ChristianHesse

Lot 51 – 100 | Hesse-Auktionen
Lot 51 – 100

51  Werner Gilles. Ophelia.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Farbige Lithographie. 1947. 39,0 : 52,0 cm (48,0 : 61,0 cm). Signiert, datiert, betitelt und mit »Orig.Litho« bezeichnet.

Vom Vorbesitzer durch Vermittlung und mit Echtheitsbestätigung von Walter Hummelsheim aus dem Nachlass des Künstlers erworben.

Im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt, in den Rändern wenige, kaum sichtbare Stockflecken. Verso Montierungsreste am Oberrand, davon herrührend schwache Knicke.

52  Werner Gilles. Der Reiter.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Farblithographie. 1950. 30,0 : 22,0 cm (32,7 : 25,0 cm).

Auf Unterlagekarton montiert, dort handschriftlich betitelt »Der Reiter« und mit dem Stempel »Nachlaß Werner Gilles«. – Vom Vorbesitzer durch Vermittlung und mit Echtheitsbestätigung von Walter Hummelsheim aus dem Nachlass des Künstlers erworben.

Im Passepartoutausschnitt gebräunt. Untere rechte Ecke mit schwachem Knick.

53  George Grosz. Mädchenakt mit Halskette, sitzend.

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Ausruflimit/Reserve price: € 4000

Farbige Kreidezeichnung und Aquarell. Um 1945. 63,5 : 48,3 cm.

Über Grosz’ Malstil der späten amerikanischen Jahre hatte sich Felix Weil, mit dem Grosz seit den 1920er Jahren befreundet war, wohl Ende der 1930er Jahre abwertend geäußert. Dem linksintellektuellen Mäzen proletarischer Kunst, der mittlerweile nach Argentinien emigriert war, antwortet Georg Grosz 1941 in einem Brief: »Lieber Lix, von »Kunst« verstehst Du nichts […] Hast Du jemals eine Ahnung gehabt, was es heißt, einen Arm oder eine Schulter modellieren zu können? […] wenn ein ›Arbeeta‹ oder irgendein Dir vertrautes sozialdemokratisches Symbol dargestellt ist – ja dann verstehst Du’s und ›genehmigst‹ es – ich sage extra: genehmigst – ich muß es ein wenig schärfer sagen – damit Du endlich einmal Deine Grenzen besser erkennst. […] Mann, wie wunderbar war Van Gogh, wie herrlich Renoir, wie gewaltig Delacroix – Degas, Dich bete ich an – und den großen Ingres nicht zu vergessen – gut, für Dich sind es dumme Malersknechte. […] Ich wollte immer Maler werden. […] Wenn später der ganze Inhaltszimt vergessen sein wird, wird die Linie, die Farbe noch leben wie eine Melodie. […] Deine etwas banale sozialdemokratische und etwas veraltete Verachtung der Kunst kann ich nicht teilen – es lebe die Malerei und die großen alten Meister« (George Grosz, Briefe, Reinbek 1979, Seite 295f.) – Auf bräunlichem Bütten »MBM – Ingres d’Arches«. – Rückseitig mit dem Nachlass-Stempel, dieser mit Werknummer »1 – 61 – 4«, und dort von fremder Hand betitelt und datiert. – Rückseitig eine Bleistiftzeichnung (Männliche Figur über Tisch gebeugt). – Nach Vermutung des jetzigen Eigentümers könnte es sich bei der Dargestellten um die Schwägerin des Künstlers handeln.

Provenienz: Ver Lazuk Gallery, Gold Spring Harbour, Maryland, USA. – Privatsammlung New York. – Privatsammlung Hamburg.

54  Erich Heckel. Frauen am Strand.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Zuschlag/Hammerprice: € 3000

Kaltnadelradierung. 1912. 15,9 : 23,7 cm (35,5 : 45,0 cm). Signiert und datiert.

Eins von 50 Exemplaren. – Hervorragend schöner Druck mit samtig-schwarzem Grat. – Auf leicht grauem Bütten. – 1912 löste sich die Künstlergruppe »Die Brücke« auf. Erich Heckel und Ernst Ludwig Kirchner verbrachten den Sommer dieses Schicksalsjahres mit Modellen auf Fehrmarn. – Sehr selten, ob die bei Dube genannte Auflage erreicht wurde, ist Angesichts der Seltenheit des Blattes fraglich.

Ränder etwas unfrisch, rechte Blattkante angestaubt. Oben links durchschlagende Bräunung von Papiereinschluss. Am Unterrand von fremder Hand betitelt.

Dube R 103

55  Erich Heckel. See vor Hügeln.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Ausruflimit/Reserve price: € 3000

Aquarell über Kreide. 1940. 48,5 : 66,5 cm. Signiert, datiert, rückseitig betitelt.

Die unverfänglich friedliche Landschaft zeichnete Erich Heckel in einer seiner künstlerisch schwierigsten Lebensphasen. 1937 hatte er Ausstellungsverbot erhalten, mehr als 700 seiner Arbeiten wurden als »entartet« beschlagnahmt und aus deutschen Museen entfernt. Im März 1939 wurden im Hof der Berliner Hauptfeuerwache bei einer »Bilderverbrennung« mehr als 1000 Gemälde und etwa 3800 Aquarelle und Graphiken von verschiedenen Künstlern vernichtet. Noch lebte Heckel in Berlin, sein dortiges Atelier wurde erst 1944 bei einem Bombenangriff zerstört. – Auf Fabriano-Büttenkarton.

Etwas stockfleckig.

