ChristianHesse

Lot 551 – 600 | Hesse-Auktionen
Lot 551 – 600

551  Klaus Mann. Briefe und Antworten. – Tagebücher.

€ 250

– Zwei bzw. sechs Bände. München, Edition Spangenberg / Ellermann 1979 und 1989. Originalleinenbände mit -schutzumschlag.

I. Herausgegeben von Martin Gregor-Dellin. Die Bände umfassen insgesamt 362 in den Jahren 1922 bis 1949 von Klaus Mann verfasste Briefe sowie 99 Antwortbriefe. – »Seine Briefe entschleiern das eigene Geheimnis, die Spontaneität, Freundschaftlichkeit und den Zauber seiner Person, ›die noble Entschiedenheit seiner Haltung‹ (Golo Mann)« (Klappentext). – II. Herausgegeben von Joachim Heimannsberg, Peter Laemmle und Wilfried F. Schoeller. Tagebücher der Jahre 1931 bis 1949. Diese Tagebücher sind »Kernstück einer durch und durch literarischen Existenz, an der Schnittstelle von Leben und Schreiben angelegt« (Klappentext). – Dazu: Klaus-Mann-Schriftenreihe. Sechs in sieben Bänden. Wiesbaden, Blahak 1976–1996. Herausgegeben von Fredric Kroll. – 16 Werke Sekundärliteratur – darunter Michael Grunewalds Bibliographie –, acht Beigaben, zwei Dubletten.

Schutzumschläge von I minimal angestaubt. – Band 4/II der Klaus-Mann-Schriftenreihe als Broschur.

552  Frans Masereel. 9 Dessins inspirée par sa [Leonhard Franks] nouvelle »Die Mutter«.

€ 2000

Neun Tuschpinselzeichnungen. 1918. Ca. 14 : 11 cm. Monogrammiert und mit Widmung bezeichnet.

Mit eigenhändiger Widmung »à Leonhard Frank ces 9 Dessins inspirée par sa nouvelle »Die Mutter« – Fraternellement Frans Masereel 1918«. – Die Novelle war 1917 in dem Sammelband »Der Mensch ist gut erschienen« und hatte Masereel offenbar zu den vorliegenden Zeichnungen inspiriert. Die danach entstandenen neun Holzschnitte, die 1919 die erste Einzelausgabe der Novelle illustrierten, sind ein »Frühwerk der Illustrationskunst Masereels« (Paul Ritter). – Die Zeichnungen wurden vom Künstler auf Kartonblätter montiert und monogrammiert, das erste mit o. g. Widmung. – In Halbleinenmappe mit Titel. – Dazu: Vier Erstausgaben der Editions du Sablier, Genf 1919/20, mit Holzschnitten von Frans Masereel: I. Romain Rolland. Liluli. Mit 30 Holzschnitten. – II. Georges Duhamel. La Pointe et Ropiteau. Mit 9 Holzschnitten. – III. Walt Whitman. Calamus. Poèmes. Mit 10 Holzschnitten. – IV. Romain Rolland. Pierre et Luce. Mit 16 Holzschnitten. Im Schnitt etwas angestaubt, III mit Fleck auf Vorderumschlag. – Unbeschnitten und innen gut erhalten.

Die Kartonblätter leicht fleckig, paginiert und mit Größenangaben.

Vgl. Ritter C a 7 und Ritter, Frühe Holzschnittfolgen, S. 26. – Bücher: Ritter C a 8, 9, 11 und 14

553  Frans Masereel – Emile Verhaeren. Der seltsame Handwerker und andere Erzählungen.

€ 300

Mit 26 Holzschnitten von Frans Masereel. Übertragen von Friderike Maria Zweig. Leipzig, Insel 1923. Mit 26 Holzschnitten im Text, neun davon ganzseitig. Originalhalbpergamentband mit Kopfgoldschnitt.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf echtem Büttenpapier.

21,5 : 15,4 cm. 106, [6] Seiten. – Rücken etwas unfrisch.

Sarkowski 1826. – Ritter C a 20. I – Fromm VI, 26239

554  Frans Masereel – The making of a Book

€ 120

at the Officina Bodoni. Twelve woodcuts bay Frans Masereel with a note by Giovanni Mardersteig. Verona, Officina Bodoni 1973. Mit zwölf ganzseitigen Holzschnitten. Originalbroschur mit Büttenpapierumschlag.

Eins von 200 Exemplaren für Freunde der Offizin in den USA auf Magnani-Bütten (Gesamtauflage 300). – Reprint der Ausgabe von 1929. – Erschienen anlässlich des fünfzigjährigen Jubiläums der Officina Bodoni, die Holzschnitte entstanden 1929 für die erste Ausgabe »The Officina Bodoni, the Operation of a Hand press during the first six years of its works«.

24,9 : 17,7 cm. [40] Seiten. – Umschlagpapier vorn mit winziger Fehlstelle.

Mardersteig 183. – Vgl. Ritter C a, Nr. 44.II

555  Ernst Matthes

€ 180

1878 – 1918. Als Privatdruck herausgegeben von Magdalene Blohm und Peter Hirschfeld. Hamburg 1929. Mit einer montierten Porträtfotografie und 31 montierten Tafeln, davon 13 farbig. Originalhalbpergamentband mit kalligraphiertem Rückentitel.

Eins von 70 Exemplaren. – Aus Anlass des zehnten Todestages des Künstlers erschienene bibliophile Ausgabe. Mit einem biographischen Vorwort von Peter Hirschfeld. 1927 schrieb Gottfried Sello anlässlich der ersten größeren Retrospektive in der Bremer Kunsthalle: »Eine Gedächtnisausstellung für einen Künstler, der in keiner Kunstgeschichte auch nur erwähnt ist, der vor 1914 lange in Paris gelebt hat und 1918 gefallen ist. Ernst Matthes hat kein abgeschlossenes Werk hinterlassen, aber ein hinreißendes Fragment, ohne Vergleich in der deutschen Malerei vor dem Weltkrieg. Nach zarten und poetischen Exerzitien im Jugendstil kommt er nach Paris, [… und] malt seine Pariser Straßenszenen und Nachtlokale mit hemmungslosem koloristischen Temperament und einer satirischen Schlagfertigkeit. In dieser ganz selbstverständlichen Verbindung von Malerei und Karikatur liegt die ungewöhnliche Attraktivität seiner Arbeiten vor allem aus den Pariser Jahren« (zeit.de). – Selten.

28,7 : 22,8 cm. 14, [2] Seiten, 32 Tafeln. – Vorderdeckel minimal fleckig.

556  Hans Meid – Gerhart Hauptmann. Der Ketzer von Soana.

€ 600

Mit vierzehn Radierungen von Hans Meid. Berlin, S. Fischer 1926. Mit 14 signierten Radierungen, davon zwölf blattgroß. Originalpergamentband, Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 130 Vorzugsexemplaren, davon waren zehn Exemplare nicht für den Handel bestimmt. – Vom Verfasser im Druckvermerk signiert. – Gesetzt aus der Fleischmann-Antiqua von 1732, gedruckt bei Jakob Hegner auf handgeschöpftem Bütten. – Die Radierungen druckte Carl Sabo, Berlin. – Sehr schönes Exemplar.

26,2 : 18,7 cm. 173, [3] Seiten.

