ChristianHesse

Lot 601 – 650 | Hesse-Auktionen
Lot 601 – 650

601  Robert Walser. Poetenleben.

€ 160

Frauenfeld und Leipzig, Huber 1918. Originalbroschur mit farbig lithographierter Vorderdeckelillustration von Karl Walser.

Erste Ausgabe. – Von den 2200 Exemplaren wurde ein Teil in Halbleinen gebunden und ein Teil broschiert ausgeliefert. – Schönes Exemplar der empfindlichen Broschurausgabe.

18,5 : 12,5 cm. [4], 183, [5] Seiten. – Vorderumschlag mit kleinem Besitzvermerk. Unbeschnitten.

Wilpert/Gühring2 12. – Badorrek-Hoguth B 87

602  Erich Weinert. Der Gottesgnadenhecht

€ 350

und andere Abfälle. Berlin, Elena Gottschalk 1923. Originalbroschur mit Titelillustration des Verfassers.

Erste Ausgabe des Erstlings. – Die Angabe »3.–5. Auflage« beim Hinweis zur Titelzeichnung scheint fingiert, da auch Melzwig diese beim Erstdruck aufführt. – Erich Weinert (1890–1953), proletarisch-revolutionärer Dichter, war Anfang der 1920er Jahre Lehrer an der Magdeburger Kunstgewerbeschule und veröffentlichte damals erste Gedichte. In Leipzig und später in Berlin trat er erfolgreich als Kabarettkünstler auf und erhielt daraufhin in Preußen Redeverbot. Als Mitglied der Internationalen Brigaden berichtete er vom spanischen Bürgerkrieg und war ab 1941 im Moskauer Exil propagandistisch tätig. 1943 wurde er Präsident des NKFD, 1953 erschien sein Erinnerungsbuch an Heinrich Vogeler. – Sehr selten.

21,8 : 14,5 cm. 15, [1] Seiten. – Umschlag am Rückenfalz leicht berieben. – Ränder mit leichten Knickfalten und papierbedingt etwas gebräunt.

Melzwig 711.1

603  Friedrich Wolf. Zwei Erstausgaben.

€ 120

1929 und 1935. Originalbroschuren, I mit Umschlagbild von Elli Markus.

I. CyankaIi. § 218. Berlin, Wien und Zürich, Internationaler Arbeiter-Verlag 1929. Das Neue Drama, Band 1. – II. Doktor Mamlocks Ausweg. Tragödie der Westlichen Demokratie. Zürich, Oprecht & Helbling 1935. Alle Folgeausgaben erschienen unter dem Titel »Professor Mamlock«, der hier nur auf dem Umschlag abgedruckt wurde.

18,8 : 12,8 cm. 93, [3] Seiten. – 19,1 : 12,9 cm. 80, [2] Seiten. – Ränder etwas gebräunt.

Melzwig 784.1 und 798.2 (zeit- und inhaltsgleich erschien die Moskauer Ausgabe, die Melzwig als erste nennt). – II: Sternfeld/Tiedemann 551

604  Hedda Zinner. Unter den Dächern.

€ 180

Gedichte. Moskau, Verlagsgenossenschaft ausländischer Arbeiter in der UdSSR 1936. Originalbroschur.

Erste Ausgabe von Hedda Zinners Erstling. – Mit einem Vorwort von Erich Weinert. – Im Moskauer Exil erschienen noch zwei weitere Gedichtsammlungen, bevor die Autorin nach Ostberlin zurückkehrte. Dort heiratete sie den Schriftsteller Fritz Erpenbeck. – Selten.

18,8 : 12,2 cm. 101, [3] Seiten. – Umschlagränder leicht verfärbt. Die ersten Blätter mit winzigem Eckverlust.

Sternfeld/Tiedemann 564. – Melzwig 825.1

605  Stefan Zweig. Silberne Saiten.

€ 600

Gedichte. Titelblatt und Randleisten von Hugo Steiner-Prag. Berlin und Leipzig, Schuster & Loeffler 1901. Moderner Pergamentband mit eingebundenem illustriertem Originalvorderumschlag.

Erste Ausgabe der ersten Buchveröffentlichung des gerade Neunzehnjährigen. – Die Idee, eine Auswahl seiner bereits entstandenen lyrischen Versuche zu veröffentlichen, kam Zweig noch während seiner Schulzeit. Die Kritik reagierte positiv, Zweig selbst distanzierte sich aber rasch von diesen Gedichten. – Die graphische Gestaltung des Bandes übernahm Hugo Steiner-Prag, von ihm stammen die Umschlagillustration, zwei große Zwischentitel- sowie Titel- und Schlussvignette. – Ehemals Sammlung Host Hussel, mit von ihm kalligraphierten Deckelschild.

22,2 : 14,3 cm. Seiten [3]–88 Seiten, ohne das leere Vorblatt. – Der Originalumschlag etwas fleckig und gebräunt sowie rechts sehr knapp beschnitten. – Vortitel mit kleinem Braunfleck, ansonsten innen sehr schön.

Klawiter D 4

606  Stefan Zweig. Die Feldpost. – Lebende Kampfmittel. – Kriegsgefangen.

€ 150 ( R7 )

– In: Aus der Werkstatt des Krieges. Ein Rundblick über die organisatorische und soziale Kriegsarbeit 1914/15 in Österreich-Ungarn. Herausgegeben von Alois Veltzé. Wien, Manz 1915. Mit einem Porträt und mehrerenTafeln nach Zeichnungen von C. Pippich. Weinroter Originalkalikoband mit reicher Goldprägung.

Erste Ausgabe. – Enthält neben den drei Erstdrucken von Stefan Zweig weitere von Hugo von Hofmannsthal (Unsere Militärverwaltung in Polen, nicht im Houghton Library Katalog), Alfred Polgar und anderen. – Sehr schönes Exemplar des interessanten Seitenstücks einer Zweig-Sammlung. Die drei Texte, die zusammen etwa 50 Seiten umfassen, wurden später nie neu abgedruckt.

24,3 : 16,5 cm.[4], 345, [1] Seiten, 1 Porträt. – Stempel rückseitig auf Porträttafel.

Klawiter H 178, 371 und 385

607  Stefan Zweig. Sainte-Beuve.

€ 250

Frankfurt am Main, Frankfurter Verlagsanstalt 1923. Mit einem montierten Porträt. Originalbroschur mit Buntpapierumschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Bibliophiler Vorabdruck des Essays, der danach als Einleitung in der von Zweig herausgegebenen Auswahl der Literarischen Charakteristiken von Sainte-Beuve verwendet wurde. – Festgabe des Verlages und der Druckerei Poeschel & Trepte für die Frankfurter Bibliophilen-Gesellschaft.

