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Lot 601 – 650 | Hesse-Auktionen
Lot 601 – 650

601  [Charles-Nicolas] Cochin und [Jérôme-Charles] Bellicard. Observations sur les antiquités d’Herculanum;

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

avec quelques Réflexions sur la Peinture & la Sculpture des Anciens, & une courte description de plusieurs Antiquités des environs de Naples. Second Édition. Paris, Jombert 1755. Mit insgesamt 44 Kupferstichen nach Cochin auf 36 Tafeln, fünf davon gefaltet, acht beidseitig bedruckt. Kalblederband der Zeit mit Rücken- und Schnittvergoldung, vergoldeten Fileten und Bordüren.

Zweite Auflage. – Charles Nicolas Cochin der Jüngere (1715–1790) gilt als einer der bedeutendsten Druckgrafiker und Zeichner des französischen Rokoko. Er schuf zahlreiche Buchillustrationen zu Lafontaine, Rousseau, Tasso, Boccaccio u. a. sowie zahlreiche Bildnisse von berühmter Zeitgenossen. Sein Können brachte ihm die Förderung durch den König ein, 1749–1751 begleitete er den Marquis de Vandières auf einer Italien-Reise. Danach entstand »Observations sur les antiquités d’Herculaneum«, von ihm selbst illustriert. – Unser Exemplar enthält zusätzlich vier bei Cohen/Ricci und Sander nicht erwähnte unnummerierte Kupfer.

16,7 : 10,0 cm. [2], XXXVIII, [6], 104, [2] Seiten, 36 Tafeln. – Ränder schwach berieben, Gelenke stärker.

Cohen/Ricci 245. – Sander 369

602  Antonio-Maria Zanetti. Varie pitture a fresco de’principali maestri Veneziani,

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 470

ora la prima volta con le stampe pubblicate. Venedig 1760 [1778]. Mit 24 Kupfertafeln von Zanetti sowie einem gestochenen Titel und einem Selbstporträt Zanettis, beide gestochen von Joannes von Plano. Halblederband um 1900 mit goldgeprägtem Rückentitel.

Erste Ausgabe, die aber erst nach dem Tod des Verfassers erschien. – Antonio-Maria Zanetti (1706–1778) war bis zu seinem Tod vier Jahrzehnte lang Bibliothekar der Bibliotheca Nazionale Marciana in Venedig und arbeitete zugleich erfolgreich als Kupferstecher. – Das Tafelwerk enthält 24 Stiche Zanettis nach Giorgone (4), Tizian (3), Jacopo Tintoretto (7), Giovanni Battista Zelotti (5) und Paolo Veronese (5). – Prächtige Drucke in Sepia auf »Drei Monde Imperial«-Bütten. – Mit Nachruf auf den Verfasser und seinem erläuternden Text. – Mit gestochenem Exlibris von William Cavendish-Bentinck (1857–1943, 6th Duke of Portland 1895–1905).

48,5 : 35,0 cm. [2], XII Seiten, 24 Kupferstiche. – Gelenke etwas berieben und brüchig. – Kupfertitel und die letzte Kupfertafel verso etwas stockfleckig, sonst sehr schön.

Katalog Ornamentstichsammlung Kunstbibliothek Berlin 4173

603  Heinrich Mützel. Vorlegeblätter zum Landschaftzeichnen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Viertes Heft enthält zehn ausgeführte Landschaften, entworfen und lithographirt. Berlin, Winckelmann & Söhne [ca. 1834]. Zehn Lithographien nach Zeichnungen. Lose in Originalkartonmappe mit Deckelschild.

Zehn römisch nummerierte Vorlageblätter für den Zeichenunterricht. – Heinrich Mützel (1797–1868), Lithograph und Landschaftsmaler, war Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, u. a. arbeitete er auch mit Karl Friedrich Schinkel zusammen.

26,0 : 32,0 cm (Mappenformat). – Mappendeckel fleckig. Mappenflügel eingerissen, einer fehlt. – Ränder der Blätter etwas gebräunt und geknickt (VII stärker), teils größere Feuchtigkeitsflecken.

604  Molière [Jean-Baptiste Poquelin]. Œuvres.

Schätzpreis/Estimate: € 2000 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 1300 ( R7 )

Nouvelle edition. Tome premier [–] sixième. Paris, Impr. Pierre Prault 1734. Mit einem gestochenen Porträt nach Coypel, 32 (statt 33) Kupferstichen nach François Boucher, gestochen von Laurent Cars und Pierre Quentin Chedel, und 318 gestochenen Vignetten und Initialen, darunter zahlreiche wiederholt verwendete, von Boucher, Blondel und Oppenord. Marmorierte Kalblederbände der Zeit mit Rückenvergoldung.

Die erste Ausgabe mit den prächtigen Titelkupfern zu den enthaltenen Komödien und Balletten, darunter »Le misantrope«, »Le malade imaginaire«, »Le Bourgeois gentilhomme« und viele andere bekannte Stücke Moliéres. – Hans Fürstenberg schreibt zu diesem »Meisterwerk auf dem Gebiet der Buchillustration […:] In ihrer malerischen Wirkung und ihrer großzügigen Gliederung bilden diese Blätter einen Merkstein, dessen künstlerischer Einfluß gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann« (Fürstenberg 1928, 81). – Mit den Merkmalen des ersten Drucks (Druckfehler »Comteesse« in Band VI und der Einleitung mit LXX statt LXXII Seiten). – Am Ende von Band 6 mit Druckdatum 1733. – Exlibris Ewald und Margret Zapp.

28,5 : 23,0 cm. Kollation wie bei Cohen/Ricci. – Hier ohne das Vortitelblatt von Band 1. Band 5 mit nur fünf Kupfern, so auch in Vergleichsexemplaren lt. KVK, der Band enthält auch nur fünf Stücke. – Einbände an den Kanten berieben, Gelenke etwas brüchig, Kapitale bestoßen. – Teils leicht gebräunt, ganz vereinzelte Lagen mit leichten Feuchtigkeitsspuren.

Brunet III, 1798. – Sander 1368. – Cohen/Ricci 712f »Le chef-d’oeuvre de Boucher, comme illustration; c’est l’un des plus beaux livres de la première partie du XVIIIe siècle«

605  Friedrich der Große, König von Preußen. Brief mit Unterschrift »Fch«.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Potsdam, 31. Januar 1753. 1 Seite.

An seinen Vetter, den Prinzen Friedrich Erdmann von Anhalt-Köthen Liebden. – Recht persönlicher Brief in heikler Angelegenheit: Der jüngere Sohn des Fürsten August Ludwig von Anhalt-Köthen hatte den Preußenkönig wohl um Unterstützung und Fürsprache bei seinem Vater gebeten, mit dem Ziel, eine höhere Apanage zu erhalten. Wieso der Prinz bei der Finanzierung seines Regiments in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, wird hier nicht erörtert. Friedrich der Große jedenfalls lehnte das Ansinnen freundlich aber bestimmt ab: »so gern Ich auch sehen und so angenehm es mir seyn würde, wenn Dero Herrn Vater Durchl. belieben wollten, Euer Liebden einige hinlängliche Zulage zu Dero bisher Ihnen accordirten Pension zu geben, Ich Mich dennoch nicht bemächtigt sehe, […] etwas vorzuschreiben, noch von Deroselben etwas zu fordern […] obgleich Ich sonsten Euer Liebden einige Verbeßerung in Dero Umständen gantz gerne gönne. Ich bin übrigens Euer Liebden freundwilliger Vetter F[riedri]ch«. – Interessant ist, dass die finanziellen Schwierigkeiten des Prinzen erst mit seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst (1754) bekannt wurden. – Gut erhalten.

606  Adelbert von Chamisso. Peter Schlemihl’s wundersame Geschichte.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Zweite mit den Liedern und Balladen des Verfassers vermehrte Ausgabe. Nürnberg, Johann Leonhard Schrag 1827. Mit einem gestochen Frontispiz von Fr. Leopold und sechs Kupferstichen nach George Cruikshank von Rosée. Pappband der Zeit mit Marmorpapierbezug und Rückenschild.

Erste illustrierte deutsche Ausgabe, in einer Auflage von nur 750 Exemplaren erschienen und nach fast zweihundert Jahren entsprechend selten. – Gegenüber der ersten Ausgabe von 1814 mit kleinen Textänderungen und, vor allem, um Chamissos erste Gedichtsammlung »Lieder und Balladen« erweitert. – Der englische Künstler Cruikshank hatte 1823 den Schlemihl in der Übersetzung von La Motte-Fouqué illustriert. Diese Illustrationen erfreuten sich so großer Beliebtheit, dass sie auch für die neue deutsche Ausgabe als Vorlage verwendet wurden. Die ebenso fein gezeichneten wie gestochenen Bilder zur berühmten Geschichte des schattenlosen Schlemihls bilden einen der Glanzpunkte der Buchillustration im 19. Jahrhundert.

17,5 : 10,8 cm. XVI, 213, [3] Seiten. 7 Kupfer. – Durchgehend etwas gebräunt und stockfleckig.

