ChristianHesse

Lot 51 – 100 | Hesse-Auktionen
Lot 51 – 100

51  Ernst Wilhelm Nay. C. G. Heise zum Geburtstag.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farbholzschnitt. 1965. 48,0 : 35,5 cm (76,5 : 57,0 cm).

Unsignierter Abzug des endgültigen achten Zustands. – Gedruckt von vier Stöcken mit Deckfarben. – Auf Velin d’Arches.

Gabler 80

52  Max Oppenheimer. Quartett.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 3800

Farblithographie. 1948. 21,5 : 31,0 cm (30,3 : 43,8 cm). Signiert, datiert und bezeichnet.

Unten links bezeichnet als »trial proof – corrected« (einige Details mit Bleistift). – Rechts unten mit Bleistift signiert »MOPP 1948«, darüber in der Platte. – Auf getöntem Maschinenbütten. – Das Motiv »Rosé-Quartett« hatte Oppenheimer bereits 1920 und 1932 graphisch umgesetzt.

Passepartoutausschnitt gebräunt. Die äußersten Ecken mit Klebespuren ehemaliger Montage, Oberrand mit kleinem Einriss.

53  Otto Pankok. Rundgang im Gefängnishof. – Gefangener.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

– Zwei Radierungen. 1923. 19,0 : 13,5 cm (31,5 : 23,5 cm). Signiert.

Je eins von 50 signierten Vorzugsexemplaren. – Aus der Folge der fünf Radierungen Pankoks zur Buchausgabe »Oskar Wilde. Ballade des Zuchthauses zu Reading, von C. 3.3.«, ediert vom Juncker-Verlag, Berlin. Neben den Vorzugsausgaben erschienen weitere 250 nur im Druckvermerk signierte. – Die Platten wurde nach dem Druck vernichtet.

Im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt. Blatt I am Oberrand Durchschlag der Montierungsstreifen. – Nicht außerhalb des Rahmens begutachtet.

Jäger WR 289 und 290. – Aus Jentsch, Bücher des Expressionismus 132

54  Victor Pasmore. The Dance of Man. La Danca dell’uomo.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

In Modern Times. Questions without an answer. Rom, 2RC 1972. Mit zehn Farbaquatintaradierungen. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, -folienumschlag und -acrylglasbox.

Eins von 95 Exemplaren, weitere 15 für den Künstler. – Auf Velin. – Auf dem Titelblatt signiert und nummeriert. – Herausgegeben von Eleonora und Walter Rossi. – Die großartigen Radierungen, teils mit Prägedruck, füllen jeweils beide Seiten der neun Doppelblätter, dabei eine Seite mit dem einbezogenen typographischen Text. – Eine Radierung dient als Umschlag, der Rückentitel auf dem Folienumschlag. – Ein letztes Doppelblatt enthält den italienischen Text nach der Übersetzung von Giovanna Zamboni und ein graphisches Inhaltsverzeichnis. – Edwin John Victor Pasmore (1908–1998) zählte zu den einflussreichsten britischen abstrakten Künstlern. – Sehr gut erhaltenes Exemplar des schönen Künstlerbuchs.

50,0 : 50,0 cm. [44] Seiten.

55  Pablo Picasso. Femme nue devant une Statue.

Schätzpreis/Estimate: € 7000

Ausrufpreis/Starting bid: € 4600

Radierung. 1931. 31,2 : 22,1 cm (44,5 : 33,5 cm). Signiert.

Blatt 6 aus der »Suite Vollard«. – Eins von 250 Exemplaren auf »petite papier vergé de Montval« mit dem Wasserzeichen des Verlegers. – Der Verleger und Kunsthändler Ambroise Vollard gab bei Picasso eine Folge von einhundert Graphiken in Auftrag, die das Thema von Künstler, Modell und Skulptur oder den Minotaurus-Mythos variieren. Die Graphikfolge entstand in den Jahren 1930 bis 1937 und wurde nach ihrem Auftraggeber benannt.

Im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt. Verso Montierungsreste.

Bloch 139

56  Pablo Picasso. La Celestine.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Zuschlag/Hammerprice: € 2600

Radierung. 1968. 8,8 : 12,5 cm (25,3 : 32,7 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 3/50. – In der Platte datiert »16.5.68 V«. – Auf Rives-Bütten. – Die Dramen um Celestina und Calisto und deren tragische Liebesgeschichte faszinierten Picasso lebenslang. Bereits 1904 malte er in der blauen Periode das Portrait der Celestina, 1968 kehrte er zu dem Thema zurück. Für »La Celestine« schuf Picasso innerhalb von ca. sieben Monaten 66 kleinformatige Radierungen, die 1971 als Buch Picassos letzte illustrative Arbeit bildeten. Je 50 Abzüge wurden auf breitrandigem Bütten gedruckt und signiert.

