ChristianHesse

Lot 701 – 750 | Hesse-Auktionen
Lot 701 – 750

701  Insel Verlag – Gotthold Ephraim Lessing. Nathan der Weise.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 250

Ein dramatisches Gedicht in fünf Aufzügen. Leipzig, Insel [1910]. Zwei Originallederbände mit vergoldeten floralen Bordüren (P. A. Demeter, Leipzig).

Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe, hier vollständig mit allen vier »Teilen«: Faksimile des Erstdrucks von 1779 (Auflage 400), Faksimile der einzig erhaltenen Subskriptionseinladung (1 loses Doppelblatt), Faksimile der Handschrift (Ledereinband) und Transkription der Handschrift (Beilageheft). – So vollständig äußerst selten.

18,4 : 10,4 cm. [6], 276, [6] Seiten; 1 Doppelblatt. – 22,1 : 17,3 cm. [40], [2] Seiten; [40] Seiten. – Ränder leicht berieben, Deckel mit winzigen Kratzern.

Sarkowski 1024 VA

702  Insel Verlag – [Friedrich] Schiller. Musen-Almanach für das Jahr 1797.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Leipzig, Insel 1907. Mit Frontispiz und acht gefalteten Notenblättern. Bordeauxroter Originallederband mit vergoldeten Deckelbordüren und Kopfschnittvergoldung und Originalbroschur. Zusammen im Schuber.

Faksimile und Kommentarheft. – Eins von 250 Exemplaren im Ledereinband (Gesamtauflage 300), der faksimilierte Broschurumschlag eingebunden. – Kommentarheft mit einem Begleitwort zur neuen Ausgabe von Hanns Holzschuher. – »Es sind Bücher und Bände über diesen Almanach geschrieben worden – über dies merkwürdige, seltene und kostbare Buch der Weltliteratur. Kostbar, weil es als Sammelstätte Dichtungen und Werke unserer größten Dichter birgt« (Begleitwort). – Sehr schönes Exemplar.

16,8 : 10,6 cm. [22], 302, [10] Seiten, 8 gefaltete Tafeln. – Rücken minimal verblasst.

Sarkowski 1176

703  Insel Verlag – Navigare necesse est.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Eine Festgabe für Anton Kippenberg zum zweiundzwanzigsten Mai MCMXXIV. Leipzig, Insel 1924. Mit sechs Originalgraphiken, drei Faksimiles, zwei Tafeln nach Zeichnungen und einer Musiknotenbeilage. Originalhalbpergamentband mit vergoldeten Titeln.

Eins von 500 Exemplaren. – Die Festschrift zum 50. Geburtstag des Insel Verlagsleiters wurde von dessen Ehefrau Katharina herausgegeben. – Mit Radierungen von Marcus Behmer (im Œuvreverzeichnis »Die Insel« betitet) und Georg A. Mathey, Holzschnitten von Walter Tiemann, Frans Masereel und Ludwig von Hofmann sowie einer Lithographie von Emil Rudolf Weiss (Exlibris Anton Kippenberg). – Mit Textbeiträgen von Rudolf Alexander Schröder (Aus den Kinderjahren der Insel), Harry Graf Kessler, Peter Jessen, Henry van de Velde u. a. – Einbandentwurf von Walter Tiemann.

29,0 : 19,5 cm. 275, [1] Seiten, 6 Graphiken, 6, teils gefaltete Tafeln. – Ränder minimal verblasst.

Sarkowski 1186. – Söhn HDOG 271. – Bibliogr. Kippenberg 112. – Sammlung Kippenberg 1785 a. – Rodenberg 291

704  Insel Verlag – Friedrich Nietzsche. Also sprach Zarathustra.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1400

Ein Buch für Alle und Keinen. Leipzig, Insel 1908. Mit Buchschmuck (ornamentaler Doppeltitel, Titelvignetten, vier Zwischentitel, zahlreiche Kopfleisten und Schlussstücke) in Purpur und Gold von Henry van de Velde. Originalpergamentband mit breiten »Yapp edges«, vergoldeten Vignetten auf Vorderdeckel und Rücken sowie Kopfschnittvergoldung.

Eins von 430 Exemplaren im Pergamenteinband (Gesamtauflage 530). – Sehr breitrandig in Gold, Purpur und Schwarz gedruckt in der Offizin W. Drugulin, Leipzig, mit zahlreichen kleinen, in Gold gedruckten Alineazeichen. Die Schrift wurde von Georges Lemmen, Brüssel, 1900 gezeichnet und von ihm unter Mitwirkung von Harry Graf Kessler geschnitten. – Auf handgeschöpftem Van Gelder-Bütten mit dem von van de Velde entworfenen Signet des Weimarer Nietzsche-Archivs als Wasserzeichen. – Die gesamte Ausstattung des Buches und die Drucklegung übernahm Henry van de Velde. – Harry Graf Kessler hatte sich schon 1897 mit der Herstellung eines Luxusdruckes von Nietzsches »Zarathustra« beschäftigt und recht bald Henry van de Velde, den er im November 1897 kennenlernte, mit einem Entwurf und Georges Lemmen mit der Schriftentwicklung beauftragt. – »Im feierlichen Prunk kam ›Also sprach Zarathustra‹ (1908) daher, für den Insel-Verlag in den drei Farben Schwarz, Purpur und Gold gedruckt, monumental im Format des Foliobandes, monumental in der typographischen Gebärde […] Der dekorative Doppeltitel unterstreicht […] van de Veldes Absicht, auch dem Gegenstand ›Buch‹ eine künstlerische Form aufzuprägen, die diesem Leben gab. […] Der Rückgriff auf die Texte Nietzsches hing übrigens eng mit der Berufung van de Veldes nach Weimar zusammen. Hier war ja das Nietzsche-Archiv […] beheimatet. Hier residierte aber auch mit Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar-Eisenach ein kunstsinniger Landesfürst […]« (Jürgen Eyssen S. 17).

37,8 : 25,8 cm. [8], 160, [4] Seiten. – Einband etwas fleckig. – Äußerste Ränder leicht stockfleckig.

Sarkowski 1193. – Brinks 79 (Abb.). – Schauer II, 16 (mit Abbildung). – Eyssen S. 17ff. (mit doppelseitiger Abbildung). – Papiergesänge 31

705  Insel Verlag – Pauline Fürstin zur Lippe. Zur Frauenzimmer-Moral.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Zuschlag/Hammerprice: € 100

Leipzig, Insel 1903. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Erste Buchausgabe der beiden Aufsätze der Prinzessin von Anhalt-Bernburg und späteren Fürstin zur Lippe, die 1788 in dem Hannoveraner »Jahrbuch für die Menschheit« erschienen waren. Von ihrem Vater für die damalige Zeit umfassend ausgebildet, errang Pauline als regierende Fürstin später Anerkennung wegen ihrer Reformbestrebungen im Bildungs- und Sozialwesen. – Das Nachwort stammt von Hans Schulz (1870–1939), Direktor der Bibliothek des Reichsgerichts und Leipziger Bibliophiler, der das Vorsatzblatt mit einem langem Opitz-Zitat zierte. – Exlibris der Dichterin Helene Voigt-Diederichs, der Ehefrau des Verlegers Eugen Diederichs.

17,3 : 11,3 cm. 48 Seiten. – Einband, einige Seiten und äußerste Ränder gering stockfleckig.

Sarkowski 1226

706  Insel Verlag – Alexander Pope. Der Lockenraub.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Ein komisches Heldengedicht. Mit neun Zeichnungen von A[ubrey] Beardsley. Leipzig, Insel 1908. Mit neun meist blattgroßen Illustrationen. Schwarzer Originalpappband, Deckelillustration, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 700 Exemplaren (Gesamtauflage 800). – Gedruckt auf starkem Holländisch Bütten. – Die Übersetzung stammt von Rudolf Alexander Schröder. – Schönes Exemplar dieser berühmten Beardsley-Ausgabe.

29,0 : 22,5 cm. [10], 43, [7] Seiten. – Vordere Ecken schwach gestaucht, Ränder minimal berieben.

