ChristianHesse

Lot 551 – 600 | Hesse-Auktionen
Lot 551 – 600

551  Januspresse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Roemische Elegien.

€ 500

Leipzig 1907. Originalpergamentband mit goldgeprägtem Titel (Carl Sonntag jun., Leipzig).

Erster Druck der Januspresse. – Eins von 150 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz von Ernst Poeschel und Walter Tiemann auf Zanders-Bütten. – Die Initialen wurden von Walter Tiemann in Holz geschnitten. – Die Janus-Presse war die erste deutsche Privatpresse überhaupt. Sie entstand nahezu zeitgleich mit der Ernst Ludwig Presse. Im Frühjahr 1923 erschien mit dem »Schlemihl« ihr letzter Druck. » […] ihre Seele, die Schrift, war versenkt, nicht wie Cobden Sanderson’s Doveslettern in die Themse, sondern in ein Paket mit grauem Packpapier. Die Janus-Pressen-Schrift wurde im Archiv des Insel-Verlages aufbewahrt« (aus dem letzten Druck der Presse).

25,6 : 18,6 cm. [2], 33, [5] Seiten. – Einband mit schwachen Stockflecken, insgesamt etwas wellig, Hinterdeckel stark verzogen.

Rodenberg 94, 1

552  Januspresse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Torquato Tasso.

€ 900

Ein Schauspiel. Leipzig 1910. Originalpergamentband mit goldgepunzten Fileten, intarsierten Rücken- und Deckelschildern mit vergoldeten Titeln sowie Kopfgoldschnitt (signiert: Carl Sonntag jun., Leipzig).

Zweiter Druck der Januspresse. – Eins von 150 Exemplaren, davon waren 120 für den Handel bestimmt. – Auf Handbütten mit dem Pressensignet als Wasserzeichen. – Haupt- und Zwischentitel und das Pressensignet wurden von Walter Tiemann in Holz geschnitten und in Rot gedruckt.

25,6 : 18,4 cm. 160 Seiten. – Rückenschild mit Schabstelle, Deckel und Schnitt mit schwachen Stockflecken.

Rodenberg 94, 2. – Schauer II, 31 (Abbildung)

553  Januspresse – [Susette Gontard]. Die Briefe der Diotima.

€ 300

Leipzig, Insel 1920. Originalpergamentband mit vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt. Mit Originalumschlag.

Vierter Druck der Januspresse. – Eins von 320 Exemplaren. – Auf Janus-Bütten. – Veröffentlicht von Frida Arnold, herausgegeben von Carl Viëtor. – Titel und Initialen von Walter Tiemann. – Mit dem Beiheft »Anmerkungen und Nachwort« der Herausgeber. – Erste Veröffentlichung der Briefe von Susette Gontard (»Diotima«) an Friedrich Hölderlin. Die Originalbriefe waren im Besitz von Frida Arnold, einer Großnichte von Friedrich Hölderlin.

25,6 : 18,4 cm. [4], 72, [4] Seiten. – Deckel leicht aufgebogen.

Rodenberg 95, 4. – Sarkowski 392

554  Maximilian-Gesellschaft – [Kaiser Maximilians I. Gebetbuch

€ 600

Mit Zeichnungen von Albrecht Dürer und anderen Künstlern. Herausgegeben von Karl Giehlow. Wien, Selbstverlag des Herausgebers in Kommission F. Bruckmann 1907]. Faksimileband. Dunkelblauer Maroquinband mit reicher floraler Rückenvergoldung, dreifachen vergoldeten Fileten an den Deckelrändern und einem großen vergoldeten Wappensupralibros auf dem Vorderdeckel (signiert: E. A. Enders, Leipzig). Im Leinenschuber.

Eins von 350 Exemplaren, daneben vier Exemplare auf Pergament. – Das Faksimile wurde photolithographisch in der Kunstanstalt Albert Berger in Wien gedruckt und vom Herausgeber im Eigenverlag vertrieben. Restbestände der Auflage erwarb 1913 die soeben gegründete Maximilian-Gesellschaft von den Erben des Herausgebers und versandte sie »als erste gewichtige Vereinsgabe« (Schauer I, 130). – Mit dem ausführlichen Werbeblatt des Verlages F. Bruckmann mit zahlreichen handschriftlichen Textkorrekturen. – Ohne den Kommentarband. – Von den Ende 1513 bei Schönsperger in Augsburg gedruckten Pergamentexemplaren, die den damals auserwählten Künstlern – neben Albrecht Dürer auch Altdorfer, Baldung und Burgkmair – zur Einzeichnung der Randillustrationen übersandt wurden, konnte Karl Giehlow fünf nachweisen. Die Bogen mit den Dürerschen Randzeichnungen sind verwahrt in den Bibliotheken München und Besançon, als Vorlage für die mit Initialen geschmückten Seiten dienten auch Exemplare in Wien und aus der Bibliothek Thomas Brookes. – In prachtvollem Einband der Leipziger Buchbinderei Enders mit dem kaiserlichen Wappen auf dem Vorderdeckel. – Aus Familienbesitz Erben Dr. Ernst Hauswedell.

29,0 : 20,0 cm. 160 beidseitig bedruckte Tafeln. – Oberkanten leicht berieben. – Die Seiten teils mit Bleistift paginiert.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 119

555  Maximilian-Gesellschaft – Georg Christoph Lichtenberg. Aphorismen.

€ 120

Ausgewählt von Erich Steffen. Berlin 1922. Mit einem Porträt. Gelber Halbmaroquinband mit Rückenschild und marmorierten Deckelbezügen.

Eins von 300 Exemplaren. – Für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft gedruckt bei Spamer, Leipzig. – Typographie und Druckleitung übernahm E. R. Weiß, der auch die Vorlage des Lichtenberg-Porträts nach einem Stich von H. Schwenterley zeichnete. – Laut Einklebung auf dem Innendeckel das Exemplar aus der Sammlung Dr. Johannes Knoblauch, die am 13. März 1926 bei Martin Breslauer unter dem Katalogtitel »Vorbildliche Drucke aus der Blütezeit des wiedererwachten Buchgewerbes« versteigert wurde. Damals noch als Broschur und später wohl bei Friedrich Meink gebunden. – Aus Familienbesitz Erben Dr. Ernst Hauswedell.

20,0 : 14,2 cm. [4], 71, [1] Seiten.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, Seite 120

556  Maximilian-Gesellschaft. Stammtischblätter.

€ 300

Ausgewählt von A[lfred] R[ichard] Meyer. Berlin 1926 und 1927. Mit fünf (statt sechs) Lithographien und einer Holzschnitt-Initiale. Dunkelroter Saffianlederband mit Vergoldung (signiert: Hübel & Denck, Leipzig) und neuer Pappband mit Rückenschild (Christian Zwang?).

