ChristianHesse

Lot 701 – 750 | Hesse-Auktionen
Lot 701 – 750

701  Franz Kafka. Ein Hungerkünstler.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Vier Geschichten. Berlin, Die Schmiede 1924. Grüner Originalleinenband mit blau-rotem Rücken- und Deckelschild (Entwurf Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Enthält die vier Erzählungen: Erstes Leid; Eine kleine Frau; Ein Hungerkünstler; Josefine, die Sängerin. – Das einzige Buch, das Kafka selbst einem anderem Verleger als Kurt Wolff gab – nach seinem Weggang aus Prag kam er Ende 1923 durch Ernst Weiß und weitere ihm bekannte Autoren des jüdischen Schmiede-Verlegers Rudolf Leonhard mit diesem in Kontakt. – Der »Hungerkünstler« erschien erst nach Kafkas Tod, man darf aber annehmen, dass er noch alle vier Geschichten selbst korrigiert hat. – Erschien innerhalb der Reihe »Die Romane des XX. Jahrhunderts«.

19,8 : 13,8 cm. 85, [3] Seiten. – Ränder leicht, Rücken stärker verfärbt. Rückenschild gebräunt und mit kleinen Fehlstellen. – Exlibris »Kaufhaus des Westens«, hinterer Vorsatz mit kleinem Stempel.

Dietz 66. – Raabe/Hannich-Bode 146.7. – Holstein, Salter 68

702  Franz Kafka. Der Prozess.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Roman. Berlin, Die Schmiede 1925. Halblederband der Zeit mit vergoldetem Rückentitel, der braune Kleisterpapierbezug eines Originalpappbandes nach Entwurf Georg Salters mit Deckel- und Rückenschild ist eingebunden.

Erste Ausgabe. – Erschienen innerhalb der Reihe »Die Romane des XX. Jahrhunderts«. – Max Brod gab den Text aus dem Nachlass des Dichters und gegen dessen Willen heraus. In dem Nachwort rechtfertigte der Freund des Dichters sein editorisches Vorgehen. – »Der Prozess« bildet den ersten Teil der sogenannten »Trilogie der Einsamkeit«, die Folgeteile »Das Schloss« und »Amerika« erschienen – wieder im Kurt Wolff Verlag – in identischer Ausstattung.

19,8 : 14,0 cm. [8], 411, [1] Seiten. – Rücken etwas verblasst. Kanten minimal berieben.

Raabe/Hannich-Bode 146.8

703  Franz Kafka. Der Prozess.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Roman. Berlin, Die Schmiede 1925. Grüner Originalleinenband mit blau-rotem Deckel- und Rückenschild (Entwurf von Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Erschienen innerhalb der Reihe »Die Romane des XX. Jahrhunderts«. – Max Brod gab den Text aus dem Nachlass des Dichters und gegen dessen Willen heraus. In dem Nachwort rechtfertigte der Freund des Dichters sein editorisches Vorgehen. – »Der Prozess« bildet den ersten Teil der sogenannten »Trilogie der Einsamkeit«, die Folgeteile »Das Schloss« und »Amerika« erschienen im Kurt Wolff Verlag in identischer Ausstattung.

19,8 : 14,0 cm. [8], 411, [1] Seiten. – Ränder und besonders der Rücken verblasst. Rückenschild gebräunt.

Raabe/Hannich-Bode 146.8

704  Franz Kafka. Das Schloss.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Roman. München, Kurt Wolff 1926. Blauer Originalleinenband mit blau-rotem Deckel- und Rückenschild (Entwurf von Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Der zweite Teil der Romantrilogie erschien wieder bei Kurt Wolff. – Wie alle drei posthum erschienenen Romane mit einem Nachwort des Freundes und Herausgebers Max Brod.

19,7 : 13,5 cm. [8], 503, [1] Seiten. – Rücken verblasst und wie die Deckel leicht stockfleckig.

Raabe/Hannich-Bode 146.9. – Göbel 663

705  Franz Kafka. Der Prozess. – Das Schloss. – Amerika.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Berlin, Die Schmiede 1925, und München, Kurt Wolff 1926/1927. Zwei Halblederbändebände im Stil der Originale, ein Originalleinenband, alle mit Rücken- und Deckelschild (Entwurf Georg Salter).

Erste Ausgaben der von Max Brod aus dem Nachlass herausgegebenen sogenannten »Trilogie der Einsamkeit«. – Max Brod schrieb für jeden Band ein Nachwort und erläutert seinen Entschluss, Kafkas Willen, sämtliche Manuskripte zu vernichten, zu ignorieren. Spätestens mit den drei großen Romanen gelangte Kafka zu Weltruhm. – Dazu: Beim Bau der Chinesischen Mauer. Berlin, Gustav Kiepenheuer 1931. Originalleinenband mit vergoldeter Deckelvignette und Rückenschild. – Alle aus dem Nachlass Dr. Harry Heller, mit dessen Exlibris. Dr. Heller (1899–1967) arbeitete als Mediziner in einer Berliner Klinik, bevor er 1933 aus dem Dienst entlassen wurde. Über Holland und Schottland emigrierten er und seine Frau nach Palästina, 1965 wurde er schließlich an die Universität Tel Aviv berufen und leitete dort die medizinische Fakultät. Nach seinem Tod »reisten« die Bücher mit seinem Sohn in die USA. – Der Zustand der Bücher dokumentiert das bewegte Leben ihres Besitzers. Er und die Bücher überlebten die Katastrophe des 20. Jahrhunderts und bei allen »Schönheitsfehlern« überwiegt die Freude über ihr Vorhandensein.

19,8 : 13,8 cm. 411, [1]; 503, [1]; 391 [1] Seiten. – Einbände fleckig. Rücken von I und II erneuert, originale Deckelbezüge erhalten. Rücken von II beschädigt, Gelenke gebrochen. – Erste und letzte Seiten, äußerste Ränder stockfleckig. – Beigabe: Rücken verfärbt, hinteres Gelenk gebrochen. Deckel mit kleinen Stockflecken.

Raabe/Hannich-Bode 146.8, 9 und 10. – Göbel 663 und 673 (II und III)

706  Ernst Ludwig Kirchner – Jakob Boßhart. Neben der Heerstraße.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Mit Holzschnitten von E. L. Kirchner. Zürich und Leipzig, Grethlein & Co. 1923. Mit 23 Holzschnitten im Text. Illustrierter roter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Neben Georg Heyms »Umbra Vitae« und fast gleichzeitig entstanden, sind Boßharts Erzählungen das zweite große illustratorische Werk Kirchners.

20,0 : 13,5 cm. 434, [6] Seiten.

Dube 809–831. – Jentsch 143. – Lang, Expressionismus 174

707  Erich Klossowski – Julius Meier-Graefe. Orlando und Angelica.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 160

Ein Puppenspiel in zehn Akten. Mit Lithographien von Erich Klossowski. Berlin, Paul Cassirer 1912. Mit 72 Kreidelithographien, davon zehn farbige Zwischentitel, 60 Textillustrationen, eine farbig, Titel und Titelvignette. Originalbroschur mit Buntpapierbezug und Titelschild. In Leinenkassette.