Bloch 1576

57  Pablo Picasso. Ohne Titel (Serie 347, 4).

Schätzpreis/Estimate: € 5000

Zuschlag/Hammerprice: € 3600

Radierung. 1968. 31,7 : 52,8 cm (42,0 : 64,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 31/50. – Blatt 4 aus der Serie »347 graphische Blätter«, die vom 16.3. bis 5.10.1968 entstanden. – In der Platte datiert »22.3.68 II.« – Auf starkem Velin. – Die Folge stellt eine Art Tagebuch dar, in das Picasso fast täglich seine Gedanken in Kupfer gravierte. »Uns war durchaus bekannt, daß Picasso einer der fleißigsten Arbeiter unter den zeitgenössischen Künstlern ist, aber die sieben Monate dauernde, unermüdliche Hingabe an seine Arbeit, sowie der Umfang und die Intesität dieser Arbeit waren doch so ungewöhnlich, daß dieses Werk als eine einzigartige Leistung nicht nur in Picassos eigenem schaffen, sondern darüber hinaus auch in der gesamten Geschichte der Graphik angesehen werden muß« ( Aldo und Piero Crommelynck, zitiert nach: Picasso 347, Edition Praeger 1961).

Blattränder durch ehemaliges Passepartout schwach verfärbt und mit leichtem Abdruck der Passepartoutkante. Einige winzige (Rost?)-Flecken in der Darstellung.

Bloch 1484

58  Pablo Picasso. Ohne Titel (Serie 347, 11).

Schätzpreis/Estimate: € 5000

Zuschlag/Hammerprice: € 3200

Radierung. 43,0 : 33,0 cm (58,3 : 45,5 cm). Signiert und bezeichnet.

Exemplar »E.A.«, außerhalb der Auflage von 50 Exemplaren. – Blatt 11 aus der Serie »347«. – In der Platte datiert »29. März 1968, II-III-IV-V-VI.« – Auf starkem Velin.

Schwacher Knick am unteren Rand, bis in die Darstellung. Kaum merkliche, schwache Stockflecken. Verso kleine Montierungsreste.

Bloch 1491

59  Pablo Picasso [et] André Villers. Diurnes.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Découpages et photographies. Texte de Jacques Prévert. Paris, Berggruen 1962. 30 Tafeln mit Foto-Demontagen. Mit den Textseiten lose in Originalumschlag und farbig illustriertem Originalleinenschuber.

Eins von 900 Exemplaren (Gesamtauflage 1.000). – Die außergewöhnlichen Fotografiken waren Gemeinschaftarbeiten: Picasso schuf Scherenschnitte mit Silhouetten von Köpfen, Menschen und Tieren, die der Fotograf André Villers bei der Belichtung seiner Fotografien als Schablonen verwendete. Gedruckt wurden die Fototypien und Pochoirs bei Daniel Jacomet, den einleitenden Text von Jacques Prévert druckte die Imprimerie Union. – Das Buch entstand im Rahmen eines von dem Blechschneider Lionel Prejger ausgerufenen Wettbewerbs. Ihm lieferte Picasso mit der »Erklärung eines tintenfischartigen Papiergebildes […] ganz beiläufig eine ebenso simple wie überzeugende Beschreibung dieses Phänomens [der von Werner Spies als »Klappskulpturen« bezeichneten »Flachskulpturen«]: ›Das ist ein Stuhl […] und sehen sie, das ist auch eine Erklärung des Kubismus! Stellen Sie sich einen Stuhl vor, der unter eine Dampfwalze gekommen ist.‹« (Petra Kipphoff, Die Zeit, 14.X.1983). – Die farbige Titelschrift auf dem Umschlag, auf der Kassette um Zeichnungen ergänzt, wurde nach Picassos Entwurf gedruckt.

41,0 : 31,0 cm. 18, [2] Seiten, 30 Tafeln, 30 Doppelblätter. – Die Kassette etwas angestaubt und minimal bestoßen, insgesamt sehr schön.

Vgl. Goeppert/Cramer 115. – Bloch livres 112. – Kibbey 1463

60  Imre Reiner. Alter Hof.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausrufpreis/Starting bid: € 1200

Öl auf Leinwand. 1929. 35,0 : 53,0 cm. Signiert und datiert.

Auf dem Keilrahmen betitelt und bezeichnet »Firenze 1929 Imre Reiner«. – 1926 hatte Imre Reiner eine erste Studienreise in die Toskana unternommen. Die dort gewonnenen Eindrücke setzte er nach seiner Rückkehr nach Stuttgart in den Jahren 1927–1930 in Ölgemälden um.

Provenienz: Aus familiärem Nachlass des Künstlers.

