ChristianHesse

Lot 701 – 750 | Hesse-Auktionen
Lot 701 – 750

701  Genius.

€ 750

Zeitschrift für alte und werdende Kunst. Herausgegeben von Hans Mardersteig, Carl Georg Heise und Kurt Pinthus. Jahrgang I–III (alles). München, Kurt Wolff 1919–1921. Mit 16 Originalgraphiken und zahlreichen, teils farbigen, Abbildungen, montiert in den Text oder auf Tafeln. Originalbroschuren mit Rückenschild und jeweils in Originalschutzkartons mit Titelschildern.

»Eine der reichst ausgestatteten und repräsentativsten Zeitschriften des Expressionismus« (Dokumentations-Bibliothek VI, 764). – Ehemals im Besitz von Hans Mardersteig: Er zeichnete für den Gesamtinhalt verantwortlich, gewann Emil Preetorius für den Entwurf des Signets und überwachte Satz, Druck und Farbreproduktionen. – Teils unaufgeschnittene Exemplare.

Originalgraphiken:
Jahrgang I: Karl Schmidt-Rottluff. Kopf. Holzschnitt. 1915. – Richard Seewald. Der Hirte. Holzschnitt, schablonenkoloriert. 1918. – Karl Caspar. Johannes auf Patmos. Lithographie. 1918. – Franz Marc. Tierlegende. Holzschnitt. 1912. – Heinrich Nauen. Mutter und Kind. Radierung. 1919. – Ignaz Epper. Mädchenkopf. Lithographie. 1919.
Jahrgang II: Erich Heckel. Mädchenkopf. Holzschnitt. 1913. – Georg Ehrlich. Tröstung. Lithographie. 1920. – Frans Masereel. Business-Man. Holzschnitt. 1920. – Max Kaus. Kopf. Holzschnitt. 1920. – André Rouveyre. Kopf. Holzschnitt. 1920.
Jahrgang III: Edwin Scharff. Die Brüder. Lithographie. 1920. – Alexander Archipenko. Figürliche Komposition. Lithographie. 1920. – Karl Hofer. Das Nest. Lithographie. 1920. – Karl Schmidt-Rottluff. Lesender Mann. Holzschnitt. 1921. – Alexander Kanoldt. Klausen. Lithographie. 1921.

35,3 : 26,8 cm. – Im Schnitt stellenweise minimal stockfleckig. Es fehlen 6 der montierten Abbildungen.

Söhn HDO 120. – Raabe, Zeitschriften 74. – Jentsch 72. – Göbel 419

702  Der lose Vogel.

€ 200 ( R7 )

Leipzig, Kurt Wolff 1913. Mit einer auf dem Vorderdeckel wiederholten Titelvignette. Originalleinenband mit vergoldeter Vignette.

Erste und einzige Ausgabe des vollständigen Jahrgangs. – Die Zeitschrift erschien seit 1912 im Demeter Verlag und wurde etwa im März 1913 in den gerade gegründeten Kurt Wolff Verlag übernommen. Nach den Einzelheften erschien das gebundene Sammelbuch. – Mit durchweg anonymen Beiträgen von Franz Blei, Max Brod, Samuel Butler, Robert Musil, Robert Walser u. v. a. – »Vorbildlich redigierte, sorgfältig gedruckte, von den Berliner Frühexpressionisten begeistert begrüßte Zeitschrift Franz Bleis ohne thematische Eingrenzung.« (Raabe). – Schönes Exemplar.

26,5 : 21,5 cm. VII, [1], 351, [3] Seiten.

Dietzel/Hügel 1864. – Raabe 8. – Göbel 144

703  Der gelben Posaune der Sieben gewidmet

€ 750

(von der Baurundschau). Herausgegeben von H. Koch und E. Maetzel. Hamburg, Konrad Hanf 1920. Mit sieben Holzschnitten, einer Tafel und 13 montierten Abbildungen. Gelbe Originalbroschur mit Deckelholzschnitt.

Schönes und wichtiges Dokument des Hamburger Expressionismus. – Im Verlag von Konrad Hand erschien die »Baurundschau«, das Organ des Deutschen Werkbunds. Hanf wurde 1919 in den Vorstand der Hamburger Ortsgruppe gewählt. »Nach Kriegsende engagiert sich Hanf auch persönlich – nicht nur in seinem Verlag – für die Moderne Kunst (und auch Literatur) des Expressionismus: So zählt er […] zu den fördernden Mitgliedern der 1919 ins Leben gerufenen Hamburgischen Sezession; sein Mäzenatentum auf dem Gebiet der Kunst dokumentiert sich beispielsweise in der Stiftung des Almanachs ›Der gelben Posaune der Sieben gewidmet‹ für das Hamburger Künstlerfest des Jahres 1920 – eine der schönsten Verlagsveröffentlichungen überhaupt.« (Volker Pirsich, S. 167). – Nicht von ungefähr steuerte Fritz Schumacher, Hamburger Oberbaudirektor, neben Hans Leip, Richard Dehmel und anderen Hamburger Künstlern, Texte bei. – Die sechs ganzseitigen originalen Holzschnitte schufen Emil Maetzel (von ihm stammen auch der Titel- und Vorderdeckelholzschnitt), Hans Leip, Martin Schwemer, Heinrich Steinhagen, Johann Wüsten und Karl Opfermann. Die 13 montierten Abbildungen zeigen Kunstwerke von Fritz Schumacher, Anita Rée u. a. – Mit dem Anzeigenblatt zur (nie realisierten) Vorzugsausgabe und einem eingeklebten Werbeblatt des Verlages.

33,3 : 25,2 cm. 13, [3] Seiten, 20 Tafeln. – Minimal fleckig, besonders der Hinterdeckel, Rücken etwas brüchig.

Söhn HDOG 119. – Rifkind Collection S. 833

704  Die Rote Erde.

€ 750

Monatsschrift für Kunst und Kultur. Herausgegeben von Karl Lorenz und Rosa Schapire. 1. Jahrgang, Heft 8–10. Hamburg, Januar–März 1920. Mit 18 Originalgraphiken. Gelb-schwarze Originalbroschur mit Klischeedruck nach einem Holzschnitt von Karl Schmidt-Rottluff.