Erste Ausgabe. – »Den Bühnen gegenüber als Manuskript.« – Nach einem Puppentheaterstück, das Julius Meier-Graefe und Erich Klossowski gemeinsam im Jahr 1911 im Teatro Stella Cerere in Neapel gesehen hatten, das wenig später durch einen Brand zerstört wurde. Meier-Graefe schrieb 1912 an Samuel Fischer: »Die Puppen sind fabelhaft. [Den] Text habe ich sehr frei übertragen [und er] ist nun in ganz fabelhafter Weise von Klossowski illustriert worden. Ich glaube nicht, daß Sie so etwas von Klossowski gesehen haben. Er ist nach meiner Ansicht, die nicht allein steht, der bei weitem talentvollste unter den jungen Deutschen […]«.

39,8 : 32,0 cm. [8], 133, [3] Seiten. 2 Zwischentitel nicht in die Paginierung eingeschlossen.

Feilchenfeldt/Brandis 144.B

708  Gottfried Kölwel. Gesänge gegen den Tod.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Leipzig, Kurt Wolff 1914. Cremefarbener Originalpappband mit Titelaufdruck in Schwarz und Rot.

Erste Ausgabe von Kölwels Erstling. – Der jüngste Tag 17. – In der seltenen Einbandvariante, die Smolen für diesen Band nicht nachweisen konnte (»deshalb bleibt ungeklärt, ob eine Pappversion im Sinne der Nummern 11 und 14–16 […] überhaupt je erschienen ist.« Für die genannten Bänder der zweiten und dritten Serie bildet Smolen Einbände in der gleichen Gestaltung ab. – Auf besserem Papier. – Dazu drei Erstausgaben von Georg Kölwel: Die frühe Landschaft. München, Roland 1917. – Erhebung. München, Roland 1918. – Die schöne Welt. Wien, Gallus 1942. – Originalpappbände. – Zwei Beigaben.

21,5 13,1 cm. 45, [3] Seiten. – Deckelränder minimal gebräunt. – Die übrigen ebenfalls sehr gut erhalten.

Nicht bei Smolen/Stammerjohann, vgl. 17.1.A.1 und Abb. 30, 38,42 und 44. – Raabe/Hannich-Bode 161.1 und 161.2, 3 und 22 (falsche Angaben)

709  Kokoschka. Drawings.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 220

With an Introduction by Paul Westheim. Edited by Ernest Rathenau. London, Thames and Hudson 1962. Mit einer signierten Farblithographie und 146 Abbildungen auf Tafeln. Originalleinenband mit goldgeprägten Titeln. Im Schuber.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der signierten Farblithographie »Teufel auf einem Esel und eine Nymphe« auf Japan (Gesamtauflage 500).

29,0 : 23,5 cm. 15, [1] Seiten, 146 Tafeln, 1 Lithographie. – Schuber fleckig. Rücken verfärbt.

Wingler/Welz 215

710  Oskar Kokoschka – Hans M. Wingler und Friedrich Welz. Oskar Kokoschka. Das druckgraphische Werk.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Salzburg, Galerie Welz 1975. Mit zwei signierten Originalgraphiken und zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Originalpergamentband mit vergoldeten Titeln (Ernst Ammering, Ried).

Eins von 190 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der Lithographie »Selbstbildnis, 1971« und der Radierung »Gänsemagd«. – Beide Graphiken signiert, nummeriert und in Folienpassepartouts. – Es erschien noch ein Nachtragsband für die Jahre 1975–1980.

31,5 : 24,0 cm. 296 Seiten. – Etwas aufgebogen. – Die Graphiken rückseitig mit Paketklebeband-Resten; Ränder der Radierung minimal geknittert.

Wingler/Welz 470 u. 474

711  Käthe Kollwitz-Mappe.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 160

Neu bearbeitet von Josef Popp. Herausgegeben vom Kunstwart. München, Georg D. Callwey 1925. Zwölf Heliogravüren, davon eine doppelblattgroß und gefaltet, und das Textheft mit sieben Abbildungen. Lose in neuer Leinenkassette.

Mit eigenhändiger Widmung auf dem Titelblatt »Herrn Peschel mit freundlichem Gruß | Käthe Kollwitz«. – Die Heliogravüren wurden auf braune Kartonblätter montiert. – Der Originalmappendeckel liegt, beschnitten und in Passepartout montiert, bei.

42,0 : 31,0 cm. [8] Seiten, 13 Tafeln. – Textheft etwas gebräunt, leicht fleckig und im Falz mit kleinem Einriss.

712  Jeff Koons.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Edited by Hans Werner Holzwarth. With Texts by Katy Siegel, Ingrid Sischy, Eckhard Schneider and Statements by Jeff Koon. Köln u. v. a., Taschen 2007. Mit zahlreichen farbigen fotografischen Abbildungen, meist ganzseitig. Farbig bedruckter Originalleinenband mit applizierten Folienobjekten auf den Deckeln. In der roten Originalleinenkassette mit Titelaufdruck in Silberfolie.

Eins von 1600 stempelnummerierten und vom Künstler signierten Exemplaren. – Gewichtige Monographie über den amerikanischen Künstler. Neben biographischen Essays, Ausstellungsverzeichnis und Bibliographie beeindruckt der voluminöse Band vor allem mit hunderten Abbildungen der Werke Jeff Koons’ aus den Schaffensperioden seit 1979. – Texte in Englisch, Deutsch und Französisch. – Tadellos erhalten.

44,5 : 33,5 cm. 605, [1] Seiten.

713  Gerhart Kraaz – Canticum Canticorum.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Das Hohe Lied. Mit dreißig Lithographien von Gerhart Kraaz. Frankfurt am Main, Ars libri 1962. Mit 28 in den Text eingedruckten Lithographien, davon acht doppelblattgroß, und vier signierten beigelegten Lithographien, davon zwei doppelblattgroß. Brauner Originalmaroquinband mit vergoldetem Rücken- und blindgeprägtem Deckeltitel (Christian Zwang, Hamburg). In Originalleinenkassette (Willy Pingel, Heidelberg).

Erster (noch unbezeichneter) Ars librorum Druck. – Exemplar XIX von 50 römisch nummerierten der Vorzugsausgabe mit vier zusätzlichen Lithographien, davon eins der 25 in Leder gebundenen Exemplare. Es erschienen weitere 275 Exemplare mit nur einer zusätzlichen signierten Lithographie. – Druckvermerk von Künstler und Verleger signiert. – Auf gelblichem Hahnemühle-Bütten. – Gesetzt aus der Monotype Bell-Antiqua. – Den Text druckte Hans Christians, Hamburg; die Lithographien Paul Robert Wilk, Frankfurt am Main. – Die Übersetzung Gotthard de Beauclairs fußt auf dem hebräischen Urtext und ist Henri Friedlaender gewidmet. – Im gleichen Jahr erschien eine englische Ausgabe. – Entgegen der Angabe auf dem Titel enthält die Lederausgabe nur 28 Lithographien, da die Umschlagillustrationen entfielen.

