ChristianHesse

Lot 651 – 700 | Hesse-Auktionen
Lot 651 – 700

651  Max Ernst – Kleist · Brentano · Arnim. Caspar David Friedrich. Seelandschaft mit Kapuziner. Paysage marin avec un Capucin.

€ 200

Illustriert und ins Französische übertragen von Max Ernst. Zürich, Hans Bolliger 1972. Mit einer Lithographie als Frontispiz und sechs Abbildungen nach Collagen. Originalbroschur.

Eins von 500 Exemplaren (Gesamtauflage 607). – Auf Velin von BFK Rives. – Der Text von Arnim und Brentano entstand unter dem Eindruck des Gemäldes von Caspar David Friedrich. Heinrich von Kleist überarbeitete die erste Fassung stark und veröffentlichte den Text in den von ihm herausgegebenen »Berliner Abendblättern«. Max Ernst übertrug die Texte erstmals ins Französische und illustrierte das Werk mit sechs Collagen. – Nachwort von Werner Spies. – Dazu: Max Ernst. 24 Frottagen. Mit einem Text von Jean Tardieu »Déserts plissés«. Zürich, Hans Bolliger 1973. Mit zwei Lithographien von und 24 Tafeln. Originalbroschur. Eins von 595 Exemplaren auf Vélin de Rives (Gesamtauflage 607). – Max Ernst. Une semaine de bonté. Die weiße Woche. Berlin, Gerhardt 1963. Mit zahlreichen ganzseitigen Abbildungen. Weiße Originalbroschur. Erste »deutsche« Ausgabe.

33,7 : 26,0 cm. [4], 33, [7] Seiten. 1 Lithographie.

Spies/Leppien 219 I sowie 246 H

652  Max Ernst – Helmut Leppien. Max Ernst. Das graphische Werk.

€ 600

Bearbeitet unter Mitarbeit von Wilfried Konnertz, Hans Bolliger und Inge Bodesohn. Köln, DuMont Schauberg und Houston, Menil Foundation 1975. Mit einer Farblithographie von Max Ernst. Originalhalbleinenband mit -schutzumschlägen.

Eins von 79 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einem signierten zweiten Abzug der Lithographie auf Japan. Diese auf einem gefalzten, eingebundenen Doppelblatt. – Makelloses Exemplar des maßgeblichen Werkverzeichnisses. – Œuvre-Katalog, herausgegeben von Werner Spies, Band I. – Dazu: Œuvre-Katalog, Bände II–IV. 1975–1979. – Die ersten drei Bände zum malerischen Œuvre verzeichnen die Jahre 1906–1938. – Makellos erhalten.

33,0 : 25,0 cm. XXXIV, 288 Seiten, 1 Lithographie.

Spies/Leppien 247 a (von c)

653  Alberto Giacometti – Olivier Larronde. Rien voila l’ordre.

€ 750 ( R7 )

Alberto Giacometti. Dessins. Décines Isère, Marc Barbezat 1959. Mit 31 ganzseitigen Illustrationen nach Zeichnungen, davon eine auf dem Vorderumschlag. Originalbroschur im -schuber.

Erste Ausgabe. – Unnummeriertes Exemplar, wie die 35 Vorzugsexemplare auf feinstem Japan (Gesamtauflage 1225). – Tadellos schönes Exemplar.

28,5 : 22,7 cm. [2], 182, [20] Seiten. – Nicht alle Zeichnungen wurden auf Japan gedruckt.

Monod 6872. – Garvey 118 (mit Abbildung der signierten Umschlagzeichnung)

654  Alberto Giacometti – Léna Leclercq. Pomme endormie.

€ 1500 ( R7 )

Décines Isère, Marc Barbezat 1961. Mit acht ganzseitigen Lithographien von Alberto Giacometti. Originalbroschur mit -umschlag.

Eins von 100 Exemplaren auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 131). – Im Druckvermerk von Künstler und Dichterin signiert. – Handsatz der Gedichte aus der Elzévier ancien, gedruckt bei Imprimerie Union, Paris. – Selten und tadellos erhalten.

31,5 : 25,3 cm. 62, [10] Seiten.

Lust 128–135. – Monod 6994

655  Marie Laurencin – Alexandre Dumas. Camille.

€ 250

(La dame aux camélias). Translated from the French with an Introduction by Edmond Gosse and twelve Drawings by Marie Laurencin. [New York], Limited Editions Club 1937. Mit zwölf Farbtafeln nach Aquarellen. Originalleinenband. Deckelvignette, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber.

Eins von 1500 Exemplaren. – Im Druckvermerk von der Künstlerin signiert. – Gedruckt für die Mitglieder des Limited Editions Club, New York.

28,0 : 22,4 cm. XI, [1], 213, [3] Seiten, 12 Tafeln. – Rücken etwas gebräunt.

656  Marie Laurencin – Paul Verlaine. Fêtes galantes.

€ 600

Avec dix eaux-fortes dont une planche en couleur par Marie Laurencin. Paris, Albert Messein 1944. Mit zehn ganzseitigen Radierungen, eine davon farbig, und zwei Holzschnittvignetten. Lose Doppelbogen in illustriertem Originalumschlag, -pappchemise und -schuber.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 223 Exemplaren auf Papier de Lana (Gesamtauflage 253). – Verlaines »Fêtes galantes«, in Verehrung der Gemälde Watteaus 1869 erstmals erschienen, wurde häufig wie kaum ein anderer Text der französischen modernen Literatur illustriert – allein Monod verzeichnet 14 verschiedene Ausgaben. – »Der Reiz der Laurencin liegt in der Leichtigkeit, der Anmut, der Grazie. Sie ist zugleich naiv und raffiniert, spielerisch und melancholisch, kindlich und damenhaft. Sie ist die weiblichste, frauenhafteste, mädchenhafteste aller Künstlerinnen« (Annegret Rittmann, Marie Laurencin). Im Laufe ihrer künstlerischen Entwicklung konzentriert sie sich zunehmend auf Frauen- und Mädchendarstellungen, ihre »Fêtes galantes« transponieren den zart-verspielten Stil des französischen Rokoko ins 20. Jahrhundert. – Schönes Exemplar.