»›Die Rote Erde‹ ist von den Zeitschriften des Hamburger Expressionismus zweifellos die herausragende: Sie ist […] diejenige, um die sich der relativ bedeutendste Künstlerkreis schart« (Volker Pirsisch). Das Projekt, die Zeitschrift zum Organ des 1920 entstandenen »Kunstbundes Hamburg« zu machen, scheiterte, »die für ›Die Rote Erde‹ vorgesehenen Gelder gehen an die in Vorbereitung befindliche ›Kündung‹ – ›Die Rote Erde‹ muß, wohl aufgrund finanzieller Probleme, ihre Erscheinungsfolge einstellen«. – Hier das umfangreiche abschließende Heft der ersten Folge, 1922 erschienen zwei Fortsetzungen in Buchform. – Mit Holz- und Linolschnitten von Lyonel Feininger (»Marine«, Prasse W 66), Max Kaus (»Zwei Köpfe« und »Mädchenkopf«, Krause H 1919/8 und 9), Hermann Max Pechstein (»Verwundeter« und Judas Ischarioth«, Krüger H 219 und 220) sowie Josef Achmann (2), Karl Kriete (2), Werner Lange (2), Dorothea Maetzel-Johannsen, Karl Opfermann (2), Otto Lange (2) und Fritz Schaefler (2). – Die Texte stammen von Alfred Brust, Walter Rheiner, Georg Britting u. a. – Der Titelholzschnitt von Karl Schmidt-Rottluff (Schapire G 46) wurde als Klischee gedruckt. – Schönes Exemplar.

32 : 24 cm. Seiten 237–352, 12 Seiten Anzeigen. – Umschlag leicht stockfleckig und an den Kanten minimal berieben.

Söhn, HDOG 67107. – Raabe, Zeitschriften 80

705  Stefan George. Der Stern des Bundes.

€ 600

Berlin, Georg Bondi 1914. Ziegelroter Maroquinband; Rückentitel, doppelte Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: K. Ebert, München.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Auf starkem Japanbütten. – »Gedruckt bei Otto v. Holten Berlin C im November Neunzehnhundertdreizehn«. – Landmann erwähnt eine inhaltlich identische »Vorausgabe in zehn Stücken, ohne Titel, November 1913«. – Schönes Exemplar.

21,3 : 15,8 cm. [4], 108, [4] Seiten.

Landmann 384

706  Stefan George – Jean Paul. Ein Stundenbuch für seine Verehrer.

€ 400

Deutsche Dichtung, herausgegeben und eingeleitet von Stefan George und Karl Wolfskehl. Berlin, Blätter für die Kunst 1900. Mit Buchschmuck von Melchior Lechter. Originalpergamentband mit goldgeprägtem Deckeltitel mit Vignette, der blau-rot bedruckte Originalumschlag eingebunden.

Erste Ausgabe. – Eins von 400 Exemplaren auf Bütten, jedoch im Einband der drei Luxusexemplare, die auf Pergament gedruckt und ebenso gebunden wurden. – Gedruckt in Rot, Blau und Schwarz bei Otto von Holten, mit dem frühen und feinlinigen Buchschmuck von Melchior Lechter. – In der Reihe »Deutsche Dichtung« erschienen noch »Goethe« und »Das Jahrhundert Goethes«, 1910 dann alle drei in öffentlicher Ausgabe und mit Bandnummerierung.

20,5 : 15,0 cm. 97, [7] Seiten.

Landmann 141. – Raub A 31

707  Stefan George. Der siebente Ring.

€ 3000

Berlin, Blätter für die Kunst 1907. Mit Buchschmuck von Melchior Lechter, davon 18 Zierseiten. Violetter Originalleinenband; Deckelvignette, Verzierungen und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von 35 Luxusexemplaren auf starkem Japanbütten. – Gesetzt aus der Stefan George-Schrift, gedruckt in Rot und Schwarz bei Otto von Holten, Berlin. – Das letzte von Melchior Lechter ausgestattete George-Werk mit den prachtvollen Doppelblättern als Titel und am Schluss sowie vor jedem der sieben Teile, jede Seite mit einer Bordüre. – Die umfangreichste lyrische Sammlung Georges mit 184 Gedichten, ganz im Banne des von George als »Maximin« verehrten Max von Kronberg, der 1904 im Alter von nur 16 Jahren starb. Die 21 ihm gewidmeten Gedichte bilden inhaltlich den Mittelpunkt des Bandes. – Tadellos schönes Exemplar, nach Angaben des Vorbesitzers aus dem Besitz von Melchior Lechter.

23,5 : 19,0 cm. 213, [5] Seiten.

Landmann 267. – Raub A 62

708  Das Gespensterbuch.

€ 200

Herausgegeben von Felix Schloemp. Mit einem Vorwort von Gustav Meyrink und Bildern von Paul Scheurich. München, Georg Müller 1913. Mit zwölf Illustrationen auf Tafeln. Illustrierter Originalpergamentband.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Eins von 50 Vorzugsexemplaren im Pergamenteinband. – Geistergeschichten von E. T. A. Hoffmann, Guy de Maupassant, Prosper Mérimée, Rudyard Kipling, Gustav Meyrink, Nikolai Gogol u. a.

21,0 : 14,5 cm. 352, [2] Seiten.

Sennewald 13, 4

709  Erich Glas – H[ans] C[hristian] Andersen. Die Nachtigall.

€ 450

Mit zehn Radierungen von Erich Glas. Weimar, Weimarschau-Verlag 1923. Mit zehn blattgroßen signierten Radierungen. Kordelgehefteter Originalpergamentumschlag mit aquarellierter Tuschzeichnung. In Originalpappkassette mit Deckelvignette.

Eins von 100 Exemplaren. – Erstes Buch einer von Erich Glas illustrierten Folge von Märchen. – Die Radierungen entstanden in der Druckerei der 1921 neu gegründeten Staatlichen Hochschule für bildende Kunst in Weimar. Erich Glas (1897–1973) studierte zunächst in München bei F. H. Ehmcke, bevor er 1919 ans Bauhaus nach Weimar kam, dort bei Johannes Itten und Lyonel Feininger studierte und in die von Walter Klemm geleitete Druckereiwerkstatt übernommen wurde. 1921 wurde er Mitglied in der Künstlergruppe »Das junge Rheinland«, ab 1926 arbeitete er freischaffend in Weimar und Berlin. Seine Arbeiten wurden politischer und satirischer. 1934 emigriert Glas nach Palästina. – Druckfrisches Exemplar des ebenso seltenen wie hübschen Büchleins.

21,4 : 16,9 cm. [26] Seiten.

Sennewald 23, 1

710  Bruno Goldschmitt – Die Offenbarung Sankt Johannis.

€ 750

Mit zehn Originalholzschnitten von Bruno Goldschmitt. Hellerau, Avalun-Verlag 1923. Mit neun signierten blattgroßen Holzschnitten sowie zwei Holzschnitt-Vignetten. Schwarzer Originalkalblederband mit Rückenschild, Kopfgoldschnitt, vergoldeten Fileten, Stehkanten und Eckfleurons auf den Innendeckeln (P. A. Demeter, Hellerau). Zusammen mit Original-Halbpergamentkassette in -Schuber.