48,0 : 33,0 cm. [2], 40, [6] Seiten.

Löffler B 8a. – Spindler 40.21. – Tiessen II, 15

714  Gerhart Kraaz. Das Buch Hiob.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 650

Zwölf Lithographien. Mit dem Text in der Übersetzung von Martin Luther. Seulberg im Taunus, Paul Robert Wilk [1971]. Zwölf signierte Lithographien und 45 Offsetlithographien im Text. Lose in Originalhalblederkassette (Helmuth Halbach, Königstein).

Eins von 100 Exemplaren. Diese Auflage wurde laut Werkverzeichnis nicht erreicht und nur noch zum Teil signiert. – Hier alle zwölf Lithographien vom Künstler nummeriert und signiert. – Die Typographie der Textseiten und die Anordnung der Vignetten stammt von Richard von Sichowsky. – Die Textseiten, illustriert mit den Vignetten nach Zeichnungen des Künstlers, geben den vollständigen Text der Luther-Übersetzung wieder, die zwölf eindrucksvollen Lithographien widmen sich einzelnen Textstellen. – Gedruckt auf Teton-Bütten, die Ätzung der Vignetten übernahm Paul Wilk, der den Privatdruck vertrieb. – Eines der Hauptwerke von Gerhart Kraaz (1909–1971), entstanden kurz vor seinem Tod. »Die Hauptaussage über die Vorstellung des späten Kraaz von einem gelungenen Miteinander von Text und Bild […] nachweislich ohne Vorgaben eines Verlagstypographen« (Birgit Löffler, S. 113). – Sehr schönes Exemplar.

71,0 : 50,5 cm (Blattgröße). [12] Seiten, 12 Lithographien.

Löffler B 27. – Tiessen III, 29

715  Alfred Kubin – Otto Julius Bierbaum. Samalio Pardulus.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Mit zwanzig Bildbeigaben von Alfred Kubin. München und Leipzig, Georg Müller 1911. Mit 20 Lichtdrucktafeln. Originalhalbmaroquinband mit vergoldeten Bordüren und Fileten und Rückenvergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

Eins von 600 Exemplaren. – Auf Van Gelder-Bütten. – Einbandentwurf von Paul Renner. – Gut erhaltenes Exemplar.

25,0 : 19,7 cm. 44, [6] Seiten, 20 Tafeln. – Rücken verblasst.

Marks A 12. – Raabe 35

716  Alfred Kubin – Friedrich Huch. Neue Träume.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Mit zwanzig Bildern von Alfred Kubin. München, Georg Müller 1921. Mit zehn Lithographien und zehn Textillustrationen in Strichätzung. Originalhalbpergamentband mit blau-goldenem Rückenschild, Kopfschnittvergoldung und blauen Batikpapierbezügen.

Eins von 800 Exemplaren, wobei Horodisch, Raabe und Marcks die Halbpergamentbände einer Vorzugsausgabe von 100 Exemplaren zuschreiben. – Dazu: Gottfried August Bürger. Des Freiherrn von Münchhausen wunderbare Reisen und Abenteuer […] Coburg, Winkler 1947. Mit zwölf blattgroßen Strichätzungen. Originalpappband. – Georg Trakl. Offenbarung und Untergang. Die Prosadichtungen. Salzburg, Otto Müller 1947. Mit zwölf Strichätzungen. Originalpappband mit Deckelillustration und Originalschutzumschlag.

32,3 : 24,3 cm. 45, [3] Seiten, 10 Lithographien. – Pergament etwas berieben. Vorsätze leicht stockfleckig.

Marcks A 57 sowie A 197 und 211. – Raabe 151 sowie 646 und 652

717  Alfred Kubin. Nach Damaskus.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 270

18 Steinzeichnungen. München, Georg Müller 1922. 18 Lithographien und ein lithographiertes Titelblatt, alle signiert. Zusammen mit sechs Textblättern lose in Originalhalbpergamentmappe mit goldgeprägtem Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 350). – Gedruckt auf echtem Pan-Bütten. – Die Lithographien entstanden zu August Strindbergs Drama »Till Damaskus«. – Aus dem Vorwort von Alfred Kubin: »Seit 1912 war es einer der Lieblingsgedanken von Georg Müller, Blätter zu einem Strindbergwerk von mir zu bekommen […] kurz vor seinem Tode sprach er wieder von ›unserem Strindberg‹ […] Nach dem Ableben meines Verlegers wollte ich dessen Wunsch, der mir auf einmal wie eine Verpflichtung vorkam, aber allen Ernstes nachkommen«.

39,5 : 30,0 cm (Mappe). [12] Seiten, 19 Lithographien. – Mappe innen leicht stockfleckig. Rücken mit schwacher Spur eines entfernten Bibliotheks-Schilds. Innendeckel mit Stempel und Kleberest. – Papiere der Lithographien gebräunt, Ränder etwas brüchig.

Marks A 61. – Raabe 167. – Hoberg Mappe IV

718  Alfred Kubin. Von verschiedenen Ebenen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Berlin, Fritz Gurlitt 1922. Mit vier signierten Lithographien und zahlreichen Illustrationen. Originalhalbleinenband mit kolorierter Deckelillustration.

Malerbücher Band 5. – Eins von 400 Exemplaren (Gesamtauflage 500). – Das Buch enthält einen autobiographischen Abriss sowie die Texte »Der Zeichner«, »Über mein Traumerleben«, »Die Befreiung vom Joch«, »S. Friedlaender, Schöpferische Indifferenz« und »Mimi« sowie die Bildergeschichten »Eigner Herd ist Goldes wert« und »Heberl«. – Die beigebundenen signierten Lithographien gehörten eigentlich nicht zu den Texten. – Kaum eines von Kubins Büchern ist derartig abwechslungsreich illustriert: Vignetten und Initialen wechseln mit blattgroßen Szenerien und Karikaturen.

36,0 : 26,5 cm. [70] Seiten, 4 Lithographien. – Schnitt und Einband minimal stockfleckig.

Marks A 67. – Raabe 181

719  Alfred Kubin – Charles de Coster. Smetse, der Schmied.

Schätzpreis/Estimate: € 150 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Eine flämische Legende. Mit Bildern von Alfred Kubin. München, Buchenau & Reichert 1923. Mit Titelvignette, zweifarbiger Initiale und 24 Illustrationen im Text. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (E. A. Enders, Leipzig).

Zehnter Phantasusdruck. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Zanders Einhornbütten und in Halbpergament (Gesamtauflage 1430). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Federzeichnungen schnitt Albert Fallscheer faksimilegetreu in Holz. – Tadellos.

