ChristianHesse

Lot 551 – 600 | Hesse-Auktionen
Lot 551 – 600

551  Thomas Mann. Mario und der Zauberer.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 1700

Ein tragisches Reiseerlebnis. Mit sieben Farbradierungen von Kurt Steinel. Ascona und Unterreit, Antinous Presse 1998. Mit sieben signierten Farbradierungen. Zweifarbiger Originalmaroquinband mit blindgeprägter Vorderdeckelillustration. Mit Halbledermappe in Originalhalblederkassette. Rückentitel silbergeprägt, Mappe mit signierter Radierung auf dem Vorderdeckel.

Siebter Druck der Antinous Presse. – Exemplar 1 von 25 der in Ganzleder gebundenen Vorzugsausgabe mit einer signierten und nummerierten Extrasuite aller acht Radierungen (einschließlich einer im Buch nicht verwendeten) sowie zwei Abzügen der Deckelradierung, die nur in der Vorzugsausgabe enthalten ist (Gesamtauflage 115). – Im Druckvermerk von den Autoren des Vor- bzw. Nachworts, Elisabeth Mann Borgese und Hans Mayer, signiert. – Enthält auch einen Text von Dino Buzatti (Gabrielli, das Urbild Cipollas) in der Übersetzung von Ulrich Kocher. – Gedruckt auf Zerkall-Kupferdruckbütten. – Üppig gesetzt, opulent gedruckt, ausgestattet und gebunden – eine wirkliche Bereicherung für Thomas Mann-Sammler und hier in einem unübertrefflichen Exemplar. – Makellos erhalten.

39 : 28 cm. [2], 71, [7] Seiten, 7 Radierungen.

552  Erika Mann. School for Barbarians.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 150

With an Introduction by Thomas Mann. Second printing. New York, Modern Age Books 1938. Farbig illustrierte Originalbroschur.

Zweiter Druck der ersten englischen Ausgabe, auch von dem Vorwort Thomas Manns. – Im gleichen Jahr wie die deutsche Fassung erschienen (Amsterdam, Querido). – Mit der eindrucksvollen farbigen Umschlagillustration (Bücherverbrennung unterm Hakenkreuz).

19 : 14 cm. 159, [1] Seiten. – Ränder minimal berieben. – Seiten papierbedingt gebräunt.

Sternfeld/Tiedemann 328. – Potempa G 672.2

553  Frans Masereel. Die Sonne.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 400

63 Holzschnitte. 1920/21. – Geschichte ohne Worte. 60 Holzschnitte. München, Kurt Wolff 1920 und 1922. Mit zahlreichen Holzschnitten. Originalhalblederbände mit Rückenschild, vergoldetem -titel und Kopfgoldschnitt.

Beide in erster deutscher Ausgabe. – Nur in diesen auf 700–750 Exemplare limitierten Ausgaben des Kurt Wolff Verlages wurden die Holzschnitte von den Originalstöcken gedruckt. – Auf Bütten. – 1919 hatte »Kurt Wolff – der Münchner Verleger, der gewissermaßen der Mann gewesen ist, der mich als Künstler entdeckt und hauptsächlich in Deutschland bekannt gemacht hat –, ich weiß nicht wie, ein Exemplar vom ›Stundenbuch‹ in die Hände bekommen und ist davon sehr beeindruckt gewesen. Er hat mir sogleich seinen Herstellungsleiter und künstlerischen Direktor, Hans Mardersteig, nach Genf geschickt, der später mein Freund geworden ist, und wir haben sofort einen Vertrag […] geschlossen« (Frans Masereel im Gespräch mit Pierre Vorms, Ausgabe Dresden 1967, S. 48).

16 : 12 cm.

Ritter B a 7.I, 10.I. – Göbel 536 und 674 (irrtümlich erst 1927)

554  Frans Masereel. Les ages de la vie.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 190

35 bois originaux. Bern, Herbert Lang 1948. 35 Holzschnitte. Originalpappband im -schuber.

Eins von 95 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 110). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Der Einbandtitel wurde nach der Handschrift Masereels gedruckt.

24 : 19 cm.

Ritter B a 41

555  Frans Masereel – René Arcos. Le Sang des Autres.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 360

Poèmes / 1914–1917 ornés de huit bois hors-texte par Frans Masereel. Genf, Kundig 1919. Mit acht Holzschnitten. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Eins von 290 Exemplaren (Gesamtauflage 295). – Aus dem Besitz Henry van de Veldes, mit dessen Exlibris-Prägestempel auf der inneren Umschlagseite, und mit eigenhändiger Widmung des Autors »à Henry van de Velde, bien cordialement. René Arcos«, unter dieser Widmung für Arcos’ Landmann auch von Frans Masereel signiert. – Mit sehr reizvoller Provenienz.

22 : 16 cm. 92 Seiten. – Umschlagrand mit wenigen winzigen Einrissen, Rücken mit schwacher Feuchtigkeitsspur.

Ritter C a 6

556  Frans Masereel – Ernest Hemingway. Der alte Mann und das Meer.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 190

Mit 8 Holzschnitten von Frans Masereel. Hamburg, Johannes Asmus [1961]. Mit acht ganzseitigen Holzschnitten. Pergamentband mit Kopfgoldschnitt.

Eins von 550 Exemplaren (Gesamtauflage 600) der bibliophilen Sonderausgabe. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Druck bei Hans Christians, Hamburg. – Die Übersetzung von Annemarie Horschitz-Horst erschien als erste deutsche Ausgabe bereits 1952, mit den Masereel-Illustrationen 1959 als Bertelsmann-Ausgabe (dort allerdings wohl nur als Reproduktionen). – Handeinband der Hamburger Buchbinderin Anke Metz. – Tadellos.

25 : 18 cm. 160, [4] Seiten.

Ritter C a 77 I

557  Frans Masereel – Frank van den Wijngaert. De moderne vlaamse Houtsnijkunst.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Met voorwoord van Just Havelaar. Antwerpen, De Sikkel, und Santpoort, C. A. Mees 1927. Mit zahlreichen Holzschnitten und Klischeedrucken. Originalleinenband mit Holzschnitttitel.

Erste Ausgabe. – Eins von 500 Exemplaren. – Das opulent illustrierte Werk wurde Frans Masereel gewidmet (»uit genegenheid en bewondering«). – Unter den zahlreichen, teils von Klischees gedruckten Illustrationen auch viele Originalholzschnitte von Frans Masereel (5), Joris Minne (11), Henri van Straten (17), Jan Fr. Cantré (11), Valentijn Edg. van Uytvanck (1), Jozef Cantré (12), Gustaaf de Smet (2), Fritz van den Berghe (1). – Jeder Künstler wird mit einer Biographie vorgestellt, der dann die Holzschnitte folgen.

38 : 26 cm. 131, [1] Seiten. – Gelenke und Kapitale leicht verschlissen. – Vortitel mit übermaltem Besitzvermerk. Ränder leicht, 2 Seiten stärker stockfleckig.