33. Avalun-Druck. – Eins von 60 Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe mit zwei Extrasuiten der Holzschnitte, alle signiert, eine Suite wurde von Bruno Goldschmitt handkoloriert (Gesamtauflage 450). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Bruno Goldschmitt (1881–1964) war an der Akademie der Bildenden Künste, München, Schüler von Franz von Stuck. 1900 gründete er zusammen mit Hermann Hesse, Ludwig Finckh und anderen eine Künstlerkolonie am unteren Bodensee. Neben einem umfangreichen Holzschnittwerk schuf er Fresken und kunstgewerbliche Arbeiten. Besonders Anfang der 1920er Jahre illustrierte er zahlreiche Drucke der Verlage Hans von Webers und Julius Schröders. – Sehr schönes Exemplar.

32,5 : 22,5 cm. [88] Seiten. – Winzige Bereibungen am Rücken und den Bünden.

Rodenberg 337, 33. – Schauer II, 97

711  Claire und Yvan Goll. Neue Blümlein des heiligen Franziskus.

€ 300

Mit fünf Zeichnungen von Francis Rose. St. Gallen, Pflugverlag Thal 1952. Illustrierter Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Mit eigenhändiger Widmung von Claire Goll: »Für Mary und Buwei einige Blümlein aus dem Garten der Goll’s unter den Weihnachtsbaum mit der Liebe von Claire (und Ivan) New York 1952«. Die Widmung richtete sich an Mirjam Sachs und Oskar Maria Graf, die mit Claire Goll seit der New Yorker Zeit befreundet waren. Graf gründete 1938 im Exil die German American Writers Association und war erster Vorsitzender, Thomas Mann Ehrenvorsitzender. – Das einzige gemeinsam geschriebene Prosawerk de Eheleute Goll, eine Sammlung von Legenden, die sie in Ermangelung des Originals, der »Fioretti di San Francesco«, improvisierten, entstand im amerikanischen Exil, erschien aber erst nach ihrer Rückkehr nach Europa.

18,0 : 11,5 cm. 92, [4] Seiten.

Raabe/Hannich-Bode 85.23

712  Oskar Maria Graf. Bolwieser.

€ 600 ( R7 )

Roman eines Ehemannes. München und Berlin, Dreimasken 1931. Originalleinenband mit schwarzgeprägten Titeln. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Mit eigenhändiger Widmung des Autors auf dem Vorsatzblatt: »Dem aufrichtigen Pionier für mein Schaffen Herrn Herbert Günther herzlich Oskar M Graf München, Nov 1931«. – Der Schriftsteller Herbert Günther (1906–1978) lebte wie Graf in München, eine Zeit lang war er Vorsitzender der Gesellschaft der Bibliophilen. Sein bekanntestes Buch »Hier schreibt Berlin. Eine Anthologie von heute«, repräsentierte vor allem die literarische Moderne. 1933 fiel dieses Werk der Bücherverbrennung zum Opfer. – Dazu: Die Eroberung der Welt. Roman einer Zukunft. München, Kurt Desch, 1949. Mit eigenhändiger Widmung für Karl Kammer: »Dem gleichgesinnten Freund & aufrichtig interessierten Leser meiner Bücher herzlich OskarM Graf N.Y.C. 9. Nov. 1949.« – Oskar Maria Grafs (1894–1967) erste Gedichte erschienen in der Zeitschrift »Die Aktion«, in den Jahren des Nationalsozialismus wurden sämtliche Bücher von ihm verboten. Am 12. Mai 1933 veröffentlichte er in der Wiener Arbeiter-Zeitung den Artikel »Verbrennt mich«, er emigrierte schließlich in die USA.

18,4 : 12,4 cm. 359, [1] Seiten; 18,7 : 13,0 cm. 583, [5] Seiten.

Raabe/Hannich-Bode 89.20

713  Walter Gramatté – Nikolai Gogol. Der Mantel.

€ 750 ( R7 )

Deutsch von Felix Gaber. Potsdam, Gustav Kiepenheuer 1919. Mit zwölf Lithographien von Walter Gramatté, die erste signiert. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitiel.

Graphische Bücher, Band 3. – Unnummeriertes Exemplar, wie die 100 Exemplare der Vorzugsausgabe mit der signierten Lithographie und auf handgeschöpftem Zanders-Bütten (Gesamtauflage 1100). – Die Lithographien wurden auf der Panpresse, Berlin, gedruckt. – Walter Gramatté schuf die Lithographien zum Buch im Sommer 1918: »20 herrliche Punkte sind im Gogol, 8 muß ich leider streichen. Aber vielleicht mache ich sie doch (für’s selbe Geld) nur, weil der Gogol so herrlich ist« (Brief an Hetta L., zitiert nach Eckardt).

25,6 : 20,5 cm. [8], 39, [9] Seiten, 12 Lithographien. – Bezugspapier etwas lichtrandig und mit winzigen Fehlstellen.

Eckardt S. 35. – Lang, Expressionismus 92, Abb. S. 173

714  George Grosz – Wieland Herzfelde. Tragigrotesken der Nacht.

€ 250

Träume. Mit Zeichnungen von George Gross [sic!]. Berlin, Malik 1920. Mit 22 Illustrationen und illustrierten Vorsätzen. Farbig illustrierter Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Mit eigenhändiger Widmung des Verfassers für einen Berliner Sammler »zur Erinnerung an den 15.XI.1974«. – Wieland Herzfelde bliebt mit dieser, seiner dritten Publikation der Verbindung zu George Grosz treu: Für seinen Erstling, die Gedichtsammlung »Sulamith«, gedruckt als Kriegsdruck der Cranach-Presse, und die als Nummer 2 der Zeitschrift »Die Pleite« erschienene Broschüre »Schutzhaft« schuf Grosz bereits die Umschlagillustrationen.

23,7 : 16,0 cm. 88 Seiten. – Hinterdeckel mit leichtem Eckknick. – Sammlerstempel rückseitig auf Titelblatt.

Raabe/Hannich-Bode 120.3. – Hermann 192. – Lang 12

715  George Grosz. Das Gesicht der herrschenden Klasse.

€ 300

55 politische Zeichnungen. [Berlin], Malik 1921. Originalhalbleinenband.

Kleine Revolutionäre Bibliothek, Band IV. – Herausgegeben von Julian Gumperz. – George Grosz karikierte mit dieser Serie, die auf dem Höhepunkt seines Berliner Dada-Engagements entstand, das Spießertum der Deutschen und den Militarismus der Weimarer Republik.