Goedeke VI, 148, 14 b. – Rath 3. – Rümann 257

607  Johann Wolfgang von Goethe. Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

Vollständige Ausgabe letzter Hand. Erster [bis] Fünfundfünfzigster Band. Stuttgart und Tübingen, J. G. Cotta 1827–1833. Dunkelgrüne Halblederbände der Zeit mit Marmorpapierbezug und Rückenenvergoldung.

Die »Großoktavausgabe« aus dem Besitz der Familie Vulpius, den Nachfahren von Goethes Schwager Christian August Vulpius. – Die Werkausgabe vereinte alle noch zu Lebzeiten von Goethe zur Veröffentlichung auswählten Texte sowie die »Nachgelassenen Werke« (hier ohne die Nachlassbände 56–60, die erst 1842 von Eckermann herausgegeben wurden). Die »Großoktavausgabe« wurde gedruckt, nachdem Goethe in den bereits erschienenen Bänden der »Taschenausgabe« Korrekturen vorgenommen hatte. So gilt sie als die textlich zuverlässigere Edition. Die Auslieferung begann erst 1828. Sie erschien in deutlich kleinerer Auflage als die »Kleinoktavausgabe« (3.200 statt 20.000!) und wurde stets wegen ihrer besseren Lesbarkeit und des gefälligeren Erscheinungsbildes geschätzt. Besonders bedeutsam ist die endgültige Fassung von »Faust« in Band 12 und der Erstdruck von »Faust II« in Band 41. – Mit einigen Textholzschnitten (in Band 55 zur Optik), gefalteten Tabellen und einer lithographierten Tafel (in Band 51 zur Geologie). – Insgesamt gut erhalten und sehr dekorativ.

18,7 : 11,5 cm.

Goedeke IV/3, 14, C. – Hagen 24 C3. – Kippenberg 341. – Fischer, Cotta 1770, 1869, 1958 und 2084

608  Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der Weltweisheit Doktor. Differenz des Fichte’schen und Schelling’schen Systems der Philosophie

Schätzpreis/Estimate: € 1200 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1800

in Beziehung auf Reinhold’s Beyträge zur leichten Übersicht des Zustands der Philosophie zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, 1tes Heft. Jena, Akademische Buchhandlung Seidler 1801. Marmorierter Pappband um 1900.

Erste Ausgabe des ersten gedruckten Buches von Hegel, sein »Leben Jesu« von 1795 hat sich nach Goedeke nur handschriftlich erhalten. – Unbeschnitten. – »Am 3. Oktober schreibt Schelling an Fichte, es sei ›dieser Tage ein Buch von einem sehr vorzüglichen Kopf erschienen, das zum Titel hat: Differenz des Fichteschen und Schellingschen Systems der Philosophie, an dem ich keinen Antheil habe, das ich aber auch auf keine Weise verhindern konnte‹. Anders als im Briefwechsel Fichtes und Schellings ist in ihren Schriften von ihrer ›Differenz‹ nicht die Rede. Deshalb erscheinen beide vor dem Publikum […] wie ›Ein Mann‹. […] Öffentlich bekannt werden ihre ›Differenzen‹ erst ab Oktober 1801 durch Hegels Schrift. […] Die ›Differenz-Schrift‹ ist Hegels philosophische Erstpublikation […]« (Jaeschke/Arndt. Die Klassische Deutsche Philosophie nach Kant. München 2012, S. 321 ff.).

22,0 : 14,0 cm. 184 Seiten. – Einband leicht berieben, Hinterdeckel verzogen. Gelenke angeplatzt. – Vorderer Vorsatz und die ersten beiden Blätter mit leichtem Wasserrand.

Goedeke V, 10, 25.2

609  Friedrich Hölderlin. Stuttgarter Foliobuch. – Homburger Folioheft.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

– Zwei Faksimiles, bei mit Kommentarband. Basel und Frankfurt, Stroemfeld Roter Stern 1989 und 1986. Lose Faksimileblätter im Originalformat und je eine Originalbroschur in Originalleinenkassette.

Je eins von 1806 Exemplaren. – Supplemente II und III zu der von D. E. Sattler herausgegebenen »Frankfurter Ausgabe« von Hölderlins sämtlichen Werken. – Die Faksimiles im Originalformat der Handschriften wurden vom Herausgeber in Zusammenarbeit mit Hans Gerhard Steimer bzw. Emery E. George bearbeitet. – Jeweils mit ausführlichen Anmerkungen und der vollständigen Transkription. – »Unbelastet« von der zwanzigbändigen Werkausgabe kann sich der Hölderlin-Verehrer in die Handschriften des Dichters vertiefen.

35,5 : 22,0 cm bzw. 24,0 : 39,0 cm (168 bzw. 92 Faksimileseiten).

610  [E. T. A. Hoffmann]. Fantasiestücke

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

in Callot’s Manier. Blätter aus dem Tagebuche eines reisenden Enthusiasten Mit einer Vorrede von Jean Paul. Zweite, durchgesehene Auflage in zwei Theilen. Bamberg, F. Kunz 1819. Mit einem Frontispiz. Marmorierte Kalblederbände um 1900 im Stil der Zeit.

Von Hoffmann durchgesehene, maßgebliche zweite Auflage, erstmals mit dem radiertem Porträt von F. C. Rupprecht nach Hoffmanns eigener Zeichnung. – Die illustrierten Originalbroschurumschläge wurden eingebunden.

17,8 : 11,5 cm. [2], XXII, [2], 262 Seiten; 371, [1] Seiten. – Kanten minimale berieben, Rücken etwas aufgehellt – Durchgehend leicht stockfleckig, die unteren Ecken der letzten drei Lagen in Band 2 mit ergänzten Brandstelle (kein Textverlust).

Goedeke VIII, 487, 16 Anmerkung

611  Heinrich von Kleist. Das Käthchen von Heilbronn

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 550

oder die Feuerprobe ein großes historisches Ritterschauspiel. Aufgeführt auf dem Theater an der Wien den 17, 18. und 19. März 1810. Berlin, Realschulbuchhandlung 1810. Leinenband um 1920, der unbedruckte Originalbroschurumschlag eingebunden.

Erste Ausgabe. – »Nach dem Abdruck einiger Fragmente im ›Phöbus‹ hatte Kleist sein Stück Cotta […] angeboten und sich vergeblich um die Aufführung an deutschen Bühnen angeboten. Als durch den Bruch mit Iffland auch die Hoffnung auf eine Aufführung am Berliner Nationaltheater vereitelt war, bot Kleist es im August 1810 Reimer an, der es gleichzeitig mit den ›Erzählungen‹ noch rechtzeitig zur Michaelismesse herausbrachte. […] Goethe warf das geborgte Exemplar, das ihm sein Sekretär gebracht hatte, mit den Worten ins Feuer: ›Das führe ich nicht auf, wenn es auch halb Weimar verlangt‹.« (Sembdner S. 21). – Die Uraufführung erfolgt 1810 in Wien.

22,3 : 13,8 cm. 198, [2] Seiten. – Einband stärker lichtrandig. – Seiten teils schwach stockfleckig.

Goedeke VI, 102, 6. – Sembdner 8. – Borst 1117

612  Prosper Mérimée. Colomba.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Paris, Magen et Comon 1841. Pappband der Zeit mit lilafarbenem Bezugspapier mit floraler Prägung.

Erste Ausgabe, »fort rare de l’une des œuvres le plus célèbres de Prosper Mérimée« (Carteret). – Prosper Mérimée (1803–1870) verkehrte nach einem Studium der Rechtswissenschaften in Pariser Künstler- und Literatenkreisen, u. a. mit Stendhal und Victor Hugo. Als Inspekteur der historischen Denkmäler Frankreichs besuchte er 1839 Korsika. In Fozzano bei Sartène hörte er von der Vendetta, der Blutrache, und besuchte Colomba Bartoli, die damals schon 64jährige Anführerin der »partitu suttanu« (die südliche der verfeindeten Parteien). Die Eindrücke verarbeitete er in »Colomba«, die Erzählung wurde ein Riesenerfolg und sorgt bis heute für Touristenströme in den Gassen von Sartène, die für Mérimée »korsischste aller korsischen Städte«. – Die Ausgabe enthält auch die beiden Novellen »La Vénus d’Ille« und »Les Ames du Purgatoire«. – Sehr schönes Exemplar der gesuchten Originalausgabe.

19,0 : 12,8 cm. [4], 463, [1] Seiten. – Rücken verblasst, Gelenke leicht berieben. – Innen nur vereinzelte Stockflecken.

Carteret II, 144

613  Friedrich von Schiller. Sämmtliche Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 320

Erstes [bis] Achtzehntes Bändchen. – Supplemente. Erstes [bis] Siebtes Bändchen. Stuttgart und Tübingen, J. G. Cotta 1822–1826 (Werke) und Leipzig und Weimar, Vogel u. a. 1823–1826 (Supplemente). Mit 25 gestochenen Frontispizen nach Ramberg, Schnorr und anderen und einem gefalteten Faksimile. Blau marmorierte Pappbände um 1900 mit Pergamentkanten und schwarz-goldenen Rückenschildchen.