18,5 : 11,5 cm. 24, [8] Seiten. – Umschlag berieben und am Rückenfalz aufgeplatzt.

Klawiter C 19. – Deutsche Bibliophilie 1898–1930 S. 179

608  Stefan Zweig. Abschied von Rilke.

€ 900

Eine Rede. Tübingen, Rainer Wunderlich [1927]. Originalpergamentband.

Erste Ausgabe. – Eins von 30 Vorzugsexemplaren. – Der Druckvermerk vom Verfasser signiert und nummeriert. – Rilke war am 29. XII. 1926 im Sanatorium in Valmont verstorben. Der Dichterfreund Stefan Zweig hielt die Gedenkrede am 20.II.1927 im Münchner Staatstheater. Sie wurde »in der Unmittelbarkeit ihres ersten Ausdrucks wiedergegeben«. – Sehr selten.

19,2 : 11,7 cm. 30, [2] Seiten. – Deckel unvermeidlich etwas verzogen. Hinterer Vorsatz leicht stockfleckig.

Klawiter C 1 (datiert 1928). – Mises 1124

609  Stefan Zweig. Schachnovelle.

€ 1500

Buenos Aires, Pigmalion 1942. Originalbroschur mit Deckelvignette.

Erste Ausgabe. – Eins von 250 Exemplaren (Gesamtauflage 300). – Stefan Zweigs letzte Veröffentlichung. – »Das Original dieses Buches wurde vom Verfasser wenige Stunden vor seinem Tod seinem Freund und Übersetzer Alfredo Cahn zugeschickt und erscheint als Liebhaberdruck […]« (Druckvermerk). – Im Exil erschienen und zudem in kleiner Auflage zählt diese Erstausgabe zu den seltensten Zweig-Editionen. – Dazu: Schachnovelle. Stockholm, Bermann-Fischer 1943. Originalhalbleinenband.

20,2 : 13,4 cm. [97], [3] Seiten. – Kapitale etwas bestoßen, unteres stärker.

Klawiter F 110 und 112

610  Jean Auscher – André Haguenauer. Les Amertumes

€ 200

et dix eaux-fortes de Jean Auscher. Paris, Au Lys Rouge 1925. Mit zehn Radierungen, davon ein Porträt und eine als Vignette auf dem Originalumschlag. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 342). – Mit eigenhändiger Widmung des Verfassers »ce triste enfant qui ne vant pas le sieus«. – Über den Künstler der ausdrucksstarken düsteren Radierungen, Jean Auscher, sind nur spärliche Informationen verfügbar. Selbst die Angaben zu seinen Lebensdaten (1880/1896–1950?) sind widersprüchlich.

38,0 : 28,0 cm. [120] Seiten, 9 Radierungen.

Monod 5787

611  Hans Bellmer – [Georges Bataille] Lord Auch. Histoire de l’oeil.

€ 6000

Nouvelle version. Avec six gravures originales à l’eau forte et au burin. Sévilla 1940 [1944]. Mit sechs blattgroßen Kaltnadelradierungen von Hans Bellmer und einer zweiten Suite der sechs Radierungen. Originalbroschur in -pergaminumschlag, -chemise und -schuber.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen und zugleich die erste originalgraphische Folge von Hans Bellmer. – Exemplar 24 von 50 der dritten Vorzugsausgabe, gedruckt auf Velin »BFK Rives« und mit einer separaten Suite der Radierungen (Gesamtauflage 199, ausschließlich für Subskribenten und Mitarbeiter). – Der Text erschien in abweichender Fassung erstmals 1928. Für die vorliegende Ausgabe verbargen sich Künstler und Dichter sowie der Verleger Alain Gheerbrant, der den Text überarbeitete, hinter Pseudonymen und in der Anonymität. – »Das zentrale Motiv des Auges hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Kunst eine auffallende künstlerische ›Behandlung‹ erfahren. Sei es durch angsterfüllt weit aufgerissenes Schauen auf eine als bedrohlich empfundene Außenwelt oder durch eine Substituierung der Augen mit technischem Gerät, sei es durch eine isolierte Präsentation, ein bewusstes Fehlen derselben oder, wie für den Surrealismus der 1920er und 1930er Jahre bemerkenswert, durch einen Angriff auf den über Jahrhunderte anerkannten ›edelsten Sinn‹. […] Der Roman, den André Breton als das ›schönste erotische Werk‹ bezeichnet hat, das er kenne, kreist um wesentliche Aspekte des surrealistischen Kosmos: in psychoanalytischen Termini ausgedrückt, um Eros und Thanatos, und ganz wesentlich für den hiesigen Zusammenhang, um die obsessive Verfolgung der Augenmetapher.« (aus einer Verlagswerbung zu Christiane Ladleif »Die Zerstörung des Auges«, Weimar 2003). – Die Radierplatten wurden nach Druck der Auflage zerstört. – Sehr selten, zumal mit der Extrasuite.

25,6 : 16,3 cm. 133, [5] Seiten. – Schuber etwas, Chemise ganz leicht angestaubt. – Unaufgeschnitten. – Bindung in einer Lage gelockert.

Denoël Abbildungen 11–15. – Monod 620. – Nicht in der Sammlung Filipacchi (Christie’s 2005)

612  Robert Bonfils – Henri de Régnier. Le trèfle rouge

€ 450

ou Les amants singuliers. Illustrations de Robert Bonfils. Paris, La Renaissance du livre 1920. Mit 20 Lithographien, farbig gedruckt und teils mit Pochoirkolorit, davon 19 blattgroß. Roter Ecrasélederband mit reicher Rücken-, Fileten-, Steh- und Innenkantenvergoldung, marmorierten Vorsatzpapieren und Schnittvergoldung (signiert: Canape).

Eines von 20 Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe auf »vieux papier à la forme du Japon« mit einer signierten Tuschfederzeichnung (blattgroße Vorzeichnung zur 13. Lithographie im Buch) und einer zusätzlichen Suite der pochoirkolorierten Art Deco-Lithographien, jeweils vor den in die Paginierung eingeschlossenen Lithographien eingebunden (Gesamtauflage 1050). – Im Druckvermerk von Künstler, Autor und Herausgeber signiert. – Der braune Originalumschlag mit Silberaufdruck eingebunden. – Dekorativer Meistereinband des berühmten Kunstbuchbinders George Canape (1864–1940): Ganzlederfranzband in leuchtend rotem Maroquin auf fünf echten Bünden mit aufwändiger, filigraner Handvergoldung. – Tadellos schönes Exemplar.

21,3 : 16,8 cm. [8], 240, [4] Seiten, 20 Lithographien.