56  Erich Heckel. Dunkle Sonnenblumen.

Schätzpreis/Estimate: € 5000

Zuschlag/Hammerprice: € 3600

Aquarell. 1954. 69,0 : 53,3 cm. Signiert, datiert und betitelt.

Auf Velin. – Möglicherweise die Vorfassung für ein geplantes Gemälde, die zweite Titelzeile mit »Entwurf« überschrieben. – »Die klare Zeichnung der wenigen Bildgegenstände, die Heckel auswählt und deren Umriß […] eine ornamentale Funktion innerhalb der Komposition ausübt, die Vereinfachung dieser wenigen Formen […] all das verrät keineswegs ein Nachlassen der schöpferischen Kraft. Die früher machmal stärker hervortretende Empfindsamkeit ist einer größeren Zurückhaltung und Ruhe gewichen.«.

57  Erich Heckel. Bergwiesen.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Zuschlag/Hammerprice: € 3000

Aquarell über Kreide. 1956. 48 : 62 cm. Signiert, datiert und betitelt.

Großformatige Berglandschaft, flächig ausgeführt, einige Konturen mit schwarzer Kreide hervorgehoben. – Auf Velin. – »Aquarell und Zeichnung sind bei Heckel nicht zu trennen. Denn unter jedem Aquarell liegt bei ihm eine Zeichnung; fast verborgen, wenn es sich um Blei oder schwarze Kreide handelt oder offensichtlich als graphisches Gerüst […] Diese Vielfalt des zeichnerischen Mediums ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein von Heckel gepflegter, noch wenig bekannter Reichtum« (Gunther Thiem). – Seit Kriegsende lebte Erich Heckel in Hemmenhofen am Bodensee und erhielt 1949 für einige Jahre einen Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. 1955 nahm er an der »documenta I« in Kassel teil. Von 1954 bis 1965 reiste und arbeitete Erich Heckel regelmäßig im Oberengadin.

58  Erich Heckel. Bergkegel.

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Ausruflimit/Reserve price: € 4000

Aquarell. 1960. 44,5 : 58,5 cm. Signiert, datiert und betitelt.

Auf Bütten »CMFabriano«. – In eindrücklicherer Farbigkeit als die eher naturalistischen Landschaften der 1950er Jahre. – »Der Landschaftsmaler hat aus der Landschaft am Bodensee wie aus den Reisen in die Schweizer Alpen reichen Gewinn gezogen […] Der Zwang, ständig unter dem Vergleich mit dem Motiv arbeiten zu müssen, hat, wie wie wir wissen, bei Heckels Arbeitsweise nie bestanden. Stets war sein Hauptaugenmerk stärker auf die Herstellung einer Bildordnung, auf die Harmonie der Farben und den Rhythmus der Form gerichtet, ohne daß man darüber den Anteil des Seherlebnisses ganz vergessen dürfte« (Paul Vogt).

Leichter Knick im rechten Rand.

59  Erich Heckel. Regenbogen.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Farblithographie. 1964. 43,6 : 57,5 cm (56,0 : 71,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 129/300. – Auf Velin. – Aus der Auflage für den Hamburger Kunstverein, verso dessen Stempel »Jahresgabe 1964«. – Gedruckt bei der Erker-Presse, St. Gallen, mit deren Trockenstempel.

Dube 378 b B

60  Otto Herbig. Drei Lithographien.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 300

1921–1923. 41 : 31 cm (Blattgröße). Signiert und datiert.

Je eins von 100 Exemplaren. – Auf Bütten. – Alle aus »Die Schaffenden«, Mappe III/4 1922 bzw. IV/2, 1923. – I. Das Bad. Blatt 3. – II. Mutter und Kind. Blatt 3. – III. Spielendes Kind. Blatt 4. – Alle herausgegeben vom Euphorion Verlag, Berlin. – Mit dem Trockenstempel der Edition bzw. des Verlags. – Otto Herbig (1889–1971) erhielt 1911 Unterricht bei Lovis Corinth in Berlin, 1912 besuchte die Kunstschule in Weimar. Während des Ersten Weltkriegs diente er gemeinsam mit Erich Heckel, Anton Kerschbaumer und Max Kaus in einem Sanitätstrupp. 1929 wurde er gleichzeitig mit Kerschbaumer und Schmidt-Rottluff Stipendiat in der Villa Massimo. Es folgten öffentlich beachtete Ausstellungen, bevor die Nationalsozialisten über ihn als Vertreter des Brücke-Expressionismus 1933 ein Ausstellungsverbot verhängen.

Ränder minimal gebräunt.

Söhn 72712-4, 72713-3 und 4

61  Heinrich Heuser. Porträt Thomas Mann.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausruflimit/Reserve price: € 600

Radierung. 1922. 21,5 : 15,5 cm (29 : 24 cm). Signiert.

Exemplar 27/50. – Aus der Mappe »Köpfe«, Verlag Friedrich Dehne, Leipzig. – Die ersten 50 Exemplare wurden auch von den Dargestellten, hier also Thomas Mann, signiert. – Auf Bütten. – Heinrich Heuser (1887–1967) studierte Malerei in München und war Meisterschüler von Fritz Mackensen in Weimar. 1912 schloss er sich der Berliner Sezession an, 1919 wurde er Gründungsmitglied der Darmstädter Sezession, war ebenso Mitglied im Deutschen Künstlerbund Weimar, in der Rheinischen Sezession und im Ausstellungsverein Pommerscher Künstler Stettin. 1937 wurde er von den Nationalsozialisten als »entartet« eingestuft, seine Bilder aus den Galerien entfernt.

