ChristianHesse

Lot 601 – 650 | Hesse-Auktionen
Lot 601 – 650

601  Einbände – Roter Maroquinband der »Leipziger Buchbinder-Innung«

€ 700

mit goldgeprägter Vorderdeckelillustration; Rückentitel und -fileten sowie Kopfschnitt vergoldet. – Inhalt: Theodor Lindner. Die Veme. Neue Ausgabe. Paderborn, Ferdinand Schöningh 1896.

Zweite Ausgabe des Standardwerkes zur Geschichte der »heimlichen Gerichte« in Westphalen. – Der schöne Art Deco-Meistereinband der Buchbinder-Innung Leipzig (Stempel verso auf dem Titel und auf der letzten Seite) illustriert in der mit Streich- und Bogeneisen geprägten und vergoldeten Deckelillustration einen zentralen Ort der Rechtssprechung: Nahezu formatfüllend ein großer Baum, darunter das Wort »VEME«. Die Gerichtsbarkeit von Femegerichten, eine besonderen Form der mittelalterlichen Strafjustiz, fand häufig unter Bäumen außerhalb der Stadtmauern statt. Die Verurteilten wurden nicht selten an Ort und Stelle erhängt. – Sehr gut erhalten.

23,3 : 16,0 cm. XXIV, 668 Seiten.

602  Einbände – Indische Sagen.

€ 500 ( R7 )

Übersetzt von Adolf Holtzmann. Neuherausgabe von M. Winternitz. Drittes bis Fünftes Tausend. Jena, Eugen Diederichs 1921. Mit Doppeltitel und 13 Zwischentiteln, alle illustriert und mit farbigen Bordüren sowie 16 Vignetten, alle von F. H. Ernst Schneidler. Weinroter Saffianlederband mit reicher geometrischer Blindprägung; Rückentitel, Fileten, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Die Erstausgabe mit Schneidlers Buchschmuck erschien bereits 1913. 1921, im Jahr der Gründung seine Juniperus-Presse in Stuttgart, folgte die unveränderte Nachauflage. – »Auch hier wird Schneidlers Versuch, das Buch als Einheit auszuweisen, deutlich: Titelblatt und die folgenden Seiten des Buches sind durch die Gestaltung miteinander verbunden. Der schwarze Pflanzenrahmen nimmt die Größe des Satzspiegels vorweg und betont damit die Seitengestaltung des ganzen Buches« (Gitta Bertram, in: Büttner/Koch/Zieger. Buch, Kunst, Schrift. F. H. Ernst Schneidler, Stuttgart 2013, S. 82/83 mit doppelblattgroßer Abbildung des Doppeltitels). – Für jedes Kapitel zeichnete Schneidler das Mittelfeld des Zwischentitels und die gegenüberliegende Schlussvignette des vorherigen Abschnitts neu. »Zusammen mit dem dunkelfarbigen Papier verleiht diese dem Buch einen altertümlichen, handgefertigten Anstrich« (Gitta Bertram). – Der unsignierte, präzise gearbeitete Einband greift die Kombination von geometrischen und floralen Elementen auf. Möglicherweise entstand er nach einem Entwurf Schneidlers.

23,7 : 18,5 cm. XXX, [2], 318, [2] Seiten. – Gelenke mit winzigen Bereibungen.

603  Einbände – Blauer Kalblederband von Bruel-Légal

€ 350 ( R7 )

(signiert) mit mehrfarbiger lederintarsierter Deckelvignette. – Inhalt: Léo Larguier. La poupée. Dessins de Chas Laborde. Paris, G. Briffaut 1925. Mit 27 farbigen Illustrationen, davon fünf ganzseitig.

Erste Ausgabe. – Eins von 750 Exemplaren auf Velin (Gesamtauflage 770). – Der Einband stammt aus der Werkstatt Bruel-Legal, die der Bibliophile André Bruel (1894–1978) gemeinsam mit seiner Frau, der Buchbinderin Juliette Légal, in Angers betrieb. – Der Einband mit einem Frauenporträt aus verschiedenfarbigen Lederintarsien, umrahmt von einer vergoldeten Filete. Diese Gestaltung des Vorderdeckels, von André Bruel entworfen und signiert, wird durch eine üppige Steh- und Innenkanten- sowie Kopfschnittvergoldung und blau-gold marmorierte Vorsatzpapiere ergänzt. – Mit dem Etikett der Binderei verso auf dem Vorsatzblatt. – Im passenden Schuber.

21,3 : 15,5 cm. [6], 99, [5] Seiten. – Rücken leicht verfärbt und mit winzigen Schabstellen.

Monod 6855

604  Einbände – Schwarzer Kalblederband von P. A. Demeter

€ 300

(signiert) mit roter Lederintarsie und reicher ornamentaler Vergoldung. – Inhalt: Buddha. Auswahl aus dem Palikanon. Von Paul Dahlke […] übersetzt. Berlin, Brandus 1921. Mit grün-goldenem Doppeltitel, großer grün-goldener Eingangsinitiale und Buchschmuck von Marcus Behmer.

Erster Druck der Oktav-Ausgabe, gedruckt bei Otto von Holten, wie die zeitgleich entstandene, aber erst 1922 abgeschlossene Folio-Ausgabe. – Die gesamte buchkünstlerische Gestaltung stammt auch hier von Marcus Behmer. – Auf Dünndruckpapier. – Zumindest die Rückenornamentik weist darauf hin, dass die Vorlage für diesen – sicher unikaten – Einband von Marcus Behmer stammt. Beide Deckel mit zwei umlaufenden ornamentalen Bordüren, deren Muster sich auf dem Rücken wiederholt. Der Vorderdeckel zudem mit roter kreisförmiger und ebenfalls reich vergoldeter Lederintarsie. Steh- und Innenkanten mit vergoldeten Fileten, der Buchschnitt allseitig vergoldet. Bei P. A. Demeter entstanden auch die Handeinbände der 251 Exemplare der Folioausgabe.

17,0 : 12,0 cm. 894, [2] Seiten. – Unbedeutende Kratzer. – Vorsatzblätter mit Leimschatten am Rand. Der Drucktitel mit Besitzvermerken.

Rodenberg 446 Anmerkung

605  Einbände – Pergamentband von Peter A. Demeter

€ 400 ( R7 )

(signiert) mit Deckelillustrationen und -fileten in Gold und Farben. – Inhalt: E. T. A. Hoffmann. Der Sandmann. Aus den Nachtstücken. München, Hans von Weber 1916. Mit 35 Lithographient, davon acht blattgroß, von August (Gustel) Königer.

Sechster Dreiangeldruck. – Eins von 550 Exemplaren auf Van Gelder-Velin (Gesamtauflage 590). – Gesetzt aus der Ehmke-Schwabacher.. – August (Gustel) Königer war ein Schüler von Emil Preetorius und Paul Renner. – Der hübsche Einband von Demeter, Hellerau, mit einer verspielten Deckelvignette aus goldgeprägten und mit Rot und Grün ausgemalten Fleurons, von mehreren Fileten in denselben Farben umrahmt. Das Motiv auf beiden Deckeln wiederholt. Rückentitel und -fileten, Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet.

28,5 : 19,8 cm. [8], 66, [6] Seiten. – Das Pergament mit einigen materialbedingten hellgrauen Verfärbungen, minimal berieben. Hinterdeckel mit wenigen kleinen Stockflecken. – Titel mit getilgtem Besitzvermerk, Abklatsch davon auf dem Vorsatzblatt.

Rodenberg 417, 6. – Schauer II, 62. – Sennewald 16

606  Einbände – Ziegelroter Maroquinband von Otto Dorfner (signiert)

€ 300

mit Gold- und Blindprägung sowie Kopfschnittvergoldung. – Inhalt: Herbert Kühnert. Urkundenbuch zur Thüringischen Glashüttengeschichte. Jena, Fromannsche Buchhandlung Walter Biedermann 1934. Mit einigen Abbildungen auf Tafeln und einem gefalteten Faksimile.