23,5 : 16,2 cm. 61, [3] Seiten. – Leinenrücken mit Wasserrand.

Lang, Grosz 25. – Malik 29. – Hermann 159

716  George Grosz. Ecce homo.

€ 1500

Berlin, Malik 1923. Mit 100 Tafeln, davon 16 farbig. Illustrierte Originalbroschur.

Exemplar der Ausgabe C mit allen 100 Tafeln, gedruckt auf Bütten, in Büttenkartonbroschur. – Bei den Tafeln handelt es sich um Offsetdrucke, farbige nach Aquarellen und einfarbige nach Zeichnungen. – »Ecce Homo« ist das erste große Sammelwerk des Künstlers, fertiggestellt wohl Ende 1922 und um den Jahreswechsel ausgeliefert. – 1923 wurden Grosz und die Verleger Gumperz und Herzfelde vom Generalstaatsanwalt beim Berliner Landgericht angeklagt, »unzüchtige Abbildungen und Darstellungen feilgehalten […] zu haben«, 23 Blätter wurden konfisziert.

36,5 : 26,5 cm. 2 Blätter, 84 Tafeln, 1 Blatt. – Die breiten Ränder des Broschurumschlags wie meist etwas bestoßen, der ganze Umschlag mit etwas »Patina«. – Innen gut erhalten.

Dückers S I C. – Hermann 155. – Lang, Expressionismus 38

717  George Grosz – O. Henry. The Voice of the City

€ 250

and Other Stories. A Selection, with an Introduction, by Clifton Fadiman. With Illustrations by George Grosz. New York, Limited Edition Club 1935. Mit 20 Farbtafeln und einer Titelvignette nach Aquarellen und 26 Vignetten nach Federzeichnungen. Schwarzer Originalleinenband im Originalschuber.

Eins von 1500 Exemplaren. – Alle Exemplare wurden im Druckvermerk von George Grosz signiert.

27,5 : 19,5 cm. 220, [6] Seiten, 20 Tafeln.

Lang, Grosz 65

718  Erich Gruner – Adalbert Stifter. Das alte Siegel.

€ 250

Mit sechs Radierungen von Erich Gruner. Leipzig, Karl W. Hiersemann 1920. Mit sechs signierten Radierungen und einer radierten Titelvignette. Originalhalbpergamentband mit Rückenschild, Fileten- und Kopfschnittvergoldung (P. A. Demeter, Hellerau).

Eins von 100 Exemplaren. – Erich Gruner (1881–1966) gehörte zum Freundeskreis Max Klingers, ab 1910 arbeitete er freischaffend, wurde Mitglied des Deutschen Werkbundes und 1911 Vorsitzender des Leipziger Künstlerbundes. Um 1920 schuf er das Doppel-M-Logo für die Leipziger »Mustermesse«. Ab 1931 war er Leiter der neu errichteten Leipziger Kunstgewerbeschule, an der er erstmals in Deutschland Bühnenbildgestaltung als Lehrfach einführte.

33,0 : 25,0 cm. 81, [2] Seiten, 6 Radierungen.

719  Olaf Gulbransson. Sprüche und Wahrheiten.

€ 400 ( R7 )

Leipzig, Philipp Reclam 1939. Illustrierte Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Vortitelblatt mit eigenhändiger Zeichnung und Widmung des Künstlers. In Gulbranssons typischer Schreibweise und mit seiner »Nasen-Signatur«: »Mein lieber Soldat Fitus zu Weihnachten«. Auf der vorderen Umschlagklappe »Mein lieber Fitus, das Buch war vergriffen vor Weihnachten schon deswegen komt es so spät. Herzlichen Dank für die Karten. Schilchen (?) hat ein wundernettes Umschlag für ›die Dame‹. Hoffentlich gefällt es Ihnen gut. Alles Gute«.

26,5 : 21,0 cm. 65 Blätter. – Umschlag leicht angestaubt.

720  Walter Hasenclever. Der Retter.

€ 750

[Privatdruck] Herbst 1916. Originalpappband mit Deckelschild.

Erstdruck. – Eins von 15 Exemplaren. – Archivexemplar des Kurt Wolff Verlags. – Der Text entstand im Frühjahr 1915, Hasenclever ließ zunächst nur fünfzehn Exemplare drucken »und zur Kenntnisnahme an folgende Personen versenden«: Genannt werden nach Reichskanzler Bethmann Hollweg auch Max Brod, Kurt Hiller, Albert Köster, Rudolf Leonhard, Heinrich Mann, Kurt Pinthus und »Oberleutnant Kurt Wolff, im Felde«, der allerdings 1916 auf Fürsprache von Großherzog Ernst Ludwig von Hessen aus dem Heeresdienst entlassen wurde und wieder als Verleger tätig sein konnte. – Am Ende eine Anzeigenseite mit den drei bisher bei Kurt Wolff erschienenen Hasenclever-Titeln und der in Vorbereitung befindlichen Gedichtsammlung »Tod und Auferstehung«. Das Stück »Der Retter« erschien erst nach Kriegsende, nachdem sich Hasenclever und Kurt Wolff getrennt hatten bei Paul Cassirer, im selben Jahr erfolgte die Uraufführung im Berliner Theater »Die Tribüne«. – Innen tadellos erhalten, erwartungsgemäß selten.

24,5 : 16,5 cm. 47, [1] Seiten. – Deckelränder etwas gebräunt, Gelenke unauffällig restauriert.

Raabe/Hannich-Bode 107.6

721  Gerhart Hauptmann. Indipohdi.

€ 200 ( R7 )

Dramatisches Gedicht. Berlin, S. Fischer 1920. Originalpergamentband mit Blindprägung und Rückenschild.

Erste Ausgabe. – Eins von 270 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Bütten. – Im Druckvermerk vom Dichter signiert. – Das fünfaktige Drama »Indipohdi« wurde 1922 unter dem Titel »Das Opfer« im Schauspielhaus Dresden uraufgeführt. Es gehört zu Hauptmanns vergessenen Dramen, die so gut wie keine Bühnengeschichte haben.

28,1 : 19,3 cm. 138, [6] Seiten.

Wilpert/Gühring 46

722  Gerhart Hauptmann. Die Insel der großen Mutter oder Das Wunder von Île des Dames.

€ 200 ( R7 )

Eine Geschichte aus dem utopischen Archipelagus. Berlin, S. Fischer 1924. Originalpergamentband, Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Vorzugsexemplaren auf Bütten. – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Der Einbandentwurf stammt von Emil Rudolf Weiß. – Hauptmanns Roman ist ein »ironischer Beitrag zu dem ihn immer wieder fesselnden Thema des dämonisch-mystischen Eros« (KNLL).