26,0 : 20,8 cm. 102, [4] Seiten. – Umschlaginnenseiten mit wenigen kleinen Stockflecken. Einige Seiten mit leichtem Abklatsch der Radierungen.

Monod 11097

657  Fernand Léger – Douglas Cooper. Fernand Léger

€ 450 ( R7 )

et le nouvel espace. Traduction de l’anglais par François Lachenal. Genf, Editions des Trois Collines 1949. Mit zahlreichen blattgroßen Abbildungen, die farbigen montiert, viele auf Kunstdruckpapier. Farbig illustrierte Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste französische Ausgabe. – Vortitel mit eigenhändiger Widmung von Fernand Léger »A Monette en bon souvenir de notre rencontre«. Légers Signatur geht über in die kleine Zeichnung eines Eisenbahnzuges mit der Schweizer Fahne. – Mit einer umfangreichen Bibliographie, verfasst von der Bibliothekarin des MoMA, Hannah Muller.

24,0 : 18,5 cm. 194, [6] Seiten. – Umschlag leicht fleckig.

658  René Magritte – E. L. T. Mesens. Poèmes 1923 · 1958.

€ 200

Dix dessins de René Magritte. Paris, Le Terrain Vague 1959. Mit zehn blattgroßen Illustrationen nach Zeichnungen. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 1000 (handschriftlich nummerierten!) Exemplaren auf »Offset Neige du Marais« (Gesamtauflage 1056). – Unaufgeschnittenes Exemplar.

18,8 : 14,0 cm. 186, [6] Seiten.

Monod 8112

659  Alfred Manessier – Les cantiques spirituels de Saint Jean de la Croix.

€ 500

Lithographies originales de Manessier. Paris 1958. Mit zwölf blattgroßen Farblithographien. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -leinenkassette.

Eins von 81 Exemplaren (Gesamtauflage 157). – Auf Velin de Rives. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Das berühmte »Cántico espiritual« des spanischen Karmeliters Juan de la Cruz (1542–1591), hier in der Übersetzung von Cyprien de la Nativité de la Vierge (1605–1680), der ersten Fassung in französischer Sprache. – Die großformatigen, fast blattfüllenden Lithographien Manessiers erinnern in ihrem Kontrast zwischen schwarz und leuchtenden Farben nicht von ungefähr an Glasfenster in Sakralbauten. – Mit einem Vorwort von Abbé (Maurice) Morel, der bereits 1941 gemeinsam mit Jean Bazaine, Alfred Manessier u. a. abstrakten Künstlern ausgestellt hatte.

51,0 : 39,0 cm. [72] Seiten. – 7 Seiten mit Lithographien durch vorherige, rahmenlose Hängung leicht gebräunt. Ein Blatt mit kleinem Quetschloch.

Nicht bei Monod

660  André Masson – Léna Leclercq. Poèmes insoumis.

€ 300 ( R7 )

Décines Isère, Marc Barbezat 1963. Mit acht ganzseitigen Farblithographien von André Masson. Lose Doppelblätter in farbig illustriertem Originalumschlag, zusammen in -chemise und -schuber.

Eins von 120 Exemplaren auf Velin» BFK Rives« (Gesamtauflage 165). – Im Druckvermerk von Künstler und Autorin signiert. – Die Lithographien wurden bei Mourlot, Paris, gedruckt.

31,5 : 25,0 cm. 56, [8] Seiten. – Minimal stockfleckig.

Monod 6993

661  Henri Matisse – Tristan Tzara. Le signe de vie.

€ 2000 ( R7 )

Avec six dessins et une lithographie originale de Henri Matisse. Paris, Bordas 1946. Mit einer signierten Lithographie und sechs ganzseitigen Illustrationen. Weiße Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren, von Dichter und Künstler signiert. – Auf Velin BFK Rives (Gesamtauflage 540). – Druck bei Joseph Zichieri, die Lithographie druckte Mourlot Frères, Paris. – Henri Matisse und Tristan Tzara waren seit den 1930er Jahren eng befreundet. 1936 erschien das Matisse-Heft der Reihe »Cahiers d’Art« mit Gedichten von Tzara, 1939 illustrierte Matisse Tzaras »Midis Gagnés poèmes«. – Sehr schönes Exemplar.

25,3 : 18,4 cm. 56, [8] Seiten, 3 Blätter.

Duthuit 13. – Harwood 34. – Monod 10815

662  Joan Miró – Jacques Prévert und G.. Joan Miró.

€ 400 ( R7 )

Paris, Maeght 1956. Mit zehn Lithographien (neun farbig), davon zwei auf dem Umschlag und eine auf dem Titelblatt, und zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur mit -umschlag.

Vier Lithographien doppelblattgroß ausklappbar. – Druck der Lithographien bei Mourlot. – Die Litho nach Seite 66 ist ein Gemeinschaftswerk von Künstler und Autoren.

23,4 : 20,3 cm. 219, [1] Seiten, 7 Lithographien. – Umschlagrücken und -ränder minimal gebräunt. Ränder schwach berieben. – 1 Litho im Falz aufgeschnitten (?), 1 mit schwachem Eckknick.

Cramer 39. – Mourlot 162–170

663  Derrière le Miroir – André Pieyre de Mandiargues. Miró et Artigas. Céramiques monumentales.

€ 800 ( R7 )

Paris, Maeght 1963. Mit acht Farblithographien, davon eine auf dem Umschlag, zwei doppel-, eine dreiblattgroß. Lose Doppelblätter in Originalumschlag. In Originalpappchemise und -schuber mit Titelschild.

Derrière le Miroir 139/140. – Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Vélin de Rives. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Dazu: José Pierre et José Corredor-Matheos. Céramiques de Miró et Artigas. Paris, Maeght 1974. Mit zwei doppelblattgroßen Farblithographien. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

38,0 : 28,5 cm. [4], 25, [3] Seiten. – Schuber ganz leicht angestaubt und mit kleinen Kratzspuren.