Eins von 150 Exemplaren. – Auf Zerkall-Bütten. – Mit Texten u. a. von Heinrich Lautensack, Theodor Däubler, A. R. Meyer und Paul Scheerbart (vier Erstdrucke) sowie über Bucheinbände von Marcus Behmer. – Mit Lithographien von Max Liebermann (2), Lieselotte Tieffenbach, Waldemar Rösler und Elisabeth Goetz-Gleistein, einer Holzschnitt-Initiale von Marcus Behmer sowie Tafeln und montierten Abbildungen. – Der Stammtisch der Maximilian-Gesellschaft fand seit Februar 1926 jeden zweiten Freitag im Weinhaus Trarbach im Theater des Westens statt. Dort wurden die Stammtischblätter in einzelnen Bogen verteilt. Der Stammtisch hielt sich mehrere Jahre, seine »Blätter« erschienen nur 1926 und 1927, der zweite Jahrgang blieb unvollendet (wie hier vorliegend). – Gedruckt von E. W. Tieffenbach in der Officina Serpentis. – Dazu: 25 Jahre Maximilian-Gesellschaft. Berlin 1912 bis 1937. Berlin 1937. Originalhalbpergamentband; Deckelvignette und Rückentitel goldgeprägt. Eins von 300 Exemplaren. Mit einem Verzeichnis der Versammlungen und umfangreicher Bibliographie. – Eine Beigabe. – Alle aus Familienbesitz Erben Dr. Ernst Hauswedell.

27,1 : 18,7 cm. [4], 97, [3] Seiten, 5 Lithographien bzw. 81, [7] Seiten. – Bünde von I leicht berieben, Inhaltsverzeichnis mit Bleistiftnotizen. – Beigabe mit Rotstift-Anstreichungen.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 130 (nur Jahrgang 1). – Backe/Köppen 116. – Rodenberg 517

557  Georg Müller Verlag – Otto Julius Bierbaum. Das schöne Mädchen von Pao.

€ 500

Ein chinesischer Roman. München, Georg Müller 1909/1910. Mit sieben Abbildungen auf Tafeln und Buchschmuck von Franz von Bayros. Dunkelblauer Originalsaffianlederband mit reicher Deckel-, Rücken- und Vorsatzvergoldung (Hübel & Denck, Leipzig). In Originalschutzumschlag und -kassette mit Deckelschild.

Eins von 600 Exemplaren der Prachtausgabe. – Gedruckt bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem, auf unbeschnittenem Zerkall-Einhorn-Bütten. – Einbandentwurf von Paul Renner. – »Die prächtigen Schriften aus dem reichen Typenvorrat von Enschedé en Zonen in Haarlem stehen auf handgeschöpftem Bütten und behaupten sich bravourös neben den Illustrationen von Bayros, der sich hier, eine Entdeckung Bierbaums, erstmals auf dem deutschen Buchmarkt vorstellte und einen glücklichen Tag gehabt haben muß, da er einmal ohne die sonstige süßliche Parfümierung seiner Zeichenfeder ausgekommen war« (Eyssen, S. 65). – Bierbaum gehörte zu den Hauptautoren der ersten Verlagsjahre von Georg Müller. »Er war es, der die lange Reihe schöner Drucke […] eröffnete, und zwar mit den Ausgaben seines erst rein typographisch, schließlich dann illustriert erscheinenden Buches ›Das schöne Mädchen von Pao‹ (1910)«. (Georg K. Schauer). – Nahezu makelloses Exemplar.

32,0 : 23,0 cm. [10], 210, [4] Seiten. 7 Tafeln. – Schuber ganz schwach berieben. – Eine Seite mit leichtem Knick.

Hayn/Gotendorf IX, 62. – Eyssen 64. – Schauer I, 108 und II, 54 (mit Abbildung)

558  Georg Müller Verlag – Otto Julius Bierbaum. Das schöne Mädchen von Pao.

€ 350

Ein chinesischer Roman. München, Georg Müller 1909/1910. Mit sieben Abbildungen auf Tafeln und Buchschmuck von Franz von Bayros. Dunkelblauer Originalsaffianlederband mit reicher Deckel-, Rücken- und Vorsatzvergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

Eins von 600 Exemplaren der Prachtausgabe. – Nicht so schön wie das vorherige Exemplar.

32,0 : 23,0 cm. [10], 210, [4] Seiten. 7 Tafeln. – Rücken verfärbt. Ränder leicht berieben, Deckel leicht fleckig. – Schnitt und wenige Seiten mit vereinzelten kleinen Stockflecken.

Hayn/Gotendorf IX, 62. – Eyssen 64. – Schauer I, 108 und II, 54 (mit Abbildung)

559  Georg Müller Verlag – Honoré de Balzac. Das Haus Claes.

€ 150

(La recherche de l’absolu). Übertragen von Adelheid v. Sybel. München, Georg Müller 1913. Dunkelgrüner Originalkalblederband mit Vergoldung (Hübel & Denck).

Erste vollständige deutsche Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten. – Balzac erzählt die Familientragödie des Chemikers Balthazar Claes, der in seiner Besessenheit um den Erkenntnisgewinn seine komplette Außenwelt vergisst und als verrückter Wissenschaftler sich und seine Umwelt ins Verderben stürzt.

19,7 : 14,0 cm. [2], 345, [9] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. – Vorsätze und äußerste Ränder etwas stockfleckig.

Fromm I, 1657

560  Georg Müller Verlag – Camille Mauclair. Florenz.

€ 150

München 1914. Mit 84 fotografischen Abbildungen auf Tafeln. Leuchtend roter Originalmaroquinband mit reicher Vergoldung und Kopfgoldschnitt (Hübel & Denck, Leipzig).

Erste Ausgabe. – Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder. – Ausführliche Beschreibung der Florentiner Geschichte und Kultur in Wort und Bild, die Bildtafeln mit Fotografien bekannter Sehenswürdigkeiten: Uffizien, Paläste, Kirchen. – Die Übersetzung stammt von Rosa Schapire, der Hamburger Kunsthistorikerin und Kunstsammlerin. – »So viele Bücher wurden über Florenz geschrieben und so viel Dinge noch nie gesagt!« (Vorwort). – Den prächtigen Einband entwarf Paul Renner.

24,7 : 16,9 cm. [10], 267, [7] Seiten, 84 Tafeln. – Ecken minimal berieben.

561  Georg Müller Verlag – Spielmanns-Geschichten.

€ 200

Herausgegeben von Paul Ernst. München und Leipzig, Georg Müller [um 1920]. Roter Originalmaroquinband mit Rücken- und Filetenvergoldung sowie Kopfgoldschnitt.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten. – Sammlung von 17 Verserzählungen, die von Luise Ernst und Hildegard Busch aus dem Altfranzösischen übersetzt wurden. – »Bei der Lektüre muß man sich immer vorhalten, daß die Erzählungen für den Vortrag bestimmt sind, nicht für das Lesen. Sie sind von den wandernden Spielleuten gedichtet und rezitiert in jenen Zeiten, als es das unterhaltende Buch noch nicht gab« (Vorwort).

22,4 : 15,8 cm. [10], 309, [5] Seiten. – Schnitt und äußerste Ränder etwas stockfleckig – erste und letzte Seiten stärker.

562  Nibelungendruck – Gotthold Ephraim Lessing. Die Parabel von den drei Ringen.

€ 250

Berlin, Brandus 1918. Mit zweifarbig lithographiertem Buchschmuck und Illustrationen von Joseph Sattler. Grüner Originalkalblederband; Titel, Deckelvignette, Fileten, Bordüren und Kopfschnitt vergoldet (Otto Dorfner, Weimar).