Die Supplementbände enthalten die Fortsetzungen der »Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlande von der Spanischen Regierung« von Karl Curths (Band I–IV), der »Geschichte des Dreißigjährigen Krieges« von Karl Ludwig von Woltmann (Band V–VI) und die Schiller-Biographie von Heinrich Döring (Band VII). – Hübsche, dekorative Ausgabe, einheitlich gebunden und tadellos erhalten.

13,6 : 9,5 cm.

Goedeke V, 144, St 1 und V, 147. – Trömel/Marcuse 10 und 7

614  Gustave Doré – [Charles] Perrault. Les contes.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Dessins par Gustave Doré. Paris, Hetzel · Firmin Didot 1862. Mit 40 Holzstichen und einer gestochen Titelvignette nach Gustave Doré. Späterer roter Ecrasélederband; Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe dieser berühmten Illustrationen. – Eins der wenigen Exemplare auf starkem holländischem Bütten, die Holzstiche hier abgezogen auf dünnes China und aufgewalzt. – Was dem deutschen Publikum Kaulbachs »Reineke Fuchs« und Ludwig Richters »Märchen der Gebrüder Grimm« war, bewirkte Gustave Doré mit seinen kongenialen Zeichnungen zu Perraults Märchen in Frankreich und bald darauf auch in Deutschland: Rotkäppchen, Däumelinchen, der gestiefelte Kater, Aschenputtel, insgesamt neun »Contes des fées« wurden mit großen Holzstichen illustriert. – Mit einer Einleitung von P.-J. Stahl.

45,5 : 32,5 cm. XXIV, 59, [5] Seiten. – Kanten minimal berieben. Vorsätze erneuert.

Carteret IV, 406. – Sander 563

615  Reisebeschreibungen – G[uillaume] A[ntoine] Olivier. Reise durch Persien und Klein-Asien.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Auf Befehl der französischen Regierung unternommen. Aus dem Französischen übersetzt von K. L. M. Müller. Zwey Bände. Leipzig, J. C. Hinrichs 1808. Mit insgesamt zehn gefalteten Kupfern, davon zwei Karten. Pappbände der Zeit mit Rückenschild und Wappensupralibro.

Erste deutsche Teilausgabe von Oliviers berühmter »Voyage dans l’empire Othoman« (1801). Guillaume Antoine Olivier (1756–1814, Mediziner und Naturwissenschaftler), bereiste sechs Jahre lang den Vorderen Orient und kehrte 1798 mit einer großen naturhistorischen Sammlung nach Frankreich zurück. 1800 wurde er Mitglied der Académie des Sciences in Paris und zum Professor für Zoologie an der Tierärztlichen Hochschule in Alfort berufen. – Die erste deutsche Gesamtausgabe erschien ab 1802 in Weimar, die vorliegende Müllersche Übersetzung enthält die Ereignisse von der Abreise aus Bagdad im Mai 1796 bis zur Wiederankunft in Paris Ende 1798. Sie bildet die Fortsetzung der bereits in Weimar erschienen ersten beiden Bände mit den Schilderungen aus der Türkei, Ägypten, Syrien und Mesopotamien.

20,6 : 13,0 cm. VI, [2], 318 Seiten, 7 Tafeln; [6], 336 Seiten, 3 Tafeln.

Röhricht 1549. – Fromm 19394. – Chatzipanagioti/Sangmeister 784. – Henze III, S. 646

616  Trachten und Mode – [Louis] M[arie] Lanté. Costumes des Femmes

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 2200

de Hambourg, du Tyrol, de la Hollande, de la Suisse, de la Franconie, de L’Espagne, du Royaume de Naples, etc.; […] gravés par M. Gatine, et coloriés; avec une explication pour chaque planche. Paris 1827. Mit 100 kolorierten Kupferstichen. Roter Maroquinband der Zeit mit reicher Blindprägung und Vergoldung.

Erste Ausgabe. – Das Tafelwerk enthält Darstellungen von Frauentrachten aus Hamburg (7), Tirol (6), Holland (6), Schweiz und Frankreich (48), Franken (8), Spanien (21) und Italien (4), gestochen von Georges Jacques Gatine, meist nach Zeichnungen von Louis Marie Lanté (1789–1871). Der Aquarellmaler, der Schüler von Vaudoyer war, stellte 1824 auf dem Pariser Salon aus und gewann 1825 in Lille die Silberne Medaille. – Nach Brunet stammen die erläuternden Texte von Pierre de Lamésangère.

33,5 : 24,0 cm. [6], 41, [1] Seiten, 100 Kupfertafeln. – Ränder berieben, Deckel mit kleinen Schabspuren. – Einige Seiten mit kleinen Stockflecken.

Lipperheide Cm4. – Colas 1774. – Brunet III, 795

617  [Louis] M[arie] Lanté. Costumes des Femmes

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 1900

du Pays de Caux, et de plusieurs autres parties de l’ancienne province de Normandie; […] gravés par M. Gatine, et coloriés; avec une explication pour chaque planche. Paris 1827. Mit 105 kolorierten Kupferstichen und einem kolorierten Kupferstich-Frontispiz. Roter Maroquinband der Zeit mit reicher Blindprägung und Vergoldung.

Erste Ausgabe. – Das Tafelwerk enthält Darstellungen von Frauentrachten aus Regionen der Normandie, gestochen von Georges Jacques Gatine, meist nach Zeichnungen von Lanté. – Der Frontispiz mit dem Titel »Cent cinq Costumes des Départments de la Seine inférieure, du Calavados, de la Manche et de l’Orne. – Das Frontispiz nur mit der Adresse des Verlegers Durand (siehe Colas’ Anmerkungen zu einer zweiten Auflage ohne Textteil). – Angesichts der prächtig kolorierten großen Kupferstiche auf starkem Velin betonte schon Colas: »cette belle suite est rare complet«.

33,5 : 24,0 cm. [2], 46, [2] Seiten, 106 Kupfertafeln. – Ränder berieben, Deckel mit kleinen Schabspuren. – Die ersten und letzten Textblätter stockfleckig, die übrigen Textblätter nur ganz vereinzelt. Die Tafeln sehr gut erhalten.

Colas 1770. – Brunet III, 795. – Nicht bei Lipperheide

618  C[asimiro] Castro, J[uan] Campillo, L. Auda [und] G. Rodriguez. Mexico y sus Alrededores.

Schätzpreis/Estimate: € 5000

Ausrufpreis/Starting bid: € 3900

Coleccion de vista, trajes y monumentos. Mexico, Decaen Editor 1863/1864 [nach 1865]. Mit 48 Lithographien, davon zwölf koloriert, die übrigen meist getönt oder mehrfarbig gedruckt, auf 44 Tafeln, davon eine als Titel, und einem gefalteten Plan. Leinenband der Zeit mit Titel und Jahreszahl »1867« in Goldprägung.

Die gegenüber der ersten von 1855/57 deutlich erweiterte Ausgabe, datiert auf dem Titelblatt »1863/64«, der gefaltete Plan von Mexiko-Stadt am Anfang des Bandes aber von 1865. Im vorliegenden Exemplar sind drei Lithographien aus der »segunda edicion« enthalten, gegenüber einem Vergleichsexemplar zwei zusätzliche und eine im Austausch. Es gibt Exemplare mit erläuterndem Text und ohne diese 32 Seiten. – W. Michael Mathes bezeichnet Castros imposante Bildfolge als »one of the most significant lithographic productions in the history of art« und zugleich als »the most important work illustrating Mexico in the 19th century«. – Mit Ansichten auf Mexiko-Stadt, Guadalupe, Alameda, Orizava und Veracruz, teils aus der Vogelschau (»taken from a Balloon«), großen Ansichten von Straßen, Plätzen, öffentlichen Gebäuden und Kirchen, mexikanischen Landschaften und Trachten. – Alle Lithographien mit Bildtiteln in Englisch, Spanisch und Französisch.

44,8 : 32,0 cm. – Einband leicht berieben und bestoßen, hinteres Gelenk aufgerissen. – Vorsatzränder spakig, hinteres Vorsatzblatt fehlt, Innengelenke gebrochen. – Durchgehend, teils auch stärker stockfleckig. – Zehn Tafeln papierbedingt stärker gebräunt.

Vgl. Abbey Travel 672. – Lipperheide Md 17 und 18, Colas 547 und Sabin 48590 (alle frühere Ausgaben weniger Lithographien)

619  Alaminos – Corridas de Toros.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Dibujado del natural por J. Alaminos en vista de las fotografias de J. Laurent. Madrid, J. Laurent [ca. 1870]. Lithographiertes Titelblatt und 32 farbig lithographierte Tafeln. Halblederband mit vergoldetem Rückentitel.

Lithographierte Stierkampfszenen mit berühmten Stierkämpfern aus dem Spanien des 19. Jahrhunderts nach Fotografien von Jean Laurent. – Juan Alaminos war ein spanischer Maler, spezialisiert auf Porträt- und Genremalerei. Er schuf eine Vielzahl von Stierkampfszenen und illustrierte verschiedene Werke. Jean Laurent (1816–1886) zählt zu den frühesten spanischen Fotografen und dokumentierte bereits um 1870 seine Heimat.