Beiträge zur Thüringischen Geschichte, Band 2. – Gewidmet dem Begründer des Jenaer Glaswerks Schott und Genossen zum 50jährigen Bestehen. – Im gefütterten Schuber mit Lederkanten.

23,7 : 16,2 cm. XVII, [1], 352 Seiten, 8 Tafeln, 1 Faksimile. – Deckelkantenfilete mit geringfügigen Verlusten der Vergoldung.

607  Einbände – Grüner Maroquinband von Otto Dorfner

€ 450

(signiert) mit ornamentaler Vergoldung und Wappensupralibros. – Inhalt: August Reitz. Von des Neckars Quelle. Ein Heimatbuch von Schwenningen. Zweite Auflage. Schwenningen, Selbstverlag des Verfassers [1925]. Mit 34 Bildern auf Tafeln und einem Anhang mit Musiknoten.

Der Handeinband des Weimarer Meisterbinders mit vergoldeten Bordüren, die beide Deckel gliedern. Breite Innenkanten mit doppelter vergoldeter Filete, Vorsätze aus grün marmoriertem Papier. – Der Vorderdeckel mit dem geprägten und vergoldeten Stadtwappen von Schwenningen.

21,5 : 14,2 cm. 279, [1], 32 Seiten. – Rücken etwas verblasst. – Vorsatzpapier an den Innengelenken brüchig.

608  Einbände – Schweinslederband von Otto Dorfner

€ 400

mit Blindprägung und zwei Messingschließen. – Inhalt: Die Augsburger Passion von 1480. Potsdam, Gustav Kiepenheuer [1924]. Mit 28 kolorierten Klischeedrucken nach alten Holzschnitten.

Das alte Bilderbuch. Herausgegeben von Kurt Pfister. Zweiter Druck. – Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren der asbsoluten Vorzugsausgabe, die von Otto Dorfner, Weimar, in Schweinsleder gebunden wurden (Gesamtauflage 350). – Gesetzt aus der Lithurgisch von Otto Hupp, gedruckt auf der Handpresse der Hoboken-Presse, Berlin, auf Zanders-Bütten. Die Illustrationen kolorierte Hermann Silwar, Berlin. – Im Originalschuber mit Lederkanten, nahezu makellos.

23,3 : 15,0 cm. [60] Seiten. – Rücken leicht aufgehellt. – Vorsatzränder leicht gebräunt.

609  Einbände – [François-Marie Arouet de] Voltaire. Die Prinzessin von Babylon.

€ 800

Übertragen von Johannes Schlaf. Mit zehn Originalradierungen von Walther Klemm. Weimar, Reiher 1924. Mit zehn signierten und kolorierten Radierungen. Blauer Originaloasenziegenlederband (Otto Dorfner). Rücken- und der kalligraphierte Deckeltitel, die kleinen Zierlemente, die vierfachen Innenkantenfileten und der Kopfschnitt wurden vergoldet. Mit Schutzumschlag und Schuber.

Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Eins von 100 Exemplaren der Ausgabe B in Oasenziegenleder (Gesamtauflage 150). – 1922 gründete Otto Dorfner den Reiher-Verlag, den er zusammen mit seiner Frau Margarethe führte. Die künstlerische Leitung übernahmen Alexander Olbricht und Walther Klemm. – Gedruckt wurde bei Dietsch & Brückner, Weimar, die Radierungen druckte H. Wetteroth, München. – Otto Dorfner wurde wohl nicht zuletzt durch seine Tätigkeit für Kesslers Cranach-Presse um 1920 dazu angeregt, einen eigenen Verlag mit bibliophilem Anspruch und Programm zu gründen.

24,0 : 16,5 cm. 118, [4] Seiten, 10 Radierungen.

Katalog Lindenau-Museum 1980–1989. – Fromm VI, 27122

610  Johannes Schlaf. Eigenhändiges Manuskript »Voltaire. Die Prinzessin von Babylon – übs. von Johannes Schlaf«.

€ 600

[Weimar, um 1923]. 57 Seiten.

Reinschrift mit einigen Korrekturen. – Auf glattem Schreibpapier, einseitig beschrieben, teils gefalzte Doppelblätter. Durchgehend paginiert. – Schlafs Neuübersetzung von Voltaires »La Princesse de Babylon« erschien 1924 im Reiher-Verlag in Weimar (siehe KatNr 691). – Johannes Schlaf (1862–1941) lernte während seines Studiums in Berlin den Dichter Arno Holz kennen, mit dem er jahrelang zusammenarbeitete. Nachdem er sich vom Naturalismus und in Folge auch von Arno Holz abgewandt hatte, arbeitete Schlaf neben eigenen Dichtungen zunehmend an Übersetzungen. Schlafs Nachdichtungen von Werken Walt Whitmans sorgten für dessen ungeheure Verehrung im deutschen Sprachraum. Auch Texte von Emile Zola, Honoré de Balzac, Emile Verhaeren, Paul Verlaine und Voltaire übertrug er ins Deutsche. 1904 ging Johannes Schlaf nach Weimar, die letzten fünf Lebensjahre verbrachte er dann wieder in seiner Heimatstadt Querfurt.

33,0 : 20,8 cm.

Vgl. Fromm VI, 27122

611  Einbände – Ziegelfarbener Saffianlederband von Otto Dorfner

€ 600

(signiert) mit reicher Filetenverzierung in Gold- und Blindprägung. Rückentitel, Deckelkalligraphie und Kopfschnitt vergoldet. – Vicke Schorler. Warhaftige Abcontrafactur der hochloblichen und weitberumten alten See- und Hensestadt Rostock, Heubtstadt im Lande zu Meckelnburg 1578–1586. Rostock, Carl Hinstorff 1939. Mit einem 16-seitigen farbigen Leporello und zahlreichen Abbildungen im Text.

Ausführlich kommentierte Faksimileausgabe der berühmten Stadtansicht, die der Rostocker Chronist Vicke Schorler 1578–1586 zeichnete. Das 18 Meter lange Original befindet sich im Stadtarchiv Rostock. Die farbige Wiedergabe im Faksimile erfolgt auf einem 16seitigen Leporello mit einer Gesamtlänge von 6,7 Metern. Herausgegeben vom Rostocker Oberbürgermeister. – Vorderdeckel mit der goldgeprägten Signatur Vicke Schorlers, Innendeckel mit Pergamentspiegeln. Das Leporello, hier mit Lederfalzen, mit einer auf dem hinteren Innendeckel fixierten Pergamentbanderole. – Mit Schutzpapierumschlag und im Originalpappschuber. – Das erste Exemplar der Faksimileausgabe, gedruckt auf Pergament, erhielt Adolf Hitler als Geschenk. Für wen dieses Exemplar im prächtigen Dorfner-Einband bestimmt war, bleibt unklar.

31,0 : 44,0 cm. 53, [3] Seiten, 1 Leporello.

612  Einbände – Cremefarbener Schweinslederband von Walter Gerlach

€ 600

(signiert) mit ornamentaler Blindprägung, Buntpapiervorsätzen und -spiegeln sowie Schnittbemalung und -vergoldung. – Inhalt: Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift deutsch von Martin Luther. 1. Band [mehr nicht erschienen]. Berlin, Volksverband der Bücherfreunde, Wegweiser Verlag [1927]. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen, farbiger Titelbordüre und farbigen Initialen.

Meisterdruck für die Mitglieder des Volksverbandes der Bücherfreunde. – Es erschien lediglich dieser erste Band, der die Geschichtsbücher und die poetischen Bücher des Alten Testaments enthält. – Prachtausgabe der sogenannten »Cranach-Bibel«, der Text nach der Ausgabe von 1545, die Illustrationen von Lucas Cranach nach dem Pergamentexemplar der Ausgabe von 1541 aus dem Besitz der Staatsbibliothek Berlin. – Walter Gerlach schuf einen unikaten Einband, dessen Blindprägung etwas zurückhaltender und moderner wirkt als der Originalentwurf von Kurt Siebert. Die Schnittverzierung in Gold, Rot und Schwarz, mehrfarbig handumstochene Kapitale: Ein opulentes Werk, passend zum Reformationsjubiläum. – Sehr gut erhalten.