Im Passepartoutausschnitt gebräunt

62  Franz Maria Jansen. Hamburg.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Zuschlag/Hammerprice: € 100

Kaltnadelradierung. 1920. 17,4 : 23,6 cm (27,1 : 37,3 cm). Signiert und als »Andruck« bezeichnet.

Titelei und Datierung aus Jansens »Malerhauptbuch«, keine Auflage bekannt. – Schöner Blick über die Lombardbrücke auf die Binnenalster. – Franz M. Jansen (1885–1958) zählt zu den markantesten Vertretern des rheinischen Expressionismus. Er war Mitbegründer der Kölner Sezession und seit 1913 zeitlebens den »Werkleuten auf Haus Nyland« verbunden.

Passepartoutausschnitt gebräunt.

Merholz 187

63  Franz M. Jansen. Bröltal-Landschaft.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 200 ( R19 )

Radierung. Um 1928. 24,9 : 34,0 cm. (31,2 : 41,0 cm). Signiert.

Eins von 100 Exemplaren. – Auf Bütten. – Blatt 10 aus »Die Schaffenden«, VIII. Jahrgang, Mappe 1, 1932. – Herausgegeben vom Euphorion Verlag, Berlin. – Auch in der Platte signiert und datiert. – Franz Lambert Jansen (1885–1958) gehört zu den bedeutenderen Vertretern des Expressionismus, wie viele Maler aus dem Kreis der Rheinischen Expressionisten war auch er kein akademisch ausgebildeter Künstler. Einen schweren Rückschlag in seiner künstlerischen Karriere erfuhr er 1937 als aufgrund seiner Schriften zum Expressionismus, die Anfang der 1920er Jahre entstanden waren, und seiner Holzschnitte (vor allem in der Zeitschrift »Die Aktion«) 157 seiner Werke in deutschen Museen als »entartete Kunst« beschlagnahmt wurden.

Unterer Rand mit wenigen winzigen Einrissen.

Söhn HDOG 72723-10. – Merholz 324 b

64  Felix Klipstein. Segovia.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 340

Bleistiftzeichnung. 1909. 44,7 : 50,2 cm. Betitelt und datiert.

Auf festem Aquarellpapier. – Aus dem Besitz von August Klipstein, dem Bruder des Künstlers, verso mit zwei kleinen Sammlerstempeln »AK«. – Felix Klipstein (1880–1941), Maler und Radierer, verbrachte zwischen 1906 und 1908 legendäre Wanderjahre in Spanien. In Madrid lernte er 1908 die Künstlerin Editha Blaß kennen, die u. a. auch eine Malausbildung bei den Berliner Sezessionisten Lepsius und Corinth genossen hatte. Das Paar heiratete und lebte danach mehrere Monate in Segovia, einer Kleinstadt in der Nähe von Madrid. Editha Klipstein wandte sich von der Malerei ab und der Schriftstellerei zu, Felix Klipstein vollzog eine radikale Abkehr von seinen bis dahin gültigen spätimpressionistischen Kunstvorstellungen und rückte in die Nähe der Heimatkunstbewegung. In das Jahr 1911 fällt der Beginn seiner Freundschaft mit Le Corbusier, der in Laubach zu Gast in seinem Wohnturm in der mittelalterlichen Stadtmauer war. (Vgl. matrikel.adbk.de, Biografie Felix Klipstein). Er entwarf erste Pläne zu einem Haus mit Atelier für das Künstlerpaar in Laubach. »Ich war beim Bruder meines Freundes Klipstein zu Gast: der Bruder, ein großartiger Maler. Wirklich sehr interessant, ich versichere es Ihnen. Eine aufbauende Mentalität. Offenheit, Fröhlichkeit, Lebensfreude, eine grenzenlose Ehrlichkeit!« (Le Corbusier an William Ritter, 1911, zitiert nach: Le Corbusier. Reise nach dem Orient. Zürich 1991, S. 432f.).

Wenige schwache Stockflecken am Oberrand, winziger Einriss links. – Verso umlaufend Montierungsreste.

65  Oskar Kokoschka. Dionysos, Aischylos und Euripides opfern vor dem Wettkampf.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Radierung. 1969. 26,1 : 20,1 cm (40,0 : 29,0 cm). Signiert und datiert.

Auf Bütten. – Außerhalb der Auflage für Suite und Buch von »Aristophanes. Die Frösche«, ediert von Gotthard de Beauclair in seiner Reihe »Ars librorum«.

Wingler/Welz 443

66  Oskar Kokoschka. Der Beobachter.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 260

Kaltnadelradierung. 1970. 23,5 : 17,7 cm (39,2 : 27,7 cm). Signiert.

Probedruck, neben der Auflage von 96 Exemplaren. – Verlegt von Gotthard de Beauclair, mit dem Trockenstempel der Edition. – »Vom Künstler scherzhaft ›Ich und meine Kritiker‹ benannt« (Wingler/Welz, S. 262).

Rechter Rand mit größerem, linker mit kleinem schwachen Knick.

Wingler/Welz 467

67  Oskar Kokoschka. Olda.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Kaltnadelradierung. 1972. 15,8 : 9,8 cm (22,0 : 16,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 70/100. – Auf Bütten. – Erschienen als Beilage zur Vorzugsausgabe von »Oskar Kokoschka. Erzählungen. Das Schriftliche Werk, Band 2«, Hamburg 1974.

Wingler/Welz 491

68  Käthe Kollwitz. Frau mit übereinandergelegten Händen.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausruflimit/Reserve price: € 1500

Kaltnadelradierung mit Aquatinta, Schmirgel und Punktroulette. 1898/99. 28,6 : 22,8 cm (59,7 : 43,5 cm). Signiert.