16,0 : 23,5 cm. 33 Tafeln. – Gelenke und Kapitale berieben. – Exlibris. Kleine Fehlstelle im Titelblatt überklebt.

620  Francisco de Goya [y Lucientes]. Tauromachia.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 370

43 Faksimile-Wiedergaben in Kupfertiefdruck. Herausgegeben von Hugo Kehrer. München, Hugo Schmidt 1923. Mit 43 Kupfergravuren. Originalpergamentband mit vergoldetem Rücken- und Deckeltitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 500 Exemplaren. – Druck der Gravuren in der Kunstanstalt J. B. Obernetter, des Textes von F. Bruckmann A. G., beide München. – »Tauromachia« war nach »Caprichos« und »Los Desastres de la Guerra« der dritte und letzte zu Lebzeiten des Künstlers vollendete große Radierzyklus. – Die »Tauromachia«, zunächst als Illustrationen einer Geschichte des Stierkampfes von Don Nicolás Fernández gedacht, erweiterte Goya später, löste sich von der literarischen Vorlage und gab 1816 eine Folge von 33 Blättern heraus. Später erweiterte er die Suite um zusätzliche zehn Radierungen. – Tadellos erhalten.

49,0 : 38,0 cm. 15, [1] Seiten, 43 Tafeln. – Untere Ecken etwas gestaucht.

621  Francisco de Goya y Lucientes. Los desastres de la guerra.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 480

Zweiundachtzig Faksimile-Wiedergaben in Kupfertiefdruck nach den Vorzugsdrucken des Kupferstichkabinetts in Berlin. Herausgegeben von Hugo Kehrer. München, Hugo Schmidt 1921. Mit 82 Gravuren. Originalpergamentband mit Vergoldung.

Eins von 500 Exemplaren. – »Einmalige nummerierte Faksimile-Ausgabe«. – Auf Velinkarton gedruckt. – »Die lapidaren Beschriftungen zu den Radierungen […] zeigen den sarkastischen Geist, schließlich die tiefe Verachtung der Menschen und menschlicher Zustände, die Goya am Ende seines Lebens, in Todesnähe, erfüllte. […] In diesen späten Zeichnungen erreicht er menschlich und als Künstler den Rang Rembrandts, nur, daß seine Nöte auch die unseren sind.« (Erhard Göpel, Die Zeit). – Die Schmidt-Editionen kamen den Madrider Originalausgaben in der Druckqualität sehr nahe, da Max Friedländer, Direktor des Berliner Kupferstichkabinetts, die Klischees anhand der hervorragenden Abzüge der Berliner Sammlung verglich und korrigierte. – Mit einer Einleitung und einem Verzeichnis der Bildtitel.

31,5 : 30,8 cm. [4], 13, [1] Seiten, 82 Gravuren. – Deckelränder gebräunt. – Tafeln an den Rändern minimal gebräunt.

622  Meyer’s Universum

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Erster [bis] 21. Band. Hildburghausen und New York, Bibliographisches Institut 1834–1860. Mit 21 gestochenen Titelblättern, 20 (statt 21) Drucktitelblättern mit Vignette und 989 Stahlstichtafeln. Meist blau marmorierte Pappbände der Zeit.

Vollständiges Exemplar eines der ambitioniertesten Verlagswerke des 19. Jahrhunderts, Bände 1 und 2 in sechster, die übrigen in erster Auflage. – Nachdem der Verleger und Publizist Joseph Meyer gemeinsam mit dem Journalisten Philip Jakob Siebenpfeiffer 1832 mit förderativen Ideen auf dem Hambacher Fest und liberalen Zeitungsprojekten an der Zensur gescheitert war (die seinem Bibliographischen Institut sogleich den Vertrieb jeglicher Zeitung verboten hatte), entwickelte Meyer den Plan, sich in seinem »Universum«, einer »Bildergallerie für alle Stände und jeden Alters«, dennoch politisch äußern zu können. Die Auslieferung erfolgte in Lieferungen so geringen Umfangs, dass die Zensur nicht tätig wurde. »Der Anfangserfolg muss alle Erwartungen übertroffen haben […] ›Meyer’s Universum […] wurde das erfolgreichste periodische Unternehmen des Verlags. […] Da Meyer außer London und Frankfurt nur einige thüringische Orte kannte, schöpfte er die geographischen Informationen aus zeitgenössischen Reise- und Nachschlagewerken. […] Von eigener Prägung sind jedoch die zeitkritischen Exkurse, denen die Veduten oft nur zum Anlaß dienten.« Immer wieder erläuterte Meyer in den Vorreden der Bände die publizistische Situation in Deutschland. – Die Stahlstiche mit Städten, Landschaften, Gebäuden, Naturereignissen, antiken Ruinen u. v. a. – Vollständige Exemplare sind durch die vielfache Vereinzelung der früher als Wanddekoration und Reiseandenken geschätzten Stahlstiche selten geworden.

19 : 27 cm. Zusammen etwa 3000 Seiten, 1010 Stahlstiche. – Vierzehn Bände uniform gebunden, die übrigen abweichend. Alle etwas berieben und meist bestoßen. – Durchgehend mehr oder weniger stockfleckig. – Nicht eingehend kollationiert, kein Rückgaberecht.

Sarkowski, Bibliographisches Institut 6 und 13.31. – Engelmann, Bibliotheca geographica I, 51. – Vgl. Sabin 48674 (amerikanische Lizenzausgabe)

623  Theodor Nöldeke. Neun eigenhändige Briefe und zwei eigenhändige Briefkarten, alle mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1100

Zusammen 25 Seiten. 1898–1923.

Briefe des Straßburger Orientalisten Theodor Nöldeke (1836–1930) an den Gelehrten Immanuel Löw (1854–1944), der seit 1878 Rabbiner im ungarische Szeged war. Er erforschte und systematisierte die talmudische und rabbinische Lexikographie und vor allem die biblische Botanik. Während seiner Studien entstand der Kontakt zu Nöldeke, der sich mit semitischen Sprachen und der arabischen, persischen und syrischen Literatur befasste. – 20.9.1898: »Soeben bin ich damit fertig geworden, Ihre Verbesserungen in mein Exemplar des Payne Smith einzutragen«. – Die folgenden Briefe mit vielen Detailerörterungen zu Übersetzungen, Lesarten und Schreibweisen mit arabischen und hebräischen Zitaten. Nöldeke zitiert und kommentiert viele Publikationen ausführlich. – 1921 wurde Immanuel Löw wegen staatsfeindlicher Äußerungen zu mehreren Monaten Gefängnis verurteilt und verfasste dort sein bis heute gültiges Hauptwerk »Die Flora der Juden«. – 15.2.1921: »Endlich also wieder einmal von Ihnen ein Schreiben, wenn auch nicht von Ihrer eigenen Hand! Warum Sie nicht frei über sich verfügen können, ist mir vollkommen rätselhaft.« – Drei Monate später bedankte sich Nöldeke, der inzwischen wohl von der Inhaftierung erfahren hatte, für einen Artikel Löws in der »Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft der Juden«: »Besten Dank für Ihren ›Kuss‹! Dass Sie unter so trübseligen Verhältnissen solch eine Abhandlung fertig kriegten, so voll allseitiger Gelehrsamkeit und zugleich Zeugnis Ihres Geschmacks, macht Ihnen alle Ehre!« – Die letzte Karte schrieb Nöldeke am 19.6.1923, »unmittelbar vor der ungeheuren Erhöhung der Porti, die durch die von Allah zugelassenen Scheuslichkeiten mit so vielem anderen Elend notwendig geworden zu sein scheint«. Das Porto für eine Briefkarte betrug damals bereits 1.400 Mark. – Inhaltsreiche Briefe mit bedeutenden Überlegungen zu semitischen Sprachen und dem Verhältnis der abrahamitischen Religionen.

624  Friedrich Nietzsche. Der Fall Wagner.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Ein Musikanten-Problem. Leipzig, C. G. Naumann 1888. Originalbroschur in Leinenkassette.

Erste Ausgabe. – Eins von nur 500 Exemplaren, weitere 500 Exemplare wurden irrtümlich bereits als »zweite Ausgabe« bezeichnet, die aber tatsächlich erst 1891 erschien. – Der Text entstand als Folge einer Unterhaltung zwischen Friedrich Nietzsche und Peter Gast in einer Reihe von Briefen. Von Mitte der 1860er Jahre bis zu Wagners angeblicher Hinwendung zum Christentum hatte Nietzsche den Komponisten bewundert, dann schlug die Freundschaft in offene Feindschaft um. Nur ein Jahr später erschien Nietzsches Resümeé der jahrzehntelangen Beziehung, »Nietzsche contra Wagner«. – Ansehnliches und unbeschnittenes Exemplar in der Originalbroschur.

24,0 : 15,0 cm. [8], 57, [1] Seiten. – Broschurumschlag leicht angestaubt und mit einer Schabstelle auf dem Vorderdeckel, leichte Rand- und Eckläsuren teils sorgsam hinterlegt. Rücken und Gelenke mit deutlichen Spuren ehemaliger Einbindung. – Neu auf Japanfalze geheftet.