Ritter E c 4

558  Roger Avermaete. La Gravure sur bois moderne de l’occident.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Paris, Dorbon Ainé 1928. Mit 177 Holzschnitten, davon neun farbig, und 62 Illustrationen. Moderner schwarzer Maroquinband mit Rückenschild und blindgeprägten Fileten. Im Leinenschuber.

Eins von 1000 Exemplaren auf »papier pur chiffon de Vincent Montgolfier«. – Der Originalvorderumschlag der Broschur eingebunden. – Mit Originalholzschnitten von Conrad Felixmüller, Walter Gramatté, Walter Klemm, Gerhard Marks, Frans Masereel, Felix Meseck, Karl Rössing, Georg Schrimpf, Joseph Diveky, Maria Uhden u. v. a. – Standardwerk zur Holzschnittkunst in Westeuropa der 1920er Jahre. – Tadellos.

27 : 21 cm. 330, [10] Seiten.

559  Christian Morgenstern. Galgenlieder.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 1800

Umschlagzeichnung von Karl Walser. Berlin, Bruno Cassirer 1905. Illustrierte Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Mit eigenhändiger Widmung des Autors »Helene F[…] mit herzlichstem Gruss 3. III. 05. d. Verf.« – »Dem Kind im Manne«, schrieb Morgenstern seit 1895 sprachspielerische Gedichte. Die Galgenbrüder mit Pseudonymen wie »Schuhu«, »Rabenaas«, »Gurgeljochen«, »Verreckerle« u. a. war ein Kreis von acht Freunden um den Dichter, sie rezitierten die Galgenlieder – begleitet von schaurig-schönen Ritualen – bei Ausflügen zum Galgenberg in Werder (Havel). Zunächst nicht zur Veröfffentlichung vorgesehen, begründeten sie den literarischen Erfolg Morgensterns.

18 : 14 cm. [8], 48, [2] Seiten. – Bindung der ersten Lage gelockert. An den Rändern leicht geknittert und mit winzigen Einrissen.

Wilpert/Gühring 15. – Badorrek/Hoguth B 62.1

560  Wladimir Nabokoff-Sirin. Sie kommt – kommt sie?

Schätzpreis/Estimate: € 1500 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1400

Roman. Übersetzt von J[akob] M[argot] Schubert und G[regor] Jarcho. Berlin, Ullstein 1928. Gelbe illustrierte Originalbroschur.

Erste deutsche Ausgabe des ersten Romans von Vladimir Nabokov. – Erschienen innerhalb der Reihe »Die gelben Ullstein Bücher« als Band 46. – Sein frühes Meisterwerk »Maschenka« (Originaltitel), das bereits viele Motive des Spätwerks enthält, spielt wie die meisten Romane der frühen Schaffensperiode in der russischen Emigrantenszene im Berlin der 1920er Jahre. – Am 21. III. 1928 unterzeichnete Nabokov den Vertrag mit dem Ullstein Verlag, Berlin, der ihm die Rechte für eine Buchpublikation und für eine Serie in der »Vossischen Zeitung« sicherte. Gerade die zugleich populäre wie banale und preiswerte Erscheinungsweise innerhalb der »Gelben Ullstein Bücher« und der damit einhergehende Verschleiß vieler Exemplare macht diese deutsche Erstausgabe heute fast unauffindbar. Wir konnten kein Exemplar in der Berg Collection, New York, der vollständigsten Sammlung in den USA, keines auf den beiden maßgeblichen Ausstellungen in der New York Public Library und bei Glenn Horowitz, New York, von 1999 und keines in der British Library nachweisen. – Die russische Erstausgabe erschien bereits 1926 beim Verlag Sovo, Berlin. – Sehr schönes Exemplar.

17 : 11 cm. 253, [3] Seiten.

Friesel, V. Nabokov. Verzeichnis der ins Deutsche übertragenen Werke, 74. – Zimmer 11

561  Emil Orlik – Lafcadio Hearn. Sechs Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 460

Frankfurt am Main, Rütten & Loening 1907–1910. Mit Buchschmuck von Emil Orlik. Flexible Originalpergamentbände mit ornamentierter Deckel- und Rückenvergoldung sowie Kopfgoldschnitt. Zusammen in illustriertem Originalschuber.

I. Kokoro. Mit Vorwort von Hugo von Hofmannsthal. 1909. – II. Lotos. Blicke in das unbekannte Japan. 1907. – III. Izumo. Blicke in das unbekannte Japan. 1910. – IV. Kwaidan. Seltsame Geschichten und Studien aus Japan. 1909. – V. Buddha. Neue Geschichten und Studien aus Japan. 1910. – VI. Kyushu. Träume und Studien aus dem neuen Japan. 1910. – IV und V in erster Auflage, die anderen in Nachauflagen. – Alle in autorisierter Übersetzung von Berta Franzos. – Der Buchschmuck stammt von Emil Orlik, der die Illustrationen für die erste deutsche Hearn-Ausgabe in sechs Bänden als Holzschnitte anfertigte. – Der irische Journalist und Schriftsteller Lafcadio Hearn (1850–1904) ging 1890 nach Japan, wo er bis zu seinem Lebensende blieb und unter seinem japanischen Namen Koizumi Yakumo Berühmtheit erlangte. In der Blütezeit des Japonismus hatte das Interesse am japanischen Farbholzschnitt Emil Orlik dazu bewegt, sich die Technik bei einem Japan-Aufenthalt 1900/01 anzueignen. In dieser Zeit lernte er Lafcadio Hearn kennen und die vorliegenden schöne Ausgabe war Ergebnis ihrer beider Begeisterung für japanische Kunst und Kultur.

21 : 15 cm. – Band III mit kleinem Riss in der Pergamentoberfläche.

562  Emil Preetorius. Exlibris und Signete.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 250

München, Drei Masken [1924]. Mit 23 Originalexlibris, eins davon farbig, und 35 Signeten, alle montiert. Grüner Originalhalblederband mit Deckelvignetten.

Eins von 320 Exemplaren (Gesamtauflage 360). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Graphiken auf glattem Papier, dieses auf Bütten montiert. – Enthält unter anderem die Exlibris für Leo Frobenius, Karl Jaspers, Thomas Mann, Hans von Weber, das farbige Exlibris des Künstlers und die Signete für verschiedene Verlage (Insel, Bruno Cassirer, S. Fischer, Kurt Wolff u. a.). – Mit einem Vorwort von Wilhelm Hausenstein. – Die beiden Vignetten auf dem Einband stammen ebenfalls von Preetorius. – Besonders in der Gebrauchsgraphik verband Preetorius sehr gekonnt technisches Können, künstlerisches Empfinden und viel Witz auf meisterhafte Weise. – Schönes Exemplar.

27 : 17 cm. 13, [3] Seiten, 44 Tafeln, [4] Seiten. – Kanten minimal berieben.