20,4 : 12,3 cm. 373, [3] Seiten.

723  Max Herrmann. Einsame Stimme.

€ 300 ( R7 )

Ein Buch Gedichte. Berlin, Martin Wasservogel 1927. Mit einer Lithographie von George Grosz als Frontispiz. Originalleinenband mit Titeln in Braundruck.

Erste Ausgabe. – Eins von 680 Exemplaren (Gesamtauflage 900), jedoch wie die Vorzugsexemplare im Druckvermerk vom Autor signiert. – Max Herrmann (1886–1941) schrieb 1929 in »Das Kunstblatt« über seine Freundschaft zu Grosz: »Ganz zu Hause fühlte ich mich stets auch bei George Grosz. Wir hatten ungefähr dieselbe Gesinnung und Stimmung […] Wir waren beide sowohl Lyriker als Zyniker, korrekt und anarchisch. Ich saß ihm unzählige Male herzlich gern [Modell], war in seinem Atelier selig geborgen […] Er arbeitete an meinem Porträt mit einer Sorgfalt, die das Schaffen ganz ernst nahm.« (zitiert nach Jentsch). – Tadellos schönes Exemplar, der vordere Teil des Originalschutzumschlags liegt bei.

25,8 : 19,4 cm. [4], 173, [5] Seiten, 1 Lithographie.

Raabe/Hannich-Bode 118.18. – Dückers E 104. – Lang 49. – Jentsch 163

724  J[ohannes] Hesse. Das Spiel im häuslichen Kreise.

€ 250

Ein Ratgeber für die Familie. Zweite vermehrte Auflage. – Rätselraten im häuslichen Kreise. Ein Ratgeber für Jung und Alt. Stuttgart, D. Gundert [1890 und 1892]. Mit einigen Textabbildungen. Zwei Originalhalbleinenbände.

Die beiden Spielbücher verfasste der Vater von Hermann Hesse, Schwiegersohn des Verlegers Hermann Gundert. 1893 übernahm der zuvor als Missionar in Indien tätig gewesene Lehrer an der Missionsanstalt in Basel die Leitung des Calwer Verlages. – Kein Rarissimum, aber selten im familiären Zusammenhang beschrieben.

Beide 18,0 : 13,0 cm. 95, [1] Seiten. – Titel II etwas bestoßen, fleckig und mit gelockerter Bindung.

Wegehaupt II, 1267 (nur »Rätselraten«)

725  Hermann Hesse. Romantische Lieder.

€ 1200

Dresden und Leipzig, E. Pierson 1899. Illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe des seltenen Erstlings von Hermann Hesse. – Die Gedichte entstanden in den Jahren 1897 und 1898, nach der Zusammenstellung vergingen nur wenige Wochen bis zur Drucklegung. »Wie wichtig schien mir im Herbst 1899 dieses kleine Büchlein als ich das erste Exemplar meines ersten Buches in der Hand hielt! Ich bin dem treu geblieben, was ich damals begonnen habe aber es war ein mühsamer Weg, und die Mühe hat sich nicht gelohnt.« (Brief an Alice Leuthold, 1930, zitiert nach Mises).

18,5 : 11,8 cm. [4], 44 Seiten. – Deckel am Oberrand mit winzigen Läsuren, gebräunt. Rücken brüchig, Vorderdeckel im Falz bis zur Hälfte eingerissen. – Exlibris. Titelblatt mit handschriftlichem Besitzvermerk.

Mises II, 1

726  Hermann Hesse. Eine Stunde hinter Mitternacht.

€ 750

Leipzig, Eugen Diederichs 1899. Originalbroschur mit Goldprägung.

Erste Ausgabe. – Die zweite Gedichtsammlung Hesses erschien, nur kurze Zeit nach seinem Erstling »Romantische Lieder«, in kleiner Auflage (ca. 600 Exemplare). – Sehr selten.

19,0 : 13,6 cm. [4], 84 Seiten. – Vorderumschlag im Falz eingerissen.

Mileck II, 2

727  Hermann Hesse – Hermann Lauscher. Hinterlassene Schriften und Gedichte.

€ 1000

Herausgegeben von Hermann Hesse. Basel, R. Reich 1901. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Drei Prosastücke und neun Gedichte. – Noch unter Pseudonym geschrieben, Richard von Schaukal deckte 1902 die Urheberschaft auf. – Die kleine »Schrift, die ich Ende 1900 in Basel erscheinen ließ und in der ich pseudonym über meine damals zu einer Krise gediehenen Jünglingsträume abrechnete. Ich dachte damals, mit dem von mir erfundenen und totgesagten Lauscher meine eigenen Träume, soweit sie mir abgetan schienen, einzusargen und zu begraben. Das Büchlein erschien, in kleinster Auflage, beinahe mit Ausschluß der Öffentlichkeit, und ist kaum über meinen Freundeskreis hinaus bekannt geworden. Wenige andere griffen, da sie meine späteren Bücher kannten, nachträglich zu dem Schriftchen und sahen darin eine Art von literarischem Kuriosum.« (Vorrede zur Ausgabe von 1908). – »Der Lauscher wurde mit Recht ein Bekenntnisbuch genannt, denn er enthält außer der schon erwähnten Schilderung der Basler Kinderzeit als wichtigstes Stück das schwermütig-ironische ›Tagebuch 1900‹. Diese Aufzeichnungen […] geben ein ungeschminktes Bild von Hesses labiler seelischer Verfassung zu jener Zeit, sie sind Zeugnisse leidenschaftlicher Selbsterforschung, aber auch bereits fortschreitender künstlerischer Gestaltungskraft« (Geleitwort zur Ausgabe 1970).

21,3 : 14,0 cm. 83, [1] Seiten. – Ränder schwach gebräunt und etwas brüchig.

Mileck II, 3

728  Hermann Hesse. Peter Camenzind.

€ 600

Berlin, S. Fischer 1904. Originalleinenband mit zweifarbig geprägter Deckelvignette von Franz Christophe.

Erste Ausgabe. – Hesses erster Roman und zugleich sein »erstes Buch bei S. Fischer wurde sofort ein so großer buchhändlerischer Erfolg, daß sein Verfasser den Beruf eines Buchhändlers in Basel aufgab, um sich in Gaienhofen als Schriftsteller niederzulassen.« (Frieder Pfäfflin). – Hermann Hesse widmete den Roman seinem Freund Ludwig Finckh, der sich ab 1905 gleichfalls als Schriftsteller in Gaienhofen versuchte. – Schönes Exemplar.