Monod 9581

613  Michel Cadoret – Jean Anouilh. Antigone.

€ 250

Tragödie. Mit Original-Lithographien von Michel Cadoret. Freudenstadt/Freiburg, Schwarzwald Verlag 1947. Mit 28 Lithographien, davon sechs blattgroß. Orangeroter Schaflederband mit Deckelbild nach Cadoret aus gelbem und schwarzen Lederapplikationen, Originalumschlag mit Deckelillustration eingebunden.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 475 Exemplaren auf »Luxus-Bütten« (Gesamtauflage 500). – Die französische Originalausgabe war 1946 in zwei Varianten bei »La Table Ronde« erschienen. – Die Übertragung von Franz Geiger entstand für den Verleger Kurt Desch, der der Veröffentlichung zustimmte. – Die Lithographien sind für den abstrakten Maler Michel Cadoret (1912–1985) ein eher ungewöhnliches Œuvre. – Nicht selten, hier aber in unikatem Einband.

36,3 : 27,0 cm. 106, [4] Seiten. – Vorderdeckel unten minimal fleckig.

Monod 302. – Fromm I, 478

614  Alexander Calder. Derrière le miroir.

€ 300

No. 90 [und] 113. Paris, Maeght 1959 und 1971. Mit zusammen fünf Farblithographien, davon zwei doppelblattgroß, und einer einfarbigen doppelblattgroßen. Lose in Originalumschlägen.

Mit zahlreichen Abbildungen von Calders Plastiken. – Dazu: Fünf weitere Hefte der Reihe, mit zusammen 15 meist doppelblattgroßen Farblithographien: 114 (Tal-Coat, 1959, zwei Lithographien), 115 (Braque, 1959), 116 (Fiedler, 1959, sieben Lithographien), 131 (Tal-Coat, 1962, fünf Lithographien) und 195 (Maeght éditeur, 1971, eine Lithographie von Ubac).

615  Bruno Capacci. Les Tréteaux de Diodora.

€ 200

Paris, Nef d’Argent 1950. Mit 44 Tafeln nach Zeichnungen Capaccis, davon fünf gefaltete Doppelblätter. Mit Textblättern lose in illustriertem Originalumschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 500 Exemplaren (Gesamtauflage 550). – Die seltsame Figurinenfolge samt einiger Bühnenbilder stammt von dem Surrealisten Bruno Capacci (1906–1996). Geboren in Venedig, lebte er seit 1930 in Paris, wo er – neben Chirico, Severini, Magni, Magnelli und Léonor Fini – bald zur Gruppe »Les Italiens de Paris«gehörte. Mit vielen der surrealistischen Dichter waren er und seine Frau befreundet. – Nur ein Exemplar via Worldcat (Victor and Albert Museum) nachweisbar.

37,3 : 25,0 cm. [12] Seiten, 44 Tafeln. – Äußerste Ränder etwas gebräunt.

Nicht bei Monod

616  Marc Chagall. Ma vie.

€ 200

Traduit du Russe par Bella Chagall. Préface d’André Salmon. Paris, Stock 1931. Mit 32 Illustrationen nach Zeichnungen von Chagall, davon eine als Frontispiz. Halbleinenband mit Rückenschild.

Erste Ausgabe. – In kleiner nummerierter Auflage erschienen. – Chagall hatte 1919 mit der Niederschrift begonnen. Wegen Übersetzungsschwierigkeiten erschienen 1923 in Deutschland nur Radierungen ohne Text. – Der illustrierte Originalbroschurumschlag eingebunden.

18,9 : 13,5 cm. 253, [3] Seiten, 1 Blatt. – Papier an den Rändern leicht gebräunt.

617  Marc Chagall. Dessins pour la Bible.

€ 1800

Paris, Verve 1960. Mit 47 Lithographien, davon 24 farbigen und einer weiteren doppelblattgroßen Farblithographie auf dem Einband. Originalpappband.

Die zweite »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 37/38 der Reihe »Verve«. – Nachdem in der Reihe bereits eine Ausgabe mit Heliogravüren der Bibel-Radierungen erschienen war, entstanden 1958/59 weitere Zeichnungen zur Bibel. Der vorliegende Band enthält die Reproduktionen dieser Zeichnungen auf 96 Tafeln, diesmal bereichert um 24 Farblithographien und diese rückseitig mit einfarbigen Lithographien. – Der einleitende Text stammt von Gaston Bachelard, am Ende mit Erläuterungen zu den 96 Tafeln. – Farbfrisches Exemplar.

36 : 27 cm. [18], 96, [16] Seiten, 24 Blatt Lithographien.

Cramer 42. – Mourlot 230–277

618  Marc Chagall – Derrière le miroir.

€ 250

No. 99/100. Paris, Maeght 1957. Mit sieben Lithographien von Marc Chagall, davon vier farbig, zwei doppelblattgroß und zwei auf dem Umschlag. Lose Doppelblätter in Originalumschlag.

Die Lithographien rückseitig mit typographischem Text.

38,0 : 28,0 cm. [16] Seiten. – Umschlag- und äußerste Seitenränder gebräunt.

Cramer 33. – Mourlot 175–179, 204 und 206

619  Marc Chagall – Glasmalereien für Jerusalem. – Die Keramiken und Skulpturen von Chagall.

€ 600

Monte Carlo/Monaco, André Sauret 1962 und 1972. Mit zusammen drei Farblithographien und zahlreichen meist farbigen Abbildungen. Originalleinenbände mit Schutzumschlag.

I. 1961 entstanden die zwölf Fenster für die Synagoge der Hadassah-Universitätsklinik in Jerusalem, der vorliegende Band dokumentiert den künstlerischen Entstehungsprozess. Charles Sorlier übertrug 36 Entwürfe Chagalls auf Stein; wie die beiden Originallithographien wurden diese dann in zahlreichen Farben bei Mourlot gedruckt. Deutsche Ausgabe in der Übersetzung von U. R. Hemmerich. – II. Erste deutsche Ausgabe des maßgeblichen Verzeichnisses des plastischen Werkes. Vorwort von André Malraux. Notizen und Katalog von Charles Sorlier. – Beide tadellos.

33,0 : 25,0 cm. [2], 211, [6] Seiten, 2 Farblithographien; 249, [7] Seiten, 1 Farblithographie.

Cramer 49 und 89. – Mourlot 365/366 und 646

620  Marc Chagall – Fernand Mourlot und Charles Sorlier. Chagall Lithograph.

€ 1000

[Bände] I [bis] IV [von 6]. Monte Carlo, André Sauret 1960 – 1974. Mit insgesamt 28 Lithographien, vier davon als Umschlag. Originallleinenbände mit Schutzumschlag.

