzeigenseite. – 1. Franz Werfel. Die Versuchung. Ein Gespräch des Dichters mit dem Erzengel und Luzifer. – Alle auf dem gleichen starken Velin gedruckt. – Band 13 erschien 1913 und somit noch vor dem verzögerten Band 11 und wurde wohl deshalb hier mit eingebunden. – Die Anzeigenseiten in Band 4 mit einem bei Smolen/Stammerjohann nicht erwähnten dreiseitigen programmatischen Text »Der jüngste Tag […] Wie jeder Mensch die transzendente Vernunft besitzt […]«.

21,0 : 13,5 cm. Kollationen wie bei Smolen/Stammerjohann angegeben. – Ecken und Kapitale minimal bestoßen. – Kaufvermerk von 1914 auf dem Vorsatzblatt.

Smolen/Stammerjohann 3.1. und 1, 2, 4, 5, 7/8, 9, 10, 12 und 13, jeweils erste Ausgabe

543  Franz Kafka. Amerika.

€ 600

Roman. München, Kurt Wolff 1927. Roter Originalleinenband mit blau-weißem Deckel- und Rückenschild (Entwurf Georg Salter).

Erste Ausgabe. – »Zum Beispiel Banken. Und wenn die groß geworden sind, so groß, dass sie ein Land überschatten, dann heißt das Land Amerika, und nun wollen wir einmal ein Amerika-Buch begucken, das eigentlich gar keines ist und doch eines ist. Es ist von jenem großen Prosaiker Franz Kafka […] Es ist etwas ganz und gar Wunderbares, an innerer Musik und dem Pianissimo der Töne nur noch mit Hamsun zu vergleichen.« (Kurt Tucholsky 1929, in »Auf dem Nachttisch«, Gesammelte Werke, Band III, Reinbek 1961, S. 44). – Von Max Brod aus dem Nachlass herausgegeben und mit einem Nachwort versehen, beschließt »Amerika« nach »Der Prozess« und »Das Schloss« die sogenannte »Trilogie der Einsamkeit«. – Sehr schönes Exemplar.

19,5 : 14,0 cm. 391, [1] Seiten. – Vorsatzblatt mit Widmung, datiert »Weihnachten 1927«.

Raabe/Hannich-Bode 146.10. – Göbel 673

544  Egon Erwin Kisch. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift.

€ 300

Wien, 13. XII. 1917. Eine Seite, rückseitig mit Adresse. 9 : 14 cm.

An Emil Faktor, den Chefredaktuer des linksliberalen Zeitschrift »Berliner Börsen-Courier«. – Dankt für einen Abdruck aus der Zeitschrift, »die schon vom B.B.C. aus in andre Blätter übergegangen ist.« »Dass ich selbst Antrag zur Reise nach Österreich gestellt habe, habe ich höheren Ortes schon gesagt, und erst heute früh (anlässlich einer kulturpropagandistischen Debatte) auf die Notwendigkeit Ihres Wohlwollens hingewiesen. – Nachdem er verwundet von der serbischen Front heimgekehrt war, wurde Kisch – inzwischen überzeugter Pazifist – als Oberleutnant zum Kriegspressequartier nach Wien berufen. – Dazu: Theodor Lessing. Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift. Hannover, 25. III. 1919. Eine Seite, rückseitig mit Adresse. 9 : 14 cm. – An Dr. Tuchmann in Berlin. »… seit langem liegt bei mir ein für sie bestimmtes Buch, das ich aber erst absenden will, wenn ich bestimmt Ihre Adresse weiß. Geben Sie mir daher bitte ein Lebenszeichen, falls diese Karte in Ihre Hände gelangt.« – Die Karte mit mehreren Nachsendehinweisen.

545  Alfred Kurella – Ossian. Fingal in Lochlin.

€ 200

3 Gesänge in neuer Übertragung von Alfred Kurella. Mit 12 bisher unveröffentlichten Zeichnungen von Ph. O. Runge. Berlin, Goldschmidt-Gabrielli 1920. Mit zwölf montierten Lichtdrucktafeln. Originalpergamentband mit vergoldeter Deckelvignette.