Lasner 105 c. – Sarkowski 1258

707  Insel Verlag – Jan van Ruisbroek. Die Zierde der geistlichen Hochzeit.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Leipzig, Insel [1919]. Originalpergamentband mit Rückenschild und Kopfgoldschnitt (signiert: E. A. Enders, Leipzig).

Unnummeriertes Dedikationsexemplar, wie die 50 Vorzugsexemplare in Ganzpergament gebunden und gedruckt in Rot und Schwarz auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 500). – Die Luxusausgabe enthält das Hauptwerk des flämischen Mystikers Jan van Ruisbroeck (1293–1381) in einer Übertragung des expressionistischen Dichters Friedrich Markus Huebner. – Laut Sarkowski wurde erschien die Ausgabe kriegsbedingt erst 1919.

28,2 : 21,7 cm. 162, [2] Seiten. – Deckel mit schwachem Lichtrand und etwas fleckig. – Erste und letzte Seiten an den Rändern schwach stockfleckig.

Sarkowski 1378 VA

708  Insel Verlag – Rudolf Alexander Schröder. Elysium.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Ein Buch Gedichte. Leipzig, Insel-Verlag 1906. Flexibler Originalpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Eins von 25 Exemplaren der sehr seltenen Vorzugsausgabe auf Pergament (Gesamtauflage 300). – Die Gestaltung übernahm Alfred Walter Heymel, Druck in Rot und Schwarz. – Alfred Walter Heymel gründete zusammen mit dem Redakteur Otto Julius Bierbaum die Zeitschrift »Die Insel«, aus der bald der Insel-Verlag erwachsen sollte. 1901 schied Schroeder aus der Insel-Redaktion aus. »Die frühe Lyrik Schroeders stand im Zeichen eines Skeptizismus und romantisierenden Ästhetizismus; dabei bediente er sich vor allem klassischer Formen wie Oden und Sonetten.« (www-rudolf-alexander-schroeder-stiftung.de).

24,5 : 16,5 cm. [40] Seiten. – Einband etwas fleckig.

Sarkowski 1535. – Adolph 7

709  Insel Verlag – Tausend und ein Tag.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Orientalische Erzählungen. Band 1 [bis] 4. Leipzig, Insel 1909/1910. Mit je einem illustrierten Doppeltitel in Grün, Schwarz und Gold von Marcus Behmer. Originalpergamentbände mit reicher Rückenvergoldung, goldgeprägter Vignette auf den Vorderdeckeln und Kopfschnittvergoldung.

Eins von 100 Exemplaren der Luxusausgabe auf Insel-Bütten von Van Gelder. – Marcus Behmer entwarf auch für die prächtige Vorzugsausgabe Doppeltitel, üppige Rückenvergoldung und Deckelvignetten. Die Doppeltitel verzierte er mit dem Porträt des Königs Schahryar und der Erzählerin Schahrazad. Die Innendeckel der Vorzugsexemplare wurden mit goldener Wildseide bezogen. – Felix Paul Greves und Paul Hansmanns Übersetzungen nach englischen Vorlagen sind hier erstmals veröffentlicht. – Sehr selten, in identischer Ausstattung mit der Vorzugsausgabe der Erzählungen aus »Tausendundein Nächten«.

18,6 : 12,0 cm. – Einbände stellenweise etwas fleckig und schwach berieben.

Sarkowski 1725 VA

710  Insel Bücherei – Sophokles. Antigone.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Eine Tragödie. Übertragen von August Böckh. Leipzig, Insel [1912]. Ockerfarbener Originalziegenlederband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Insel-Bücherei 27 [1A]. – Erste Ausgabe innerhalb der Insel-Bücherei.

18,5 : 12,4 cm. 61, [1] Seiten. – Kanten schwach berieben und minimal verfärbt.

711  Insel Bücherei – Ruth.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Leipzig, Insel [1914]. Originalhalbpergaminband mit vergoldetem Rückentitel und Buntpapierbezügen.

Insel-Bücherei 152 [1]. – In der Übertragung Martin Luthers nach der letzten von ihm selbst durchgesehenen Ausgabe der Deutschen Bibel 1545. – »Ein Unikum der Buchgeschichte« nennt der Marbacher Katalog »Die Insel« diesen Druck der Darmstädter Ernst Ludwig Presse: Sagenhafte 10.000 Exemplare wurden für die Insel-Bücherei auf Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse gedruckt. – Titel, Pressensignet und die vier Initialen in Rot gedruckt. – Als Titelvignette wurde ein alter Holzschnitt reprouziert.

19,2 : 13,5 cm. 21, [3] Seiten. – Deckelränder schwach gebräunt.

Kästner 152 [1]. – Stürz 43b

712  Insel-Bücherei – Rainer Maria Rilke. Der ausgewählten Gedichte erster [und] anderer Teil.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Berlin, Insel 2016/2017. Illustrierte Originaleinbände.

IB 400 [1B] und 480 [1C]. – Je eins von 25 römisch nummerierten Exemplaren der »Sonderausgabe A von Karl-Georg Hirsch«, die nicht für den Handel bestimmt waren. – Beide mit einer beigelegten Tuschfederzeichnung und einem beigelegten Farbholzstich, beide Bände zudem mit einer Bleistiftzeichnung auf dem Titelblatt. – Alle graphischen Beigaben vom Künstler signiert, datiert und betitelt. – Tadellos erhalten.

713  Insel Bücherei – Ernest Hemingway. Die Sturmfluten des Frühlings.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 320

Ein romantischer Roman zu Ehren des Verschwindens einer Großen Rasse. Zweite Auflage. Leipzig, Insel 1980. Mit 13 Abbildunge nach Holzstichen von Hans-Joachim Walch. Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Insel-Bücherei 902 [1B]. – Nur diese zweite Auflage erschien mit Illustrationen. – Unikates Exemplar mit einer Suite aller 13 Holzstiche, Handabdrucke von den Originalstöcken auf China, und mit eigenhändiger Widmung des Künstlers für den Vorbesitzer. – Die Holzstiche in Passepartouts montiert und zusammen mit dem Buch in Kartonmappe.

18,3 : 12,2 cm. 139, [1] Seiten, 13 Holzstiche.

714  Insel-Bücherei – Goethes schönste Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 320

Herausgegeben von Jochen Schmidt. Berlin, Insel 2018. Illustrierter Originaleinband.

IB 1013. – Exemplar 1 von gerade einmal zehn der »Sonderausgabe A von Karl-Georg Hirsch«, die nicht für den Handel bestimmt war. – Mit einer beigelegten Tuschfederzeichnung und einem beigelegten Farbholzstich sowie einer Bleistiftzeichnung auf dem Titelblatt. – Alle graphischen Beigaben vom Künstler signiert, datiert und betitelt. – Tadellos erhalten.

715  Insel-Bücherei – Friedrich Schiller. Die seligen Augenblicke.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Gedichte. Auswahl und Nachwort von Sigrid Damm. 6.–7. Tausend. Frankfurt und Leipzig, Insel 2005. Illustrierter Originaleinband.

IB 1263. – Eins von 25 Exemplaren der »Sonderausgabe A von Karl-Georg Hirsch«, die nicht für den Handel bestimmt war. – Mit einer beigelegten Tuschfederzeichnung und einem beigelegten Farbholzstich sowie einer Bleistiftzeichnung auf dem Titelblatt. – Alle graphischen Beigaben vom Künstler signiert, datiert und betitelt. – Tadellos erhalten.

716  Insel Verlag – Heinz Sarkowski. Der Insel Verlag.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Eine Bibliographie. Zweite, überarbeitete und ergänzte Auflage. Leipzig, Insel 1999. Zwei [!] Originalleinenbände.

Durchschossenes Exemplar, nicht für den Handel bestimmt, so nur in einigen Exemplaren für den Verlag und für Antiquare hergestellt. – Nach Auskunft des kenntnisreichen Vorbesitzers wurden die Offsetfilme der Erstauflage in Leipzig in Handarbeit zerschnitten und die Ergänzungen für die zweite Auflage eingeklebt.