61  Imre Reiner. Stuttgarter Stilleben.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausrufpreis/Starting bid: € 1500

Öl auf Leinwand. 1929. 35,0 : 40,8 cm. Signiert und datiert.

Auf dem Keilrahmen betitelt und bezeichnet »Imre Reiner 1929 Stuttgart«. – Nach seiner Amerikareise war Imre Reiner 1925 wieder nach Stuttgart zurückgekehrt, wo er seine Ausbildung als Meisterschüler Schneidlers fortsetzte. Neben freier Malerei widmete er sich der Gebrauchsgraphik und dem Industriedesign, u. a. Karosserien für Mercedes. 1927–1930 entstanden in Stuttgart eine Reihe kleinformatiger Ölbilder. 1930 zog Reiner nach Paris und ein Jahr später endgültig in den kleinen Ort Ruvigliana bei Lugano, wo er fortan lebte und arbeitete. – Das Gemälde verbindet die naturalistische Darstellung mit abstrakten Momenten, die in Reiners Arbeiten zunehmend an Gewicht gewinnen sollten.

Provenienz: Aus familiärem Nachlass des Künstlers.

62  Imre Reiner. Im Schaufenster eines Restaurants.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Tempera und Tusche. 1963. 39,4 : 28,5 cm. Signiert, rückseitig signiert, datiert und betitelt.

Auf Velin. – Rückseitig mit Aquarellfarben marmoriert. – Auf Karton montiert, dort nochmals betitelt. – Vorder- und rückseitig mit der Werknummer »1246« bezeichnet.

63  Imre Reiner. Bild 798.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 360

Aquarell und farbige Tuschen. 1964. 34,0 : 29,2 cm. Vorder- und rückseitig signiert, datiert und betitelt.

Schöne Mischtechnik. – Teils lasiert, teils in Spritztechnik und durch schwarze Tuschelinien strukturiert. – Auf Bütten, dies auf Unterlagekarton montiert und dort nochmals als »Bild 798« betitelt.

64  Imre Reiner. Daidalos Töpfer.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Aquarell und Tusche. 1964. 40,3 : 28,2 cm. Signiert und datiert, rückseitig betitelt, nochmals signiert und datiert.

Leuchtend roter Hintergrund mit der amorphen Figur, die durch die Tuschepartien akzentuiert wird. – Auf Aquarellkarton, dieser auf Unterlagekarton montiert und dort nochmals betitelt.

65  Imre Reiner. Zehn Stilleben.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Dritte Folge aus den Jahren 1953–58. Zehn Radierungen. 1965. 51 : 35 cm. Signiert, nummeriert, zwei betitelt.

Exemplar 5/10. – Auf Zandersbütten. – Im Eigenverlag erschienen. – Lose in Originalumschlag und Halbleinenmappe. – Sehr selten und tadellos.

Reiner-Bibliographie IV, 7

66  Imre Reiner. Serenade.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Eine Auslese der Radierungen aus den Jahren 1957–59. Zehn Radierungen. 1965. 56 : 38 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 9/10. – Auf Velin von Rives. – Im Eigenverlag erschienen. – Lose in Originalumschlag und Mappe. – Sehr selten und tadellos.

Reiner-Bibliographie IV, 8

67  Dieter Roth. Stupidogram f. eugen gomringer.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 4200

Rote Farbstiftzeichnung auf Millimeterpapier. 1961. 21,0 : 29,2 cm. Signiert, datiert und mit Widmung betitelt.

Die Wiederholung eines Zeichnungsdetails – Striche, Satzzeichen o. ä. – auf strukturiert-bedrucktem Hintergrund nannte Roth »stupidogramme«. Hier eine frühe Zeichnung dieser Werkgruppe mit schöner Dedikation für den Begründer der Konkreten Poesie. – Gerahmt.

68  Dieter Roth. Müh und Sorge.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Farboffsetlithographie. 1972. 61,5 : 91,0 cm (65,0 : 94,5 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 7/145. – In der Platte betitelt. – Auf glattem Velin. – »Handoffset, sechs Farben (eine Farbe von Hand aufgetragen)« (Dobke). – Gedruckt von Karl Schulz, Braunschweig. Ediert von Hans Höppner, Hamburg, mit dessen Trockenstempel.

Seitenränder leicht geknickt, linker etwas angeschmutzt.

Dobke 262

69  Die Schaffenden.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R19 )

Vier Radierungen, eine Lithographie. 1921–1929. Ca. 41 : 31 cm. Alle signiert.

Aus den Mappenwerken »Die Schaffenden«, herausgegeben vom Euphorion Verlag, Berlin. – Je eins von 100 Exemplaren auf Bütten, teils mit dem Trockenstempel der Edition. – Radierungen: I. Max Peiffer Watenphul. Frau mit Fruchtschale. 1921. – II. Martel Schwichtenberg. Varietésoubrette. 1921. – III. Hermann Mayrhofer. Im Kaffeehaus. Um 1929. – IV. Franz M. Jansen. Bröhltal-Landschaft. Um 1928. – Lithographie: V. Rudolf Wacker. Briefschreiberin. 1923.

