ChristianHesse

Lot 651 – 700 | Hesse-Auktionen
Lot 651 – 700

651  Francis Picabia. Pensées sans langage.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Poème. Précédé d’une préface par Udnie. Paris, Eugène Figuière 1919. Originalbroschur mit farbiger Vorderdeckelillustration.

Erste Pariser Dada-Publikation von Picabia. – Deckelillustration nach einer Zeichnung von Picabia. – Unaufgeschnitten. – Gewidmet Gabrièle Buffet, Ribemont Dessaigne, Marcel Duchamp und Tristan Tzara. – Auf Einladung Tristan Tzaras engagierte sich Picabia bereits in der Zürcher Dada-Bewegung und begründete 1919 Dada Paris mit. Wie sein Schweizer Pendant hatte der Pariser Dadaismus eine stark literarische Ausrichtung, die künstlerischen Äußerungen der Pariser Dadaisten wurden vielmehr auf Papier als in provokativen Veranstaltungen verbreitet. – Vorderdeckel mit »1. édition«, entgegen der Abbildung bei »Dada global« und dem Exemplar in der Dokumentations-Bibliothek, dort »4. édition«.

19 : 12 cm. 119, [5] Seiten. – Vorderdeckel mit kleinem Perforationsstempel unten rechts.

Dada Global 209. – Verkauf 181. – Dokumentations-Bibliothek II, 57

652  Excursions & visites Dada.

Schätzpreis/Estimate: € 650

Ausruflimit/Reserve price: € 500

1ère visite: Eglise Saint Julien le Pauvre. Jeudi 14 Avril a 3 h. Paris [1921].

Flugblatt der Pariser Dadaisten für eine Exkursion, weitere wurden angekündigt, fanden jedoch niemals statt. – »Les dadaïstes de passage à Paris voulant remédier à l’incompétence de guides et de cicerones suspects, ont décidé d’entreprendre une série de visites à des endroits choisis, en particulier à ceux qui ont vraiment pas de raison d’exister, – C’est à tort qu’on insiste sur le pittoresque (Lycée Janson de Sailly), l’intérêt historique (Mont Blanc) et la valeur sentimentale (La Morgue). – La partie n’est pas perdue mais il faut agir vite. – Prendre part à cette première visite c’est se rendre compte du progrès humain, des destructions possibles et de la nécessité de poursuivre notre action que vous tiendrez à encourager par tous les moyens.« – Unterzeichnet von Gabrielle Buffet, Louis Aragon, Arp, André Breton, Paul Eluard, Th. Fraenkel, J. Hussar, Benjamin Péret, Francis Picabia, Georges Ribemont-Dessaignes, Jacques Rigaut, Philippe Soupault und Tristan Tzara. – Grünliches Maschinenpapier, Druck in Blau und Schwarz. – Selten und gut erhalten.

27 : 22 cm. – Ränder minimal verfärbt und mit winzigen Knittern.

Dada global 235

653  O. R. Schatz – Josef Luitpold [Stern]. Die neue Stadt.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Psalm, von O. R. Schatz […] in Holz geschnitten. Berlin 1927. Mit elf ganzseitigen Illustrationen und 63 Seiten Text, alles in Holzschnitt. Originalpappband mit Holzschnitttitel.

Erste Ausgabe. – »Seelig sind, die ihre Kraft einsetzen für die Heimstätten der Menschen […] Seelig die Massen, wenn sie beginnen, die Erde in ein Heim für jeden zu wandeln«. – Außerordentlich spannendes Künstlerbuch der beiden proletarischen österreichischen Künstler. Den Text von Luitpold Stern schnitt Schatz vollständig und in übergroßen Lettern in Holz und illustrierte ihn mit an Masereel erinnernden Holzschnitten. – Vielleicht wegen des schmalen Œuvres sind die Arbeiten von Luitpold und Schatz in keinem der bekannten Nachschlagewerke zur modernen Buchillustration verzeichnet.

42 : 31 cm. [76] Seiten. – Bezugspapier über dem Vordergelenk aufgeplatzt.

654  Rudolf Schlichter – C. M. Wieland. Auszug aus Lucians Nachrichten

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

vom Tode des Peregrinus. Mit zehn Lithographien von Rudolf Schlichter. Heidelberg, Richard Weissbach 1920. Mit zehn Lithographien, eine davon als Frontispiz. Originalpappband mit Buntpapierdeckelbezügen und Deckelschild.

Dritter Druck des Argonautenkreises. – Unnummeriertes Exemplar, wohl über die Auflage von 150 hinaus gedruckt. – Signatur des Künstlers und Dedikation leider fast vollständig ausradiert.

35 : 26 cm. 20, [4] Seiten. – Rücken erneuert. Bezugspapier an einer Stelle ergänzt.

Rodenberg 349, 3. – Jentsch 87

655  Georg Schrimpf – Eduard Mörike. Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 450

München, Verlag der Münchner Drucke 1924. Mit neun Textholzschnitten von Georg Schrimpf. Violetter Maroquinband; Titel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Ursula Kröber). Im Schuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 190 Exemplaren (Gesamtauflage 200). – Als dritter Holzschnitt hier »Liebesvorzeichen« statt »Wanderer« . – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Satz aus der Luther-Fraktur und Druck bei Jakob Hegner, Dresden-Hellerau. – Nach ersten Erfolgen durch die Ausstellungen in Herwarth Waldens Galerie »Der Sturm« ging Georg Schrimpf 1917 nach München. Dort stellte er regelmäßig in der Galerie Neue Kunst Hans Goltz aus, für den er auch zahlreiche Drucke illustrierte und die bekannten Einbandaquarelle schuf. – »Die Münchner Drucke zeigen in ihrer typographischen und graphischen Ausstattung […] und in der Sorgfalt, die auf das Material verwandt wurde, daß der Verlag auf dem besten Wege ist, Gutes zu leisten.« (Julius Rodenberg, S. 437, der vorliegende Druck dort nicht mehr bzw. auch nicht im Nachtrag verzeichnet). – Im Œuvre des Künstlers wichtige Arbeit, da sie den Übergang vom Expressionismus zur Neuen Sachlichkeit dokumentiert.

26 : 16 cm. [96] Seiten. – Schuber leicht fleckig.

Hofmann/Praeger S. 237

656  Kurt Schwitters. Elementar. Die Blume Anna. Die neue Anna Blume.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Eine Gedichtsammlung aus den Jahren 1918–1922. Einbecker Politurausgabe. Berlin, Der Sturm [1923]. Illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Am Ende das Statement des Verfassers: »Kurt Schwitters ist der Erfinder von MERZ und i und erkennt neben sich niemand als Merzkünstler oder i-Künstler an.« – Enthält unter anderem den Erstdruck des berühmten »i«-Gedichts (lies: »rauf, runter, rauf, Pünktchen drauf«).

23 : 15 cm. 32 Seiten. – Rücken stärker, Ränder minimal gebräunt.

