ChristianHesse

Lot 651 – 700 | Hesse-Auktionen
Lot 651 – 700

651  George Grosz und Wieland Herzfelde. Die Kunst ist in Gefahr.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 120

Drei Aufsätze. Berlin, Malik 1925. Mit zwei Illustrationen von George Grosz. Originalpappband mit Titelzeichnung in Schwarz und Gelb von George Grosz.

Malik-Bücherei, Band 3. – Erste Ausgabe. – Eins der Exemplare mit beiden Grosz-Zeichnungen; bei einem Großteil der Auflage blieb (nach Frank Hermanns Malik-Bibliographie) der dritte Bogen rückseitig und damit u. a. die Seite 38 unbedruckt. – Der Hintergrund des titelgebenden Aufsatzes war die sogenannte »Kunstlumpen-Debatte«, eine theoretische Auseinandersetzung zwischen Künstlern und Intellektuellen nach der Novemberrevolution. – Schönes Exemplar.

18,1 : 12,3 cm. 45, [3] Seiten.

Lang 43. – Hermann 167. – Malik 128

652  George Grosz – Pierre Mac Orlan. Port d’eaux-mortes.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Récit orné de huit lithographies originales de George Grosz. Paris, Au sans pareil 1926. Mit acht Lithographien. Originalbroschur mit blau-grauem Originalumschlag.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 1000 Exemplaren auf Velin Lafuma (Gesamtauflage 1260). – Mac Orlans Kriminalgeschichte aus den Hafenkneipen in Brest und den Londoner Docks regte Grosz 1925 zu einer Folge von acht Tuschfederzeichnungen an. Die Lithographien im Buch wurden wahrscheinlich im Umdruckverfahren hergestellt, im Nachlass des Künstlers befinden sich die Vorzeichnungen im Maßstab 1:1 mit Einfassungslinien. Alle im Stein signiert. – »An example of Grosz’s satirical illustration in which he savagely attacked society after World War I« (Garvey).

21,3 : 16,5 cm. 80 Seiten. Mit 8 Lithographien.

Lang 48. – Dückers B IV, 1-8. – Garvey 129. – Monod 7571

653  George Grosz – Leonhard Frank. Von drei Millionen Drei.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 360

Roman. Berlin, S. Fischer 1932. Originalleinenband (Gestaltung von Georg Salter) mit Originalschutzumschlag, illustriert nach einem Aquarell von George Grosz.

Erste Ausgabe. – Die Buchgestaltung vereint zwei große Namen: Georg Salter entwarf die Typographie des Leinenbandes, gedruckt in Hellblau und Schwarz auf leuchtendem Gelb, den Vorderumschlag ziert eine Zeichnung von George Grosz mit drei ausschreitenden Männern, im Druck signiert. – Sehr gutes Exemplar.

18,7 : 11,5 cm. 224, [4] Seiten. – Schutzumschlag am Rücken oben minimal berieben.

Lang 65. – Holstein, Blickfang 140. – Pfäfflin 153. – Holstein, Salter 206

654  Alexander Dückers. George Grosz.

Schätzpreis/Estimate: € 800 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 530

Das druckgraphische Werk. Frankfurt, Berlin und Leipzig, Propyläen 1979. Mit einer Bleistiftzeichnung von George Grosz und zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband mit Schutzumschlag.

Erste Ausgabe des maßgeblichen Werkverzeichnisses. – Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer beigelegten Zeichnung, diese datiert, mit Trockenstempel »George Grosz Estate« und verso mit Nachlassstempel. – Unter Passepartout.

32,8 : 24,1 cm. 263, [1] Seiten.

655  Rudolf Großmann – Georg Kaiser. Von Morgens bis Mitternachts.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Stück in zwei Teilen. Mit zwölf Steinzeichnungen von Rudolf Großmann. München, Georg Müller [1919]. Mit zwölf kolorierten Lithographien und zahlreichen Textillustrationen. Originalmaroquinband mit Vergoldung (signiert: H. Fikentscher, Leipzig 1918).

Erste Ausgabe. – Welttheater, Band 1. – Eins von 25 Vorzugsexemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 325). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die im Druckvermerk für diese Vorzugsausgabe angekündigte Suite der Lithographien ist einem (orthographisch bedenklichem) Beilageblatt nach nie erschienen: »Der Unterzeichnete konnte sich zu einer Veröffentlichung der in Druckvermerk angezeigten zweiten Folge seiner Lithographien nicht entschließen, weshalb der Verlag von der Lieferung der zweiten Folge meiner Lithographien in einer gesonderten Mappe absehen mußte. Rudolf Großmann«. – In der Reihe »Welttheater / Meisterdramen mit Originalgraphik« erschienen bis 1920 vier Werke. – Der schöne, von Paul Renner entworfene Handeinband mit vergoldeten ornamentalen Bordüren auf Deckel- und Innenkanten wurde im Laufe der 100 Jahre leider etwas lieblos behandelt.

29,0 : 22,8 cm. 120, [4] Seiten, 12 Lithographien. – Ränder berieben, Bünde stärker. – Die ersten und letzten Blätter am Oberrand, weitere Blätter im Falz mit Feuchtigkeitsspuren.

Rodenberg 475. – Lang, Impressionismus 76. – Raabe/Hannich-Bode 147.10

656  Franz Roh. Der Maler Kurt Günther.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Berlin, Nierendorf 1928. Mit 32 ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur mit montierter Fotografie.

Erste Ausgabe, erschienen zur Ausstellung der Galerie Nierendorf und mit einem ausführlichen Vorwort des Herausgebers. – Franz Roh hatte die Ausstellung des Dresdner Dadaisten Günther, der sich später vorwiegend Porträts verschrieb, angeregt. 1925 führte er in seinem Buch »Nach-Expressionismus« den Begriff »Magischer Realismus« ein.