Ränder teils etwas unfrisch.

Söhn HDOG 72711-8, 72712-9, 72721-5, 72723-10 und 72715-8

70  Die Schaffenden.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R19 )

Neun Graphiken. 1922–1930. Ca. 41 : 31 cm. Sechs Blätter signiert.

Aus den Mappenwerken »Die Schaffenden«, herausgegeben vom Euphorion Verlag, Berlin. – Je eins von 100 Exemplaren auf Bütten, I–III mit dem Trockenstempel der Edition. – I. Robert M. Huth. Mädchen vor dem Spiegel. Radierung. 1922. – II. Helmut Krommer. Ruhende Tänzerin. Radierung. 1921. – III. László Medgyes. Frauenbildnis. Lithographie. 1922. Im Stein signiert. – IV. Gustav H. Wolff. Schrifttafel »Rimbaud: Le pauvre Songe«. Holzschnitt. 1922. – V. Hans Kuhn. Drei Personen. Radierung. 1926. – VI. Hermann Huber. Badende. Lithographie. 1930. – VII. Hermann Huber. Sturm. Lithographie. 1930. – VIII. Evamarie Schlenzig. Pensionatsspaziergang. Lithographie. 1920. – IX. Evamarie Schlenzig. Treppen in Fiesole. Lithographie. 1930. – II, IV, VI, VII, VIII und IX signiert.

Söhn HDOG 72711-3, 72711-5, 72712-8, 72713-10, 72720-8, 72721-3 und -4, 72721-8 und -9

71  Die Schaffenden.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 260 ( R19 )

Drei Lithographien, vier Radierungen. 1922–1931. Ca. 41 : 31 cm. Fünf Blätter signiert.

Aus den Mappenwerken »Die Schaffenden«, herausgegeben vom Euphorion Verlag, Berlin. – Je eins von 100 Exemplaren auf Bütten, II und III mit dem Trockenstempel der Edition. – I. Rahel Szalit-Marcus. Tartarin. Lithographie. 1922. – II. Konstantin Tereschkowitz. Sitzende Frau. Lithographie. 1923. – III. Konstantin Tereschkowitz. Mädchen mit Blumen. Lithographie. 1923. – IV. Eduard Gunzinger. Toulon. Radierung. Um 1928. – V. Hermann Teuber. Spandauer Straße. Radierung. 1929. – VI. Hermann Poll. Konzert. Radierung. 1931. – VII. Hermann Teuber. Reiter im Park. Radierung. 1930. – I und IV–VII signiert.

Oberrand von I, VI im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt.

Söhn HDOG 72715-5, -6 und -7, 72720-7, 72721-10, 72723-6 und -9

72  Hermann Scherer. Rodion Raskolnikoff nach Dostojewski.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 340

16 Holzschnitte. 1926/1961. 33 : 27 cm (50 : 35 cm).

Eins von 125 Exemplaren, daneben fünf unverkäufliche. – Die Holzschnitte stammen von Hermann Scherer, Schüler und Freund Ernst Ludwig Kirchners, und entstanden 1926, kurz vor seinem Tod. Eine Lebzeitauflage im eigentlichen Sinne kam nicht zustande. – Erst 1961 erfolgte die Ausgabe, abgedruckt von den Originalstöcken aus dem Besitz der Kunstsammlung Basel. – Ediert von der Schweizerischen Graphischen Gesellschaft. – Mit dem Textblatt lose in der Originalhalbleinenmappe mit dem in Blau gedruckten Deckelholzschnitt. Die Mappe wurde nach dem Muster des Künstlers angefertigt.

Nicht im Kat. Lindenau-Museum und nicht in der Rifkind-Collection

73  Hugo Steiner-Prag. Totentanz V.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Lithographie. 1918. 10,0 : 11,0 cm (25,5 : 19,5 cm). Signiert und datiert.

Bezeichnet unten links mit »Probedruck«. – Lithographie für dem Illustrationszyklus »Die Ahnfrau«. – Dazu zwei weitere Probedrucke: I. Lithographie aus »Clavigo«. 1917. Signiert und bezeichnet. Mit Remarque am linken Unterrand. – II. Der erste Schiffer. Lithographie aus Salomon Gessner, Idyllen. 1921. Signiert, datiert, betitelt und bezeichnet. – Alle unter Passepartout.

74  Milly Steger. Tänzerin.

Schätzpreis/Estimate: € 12000

Zuschlag/Hammerprice: € 26000

Bronze. Um 1921/22. 72 : 23 m: 21 cm. Auf der Plinthe bezeichnet »M. Steger«.