Schmalenbach/Bolliger 4. – Dada global 123. – Raabe/Hannich-Bode 273.5

657  Lasar Segall – David Bergelson. Ma’ase-bikal.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 460

(jiddisch). Mit Graphiken von Lasar Segall. Berlin, Wostok 1923. Mit acht Lithographien und neun Holzschnitten, davon acht Initialen. Illustrierter Originalhalbleinenband.

Originalausgabe. – Jüdische Märchensammlung mit originalgraphischen Illustrationen Segalls. Segall wurde 1891 in Wilna geboren und studierte zunächst in seiner Heimatstadt, später in Berlin und Dresden. Zusammen mit Otto Dix, Conrad Felixmüller, Otto Lange, Peter August Böckstiegel, Otto Schubert u. a. gründete er 1919 die Dresdner Sezession und publiziert in verschiedenen Dada-Publikationen. – Sehr selten, 1983 erschien eine Faksimile-Ausgabe.

26 : 20 cm. [4], 44 Seiten, 8 Lithographien. – Deckel- und Blattränder etwas gebräunt. Heftung vor der letzten Lage gelockert. – Vorsatz mit Einklebung und Schenkungsvermerk.

658  Ungarische Avantgarde – Ivan Hevesy. Futurista, expresszionista és kubista Festészet

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 900

(ungarisch: Futuristische, expressionistische und kubistische Malerei). Budapest, MA 1919. Mit 39 Abbildungen auf Tafeln und drei im Text. Mit einem Linolschnitt von Sandor Bortnyk auf dem Vorderumschlag. Originalbroschur.

Originalausgabe. – Sehr seltene Publikation des MA-Verlages über die avantgardistischen Kunstströmungen und ihre Hauptvertreter. – Mit Abbildungen von Gemälden und Skulpturen von Severini, Russolo, Picasso, Gleizes, Chagall und ungarischen Künstlern. – Im Text Klischeedrucke nach Kandinsky, Marc, Derain und Benes. – Ivan Hevesy (1893–1966) hatte während seines Studiums den Künstlerkreis um Lajos Kassák und dabei insbesondere auch László Moholy-Nagy und Sándor Bortnyk kennengelernt. Ab 1917 publizierte Hevesy in der Zeitschrift »MA«.

23 : 16 cm. 31, [1] Seiten, 39 Tafeln. – Papierbedingt etwas gebräunt und leicht fleckig.

659  Lajos Kassák. Novelláskönyv.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Válogatott novellák 1911–1919 (ungarisch: Neues Buch. Vermischte Novellen). Wien, Bán 1921. Originalbroschur mit dreifarbiger Lithographie von Sandor Bortnyk auf dem Vorderdeckel.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – In der Zeit von Kassáks Exil in Wien. Die von ihm herausgegebene Zeitschrift »MA« (Heute) erschien von dort aus und auch in dieser Zeit des Exils gehörten Schwitters, Schlemmer, Tzara, El Lissitzky, Archipenko und andere Vertreter der europäischen Avantgarde zu deren Autorenkreis. – Unbeschnitten, sehr selten.

24 : 16 cm. 123, [5] Seiten. – Umschlag leicht gebräunt, Gelenke minimal brüchig, kleiner Farbverlust am Rücken unauffällig restauriert. Vorderdeckel mit leichter Knickspur.

Nicht bei Csaplar, Kassak 1999

660  Lajos Kassák. Tisztaság könyve

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 800

(ungarisch: Buch der Reinheit). Budapest, Horizont 1926. Mit serigraphierten Zwischentiteln, einer farbig serigraphierten Anzeige und sechs Bildtafeln. Illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe dieser wichtigen Sammlung von Aufsätzen und Dichtungen. – Enthält u. a. »25 uj vers« (25 neue Gedichte), nummeriert 40–65; »Prózák 1925« und »Forditások 1915–26« (Übersetzungen) sowie »A korszerü müvészet EL«. – Die Bildtafeln mit Kunstwerken Kassáks, darunter Bühnenbilder, Plastiken (u.a. das auf dem Umschlag nochmals abgebildete Relief), farbiger Reklameentwurf. – In mustergültiger Typographie gestaltet. – Der Entwurf des Umschlags war u. a. 1927 auf der Internationalen Schau zeitgemäßer Reklame in der Kunsthalle Mannheim ausgestellt.

25 : 17 cm. 115, [5] Seiten, 6 Tafeln. – Umschlag auf Japan aufgezogen. – Einige Blätter mit schmalem Wasserrand.

Csaplar, Kassak 1999, 83

661  Lajos Kassák. 35 verse.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Schubert Ernő, Kassák Lajos, és Dor Rajzaival. Budapest, Munka (Ungarische Presse) 1931. Mit fünf ganzseitigen Illustrationen von Ernö Schubert, Lajos Kassák und Dor. Originalbroschur mit Deckelbild.

Erste Ausgabe, sehr selten. – Der Umschlag mit dem Fotoporträt des Dichters Kassák von Árpád Szélpál. Auch der war, wie andere Künstler der MA-Gruppe, ein Mehrfachbegabter und veröffentlichte neben seinen Fotografien auch literarische Texte. – Die Illustrationen stammen vom Verfasser sowie Ernö Schubert und Dor [Alexander Trauner]. Lajos Kassák (1887–1967) war die zentrale Figur der ungarischen Avantgarde. Er gab die legendäre Zeitschrift »MA« heraus und veröffentlichte gemeinsam mit El Lissitzky 1922 das »Buch der neuen Künstler«. – Die Gedichte sind nummeriert von 66 bis 100. Sie sind die letzten von Kassáks nummerierten Dichtungen und wurden von ihm selbst als Schlussstein seines avantgardistischen Schaffens betrachtet.

19 : 14 cm. [56] Seiten. – Die weit überstehende seitliche Vorderdeckelkante minimal geknickt, sonst sehr gut erhalten und zum Teil noch unaufgeschnitten.

662  Jozsef Nádass. Megy körben az arc.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 450

(ungarisch: Ein Gesicht geht um). Budapest, Dokumentum Kiadása 1927. Originalbroschur, gestaltet nach Entwurf von Lajos Kassák.

Erste Ausgabe. – Dadaistische Dichtungen, darunter der Zyklus »Hat arckép« (Sechs Gesichter). Diese sechs Gedichte widmete Nádass jeweils einem verehrten Künstler, jedes wurde mit dessen Initialen betitelt (so vermuten wir u. a. Kurt Schwitters und Lajos Kassák). – Jozsef Nádass (Nußbaum) (1897–1975) wurde 1918 Mitglied der Kommunistischen Partei Ungarns, emigrierte deshalb 1920 nach Wien und wurde dort Mitarbeiter von Kassáks ebenfalls aus Budapest umgesiedelten MA-Zeitschrift. – Die letzte Seite mit Verlagsanzeigen. – Titelblatt mit Widmung, wohl vom Dichter, datiert 28. VI. 1930.