23,3 : 15,7 cm. 48 Seiten. – Umschlag fleckig, Buchblock gelockert.

657  Martin Heidegger – Wirkendes Wort.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Mit Beiträgen von Elisabeth Brock-Sulzer, Martin Heidegger, Otto F. Walter, Martin Walser. Zürich 1964. Originalhalblederband mit Rückenschild. – Widmungsexemplar.

Vortitel mit eigenhändiger Widmung Heideggers »mit herzlichen Weihnachtsgrüßen« für das Basler Galeristenpaar Hildy und Ernst Beyeler. – Erstdrucke der vier Beiträge für die Sendereihe »Wirkendes Wort« des SRF. – Eins von 1100 nummerierten Exemplaren, herausgegeben von der Schweizerischen Bibliophilen-Gesellschaft. – Dazu: Martin Heidegger. Hebel – der Hausfreund. Pfullingen, Günther Neske 1958. Zweite Auflage. Originalpappband. Ebenfalls mit eigenhändiger Widmung für das Ehepaar Beyeler.

23,0 :1 4,3 cm. 73, [8] Seiten.

658  Nikolaus Heidelbach – Archipoeta. Vagantenbeichte.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 120

Neu übertragen von Georg Bungter und Günter Frorath. Mit Serigrafien von Nikolaus Heidelbach. Köln, Janus Presse 1981. Mit acht signierten Farbserigraphien. Originalpappband mit farbig serigraphierter Deckelvignette. Im Schuber.

Eins von 100 Exemplaren. – Die Serigraphien signiert und nummeriert. – Im Druckvermerk von den beiden Übersetzern signiert. – Auf Zerkallbütten. – Dichtungen des Kölner Vagantendichters aus dem 12. Jahrhundert in Latein und Deutsch. – Nikolas Heidelbach (geboren 1955) wurde später als Kinderbuchillustrator bekannt. Das vorliegende Frühwerk richtete sich mit deftiger Verballhornung religiöser Motive und Heiligenbilder eher an ein reiferes Publikum.

40,5 : 24,3 cm. [48] Seiten, 8 Serigraphien.

659  Joseph Hémard – André Lichtenberger. Le Petit Chaperon Vert.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 270 ( R7 )

Suivi d’autres contes. Dessins de Joseph Hémard. Paris, Éditions G. Crès 1922. Mit zahlreichen pochoirkolorierten Textillustrationen. Originalleinenband mit zweifarbiger Vorderdeckelillustration.

Erste Ausgabe dieser Sammlung von acht wahrlich nicht kindgerecht illustrierten Märchenadaptionen. – Enthält auch Ritter Blaubart, Der gestiefelte Kater, Die Witwe des Ogers u. a. – Joseph Hémard (1880–1961) zeichnete in den 1920er Jahren Comics und Cartoons für verschiedene Pariser Zeitungen. Berühmt wurden seine humorvollen Illustrationen zu französischen Gesetzestexten aus dieser Zeit. Monod verzeichnet mehr als 90 von ihm illustrierte Bücher. – Von der vorliegenden sehr seltenen Originalausgabe mit dem typischen Pochoirkolorit erschien 2017 ein Faksimile.

22,5 : 17,5 cm. [4], 81, [7] Seiten. – Deckelkanten mit Feuchtigkeitsspur, diese auch minimal am Seitenrand der letzten vier Blätter. – Vorsatzblatt mit Namensstempel.

Nicht bei Monod

660  Max Herrmann-Neisse. Um uns die Fremde.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Gedichte. Vorwort von Thomas Mann. Zürich, Oprecht 1936. Originalleinenband mit goldgeprägtem Deckeltitel.

Erste Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe, in Leinen gebunden und vom Dichter signiert (Gesamtauflage 500). – Thomas Mann beschäftigt sich in der Vorrede mit der Entwicklung der Lyrik Herrmann-Neisses und Fragen des Exils im Allgemeinen. Am Ende: »Ein liebes und schönes Buch – ich will […] ihm einen guten Weg wünschen, den Weg zu den Herzen guter Menschen.« – Der Eichendorff- und Gerhart-Hauptmann-Preisträger Max Herrmann-Neisse war 1933 in die Schweiz emigriert. Später lebte er in Holland und England, wo er 1941 starb.

21,2 : 13,0 cm. [2], VI, 98, [2] Seiten. – Deckelränder und Rücken etwas gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 118.23 – Potempa G 608

661  Hermann Hesse. Hans Dierlamms Lehrzeit. Vorfrühling.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 160

Berlin, Künstlerdank Gesellschaft 1916. Originalbroschur mit Deckelvignette.

Erste Ausgabe. – Feldbücher 8. – Herausgegeben und mit einem Vorwort von Friedrich von Schack.

15,8 : 12,0 cm. 64 Seiten. – Vorderumschlag mit winzigen Randeinrissen, Rücken etwas brüchig und fleckig.

Mileck II, 28

662  Hermann Hesse – Albert Welti.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Gemälde und Radierungen. Mit einer Einführung von Hermann Hesse. Berlin, Furche [1917]. Mit montierten Abbildungen auf Tafeln. Klammergeheftet, ohne Umschlag.

Das Titelblatt mit gedrucktem Widmungsaufkleber »Unsern Gönnern und Mitarbeitern überreicht von der Bücherzentrale für deutsche Kriegsgefangene und vom Herausgeber«, dieser signiert von Hermann Hesse. – Nach Angaben von F. H. Ehmcke gedruckt.

24,3 : 19,2 cm. 51, [1] Seiten. – Ränder etwas gebräunt, und mit Lichtrand.

Mileck IV, 306.a

663  Hermann Hesse. Italien.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 480

Verse. 20 Radierungen von Hermann Struck. Berlin, Euphorion 1923. Mit 20 Radierungen im Text, davon drei ganzseitig, Titelvignette signiert. Originalhalbpergamentband mit lithographierter Deckelvignette und goldgeprägtem Rückentitel.