Cramer 83 sowie 183

664  Derrière le Miroir – [Joan ] Miró. L’oiseau solaire. L’oiseau lunaire. Etincelles.

€ 600 ( R7 )

Paris, Maeght 1967. Mit vier Farblithographien, eine davon dreiblattgroß. Lose Doppelblätter in Originalumschlag. In Originalpappchemise und -schuber mit Titelschild.

Derrière le Miroir 164/165. – Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Vélin de Rives. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Eine Beigabe.

38,2 : 28,5 cm. [46] Seiten.

Cramer 112

665  Pablo Picasso – Georges Hugnet. La Chèvre-Feuille

€ 200

avec six gravures de Pablo Picasso. Paris, Robert-J. Godet 1943. Mit sechs Zinkographien. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 500 Exemplaren auf Vélin Lafuma (Gesamtauflage 534). – Sehr schönes, unbeschnittenes Exemplar.

28,5 : 22,8 cm. [32] Blätter, 6 Grafiken.

Goeppert-Cramer 38. – Bloch livres 37. – Skira 300. – Rauch 63

666  Pablo Picasso – Sebastian Goeppert, Herma Goeppert-Frank und Patrick Cramer. Pablo Picasso. Catalogue raisonné des livres illustrés.

€ 4500

Genf, Patrick Cramer 1983. Mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag und -leinenmappe. Zusammen im Originalschuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 30 Exemplaren der französischen Vorzugsausgabe mit der Radierung »Sabartés jouant Carmen«, nummeriert und mit Stempelsignatur. – Bis heute maßgebliches und unübertroffenes Werkverzeichnis der von Picasso originalgraphisch illustrierten Bücher. – Hier eins der ganz seltenen Exemplare mit der Originalradierung.

32,0 : 23,0 cm. 425 Seiten, 3 Blätter, 1 radierung.

Bloch 982. – Baer 1067 C a

667  Horst Antes – Dieter Hoffmann. Elf Kinder-Gedichte

€ 250

mit 13 Lithographien von Horst Antes. Karlsruhe, Galerie Schmücking 1972. Lose Doppelblätter mit je einer blattgroßen Lithographie. Originalpappchemise in -leinenschuber.

Eins von 165 Exemplaren (Gesamtauflage 220). – Im Druckvermerk vom Künstler, auf dem Rücken der Chemise von Künstler und Autor signiert. – Druck bei Matthieu, Zürich, auf Velin »BFK Rives«. – Elf Doppelblätter mit einem Gedicht, das nach der Handschrift lithographiert wurde, zwei weitere Doppelblätter mit dem Titel bzw. dem Druckvermerk, alle einseitig bedruckt.

30,5 : 21,5 cm. [52] Seiten.

Lutze 720–732

668  Horst Antes. Radierungen

€ 3500

Zu siebzehn Gedichten von Cesare Pavese. München, Galerie Stangl [1964|1965]. Mit 21 signierten Radierungen. Lose Doppelbogen in Originalumschlag, zusammen in Originalkassette, eine Zinkplatte in den Kassettendeckel eingelassen.

Eins von 21 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer zusätzlichen signierten Zinkplatte (Gesamtauflage 70). – Auf Hahnemühle-Kupferdruckpapier. – Mit einem Nachwort von Walter Euler. – »Die Bilder illustrieren nicht, es sei, man nimmt den ursprünglichen Gehalt dieses Begriffes ernst. Die Gedichte bleiben in der ihnen eigenen unaufhebbaren Einsamkeit. […] In ihrer unbedingten Verbindlichkeit liegt die Verwandtschaft der Texte und Bilder. Die Bilder kommen aus unserem Land und holen in die Nähe, was unserer Sprache gegenüber Pavese noch versagt bleibt« (Nachwort). – Die Gedichte wurden 1945 von Cesare Pavese geschrieben und unter dem Titel »la terra e la morte« zusammengefasst. – Die montierte Zinkplatte zur 15. Radierung (Gercken 103) wurde mit dem Stichel durchkreuzt.

36,3 : 28,5 cm (Kassette). [96] Seiten.

Gercken 36, 54 (2), 58, 63, 65, 76–80, 82, 84, 91, 94, 102, 103, 113, 116, 117, 121, 133 und 139

669  Karel Appel.

€ 400 ( R7 )

Geh durch den Spiegel, Folge 29. Köln 1962. Mit vier Farblithographien von Karel Appel, eine davon als Umschlag, drei beigelegt, einer Strichätzung sowie fünf fotografischen Tafeln nach Ed van der Elsken. Illustrierter Originalpappband mit -umschlag.

Eins von 350 Exemplaren. – Erschienen anlässlich der Ausstellung Anfang 1962. – Sehr schönes Exemplar des besonders wegen der großformatigen, bei Mourlot gedruckten, Lithographien gesuchten Bandes.

38,5 : 26,5 cm. [38] Seiten, 5 Tafeln, 3 Lithographien. – Vorderumschlag mit winzigen Stockflecken im Oberrand.

Usinger 29. – Spindler 153.73

670  L’art en écrit

€ 900

Fünf Bände der Reihe. Paris, Editions Jannink 1995–2007. Mit drei Originalarbeiten und einigen Illustrationen. Originalbroschuren in -schuber.

Drei Bände aus den Vorzugsausgaben in 285 Exemplaren, denen jeweils eine signierte Originalarbeit des betreffenden Künstlers beigelegt wurde, ein weiterer Band vom Künstler signiert. – 24. Jacques Villeglé. Un homme sans metier. 1995. Mit signierter Originaldekomposition. – 37. Enrico Baj. Inactualité de l’art et Pataphysique suivi du Manuel de survie. 1998. Mit signierter serigraphierter Originalcollage. – 72. Erik Bulatov. Tableau et peinture. 2007. – 75. Jannis Kounellis. La Perdita del punto di vista. 2005. Die Farbtafel signiert. – 76. Paul Pavlos. Chirossophos. 2006. Mit signierter Originalcollage. – Alle tadellos erhalten.

21,0 : 12,5 cm.