Englische (I), französische (II) und deutsche (III und IV) Ausgabe des maßgeblichen Werkverzeichnis der Lithographien von Marc Chagall. Das lithographische Werk bildet den Schwerpunkt innerhalb des künstlerischen Schaffens Chagalls, der Katalog wurde maßgeblich von »seinem« Drucker Mourlot erarbeitet und in den originalgraphischen Teilen von diesem gedruckt. – Mit Vorworten von Marc Chagall (I), Fernand Mourlot (II), Julien Cain (III) und Charles Sorlier (IV).

33,0 : 25,0 cm.

Cramer 43, 56, 77 und 94

621  Marc Chagall – Fernand Mourlot und Charles Sorlier. Chagall Lithograph.

€ 750

[Bände] I, III und V [von 6]. Monte Carlo, André Sauret 1960 – 1984. Mit insgesamt 14 Lithographien, zwei davon als Umschlag. Originallleinenbände mit Schutzumschlag.

Deutsche Ausgabe. – Aus dem maßgeblichen Werkverzeichnis der Lithographien von Marc Chagall. – Mit Vorworten von Marc Chagall (I) und Robert Marteau (V). – Katalog und Erklärungen von Fernand Mourlot und Charles Sorlier. – Sehr gut erhalten.

32,5 : 25,0 cm.

Cramer 43 und 77, Band V enthält keine Originalgraphiken

622  Marc Chagall – Fernand Mourlot und Charles Sorlier. Chagall Lithograph.

€ 450

[Bände] II und III. Monte Carlo, André Sauret 1963 und 1969. Mit insgesamt 15, meist farbigen Lithographien, zwei als Umschlag, und zahllosen, meist farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Alle in deutscher Ausgabe. – Mit einem Vorwort von Fernand Mourlot (I) bzw. Julien Cain (III).

33,0 : 25,0 cm. 208, [2] Seiten.

Cramer 56 und 77

623  Jean Cocteau et Georges Hugnet. La nappe du catalan.

€ 750

Soixante-quatre poèmes et seize lithographies en couleurs Paris 1952. Mit 16 blattgroßen Farblithographien. Fadengeheftet in illustriertem Originalumschlag.

Eins von 80 Exemplaren auf »Velin de Rives« (Gesamtauflage 113). – Auf dem Vortitel von beiden Künstlern signiert. – Ein wahres Gemeinschaftswerk der beiden Pariser Surrealisten: Die Gedichte schrieben sie während einiger Mittagessen auf die Tischdecke des Restaurants, im Text belassene Lücken wurden vom jeweils anderen Künstler vervollständigt. Bei den Illustrationen zeichneten die beiden abwechselnd die Umrisse, während der jeweils andere kolorierte. – Das farbenprächtige, humorvolle Werk erschien wohl im Eigenverlag. Gedruckt wurde es bei den Pariser »Nobelfirmen« Fequet et Baudier (Text) und Desjobert (Lithographien).

28,2 : 23,2 cm. [2], 165, [9] Seiten. – Umschlag am Rücken minimal gebräunt.

Monod 2942

624  Jean Cocteau – Geneviève Laporte. Sous le manteau de feu.

€ 1500

Poèmes. Douze lithographies originales de Jean Cocteau. Préface d’Armand Lanoux. Paris, Joseph Foret 1955. Mit zwölf Lithographien, davon acht farbig. Lose Doppelblätter in farbig lithographiertem Originalumschlag, -chemise und -schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 55 Vorzugsexemplaren auf Velin de Rives mit einer Extrasuite der Lithographien mit Remarquen auf Papier von Marais (Gesamtauflage 227). – Im Druckvermerk vom Verleger signiert. – Teile des Titels wurden nach der Handschrift Cocteaus lithographiert. – Mit einer Ausnahme entstanden die Gedichte und die Lithographien 1953 und 1954. Lediglich das hingebungsvolle Gedicht »A Pablo Picasso« datiert bereits 1951. In diesem Jahr begann die Dichterin Geneviève Laporte (1926–2012) nach ihrer Rückkehr aus den USA ein geheimes Liebesverhältnis mit Picasso, der damals noch mit Françoise Gilot liiert war.

42,0 : 34,0 cm. [44] Seiten, 12 Lithographien.

Monod 6824

625  Salvador Dalí – Dante [Alighieri]. La Divine Comédie. L’ Enfer. – Le Purgatoire. – Le Paradis.

€ 1800

Traduction de Julien Brizeux. Illustrations de Dalí, gravée sur bois par Raymond Jacquet. Paris, Editions d’Art Les Heures Claires 1959–1963. Drei Teile in sechs Bänden. Mit 100 Farbholzstichen nach Aquarellen von Salvador Dali. Lose Doppelbogen in Originalumschlägen, lose Tafeln in Karton. Zusammen in illustrierten -chemisen und -schubern.

Eins von 3900 Exemplaren auf »Vélin pur Chiffon de Rives« (Gesamtauflage 4765). – Für den Druck der 100 Tafeln wurden etwa 3.500 Druckplatten gestochen. – »Die einhundert Farbholzschnitte zur ›Göttlichen Komödie‹ gehören zum Erregendsten und Suggestivsten in der Geschichte der Danteillustratonen« (Wünsche/Tuchel).

34,5 : 28,0 cm. – Rücken der Chemisen unterschiedlich gebräunt und teils leicht fleckig. – Innen sehr schön.

Monod 3398. – Katalog Drachenburg, Königswinter 1982 III, 1–100

626  Salvador Dali – Hommage a Meissonier.

€ 200#

Lithographies originales de Salvador Dali. Paris, Hotel Meurice 1967. Mit vier Farblithographien. Originalbroschur mit illustriertem Originalumschlag.

Katalog zur Ausstellungseröffnung im Hotel Meurice, Paris, am 30. November 1967. – Die Lithographien schuf Dali eigens für diesen Katalog. – Dazu: Maurice Sandoz. La Limite. Illustrations de Salvador Dali. Paris, La Table Ronde 1951. Mit sieben Illustrationen auf Tafeln, eine davon farbig. Originalbroschur.

27,5 : 21,5 cm; 25,1 : 17,7 cm. [30] Seiten, 4 Lithographien; 98, [4] Seiten, 7 Tafeln. – Umschlagränder berieben.

627  Leonor Fini – Rachilde [Vallette]. Monsieur Vénus.

€ 2500

[Présentation d’] Yves Florenne. Paris, Éditions d’Art Agori 1972. Mit 35 signierten Kupferstichen von Leonor Fini, davon 18 ganzseitig, und einer signierten Extrasuite aller 35 Kupferstiche. Einband und Kassette, beide in fliederfarbenem Oasenziegenleder mit Applikationen aus Floatglas und eingeschmolzenem Zinndraht. Mit Originalchemise und -schuber.

