ChristianHesse

Lot 651 – 700 | Hesse-Auktionen
Lot 651 – 700

651  Avalun-Drucke – Bibliomanen [I und II].

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

Drei Erzählungen von Nodier, Flaubert, Asselineau. – Zwei Erzählungen von Paul Lacroix (P. L. Jacob) und Charles Newil. Wien/Leipzig 1921 und 1923. Mit elf signierten Radierungen von Hugo Steiner-Prag bzw. zwölf signierten Radierungen, davon eine als Titel- und eine als Schlussvignette, von Walter Tiemann. Braune marmorierte Originalkalblederbände mit Rücken- und Deckelvergoldung sowie grün-goldenem Rückenschildchen (Leipziger Buchbinderei AG, vorm. Gustav Fritzsche bzw. E. A. Enders, Leipzig).

Avalun-Drucke 11 und 27. – Eins von 200 bzw. 250 Exemplaren der Vorzugsausgaben mit den signierten Radierungen und in Ganzleder (Gesamtauflagen 400 bzw. 450). – »Die Bibliomanenfratze ist die Selbsterkenntnis des Bibliophilen, den die bedeutenden Ereignisse in seinem Leben, die für ihn Bücher sind, nicht zu überwältigen vermögen. Er versteht den Bibliomanen und verzeiht ihm […] Jeder Bibliophile hat seinen Bibliomanen in sich, die absonderliche Art der Büchernarren ist Menschenwesen.« (G. A. E. Bogeng im Vorwort).

19 : 13 cm. 114 Seiten, 11 Radierungen. – Ränder minimal berieben, Gelenke von I etwas stärker. Deckel mit wenigen winzigen Kratzspuren.

Rodenberg 332, 11 und 336, 27. – Sennewald 21,3 (Steiner-Prag)

652  Bremer Presse – Immanuel Kant. Grundlegung zur Metaphysik der Sitten.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Herausgegeben von Erich Becher. München 1925. Originalpergamentband mit Rücken-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Bremer Binderei. F. Th.). Im Schuber mit Pergamentkanten.

Eins von 285 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Erstmals wurde hier die 11pt Antiqua der Bremer Presse verwendet. – Titel und Initialen von Anna Simons. – Sehr schönes Exemplar.

28,0 : 19,2 cm. [4], 122, [8] Seiten. – Vorsätze leicht stockfleckig.

Lehnacker 19. – Rodenberg 485, 19. – Schauer II, 68

653  Bremer Presse – Aischylos. Prometheus desmontes

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 950

(griechisch: Der gefesselte Prometheus). München 1926. Mit 18 Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Blauer Originalmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel, goldgeprägten Fileten auf Deckel-, Steh- und Innenkanten, sowie Schnittvergoldung (signiert: Frieda Thiersch). Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 250 Exemplaren. – Handpressendruck auf Zanders-Bütten. – Herausgegeben von Albert Rehm. – Gesetzt aus der Griechisch Type der Presse.

27,0 : 19,2 cm. [80] Seiten. – Rücken etwas verfärbt. Vordergelenk unten angeplatzt. – Exlibris.

Lehnacker 20 (mit Abbildungen). – Rodenberg 485, 20. – Schauer II, 68

654  Bremer Presse – Walther von der Vogelweide. Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 900 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Herausgegeben von Carl von Kraus. München 1931. Originalpergament mit vergoldeten Fileten, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt (signiert: Bremer Presse F. Th.). Im Originalschuber mit Pergamentkanten.

Siebter Sonderdruck für die Vereinigung von Freunden der Bremer Presse. – Eins von 250 Exemplaren. – Gesetzt aus der 14pt Deutschen Schrift (Fraktur), gedruckt auf Zanders-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Titel und eine Initiale zeichnete Anna Simons. – Dieser Ausgabe ist im Wesentlichen der Text der achten Lachmannschen Ausgabe von 1923 zugrunde gelegt. – Druckfrisches Exemplar.

28,5 : 19,4 cm. [6], 158, [8] Seiten.

Lehnacker 35. – Schauer II, 69

655  Bremer Presse – Johann Wolfgang von Goethe. Hermann und Dorothea.

Schätzpreis/Estimate: € 700 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 470

Herausgegeben von Ernst Schulte-Strathaus. München 1922. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Deckelkantenfileten (signiert: Bremer Binderei, F. Th.).

Eins von 500 Exemplaren. – Handpressendruck für den Verlag der Bremer Presse. – Gesetzt aus der 1922 neu geschnittenen 12p Antiqua. – Den Titel und die neun Initialen zeichnete Anna Simons. – Seit dem Sommer 1922 erschienen in dem Verlag der Bremer Presse Drucke, »die aus eigenen Schriften […] gesetzt und auf einer Handpresse gedruckt werden« (Verlagswerbung, zitiert nach Rodenberg). – Schönes Exemplar in einem der klassischen Pergamentbände der Hausbinderei.

28,2 : 20,8 cm. [6], 62, [8] Seiten. – Vorsätze stockfleckig, die drei ersten Blätter mit zwei winzigen Braunfleckchen.

Lehnacker 41. – Rodenberg 59, 3

656  Bremer Presse – Anna Simons. Titel und Initialen für die Bremer Presse.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1200

München 1926. 23 lose Blätter in Originalhalbleinenmappe mit Titelschild.

Eins von 220 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Enthält drei Blätter mit Titel, Vorwort und Inhaltsverzeichnis sowie 20 Tafeln mit den Titelschriften zu 35 Werken der Bremer Presse und (lt. Lehnacker) 615 Initialen. – Anna Simons (1871–1951) studierte in England unter anderem bei Edward Johnston und brachte dessen Auffassungen von Typographie und Kalligraphie mit nach Deutschland. Sie lehrte in Vertretung Johnstons gemeinsam mit Peter Behrens und Fritz Helmuth Ehmcke an der neu eingerichteten Kunstgewerbeschule Düsseldorf, später auch an anderen Kunsthochschulen. In München lernte sie Willy Weigand kennen und arbeitete lange Jahre für dessen Bremer Presse. »Da die 1911 gegründete Bremer Presse, bei der ich seit 1913 tätig bin, bis vor wenigen Jahren nur über eine, nach den Zeichnungen von Dr. Willy Wiegand geschnittene Schrift in einem einzigen Schriftgrade verfügte, hing die Kenntlichmachung des Charakters der einzelnen Bücher in fast allen Fällen […] von der Gestaltung des Titels und der Initialen ab, die bei dem rein typographischen Gepräge der Presse eine ziemlich enge Begrenzung hatte« (Anna Simons im Vorwort). – Die legendäre Mappe, vollständig und sehr gut erhalten. Wir konnten seit 1989 kein Exemplar auf einer deutschen Auktion nachweisen.