31,2 : 21,5 cm. 967, [1] Seiten. – Deckel minimal angestaubt.

MNE II, 405

613  Einbände – Dunkelgrüner Ecrasélederband von Walter Gerlach

€ 800

(signiert) mit überaus reicher floraler und ornamentaler Deckel-, Innenkanten- und Rückenvergoldung. – Inhalt: Immanuel Kant. Über die Buchmacherey. Zwey Briefe an Herrn Friedrich Nicolai. 1798 Berlin, Maximilian-Gesellschaft 1924.

Gabe der Maximilian-Gesellschaft für die Teilnehmer des Festabends der Gesellschaft der Bibliophilen am 25. Mai 1924 in Darmstadt, anlässlich ihres 25jährigen Gründungsjubiläums. – Auf Bütten; Druck der Officina Serpentis. – Mit längerer Widmung des Vorstands der Maximilian-Gesellschaft. – Für die Geschichte der organisierten deutschen Bibliophilie wichtiges Dokument, angemessen ehrwürdig von Walter Gerlach gebunden: Im Rokokostil beide Deckel mit vier großen Rocaillekartuschen mit Fleurons, Rautenfeldern und Blütenstempeln, alles, auch die breiten floral verzierten Bordüren, die Punzenstempel auf den Stehkanten und der Buchschnitt, wurde handvergoldet. Im Originalschuber mit Lederkanten.

20,0 : 14,2 cm. [4], 15, [5] Seiten. – Rücken etwas verfärbt, sonst makellos.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, Seite 36. – Rodenberg 118. – Backe/Köppen 95

614  Einbände – Violetter Ecrasélederband von Walter Gerlach

€ 800

(signiert) mit reicher Vergoldung und orange-roten Marmorpapiervorsätzen und -spiegeln. – Inhalt: Johannes Rist. Poetische Lust-Garte. Das ist: Allerhand anmuthige Gedichte. [Berlin], Maximilian-Gesellschaft 1925.

Eins von 300 Exemplaren. – »Den Mitgliedern der Maximilian-Gesellschaft zu ihrer 11. Hauptversammlung am 25.1.1925 gewidmet von Wilhelm v. Crayen und Fritz Homeyer.« – Handpressendruck der Officina Serpentis, gesetzt aus deren Gothischer Type. – Auf Bütten. – Mit einer großen, in Rot gedruckten, Holzschnitt-Initiale. – Die vollständige Gedichtsammlung erschien 1638 in Hamburg. – Prächtiger Handeinband von Walter Gerlach, im Renaissancestil verziert mit zahlreichen, teils doppelten und verschlungenen Fileten, Fleurons auf beiden Deckeln sowie Innenkantenbordüren. Alles, wie auch Rückentitel, Buchschnitt und gepunzte Stehkanten, in Handvergoldung. – Im Originalschuber mit Lederkanten. – Von der fast unvermeidbaren Verfärbung des Rückens abgesehen makellos.

24,0 : 14,3 cm. [8] Seiten. – Rücken etwas verfärbt.

Deutsche Bibliophile 1898–1930, Seite 128. – Rodenberg 516. – Backe/Köppen 102

615  Einbände – Blauer Ecrasélederband von Walter Gerlach

€ 1200

(signiert) mit reicher Vergoldung von Deckeln, Rücken, Steh- und Innenkanten. Im Originalpappschuber mit Lederkanten. – Inhalt: William Shakespeare. Venus und Adonis. Deutsche Übertragung von Bruno Erich Werner. Mit acht Radierungen von Edwin Scharff. Leipzig, Arndt Beyer 1923.

Unnummeriertes Exemplar, über die Auflage von 400 hinaus gedruckt. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Fünfter Druck des »Kreises graphischer Künstler und Sammler«, der »zwischen denen, die Bedeutsames schaffen, und denen, die es suchen, eine stetige Beziehung und Vertrautheit schaffen« will (Rodenberg). – Auf Bergisch-Galdbach-Bütten von Zanders. – Gesetzt aus der Wallbaum-Kursiv, gedruckt bei Jakob Hegner in Hellerau, die Radierungen bei Wetteroth, München. – Beide Deckel werden von einer vierfachen Filete umrahmt und von Eckfleurons verziert, beide Elemente finden sich auch auf dem Rücken und den breiten Innenkanten. Im Originalschuber mit Lederkanten.

25,2 : 15,2 cm. 88, [8] Seiten. – Rücken etwas aufgehellt, sonst tadellos.

Rodenberg 359, 5. – Sennewald 23, 2

616  Einbände – Roter Kalbledereinband von Carl Herkomer

€ 200

(signiert) mit vergoldeten Fileten auf den Rückenfeldern, Deckel-, Steh- und Innenkanten, Rückentitel und Kopfschnitt ebenfalls vergoldet. – Inhalt: Wilhelm Matthießen. Hans der Räuber und Margret die Zauberin. Ein Märchen. München, Hans von Weber 1919. Mit zahlreichen Urzinkzeichnungen von Robert Engels, davon vier ganzseitig.

13. Dreiangeldruck. – Gesetzt aus der Leibniz-Fraktur und gedruckt bei Knorr & Hirth, München.

25,2: 17,5 cm. 70, [2] Seiten.

Rodenberg 417, 13

617  Einbände – Dunkelgrüner Ecasélederband von René Kieffer

€ 750 ( R7 )

(signiert) mit reicher vergoldeter geometrischer Filetenverzierung. – Inhalt: Maurice Constantin-Weyer. P. C. de Compagnie. Paris, Éditions Rieder 1930.

Erste Ausgabe. – Eins von 21 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe auf Kaiserlich Japan. Insgesamt erschienen sieben Ausgaben auf unterschiedlichen Papieren (Gesamtauflage 1171). – Der originale Broschurumschlag wurde eingebunden. – Prachtvoller Handeinband des berühmten Pariser Buchbinders, in Entwurf und Ausführung deutlich anspruchsvoller als die meisten der in seiner Werkstatt für eigene Verlagswerke angefertigten. – Beide Deckel mit einem quer über den Rücken laufenden Rechteck aus einer vierfachen Filete, gekreuzt von senkrechten Filetenmustern, die sich über die Steh- bis auf die Innenkanten erstrecken. Die breiten Lederinnenkanten mit umlaufender vierfacher Filete. – Grün-gold-marmorierte Buntpapierspiegel und Vorsätze. – Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet, seitlich und unten unbeschnitten. – Mit der vergoldeten Signatur Kieffers auf dem vorderen Innendeckel und seinem Klebeschildchen verso auf dem Vorsatzblatt. – Schuber mit Lederkanten und dem Vorsatzpapier als Bezug.

19,2 : 13,0 cm. 231, [3] Seiten. – Rücken ein wenig verfärbt, sonst tadellos.

618  Einbände – Blaugrauer geglätteter Maroquinband von René Kieffer

€ 1000 ( R7 )

(signiert) mit ornamentaler Verzierung in vergoldeter Prägung und farbigen Lederapplikationen. – Inhalt: Octave Mirbeau. Les affaires sont les affaires. Comédie en trois actes. Paris, Helleu et Sergent 1923. Mit 72 Holzschnitten im Text von René Georges Hermann-Paul.

Eins von 25 Exemplaren der ersten Vorzugsausgabe auf »Japon a la forme« (Gesamtauflage 197). – Vom Künstler nummeriert und monogrammiert. – Mit einer Suite aller Holzschnitte auf China (18 Blätter). – Der Graphiker und Karikaturist René Georges Hermann-Paul (1864–1940) war vor allem durch seine künstlerischen Beiträge für diverse Zeitschriften bekannt. Arbeiten von ihm wurden in gemeinsamen Ausstellungen mit Vuillard, Matisse und Toulouse-Lautrec gezeigt. – Fünf Holzschnitte blattgroß (vier mit den Personen der Komödie sowie ein Holzschnitttitel), je eine große Kopfvignette und eine Schlussvignette für jeden der drei Akte, jede Szene mit kleiner doppelter Holzschnittvignette. – Schöner Handeinband von René Kieffer mit großen ornamentalen Deckelvignetten, Rückenschildern mit Gold und zwei Blautönen und Kopfschnittvergoldung. Innendeckel mit breiten Lederrändern mit dreifacher vergoldeter Bordüre, blauen Seidenspiegeln und -vorsätzen. – Am Unterrand des vorderen Innendeckels die vergoldete Signatur Kieffers, sein Firmenetikett verso auf dem Vorsatzblatt. – Im Schuber mit blauen Lederkanten. – René Kieffer (1875–1964), Schüler von Marius Michel, war einer der führenden Kunstbuchbinder des Jugenstil und Art Déco.