Erste Ausgabe der elf Gedichte von Hermann Hesse. – Eins von 200 Exemplaren mit der signierten Titelradierung (Gesamtauflage 322). – Gesetzt aus der Walbaum-Antiqua. – Auf Bütten. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

37,0 : 27,5 cm. [26] Seiten. – Minimal lichtrandig, Ecken gering bestoßen, Hinterdeckel mit kleinen Farbspritzern.

Mileck III, 16. – Horodisch, Euphorion 27. – Lang, Impressionismus 240

664  Hermann Hesse. Siddharta.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Eine indische Dichtung. Berlin, S. Fischer 1927. Originalleinenband mit Rückenschild und Goldprägung. – Widmungsexemplar.

24.–28. Auflage. – Mit eigenhändiger Widmung auf dem Vorsatzblatt »Zur Erinnerung an den Herbstabend im Grotto. Sept. 1928«. – Erschienen in »Gesammelte Werke«. – Einbandentwurf von Emil Rudolf Weiß.

18,9 : 11,5 cm. 174, [2] Seiten. – Exlibris. Vorsätze gebräunt.

Vgl. Mileck II, 43 A

665  Hermann Hesse. Psychologia Balnearia

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 400

oder Glossen eines Badener Kurgastes. Montagnola 1924. Originalpappband mit goldgeprägten Titeln. – Widmungsexemplar.

Als Privatdruck erschienen. – Eins von 250 Exemplaren (Gesamtauflage 300). – Mit eigenhändiger Dedikation »Exemplar für Frau RosaMarie Eisensch[?] in Reichenberg«. – Hermann Hesse konzipierte das Buch bei zwei Kuraufenthalten in Baden 1923.

18,8 : 12,5 cm. 134, [10] Seiten. – Einband stark verblasst, Deckel und Ränder berieben.

Mileck II, 45

666  Hermann Hesse. Der Steppenwolf.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 320

Erzählung. Mit Zeichnungen von Gunter Böhmer. Frankfurt a. M., Suhrkamp 1981. Mit illustriertem Titelblatt und 13 ganzseitigen Illustrationen. Dunkelblauer Originalmaroquinband mit schwarz-goldenem Rückenschild in Originalschuber.

Eins von 200 Exemplaren der im Druckvermerk vom Künstler signierten Vorzugsausgabe in Leder (Gesamtauflage 1.000). – Dazu: Hermann Hesse. Piktors Verwandlungen. Ein Liebesmärchen. Vom Autor handgeschrieben und illustriert. Faksimiledruck der Originalhandschrift. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1980. Originalmaroquinband. Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder (Gesamtauflage 1200).

34,0 : 23,8 cm. 189, [3] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Rysavy 152

667  Otto Hettner – Longus. Daphnis und Chloé.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Mit Steinzeichnungen von Otto Hettner. München, Buchenau & Reichert 1923. Mit 93 teils blattgroßen Lithographien. Weinroter Saffianlederband mit reicher Vergoldung (Gerhard Prade) und Originalhalbleinenkassette.

Achter Phantasus-Druck. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder und mit einer Extrasuite der Lithographien und einigen Varianten, eine davon in Rötel und signiert (Gesamtauflage 300). Die Lithographien der Suite sämtlich in Passepartout montiert und zusammen lose in Originalkassette mit Deckelschild. – Im Druckvermerk von Otto Hettner signiert. – Breitrandiger Druck auf Zanders-Bütten bei Jakob Hegner in Hellerau. – Der Einband wurde nach Angaben von Carl Sonntag in Saffianleder gebunden. – Der Text folgt einer Übertragung von Friedrich Jacobs aus dem Jahr 1832, die mit dem griechischen Text verglichen und frei bearbeitet wurde. – »In dem 8. Phantasusdruck ›Daphnis und Chloe‹ kontrastiert die Fleischmann-Antiqua sehr kühn gegen die flaumigen […] Steinzeichnungen Otto Hettners.« (Schauer). – Sehr schönes Exemplar.

29,0 : 20,3 cm. 197, [3] Seiten. – Kassette an einer Ecke aufgeplatzt. Rücken minimal verblasst.

Rodenberg 459, 8. – Schauer I, 239 und II, 99

668  Fritz Heubner – Gustave Flaubert. Salammbô.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 190

München, Julius Schröder 1924. Mit 30 Radierungen von Fritz Heubner, davon 15 blattgroß. Originalleinenband mit farbiger Deckelprägung.

Meisterwerke der Weltliteratur mit Original-Graphik, Band 16. – Eins von 185 Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 220). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Zerkall-Bütten. – Französischer Originaltext.

32,8 : 26,0 cm. 275, [5] Seiten.

Sennewald 24, 2. – Nicht mehr bei Rodenberg

669  David Hockney – [Jacob and Wilhelm] Grimm. Six Fairy Tales.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Zuschlag/Hammerprice: € 4000

With original Etchings by David Hockney. London, Petersburg Press 1970. Mit 39 Radierungen, davon 13 blattgroß. Dunkelblauer Originalsaffianlederband im Originalschuber.

Eins von 100 Exemplaren der Edition B, jedoch ohne die signierte Suite von sechs Radierungen. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert und nummeriert. – Die Radierungen wurden nach Verchromung der Platten bei Piet Clement in Amsterdam gedruckt. – Auf eigens für diese Edition handgeschöpftem Bütten von W. S. Hodgkinson, Bath, mit dem Wasserzeichen »DH:PP«. – Als Blockbuch gebunden; Bindearbeiten von Rudolf Rieser, Köln.​ – Das großartige Malerbuch wurde von der Londoner Petersburg Press ediert. Bereits zu Beginn der 1960er Jahre hatte Hockney eine Radierung zu »Rumpelstilzchen« geschaffen; zwischen Mai und September 1969 zeichnete er die 39 Radierungen zu den sechs, von ihm ausgewählten Märchen direkt auf die Druckplatten. – Die englischen Texte übersetzte Heiner Bastian ins Englische. – Eins der schönsten Malerbücher des Künstlers.