Eins von 100 Vorzugsexemplaren auf schwerem Zandersbütten und in Ganzpergament gebunden (Gesamtauflage 500). – Die Ossian-Gesänge, angeblich ein altgälisches Epos, stammen in Wahrheit von James McPherson, der sie um 1760 verfasste, da er den Auftrag, authentische alte Gesänge der Heimat zu sammeln, nicht zu erfüllen wusste. Schon kurz nach Erscheinen hegte die Literaturwissenschaft ernsthafte Zweifel und enttarnte die wahre Urheberschaft, was der begeisterten nationalen und durch zahllose Nachdichtungen auch internationalen Rezeption keinen Abbruch tat. – Mit Vorwort und Anmerkungen des Übersetzers. Alfred Kurella (1895–1975) arbeitete damals für verschiedene linke und bürgerliche Zeitschriften. Seit 1918 war er Mitglied der KPD und im Parteiauftrag auch international kulturpolitisch aktiv. Nach Exiljahren in Moskau kehrte er 1954 in die DDR zurück. Vor seiner langen Parteikarriere wurde er der erste Direktor des Leipziger Literaturinstituts. – Die üppige Ossian-Ausgabe wurde bei Otto von Holten aus der Neu-Elzevir gesetzt und gedruckt. Die Runge-Zeichnungen befinden sich noch heute im Besitz der Hamburger Kunsthalle.

35,0 : 23,8 cm. [48] Seiten, 12 Tafeln, 12 Seidenblätter.

546  Meinrad Lienert. `s Schwäbelpfyffli.

€ 300

I. [bis] III. Band. Aarau, H. R. Sauerländer & Co. 1913. Mit je einem radierten Frontispiz, eins davon signiert. Braune Maroquinbände mit Rückenschildern und -vergoldung, Fileten- und Kopfschnittvergoldung sowie den floral verzierten Initialen des Verfassers als vergoldete und intarsierte Deckelvignetten (signiert: Hiltbrunner).

Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten. – Vom Autor auf den Vorblättern signiert. – Meinrad Lienert (1865–1933) zählt zu den Begründern der Schweizer Mundartdichtung. Die Natur- und Liebeslieder, Heimatgesänge und Nachbildungen der brauchtümlichen »Nachtbuebe Liedli« aus der mehrfach veränderten Sammlung »’s Schwabelpfyffli« wurden nicht zuletzt durch zahlreiche Vertonungen sehr populär. – Perfekte Handeinbände des Aarauer Buchbinders Werner Hiltbrunner.

19,6 : 13,5 cm. – Vorsätze mit Leimschatten.

547  Else Lasker-Schüler. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift.

€ 2500

München, Hotel Leinfelder, 25. April 1921. Zwei Seiten.