Zweiter Nibelungendruck. – Eins von 265 Exemplaren. – Gesetzt aus der erstmals verwendeten Delitsch-Antiqua, gedruckt auf der Handpresse bei Julius Klinkhardt, Leipzig. – Auf Velin. – Bibliophile Ausgabe der berühmten Ring-Parabel aus Lessings »Nathan«. Die Typographie und den Buchschmuck gestaltete Joseph Sattler. Der Jugendstilkünstler (1867–1931) hatte sich nicht zuletzt durch seine Nibelungen-Schrift für eine Zusammenarbeit mit den Herausgebern der Nibelungendrucke empfohlen.

17,4 : 12,7 cm. [32] Seiten. – Leicht berieben.

Rodenberg 444. – Schauer II, 4

563  Nibelungendrucke – Zwei Drucke mit Radierungen von Alois Kolb.

€ 200

Berlin, Brandus 1918–1919. Mit zusammen 22 Radierungen, davon einige blattgroß, zwei als Titel, einige Intialen. Originalkalb- bzw. Originalecrasélederband mit Vergoldung.

Fünfter Druck. Friedrich von Schiller. Kapuziner-Predigt. 1918. Eins von 270 Exemplaren. Gesetzt aus der Ehmcke-Fraktur, gedruckt auf Zanders-Bütten. – Achter Druck. Christoph Martin Wieland. Geron der Adlige. 1919. Eins von 300 Exemplaren. Gesetzt aus der Tiemann-Fraktur, gedruckt auf Zanders-Bütten. – Die Titelradierung von II signiert. – Die »einfachen, sehr geschmackvollen Ganzledereinbände« (Rodenberg) wurden bei H. Fikentscher hergestellt.

17,0 bzw. 17,5 : 13,0 cm. [24] bzw. [60] Seiten. – Einbände mit winzigen Schabstellen, Rücken von I etwas brüchig, von II leicht aufgehellt.

Rodenberg 444, 5 und 445, 8. – Sennewald 18 und 19, 3

564 Obelisk-Drucke – Christoph Martin Wieland. Musarion

€ 500 (R7)

oder Die Philosophie der Grazien. Ein Gedicht in drey Büchern. Radierungen von Hans Gött. München, Drei Masken 1924. Mit zwölf radierten, signierten Vignetten, davon eine Titel- und eine Schlussvignette. Blauer Originalmaroquinband mit Rückenschild. Ornamentale Deckelbordüren und Innenkantenfileten, Rücken und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Hübel & Denck, Leipzig). Im Schuber.

Neunter Obelisk-Druck. – Unnummeriertes Exemplar, somit eins von 20 Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 340). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Radierungen entstanden 1923 und wurden unter Aufsicht des Künstlers auf Zanders-Bütten gedruckt.

29,5 : 20,0 cm. 72, [6] Seiten. – Kanten leicht berieben. Rücken und Ränder schwach verfärbt.

Rodenberg 448, 9

564a  Ernst Ohle Verlag – Homer. Odyssee.

€ 250

Leipzig, Ernst Ohle 1913. Dunkelgrüner Originalecrasélederband mit Filetenvergoldung und Kopfgoldschnitt.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Maroquin (Gesamtauflage 200). – Wortgetreuer Abdruck der Übersetzung von Johann Heinrich Voß vom Jahre 1781 (Druckvermerk). – Gedruckt von der Offizin W. Drugulin in der Didot-Antiqua. – »Die bibliophilen Erscheinungen des Verlages sind typographische Meisterwerke« (vgl. Rodenberg, S. 344).

33,4 : 24,0 cm. 395, [5] Seiten. – Kanten etwas berieben. Rücken etwas verblasst. Hinterer Deckel mit Schab- und Druckspur. – Vorsätze, Schnitt und einige Seiten stockfleckig. Äußerste Ränder gebräunt.

Rodenberg 345

565  Rabenpresse – Ein hübsche histori von der küniglichen stadt troy, wie sie zerstœret ward.

€ 180

Erneuert von Richard Benz. Berlin, Rabenpresse 1938. Mit koloriertem Holzschnitt-Frontispiz und 42 kolorierten Holzschnitten, alle nach alten Originalen geschnitten von Ulla Rossel. Originalpappband.

Erster Bibliophiler Phönix-Druck der Rabenpresse. – Eins von 900 Exemplaren. – Gedruckt bei Wilh. Gerstung in Offenbach, von dem bereits in den Jahren 1925–29 in der »Werkstatt der Pforte« in Heidelberg entstandenen Satz. – Auf Bütten. – V. O. Stomps gründete 1926 die Rabenpresse, musste diese jedoch 1937 verkaufen: Nach einigen Lesungen und Veröffentlichungen jüdischer Autoren war der Verlag auf die Liste der »unerwünschten Literatur« gesetzt worden und der deutsche Buchhandel boykottierte die Publikationen mehrheitlich.

28,3 : 19,7 cm. [8], 214, [2] Seiten.

566  V. O. Stomps – Joanne Rempen. Vita & mors S. virginis & martyris Columbæ.

€ 300

Frankfurt am Main Weihnachten 1948. Mit einer Titelillustration. Originalbroschur.

Eins von 100 Exemplaren, von Stomps als Weihnachtsgruß verschickt. – Mit Umschlagblatt aus Japanpapier mit einem gedruckten Widmungsbrief des Herausgebers, mit eigenhändiger Anrede und Unterschrift. – Bereits 1938 hatte Stomps diese Verse als Privatdruck veröffentlicht. Möglicherweise stammen sie von Stomps selbst und wurden dem Jesuiten und späteren protestantischen Theologen Johann Rempe (1663–1744) nur untergeschoben. Die zweite, veränderte Auflage enthält nun auch lateinische Verse, ihrer »klanglichen Wirkung« wegen. – »Abgezogen auf einem, aus einigen Holzleisten und einem (leider leeren) amerikanischen Zucker-Sack selbst gefertigten Umdruck Rahmen« (Druckvermerk). – Das Exemplar dedizierte Stomps Dr. A. von Klement, Regensburg. Mit eigenhändig adressiertem Briefumschlag. – Nachdem V. O. Stomps in französischer Kriegsgefangenschaft wieder als Drucker tätig war, eröffnete er 1948 in der Frankfurter Justinianstraße eine eigene Druckerei und ein Jahr später die Eremiten-Presse.

21,2 : 15,0 cm. [16] Seiten.

Nicht bei Spindler, Typen

567  Rudolfinische Drucke – Martin Luther. Das Gesicht des Jesaia.

€ 150

Offenbach am Main 1919. Holzschnitte von Rudolf Koch. Originalhalbpergamentband mit einem auf beiden Deckeln wiederholten Holzschnitt.

Achter Rudolfinischer Druck. – Exemplar 35, ohne Angabe der Auflagenhöhe, aber wohl maximal 200 Stück. – Auf Bütten. – Schrift und Illustrationen schnitt Rudolf Koch als je eine Holztafel und druckte das Buch als Blockbuch. – »Ein neues Gesicht gewinnen die Rudolfinischen Drucke vom folgenden achten Druck ab, indem sich Koch jetzt auf den Einblatt- und Blockbuchdruck einstellt. […] Das Hauptstreben des Künstlers geht jetzt dahin, die technische Einheit von Bild und Schrift herzustellen, das große Problem der Buchkunst also […] der Lösung näher zu bringen.« (Julius Rodenberg). – Beilagen: Verzeichnis der Rudolfinischen Drucke 1920. – Hinweiszettel zum Blockbuch. – Originalrechnung der Druckerei Wilh. Gerstung von 1920 (Preis damals 100 M).