Jentsch, Meid XLVIII und 527–540. – Badorrek-Hoguth 1.24

557  Karl Miersch – Prosper Merimée. Tamango.

€ 200

Eine Erzählung. Mit acht Radierungen von Karl Miersch. Leipzig, Insel 1923. Mit acht Radierungen, davon sechs ganzseitig. Originalhalbpergamentband mit schwarzem Deckelschild. Rücken- und Deckeltitel sowie Kopfschnitt vergoldet.

Dritter Druck der Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe, Leipzig. – Eins von 200 Exemplaren. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Satz aus der Walbaum-Antiqua. – Gedruckt auf Bütten. – Übersetzt von Julius Zeitler, dem Leipziger Schriftsteller, Verleger und Bibliophilen. – Karl Miersch (1894–1969) unterrichtete sowohl an der Leipziger Akademie (1924–1934) als auch an der dortigen Kunstgewerbeschule.

29,5 : 22,5 cm. [4], 49, [5] Seiten. – Deckelränder leicht gebräunt.

Sarkowski 1104. – Rodenberg 185, 3. – Sennewald 23

558  Max Linde. Edvard Munch.

€ 500

Neue Ausgabe. Berlin, Friedrich Gottheiner 1905. Mit einem Farbholzschnitt sowie zwölf Abbildungen von und nach Edvard Munch, zwei davon auf Tafeln. Originalbroschur mit montiertem Deckelbild.

Frühe Ausgabe einer der ersten Monographien über Edvard Munch (1863–1944). – Mit dem Farbholzschnitt »Begegnung im Weltall«, der für die Publikationen 1902 und 1905 verkleinert geschnitten wurde (vgl. Schiefler 135). – Der Lübecker Kunstsammler und Mäzen Max Linde hatte engen Kontakt zu dem norwegischen Künstler, der ab 1902 in der »Lindeschen Villa« oft zu Gast war und dort auch für längere Zeit lebte und arbeitete. Dort entstand eines der Hauptwerke Munchs »Die Söhne des Dr. Linde«.

27,5 : 22,0 cm. 14, [6] Seiten, 2 Tafeln, 1 Holzschnitt. – Ränder gebräunt.

559  H[elene] Kröller-Müller. Die Entwicklung der Modernen Malerei.

€ 150

Ein Wegweiser für Laien. Leipzig, Klinkhardt & Biermann [1927]. Mit Buchschmuck von Henry van de Velde und zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband mit Vergoldung.

Erste deutsche Ausgabe. – »Der innere Buchschmuck, seinerzeit von Prof. H. van de Velde für die holländische Ausgabe entworfen, ist auf Wunsch der Verfasserin beibehalten« (Vorwort). – Helene Kröller-Müller (1869–1939) sammelte mit großer Leidenschaft Werke Vincent van Goghs, Picassos und Mondrians. »Im Kaufrausch auf höchstem Niveau« trug Helene Kröger-Müller 12.000 Kunstwerke zusammen. Ihr Lebensziel, für ihre einzigartige Sammlung ein Museum zu erbauen, erfüllte sich – nach Entwürfen van de Veldes – 1938 in Otterlo/Niederlande.

26,5 : 20,0 cm. [8], 251, [5] Seiten. – Rücken verblasst, Deckel mit Lichtrand.

Brinks 145. – Weber 79 B (von C)

560  Emil Orlik – H. M. Weiss. Li.

€ 600

Begleitet durch Radierungen, Aquarelle und Handzeichnungen von Emil Orlik. Berlin, Eigenbrödler [1925]. Mit fünf signierten Radierungen und 24, teils farbig lithographierten Tafeln. Cremefarbener Originallederband mit mit vergoldeter Negativprägung auf Rücken und beiden Deckeln sowie Kopfschnittvergoldung. Im Schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 125 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan und mit den signierten Radierungen (Gesamtauflage 1.000). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert, von ihm stammt auch der Einbandentwurf. – H. M. Weiss’ Erzählungen spielen in der Zeit der Bürger- und Revolutionskriege. Emil Orlik (1870-1932) bereiste 1911 China und beschäftigte sich seitdem intensiv mit der fernöstlichen Kunst, die Illustrationen gehen auf damals entstandene Skizzen zurück. Die Faszination des Fernen Ostens wirkte in seinem Spätwerk und ließ ihn 1926 den Wunsch äußern, im hohen Alter »Gwakyo Rojin« genannt zu werden, »der in das Zeichnen vernarrte Greis«. – Bis auf die beanspruchten Innengelenke sehr schönes Exemplar.

26,5 : 20,3 cm. [8], 78, [8] Seiten. 5 Radierungen, 24 Tafeln.

561  Emil Orlik – Lafcadio Hearn. Sechs Werke.

€ 300

Frankfurt am Main, Rütten & Loening 1905–1912. Mit Buchschmuck von Emil Orlik. Flexible Originalpergamentbände mit ornamentierter Deckel- und Rückenvergoldung sowie Kopfgoldschnitt.

I. Kokoro. Mit Vorwort von Hugo von Hofmannsthal. 1909. – II. Lotos. Blicke in das unbekannte Japan. 1907. – III. Izumo. Blicke in das unbekannte Japan. 1910. – IV. Kwaidan. Seltsame Geschichten und Studien aus Japan. 1909. – V. Buddha. Neue Geschichten und Studien aus Japan. 1910. – VI. Kyushu. Träume und Studien aus dem neuen Japan. 1910. – II, IV und V in erster Auflage, die anderen in Nachauflagen. – Alle in autorisierter Übersetzung von Berta Franzos. – Der Buchschmuck stammt von Emil Orlik, der die Illustrationen für die erste deutsche Hearn-Ausgabe in sechs Bänden als Holzschnitte anfertigte. – Mit dem Beilageheft des Verlages: Einiges über Lafcadio Hearn und seine Werke. – Der irische Journalist und Schriftsteller Lafcadio Hearn (1850–1904) ging 1890 nach Japan, wo er bis zu seinem Lebensende blieb und unter seinem japanischen Namen Koizumi Yakumo Berühmtheit erlangte. In der Blütezeit des Japonismus hatte das Interesse am japanischen Farbholzschnitt Emil Orlik dazu bewegt, sich die Technik bei einem Japan-Aufenthalt 1900/01 anzueignen. In dieser Zeit lernte er Lafcadio Hearn kennen und die vorliegenden schöne Ausgabe war Ergebnis ihrer beider Begeisterung für japanische Kunst und Kultur. – Dazu: Lafcadio Hearn. Japan. Ein Deutungsversuch. Frankfurt a. M., Rütten & Loening 1912. Originalhalbpergamentband mit Rücken-, Deckel- und Kopfschnittvergoldung. – Alle tadellos erhalten.

21 : 15 cm.

562  Stanislaus Przybyszewski. Zur Psychologie des Individuums.

€ 250

I. Chopin und Nietzsche. – II. Ola Hansson. Berlin, Fontane & Co. 1892. Originalbroschuren.

Erste Ausgabe von Przybyszewskis (1868–1927) Erstlingswerk. – Przybyszewski avcancierte neben Strindberg zum Kopf der Berliner und skandinavischen Bohemiens in deren Stammkneipe »Zum schwarzen Ferkel«, wo er sich mit Ida und Richard Dehmel befreundete. Gerade auf letzteren hatte seine Dichtungen großen Einfluss. »Zwischen Chopin und Nietzsche bestand eine Art Sternenfreundschaft zweier Kometen« (der Autor 1892, zitiert nach der Werkausgabe). – Dazu: Stanislaus Przybyszewski. Der Schrei. München, Georg Müller 1918. Originalbroschur. Polnische Bibliothek III/3. Erste Ausgabe.