Frühe Radierung, von ihr selbst in einer Publikation von 1927 auch als »Schwangere« bezeichnet. – Gedruckt in Braun auf Kupferdruckkarton. – Eins von nur wenigen Exemplaren vor der Auflage. – Nach einigen Überarbeitungen mit Punktroulette war der endgültige Zustand der Darstellung erreicht. 1918 erschienen dann 50 nummerierte Abzüge, die von der Künstlerin und ihrem Drucker Felsing signiert wurden. Hier nach Verstählung der Platte aber ohne Felsings Signatur. – Rückseitig Stempel »Aus der Sammlung Ludwig Liebl« (nicht bei Lugt).

Knesebeck 43 IV b (von VII b)

69  Alfred Kubin. Pietà.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Federlithographie. 1923. 19,6 : 20,9 cm (44,2 : 31,6 cm). Signiert.

Eins von 25 Exemplaren auf Japan, weitere 100 Exemplare wurden auf einfachem Papier gedruckt. – Druck von A. Berger, Wien. – Dazu: Am Gleinkersee. Federlithographie. 1944. 36,0 : 30,0 cm (48,5 : 41,5 cm). Im Stein signiert und betitelt. Eins von 400 Exemplaren, weitere 55 wurden handschriftlich signiert. Druck bei Gebr. Sülter, Hamburg-Bergedorf.

Raabe 209 und 621

70  Fernand Léger. Composition.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausruflimit/Reserve price: € 1100

Farblithographie. 1947. 40,0 : 28,5 cm (42,0 : 32,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 25/100. – Auf festem Velin von Rives. – Schöne abstrakte Komposition in leuchtenden Farben. – Gedruckt von Desjobert, Paris. – Ediert von Robert Altmann, Paris, in seinem Portfolio »Brunidor 2«.

Ränder unbedeutend stockfleckig, sehr farbfrisch. – Montierungsreste.

Saphire 17

71  Fernand Léger. Femmes et enfants a l’accordeon.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 340

Farbserigraphie nach einer Gouache von 1950/51. 1954. 45,0 : 34,0 cm (56,0 : 38,0 cm).

Exemplar 538/1000. – Auf Velin d’Arches. – Aus dem Mappenwerk mit zehn Serigraphien nach Gouachen, gedruckt von Jean Bruller, Paris. Mit dem Trockenstempel »Sérigraphie F. Leger« und dem Monogramm des Druckers.

Saphire E 11

72  Fernand Léger. Tour Eiffel.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Farblithographie. 1955/1959. 42,0 : 32,0 cm (65,0 : 49,0 cm). Stempelsigniert.

Exemplar 68/180. – Aus der Folge »La ville«. – Auf Velin d’Arches. – Sicher eines der schönsten Blätter der Folge. Die großartige Hommage an Paris blieb unvollendet und wurde zumTeil erst nach dem Tod des Künstlers von seiner Witwe und Fernand Mourlot fertiggestellt. Tériade publizierte 1959 eine Folge von 29 Lithographien.

Im Passepartoutausschnitt minimal gebräunt.

73  Marino Marini. Bildnis Thomas Mann.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 560

Farbige Lithographie. 1955. 33,5 : 26,5 cm (55 : 45 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 128/200. – Auf Velin »Arches«. – Entstanden im Todesjahr des Dichters und ediert von seinem Hausverlag S. Fischer. – Gedruckt bei Wolfensberger, Zürich.

Papier etwas gebräunt. Rückseitig umlaufend Montierungsreste.

Guastalla 107

74  Wilhelm Maxon. Acht Holzschnitte, davon drei koloriert.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Um 1920. 5 : 5 – 8 : 12 cm. Alle signiert.

Fünf einfarbige Holzschnitte in gleicher Größe (8 : 10 cm, 15 : 15 cm) auf Bütten. Mit religiösen Motiven aber auch Aphorismen. – Drei Landschaften, koloriert. – Wilhelm Maxon (1894–1971) studierte 1913 in München bei Fritz Helmuth Ehmcke. Später unterrichtete er selbst und gab Malkurse in Prien/Chiemsee. In den 1920er Jahren war er auf Ausstellungen der Münchener Neuen Secession verteten, in der Nazizeit galt er als »entartet«.

Teils etwas stockfleckig.

75  Else Meidner. Alfred Döblin.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 270 ( R19 )

Kaltnadelradierung. 17,9 : 13,8 cm (41,0 : 30,8 cm). Signiert.

Je eins von 100 Exemplaren. – Auf Bütten. – Blatt 10 aus »Die Schaffenden«, VI. Jahrgang, Mappe 2, 1929. – Else Meidner (1901–1987), die eigenständige Künstlerin an der Seite ihres ehemaligen Lehrers und späteren Mannes Ludwig, erkämpfte sich schon früh gegen familiären Widerstand die Erlaubnis zum Kunststudium. Fürsprecher waren Käthe Kollwitz und Max Slevogt. Von den Nationalsozialisten als Juden und »entartete Künstler verfemt, floh die Künstlerfamilie 1939 nach London. Dort findet sie zwar wieder zu einem farbenfroheren Stil, die 137 Gemälde und über tausend Zeichnungen, die sie anfertigt, bleiben jedoch, bis auf einige kleinere Ausstellungen, zu ihren Lebzeiten weitgehend unbeachtet. Erst Jahre nach ihrem Tod wird ihre Kunst wiederentdeckt. 2002 präsentierte das Jüdische Museum Frankfurt ihre Arbeiten gemeinsam mit denen ihres Mannes. – Dazu zwei weitere Graphiken: I. Walter Jacob. Kopf. Lithographie 1921. – II. Werner Laves. Ein Jude. Kaltnadelradierung. 1928. Je ca. 41 : 31 cm (Blattmaß). Beide signiert. Aus »Die Schaffenden«, III. bzw. VI. Jahrgang, Mappe 3 bzw. 2. Beide auf Bütten, I mit dem Trockenstempel der Edition.