46,5 : 36,5 cm. 23 Blätter. – Zwei der sechs Schließbänder abgerissen. – Nur ganz vereinzelte kleine Stockflecken, am Unterrand des Titels etwas stärker. – Beilage: Doppelblatt (S. 229–232) aus Augustinus’ »De civitate Dei« (1925).

Lehnacker 51 und sieben ganzseitige Abbildungen

657  Henry van de Velde – Friedrich Nietzsche. Also sprach Zarathustra.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Zuschlag/Hammerprice: € 3000

Ein Buch für Alle und Keinen. Leipzig, Insel 1908. Mit üppigem Buchschmuck in Purpur und Gold von Henry van de Velde. Originalpergamentband mit breiten »Yapp edges«, vergoldeten Vignetten auf Vorderdeckel und Rücken sowie Kopfschnittvergoldung. Im Originalschuber.

Eins von 430 Exemplaren im Pergamenteinband (Gesamtauflage 530). – Sehr breitrandig in Gold, Purpur und Schwarz gedruckt in der Offizin W. Drugulin, Leipzig, mit zahlreichen kleinen, in Gold gedruckten Alineazeichen. Die Schrift wurde von Georges Lemmen, Brüssel, 1900 gezeichnet und von ihm unter Mitwirkung von Harry Graf Kessler geschnitten. – Auf handgeschöpftem Van Gelder-Bütten mit dem von van de Velde entworfenen Signet des Weimarer Nietzsche-Archivs als Wasserzeichen. – Die gesamte Ausstattung des Buches und die Drucklegung übernahm Henry van de Velde. – Schönes Exemplar.

37,8 : 25,8 cm. [8], 160, [4] Seiten. – Äußerste Ränder ganz vereinzelt mit wenigen winzigen Stockflecken. – Hinteres Gelenk geplatzt.

Sarkowski 1193. – Brinks 79 (Abb.). – Schauer II, 16 (mit Abbildung). – Eyssen S. 17ff. (mit doppelseitiger Abbildung). – Papiergesänge 31

658  Kunstschulfest 1910. Götter und Halbgötter.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Zweifarbige Lithographie von »Peres«. 11,3 : 17,3 cm (13,0 : 20,6 cm).

Eintrittskarte zum Schulfest am 5. März 1910 im Russischen Hof Weimar, ausgestellt für Ilse Meyn. – 1910 wurden in Weimar Henry van de Veldes Kunstgewerbeschule und die dortige Kunstschule zur Hochschule für Kunst zusammengeschlossen, Fritz Mackensen wurde deren neuer Direktor. 1919 ging aus dieser Institution das Staatliche Bauhaus hervor. – Emma Mathilda Ilse Meyn (Lebensdaten unbekannt) war 1909/10, 1917 und 1920/21 als Schülerin eingeschrieben. – Tadellos. – Dazu: Die Lustigen von Weimar und Jena. Kurzweilige Beschreibung und Folge von Belustigungen der Thüringer Werkbundgruppe am 7. Juni 1913. Mit farbigen Bildern von Erich Gruner. Originalbroschur. Origineller Tagesplan mit neun kolorierten Abbildungen. Einige Korrekturen und Anmerkungen mit Bleistift, z. B. »von dort mit dem Leiterwagen durch die Stadt usw. zum Festplatz«. Nach Ulf Diederichs Bibliographie erschien das Werk als Privatdruck im Eugen Diederichs Verlag.

659  Cranach Presse – Harry Graf Kessler. The Children’s Hell in Berlin.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 650

Translated from ›Die Deutsche Nation‹. Berlin 1920. Mit acht ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur.

Erste und einzige englische Ausgabe von »Die Kinderhölle Berlin«. – Hier begegnet uns einmal mehr der politisch engagierte Harry Graf Kessler. Seine erschütternde Bestandsaufnahme versteht sich gleichsam als Erläuterung der Fotografien. – Gesetzt von Walter Tanz aus der Caslon-Antiqua, gedruckt von Max Kopp. – »Mit diesem Druck stellte Kessler seine Presse für eine sozialpolitische Aufklärungsschrift bereit [… Die deutsche Ausgabe war] die erste in einer Reihe von Akzidenzdrucken, also nicht bibliophil gestalteter Werke, die nach dem Ersten Weltkrieg auf der Cranach-Presse erschienen.« »Wahrscheinlich setzte Kessler auf den gemäßigten und vermittelnden Einfluss der britischen Diplomatie, denn nach dem Friedensschluss von Versailles war die Stimmung der französischen Besatzer noch wenig aufgeschlossen für humanistische Apelle.« (Katalog 100 Jahre Cranach-Presse, Weimar 2013, S. 102 und 106). – Sehr gut erhalten.

23,0 : 15,2 cm. 7, [9] Seiten (einschließlich Umschlag). – Ränder minimal gebräunt. Links oben schwacher diagonaler Knick.

100 Jahre Cranach-Presse 30. – Nicht bei Müller-Krumbach, Brinks und Mück

660  Cranach Presse – Sanctum Jesu Christi

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 3800

Evangelium secundum Matthaeum: Caput V cum commentario Sancti Eusebii Hieronymi. Weimar 1928. Mit zwei orange-roten ornamentierten Initialen von Aristide Maillol und Eric Gill. Ungefaltetes Doppelblatt.

Eins von 15 nummerierten Exemplaren auf Maillol-Kessler-Bütten, weitere fünf (A–E) wurden auf Pergament gedruckt, ein weiteres Dutzend ohne Nummerierung. – Das legendäre »Vater Unser« der Cranach Presse, gedruckt unter Kesslers Aufsicht für die internationale Buchausstellung »Pressa« 1928 in Köln. – Die beiden Versalien »A« und »P« von Eric Gill wurden von Aristide Maillol ornamentiert. Diese Zusammenarbeit hatte sich schon wiederholt in den Drucken der Presse manifestiert. Die Verwendung der neuen Fraktur von Edward Johnston, die bald »Hamlet-Fraktur« genannt werden sollte, verwies bereits auf den nächsten Höhepunkt der Cranach-Presse. – Gesetzt von Walter Tanz und gedruckt von Harry Gage-Cole. – Recto die Passage aus dem Matthäus-Evangelium (Schluss Kapitel 5 und Anfang Kapitel 6) in der Vulgata-Fassung und der Kommentartext des Eusebius Hieronymus, verso der in Orange-Rot gedruckte Editionsvermerk. Kessler suggerierte mit dem Auszug einen größeren Bibeldruck. – Sehr schön und sehr selten.

35,5 : 47,8 cm. – Die Bleistiftanmerkungen am Unterrand stammen wohl von Kessler selbst.

Brinks 68. – Müller-Krumbach 44. – Gill/Corey/Mackenzie 392a

661  Cranach-Presse – Edward Gordon Craig. Ophelia Sane.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 320

Holzschnitt auf Pergament. 1930. 14,0 : 6,5 cm (35,5 : 23,5 cm).