28,7 : 21,5 cm. [10], 202, [4] Seiten. – Der Rücken, fast unvermeidbar, etwas aufgehellt, sonst makellos.

Monod 8192

619  Einbände – Rehbrauner Ecrasélederband von A. Köllner

€ 800 ( R7 )

(signiert) mit reicher Bordüren- und Filetenverzierung in Gold- und Blindprägung. – Inhalt: Shakespeare. Hamlet. Deutsch von Wilhelm Schlegel und Ludwig Tieck. Jena, Eugen Diederichs 1916. Mit einer Holzschnittinitiale und -kopfleiste von E. R. Weiß.

Eins von 1500 Exemplaren (Gesamtauflage 1650). – Typographie und der sparsame Buchschmuck stammen von dem zweiten bedeutenden Buchkünstler, dessen Mitarbeit sich der engagierte Verleger in Jena versicherte: Emil Rudolf Weiß. – Prachtvoller Einband von dem Leipziger Buchbinder A. Köllner: Beide Deckel und fünf der sechs Rückenfelder verziert mit Bordüren aus kleinen geometrischen Elementen, wechselnd in Gold- und Blindprägung. Auch Steh- und Innenkantenfileten sowie der dreiseitige Buchschnitt wurden vergoldet. – Spiegel und Vorsätze mit braun-blauen Tunkpapierbezügen. – Am Unterrand des hinteren Innendeckels signiert. – Der Rücken gleichmäßig und fast gewollt wirkend aufgehellt, insgesamt sehr schön erhalten.

27,8 : 18,0 cm. [6], 213, [3] Seiten.

620  Einbände – Blauer Saffianlederband (signiert H. Sperling, Leipzig).

€ 250

Fileten, Bordüren, Rückentitel und Buchschnitt vergoldet, beide Deckel mit Intarsie und ornamentaler Blindprägung.– Inhalt: Wilhelm von Scholz. Das Jahr. Gedichte. Berlin, Horen 1927.

Erste Ausgabe. – Eins von 1900 Exemplaren der Normalausgabe, jedoch in einem Meistereinband, der den der Vorzugsausgabe (100 Exemplare) noch übertrifft. – Beide Deckel ziert ein säulenförmiges Mittelfeld aus schwarzem Leder mit 14 vergoldeten Streicheisenfileten, ergänzt durch blindgeprägte Ornamente. Vergoldet wurden auch die breiten Stehkanten, die schmalen Innenkantenfileten sowie der typographisch interessant gestaltete Rückentitel, der von zahlreichen Fileten gerahmt wird. Vorsatzpapier aus hellgrau-goldenem Buntpapier. – Wilhelm von Scholz (1874–1969) war in der Zeit des Nationalsozialismus ein eifriger Anhänger der neuen Herren und unterzeichnete das berühmt-berüchtigte Treuegelöbnis der 88 Schriftsteller. 1944 wurde er von Hitler in dessen »Gottbegnadeten-Liste« aufgenommen. – Titel und Überschriften in Sepia gedruckt. – Für Typographie, Druck und Herstellung zeichnete Georg Alexander Mathéy verantwortlich, gedruckt wurde in der Leipziger Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe.

23,0 : 14,5 cm. 67, [5] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Wilpert/Gühring 91

621  Einbände – G. A. E. Bogeng. Der Bucheinband.

€ 400

Ein Handbuch für Buchbinder und Büchersammler. Halle, Wilhelm Knapp 1913. Mit zehn Textabbildungen. Dunkelbrauner Maroquinband mit ornamentaler Vergoldung (signiert: Hans Glökler 1923). Im Originalschuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe des lesenswerten Handbuchs. – Der prachtvolle Einband stammt von Hans Glökler. Der Berliner Buchbindemeister gehörte zu den ersten Mitgliedern der legendären »Meister der Einbandkunst«, die 1923 durch Otto Dorfner, Otto Pfaff, Franz Weiße und Ignatz Wiemeler gegründet werden sollte. – Das kaffeebraune Maroquinleder wird verziert durch ornamentale Vergoldungen auf beiden Deckeln und dem Rücken sowie vergoldete Fileten auf Kapitalen, Steh- und Innenkanten. Zweifarbig handumstochene Kapitale, allseitige Schnittvergoldung und burgunderrote, handbemalte Vorsatzpapiere runden das Bild ab. – Der Jurist und Bibliophile Gustav Adolf Erich Bogeng (1881–1960), dessen Forschung besonders der Einbandkunde galt, referiert über Arten und Techniken des Bucheinbandes, seine Verzierung und stilgeschichtliche Entwicklung und gibt Informationen über Buchbinder und Büchersammler. – Mit Bibliographie, Namens- und Ortsregister. – Tadellos erhaltenes bibliophiles Kleinod.

21,6 : 14,8 cm. VIII, 382 Seiten.

622  Einbände – Schwarzer Oasenziegenlederband von Claudia Dettlaff

€ 1200 ( R7 )

(signiert) mit Flächen in Frottagetechnik und bordeauxroten Lederauflagen mit vergoldeten und blindgeprägten Fileten. – Inhalt: Ignatz Wiemeler, Modern Bookbinder. October 2nd to October 24th, 1935. New York, Museum of Modern Art 1935. Mit neun Abbildungen. Originalbroschur eingebunden.

Die Leipziger Buchbindemeisterin Claudia Dettlaff (geboren 1972), Mitglied der Vereinigung »Meister der Einbandkunst«, ist seit 1995 bei internationalen Ausstellungen und Wettbewerben vertreten. – Vorsätze aus hellrotem Kleisterpapier. In schwarzer Halblederkassette mit goldgeprägtem Rückentitel. – »Durch die Technik des einlagigen Bradelbandes bleibt der Katalog im Originalzustand erhalten, er ist nur durch die Fadenheftung mit der Einbanddecke verbunden« (Claudia Dettlaffs Beschreibung auf der MDE-Webseite). – Nachdem Einbände von Ignatz Wiemeler auf verschiedenen Buchkunstausstellungen, der Weltausstellung in Barcelona und der Pressa Ausstellung 1928 gezeigt worden waren, widmete ihm das MoMA im Herbst 1935 eine Einzelausstellung. – »Nach der kenntnisreichen Einleitung des Ausstellungsleiters Monroe Wheeler, die Wiemeler einem internationalen Rang zuordnet, folgt [Wiemelers] Beitrag ›Ideals in Bookbinding‹ […]« (Londenberg, Wiemeler S. 275). – Die Schau wurde im Anschluss in der Harvard University Cambridge gezeigt. Ein Ankündigungsschreiben des dortigen Germanic Museum ist eingebunden. – Ehemals im Besitz dieses Museums.

25,5 : 19,7 cm. 16 Seiten. – Mit den Stempeln der Cambridge University (inkl. »Withdrawn«) auf Broschur und Titelblattrückseite. – Ecke des Titels mit kleiner Schabstelle.

623  Einbände – G. Jander & F. Wehrend. Das Ganze des Vergoldens & Recepte für Buchbinder.

€ 700 ( R7 )

Alles over het vergulden & receptren voor boekbinders. Dodewaard, Arethusa Distelkamp Pers 2009. Mit 119 ganzseitigen Faksimileabbildungen. Marmorierter Originalschweinslederband, Deckeltitel in Blindprägung, Rückentitel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert G. van Daal ‘10).