Beigabe II im Passepartoutausschnitt gebräunt.

Söhn HDOG 72720-10 und 72711-4, 72720-9 (Beigaben)

76  Alfred Partikel. Drei Frauen mit Reh.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 200 ( R19 )

Lithographie. 1921. 29,8 : 23,2 cm (45,0 : 34,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 17/100. – Auf Bütten. – Gedruckt bei Hermann Birkholz, Berlin. – Aus der Mappe »Freie Secession Berlin – 17 Steinzeichnungen«, die neben dem schönen Blatt des ostpreußischen Künstlers Alfred Partikel (1888–1945) auch Lithographien so prominenter Mitglieder wie Heckel, Hofer, Kollwitz, Liebermann, Pechstein, Schmidt-Rottluff und Slevogt sowie eine Industrielandschaft von Wolf Röhricht (siehe KatNr. 99) enthielt.

Oberrand mit winzigen Einrissen.

Söhn HDOG 229-10, dort »o.T. (Bauernmädchen)«

77  Max Pechstein. Fünf Armstudien.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Zuschlag/Hammerprice: € 3800

Deckweiß und Bleistift auf braunem Papier, auf Holzplatte aufgezogen. 1904. 32,5 : 47,0 cm. Monogrammiert und datiert.

Außerordentlich fein und detailreich ausgeführte Studien verschiedener Armhaltungen, alle mit weißem Gewand. Pechstein arbeitete hier an der Darstellung des Faltenwurfs des Ärmels in seinen Licht-und-Schatten-Wirkungen. – Nach einer Lehre als Dekorationsmaler und ersten Studiensemestern an der Staatlichen Gewerbeschule im heimischen Zwickau war der junge Künstler in die sächsische Hauptstadt Dresden gezogen. An der dortigen Kunstakademie lernte er von 1903 bis 1906 als Meisterschüler von Otto Gussmann. Das Studienblatt belegt das hohe malerische und zeichnerische Können Pechsteins, der sich in den Folgejahren, nach Bekanntschaft mit Heckel und der daraus resultierenden Mitgliedschaft in der »Brücke«, dem Expressionismus zuwandte. – Nach Notiz auf der Rahmenrückseite wohl aus dem Nachlass von Horst Appuhn (1924–1990, Kunsthistoriker und Museumsdirektor am Museum für Kunst- und Kulturgeschichte Dortmund).

Unten rechts kleine Farbspritzer, wohl Atelierspuren.

78  Max Pechstein. Ein Landsknecht.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Zuschlag/Hammerprice: € 2400

Farbholzschnitt. 1907. 35,5 : 30,7 cm (50,5 : 38,5 cm). Monogrammiert, datiert und betitelt.

Abzug auf festem, bräunlichem, strukturiertem Papier. – Unterhalb des Monogramms mit unleserlicher Nummerierung(?). – Nachdem Pechstein 1906 Mitglied der »Brücke« geworden war, reiste er im Sommer 1907 nach Ligurien und lebte im Anschluss, von Anfang Dezember 1907 bis zum Beginn des Frühjahrs 1908, in Paris. Hier kam er in Kontakt mit den Künstlern des Fauvismus, deren Auffassung von der Bedeutung der Farbflächen innerhalb der künstlerischen Darstellung Pechstein nach vielen Museums- und Galeriebesuchen inspirierten.

Krüger H 71

79  Max Pechstein. Karneval VI.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Zuschlag/Hammerprice: € 3600

Lithographie. 1910. 28,2 : 38,0 cm (41,2 : 54,0 cm). Signiert, datiert und betitelt.

Auf dünnem glattem, chamoisfarbenen Papier. – Blatt 6 der gleichnamigen Folge von insgesamt zehn Lithographien. – Handabzug, sehr selten. – Ehemals Sammlung Joachim (Jim) Mersmann, Wiesbaden, seitdem in dritter Generation in Familienbesitz.

Im Passpartout-Ausschnitt kaum sichtbar gebräunt. Unten rechts kleine Knicke.

Krüger L 120

80  Max Pechstein. Karneval VIII.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Zuschlag/Hammerprice: € 3100

Lithographie. 1910. 28,0 : 38,0 cm (55,0 : 41,0 cm). Signiert, datiert und betitelt.

Auf dünnem glattem, chamoisfarbenen Papier. – Blatt 8 der gleichnamigen Folge von insgesamt zehn Lithographien. – Handabzug, sehr selten. – Ehemals Sammlung Joachim (Jim) Mersmann, Wiesbaden, seitdem in dritter Generation in Familienbesitz.

Krüger L 122

81  Max Pechstein. Herbst.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 850

Kaltnadelradierung. 1912. 26,2 : 25,8 cm (46.2 : 36,2 cm). Signiert, datiert und mit »1« nummeriert.

Auf chamoisfarbenem Halbkarton. – Abzug außerhalb der bei Krüger genannten Gurlitt-Auflagen von insgesamt 70 Exemplaren auf anderen Papieren. – Schöne Plattenprägung.

Im Passepartout-Ausschnitt etwas gebräunt.