Eins von 20 Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 275), im Druckvermerk von der Künstlerin signiert. – Wie 20 Exemplare der Vorzugsausgabe auf Velin »BFK Rives«, mit den signierten Kupferstichen im Buch und einer signierten Extrasuite aller Kupfer, gedruckt in Bister auf Japon nacré. – Die Kupferstiche der Suite mit Originalumschlag in einer Kassette, deren Gestaltung dem Einband des Buches entspricht. – Leonor Fini (1907–1996) traf 1937 in Paris erstmals mit den Protagonisten des Surrealismus zusammen. Die theoretischen und teils dogmatischen Grundlagen der Bewegung lehnte sie ab und wandte sich recht bald der Buchillustration zu. – Der Text stammt von Rachilde Marguerite Vallette (1860–1953), der Ehefrau des französischen Schriftstellers Alfred Vallette (1858–1935). – Selten, zumal mit der Suite und wie hier unikat gebunden.

42,5 : 33,5 cm. [240] Seiten, 35 Kupferstiche.

Monod 9412

628  Henri Georget – Francis Jammes. Pomme d’Anis.

€ 500

Ou l’histoire d’une jeune fille infirme. Illustrations de Henri Georget. Paris, Mercure de France 1914. Mit zahlreichen Farbillustrationen im Text, davon neun blattgroß, teils mit Pochoirkolorit. Dunkelblauer Maroquinband mit reicher Vergoldung (signiert: A. Taffin Rel.), der illustrierte Originalumschlag eingebunden.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japanpapier (Gesamtauflage 300), hier nicht in dem Verlagseinband von René Kieffer sondern in prächtigem quergenarbtem nachtblauen Maroquinband, dessen breite Bordüren die titelgebende Frucht als Ziermotiv verwenden. – Der Text erschien erstmals 1904, ein Jahr nach Jammes’ – zumindest in Deutschland – bekanntestem Werk »Le roman du lièvre« (Der Hasenroman). – Sehr schönes Exemplar.

25,8 : 20,3 cm. 79, [1] Seiten. – Gelenke minimal berieben.

Monod 6352

629  Joseph Hémard – André Lichtenberger. Le Petit Chaperon Vert.

€ 450

Suivi d’autres contes. Dessins de Joseph Hémard. Paris, Éditions G. Crès 1922. Mit zahlreichen pochoirkolorierten Textillustrationen. Originalleinenband mit zweifarbiger Vorderdeckelillustration.

Erste Ausgabe dieser Sammlung von acht wahrlich nicht kindgerecht illustrierten Märchenadaptionen. – Enthält auch Ritter Blaubart, Der gestiefelte Kater, Die Witwe des Ogers u. a. – Joseph Hémard (1880–1961) zeichnete in den 1920er Jahren Comics und Cartoons für verschiedene Pariser Zeitungen. Berühmt wurden seine humorvollen Illustrationen zu französischen Gesetzestexten aus dieser Zeit. Monod verzeichnet mehr als 90 von ihm illustrierte Bücher. – Von der vorliegenden sehr seltenen Originalausgabe mit dem typischen Pochoirkolorit erschien 2017 ein Faksimile.

22,5 : 17,5 cm. [4], 81, [7] Seiten. – Deckelkanten mit Feuchtigkeitsspur, Buchschnitt nur minimal betroffen. – Vorsatzblatt mit Namensstempel.

Nicht bei Monod

630  Wifredo Lam – Pierre Loeb. Voyages a travers la peinture.

€ 450

Paris, Bordas 1946. Mit einer signierten Radierung von Wifredo Lam und 48 Bilddtafeln. Illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe von Loebs Geschichte der modernen Malerei von Corot bis zu den Surrealisten. – Eins von 120 Exemplaren auf Velin »BFK Rives« mit der beigelegten Radierung, vier weitere als Belegexemplare. – Wifredo Lam (1902–1982) hatte 1939 seine erste Einzelausstellung in der Galerie Pierre Loeb, nachdem ihn Picasso dem Galeristen und Kunsthändler der Surrealisten vorgestellt hatte. 1941–1945 lebte Loeb auf Kuba, der Heimat Wifredo Lams. – Vorsatzblatt mit Widmung des Verfassers (?) für Maurice und Marguerite Desailly.

23,8 : 18,6 cm. [2], 144, [14] Seiten, 48 Tafeln, 1 Radierung. – Die Radierung lose, sonst sehr gutes, unaufgeschnittenes Exemplar.

Nicht bei Monod

631  Henri Laurens – Lukian von Samosata. Loukios ou l’ane.

€ 1000

Bois originaux de Henri Laurens. Paris, Tériade 1947. Mit 68 teils zweifarbigen Holzschnitten, davon 24 blattgroß und einer auf dem Umschlag. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, -chemise und -schuber.

Eins von 210 Exemplaren (Gesamtauflage 270). – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Vélin d’Arches. – »In his use of several blocks for tonal and linear effects, Laurens shows a remarkable technical virtuosity.« (Garvey). – »Die Originalplatten lassen deutlich werden, daß es sich um eine Vermischung von Holzschnitt- und Linolschnitttechnik handelt … Durch ihren Schwarzweißgegensatz, durch die Verwendung einer cremefarbenen Tonplatte bei kleinformatigen Kompositionen und durch gelegentliche Goldakzente, die auch in den Ornamentstreifen des Textes aufgenommen werden, stehen die Illustrationen zwischen Schwarzweiß- und Farbholzschnitt. […] das am reichsten ausgestattete Buch von Henri Laurens. Die Illustrationen begleiten den Text nicht nur, sondern bilden mit diesem auch eine optische Einheit« (Völker).

29.7 : 21,2 cm. [8], 88, [8] Seiten. – Schuber und Chemise etwas berieben und verfärbt, Umschlagränder minimal gebräunt.

Völker 24. – Monod 7471. – Rauch 126. – Artist and the Book 157 Anmerkung

632  Fernand Léger. Cirque.

€ 20000

Lithographies originales. Paris, Tériade, Les Éditions Verve 1950. Mit 63 Lithographien, davon 34 farbig und fünf doppelblattgroß, und 44 Seiten lithographierte Handschrift. Lose Doppelblätter in Originalumschlag und farbig intarsierte Lederchemise mit Schuber.