An Olga Sternberg in Koblenz. – Auf Empfehlung von Elisabeth von Schmidt-Pauli (1882–1956, Schriftstellerin) suchte die Dichterin Rat bei Olga Sternberg. Man habe ihr versichert, »dass mein teurer Spielgefährte und Indianerfreund Sascha (Senna H.) lebe? Ich bildete mir’s immer ein wenn ich auch zugegen war, als er ? begraben wurde in Berlin. Sein Bruder Heinrich holte seine(n) balsamierten, ehrfürchtigen Körper aus Moskau. Ja, ich ließ mir meinen Freund zeigen, sah ihn, sein Gesicht unter Glas. Es konnte auch aus Wachs nachgeformt worden sein oder prépariert. […] Ich war sicher ein halbes Jahr vorher bei S. H. in der Gefangenen Abtheilung im großen Krankenhaus in Metscherskoje 4 1/2 Stunden etwa von Moskau entfernt. Es war erschütternd. […] Nun machte ich vor einem Jahr eine Tischklopfsitzung mit bei einer Familie: Victor Holländer (der Componist). Der Schemel klopfte fortwährend von S. H. er sei nicht tot, läge präpariert im Sarge etc. etc. Was zu glauben ist, ist mir ein Rätsel. Vielleicht können wir sein Horoskop stellen lassen? Ich glaube daran. Bitte schreiben Sie mir alles.« – Von dem Verstorbenen, Johannes Holzmann (1882–1914), wird aufgrund mancher Andeutungen im Werk der Dichterin vermutet, dass er der uneheliche Vater ihres Sohnes Paul war. Holzmann, der »rastloseste Bohèmeprolete der anarchistischen Bewegung deutscher Zunge« (Pierre Ramus) gab seit 1904 die Zeitschrift »Kampf« heraus. Wegen revolutionärer Umtriebe wurde er in Polen verhaftet und schlussendlich in Moskau inhaftiert. Nach jahrelanger Fürsprache deutscher Künstler und Anwälte stimmten die russischen Behörden einer Auslieferung nach Deutschland zu. Nun weigerte man sich aber hierzulande, den Anarchisten ins Land zu lassen. Johannes Holzmann starb in einer Anstalt für Geisteskranke. Im November 1913 hatte ihn die Dichterin dort ein letztes Mal gesehen und dabei an ihren Sohn geschrieben: »Gestern sah ich Sascha, denk mal […] Er grüsst dich herzlich, mein Männeken!« – Diesen Russland-Besuch hat Else Lasker-Schüler in »Der Malik« verarbeitet, in ihren »Hebräischen Balladen« widmete sie »Meinem so geliebten Spielgefährten Senna Hoy« einen Zyklus. – Mit adressiertem Kuvert. – Drei Beigaben.

27,5 : 21,7 cm. – Zweifach gefaltet.

548  Else Lasker-Schüler. Theben.

€ 15000

Gedichte und Lithographien. Frankfurt a.M. und Berlin, Querschnitt-Verlag 1923. Mit zehn kolorierten signierten Lithographien und 13 Seiten lithographiertem Text. Blauer Originalleinenband mit vergoldeter Illustration auf dem Vorder- und dem Signet der Galerie Flechtheim auf dem Hinterdeckel.

24. Druck der Galerie Flechtheim. – Eins der Künstlerexemplare, die Else Lasker-Schüler von Flechtheim als »Bezahlung« erhielt (sie beklagte sich darüber später in »Ich räume auf!«). Hier statt einer Nummerierung von der Dichterin als Exemplar »k« bezeichnet und wie die Vorzugsexemplare mit kolorierten Lithographien (Gesamtauflage 250), drei Lithographien mit eigenhändig ergänztem Titel, teils in Bezug zur Empfängerin dieses Exemplars, eine Lithographie mit collagierter Silber- und Goldfolie. – Nicht nur die zehn Lithographien, auch der Druckvermerk wurde von Else Lasker-Schüler signiert. – Gedruckt bei A. Ruckenbrod, Berlin, nach den Zeichnungen und der Handschrift der Künstlerin. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – In der Einheit von Bild und Schrift, seiner spontan wirkenden Gestaltung und trotzdem bibliophilen Aufmachung, bildet »Theben« einen Höhepunkt der expressionistischen Buchkunst. – »Die zehn Gedichte, die zu den schönsten der Dichterin gehören, stammen aus verschiedenen früheren Sammlungen und sind mit ihrem Familien- und Freundeskreis eng verbunden. […] Die wichtigsten Gestalten, die die private Phantasiewelt der Künstlerin bevölkern, ziehen in Text und Bild durch das Werk, in schnellen, nervösen, eigenwilligen Zügen in Silhouetten gezeichnet, die sich von der Realität entfernt haben.« (Papiergesänge). – Mit einem Widmungsblatt der Vorbesitzerin, der Münchner Schriftstellerin Elisabeth von Schmidt-Pauli, an die gemeinsame Bekannte Olga Sternberg: »Olli | mein Wert-Objekt, von ihr selber mir gemalt […]« (siehe die folgende KatNr.).