22,0 : 15,3 cm. [24] Seiten. – Deckelränder leicht gebräunt.

Rodenberg 126, 8

568  Epiktet. Handbüchlein der Moral.

€ 300

Mit Anhang »Ausgewählte Fragmente verlorener Diatriben«, eingeleitet und herausgegeben von Wilhelm Capelle. Jena, Eugen Diederichs 1906. Flexibler Originalpergamentband mit grünen Seidenbändern als Durchstichheftung.

Eins von 20 handschriftlich nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan-Bütten im Ganzpergamentband. – Mit zwei ornamentierten Initialen, möglicherweise entworfen von F. H. Ehmcke. – Seiten- und Unterränder unbeschnitten, Kopfschnitt vergoldet. – Als Vorzugsexemplar sehr selten.

20 : 14 cm. XXXII, 76, [4] Seiten. – Deckel etwas verzogen und vergilbt. – Titelblatt mit leichter Quetschfalte.

569  Walter Dreesen. Mond.

€ 300 ( R7 )

Novelle. Mit Illustrationen des Verfassers. München, Zeltverlag 1930. Mit 27 ganzseitigen Illustrationen. Schwarzer Originalkalblederband mit vergoldetem Rückentitel. Im Originalschuber.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf »besserem Papier« und in Ganzleder (Gesamtauflage 350). – Die erste Buchveröffentlichung des Ehmcke-Kreises, dem Zusammenschluss ehemaliger Schüler von Fritz Helmut Ehmcke. Dieser war, nach seiner Tätigkeit an der Düsseldorfer Kunstgewerbeschule, seit 1913 Lehrer für Schrift- und Buchgewerbe an der Münchner Kunstgewerbeschule, wo er auch die Rupprecht-Presse gründete. 1924, nach Auflösung der Schule, wurde er an die Akademie der bildenden Künste berufen. 1938 wurde er als Halbjude allerdings wieder aus der Professur entlassen.

24,7 : 17,4 cm. 73, [3] Seiten. – Rücken minimal verfärbt.

570  Johann Wolfgang von Goethe. Faust.

€ 250

Eine Tragödie. [Erster und] Zweiter Teil. – William Shakespeare. Hamlet. – Romeo und Julia. Leipzig, Schmidt & Günther um 1910. Rote Originallederbände mit reicher Vergoldung.

Aus der Reihe »Liliput-Klassiker«, in der etwa 20 Bände erschienen. – Dünndruckausgaben. – Die 5,3 : 3,4 cm kleinen Lederbände mit vergoldeten Titeln, Fileten und Bordüren und umlaufendem Goldschnitt, alle Deckel mit »Fleur-de-Lys«-Vergoldung. – Sehr gut erhalten. – Beigabe: Zwei weitere Bände der Reihe in abweichendem Einband.

571  Officina Serpentis – Die vier ersten Kapitel der Genesis.

€ 300

Verdeutscht durch D. Martinus Luther. Berlin 1913. Originalhalbpergamentband mit Marmorpapierbezügen.

Eins von 30 Exemplaren (Gesamtauflage 33). – Mit einem radierten Initial von Felix Meseck. – Handpressendruck der Officina Serpentis durch E. W. Tieffenbach, Berlin, in Rot und Schwarz .

42,5 : 29,8 cm. [4] Seiten. – Ränder berieben, Ecken stärker.

Rodenberg 109, f. – Backe/Köppen 13

572  Officina Serpentis – Hans Michael Moscherosch. Wie das Pulver und die Buchdruckerey erfunden wurde.

€ 250

Berlin 1919. Mit einer radierten Initiale von Felix Meseck. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 50 Exemplaren. – Auf Zanders-Papier. – Der Text folgt der Straßburger Ausgabe von »Philander von Sittewalds Wunderliches und wahrhaftiges Gesicht ›Soldatenleben‹« von 1660. Unter dem Pseudonym »Philander von Sittewald« publizierte Moscherosch zahlreiche, meist satirische Dichtungen. – Der fiktive Disput behandelt die Urheberschaft des Buchdrucks und den diesbezüglichen Anteil von Hans Mentelin, Straßburg, und Johannes Gutenberg, Mainz. – Selten.

24,7 : 18,3 cm. [3]–22, [2] Seiten. – Die flexiblen Deckel etwas verzogen. – Kleiner Sammlerstempel auf Innendeckel und Titelblatt, sonst sehr schön.

Backe/Köppen 24. – Rodenberg 110

573  Officina Serpentis – Rainer Maria Rilke. Die weiße Fürstin.

€ 800

Eine Szene am Meer. Berlin, E. W. Tieffenbach 1920. Flexibler Originalinterimspappband mit Marmorpapierbezügen und Deckelschild.

Der Schatzbehalter. Erstes Buch. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Zanders-Bütten und mit dem goldgehöhten Untertitel (Gesamtauflage 175). – Druck in Rot und Schwarz. – Erste Einzelausgabe der Dichtung, deren erste Fassung 1899 in der Zeitschrift »Pan« abgedruckt wurde. Die auch hier verwendete überarbeitete Fassung von 1904 erschien 1909 in »Die frühen Gedichte«. – Zur »Szene am Meer« wurde Rilke durch ein Erlebnis in Viareggio angeregt, wo er sich im Frühjahr 1898 aufhielt. In einer Tagebuchnotiz beschreibt er die Erscheinung eines Mönchs »in seinem schwarzem Faltenkleid mit der schwarzen Gesichtsmaske. … er war wie der Tod selbst …« (vgl. Schnack, Rilke Chronik I, 73).

29,6 : 20,5 cm. – Rücken restauriert, Ränder gebräunt.

Backe 37. – Mises 90

574  Officina Serpentis – Johannes Secundus. Basia.

€ 300

Berlin, Officina Serpentis 1921. Mit radiertem Titel von Marcus Behmer. Originalinterimspappband mit Marmorpapierbezügen.

Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan und der Radierung von der unverstählten Platte (Gesamtauflage 175). – Handpressendruck in der Elzevir-Antiqua von Genzsch & Heyse, Hamburg. – Die neulateinischen Basia (1539) des niederländischen Dichters Johannes Secundus (1511–1536) gehören zu den Klassikern der erotischen Literatur. Unter Rückgriff auf antike Vorbilder wie Catull variiert diese Sammlung in insgesamt neunzehn Gedichten ihr Leitthema des Kusses auf immer neue Weise.

18,7 : 13,3 cm. [8], 19, [5] Seiten. – Einband fleckig, Ränder gebräunt. – Schnitt und Seitenränder mit einigen Stockflecken.

Backe/Köppen 47. – Haucke 43

575  Officina Serpentis – Q. Valerius Catullus. (Gedichte).

€ 450 ( R7 )

Deutsch von Ernst Hohenemser. [Berlin] 1922. Mit einer Randleiste, einem Initial und Signet von Ansgar Schoppmeyer nach Entwürfen von Marcus Behmer. Pergamentband der Zeit mit vergoldeten Fileten und Fleurons. Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: F. Dudik).