25 : 17 cm. [32] Seiten. – Umschlag leicht fleckig. – Seitenränder gebräunt, vereinzelte Anstreichungen und Korrekturen mit Bleistift.

663  Linards Laicens. Kliedzosie korpusi

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

(lettisch: Schreiende Blöcke). Riga, Latvju Kulturas [1930]. Mit zwei ganzseitigen Illustrationen nach Fotomontagen von Eriks Kalis, davon eine auf dem Vorderumschlag. Illustrierte Originalbroschur.

Wohl erste und einzige Ausgabe. – Der Graphiker Eriks Kalis (1904–1939) gehörte zur Rigaer Avantgarde. Sein Illustrationsprinzip, eine Kombination von Fotografien und Fotomontagen mit geometrischen Figuren, war durch Lajos Kassák beeinflusst. – Der expressionistische lettische Dichter Linards Laicens (1883–1938) gab 1928 die erste und zugleich wichtigste lettische Avantgarde-Zeitschrift »Kreisa fronte« heraus. Als Mitglied der Kommunistischen Partei Lettlands wurde er mehrfach verhaftet und floh deshalb 1932 in die Sowjetunion, wo er allerdings 1938 ein Opfer der Stalinschen Säuberungsaktionen wurde. – Sehr selten.

21 : 14 cm. 222, [2] Seiten. – Umschlagränder leicht, die des Buchblocks papierbedingt stärker gebräunt.

664  Vladimir Majakovskij. Groznyi smekh

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

(russisch: Das schreckliche Gelächter). Moskau/Leningrad, GICHL 1932. Mit 37 Bildseiten nach Rosta-Fenstern, einem Porträt und illustrierten Vorsätzen. Originalpappband mit Typographik auf dem Schutzumschlag.

Eins von 3000 Exemplaren. – Die den Rosta-Plakaten gewidmeten Texte erschienen zwei Jahre nach Majakovskijs Tod. Das Buch besticht durch seine außergewöhnliche Gestaltung von Varvara Stepanova: Die Textseiten, nach den Regeln der modernen Typographie unter Verwendung verschieden starker Balken gesetzt, werden ergänzt durch die am Außenrand halbseitengroß abgebildeten legendären Plakate der russischen Telegrafen-Agentur ROSTA, die seit 1919 besonders in Zusammenarbeit mit Majakovskij entstanden. Jedes zweite Textblatt blieb unillustriert und wurde in schmalem Hochformat eingebunden, so dass die Abbildungen stets unverdeckt bleiben. – Mit der berühmten Fotomontage von Boris Ignatovic (vgl. Susan Compton, Russian Avant-Garde Books, dort auch als Vorsatz verwendet). – Varvara Stepanova (1894–1958) war auf der Ersten Russischen Kunstausstellung in Berlin (1922) vertreten. Sie arbeitete als Textildesignerin, zählte zu den LEF Mitarbeiterinnen und arbeite eng mit Majakovskij zusammen. »Varvara Stepanova schuf mit ihrer Gestaltung des Buches ein wegweisendes, modernes Werk« (Bowlt/Hernad).

24 : 21 cm. 79, [1] Seiten. – Schutzumschlag gebräunt und mit Fehlstellen an den Falzen. Einband leicht fleckig, Rücken brüchig. Vorderes Innengelenk angeplatzt. – Innen gut erhalten.

Bowlt/Hernad 104

665  Chasy. Chas 1

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

(Stunde 1). Petersburg 1922. Originalbroschur, Vorderdeckel mit einer Lithographie von W. Milotschevsko.

Erste Ausgabe. – Seltene Sammlung mit Texten von Chlebnikov, Kusmin, Ebert, Jurkin, Anna Padlova, Paparigopulo und Tschklovski.

14 : 10 cm. 88 Seiten. – Umschlag lose und am Rückenfalz mit Fehlstellen. Hinterer Innendeckel und Titel mit Besitzvermerken.

666  Strelets

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausruflimit/Reserve price: € 660

Sbornik tretij i poslednij. Pod redakzije Alexandra Belsona (russisch: Der Bogenschütze. Dritte und letzte Sammlung. Redaktion: Alexander Belenson). St. Petersburg 1922. Mit 15 teils farbigen Tafeln. Originalbroschur.

Erste Ausgabe des abschließenden Teils der wichtigen Anthologie. – Eins von 200 nummerierten und vom Herausgeber signierten Exemplaren. – Der erste Teil mit Beiträgen der radikal-futuristischen Hylea-Gruppe und der Symbolisten (Blok, Sologub etc.) verursachte 1915 großes Aufsehen und war der Beginn einer nicht enden wollenden literarischen Diskussion zwischen avantgardistischen und etablierten Schriftstellern. – Der dritte Teil mit Texten von Kusmin, Sologub, Rosanov, Achmatov, Belenson, Karsavin, Gollerbach, Lupje u. a. sowie Illustrationen von N. Kulbin, Lebedev, Chagall, Nathan Altman und Juri Annenkov, von dem auch die Textvignetten stammen. – Die Titelvignette entwarf David Burljuk.

29 : 20 cm. [8], 175, [1] Seiten, 15 Tafeln. – Umschlag leicht fleckig und mit Randeinrissen. – Ränder minimal, die der ersten Blätter etwas stärker fleckig.

667  Surrealismus – Dictionnaire abrégé du Surréalisme.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 380

Paris, Galerie Beaux-Arts 1938. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur mit Deckelillustration von Yves Tanguy.

Erste Ausgabe dieses Wörterbuchs, zusammengestellt von André Breton und Paul Eluard. – Die kurzen Textbeiträge und die vielen abgebildeten Kunstwerke stammen von Louis Aragon, Hans Arp, Hans Bellmer, René Crevel, Salvador Dali, Robert Desnos, Marcel Duchamp, Max Ernst, Man Ray, Benjamin Péret, Pablo Picasso, Jacques Prévert, Tristan Tzara und vielen anderen. – Anlass für diese Publikation war die berühmte »Exposition Internationale du Surréalisme«, die von den Pariser Surrealisten André Breton und Paul Eluard unter Mitwirkung von Duchamp, Le Gentil, Dali, Max Ernst, Man Ray und W. Paalen organisiert wurde. – Beilage: Ausstellungskatalog zur »Exposition«, die von Januar bis Februar 1938 in der Galerie Beaux-Arts, Paris, gezeigt wurde. Acht Seiten, klammergeheftet, im Format des Buches. Sehr selten, da meist verloren. Auflistung der 229 Exponate.

24 : 15 cm. 75, [1] Seiten; 7, [1] Seiten. – Umschlag- und Beilageränder etwas gebräunt.

Dokumentations-Bibliothek VI, 129

668  Le plateau.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Théâtre de Recherches Dramatiques. Programme – Revue. Le gérant: P. Albert-Birot. No. 1 [et] 2. [Paris] 1929. Mit drei Illustrationen. Originalbroschuren in Halbmaroquinbänden (signiert: Mercher 1973). In Schubern.