48,0 : 33,0 cm. [64] Seiten.

Brighton 70–108

670  Hugo von Hofmannsthal. Der weiße Fächer.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Ein Zwischenspiel. Mit vier Holzschnitten von Edward Gordon Craig. Leipzig, Insel 1907. Mit vier ganzseitigen Holzschnitten. Originalhalbpergamentband mit Buntpapierdeckelbezügen und vergoldetem Rückentitel.

Erste Buchausgabe. – Eins von 750 Exemplaren (Gesamtauflage 800). – Druck in Gelb und Schwarz, auf chamoisfarbenem Bütten. – 1904 hatte Craig auf einer Deutschlandreise Harry Graf Kessler kennengelernt. Die Bühnenbild-Holzschnitte des Dramatikers, Theaterreformers und Graphikers regten Kessler später zu einer Hamlet-Ausgabe mit Holzschnitten Craigs an.

34,4 : 25,0 cm. [34] Seiten. – Leicht stockfleckig. Vorsatzpapiere gebräunt, vorderes mit Falzeinriss und Stempel.

Houghton Library Catalogue 761. – Sarkowski 776. – Fletcher/Root C 14 b

671  Hugo von Hofmannsthal. Die gesammelten Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Leipzig, Insel 1907. Originalhalbpergamentband mit silbergestrichenen Bezugspapieren.

Erste Ausgabe. – Auf Bütten. – Die Typographie des Titels, gedruckt in Rot und Schwarz, entwarf Eric Gill. – Vorblatt mit eigenhändiger Widmung »Für Ehrhard und Maid und den Garten ihres Hauses und den Platz an ihrem Kamin mit treuen Wünschen Hugo, Juli 1907«. – Die Widmung könnte sich an Erhard Buschbeck (1889–1960), den Trakl-Freund und -Förderer und späteren Direktor des Wiener Burgtheaters richten. Unter der Widmung Hofmannsthals eine weitere von 1949, signiert »Michael B«.

21,2 : 14,5 cm. [4], 102, [2] Seiten. – Minimal fleckig, Ecken leicht bestoßen. – Die unbeschnittenen Seitenränder angestaubt.

Houghton Library Catalogue 343. – Sarkowski 764

672  Serge Ivanoff – Jules Barbey d’Aurevilly. Les diaboliques.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Les six premières. Illustrées de dix-neuf eaux-fortes de Serge Ivanoff, et d’ornements typographiques de André Hofer. Paris, Simon Kra 1925. Mit 19 Radierungen. Schwarzer Kalbleder-Holzdeckelband mit Fensterausschnitt im Vorderdeckel, Rückentitel, Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet, graue Tunkpapiervorsätze (signiert: C. Brunius). Im Schuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe mit den erotisch-diabolischen Radierungen Serge Ivanoffs (1893–1983), der 1922 aus der Sowjetunion floh und seiner Familie nach Paris folgte. – Eins von 250 Exemplaren auf »Velin Rives« (Gesamtauflage 350). – Allein Monod zählt für die inspirierend frivolen Texte bereits zehn illustrierte Ausgaben. – Schönes Exemplar in außergewöhnlichem Einband: Der Ausschnitt im Vorderdeckel imaginiert ein Fenster, das uns ahnungsvollen Einblick in ein rot-gold dekoriertes Zimmer gewährt. – Exlibris JEP.

25,6 : 20,0 cm. [8], IV, 270, [6] Seiten, 19 Radierungen. – Leichte Kratzer auf dem Rücken.

Monod 950. – Carteret IV, 57 »Édition recherchée en grand papier«

673  Willi Jaeckel – Das Buch Hiob

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 320

mit Original-Lithographien von Willi Jaeckel. Berlin, Erich Reiß 1917. Mit 13 Lithographien. Originalhalblederband, Rückenschild, Deckeltitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erster Prospero-Druck. – Eins von 140 Exemplaren (Gesamtauflage 200). – Druck in Grün und Schwarz. – Der Text nach Luthers Übersetzung wurde durchgesehen von Walter Unus.

38,5 : 34,8 cm. [4], [32] Seiten. 13 Lithographien. – Rücken etwas verblasst, Kapitale berieben.

Stilijanov-Nedo 85. – Rodenberg 461, 1. – Lang, Expressionismus 133. – Sennewald 17

674  Willi Jaeckel – Paul Cohen-Portheim. Das Lächeln der sieben Buddha.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Mit sieben Radierungen von Willi Jaeckel. Berlin, Erich Reiss 1923. Mit sieben signierten blattgroßen Radierungen. Brauner Originalmaroquinband mit vergoldetem Titel.

Eins von 100 Exemplaren. – Auf der Handpresse bei Otto von Holten, Berlin, gedruckt. – Unbeschnitten. – Willi Jaeckel (geboren 1888), Mitglied der Berliner Sezession, arbeitete als Graphiker und Illustrator für verschiedene Publikationen, u. a. für die Zeitschrift »Kriegszeit« 1925 lehrte er als Professor an der Staatlichen Kunsthochschule Berlin. Von den Nationalsozialisten immer wieder in der Ausübung seines Berufs behindert, gab Jaeckel 1943 seine Lehrtätigkeit schließlich auf. Er starb bei einem Bombenangriff 1944 in Berlin.

34,8 : 29,7 cm. [30] Seiten. – Leichte Kratzer und minimal fleckig.

Stilijanov-Nedo 94. – Sennewald 23, 1

675  Ernst Jandl. Übung mit Buben.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Berlin 1973. Weißer Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – 37. Druck der Berliner Handpresse. – Eins von 300 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Dichter signiert. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

28,5 : 27,8 cm. [76] Seiten. – Einband etwas verschmutzt. – Die letzte Lage papierbedingt mit leicht stockfleckigen Rändern.