Eins von zehn römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe im Handeinband von Geert van Daal (Gesamtauflage 170 zzgl. einige Belegexemplare). – Faksimile einer deutschen Handschrift des 19. Jahrhunderts aus der Bibliothek des holländischen Buchbinders Geert van Daal. – Mit Transkription und Übersetzung ins Holländische. Vorwort von Henk J. Porck, Königliche Bibliothek Den Haag, Geleitwort von Geert van Daal. – Besonders der Vorderdeckel besticht durch den formatfüllend in Versalien blindgeprägten Titel. – Vorsätze und Schuberbezüge aus Marmorpapier, Schuberseiten mit braunem Lederbezug. – Tadellos erhalten und in dem schönen Handeinband sehr selten.

17.2 : 12,0 cm. XXII, [1], 119, [6] Seiten, 60 Tafeln.

624  Einbände – Braun-schwarzer Maroquinband von Hans Rudolf Billeter

€ 450

(signiert), Titel, Innenkanten und Kopfschnitt vergoldet. – Inhalt: Adalbert Stifter. Auf goldenen Rädern. Ausgewählt und mit einem Nachwort versehen von Franz Tumler. Bonn 1960.

Vierter Druck der Presse des Wirtschaftsrings Bonn. – Eins von 275 Exemplaren, wobei nach Unterlagen der Buchbinderei nur jeweils 20 Exemplare der Auflage so aufwändig gebunden wurden. – Druckvermerk vom Herausgeber signiert. – Auf Bütten. – In Dunkelgrün und Schwarz gedruckt in der Werkkunstschule Braunschweig. – Typographie von Hans-Dieter Buchwald, Einbandentwurf und -ausführung von Hans Rudolf Billeter. Im gefütterten Schuber mit roten Lederkanten. – Der klassisch-schöne Einband beweist einmal mehr die künstlerische und handwerkliche Meisterschaft dieses noch immer unterschätzten Buchbinders. Hans Rudolf Billeter (geboren 1933) war Schüler von Kurt Londenberg und lehrte an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Kurt Bösch, auf dessen Veranlassung die Drucke des Wirtschaftsrings Bonn erschienen, war ein Schweizer Industrieller, Bibliophiler und Mäzen. – Tadellos erhalten.

25,0 : 16,2 cm. 59, [5] Seiten.

625  Einbände – Schwarzer Maroquinband mit Lederapplikationen und Prägung

€ 300 ( R7 )

(signiert O. Castelli). – Inhalt: Georges Duhamel. Homère au XXè siècle. Croquis et lettres de voyage de Berthold-Mahn. Paris, Union Latine d’Éditions 1947. Mit zahlreichen Illustrationen nach Zeichnungen von Berthold-Mahn. Originalumschlag eingebunden.

Erste Ausgabe. – Auf Velin. – Enthält im Anhang die Briefe des Künstlers von einer Griechenlandreise. – Beide Deckel mit eingelassenem Mittelfeld aus geglättetem Leder mit Prägungen und Applikationen in Rot und Weiß. Hellrote Wildlederspiegel und -vorsätze, Rückentitel goldgeprägt. – Im Innendeckel mit der goldgeprägten Signatur des Buchbinders, hinterer mit Datierung »1999«. – Im schwarz-roten Leinenschuber.

24,7 : 19,5 cm. [8], 123, [5] Seiten.

Nicht bei Monod

626  Einbände – Ovid. Les amours.

€ 600 ( R7 )

Traduits du Latin en Français par J. Mageart et illustres de lithographies originales par Blasco Mentor. Paris, Club du Livre Philippe Lebaud 1970. Mit 20 Farblithographien, davon drei doppelblatt- und 17 blattgroß. Schwarzbrauner Originalmaroquinband mit farbiger Deckelprägung und Kopfschnittvergoldung (Jacques Ébrard). In Originalhalblederchemise und -schuber.

Erschienen in der Reihe »Gravure Contemporaine«. – Eins von 222 Exemplaren auf starken Velin »Lana« (Gesamtauflage 300). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Lithographien druckte Fernand Mourlot. – Der Text wurde in großem Schriftgrad und durchgehend in Versalien aus einer klassischen Antiqua gesetzt. – Blasco Mentor (1919–2003) wurde in Barcelona geboren und erhielt schon als junger Künstler viel Anerkennung. Im spanischen Bürgerkrieg floh er nach Paris, wo er lange Jahre lebte und arbeitete. »The humour he develops is grating, his baroque shapes display the strange colours of Spanish fiestas. Mentor’s painting is one of those you can identify easily, because it looks so much like him. Instinctively monumental, just like him, it can be grave, whimsical, smooth, imposing, sensuous, spititual, tragic, rich, cultured, always humane« (Homepage des Künstlers: blasco-mentor.fr). – Jacques Ébrard schuf mehrere Einbände für den »Club du livre«. Hier lässt er vor dem Betrachter ein Labyrinth in 3D-Wirkung entstehen. – Das Buch makellos.

33,0 : 25,5 cm. 208, [4] Seiten, 3 doppelblattgroße Lithographien. – Chemise und Schuber an den Kanten minimal berieben.

Monod 8786

627  Einbände – [René] Descartes. Discours de la Méthode.

€ 450 ( R7 )

Suivi de l’entretien avec Burman traduit par Charles Adam. 20 Lithographies en couleurs de Rohner. Paris, Club du Livre (Philippe Lebaud) 1976. Mit 20 blattgroßen Farblithographien. Originallederband mit geometrischer Farb- und Goldprägung. Rückentitel in Schwarzprägung, Kopfschnitt vergoldet. In Originalhalblederchemise und -schuber.

Erschien in der Reihe »Gravure Contemporaine«. – Eins von wenigen Belegexemplaren, wie weitere 275 Exemplare auf kräftigem Velin de Rives (Gesamtauflage 300). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Luxusausgabe in äußerst dekorativem Handeinband von Alain Lobstein und Jacques Ardouin. Beeindruckende kunsthandwerkliche Buchbindearbeit. – Die farbkräftigen Lithographien von Georges Rohner (1913–2000) randlos gedruckt und jeweils mit einem Seidenblatt geschützt. – Tadellos erhalten.

33,0 : 25,5 cm. 182, [4] Seiten, 20 Lithographien.

Monod 3684

628  Einbände – Schwarzer Kunststoffguss-Einband von Jean de Gonet

€ 300 ( R7 )

mit Rückenschild aus beigefarbenem Leder. – Inhalt: Gérard Legrand. Breton. Paris 1977. Mit einigen Tafeln.

Jean de Gonet (geboren 1950) zählt zu den besten zeitgenössischen französischen Einbandkünstlern. Seine Kunstwerke wurden seit 1982 bei vielen Ausstellungen in Frankreich und dem Ausland gezeigt. – Der um 1990 entstandene Einband außergewöhnlich in Material und Gestaltung: Die Kunststoffmasse wird mit Hilfe einer gefrästen Matrize in die gewünschte Form und Struktur gegossen. Das Rückenschild eingelassen, Vorsätze aus schwarzem Marmorkarton. – Der Originalumschlag wurde eingebunden. – Die Breton-Monographie mit einer guten Bibliographie.

26,5 : 18,0 cm. [4], 216, [12] Seiten, 16 Tafeln.

629  Einbände – Schwarzer Kunststoffguss-Einband von Jean de Gonet

€ 300 ( R7 )

(signiert) mit Rückenschild aus beigefarbenem Leder. – Inhalt: Pascal Louvrier. Brasillach. L’illusion fasciste. Paris 1989. Mit einigen Tafeln.

Die Einbanddecke aus schwarzem Kunststoffguss mit einem Muster, das an Lochbleche erinnert. Mit gegossener Signatur »Jean de Gonet Artefacts 1989«. – Originalbroschur eingebunden.

22,8 : 14,5 cm. 278, [6] Seiten, 8 Tafeln.

630  Einbände – Schwarzer Halbmaroquinband von Roland Meuter

€ 120

(signiert) mit silbergeprägtem Rückentitel und grau-weiß marmorierten Oleographiepapierbezügen. – Inhalt: Frans Masereel. Die Idee. 83 Holzschnitte. Einleitung von Hermann Hesse. München, Kurt Wolff 1927. Mit 83 blattgroßen Illustrationen nach Holzschnitten.