32,5 : 25,0 cm. [28] Seiten. – Vorderdeckel am Seitenrand leicht wellig, Kapitale leicht berieben.

Raabe/Hannich-Bode 182.15. – Jentzsch 136. – Lang, Expressionismus 217. – Papiergesänge 41

549  Neuer Leipziger Parnass.

€ 400

[Gedichte von] Elsa Asenijeff, Walter Hasenclever, Kurt Pinthus, Ulrich Steindorff. Leipzig 1912. Kordelgeheftete Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Einzige Ausgabe. – Eins von 150 Exemplaren, dem Leipziger Bibliophilenabend gestiftet von Eugen Platky und Wilhelm Breslauer. – Mit eigenhändiger Widmung des Herausgebers Kurt Pinthus, mitunterzeichnet von Walter Hasenclever, für Fritz Engel, (möglicherweise der Redakteur und Theaterkritiker des »Berliner Tageblatts«, der seit 1911 Vorsitzender der Kleist-Stiftung war). – Frühexpressionistische Sammlung von Gedichten aus dem Leipziger Kreis.

23,2 : 15,5 cm. 27, [1] Seiten. – Umschlagränder minimal gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 234, 3. – Raabe 111. – Deutsche Bibliophilie 1898–1930 S. 75

550  Dada – Littérature.

€ 1500

Revue mensuelle. Directeur: Louis Aragon, André Bréton, Philippe Soupault. Nos. 1 [bis] 9. – Nouvelle série. Directeur: André Bréton. No. 2–6, 8, 9 und 11/12 Paris, Librairie Gallimard 1919–1920 und 1922–1923. 17 Originalumschläge, die acht der Nouvelle série illustriert von Francis Picabia.

Die von Louis Aragon und André Bréton herausgegebene Zeitschrift zählt neben »Dada« und »391« zu den bedeutendsten dadaistischen Publikationen. – »Nahezu alle führenden Dichter und Schriftsteller der französischen Avantgarde publizierten in »Littérature«. (Dada global 155). – Es erschienen 20 Hefte der ersten und 13 Hefte der »nouvelle« Serie. – Mit Texten von Guillaume Apollinaire, Tristan Tzara, Max Jacob, Benjamin Péret, Louis Aragon, Paul Eluard, Francis Picabia, Robert Desnos und André Breton, Roger Vitrac, Jacques Baron, M. A. Cassanyes. – Illustrationen von Francis Picabia, Max Ernst, Robert Desnos und Man Ray. – Heft 11 mit den Werbeseiten »Au sans pareil«. – Dazu: Messages. Hefte 1944/II (Risques, travaux & modes) und Heft 1946/I-II (Les mots et les signes). Paris 1944–1946. Zwei Originalbroschuren. Je eins von 1500 Exemplaren. – Die Reihe mit Texten der französischen Moderne erschien von 1939–1946. Herausgeber der späten Jahrgänge war Pierre Seghers, zu den Mitarbeitern und Beiträgern zählten Raymond Queneau, Jean-Paul Sartre, Michel Leiris, Jean Tardieu u. a. – In Heft 1944/II der Erstdruck von Picassos Burleske »Lé désir attrapé par la queue«, illustriert vom Verfasser. Das Stück entstand 1941 und wurde im März 1944 erstmals und unter Beteiligung von Michel Leiris, Simone de Beauvoir, Dora Maar, Germaine Hugnet, Jean Paul Sartre, Georges Hugnet u. a. aufgeführt.

22,5 : 14,5 cm bzw. 23,3 : 18,3 cm. Je 32, 24 bzw. 48 Seiten.

Dada global 155ff. – Motherwell/Karpel 73. – Dokumentations-Bibliothek III, 180. – Beigabe: Vgl. Kibbey 1331