Eins von 120 Exemplaren auf Hahnemühle-Bütten, die Verzierungen des Widmungsgedichts und die Kolumnentitel in Rot gedruckt. – Gesetzt von M. Hoffmann in der Gotico-Antiqua. – Ansgar Schoppmeyer war Professor an der Technischen Hochschule in Charlottenburg. Ganz im Sinne Tieffenbachs, der ebenfalls Naturwissenschaftler war und mit seiner Officina Serpentis anstrebte, »vollkommene Bücher auch durch Übernahme bewährter Gestaltungsformen« (Jürgen Eyssen) zu gestalten, entwarf Marcus Behmer den üppigen Randschmuck des Widmungsblatts nach alten Vorlagen. – Mit den Exlibris Curt und Emma von Faber du Faur und Max Kirdorf, dessen legendäre Pressendruck-Sammlung 1929 von Emil Hirsch in München versteigert wurde.

28,0 : 20,5 cm. [4], 84, [4] Seiten. – Einband etwas verfärbt und berieben.

Backe/Köppen 38. – Rodenberg 111. – Eyssen Seite 92

576  Aubrey Beardsley. Die Geschichte von Venus und Tannhäuser,

€ 300

worein gewebt ist eine genaue Beschreibung der Sitten am Hofstaate der Frau Venus […] woran die Abenteuer Tannhäusers daselbst […] geschlossen sind. Eine romantische Novelle. München, Hans von Weber [1909]. Flexibler Originalpergamentband mit grün-goldener Lederintarsie und Kopfgoldschnitt (Carl Sonntag jun., Leipzig).

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 246 Exemplaren »für einen privaten Kreis von Subskribenten« (Druckvermerk). – Satz aus der Hyperion-Antiqua. – Gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig, in Braun, Rot und Grau auf Bütten »Original HandLinen P & H«. – »In entzückender Ausstattung hergestellt. Die Auflage ist bereits vergriffen und die im Handel vorkommenden Exemplare werden über den Publikationspreis bezahlt und steigen sicher wesentlich noch im Preise« (Hayn/Gotendorf). – Aubrey Beardsley (1872–1898) arbeitete bis 1892 als Angestellter einer englischen Versicherungsgesellschaft. Für die Zeitschrift »The Yellow Book« fertigte er zahlreiche Zeichnungen in Tusche, die als Strichätzungen reproduziert wurden. Die Originalausgabe seiner einzigen unvollendeten Prosaarbeit erschien 1907 in kleiner Auflage als Privatdruck in London mit 250 Exemplaren.

24,4 : 18,5 cm. [16], 64, [4] Seiten. – Deckel leicht verzogen und minimal fleckig. – Schnitt und Vorsätze mit wenigen winzigen Stockflecken.

Hayn/Gotendorf VII, 527 f

577  Hyperiondruck – Friedrich Schiller. Die Räuber.

€ 180

Ein Schauspiel. München 1912. Originalpergamentband mit Rückenschild, vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt.

Dritter Hyperiondruck. – Eins von 550 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 657). – »Mit einer Hochdeutschen Schrift aus dem Anfang des des Neunzehnten Jahrhunderts […] gedruckt zu Haarlem von Joh. Enschedé en Zonen«. (Druckvermerk).

27,7 : 19,3 cm. 140, [4] Seiten. – Einband mit wenigen Stockflecken, Vorderdeckel mit schwachem Lichtrand. – Schnitt stockfleckig.

Rodenberg 415, 3. – Schauer II, 62

578  Hyperion-Drucke – George Gordon Lord Byron. Manfred.

€ 200

Ein dramatisches Gedicht. München, Hyperion 1912. Originalpergamentband mit vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt.

Vierter Hyperion-Druck. – Eins von 550 Exemplaren auf Van Gelder-Velin mit dem Hyperiondruck-Signet (Gesamtauflage 657). – Im vorderen Teil deutscher Text in der Übertragung von Woldemar Starke, im hinteren englischer Originaltext. – Gedruckt in Rot und schwarz in der Januspressenschrift von Walter Tiemann bei Poeschel & Trepte, Leipzig.

27,7 : 19,7 cm. [8], 140, [4] Seiten. – Einband und Schnitt leicht stockfleckig.

Rodenberg 415, 4

579  Hyperiondrucke – Joseph von Eichendorff. Aus dem Leben eines Taugenichts.

€ 200

München, Hans von Weber 1914. Mit 29 Lithographien von Emil Preetorius, fünf davon farbig und blattgroß. Originalpergamentband mit Rückenschildchen, schwarzem Titel und Deckelvignette (signiert: H. Fikentscher Leipzig).

Sechster Hyperiondruck. – Eins von 500 Exemplaren (Gesamtauflage 600). – Gesetzt aus der Leibniz-Fraktur. – Auf Velin mit dem Wasserzeichen des Verlegers.

29,5 : 19,7 cm. [4], 121, [3] Seiten. – Einband minimal fleckig, Deckel etwas aufgebogen. – Schnitt leicht stockfleckig.

Rodenberg 415, 6. – Schauer II, 63. – Ohr 17

580  Hundertdrucke – Giovanni Boccaccio. Der Decamerone.

€ 600

Deutsch von Heinrich Conrad […] Mit den Kupfern und Vignetten von Gravelot, Boucher und Eisen der Ausgabe von 1757. Erster [bis] Fünfter Band. München und Leipzig, Georg Müller und Hans von Weber [1912–13]. Mit 110 Heliogravüren und zahlreichen Textvignetten. Dunkelrote Ecrasélederbände mit Vergoldung (signiert: Carl Sonntag jun., Leipzig).

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe für die Mitglieder der Vereinigung »Die Hundert« auf Van Gelder-Velin mit dem Wasserzeichen der »Hundert«. – Weitere 100 Vorzugsexemplare wurden auf gleichem Velin mit dem Boccaccio-Wasserzeichen gedruckt. – Gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig, die schönen Gravüren nach den Originalkupfern der Ausgabe von 1757-61 von Eisen, Boucher, Gravelot, Cochin und Chouffard, druckte Obernetter, München.

20,8 : 13,0 cm. Zusammen etwa 1300 Seiten. – Ecken minimal berieben, ein Kapital bestoßen (III), ein Gelenk angeplatzt (V). – Vorsätze mit schmalem Leimschatten. Schnitt und Vorsätze stockfleckig.

Hayn/Gotendorf IX, 72. – Schauer II, 54 (mit Abbildung)

581  Hundertdrucke – Friedrich Schiller. Wallenstein.

€ 600

Ein dramatisches Gedicht. Erster [und] Zweiter Band. München, Hans von Weber (1917–1919). Mit 24 Lithographien von Walo von May im Text und sechs lose beiliegenden von Bruno Goldschmitt. Dunkelblauer Maroquinband mit vergoldeten Titeln und Fileten; Kopfgoldschnitt (signiert: K. Ebert, München).

24. und 25. Druck für die Hundert, gebunden in einen prachtvollen Handeinband von Karl Ebert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Mit einer zusätzlichen Suite der 24 Lithographien von Walo von May auf zwölf Blättern. – Die Suiten jeweils in einer Originalmappe mit Deckelschild. – Walo von May konnte die Illustrationsarbeiten nicht abschließen, so dass Bruno Goldschmitt weitere sechs Zeichnungen für Band II schuf. »Sie wurden, um die Einheitlichkeit des Werkes nicht zu stören, in einer Mappe beigegeben« (Druckvermerk). – Gesetzt aus der Ehmcke-Fraktur, gedruckt auf Hundert-Velin. – Erstmals wurde hier für einen Hundertdruck das neue, von Thomas Theodor Heine entworfene Verlagssignet Hans von Webers verwendet.