Einer von sicher nur wenigen Güssen. – Nach Studien bei Karl Janssen (Düsseldorf) und prägenden Begegnungen mit Georg Kolbe, Auguste Rodin und Aristide Maillol hatte Milly Steger (1881–1948) 1909 ihre Ausbildung in Berlin beendet. Bereits 1910 lud sie ihr dann langjähriger Förderer Karl Ernst Osthaus nach Hagen ein. Ihre dort im öffentlichen Auftrag entstandene Aktgruppe für die Fassade des Theaters löste einen Skandal aus, Osthaus’ Fürsprache sorgte aber zugleich für deutschlandweite Bekanntheit. Mehrere Skulpturen für den öffentlichen Raum folgten, 1914 entstanden zwei Reliefs für Henry van de Veldes Theater der »Deutschen Werkbund-Ausstellung« in Köln. Während des Krieges war ihre finanzielle Situation desolat, 1917 kehrte sie nach Berlin zurück und übernahm das Atelier von Georg Kolbe. 1922 stellte Milly Steger zeitgleich mit Emmy Roeder in Berlin aus, beide zählten zu den wichtigsten Bildhauerinnen Deutschlands. – Gerade 1920 beeindrucken bei Stegers Plastiken die homogenen, von Details befreiten Oberflächen. Im Gegensatz zu den wenige Jahre später wieder naturalistischeren Figuren wirkt gerade die »Tänzerin« eher archetypisch. – Mit schöner und gleichmäßiger Patina.

Ausstellung: Die Grenzen des Frauseins aufheben. Die Bildhauerin Milly Steger. Karl Ernst Osthaus-Museum Hagen, 1998, Abbildung Seite 119.

75  Antoni Tàpies. Les deux cartes.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Farbige Lithographie. 1976. 33,0 : 60,0 cm (56,0 : 76,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 9/75. – Auf Arches-Bütten. – Neben der Einzelauflage erschien die Lithographie, auf Buchformat beschnitten und gefalzt, auch in Georges Raillard, Tàpies. Monographie (Paris 1976).

Rückseitig Montierungsreste.

Galfetti 638

76  Fred Thieler. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farblithographie. 1986. 79,0 : 59,0 cm (89,5 : 70,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar XX/XX. – Auf Velin.

Linker Rand minimal, untere linke Ecke stärker geknickt.

77  Fred Thieler. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farbserigraphie. 1988. 74,5 : 53,0 cm (93,0 : 70,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 32/90. – Auf Velin »BFK Rives«.

Ränder minimal, oben etwas stärker geknickt

78  Heinz Trökes. Abstrakte Komposition.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Farblithographie. 65,0 : 49,5 cm (81,0 : 60,5 cm). Signiert und datiert.

Exemplar 36/113. – Auf Velin. – Mit dem Trockenstempel der Edition Domberger Stuttgart. – Unterrand mit leichten Knickspuren. – Dazu: Karl Rössing. Drei Farblinolschnitte. Signiert und nummeriert. – Armin Münch. Zwei Lithographien. 1956. Signiert und nummeriert, im Stein monogrammiert und datiert. – Hans Fronius. London, Trafalgar Square. Lithographie. 1983. Signiert und datiert. – Zwei Beigaben (Christian Kruck, Farblithographien).

79  Jacques Villon. Huit lithographies originales.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1700

[Présenté par] Lionello Venturi. Paris, Louis Carré 1962. Acht signierte Farblithographien. Originalleinenband.

Eins von 175 Exemplaren auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 225). – Sieben der acht leuchtend farbigen, abstrakten Lithographien schuf Villon nach Gemälden aus den Jahren 1932–1955, eine (Le vase jaune) explizit für dieses Werk. – Alle gedruckt bei Mourlot, Paris. – Jede Lithographie ist auf einem Seidenvorblatt betitelt. – Mit dem biographischen Text des Herausgebers. – Prachtvoll, selten und tadellos erhalten.

43,0 : 53,0 cm. [32] Seiten, 8 Lithographien.

Ginestet/Pouillon App. 65–72. – Monod 11311

80  Emmet Williams. 13 Variations.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 1600

13 Variationen. 13 Variations. [Köln], Galerie der Spiegel 1965/1992. Leporello mit 13 Farblithographien. In schwarzer Originalleinenkassette mit Titelprägung.