21,4 : 13,4 cm. Zusammen 451, [1]; Seiten.

717  Leipziger Bibliophilen-Abend – [Johann Wolfgang von] Goethe. Zwölf Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Leipzig 1932. Orangefarbener Originalsaffianlederband, Rücken, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber.

Eins von 99 stets namentlich bezeichneten Exemplaren für die Leipziger Bibliophilenvereinigung, das vorliegende für Julius Rodenberg – je ein weiteres wurde für die Deutsche Bücherei und den Verleger Hans von Weber gedruckt. – Auf Japanbütten. – Druck des Haupttitels und der Gedichttitel in Blau. – Sehr schönes Exemplar des Drucks im Goethe-Jahr 1932.

29 : 21 cm. [36] Seiten.

718  Maximilian-Gesellschaft – Johann Wolfgang von Goethe. Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 900 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 750

Herausgegeben von Hans Gerhard Gräf. Erster [bis] Vierter Band. Berlin, Maximilian-Gesellschaft 1924–1925. Blaue Maroquinbände; Rückentitel, Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten vergoldet (signiert: Maria Lühr).

Eins von 300 Exemplaren. – Satz aus der Tiemann-Antiqua. – Druck unter Leitung von Fritz Homeyer und Hans Loubier bei Otto von Holten, Berlin. – Auf Bütten von JW Zanders mit dem Wasserzeichen der Maximilian-Gesellschaft. – Neben »Effi Briest« mit den Lithographien von Max Liebermann bilden die Goethe-Gedichte den wohl opulenteste Druck für die Mitglieder der Gesellschaft. Je nach Vorliebe des jeweiligen Mitglieds wurden verschiedene Buchbinder mit den Einbänden beauftragt, die vorliegende Reihe stammt von Maria Lühr (1874–1969). Nach ihrer Ausbildung in den traditionsreichen Buchbindereien Collin, Berlin, und Cobden-Sanderson in England wurde sie die erste deutsche Buchbindermeisterin. Von 1913–1957 betrieb sie ihre eigene Werkstatt in Berlin selbständig und war Ehrenmitglied des Bundes »Meister der Einbandkunst« (vgl. Moessner/Kriechel S. 73).

28,7 : 20,5 cm. Zusammen etwa 1500 Seiten. – Rücken etwas verfärbt und leicht berieben, Band I am Rücken etwas fleckig, Band III unten bestoßen.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 120. – Nicht mehr bei Rodenberg

719  Georg Müller Verlag – Die Bücher der Abtei Thelem.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

Herausgegeben von Otto Julius Bierbaum. 21 Werke in 34 Bänden (alles erschienene). München und Leipzig, Georg Müller 1910–1923. Originalhalblederbände mit reicher Vergoldung und Buntpapierbezug.

Der Herausgeber, der Mitbegründer des Insel Verlages Otto Julius Bierbaums, benannte die Reihe nach der Abtei Thelem, die Rabelais in seinem »Gargantua« beschrieben hatte. In diesem Kloster waren alle Lustbarkeiten und Freizügigkeit Pflicht und es galt der Kodex: »Tu was du willst!« – Mit Neuausgaben folgender geistreicher und teils freizügiger Romane der Weltliteratur, viele in Übersetzungen von W. Mylius, einem der wichtigsten Übersetzer des 19. Jahrhunderts: I.–III. Laurence Sterne. Tristram Schandis Leben und Meynungen. 1910. – IV. Laurence Sterne. Yoricks empfindsame Reise. 1910. – V. Johann Gottwerth Müller. Siegfried von Lindenberg. Eine komische Geschichte. 1918. – VI./VII. Denis Diderot. Jakob und sein Herr. 1911. – VIII./IX. Lord Chesterfield. Briefe an seinen Sohn. 1912. – X. Voltaire. Kandide. 1912. – XI. Gräfin La Fayette. Die Prinzessin von Cleve. 1918. – XII. Erasmus. Lob der Narrheit. 1918. – XIII./XIV. Tobias George Smollet. Roderich Random. 1914. – XV./XVI. Tobias George Smollet. Peregrine Pickle. – XVII./XVIII. Dulaurens. Gevatter Matthies oder die Ausschweifungen des menschlichen Geistes. 1918. – XIX.–XXI. Henry Fielding. Geschichte des Thomas Jones eines Findelkindes. Roman. 1918. – XXII.–XXIV. Moritz August von Thümmel. Reise in die mittäglichen Provinzen von Frankreich. 1918. – XXV. Moritz August von Thümmel. Wilhelmine. – XXVI./XXVII. Johann Gottfried Schnabel. Der im Irrgarten der Liebe herumtaumelnde Kavalier. 1920. – XVIII. Denis Diderot. die geschwätzigen Kleinode oder Die Verräter. 1921. – XIX./XXX. Laurence Sterne. Yoricks Predigten. 1921. – XXXI. H. R. Mencken. Verteidigung der Frau. 1923. – XXXII. Machard. Titine. 1923. – XXXIII. Ch. M. Wieland. Die Geschichte des Prinzen Biribinker. 1923. – XXXIV. Johann Gottlieb Schummel. Spitzbart eine komi-tragische Geschichte. 1920. – Die Halbledereinbände sind gestaltet nach Entwürfen von Paul Renner, fünf Bände erschienen in größerem Format, einige mit variierender Rückenvergoldung. – Dazu die manchmal als Band XXXV gezählte einbändige Neuausgabe von Diderots »Jakob und sein Herr« (1921, mit dem Reihentitel und in reihentypischer Ausstattung, ohne Bandnummerierung). – Insgesamt sehr schön erhalten und so vollständig selten angeboten.

Einige Ränder minimal berieben. Exlibris in IV.

Hayn/Gotendorf IX, 582

720  Georg Müller Verlag – Otto Julius Bierbaum. Das schöne Mädchen von Pao.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Zuschlag/Hammerprice: € 460

Ein chinesischer Roman. München, Georg Müller 1909/1910. Mit sieben Abbildungen auf Tafeln und Buchschmuck von Franz von Bayros. Dunkelblauer Originalsaffianlederband mit reicher Deckel-, Rücken- und Vorsatzvergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

Eins von 600 Exemplaren der Prachtausgabe, die Exemplarnummer hier geschwärzt. – Gedruckt bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem, auf unbeschnittenem Zerkall-Einhorn-Bütten. – Einbandentwurf von Paul Renner. – »Die prächtigen Schriften aus dem reichen Typenvorrat von Enschedé en Zonen in Haarlem stehen auf handgeschöpftem Bütten und behaupten sich bravourös neben den Illustrationen von Bayros, der sich hier, eine Entdeckung Bierbaums, erstmals auf dem deutschen Buchmarkt vorstellte und einen glücklichen Tag gehabt haben muß, da er einmal ohne die sonstige süßliche Parfümierung seiner Zeichenfeder ausgekommen war« (Eyssen, S. 65). – Bierbaum gehörte zu den Hauptautoren der ersten Verlagsjahre von Georg Müller. »Er war es, der die lange Reihe schöner Drucke […] eröffnete, und zwar mit den Ausgaben seines erst rein typographisch, schließlich dann illustriert erscheinenden Buches ›Das schöne Mädchen von Pao‹ (1910)«. (Georg K. Schauer).

32,0 : 23,0 cm. [10], 210, [4] Seiten, 7 Tafeln. – Rücken verfärbt. Ränder leicht berieben, Deckel mit schwachen Schabspuren. – Äußerste Ränder leicht gebräunt.

Hayn/Gotendorf IX, 62. – Eyssen 64. – Schauer I, 108 und II, 54 (mit Abbildung)

721  Georg Müller Verlag – Karl Philipp Moritz. Anton Reiser.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Ein psychologischer Roman. Neu herausgegeben und eingeleitet von Dr. Fred B. Hardt. Mit den vier Titelvignetten der Original-Ausgabe und zwei Porträtkupfern. Erster [und] Zweiter Band. München und Leipzig, Georg Müller 1911. Originalecrasélederbände mit Rückenschild und reicher Vergoldung.