18,8 : 13,0 cm. [8], 260, [4] Seiten. – Deckelränder leicht gebräunt, Vorderdeckel mit kleinem Wasserfleck. – Exlibris Ernst Zahn (wohl der Schweizer Schriftsteller, 1867–1952).

Mileck II, 7. – Pfäfflin 86

729  Hermann Hesse. Der Novalis.

€ 450

Aus den Papieren eines Altmodischen. Mit Zeichnungen von J. Wackerle. – In: März. Heft 6 und 7. München, Langen 1907. Mit einigen kolorierten Textillustrationen. Privater Halbpergamentband mit Deckelschild.

Erschienen als Fortsetzung in zwei Heften der damals (1907–1912) von Hermann Hesse herausgegebenen Zeitschrift. – Hesse setzte mit seinem »Novalis« der Liebe zum Buch und seiner Verehrung für die Romantik ein Denkmal.

24,3 : 17,8 cm. [28] Seiten. – Einband mit Alterungsspuren.

Mileck IV, 90. – Dietzel/Hügel 1881

730  [Hermann Hesse, pseudonym:] Emil Sinclair. Demian.

€ 200

Die Geschichte einer Jugend. Berlin, S. Fischer 1919. Originalpappband.

Erste Ausgabe. – Hermann Hesse beschreibt die Suche des jungen Mannes nach dem Sinn des Lebens. Es ist die exemplarische Geschichte einer Selbstfindung gegen den subtilen Druck von Religion und Moral, die auch virulent geblieben ist in Zeiten, die mit anderen Instanzen der Fremdbestimmung zu rechnen haben. 1920 wurde Hesses Pseudonym, das er auch schon früher für kriegskritische Schriften benutzt hatte, aufgedeckt.

18,7 : 12,4 cm. 256 Seiten. – Rücken gebräunt. – Seiten papierbedingt gebräunt.

Mileck II, 32

731  Hermann Hesse – Vivos voco.

€ 450

Eine deutsche Monatsschrift. Jahrgang I, Heft 1 bis 12. Herausgegeben von Hermann Hesse und Richard Woltereck. Leipzig, Seemann & Co. 1919/1920. Pappband der Zeit.

Der vollständige erste Jahrgang der von Hermann Hesse u. a. mit karitativen Zielen gegründeten Zeitschrift. – »Unser Ruf an die Lebenden, an die Jungen vor allem, ist der Ruf um Hilfe und Mitkämpfer gegen die Not der Zeit. […] Der Ertrag, den unsere Monatsschrift hoffentlich ergeben wird, ist für die Kinderfürsorge bestimmt. Niemand macht an unserem Blatt Gewinne, auch der Verleger nicht […]« (Einleitung). – Der Originalvorderumschlag von Heft 1 wurde eingebunden.

23,2 : 17,0 cm. 822 Seiten.

Mileck VII, C5. – Diesch 3002 (ungenau). – Dietzel/Hügel 3009 ^

732  Hermann Hesse. Sinclairs Notizbuch.

€ 300

Zürich, Rascher 1923. Mit vier farbigen Tafeln nach Aquarellen von Hermann Hesse. Originalhalbleinenband mit Rückenvergoldung.

Erste Ausgabe dieser Sammlung. – Eins von 1000 im Druckvermerk von Hesse signierten Exemplaren (Gesamtauflage 1100). – Die Aufsätze entstanden meist in den Jahren 1917 und 1918 und wurden damals unter Hesses Pseudonym Emil Sinclair in Zeitungen gedruckt. – Auf starkem Velin.

24,5 : 18,6 cm. 108, [4] Seiten, 4 Farbtafeln.

Mileck II, 44

733  Hermann Hesse. Aus vielen Jahren.

€ 300

Gedichte, Erzählungen und Bilder. Bern, Stämpfli & Cie. 1949. Mit drei montierten farbigen Abbildungen nach Aquarellen und zwei blattgroßen nach Zeichnungen. Originalbroschur.

Herausgegeben als Jubiläumsschrift der Buchdruckerei Stämpfli & Cie. zur Feier ihres 150jährigen Bestehens. – Kein Exemplar gelangte in den Handel, die kleine Auflage wurde an Geschäftsfreunde verschenkt. »Der Verfasser stellt seine Exemplare, soweit sie nicht an nahe Freunde verschenkt werden, seiner seit 1946 bestehenden privaten Aktion zu Gunsten von Hungernden in den Kriegsländern zur Verfügung« (Beilageblatt der Druckerei). – Auf dem Beilageblatt vom Autor signiert »Gruss von Hermann Hesse«.

24,5 : 19,3 cm. 129, [3] Seiten.

Mileck II, 96

734  Hermann Hesse. Zwei jugendliche Erzählungen.

€ 200

Olten 1956. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – 70. Publikation der Oltner Bücherfreunde. – Eins von 200 für den Dichter reservierten Exemplaren »hors commerce« auf Werkdruckpapier (neben der offiziellen Auflage von 750). – Vorblatt mit eigenhändiger Widmung »Herzlich dankt u. grüsst H Hesse«. – Enthält die Erzählungen »Hans Amstein« und »Sor Acqua«, »aus der Zeit meiner literarischen Anfänge. Sie sind in Buchform nie erschienen.« (Nachwort).

20 : 13 cm. [2], 56, [6] Seiten. – Umschlagränder gebräunt.

Mileck II, 121

735  Hermann Hesse. Freunde.

€ 250 ( R7 )

Erzählung. Olten 1957. Mit einer Titelzeichnung von Gunter Böhmer. Originalhalbsaffianlederband mit Batik-Modeldruck-Bezugspapier (Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber.

75. Publikation der Oltner Bücherfreunde. – Erste Ausgabe. – Eins von 150 Exemplaren der signierten Vorzugsausgabe in Halbleder (Gesamtauflage 850). – Druck auf Zerkall-Bütten.

20,4 : 13,0 cm. [2], 106, [4] Seiten. – Rücken etwas verblasst.

Mileck II, 123. – Rysawy 99

736  Hermann Hesse. Erwin.

€ 200 ( R7 )

Olten 1965. Gelber Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel, Kopfgoldschnitt und Modeldruckbezügen (Hugo Peller, Solothurn).

Erste Ausgabe. – Achter Oltner Liebhaberdruck. – Eins von 110 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 665).

20,0 : 12,5 cm. 51, [9] Seiten. – Rücken kaum merklich verfärbt.

Mileck II, 147

737  Hermann Hesse. Zwei Typoskripte, 17 Privat- und Sonderdrucke, Postkarten etc.,

€ 600

meist signiert, teils mit Widmung. 1952–1961.