Je 19,8 : 13,2 cm. 48 Seiten; 178, [2] Seiten. – Umschläge am Rücken eingerissen. – Broschurumschlag mit Randläsuren. Innen etwas gebräunt.

563  Carl Rabus – Wilhelm Hauff. Die Bettlerin vom Pont des Arts.

€ 600

München, Hesperos 1921. Mit zehn signierten Radierungen von Carl Rabus. Pergamentband mit farbiger Tuschzeichnung auf dem Vorderdeckel.

12. Hesperos-Druck. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzusgausgabe mit den signierten Radierungen (Gesamtauflage 200). Auf Bütten. Auch der Druckvermerk vom Künstler signiert. – Vorliegendes Exemplar wurde in Pergament gebunden und vom Künstler vorn mit einer großen Deckelvignette (farbige Tuschen, 16,5 : 10,0 cm, monogrammiert »R«) mit Figuren aus dem Buch und dem kalligraphierten Titel verziert. – Carl Rabus (1898–1983) lebte und arbeitete in den 1920er Jahren in München, Berlin, Frankreich, Spanien und Italien. 1933 emigrierte er und kehrte erst 1974 nach Deutschland zurück.

28,5 : 20,7 cm. 167, [5] Seiten, 10 Radierungen. – Deckelränder leicht fleckig. – Titelradierung mit kleinem Prägestempel.

Rodenberg 403, 12. – Sennewald 21,2. – Lang, Expressionismus 282

564  Rainer Maria Rilke. Das Buch der Bilder.

€ 1800

Berlin, Axel Juncker [1902]. Mit einer Titelvignette nach einer Federzeichnung von Heinrich Vogeler. Originalpergamentband mit vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt. – Widmungsexemplar..

Erste Ausgabe. – Eins von 500 Exemplaren, davon sicher nur eine Handvoll in Pergament gebunden. – Mit eigenhändiger Widmung auf dem Vortitelblatt: »Meinem lieben Verleger Axel Juncker in Freundschaft und Dankbarkeit: Rainer Maria Rilke, Westerwede, im July 1902«. – Die Titelvignette Vogelers schmückte einige Zeit Rilkes Briefpapier. – Die Sammlung von 45 Gedichten ist durchgehend in Majuskeln gedruckt. 1906 folgte eine zweite, um 37 Gedichte erweiterte, formal und inhaltlich wesentlich veränderte Ausgabe. – »Im Buch der Bilder objektiviert sich Rainer Maria Rilkes Dichtung. Er war gewiss, wie Robert Musil es ausdrückte, ›der religiöseste Dichter seit Novalis‹, aber anders als im Stundenbuch ist seine Lyrik nicht hymnische Gebetsdichtung, sondern Gott, ›das Ding der Dinge‹, wird in ihnen selbst gesehen und gefunden« (suhrkamp.de).

22,7 : 15,0 cm. [96] Seiten. – Eine Seite geknickt, eine mit kleinem Tintenfleck.

Mises 19. – Neteler 77

565  Rainer Maria Rilke. Auguste Rodin.

€ 300

Leipzig, Insel 1924. Mit 96 Tafeln. Violetter Maroquinband; Deckel- und Rückentitel, Kopfschnitt sowie mehrfache Fileten vergoldet.

Bereits in der Reihe »Die Kunst« im Julius Bard Verlag war 1903 ein biographischer Essay über Rodin erschienen. Die vorliegende Fassung, illustriert mit 96 Bilddtafeln, erschien im Insel Verlag erstmals 1913. – Der unsignierte Einband braucht in Gestaltung und Ausführung den Vergleich mit großen Vorbildern nicht zu scheuen. Souverän kombiniert er Schrift und Zierlinien, lebt vom Farb- und Materialkontrast und ist bis hin zu den fein marmorierten Vorsatzpapieren ein ästhetisches Gesamtwerk.

22,2 : 15,0 cm. 121, [3] Seiten, 96 Tafeln. – Buchschnitt minimal stockfleckig.

Vgl. Mises 33 und 34

566  Rainer Maria Rilke. Duineser Elegien.

€ 1800 ( R7 )

Leipzig, Insel 1923. Dunkelgrüner Originalhalbmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel, dunkelbraunen Deckelbezügen und Kopfschnittvergoldung. Im Originalschuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe, die teils in Ganz-, teils in Halbleder gebunden wurde, auf unbeschnittenem Einhorn-Bütten von Zanders. – Gesetzt aus der hier erstmals verwendeten Tiemann-Antiqua, gedruckt in Rot und Schwarz. – Der Text folgt der Handschrift im Besitz der Fürstin Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe. Rilke begann mit der Niederschrift 1912 als er in dem Adria-Schloss Duino der Fürstin lebte und beendete sie erst 1922. Rilke hat diese Gedichte zusammen mit den »Sonetten an Orpheus« als seine wichtigsten Arbeiten angesehen. So scheint es folgerichtig, dass von beiden Sammlungen 1923 vor den öffentlichen Ausgaben jeweils eine Luxusausgabe in kleinster Auflage erschien. – Sehr schönes Exemplar.

29,6 : 19,7 cm. [6], 52, [10] Seiten. – Exlibris.

Mises 94. – Sarkowski 1338

567  Rainer Maria Rilke. Die Sonette an Orpheus.

€ 900

Geschrieben als ein Grab-Mal für Wera Ouckama Knoop. Leipzig, Insel 1923. Blauer Originalkalblederband; Deckelvignette, Fileten und Kopfschnitt vergoldet, schwarz-goldenes Rückenschild (signiert: H. Sperling, Leipzig).

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Vorzugsexemplaren auf Bütten. – Druck bei Offizin W. Drugulin, Leipzig. – Ebenfalls 1923 erschienen die »Duineser Elegien«, auch von diesen wurde eine Vorzugs- und eine öffentliche Ausgabe gedruckt. – Die Vorsätze mit grün-bronzefarben marmoriertem Papier. – Seltene Einbandvariante in blauem Leder, es gibt Exemplare in grünem Leder und in Halbledereinbänden.

21,8 : 14,2 cm. [2], 63, [7] Seiten. – Einband leicht berieben und teils etwas verfärbt, innen sehr schön erhalten.

Mises 99. – Sarkowski 1357 VA

568  Karl Rössing-Schüler – Jochen Ehbets. 30 Holzschnitte.

€ 120 ( R7 )

Essen, Folkwangschule [1930/31?]. Meist ganzseitige Holzschnitte. Originalumschlag. – Widmungsexemplar.

Originalausgabe. – Auf dem Vorblatt vom Künstler signiert und mit handschriftlicher Widmung von Meta Ehbets, datiert »Berlin-Wilmersdorf, 13.3.1931«. – Teils zu literarischen Vorlagen (Sinclair, Tolstoi, E.T.A. Hoffmann, Don Quichote). – Jochen Ehbets war Schüler der Rössing-Klasse an der Essener Folkwangschule. Der ganz offensichtlich für Ehbets stilprägende Rössing unterrichtete dort von 1927 bis 1931. – Sehr schönes Exemplar.