Schaberg 54. – Krummel XVII

625  Friedrich Nietzsche. Götzen-Dämmerung

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

oder Wie man mit dem Hammer philosophirt. Zweite Auflage. Leipzig, C. G. Naumann 1893. Originalbroschur.

Wie für die erste Auflage, für deren Druck Nietzsche selbst aufgekommen war, wurden im Mai 1893 erneut 1000 Exemplare gedruckt. – Nietzsche hatte im September 1888 diesen ersten Teil seines gewaltigen Projekts der »Umwerthung aller Werthe« abgeschlossen, aus welchem später »Ecce Homo«, »Dionysos Dithyramben« und »Nietzsche contra Wagner« hervorgehen sollten. Ihm schwebte zunächst der Titel »Müßiggang eines Psychologen« vor. Peter Gast fand, dieser Name klinge zu anspruchslos. Am 20. September 1888 schrieb er an Nietzsche, dieser habe seine »Artillerie auf die höchsten Berge gefahren, habe Geschütze, ›wie es noch keine gegeben‹ und brauche nur ›blind zu schießen, um die Umgegend in Schrecken zu versetzen‹. Alles das sei kein ›Müßiggang‹ mehr.« (R. Margreiter bei Volpi, Lexikon der philosophischen Werke).

23,4 : 15,7 cm. [8], 116 Seiten. – Umschlag am Rücken eingerissen, vorderer unten geknickt und mit Besitzvermerk, Ränder etwas gebräunt und »ausgefranst«.

Schaberg 56 Anmerkung

626  Friedrich Nietzsche. Also sprach Zarathustra.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 2400

Ein Buch für Alle und Keinen. Leipzig, Insel 1908. Mit üppigem Buchschmuck in Purpur und Gold von Henry van de Velde. Originalpergamentband mit breiten »Yapp edges«, vergoldeten Vignetten auf Vorderdeckel und Rücken sowie Kopfschnittvergoldung. Im Originalschuber.

Eins von 430 Exemplaren im Pergamenteinband (Gesamtauflage 530). – Sehr breitrandig in Gold, Purpur und Schwarz gedruckt in der Offizin W. Drugulin, Leipzig, mit zahlreichen kleinen, in Gold gedruckten Alineazeichen. Die Schrift wurde von Georges Lemmen, Brüssel, 1900 gezeichnet und von ihm unter Mitwirkung von Harry Graf Kessler geschnitten. – Auf handgeschöpftem Van Gelder-Bütten mit dem von van de Velde entworfenen Signet des Weimarer Nietzsche-Archivs als Wasserzeichen. – Die gesamte Ausstattung des Buches und die Drucklegung übernahm Henry van de Velde.

37,8 : 25,8 cm. [8], 160, [4] Seiten. – Deckel leicht angestaubt. Vordergelenk angeplatzt. – Durchgehend gering stockfleckig, Vorsätze und erste Seiten stärker.

Sarkowski 1193. – Brinks 79 (Abb.). – Schauer II, 16 (mit Abbildung). – Eyssen S. 17ff. (mit doppelseitiger Abbildung). – Papiergesänge 31

627  Dante Alighieri – Il Codice Trivulziano 1080 delle Divina Commedia.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Riprodotto in eliocromia sotto gli auspici della sezione Milanese dell Società Dantesca Italiana […] con cenni storici e descrittivi di Luigi Rocca. Mailand, Ulrico Hoepli 1921. Durchgehend farbige Faksimilelichtdrucke. Originallederband mit Blindprägung und goldgeprägten Titeln.

Eins von 350 Exemplaren. – Aufwändiges Faksimile der Handschrift aus dem 14. Jahrhundert, die in der Biblioteca Trivulzian aufbewahrt wird. Die Bibliothek im Mailänder Castello Sforzesco ist unter anderem für ihre Dante-Sammlung berühmt. – Mit dem Kommentarbeiheft – Gedruckt bei Calzolari & Ferrario, Mailand, gebunden bei Legatoria Sociale, Mailand.

38,8 : 27,5 cm. 107 Faksimileblätter. – Einband, besonders am Rücken, berieben, Deckel mit weißen Farbspuren.

628  Dante [Divina Comedia] con l’espositioni di Christoforo Landino, et d’Alessandro Vellutello.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Sopra la sua Comedia dell’ Inferno, del Purgatorio, & del Paradiso. Con Tavole, Argomenti, & Allegorie, & riformato, riveduto, & ridotto alle sua vera lettura, per Francesco Sansovino Fiorentino. Venedig, Fr. Rampazetto für Giambattista und Marchio Sessa 1578. Mit großem Danteporträt als Titelholzschnitt, 96 teils wiederholt vorkommenden Textholzschnitten und einer Holzschnitt-Druckermarke am Schluss. Pergamentband der Zeit mit vergoldetem Rückentitel.

Erster Neudruck der von Sansovino herausgegebenen Ausgabe, die erstmalig die Kommentare von Landino und Vellutello gemeinsam enthielt. – Mit Widmung des Druckers Rampazetto an den Herzog von Mantua, Gulielmo Gonzaga. – Das Dante-Porträt in breiter Kartusche auf dem Titel und die schönen Holzschnitte stammen aus der Francesco Marcolini-Ausgabe von 1544. – »Marcolinis’s artist shows himself independent of the earlier editions. While the fifteenth-century blocks could serve as a quick reference for figures in the text, these 1544 blocks are an extension of the commentary, a more instructive form of illustration« (Mortimer). – Insgesamt sehr gut erhalten.

33: 23 cm. [28], 163, [4], 164–392 Blätter. – Rücken wurmstichig. – Bindung unten etwas gelockert. Einige Ränder mit Farbspuren von der Schnitteinfärbung. Die letzten Blätter von Teil 1 gebräunt. – Zahlreiche alte Anmerkungen.

Adams D 108. – Mortimer 148 Anmerkung. – Graesse II, 330

629  Dante Alighieri. Göttliche Comœdie.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Metrisch übertragen und mit kritischen und historischen Erläuterungen versehen von Philalethes. Erster [bis] Dritter Theil. – Die Hölle. – Das Fegefeuer. – Das Paradies. Dresden und Leipzig, Arnold 1839, 1840 und 1849. Mit drei Titelkupfern, vier gestochenen Umschlagillustrationen, gestochenen und mit Tonplatte gedruckten Titeln sowie acht gefalteten Kupferstichen. Späterer Halbpergamentbände mit kalligraphiertem Rückentitel.

Vollständiges Exemplar aller drei Teile in den endgültigen Fassungen. – »Die Hölle«, die bereits 1828 und 1833 einzeln erschienen war, in zweiter vermehrter Ausgabe, »Fegefeuer« und »Paradies« in erster. – Die Übersetzung stammt von Prinz Johann von Sachsen (1801–1873), ab 1854 sächsischer König. Unter seinem Pseudonym (Freund der Wahrheit) schuf er die bis heute anerkannte deutsche Fassung mit ausführlichen Anmerkungen. – Die Kupfer auf Frontispizen und Umschlägen (Teil 1 auch mit Hinterumschlag) stammen von M. Retzsch, H. Hess, L. Richter und E. Bendemann. – Die Faltkupfer mit Karten von Florenz und Umgebung, einer eindrucksvoll genauen Schnittdarstellung des Abstiegs in die Hölle, einem Grundriss des Fegefeuers und einer Ansicht vom »Sitz der Seligen«. – Kleiner Trockenstempel auf den Vorsatzblättern.

27,4 : 22,0 cm. [2], IV, 300; VI, 336; X, 440 Seiten; 14 Kupfer. – Zehn Blätter am Anfang von Band 1 im Unterrand beschädigt.

Rümann 294

630  Dante Alighieri. Göttliche Komödie.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 480

Übersetzt von Wilhelm Krigar. Illustrirt von Gustave Doré. Mit einem Vorwort von Karl Witte. Erster [bis] Dritter Theil: Die Hölle. – Das Fegefeuer. – Das Paradies. Berlin, W. Moeser [1870–1871]. Mit 136 Holzschnitten nach Gustav Doré, davon ein Dante-Porträt, und zahlreichen Holzschnittinitialen und -zierstücken. Dunkelrote Maroquinbände um 1900; Titel, Bordüren und Buchschnitt vergoldet.

Erste deutsche Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Dorés prächtige Illustrationen, in Holz geschnitten für die 1861–1868 erschienene französische Ausgabe, prägten auch die Vorstellungen des deutschen Publikums für lange Zeit. Detailverliebt und fast bildhaft macht Doré den Betrachter bis heute zum nahen Begleiter der beiden Protagonisten. – Die Holzschnitte mit Tonplatte gedruckt, jeder mit einem Seidenvorblatt mit dem Textzitat. – Auf glattem weißen Papier. – Opulente Ausgabe.

38 : 29 cm. XVI, 168; VIII, 176; [8], 171, [1] Seiten, 136 Holzschnitte. – Titel von Band II leicht stockfleckig. – Exlibris Christian Rapp.