Zwei Typoskripte: Louis Soutter. Ein A4-Blatt. Geschrieben Ende September 1961. Mit eigenhändiger Unterschrift. In eigenhändig adressiertem Umschlag. Mileck V-D 813. – Bitte lesen und vernichten. Ein A6-Blatt. Um 1950. Über den Hesse-Sammler Erich Weiß, dessen Unwesen Hesse scharf kritisiert. Nicht bei Mileck. – Zehn signierte Privatdrucke: Grossväterliches. 1952. »Gute Wünsche! H Hesse«. M. III, 212. – Dank für Briefe und Glückwünsche (Besinnung/Stufen). 1954. »Gruss von H Hesse«. M. III, 232. – Klage und Trost. 1954. »Dank u. Gruss! H Hesse« M. III, 236. – Wanderer im Spätherbst. 1956. Signiert. M. III, 256. – Weltanschauliche Briefe philosophischer Richtung. Sonderdrucke aus den Heften 3 und 4, Jahrgang 36, der »Schweizer Monatshefte«. 1956. Auf den Umschlägen von Hesse korrigiert in »Briefe« und »Neue Briefe«. M. III, 258 und 259. Dabei eine Postkarte mit Hesse-Aquarell und eigenhändiger Widmung. – Der Trauermarsch. 1957. Monogrammiert. M. III, 263. – Chinesische Legende. 1959. Signiert. M. III, 273. – Dank für Briefe und Glückwünsche (Vier späte Gedichte). 1959. »Hesse grüsst« M. III, 274. Dabei monogrammiertes Porträtfoto von 1947. – Freund Peter. 1959. »Herzlich grüsst HH«. M. III, 277. Dabei monogrammierte Postkarte mit Bänningers Hesse-Büste. – Fünf unsignierte Privatdrucke, zwei Beigaben. – Teils mit eigenhändig adressiertem Kuvert.

738  Franz Hessel. Spazieren in Berlin.

€ 250

Zwei Berliner Stätten. Berlin 1929. Originalbroschur.

Erste Ausgabe der beiden, im gleichnamigen Roman nicht enthaltenen Skizzen, die Hessel dem Berliner Fontane-Abend »freundlichst zur Verfügung stellte«. Gedruckt wurden 150 Exemplare auf Bütten als Handpressendruck der Officina Serpentis, die Druckkosten stifteten Bernhard Krisch und Georg Perlmann. – Dazu: Franz Hessel. Pariser Romanze. Papiere eines Verschollenen. Berlin, Rowohlt 1920. Originalpappband. – Franz Hessel. Marlene Dietrich. Berlin, Kindt & Bucher 1931. Mit 40 fotografischen Abbildungen auf Tafeln. Originalbroschur. – Beides erste Ausgabe.

19,8 : 13,2 cm. [2], 13, [1] Seiten.

Backe/Köppen 146. – Deutsche Bibliophilie 1898–1930 S. 229

739  [Joseph Arthur] Graf Gobineau. Asiatische Novellen.

€ 350

Wien, Anton Schroll [1922]. Mit zehn Farblithographien, sechs figürlichen Initialen und einer Schlussvignette von Armin Horovitz. Blauer Originalsaffianlederband von Ferdinand Bakala, Wien.

Eins von 150 Vorzugsexemplaren, die auf Japan-Dokumentenpapier gedruckt und nach Entwurf Horovitz’ in Leder gebunden. – Der farbig lithographierte Umschlag und die rot-gelb lithographierten Vorsatzpapiere sind eingebunden, Bakala verwendete Marmorpapiere als Vorsätze. – Der polnische Künstler Armin Horovitz (1880–1965) hatte in Wien und München studiert, bevor er im Ersten Weltkrieg als Kriegsmaler tätig wurde. Bis zum Anschluss Österreichs arbeitete er in Wien. – Der Band enthält fünf Novellen Gobineaus, u. a. »Die Liebenden von Kandahar«, in der Neuübersetzung von Ernst Klarwill.

23,8 : 16,5 cm. 295, [1] Seiten, 10 Lithographien. – Kleine Bereibungen an den Gelenken, Vordergelenk oben unauffällig restauriert.

Fromm III, 11129

740  Richard Janthur – Die Gazelle.

€ 800 ( R7 )

Berlin, Leipzig, Wien und Bern, Franz Schneider [1924]. Mit zehn kolorierten signierten Lithographien und lithographiertem Text mit kolorierten Vignetten. Roter Originalmaroquinband. Rückentitel, Deckelvignette und Stehkantenbordüren vergoldet (H. Sperling, Leipzig).

Eins von 200 Exemplaren, wobei Sennewald die signierten Lithographien nur für eine nicht bezifferte Vorzugsausgabe nennt. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Die zehn großen Lithographien und die Vignetten wurden vom Künstler koloriert. – Der Text, entnommen aus der Sammlung »Afrikanische Märchen« des Eugen Diederichs Verlags, Jena, wurde von Richard Janthur auf die Lithosteine geschrieben und dort mit zahlreichen Vignetten verziert. – Gedruckt auf handgeschöpftem Bütten von A. Rogall, Berlin. – Eines der schönsten, durch die Einheit von Text und Illustration besonders stimmigen, Bücher Janthurs. – Schönes Exemplar, sehr selten.

29,5 : 23,3 cm. [68] Seiten. 10 Lithographien. – Vorsatzpapiere mit leichtem Abklatsch vom Klebeband der Schutzfolie.

Sennewald ohne Jahr [ca. 24]

741  Ernst Jünger. Sonnentau.

€ 300 ( R7 )

Olten 1955. Rotbrauner Originalhalblederband mit Rückenvergoldung und Buntpapierdeckelbezügen (Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber.

Erste Ausgabe. – 65. Veröffentlichung der Oltner Bücherfreunde. – Eins von 114 Vorzugsexemplaren, auf dem Vortitel vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 590). – Erschienen zum 60. Geburtstag des Verfassers.

20 : 13 cm. [2], 68, [8] Seiten. – Rücken verblasst.

Des Coudres/Mühleisen B 30

742  Ernst Jünger. Ein Vormittag in Antibes.

€ 200 ( R7 )

Olten 1960. Rostbrauner Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel, Kopfgoldschnitt und Modeldruckbezügen (Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber.

86. Publikation der Oltner Bücherfreunde. – Erste Ausgabe. – Eins von 120 Vorzugsexemplaren, auf dem Vortitel vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 653).

20,0 : 12,5 cm. 52, [4] Seiten. – Rücken kaum merklich verblasst.