Krüger R 78

82  Max Peiffer Watenphul. Frau mit Fruchtschale.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 170 ( R19 )

Radierung. 1921. 28,5 : 20,4 cm (41,0 : 30,3 cm). Signiert und datiert.

Je eins von 100 Exemplaren. – Auf Bütten. – Blatt 8 aus »Die Schaffenden«, III. Jahrgang, Mappe 3, 1922. – Herausgegeben vom Euphorion Verlag, Berlin. – Mit dem Trockenstempel der Edition.

Schwach gebräunt. – Rechte obere Ecke mit winzigem Knick.

Pasqualucci D 12. – Söhn HDOG 72711-8

83  Pablo Picasso. Sueño y mentira de Franco.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Zuschlag/Hammerprice: € 5500

Zwei Aquatintaradierungen. 1937. 31,5 : 41,5 cm (38,5 : 55,5 cm). Mit Signaturstempel. [Paris].

Je eins von 850 Exemplaren auf Vergé de Montval (Gesamtauflage 1000). – Nach dem von Franco 1936 angeführten Staatsstreich gegen die republikanische Regierung versuchte Picasso den Widerstand gegen die Putschisten zu unterstützen. Auch die Verkaufserlöse von »Traum und Lügen Francos«, dieser auf eigene Kosten gedruckten scharfen Satire gegen den Generalissimo, waren wohl dafür vorgesehen. Die 18teilige comic-artige Bildfolge entstand in der ersten Jahreshälfte 1937, vollendet wurde sie erst nach der Bombardierung Guernicas. Einige Bildelemente aus Picassos Guernica-Gemälde finden sich hier bereits auf der zweiten Graphik. – Lose in dem Doppelblatt mit der faksimilierten Handschrift Picassos und den Transkriptionen in Spanisch und Französisch, alles zusammen in grauem Originalumschlag mit dem montierten Titelschild nach Picassos Handschrift.

Umschlag leicht fleckig. – Beide Radierungen im ehemaligen Passepartoutausschnitt minimal gebräunt, die Signaturstempel etwas verblasst.

Goeppert/Cramer 28. – Bloch 297/298 und livres 28

84  Pablo Picasso. Dormeuse.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Kaltnadelradierung. 1938. 14,7 : 24,7 cm (20,8 : 30,0 cm). In der Platte datiert.

Eins von 64 Exemplaren. – Auf Vélin de Montval. – Die erste und für uns zugleich schönste der vier Radierungen, die Picasso, neben zwei Arabesken, für die Sonettensammlung »Afat« von Iliazd schuf. Das Buch erschien 1940. – Mit kleinem Sammlerstempel.

Leicht stockfleckig, an der Passepartoutkante etwas gebräunt. – Rückseitig einige Montierungsreste.

Bloch 313. – Aus Goeppert/Cramer 33

85  Pablo Picasso. 14 dessins origineaux,

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 2600

gravés sur cuivre. Lausanne, Louis Grosclaude [1940]. 14 Kupferstiche nach Zeichnungen. Zusammen mit dem Textblatt (Titel und Druckvermerk) lose in Originalhalbleinenkassette.

Eins von 300 Exemplaren. – In der Platte signiert, vom Verleger im Druckvermerk signiert und nummeriert. – Gedruckt auf »papier à grande marges«, jeder Kupferstich nummeriert. – Während eines Aufenthalts in Monte Carlo besuchte Picasso Proben und Aufführungen des »Ballet Russe« und fertigte von dem »Spektakel« Zeichnungen an. 14 ausgewählte wurden bei Hæfeli & Cie, La Chaux-de-Fonds, in Kupferplatten graviert und im Atelier von Paul Haasen, Paris, gedruckt. – Trotz der Auflage sehr selten.

28 : 20 cm (41 : 31 cm). 1 Textblatt, 14 Kupferstiche. – Kassette etwas lichtrandig.

86  Pablo Picasso. Paloma et Claude.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Lithographie, zweigeteilt. 1950. Je 32,0 : 24,5 cm.

Eins von 2000 Exemplaren, gedruckt als Umschlag für den zweiten Band von »Picasso Lithographe«. – Das berühmte Doppelporträt der beiden Kinder von Picasso und Françoise Gilot. – Picasso trug die etwas verdünnte Lithotusche mit den Fingern – nicht mit dem Pinsel – auf das Umdruckpapier auf. In gleicher Art und Weise entstanden am selben Tag die Lithographien zu Tzaras Buch »De mémoire d’homme« (siehe KatNr. 702). – Einzeln passepartouriert.

Außerhalb der Darstellungen an den Falzen des Umschlags etwas gebräunt.

Bloch 664 und livres 58. – Mourlot 186. – Güse/Rau 491. – Aus Goeppert/Cramer 60

87  Pablo Picasso. Ohne Titel, aus »Sable mouvant«.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 560

Aquatintaradierung mit Kaltnadel und Schabkunst. 1965. 38,3 : 27,5 cm (48,0 : 38,5 cm).

Eins von wohl 255 Exemplaren. – Auf Velin von Rives. – Blatt 3 der zehn Radierungen, die 1964/65 zu Pierre Reverdys letztem Gedicht, »Sable mouvant«, entstanden. – Gedruckt bei Crommelynck, Paris. – Das Buch erschien 1966 bei Louis Broder, Paris. – Das technisch anspruchsvollste Blatt der Folge, in der Picasso eines seiner zentralen Bildmotive wiederholt aufgriff. – Tadellos.