24,0 : 20,4 cm. [28] Blätter. – Umschlag leicht angestaubt.

569  Georg Walter Rößner – Josocus Hilarius [Gottfried August Bürger]. Neue weltliche hochdeutsche Reime, enthaltend die ebentheyerlich doch wahrhaftige Historiam von der wunderschönen Durchlauchtigen Kaiserlichen Prinzessinn Europa, und einem uralten heidnischen Götzen, Jupiter item Zeus genannt,

€ 150

Als welcher sich nicht entblödet, unter der Larve eines unvernünftigen Stiers […] Jungfernraub auszuüben. Berlin-Wilmersdorf, A. R. Meyer 1919. Mit einer kolorierten und signierten Lithographie von Georg Walter Rößner. Originalbroschur.

Eins von 200 Exemplaren mit der kolorierten Lithographie, weitere 200 Exemplare erschienen unillustriert. – Auf Bütten.

26,0 : 19,4 cm. 14, [2] Seiten, 1 Lithographie. – Umschlag angestaubt und mit kleinen Braunflecken. – Innen sehr schön.

Raabe, Zeitschriften 144.61. – Hayn/Gotendorf IX, 92

570  Paul Scheerbart. Vier Erstausgaben.

€ 300

Berlin 1889 bis 1921. Originaleinbände.

I. Das Paradies. Die Heimat der Kunst. George & Fiedler 1889. Originalbroschur. – II. Ja .. was .. möchten wir nicht Alles! Ein Wunderfabelbuch. Erstes Heft. Verlag deutscher Phantasten 1893. Broschur mit Kleisterpapierumschlag. – III. Tarub Bagdads berühmte Köchin. Arabischer Kulturroman. Verein für Deutsches Schriftthum [1897]. Originalleinenband mit vergoldeten Titeln. Eins von etwa 400 Exemplaren. – IV. Von Zimmer zu Zimmer. 70 Schmoll- und Liebesbriefe des Dichters an seine Frau. Alfred Richard Meyer 1921. Illustrierte Originalbroschur. Lyrische Flugblätter, Nr. 90. – Die ersten eigenständigen Veröffentlichungen Paul Scheerbarts (1863–1915), der zeitlebens ein literarischer Einzelgänger blieb. Ständig am Rande des Existenzminimums lebend, suchte er alle sich bietenden Möglichkeiten der Veröffentlichung in verschiedensten Verlagen und Zeitschriften.

Rücken überklebt (I), Umschlag gebräunt (II). – Exlibris (II).

Kohnle S. 55, 35, 61 und 65. – Raabe/Hannich-Bode 260.1, 2, 4 und 29

571  Paul Scheerbart. Vier Erstausgaben.

€ 200

Berlin, München und Leipzig 1898 bis 1920. Vier Originaleinbände, ein neuerer Einband.

I. NaProst! Phantastischer Königsroman. Berlin und Leipzig, Schuster & Loeffler 1898. Originalbroschur. – II. Die große Revolution. Ein Mondroman. Leipzig, Insel 1902. Neuerer Halbleinenband. – III. Lesabéndio. Ein Asteroiden-Roman. München und Leipzig, Georg Müller 1913. Originalbroschur. Mit vierzehn Zeichnungen von Alfred Kubin. – IV. Das graue Tuch und zehn Prozent Weiß. Ein Damenroman. München und Berlin, Georg Müller 1914. Originalhalbleinenband. – Dazu: Katerpoesie. Berlin, Ernst Rowohlt [1920]. Originalhalblederband. Zweite bis Vierte Auflage.

Umschlag gebräunt und fleckig (I, III), Broschurumschlag aufgezogen (I) bzw. hinterlegt und mit Läsuren (III). – Buchblock im Falz überklebt (I), Lagen gelöst (I). Exlibris (IV und V).

Kohnle S. 53, 30, 47, 28 und 40. – Raabe/Hannich-Bode 260.6, 9, 25 und 26; vgl. 20

572  Paul Scheerbart. Rakkóx der Billionaer.

€ 250

Ein Protzenroman. Die Wilde Jagd. Ein Entwicklungsroman in acht anderen Geschichten. Leipzig, Insel 1901. Mit Buchschmuck von Jossot und einer Illustration von Felix Vallotton. Originalhalbleinenband mit Buntpapierbezug.

Titelauflage der ersten Ausgabe von 1900, die eine »Inkunabel des Insel-Verlages« war. – Gedruckt im Auftrag von A. W. Heymel. – Einbandentwurf, Buntpapiervorsätze und Buchschmuck von Henri Jossot.

21,2 : 14,8 cm. [6], 119, [1] Seiten. – Ränder beriebn.

Kohnle S. 57. – Sarkowski 1437

573  Paul Scheerbart. Drei Erstausgaben.

€ 200

1901–1912. Originalpappband und zwei -broschuren.

Die Seeschlange. Ein See-Roman. Minden, J. C. C. Bruns [1901]. Illustrierter Originalpappband. – Kometentanz. Astrale Pantomime in zwei Aufzügen. Leipzig 1903. Mit zahlreichen Vignetten nach Zeichnungen des Verfassers. Rote Originalbroschur mit vergoldeter Titelvignette. – Das große Licht. Ein Münchhausen-Brevier. Leipzig, Sally Rabinowitz 1912. Originalbroschur.

Rücken (I) bzw. Umschlag (III) gebräunt, Umschlag etwas fleckig (II). – Exlibris (I und III),.

Kohnle S. 61, 45 und 29. – Raabe/Hannich-Bode 260.8, 13 und 24

574  Paul Scheerbart. Immer mutig! Ein phantastischer Nilpferderoman mit dreiundachtzig merkwürdigen Geschichten.

€ 200

Erster [und] Zweiter Teil. Minden, J. C. C. Bruns 1902. Mit zahlreichen Vignetten des Verfassers. Blaue Originalpappbände mit vergoldeten Umschlagillustrationen. In neuer Leinenkassette mit Rückenschild.

Erste Ausgabe. – Exemplar der allgemeinen Ausgabe, die vom Verfasser im Druckvermerk »angekündigte« Vorzugsausgabe auf gegerbter Menschenhaut (Preis 50.000 RM) ist dankenswerter Weise nie erschienen. – Gewidmet Max Bruns, dem Verleger des Buches, mit dem Scheerbart mehrere Jahre in Briefkontakt stand. – Sehr schönes Exemplar.

16,0 : 11,5 cm. [8], 235, [1]; [4], 250, [2] Seiten. – Rücken minimal verfärbt.

Kohnle S. 33. – Raabe/Hannich-Bode 260.10

575  Paul Scheerbart. Liwûna und Kaidôh.

€ 200

Ein Seelenroman. Leipzig, Insel 1902. Illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Mit zwei Textvignetten und einer Deckelillustration von Heinrich Vogeler. – Breitrandig gedrucktes, unbeschnittenes Exemplar.

18,2 : 12,3 cm. 131, [1] Seiten. – Rücken gebräunt. – Erste Lage gelöst.