Erste Ausgaben. – Die beiden einzigen Hefte, erschienen im März und Mai 1929. – Mit Texten von Roch Grey, Pierre Albert-Birot, Claude Cahun und Andre Marcou sowie den beiden Besetzungsplänen der Aufführungen. – In Heft 1 drei Schauspielerporträts nach Zeichnungen, signiert »Moore«. – Beide Hefte mit undatierter, eigenhändiger Widmung des Herausgebers für Robert Altmann. – Beide mit dem Monogrammstempel »PAB« (Pierre Andre Benoit) auf den Vorderumschlägen.

Ca. 16 : 11 cm. 20 bzw. 18 Seiten.

669  Alain de la Bourdonnaye – Pierre Lecuire. Consul constant.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Dix poèmes. Neuf eaux-fortes originales d’Alain de la Bourdonnaye. Paris, [chez l’artiste et l’auteur] 1958. Mit neun ganzseitigen Farbradierungen, davon eine blattgroß auf dem Vorderumschlag. Lose Doppelblätter in Originalumschlag und -lederchemise.

Eins von 55 Exemplaren (Gesamtauflage 75). – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Auf Auvergne-Velin von Richard de Bas. – Den Text, splendid aus einem übergroßen Schriftgrad der Caslon gesetzt, druckte Fequet et Baudier. Die eindrucksvollen Radierungen mit starkem Prägedruck druckte der Künstler auf der eigenen Presse. – Zumindest alle bei Monod verzeichneten Werke Pierre Lecuires (1922–2013) erschienen im Eigenverlag. – Alain de la Bourdonnaye (1930–2016) erlernte die Technik des Radierens in dem berühmten Atelier 17, das Stanley Hayter nach Kriegsende in Paris wiedereröffnet hatte.

32 : 23 cm. [64] Seiten. – Leder etwas angestaubt.

Monod 7023

670  René Char. Moulin premier.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Paris, G. L. M. 1936. Hellblaue Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 120). – Verlagsfrisches Exemplar.

16 : 13 cm. [48] Seiten.

Benoit 11

671  René Char. Dehors la nuit est gouvernée.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

Paris, GLM 1938. Originalbroschur in rotem Halblederband mit vergoldetem Titel.

Erste Ausgabe. – Eins von 250 Exemplaren auf Velin (Gesamtauflage 275). – Die Gedichtsammlung enthält unter anderem den Erstdruck der später als »Dent prompte« bekannt und durch die Illustrationen von Max Ernst berühmt gewordenen zehn Gedichte, hier noch unter dem Titel »Versions«.

28 : 19 cm. [32] Seiten. – Broschurränder leicht gebräunt.

672  Salvador Dalí – René Crevel. Dali

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Zuschlag/Hammerprice: € 9500

ou l’anti-obscurantisme. Paris, Éditions Surréaliste Chez José Corti 1931. Mit zehn fotografischen Tafeln nach Salvador Dali. Schwarze Originalbroschur mit Deckelschild.

Erste Ausgabe. – Eins von zehn Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe auf Japon nacré mit einer signierten Tuschfederzeichnung von Salvador Dali (5,5 : 4,5 cm, signiert, datiert und betitelt »orloge«) (Gesamtauflage 615). – Salvador Dali war 1928 durch Joan Miró in den Kreis der Surrealisten eingeführt worden und nahm an zahlreichen Aktivitäten der Bewegung teil. 1934 erfolgte Dalis Bruch mit Breton, der in Verbindung mit seiner unverhohlenen Hitler-Bewunderung zum Ausschluss aus dem Künstlerkreis führte. 1931, im Jahr dieser außergewöhnlichen Publikation, entstand mit »L’Age d’Or« der zweite gemeinsam mit Luis Buñuel gedrehte Film. – Die zehn Tafeln wurden nach Fotografien von André Caillet gedruckt und zeigen Gemälde Dalis aus den Jahren 1929 bis 1931.

23 : 17 cm. 29, [3] Seiten, 10 Tafeln. – Der schwarze Broschurumschlag am Rücken etwas brüchig, die Kanten leicht berieben. – Innen tadellos.

Monod 3319. – Vgl. Dokumentations-Bibliothek II, 111

673  Salvador Dali.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

[Ausstellungsflyer]. Julien Levy Gallery. New York 1939. Illustriertes Doppelblatt, Leinenrückenfalz. Mit einem montierten Dekompositionsbild.

Selten. – Die Ausstellung war Dalis Gemälde »The endless enigma« gewidmet. – Das Faltblatt mit einem mehrteiligen Abdruck der einzelnen Bildkomponenten auf Transparentpapier und mehreren Abbildungen sowie Texten von Dali, Picasso, Breton, Zweig u. a.

32 : 25 cm. – Leichte Knickspuren.

674  Salvador Dalí. Le mythe tragique de l’Angélus de Millet.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Interprétation «paranoïaque-critique». Montreuil, Jean-Jacques Pauvert 1963. Mit vielen montierten Abbildungen und einigen Textillustrationen. Originalleinenband mit montiertem Deckelschild und Schließgurt.

Hervorragendes Faksimile des Typoskripts mit den entsprechenden Fotomontagen des Künstlers. Auch der Einband ist ganz in der Art des Originals gehalten. – Bemerkenswert frisches Exemplar.

28 : 21 cm. 105, [7] Seiten.

675  Salvador Dali. Les métamorphoses érotiques.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 340

Choix de dessins exécutés de 1940 à 1968. [Paris,] A l’Érotitiade 1969. Mit zahlreichen, teils montierten Abbildungen und zehn Tafeln. Lose Bogen in Originalseidenchemise, zusammen in Schuber mit Seidenbezügen.

Erste Ausgabe. – Eins von 900 Exemplaren auf Zerkall-Bütten (Gesamtauflage 1200). – Die Zeichnungen, teils inspiriert durch alte naturwissenschaftliche Abbildungen, entstanden in den Jahren 1940–1968. Lothar Lang bezeichnet das Werk, dem eine Bildfolge »d’un traité des systèmes érotique et des mille façons masturbatoires des Romains« beiliegt, als »eine Art Bilderroman«.

33 : 26 cm. 60 Seiten, 10 Tafeln. – Vorderdeckel minimal, Schuber etwas fleckig.

Lang, Surrealismus 20

676  Salvador Dalí – Dante [Alighieri]. La Divine Comédie. L’ Enfer. – Le Purgatoire. – Le Paradis.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Zuschlag/Hammerprice: € 2200

Traduction de Julien Brizeux. Illustrations de Dalí, gravée sur bois par Raymond Jacquet. Paris, Editions d’Art Les Heures Claires 1959–1963. Drei Teile in sechs Bänden. Mit 100 Farbholzstichen nach Aquarellen von Salvador Dali. Lose in Originalumschlägen, illustrierten Originalchemisen und -schubern.