Ohr 27

563  Emil Preetorius – Drei philosophische Werke aus der Bibliothek des Künstlers.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

1921–1936. Originalbroschuren.

I. Moritz Geiger. Die philosophische Bedeutung der Relativitätstheorie. Vortrag. Halle/Saale 1921. – II. Martin Heidegger. Was ist Metaphysik? Bonn, Friedrich Cohen 1929. – III. Max Planck. Vom Wesen der Willensfreiheit. Vortrag gehalten zuerst in der Deutschen Philosophischen Gesellschaft zu Berlin. Leipzig, J. A. Barth 1936. – Aus dem Besitz Emil Preetorius’, mit dessen eigenhändigem Besitzvermerk auf den Umschlägen und dem Nachlass-Stempel auf den ersten Seiten.

Umschlag mit Randläsuren, am Rücken eingerissen (I).

564  Marie Madeleine [von Putkamer]. Auf Kypros.

Schätzpreis/Estimate: € 100

Zuschlag/Hammerprice: € 66

Berlin, Est-Est-Verlag 1910. Mit einer Radierung von Hermann Struck sowie teils farbigen Illustrationen nach Max Liebermann, Lovis Corinth, Karl Walser und anderen, davon 23 auf Tafeln montiert. Illustrierter Originalpappband.

Eins von 1000 Exemplaren (Gesamtauflage 1020). – Auf Bütten, die Tafeln auf schwarze Kartonblätter montiert. – Dem Andenken von Félicien Rops gewidmet. – Aufwändig gedruckte und reich ausgestattete Ausgabe des Erstlingswerks von Marie Madelaine, die expressiv-sinnlichen Texte erschienen bereits 1900. – Buchschmuck und Einbandillustration von H. R. Erdt.

37 : 29 cm. 132 Seiten, 23 Tafeln, 1 Radierung.

Hayn/Gotendorf IX, 390. – Holzmann/Bohatta 175

565  Rainer Maria Rilke. Duineser Elegien.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Leipzig, Insel 1923. Dunkelgrüner Originalhalbmaroquinband mit bronziertem Kamm-Marmorpapier. Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe, gedruckt in nur 300 Exemplaren auf Einhorn-Bütten von J. W. Zanders und etwa fünf Exemplaren auf Japan. – Gesetzt aus der Tiemann-Antiqua. – Wie die »Sonette des Orpheus«, die ebenfalls 1923 erschienen, wurde eine bibliophile und eine öffentliche Ausgabe gedruckt. – Der Text folgt der Handschrift, die sich im Besitz der Fürstin Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe befand. – Schönes unbeschnittenes Exemplar. – Der Einband stammt ganz offensichtlich aus der gleichen Werkstatt wie die bekannte (und häufigere) Ganzledervariante. Der Rückentitel wurde vom identischen Klischee direkt in das grüne Leder geprägt.

29 : 19 cm. [4], 52, [8] Seiten.

Sarkowski 1338. – Ritzer E 9

566  Rainer Maria Rilke und Lotte Pritzel. Puppen.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 130

München, Hyperion 1921. Mit 16 Farbtafeln nach Zeichnungen von Lotte Pritzel. Originalhalbleinenband mit Buntpapierbezug.

Erste Ausgabe mit den Illustrationen. – Eins von 1200 Exemplaren. – »Lotte, die ich malte, hatte Rilke sehr angezogen durch ihre Kunst, die sie ausschließlich der Schöpfung seltsamer Puppen widmete, welche eine phantastische, unwirkliche Atmosphäre atmeten‹« (Lou Albert-Lasard, Wege mit Rilke) – »Rilke hat sich 1914 in seinem Aufsatz ›Puppen‹ [Die weißen Blätter, Jg. I, Heft 7] ausdrücklich auf die Wachspuppen von Lotte Pritzel bezogen, sie haben auch für die ›Puppe‹ der Vierten Duineser Elegie Modell gestanden. Lotte Pritzel hat auch die Puppe nach Dresden geliefert, die Kokoschka lebensgroß bei ihr bestellt hatte, die ihn ins Theater begleitete; Kokoschka hat sich rechtzeitig von ihr befreit, Bellmer blieb ihr verfallen« (Gottfried Sello, Den Puppen verfallen, Die Zeit, 22. XI. 2012).

27 : 18 cm. 14, [6] Seiten, 16 Tafeln.

Mises 93

567  Hans Bellmer. Die Puppe.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

1. Puppe. 2. Spiel der Puppe. 3. Die Anatomie des Bildes. Berlin, Gerhardt 1962. Mit 25 teils farbigen montierten Abbildungen und zahlreichen Textabbilddungen nach Zeichnungen. Originalbroschur mit -umschlag.

Erste deutsche Gesamtausgabe der 1933ff. erschienenen französischen Originalausgaben. – Eins von 2000 Exemplaren. – Bellmer begann seit 1933 »zwei menschengroße, seltsame, nackte Puppen zu konstruieren […]. Danach baute er sie langsam wieder auseinander, und dabei fotografierte er sie. Bellmers Puppen sahen ein bisschen nach verdrängten SM-Fantasien aus, ein bisschen nach Konzentrationslager, und es gibt Leute, die sagen, diese Fotos gehörten zu den besten und krankesten Bildern, die sich ein Künstler im letzten Jahrhundert vom Leben gemacht hatte.« (Maxim Biller, Bellmers böse Puppen, Die Zeit, 18/2008).

21 : 17 cm. 190 Seiten.

568  Joachim Ringelnatz. Betrachtungen über dicke und dünne Frauen.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 160

[ohne Ort 1938]. Faksimile nach der illustrierten Handschrift des Verfassers. Originalumschlag mit Seidenkordel.

erste Ausgabe. – Seltener Faksimiledruck nach der Handschrift vom 30. Juli 1923. – Nach Recherchen in der Deutschen Bücherei Leipzig ist das vorliegende Exemplar ohne Druckvermerk eines der Erstausgabe von 1938 (Katalognummer 1938 A 14089). Die abweichenden Auflagen erschienen dann 1940/41. – Skurrile Verse voll schwarzen Humors über weibliche Körperfülle: »Die dicke Frau trägt ein Korsett, sonst kratzt ihr Busen das Parkett« oder »Die dünnen Fraun am Schwarzen Meere benutzt man dort im Krieg als Speere«. – Tadellos und sehr selten.

17 : 12 cm. [12] cm.

Kayser/des Coudres 50

569  Joseph Roth. Hotel Savoy.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Ein Roman. Berlin, Die Schmiede 1924. Illustrierter Originalpappband.

Erste Ausgabe von Roths Erstlingswerk. – Die expressionistische Umschlagillustration stammt von Georg Salter. – So gut erhalten selten. – Dazu fünf Erstausgaben aus dem Exil: I. Der Antichrist.Amsterdam, Querido 1934. Originalleinenband. – II. Tarabas. Ein Gast auf dieser Erde. Roman. 1934. Originalhalbleinenband. – III. Beichte eines Mörders, erzählt in einer Nacht. Amsterdam, Allert de Lange 1936. Originalleinenband. – IV. Die hundert Tage. Roman. 1936. Originalleinenband. – V. Der Leviathan. Amsterdam, Querido 1940. Originalpappband mit -schutzumschlag.