Spindler 86.37

676  Ernst Jandl. Chanson.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 850

Dreieich, Schierlingspresse 1989. Zwölf Typographiken mit Text. Mit zwei Textblättern lose in der Originalcellophanbox.

Eins von zehn nummerierten Exemplaren. – Jandls bekanntes Gedicht »l’amour | die tür | the chair | der bauch« inspirierte Dieter Sdun zu seiner »ROT«-Permutationen, einer in Kunststoff geschnittenen zwölffach wechselnden Reihung der Buchstaben R-O-T. Die Druckstöcke und der von Hand aus der Headline gesetzte Text wurden in Rot bzw. Schwarz auf hellblaues handgeschöpftes Bütten gedruckt. – Auf dem Titelblatt vom Dichter, im Druckvermerk vom Buchkünstler signiert. – Der Schrift- und Buchkünstler Dieter Sdun starb im Januar 2015 in Almeria, Spanien, wo er, nun unter dem Namen Emilio, mit seiner Frau Doris die Schierlingspresse unter dem Namen »Prensa cicuta« weiterbetrieb. – Wahrscheinlich die seltenste Jandl-Edition überhaupt. Nur ein Exemplar in einer öffentlichen Sammlung nachweisbar.

30,0 : 21,5 cm. [12] Blätter.

Nicht mehr bei Spindler, nicht bei Isphording

677  Richard Janthur – Jonathan Swift. Des Capitain Lemuel Gullivers Reise

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 160

in das Land derer Houyhnhnms. Lithographien von Richard Janthur. Berlin, Fritz Gurlitt 1919. Mit einem Frontispiz und elf Lithographien. Originalhalbleinenband mit illustrierten Deckeln.

Drucke der Gurlitt-Presse, Die Neuen Bilderbücher, II. Folge. – Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 200). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Mit Zierleisten und Initialen nach Entwürfen von Richard Janthur.

43,0 : 35,5 cm. 62, [2] Seiten. – Einband fleckig. – Innengelenke angeplatzt.

Lang, Expressionismus 148. – Sennewald 19, 5. – Rifkind 1333. – Kat. Lindenau-Museum 1771–1781. – Rodenberg 393

678  Richard Janthur – Daniel Defoe. Das Leben und die ganz ungemeinen Begebenheiten des weltberühmten Engelländers Robinson Crusoe.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Mit 31 Steinzeichnungen von Richard Janthur. Leipzig, Insel 1922. Mit 31 Farblithographien. Originalhalbpergamentband mit Kopfgoldschnitt, Rückentitel und Deckelvignette schwarz gedruckt.

Eins von 800 Exemplaren. – Auf Japanbütten. – Richard Janthur, Mitglied der Berliner Sezession, begründete 1912 zusammen mit Ludwig Meidner und Jakob Steinhardt die Künstlergruppe »Die Pathetiker« (Ausstellung in Waldens Galerie »Der Sturm«). 1918 war er Mitglied der »Novembergruppe« und trat 1919 dem »Arbeitsrat für Kunst« bei. In den 1920er Jahren widmete sich Janthur verstärkt der Buchillustration und erst zwanzig Jahre später wieder der Malerei.

32 : 24 cm. 104, [2] Seiten, 31 Lithographien.

Lang, Expressionismus 154. – Sennewald 22,1. – Sarkowski 363 A. – Jentsch 122

679  James Joyce. Ulysses.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Paris, Shakespeare and Company 1924. Weiße Originalbroschur, Titel in Blau gedruckt.

Vierte Ausgabe. – Nach dem Erstdruck von 1922 entstanden zwei Ausgaben der Egoist-Press (1922/23), die jedoch zum Teil verbrannten bzw. fast vollständig vom Zoll beschlagnahmt wurden. – Unbeschnittenes Exemplar, trotz der schlechteren Papierqualität sehr gut erhalten.

21,3 : 17,0 cm. [6], 736 Seiten. – Umschlag am Rücken leicht gebräunt, die Deckel minimal fleckig.

Slocum/Cahoon A 17 Anmerkung

680  James Joyce. Ulysses.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Paris, Shakespeare and Company 1927. Grüner Ecrasélederband mit vergoldetem Rückentitel und blindgeprägten Deckelbordüren; Originalvorderumschlag eingebunden.

Neunter Druck, dabei der siebte bei Shakespeare, Paris. – In gediegenem Handeinband.

21,6 : 17,0 cm. [8], 735, [1] Seiten. – Rücken leicht verfärbt, der Umschlag mit kleinen Randläsuren. – Ränder leicht gebräunt.

Slocum/Cahoon A 17 Anmerkung

681  James Joyce. Ulysses.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

London, John Lane, The Bodley Head 1936. Grüner Originalleinenband, Deckelvignette, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste in England gedruckte Ausgabe. – Eins von 900 handschriftlich nummerierten Exemplaren auf Japan (Gesamtauflage 1.000). – Mit einem Anhang zur Editionsgeschichte und dem Vorwort von Morris L. Ernst zur ersten amerikanischen Ausgabe. – Unbeschnitten und innen sehr gut erhalten.

26,2 : 20,0 cm. XIII, [3], 765, [3] Seiten. – Rücken verfärbt. Ecken minimal bestoßen.

Slocum/Cahoon A 23

682  James Joyce. Anna Livia Plurabelle.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

With a Preface by Padraic Colum. New York, Crosby Gaige 1928. Brauner Originalleinenband mit Gold- und Blindprägung.

Erste Ausgabe. – Eins von 800 Exemplaren, im Auflagenvermerk von James Joyce signiert. – Auf Velin. – Typographie von Frederic Warde. – »Anna Livia Plurabelle« ist das berühmteste, meistzitierte Kapitel aus »Finnegans Wake«. Der »unübersetzbare« Roman sollte erst 1939 erscheinen.