Eins von 350 Exemplaren auf »Vélin pur chiffon de Rives« mit sechs »décompositiones« (Gesamtauflage 4765). – Für den Druck der 100 Tafeln wurden etwa 3.500 Druckplatten gestochen. – Aus den Illustrationen jedes Bandes wurde ein Blatt ausgewählt und davon für diese vierte Vorzugsausgabe jeweils zahlreiche Abdrucke einzelner und kombinierter Farbstellungen gedruckt. Diese je etwa 60 Tafeln liegen jedem Band in einem Umschlag bei. – Das vorliegende Exemplar mit folgenden Dekompositionen: Le Minotaure (ML 1050); Les Trompeurs (ML 1056); Les Indolents (ML 1075); Avarice et Prodigalité (ML 1092); Opposition (ML 1116); La Marche vers Dieu (ML 1133). – Tadellos erhalten, in der Vorzugsausgabe selten.

34 : 28 cm.

Monod 3398

677  Marcel Gromaire – Henri Hertz. Vers un monde volage.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Illustré de dix eaux-fortes orginales hors texte par Marcel Gromaire. Paris, Marcel Seheur 1926. Mit zehn blattgroßen Radierungen. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 225 Exemplaren auf Vélin d’Arches (Gesamtauflage 271). – Henri Hertz (1875–1966) war mit Apollinaire, Max Jacob, Alfred Jarry, Henri Barbusse, Jean Cassou und anderen französischen Symbolisten und Dadaisten befreundet. – Marcel Gromaire (1892–1971) wurde durch sein graphisches und malerisches Œuvre, das neben seiner Tätigkeit als Filmkritiker entstand, in den frühen 1920er Jahren bekannt. 1932 hatte er zusammen mit Jean Fautrier, Jean Pougny und Jean René Bazaine eine erste Gruppenausstellung.

29 : 24 cm. 218, [6 leere] Seiten. – Die ersten 4 Blätter leicht stockfleckig, Vorsätze mit Abklatsch des Umschlagpapiers.

Monod 6001. – Rauch 87

678  Comte de Lautréamont [Isidore Ducasse]. Œuvres complètes

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 300

contenant Les Chants de Maldoror, les Poèsies, les Lettres, une introduction par André Breton des illustrations […] Paris, Guy Lévis Mano 1938. Mit zwölf ganzseitigen Illustrationen. Originalbroschur.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 1000 Exemplaren auf »Velin bibliophile« (Gesamtauflage 1120). – »Bedeutendstes Gemeinschaftswerk der Surrealisten und von programmatischer Bedeutung hinsichtlich ihres Traditionsverständnisses« (Lothar Lang). – »André Breton praised Lautréamont for his lucid and prophetic statement of a deep cultural, social, and esthetic crisis and credited him with radical ideas that could lead to a new start. […] In his preface to ›Les Chants de Maldoror‹ Breton, who was ardently committed to extending the surrealist revolution to the word itself, stressed the presence of a special verbal liberation: ›That puts an end to the imposition of limitations in relating words to words.‹«Die sechs Gesänge mit je zwei Illustrationen nach Zeichnungen von Kurt Seligmann, Wolfgang Paalen, Rene Magritte, Espinoza, Oscar Dominguez, Matta Echauren, Max Ernst, Andre Masson, Yves Tanguy, Victor Brauner, Joan Miro und Man Ray. – Mit kommentierenden Texten von Aragon, Breton, Tzara u. a., Anmerkungen zur Entstehungsgeschichte und einer Bibliographie. – Schönes unbeschnittenes Exemplar.

19 : 14 cm. XIV, [2], 415, [9] Seiten.

Lang, Surrealismus 47

679  René Magritte – Comte de Lautréamont (Isidore Ducasse). Les Chants de Maldoror.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 320

Illustrations de René Magritte. Brussel, La Boetie 1948. Mit 76 Strichätzungen nach Zeichnungen, davon zwölf blattgroß auf Tafeln, sechs als Initialen. Illustrierte Originalbroschur mit Pergaminumschlag.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – In nummerierter Auflage erschienen. – René Magritte (1898–1967) war nach Schließung der Surrealisten-Galerie »Le Centaure« 1930 wieder nach Brüssel gezogen. In den Folgejahren entstanden Freundschaften zu André Breton, Paul Éluard, Joan Miró, Hans Arp und später auch zu Salvador Dalí. – Sehr schönes Exemplar, »das am aufwendigsten illustrierte Buch des Malers« (Lang, S. 63).

25 : 19 cm. 190, [10] Seiten, 12 Tafeln. – Pergaminumschlag gebräunt.

Monod 6900. – Lang, Serrealismus 66

680  Gilbert Lely. La Sylphide ou l’Étoile carnivore.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Paris, Librairie Le François 1938. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren auf grünem Bütten (Gesamtauflage 57). – Mit dem Beilagezettel mit dem Einleitungstext des Dichters. – Beilage: Zwei Porträtfotografien Lelys. – Gilbert Lely (1904–1985) zählte zu den Pariser Surrealisten. 1936 war sein »Je ne veux pas qu’on tue cette femme« mit einem Frontispiz von Max Ernst erschienen. – Tadellos erhaltenes, vollkommen unbeschnittenes Exemplar aus der winzigen Auflage.

21 : 16 cm. 45, [3] Seiten.

681  Gherasim Luca. Le vampire passif.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausruflimit/Reserve price: € 2000

Avec une introduction sur l’objet objectivement offert. Paris, Editions de l’Oubli 1945. Mit einem Porträt und 17 ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur in schwarzem Maroquinhandeinband und Kassette mit montiertem Relief. – Widmungsexemplar mit einem Abguss des »Portrait trouvé«.

Sehr seltene, erste Ausgabe. – Exemplar 97, eins von 165 auf Kunstdruckpapier (Gesamtauflage 500). – Gherasim Luca, geboren in Rumänien und dort als Initiator einer surrealistischen Künstlergruppe politisch und künstlerisch verfolgt, floh 1952 nach Paris. Dort lebte er vier Jahrzehnte ohne gültige Papiere. Als er 1994 »entdeckt« wurde und ausgewiesen werden sollte, beging er Selbstmord. – Der Text und die surrealistischen Fotografien entstanden schon 1941, veröffentlicht 1945 in Paris, gedruckt noch in Lucas Heimatstadt Bukarest (Druckerei »Slova«). Zwanzig Jahre später widmete 1964 der Verfasser eines der verbliebenen Exemplare der Erstausgabe seinem Freund, dem Künstler-Verleger Robert Altmann, der es bei bei Daniel-Henry Mercher, dem Sohn und Nachfolger des berühmten Buchbinders, binden und einen Abguss des »Portrait trouvé« in den Vorderdeckel montieren ließ. – Unikates Exemplar von kaum zu übertreffender Provenienz. – Wir konnten lediglich drei Exemplare der Erstausgabe nachweisen: Französische Nationalbibliothek, Yale und Getty.

23 : 17 cm. 121, [11] Seiten.