Reprint der vierteiligen Erstausgabe (Berlin, Maurer 1785–1790). – »Ein komplexes, gefährliches Buch, weil es einen hineinzieht in seine bodenlose Trauer, gegen die man sich wehren will und sich doch nicht wehren kann. Ein Buch, das Angst macht vor den eigenen Verletzungen, die man hinieinphantasiert« (Peter Laemmle, Die Zeit, 47/1979). – Noch mehr als Kippenbergs Insel Verlag widmete sich Georg Müller der Neuausgabe von Werken des 18. und 19. Jahrhunderts. – Sehr dekorativ gebunden und schön erhalten.

15,7 : 10,5 cm. LXXII, [8], 191, [3] Seiten, 1 Tafel; [4], 203, [3] Seiten, 1 Tafel. – Rücken und äußerster Oberrand von II minimal verblasst.

722  Georg Müller Verlag – Klassiker des Altertums – Plutarch. Vermischte Schriften. – Lebensbeschreibungen.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 500

– Mit Anmerkungen nach der Übersetzung von Kaltwasser bearbeitet von Hanns Floerke. München und Leipzig, Georg Müller 1911 und 1913. Neun rote Originalecrasélederbände mit Vergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

Je eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgaben auf Bütten. – Reihe I, Bände 1–3 und Reihe II, Bände 1–6.

22,4 : 14,3 cm. – Einige Rücken etwas verblasst.

25 Jahre Georg Müller Verlag, S. 95 und 96

723  Georg Müller Verlag – Klassiker des Altertums – Vier Editionen der Reihe in Vorzugsausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 400

München und Leipzig, Georg Müller 1911–1918. Neun rote Originalecrasélederbände mit Vergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

Je eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgaben auf Bütten. – I. Horaz. Satiren und Episteln. Mit Anmerkungen. Nach der Übersetzung von C. M. Wieland bearbeitete und ergänzt von Heinrich Conrad. Reihe I, Bände 5 und 6. – II. Sueton. Die zwölf Cäsaren. Nach der Übersetzung von Adolf Stahr. Reihe II, Band 13. – III. Xenophon. Schriften über Sokrates. Nach der Übersetzung von C. M. Wieland neu herausgegeben. Reihe I, Band 16. – IV. Platon. Ausgewählte Werke. Deutsch von Schleiermacher. – Reihe I, Bände 23 bis 27.

22,3 : 14,2 cm. – Einige Rücken leicht verblasst, die von IV etwas beschabt.

25 Jahre Georg Müller Verlag, S. 95

724  Georg Müller Verlag – Klassiker des Altertums – Drei Editionen der Reihe in Vorzugsausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 400

München und Leipzig, Georg Müller 1912–1918. Acht rote Originalecrasélederbände mit Vergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

Je eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgaben auf Bütten. – I. Thukydides. Geschichte des Peloponnesischen Krieges. Deutsch von Heilmann. Erstes bis Achtes Buch. Reihe I, Bände 14 und 15. – II. Cicero. Briefe. Nach der Übersetzung von C. M. Wieland. Reihe I, Bände 17–20. – III. Tacitus. Historien und Annalen. Nach der Übersetzung von Karl Friedrich Bahrdt neu herausgegeben. Reihe II, Bände 21 und 22.

22,3 : 14,2 cm. – Rücken minimal verblasst, zwei an den Bünden verfärbt. Ein Kapital von III mit Fehlstelle.

25 Jahre Georg Müller Verlag, S. 95

725  Officina Serpentis – Wolfram von Eschenbach. Parzival.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 320

München, Georg Verlag 1921. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (Karl Ebert, München).

Erster Druck der Legenden vom Gral. – Eins von 100 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe auf schwerem Zanders-Bütten (Gesamtauflage 313). – Handpressendruck von E. H. und E. W. Tieffenbach in der Officina Serpentis. – Die in Grün gedruckten Titelzeilen und Initialen entwarf Ansgar Schoppmeyer.

35,0 : 20,0 cm. 661 Spalten. – Einband etwas fleckig und berieben. – Durchgehend leicht stockfleckig, Vorsätze und Schnitt stärker.

Backe/Köppen 51

726  Officina Serpentis – Tres Epistolae Platonis.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Berlin 1926. Mit sechs in Rot ornamentierten Initialen von Hanns Thaddäus Hoyer. Pergamentband der Zeit, Rückentitel, Deckel- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet.

Handpressendruck für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft. – Eins von 340 Exemplaren auf Zerkall-Bütten (Gesamtauflage 347). – Gesetzt aus der Griechischen Tischendorf-Type, die hier erstmals für einen fortlaufenden Text verwendet wurde, und der Elzevir-Cursiv von Gentzsch & Heyse. – Hanns Thaddäus Hoyer, Lehrer an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbe-Museums entwarf auch den Titel dieser Platon-Ausgabe. – »Alle Kritiker vollends zum Verstummen bringen sollte die Ausgabe der ›Tres Epistolae Platonis‹ (1926). Angesichts der Harmonie dieser Seiten im sorgfältig ausgependelten Gleichgewicht der Satzblöcke […] und den beiden beschwingten, ›geschrieben‹ wirkenden Initialen, ist es wohl erlaubt, von einer typographischen Höchstleistung zu sprechen.« (Jürgen Eyssen). – Tadellos erhalten. – Beilage: Brief von Paul Rauert, der wie der Empfänger von Buch und Brief, Robert Johannes Meyer, Jurist, Kunstsammler und Mäzen in Hamburg war und zu den Stiftern der opulenten Gabe gehörte.

38,6 : 27,5 cm. 43, [5] Seiten.

Backe/Köppen 114. – Rodenberg II, 517. – Deutsche Bibliophilie 1898–1930, Seite 130. – Eyssen Seite 90ff. mit doppelblattgroßer Abbildung

727  Oltner Bücherfreunde – Oltner Liebhaber Drucke.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 1800

[Alle 22 erschienenen Ausgaben]. Olten 1963–1970. Originalhalblederbände mit Buntpapierbezug und Kopfschnittvergoldung (Hugo Peller, Solothurn).

Vollständige Folge aller 22 Oltner Liebhaberdrucke. – Je eins von etwa 100 Exemplaren der Halbleder-Vorzugsausgaben, die (außer Nr. 8) von den Autoren signiert wurden. – 1936 gründete der Schweizer William Matheson in Olten/Schweiz einen bibliophilen Kleinverlag. Die »Vereinigung Oltner Bücherfreunde« edierte etwa 100 Titel, ferner Sonderausgaben und jährlich erscheinende Stiftungsdrucke zu den »Goethe-Feiern« der VOB. In den späten Jahren erschienen die 22 »Liebhaberdrucke«. – 1. Ernst Jünger. Sturm. 1963. – 2. Hans Leip. Pentamen. 1963. – 3. Max Mumenthaler. Die Liebe von der Katze stammt. 1964. – 4. Wolfram von den Steinen. Kaiserin Elisabeth. 1964. – 5. Edgar Schumacher. Der Eroberer Mensch. – 6. Ernst Jünger. Grenzgänge. 1965. – 7. Hermann Claudius. Meister Bertram. 1965. – 8. Hermann Hesse. Erwin. 1965. – 9. Carl Burckhard t. Ein Brief. 1966. – 10. Hanno Helbling. Umgang mit Italien. 1966. – 11. Arnold Kübler. Cognac. 1966. – 12. Ernst Jünger. Im Granit. 1967. – 13. Rudolf Adolph. Umgang mit Dichtern. 1967. – 14. Konrad Kahl. Adalbert Stifter in seinen Briefen. 1967. – 15. Gerhard Jung. Wurzle un Blatt. 1968. – 16. Ernst Jünger. Zwei Inseln. 1968. – 17. Willi Schuh. Der Rosenkavalier. 1968. – 18. Fritz Usinger. Das unwahrscheinliche Glück. 1969. – 19. Karl Schmid. Mitmenschlichkeit des Dichters. 1969. – 20. Richard Zürcher. Meisterwerke abendländischer Baukunst. 1969. – 21. Ernst Jünger. Lettern und Ideogramme. 1970. – 22. William Matheson. Dank und Erinnerung. 1970. – Die Erzählung Hermann Hesses »Erwin« (Nr. 8) entstand schon um 1907/08 und wurde hier erstmals aus dem Nachlass veröffentlicht.