Kohnle S. 49. – Sarkowski 1436. – Raabe/Hannig-Bode 260.11. – Neteler 73

576  Paul Scheerbart. Cervantes.

€ 150

Berlin und Leipzig, Schuster & Loeffler [1904]. Mit Frontispiz und sieben Abbildungen auf Tafeln. Flexibler violetter Originalkalblederband mit Deckel-, Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Die Dichtung, Band VIII. – Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten und im Ledereinband. – Ob die Auflagenangabe »Zweites Tausend« fingiert ist, ist nicht bekannt. – Einbandentwurf, farbige Vorsätze und Buchschmuck von Heinrich Vogeler. – Unter Paul Remers Redaktion entstand bei Schuster & Loeffler die schnell populär gewordene Monographien-Sammlung »Die Dichtung«, die es in kurzer Zeit auf 60 Bände brachte und an der Dichter wie Gustav Falke, Ricarda Huch, Hugo von Hofmannsthal, Hermann Hesse, Fritz Mauthner, Gabriele Reuter, Paul Scheerbart, Johannes Schlaf, Richard Schaukal und viele andere mitarbeiten.

16,5 : 10,5 cm. 92, [4] Seiten. – Rücken leicht verblasst. Einband berieben, Hinterdeckel mit kleinen Kratzern und Druckstellen. Oberes Kapital eingerissen. – Handschriftlicher Eintrag auf der ersten Seite. Erste Lage im Falz mit Klebestreifen fixiert.

Kohnle S. 16. – Raabe/Hannich-Bode 260.14. – Neteler 109

577  Paul Scheerbart. Theater-Bibliothek.

€ 150

Band III. Mit Federzeichnungen von Paul Scheerbart. Berlin, E. Eisselt 1904. Illustrierte Originalbroschur. In Kartonmappe mit montiertem Aquarell von Horst Hussel.

Erste Ausgabe. Revolutionäre Theaterbibliothek, Band III. – Inhalt dieses dritten von insgesamt sechs Bänden: Herr Kammerdiener Kneetschke. Eine Kammerdiener-Tragödie in 5 Aufzügen. – Das dumme Luder. Ein Jupiterdrama. – Es lebe Europa! Eine Kapitalistentragödie in 5 Akten. – Die Welt geht unter! Ein Tableau.

16,4 : 12,8 cm. 84, [4] Seiten. – Rücken mit Filmoplast überklebt. Umschlag gebräunt. Eckknick. – Heftung gelockert.

Kohnle S. 60. – Raabe/Hannich-Bode 260.17

578  Paul Scheerbart. Münchhausen und Clarissa.

€ 200

Ein Berliner Roman. Berlin, Oesterheld & Co. 1906. Illustrierte Originalbroschur. Im Schuber mit montiertertem Aquarell von Horst Hussel.

Erste Ausgabe. – Umschlagillustration und Textvignetten von Paul Scheerbart. – Münchhausen, der sagenhafte Lügenbaron, ist aus hundertjährigen Schlaf erwacht und macht die Menschen Europas mit der Zukunft bekannt. In sieben Wochentagen berichtet er von den Wundern der fiktiven Weltausstellung in Melbourne, der Melbourne-Kunst (Glasarchitektur, Malerei, Musik, Literatur), wie man sie im alten Europa noch nicht kennt.

21,0 : 14,0 cm.141, [3] Seiten. – Rücken und Ränder gebräunt. – Exlibris. Schnitt und äußerste Ränder mit wenigen Stockflecken. Eine Lage gelockert.

Kohnle S. 52.– Raabe/Hannich-Bode 260.18

579  Paul Scheerbart. Das Perpetuum mobile.

€ 150

Die Geschichte einer Erfindung. Dritte Auflage. Leipzig, Ernst Rowohlt 1910. Mit 26 Abbildungen auf einer mehrfach gefalteten Tafel. Illustrierter Originalpappband.

Paul Scheerbart unternahm tatsächlich Versuche zum Bau eines Perpetuum Mobile, dessen Modell er zwischen 1908 und 1910 mehrfach beim Patentamt anmeldete, was einen nicht unerheblichen Teil seiner kargen finanziellen Mittel verschlang. »Die Geschichte ist so großartig, daß ich immer noch zweifle, ob ich mich nicht täusche. Automobile, Fabrikschornsteine und Lokomotiven gäbs dann bald nicht mehr. Das sieht wie ein Witz aus, ist mir aber durchaus ernst. Andererseits nehm’ ichs selber gar nicht so wichtig, mir sind alle meine astralen Geschichten wichtiger« (Brief an R. A. Schröder, 20.5.1908, in »70 Trillionen Weltgrüße«, S. 351). – Die Einbandzeichnung von Ottomar Starke zeigt den Erfinder vor der Maschine und entzückte den Verfasser »Die Zeichnung ist einfach grandios.« (Scheerbart an Rowohlt, 13.8.1910).

21,8 : 18,0 cm. 44, [4] Seiten. – Bezugspapier gebräunt. Kapital angeplatzt.

Kohnle S. 47. – Raabe/Hannich-B. 260.22. – Göbel 19

580  Paul Scheerbart. Astrale Novelletten.

€ 180

Karlsruhe und Leipzig, Dreililien 1912. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eines der letzten Bücher Scheerbarts, noch im gleichen Jahr wurden Restbestände der sicher ohnehin kleinen Auflage vom Georg Müller Verlag übernommen. – Mit dem Leipziger Zensurstempel. – Selten und gut erhalten. – Exlibris »Haus Markowski« (Holzstich von Oskar Bangemann nach einer Zeichnung von Max Liebermann, der einen Schüler Hanns Markowski hatte).

16,8 : 11,7 cm. 209, [3] Seiten. – Broschurumschlag gebräunt und mit kleinen Stempeln.

Kohnle S. 13. – Raabe/Hannich-Bode 260.23

581  Arthur Schnitzler. Liebelei.

€ 600

Schauspiel in drei Akten. Als Manuscript vervielfältigt. Berlin, A. Entsch 1895. Halbleinenband der Zeit.

Sehr seltener Vorabdruck, ein Jahr vor der Buchausgabe 1896 bei S. Fischer. – Im vorliegenden Exemplar finden sich zahlreiche Anmerkungen und Skizzen zu einer Aufführung, die wir nicht bestimmen konnten. Mit Skizzen zum Bühnenbild, Regieanweisungen und Streichungen in Blei- und Farbstift. – Aus dem Nachlass des Schauspielers Robert Pirk, der 1917 in Brünn engagiert war. In den 1920er Jahren gehörte er zur Direktion der Berliner Rotter-Bühnen. – Wir konnten kein Exemplar im Schnitzler-Archiv der Unibibliothek Freiburg und keines im Schnitzler-Nachlass der Cambrigde University nachweisen.

19,5 : 12,5 cm. 59, [1] Seiten. – Einband verschlissen. – Etwas fingerfleckig und gebräunt, im Falz gelockert.

582  Rudolf Alexander Schröder. Heilig Vaterland.

€ 200

Kriegsgedichte. Leipzig, Insel 1914. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Titelblatt mit eigenhändiger Widmung »Herrn Joh. Siedenberg mit besten Grüßen R. A. Schröder | Brüssel den 29. I. 16«. – Auch Schröder war damals von der umfassenden Kriegsbegeisterung ergriffen: »Zum 1. August 1914 | Gottlob, es ist erschollen | Das Wort, darauf wir bang geharrt […]«. Den Reinerlös dieser Publikation spendeten Dichter und Verlag (vorausschauend) dem Roten Kreuz. – Dazu: Steigerungsgedichte. Bremen 1934. Originalbroschur mit Goldpapierbezug. Erste Ausgabe. Fünfter Bremer Liebhaber-Druck. Eins von 200 Exemplaren. – Werke und Tage. Festschrift […] zum 60. Geburtstage am 26. Januar 1938. Herausgegeben von Ernst L. Hauswedell und Kurt Ihlenfeld. Berlin und Hamburg, Eckart und Dr. Ernst Hauswedell 1938. Mit einer Lithographie von E. R. Weiß. Originalleinenband. Eins von 1000 Exemplaren. – Rudolf Adolph. Schröder-Bibliographie 1953. Originalpappband. Eins von 500 Exemplaren.