Nicht in Dokumentations-Bibliothek

682  Gherasim Luca. Eigenhändige Manuskripte zu »L’Extrême-Occidentale«

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1900

Paris, Sommer 1954.

Umfangreiche Manuskriptsammlung in mehreren, der Kapiteleinteilung des Buches folgenden, Teilen. – I: Avant-propos Umschlag mit 17 losen Blättern. – II: Les statues Heft, 33 Blätter. – III A: Le Sang Heft mit 22 Blättern, elf beidseitig beschrieben, und vier lose Blätter. – III B: Le Rideau Verso in demselben Heft 23 Blätter, neun beidseitig. – IV: La Forêt Heft mit 22 Blättern, 13 beidseitig, und drei lose Blätter. – V: Le Catalyseur Heft mit 23 Blättern, meist beidseitig, darunter einige Zeichnungen, und vier lose Blätter. – Alle zusammen in roter Halbmaroquinkassette und -schuber. Ledergefüttert mit vergoldetem Rückentitel. – »L’Extrême-Occidentale«, eins der Hauptwerke des Surrealisten Gherasim Luca, erschien 1961 in der Edition Mayer in Lausanne mit Originalgraphiken seiner Künstlerfreunde Jean Arp, Victor Brauner, Max Ernst, Jacques Hérold, Wilfredo Lam, Roberto Matta und Dorothea Tanning. – Durch die frühen Entwurfsstadien, Korrekturen und Kürzungen für die Editionsgeschichte wichtiger Fund. – Provenienz: Sammlung Robert Altmann, Viroflay, dem Brunidor-Verleger und Freund des Dichters, danach Hamburger Privatsammlung.

683  André Rouveyre. Mort de l’amour.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Avec, en appendice, une prose de Jean Moréas. Paris, Edition du Mercure de France 1911. Mit acht ganzseitigen Holzschnitten nach Zeichnungen und in Holz geschnittenem Text mit Initialen. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von zehn Exemplaren der Vorzugsausgabe auf China, im Druckvermerk vom Künstler signiert, nummeriert und datiert (Gesamtauflage 1010). – Nach »Phèdre«, das in gleicher Ausstattung 1910 gedruckt wurde, wiederum ein rein zeichnerisches Werk Rouveyres. – Im Nachwort interpretiert Jean Moréas die Zeichnungen und erläutert die Bezüge zu verschiedenen Fassungen der Dichtung. – Nicht nur die Zeichnungen, auch der gesamte Text wurde von Pierre-Eugène Vibert in Holz geschnitten und die Stöcke nach Ausdruck der Auflage zerstört. – André Rouveyre (1879–1962) war früh und lebenslang mit Henri Matisse, später auch eng mit Guillaume Apollinaire befreundet. – Tadellos schönes Exemplar.

28 : 22 cm. XXXV, [1] Seiten.

Nicht bei Monod, vgl. dort 10005 (»Phèdre«)

684  Philippe Soupault. Westwego.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 350

Paris, Éditions de la Librairie Six 1922. Mit zwei ganzseitigen Illustrationen. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren auf Vergé (Gesamtauflage 318). – »Bedeutende Dichtung aus der Zeit der engen Freundschaft mit Breton und Aragon. […] Interessante typographische Gestaltung. Die Dichtung wird eingeleitet und abgeschlossen von der ganzseitig abgebildeten schwarz eingefärbten Handfläche des Dichters« (Hans Bolliger).

24 : 16 cm. [28] Seiten.

Dokumentations-Bibliothek II, 74

685  Alois Wachsmann – Vladimir Holan. Chór.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 250

Prag, Melantrich 1941. Mit fünf blattgroßen Illustrationen von Alois Wachsmann. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Old Holland-Bütten. – Im Druckvermerk von Künstler und Autor signiert. – Mit eigenhändiger Widmung Holans auf dem Vortitelblatt. – Vladimír Holan (1905–1980) war zunächst Anhänger des tschechischen avantgardistischen »Poetismus«. »Vom spielerischen Dichtungsverständnis dieser Schule entwickelte er sich jedoch, unter dem Eindruck von Vorbildern wie Mallarmé, Rilke und Valéry, rasch zum prononciertesten Vertreter einer tschechischen ›poésie pure‹ fort«. (Heidelberger Forum-edition.de) – Die Verse »Chór« schrieb Holan 1939 als Ergänzung für die von E. F. Burian komponierte Oper »Alladina und Palomid« nach der Dichtung von Maurice Maeterlinck. – Alois Wachsmann (1898–1942) war Anhänger des tschechischen Surrealismus und zählte 1920 zu den Mitbegründern der tschechischen Avantgardegruppierung »Devětsil«, deren »poetistische« Grundrichtung maßgeblich von Vítězslav Nezval und Karel Teige geprägt wurde.

22 : 18 cm. – 44, [2] Seiten. Es fehlt der illustrierte Originalumschlag.

686  Georges Braque – Fernand Mourlot. Braque Lithographe.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 120

Notices et catalogue. Préface de Francis Ponge. Monte Carlo, André Sauret 1963. Mit drei Farblithographien, davon eine zweifach auf dem Umschlag, eine als Frontispiz und eine als Titelvignette, sowie 146 farbigen Abbildungen. Originalbroschur mit -umschlag im -schuber.

Eins von 4000 nummerierten Exemplaren, daneben erschien eine Vorzugsausgabe von 125 Exemplaren mit zwei signierten Lithographien. – Inhaltlich überholt, buchkünstlerisch aber unübertroffen, hier zudem tadellos erhalten.

32 : 25 cm. [2], 193, [7] Seiten.

Vallier 188

687  Vuillard. – Bonnard. – Braque – Drei Werkverzeichnisse.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 330

Monte Carlo, Sauret 1948–1963. Mit zahlreichen, meist farbigen Abbildungen. Farbig illustrierte Originalbroschuren im Schuber.

I. Claude Roger-Marx. L’œuvre gravé de Vuillard. 1948. – II. Claude Roger-Marx. Bonnard Lithographe. 1952. – III. Fernand Mourlot. Braque Lithographe. Préface de Francis Ponge. 1963. Mit drei Farblithographien. – Druck der Lithographien und lithographischen Abbildungen bei Mourlot. – Tadellos.

32 : 25 cm.

688  Sechs Kataloge der Galerie Berggruen, Paris.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Paris 1957–1973. Mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Farbig illustrierte Originalbroschuren.

I. 23. Pierre Soulages gouaches et gravures. 1957. – II. 29. Klee & Kandinsky une confrontation. 1959. – III. 33. Klee lui-même. 20 œuvres: 1907–1940. 1961. – IV. 35. Robert Delaunay. Première époque 1903–1910. 1961. – V. 52. Kandinsky aquarelles & dessins. 1972. – VI. 54. Œuvres cubistes. Braque, Gris, Léger, Picasso. 1973. – Meist in Auflagen von etwa 1000–1500 Exemplaren erschienen. – Die Umschläge wurden nach Arbeiten der Künstler zum Teil bei Mourlot farblithographisch gedruckt. – Gut erhalten. – Heinz Berggruen (1914–2007) emigrierte 1936 in die USA und kam als US-Soldat nach Frankreich. Im Paris der Nachkriegszeit wurde er, ohne später selbst genau sagen zu können wie, Kunsthändler – für Jahrzehnte einer der weltweit bedeutendsten und erfolgreichsten.