19 : 14 cm. 145, [1] Seiten.

Wilpert/Gühring2 1 sowie 12, 13, 14, 15 und 20. – Holstein, Salter 132

570  Nelly Sachs. Sternverdunkelung.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 460

Gedichte. Amsterdam, Bermann-Fischer und Querido 1949. Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung für Anna und Daniel Brick, datiert »Stockholm, d. 2.6.49«. – Die Fotografin Anna Riwkin-Brick (1908–1970) war bereits als Kind mit ihrer Familie deren jüdischer Abstammung wegen aus Russland (zunächst nach Deutschland und 1914 nach Schweden) emigriert. Berühmt wurde Anna Brick mit ihren Fotoillustrationen zu Kinderbüchern von Astrid Lindgren. 1955 war sie auf der berühmten Fotoausstellung »The Family of Man« im MoMA vertreten. Ihr Ehemann Daniel war ebenfalls Fotograf. – Nelly Sachs war 1940, ihrem Abtransport in ein Vernichtungslager im letzten Moment entgehend, nach Stockholm fliehen. Dort entwickelte sie als Übersetzerin einen eigenen lyrischen Stil. Sie gilt als die erste Dichterin, die die »Schornsteine von Auschwitz« zum Inhalt einer Dichtung machte. Nach jahrelanger Nichtbeachtung in Westdeutschland erhielt sie 1966 den Literaturnobelpreis.

23 : 14 cm. 82, [2] Seiten.

Kersten 4. – Sternfeld/Tiedemann 433

571  Nelly Sachs. Flucht und Verwandlung.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Gedichte. Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt 1959. Originalleinenband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung für »Karl […], den berühmtesten Dichter und Menschen! Nelly Sachs, Ostern 1959«. – Sehr gut erhalten, mit dem bedruckten Folienumschlag.

19 : 12 cm. 69, [3] Seiten. – Der Folienumschlag mit zwei kleinen Randausrissen.

Kersten 6

572  Richard Seewald – Heinrich von Kleist. Penthesilea.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Ein Trauerspiel mit 21 Lithographien von Richard Seewald. München, Goltz 1917. Mit lithographiertem Titelblatt und 21 Lithographien, davon neun blattgroß, darunter fünf koloriert. Originalhalblederband mit Deckelvignette, Rücken- und Kopfschnittvergoldung (A. Köllner, Leipzig).

Eins von 140 Exemplaren auf holländischem Hadernbütten (Gesamtauflage 200). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Sehr schönes Exemplar.

31 : 24 cm. [8], 127, [1] Seiten. – Deckel am Oberrand schwach lichtrandig, ansonsten tadellos.

Jentsch L 36 bis 56

573  Max Slevogt – Sindbad der Seefahrer.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 550

33 Originallithographien von Max Slevogt. Berlin, Bruno Cassirer 1908. Mit 33 Lithographien im Text. Originalpergamentband mit farbiger Deckelillustration und Schnittvergoldung.

Eins von 300 Exemplaren. – Im Auflagenvermerk vom Künstler signiert. – Auf Kupferdruckpapier. – Die Zeichnungen Slevogts wurden mit Hilfe von Umdruckpapier auf die Lithosteine übertragen. – Slevogt widmete das Werk dem Berliner Mediziner Friedrich Gisevius »in Erinnerung an den April 1907«. – Sehr schönes Exemplar.

36 : 28 cm. [2], 59, [3] Seiten.

Sievers/Waldmann 37–69. – Rümann 92 a. – Schauer II, 85 (mit Abbildung). – Lang, Impressionismus 187

574  Max Slevogt – Gabriel Ferry. Der Waldläufer.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 260

Mit Steinzeichnungen von Max Slevogt. Nach der Übertragung von Julius Hoffmann. Berlin, Propyläen [1921]. Mit einer signierten Radierung als Frontispiz und 66 Lithographien im Text, davon neun blattgroß. Grüner Originalkalblederband mit vergoldetem Rückentitel, goldgeprägten Bordüren und Kopfgoldschnitt.

Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der signierten Radierung »Der Waldläufer«, die übrigen 1.200 Exemplare enthielten eine signierte Lithographie. – Die Radierung wurde auf Japan gedruckt. – Gedruckt von der Reichsdruckerei Berlin in einer alten Frakturschrift.

33 : 26 cm. [2], 359, [9] Seiten, 1 Radierung. – Rücken stark verfärbt. Deckel fleckig, berieben und eine Ecke bestoßen. – Innengelenk gebrochen.

Söhn 405–471. – Rümann 20 a. – Lang, Impressionismus 209 (ungenau)

575  Max Slevogt. Die Nibelungen.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Sieben Holzschnitte. 1925. Ca. 29,5 : 39,5 cm (ca. 35 : 51 cm).

Exemplar 77, Auflage lt. Söhn ca. 200 Exemplare. – Auf dem Titelblatt vom Künstler signiert. – Auf Chinapapier, in Passepartouts montiert. – Die Blätter 2, 5 und 6 schnitt Oskar Bangemann nach den Vorzeichnungen des Künstlers. – Herausgegeben von der Verbindung zur Förderung deutscher Kunst. – Gedruckt auf der Panpresse von Otto Felsing. – Mit dem Titelblatt lose in der Originalleinenmappe.

46 : 60 cm (Mappe). – Mappe leicht fleckig, Einschlaglaschen eingerissen.

Söhn 759–765. – Rümann 68

576  Ottomar Starke – Leo Tolstoi. Hadschi-Murad.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

Roman. Illustriert von Ottomar Starke. Frankfurt a. M., Hans Gieschen 1924. Mit zahlreichen Kreidelithographien im Text. Halbpergamentband.

Eins von 500 Exemplaren. – Übertragung von Ludwig und Dora Berndl. – Der von Lothar Lang als »gelegentlich impressionistisch« bezeichnete Ottomar Starke wurde besonders als Illustrator der expressionistischen Autoren bekannt. – Schönes Exemplar in unsigniertem Handeinband.

24 : 15 cm. 260, [8] Seiten.

Sennewald 24 (zählt 92 Lithographien)

577  Hugo Steiner-Prag – Salomon Gessner. Idyllen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Lithographien und Vignetten von Hugo Steiner-Prag. Berlin, Erich Reiss [1921]. Mit neun signierten Lithographien, lithographiertem Titelblatt und sieben Vignetten. Roter Originalmaroquinband; Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Zanders-Bütten und mit den signierten Handdrucken der Lithographien. – Innen makelloses Exemplar.

23 : 15 cm. 152, [4] Seiten, 10 Lithographien. – Einband stellenweise leicht berieben und verfärbt. – Exlibris, Innendeckel mit kleinem Bibliotheksschildchen.