671  H. C. Artmann. St. Achatz an Walder. Ein Holzrausch.

€ 200 ( R7 )

Holzschnitte. Christian Thanhäuser. Berlin, Atelier Handpresse, und Ottensheim, Edition Thanhäuser 1991. Mit 15 signierten Holzschnitten, davon 14 ganzseitig im Text, einer auf Transparentpapier. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe, diese auch vom Verfasser signiert und mit einem 16. Holzschnitt (lose beigelegt, signiert und als »HD« bezeichnet). – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

24,5 : 17,5 cm. [42] Seiten, 2 Holzschnitte.

672  Thomas Bernhard. Frost.

€ 450

Frankfurt am Main, Insel 1963. Originalleinenband mit Rückenschild und Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Die Veröffentlichung seines ersten Romans »Frost« im Jahr 1963 bedeutete für Bernhard den literarischen Durchbruch, 1965 erhielt er dafür den Bremer Literaturpreis. – »Ich halte das Buch für eine der stärksten Talentproben, für eines der aufwühlendsten und eindringlichsten Prosawerke, die seit Peter Weiss von einem Autor der jüngeren Generation vorgelegt worden sind« (Carl Zuckmayer, Die Zeit, 1963, zitiert nach Dittmar).

19,5 : 12,5 cm. 357, [3] Seiten. – Hinterer Schutzumschlag mit Randläsuren, sonst tadellos.

Dittmar 21. – KNLL II, 591

673  Thomas Bernhard. Die Mütze.

€ 500

Mit drei Original-Radierungen von Bernard Schultze. Neu-Isenburg, Edition Tiessen 1986. Mit drei Radierungen, davon zwei blattgroß und einem auf dem Vorderdeckel. Originalbroschur.

49. Druck der Edition Tiessen. – Eins von 45 römisch nummerierten der Vorzugsausgabe mit den drei zusätzlichen, nicht im Buch enthaltenen, und vom Künstler kolorierten und signierten Radierungen. – Auch im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Handsatz aus der Janson-Antiqua. – Auf Velin d’Arches. – Tadellos schönes Exemplar.

29,3 : 20,8 cm. 20, [4] Seiten. – Exlibris.

Dittmar 35. – Spindler 41.49. – Heuer B 19 und 197–199

674  Gunter Böhmer – Jeremias Gotthelf. Die schwarze Spinne.

€ 300

Mit Zeichnungen von Gunter Böhmer. Zürich, Fretz und Wasmuth 1942. Mit 45, teils blattgroßen Illustrationen. Originalbroschur mit illustriertem -umschlag und -schuber. – Widmungsexemplar mit Zeichnung.

Neunter Zürcher Druck. – Eins von 1000 Exemplaren, wie die Vorzugsausgabe mit einer zusätzlich beigelegten signierten Farblithographie. – Vorblatt mit großer aquarellierter Tuschpinselzeichnung, diese bezeichnet »m. l. J. R.« (meinem lieben Imre Reiner), monogrammiert und datiert »1/1/43«.

39,0 : 29,0 cm. 122, [6] Seiten, 1 Litho. – Die Lithographie stärker, Umschlag und Schuber leicht stockfleckig, ansonsten tadellos.

Rysawi 40

675  Gunter Böhmer – Thomas Mann. Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull.

€ 300

Der Memoiren erster Teil. Mit Zeichnungen von Gunther Böhmer nebst einem ungewöhnlichen Nachwort. Frankfurt am Main, Wien und Zürich, Büchergilde Gutenberg 1975. Mit 64 blatt- und 20 doppelblattgroßen Illustrationen nach Federzeichnungen. Originalleinenband mit illustriertem -schutzumschlag und -schuber.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 230 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer signierten Radierung von Gunter Böhmer (Thomas Mann-Porträt). – Diese Sonderausgabe erschien anlässlich des 100. Geburtstages von Thomas Mann. – Das Buch tadellos.

23,3 : 15,8 cm. 409, [3] Seiten. – Schuber mit schwachen Schabspuren.

Potempa D 12 3.22. – Rysavy 153 (irrtümlich 1981)

676  Gunter Böhmer. Thomas Mann und Felix Krull.

€ 600

Radierung. Um 1980. 53,5 : 40,5 cm (80,0 : 58,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 27/100. – Auf Velin. – Böhmer kombinierte in der großformatigen Radierung mehrere Porträts des Dichters und dessen Romanfigur, verbunden mit Kalligraphie und Signeten. – Wohl in zeitlichem Zusammenhang mit der Felix Krull-Ausgabe der Büchergilde Gutenberg (1918) entstanden. Seit 1955 erschienen vier Werke Thomas Mann mit Illustrationen von Gunter Böhmer. – Mit dem Trockenstempel »Atelier Sammet«.

Am linken Rand minimal gebräunt. – Nicht außerhalb des Rahmens begutachtet.

677  Gunter Böhmer. Dialog ohne Worte.

€ 300

Fünfundsiebzig Zeichnungen. Im Anhang »Der Dialog des Bildermalers« von Siegfried Unseld. Frankfurt, Suhrkamp 1986. 75 Abbildungen auf Tafeln. Originalhalbleinenband im -schuber und Originalpappmappe mit Deckelschild.

Unnummeriert, mit einem beigegebenen Aquarell. Das Impressum nennt 750 nummerierte Vorzugsexemplare. Wie vielen davon ein Aquarell (in Originalumschlag mit Deckelschild) beigegeben wurde, erwähnt auch die Böhmer-Bibliographie nicht.

26,5 : 18,8 cm. [162] Seiten. – Rücken etwas verfärbt.

Rysawi 170

678  Jean Piaubert – Alain Bosquet. Tu.

€ 200

St. Laurent-du-Pont 1971. Mit 15 Farbholzschnitten von Jean Piaubert. Lose Blätter in Umschlägen, zusammen in Originalleinenkassette mit vergoldetem Titel (René Davin, Lyon).

Eins von 75 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Autor und Dichter signiert. – Gedruckt auf Vergé d’Arjomari. – Die Kassettenausgabe enthält 15 lose Farbholzschnitte, jeder mit einem Textblatt in ein Doppelblatt eingelegt.