28,2 : 19,2 cm. [8], 170, [6], 160, [4] Seiten. – Bünde kaum merklich berieben.

Rodenberg 413. – Schauer II, 60

582  Hundertdrucke – Wilhelm Matthießen. Der Himmelküster.

€ 150

Ein Märchen. München, Hans von Weber 1920. Mit 28 Zinkzeichnungen von Robert Engels, vier davon blattgroß. Originalpappband mit Marmorpapierbezügen und montierten Titelschildern. Im Originalschuber.

27. Druck für die Hundert. – Römisch nummeriertes Exemplar einer kleinen Auflage. – Urausgabe des Märchens von Wilhelm Matthießen. – Robert Engels (1866–1926) lehrte an der Kunstgewerbeschule München, war Mitarbeiter der Zeitschrift »Jugend« und Mitglied des Deutschen Werkbundes.

28,8 : 19,7 cm. [4], 49, [3] Seiten. – Rücken verblasst. – Schnitt und einige Seitenränder stockfleckig.

Rodenberg 413, 27

583  Wiener Werkstätte – Adalbert Stifter. Aus dem alten Wien 1844.

€ 200

Wien 1914. Grüner Originalkalblederband mit vergoldeter Deckelvignette, vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt (Wiener Werkstätte).

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Fabriano-Bütten mit »echt vergoldeten Initialen« (Gesamtauflage 520). – Einbandzeichnung, Vorsätze, Buchschmuck und Initialen nach Entwürfen von Dr. Rudolf Junk hergestellt in der k. k. Hof- und Staatsdruckerei.

24,8 : 18,5 cm. 214, [6] Seiten. – Rücken verfärbt. Vorderdeckel lichtrandig. Einband und Schnitt etwas stockfleckig.

584  Wiener Werkstätte – Sammlung von fünf Drucksachen.

€ 450

Wien 1905–1928.

I. Rosensignet. Zweifarbiger Klischeedruck. Um 1905. 19,5 : 28,5 cm. Entwurf von Kolo Moser und Josef Hoffmann. Das Signet in 108 Feldern auf einem Bogen wiederholt. Das Rosensignet war seit 1903/04 die registrierte Schutzmarke der Wiener Werkstätte. – II. Kunstschau 1908. Eintrittskarte. Zweifarbige Lithographie. 4,5 : 11,5 cm (6,8 : 19,3 cm). Entwurf von Anton Kling. Probedruck, unbeschnitten. Gedruckt bei Chwala, Wien. – III. Gutschein berechtigt den Überbringer zum kostenlosen Einkauf in unseren Detailgeschäften […]. Farblithographie. 5,4 : 16,4 cm (13,7 : 19,7 cm). Entwurf von Maria Likarz-Strauss. Wohl Probedruck oder unbeschnittener Bogen. 1917 wurde in der Kärntner Straße 32 eine erste Verkaufsstelle der Wiener Werkstätte eröffnet. – IV. Briefkuvert Wiener Werkstätte. Lithographie. 10,1 : 15,7 cm. Mit dem großen Logo der Werkstätte. (dazu eine Dublette). – V. 25 Jahre Wiener Werkstätte. Künstlerfest 31 Mai 1928. Lithographie. 11,9 : 17,5 cm. Einladungskarte zum Festakt in der Wiener Albertina. Trotz finanziell angespannter Lage wurde das Jubiläum mit mehreren Empfängen und Festen sowie einer aufwändigen und umfangreichen Monographie gefeiert. – III und IV mit dem WW-Logo nach Entwurf von Kolo Moser. – Alle tadellos erhalten. – Aus der Wiener Secession hervorgegangen, entwickelte sich die Wiener Werkstätte für etwa 25 Jahre zu einer der führenden Entwurfs- und Produktionsstätten des Jugendstil und Art Déco. – Ephemera in so unberührter Quailtät sind selten geworden.

Vgl. Abbildungen in Schweiger S. 40, 80, 114, 116 und 123

585  Wiener Werkstätte – Giovanni di Boccaccio. Das Leben Dantes.

€ 800

Leipzig, Insel 1909. Mit Titelholzschnitt und 14 ornamentierten Holzschnitt-Initialen von F. H. Ehmcke. Kalblederband mit Deckelbemalung, Schnittvergoldung und auf Goldpapier aquarellierten Vorsatzpapieren (signiert: Wiener Werkstätte).

Eins von 800 Exemplaren. – Die Übersetzung stammt von Otto von Taube. – Auf getöntem Bütten. – Die Bemalung des ursprünglich cremefarbenen Kalblederbandes mit floralen Motiven stammt von Reni Schaschl (1895–1979). Sie war Mitglied der Wiener Werkstätte, arbeitete u. a. an der Zeitschrift »Die Damenwelt« mit und entwarf bzw. fertigte Keramiken, Spanschachteln, Schmuck und Textilien. Auf dem Hinterdeckel signiert und datiert (1919). Die Goldpapiervorsätze bemalte sie mit zarten Blumenmotiven. – Der Buchgestalter und Graphiker Fritz Helmuth Ehmcke (1878–1965) arbeitete für die damals führenden Verlage auf dem Gebiet der modernen Typographie.

26,7 : 17,0 cm. 73, [3] Seiten. – Der Schuber mit Schabstellen. Die schwarze Farbe am unteren Kapital minimal abgerieben, beim Rückentitel leicht stockfleckig.

Schweiger 267. – Sarkowski 188

586  Wiener Werkstätte – Gretl Hamerschlag. Kinderfreuden.

€ 600

Bilder und Text. Wien, Verlag der Wiener Werkstätte 1921. Mit sechs ganzseitigen Illustrationen, illustriertem Titel sowie sechs Seiten mit Text und Buschschmuck von Gretl Hamerschlag, alles farbig lithographiert. Originalpappband mit Buntpapierbezügen.

Eins von 1000 (!) Exemplaren. – Druck auf der Handpresse der Wiener Werkstätte. – Das zweite Buch der gerade 19jährigen österreichischen Künstlerin. – Margarethe Hamerschlag (1902–1958) war seit 1911 Schülerin in der Jugendschulklasse von Franz Cizek, ab 1917 lernte sie bei Bertold Löffler an der Wiener Kunstgewerbeschule. – »In den dekorativen Stil der Wiener Werkstätte mischen sich bei ihr schon früh Fratzen, Ungeheuer und Dämonen […] Fritz Lampl schreibt 1928 in ›Deutsche Kunst und Dekoration‹: ›Margarete Hamerschlag wird, wenn sie die Gefahren der spielerischen handwerklichen Mal-Übung vermeidet, […] bald in den Reihen der Besten stehen‹« (Rudolf Minichbauer anlässlich der Ausstellung in der Galerie Walfischgasse, Wien September 2012). – Trotz der hoch angegebenen Auflage sehr selten.

13,4 : 12,4 cm. [14] Seiten. – Bezugspapier an den Kanten leicht berieben. Vorsätze mit kleinen Kleberesten.

Schweiger 261

587  Einbände – Schwarzer Saffianlederband mit Vergoldung und handbemalten schwarz-goldenen Vorsatzpapieren.

€ 300

– Inhalt: Aus Kaiser Karls Nachlass. München, Verlag für Kulturpolitik 1924.