Der schöne Holzschnitt illustriert die 3. Szene des ersten Akts. – Nur den jeweils acht auf Pergament gedruckten Exemplare der deutschen und englischen Ausgabe wurden Extrasuiten der Holzschnitte auf Pergament beigelegt.

Ränder etwas geknickt, oben stärker, und fleckig. Schwacher vertikaler Knick durch die Blattmitte.

662  Cranach-Presse – Edward Gordon Craig. Zwei Holzschnitte zu »Hamlet«,

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 300

davon einer monogrammiert. Weimar um 1926/1930.

I. Court Scene. Act 1, Scene 2. – II. Fortinbras with Army (monogrammiert). Act 4, Scene 4. – Auf gelbem Japan. – Der Druck der Holzschnitte erfolgte teils mit mehreren »Zurichtungen«, um die feinen Farbnuancen in einem Druckvorgang zu erzielen. Fachleute bewunderten diese Leistung: »Poeschel sagte mir privatim, der ›Hamlet‹ habe ihm eine schlaflose Nacht bereitet, so habe er sich über ihn aufgeregt. Er begreife nicht, wie wir die Zweifarbendrucke von einem einzigen Holzstock gemacht hätten«.

Ca. 36 : 24 cm (Blattformate).

663  Cranach-Presse – Edward Gordon Craig. Vier Holzschnitte zu »Hamlet«,

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 700

davon einer monogrammiert. Weimar um 1926/1930.

I. Hamlet on Cushions. Frontispiz. – II. Rosencrantz and Guildenstern (monogrammiert). Act 2, Scene 2. – III. Hamlet with Sword. Act 2, Scene 4. – IV. Ophelia Mad. Act 4, Scene 4. – Auf gelbem Japanpapier. – Die ausdrucksstarken figürlichen Holzschnitte Craigs waren, neben der von Harry Graf Kessler gestalteten Typographie, das entscheidende Moment für die Entstehung eines der bedeutendsten Bücher des 20. Jahrhunderts. – Die insgesamt 50 Vorzugsexemplare der deutschen und englischen Ausgabe auf Pergament bzw. Japan enthielten Extrasuiten der Holzschnitte.

Ca. 36 : 24 cm (Blattformate).

664  Cranach-Presse – Marcus Behmer. Giton am Feldweg. – Eumolp dichtet. – Enkolp am Meeresstrande.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 950

Drei Holzschnitte zum »Satyricon« von Titus Petronius. 1930/31. 8,5 : 7,0 cm (auf einem Blatt 25,5 : 35,0 cm).

Probedrucke auf einem Blatt. – Drei der dreizehn Holzschnitte, die Behmer für den berühmten Roman »Satyricon« des römischen Senators Titus Petronius Arbiter noch ausführte. – Als eines der großen Buchprojekte der Cranach-Presse vorgesehen, konzipierte Harry Graf Kessler ab Frühjahr 1927 Umfang und Typographie. Von Behmer erwartete er »sämtliche Illustrationen und Initialen« (lt. Brinks waren 46 Holzschnitte vorgesehen). – Die Arbeiten verzögerten sich, Behmer blieb unbezahlt (»ich werde nun versuchen, Druck zu machen […] von Kessler nichts!!«. Neben einer Fortsetzung des Vergil, Daniel Defoes »Robinson« und den Straparola-Novellen mit Illustrationen von Richard Doelker, wurde auch dieses großartige Projekt der Cranach-Presse nicht mehr realisiert. – Nur wenige Probedrucke sind erhalten.

Ränder etwas geknickt und leicht fleckig.

Œuvre gravée 395, 403 und 393. – Vgl. Brinks 96

665  Deutsche Musterdrucke – William Shakespeare. Hamlet

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Prinz von Dänemark. Düsseldorf, Ernst Ohle [1912]. Mit fünf kolorierten Initialen. Flexibler Originalpergamentband mit Rückenschild, vergoldeter und blindgeprägter Deckelvignette und Kopfgoldschnitt (Carl Sonntag jr, Leipzig).

Deutscher Musterdruck 1. – Eins von 180 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 200). – Gedruckt in der Reichsdruckerei in einer eigens hierfür gegossenen Fraktur. – Ausstattung und Druckanordnung von Karl Köster. Der Schüler von Peter Behrens übernahm die Typographie der Deutschen Musterdrucke, »wie auch andere bibliophile Erscheinungen des Verlages typographische Meisterwerke« (Julius Rodenberg).

27,9 : 19,0 cm. 145, [5] Seiten. – Eine Vorderdeckelecke etwas gestaucht. – Vorderes Innengelenk angerissen.

Rodenberg 344, 1

666  Drugulin-Drucke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Torquato Tasso.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 270 ( R7 )

Ein Schauspiel. Leipzig, Ernst Rowohlt 1910. Originalpergamentband mit vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt.

Erster Drugulin-Druck. – Druck in Rot und Schwarz. – Die Drugulin-Drucke bilden den bibliophilen Auftakt für eine der erfolgreichsten und wechselhaftesten Verlagsgeschichten des 20. Jahrhunderts. Ernst Rowohlt hatte als Autoren bereits Paul Scheerbart, Max Dauthendey und Herbert Eulenberg gewonnen. Im Sommer 1910 wurde der Verlag ins Handelsregister eingetragen und Kurt Wolff stiller Teilhaber. Die Geschäftsräume befanden sich im Vorderhaus der Offizin Drugulin, ab Herbst erschienen die ersten sechs Drugulin-Drucke.

25,7 : 18,0 cm. [12], 123, [9] Seiten. – Vorderes Innengelenk oben angeplatzt.

Rodenberg 379, 1. – Göbel 16

667  Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Hermann und Dorothea.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Leipzig, Insel 1908. Mit illustriertem Titel und neun ornamentierten un kolorierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Cremefarbener Originalkalblederband; Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Zweites Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 180 Exemplaren auf Bütten, aber wie die 20 Vorzugsexemplaren in helles Kalbleder gebunden und die blattvergoldeten Initialen mit grün koloriertem Ornamentschmuck. Die Vergoldung der Deckelvignette wie bei den Einbänden der Normalausgabe. – Das Titelblatt, eines der berühmtesten der deutschen Buchkultur des 20. Jahrhunderts, wurde in Schwarz gedruckt und blattvergoldet. – Gesetzt aus der Cicero Römische Antiqua.

28,2 : 19,3 cm. [4], 57, [3] Seiten. – Einband, da ohne die schützende Kassette und etwas nachlässig aufbewahrt, fleckig und beschabt, am Rücken mit Kratzspuren.

Stürz 2. – Sarkowski 587. – Rodenberg 74. – Schauer II, 63. – Kleukens-Archiv ELP 3 u. I, Seite 96 (Notiz von Kleukens zur Handkolorierung der Initialen)

668  Ernst Ludwig-Presse – Das Hohe Lied von Salomo.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 440

Leipzig, Insel 1909. Mit illustriertem Doppeltitel und acht ornamentierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Cremefarbener Originalkalblederband mit vergoldetem Titel und Kopfgoldschnitt.