18,0 : 11,7 cm. XVIII, [2], 60, [4] Seiten. – Die unbeschnittenen Ränder etwas angestaubt.

Slocum/Cahoon A 32

683  James Joyce. Finnegans Wake.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

New York, The Viking Press 1939. Schwarzer Originalleinenband mit goldgeprägten Titeln.

Erste amerikanische, zeitgleich mit der Londoner Ausgabe erschienen. – Joyce selbst bezeichnete in einem Wortspiel sein »work in progress« als »funferal«, zugleich also ein »funeral« als auch ein »fun for all«. – Vorabdrucke erschienen bereits seit 1928 unter verschiedenen Titeln (Anna Livia Plurabelle; Tales Told of Shem and Shaun; Haveth Childers Everywhere; The Mime of Mick, Nick and the Maggies). – »Finnegans Wake«, an dem Joyce neunzehn Jahre arbeitete, gilt als das kryptischste, komplexeste und am meisten verschlüsselte Werk des Dichters, ein Textlabyrinth und Puzzle erster Ordnung.

24,5 : 15,5 cm. [6], 628, [2] Seiten. – Minimal bestoßen. – Vorderes Innengelenk gelockert.

Slocum/Cahoon A 48

684  James Joyce. Stephen Hero.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Part of the first draft of a Portrait of »A Portrait of the Artist as a Young Man«. Edited with an Introduction by Theodore Spencer. London, Jonathan Cape 1944. Schwarzer Originalleinenband mit goldgeprägtem Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Eins von 2000 Exemplaren. – Nachträgliche Ausgabe der ersten Niederschriften zu Joyce’ großem Roman.

20,0 : 13,0 cm. 210 Seiten. – Einband leicht berieben.

Slocum/Cahoon A 51

685  James Joyce. Ulysses.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 360

Vom Verfasser geprüfte deutsche Ausgabe von Georg Goyert. Erster [bis] Dritter [in einem] Band Basel, Rhein-Verlag 1927. Blauer Originalleinenband mit rot-goldenem Rückenschild und goldgeprägten Rückenfileten.

Erste deutsche Ausgabe des Jahrhundertromans. – Exemplar »e«, eins von 100 unverkäuflichen für die Presse bestimmten auf Dünndruckpapier (Gesamtauflage 1.100). – Zusatz auf dem Buchrücken, auch in Gold geprägt: »Privatdruck für die Presse«. – Ungemein aufwendiges Rezensionsexemplar. – Mit dem Beilageheft »Der Homer unserer Zeit: Deutschland in Erwartung des Ulysses von Joyce. Letzte Gelegenheit zur Subskription« (mit Stempel: »Termin verlängert«) mit Texten zu Dichter und Werk von Yvan Goll u. a. – Insgesamt schönes Exemplar der seltenen Ausgabe, seit 20 Jahren kein Exemplar auf einer deutschen Auktion.

19,8 : 13,5 cm. [8], 458, [2]; [4], 465, [3]; [4], 662, [2] Seiten. – Deckel minimal, Buchschnitt etwas stärker fleckig,.

Slocum/Cahoon D 45.5/6

686  James Joyce. Ulysses.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Vom Verfasser geprüfte deutsche Ausgabe von Georg Goyert. Erster [bis] Dritter Band. Basel, Rhein-Verlag 1927. Originalhalblederbände mit goldgeprägten Rückenschildern und Kopfgoldschnitt. In der Originalkassette mit Titelschild.

Erste deutsche Ausgabe des Jahrhundertromans. – Eins von 1000 Exemplaren auf Bütten, weitere 100 Presse-Exemplare wurden auf Dünndruckpapier gedruckt. – Privatdruck durch Vermittlung des Pariser Büros des Rhein-Verlags in Basel. Mit dem Werbebrief des Verlags »An die Interessenten des deutschen Privatdrucks«.

20,6 : 14,8 cm. – Die Rücken durch unsachgemäße »Pflege« etwas fleckig, innen tadellos. Stempel auf Vorsatzblättern (Georg Theodor Ganslmayr).

Slocum/Cahoon D 45.2

687  James Joyce. Ulysses.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Erster [und] Zweiter Band. Zürich, Rhein-Verlag 1930. Schwarze Originalhalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln, Kopfgoldschnitt und marmorierten Deckelbezügen.

Erste öffentliche deutsche Ausgabe, 1927 war eine deutsche Übersetzung als Privatdruck erschienen. – Vom Verfasser geprüfte definitive deutsche Ausgabe von Georg Goyert. – Sehr schönes Exemplar.

19,2 : 13,5 cm. [8], 632, [2]; [8], 611, [1] Seiten.

Slocum/Cahhon D 45 Anmerkung

688  James Joyce. Ulysses.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Vom Verfasser geprüfte definitive deutsche Ausgabe von Georg Goyert. Erster [und] Zweiter Band. Zürich, Rhein-Verlag [1930]. Zwei flexible grüne Originalkalblederbände, Rückentitel mit Vignette und Kopfschnitt vergoldet.

Dritte deutsche Ausgabe, wiederum nur für Subskribenten. – Auf Dünndruckpapier als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Titelschrift und Einbandzeichnung entwarf Emil Preetorius. – Mit einem Beilagezettel zur Blockbuchbindung.

17,2 :11,2 cm. [8], 631, [3]; [8], 611, [1] Seiten. – Rücken leicht verfärbt und minimal berieben. – Vorsätze etwas stockfleckig.

Slocum/Cahoon D 45 Anmerkung

689  James Joyce. Werke. Frankfurter Ausgabe.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 540

Sieben Teile in neun Bänden. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1969–1975. Schwarze Originalkalblederbände mit grün-goldenen Rückenschildern, alle mit Schutzumschlag und Schuber.