Privatdruck des Verlages, eins von 391 Exemplaren, dieses gedruckt für Graf Desiderius Zichy von Zich und Várenskeö. – Herausgegeben und mit einem Nachwort von Karl Werkmann, dem Sekretär des letzten Kaisers von Österreich. – Auf unbeschnittenem Bütten. – Der Einband, besonders die prächtigen Vorsatzpapiere und die schwarz-gold marmorierte Kassette, im Stil der Wiener Werkstätten. – Tadellos erhalten.

25,7 : 17,5 cm. 162, [6] Seiten.

588  Wiener Buchkunst – E. T. A. Hoffmann. Klein Zaches

€ 150

genannt Zinnober. Ein Märchen. Mit Nachwort von Prof. Dr. Ed. Castle und Zeichnungen von Jos. v. Diveky. Wien und Leipzig, Brüder Rosenbaum [1911]. Mit 20 ganzseitigen Illustrationen. Grüner Originalkalblederband mit Rücken-, Deckel- und Kopfschnittvergoldung.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 470 Exemplaren (Gesamtauflage 500). – Josef von Diveky, von dem die Illustrationen und der Buchschmuck stammen, zählte zu den wichtigsten Mitarbeitern der Wiener Werkstätte. Seine Illustrationen sind Musterbeispiele der von dieser Vereinigung geschaffenen Kunstwerke. – Die Vorsatzpapiere in Grün, Blau und Schwarz gedruckt.

18,2 : 13,5 cm. 205, [3] Seiten. – Rücken und Ränder stark verfärbt.

589  Wiener Buchkunst – Heinrich Heine. Der Doktor Faust.

€ 300

Ein Tanzpoem, nebst kuriosen Berichten über Teufel, Hexen und Dichtkunst. Mit Zeichnungen von Josef von Diveky. Berlin, Morawe & Scheffelt 1912. Mit zwölf ganzseitigen farbigen Illustrationen und zahlreichen farbigen Initialen und Vignetten. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Deckelbezügen aus orangefarbener Wildseide (Leipziger Buchbinderei AG, vormals Gustav Fritzsche Handbindekunst, Berlin).

Eins von 400 Exemplaren. – Auf Van Gelder-Bütten. – Zehn der leuchtend farbigen Tafeln wurden als Doppelseiten konzipiert und diese jeweils in identischen Farbpaaren gedruckt. – Joseph von Diveky, ungarischer Graphiker, zählte zu den wichtigsten Mitarbeitern der Wiener Werkstätte. Seine Illustrationen sind Musterbeispiele der von dieser Vereinigung geschaffenen Kunstwerke. – Die Vorsatzpapiere in Grün, Orange, Violett und Schwarz gedruckt. – Unbeschnitten. – Mit dem Beiheft (Nachwort von Karl Georg Wendriner).

22,2 : 18,3 cm. 84, [4] Seiten. – Deckel aufgebogen. Ecken leicht gestaucht, das Pergament dort etwas stockfleckig. Der Seidenbezug angestaubt. – Schnitt mit wenigen Stockflecken. Zwei Seiten mit Abklatsch des Lesebändchens.

Sennewald 12,3

590  Artur Wolf Verlag – Fünf Werke.

€ 400

Wien und Leipzig 1917–1922. Zwei Originalhalblederbände mit Rückenvergoldung (I, II), zwei Originalhalbleinenbände (IV, V), eine Originalbroschur (III). Alle mit Deckelvignetten, teils vergoldet.

I. Hans Christian Andersen. Gedichte. Herausgegeben von Rose Silberer mit [farbigen] Bildern und Buchschmuck von Franz Wacik. 1917. Eins von 1000 Exemplaren. – II. Ein Quell von Trug und Seligkeiten. Nacherzählt von Dr. Ernst Roenau. Mit Buchschmuck von Hugo Rényi. 1919. – III. J. K. A. Musäus. Die Chronika der drei Schwestern. Originallithographien und Buchschmuck von Karl Borschke. 1922. Eins von 250 Exemplaren. Alle farbigen Lithographien vom Künstler signiert. – IV. Somadeva. Des Prinzen Brautfahrt. Märchen und Geschichten aus dem Kathasaritsagara, Ozean der Märchenströme. Aus dem Sanskrit übertragen von Ernst Roenau. Mit Bildern und Buchschmuck von Karl Borschke. 1922. – V. Agnihotram (Opferfeuer). Indische Legenden nachgedichtet von Julie Jerusalem. Bilder und Buchschmuck von Richard Teschner. 1926. – Nach seiner Lehrzeit als Buchhändler gründete Artur Wolf seinen gleichnamigen Verlag 1911 in Wien. Er verschrieb sich ganz der Kunst bzw. dem »schönen Buch«, handelte in den ersten Jahren vor allem aber mit Kunstblättern, Radierungen und Reproduktionen.

Deckel lichtrandig, Kanten etwas berieben (IV, V). Untere Kanten leicht gestaucht (III).

591  L. W. Rochowanski. Wiener Keramik.

€ 300 ( R7 )

Mit 148 Abbildungen und einem Aquarell von Egon Schiele. Leipzig und Wien, Thyrsos 1923. Mit einem farbigen Frontispiz nach Egon Schiele und meist ganzseitigen fotografischen Abbildungen auf 143 Tafeln. Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe der wichtigen Bilddokumentation, die u. a. mehr als 25 Arbeiten der Wiener Werkstätte vorstellt. Weitere Keramiken stammen von Hertha Bucher, Michael Powolny, Otto Prutscher, Grete Neuwalder sowie von Schülern von Franz Cizek an der Kunstgewerbeschule. – Aus dem Besitz des Berliner Dichters Mynona (Samuel Friedlaender) und mit seinem von Paul Scheerbart gezeichneten Exlibrisstempel rückseitig auf dem Frontispiz. Titelblatt mit eigenhändigem Schenkungsvermerk »Für meine Nichte Eva Samuel | Mynona«.

23,2 : 16,0 cm. 183, [1] Seiten, 1 Tafel. – Rücken etwas berieben und wie die Oberränder leicht verfärbt.

Schweiger S. 273

592  De Zilverdistel – Paul Verlaine. Romances sans Paroles.

€ 600

Den Haag 1913. Flexibler Originalpergamentband mit vergoldeter Deckelvignette und goldgeprägtem Rückentitel.

Eins von 130 Exemplaren auf Japan. – Gedruckt auf der Presse von Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Schöner Druck in Rot, Blau und Schwarz.

19,1 : 14,3 cm. 47, [3] Seiten. – Deckel leicht aufgebogen, an den Rändern etwas fleckig.

593  De Zilverdistel – Die Gedichte von Friedrich von Hardenberg

€ 500

genannt Novalis. Den Haag 1915. Roter Ecrasélederband mit Schnitt- und Filetenvergoldung.

Eins von 200 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot, Blau und Schwarz von Joh. Enschedé en Zonen. – Dazu: Een abel spel van Lanseloet van Denemerken hoe hi wert minnende ene joncfrou die met sijnder moeder diende. Den Haag, De Zilverdistel 1913. Roter Ecrasélederband mit Schnitt- und Filetenvergoldung (signiert: Boekbind Verschoor, Den Haag). Eins von 100 Exemplaren.

19,4 : 14,5 cm. 127, [5] Seiten. – Gelenke und Ecken minimal berieben. – Vorsätze leimschattig. – Kapitale der Beigabe eingerissen.