Sennewald 21, 1. – Frenzel/Osborn 23

578  Hugo Steiner-Prag – Bibliomanen.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Drei Erzählungen von Nodier, Flaubert, Asselineau. Wien/Leipzig 1921. Mit elf signierten Radierungen und radierter Titelvignette von Hugo Steiner-Prag. Brauner marmorierter Originalkalblederband mit Rücken- und Deckelvergoldung sowie grün-goldenem Rückenschildchen (Leipziger Buchbinderei AG, vorm. Gustav Fritzsche).

Elfter Avalun-Druck. – Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Radierungen und in Ganzleder (Gesamtauflage 400). – »Die Bibliomanenfratze ist die Selbsterkenntnis des Bibliophilen, den die bedeutenden Ereignisse in seinem Leben, die für ihn Bücher sind, nicht zu überwältigen vermögen. Er versteht den Bibliomanen und verzeiht ihm […] Jeder Bibliophile hat seinen Bibliomanen in sich, die absonderliche Art der Büchernarren ist Menschenwesen.« (G. A. E. Bogeng im Vorwort). – Dazu: Gustave Flaubert. Der Büchernarr. Mit Lithographien von Alfred Kubin. Hannover, Paul Steegemann [1921].

19 : 13 cm. 114 Seiten, 11 Radierungen. – Rücken verblasst. – Vorsätze mit schwachem Leimschatten.

Rodenberg 332, 11. – Sennewald 21, 3

579  Hugo Steiner-Prag – Jan Neruda. Zu den drei Lilien.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Leipzig, 1924. Mit einer signierten Radierung von Hugo Steiner-Prag. Originalbroschur.

Eins von 140 Exemplaren. – Privatdruck für die Mitglieder des Leipziger Bibliophilen-Abends zum 22. November 1924. – Im Druckvermerk vom Künstler, von dem auch die Übersetzung stammt, signiert. – Dazu: Ausstellung Hugo Steiner-Prag, Leipzig. Graphik – Zeichnungen – Aquarelle – Buchkunst. Neue Galerie Wien, 1925.

20 : 13 cm. 12 [8] Seiten.

Sennewald 24,3. – Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 80f

580  Hugo Steiner-Prag – Zwei Werke mit Illustrationen von Hugo Steiner-Prag.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Zürich/Wien/Prag, Büchergilde Gutenberg 1935. Originalleinenbände mit -schutzumschlag.

I. Harry Blomberg. Volk in der Fremde. Roman. – II. Emil Vachek. Die Hühnersteige. Roman. – Beide mit Deckelvignette, illustriertem Schutzumschlag und Textillustrationen von Hugo Steiner-Prag. – Erschienen in der Exilzeit der Büchergilde. – Mit den Originalumschlägen selten.

23 : 14 cm. 283, [1]; 270, [2] Seiten. – Schutzumschlag von I fachmännisch aufgezogen.

Sennewald 35, 2 und 3

581  Robert Walser. Die Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 3000 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 3200

[Zürich-Höngg, Pauli und Bührer 1919]. Mit zwei Radierungen und einem Holzschnitt von Gregor Rabinovitch, alle signiert. Originalumschlag. In Halbleinenkassette.

Erste Ausgabe. – Bagatellen, Band 3. – Eins von nur 30 Exemplaren. – Am Textende vom Autor signiert. – Der vierseitige Prosatext ist sicher die seltenste Robert Walser-Erstausgabe. – Auf unbeschnittenem Bütten. – Beim Holzschnitt auf dem Vorderumschlag nummeriert und dort mit »Vorzugsdruck« bezeichnet. – Gregor Rabinovitch (1884–1958) flüchtete 1915 aus dem zaristischen Russland über Umwege in die Schweiz. Er wies bereits ein Werk vor, das sich mit dem zeitgenössischen Expressionismus in der Schweiz messen konnte. Die wenigen Holzschnitte, die Rabinovitch geschaffen hat, sind in der Zeit um 1919 entstanden. Mehr als die Expressionisten der Schweiz wandte sich Gregor Rabinovitch mit seiner Kunst an die Öffentlichkeit. (vgl. Bruno Haldner, Gregor Rabinovitch: ein verkannter Bekannter).

35 : 25 cm. [8] Seiten. – Umschlag mit winzigen Randeinrissen, innen tadellos.

Wilpert/Gühring 14

582  Emile Verhaeren. Ausgewählte Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

In Nachdichtung von Stefan Zweig. Berlin, Schuster & Loeffler 1904. Mit einer Porträttafel als Frontispiz. Halblederband der Zeit mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Erste deutsche Ausgabe und die erste Werksammlung in deutscher Sprache überhaupt. – Eins von 350 Exemplaren auf holländischem Bütten (Gesamtauflage 375). – Der schöne Jugendstil-Buchschmuck stammt von Théo van Rysselberghe. – Das Frontispiz mit einer Abbildung der Porträtbüste Emil Verhaerens von Charles van der Stappen. – Nach seinem frühen realistischen Gedichtzyklus »Les flamandes«, der in seiner Heimat einen Skandal auslöste – die Eltern Verhaerens versuchten, die gesamte Auflage zurückzukaufen – wandte sich der Dichter Ende des 19. Jahrhunderts verstärkt sozialkritischen Themen zu. Seine Dichtungen wurden unter anderem von Rainer Maria Rilke und Stefan Zweig begeistert aufgenommen und übersetzt.

24 : 16 cm. 90, [2] Seiten, 1 Tafel.

Fromm V, 26224. – Klawiter I 79. – Sarkowski 1815 (falsche Auflagenhöhe)

582a  Stefan Zweig. Die frühen Kränze.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

Leipzig, Insel 1906. Mit Titelblattillustration von Marcus Behmer. Blauer Originalkalblederband mit Rückenvergoldung, -schild und Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe. – Nach seinem Erstling »Silberne Saiten« die zweite Gedichtsammlung des Verfassers. – Druck in Schwarz und Ocker auf Bütten. – Einband und Titel von Marcus Behmer.

18 : 13 cm. [4], 84, [4] Seiten. – Kanten berieben, Ränder etwas verfärbt.

Klawiter D 2. – Sarkowski 1959

583  Georg Trakl-Sammlung – Katalognummer 584 – 607

Schätzpreis/Estimate: € 35000

Ausruflimit/Reserve price: € 30000

Erfolgt auf diese Katalognummer kein Zuschlag, werden die Katalognummern einzeln versteigert. Die Zuschläge erfolgen unter dem Vorbehalt der Erreichung des Gesamtlimits.

584  Georg Trakl. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 20000

Zuschlag/Hammerprice: € 20000

Salzburg, 19. VIII. [1906]. Eine Seite.