48,5 : 19,5 cm. 102, [2] Seiten.

Marks A 71. – Raabe 224. – Schauer II, 99

720  Alfred Kubin. Orbis Pictus.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 220

[Baden-Baden, Merlin 1930]. Illustriertes Titelblatt, Textblatt und 25 illustrierte Blätter. Lose in Originalhalbleinenmappe mit Titelschild.

Eins von 280 Exemplaren (Gesamtauflage 300). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Titel-, Text- und neun illustrierte Blätter auf gelblichem, 16 auf bläulichem Papier. – »Zwischen Traum und Leben zogen zahllose Gestalten und Bilder an mir vorbei, die während meines ganzen Daseins immer wieder mich beschäftigten. […] Ich zeichne das, was ich sehe mit den Augen des Kopfes und denen der Seele« (Vorbemerkung).

47,5 : 32,5 cm. 27 Blätter.

Marks A 103. – Raabe 397

721  Alfred Kubin – Für Alfred Kubin.

Schätzpreis/Estimate: € 750 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Eine Widmung Österreichischer Dichter und Künstler zu seinem 50. Geburtstag. Wien, Officina Vindobonensis 1927. Mit 15 signierten Lithographien. Bemalter Originalpergamentband mit Goldschnitt.

Zum 10. April MCMXXVII. – Im Druckvermerk handschriftlich bezeichnet als »Nr. I«. Weitere Exemplare einer »signierten Vorzugsausgabe« konnten wir nicht nachweisen. Mit signierten Lithographien von Georg Ehrlich, Anton Hanak, Carry Hauser, Clemens Holzmeister, Ernst Huber, Theodor Kern, Wilhelm Klier, Oskar Laske, Franz Lerch, Alfred Loeb, Georg Mayer-Marton, Georg Merkel, Ernst Wagner, Georg Philipp Woerlen und Franz Zülow. – Die Textbeiträge stammen von Richard von Schaukal, Otto Stoessl, Heinrich Suso Waldeck, Richard Billinger, Felix Braun und anderen. Aus der Bibliothek von Heinrich Stinnes, mit dessen eigenhändigem Besitzvermerk.

25,2 : 20,0 cm. 49, [4] Seiten, 15 Lithographien. – Es fehlt das vordere Vorsatzblatt.

Raabe 456

722  Kunst und Künstler.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 340

Illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe. Jahrgang XIV–XVI und XVIII–XXI. Berlin, Bruno Cassirer 1915–1923. Mit zehn Lithographien im Text, einer Farblithographie und zahllosen Abbildungen. Sieben Originalhalbpergamentbände, Rückentitel, Kopfschnitt und die große Vorderdeckelvignette nach Zeichnung von Karl Walser goldgeprägt.

Sehr dekorative und gut erhaltene Teilfolge einer der wichtigsten Kunstzeitschriften der klassischen Moderne. – Mit Originalgraphiken von Rudolf Großmann (sieben Lithographien, eine koloriert, zu Charles de Costers »Till Ulenspiegel« in Jahrgang XIV; Farblithographie »Konzert« in Jahrgang XVI) und Max Liebermann (drei Lithographien zu Goethes »Bassompierre« in Jahrgang XV). – Die Graphiken auf Japanbütten.

31,5 : 26,0 cm. – Pergament eines Rückens in abweichendem Farbton.

Söhn HDOG 64802, 64910 und 65005. – Liebermann: Schiefler 211–213. – Walser: Badorrek-Hoguth C 12.2

723  Henri Laurens – Lukian von Samosata. Loukios ou l’ane.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Bois originaux de Henri Laurens. Paris, Tériade 1947. Mit 68 teils zweifarbigen Holzschnitten, davon 24 blattgroß und einer auf dem Umschlag. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, -chemise und -schuber.

Eins von 210 Exemplaren (Gesamtauflage 270). – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Vélin d’Arches. – »In his use of several blocks for tonal and linear effects, Laurens shows a remarkable technical virtuosity.« (Garvey). – »[…] das am reichsten ausgestattete Buch von Henri Laurens. Die Illustrationen begleiten den Text nicht nur, sondern bilden mit diesem auch eine optische Einheit« (Völker).

29.7 : 21,2 cm. [8], 88, [8] Seiten. – Schuber und Chemise etwas berieben und verfärbt, Umschlagränder minimal gebräunt.

Völker 24. – Monod 7471. – Rauch 126. – Garvey 157 Anmerkung

724  Jacob Lawrence – John Hersey. Hiroshima.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 550

With a new Poem by Robert Penn Warren and Silk-Screens by Jacob Lawrence. New York, The Limited Editions Club 1983. Mit acht Farbsserigraphien. Schwarzer Originalanilinlederband. Im Seidenschuber.

Luxusdruck des Limited Editions Club. – Eins von 1500 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstler und Dichtern signiert. – Buchgestaltung von Ben Shiff. – John Herseys ungeschönter Bericht über die Atombombenabwürfe von Hiroshima wurde erstmals im August 1946 im »New Yorker« veröffentlicht, ein Jahr nach der bedingungslosen Kapitulation Japans. Hersey begründete seine Geschichte auf Interviews, die er mit sechs Überlebenden der Explosion führte. Die Veröffentlichung war eine Sensation und gilt als eines der besten Stücke des Journalismus des 20. Jahrhunderts. – In einer Reihe von plakativ artikulierten ganzseitigen Siebdrucken fängt Jacob Lawrence (1917–2000) mitfühlend die Emotionen und Eindrücke von Herseys Bericht ein. – Beiliegend »The monthly Letter« No. 535, Limited Editions Club, December 1983.

725  Jacob Lawrence – The First Book of Moses, called Genesis.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1400

The King James Version. Silkscreens by Jacob Lawrence. New York, The Limited Editions Club 1989. Mit acht Farbserigraphien. Originalleinenband mit vergoldetem Titel in Originalleinenkassette mit Lederdeckelschild.

Eins von 400 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Druck der Graphiken auf Whatman Paper. – Für die acht prächtigen farbigen Siebdrucke wurden insgesamt 144 einzelne Schablonen hergestellt, die nach dem Druck sämtlich vernichtet wurden. Die kraftvollen Bilder des Künstlers geben dem Text eine moderne Dringlichkeit und Ausdruckskraft. Jacob Lawrence (1917–2000) wurde im Alter von 24 Jahren fast über Nacht berühmt, als seine historische Serie von 60 Gemälden, »Migration of the Negro« 1941 in der Downtown Gallery in New York City gezeigt wurde. Als erster afroamerikanischer Künstler war er in einer New Yorker Galerie vertreten.

56,3 : 43,0 cm. [160] Seiten, 8 Siebdrucke.