20,0 : 12,7 cm. – Einige Rücken ganz leicht verblasst, insgesamt aber sehr schön.

Jünger: de Coudres/Mühleisen B 47.a, B 52, B 58, B 60 und B 63. – Hesse: Mileck II/147

728  Phantasus-Druck – Honoré de Balzac. Paz

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 330

oder Freundschaft um Liebe. Mit Illustrationen von Max Neumann. München, Phantasus 1923. Mit 22 ganzseitigen Zinkographien. Dunkelroter Originalmaroquinband auf fünf Bünden mit Rückenschild, Rücken- und Schnittvergoldung (signiert: Frieda Thiersch). Im gefütterten Schuber mit Lederkanten.

Neunter Phantasus-Druck. – Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren im prächtig vergoldeten Ganzledereinband von Friede Thiersch (Gesamtauflage 450). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Bütten. – Erste Ausgabe dieser Neuübersetzung von »La Fausse Maitresse« von Carl von Stetten und Max Michael Oswald.

18,5 : 12,3 cm. [6], 135, [7] Seiten. – Ränder etwas verfärbt, vereinzelt leicht berieben.

Fromm I, 1505. – Rodenberg 459, 9

729  Pan-Presse – Heinrich Heine. Aus den Memoiren des Herrn von Schnabelewopsky.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

Mit lithographischen Zeichnungen von Julius Pascin. Berlin, Cassirer 1910. Mit 35 Lithographien, davon acht blatt- und eine doppelblattgroß, sechs koloriert und neun signiert. Originalpergamentband mit kolorierter Deckellithographie und Kopfgoldschnitt.

Vierter Druck der Pan-Presse. – Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Alt Kaiserlich Japan (Gesamtauflage 310). – Der Druckvermerk von Pascin signiert und nummeriert. – 1919 und 1920 erschienen Volksausgaben in verkleinertem Format mit Reproduktionen der Lithographien. – »Es war, wenn ich mich recht erinnere, das erste kostbare Buch der ›Pan-Presse‹, die wir gegründet hatten. Seine Bilder illustrierten Heine nicht nur, sondern schufen auch eine ganz neue Welt voll von übermütigem Witz, Grazie, Kühnheit und zartesten Linien. Ich war glücklich, mit ihm [Julius Pascin] zusammen die Herstellung des Druckes und die Ausstattung besorgen zu können.« (Wilhelm Herzog, zitiert nach Feilchenfeldt/Brandis). – Das Buch war Paul Cassirers Diskussionsbeitrag zu der aus antisemitischen Gründen umstrittenen Errichtung eines Heine-Denkmals in Düsseldorf. – Sehr selten.

31,5 : 24,0 cm. [2], 83, [7] Seiten. – Die oben angeplatzten Gelenke fachmännisch restauriert.

Rodenberg 452, 4. – Feilchenfeldt/Brandis 96.0.A

730  Rudolfinische Drucke – Fritz Reuter. Hanne Nüte

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 750

und de lütte Pudel. ´ne Vagel- un Minschengeschicht. Offenbach am Main 1911. Originalhalbpergamentband mit kalligraphiertem Rückentitel.

Erster Rudolfinischer Druck. – Eins von 300 Exemplaren. – Satz aus der von Rudolf Koch entworfenen Deutschen Schrift. – Druck von Rudolf Koch und Rudolf Gerstung bei Wilhelm Gerstung, Offenbach. – »Die Rudolfinischen Drucke […] gehören unstreitig mit zu den hervorragendsten Schöpfungen der neuen deutschen Buchkunst« und beweisen »was bei einer innigen Zusammenarbeit von Künstler und Drucker geleistet werden kann«. (Rodenberg, S. 123). – Die Titelzeilen und Kapitelnummern wurden von Koch in Holz geschnitten und in Rot eingedruckt, das Kolophon in Blau, das Bezugspapier in Wasserfarbendruck, alle Rückentitel wurden von Koch selbst kalligraphiert. – Sehr schönes Exemplar. – Dazu drei weitere Rudolfinische Drucke: I. 8. Druck: [Martin Luther.] Das Gesicht des Jesaja. [1919]. Originalhalbpergamentband. 22 Holzschnitte von Rudolf Koch, als Blockbuch gedruckt und gebunden. – II. 12. Druck: Jesaja. [1920]. Doppelblatt von Wilhelm Gerstung in Holz geschnitten, auf einen Büttenbogen gedruckt und handkoloriert. Eins von 200 Exemplaren. – III. 16. Druck: Die Zehn Gebote. [1922]. Doppelholzschnitt von Rudolf Koch, auf handgefärbtem Büttenbogen gedruckt. Eins von 200 Exemplaren.

16 : 12 cm. [8], 296, [36] Seiten.

Rodenberg 124ff., 1, 8, 12 und 16

731  Einbände – Hermann von Boetticher. Sonette des Zurückgebliebenen.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Mit Originallithographien von Max Thalmann. Weimar, Bruno Wollbrück 1919. Mit neun Lithographien, eine davon als Titelvignette, acht ganzseitig. Schwarzer Originalkalblederband mit Titel-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung (Otto Dorfner, Weimar).

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Zanders-Bütten und in Ganzleder gebunden (Gesamtauflage 500). – Im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Den Druck des Textes und der Lithographien besorgten Dietsch & Brückner. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

27,6 : 20,4 cm. [24] Seiten. – Deckelränder etwas verfärbt, Rücken stärker.

732  Einbände – Grüner Maroquinband von Otto Dorfner

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

(signiert) mit ornamentaler Vergoldung und Wappensupralibros. – Inhalt: August Reitz. Von des Neckars Quelle. Ein Heimatbuch von Schwenningen. Zweite Auflage. Schwenningen, Selbstverlag des Verfassers [1925]. Mit 34 Bildern auf Tafeln und einem Anhang mit Musiknoten.

Der Handeinband des Weimarer Meisterbinders mit vergoldeten Bordüren, die beide Deckel gliedern. Breite Innenkanten mit doppelter vergoldeter Filete, Vorsätze aus grün marmoriertem Papier. – Der Vorderdeckel mit dem geprägten und vergoldeten Stadtwappen von Schwenningen.

21,5 : 14,2 cm. 279, [1], 32 Seiten. – Rücken etwas verblasst. – Vorsatzpapier an den Innengelenken brüchig.

733  Einbände – Ziegelroter Maroquinband von Otto Dorfner

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

(signiert) mit Gold- und Blindprägung sowie Kopfschnittvergoldung. – Inhalt: Herbert Kühnert. Urkundenbuch zur Thüringischen Glashüttengeschichte. Jena, Fromannsche Buchhandlung Walter Biedermann 1934. Mit einigen Abbildungen auf Tafeln und einem gefalteten Faksimile.

Beiträge zur Thüringischen Geschichte, Band 2. – Gewidmet dem Begründer des Jenaer Glaswerks Schott und Genossen zum 50jährigen Bestehen. – Im gefütterten Schuber mit Lederkanten.

23,7 : 16,2 cm. XVII, [1], 352 Seiten, 8 Tafeln, 1 Faksimile. – Deckelkantenfilete mit geringfügigen Verlusten der Vergoldung.

734  Einbände – Ziegelfarbener Saffianlederband von Otto Dorfner

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 700

(signiert) mit reicher Filetenverzierung in Gold- und Blindprägung. Rückentitel, Deckelkalligraphie und Kopfschnitt vergoldet. – Vicke Schorler. Warhaftige Abcontrafactur der hochloblichen und weitberumten alten See- und Hensestadt Rostock, Heubtstadt im Lande zu Meckelnburg 1578–1586. Rostock, Carl Hinstorff 1939. Mit einem 16-seitigen farbigen Leporello und zahlreichen Abbildungen im Text.