An den Kritiker Hugo Greinz, damals Redakteur der Wiener »Zeit«. – Wichtiges Zeugnis aus Trakls frühester literarischer Schaffenszeit. – »Da ich bis heute die Ihnen von Herrn Streicher übersandte Arbeit ›Fata morgana‹ nicht zurückgeschickt erhielt, erlaube ich mir, Sie, verehrtester Herr, zu ersuchen, mir das Manuskript zusenden zu wollen, da ich eine zweite Abschrift nicht besitze. Zugleich bitte ich Sie, mir Ihr Urteil über diese Arbeit bekanntgeben zu wollen, da dies für mich von großem Werte ist. Ihr ergebener Georg Trakl. Adresse: Mozartplatz No. 3«. – Seine ersten literarischen Veröffentlichungen (»Traumland« und »Aus goldenem Kelch«, Mai/Juni 1906 im Salzburger Volksblatt) und die Annahme seines »dramatischen Stimmungsbildes« »Totentag« durch das Salzburger Stadttheater »[…] haben Trakl ermuntert, einen weiteren dramatischen Text auf die Bühne zu bringen. Als Vermittler war wieder Streicher aktiv, der ein Exemplar der tragischen Szene […] zunächst an Hugo Greinz, […] mit Streicher schon lange bekannt, zur Begutachtung schickte. [… Trakl war] Kritik eines Außenstehenden wichtig. Erst nachdem sich dieser Versuch als nicht zielführend herausgestellt hatte, ging das Manuskript an die Salzburger Theaterdirektion, die es vorschriftsgemäß der Zensurbehörde vorlegte.« Trakl war nach deren Protokoll bereit, Kleopatra in einer Szene »nur mäßig dekolletiert« statt »hüllenlos, nur von ihren Haaren überflutet« auftreten zu lassen. So war die Aufführung am 15. September nicht gefährdet. Beide Stücke waren jedoch Misserfolge und Trakl vernichtete daraufhin die Manuskripte. – Auf einem gefalzten Doppelblatt gräulichem Bütten.

Erstdruck in »Mitteilungen aus dem Brenner-Archiv«, Nr. 8, 1989, S. 81. – Zitate aus: Hans Weichselbaum, Georg Trakl. Eine Biographie. Salzburg 2014

585  Georg Trakl. – Aus seinem Besitz – Charles Baudelaire. Die Blumen des Bösen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

Umdichtungen von Stefan George. Berlin, Georg Bondi 1901. Originalleinenband. Rückentitel, Deckelschrift mit Vignette und Kopfschnitt vergoldet.

Erste deutsche Ausgabe, nun mit bereits 106 Nachdichtungen. – Auf unbeschnittenem bräunlichem Bütten. – Den Titel und die Verlagsvignette entwarf Melchior Lechte. – Besonders in Trakls Gedichten der Jahre 1909–1912 finden sich vielfach formale und inhaltliche Parallelitäten zu »Vorlagen« der beiden größten französischen Lyriker des 19. Jahrhunderts, Rimbaud und Baudelaire. »Wie im Falle der Rimbaud-Bezüge gehen auch die Referenzen auf die Dichtungen Baudelaires, die Trakl seit seiner Schulzeit kannte, weniger auf die französische Originalversion zurück denn auf die deutsche, von George besorgte, Übersetzung der ›Fleurs du mal‹.« (Annette Hammers Studie zur Georg Trakls Gedichten »Psalm I« und »De profundis II«, Würzburg 2006, S. 99). – Mit dem Exlibris von Georg Trakl. Farbiger Holzschnitt von Max von Esterle (vgl. auch KatNr. 23). Trakl widmete ihm sein Gedicht »Winterdämmerung«.

21 : 16 cm 197, [3] Seiten. – Einband minimal stockfleckig.

Landmann 161. – Fromm I, 2223. – Das Exlibris ausführlich beschrieben bei Decker, Dichterexlibris

586  Georg Trakl. – Aus seinem Besitz – Francois Villon. Des Meisters Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Ins Deutsche übertragen von K. L. Ammer. Leipzig, Julius Zeitler 1907. Schwarze Originalbroschur, Titel und Deckelvignette in Golddruck.

Erste deutsche Gesamtausgabe. – Eins von 700 Exemplaren. – Titel und Einbandschmuck entwarf Walter Tiemann. – Mit roten Initialen gedruckt auf Bütten bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Mit dem Exlibris von Georg Trakl. Farbiger Holzschnitt von Max von Esterle (vgl. auch KatNr. 23). Trakl widmete ihm sein Gedicht »Winterdämmerung«.

24 : 16 cm. [6], 116, [2] Seiten. – Minimal bestoßen, Ränder besonders am Anfang etwas stockfleckig.

Fromm VI, 26708

587  Georg Trakl. Helian.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 3000

[Innsbruck, 1912/1913]. Originalbroschur.

Erste Ausgabe und die erste selbständige Veröffentlichung Trakls überhaupt. Der Sonderdruck entstand noch vor der Veröffentlichung in »Der Brenner« (Jahrgang III, Heft 9, 1. Februar 1913, S. 386–389). – Auf Velin »Firenze«, zwei Doppelblätter. – Entgegen dem späteren Abdruck im »Brenner« hier jeder der fünf Teile auf einer einzelnen Seite, so dass jede mit einer Initiale eröffnet wird. – Ludwig von Ficker ließ von einigen Gedichten Georg Trakls Sonderdrucke auf feinstem Papier drucken, meist nur in kleinsten Auflagen und nur für den persönlichen Gebrauch. – Außer dem Bestand im Brenner-Archiv via Worldcat nur ein Exemplar im Marbacher Literaturarchiv nachweisbar, das bereits auf 1912 datiert wird.

22 : 16 cm. [8] Seiten. – Ränder der Umschlagseiten leicht gebräunt, alle Blätter minimal stockfleckig. – Schwache horizontale Knickfalte.

Vgl. Ritzer 1983 1.7.15. – Raabe/Hannich-Bode 304.1

588  Georg Trakl. Sebastian im Traum.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 2200

[Innsbruck, Brenner 1913]. Gefalztes Doppelblatt.

Erste Ausgabe. – Nach Raabe/Hannich-Bode die zweite selbständige Veröffentlichung Trakls, was ein Druckdatum vor Mai 1913 voraussetzen würde. – Sonderdruck vor der Veröffentlichung in »Der Brenner« (Jahrgang IV, Heft 1, 1. Oktober 1913, Seiten 18–20). – Auf Bütten »Beatrix Mill« von Adolf Reiss, Wien. – Erst der Abdruck in der Zeitschrift erhielt, wie auch der in der gleichnamigen Sammlung (Leipzig 1915) die Widmung »Für Adolf Loos«. – Außer dem Bestand im Brenner-Archiv via Worldcat nur je ein Exemplar in der Österreichischen Nationalbibliothek und im Literaturarchiv Marbach nachweisbar.

22 : 16 cm. [4] Seiten. – Etwas angestaubt und fleckig, schwache horizontale Knickfalte.

Vgl. Ritzer 1983 1.7.30. – Raabe/Hannich-Bode 304.2

589  Georg Trakl. Kaspar Hauser Lied.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 2400

[Innsbruck, Brenner 1913]. Gefalztes Doppelblatt.