18,5 : 12,7 cm. 39, [1] Seiten. – Rückenfalz leicht angeplatzt. – Leichter Lichtrand bei Festschrift und Bibliographie, sonst alle sehr gut erhalten.

Nicht bei Adolph. – Sarkowski 1540. – Die Beigaben: Adolph 29 und 889

582a  Ernst Schütte – Oscar Wilde. Der Priester und der Messnerknabe.

€ 200

Deutsch von E. Sander. Illustriert von E. Schütte. Hannover, Der Zweemann Robert Goldschmidt 1919. Mit zwei blattgroßen Illustrationen, eine davon als Frontispiz. Originalhalbpergminband mit Japanpapierbezug.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe in »Halbpergament«. – Auf besserem Papier. – Der Editionsvermerk wurde auf das hintere Vorsatzpapier gestempelt und vom Künstler signiert. – Die apokryphe Wilde-Erzählung handelt von Homosexualität und Pädophilie eines Geistlichen. Bereits als Mitarbeiter des Goldschmidt-Verlages hatte Paul Steegemann eine Übersetzung des Textes bei Erst Sander in Auftrag gegeben. Diese erschien, nachdem Steegemann den Zweemann-Verlag übernommen hatte 1919/1920 in drei leicht variierenden Ausgaben. Ein unberechtigtes Plagiat von 1922 führte zu einer Verurteilung Steegemanns. – Ernst Schütte entwarf zahlreiche Umschlagillustrationen für Steegemanns Verlag. – Selten.

23,0 : 13,5 cm. 32 Seiten. – Deckelränder leicht verfärbt.

Vgl. Hayn/Gotendorf IX; 630 und Meyer 90 sowie dort Anmerkungen auf Seiten 12, 47 und 49

583  Richard Seewald – Adalbert Stifter. Abdias.

€ 450

Erzählung. Originalradierungen von Richard Seewald. München, Drei Masken 1921. Mit neun signierten Radierungen und drei radierten Initialen. Originalhalblederband im Schuber.

Dritter Obelisk-Druck. – Eins von 250 Exemplaren (Gesamtauflage 320). – Im Druckvermerk signiert und hier entgegen allen Vergleichsexemplaren auch die neun Radierungen und das Vortitelblatt von Seewald signiert – es handelt sich eventuell um ein Künstlerexemplar. – Mit wenigen Ausnahmen wurden die Obelisk-Drucke in der Offizin der Mandruck, Berlin, gedruckt, die Radierungen auf deren Künstlerpresse.

19,8 : 14,5 cm. 154, [2] Seiten, 9 Radierungen. – Rücken restauriert, Deckelränder etwas angestaubt und minimal wellig. – Unbeschnittene Ränder leicht verfärbt.

Jentsch R 53–64. – Lang, Expressionismus 327. – Rodenberg 447, 3. – Schauer II,114

584  Anna Seghers. Das siebte Kreuz.

€ 750 ( R7 )

Roman aus Hitlerdeutschland. Mexiko, El Libro Libre 1942. Originalpappband.

Erste Ausgabe. – Einer der bedeutendsten Romane der deutschsprachigen Exilliteratur. – Anna Seghers begann 1938 im Exil in Südfrankreich mit der Arbeit an diesem Roman. Bereits 1939 erschien das erste Kapitel in der Moskauer Zeitschrift »Internationale Literatur« und ebenfalls 1942 die vollständige englische Ausgabe in den USA. – Schönes Exemplar, Innendeckel mit Klebeschildchen der Buchhandlung des Pigmalion-Verlages in Buenos Aires, wo u. a. Stefan Zweigs »Schachnovelle« erschien.

19,7 : 15,7 cm. 468, [4] Seiten. – Rücken leicht angestaubt, Deckel etwas fleckig. – Besitzvermerk.

Sternfeld/Tiedemann S. 461. – Melzwig 657.1

585  Renée Sintenis – Hans Siemsen. Das Tigerschiff.

€ 1200

Jungensgeschichten. Zehn Radierungen von Renée Sintenis. Frankfurt am Main, Querschnitt-Verlag 1923. Mit zehn signierten Radierungen. Dunkelblauer Originalhalblederband mit rot-goldenem Rückenschild und Kopfgoldschnitt (signiert: Handband Enders Leipzig). Im Originalschuber mit Kleisterpapierbezug und Lederkanten.

26. Flechtheim Druck. – Eins von 250 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstlerin und Verfasser signiert. – Auf Bütten. – Aus dem Besitz von Bob Gésinus-Visser, niederländischer Maler und Bildhauer, mit dessen Exlibris (1898–1978). – Schönes Exemplar.

30,2 : 21,8 cm. 33, [1] Seiten, 10 Radierungen. – Rücken leicht verfärbt und berieben, Gelenke angeplatzt. – Exlibris. Vereinzelt an den Rändern wenige schwache Stockflecken.

Rodenberg, Seite 356, 26. – Schauer II, 113. – Lang, Expressionismus 333. – Imprimatur NF V, Seite 112 (Flechtheim)

586  Hans Siemsen. Wo willst du hin?

€ 200

Unveröffentlichtes Manuskript. Ohne Ort und Jahr [New York ca. 1946]. Klammergeheftete Broschur.

Erste Ausgabe dieser Sammlung, wohl zahlreiche Gedichte im Erstdruck. – Selten, da nur als hektographiertes Typoskript vervielfältigt und im Eigenverlag vertrieben. – Die Sammlung enthält die Zyklen »Liebe und Abschied«, »Emigration« und »Wo willst du hin?«. Am Ende: »Letztes Wort an den Leser: Böser und gefährlicher als die Atombombe ist unsere Herzensträgheit«. – Der Schriftsteller Hans Siemsen (1891–1969), bekennender Homosexueller und engagierter Gegner der Todesstrafe, entging 1933 nur knapp der Verhaftung. Er emigrierte 1934 nach Frankreich, später in die USA. Nach Kriegsende kehrte er nach Deutschland zurück, war jedoch nicht mehr schriftstellerisch tätig. – Titelblatt mit (eigenhändigem?) Namenszug »v. Hans Siemsen«.

21,5 : 14,0 cm. [32] Blätter. – Umschlagränder minimal bestoßen. – Die letzten beiden Blätter mit leichten Randläsuren.

Sternfeld/Tiedemann 466

587  Max Slevogt – Die Inseln Wak Wak.

€ 750

Eine Erzählung aus 1001 Nacht. Mit 54 Steinzeichnungen von Max Slevogt. Berlin, Bruno Cassirer [1921]. Mit 57 Lithographien im Text, eine davon ganzseitig. Originalseidenband mit farbiger Deckelillustration nach einem Aquarell von Slevogt, Rückenschild und vergoldetem Kopfschnitt.