631  Dante Alighieri. La Divina Commedia.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Illustrata dall Attilio Razzolini di Firenze. Mailand, Alfieri Lacroix 1902. Mit vier illustrierten Titelblättern und 102 illustrierten Seiten. Brauner Ecrasélederband mit reicher Vergoldung.

Seltene Ausgabe. – Kleinformatiges, sehr feines Faksimile des Originalmanuskripts, das Attilio Razzolini 1902 auf 104 Pergamentblätter kalligraphiert und mit Randleisten und Initialen verziert hatte. Die Miniaturenbilder zeichneten A. Alessandrini, S. Bicchi, I. Olivotto, G. Tetti und V. Pochini. – Das Originalmanuskript ist Teil der Ryland Collection in der University Library Manchester. – Elegant gebundenes Exemplar mit Seidenvorsätzen und floralen Bordüren. – Mit goldgeprägtem Exlibris William Davignon. – Eine Beigabe.

14,5 : 20,2 cm. [110] Seiten. – Deckel minimal berieben, 2 kleine Farbspritzer.

632  Dante Alighieri. Vita nova.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Illustrée par Maurice Denis. Traduite par Henry Cochin. Paris, Le Livre Contemporain 1907. Mit zahlreichen ein- und mehrfarbigen, teils blattgroßen Farbholzschnitten von Jacques Camille und Georges Beltrand nach Maurice Denis. Lose Doppelblätter in Originalumschlag.

Eins von 130 Exemplaren, dediziert für M. F. Neves. – Auf chamoisfarbenem Bütten »BFK Rives«. – Italienisch-französischer Paralleltext. – Maurice Denis (1870-1943) war zusammen mit Pierre Bonnard und Édouard Vuillard, mit denen er sich ein Atelier teilte, Gründungsmitglied der Künstlergruppe »Les Nabis«. 1903 veröffentlichte Ambroise Vollard seine 216 Holzschnitte zu Thomas von Kempis »L’imitation de Jésus-Christ«.

30,5 : 22,5 cm. VIII, 111, [1] Seiten. – Die Chemise restauriert, der Schuber erneuert.

Monod 3408

633  Dante. Stellen a. d. Goettlichen Komoedie.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Umdichtung v. Stefan George. Berlin, Verlag der Blätter für die Kunst 1909. Flexibler Originalpergaminband mit Titelaufdruck in Rot und Blau.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren. – »In genauer Nachbildung der Ur-Schrift bei Otto von Holten Berlin hergestellt. – Druck nach Georges Handschrift in Rot und Blau auf Bütten. – Schönes Exemplar.

28,2 : 18,5 cm. [40] Seiten. – Pergaminumschlag etwas gebräunt und mit kleinen Abplatzungen. – Oberer Schnitt etwas gebräunt.

Landmann 296

634  Dante Alighieri. Göttliche Comödie.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Übertragen von Philalethes. [Drei Teile in einem Band]. München, Hans von Weber 1914–1916. Pergamentband mit reicher Goldprägung.

Fünfter Hyperiondruck. – Eins von 400 Exemplaren für den Handel, weitere 100 römisch nummerierte waren der Vereinigung »Die Hundert« vorbehalten. – Satz aus der Kursiv von Christoph van Dyck. – Druck bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Auf Van Gelder-Bütten. – Die Übersetzung stammt von Prinz Johann von Sachsen (1801–1873), ab 1854 sächsischer König. Unter seinem Pseudonym (Freund der Wahrheit) übersetzte er unter anderem Dantes Komödie. – Alle drei Teile hier zusammengebunden, am Ende der Druckvermerk von Teil 1. – Der Einband mit prächtiger Vergoldung beider Deckel, des Rückens und der angeschrägten Innenkanten blieb unsigniert.

29,8 : 22,0 cm. [8], 189, [1]; [4], 191, [1]; [4], 196, [2] Seiten. – Die erste und letzte Seite, beide leer, stockfleckig.

Rodenberg 415, 5. – Schauer II, 62

635  Dante Alighieri – Claus Wrage. 24 Kaltnadel-Radierungen zu Dantes »Vita nouva«.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

1921. 24 : 18 cm (48,5 : 35,2 cm). Signiert und bezeichnet.

»Exemplar I, N: 23/57«, so kryptisch die radierte Titelvignette. – Auf Kupferdruckkarton. – Jede Radierung signiert und mit der Kapitelnummer beschriftet. – Claus (Klaus) Wrage (1891–1984) war eng mit dem Hamburger Expressionisten Karl Lorenz befreundet, hatte 1920 in Malente seine Holm-Presse gegründet und mehrfach Holzschnitte zu Lorenz’ Almanachen und Zeitschriften beigesteuert. Im Handel und im Bestand des Lindenau-Museums (Sammlung Hoh) sind nur seine Holzschnitte zu Dantes »Divina Commedia« nachweisbar. – Der radierte Titel (15,5 : 17,5 cm) auf Kartonblatt montiert. Alle zusammen lose in moderner Halbpergamentmappe.

Das erste Blatt links unten mit schmalem Knick, die beiden letzten am Unterrand leicht fleckig.

Nicht Kat. Lindenau-Museum, nicht bei Rifkind Collection

636  Dante [Alighieri]. Das neue Leben.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 950

Mit Holzschnitten von Erwin Lang. Wien und Leipzig, Avalun 1921. Mit neun großen Textholzschnitten und einer Holzschnittinitiale. Rotgefärbter Originalpergamentband mit goldgeprägten Titeln und Vignette, Kopfschnitt vergoldet.

Achter Avalun-Druck. – Eins von 30 römisch nummerierten Vorzugsexemplaren im Pergamenteinband (Gesamtauflage 300). – Auf schwerem Hadernbütten gedruckt bei Jakob Hegner, Dresden-Hellerau. – Die Einbände fertigte E. A. Enders in Leipzig nach Entwurf von Walter Tiemann. – Die Übersetzung stammt von Richard Zoozmann. – Der in Wien geborene Erwin Lang (1886–1962) war Mitglied des Hagenbundes (zusammen mit Kokoschka und Schiele) und stellte 1911 erstmals aus. Seine Dante-Holzschnitte wurden bereits 1913 für eine Ausgabe des Georg Müller Verlags stark verkleinert als Strichätzungen reproduziert, für die prächtige Avalunausgabe wurden sie erstmals in voller Größe (26 : 24 cm) von den Originalstöcken gedruckt.

51,5 : 38,0 cm. 65, [7] Seiten. – Pergament teils etwas verfärbt. – Einige Ränder leicht fleckig. – Gestochenes Exlibris.

Rodenberg 332, 8. – Sennewald 21,1

637  Dante Alighieri. Die Göttliche Komödie.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 480

Deutsch von Otto Gildemeister. Herausgegeben von Karl Toth. Farbenphantasien von Franz von Bayros. Erster [bis] Dritter Band. Hölle. – Fegefeuer. – Paradies. Zürich/Leipzig/Wien, Amalthea 1921. Mit zusammen 60 farbigen Lichtdrucken nach den Aquarellen. Grüne Originalmaroquinbände mit Marmorpapiervorsätzen und reicher Deckel-, Rücken- und Schnittvergoldung.

Eins von 1100 Exemplaren der italienisch-deutschen Parallelausgabe. – Das Widmungsblatt für »Prinz Philipp von Hessen, dem gütigen Freunde und Förderer meiner Kunst« von Franz von Bayros signiert. – Die Lichtdrucke auf Kartonblätter aufgewalzt, jeweils mit einem Seidenvorblatt mit der entsprechenden Textpassage. – Alle Textseiten mit farbigen Bordüren umrahmt, wie die Titel der drei Teile in Blau, Grün und Rot. – Von der Rückenverfärbung abgesehen, sehr gut erhalten.

26,9 : 23,5 cm. – Rücken stark, aber gleichmäßig und auch die Oberkanten und zwei Deckeloberränder gebräunt.

638  Dante Alighieri. La Divina Commedia.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 550

München, Bremer Presse 1921. Pergamentband mit Rückenvergoldung im Stil der Bremer Binderei.

Neuntes Buch der Bremer Presse. – Eins von 300. – Breitrandiger Handpressendruck auf Zanders-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Gesetzt aus der 16pt Antiqua, der Hauptschrift der Presse. – Titel, Zwischentitel und Initialen sowie die drei ganz außergewöhnlichen Eingangsinitialen des jeweils ersten Gesangs zeichnete Anna Simons. – Herausgegeben von Berthold Wiese. – Die erste Hälfte des Werkes wurde Anfang 1921 noch in Bad Tölz gedruckt. Die geplanten zweiseitigen Holzschnitte von Ferdinand Hodler wurden nicht ausgeführt.

34 : 21 cm. [6], 458, [8] Seiten.

Lehnacker 9. – Rodenberg 58, 10. – Schauer II, 68. – Papiergesänge 37

639  Dante Alighieri. Sonetti, Ballate, Sestine.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Scritta a mano die Anna Simons […] dall’originale nel xv. centenario del Poeta. München, Drei Masken [1921]. Originalpergamentband mit Deckelvignette, Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber mit Pergamentkanten.