Originalausgabe. – Eins von 280 Exemplaren, weitere 20 kamen nicht in den Handel. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches. – Auch der gesamte Text wurde nach der Handschrift des Künstlers, die von ihm mit Vignetten und Zierstücken ausgeschmückt wurde, lithographisch gedruckt. »It is an attractive landmark among ›livres amnuscrits‹« (W. J. Strachan). – »Léger’s master graphic work […] almost half his print output. The text is Léger’s own and his themes are the circus and the countryside; from these touchstones of his inspiration Léger extracts the priciples of his art and life. There can bei no doubt that ›Cirque‹ stands as his testament. […] ›Go to the circus, quit your rectangles, your geometric windows and you go to the land of circles in action.‹« (Lawrence Saphire). – Während der Kriegsjahre 1940–1945 lebte Léger in Nordamerika, wo seine Faszination für das Fahrrad und den Zirkus gleichermaßen entflammte. Beide Dinge wurden zu zentralen Themen in seinem künstlerischen Werk, »Cirque« ist sein Loblied auf alles was rund ist. »Légers Figuren sind monumental, ihre Zeichnung von großer Simplizität; […] Die Grenze zwischen Objekt und menschlicher Figur verflüchtigt sich.« (Beatrice Hérnad). – Das graphische Hauptwerk Légers in einem ausgesprochen schönen Exemplar. – Die unsignierte Einbanddecke mit dünnem blauem Leder bezogen, Vorderdeckel mit dem Titel und Verzierungen in vielfarbigen Lederintarsien.

42,5 : 32,5 cm. [2], 111, [3] Seiten. – Vorblätter minimal stockfleckig.

Saphire 44–106. – Artists and the Book 164. – Castleman 95. – Monod 7047. – Papiergesänge 71

633  Fernand Léger – Andrè Maurois. Mon ami Léger.

€ 400

Comment je conçois la figure par Fernand Léger. Paris, Louis Carré 1952. Mit zusammen 18 Lithographien nach Léger, davon sechs farbig, sieben schwarz gedruckt und fünf im Text. Illustrierte Originalbroschur mit -pergaminumschlag.

Eins von 1000 Exemplaren. – Gedruckt auf Velin d’Arches von Mourlot Frères, Paris. – Erschienen anlässlich der Ausstellung »La Figure dans l’Œuvre de Fernand Léger«, in der Galerie Louis Carré, Juni /Juli 1952. – Mit einem Kommentar von Fernand Léger. – Mit dem Beilageblatt der Ausstellung.

27 : 19 cm. 31, [12] Seiten. – Gegenüberliegende Seiten mit Abklatsch der Lithographien.

Monod 7048

634  Jean Lurçat – Patrice de La Tour du Pin. Bestiaire fabuleux.

€ 400

Paris, Darantière 1951. Mit 14 ganzseitigen Lithographien nach Gouachen von Jean Lurçat. Lose Doppelbogen in Originalumschlag, schwarzer -leinenchemise und -schuber.

Edition originale. – Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 164). – Auf Velin d’Arches. – Die Texte von Patrice de La Tour du Pin (1911–1975) kalligraphierte Jules Dominique Morniroli in Anlehnung an die Lurçat-Gouachen. Kalligraphie und Gouachen wurden jeweils gegenüberstehend abgedruckt, auf den Folgeseiten dann der jeweils vollständige Text, gesetzt aus der Cassandre Peignot und gedruckt in Rot und Schwarz. – Jean Lurçat (1892–1966), bekannt besonders durch seine Bildteppiche, erlangte nach Kriegsende auch internationales Ansehen.

39,0 : 29,0 cm. [48] Blätter. – Ränder minimal gebräunt.

Monod 6883. – Strachan, Artist and the Book in France, S. 336

635  Aristide Maillol – Publius Vergilius Maro. Les Géorgiqves.

€ 2500

Texte latin et version française de l’Abbé Jacques Delille, gravures sur bois d’Aristide Maillol. Tome prémier [et] séconde [et] Suites de bois originaux. Paris, Philippe Gonin 1937–1943 (1950). Mit 122 Holzschnitten im Text. Lose Doppelblätter in Originalumschlägen, -halbpergamentchemisen und -schubern.

Eins von 750 Exemplaren, im eigentlichen aber eins der 100 Vorzugsexemplare mit den beiden Suiten der 122 Holzschnitte, eine in Schwarz, eine in Rot gedruckt, alle Blätter mit Monogrammstempel. Jede Suite in Originalumschlag, jeder mit einem in Rot bzw. Schwarz gedruckten Holzschnitt, ebenfalls mit Monogrammstempel und vom Verleger signiert. – Alles auf Maillol-Gonin-Bütten mit den beiden schönen Wasserzeichen. – Getrüffeltes Exemplar mit zehn Holzschnitten, gedruckt im ersten Zustand in Rot auf Chinapapier, mit Monogrammstempel. Lose in Büttenumschlag und dieser vom Verleger eigenhändig beschriftet »premiers etats s/ chine« und monogrammiert. Alle Suiten in Chemise und Schuber. – Auch diese Maillol-Ausgabe benötigte einige Jahre bis zum Abschluss und beschäftigte den Künstler bis in seine letzten Lebenstage. – Eines der schönsten Bücher Maillols – sein künstlerisch reifstes Werk ergänzt die Holzschnitte zu Vergils »Eclogen«, die bereits 1913–1926 für die Ausgabe der Cranach-Presse entstanden. – So schön und mit zwei Suiten und Probedrucken wohl nahezu unikates Exemplar.

32,5 : 24,0 cm. [12], 174, [12] Seiten; [12], 154, [10] Seiten; 254 lose Holzschnitte. – Kassetten leicht verschmutzt, zwei Umschläge leicht stockfleckig. – Innen nur vereinzelt unbedeutend stockfleckig.

Rauch 144. – Garvey 175. – Monod 11339

636  Henri Matisse – André Rouveyre. Repli.

€ 1800

Gravures de Henri Matisse. Paris, Bélier 1947. Mit zwölf blattgroßen Lithographien, vier Linolschnittvignetten und zwei roten Linolschnitt-Initialen von Henri Matisse. Lose gefalzte Bogen in pochoirkoloriertem Originalumschlag, Originalhalbleinenchemise und -schuber.

Eins von 315 Exemplaren auf Vélin d’Arches, von denen 225 für den Handel bestimmt waren (Gesamtauflage 370). – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Die sechs Lithographien mit Frauenporträts auf hellem Papier »Ile-de-France«, die sechs mit den Männerporträts auf grauem »Lana pur chiffon«. Letztere sind Porträtstudien des Autors, mit dem Matisse eine Jugendfreundschaft verband. Die Lithographien wurden bei Mourlot paarweise auf je ein Doppelblatt gedruckt. – Das scherenschnittartige Umschlagpochoir entwarf ebenfalls Matisse.

25,8 : 17,0 cm. [2], 163, [7] Seiten. – Wie meist außen und innen vereinzelt leicht stockfleckig, die Frauenporträts papierbedingt etwas stärker.

Duthuit/Garnaud 20. – Monod 10006

637  Henri Matisse – Charles d’Orléans. Poèmes.

€ 2500

Manuscrits et illustrés par Henri Matisse. Paris, Tériade 1950. Mit 100 ganzseitigen Farblithographien, teils mit lithographiertem Text. Lose Doppelbogen in farbig lithographiertem Originalumschlag.