Edition Mat Mot No. 6. Herausgegeben von Karl Gerstner und Daniel Spoerri. – Eins von 250 für den Handel bestimmten Exemplaren, weitere elf als Künstlerexemplare. – Eins der 20 Exemplare (Nrn. 236–255), die 1992 mit einer neuen Mappe versehen wurden. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – 13 Variationen der sechs Worte when this you see remember me von Gertrude Stein. »Jedem dieser sechs Worte wurde eine Farbe zugeordnet. Die sechs Worte der ersten Variation sind in der zweiten verdoppelt, diese zwölf werden vierundzwanzig in der dritten, achtundvierzig in der vierten, und so fort, bis am Ende, bei vierundzwanzigtausendfünfhundertsechsundsiebzig, die Worte verschmelzen.« (Emmett Williams im Klappentext). – Beiliegend: Emmett Williams. When this you see remember me. Farbiger Stempeldruck und Handabdruck. 1992. 21,8 : 21,8 cm. Signiert und datiert.

22,6 : 22,6 cm (Leporello), 30,5 : 30,5 cm (Kassette).

81  Georg Philipp Wörlen. Das Erleben des Waldes.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Neun Holzschnitte. 1922. Ca. 14 : 10 cm. (18,0 : 15,0 cm). Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 10 einer sicher nur sehr kleinen Auflage. – Auf Japanbütten. – Alle Holzschnitte signiert, der erste enthält auch die Titelschrift, der letzte den Auflagenvermerk, dort nummeriert. – Als Blockbuch gedruckt. Ein unbedrucktes Vorblatt mit eigenhändiger Bezeichnung »G. Ph. Wörlen | Das Erleben des Waldes | 1922«. – Zusammen acht gefalzte Blätter in schwarzem Büttenumschlag, mit Heftlöchern aber ohne Kordelbindung. – Georg Philipp Wörlen (1886–1954) wandte sich nach Ende des Ersten Weltkrieges dem Expressionismus und Kubismus zu. 1920 ging er nach Passau und gründete dort die Künstlergruppe »Der Fels«. Dieser gehörte auch Carry Hauser an, mit dem Wörlen bis 1937 eng befreundet war. Beide zählten auch zur »Gruppe der 6« (vgl. Söhn HDOG 518-2 und Kat. Lindenau 5981). – Sehr selten, nicht im Kat. Lindenau Museum, nicht in der Rifkind Collection.

Ein Blatt mit Quetschfalte vom Druck, vereinzelte minimal fleckig.

82  Mac Zimmermann. Drei Radierungen,

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 170

davon zwei zweifarbig. 1970. 53,5 : 38,0 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

I. Jupiter verwandelt Lykaon in einen Wolf. – II. Deukalion II. Graugrün und Schwarz. III. Merkur und Herse. Matt Violett und Schwarz. – Jeweils Exemplar 29/75. – Aus dem Mappenwerk »Metamorphosen des Ovid«, ediert 1970 vom Rembrandt Verlag Berlin. Die zweite Radierung entstand bereits 1966 und wurde für die Mappe erneut abgezogen. – Auf Velin und mit dem Trockenstempel des Verlages. – Dazu: IV. Insel der Liebenden. Radierung. 1982. 29,8 : 39,0 cm (37,0 : 52,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert, in der Platte betitelt. Exemplar 2/70.

Waldberg 76, 55 und 84

84  Pierre Alechinsky. Noir et blanc.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Aquatintaradierung. 1998. 20,5 : 14,5 cm (30,0 : 25,0 cm). Signiert, datiert, betitelt und bezeichnet.

Exemplar »é.a. X/XI«. – Auf kräftigem, chamoisfarbenem Velin. – Mit dem Wasserzeichen der Edition RLD, Paris. – Der CoBra-Künstler Pierre Alechinsky erlernte die Radiertechnik in Stanley Hayters berühmtem »Atelier 17«.

85  Pierre Alechinsky. Composition.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Radierung. 2001. 23,0 : 21,0 cm. Signiert und nummeriert. Mit zehn blattgroßen Illustrationen. Originalbroschur.

Exemplar 9/15. – Auf starkem »Velin d’Arches«. – Beilage zur (hier vorhandenen) Vorzugsausgabe von Michel Sicard. Archèmes accompagné de dix dessins de Pierre Alechinsky. Paris, Galilée 2001. Mit zehn blattgroßen Illustrationen. Originalbroschur. – Das Buch makellos und unaufgeschnitten.

86  Richard Artschwager. Exclamation point.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 250

Multiple, Kunststoff lose montiert auf Papierbogen. 2001. 27,0 : 21,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 70/80. – »[…] nur lose fixiert, Nach dem Willen des Künstlers kann sie auch vom Blatt abgelöst und auf einer Trägerfläche (Wand, Spiegel etc.) angebracht werden« (Beilagezettel). – Aus der Serie »The Hydraulic Door Check«, es erschien als Gegenstück »Question Mark«. – In Karton-Flügelmappe.

Eine Ecke des Trägerkartons mit winzigem Knick.

87  Elvira Bach. Selbst mit Maske.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Farblithographie. 55,0 : 76,5 cm (56,0 : 76,6 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 13/125. – Auf Velin »Arches«.