Erste Ausgabe, Raabe/Hannich-Bode unbekannt geblieben. – Sonderdruck vor Veröffentlichung in »Der Brenner« (Jahrgang IV, Heft 4, 15. November 1913, Seite 161). – Auf Velin »Galathea Mill hand made«. – Noch ohne die Widmung »Für Bessie Loos«, diese erschien erst in der Zeitschrift und der Sammlung »Sebastian im Traum«. – Außer dem Bestand im Brenner-Archiv via Worldcat nur ein Exemplar in der Österreichischen Nationalbibliothek nachweisbar.

22 : 16 cm. [4] Seiten.

Vgl. Ritzer 1983 1.7.36. – Nicht bei Raabe/Hannich-Bode

590  Georg Trakl. Hohenburg.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 900

[Innsbruck 1913].

Erste Ausgabe, Raabe/Hannich-Bode unbekannt geblieben. – Sonderdruck vor Veröffentlichung in »Der Brenner« (Jahrgang IV, Heft 6, 15. Dezember 1913, Seite 179). – Auf Velin »Galathea Mill hand made«. – Auf der Hohenburg, einem bei Innsbruck gelegenen Schloss im Familienbesitz der von Fickers, hielt sich Trakl 1913/14 einige Male auf. – Sehr selten. – Außer dem Bestand im Brenner-Archiv kein Exemplar via Worldcat nachweisbar.

22 : 16 cm. [4] Seiten. – Oberrand minimal gebräunt.

Vgl. Ritzer 1983 1.7.40. – Nicht bei Raabe/Hannich-Bode

591  Georg Trakl. Drei Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 2600

Das Gewitter. Der Abend. Die Nacht. [Innsbruck, Brenner 1914]. Gefalztes Doppelblatt.

Erste Ausgabe, Raabe/Hannich-Bode unbekannt geblieben. – Sonderdruck vor Veröffentlichung in »Der Brenner« (Jahrgang IV, Heft 20, 15. Juli 1914, Seiten 909–911, dort unter dem Titel »Gedichte«). – Auf Velin. – Die Gedichte entstanden im Frühjahr/Frühsommer 1914. – Außer dem Bestand im Brenner-Archiv kein Exemplar via Worldcat nachweisbar. – Tadellos erhalten.

22 : 16 cm. [4] Seiten.

Vgl. Ritzer 1983 1.7.62–64. – Nicht bei Raabe/Hannich-Bode

592  Georg Trakl – Der Brenner.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 3600

Halbmonatsschrift für Kunst und Kultur. Herausgegeben von Ludwig von Ficker. Innsbruck 1910–1954. Sechs grüne Originalleinenbände mit goldgeprägten Titeln und 40 Originalbroschuren.

Vollständige Folge aller erschienenen Hefte mit mehr als 70 Erstdrucken von Georg Trakl. – Vorhanden: Jahrgang I, Hefte 1–24; Jahrgang II, Hefte 1–24; Jahrgang III, Hefte 1–20 (bis hier in Originalhalbjahreseinbänden); Jahrgang IV, Hefte 1–20 und Brenner Jahrbuch 1915 (als Ersatz für Jahrgang V erschienen, mit acht posthum veröffentlichten Gedichten) sowie Folge VI, Heft 1–10, Folge VII, Bände 1 und 2 und Folgen VIII–XVIII (mit Briefen, Varianten und Texten über Trakl). In den frühen Heften finden sich ganzseitige Karikaturen und Illustrationen von Max von Esterle, der auch Georg Trakls Exlibris entwarf. »Nach dem Brenner-Jahrbuch, einem Gedenkbuch für Georg Trakl, wandte sich die Zeitschrift vom Expressionismus ab und orientierte sich mehr religiös-philosophisch« (Raabe). Ab 1945 erschien »Der Brenner« noch unregelmäßiger als in den Jahren 1925–1934, 1954 wurde die Zeitschrift eingestellt. – Der Herausgeber des »Brenner«, Ludwig von Ficker, war Trakls wichtigster Förderer, der ihm neben finanzieller Hilfe auch mittels Gedichtpublikationen in seiner expressionistisch orientierten Halbmonatsschrift zum dichterischen Durchbruch verhalf. Zu den weiteren Autoren gehörten Hermann Broch, Theodor Däubler, Else Lasker-Schüler, Adolf Loos u. a. – Sehr gut erhalten. – Dazu: Verlagswerbung des Brenner-Verlages: Drei Werbeblätter bzw. Broschüren, u. a. die Originalankündigung (Plakat) von 1910 »Ab 1. Juni d. J. erscheint […]«. – Beigaben: Sieben Zeitungsartikel über Georg Trakl, 1918–1957, u. a. von Albert Ehrenstein, u. a. aus NZZ, Frankfurter Zeitung und Salzburger Volksblatt. – Faksimiles aus dem Brenner-Archiv 1 und 2.

20 : 14 cm bis 22 : 15 cm.

Ritzer 1983 1.7,1–73. – Raabe, Zeitschriften 2. – Dietzel/Hügel 385. – Diesch 2825. – www.textkritik.de/trakl/trakl.htm

593  Georg Trakl. 44 Erstveröffentlichungen in »Der Brenner«.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Innsbruck 1910–1914. 68 Originalbroschuren und ein grüner Originalleinenband.

Die vollständigen Jahrgänge I–III, mit 24, 24 und 20 Heften, sowie das zweite Halbjahr von Jahrgang IV, Hefte 11–20 (in Originalleinenband). Mit insgesamt 44 Erstdrucken von Georg Trakl. – Die Titelliste der Brenner-Erstveröffentlichungen ist einzusehen unter www.textkritik.de/trakl/trakl.htm.

20 : 14 cm. – Meist sehr gut erhalten. Die Ränder papierbedingt etwas gebräunt.

Ritzer 1983 1.7.1–29 und 50–64. – Raabe Zeitschriften 2. – Diesch 2825. – Schlawe S. 10

594  Georg Trakl. Die drei Teiche von Hellbrunn.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 260

– In: Der Merker. Österreichische Zeitschrift für Musik und Theater. Jahrgang 1, Doppelheft 20/21. Wien, Österreichischer Verlag 1910. Mit zehn Bildtafeln. Originalbroschur.

Erster Abdruck der veränderten Fassung. Zuvor erschien das dreistrophige Gedicht im »Salzburger Volksblatt«. – Auf Seite 818 des Sonderhefts der Zeitschrift zur Mozartfeier im Sommer 1910, mit zahlreichen Stadtansichten, Künstlerporträts sowie Anzeigen und Musiknoten. Den Buchschmuck entwarf Richard Teschner, Mitarbeiter der Wiener Werkstätte.

25 : 19 cm. Seiten 809–880, XVI, 5, [1] Seiten, 10 Tafeln. – Unbeschnitten, Vorderdeckel mit leichtem Wasserrand.