Eins von 1200 Exemplaren auf Vélin d’Arches, daneben 30 Exemplare »hors commerce«. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Der von Matisse auf die Lithosteine geschriebene Text wurde von ihm mit farbigen Bordüren und ganzseitigen Variationen der »Fleur de lys« geschmückt. Von besonderem zeichnerischen Reiz sind die fünf blattgroßen Porträts. – Alle Lithographien in Schwarz, Rot, Grün, Blau, Gelb und Violett, alle unter Aufsicht des Künstlers von Mourlot Frères gedruckt. – Sehr schönes Exemplar des in seiner Verspieltheit gegenüber den Dichtungen des Königs auf den ersten Blick etwas »respektlos« wirkenden Malerbuchs.

41,0 : 27,5 cm. 100, [4] Seiten.

Duthuit/Garnaud 28. – Monod 8773. – Garvey 202. – Rauch 174

638  Henri Matisse – Dernières œuvres de Matisse.

€ 1200

1950–1954. Paris, Revue Verve 1958. Mit 39 farbigen Lithographien nach Matisse, blatt- und doppelblattgroß, teils gefaltet, und zahlreichen Abbildungen. Illustrierter Originalpappband.

Verve IX, Nos. 35/36. – Druck der Lithographien bei Mourlot. – Der Einband wurde von Henri Matisse eigens für diese Ausgabe der Zeitschrift gestaltet. – Makelloses Exemplar.

36,5 : 27,0 cm. 182, [4] Seiten.

639  Joan Miró. Vier Hefte »Derrière le miroir«.

€ 250

Paris, Maeght 1956–1961. Mit zusammen 15, meist farbigen und doppelblattgroßen Lithographien, teils auf den Originalumschlägen.

No. 87/88/89: Miró Artigas. 1956. Mit sieben Lithographien, davon sechs farbig, eine auf dem Umschlag. – 117: Maeght Editeur. 1959. Mit einer Farblithograhie auf dem Umschlag. – 125/126: Miró. 1961. Mit farbigen Abbildungen. – 128: Peintures murales de Miró. 1961. Mit sieben Farblithographien, davon eine auf dem Umschlag.

Je 38,0 : 28,0 cm. – Rände schwach gebräunt, mit winzigen Knickspuren.

Cramer 34, 59 und 68. – Mourlot 154–160, 194 und 229–235

640  Joan Miró – La Fondation Marguerite et Aimé Maeght.

€ 150

Texte de Henri Maldiney. Paris, Maeght Editeur 1964. Mit je einer Farblithographie von Joan Miró und Alberto Giacometti sowie zahlreichen Abbildungen. Illustrierter Originalpappband.

Derrière le miroir Nr. 148. – Neben den beiden Lithographien enthält die Festschrift Fotografien des Gebäudes sowie Abbildungen nach Miró, Giacometti, Braque, Chagall, Kandinsky, Tal Coat, Ubac und anderen. – Erschienen anlässlich der Einweihung der vom katalanischen Architekten Josep Lluís Sert und den bekanntesten zeitgenössischen Künstlern gestalteten Stiftungsgebäudes des Kunsthändlerpaares Marguerite und Aimé Maeght. Der französische Kulturminister und Schriftsteller André Malraux unterstrich in einer Rede die Besonderheit dieser neuen Einrichtung: »Sie haben etwas geschaffen, das auf keinen Fall ein Palast oder ein Ort des Dekors sein soll und auch kein Museum.« Aimé Maeght präzisierte, es gehe darum, einen Ort der Begegnung und der Kreativität zu schaffen.

38,4 : 28,4 cm. 70 Seiten. – Kanten etwas berieben. – Kleiner Sammlerstempel auf Vorsatz und Titelblatt.

Miro: Mourlot 352 und Cramer 89

641  Joan Miró – Yvon Taillandier. Miró a l’encre.

€ 250

Dessin, gravure sur cuivre, lithographie, gravure sur bois, livre, affiches. Paris, XXe siècle 1972. Mit zwei Farblithographien und zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit -schutz- und -folienumschlag. Im Originalschuber.

Erste Ausgabe. – Die beiden Farblithographien wurden bei Mourlot auf Velin d’Arches gedruckt. – Unter anderem mit einem Beitrag zu Mirós illustratorischem Werk. – Tadellos erhalten.

35,7 : 26,5 cm. 198, [2] Seiten, 2 Lithographien.

Cramer 161. – Mourlot 837 und 838

642  Antoine Mouchet – Georges Fourest. La Négresse blonde.

€ 300

Préface de Willy. Lithographies originales par Antoine Mouchet. Paris, Club Français de l’Estampes 1967. Mit 20 blattgroßen Lithographien. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -chemise. Zusammen im Schuber.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 40 Exemplaren auf Vélin de Rives (Gesamtauflage 110). – Druck der Lithographien bei Ed. und J. Desjobert. – Das 1909 erstmals erschienene Werk, schon damals mit dem Vorwort von Henry Gauthier-Villars (pseudonym Willy), wurde mehrfach neu aufgelegt und dabei von verschiedenen Künstlern illustriert. Über Antoine Mouchet, der das Werk mit teils skurrilen Lithographien schmückte, konnten wir keinerlei bio-bibliographische Informationen ermitteln.

40,0 : 29.5 cm. [128] Seiten. – Umschlag etwas stockfleckig. – Vortitelblatt mit kleinem Sammlerstempel.

Monod 4841

643  Picasso. Guernica.

€ 400

Les 42 etudes preliminaires sur papier. Paris, Philipp Lebaud 1990. 42 teils farbige Faksimiletafeln in Passepartouts. Mit dem Begleitheft in Originalleinenkassette mit montiertem Deckelbild.

Eins von 1000 Exemplaren der deutschen Ausgabe. – Anspruchsvolle Faksimileedition, gedruckt von der auf hochwertige Faksimileausgaben spezialisierte Akademische Druck- und Verlagsanstalt Graz. – Die 42 ergreifenden Originalvorzeichnungen zu Picassos Meisterwerk, dem Wandbild in Guernica, entstanden im Frühjahr 1937. Auf Picassos Wunsch verblieben sie bis zum Ende der spanischen Militärdiktatur im MoMa New York und wurden erst 1982 an Spanien übergeben. 1990 waren sie im Besitz des Museo del Prado – Casón del Buen Retiro. – Mit dem Kommentar von Marie-Laure Bernadac, der Konservatorin des Musée Picasso. Das Begleitheft in französischer und englischer Sprache. – In einer weltweiten Kooperation wurden Ausgaben in verschiedenen Sprachen und unterschiedlichen Auflagen gedruckt.

63,0 : 42,0 cm (Kassette). – Kassette mit ganz schwachem Lichtrand.