Eins von 360 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Lithographien wurden von M. W. Lassally, Berlin, mit der Handpresse in den Text eingedruckt, die von Seite 73 als Titelvignette wiederholt. – F. P. Greve übersetzte den Text nach der englischen Ausgabe von Burton, die enthaltenen Gedichte bearbeitete Herbert Eulenberg. – Slevogts zarte Lithographien passen sich in den entsprechend umbrochenen Satzspiegel so harmonisch ein, dass man an Einzeichnungen glauben mag. Der im Farblichtdruck illustrierte großformatige Seideneinband ist sicher ein Meilenstein der impressionistischen Buchgestaltung. – Schönes Exemplar.

42,5 : 32, 7 cm. [4], 146, [2] Seiten. – Gelenke verschlissen, am oberen Kapital mit kleiner Fehlstelle.

Söhn 481–536. – Rümann 49 a. – Lang, Impressionismus 208. – Schauer II, 85 (mit Abbildung). – Papiergesänge 34

588  Neue spanische Dichtung.

€ 180

Übertragen von Roy Hewin Winstone und Hans Gebser. Berlin, Rabenpresse 1936. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Erste Ausgabe dieser von den Dichtern autorisierten Übertragungen. – Hans Gebser (1905–1973) gründete zusammen mit Victor Otto Stomps 1926 die Rabenpresse. Bemerkenswerte ist, das diese Auswahl von modernen und später weltberühmten spanischen Dichtern wie Rafael Alberti, Vincente Aleixandre, Luis Cernuda, Jorge Guillen, Emilio Prados, Pedro Salinas und Federico Garcia Lorca 1936 in Nazi-Deutschland, wenn auch in sehr kleiner Auflage, erscheinen konnte.

22,8 : 15,5 cm. 45, [3] Seiten. – Umschlag gebräunt, mit Lichtrand, am Oberrand kleiner Einriss und geknickt. – Äußerste Ränder mit wenigen kleinen Stockflecken. Im Falz gebrochen.

589  [Kurt Tucholsky] Ignaz Wrobel. Der Zeitsparer.

€ 400

Grotesken. Berlin, Reuss & Pollack (Pollack & Glaser) 1914. Kordelgeheftete Originalbroschur mit farbiger Deckelillustration von Thomas Theobald Tomate [Kurt Szafranski].

Erste Ausgabe der zweiten Veröffentlichung Tucholskys, bei der er erstmals eines seiner Pseudonyme benutzte. Auch der beteiligte Künstler Kurt Szafranski verbarg sich hinter einem Pseudonym. – Mit der seltenen Bauchbinde: »Wollen Sie Zeit sparen, kaufen Sie!«.

22,5 : 14,6 cm. 23, [1] Seiten (einschließlich Umschlag). – Umschlag oben minimal fleckig und leicht angestaubt, Rückenfalz unten mit kleinem Einriss.

Bonitz/Wirtz I, C 2

590  [Kurt Tucholsky] Peter Panter. Ein Pyrenäenbuch.

€ 200

Mit 33 Abbildungen. Berlin, Die Schmiede 1927. Mit zwölf Bildtafeln. Originalleinenband mit vergoldeten Titeln.

Erste Ausgabe dieser Sammlung, mit 25 Erstdrucken. – Alle späteren Ausgabe erschienen in veränderter Fassung. – Auf starkem Velin.

23,2 : 15,0 cm. 289, [3] Seiten. – Vorderes Innengelenk gebrochen. Obere Ecken mit schwachem Knick.

Bonitz/Wirtz I, C8

591  Fritz von Unruh – Alvin Kronacher. Fritz von Unruh.

€ 200

A Monograph. Introduction by Albert Einstein. Translated by Julia R. Stiller. New York, Rudolf Schick 1946. Mit vier Tafeln. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Titelblatt mit eigenhändiger Widmung von Fritz von Unruh für den Schauspieler Robert Pirk »in herzlicher Sympathie mit vielen Grüssen«, datiert »New York 1949«. – Der Band enthält neben dem Vorwort Einsteins (»in truth an inspiring model for all mankind«) und dem biographischen Essay Kronachers auch »The Violin-Maker« von Fritz von Unruh, »Unruh the Painter« von Max Osborn und eine Bibliographie. – Der engagierte Pazifist Fritz von Unruh hatte Deutschland bereits 1932 verlassen und kehrte erst 1948 in seine Heimat zurück. Bis zu seinem Tod 1970 engagierte er sich gegen Krieg und Wiederbewaffnung.

21,0 : 13,5 cm. 64 Seiten, 4 Tafeln. – Kratzspur auf dem Vorderdeckel, Rücken verblasst. – Vereinzelte Anstreichungen.

592  Heinrich Vogeler. Dir.

€ 180

Gedichte. Leipzig, Insel 1920. Mit zahlreichen Illustrationen, Bordüren und Vignetten von Heinrich Vogeler. Originalhalbleinenband mit hellgrün und rot illustrierten Deckelbezügen.

Fünfte Auflage. – »Die von ihm selbst verfaßten und niedergeschriebenen Verse des Bandes ›Dir‹ von 1899, feinstrichig, schlank und dicht, bilden die wahre Mitte des rahmenden Liniengespinstes aus Blütengewächsen und Geäst« (Schauer I, 47). – Schönes Exemplar eines der typischsten Bücher des deutschen Jugendstils.

24,2 : 18,5 cm. [64] Seiten. – Exlibris.

Sarkowski 1842 A. – Schauer II, 12

593  Heinrich Vogeler. Sechs Erstausgaben.

€ 300

1919–1922. Fünf illustrierte Originalbroschuren, ein Originalpappband.

I. Über den Expressionismus der Liebe. Hannover, Paul Steegemannn 1919. Silbergäule 12. Erste Ausgabe der veränderten Fassung. – II. Siedlungswesen und Arbeitsschule. Hannover, Paul Steegemannn 1919. Silbergäule 36. – III. Proletkult. Kunst und Kultur in der Kommunistischen Gesellschaft. Hannover, Paul Steegemannn 1920. Silbergäule 54. – IV. Die Freiheit der Liebe in der kommunistischen Gesellschaft. Hamburg, Konrad Hanf [1920]. – V. Kosmisches Werden und menschliche Erfüllung. Hamburg, Kommunistischer Kulturverlag der Kopf- und Handarbeiter 1921. – VI. Friede. Bremen, Angelsachsen 1922. Mit einem Porträt von Severin Janssen. – Zwei Jahrzehnte nach seinem Erstling »Dir« (siehe KatNr. 323) hatte sich Vogeler, zurückgekehrt aus dem Krieg, den Arbeiterräten seiner Osterholzer Heimat angeschlossen und versucht, in Worpswede eine kommunistische Kolonie zu gründen. Nur wenige Jahre später reiste er ein erstes Mal in die Sowjetunion, übersiedelte 1931 dorthin und starb 1942 in Kasachstan. – Gut erhalten. – Beigabe: Wilhelm Michel. Essays. Hannover, Steegemann 1920. Silbergäule 33.

Ca. 22,5 : 14,5 cm. – Einige mit Bleistiftbesitzvermerk.