88  Stephan Balkenhol. Schwebender Mann.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Zuschlag/Hammerprice: € 6000

Aquagravur auf festem Velin, handkoloriert. 2008. 68 : 107 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 43/46. – Als besondere Form des Reliefdrucks muss für die Aquagravur ein enormer Aufwand betrieben werden. Der Künstler fertigte ein hölzernes Relief von dem in einem Prägedruckverfahren Papierabzüge abgenommen wurden. Anschließend wurden diese vom Künstler handkoloriert. Die Erhabenheit der Aquagravur vermittelt einen dreidimensionalen Eindruck vom jeweiligen Motiv, obschon es doch in der Fläche verhaftet bleibt. Die Technik verbindet graphische und skulpturale Elemente und scheint wie für den »Holzschneider« Balkenhol geschaffen. – Gerahmt, nicht außerhalb des Rahmens begutachtet.

89  Stephan Balkenhol. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1200

Bemalte Keramik. 2008. Durchmesser 28,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 51/100. – Auf der Rückseite signiert, datiert und nummeriert. – Einmalige Edition zur Vorzugsausgabe des Ausstellungskataloges »Stephan Balkenhol« in den Deichtorhallen Hamburg. Der Katalog (2008, Snoeck Verlag Köln), auf dem Vortitel vom Künstler signiert und identisch nummeriert, liegt bei. – Katalog und Keramik im Originalkarton. – Stephan Balkenhol (geboren 1957) ist vor allem durch seine großformatigen Holzfiguren bekannt geworden, die auch im öffentlichen Raum breite Aufmerksamkeit finden. – Der Keramikteller bot dem Künstler die ideale Form für die Darstellung eines »vitruvianischen Menschen« der Gegenwart. – Makellos.

Buch: 24,7 : 17,4 cm. 185, [7] Seiten. Zahlreiche, meist farbige Abbildungen.

90  Georg Baselitz. Ohne Titel (Hand).

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Farbige Radierung. 2001. 13,7 : 10,8 cm (38,8 : 27,6 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 8/20. – Auf Velin. – Beilage zur Vorzugsausgabe des (hier vorhandenen) Ausstellungskataloges »Künstlerbücher« (Museum Burg Wissem, Troisdorf 2001).

91  Claudia Bölling-Bernays. Porträt Helmut Schmidt.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Tempera auf Büttenkarton. 2010. 69,5 : 49,5 cm. Monogrammiert und datiert.

Außergewöhnliches Porträt des Altkanzlers von Claudia Bölling, der Tochter des Helmut Schmidt-Vertrauten Klaus Bölling (1928–2014). Dieser war während der Kanzlerschaft Schmidts von 1974 bis 1981 dessen Regierungssprecher. Durch die persönliche Freundschaft kannte die Künstlerin Helmut und Loki Schmidt von früher Jugend an. Man mag an Bernhard Heisig – der die Künstlerin und ihre Arbeiten noch gekannt hat – denken, der Helmut Schmidt während der Arbeiten für dessen Porträt in der Kanzleramtsgalerie zugerufen haben soll: »Nun machen Sie mal ein geistreiches Gesicht!«.

92  Claudia Bölling-Bernays. Porträt Loki Schmidt.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Tempera auf Büttenkarton. 2010. 69,5 : 49,5 cm. Monogrammiert und datiert.

Farbenfreudiges Porträt der Ehefrau Helmut Schmidts. Loki Schmidt (1919–2019) verstarb nur wenige Monate später.

93  Claudia Bölling-Bernays. Helmut und Loki Schmidt.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Tempera auf Büttenkarton. 2010. 69,5 : 49,5 cm. Monogrammiert, datiert und mit Widmung bezeichnet.

Schemenhaft stehen die beiden Figuren vor dem kräftig getupften Hintergrund. – Mit schwarzer Tusche am Unterrand gewidmet »für Helmut und Loki Schmidt Ihre Claudia«.

94  Hartmut Böhm. Quadrat-Parallellogramm.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Tuschfeder. 1979/80. 27,5 : 21,2 cm. Signiert und datiert.

Vorzeichnung für die Zeitschrift »quad«, herausgegeben von Frits Bless. – Die Zeichnung von Hartmut Böhm (geboren 1938) wurde im ersten Heft der Zeitschrift (Juli 1980) veröffentlicht. – Am Oberrand mit Hinweisen für die Reproduktion. – Das Originalheft der Zeitschrift liegt bei.

95  Günter Brus. Zank.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Fünf Radierungen. 1988. 24,5 : 20,8 cm (46,8 : 36,8 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 6/35. – Ediert von Armin Hundertmark, Köln. – Mit dem nach der Handschrift des Künstlers serigraphierten Textblatt »Legende« lose im Originalkarton mit Deckelserigraphie.