644  Pablo Picasso – Suite de 180 Dessins de Picasso. Verve.

€ 600

Revue artistique et littéraire. Vol. VIII, No. 29 et 30. Paris, Verve 1954. Mit 13 Farblithographien, davon eine als Titelillustration, und 167 Abbildungen, davon drei farbig, alle nach Zeichnungen von Pablo Picasso. Farbig lithographierter Originalpappband.

Die Zeichnungen entstanden 1953 bis 1954 in Vallauris. – Die Einbandillustration entwarf Picasso extra für diese Ausgabe. – Mit Texten von Tériade, Michel Leiris und Rebecca West.

36,0 : 27,0 cm. [184] Seiten, 12 Lithographien. – Oberes Kapital beschädigt. Rücken am vorderen Gelenk angeplatzt.

Vgl. Kibbey 266

645  Pablo Picasso – Jaime Sabartés. »A los toros« mit Picasso.

€ 1200

Monte-Carlo, André Sauret 1961. Mit vier Lithographien, davon eine farbig, und 103 ganzseitigen, teils farbigen Illustrationen. Grauer Originalleinenband mit Deckelillustration im roten Originalpappschuber.

Exemplar der deutschen Ausgabe, übertragen von U. M. Hemmerich nach der französischen Ausgabe. – Die auf mehr als hundert Tafeln reproduzierten Tuschzeichnungen beschäftigen sich mit zwei zentralen Themen Picassos: Stierkampf und Frauen. – Auf Wunsch des Verlegers schuf Picasso für dieses Werk vier Lithographien und kolorierte dann »Le Picador« mit allen 24 Farben eines Wachsstiftkastens. Mourlot berichtete von den Schwierigkeiten, die Wachsfarben auf Stein zu übertragen – Picasso selbst war von dem guten Ergebnis überrascht.

25,5 : 32,5 cm. 153, [3] Seiten.

Goeppert/Cramer 113

646  Pablo Picasso. 347.

€ 200

München, Wien und Zürich, Edition Praeger 1971. Mit Frontispiz und 347 Abbildungen auf Tafeln. Zwei Originalhalbleinenbände mit vergoldeten Titeln. Zusammen mit Originalbroschur in Originalleinenkassette.

Prachtvolle Faksimileausgabe, zeitgleich mit der Ausstellung der Radierfolge in der Stuck-Villa München erschienen. – Die 347 Gravüren, die Picasso zwischen dem 16. März und dem 5. Oktober 1968 in Mougins schuf, stellen eine Art graphisches Tagebuch dar. – Die Drucke in von den Originalen abweichenden Größen. – Tadellos erhalten.

44,9 : 33,8 cm. (Kassette). – Beiheft auf der Rückseite leicht angestaubt.

Vgl. Kibbey 535

647  Jacques Ramondot – Blaise Cendrars. Du monde entier.

€ 250

Eaux-fortes originales de Ramondot. Paris, Le Bibliophiles de France 1966/67. Mit 23 Radierungen, davon zwölf doppelblattgroß. Lose Bogen in Originalumschlag, -chemise und -schuber.

Eins von 120 Exemplaren für die Mitglieder der französischen Bibliophilengesellschaft, weitere 25 wurden als Belegexemplare gedruckt. – Enthält »Les paques a New-York«, »Prose du Transsibérien et de la petite Jeanne de France« und »Le Panama ou les aventures de mes sept oncles«, jeder Teil auf andersfarbigem Roma-Bütten von Fabriano. – Bereits in seinen Jugendjahren unternahm Blaise Cendrars (1887–1961) abenteuerliche Weltreisen und bestritt seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsarbeiten. 1910 lernte er in Paris u. a. Apollinaire, Chagall, das Ehepaar Delaunay und Fernand Léger kennen und wandte sich der Schriftstellerei zu. »Du monde entier« wurde 1919 erstmals veröffentlicht. – Die Radierungen der originellen bibliophilen Ausgabe stammen von Jacques Ramondot (1928–1999). – Beilage: Farbiges Poster »The Residence City Denver and Commercial Center Denver«, das auch als Bezugspapier der Chemise und des Schubers verwendet wurde.

25,5 : 35,5 cm. [104] Seiten. – Schuber leicht verblasst und bestoßen. Der weiße Kartonumschlag etwas gebräunt. Innen tadellos.

Monod 2392

648  Antonio Saura – [Francisco de] Quevedo. Trois Visions.

€ 1000

Paris und Genf, Yves Rivière 1971. Mit 42 Lithographien von Antonio Saura, teils blatt- und doppelblattgroß, davon eine signiert. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -chemise. Zusammen im schuber.

Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 140). – Gedruckt auf Velin d’Arches. – Antonio Saura (1930–1998) bleibt aufgrund seines ganz eigenen Stils zeitlebens unabhängig von allen künstlerischen Bewegungen und Tendenzen seiner Generation. Ab 1959 entstand ein umfangreiches Œuvre grafischer Arbeiten, darunter Illustrationen zu Cervantes’ »Don Quixote«, Orwells »1984«, »Pinocchio«, Kafkas Tagebüchern und zahlreichen anderen Texten.

38,3 : 29,0 cm. [152] Seiten.

Galfetti 87–128. – Nicht bei Monod

649  Antonio Saura – Franz Kafka. Tagebücher.

€ 300

Gelesen von Antonio Saura. Stuttgart, manus presse 1988. Mit 69 Lithographien, teils blatt- und doppelblattgroß. Lose Doppelbogen in Originalleinenchemise mit geprägten Titeln und im Originalleinenschuber.

Unnummeriertes Exemplar, über die Auflage von 360 Exemplare hinaus gedruckt. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert.

32,3 : 24,8 cm. 79, [9] Seiten. – Schuberkanten minimal angestaubt.

Nicht mehr bei Galfetti

650  José de Togorès – Henri Hertz. Le Guignol Horizontal.

€ 400

Illustré de lithographies par José de Togorès. Paris, Galerie Simon1923. Mit vier blattgroßen Lithographien. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 90 Exemplaren auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 112). – Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Die vier Kreidelithographien wurden jeweils in einer anderen Farbe gedruckt. – Henri Hertz (1875–1966) pflegte freundschaftlichen Kontakt mit Apollinaire, Max Jacob, Alfred Jarry, Henri Barbusse, Jean Cassou und anderen französischen Symbolisten und Dadaisten. – Der Spanier José de Togorès (1893–1970) war mit Picasso befreundet und seit 1918 ebenfalls in Paris ansässig. Die Illustrationen zu der Dichtung Hertz’ sind ein Beispiel für seine beginnende Hinwendung zum Surrealismus. – Sehr schönes Exemplar des seltenen Künstlerbuchs.

23,8 : 16,8 cm. [48] Seiten.

Monod 6000. – Dokumentations-Bibliothek I, 329