Bloch 1185. – Aus Goeppert/Cramer 136

88  Pablo Picasso. Jeu de ballon sur une plage.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 300 ( R19 )

Farbiger Linolschnitt. 1957. 8,0 : 13,0 cm (23,8 : 15,8 cm, gefaltet).

Eins von 200 Exemplaren auf »papier vergé«. – Auf gefaltetem Doppelblatt, Vorderdeckel von »Dans l’argile de Picasso«, Poèmes de Henri-Dante Alberti. Vallauris 1957.

Aus Goeppert/Cramer 89. – Bloch 1273

89  Pablo Picasso. Toros en Vallauris.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausruflimit/Reserve price: € 1900

Farbiger Linolschnitt. 1957. 64,0 : 53,5 cm (100,0 : 65,0 cm). Signiert.

Neben der Auflage von 198 Exemplaren auf glattem Papier. – Mit rotem Fettkreidestift signiert. – Gedruckt bei Arnéra, Vallauris.

Leichte Knitterspuren. – Ränder rückseitig umlaufend hinterlegt.

Bloch 1276. – Czwiklitzer 23

90  Pablo Picasso. Exposition Vallauris – 57.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1400

Farbiger Linolschnitt. 1957. 63,0 : 53,0 cm (95,5 : 67,0 cm). Signiert.

Über die Auflage von 175 Exemplaren hinaus gedruckt. – Auf festem Velin. – Mit rotem Fettkreidestift signiert. – Gedruckt bei Arnéra, Vallauris. – Der Linolschnitt mit Motiven aus einer Keramikwerkstatt. Für seine Keramiken war der südfranzösische Ort Vallauris schon seit Jahrhunderten bekannt, als Picasso während seines Aufenthaltes in den 1950er Jahren dieses Handwerk künstlerisch beeinflusste.

Etwas geknittert und am Rand geknickt.

Bloch 1277. – Czwiklitzer 24

91  Pablo Picasso. Exposition Vallauris.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Zuschlag/Hammerprice: € 2000

Zweifarbiger Linolschnitt. 1961. 63,5 : 53,0 cm (75,5 : 62,0 cm). Signiert und nummeriert, im Stock nochmals signiert und datiert.

Exemplar 54/175. – Aus Velin d’Arches. – Gedruckt bei Arnéra, Vallauris. – Weitere 120 Exemplare wurden als Plakat auf »Roto blanc« gedruckt und nicht signiert.

Minimale Knickspuren im Rand. – Links kaum sichtbarer restaurierter Einriss bis an den Darstellungsrand.

Bloch 1295. – Czwiklitzer 43

92  Pablo Picasso. Visage.

Schätzpreis/Estimate: € 900 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Zweifarbige Lithographie. 1958. 22 : 15 cm. Signiert.

Auf dem Umschlag des Ausstellungskataloges »Cent cinquante céramiques originales«, die in der »Masion de la Pensée Française« gezeigt wurde. – Mit Signatur in vielfarbigem Crayon. – Der Katalog erschien in einer Auflage von 1000 Exemplaren, hier Exemplar mit der, von Picasso manchmal verwandten, originellen Signatur.

Bloch 856. – Mourlot 312. – Güse/Rau 677. – Goeppert/Cramer 90

93  Pablo Picasso. Frederic Joliot-Curie.

Schätzpreis/Estimate: € 1800 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 1200 ( R19 )

Offsetlithographie nach einer Zeichnung. 1959. 65,5 : 51,5 cm. Signiert und datiert.

Mit eigenhändiger Widmung des Künstlers »pour … 15. 8. 62, son ami Picasso«. – Auf Velin d’Arches. – Vor der Verwendung als Plakat wurden 200 Exemplare ohne Umrahmung gedruckt. – Künstlerexemplar, wie weitere 200 nummerierte Exemplaren ohne die Textumrahmung des Plakats.

Vgl. Czwiklitzer 157

94  Pablo Picasso. Aus »La Célestine«.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Vier Aquatintaradierungen. 1968. 21,0 : 17,5 cm.

Auf Bütten mit dem Wasserzeichen »La Célestine«. – Aus der 66 Radierungen umfassenden Folge zu dem Text von Fernando de Rojas, die im Atelier Crommelynck gedruckt und von diesem 1971 verlegt wurde. Es erschienen 400 Exemplare. – Die gesamte Folge ist Teil der legendären 347 Graphiken, die im Zeitraum von etwa sechs Monaten entstanden. – Tadellos erhalten. – Beigabe: Eine Dublette.

Aus Goppert/Cramer 149. – Bloch 1573, 1606, 1627 (davon eine Dublette) und 1628

95  Franz Radziwill. Häuser am Wiesenrand.

Schätzpreis/Estimate: € 900 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Radierung. 1923. 19,3 : 24,5 cm (38,0 : 53,5 cm). Signiert und datiert.

Eine der wenigen Graphiken Radziwills. – Prächtiger Druck mit zartem, bläulich schimmerndem Plattenton. – Auf starkem Velin. – Unten links mit »ea« bezeichnet. – Aus der späten expressionistischen Schaffensphase des Künstlers. Franz Radziwill (1895–1983) war nach einer Ausstellung in der Hamburger Galerie Maria Kunde 1919 in Kontakt mit dem dortigen Expressionisten-Kreis um Rosa Schapire gekommen, 1920 wurde er jüngstes Mitglied der Freien Secession Berlin. 1923 übersiedelte er nach Dangast – nachdem er den Ort auf Empfehlung Schmidt-Rottluffs zunächst einige Male besucht hatte.

Etwas angestaubt.