Bibliotheca manu scripta (Münchner Skriptor-Drucke), Reihe I, Band VI. – Eins von 100 Exemplaren der Luxusausgabe auf Japan, im Druckvermerk von der Schriftkünstlerin signiert. – Nach der Kalligraphie von Anna Simons geedruckt in Blau und Schwarz.

19,0 : 16,0 cm. [36] Seiten. – Vereinzelte Blätter im Falz minimal stockfleckig.

Rodenberg 441, I.2

640  Dante Alighieri. Die gœttliche Komœdie.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Uebersetzt von Karl Witte. Mit einer Einleitung von Max von Boehn. Berlin, Askanischer Verlag 1921. Mit zahlreichen, teils montierten Abbildungen. Originallederband mit reicher ornamentaler Blindprägung und rot-goldenem Rückenschild, Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 250 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder. – Die Einleitung des Kulturhistorikers Max von Boehn erläutert reich bebildert Dante-Illustrationen aus sechs Jahrhunderten. – Der Erstdruck der Übersetzung von Karl Witte entstand bei Otto von Holten, Berlin, gesetzt aus der George-Type. – Vortitel mit eigenhändiger Widmung des Herausgebers.

26,3 : 20,0 cm. 573, [1] Seiten. – Rücken stark, Kanten leicht berieben.

641  Dante Alighieri. Die Hölle.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 670

Mit Radierungen von Willy Jaeckel. Berlin, Hans Heinrich Tillgner 1923. Mit 35 Radierungen, davon zehn blattgroß. Schwarzer Originalschweinslederband mit goldgeprägten Titeln.

Eins von 80 Exemplaren der Vorzugsausgabe B mit den signierten Radierungen und in Schweinsleder gebunden (Gesamtauflage 200). – Auf Drysted-Bütten. – Nach der Übersetzung von Karl Streckfuß neu bearbeitet von Richard Hirsch. Den Text druckte Jakob Hegner, Dresden-Hellerau, die Radierungen die Ensrud-Presse, Berlin. – »Jaeckels Expressionismus ist ein sehr persönlicher. Sein ›Hang zum Metaphysischen, zum visionär Versponnenen und zugleich Ekstatischen […]‹ ist besonders in seinen großen graphischen Zyklen zu erkennen.« (Adolf Sennewald). – Die Radierungen Jaeckels zu Dantes Göttlicher Komödie – es waren zunächst Illustrationen zu allen drei Teilen geplant, die aber nicht realisiert wurden – gelten als »seine bedeutendsten Buchillustrationen. […] Während vielfach die Schilderungen der jeweiligen Höllenorte die Künstlerphantasien mindestens ebenso anregten wie die des Geschehens – man denke an Gustav Doré – reduziert Jaeckel diese auf das Wesentliche, woraus um so klarer die jeweilige Situation um Dante und Vergil hervortritt. […] Unter den großartigen Bilderfindungen Jaeckels begeistert diejenige des Drachens Geryon besonders« (Stilijanov-Nedo, Regensburg 1987, mit Abbildung der Geryon-Graphik auf dem Umschlag). Ludwig Volkmann stellte Jaeckels graphische Ausdruckskraft im Dante ebenbürtig neben die Schöpfungen William Blakes.

43 : 30 cm. 96, [4] Seiten. – Rücken oben und unten leicht berieben. – Einige Blattränder leicht fingerfleckig.

Stilijanov-Nedo 95, Seite 29f. – Lang, Expressionismus 138. – Sennewald 23, 2

642  Dante Alighieri. Die Hölle.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Mit Radierungen von Willy Jaeckel. Berlin, Hans Heinrich Tillgner 1923. Mit 35 Radierungen, davon zehn blattgroß. Halbleinenband.

Unnummeriertes Exemplar, wie die 100 der Ausgabe C im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Drysted-Bütten.

42,5 : 30,2 cm. 96, [4] Seiten. – Rücken erneuert, Deckel berieben. – Die Blätter mit beim Druck entstandenen Quetschfalten. Vereinzelt leicht fleckig.

Stilijanov-Nedo 95, Seite 29f. – Lang, Expressionismus 138. – Sennewald 23, 2

643  Dante Alighieri. La Divina Comedia

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1600

coi disegni di Sandro Botticelli. Berlin, Officina Serpentis 1925. Mit 86 Holzschnitten nach Botticellis Vorlagen und 107 in Rot gedruckten Initialen und Zwischentiteln nach H. Th. Hoyer. Violetter Ecrasélederband mit üppiger Vergoldung (signiert: Holzhey & Sohn). Im Schuber mit vergoldeten Lederkanten.

Eins von 200 Exemplaren mit den rot gedruckten Holzschnitt-Initialen (Gesamtauflage 265). – Auf Hahnemühle-Bütten. – Jeder der drei Gesänge wird durch ein typographisches und ein ornamentiertes Zwischentitelblatt eingeleitet, auch diese in Rot gedruckt. Bruno Rollitz schnitt sowohl diese prächtigen Hoyer-Entwürfe, als auch dessen zahlreiche Initialen und die fotografisch auf Holz übertragenen Handzeichnungen Botticellis. – Bereits 1921 hatte Tieffenbach den zweiten Gesang drucken lassen, 1925 erfolgte zusammen mit Teil 1 und 3 ein Neudruck, da ihn die Druck- und Papierqualität der früheren Ausgabe nicht zufriedenstellte. – »Dantes ›Divina Comedia‹ […] reizte Tieffenbach in dessen Urgestalt, will sagen, jenem 1481 bei Nicolaus Laurenti in Breslau, mit Kupferstichen nach Zeichnungen von Botticelli illustriertem Inkunabeldruck. Tieffenbachs 1925 vollendete Neuausgabe […] feierte die Wiedergeburt eines der klassischen Illustrationswerke der Frühdruckzeit.« (Jürgen Eyssen). – Wenn auch kein Exemplar der Vorzugsausgabe ist das vorliegende überaus prächtig gebunden, die Deckelkanten mit breiten Bordüren und Fleurons, Kopfschnittvergoldung, die Spiegel und Vorsatzblätter aus Marmorpapier. – Aus der Bibliothek Salman Schocken, versteigert 1976 in Hamburg (Dr. Ernst Hauswedell, Auktion 211, KatNr. 910).

39,8 : 28,8 cm. [84, 76, 76, 4] Seiten. – Bünde und Ecken minimal berieben, minimal fleckig. – 2 Seiten mit kleinem Tintenfleck am Rand.

Rodenberg 516. – Backe/Köppen 110. – Eyssen S. 92

644  Dante Alighieri – Ebba Holm. Dante Alighieri. La Divina Comedia.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Zuschlag/Hammerprice: € 5500

107 Holz- und Linolschnitte. Um 1923–1928. Ca. 25 : 20 cm (44,8 : 27,8 cm). Signiert und bezeichnet, einige datiert.

Die vollständige Folge enthält: Dante-Porträt (koloriert), Hauptitel sowie, jeweils durch einen ornamentalen Zwischentitel eingeleitet, die drei Teile »Inferno« (35 Linolschnitte), »Purgatorio« (33) und »Paradiso« (34). – Auf Zanders-Bütten. – Auf die unsignierten Zwischentitel wurde jeweils der in Tusche geschriebene italienische Titel aufgezogen. – Ebba Holm (1889–1967) studierte zunächst in Berlin, später auch in Paris. Von entscheidender Bedeutung für ihr künstlerisches Schaffen waren die wiederholten Italienaufenthalte. Sie gewann dort Einblicke in die Kunst der Renaissance und teilte die damals dort neu aufkommende Begeisterung für den Holzschnitt. Sie wurde Mitarbeiterin der italienischen Zeitschrift »Xilografia« und ab 1923 entstand der vorliegende Zyklus, der nie veröffentlicht, in Teilen aber ausgestellt wurde. – Das Exemplar aus dem Nachlass der Künstlerin, mit ihrem Exlibris auf dem Innendeckel und einem eigenhändigen (?) Inhaltsverzeichnis in italienischer Sprache samt der Bleistiftanmerkung »Traesnit samt enkelte linoliumssnit | Eneste eksisterende mappe«.

Mappe etwas lädiert. – Der letzte Linolschnitt rückseitig gebräunt.

Vollmer II, 474

645  Dante Alighieri. Die göttliche Komödie

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

und andere Werke. 15 Übersetzungen ins Deutsche. 1767–1943. Originaleinbände.

Meist erste Ausgabe der jeweiligen Nachdichtung, teils italienisch-deutscher Paralleltext. – I. L. Bachenschwanz. Hölle/Paradies (Fegefeuer fehlt). Leipzig 1767 und 1769. – II. Karl Ludwig Kannegießer Lyrische Gedichte. Leipzig 1827. – III. J. B. Hörwarter und K. v. Enk. Innsbruck 1830. – IV. Philalethes (Johann, König von Sachsen). 4. Abdruck. Leipzig 1891. – V. Friedrich Notter. Stuttgart 1871–72. – VI. Otto Gildemeister. 3. Auflage. Berlin 1900. – VII.Richard Zoozmann. Poetische Werke. Freiburg 1908. – VIII. Stefan George. Berlin 1912. – IX. Paul Pochhammer. 3. Auflage. Leipzig 1913. – X. Axel Lübbe. Leipzig 1920. – XI. Konrad Falke. Zürich 1921. – XII. Karl Federn. Das neue Leben. Berlin 1921. – XIII. Karl Vossler. 2. Auflage. Heidelberg 1925. – XIV. Rudolf Borchardt. München, Bremer Presse 1930. – XV. Benno Geiger. Dantes Hölle. Padua 1943. – Alle gut erhalten.