Ritzer 1983 1.5.1. – Vgl. Killy/Szklenar II, 355f

595  Georg Trakl. Der Spaziergang. – Die Raben. – In einem alten Garten. – Drei Blicke in einen Opal.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 330

– [Vier Gedichte in:] Salzburg. Ein literarisches Sammelwerk. Herausgegeben von den jungen Mitgliedern der Literatur- und Kunstgesellschaft »Pan«. Salzburg, Eugen Richter 1913. Originalbroschur mit farbig lithographiertem Deckelbild und -vignette.

Erstdrucke der vier Gedichte, die ersten beiden danach in der Sammlung »Gedichte« (Kurt Wolff 1913). – Auf Seiten 17–22 des Almanachs, dieser mit weiteren Texten von Hermann Bahr u. v. a. – Mit dem handschriftlichen Hinweis »Rezensionsexemplar!« auf dem Vorderdeckel: Der unbekannte Rezensent hinterließ an einigen Texten recht launige Bleistiftanmerkungen und scheint von der Sammlung nicht begeistert gewesen zu sein. So notiert er neben dem Aphorismus »Schwätzer sind ein Unglück, aber das größere Unglück sind die Leute, die den Schwätzern zuhören« von Karl Hauer: »Böses Motto zu dem Buch!« – Trakls Gedichte versah er mit anerkennenden Ausrufezeichen und einem einzigen Zusatz »O Gott!«.

19 : 17 cm. [4], 143, [1] Seiten, 4 Seiten Musiknoten. – Leicht fleckig und minimal bestoßen.

Ritzer 1983 1.9. – Vgl. Killy/Szklenar II 92, 55, 326 und 121

596  Georg Trakl. Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Leipzig, Kurt Wolff 1913. Graue Originalbroschur mit zweifarbiger typographischer Deckelillustration.

Erste Ausgabe der ersten Buchveröffentlichung Trakls. – Erschienen als Heft 7/8 der Reihe »Der jüngste Tag«, hier in der ersten Bindequote mit dem von Wilhelm Wagner gestalteten und signierten Umschlag. – Gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Nach Werfel, Hasenclever, Kafka, Hardekopf, Emmy Hennings und Carl Ehrenstein eröffnete Trakls Erstling die zweite Serie der legendären Buchreihe. – Albert Soergel schreibt in »Dichtung und Dichter der Zeit« angesichts der Trakl-Ausgaben »[…] das ist nicht Nachahmung, das ist Neugeburt. Das schuf einer, Hölderlin an Wesen und Schicksal ähnlich, aber beschwert durch die Entwicklung dreier Geschlechter nach ihm« (Ausgabe 1927, Band II, S. 433). – Unbeschnitten.

22 : 13 cm. 65, [3] Seiten. – Oberrand des Vorderumschlags fachmännisch mit Japan hinterlegt.

Ritzer 1983 2.1/A. – Raabe/Hannich-Bode 304.3. – Raabe 145, 7/8. – Smolen/Stammerjohann 7/8.1.A. – Göbel 142

597  Georg Trakl. Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

Leipzig, Kurt Wolff 1913. Grauer Originalpappband, Titel in Schwarz, Vorderdeckel mit kreisrunder Vignette in Blau.

Erste Ausgabe der ersten Buchveröffentlichung Trakls. – Der jüngste Tag, Heft 7/8. – Ohne die Anzeigen. – Nach Smolen/Stammerjohann wurde ein Teil der Rohbogen 1915/16 in der hier vorliegenden Form aufgebunden. Smolen/Stammerjohann nennen keinen anderen Titel der Reihe in dieser Einbandvariante. Durch das verwendete sehr gute Papier und den zumindest äußerlichen Wegfall des Reihentitels suggerierte diese Variante sicher beabsichtigt eine eigenständige Publikation. – Sehr schönes Exemplar, sehr selten.

22 : 13 cm. 65, [1] Seiten. – Vorsätze im Falz leicht stockfleckig.

Ritzer 1983 2.1/A. – Raabe/Hannich-Bode 304.3. – Raabe 145, 7/8. – Smolen/Stammerjohann 7/8.1.B.2. – Göbel 142

598  Georg Trakl. Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Zuschlag/Hammerprice: € 100

Leipzig, Kurt Wolff 1913 [1917]. Schwarze Originalbroschur mit grünem Deckelschild.

Der jüngste Tag, Heft 7/8. – Zweite Ausgabe, gedruckt bei L. C. Wittich, Darmstadt, in größerer Type. Ohne Anzeigen, nun aber erstmals mit Inhaltsverzeichnis der 49 Gedichte. – Auf einfacherem Papier. – Mit der gedruckten Leipziger Zensurmarke. – Schönes Exemplar.

22 : 13 cm. 68, [4] Seiten.

Ritzer 1983 2.1/B. – Smolen/Stammerjohann 7/8.2.A

599  Georg Trakl. Sebastian im Traum.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 2200

Leipzig, Kurt Wolff 1915. Blaugrüner Originalecrasélederband. Rückentitel, Vignetten, doppelte Deckelkantenfileten mit kleinen Eckverzierungen und der Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe, die in Blau und Schwarz auf Stratford-Bütten gedruckt und in Ganzleder gebunden wurden. – 1913 hatte Georg Trakl, die »unbestrittene Hauptgestalt des österreichischen Frühexpressionismus« (Raabe) bei Kurt Wolff seinen ersten Gedichtband veröffentlicht. Wie Georg Heym, erlebte auch Trakl das Erscheinen der zweiten Gedichtsammlung nicht mehr. Im November 1914 setzte er, erst 27jährig, im Garnisonsspital Krakau seinem Leben mit einer Überdosis Gift ein Ende. – »Georg Trakl erlag im Krieg | von eigener Hand gefällt. | So einsam war es in der Welt. | Ich hatt ihn lieb« (Else Lasker-Schüler). – Trotz einiger Patina recht erstrebenswertes Rarissimum.

24 : 16 cm. 88, [8] Seiten. – Titelblatt mit handschriftlichem Besitzvermerk Alois Jungmair. – Einband verfärbt, besonders am Rücken. – Durchgehend, an den Rändern auch stärker, stockfleckig, am Ende Unterrand mit Braunfleck.

Ritzer 1983 2.2/A. – Raabe/Hannich-Bode 304.4. – Göbel 226

600  Georg Trakl. Sebastian im Traum.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Gedichte. Leipzig, Kurt Wolff 1915. Dunkelblaue Originalbroschur. Titel, Deckelvignette und Kantenfileten goldgeprägt.

Erste Ausgabe. – In der seltenen Broschurvariante. – Innen sehr schön.

24 : 16 cm. 88, [8] Seiten. – Teils stärker lichtrandig, mit kleinen Farbspritzern, Rücken mit restauriertem Riss. – Titel mit Besitzvermerk und kleiner Leimspur.

Ritzer 1983 2.2/A. – Raabe/Hannich-Bode 304.4. – Göbel 226