24,0 : 45,0 cm (Kassette). 15 Holzschnitte, 15 Textblätter. – Titelblatt und ein Umschlag am inneren Rand geknickt.

Monod 1728

679  Bibliotheca Dracula.

€ 300

Eine Sammlung phantastischer Literatur. Ausgestattet von Uwe Bremer. [14 Bände, alles Erschienene]. München, Carl Hanser 1967–1974. Schwarze Originalleinenbände, Kopfschnitt schwarz eingefärbt. Alle mit gold- bzw. farbig geprägter Deckelvignette und mit dem von Uwe Bremer illustrierten Schutzumschlag.

Vollständige Reihe in den Originalausgaben. – Bereits 1964 waren zehn Radierungen Bremers unter dem Titel »Auf der Suche nach Dracula« als erstes Rixdorfer Boston Buch erschienen. – Für die Bände I-IX entwarf Bremer die Vorsatzpapiere, für jeden Band auch die Zeichnungen für den Schutzumschlag. Im Gegensatz zum dunklen Inhalt und schwarzen Leinen der Einbände wurden die meisten Schutzumschläge auf grellbuntes Papier gedruckt. – I. Bram Stoker. Dracula. Ein Vampirroman. 1967. – II. Von den Vampiren oder Menschensaugern. Dichtungen und Dokumente. Herausgegeben von Dieter Sturm und Klaus Völker. 1968. Mit Widmung von Klaus Völker. – III. Gaston Leroux. Das Phantom der Oper. Roman. 2. Auflage. 1968. – IV. Charles Robert Maturin. Melmoth der Wanderer. Roman. 1969. – V. Robert Louis Stevenson/Lloyd Osbourne. Die falsche Kiste. Roman. 1969. – VI. Mary W. Shelley. Frankenstein oder Der neue Prometheus. Roman. 1970. – VII. Schwarze Messen. Dichtungen und Dokumente. Herausgegeben von Ulrich K. Dreikandt. 1970. – VIII. Matthew Gregory Lewis. Der Mönch. Roman. 1971. – IX. Künstliche Menschen. Dichtungen und Dokumente über Golems, Homunculi, Androiden und liebende Statuen. Herausgegeben von Klaus Völker. 1971. Mit eigenhändiger Widmung »in dieser Ausstattung sehr gesucht« des Herausgebers. – X. Sheridan LeFanu. Onkel Silas oder Das verhängnisvolle Erbe. 1972. – XI. Von Werwölfen und anderen Tiermenschen. Dichtungen und Dokumente. Herausgegeben von Klaus Völker. 1972. Mit eigenhändiger Widmung »fast schon Mitternacht (!)« des Herausgebers. – XII. Ann Radcliffe. Der Italiäner oder Der Beichstuhl der Schwarzen Büßermönche. 1973. – XIII. Charles Brockden Brwon. Wieland oder Die Verwandlung. Roman. 1973. – XIV. Bram Stoker. Im Haus des Grafen Dracula. Erzählungen. 1974. – So sicher nur noch mit großem Zeitaufwand im »www« zusammen zu bringen.

18,5 : 11,0 cm. – Einige Schutzumschläge mit leichten Randknittern, einer am Unterrand hinterlegt. – Band IX mit Namensstempel auf dem Titelblatt.

680  Uwe Bremer – Jean de La Fontaine. La Fontaine’s Hunde.

€ 600 ( R7 )

Gesehen von Uwe Bremer. Braunschweig, Edition Schmücking 2000. 13 signierte Aquatintaradierungen. Jeweils in Doppelblatt mit Text. Zusammen in Originalumschlag und -leinenkassette.

Eins von 50 Exemplaren(Gesamtauflage 60). – Jedes Blatt signiert, datiert, nummeriert und mit dem Trockenstempel der Edition. – »Ein Maler und ein Verleger – Hundefreunde – haben auf der Suche nach einer Möglichkeit, ihren jahrelangen treuen Begleitern zu danken, diese Edition erdacht. La Fontaines Fabeln mußten dabei auf die Episoden mit Hunden reduziert werden. Leider konnte Rolf Schmücking die Herausgabe der Mappe nicht mehr erleben« (Vorwort).

29,0 : 40,5 cm (Kassette). 13 Doppelblätter, 13 Radierungen.

681  Robert Altmann – Georges Peskoff. Arc-en-ciel.

€ 200

Gravures sur bois de Robert Altmann. Vaduz 1968. Mit 38 Holzschnitten im Text, davon acht blattgroß. Lose Doppelblätter in Originalumschlag und -leinenschuber. – Mit einem Aquarell des Künstlers..

Erste Ausgabe. – Eins von 120 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstler und Dichterin signiert. – Auf Velin d’Arches. – Gedruckt bei Fequet et Baudier. – Mit einem beigelegten Aquarell (Düstere Landschaft) auf BFK Rives, monogrammiert von Robert Altmann. – Die russische Emigrantin Hélène Deicha hatte unter dem Pseudonym Georges Peskoff bereits vor dem Krieg Kurzgeschichten in einer Pariser Zeitung veröffentlicht. Ihr Text spielt in der Schweiz und schildert, in zugleich mystischer und phantastischer Atmosphäre, die Ereignisse des beginnenden Zweiten Weltkriegs. Der Text wurde von Nathalie Lavrovsky und Babette Deicha-Altmann ins Französische übersetzt.

33,0 : 25,5 cm. [2], 136, [4] Seiten. – Umschlagdeckel leicht gebräunt, Schuber minimal berieben.

Altmann, Brunidor Seite 45f. und Kat. 10

682  Das Hohe Lied Salomos.

€ 300

Radierungen Albin Brunowsky. Baarn, Arethusa Pers Herber Blokland 1990. Mit zwei signierten Radierungen. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel (Beatrice Meuter-Peller, Ascona).

93. Druck der Presse. – Eins von 99 Exemplaren. – Handsatz aus der Libra, entworfen von S. H. de Roos, gedruckt auf Bütten. – Die Einbände mit Deckelbezügen aus Oleographiepapier gestaltete Roland Meuter, Ascona. – Die Übertragung des deutschen Barockdichters Martin Opitz erschien unter dem Titel »Salomons des Hebreischen Königes hohes Lied« erstmals 1627. – Mit den surrealistisch anmutenden Radierungen des slowakische Graphiker Albin Brunovsky (1935–1997), die in Dunkelgrün gedruckt wurden.