Fünftes Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 300 Exemplaren, alle auf Japan. Sarkowski nennt 40 Exemplaren in violettem Saffianleder und 260 in Kalbleder. – Breitrandiger Handpressendruck in Schwarz und Gold, erstmals wurde die von F. W. Kleukens entworfene Cicero Kleukens Antiqua verwendet. Kleukens entwarf auch den Doppeltitel, die ornamentierten Initialen und die Einbandschrift. – Textbearbeitung von Rudolf Alexander Schröder nach der Übertragung von Emil Kautzsch.

25,2 : 16,3 cm. XXI, [3] Seiten. – Einband berieben und stark angestaubt. – Vorderer Vorsatz mit Kleberesten und Spuren eines entfernten Exlibris.

Stürz 5. – Sarkowski 1392. – Rodenberg 74, 5

669  Ernst Ludwig-Presse – Longus. Die Liebesgeschichte von Daphnis und Chloe.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Leipzig, Insel 1910. Pergamentband mit vergoldeten Fileten, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: K. Ebert, München).

Zehntes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf starkem Japan und mit den vergoldeten Initialen (Gesamtauflage 300). – Friedrich Wilhelm Kleukens entwarf den Titel mit schmückender Bordüre, die vier großen Initialen, die gesamte Typographie und der Einbandentwurf. – Der deutsche Text dieser Ausgabe stammt von Ludwig Wolde.

26,8 : 18,0 cm. 167, [7] Seiten. – Papier etwas gebräunt.

Stürz 10. – ELP 13 (10). – Rodenberg 75, 10. – Sarkowski 1039

670  Ernst Ludwig-Presse – Joseph von Eichendorff. Die Glücksritter.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Eine Novelle. Leipzig, Insel 1911. Originalpergamentband mit goldgeprägter Deckelvignette, Rücken- und Kopfschnittvergoldung sowie Seidenschließbändern.

13. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 150 Exemplaren auf Old Stratford-Bütten (Gesamtauflage 200). – Die Einbandgestaltung und Buchausstattung stammt von Friedrich Wilhelm Kleukens. – Druck des Titels und der Initialen in Braun. – Innen sehr gut erhalten.

24,2 : 16,5 cm. 75, [5] Seiten. – Einband etwas berieben und fleckig. Ein Schließband abgerissen. – Vorsätze schwach.

Stürz 13. – Sarkowski 341. – Rodenberg 75, 13

671  Ernst Ludwig-Presse – Klaus Groth. Quickborn.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Volksleben in plattdeutschen Gedichten dithmarscher Mundart. Leipzig, Insel 1912. Originalpergamentband, Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

16. Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse und in Ganzpergament gebunden(Gesamtauflage 500). – Breitrandiger Handpressendruck, gesetzt aus der Korpus Kleukens Fraktur, die von Friedrich Wilhelm Kleukens gezeichnet und in diesem Buch zum ersten Mal verwendet wurde.

24,1 : 16,5 cm. 318, [10] Seiten. – Einband etwas fleckig, Ränder schwach berieben. – Vorsätze und äußerste Ränder leicht stockfleckig.

Stürz 16. – Sarkowski 637. – Rodenberg 75,16

672  Ernst Ludwig-Presse – Ernst Elias Niebergall. Datterich.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 330

Lokalposse in sechs Bildern in der Mundart der Darmstädter. Leipzig, Insel 1913. Mit sieben Lithographien von Emil Preetorius. Farbig illustrierter Originalpergamentband. Im Schuber.

18. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 75 Exemplaren der selten angebotenen Vorzugsausgabe auf Japanbütten und im illustrierten Pergamentband (Gesamtauflage 400). – Die Schrift des Titels und der Zwischentitel entwarf Friedrich Wilhelm Kleukens. – Gesetzt aus der Kleukens-Fraktur. – Niebergalls »Datterich« nimmt zusammen mit dem »Reineke Fuchs« von Kleukens eine Ausnahmestellung innerhalb der typographisch ausgerichteten Ernst Ludwig Presse ein. Gegen den Widerstand der Brüder Kleukens verlangte Kippenberg, die Illustrationen an Emil Preetorius zu übertragen.

23,7 : 20,3 cm. 104, [4] Seiten. – Vorderdeckel etwas fleckig. – Hintere Vorsatzpapiere und äußerste Ränder schwach stockfleckig.

Stürz 18. – Sarkowski 1192. – Rodenberg 76, 18. – Schauer II, 63 (mit Abbildung). – Ohr 14

673  Ernst Ludwig-Presse – Christian Kleukens. Reinke Voß

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

eene ole Geschichte, upt Nee vertellt von Christian Kleukens mit bunte Biller von F. W. Kleukens. Leipzig, Insel 1913. Mit zahlreichen farbig lithographierten Textillustrationen. Originalhalbpergamentband mit farbig illustrierten Deckeln und Rückentitel. Im Schuber.

20. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Erste Ausgabe dieser Textfassung und mit diesen Illustrationen. – Eins von 350 Exemplaren im illustrierten Halbpergamentband (Gesamtauflage 400). – Auf Bütten mit Wasserzeichen »EL«. – Die frühere der beiden von Friedrich Wilhelm Kleukens illustrierten Reineke-Ausgaben. Noch war man in der Presse bestrebt, der »Typographie Raum und Freiheit vom Dekorativen« zu verschaffen – es erschienen nur zwei illustrierte Drucke. Erst in der von ihm selbst begründeten Ratio-Presse konnte sich Kleukens unabhängig seinen eigenen Vorstellungen widmen, die dort erschienenen Drucke, einschließlich des Reineke Fuchs von 1929, waren »reich geschmückt und fast durchweg illustriert« (vgl. Schauer I, 66).

28,3 : 19,0 cm. 115, [5] Seiten. – Deckel etwas gebräunt und fleckig.

Stürz 20. – Sarkowski 934. – Rodenberg 76, 20. – Schauer I, 65f. und II, 66

674  Ernst Ludwig-Presse – Georg Britting. Der verlachte Hiob.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Darmstadt-Traisa, Arkaden 1921. Originalpergamentband mit Vergoldung (signiert: Kleukens-Binderei).

Erste Ausgabe von Brittings erster Buchveröffentlichung. – Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 1000). – Gedruckt auf der Ernst Ludwig-Presse, gesetzt aus der Cicero Kleukens-Antiqua, den Titel zeichnete Hans Schreiber. – Der bayerische Dichter Georg Britting (1891–1964) veröffentliche damals in mehreren Zeitschriften, besonders seine Gedichte und Erzählungen fanden Anerkennung. Der Verleger des Buches war Ludwig Coellen, der in seinem Arcaden Verlag auch mehrere eigene kunstwissenschaftliche Werke veröffentlichte.