726  Stanislaw Lem. Astronauci.

Schätzpreis/Estimate: € 1200 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 900 ( R7 )

Powiesc fantastyczno-naukowa (polnisch: Die Astronauten. Science-fiction Roman). [Warschau], Czytelnik 1951. Originalbroschur, Vorderdeckel mit Illustration von Jan S. Miklaszewski.

Erste Ausgabe. – Der erste veröffentlichte Roman von Stanislaw Lem, »Człowiek z Marsa (Der Mensch vom Mars) von 1946 erschien erst 1989. – Stanislaw Lem (1921–2006) wurde durch seine von philosophischem Gedankengut geprägten Science-Fiction-Romane bekannt. – Sehr schönes Exemplar der sehr seltenen Originalausgabe.

20,8 : 14,8 cm. 334, [4] Seiten.

727  Drei berühmte Science-Fiction-Romane

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

in erster Ausgabe. London 1932 und 1949, New York 1950. Originalleinenbände.

I. Aldous Huxley. Brave New World. A Novel. London, Chatto & Windus 1932. [8], 306, [2] Seiten. – II. George Orwell. Nineteen eighty-four. A Novel. London, Secker & Warburg 1949. 312 Seiten. – III. Isaac Asimov. I, Robot. New York, Gnome Press 1950. 253, [3 leere] Seiten.

Ohne Schutzumschläge, Einband von II teils verfärbt. – Alle mit Lesespuren, II mit Besitzvermerk , III mit Inschrift auf dem Innendeckel.

728  André Lhote – Blaise Cendrars. L’Or.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

[Paris], Les Exemplaires 1938. Mit neun ganzseitigen Kreidelithographien von André Lhote. Schwarze Originalbroschur mit in Gold gedrucktem Deckeltitel, in Originalchemise und -schuber.

Eins von 99 Exemplaren. – Der letzte Druck von Maurice Darantiere in seinem Ateilier in Vallée aux Loups südlich von Paris. In schöner Typographie auf Vidalon-Papier gedruckt. – Cendrars romanartige Biographie Johann August Sutters (1803–1880) erschien bereits 1925. Der Goldfund auf dessen kalifornischen Besitztümern löste 1848 den »Goldrausch« aus. 1936 war der Roman, von Yvan Goll ins Deutsche übersetzt, durch Luis Trenker verfilmt worden. Die Lithographien von André Lhote, der eigentlich dem Kubismus verbunden war, scheinen teils von der Bildwelt des Trenker-Films beeinflusst.

23,5 : 30,2 cm. [100] Seiten.

Monod 2403

729  Alexandre Lunois – J[acobus] de Voragine. La Légende dorée.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Traduction française de H. Piazza. Dessins et Lithographies de A. Lunois. Paris, G. Boudet 1896. Mit 75 farbigen Lithographien im Text und 13, vielfach wiederholten Holzstichbordüren. Brauner Kalblederband mit Lederschnittintarsien und Vergoldung (signiert: Leon Gruel Relieur, Paris 1897), der illustrierte Originalumschlag eingebunden. In ledergefütterter Halblederchemise.

»Belle publication cotée. Un des meilleurs livres de l’artiste« (Carteret). – Eins von 25 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe, gedruckt auf Japan und mit einer Suite aller Lithographien und Holzstiche ohne Text, gedruckt in Schwarz auf Chinapapier (Gesamtauflage 210). Im Druckvermerk von Künstler und Übersetzer monogrammiert. – Die bibliophile Ausgabe enthält zwölf Heiligenlegenden aus der berühmten »Legenda Aurea« des Dominikaners Jacobus de Voragine (1228–1298). – Jede Doppelseite links mit Text und einer Holzstichbordüre, rechts eine ganzseitige Farblithographie mit eingedrucktem Text. Für jedes der zwölf Kapitel wurde eine eigene Bordüre verwendet. – Die Luxusexemplare enthielten laut Druckvermerk zusätzlich drei Skizzenzeichnungen von Alexandre Lunois (1863–1916), von denen eine aquarelliert war. Das vorliegende Exemplar enthält sogar drei Aquarelle sowie zwei Bleistift- und eine Rötelzeichnung, ferner einen Probedruck als Werbeblatt des Verlages. – Seltene Ausgabe, hier in einem typisch opulenten Einband des berühmten Pariser Buchbinder Léon Gruel (1841–1923). – Mit dem Goltzius-Exlibris von H. Grandjean.

32,3 : 25,5 cm. 152, [4] Seiten, 3 Aquarelle, 3 Zeichnungen. – Steh- und Deckelkanten leicht berieben.

Monod 11451. – Carteret IV, 407

730  Max Liebermann – Karl Scheffler. Max Liebermann.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Mit 124 Abbildungen nach Gemälden und Graphik. Vierte Auflage. München, R. Piper 1922. Mit einer Radierung und 124 Abbildungen. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der Radierung »Frühling im Grunewald« (Schiefler 351c) und in Halbleder gebunden. – Die Radierung wurde von Max Liebermann eigens für diese Ausgabe geschaffen.

214, [5] Seiten, 1 Radierung. – Ränder berieben, Rücken verblasst. – Vorderes Innengelenk brüchig.

731  Udo Lindenberg – Gabriele [Henkel]’s Weisheit’sbuch von Udo [Lindenberg].

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Eigenhändige Texte und Anmerkungen zu eingeklebten Fotos, Zeitungsausschnitten, Kopien u. a. mehr.

Wann Udo Lindenberg in näheren Kontakt zu der 2017 verstorbenen Düsseldorfer Kunstsammlerin und Mäzenin Gabriele Henkel kam, scheint der Boulevard Presse verborgen geblieben zu sein. Spätestens 2008/2009 dürfte der Hamburger Panik-Rocker einen Blindband von Albert Einsteins »Mein Weltbild« (Ausgabe Zürich 2005) benutzt haben, um für Gabriele Henkel eine Art Tagebuch anzulegen. – Das Vorsatzblatt mit großer Widmungszeichnung und dem Titel, die beiden Folgeblätter mit Porträts der Empfängerin und den grundsätzlichen Fragen »Was soll bleiben?« und »Was will ich ändern?« – Es folgen etwa 60 Seiten mit Einklebungen (Reisefotos, Postkarten, Zeitungsauschnitte) und teils ausführlichen Bemerkungen von Gabriele Henkel. – Vom Vorbesitzer aus dem Nachlass erworben.

732  Heinz Mack – Hilde Domin. Höhlenbilder · Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Zuschlag/Hammerprice: € 470

1951–1952. Drei Ätzungen und eine Titelätzung von Heinz Mack. Duisburg, Guido Hildebrandt 1968. Mit drei doppelten Silberätzungen auf Folien. Silberfarbene Originalbroschur mit silber-geätztem Folienumschlag.