Erste deutsche Werkausgabe. – Redaktion Klaus Reichert unter Mitwirkung von Fritz Senn. – Dubliner; Stephen der Held. Porträt des Künstlers als junger Mann; Ulysses; Kleine Schriften; Gesammelte Gedichte. Anna Livia Plurabelle. Englisch und Deutsch; Briefe I–III. Mit Registern. – Die teils gefalteten Beigaben sind Faksimiles von Briefen, Manuskriptblättern und sechs von Joyce’ Tochter Lucia gezeichneten und kolorierten Initialen. – Die vollständige Frankfurter Ausgabe in einem tadellos schönen Exemplar der Ledervorzugsausgabe.

20,0 : 13,0 cm. Mit 14 Faksimilebeilagen. Zusammen etwa 4500 Seiten.

KNLL VIII, 903ff (zu den einzelnen Texten und Ausgaben)

690  James Joyce. Pomes Penyeach.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Lithographs and Woodcuts by Peter Brandes. Paris, Edition Brandes 1977. Mit neun blattgroßen Lithographien und neun signierten Farbholzschnitten sowie einer Suite der Lithographien. Originalpappband und -mappe in -schuber.

Eins von 50 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Velin d’Arches. – Die farbigen Holzschnitte sind auf neun Doppelblättern den dort nochmals abgedruckten Lithographien gegenübergestellt. – Frühe graphische Folge des dänischen Künstlers Peter Brandes (geboren 1944), informelle Illustrationen zu Gedichten von James Joyce, die meist in Triest (1912–1915) und Zürich (1916–1918) entstanden.

31,2 : 23,2 cm. 26, [6] Seiten, 9 Doppelblätter. – Rücken und Schuber leicht verfärbt, innen sehr schön.

691  John Cage. Writing through Finnegans Wake & Writing for the second time through Finnegans Wake.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 420

New York, Printed Editions 1978. Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe, im Druckvermerk von John Cage signiert. – Erschienen als Supplement zu Nummer 15 von »James Joyce Quarterly«. – Zu der Dichtung wurde der Komponist John Cage durch Joyce’ »Finnegans Wake« inspiriert. – Die Typographie stammt von Freeman Keith, die außergewöhnliche Platzierung der Interpunktionen entwarf der Künstler gemeinsam mit Alison Knowles. – Tadellos erhalten.

28,4 : 24,5 cm. [180] Seiten. – Kleines Buchhändleretikett Walter König auf dem hinteren Innendeckel.

692  Brydon Smith. Donald Judd.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 500

A Catalogue of the Exhibition at the National Gallery of Canada. Catalogue Raisonné of Paintings, Objects, and Wood-Blocks 1960-1974. Ottawa 1975. Mit hunderten Abbildungen, dabei einige farbige. Rote Originalbroschur.

Originalausgabe, englisch-französischer Paralleltext. – Das wichtige Werkverzeichnis erschien anlässlich der Ausstellung in Ottawa im Frühsommer 1975.

27,8 : 22,5 cm. XV, [1], 320 Seiten. – Rücken verblasst, Kanten minimal berieben.

693  Ernst Jünger. Notizblock

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

zu »Tausendundeine Nacht.« p. 1 bis 33. St. Gallen, Erker 1994. Lose Doppelseiten in Originalumschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 330). – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – Die Notizen entstanden in den Jahren 1985 bis 1990 und wurden hier nach der Handschrift des Autors lithographiert.

28,9 : 22,3 cm. 33, [3] Seiten.

694  Jürgen Meyer Jurkowski – Wolfgang Borchert. Die Hundeblume.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Hamburg, Edition M&M 1998. Mit sieben blattgroßen Radierungen von Jürgen Meyer Jurkowski. Bordeauxfarbener Originalleinenband mit Blindprägung im -schuber (Ludwig Vater, Jena). Im Originalschuber.

Eins von 50 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler nummeriert und signiert. – Der Künstler übernahm auch Typographie, Einbandentwurf und Druckleitung.

40,1 : 28,8 cm. 31, [1] Seiten.

695  Franz Kafka. Betrachtung.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

In: Hyperion. Eine Zweimonatsschrift. München, Hans von Weber 1908. Originalbroschur.

Erstdruck der ersten Veröffentlichungen des jungen Franz Kafka. – Acht Stücke aus »Betrachtung« (im Inhaltsverzeichnis noch als »Betrachtungen« betitelt). – Kafka war damals noch vollkommen unbekannt; man vermutete hinter seinem Namen deshalb ein Pseudonym. – Die Bedeutung der Zeitschrift und ihres verdienstvollen Herausgebers Franz Blei beschreibt Kafka so: »Er sollte denen, die an der Grenze der Literatur wohnen, eine große lebendige Repräsentation geben; aber sie gebührte jenen nicht und sie wollten sie im Grunde auch nicht haben« (zitiert nach Dietz).

28,2 : 22,0 cm. – Umschlag etwas fleckig, Ränder »ausgefranst«, Rücken unfachmännisch geklebt.

Dietz 1

696  Franz Kafka. Betrachtung.

Schätzpreis/Estimate: € 7500

Ausrufpreis/Starting bid: € 5000

Leipzig, Ernst Rowohlt [1913]. Hellbrauner Leinenband der Zeit, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe von Kafkas erster Erzählungssammlung, acht Texte waren bereits 1908 in der Zeitschrift »Hyperion« erschienen. – Eins von 800 nummerierten Exemplaren, von denen allerdings 1915 noch mehr als die Hälfte unverkauft war. Diese Restauflage erhielt ein neues Titelblatt mit dem Verlagsnamen Kurt Wolff. – Die auf Kafkas Wunsch hin verwendete ungewöhnlich große Schrift bezeichnet der Dichter selbst in einem Brief an seinen Verleger als »wunderschön«. – Gewidmet »Für M[ax] B[rod]«, der bereits an diesem Frühwerk großen Anteil hatte. »Die Kafka wesentliche Reihenfolge der Stücke wird mit Hilfe Brods am Abend des 13. August 1912, der ersten Begegnung mit Felice Bauer, festgelegt und am 14. August das Manuskript durch Brod abgeschickt« (Dietz). – Besonders innen sehr schön. – In späterer dunkelgrüner Leinenkassette mit grün-goldenem Lederrückenschild.