22,7 : 15,8 cm. [2], 49, [7] Seiten.

Stürz 46. – Kleukens-Archiv ELP 77. – Rodenberg 80

675  Ernst Ludwig-Presse – Friedrich Rückert. Fünf Märlein.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Zum Christfest 1813 für sein Schwesterlein geschrieben. Frankfurt am Main, Tiedemann & Uzielli 1921. Originalhalbpergamentband mit Titelschild und Kopfgoldschnitt.

Eins von 1000 Exemplaren der Buchhandelsausgabe, gedruckt in Rot und Schwarz auf der Ernst Ludwig-Presse. – Auf Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Erstmals zu Weihnachten 1920 in nur drei Exemplaren für die Kinder von Kleukens, Schreiner und Uzielli gedruckt.

25,3 : 19,4 cm. 25, [3] Seiten. – Einband etwas lichtrandig.

Stürz 48. – Kleukens-Archiv ELP 74

676  Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 360

– Der Tragödie erster Teil. – Der Tragödie zweiter Teil. – Der Tragödie ursprüngliche Gestalt (Urfaust). [Drei Teile in einem Band]. Darmstadt 1922–1924. Pergamentband mit kalligraphiertem Rückentitel und Kopfschnittvergoldung.

Druck der Ernst Ludwig Presse zu Darmstadt für die Kleukens Presse zu Frankfurt am Main. – Eins von 900 Exemplaren (Gesamtauflage 1.000). – Gesetzt aus der Kleukens Antiqua, gedruckt in Rot und Schwarz. – Das Papier für diese Ausgabe wurde von den beiden Frankfurter Bürgern Moritz von Bethmann und Hans Passavant gestiftet, die Hälfte der Verkaufserlöse konnte dadurch dem dortigen Goethehaus gestiftet werden.

27,6 : 19,3 cm. 214, [6]; 323, [5]; 147, [5] Seiten.

Stürz 51. – Kleukens-Archiv ELP 82. – Rodenberg 81. – Schauer II, 65

677  Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Der Tragödie erster Teil. Darmstadt 1922. Pergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfschnittvergoldung.

Druck der Ernst Ludwig Presse zu Darmstadt. Unternommen von der Kleukens Presse zu Frankfurt am Main. – Das Papier wurde von Moritz von Bethmann und Hans Passavant gestiftet. – Gesetzt aus der Antiqua von Christian Heinrich Kleukens. – Es erschienen noch der zweite Teil und der Urfaust.

27,6 : 19,3 cm. 214, [6] Seiten. – Einband leicht angestaubt. – Vorsätze etwas stockfleckig.

Stürz 51. – Rodenberg 81. – Schauer II, 65

678  Ernst Ludwig-Presse – Ein Trostbüchlein für Vormänner.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 650

Darmstadt 1941. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Holzschnittdeckelvignette.

Eins von sieben Exemplaren, hergestellt »für Freunde des Verfassers, Mainz Weihnachten 1941«. – Am Textende vom Verfasser signiert. – Die erste Auflage des »Trostbüchleins« erschien 1937. Laut Stürz hat Ch. H. Kleukens die Fabelsammlung 1938, 1940, 1941, 1943 und 1944 jeweils um einige Fabeln vermehrt und stets in wenigen, nicht für den Handel bestimmten, Exemplaren wieder gedruckt. – Nahezu verlagsfrisch. – Beilagen: Von Kleukens signierter Probedruck der Seite 65 (»Zurechtweisung«) mit eigenhändiger Satzkorrektur. – Fotografie Ch. H. Kleukens am Schreibtisch, 1941/42.

16,5 : 11,5 cm. 63, [7] Seiten.

Vgl. Stürz 111. – Kleukens-Archiv ELP 166

679  Kleukens-Presse – Gotthold Ephraim Lessing. Fabeln.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 4200

Drey Bücher. 1759, 1777 und Anhang. Holzschnitte von Kay H. Nebel. [Frankfurt am Main] 1920. Mit kolorierten Holzschnitten, davon 19 im Text, und drei Initialen. Roter Originalmaroquinband. Rückentitel blindgeprägt, Kopfschnitt vergoldet. Mit Schutzumschlag und Schuber.

Sechster Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 25 Luxusexemplaren auf Pergament (Gesamtauflage 250). – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – »Die Presse will ›bewußt dem spielerischen, wahllosen, snobistischen, merkantilen, abgegriffenen Gebaren der vielen schaustellenden Sonderdarbietungen entgegentreten, die den Interessen und der Anteilnahme des wahren Bücherfreundes stracks zuwiderlaufen‹.« (Julius Rodenberg). – Kay Nebel (1888–1953) wurde 1920 Professor an der Staatlichen Werk-Akademie in Kassel (Thieme/Becker XXV, 371).

20,0 : 12,5 cm. [2], 71, [11] Seiten.

Rodenberg 104, 6

680  Kleukens-Presse – Honoré de Balzac. Une passion dans le desert.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Frankfurt am Main, Kleukens-Presse 1922. Originalpergamentband mit reicher geometrischer Deckel- und Rückenvergoldung und Kopfgoldschnitt (signiert Kleukens-Binderei Ernst Rehbein).

Zehnter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 200 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 250).

19,0 : 13,0 cm. 26, [3] Seiten. – Ränder etwas gebräunt.

Rodenberg 104, 10

681  Mainzer Presse – Ch[ristian] H[einrich] Kleukens. Uli Kleukens zum 18. Juni 1933.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Mainz 1938. Originalkartonumschlag mit Deckelschild.

Eins von 100 Exemplaren auf Japan, gedruckt am 7. März 1938. – Druck der Mainzer Presse auf der Presse des Gutenberg-Museums Mainz. – Kleukens schrieb den Text zum 15. Geburtstag seiner Tochter Ulrike und druckte ihn lt. Kleukens-Archiv, in abweichender Typographie, 1933 und 1934 auf der Ernst Ludwig-Presse sowie im August 1938 auf der Mainzer Presse. Die vorliegende Ausgabe blieb dem Archiv unbekannt.

27,5 : 17,0 cm. [8] Seiten.

Vgl. Kleukens Archiv ELP 137 und 139 sowie MP V, 86

682  Mainzer Presse – Hermann Burte. Deutsche Sendung des Wortes und der Letter.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Mainz 1942. Originalhalbpergamentband mit vergoldeten Titeln.