Des Coudres/Mühleisen B 40

743  Ernst Jünger. Das spanische Mondhorn.

€ 200 ( R7 )

Olten 1967. Mit einer Fotolithographie nach einem Aquarell von Niklaus Stöcklin. Gelber Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel, Kopfgoldschnitt und Modeldruckbezügen (Hugo Peller, Solothurn).

Erste Ausgabe. – 95. Publikation der Oltner Bücherfreunde. – Eins von 120 Exemplaren der Vorzugsausgabe, auf dem Vortitel vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 665).

20,0 : 12,5 cm. 55, [3] Seiten. – Rücken etwas verfärbt.

Des Coudres/Mühleisen B 43

744  Ernst Jünger. Grenzgänge.

€ 200 ( R7 )

Olten 1965. Orangefarbener Originalhalblederband mit Rückenvergoldung und Buntpapierdeckelbezügen (Hugo Peller, Solothurn).

Sechster Oltner Liebhaberdruck. – Eins von 100 Vorzugsexemplaren, auf dem Vortitel vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 655). – Erschienen zum 70. Geburtstag des Verfassers. Die ein Jahr später unter gleichem Titel bei Klett erschienene Ausgabe, weicht, abgesehen vom Titelessay, inhaltlich vollständig ab. – Sehr schönes Exemplar.

20,0 : 12,5 cm. 61, [3] Seiten. – Rücken kaum merklich verblasst.

Des Coudres/Mühleisen B 52

745  Ernst Jünger. Zwei Inseln.

€ 400 ( R7 )

Formosa / Ceylon. Olten 1968. Gelber Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (Hugo Peller, Solothurn).

Erste Ausgabe. – 16. Oltner Liebhaberdruck. – Eins von 105 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 665). – Vom Autor auf dem Vortitelblatt signiert.

20,0 : 12,5 cm. 51, [9] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 60

746  Ernst Jünger. Siebzig verweht.

€ 900 ( R7 )

I [bis] V. Stuttgart, Klett-Cotta 1982–1997. Originalhalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln. Vier Bände in den Originalschubern.

Erste Ausgaben. – Je eins von 200 bzw. 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe, im Druckvermerk vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden. – Alle erschienenen Bände der Sammlung von Aphorismen, Tagebucheinträgen und Briefen aus den Jahren 1965–1995.

22,8 : 14,8 cm (I und II) und 21,7 : 13,0 cm (III-V).

Des Coudres/Mühleisen B 79/80 (nur I und II)

747  Ernst Jünger. Aladins Problem.

€ 200 ( R7 )

Stuttgart, Klett-Cotta 1983. Karminroter Originalkalblederband mit blindgeprägter Deckelvignette und vergoldetem Rückentitel (G. Lachenmaier, Reutlingen).

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe, im Druckvermerk vom Verfasser signiert und in Leder gebunden. – »Der Stil des neuen [Werkes] ist gelöst, an vielen Stellen sogar salopp. Es wird ›geklönt‹, manchmal auch Trivial-Deutsch zitiert: ›Das gibt zu denken.‹ Das Edel-Getue, vormals bewährtes Markenzeichen Jüngerscher Stilistik, kommt nur noch selten vor.« (Der Spiegel, Heft 20/1983).

21,6 : 13,3 cm. 121, [3] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 82

748  Ernst Jünger. Autor und Autorschaft.

€ 200 ( R7 )

Stuttgart, Klett-Cotta 1984. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel und Marmorpapierbezug.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Vorzugsexemplaren, vom Verfasser im Druckvermerk signiert. – Im Originalschuber.

21,6 : 13,3 cm. 277, [3] Seiten; 100, [2] Seiten.

749  Erich Kästner. Das »Kakao-Epigramm«. Eigenhändiges Gedicht mit Unterschrift.

€ 1000

November 1931. Eine Seite. – Auf dem Vorsatzblatt von Ein Mann gibt Auskunft. Elftes und zwölftes Tausend. Stuttgart und Berlin, Deutsche Verlags-Anstalt [1931]. Mit Illustrationen von Erich Ohser. Originalleinenband mit goldgeprägten Titeln.

Eins der bekanntesten Kästner-Zitate. – Kästner schrieb diese Zeilen im November 1931, also noch bevor das Epigramm, leicht verändert, 1933 als Einleitung in seinem nächsten Gedichtband »Gesang zwischen den Stühlen« gedruckt wurde. – Von »Ein Mann gibt Auskunft« erschienen innerhalb von nur zwei Jahren sieben Auflagen mit insgesamt 20.000 Exemplaren. Das Gedicht »Die andere Möglichkeit«, das seit dem Erstdruck von reaktionären oder konservativen Kreisen angegriffen wurde, ist hier zum letzten Mal abgedruckt. Der Verlag ersetzte es ab der nächsten Auflage durch das harmlose »Herbst auf der ganzen Linie«.

20,8 : 18,5 cm. 110, [2] Seiten. – Rücken verblasst, Vorsatzblatt mit leichter vertikaler Knickfalte.

750  Franz Kafka. Betrachtung.

€ 6000

Leipzig, Ernst Rowohlt [1913]. Hellrote Originalbroschur mit Holzschnitt-Vignette und -bordüre.

Erste Ausgabe von Kafkas erster Erzählungssammlung. – Eins von 800 Exemplaren, handschriftlich nummeriert. – Von der Rowohlt-Erstausgabe dürften schon zu Lebzeiten des Verfassers kaum mehr als 400 Exemplare existiert haben, denn mehr als die Hälfte der Auflage wurde 1915 vom Kurt Wolff Verlag übernommen und mit einem neuen Titelblatt versehen. – Auf Wunsch des Dichters wurde der Text »in einem ungewöhnlich großen Schriftgrad (Tertia) gesetzt«, den Kafka in einem Brief an seinen Verleger vorbehaltlos als »wunderschön« bezeichnete. – Gewidmet »Für M[ax] B[rod]«, der bereits an diesem Frühwerk großen Anteil hatte. »Die Kafka wesentliche Reihenfolge der Stücke wird mit Hilfe Brods am Abend des 13. August 1912, der ersten Begegnung mit Felice Bauer, festgelegt und am 14. August das Manuskript durch Brod abgeschickt.« (alle Zitate nach Dietz) – Unbeschnittenes Exemplar in der seltenen Originalbroschur.

24,5 : 16,3 cm. [8], 99, [1] Seiten. – Umschlag beschädigt. – Die ersten 2 Blätter am Unterrand mit Fehlstelle, 2 Blätter unsachgemäß aufgeschnitten, 4 im Falz eingerissen.

Dietz 17. – Raabe/Hannich-Bode 146.1. – Göbel 91