Hundertdruck IV. – Eins von 100 Exemplaren. – Druckvermerk von Künstler und Verfasserin signiert. – Die drei Ätzungen im Band wurden leicht versetzt jeweils auf zwei Folien gedruckt. – Der ZERO-Künstler Heinz Mack (geboren 1931) illustriert hier frühe Gedichte von Hilde Domin, die noch während ihres Exils in der Dominikanischen Republik und in der sehr prägenden Lebensphase nach dem Freitod ihrer Mutter entstanden. – Nur 20 Titel erschienen in dem 1965 von Guido Hildebrandt gegründeten und nach ihm benannten Duisburger Kleinverlag. Doch in diesen 20 Werken vereinigte der Wochenendverleger die »Creme de la Creme« der Poesie und der bildenden Kunst seiner Zeit.

40,0 : 27,0 cm. [24] Seiten, 6 Folien. – Die erste Seite aus der Klebebindung gelöst.

Spindler 157.4

733  Heinz Mack. … daß silber meine farbe ist.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1700

Duisburg, Guido Hildebrandt 1977. Mit zwölf Graphiken und mehreren Faksimiles. Spiralgebundene Originalbroschur mit silbernen und transparenten Deckeln. Im Originalschuber.

Hundertdruck II. – Eins von 100 Exemplaren, weitere 30 Belegexemplare. – Druckvermerk und vier Blätter vom Künstler signiert, das faksimilierte Gedicht eigenhändig um die letzte Zeile ergänzt. – Buchgestaltung von Heinz Mack u. Klaus Ulrich Düsselberg, der auch Typographie und Druck besorgte. – Die Gedichte aus den Jahren seit 1950 wurden teils nach der Kalligraphie des Künstlers faksimiliert, teils auch als Negativprägung in Silberfolie, auf Transparentpapier, Folien und verschiedene Papiere gedruckt. – Die zwölf Graphiken als Präge-, Iris- und Farboffsetdrucke. – Außerordentlich schönes und vielseitig gestaltetes Künstlerbuch.

40,0 : 27,0 cm.

Spindler 157.19

734  Heinz Mack – Kurt Weidemann. Heinz Mack. Imaginationen 1953–1973.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 750

Frankfurt, Berlin und Wien, Propyläen 1974. Mit zahlreichen Farbtafeln, davon sechs aus Transparentfolie. Originalleinenband mit schwarzer Leporellochemise mit Silberprägungen. Im Schuber.

Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe A mit folgenden Beilagen: Fünf zusätzliche Serigraphien auf Folie, eine weitere auf Karton, eine »Lupenscheibe«, vier Farbdias in Passepartoutkarton, ein Farbdruck mit Silberfolie und ein 3D-Druck sowie sechs Prägedrucke in Silberfolie, davon einer signiert. Die Prägedrucke wurden auf die leporelloartig gefaltete Chemise des Buches aufgezogen. – »Dies ist kein Buch im herkömmlichen Sinne, sondern eine Aufforderung zum visuellen Denken.« (Vorwort). – Dieter Roth erzählte einmal, wie Mack die Entstehung seiner »Lichtreliefs« erlebt hatte, als er »zufällig auf eine dünne Metallfolie trat, die auf einem Sisalteppich lag. […] Als ich die Folie aufhob, hatte das Licht Gelegenheit zu vibrieren« (zitiert nach Archiv Sohm, S. 68).

32,3 : 30,3 cm. 171, [3] Seiten, mehrere Tafeln und Graphiken. – Ein Teil des Buchblock aus der Klebebindung gelöst.

735  Thomas Mann. Der kleine Herr Friedemann.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 750

Novellen. Berlin, S. Fischer 1898. Grüner Originalkalikoband mit Blindprägung, vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe von Thomas Manns Erstling. – Enthält neben der Titelnovelle »Der Tod«, »Der Wille zum Glück«, »Enttäuschung«, »Der Bajazzo« und »Tobias Mindernickel«. – Die Erzählungen entstanden seit 1894. »Der kleine Herr Friedemann« war bereits 1897 in der »Neuen Rundschau« erschienen. Über der Lektüre des Manuskripts wurde Samuel Fischer auf den jungen Schriftsteller aufmerksam und forderte ihn auf, einen Roman zu schreiben. Bereits im Herbst 1897 begann Thomas Mann mit den »Buddenbrooks«. – In der seltenen Einbandvariante mit geprägten Wasserpflanzen und -schildkröten. – Die Novellensammlung erschien als Band VI der »Collection Fischer«.

19,5 : 11,4 cm. [4], 198, [2] Seiten. – Rücken etwas verblasst. Ränder leicht berieben, Deckel minimal fleckig.

Potempa B 1

736  Thomas Mann. Buddenbrooks.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 1600

Verfall einer Familie. Roman. Zweiunddreißigste Auflage. Berlin, S. Fischer 1905. Farbig illustrierter Originalkalikoband. – Widmungsexemplar.

Mit eigenhändiger Widmung Thomas Manns auf dem Vorblatt: »Herrn Dr. Büsching [?] aus Angst. München, April 1906. Der Verfasser«. – Der Empfänger der Widmung war sich wohl schon damals der Bedeutung bewusst, auf dem Vortitelblatt notierte er für den Fall unrechtmäßiger »Ausleihe«: »Gestohlen […] Wird NICHT verliehen.« – Einer der bedeutendsten Romane der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts und zugleich die erste umfangreiche Veröffentlichung des jungen Thomas Mann, durch welche er schlagartig weltberühmt wurde. Nach dem großen Erfolg des Romans, von dem Samuel Fischer 1901 nur zögerliche 1000 Exemplare hatte drucken lassen, erschienen ab 1903 in schneller Folge Nachauflagen, bei denen beide Teile in der Regel in einen Band zusammengebunden wurden.

18,3 : 12,5 cm. 566, 539, [5] Seiten. – Rücken und Ränder verfärbt.

Potempa D 1.2

737  Thomas Mann. Buddenbrooks.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 525

Verfall einer Familie. Roman. 47. Auflage. Berlin, S. Fischer 1909. Halblederband mit Rückenschild und -vergoldung und Kopfgoldschnitt, der Originalbroschurumschlag eingebunden (signiert: A. B. Levins, Uppsala).

Exemplar aus dem Besitz von Dr. Gottfried Bermann, mit dessen von Gunter Böhmer entworfenem Exlibris, farbig lithographiert und goldgehöht. – 1932 hatte der gelernte Chirurg Dr. Gottfried Bermann-Fischer von seinem Schwiegervater Samuel Fischer die Leitung des Verlages übernommen, der nach Hitlers Machtergreifung bedroht war. 1935 konnte er nach Wien übersiedeln; 1938, Österreich wurde »angeschlossen«, verlor er bei der Flucht Verlag und Eigentum. In Österreich, Stockholm, Amsterdam und New York gründete er neue Verlagsunternehmen. 1950 gründete Peter Suhrkamp, der den S. Fischer Verlag in Deutschland als Geschäftsführer geleitet hatte, unter eigenem Namen ein konkurrierendes Unternehmen, dem ein Teil der Autoren folgte. – Druckfrisches Exemplar in schönem Handeinband.