Eins von 200 Exemplaren. – Vortrag zur Eröffnung der Gutenberg-Festwoche 1942. Hermann Burte wurde spätestens 1933 bekennender Nationalsozialist und Antisemit. – Gesetzt aus der Burte-Fraktur, die Kleukens bereits 1928 entworfen hatte und für mehrere Drucke der Mainzer Presse verwendete. Das Kleukens Archiv dokumentiert z. B. zum Gutenbergjahr 1940 entstandene Probedrucke einer bibliophilen Monumentalausgabe von Hitlers »Mein Kampf«. – Beiliegend maschinengeschriebener Neujahrsgruß auf Visitenkarte »Alles Gute für das so dunkle Jahr 1943!« – Dazu: Die Kunst Gutenbergs. Der Deutschen Jugend erzählt von Christian Heinrich Kleukens. Mainz, Joh. Falk & Söhne 1940. Originalbroschur.

24,8 : 16,8 cm. 52, [4] Seiten. – Vorsätze mit kleinen Stockflecken und mit Abklatsch des Umschlagpapiers. – Beigabe: Umschlag leicht angestaubt.

Nicht im Kleukens-Archiv nachweisbar

683  Alfred Gelbhaar. Die alte Markgrafenstadt Meißen

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 500

wie sie sich präsentieret im Jahre 1921. Meißen, Truhe 1921. Sieben signierte kolorierte Kupferstiche auf Pergament, lose in Originalpergamentkassette mit vergoldeten Bordüren und montiertem Porzellan-Wappen auf dem Vorderdeckel.

Eins von 38 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe A (Gesamtauflage 213). – Die Mappe enthält ein gestochenes Titelblatt mit heraldischer Verzierung und sechs Landschafts-Miniaturen (Ansichten der Stadt, der Albrechtsburg, Marktplatz, Burgplatz u. a.), jede mit üppiger allegorischer Umrahmung, gedruckt auf Pergament »und fein säuberlich mit der Hand illuminiert« (Titel). – Das bei den Vorzugsexemplaren montierte Wappen aus unglasiertem Porzellan wurde extra für diese Ausgabe in der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meißen angefertigt und mit Gold und Platin verziert. Die Kassetten fertigte »mit besonderer Sorgfalt und Liebe« Hans Koehler, Dresden. – Die Pergamentblätter auf Unterlagekartons montiert. – Biographisch konnten wir den Künstler Alfred Gelbhaar nicht nachweisen. – In Leinenkassette.

29,5 : 24,5 cm. 7, Kupferstiche. – Kassettendeckel etwas verzogen. – Unterlagekarton leicht wellig, die Blätter tadellos sauber.

684  Fritz Gurlitt Verlag – Zwei Titel der Reihe »Der Venuswagen«.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Berlin, Fritz Gurlitt 1919. Jeweils mit Lithographien und Buchschmuck. Originalhalbpergamentbände mit rosa Seidenbezügen und Pergamentschließen; Rückentitel und Deckelvignette goldgeprägt. Jeweils in der Originalkassette.

VI. Heinrich Lautensack. Erotische Votivtafeln. Mit sieben Lithographien von Willy Jaeckel. – IX. J.-K. Huysmans. Gilles de Rais. Mit 16 Lithographien von Willi Geiger. – Erschienen als Privatdrucke des Gurlitt-Verlages. – Jeweils eins von 700 Exemplaren. – Beide im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Alle Lithographien wurden auf der Gurlitt-Presse gedruckt.

30,5 : 24,5 cm. I. 32, [2] Seiten, 7 Lithographien. Einige Seiten stockfleckig. – II. 39, [3] Seiten, 16 Lithographien. – Beide Kassetten etwas angestaubt, mit Lichtrand, Kanten beschädigt. Vordere Ränder der Einbände etwas berieben, winzige Fehlstellen im Seidenbezug.

Hayn/Gotendorf IX, 600. – I: Stilijanov-Nedo 86. II: Lang, Expressionismus 70

685  Alfred Hoennicke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Zehn Lieder.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Berlin 1916. Originalpergamentumschlag mit vergoldetem Titel und Kopfgoldschnitt (signiert: E. A. Enders. Leipzig).

Erster Daphnis-Druck. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Druck in Blau, Grün und Schwarz auf Kaiserlich Japan. – Satz aus einer Type von Schoeffer von Gernsheim. – Druck auf der Handpresse bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Alfred Hoennickes (1878–1955) schuf »Pressendrucke im besten Sinne dieser Bezeichnung […] weitgehend unter Verzicht auf industrielle Techniken, meistens auf der Handpresse gedruckt […]« (Arnulf Backe). Verwunderlicherweise und von unserem verehrten Kollegen Heribert Tenschert bereits in seinem Katalog XI (1982) bemängelt, widmet Georg K. Schauer dem Buchinitiator Hoennicke gerade einen knappen Satz. Ein Drittel aller seiner Publikationen verwendet Texte des Weimarer Dichterfürsten.

20,2 : 15,4 cm. [2], 14, [4] Seiten.

Backe 1. – Rodenberg 322, NF 1 (der die Drucke der ersten und der Neuen Folge vertauscht auflistet)

686  Hundertdrucke – Hans Sachs. Zwölf Fastnachtspiele.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Mit Urholzschnitten von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1922. Mit sechs blattgroßen Holzschnitten. Hellbrauner Schweinslederband im Schuber mit Lederkanten (signiert: Albert Günther, Wien).

33. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher, gedruckt bei Dietsch & Bruckner, Weimar. – Der rustikale Einband ergänzt die kongeniale Ausstattung der Volksstücke von Hans Sachs mit den derb-drolligen Holzschnitten seines Landsmanns Bruno Goldschmitt. – Unbeschnittenes, innen tadelloses Exemplar.

20,3 : 14,5 cm. 226, [6] Seiten. – Rücken durch laienhafte Lederpflege mit ungewollt starker Patina.

Rodenberg 413. – Schauer II, 61. – Sennewald 22,2

687  Hyperiondrucke – Dante Alighieri. Göttliche Comödie.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Übertragen von Philalethes. Die Hölle. – Das Fegefeuer. – Das Paradies. München, Hans von Weber 1914–1916. Drei blaue Maroquinbände mit rotem Rückenschild.

Fünfter Hyperiondruck. – Eins von 500 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten (zusätzlich 100 römisch nummerierte für die Mitglieder der Vereinigung »Die Hundert«). – Satz aus der Kursiv von Christoph van Dyck. – Druck bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Die Übersetzung stammt von Prinz Johann von Sachsen (1801–1873), der seinem Bruder Friedrich August II. 1854 auf den sächsischen Thron folgte. Unter seinem Pseudonym (Freund der Wahrheit – daher auch sein Beiname »Der Wahrhaftige«) übersetzte er Dantes Komödie.

27,5 : 19,4 cm. [6], 189, [3]; [6], 191, [1]; [6], 196 Seiten. – Einbände an den Rändern leicht fleckig. Rücken schwach verfärbt. – Schnitt gebräunt.

Rodenberg 414, 5. – Schauer II, 62

688  Janus-Presse – Adelbert von Chamisso. Peter Schlemiels Schicksale.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 360

Leipzig, Insel 1922. Originalhalbmaroquinband mit Rückenvergoldung und Kopfgoldschnitt. Im Originalschuber.