26,7 : 19,5 cm. 35, [5] Seiten.

683  Paul Celan. Atemwende.

€ 800

Frankfurt am Main, Suhrkamp 1967. Originalleinenband mit weißem Originalschutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Vortitelblatt mit eigenhändiger Widmung des Dichters »Für Franz Tumler mit allen guten Wünschen, Paul Celan | Berlin, Dezember 1967«. Auf Seite 9 eigenhändige Korrektur von Celan: »Himmelsmünze« statt »Himmelssäure«. – Der österreichische Schriftsteller Tumler (1912–1998) sympathisierte nach dem Anschluss Österreichs zunächst mit dem Nationalsozialismus. Nach Kriegsende setzte er sich in mehreren Romanen mit dem Dritten Reich auseinander und wurde, auch in der damaligen Kritik, rehabilitiert. Seit 1954 lebte er in Berlin (West) und hatte Verbindungen zur »Gruppe 47«. Dort hatte der Dichter Celan 1952 beim Vortrag seiner »Todesfuge« schmähliche Reaktionen erlebt. – Beigaben: Fünf Gedichtbände von und ein Werk über Paul Celan. – Schönes Exemplar.

20,8 : 13,5 cm. 103, [9] Seiten. – Ränder minimal verfärbt. Doppelter Schutzumschlag, einer mit Einriss.

Glenn B 10

684  Paul Celan. Sieben Erstausgaben und eine Übersetzung in erster Ausgabe.

€ 300

Frankfurt am Main, S. Fischer, [ab 1967:] Suhrkamp 1959–1976. Acht Originalleinenbände, sieben (II–VIII) mit dem weißen Originalschutzumschlag.

I. Sprachgitter. 1959. – II. Die Niemandsrose. 1963. – III. Atemwende. 1967. – IV. Fadensonnen. 1968. – V. Lichtzwang. 1970. – VI. Schneepart. 1971. – VII. Zeitgehöft. Späte Gedichte aus dem Nachlaß. 1976. – VIII. Ossip Mandelstamm. Gedichte. Aus dem Russischen übertragen von Paul Celan. 1959. – Alle gut erhalten.

21,0 : 13,5 cm. – Schutzumschlag etwas verfärbt (II, IV, VI, VII).

Glenn B 4, 7, 10, 14, 18, 19, 22 und C 18

685  Francesco Clemente. Sixteen Pastels

€ 180

with Poems by Rene Ricard. London, Anthony d’Offay Gallery 1989. Mit 16 ganzseitigen Farbabbildungen und Faksimiles des Texthefts. Originalleinenband mit farbigem Deckelbild. Im Schuber.

Eins von 1000 Exemplaren, vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Clemente gilt als einer der wichigsten Vertreter der »Transavantguardia«, die aus der »Arte Povera« hervorging. – Tadelloses Exemplar.

24,8 : 36,2 cm. [28] Blätter.

686  Paul Eliasberg – Hermann Melville. Die verzauberten Inseln.

€ 250

Die ersten vier Erzählungen der »Encantadas«. Mit acht Radierungen von Paul Eliasberg. Hamburg, Ernst Hauswedell 1978. Mit acht signierten blattgroßen Radierungen. Originalleinenband mit Deckelschild (Ladstetter, Hamburg).

Das erste von 240 Exemplaren, 20 römisch nummerierte Exemplare waren dem Künstler vorbehalten. – Die Radierung druckte Georges Leblanc, Paris. – Gesetzt bei Alfred Utesch aus der Monotype-Bembo, gedruckt bei Hans Christians. – Auf Velin d’Arches. – Typographische Gestaltung von Reinhold Busch, Hamburg.

32,6 : 20,3 cm. 46, [2] Seiten. – Hintere obere Ecke leicht gestaucht, sonst tadellos.

Jensen 157–164. – Tiessen V, 4. – Spindler 50.13

687  Fluxus – Robert Filliou, Daniel Spoerri und Roland Topor. Monsters are inoffensive.

€ 200

22 Postkarten. Offsetdrucke nach Fotografien von Vera Spoerri. 15,8 : 11,0 cm.

Vollständiges Set der Bilddokumentation, jede Karte rückseitig ausführlich betitelt. – Ediert innerhalb der Reihe »FluxPostCard« bei Fluxus, Division of Implosions. – Bereits 1966 waren die drei Künstler an Daniel Spoerris »An Anecdoted Topography of Chance« beteiligt. – Sehr gut erhalten.

688  Hans Fronius – Rudolf Borchardt. Das Buch Joram.

€ 300

Frankfurt am Main, Trajanus-Presse 1962. Mit sieben Vetrographien von Hans Fronius, davon fünf blattgroß. Blauer Originalwildseideneinband mit schwarz-goldenem Lederrückenschild (Willy Pingel, Heidelberg).

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – 13. Druck der Trajanus-Presse. – Eins von 250 Exemplaren (Gesamtauflage 275). – Von Hans Fronius im Druckvermerk signiert. – Die Glaszeichnungen wurden von Paul Robert Wilk gedruckt. – Gesetzt aus der Palatino der Stempel AG, gedruckt auf getöntem Trajanus-Bütten. – Borchardts Erzählung erschien erstmals 1905 als Privatdruck und 1907 im Insel-Verlag.

40,5 : 28,0 cm. 37, [3] Seiten.

Rethi, Bücher 40. – Spindler 40.13. – Tiessen II, 37

689  Hermann Gruber. Arbeiten 1977 – 1980.

€ 200 ( R7 )

Collagen, Buchobjekte, Objektbilder. Wien 1980. Mit zahlreichen Abbildungen. Handgefertigter Collageumschlag (Sand und Farbe auf Wellpappe).