Raabe/Hannich-Bode 319.2, 6, 7, 9, 12 und 13. – Neteler 284.2, 291, 303, 302, 309 und 317. – Meyer 22, 24 und 43

594  Heinrich Vogeler – Gustav Falke. Das Büchlein Immergrün.

€ 150

Eine Auswahl deutscher Lyrik für Junge Mädchen. Köln, Schafstein 1905. Mit koloriertem Titel und Buchschmuck von Heinrich Vogeler. Cremefarbener Originalkalikoband mit vergoldeter Vorderdeckelillustration, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Neteler bezeichnet die Exemplare mit dem kolorierten Titelbild als Vorzugsausgabe. – Text und Buchschmuck in Gold gedruckt. – »Das intim gehaltene Bändchen ist ein Musterbeispiel für die Tendenz des Jugendstils zur Kostbarkeit« (Bilderwelt).

18,8 :12,2 cm. 119, [1] Seiten. – Vorderdeckel mit winzigen Flecken. – Vorsatz- und Vortitelblatt minimal stockfleckig.

Neteler 119. – Bilderwelt 470. – Düsterdieck 1945. – Lex. KJL III, 720

595  Robert Walser. Fritz Kocher’s Aufsätze.

€ 300

Der Commis. Der Maler. Der Wald. Elf Zeichnungen von Karl Walser. Leipzig, Insel 1904. Mit elf Tafeln. Hellgrüne Originalbroschur mit Deckelillustration von Karl Walser, gedruckt in Gold und Schwarz.

Erste Ausgabe von Walsers erster Veröffentlichung. – Auf Bütten, die Illustrationen von Karl Walser auf festem Japanpapier. Vom Bruder des Dichters stammen auch die Umschlagzeichnung sowie die Kalligraphien des Doppeltitels und der Kapitelüberschriften. – Ermuntert durch Walsers Beiträge in der Zeitschrift »Die Insel« hatte sich der Verlag bereit erklärt, eine kleine Sammlung bisheriger Arbeiten aufzulegen. Es wurden 1300 Exemplare bei Breitkopf & Härtel gedruckt. Der Verkauf geriet zu einem Desaster, nach einem Jahr waren gerade einmal 47 (!!) Exemplare verkauft. Der Restbestand soll in einem Warenhaus verramscht worden sein. – »Karl Walser hat in das Buch viel Kompott hineingezeichnet; aber das schadet nichts« (Kurt Tucholsky, in »Die Schaubühne« 17, 1913, zitiert nach Badorrek-Hoguth).

17,8 : 11,6 cm. [4], 128 Seiten, 11 Tafeln. – Einband fleckig und beschädigt. – Stellenweise größere Stockflecken, gelockert.

Sarkowski 1872. – Badorrek-Hoguth 28.1

596  Robert Walser. Geschwister Tanner.

€ 1000

Roman. Berlin, Bruno Cassirer 1907. Etwas späterer Halblederband der Zeit mit fünf echten Bünden, schwarz-goldenem Rückenschild und Kleisterpapierbezügen (signiert: Buchb. Meink · Berlin). Der farbig lithographierte Originalvorderumschlag und Rücken der Broschur eingebunden.

Erste Ausgabe des ersten Romans von Robert Walser. – Die Auflage betrug lediglich 1000 Exemplare. – Die berühmte Einbandillustration schuf Karl Walser, der Bruder des Dichters. – Ein »Entwicklungsroman […], dessen Held sich jedoch kaum entwickelt« (KLL 3904). – Exlibris Feuerbacher Heide und Slg. Holzhausen. – Die Buchbinderei Meink in Berlin arbeitete in den 1920er Jahren für den Euphorion Verlag.

20,0 : 14,0 cm. [4], 319, [1] Seiten. – Kleisterpapier mit kleinen Kratzspuren. – Vorblätter, Vor- und Haupttitel leicht stockfleckig, sonst sehr schön.

Badorrek-Hoguth B 84.1

597  Robert Walser. Geschwister Tanner.

€ 200

Roman. Zweite Auflage. Berlin, Bruno Cassirer [1907]. Halbleinenband mit Rückenschild, illustrierter Originalvorderumschlag eingebunden.

Im Jahr der Erstausgabe erschienener Neudruck von Walsers erstem Roman. – Innendeckel der Originalbroschur mit Widmungsblatt »Geschenk der Schweizerischen Schillerstiftung zu Ehren des Dichters«, mit (eigenhändigem?) Namenszug »Robert Walser«. – Die Illustration auf der Originalbroschur stammt von Karl Walser, dem Bruder des Dichters.

19,5 : 14,0 cm. [4], 319, [1], [12 Anzeigen-]Seiten. – Blattecken oben anfangs mit winzigem Verlust.

Badorrek-Hoguth B 84.2

598  Robert Walser. Geschichten

€ 250

mit Zeichnungen von Karl Walser. Leipzig, Kurt Wolff 1914. Mit einer Titelvignette und 30 Illustrationen im Text. Illustrierter Originalhalblederband mit Rückenschild.

Erste Ausgabe. – Der Bruder des Dichters steuerte die Titelvignette, die auf dem Vorderdeckel wiederholt wurde, und zu jeder der 30 Erzählungen eine Kopfvignette bei.

19,3 : 14,0 cm. IV, 231, [1] Seiten. – Vorderdeckel fleckig. – Vorderes Vorsatzblatt fehlt.

Badorrek-Hoguth A 30.1. – Göbel 175

599  Robert Walser. Kleine Dichtungen.

€ 450

Erste Auflage hergestellt für den Frauenbund zur Ehrung rheinländischer Dichter. Leipzig, Kurt Wolff 1914. Originalpappband mit Einbandillustration von Karl Walser, gedruckt in Gold.

Erste Ausgabe. – Auf dem Vortitelblatt vom Dichter signiert. – Im Juli 1914, das Buch war bereits in der Herstellung, teilte Walser dem Verleger mit, dass er für eine Auszeichnung durch den »Frauenbund zur Ehrung rheinländischer Dichter« ausgewählt worden sei. Dies sollte die einzige öffentliche Ehrung bleiben, die dem Dichter zu Lebzeiten zuteil wurde. – Das Mitgliederverzeichnis des Frauenbundes (Seiten 285–312) verzeichnet 1048 Namen, so dass man von einer Auflage von etwa 1100 Exemplaren ausgehen kann. – Dazu: Gedichte. Berlin, Bruno Cassirer [1918]. Zweite Ausgabe der erstmals 1909 in kleiner Auflage erschienenen Gedichte. Die Radierungen jener Ausgabe sind hier reproduziert.

20,3 : 13,3 cm. 311, [1] Seiten. – Rücken gebräunt, Ecken leicht bestoßen. Ränder der Beigabe berieben, Gelenk beschädigt.

Badorrek-Hoguth B 86.1 und A 29.2. – Göbel 177

600  Robert Walser. Kleine Prosa.

€ 400

Bern, A. Franke 1917. Originalpappband.

Erste Ausgabe. – Von 1.500 gedruckten Exemplaren wurde etwa die Hälfte bei einem Lagerbrand vernichtet. – Selten und gut erhalten. – Dazu: Aufsätze. Leipzig, Kurt Wolff 1913. Mit Vignetten. – Kleine Dichtungen. Leipzig, Kurt Wolff 1915. Zweite Auflage. – Originalpappbände mit Illustrationen von Karl Walser.

19,5 : 12,7 cm. 201, [3] Seiten. – Rücken und Deckelränder etwas gebräunt (die der Beigaben stärker).

Wilpert/Gühring2 10. – Beigaben: Badorrek-Hoguth A 26 und B 86.2