Fünfter und offiziell letzter Druck der Janus-Presse. – Eins von 315 Exemplaren, weitere 20 nicht für den Handel. – Erste Veröffentlichung der Urschrift. – Titelzeichnung, Initialen und Einband entwarf Walter Tiemann.

26,8 : 19,4 cm. [6], 84, [6] Seiten.

Rodenberg 95, 5. – Sarkowski 304

689  Janus-Presse – Goethes Meister-Prosa.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Auswahl des Wortlauts [und Nachwort] von A[nton] K[ippenberg] und G[eorg] W[itkowski]. Leipzig 1926. Originalbroschur mit farbig marmoriertem Umschlag.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Das schmale Quartheft vereint kleinere Prosaschriften Goethes, darunter einige Eingaben in seiner Funktion als Rechtsanwalt, Rezensionen, Briefe und Auszüge aus einer Bibliotheksverordnung. – Für die Teilnehmer des Leipziger Bibliophilen-Abends am 11. Februar 1926 »hinter dem fünfzigjährigen Rücken Walter Tiemanns von Carl Ernst Poeschel mit gleichfalls ermattenden Kräften hergestellt« (Druckvermerk). – Der tatsächlich letzte Druck der Janus-Presse, der 1907 begründeten ersten deutschen Privatpresse, die bereits im Frühjahr 1923 mit dem »Schlemihl« ihre Tätigkeit eingestellt hatte. »Ihre Seele, die Schrift, war versenkt, nicht wie Cobden Sanderson’s Doveslettern in die Themse, sondern in ein Paket mit grauem Packpapier« im Archiv des Insel-Verlages. Für den seltenen Privatdruck wurde sie noch ein letztes Mal verwendet.

24,9 : 17,8 cm. 30, [2] Seiten. – Umschlagpapier mit Falzeinrissen und zwei kleinen Fehlstellen. – Das Originaldeckelschild liegt bei.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930 S. 83

690  Insel Verlag – Gabriele d’Annunzio. In memoriam Friedrich Nietzsche.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Dichtung. Leipzig, Insel 1906. Flexibler Originalpergamentband mit goldgeprägtem Titel.

Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Pergament, weitere 375 Exemplare wurden auf Velin gedruckt. – Schöner, breitrandiger Druck in Rot und Schwarz. – Übertragung ins Deutsche von Otto Freiherr von Taube. – D’Annunzio war glühender Wagner- und Nietzsche-Verehrer, nach Aussagen von Nietzsche-Kenner Masini jedoch ohne jedwede Nietzsche-Kenntnis: »einer jener lästigen Nachfolger, denen schon Zarathustra mit dem Knüppel drohte.« (Bruno Hillebrand, Nietzsche, Göttingen 2000).

25,9 : 17,6 cm. [30] Seiten. – Das Pergament materialbedingt sehr unterschiedlich gefärbt und etwas gewellt.

Sarkowski 31

691  Insel Verlag – Honoré de Balzac. Das Mädchen mit den Goldaugen.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Deutsche Übertragung von Ernst Hardt. Zeichnungen von Marcus Behmer. Leipzig, Insel 1904. Mit zehn Tafeln und Buchschmuck nach Zeichnungen. Originalpergamentband, Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet (A. Köllner Buchbinderei Leipzig). Im Schuber.

Eins von 500 Exemplaren. – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten, die Illustrationen als Zinkographien auf Japanpapier. – Behmer entwarf auch die große Deckelvignette und die braun-gold gedruckten Vorsatzpapiere. – Nach Oscar Wildes »Salome« die zweite umfangreiche und selbständige buchillustratorische Arbeit des damals gerade 25jährigen Künstlers.

21,9 : 18,0 cm. [14], 91, [5] Seiten. 10 Tafeln. – Einband leicht berieben und, besonders an den Rändern, gebräunt.

Haucke 5. – Sarkowski 86. – Schauer II, 45. – Fromm 1533

692  Insel Verlag – Giovanni di Boccaccio. Das Dekameron.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 170

[Leipzig], Insel 1912. Mit zahlreichen Abbildungen im Text. Schwarzer Originalecrasélederband mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung (signiert: A. Köllner, Leipzig).

Eins von 825 Exemplaren, eines der seltenen Exemplare in Ganzleder. – Großformatige Jubiläumsausgabe zum 600. Geburtstag des Dichters. – Übersetzung von Albert Wesselski. – Illustriert nach den Holzschnitten der Venezianischen Ausgabe von 1492 und Initialen der Zeit. – Auf Bütten. – Der Einbandentwurf stammt von Emil Rudolf Weiß.

31,6 : 22,4 cm. [10], 415, [7] Seiten. – Bünde, Gelenle und Kanten etwas berieben.

Sarkowski 186 D. – Hayn/Gotendorf IX, 71

693  Insel Verlag – Giovanni di Boccaccio. Das Dekameron.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Leipzig, Insel 1912. Mit zahlreichen Abbildungen im Text. Dunkelbrauner Originalecrasélederband mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung.

Eins von 825 Exemplaren, nur wenige Exemplare dieser Auflage wurden in Ganzleder gebunden. – Übersetzung von Albert Wesselski. – Die Jubiläumsausgabe zum 600. Geburtstag des Dichters wurde mit den Holzschnitten der Venezianischen Ausgabe von 1492 und Initialen der Zeit illustriert und auf Bütten gedruckt. – Der Einbandentwurf stammt von Emil Rudolf Weiß.

31,6 : 22,4 cm. [10], 415, [7] Seiten. – Ränder berieben, Rücken stärker.

Sarkowski 186 D. – Hayn/Gotendorf IX, 71

694  Insel Verlag – Gottfried August Bürger. Wunderbare Reisen zu Wasser und zu Lande.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Feldzüge und lustige Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen […]. Mit den Holzschnitten von Gustave Doré. Leipzig, Insel 1918. Mit 154 Holzschnitten, davon 32 blattgroß. Originalhalblederband mit reicher Rückenvergoldung und goldgeprägter Deckelvignette.

Eins von 500 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Halbleder, 100 weitere wurden in Ganzleder gebunden. – Breitrandiger Druck auf handgeschöpftem Bütten. – Die Holzschnitte wurden von den wieder aufgefundenen Originalstöcken der ersten französischen Ausgabe gedruckt. – Einbandentwurf von Emil Rudolf Weiß.

32,3 : 23,5 cm. 185, [7] Seiten. – Ränder des Einbandes und der seitliche Buchschnitt etwas fleckig.

Sarkowski 259 VA

695  Insel Verlag – Die Geschichte von Kagsagsuk.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Leipzig, Insel 1914. Mit Zeichnungen, Vignetten und Initialen im Text von Charlotte Veit. Illustrierte Originalhalbleinenbroschur mit Kordelheftung. Im Schuber.