18,5 : 12,9 cm. 566; 539, [5] Seiten.

Potempa D 1.2

738  Thomas Mann. Buddenbrooks.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

Verfall einer Familie. 100. Auflage. Erster [und] Zweiter Band. [Berlin], S. Fischer 1919. Originalhalblederbände mit vergoldeten Titeln, Deckelvignetten und Kopfgoldschnitt.

Eins von zehn nicht zum Verkauf bestimmten Autorenexemplaren (Gesamtauflage 210). – Im Druckvermerk von Thomas Mann signiert und nummeriert. – Auf Zanders-Bütten. – Ausstattung von Emil Preetorius. – Das vorliegende Exemplar wurde gedruckt für Moritz Heimann (1868–1925), den Cheflektor im Fischer-Verlag. 1895 erhielt er, nicht zuletzt durch Vermittlung Gerhart Hauptmanns, diese Stelle, die er bis zu seinem krankheitsbedingten Ausscheiden im Jahre 1925 behielt. Nach 1920 war er auch Feuilletonmitarbeiter der wichtigsten Zeitungen der Weimarer Republik. – In einem Gutachten über Thomas Manns »Buddenbrooks« empfahl er die Kürzung des Romans auf halben Umfang. Samuel Fischer schloss sich, die Lesegewohnheiten abwägend, dieser Auffassung an und gab das Ansinnen an den Dichter weiter. Nachdem Thomas Mann »dieses Bubenstück von einer Zumutung« abgelehnt hatte, einigte man sich auf die vorsichtige Auflage von 1.000 Exemplaren. »Trotz dieses Irrtums, vielleicht des größten in seiner Tätigkeit als Lektor, geht es wohl kaum zu weit, festzustellen, dass Moritz Heimann […] zum Synonym für ›Verlagslektor‹ geworden war« (Dierk Rodewald: Moritz Heimann, in: Jüdische Intellektuelle und die Philologien in Deutschland 1871–1933. Göttingen 2001).

20,2 : 13,5 cm. 499, [1]; 477, [3] Seiten. – Rücken berieben und etwas verfärbt.

Potempa D 1.5

739  Thomas Mann. Buddenbrooks.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Zuschlag/Hammerprice: € 470

Verfall einer Familie. Jubiläumsausgabe zum 50. Jahr des Erscheinens. Berlin, S. Fischer 1951. Brauner Originalziegenlederband mit goldgeprägter Deckelvignette und Rückenvergoldung.

Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder. – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – Beiliegend: Geschenkkarte zum Buch mit eigenhändiger Widmung von Friedrich Sieburg für seinen Bruder und dessen Frau. Friedrich Sieburg (1893–1964) deutscher Journalist und Schriftsteller, seit 1956 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig, war bis zu seinem Tode einer der bedeutendsten Zeit- und Literaturkritiker Deutschlands.

19,5 : 12,5 cm. 787, [5] Seiten. – Ecken leicht berieben.

Potempa D 1.10 VA

740  Thomas Mann. Bilse und ich.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Vierte Auflage. München, E. W. Bonsels 1910. Originalbroschur.

Erstdruck der erweiterten und endgültigen Fassung des Vorworts. – In kleiner Auflage auf Bütten. – Thomas Manns Erwiderung auf den Vergleich mit dem Skandalautor Fritz Oswald Bilse. Nachdem in seiner Heimatstadt verschiedene Entschlüsselungslisten zu den Personen in Thomas Manns Roman »Buddenbrooks« kursierten, zeigten sich manche Honoratioren und Bürger der Stadt ob ihrer Darstellung tief verärgert. Die Presse griff diese Stimmung auf, die Angriffe gegen ihn gipfelten in der Bezeichnung, die »Buddenbrooks« seien ein »Bilse-Roman«, was schlussendlich zu vorliegendem Essay führte. – Unbeschnitten.

19,6 : 13,0 cm. 44, [4] Seiten. – Rückenfalz mit kurzen Einrissen, Umschlag minimal fleckig. – Vorblatt mit Besitzvermerk und kleinem Fingerfleck.

Potempa G 26.3

741  Thomas Mann. Tristan.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Sechs Novellen. Berlin, S. Fischer 1903. Grauer Originalkalikoband mit blauen Jugendstilornamenten und goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel. Im Schuber.

Erste Ausgabe. – In nur 2000 Exemplaren erschienen und daher inzwischen selten. – Enthält die Novellen »Der Weg zum Friedhof«, »Tristan« (im Erstdruck), »Der Kleiderschrank«, »Luischen«, »Gladius Dei« und »Tonio Kröger« (zuvor nur in der »Neuen Rundschau« abgedruckt). Jeder von ihnen hat Thomas Mann eine gedruckte Widmung vorangestellt: Unter den so Geehrten sind neben Arthur Holitscher, Richard Schaukal, Kurt Martens auch »Carla«, seine Schwester, die sich 1910 im Alter von 28 Jahren das Leben nahm. Ihr hat Thomas Mann die Novelle »Der Kleiderschrank« zugedacht. – Die Idee zum hier erstmals abgedruckten »Tristan« reicht möglicherweise schon in die Entstehungszeit der »Buddenbrooks« zurück. 1901, im Erscheinungsjahr des Familienromans, berichtet Thomas dem Bruder Heinrich jedenfalls von einer geplanten bzw. in Entstehung befindlichen Burleske mit dem Titel »Tristan«. – Einbandentwurf von A. Scheffer.

18,8 : 13,0 cm.[8], 264, [8] Seiten. – Rücken und Ränder etwas gebräunt, Ecken berieben.

Potempa B 2. – Zum Einbandkünstler vgl. Roland Stark in »Einbandforschung« (Berlin Heft 42/2018)

742  Thomas Mann. Tristan.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 700

Radierungen von Edwin Scharff. München, Drei Masken 1922. Mit zwölf Radierungen im Text. Originalpergamentband mit Deckelillustration, Rückenschild und Kopfschnittvergoldung.

Fünfter Obelisk-Druck. – Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Römisch nummeriertes Exemplar, wie die Vorzugsausgabe in Halbpergament, hier jedoch die Radierungen nicht monogrammiert (Gesamtauflage 340). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt aus der Cicero Walbaum-Kursiv, gedruckt bei Mandruck, München, die Radierungen auf der dortigen Künstlerpresse unter Aufsicht des Künstlers. – Auf Zanders-Bütten. – Die Novelle zählt zu den Frühwerken Thomas Manns und erschien erstmals 1903. – Die Radierungen entstanden in der wohl produktivsten Schaffensphase Scharffs, kurz vor seinem Weggang aus München an die Berliner Hochschule für Bildende Künste.

26,0 : 17,5 cm. 69, [3] Seiten.