Erste Ausgabe mit der Einleitung von Hermann Hesse. – Nur die 1924 in 800 Exemplaren gedruckte erste deutsche Ausgabe enthielt Originalholzschnitte, allerdings noch keine Einleitung. Bei den folgenden »Volksausgaben« wurden Klischees in Originalgröße der Holzschnitte verwendet. – Tadellos erhalten, vom Meister aus Ascona unter Verwendung von Oleographiepapier, das seine Frau anfertigte, edel gebunden.

15,2 : 11,5 cm. 17, [195] Seiten.

Ritter Ba 11.II. – Mises, Hesse IV, 528

631  Einbände – Roter Ziegenlederband von Roland Meuter

€ 1500 ( R7 )

(signiert). Auf dem Vorderdeckel eine collagierte Goldschmiedearbeit und drei vergoldete Bogenfileten. – Inhalt: Hermann Spaan. Neun Originalzeichnungen (Aquarell, Fettkreide, Goldfarbe).

Unikaler Einband des bekannten Kunstbuchbinders aus Ascona. – In Zusammenarbeit mit einem Goldschmied entstand der Deckelschmuck. – Am Unterrand des hinteren Innendeckels in Goldprägung signiert. – In passender Halblederkassette mit vergoldetem Rückentitel »Hermann Spaan«. – Die Originalzeichnungen von Hermann Spaan (geboren 1952), Professor für freies und angewandtes Zeichnen an der Fachhochschule Idar-Oberstein und Dozent für freies Zeichnen Modedesign an der Hochschule Trier, füllen jeweils eine Doppelseite. Drei Zeichnungen sind signiert. – Auf Büttenkarton.

19,0 : 15,0 cm. – Eine Kassettenecke leicht bestoßen, das Buch makellos.

632  Einbände – Paul Wenz. Charley. Jim et Jack.

€ 250 ( R7 )

Bilingual Edition of two stories. Français & Australian. Artwork by Daniel Pata. Sydney 2005. Mit acht Radierungen. Flexibler Kalblederband mit Blindprägung in Originalvelourleder-Leinenkassette (signiert Constanze H. Wozny).

Eins von 90 für den Handel bestimmten Exemplaren mit den Radierungen von Daniel Pata (Gesamtauflage 150). – Gedruckt auf »Aboriginal paper«, ein fasriges starkes Bütten in vier verschiedenen Färbungen, das von einer Gruppe der australischen Ureinwohner hergestellt wird. – Herausgegeben von der Bookbinding Exhibition Australia, einer Vereinigung, die das Buchbindehandwerk durch Auftragsarbeiten und Ausstellungen unterstützt. – Ausgefallener Handeinband: Das Leder der Deckel blieb, wie die Blätter des Buches, unbeschnitten. Den Deckel ziert eine Vignette in Negativblindprägung, die ebenfalls auf den Schuber aufgenäht wurde. In einem Schubladenschuber aus Leinen mit Lederapplikationen. – Von der amerikanischen Kunstbuchbinderin Constance H. Wozny, einer Schülerin von Tini Miura und Mitglied der Society of Bookbinders, im Druckvermerk signiert und mit ihrem goldgeprägten Monogramm im hinteren Innendeckel. Ausgestellt 2006/2007 in der Einband-Ausstellung »Double Bush Binding« in Sydney, Tokio und Reims.

25,5 : 17,5 cm. XVI, 55, [1] Seiten.

633  Einband – Gelber Saffianlederband von Ulrich Widmann

€ 500

(signiert) mit farbigen Lederapplikationen und schwarzgefärbten Fileten. – Inhalt: Frühe griechische Lyrik. Sappho. Alkaios. Ankreon. Korinna. Erinna. Hamburg, Grillen-Presse 1984. Mit sechs blattgroßen Holzschnitten von Otto Rohse.

Eins von 14 handgebundenen Exemplaren. – Der originelle Einband des MDE-Mitglieds verbindet antike Bildelemente (Säulen und Landschaft) mit einer durchaus gewagten Farbgebung. Die Namen der Autoren in Goldprägung auf den Lederapplikationen. In Holzfurnierschuber, samtgefüttert und mit gelben Lederkanten. – Hinterer Innendeckel mit dem Stempel Ulrich Widmanns, von ihm signiert und nummeriert. – 18. (ungezählter) Druck der Otto Rohse Presse, der in einer Auflage von 120 Exemplaren erschien. – Gedruckt auf Zerkall-Bütten. – Die Ausgabe hatte Richard von Sichowsky ursprünglich für die Grillen-Presse vorbereitet. Der Band erschien aber erst neun Jahre nach seinem Tod, ediert von Otto Rohse, der seine Presse 1975 aus dem Nachlass von Sichowsky ergänzen konnte. – Dazu: Frühe griechische Lyrik. Sechs Holzschnitte von Otto Rohse. Folge der Japan-Abzüge vor Auflage des Pressendruckes. Jeweils signiert und nummeriert. Eins von 30 Exemplaren. Lose im Originalumschlag.

25,4 : 16,3 cm. 62, [6] Seiten.

Hack/Schwarz 1.18. – Spindler 44.23

634  Derrière le miroir – Provence noire.

€ 250

Couverture et 50 lithographies originales d’ Andre Marchand. Cannes und Paris, Maeght 1945. Mit 50, darunter einigen blattgroßen Lithographien. Originalbroschur mit farbig lithographiertem Umschlag.

Aus der Reihe »Pierre à Feu«. – Eins von 950 Exemplaren auf Vélin Vidalon (Gesamtauflage 999). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Mit Texten von Georges Hugnet, Paul Eluard, Pierre Seghers u. v. a., zusammengestellt von Jacques Kober und Jacques Gardies. – Mit diesem Heft begründet der aus Cannes stammende Aimé Maeght seine bibliophile Katalogreihe »Pierre à Feu«, aus der im Folgejahr nach seinem Umzug nach Paris »Derrière le miroir« hervorging. Maeght hatte 1932 in Cannes ein kleines Radio-Geschäft eröffnet, aus dem sich in den folgenden Jahren aufgrund seiner Interessen und Kontakte eine kleine Galerie entwickelte. Nicht zuletzt durch seine Freundschaft zu Bonnard und Matisse konnte Maeght nach Kriegsende seine Galerie in Paris in bester Lage (Rue de Téhéran) eröffnen. – Schönes Exemplar.

24,1 : 20,8 cm. 84, [2] Seiten. – Die Klebebindung des Umschlags vom Buchblock gelöst.

635  Derrière le Miroir.

€ 500 ( R7 )

10 ans d’edition. 1946–1956. Paris, Maeght 1956. Mit sechs Originalgraphiken, davon zwei farbig und doppelblattgroß und eine auf dem Umschlag, und zahlreichen Abbildungen. Illustrierte Originalbroschur.

Umfangreiche Dokumentation der Galerie Maeght und der von ihr vertriebenen Graphiken, Editionen, Plakate und Reihen »Pierre a feu« und »Derrière le miroir«. – Je eine doppelblattgroße Farblithographie von Marc Chagall (Mourlot 153) und Joan Miró (Mourlot 174), eine Lithographie von Jean Bazaine, je eine Radierung von Joan Miró (»Série V«, Dupin 96) und Alberto Giacometti sowie ein zweifarbig gedruckter Holzschnitt von Raoul Ubac auf dem Umschlag. – Für Teilauflagen wurden noch zwei andere Radierungen von Miró verwendet (vgl. Cramer 36). – Die Radierungen wurden von den gestrichenen Platten gedruckt. – Dazu: Derrière le miroir. No. 121–122. Paris 1960. – Alechinsky. Ausstellungskatalog der Galerie de France, Paris 1962. Mit acht Lithographien von Pierre Alechinsky.

38,0 : 28,5 cm. 75, [3] Seiten, 2 Lithographien.