Ausführlich kommentierte Faksimileausgabe der berühmten Stadtansicht, die der Rostocker Chronist Vicke Schorler 1578–1586 zeichnete. Das 18 Meter lange Original befindet sich im Stadtarchiv Rostock. Die farbige Wiedergabe im Faksimile erfolgt auf einem 16seitigen Leporello mit einer Gesamtlänge von 6,7 Metern. Herausgegeben vom Rostocker Oberbürgermeister. – Vorderdeckel mit der goldgeprägten Signatur Vicke Schorlers, Innendeckel mit Pergamentspiegeln. Das Leporello, hier mit Lederfalzen, mit einer auf dem hinteren Innendeckel fixierten Pergamentbanderole. – Mit Schutzpapierumschlag und im Originalpappschuber. – Das erste Exemplar der Faksimileausgabe, gedruckt auf Pergament, erhielt Adolf Hitler als Geschenk. Für wen dieses Exemplar im prächtigen Dorfner-Einband bestimmt war, bleibt unklar.

31,0 : 44,0 cm. 53, [3] Seiten, 1 Leporello.

735  Einbände – Orangefarbener Saffianlederband mit vergoldeten Filten und Titeln, teils mit Lederintarsien

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 2000

(Thilo Schoder oder Otto Dorfner ?). – Inhalt: Rainer Maria Rilke. Das Buch der Bilder. Leipzig, Insel 1922. 20.–22. Tausend.

Auf feines weißes Velin gedruckt und in einem meisterhaften, leider unsignierten Einband. – Außer der schwungvollen Deckelvignette mit farbig abgesetztem Namen des Dichters zieren vergoldete Deckel- und Innenkantenfileten sowie Stehkantenbordüren und Kopfschnitt den Einband. Der Rücken ist durch vier echte Bünde (und einen ausgelassenen) asymetrisch gegliedert, der Rückentitel in einer verschränkten Grotesk-Type geprägt. – Die souveräne Gestaltung und Ausführung des Einbandes, besonders des Vorderdeckels, lassen vermuten, dass es sich um einen Einband aus der Dorfner-Werkstatt oder von Thilo Schoder handelt. Schoder war von 1912 bis 1914 Assistent von Henry van de Velde in Weimar. »Einbände Thilo Schoders und deren Entwicklung weisen einige Verwandschaft zu Dorfners Arbeiten auf. […] Neben seinen expressiven Schriftentwürfen, die sich in eine vom Art Deco beeinflußte Gestaltung einfügen, hat Schoder Titelschriften entworfen, die der Bauhausästhetik nahestehen. So sind Buchstaben des Titels […] ineinandergestellt wie dies von Feiningers und Wottitz’ Schriftentwürfen bekannt ist.« (Nina Wiedemeyer, in: Zwischen van de Velde und Bauhaus, 1999, S. 123 mit mehreren Abbildungen). – Mit dem radierten Exlibris von Wilhelm Kesten. – Tadellos erhalten.

22,8 : 15,2 cm. [4], 188, [4] Seiten.

Mises

736  Einbände – Christoph Martin Wieland. Musarion

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

oder Die Philosophie der Grazien. Ein Gedicht in drey Büchern. Radierungen von Hans Gött. München, Drei Masken 1924. Mit zwölf radierten signierten Vignetten, davon eine Titel- und eine Schlussvignette. Blauer Originalmaroquinband mit Rückenschild, ornamentale Deckelbordüren und Innenkantenfileten, Rücken und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Hübel & Denck, Leipzig). Im Schuber.

Neunter Obelisk-Druck. – Eins von 70 Exemplaren auf handgeschöpftem Bütten (Gesamtauflage 340). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Radierungen entstanden 1923 und wurden unter Aufsicht des Künstlers gedruckt.

29,5 : 20,0 cm. 72, [6] Seiten. – Ecken und Kapitale berieben. Rücken minimal verblasst.

Rodenberg 448, 9

737  Einbände – Dunkelblauer Maroquinband von Maria Lühr, Berlin, mit Fileten-, Rücken- und gepunzter Kopfschnittvergoldung.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

– Inhalt: Macbeth, ein Schauspiel in fünf Aufzügen nach Shakespeare von Gottfried August Bürger. Mit den zwölf Kupfern von Daniel Chodowiecki. Berlin, Trowitzsch & Sohn 1923. Mit zwölf auf Tafeln montierten Abbildungen nach Chodowiecki.

Eins von 20 Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Zanders-Bütten und in Maroquin gebunden (Gesamtauflage 500). – Bürgers Macbeth-Nachdichtung erschien erstmals 1783 in Göttingen, die zwölf Kupfer von Chodowiecki dann in der zweiten Auflage 1784 und zugleich im »Taschenbuch zum Nutzen und Vergnügen fürs Jahr 1785«. – Beilage: Subskribenten-Verzeichnis mit dem genauen Auflagenvermerk. – Maria Lühr (1874–1969) wurde nach ihrer Ausbildung in den traditionsreichen Buchbindereien Collin, Berlin, und Cobden-Sanderson in England die erste deutsche Buchbindermeisterin. Von 1913–1957 betrieb sie ihre eigene Werkstatt in Berlin und war Ehrenmitglied des Bundes »Meister der Einbandkunst« (vgl. Moessner/Kriechel S. 73). – Tadellos erhalten.

16,9 : 10,8 cm. 132 Seiten.

Vgl. Engelmann 514, Rümann 1074 und Goedeke IV/1, 1008, 37

738  Einbände – Grüner Maroquinband mit Fileten- und Kopfschnittvergoldung und goldgeprägtem Rückentitel.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 650

(signiert Elisabeth Michahelles). – [Johann Gottlieb] Fichte. Reden an die Deutsche Nation. München, Bremer Presse 1922.

Walter Passarge dokumentierte in »Deutsche Werkkunst der Gegenwart« (1938) Spitzenwerkstätten der Vorkriegszeit und stellte die Hamburger Buchbinderin Elisabeth Michahelles in eine Reihe neben die Meister Otto Dorfner, Frida Schoy, Franz Weiße und Ignaz Wiemeler. – Eins von 270 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Den Titel und die Initialen zeichnete Anna Simons. – Herausgegeben von Carl Georg Maassen. – Einer der besonders geschätzten großformatigen Drucke der Presse.

32,2 : 22,4 cm. [8], 318, [10] Seiten. – Rücken verblasst.

Lehnacker 11. – Rodenberg 58, 11

739  Einbände – Anthrazitfarbener langnarbiger Saffianlederband (signiert: A. Wedel)

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 370

mit vielfarbigen Lederapplikationen auf dem Vorderdeckel – Inhalt: Francis Carco. Nuits de Paris. Avec vingt-six compositions gravées a l’eau-forte par Dignimont. Paris, Au Sans Pareil 1927. Mit 26 Radierungen, davon 13 blattgroß, die erste als Frontispiz koloriert.

Eins 360 Exemplaren auf Vélin Montgolfier d’Annonay (Gesamtauflage 430). – Grande Collection, Livre 4. – Jedes der zwölf Kapitel entführt den Leser in eine Szenerie des Pariser Nachlebens. Der erfolgreiche Autor Francis Carcopino-Tusoli (1886–1956) wurde durch seine Schilderungen der französischen Metropole berühmt. Als sein Pendant im graphischen Bereich kann sicher André Dignimont (1891–1965) gelten, so dass hier ein kongenial illustriertes Werk entstand. Zu Titel und Einleitung sowie zu den zwölf Kapiteln entstanden je eine ganzseitige und eine den Text umrahmende Radierung. – Der Einband, wohl um 1970 entstanden, ist auf dem Vorderdeckel mit etwa 50 kleinen Lederapplikationen verziert, Rückentitel und Kopfschnitt sind versilbert, die Spiegel und Vorsatzblätter mit violetter Wildseide bezogen. – Der Namen des Buchbinders auf dem hinteren Vorsatzblatt in Gold, am Unterrand des hinteren Innendeckels in Blindprägung. – Im gefütterten Originalschuber mit Lederkanten.

28,7 : 22,5 cm. [4], XIII, [3], 139, [11] Seiten. – Rücken minimal verfärbt. – Vortitel leicht gebräunt, die letzten Blätter mit kaum sichtbaren Stockflecken.