Potempa E 13.3. – Rodenberg 448, 5. – Sennewald 22, 3. – Lang, Expressionismus 298

743  Thomas Mann. Tristan.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Solothurn 1955. Mit einem Porträt des Verfassers. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Dritter Solothurner Privatdruck. – Eins von 150 Exemplaren, gedruckt auf Hahnemühle-Bütten. – Das Porträtfoto stammt von Gotthard Schuh. – Unter der montierten Fotoabbildung die faksimilierte Signatur Thomas Manns. – »Einige Wochen nach seinem von der ganzen zivilisierten Welt gefeierten achtzigsten Geburtstage, jedoch in schwerer Krankheit und dem Tode nahe, erteilte Thomas Mann mit Freude seine Zustimmung, diese von ihm vor fünfzig Jahren – 1905 – geschriebene Erzählung als dritten Solothurner Privatdruck auf Weihnachten 1955 herzustellen« (Druckvermerk).

21,5 : 14,0 cm. 76, [2] Seiten.

Potempa E 13.9

744  Thomas Mann. Königliche Hoheit.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 850

Roman. Berlin, S. Fischer 1909. Orangefarbener Originalleinenband mit Gold- und Schwarzprägung.

Erste Ausgabe in der seltenen Farbvariante. – Die ornamentale Umschlaggestaltung stammt von Karl Walser.

19,8 : 13,5 cm. 475, [5] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Potempa D 2.2. – Badorrekt-Hoguth B 59.1

745  Thomas Mann. Königliche Hoheit.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Roman. Dreißigste Auflage. Berlin, S. Fischer 1911. Illustrierter Originalleinenband. – Widmungsexemplar.

Vorblatt mit eigenhändiger Widmung »Fräulein Marie Nie[…] zur Erinnerung an ihren Geburtstag 1915 überreicht vom Verfasser«. – Eine der seltenen, da frühen Widmungen Thomas Manns. Nur etwa 50 der über 600 bei Heine/Schommer verzeichneten Widmungen stammen aus den Jahren vor 1920. – Die ornamentale Einbandillustration zeichnete Karl Walser.

18,5 : 12,5 cm. 475, [5] Seiten. – Einband minimal fleckig. – Mit leichten Lesespuren.

Potempa D 2.2. – Badorrek-Hoguth B 59.4

746  Thomas Mann. Achtung, Europa!

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Aufsätze zur Zeit. New York und Toronto, Longmans, Green & Co. 1938. Originalleinenband mit goldgeprägten Titeln und Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe, nach Potempa ist die häufig als solche angebotene Stockholmer Ausgabe der zweite Druck. – »Dieser Band enthält die wichtigen Aufsätze und Vorträge Thomas Manns seit dem Jahre 1930. Sie sind ein Bekenntnis zur Humanität, ein Protest gegen die Verfolgung und Entrechtung der Menschen und ein Ausblick auf den Sieg der Gerechtigkeit.« – Sehr selten, mit dem Schutzumschlag kaum auffindbar.

18,9 : 12,4 cm. 191, [1] Seiten. – Schutzumschlag leicht fleckig. Äußerster Schnitt minimal stockfleckig.

Potempa B 69.1

747  Thomas Mann. Die vertauschten Köpfe.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 670

Eine indische Legende. Stockholm, Bermann-Fischer 1940. Grüner Originalleinenband, Deckelvignette und Rückentitel vergoldet. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Mit eigenhändiger Widmung auf dem Vorsatzblatt »An Jan Greshoff in aufrichtiger Sympathie, froh, ihm wieder begegnet zu sein, mit herzlichen Wünschen für ihn, für sein Haus und für Holland. New York den 26. Nov. 1943«. – Den Besuch des niederländischen Lyrikers und Essayisten Jan Greshoff (1888–1971) und dessen Frau notierte Thomas Mann im Tagebuch. Greshoff war bereits vor dem Krieg nach Südafrika ausgewandert, ab 1942 arbeitet er als Berater im Allgemeinen Dienst beim Niederländischen Informationsbüro in New York.

16,8 : 12,0 cm. 230 Seiten. – Rücken verblasst. Oberrand vorn gequetscht.

Potempa E 31.1. – Bürgin I.62

748  Thomas Mann. Achtung, Europa!

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Aufsätze zur Zeit. – Lotte in Weimar. – Verbilligter Sonderdruck für deutsche Kriegsgefangene. Stockholm, Bermann-Fischer 1945. Zwei Originalbroschuren.

Unveränderte Nachdrucke der Erstausgaben von 1938 und 1939 innerhalb der Bücherreihe »Neue Welt« (Bände 10 und 21). – Dazu: Selected Short Stories. Translated from the German by H. T. Lowe-Porter. Editions for the Armed Services. New York [um 1940]. Originalbroschur. Sammlung von englischen Übersetzungen, die bei Alfred A. Knopf in den Jahren 1930–1936 erschienen.

16,0 : 10,5 cm. Seiten [5]–191, [3] bzw. Seiten [5]–450. – Broschuren mit einigen Lesespuren. – Titelblätter mit Schenkungsvermerk bzw. Zensurstempel und Besitzvermerk eines Kriegsgefangenen.

Potempa B 69.3 und D 7.7

749  Thomas Mann. Der Zauberberg.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 460

Roman. I [und] II. Verbilligter Sonderdruck für deutsche Kriegsgefangene. Stockholm, Bermann-Fischer 1945. Gelbe Originalbroschuren.

Erschienen in der Bücherreihe »Neue Welt« als Bände 14 und 15. – Mit dem Zensur-Stempel des Kriegsgefangenenlagers Camp Swift in Texas auf dem Titel vom ersten Band. – Das Vorwort »Einführung in den Zauberberg für Studenten der Universität Princeton« stammt von Thomas Mann selbst. – Nun wurden auch Thomas Manns Romane wieder für Leser aus Deutschland gedruckt, auch wenn es für die hier gemeinte Zielgruppe meist noch dauern sollte, bis der heimische Lesesessel wieder verfügbar war. – Die gelben Umschläge gestaltete Brigitte Bermann-Fischer, Ehefrau des damaligen und Tochter des ersten Thomas Mann-Verlegers. – Trotz sicher hoher Auflage durch Art der Verwendung und Zeitläufe selten geworden.

16,3 : 10,8 cm. Seiten [V]–XXVI, 521, [1]; [4], 572 Seiten. – Buchblöcke verzogen, Rücken brüchig, ein Hinterumschlag geknittert. – Teils gebräunt.

Potempa D 3.12

750  Thomas Mann. Der junge Joseph.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Roman. Berlin, S. Fischer 1934. Originalhalblederband mit vergoldetem Titel und goldgeprägter Deckelvignette.

Erste Ausgabe des zweiten Joseph-Romans, erschienen innerhalb der »Gesammelten Werke«. – Exemplar der seltenen und gesuchten Halblederausgabe.

18,8 : 12,5 cm. 337, [7] Seiten. – Vorsatzblatt mit handschriftlichem Eintrag.

Potempa D 5.1