96  Imre Reiner. Hypericum. – Nelke.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Zwei Lithographien. 1955 und 1963. 62,0 : 43,0 cm. Signiert und nummeriert (I).

Jeweils eins von 65 Exemplaren. – In rotem Crayon signiert.

An den äußersten Rändern gebräunt. Mit winzigen Stockflecken bis in die Darstellung (I). In allen Ecken kleine Löcher von Reißzwecken (II).

97  Ottilie Wilhelmine Roederstein. Stillleben.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 3600

Öl auf Sperrholz. Ohne Jahr. 19,1 : 23,0 cm. Monogrammiert.

Ottilie Wilhelmine Roederstein (1859–1937) wurde trotz hartnäckiger Widerstände ihrer Familie Malerin und durch den Verkauf ihrer Gemälde vom Elternhaus finanziell unabhängig. Auf den Pariser Weltausstellungen 1889 und 1900 wurden ihr Silbermedaillen verliehen. Von da an war sie bis zum Ende ihres Lebens künstlerisch weithin anerkannt und in vielen nationalen und internationalen Kunstausstellungen vertreten. Seit 1891 lebte sie mit ihrer Lebensgefährtin Elisabeth Winterhalter, der ersten deutschen Chirurgin, zusammen.

Thieme/Becker XXVIII, 482f

98  Georges Rouault. Automne.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausruflimit/Reserve price: € 1900

Lithographie. 1933. 43,8 : 58,0 cm (55,5 : 73,5 cm). Signiert und bezeichnet.

Eins von 60 Exemplaren des seltenen zweiten Zustands. – Auf starkem strukturiertem Karton. – Unten rechts im Stein monogrammiert, betitelt und datiert. – Rouault hatte den Stein nach einer ersten Auflage von 1927 (30 Exemplare) überarbeitet und dabei besonders die Konturen einiger Figuren verstärkt. – Am Unterrand vom Künstler signiert und bezeichnet »2e tirage automne – 1933 – à 60 ex.«. – Dazu: Fünf Radierungen von Georges Rouault, davon zwei aus »Miserere« (»Au vieux faubourg des Longues Peines« und »Des ongles et du bec«; 1923 und 1926, Wofsy 117 und 157), eine aus »Les Fleurs du Mal« (»Les Mariés«, 1926, Wofsy 230) und zwei aus »Réincarnations du Père Ubu« (»Homme à la moustache et aux lunettes« und »Femme nue, assise«, 1928, Wofsy 308 und 309). – Alle etwas stockfleckig und gebräunt. – Eine Beigabe.

Unbedeutende kleine Stockflecken.

Chapon/Rouault 364 (2). – Wofsy 59

99  Wolf Röhricht. Hochöfen.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 700

10 Lithographien. 1925. 70 : 55 cm (Blattformat). Alle signiert.

Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 180). – Gedruckt bei Hermann Birkholz, Berlin, ediert vom Münchner Bavaria Verlag. – Lose in Originalhalbleinenmappe mit lithographiertem Vorderdeckel. – Wolf Röhricht (1886–1953) studierte ab 1913 in Paris bei Pierre Bonnard und Edouard Vuillard. Er war Mitglied der Berliner Sezession (und in deren Mappenwerk von 1921 neben Heckel, Hofer, Kolbe, Kollwitz, Liebermann, Pechstein, Schmidt-Rottluff u.a. vertreten) und des Künstlerbundes Schlesien. 1938 erhielt er ein Stipendium für die Villa Massimo, Rom, in dieser Zeit wurden seine Arbeiten als »entartet« aus den Museen entfernt. Von seinem Frühwerk wurde ein Großteil vor Kriegsende ins Stadtschloss Kuchelberg bei Liegnitz (Schlesien) ausgelagert und ging verloren. – Besonders zwei Themen haben Röhricht immer wieder in den Bann gezogen: Industrie- und Berglandschaften. Seine »Hochöfen« wirken wie ein graphischer Vorgriff auf die Ästhetik der Fotografien von Bernd und Hilla Becher.

Das Titelblatt bis in die Darstellung, die übrigen am Rand etwas stockfleckig.

Nicht im Kat. Lindenau

100  Neun Graphiken aus »Die Schaffenden«.

Schätzpreis/Estimate: € 900 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 600 ( R19 )

1922–1930. Sechs Blätter signiert.

Je eins von 100 Exemplaren. – Auf Bütten. – I. Robert M. Huth. Mädchen vor dem Spiegel. Radierung. 1922. – II. Helmut Krommer. Ruhende Tänzerin. Radierung. 1921. – III. László Medgyes. Frauenbildnis. Lithographie. 1922. Im Stein signiert. – IV. Gustav H. Wolff. Schrifttafel »Rimbaud: Le pauvre Songe«. Holzschnitt. 1922. – V. Hans Kuhn. Drei Personen. Radierung. 1926. – VI. Hermann Huber. Badende. Lithographie. 1930. – VII. Hermann Huber. Sturm. Lithographie. 1930. – VIII. Evamarie Schlenzig. Pensionatsspaziergang. Lithographie. 1920. – IX. Evamarie Schlenzig. Treppen in Fiesole. Lithographie. 1930. – Mit dem Trockenstempel der Edition (I, II, III), signiert (II, IV, VI, VII, VIII, IX) und datiert (I, V).

Alle ca. 41 : 31 cm (Blattformat). – I mit wenigen, kaum sichtbaren, Stockflecken. Ränder von IV leicht geknittert, Papier etwas angestaubt.

Söhn HDOG 72711-3, 72711-5, 72712-8, 72713-10, 72720-8, 72721-3 und -4, 72721-8 und -9