22 : 11 cm.

689  Marc Chagall. Dessins pour la Bible.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausruflimit/Reserve price: € 1500

Paris, Verve 1960. Mit 47 Lithographien, davon 24 farbigen und einer weiteren doppelblattgroßen Farblithographie auf dem Einband. Originalpappband.

Die zweite »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 37/38 der Reihe »Verve«. – In den Jahren 1958 und 1959 entstanden weitere Zeichnungen zur Bibel, »ohne eigentlich an ein Illustrieren der Bibel selbst zu denken«. Die vorliegende Verve-Ausgabe enthält die Reproduktionen dieser Zeichnungen auf 96 Tafeln, wiederum angereichert mit Farblithographien und diese mit den rückseitig aufgedruckten vignettenartigen, einfarbigen Lithographien. – Der einleitende Text stammt von Gaston Bachelard, am Ende mit Erläuterungen zu den 96 Tafeln. – Farbfrisches Exemplar.

36 : 27 cm. [18], 96, [16] Seiten, 24 Lithographien.

Cramer 42. – Mourlot 230–277

690  Marc Chagall. Glasmalereien für Jerusalem.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Text von Jean Leymarie. Mit zwei Originallithographien. Monte Carlo, André Sauret 1962. Mit zwei blattgroßen Farblithographien. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Erste deutsche Ausgabe. – 1961 entstanden die zwölf Fenster für die Synagoge der Hadassah-Universitätsklinik in Jerusalem, der vorliegende Band dokumentiert den künstlerischen Entstehungsprozess. – Charles Sorlier übertrug 36 Entwürfe Chagalls auf Stein; wie die beiden Originallithographien wurden diese dann in zahlreichen Farben bei Mourlot gedruckt. – Deutsche Ausgabe in der Übersetzung von U. R. Hemmerich. – Tadellos. – Dazu: Jacques Lassaigne. Le Plafond de l’Opéra de Paris par Marc Chagall. 1965. – Chares Sorlier. Die Keramiken und Skulpturen von Chagall. Vorwort von Andé Malraux. 1972. – Beide mit einer Farblithographie von Marc Chagall. Originalleinenbände.

Cramer 49, 61 und 89. – Mourlot 365/366, 434 und 646

691  Jean Cocteau – Geneviève Laporte. Sous le manteau de feu.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausruflimit/Reserve price: € 1200

Poèmes. Douze lithographies originales de Jean Cocteau. Préface d’Armand Lanoux. Paris, Joseph Foret 1955. Mit zwölf Lithographien, davon acht farbig. Lose Doppelblätter in farbig lithographiertem Originalumschlag, -chemise und -schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 55 Vorzugsexemplaren auf Velin de Rives mit einer Extrasuite der Lithographien mit Remarquen auf Papier von Marais (Gesamtauflage 227). – Im Druckvermerk vom Verleger signiert. – Teile des Titels wurden nach der Handschrift Cocteaus lithographiert. – Mit einer Ausnahme entstanden die Gedichte und die Lithographien 1953 und 1954. Lediglich das hingebungsvolle Gedicht »A Pablo Picasso« datiert bereits 1951. In diesem Jahr begann die Dichterin Geneviève Laporte (1926–2012) nach ihrer Rückkehr aus den USA ein geheimes Liebesverhältnis mit Picasso, der damals noch mit Françoise Gilot liiert war.

42 : 34 cm. [44] Seiten, 12 Lithographien.

Monod 6824

692  Max Ernst. La Femme.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

100 Têtes. Paris, Carrefour 1929. Mit 147 Reproduktionen von Collagen. Halblederband mit vergoldetem Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Eins von 900 Exemplaren auf Vélin teinté (Gesamtauflage 1000). – Der Originalbroschurumschlag hinten eingebunden. – Der erste von drei Bildromanen, 147 Bilder (Strichätzungen nach Collagen) mit begleitenden Bildunterschriften und dem bedeutenden Vorwort von André Breton. – »Breton, Tzara, Aragon und Soupault sahen bereits in den frühen Collagen von Max Ernst eine unmittelbare Bestätigung des Surrealismus, jedoch erst zwischen 1929 und 1934 gelangen dem Künstler die drei großen Meisterwerke der surrealistischen Buchkunst, die Collageromane. Mit ihnen schuf Ernst eine völlig neue Bildsprache, eine alogische Poesie. […] Der Betrachter sieht sich einer Flut von Bildern gegenüber, die durch die beigegebenen Titel keineswegs begrifflich faßbar werden.« – »Dank der Collage gelingt es Max Ernst, wie es André Breton in seiner Anweisung für den Leser der ›Femme 100 têtes‹ geschrieben hat, ›über den Abgrund zu springen‹. Seit 1925 hatte Max Ernst in seinem Werk fast alles direkte Malen und Zeichnen aufgegeben und dieses durch ein System indirekter, halbautomatischer Fertigungsweisen ersetzt. Er ließ seine Collagen drucken, wie ein Schriftsteller seinen Text drucken lässt« (Erhart Kästner, Frottagen und Collagen in Brusberg, Dokumente 3).

26 : 20 cm. 163 Blätter. – Der originale Broschurumschlag fachmännisch auf gleichfarbigen Karton aufgezogen und eingebunden. Erste und letzte Seite restauriert.

Monod 4310. – Lang, Surrealismus, 26. – Spies/Metken III, 1417–1563. – Brusberg 26.B

693  Max Ernst. Rêve d’une petite fille qui voulut entrer au Carmel.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 950

Paris, Editions du Carrefour 1930. Mit einer blattgroßen Abbildung und 78 Tafeln nach Collagen von Max Ernst. Neuer Halblederband mit Marmorpapierbezügen, der Vorderumschlag der hellblauen Originalbroschur mit Titelvignette ist beigebunden.

Erste Ausgabe. – Eins von 1000 Exemplaren auf getöntem Velin (Gesamtauflage 1060). – »Die Protagonistin dieses Collageromans trägt die Züge von Marie-Berthe, Max Ernsts damaliger Frau« (Lang). – »Als Vorlagen zu den Collagen dienten Ernst illustrierende Populärgraphik des 19. Jahrhunderts sowie Holzstichillustrationen aus bebilderter Trivialliteratur und aus belehrenden Büchern und Zeitschriften. […] Ernst hat seine Holzstiche präzise aus dem Vorlagenmaterial herausgeschnitten und technisch perfekt ineinandermontiert und dadurch inhaltlich vollständig umfunktioniert. Die Schnitt- und Klebestellen wurden durch die Reproduktion unsichtbar gemacht. […] Die geklebte Collage hatte für den Künstler untergeordnete Bedeutung. Als Original galt für ihn der Druck mittels Strichklischee« (Lothar Lang, S. 29).