594  De Zilverdistel – Percy Bysshe Shelley. Prometheus Unbound.

€ 450

A Lyrical Drama in Four Acts. [Den Haag] 1917. Graugrüner Maroquinband. Rückentitel, Deckelvignette, Filete goldgeprägt, Kopfgoldschnitt.

Eins von 125 Exemplaren. – Gedruckt für »De Zilverdistel« von J. F. van Royen in Rot und Schwarz auf holländischem Bütten. – Pressensignet im Druckvermerk, Vor- und Zwischentitel, Kapiteleinteilung sowie Personen-Namen jeweils in Rot gedruckt. – Drittletzter Druck der ersten holländischen Privatpresse, die sich in Typographie und Einbandgestaltung an der Doves Press orientierte.

24,8 : 18,0 cm. [4], 143, [5] Seiten. – Rücken verfärbt.

595  De Zilverdistel – Een Boecxken

€ 1500

gemaket van Suster Bertken die lvij iaren besloten heeft gheseten tot Utrecht in dye Buerkercke. [‘s-Gravebhage] 1918. Flexibler Originalpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel und vergoldeter Deckelvignette.

Eins von 50 Exemplaren auf handgeschöpftem Bütten (Gesamtauflage 70). – Auf der Handpresse gedruckt von J. F. van Royen in Rot, Blau und Schwarz. – Erster Druck mit der »Disteltype« von Lucien Pissarro. Die schönen Initialen wurden wahrscheinlich von Sjoerd Hendrik de Roos gezeichnet, der 1907 bis 1941 künstlerischer Leiter der Lettergieterij Amsterdam war. 1915 entwarf er für »De Zilverdistel« die »Zilver Type«. – Die Meditationen über die Passion Christi stammen von Suster Bertken (Schwester Bertha Jacobs) und entstanden während ihrer selbst auferlegten 57jährigen Haft in einer Klosterzelle. Der Zilverdistel-Druck erschien anlässlich des 400. Jahrestages der posthumen Erstveröffentlichung.

17,0 : 12,0 cm. [36] Seiten. – Deckel etwas aufgebogen und an den Rändern minimal fleckig.

596  Georg Kurt Schauer. Deutsche Buchkunst 1890 bis 1960.

€ 180

Hamburg, Maximilian-Gesellschaft 1963. Text- und Tafelband. Originalleinenbände.

Erste Ausgabe. – Eins von 1600 Exemplaren. – Bis heute unübertroffenes Standardwerk zur Buchkunst der klassischen Moderne. Der Bildteil mit 490 Abbildungen und bibliographischen Angaben. – Dazu: Literatur und Zeiterlebnis im Spiegel der Buchillustration 1900–1945. Bücher aus der Sammlung v. Kritter.

30,5 : 21,5 cm. 297, [5]; [6], 32 Seiten, 163 Tafeln. – Rückenschilder gebräunt.

597  Einbände – Octave Uzanne. L’ombrelle.

€ 1000 ( R7 )

Le gant – Le manchon. Illustrations de Paul Avril. Paris, A. Quantin 1883. Mit 65 teils getönten Illustrationen, verwendet auch als Bordüren und Vignetten. Olivgrüner geglätteter Maroquinband mit Vorderdeckelillustration aus farbigen Lederintarsien und Goldprägung (signiert: Zaehnsdorf 1900). Rückentitel und -fileten, üppige Innenkantenbordüren sowie Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe, gedruckt am 15. November 1882. – Auf dem Vortitel vom Künstler signiert. Der französische Maler Édouard-Henri Avril (1849–1928) verbarg sich bei seinen Illustrationen zu erotischen Werken mehrfach hinter dem Pseudonym Paul Avril. – Luxusexemplar mit einer Suite aller Illustrationen im Zustand ohne Text, gedruckt auf Japan und an der jeweiligen Stelle im Buch eingebunden. – Am Ende des Bandes wurde die farbig-goldene Originalbroschur eingebunden. Der reizend illustrierte Seidenumschlag der Suite wurde von dem Londoner Kunstbuchbinder Zaehnsdorf auf die Innendeckel aufgezogen. – Octave Uzanne, einer der größten Bibliophilen und von Berufs wegen Schriftsteller und Verleger, zählt zu den Mitbegründern der »Societé des bibliophiles contemporains«. – Insgesamt ein Kleinod der Buchkunst, ganz im Sinne des Verfassers und der französischen Bibliophilie der Jahrhundertwende überhaupt.

27,0 : 18,0 cm. [4], 138, [2] Seiten, 65 Suitenblätter. – Rücken und Vorderdeckel gleichmäßig verfärbt. – Vereinzelte Blätter stockfleckig.

Monod 10839 (der die Suitenausgabe nicht kennt)

598  Einbände – Halblederchemise mit vergoldetem Rückentitel, fünf falschen Bünden und passendem Schuber.

€ 150 ( R7 )

– Inhalt: Conrad Ferdinand Meyer. Romanzen und Bilder. Leipzig, H. Haessel 1870. Hellgrüne Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Die zweite eigenständige Publikation des Dichters. – Sehr schön erhaltene Originalbroschur in einer ebenso originell wie handwerklich gekonnt angefertigten Chemise. Deren Rücken wurde etwas breiter gearbeitet als die Stärke des Buchblocks und der Deckel, so dass die Schuberkanten verdeckt werden.

18,0 : 13,0 cm. [4], 123, [1] Seiten. – Schuberkanten etwas berieben. Vordergelenk der Broschur leicht angeplatzt. – Unbeschnitten.

Wilpert/Gühring 5

599  Einbände – Violetter Maroquinband mit floraler Vergoldung.

€ 200

– Inhalt: Adolf Wilhelm Ernst. Lenaus Frauengestalten. Stuttgart, Carl Krabbe 1902.

Erste Ausgabe. – In falscher Bescheidenheit unsigniert gebliebener Handeinband mit hübscher floraler Vergoldung der beiden gerahmten Mittelfelder der Deckel, zwei Blüten in Rot akzentuiert. Rückenfelder mit Blüten und Blattwerk, Rückentitel, Buchschnitt und Innenkantenfileten ebenfalls vergoldet. – Spiegel und Vorsätze mit farbig bedruckten Seidenbezügen. – Im Originalschuber. – Tadellos erhalten.

19,8 : 13,8 cm. [2], VI, 410 Seiten.

600  Einbände – Kalblederband mit farbig geprägter Deckelillustration nach Entwurf von Ludwig Hohlwein.

€ 250

Farbig lithographiertes Vorsatzpapier, Rückentitel und Buchschnitt vergoldet (signiert: Berliner Buchbinderei Wübben). – Inhalt: Deutschland in Brüssel 1910. Die deutsche Abteilung der Weltausstellung. […] herausgegeben von Gottfried Stoffers. Köln, Dumont Schauberg 1910. Mit teils farbigem Buchschmuck, zahlreichen Heliogravüren, Tafeln und Textabbildungen sowie einem gefalteten Plan.

Vorzugsausgabe in Ganzleder. – Überaus reich illustrierte offizielle Dokumentation zur Ausstellung mit Bildmaterial zu Bauten, Gartenanlagen, Raumkunst und Kunstgewerbe, Fotografie, Buchgewerbe, Elektrizität, technischen Anlagen, Eisenbahnhalle und vielem mehr.

32,3 : 25,5 cm. [8], 429, [1], 27, [1] Seiten. – Stellenweise leicht berieben.