Monod 2262. – Carteret IV, 90 (»Édition originale et premier tirage recherché et coté«)

740  Einbände – Blauer Saffianlederband mit vergoldeter Deckelillustration und -verzierung.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 420

– Inhalt: Max Barthel. Das Spiel mit der Puppe. Roman. Leipzig, Büchergilde Gutenberg 1925. Mit 18 großen Zwischentitelinitialen von C. H. Meyer.

Erste Ausgabe. – Eins der ersten Bücher der Büchergilde, die 1925 mit einem Band von Mark Twain ihr Programm eröffnete. – Ob es sich bei dem unsignierten, aber recht überzeugend gestalteten Einband um eine private Auftragsarbeit oder einen der seltenen »Vorzugseinbände« der Büchergilde handelt, konnten wir nicht eruieren. – Jedes Kapitel wird mit einer bildhaften Holzschnittinitiale des Zwischentitels eingeleitet. – Auf blütenweißem Maschinenbütten. – Tadellos. – Max Barthel (1893–1975) zählt zu den bekanntestem Arbeiterdichtern der Weimarer Republik. 1923 sagte er sich vom Kommunismus los und trat aus der KPD aus (weshalb Brigitte Melzwigs Bibliographie der deutschen sozialistischen Literatur seine Werke nach 1922 mit Missachtung straft).

24,3 : 17,5 cm. 262, [2] Seiten.

741  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Longus. Les Pastorales ou Daphnis et Chloé.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 5000

Traduction d’Aymot. Revue et complétée par P.-L. Courier. Bois originaux d’Aristide Maillol. Paris, Philipp Gonin 1937. Mit 46 Holzschnitten im Text, davon einer auf dem eingebundenen Originalumschlag.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von nur 25 römisch nummerierten nicht für den Handel bestimmten Vorzugsexemplaren »H.C. japon ancien«. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Mit einer Suite von 42 Holzschnitten, 40 in Rot gedruckt, zwei Zustandsdrucke in Schwarz. – Unikales Exemplar: Grüner Ecrasélederband, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten vergoldet, dunkelgrüne Velourlederspiegel und -vorsätze. – Vorderdeckel mit einer Illustration aus eingelassenem Golddraht und über den Rücken bis auf den Hinterdeckel verlaufenden vergoldeten Fileten. – Die Suite im Originalumschlag und in Halbmaroquinmappe. – Zusammen mit dem Buch in grüner Halblederkassette mit vergoldetem Rückentitel. Die Kassette mit grünem Velourleder gefüttert und, wie die Suitenmappe mit grünem Leinen bezogen. – »Small in scale, it is perhaps the most harmonious of Maillol’s illustrated books« (Garvey). – Kaum eine Holzschnittfolge Maillols ist anmutiger als die zu der Erzählung von der unschuldigen Liebe der Hirtenkinder Daphnis und Chloe. »Sensual, sometimes erotic but in the best sense of both terms Maillol […] is a perfect illustrator of ancient and modern classics […] the predominant feeling that emanates from the wood engravings is one of tenderness« (W. J. Strachan). – Tadellos erhaltenes Exemplar aus der sehr seltenen Japanauflage und mit einer umfangreichen Extrasuite (die Anzahl der dort beigegebenen Holzschnitte variiert bei Vergleichsexemplaren).

22,0 : 13,5 cm. [8], 217, [7] Seiten, 42 Holzschnitte.

Carteret IV, 243. – Rauch 141. – Garvey 174. – Vgl. Guérin 76–127

742  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Publius Vergilius Maro. Les Géorgiqves.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Zuschlag/Hammerprice: € 3000

Texte latin et version française de l’Abbé Jacques Delille, gravures sur bois d’Aristide Maillol. Tome prémier [et] séconde [et] Suites de bois originaux. Paris, Philippe Gonin 1937–1943 (1950). Mit drei Folgen der 122 Holzschnitten, davon ein in den Büchern. Originalumschläge der beiden Bücher eingebunden, die der Suiten eingelegt.

Eins von 100 Vorzugsexemplaren mit den beiden Suiten der 122 Holzschnitte, eine in Schwarz, eine in Rot gedruckt. – Alle Holzschnitte der Suiten und die beiden Umschläge nummeriert und mit Maillols Monogrammstempel. – Auf Maillol-Gonin-Bütten mit den beiden schönen Wasserzeichen. – Unikales Exemplar: Dunkelbraune Maroquinbände, Rückentitel sowie Deckel- und Stehkantenfileten vergoldet, rostrote Büttenvorsätze. – Alle Deckel mit rechteckigem Mittelfeld, mit Dornenmuster in Blindprägung und von doppelter vergoldeter Filete umrahmt. Kopfschnittvergoldung mit floraler Punzenverzierung. – Je eine Suite lose in Halbledermappe und zusammen mit einem der beiden Bände in Halblederkassette, Rücken aus dem braunen Maroquin der Einbände, Deckel und Innenseiten wie die der Suitenmappen mit rotem Leinen bezogen. – Eines der schönsten Bücher Maillols, die Fortsetzung der »Eclogen« Vergils, die ebenfalls mit seinen Holzschnitten 1926 in der Cranach-Presse erschienen. Die vorliegende, von Kessler geplante, Fortsetzung wurde nach Schließung der Cranach-Presse und Kesslers Tod erst in Paris vollendet.

32,8 : 24,5 cm. [12], 174, [12] Seiten; [12], 154, [10] Seiten; 244 lose Holzschnitte.

Rauch 144. – Garvey 175. – Monod 11339

743  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Marc Chagall. Bible.

Schätzpreis/Estimate: € 3500

Zuschlag/Hammerprice: € 4500

Paris, Verve 1956. Mit 30 Lithographien, von den 18 farbigen eine als Titel und eine auf dem eingebundenen Bezugspapier des Originaleinbands.

Die erste »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 33/34 der Reihe »Verve« kurz nach der von Tériade edierten Bibel mit 105 Radierungen Chagalls. Im Doppelheft seiner Zeitschrift »Verve« wurden diese als Lichtdrucke reproduziert und um dreißig Lithographien erweitert, die Chagall zeitgleich geschaffen hatte. Mit einer Einleitung von Meyer Schapiro und einer Bildlegende zu den Radierungen. – Unikales Exemplar: Dunkelbrauner geglätteter Maroquinband, Rückentitel, Stehkantenfileten sowie der gepunzte Kopfschnitt vergoldet. – Vorderdeckel mit »Illustration« in mehrfarbiger Lederintarsie und, wie der Hinterdeckel, mit vergoldeten Streicheisenfileten. – Halblederkassette mit Leinenbezug, gefüttert mit grünem Velourleder. – Innen und außen tadellos erhaltenes Gesamtkunstwerk.

36,2 : 26,7 cm. [24] Seiten, 105 Tafeln, 29 Lithographien. – Ränder minimal berieben.

Cramer 25. – Mourlot 117–146

744  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Marc Chagall. Dessins pour la Bible.

Schätzpreis/Estimate: € 3500

Zuschlag/Hammerprice: € 6000

Paris, Verve 1960. Mit 96 Tafeln und 48 Lithographien, von den 25 farbigen eine auf dem eingebundenen Bezugspapier des Originaleinbands.

Die zweite »Chagall-Bibel«, erschienen als Nr. 37/38 der Reihe »Verve«, enthält die Reproduktionen von Chagalls 1958/59 entstandenen neuen Zeichnungen zur Bibel und 24 Farblithographien, jede rückseitig mit einer einfarbig lithographierten Vignette. – Der einleitende Text stammt von Gaston Bachelard, am Ende mit Erläuterungen zu den Zeichnungen. – Unikales Exemplar: Dunkelblauer geglätteter Maroquinband, Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten sowie der gepunzte Kopfschnitt vergoldet. – Vorderdeckel mit »Illustration« in mehrfarbiger Lederintarsie und, wie der Hinterdeckel, mit vergoldeten Streicheisenfileten. – Halblederkassette mit Leinenbezug, gefüttert mit blauem Velourleder. – Das fast zwingend zu erwerbende Pendant zur vorherigen Katalognummer.