Eins von 200 Exemplaren. – Kalligraphie, Illustrationen und Vignetten stammen von Charlotte Veit, einer Schülerin an der von Henry van de Velde geleiteten Kunstgewerbeschule in Weimar, die an der Schule 1911–1913 für ihre Buchillustrationen mehrfach ausgezeichnet wurde. – Die für den Insel-Verlag ungewöhnlich ausgestattete Edition wurde als Blockbuch gedruckt und gebunden.

30,5 : 17,4 cm. [56] Seiten. – Deckelränder mit winzigen Einrissen.

Sarkowski 520

696  Insel Verlag – [Johann Wolfgang von] Goethe. Italienische Reise.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Mit den Zeichnungen Goethes, seiner Freunde und Kunstgenossen. Mit Unterstützung des Goethe-National-Museums herausgegeben von Georg von Graevenitz. Leipzig, Insel 1912. Mit 122 Tafeln. Dunkelbrauner Originalecrasélederband mit reicher Vergoldung.

Erste Auflage. – Auf Bütten, die Bildtafeln in Lichtdruck. – Anton Kippenbergs Schaffen ist mit dem Werk Goethes über Jahrzehnte aufs Engste verbunden, 1919 wurde er Vorstandsmitglied der Goethe-Gesellschaft, 1938 bis 1950 war er deren Präsident. – Nach mehreren Anläufen brach Goethe im Spätsommer 1786 endlich nach Italien auf. Er reiste über Karlsbad, Eger, Regensburg und Innsbruck und erreichte am 8. September 1786 den Brenner: »Von Innsbruck herauf wird es immer schöner, da hilft kein Beschreiben«. Das Werk erschien, stark überarbeitet, jedoch immer noch in Tagebuchform, erstmals zwischen 1813 und 1817. Neben »Dichtung und Wahrheit« bildet die »Italienische Reise« den wichtigsten autobiographischen Text von Goethes Hand. Sein künstlerisches Bemühen spiegelt sich in unzähligen Zeichnungen und Skizzen, die in der vorliegenden Ausgabe um Schöpfungen von Angelika Kauffmann, Philipp Hackert, Tischbein, Kniep, Joh. G. Schütz (Römisches Carneval) und anderen erweitert wurden.

35,4 : 23,8 cm. [6], 356, [4] Seiten, 122 Tafeln. – Rücken und Ränder berieben, Deckel mit einigen kleinen Kratzern.

Sarkowski 591

697  Insel Verlag – Kinder- und Hausmärchen.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Gesammelt durch die Brüder Grimm. Kleine Ausgabe. Mit sieben Kupfern. [Leipzig, Insel 1911]. Mit sieben Illustrationen von Ludwig Grimm. Illustrierter Originalpappband.

Eins von 500 Exemplaren. – »Buchstabengetreuer« Nachdruck der bei G. Reimer, Berlin, erschienenen Ausgabe von 1825. – Die Tafeln wurden in Lichtdruck wiedergegeben. – Titelblatt rückseitig mit Exlbrisstempel Dr. Gottfried Doehler (1863–1943, deutscher Germanist und Schriftsteller, unter anderem dramaturgischer Beirat am Hoftheater München). – Schönes Exemplar.

13,4 : 11,2 cm. 316, [4] Seiten. – Ränder minimal berieben.

Sarkowski 625

698  Insel Verlag – [Jacob Hersleb. Stammbuch.]

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 200

[Leipzig], Insel [1913]. Mit 77 Abbildungen auf Tafeln. Bordeauxroter Originalmaroquinband mit breiten vergoldeten floralen Deckelbordüren, Rücken- und Schnittvergoldung.

Eins von 75 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder (Gesamtauflage 275). – Die Einbände wurden unter Verwendung alter Stempel hergestellt. – Lichtdruck-Faksimile eines Stammbuchs des Norwegers Jacob Hersleb nach dem Original aus der Sammlung Kippenberg. Es enthält Einträge von Klopstock, Moses Mendelssohn, Chodowiecki, Casanova, Geyser, Goethe, Wieland, Schleiermacher, Tischbein u. v. a. – Dazu: Various Designs. Collected by Le Baron d’Offenberg … Is presented by his much obliged humble servant George Frederick Herbst. Leipzig, Insel 1919. Mit zahlreichen Lichtdrucktafeln. Originalpappband mit reicher Vergoldung. Eins von 254 Exemplaren. – Das eindrucksvolle Stammbuch mit Zeichnungen und Eintragungen von Kant, Chodowiecki, Lavater, Salomon Geßner, Pestalozzi u. v. a. entstand in den Jahren 1773 bis 1788. Das Original befand sich im Museum der lettischen Stadt Jelgava (ehemals Mitau). – Beide Faksimiles sehr gut erhalten.

11,8 : 18,5 cm. [6], 77 Tafeln, [12] Seiten.

Sarkowski 721 und 1209

699  Insel Verlag – Hans Holbein. Bilder des Todes.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Leipzig, Insel [1913]. Mit 41 ganzseitigen Abbildungen nach Holzstichen. Brauner Originalsaffianlederband mit reicher Vergoldung, u. a. ein Holbein-Porträt von Walter Tiemann als Deckelvignette (E. A. Enders, Leipzig).

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten (Gesamtauflage 800). – »Generationen hatten an dem Thema des ›Totentanzes‹ geistig und künstlerisch gearbeitet, bis Hans Holbein in seinem Volksbuch von den ›Bildern des Todes‹ die endgültige, klassische Formulierung fand.« (Emil Waldmann). – Gedruckt wurde die vorliegende Ausgabe nach den Probedrucken zur ersten Ausgabe, die sich im Berliner Kupferstichkabinett befanden. – Sehr schönes Exemplar.

18,3 : 13,3 cm. [100] Seiten. –.

Sarkowski 780 VA

700  Insel Verlag – Gotthold Ephraim Lessing. Minna von Barnhelm

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

oder das Soldatenglück. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen. Leipzig, Insel 1920. Originallederband (P. A. Demeter) mit Rückenvergoldung.

Nachdruck der Ausgabe von 1767, mit Nachbildungen der Kupferstiche im Genealogischen Kalender auf das Jahr 1770 von Daniel Chodowiecki. – Dazu: Nathan der Weise. Ein Dramatisches Gedicht, in fünf Aufzügen. Leipzig, Insel 1910. Nachdruck der ersten Ausgabe von 1779. Eins von 400 Exemplaren. Beiliegend das Faksimile der Subskriptionseinladung von 1778.

I. 16,5 : 11,0 cm. [10], 189, [5] Seiten. Rücken etwas verblasst. – II. 16,5 : 10,2 cm. [6], 276, [6] Seiten, 1 Doppelblatt.

Sarkowski 1023 und 1024