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe in unikaten Objekteinbänden. – Buchobjekte stehen nach wie vor im Zentrum des künstlerischen Œuvres des Wiener Künstlers Hermann Gruber. – »Gruber benutzt Bücher meist älteren Datums als Rohmaterial, das er in einem handwerklich sorgfältigen Prozeß einer gründlichen Metamorphose unterzieht. Was hier geschieht, hat nur bei oberflächlicher Betrachtung etwas mit Destruktion zu tun; zwar zerschneidet, zersägt, zerreißt Gruber sein Grundmaterial, er entformt es gewissermaßen […] um aus dem entformten Material […] in einem konstruktiven Schöpfungsakt neue Form oder, treffender, neue Gestalt zu gewinnen« (Rainer Wick, Katalogeinleitung).

19,8 : 15,5 cm. [74] Seiten.

690  Thomas Häfner – Dieter Hülsmanns. Vakher.

€ 450 ( R7 )

Roman mit acht Originalradierungen von Thomas Häfner. Darmstadt, Joseph Melzer 1966. Mit acht kolorierten und signierten Radierungen. Lose Doppelblätter in Originaloasenziegenlederkassette.

Exemplar »D«, Künstlerexemplar aus dem Nachlass Hülsmanns’ und wie die zehn Luxusexemplare in Lederkassette und mit kolorierten Radierungen. – Druck der Radierungen bei Schulgen, Düsseldorf. – Auf Kupferdruck-Bütten von May & Spieß. – Thomas Häfners (1928–1985) surrealistische Illustrationen wirken mit ihrer untergründigen Erotik als »Ausdruck alptraumartiger Seelenzustände und einer dunklen Weltsicht« (AKL 67, 241).

41,5 : 28,5 cm. 101, [1] Seiten, 8 Radierungen. Im Originalkarton mit Aufschrift »Hülsmanns« und »D«.

691  Svend Wiig Hansen – William Shakespeare. Troilus og Cressida.

€ 120

Paa dansk ved Ole Sarvig. Originallitografier af Svend Wiig Hansen. Kopenhagen, Brøndums 1968. Mit zehn Lithographien, davon acht ganzseitig und signiert. Lose Bogen in Originalumschlag und -schuber.

Eins von 250 Exemplaren. – Auf Velin d’Arches. – Mit einem Nachwort von Georg Andresen. – Der dänische Künstler Svend Wiig Hansen (1922–1997) wurde vor allem durch seine monumentalen Skulpturen bekannt.

38,2 : 28,7 cm. 142, [10] Seiten. – Stempel auf Innendeckel. – Einzelne Ränder minimal gebräunt.

692  Martin Heidegger. Hölderlins Erde und Himmel.

€ 120 ( R19 )

Zwei Langspielplatten. – Martin Heidegger liest Hölderlin. Langspielplatte. – Beide Pfullingen, Günther Neske ohne Jahr. In den weißen Originalcovern, das des Doppelalbums mit genähten Kanten.

Aufnahme des Vortrags, den Martin Heidegger am 18. Januar 1960 in der Neuen Aula der Universität Heidelberg hielt. – Die Lesungen der Hölderlin-Dichtungen sind undatiert. – Sicher nur in kleinen Auflagen gepresst und vertrieben. – Label: NV 7 33-0195 A bis NV 10 33/0196 B sowie NV 21/22 3A/975 A/B.

Cover 2 leicht angestaubt, die LPs sehr gut erhalten.

693  Hans G. Helms. Golem.

€ 450

Polemik für 9 Vokalsolisten. Xerokopie der handschriftlichen Partitur auf Notenpapier und der maschinengeschriebenen Erläuterungen. [Köln? etwa 1960–62] Halbleinenband mit montiertem Deckelschild.

Inhalt: Neun Seiten mit Erläuterungen zu Grundidee und Notation, Tempi, Artikulationsanweisungen u. a. m. Es folgen 43 Seiten mit der Partitur auf 22 Doppelblättern. – Hans G. Helms (1932–2012) bietet das eindrucksvolle Beispiel einer Doppelbiographie als Künstler und kritischer Intellektueller. Der frühere Jazzmusiker und Tenorsaxophonist entwickelte sich vom experimentellen Schriftsteller und Komponisten zum Sozial- und Wirtschaftshistoriker. Über Jahre hinweg betrieb er Privatstudien der Sprachwissenschaft, Philosophie und Soziologie bei Roman Jakobson, Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, Siegfried Kracauer und Jürgen Kuczynski. – Im Kölner Studio für Elektronische Musik führte er Klanganalysen und phonetische Experimente durch und entwickelte in diesem Rahmen enge Verbindungen zu Karl Stockhausen, Pierre Boulez, Nam June Paik und insbesondere John Cage. Sein Werk »Fa:m’ Ahniesgwow« (1959) und sprachkritische Kompositionen wie »Golem« haben heute legendären Status. – Der Komponist bezeichnete den »Golem« einmal als »Polemik gegen das im Urschlamm sich sielende Philosophieren Martin Heideggers, der einmal die Vernunft zur ›Widersacherin des Denkens‹ erklärt hat«. – Die Uraufführung fand 1962 im Sendesaal von »Radio Bremen« statt. – Mit dem englischen Textheft (Xerokopie nach Typoskript). – Aus dem Besitz des Dirigenten Fred Barth, dem Leiter des 1952 von Ellen Widmann gegründeten Kammersprechchors Zürich, mit dessen Exlibris und eigenhändigen Besitzvermerken sowie zahlreichen Blei- und Buntstiftanmerkungen zu einer Aufführung.

36,5 : 31,7 cm. – Ränder leicht gebräunt.

694  Paul Dessau. Eigenhändige Unterschrift

€ 120

auf Porträtfotografie. Zeuthen 1977.

Schönes Porträtfoto eines ungenannten Fotografen. – Rückseitig signiert und datiert. – Mit dem handschriftlich adressierten Briefumschlag mit gedrucktem Absender. – Der Komponist Paul Dessau (1894–1979) kehrte nach seinem Exil und dortiger erster Zusammenarbeit mit Bertold Brecht nach Ostberlin zurück. Er gehörte, trotz künstlerischer Konflikte mit der Kunstauffassung offizieller Stellen, zu den in der DDR auch von staatlicher Seite angesehensten Künstlern.