36 : 27 cm. [18], 96, [16] Seiten, 24 Lithographien. – Kassettenrücken minimal verblasst.

Cramer 42. – Mourlot 230–277

745  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Antonin Artaud. Galapagos.

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Zuschlag/Hammerprice: € 4000

Les iles du bout du monde. Eaux-fortes originales de Max Ernst. Paris, Louis Broder 1955. Mit zehn, meist farbigen und teils blattgroßen Radierungen, zwei Tafeln sowie einer elften Radierung auf dem eingebundenen Originalumschlag.

Eins von 95 Exemplaren (Gesamtauflage des Buches 135). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Vélin de Rives. – Eins der schönsten Max Ernst-Bücher der 1950er Jahre mit den Farbradierungen, die an sein »Schnabelpaar« und die »Paramythen« erinnern. – Unikaler Einband: Blaues Saffianleder, Rückentitel und der gravierte Kopfschnitt vergoldet. – Das blaue Leder wird von einer hauchdünnen weißen Lederapplikation überzogen. Beide Deckel mit schwungvollen ellipsenförmigen vergoldeten Fileten, mt denen Roland Meuter einmal mehr die Graphiken des Buches zitiert. – »An extreme refinement of design and technique, the result of many years’ experimentation, characterizes the recent graphic work of Ernst.« (Eleanor Garvey). – Tadellos.

21,2 : 15,5 cm. 42, [6] Seiten, 2 Tafeln.

Spies/Leppien 59 I–XI G. – Garvey 101. – Lang, Surrealismus 39. – Monod 541

746  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Léna Leclercq · Alberto Giacometti. Pomme endormie.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 1700

Décines Isère, Marc Barbezat 1961. Mit acht ganzseitigen Lithographien von Alberto Giacometti. Titel nach Giacomettis Handschrift lithographiert auf dem eingebundenen Originalumschlag.

Eins von 100 Exemplaren auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 131). – Im Druckvermerk von Künstler und Dichterin signiert. – Handsatz der Gedichte aus der Elzévier ancien, gedruckt bei Imprimerie Union, Paris. – Unikales Exemplar: Graubrauner geglätteter Maroquinband, Rückentitel, Stehkantenfileten und der gepunzte Kopfschnitt versilbert. – Beide Deckel »illustriert« mit amorphen Figuren in Blindprägung und Lederätzung, eine mit eingelegten Silberdrähten. – Spiegel und Vorsätze mit rotem Velourleder bezogen, Spiegel mit Silberauflage umfasst. – In Halblederkassette mit silbergeprägtem Rückentitel, Leinenbezug und mit rotem Velourleder gefüttert.

31,5 : 25,3 cm. 62, [10] Seiten.

Lust 128–135. – Monod 6994

747  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Erik Satie. Léger comme un œuf.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

Paris, Louis Broder 1957. Mit einer Farbradierung von Georges Braque. Der Originaljapanpapierumschlag eingebunden.

Eins von 100 Exemplaren, weitere 20 waren nicht für den Handel bestimmt. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf »Japon ancien«. – Unikaler Einband: Orangefarbener Ecrasélederband. – Rückentitel, Stehkanten- und Kapitalfileten vergoldet. – Beide Deckel zitieren Braques Musiknoten-Radierung mit einer Deckelvignette aus weißen Lederintarsien und vergoldeter stilisierter Notenzeile. – Innendeckel mit weißem goldgepunztem Kalbleder bezogen, fliegende Vorsätze aus roséfarbenem Wildleder. – In passender Halblederkassette, wildledergefüttert und mit vergoldetem Rückentitel. – Das kleinformatige Buch erschien als erster Band der Reihe »Miroir du poète«.

16,7 : 13,5 cm. 26, [6] Seiten, 1 Radierung.

Vallier 113. – Hatje livres XXI. – Monod 10174

748  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Rainer Maria Rilke. Les Roses.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

Vingt-cinq eaux-fortes de Imre Reiner. Paris, Alexandre Loewy 1959. Mit 25 blattgroßen Radierungen, davon eine auf dem eingebunden Originalumschlag.

Eins von 15 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe mit einer Extrasuite der Radierungen, gedruckt in Rot auf Hosho Papier (Gesamtauflage 150). – Auf Auvergne-Bütten von Richard-de-Bas. – Jeder Radierung wurde ein Textblatt vorgebunden. – Unikales Exemplar: Dunkelgrüner geglätteter Maroquinband, Rückentitel, Steh- und Innenkanten sowie Kopfschnitt vergoldet, beide Deckel mit stilisierter »Rosen-Illustration« in Gold- und Blindprägung, beigelegt eine lavierte Tuschfederzeichnung von Imre Reiner (25 : 20 cm, signiert, betitelt, in Passepartout). – Spiegel, Vorsatzblätter und die Innendeckel der dunkelgrünen Halbmaroquinkassette mit gelbem Wildleder bezogen. – Die Kassette mit vergoldetem Rückentitel und, wie die eingelegte Suitenmappe, mit dunkelgrünem Wildseidenbezug.

32,4 : 26,0 cm. [108] Seite, 25 Radierungen, 1 Zeichnung.

Monod 9734. – Reiner-Bibliographie III, 19. – Tiessen II, 19

749  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Rainer Maria Rilke. Les roses.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 3000

Gravures originales de [Gerard de] Palézieux. Lausanne, André et Pierre Gonin 1989. Mit 13 Radierungen. Originalumschlag eingebunden.

Eins von 13 Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe auf Pergament (Gesamtauflage 160) mit folgenden Beilagen: monogrammierte Suite der Radierungen auf »Duchêne«-Bütten, eine der 13 Kupferplatten und eine lavierte Tuschzeichnung (21,5 : 15,0 cm, monogrammiert, in Passepartout). – Die Radierungen wurden auf getöntes Chinapapier gedruckt und auf die Pergamentblätter mit Plattenrandprägung aufgewalzt. – Gedruckt bei Kundig, Genf. – Unikales Exemplar: Hellroter geglätteter Maroquinband; Rückentitel, Fileten und Fleurons vergoldet. – Beide Deckel mit weißer Ledervignette, darauf die stilisierte Rosenillustration in vergoldeten Streich- und Bogeneisenfileten. – Weißer Wildlederspiegel und -vorsätze. – Suite und Beigaben in Halbmaroquinmappe, Buch und Mappe in roter Halbmaroquinkassette mit Leinenbezug und mit weißem Wildleder gefüttert. – Gérard de Palézieux (1919–2012) »produziert ein diskretes Werk, das vor allem Landschaften und Stillleben umfasst. Er gehört eindeutig zu den ›Peintres du silences‹.« (Armelle Droval, zitiert nach der Webseite des Künstlers). Mit »Les roses« zitierte er die Arbeiten Imre Reiners, der wie er im Tessin lebte.

25,7 : 17,7 cm. [40] Blätter.

750  Einbände – Roland Meuter, Ascona – Mark Twain. Journal d’Ève et d’Adam.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Nouvelle traduction de Berthe Vulliemin. Illustrations de Charles Clément. Montreux, La Tramontane 1946. Mit sechs Gravuren nach lavierten Tuschfederzeichnungen. Illustrierter Originalbroschurumschlag in Pappband mit Tupfpapierbezug, goldgeprägter Rückentitel auf Lederapplikation, Kopfschnitt braungefärbt.

Eins von 1500 Exemplaren. – Mark Twains Originaltexte waren nach Vorabdrucken in Zeitschriften 1904 und 1906 erstmals in Buchform erschienen. Adam schildert die Einweisung von Eva (»this new creature with the long hair«) in den »paradiesischen Alltag«. Das Tagebuch und Cléments Zeichnungen beschreiben die Ereignisse nach dem Sündenfall. – Die eigenhändige Widmung »Meiner lieben Eva von Adam | Weihnachten 1948« datiert, folgt man James Usshers Berechnungen, leider 5952 Jahre zu spät.

19,0 : 14,2 cm. 106, [6] Seiten, 6 Tafeln.