23 : 18 cm. [12] Seiten, 78 Tafeln, 4 Zwischentitelblätter.

Monod 4320. – Lang, Surrealismus 28. – Spiess/Mettken IV, 1587–1666

694  Max Ernst und Paul Eluard. Les malheurs des immortels.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Köln, Galerie Der Spiegel [1960]. Mit 21 Zinkätzungen nach Collagen von Max Ernst. Originalbroschur mit montierter Illustration auf dem Vorderdeckel.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 250 Exemplaren auf Werkdruckpapier (Gesamtauflage 335). – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Originalausgabe erschien im Sommer 1922 in Paris. – »Das Werk […] ist das erste Beispiel einer so weitreichenden Zusammenarbeit zwischen Ernst und Eluard, daß der Maler – wie von Werner Spies nachgewiesen – zum Mitautor der Texte wurde. […] Die Illustrationen repräsentieren den Übergang Ernsts von Dada zu Surrealismus« (Lothar Lang).

33 : 22 cm. [50] Seiten (Blockbuch). – Einband lichtrandig, Deckelränder mit wenigen winzigen Einrissen.

Monod 4243. – Lang, Surrealismus S. 18 und Bibliographie 25 Anmerkung. – Spindler 153.9

695  Peter Schamoni. Max Ernst. Maximiliana.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausruflimit/Reserve price: € 800

Die widerrechtliche Ausübung der Astronomie. L’exercice illégal de l’astronomie. The illegal practice of astronomy. Hommoge (sic!) à Dorothea Tanning. München, Bruckmann 1975. Mit einer signierten Farblithographie von Max Ernst und zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband mit silbergeprägtem Titel. Im Schuber.

Eins von 69 Exemplaren der Vorzugsausgabe. – Daneben 33 Künstlerexemplare. – Die grüne Fondfarbe wurde bei der Herstellung der Lithographie mitgedruckt.

24 : 23 cm. [1], 89 Seiten. – Buchblock vorn oben gebrochen.

Nicht mehr bei Spies/Leppien

696  Max Ernst – Helmut Leppien. Max Ernst. Das graphische Werk.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 750

Bearbeitet unter Mitarbeit von Wilfried Konnertz, Hans Bolliger und Inge Bodesohn. Köln, DuMont Schauberg und Houston, Menil Foundation 1975. Mit einer Farblithographie von Max Ernst. Originalhalbleinenband mit -schutzumschlägen. Im Leinenschuber.

Œuvre-Katalog, herausgegeben von Werner Spies, Band I. – Eins von 79 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einem signierten zweiten Abzug der Lithographie auf Japan. Diese auf einem gefalzten, eingebundenen Doppelblatt. – Schönes Exemplar des maßgeblichen Werkverzeichnisses.

33 : 25 cm. XXXIV, 288 Seiten, 1 Lithographie.

Spies/Leppien 247 a (von c)

697  Max Ernst – Max Ernst. Œuvre-Katalog.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 340

Herausgegeben von Werner Spies. [Band 1–6]. Houston, Menil Foundation, und Köln, DuMont Schauberg 1975–1998 und 2004. Mit zahllosen Abbildungen. Originalhalbleinenbände mit je zwei -schutzumschlägen, alle im Originalschuber.

Vollständiger Catalogue raisonnée des graphischen und malerischen Œuvres. – Band 1: Das graphische Werk. Bearbeitet von Helmut R. Leppien unter Mitarbeit von Winfried Konnertz, Hans Bolliger und Inge Bodesohn. Nachdruck 2004. – Bände 2–6: Werke. Bearbeitet von Werner Spies, Sigrid und Günter Metken. 1906–1925, 1925–1929, 1929–1938, 1939–1953 und 1954–1963. – Dazu: Werner Spies. Max Ernst. Collagen. Inventar und Widerspruch. Köln, DuMont 2003.

33,0 : 25,0 cm. Zusammen etwa 2500 Seiten.

698  Fernand Léger – Andrè Maurois. Mon ami Léger.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Comment je conçois la figure par Fernand Léger. Paris, Louis Carré 1952. Mit zusammen 18 Lithographien nach Léger, davon sechs farbig, sieben schwarz gedruckt und fünf im Text. Illustrierte Originalbroschur mit -pergaminumschlag.

Eins von 1000 Exemplaren. – Gedruckt auf Velin d’Arches von Mourlot Frères, Paris. – Erschienen anlässlich der Ausstellung »La Figure dans l’Œuvre de Fernand Léger«, in der Galerie Louis Carré, Juni /Juli 1952. – Mit einem Kommentar von Fernand Léger. – Mit dem Beilageblatt der Ausstellung.

27 : 19 cm. 31, [12] Seiten.

Monod 7048

699  Fernand Léger – Entretien de Fernand Léger avec Blaise Cendrars et Louis Carré

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 500

sur Le Paysage dans l’Œuvre de Léger. Paris, Louis Carré 1956. Mit zehn blatt- und doppelblattgroßen Lithographien nach Léger, davon sechs farbigen nach Gemälden und zehn Vignetten. Orangerote Originalbroschur mit -pergaminumschlag.

Eins von 750 Exemplaren. – Erschienen anlässlich der Ausstellung »Le Paysage dans l’Œuvre de Fernand Léger«, Dezember 1954, in der Galerie Louis Carré, Paris. – Mit Vorwort und faksimiliertem Text von Blaise Cendrars und einer Aufzeichnung eines Interviews mit Léger und Cendrar. – Gedruckt auf Velin d’Arches von Mourlot Frères, Paris.

27 : 19 cm. 67, [9] Seiten.

700  Henri Matisse – Poèmes de Charles d’Orléans

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Ausruflimit/Reserve price: € 2500

manuscrits et illustrés par Henri Matisse. Paris, Tériade 1950. Mit 100 ganzseitigen Farblithographien, teils mit lithographiertem Text. Lose Doppelbogen in farbig lithographiertem Originalumschlag.

Eins von 1200 Exemplaren auf Vélin d’Arches, daneben 30 Exemplare »hors commerce«. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Der von Matisse auf die Lithosteine geschriebene Text wurde von ihm mit farbigen Bordüren und ganzseitigen Variationen der »Fleur de lys« geschmückt. Von besonderem zeichnerischen Reiz sind die fünf blattgroßen Porträts. – Alle Lithographien in Schwarz, Rot, Grün, Blau, Gelb und Violett, alle unter Aufsicht des Künstlers von Mourlot Frères gedruckt. – Sehr schönes Exemplar des in seiner Verspieltheit gegenüber den Dichtungen des Königs auf den ersten Blick etwas »respektlos« wirkenden Malerbuchs.

41 : 28 cm. 100, [4] Seiten.

Duthuit/Garnaud 28. – Monod 8773. – Garvey 202. – Rauch 174