636  Derrière le Miroir.

€ 450 ( R7 )

10 ans d’edition. 1946–1956. Paris, Maeght 1956. Mit sechs Originalgraphiken, davon zwei farbig und doppelblattgroß und eine auf dem Umschlag, und zahlreichen Abbildungen. Illustrierte Originalbroschur.

Umfangreiche Dokumentation der Galerie Maeght und der von ihr vertriebenen Graphiken, Editionen, Plakate und Reihen »Pierre a feu« und »Derrière le miroir«. – Je eine doppelblattgroße Farblithographie von Marc Chagall (Cramer 26) und Joan Miró (Cramer 36), eine Lithographie von Jean Bazaine, je eine Radierung von Joan Miró (»Série V«, Dupin 96) und Alberto Giacometti sowie ein zweifarbig gedruckter Holzschnitt von Raoul Ubac auf dem Umschlag. – Für weitere Ausgaben der Auflage wurden auch zwei andere Radierungen von Miró verwendet (vgl. Cramer 36). – Die Radierungen wurden von den gestrichenen Platten gedruckt. – Dazu: Einige Jahreschroniken (Maeght Editeur).

38,0 : 28,5 cm. 75, [3] Seiten, 2 Lithographien.

637  Derrière le Miroir.

€ 400 ( R7 )

Vier Hefte der Reihe. Paris, Maeght 1948–1956. Mit insgesamt 19 Farblithographien. Lose Doppelblätter in Originalumschlägen.

No. 14/15. Joan Miró 1948 (sieben Farblithographien). – No. 33. Arp 1950 (drei Farblithographien). – No. 69/70. Calder 1954 (vier Farblithographien). – No. 87/89. Miró 1956 (fünf Farblithographien).

Je 38,0 : 28,5 cm.

638  Derrière le Miroir.

€ 300 ( R7 )

Vier Hefte der Reihe. Paris, Maeght 1958–1961. Teils mit Originalgraphik. Lose Doppelblätter in Originalumschlägen.

No. 112. Maeght Éditions 1958. Mit einer Lithographie von Alberto Giacometti und farbigen Abbildungen. – No. 115. Braque. 1959. – No. 121/122. 1960. Farblithographie von Marc Chagall auf dem Vorderumschlag. – No. 127. Giacometti. 1961. Mit zwölf Lithographien, davon zwei doppelblattgroß.

38,0 : 28,5 cm.

639  Derrière le miroir – Poètes, Peintres, Sculpteurs.

€ 400  ( R7 )

Derrière le miroir. No. 119. Paris, Maeght 1960. Mit zwölf Lithographien, davon neun farbig, vier doppelblattgroß, eine auf dem Umschlag. Lose Doppelblätter in Originalumschlag.

Mit Lithographien von Georges Braque (Vallier 150), Marc Chagall (Mourlot 297), Jean Bazaine, Joan Miró (Mourlot 197), Alberto Giacometti, Raoul Ubac, Eduardo Chillida, Pablo Palazuelo, Pierre Tal-Coat und François Fiedler sowie nach Léger und Kandinsky. – Texte von René Char, Blaise Cendrars, Jean Tardieu u. a.

38,5 : 28,0 cm. [36] Seiten. – Umschlag schwach gebräunt.

Cramer, Miró 62. – Cramer, Chagall 40

640  XXe Siècle – Hommage à Picasso. – … Alexander Calder. – … Henry Moore. – … Marino Marini.

€ 450 ( R7 )

Paris 1971–1974. Originalleinenbände mit illustriertem -schutzumschlag.

Vier Bände »Numéro Spécial hors Abonnement«. – Jeweils mit einer Farblithographie, die von IV doppelblattgroß. – Dazu 18 Bände der Reihe XXe Siècle. Vorhanden sind No. 18, 19, 23–26, 29, 34–41, 44–46. Jeweils mit einer Farblithographie, u. a. von Max Ernst, Hans Arp, Soulages, Henry Moore, Alexander Calder, Sonia Delaunay, Jasper Johns, Robert Indiana, Man Ray, Joan Miró. Originaleinbände, davon vier Broschuren. Ein Buchblock lose.

32,0 : 25,0 cm.

641  Alain de la Bourdonnaye – Pierre Lecuire. Consul constant.

€ 1200

Dix poèmes. Neuf eaux-fortes originales d’Alain de la Bourdonnaye. Paris, [chez l’artiste et l’auteur] 1958. Mit neun ganzseitigen Farbradierungen, davon eine blattgroß auf dem Vorderumschlag. Lose Doppelblätter in Originalumschlag und -lederchemise.

Eins von 55 Exemplaren (Gesamtauflage 75). – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Auf Auvergne-Velin von Richard de Bas. – Den Text, splendid aus einem übergroßen Schriftgrad der Caslon gesetzt, druckte Fequet et Baudier. Die eindrucksvollen Radierungen mit starkem Prägedruck druckte der Künstler auf der eigenen Presse. – Zumindest alle bei Monod verzeichneten Werke Pierre Lecuires (1922–2013) erschienen im Eigenverlag. – Alain de la Bourdonnaye (1930–2016) erlernte die Technik des Radierens in dem berühmten Atelier 17, das Stanley Hayter nach Kriegsende in Paris wiedereröffnet hatte.

32,0 : 23,0 cm. [64] Seiten. – Leder etwas angestaubt.

Monod 7023

642  Georges Braque – Fernand Mourlot. Braque Lithographe.

€ 150

Préface de Francis Ponge. Notices et catalogue établis par Fernand Mourlot. Monte Carlo, André Sauret 1963. Mit drei Farblithographien, davon eine zweifach auf dem Umschlag, eine als Frontispiz und eine als Titelvignette, sowie 146 farbige Abbildungen. Originalbroschur mit -umschlag im -schuber.

Eins von 4000 nummerierten Exemplaren, daneben erschien eine Vorzugsausgabe von 125 Exemplaren mit zwei signierten Lithographien. – Inhaltlich überholt, buchkünstlerisch aber unübertroffen, hier zudem tadellos erhalten.

32,0 : 24,6 cm. [2], 193, [7] Seiten.

Vallier 188

643  Marc Chagall – Bible.

€ 40000

Eaux-fortes originales de Marc Chagall. [Tomes] I [et] II. Paris, Tériade 1956. Mit 105 Radierungen. Mit den Text-Doppelblättern lose in Originalumschlägen, -chemisen und -schubern.

Eins von 275 Exemplaren, daneben erschienen 20 Exemplare »hors commerce« und 100 Suitenausgaben. – Auf »papier Montval«. – Der Auflagenvermerk im ersten Band vom Künstler signiert. – Vollständiges Exemplar von Chagalls, nach eigenen Aussagen, reifstem graphischen Werk. – Die Radierungen entstanden bereits 1931–1939 und wurden nach einer langen, durch den Tod des ursprünglichen Verlegers Amboise Vollard und den Kriegsausbruch bedingten, Unterbrechung erst 1952–1956 vollendet. Von mancher Radierung sind bis zu zwölf Zustandsdrucke bekannt. Chagalls unorthodoxe Bibelauffassung »ist weder jüdisch noch christlich und macht den Dogmatikern beider Religionen bis heute zu schaffen. Die Blätter des Künstler-Poeten Chagall sind in ihrem religiös-poetischen Gehalt weniger von einer dogmatischen Warte als menschlich zu verstehen und ästhetisch zu beurteilen. Im Vorfeld der Entstehung dieser radierten Bibel reiste der Künstler nach Palästina und Holland, um, wenn auch wie nebenbei, die biblische Landschaft kennenzulernen und um Rembrandt zu studieren, für Chagall zwei Voraussetzungen, um ans Werk zu gehen« (B. Roland. In: Marc Chagall. Die Bibel. Ausstellungskatalog Genf 1990). – »Den Kenner der Geschichte der Bibelillustrationen erstaunt, wie es Chagall angesichts der prägenden Kraft ikonographischer Vorbilder gelungen ist, seinen biblischen Gestalten eine so differenzierte Ausdruckskraft zu imaginieren. Das hat einmal mit der technischen Virtuosität zu tun, die er sich vor allem mit den ›Toten Seelen‹ und den ›Fabeln‹ bis dahin erworben hatte […] aber vor allem bedingt dadurch, daß er den biblischen Texten respektvoll begegnet und holzschnittartige Interpretationen meidet. In der Bibel ist David ebenso König wie Ehebrecher oder er wird von der Trübsal heimgesucht« (Kat. Hannover, S. 167). – Tadellos schönes Exemplar einer der großartigsten illustrierten Bibeleditionen.