23,3 : 15,5 cm. [8], 99, [1] Seiten. – Vorderdeckel und Rücken mit wenigen kleinen Flecken. – Titelblatt mit dezentem Besitzvermerk, das leere Vorblatt mit leichter Quetschfalte.

Dietz 17. – Raabe/Hannich-Bode 146.1. – Göbel 91

697  Franz Kafka. Betrachtung.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausrufpreis/Starting bid: € 1300

Zweite Ausgabe. Leipzig, Kurt Wolff [1913/1915]. Originalhalblederband mit Deckeltitel und -vignette in Schwarzdruck.

Titelauflage der ersten Ausgabe. – 1913 erschien Kafkas erste Erzählungssammlung, gedruckt in 800 Exemplaren. Etwas mehr als die Hälfte der unverkauften Exemplare wurde 1915 – anlässlich der Verleihung des Fontane-Preises an Kafka – mit einem neuen Titelblatt (»da die Exemplare bisher noch die Firma Ernst Rowohlt tragen«) versehen. – Den übergroßen Schriftgrad, in dem das Buch auf Kafkas Wunsche gesetzt wurde, beschrieb der Dichter vorbehaltlos als »wunderschön«. – Bereits diesen Erstling widmete Kafka seinem Freund und Helfer Max Brod. – Dazu drei Kafka-Ausgaben aus der Reihe »Der jüngste Tag«: Der Heizer. – Die Verwandlung. – Das Urteil. – Leipzig, Kurt Wolff 1917/18, 1918, 1919/20. Beschädigte Originalbroschuren. Der jüngste Tag 3, 22/23 und 34. Dritte bzw. zweite Auflage.

24,5 : 16,3 cm. [8], 99, [1] Seiten. – Ränder gebräunt. Lederrücken fehlt. – Von den Vorsätzen abgesehen, innen sehr schön.

Dietz 27. – Raabe/Hannich-B. 146.1–4 – Göbel 91. – Beigaben: Smolen/Stammerjohann 3.3.A, 22/23.2.A und 34.2.A

698  Franz Kafka. In der Strafkolonie.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Leipzig, Kurt Wolff 1919. Schwarzer Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel, schwarz-roten Buntpapierdeckelbezügen und Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe. – Viertes Buch der neuen Folge der Drugulin-Drucke. – Eins von 1000 Exemplaren. – Gesetzt aus der Cicero Französische Antiqua und gedruckt in Blau und Schwarz bei Drugulin, Leipzig. – Kafka meinte über die Erzählung, »daß nicht nur sie peinlich ist, daß vielmehr unsere allgemeine und meine besondere Zeit gleichfalls sehr peinlich war und ist […]« (Brief an Kurt Wolff, Briefwechsel S. 41). – Wie schon der Erzählungsband »Betrachtung« üppig und breitrandig gesetzt. – Seiten- und Fußsteg unbeschnitten. – Nur in kleiner Auflage erschienen und hier in der selteneren schwarz-roten Einbandvariante.

23,3 : 15,5 cm. 68, [4] Seiten. – Ecken leicht, Rücken stark berieben. – Vereinzelt leicht stockfleckig, Exlibris.

Dietz 50. – Raabe/Hannich-Bode 146.5. – Rodenberg 380, 4

699  Franz Kafka. In der Strafkolonie.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Leipzig, Kurt Wolff 1919. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel und grün-braunen Buntpapierdeckelbezügen.

Erste Ausgabe. – Drugulin-Drucke, Neue Folge, Band IV. – Eins von 1000 Exemplaren. – In der braun-grünen Einbandvariante. – Gesetzt aus der Cicero Französische Antiqua und gedruckt in Blau und Schwarz bei Drugulin, Leipzig. – Die 1914 entstandene Erzählung steht in direktem Zusammenhang mit Kafkas posthum erschienenen Roman »Der Prozeß«. – Kafka schrieb über die Erzählung an seinen Verleger Kurt Wolff , »daß nicht nur sie peinlich ist, daß vielmehr unsere allgemeine und meine besondere Zeit gleichfalls sehr peinlich war und ist […]« (K. W. Briefwechsel S. 41).

23,3 : 15,5 cm. 68, [4] Seiten. – Rücken berieben. – Vereinzelt stockfleckig.

Dietz 50. – Raabe/Hannich-Bode 146.5. – Rodenberg 380, 4

700  Franz Kafka. Ein Hungerkünstler.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Vier Geschichten. Berlin, Die Schmiede 1924. Grüner Originalleinenband mit blau-rotem Rücken- und Deckelschild (Entwurf Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Enthält die vier Erzählungen: Erstes Leid; Eine kleine Frau; Ein Hungerkünstler; Josefine, die Sängerin. – Das einzige Buch, das Kafka selbst einem anderem Verleger als Kurt Wolff gab – nach seinem Weggang aus Prag kam er Ende 1923 durch Ernst Weiß und weitere ihm bekannte Autoren des jüdischen Schmiede-Verlegers Rudolf Leonhard mit diesem in Kontakt. – Der »Hungerkünstler« erschien erst nach Kafkas Tod, man darf aber annehmen, dass er noch alle vier Geschichten selbst korrigiert hat. – Erschien innerhalb der Reihe »Die Romane des XX. Jahrhunderts«.

19,8 : 13,8 cm. 85, [3] Seiten. – Rücken leicht verfärbt, Rückenschild gebräunt.

Dietz 66. – Raabe/Hannich-Bode 146.7. – Holstein, Salter 68