96  Werner Büttner. Sternzeichen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Sechs Linolschnitte. 1984. Ca. 42 : 29 cm (54,3 : 40,0 cm). Signiert.

Vollständige Folge der sechs Sternzeichen Wassermann, Fische, Zwilling, Waage, Skorpion und Steinbock. – Auf glattem weißem Karton. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Werner Büttner (geboren 1954) arbeitete um 1980 mit Martin Kippenberger und Albert Oehlen zusammen. 1984 nahm er an der Ausstellung »Von hier aus – Zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf« teil. 1989 wurde er Professor an der HfBK in Hamburg. – Seine Sternzeichen wurden 1985 durch die sechs Drucke von Albert Oehlen vervollständigt (siehe KatNr. 130).

Griffelkunst 235 B1–6

97  Werner Büttner. Havana Moon.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 700

16 Holzschnitte. 1986. 45,0 : 33,0 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Eins von 20 Exemplaren (Gesamtauflage 30). – Ediert vom Maximilian Verlag Sabine Kunst, München. – Auf Werkdruckpapier, jeweils unter der Graphik Verse des Chuck Berry-Songs »Havana Moon« von 1956. – Druck bei Otto Hobusch, Hamburg. – Zusammen mit Titelblatt lose in Originalhalbleinenmappe. – Werner Büttner (geboren 1954) ist seit 1989 Professor an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. In den 1980er Jahren wurde Werner Büttner zusammen mit Albert Oehlen und Martin Kippenberger zu den sogenannten »Neuen oder Jungen Wilden« in der Malerei gezählt, die sich von der Konzeptkunst abwendeten und eine Rückkehr der Malerei propagierten.

45,0 : 33,0 cm. 17 Blätter.

98  Tony Cragg. Dinge. – Current. – Das Nebelige. – Vessel.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 550

– Vier Radierungen. 1994. 20,4 : 25,0 cm (34,0 : 39,7 cm). Signiert.

Auf Velin. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Tony Cragg, geboren 1949 in Liverpool, lebt seit 1977 in Wuppertal.

Griffelkunst 275 B1, 3, 4 und 6

99  Ein deutscher Hausschatz.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 660

Andreas Dress · Claus Weidensdorfer. Dresden 1994. 19 Radierungen, davon zwei aquarelliert und übermalt. Originalhalbleinenmappe mit Acrylglasdeckel (Ingeborg Winkler).

Eins von 16 Exemplaren. – Im Druckvermerk von beiden Künstlern signiert. – Auf schwerem Hahnemühle-Bütten. – Die Radierungen entstanden in den Jahren 1989–1994 und wurden von Dieter Béla gedruckt. – Die beiden Textblätter, eins mit dem Motto »Alles wahr und doch gelogen | Alles Lug doch nicht betrogen […]« und der Text von Gunhild Brandler wurden von Hand gesetzt und gedruckt von Kai Kromer. – Andreas Dress (geboren 1943) lebt und arbeitet in Dresden und Sebnitz. Seit 1983 arbeitete er wiederholt mit Claus Weidensdorfer (geboren 1931) zusammen, der wie er an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste studiert hatte. – Das Gemeinschaftswerk »Hausschatz« wurde erstmals 1995 in der Ausstellung im Dresdner Leonhardi-Museum präsentiert. 2009 widmete die dortige Galerie Mitte dem Jubiläum eine Ausstellung. – Ob die Auflage von 16 Exemplaren erreicht wurde, darf angesichts der Seltenheit in öffentlichen Sammlungen und im Handel bezweifelt werden.

55,0 : 73,0 cm. Insgesamt 22 Blätter.

100  Käthe van Dyck. Ollantay.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Acht Lithographien. 1967. 36,0 : 45,0 cm. Signiert und nummeriert.

Eins von 13 Exemplaren. – Auf schwerem Kupferdruckkarton. – Die Lithographien entstanden zu einem Auszug aus der in Quechua verfassten Inkadichtung in der Nachdichtung von Albert Theile. Der Textauszug, von Hand gesetzt und gedruckt auf ziegelfarbenen Büttenkarton, geheftet zu einem Leporello, liegt bei. – Die Angabe »Sieben Lithographien« im Druckvermerk wurde von der Künstlerin auf dem Innendeckel eigenhändig korrigiert. Dort zudem mit eigenhändiger Widmung der Künstlerin »ein Dank für 10 Semester Vorlesungen«. Käthe van Dyck (geboren 1943) studierte an der Berliner Hochschule für Bildende Kunst, wo das Mappenwerk auch gedruckt wurde. – Leporello, zwei Textblätter und acht Lithographien lose in Originalhalbleinenmappe.

Mappendeckel leicht verzogen.