10,4 cm : 14,7 cm.

695  [Friedensreich] Hundertwasser. Verschimmelungs-manifest gegen den rationalismus in der architektur.

€ 300 ( R7 )

Herausgegeben von Eberhard Fiebig und Reinhard Kaufman. Wiesbaden 1958. Rosafarbene Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren, die vom Autor mit Aquarellfarbe nummeriert und signiert wurden. – Erschienen im Eigenverlag des Mitherausgebers Reinhard Kaufman innerhalb der Schriften der Galerie Renate Boukes, Wiesbaden. – Das Manifest wurde zuerst am 4. Juli 1958 auf einer von Otto Mauer in der Abtei Seckau organisierten Kunst- und Architekturveranstaltung verlesen. Danach folgten Lesungen in den Galerien Van de Loo, München, und Parnass, Wuppertal. – Nahezu makellos. – Drei Beigaben (Chargesheimer/Sommer, 2xwirklichkeit; Fabri/Faßbender. Tangenten. 1964. Mit Holzschnitt; Peter Herkenrath. Wuppertal 1962. 300 Exemplare, signiert und mit vier signierten farbigen Zinkdrucken).

20,6 : 14,7 cm. [2], 19, [3] Seiten. – Vorderdeckel minimal fingerfleckig.

Fürst ARCH 6

696  Horst Hussel. Signeten.

€ 150

Berlin, Dronte Presse ohne Jahr. Mit einer signierten kolorierten Radierung und 50 ganzseitigen Klischeedrucken. Originalbroschur.

36. Druck der Dronte Presse. – Eins von 200 Exemplaren für den Handel. – Dazu: Sechs signierte Exlibrisradierungen von Horst Hussel. – Beilagen.

21,0 : 14,8 cm.

697  Ernst Jünger – Albert Renger-Patzsch. Bäume.

€ 400 ( R7 )

Photographien schöner und merkwürdiger Beispiele aus deutschen Landen. Mit einem Essay von Ernst Jünger und dendrologischen Erläuterungen von Wolfgang Haber. Ingelheim am Rhein, C. H. Boehringer Sohn 1962. Mit 65 Bildtafeln nach Fotografien. Originalleinenband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe des Essays, der als Geleitwort zur Bildfolge von Alfred Renger-Patzsch entstand. – Auf dem Zwischentitel zum Essay die ausführliche eigenhändige Widmung Jüngers »Für Ursula Robert, die grosse Freundin der Bäume, in Erinnerung an einen schönen Abend in Neuchâtel, und in der Hoffnung auf weitere: | Ernst Jünger«, datiert 1975. – Die Bildhauerin Ursula Robert-Rusche (1916–2003), Frau des Malers Charles Robert, war eine Freundin Ernst Jüngers, die er auch in seinem literarischen Werk mehrfach erwähnt. Im September 1975 besuchte er sie in Neuchâtel.

34,4 : 26,6 cm. [2], 17, [3] Seiten, 65 Tafeln.

Des Coudres/Mühleisen C 27 a

698  Ernst Jünger. Typus · Name · Gestalt.

€ 200

Stuttgart, Ernst Klett 1963. Originalpappband mit -schutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Vortitel mit eigenhändiger Widmung »Frl. Dr. Dorothea Kuhn mit herzlichem Dank für die Vermittlung des Goethe-Briefes, p. 31.«, signiert und datiert »Weihnachten 1963«. – Dorothea Kuhn (1923–2015) leitete 1962–1981 das Cotta-Archiv Marbach. – Der auf Seite 31 erwähnte Brief Goethes vom 12. Oktober 1807 war an den Geologen Carl Caesar von Leonhard gerichtet. – Dazu: Ernst Jünger. Philemon und Baucis. Der Tod in der mythischen und in der technischen Welt. Stuttgart, Ernst Klett 1972. Originalbroschur. Erste Ausgabe, erschienen als Privatdruck »In memoriam René und Blanka Marcic«. – Auf dem Titelblatt vom Verfasser signiert. – Dazu: Ricarda Huch. Weiße Nächte. Novelle. Zürich, Atlantis 1943. Originalpappband. – Erste Ausgabe, erschienen in der Zeit der inneren Emigration der Dichterin. – Vorsatzblatt mit eigenhändigem Widmungsspruch. – Innendeckel mit Vermerk der Vorbesitzerin. Rücken stark beschädigt. – Vortitel gebräunt, vereinzelt leicht fleckig und mit Anstreichungen.

21,5 : 13,0 cm. 133, [3] Seiten. – Rücken des Schutzumschlags stark verblasst.

Des Coudres B 48 und B 69a

699  Ernst Jünger. Steglitz 1933.

€ 200

Berlin, Bürck 1996. Mit einer signierten Radierung und drei ganzseitigen Illustrationen von Klaus Heidtke. Originalbroschur mit Deckelschild.

Erste Einzelausgabe. – Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe, im Druckvermerk vom Verfasser signiert (Gesamtauflage 300). – Die Radierung (Porträt Ernst Jünger) signiert, datiert und nummeriert. – Jahresgabe dieses Antiquariats Bürck, Berlin-Schöneberg. – Sehr seltene Einzelausgabe des Auszugs aus »Subtile Jagden«. – Tadellos.

24,0 : 16,9 cm. [16] Seiten, 1 lose Radierung.

700  Martin Kippenberger. Für Albert Oehlen!

€ 200

17.9.54–17.9.84. Abschied vom Jugendbonus. Vom Einfachsten nach Hause. Köln, Martin Kippenberger 1984. Mit 50 ganzseitigen Abbildungen in Braun-Weiß nach Fotografien und Fotocollagen. Farbig illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 500 Exemplaren. – Seit 1982 arbeiteten Kippenberger und Oehlen wiederholt zusammen und publizierten gemeinsame Editionen. Nach der Veröffentlichung zu seinem eigenen 30. Geburtstag 1983 folgte ein Jahr später das Pendant für den Künstlerfreund. – Sehr gut erhalten.

29,7 : 21,0 cm. [48] Seiten.

Koch 28