646  Dante Alighieri. Illustrationen zur Göttlichen Komödie.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Vier Ausgaben des 19. und eine Faksimileausgabe des 20. Jahrhunderts. 1861–1921.

I. Galleria Dantesca. Riproduzione di 27 grandi quadri dipinti a Finto Arazzo […]. Rom 1861. Montierte Bildtafel mit viersprachigen Textzitaten. – II. Federico Faruffini: Commedia di Dante Alighieri con ragionamenti e note di Niccolo Tommaséo. Drei Bände. Mailand, Pagnoni 1865. Mit 55 Kupfertafeln, die Tommaséo laut Notiz des Vorbesitzers als »fein gestochene Geschmacklosigkeit, die seinen Text verunstaltet hat«, bezeichnete. – III. Buonaventura Genelli. Umrisse zu Dante’s Göttlicher Komödie. Unter Aufsicht des Künstlers gestochen von H. Schütz. Neue Ausgabe mit Erläuterungen in deutscher, italienischer und französischer Sprache. Herausgegeben von M. Jordan. Leipzig, Alphons Dürr 1867. – IV. Bernhard Schuler. Dante’s Göttliche Komödie in 125 Bildern nebst erläuterndem Texte. München, Eigenverlag 1892. – V. Sandro Botticelli. Die Zeichnungen zu Dante Alighieri »Die Göttliche Komödie«. Einleitung von Emil Schaeffer. Berlin, Julius Bard 1921. Faksimile. Eins von 300 (400) Exemplaren. – II-IV großformatig, III mit deutlichen Alterungsspuren.

647  Dante Alighieri. Die göttliche Komödie

Schätzpreis/Estimate: € 350

Zuschlag/Hammerprice: € 230

und andere Werke. Zwölf illustrierte und bibliophile Ausgaben. 1905–1938.

I. Ein Dantekranz aus hundert Blättern. Berlin 1905. Illustrationen von Franz Stassen. – II. Boccaccio. Das Leben Dantes. Leipzig, Insel 1909. Buchschmuck von F. H. Ehmcke. Originalhalbpergament. – III. La vita nova. Illustrata Gabriele Rossetti. Turin 1911. – IV. Opera omnia. Leipzig, Insel 1921. Dünndruck, zwei flexible Originalkalblederbände, Schutzumschlag, Schuber, tadellos. – V. Jubiläumsausgabe zum 600. Todestag. Leipzig, Hesse & Becker 1921. Eins von 260 Exemplaren auf van Gelder-Bütten, Handeinband. – VI. Dasgleiche, anderer Handeinband. – VII. Übersetzung von Karl Witte. Bildern von B. Genelli. Berlin, Askanischer Verlag 1921. – VIII. Sonetti, Ballate, Sestine. Kalligraphie Anna Simons. München 1921. – IX. Übetragungen von Stefan George. 4. erweiterte Auflage. Berlin, Bondi 1925. Blauer Originalkalblederband. – X. L’enfer. Illustrations de Edy Legrand. Paris 1930. –XI. Die Handschriften des Briefes Dantes an Can Grande della Scala. Faksimile. Zwickau 1933. – XII. Erinnerungsausgabe. Übersetzung von Karl Witte. Einleitung von Max von Boehn. Berlin, Askanischer Verlag 1938.

648  Kelmscott Press – Thomas More. Utopia.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 3200

Hammersmith, Kelmscott Press 1893. Mit Holzschnittbordüren und zahlreichen Holzschnitt-Initialen. Flexibler Originalpergamentband mit Schließbändern, Rückentitel vergoldet.

Eins von 300 Exemplaren. – Druck in Rot und schwarz auf kräftigem breitrandigen Bütten. – Mit einem Vorwort und Buchschmuck von William Morris. – Herausgegeben von F. S. Ellis und vertrieben durch Reeves & Turner. – Im England des 16. Jahrhunderts, dem Zeitalter der Renaissance, der Reformation und der Glaubenskriege, in dem ständig Kunde von neu entdeckten Weltgegenden nach Europa drang, trieb den englischen Juristen Thomas More (1478–1535) die Frage um: Kann es ein gerechtes Staatswesen geben, das alle Menschen glücklich und wohlversorgt leben lässt? Vor diesem Hintergrund entstand »Utopia«, der angeblich wahre Reisebericht eines Seefahrers, der ein ideales Staatswesen auf einer Insel jenseits des Äquators erlebt haben will. More diskutiert über Privateigentum und soziale Gleichheit. Das Leben der Utopier ist geprägt vom Streben nach Bildung, Gleichheit und Fleiß, aller Besitz ist gemeinschaftlich, Juristen braucht das Land nicht. Im Gegensatz zur vorherrschenden Auffassung eines jedem Menschen vorbestimmten und unentrinnbaren Schicksals, glaubte der Humanist Thomas Morus an Vernunft und Handlungsfreiheit, die jedem Menschen von Gott gegeben sei. – Mit »Utopia« entstand ein neues Kapitel der Literaturgeschichte, der utopische Roman. – Innen tadellos.

21,0 : 15,0 cm. [6], XIV, 282, [6] Seiten. – Pergament leicht angestaubt.

Sparling 16. – Tomkinson 16

649  Doves Press – [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust. Eine Tragoedie.

Schätzpreis/Estimate: € 2500 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 5000

Zweiter Theil. Doves Press, Hammersmith 1910. Karminroter Originalecrasélederband mit Rücken-, Deckel-, Stehkanten-, Innenkanten- und Schnittvergoldung. Buchschnitt vergoldet. Im gefütterten Originalschuber mit roten Lederkanten (signiert: Frieda Thiersch).

Eins von 250 Exemplaren auf Batchelor-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse (Gesamtauflage 272). – Handpressendruck der Doves Press von Cobden-Sanderson und Emery Walker mit der Doves Press Type in Rot und Schwarz. – Die Titelschriften und die großen Initialen wurden von Edward Johnston gezeichnet und von Eric Gill in Holz geschnitten. – Der umfangreichste von sechs deutschsprachige Goethe-Drucke Cobden-Sandersons. – Marianne Tidcombe bezeichnet den »Faust« als »one of the most beautiful books produced at the Doves Press«. – Die junge Buchbinderin Frieda Thiersch war nach ersten Studien an der Königlichen Kunstgewerbeschule in München nach London gegangen, um bei Cobden Sanderson und Charles McLeish das Buchbinderhandwerk zu erlernen. Entgegen der gängigen Signatur »The Doves Bindery C – S« signierte die gerade einmal 19jährige Frieda Thiersch souverän mit eigenem Namen. – Ehemals Sammlung Ernst Kyriss mit dessen Monogrammstempel auf dem fliegenden Vorsatz. – Tadelloses Exemplar.

23,5 : 16,5 cm. 260, [2]; 373, [3] Seiten. – Kleines Nummernschildchen auf dem Vorsatzblatt.

Tidcombe DP 20. – Tomkinson 56, 20

650  Doves Press – Goethe. Auserlesene Lieder, Gedichte und Balladen. Ein Strauss.

Schätzpreis/Estimate: € 1200 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Ein Strauss. Hammersmith 1916. Flexibler Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (signiert: The Doves Bindery).

Eins von 175 Exemplaren auf Bütten, daneben erschienen zehn Exemplare auf Pergament. – Handpressendruck von T. J. Cobden-Sanderson. – Zwischen- und Kolumnentitel sowie die Initialen wurden in Rot gedruckt. – Beiliegend die Originalrechnung der Doves Press, Hammersmith für J. R. MacDonald Esq. M. P. (1866–1937, Mitbegründer der Labour Party und deren erster Premierminister), mit handschriftlichem Zusatz und Steuermarke und eigenhändiger Quittierung: »1 copy Goethe Gedichte £ 3·3·0 Rec d with thanks Oct 12th 1916 The Doves Press p.p. A. M.« – Thomas James Cobden-Sanderson gilt neben William Morris als der maßgebliche Erneuerer der englischen und darauf folgend der europäischen Buchkunst um 1900. Durch die Weimarer Goethe-Ausgabe angeregt und auf deren Textfassung basierend, edierte er im Laufe der Jahre sechs deutschsprachige Goethe-Drucke: 1906 und 1910 die beiden Teile des »Faust«, 1911 »Die Leiden des jungen Werther«, 1912 »Iphigenie auf Tauris«, 1913 »Torquato Tasso« und schließlich als einen der letzten Drucke der Presse 1916 die vorliegende Auswahl. – Schönes Exemplar, das Pergament etwas dunkler gefärbt als üblich.

23,8 : 17,0 cm. [8], 226, [12] Seiten.

Tidcombe DP 39. – Tomkinson 58, 48