45,5 : 34,5 cm. Je zwei Radierungen mit einem Doppelblatt Text. Dazu die leeren Doppelblätter am Anfang und Ende, je ein Doppelblatt mit dem Titel und am Ende zwei Doppelblätter mit dem Verzeichnis der Radierungen und dem Druckvermerk.

Cramer 29. – Monod 1532. – Rauch 148. – Garvey 53. – Ausstellungskatalog Sprengel-Museum Hannover 276–380

644  Chagall.

€ 500 ( R7 )

Derrière le Miroir. No.132. Paris, Maeght 1962. Mit zwei Farblithographien. Lose Doppelblätter in Originalumschlag.

Eine Farblithographie doppelblattgroß (»Die Falle«, 28 : 38 cm), eine auf dem Vorderumschlag (»Die Bucht«, 38 : 56 cm).

38,0 : 28,0 cm. 19, [1] Seiten.

Cramer 50. – Mourlot 355 und 356

645  André Derain – Odes Anacréontiques.

€ 1000

Traduction de Leconte de Lisle. Lithographies originales de André Derain. [Lyon], Cercle Lyonnais du Livre 1953. Mit 50 Lithographien, davon neun ganzseitig. Lose Doppelbogen in Originalumschlag, -halbpergamentchemise mit vergoldetem Rückentitel und Originalschuber.

Eins von 130 Subskribentenexemplaren für die Mitglieder des Cercle Lyonnais du Livre (Gesamtauflage 200). – Gedruckt auf Velin Rives. – André Derain (1880–1954) zählt neben Matisse zu den Hauptvertretern des Fauvismus. Seine Lithographien zu den Oden des antiken griechischen Lyrikers zeigen allerdings mehr seine Nähe zu einem weiteren der großen Zeichner des 20. Jahrhunderts, Pablo Picasso. – Selten und, vom Umschlag abgesehen, sehr gut erhalten.

29,5 : 20,7 cm. [2], 80, [18] Seiten. – Innenseiten der Chemise und Umschlag leicht stockfleckig. Sammlerstempel auf dem Vortitelblatt.

Monod 237. – Rauch 41

646  André Dunoyer de Segonzac – Pierre de Ronsard. Quelques Sonnets.

€ 2000

Eaux-fortes de Dunoyer de Segonzac. Paris 1955. Mit 51 Radierungen, davon zwei auf den Titeln, die übrigen blattgroß. Hellbrauner Maroquinband mit blindgeprägten Deckelvignetten, vergoldetem Rückentitel; Innendeckel mit Lederintarsien und Wildlederspiegel (signiert: Jean-Étiènne). Im Originalschuber mit Lederkanten.

Eins von 120 Exemplaren auf Velin d’Arches mit Wasserzeichen »feuille de ronce« (Gesamtauflage 210). – Pierre de Ronsard zählt zu den wichtigsten Dichtern der französischen Renaissance. Seine stark von Petrarca beeinflussten Sonnette gelten als »Höhepunkte der europäischen Renaissance-Lyrik« (H.W. Wittschier. Die Lyrik der Pléiade. 1971). Zahlreiche Künstler haben im Laufe der Jahrhunderte diese Liebesgedichte illustriert. Die zarten Landschaften, Blumen und Frauenfiguren der Radierungen von Dunoyer de Segonzac zählen sicher zu den schönsten dieser Kunstwerke. Nach den Georgique des Vergil wandte sich Dunoyer de Segonzac 1948 den Ronsard-Sonnetten zu. – Die geprägten Deckelvignetten mit Porträts eines antiken Dichters und einer Frauenfigur der Renaissance, umrahmt von einem griechischen bzw. einem Zitat aus den Metamorphosen des Ovid. – Tadellos schönes Exemplar in eleganter Bindung.

32,0 : 16,5 cm. [106] Blätter.

Monod 9925. – Rauch 123

647  Max Ernst – Benjamin Peret [et] Max Ernst. La Brebis galante.

€ 1500 ( R7 )

Paris, Les Éditions Premières [Marcel Zerbib] 1949. Mit drei Farbradierungen, einer Lithographie (auf dem Umschlag), 21 meist pochoirkolorierten Tafeln nach Zeichnungen, 13 Initialen und einer Schlussvignette. Originalpappband mit -umschlag.

Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 321). – Edition originale, der Text entstand bereits zwischen 1922 und 1924. Benjamin Péret (1899–1959) gehörte zu den Mitbegründern des Surrealismus und gab, zusammen mit Pierre Naville, die ersten Nummern von »La Révolution surréaliste« heraus. – »A major surrealist illustrated book« (Renée Riese Hubert, in: Surrealism and the Book, Seite 34). – Sauberes Exemplar.

24,0 : 19,4 cm. 119, [3] Seiten (Radierungen und Tafeln in die Paginierung eingeschlossen). – Umschlag am Rücken mit winzigen Fehlstellen und dort hinterlegt.

Spies/Leppien 28 G. – Lang, Surrealismus 35. – Garvey 100. – Monod 8969

648  Hommage a Max Ernst.

€ 150

Köln, Galerie Der Spiegel 1960. Mit einer Radierung von und drei ganzseitigen Illustrationen nach Heinz Trökes. Originalbroschur mit illustriertem Umschlag.

Eins von 150 Exemplaren. – Mit Texten von Hans Arp, Alain Bosquet, Joë Bosquet, Paul Eluard, René Magritte, Henri Michaux, Benjamin Péret und Patrick Walberg sowie Illustrationen nach Zeichnungen von Trökes. – Die Radierung von Trökes signiert.

12,9 : 10,1 cm. [68] Seiten.

649  Max Ernst – Lewis Carroll. The Hunting of the Snark. An Agony in Eight Fits. Die Jagd nach dem Schnark. Agonie in acht Krämpfen.

€ 900

Original-Lithographien von Max Ernst. Stuttgart, manus presse 1968. Mit 22 meist blattgroßen Lithographien, davon elf farbig. Lose Doppelblätter in dunkelblauer Originalleinenchemise und -schuber.

Eins von 130 Exemplaren. – Auf Velin d’Arches. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Der englische Originaltext wird durch die farbigen Lithographien illustriert, die deutsche Nachdichtung von Klaus Reichert durch die in Schwarz gedruckten Negativfassungen. – Sehr schönes Exemplar.

33,0 : 25,7 cm. 100, [4] Seiten. – Vereinzelte Blattecken minimal geknickt.

Spies/Leppien 124 C. – Brusberg/Völkert 137. – Spindler 161.9

650  Max Ernst – Lewis Carrolls Wunderhorn.

€ 400

Auswahl der Texte von Max Ernst und Werner Spies. Original-Lithographien von Max Ernst. Stuttgart, manus presse 1970. Mit 36 meist blattgroßen Farblithographien. Blaugrüner Originalseidenband mit Deckelillustration.

Erste Ausgabe. – Eins von 1000 Exemplaren. – Auf Vélin d’Arches. – »Für die Arbeit an Carrolls ›Wunderhorn‹ vervollkommnete M. E. eine selbstentwickelte grafische Produktionsmethode, die er seither beibehielt: ebenso langwierig wie ergiebig, erlaubte (und verschleierte) sie die gleichzeitige Anwendung aller Techniken von der Collage bis zur freien Zeichnung« (Brusberg/Völker). – »Lewis Carroll und Max Ernst entsprechen sich in der Art und Weise, wie sie den Betrachter hinter den Spiegel führen. Nicht mit Magie und Automatismus, sondern mit einer luziden Kenntnis vom Labyrinth« (Werner Spies im Nachwort).

33,5 : 25,0 cm. 78, [2] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Spies/Leppien 135 E. – Brusberg/Völker 146. – Spindler 161.12