ChristianHesse

Lot 701 – 750 | Hesse-Auktionen
Lot 701 – 750

701  Joan Miró – Les essències de la terra per Miró.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausruflimit/Reserve price: € 500

Barcelona, Edition Poligrafa 1968. Mit 14 blatt- und doppelblattgroßen, teils farbig lithographierten Illustrationen. Lose Doppelblätter in illustriertem Originalumschlag und -leinenkassette.

Eins von 1000 Exemplaren (Gesamtauflage 1135). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die prächtigen Illustrationen entstanden nach Zeichnungen Mirós zu acht alten katalanischen Texten. Die Mappe enthält sowohl diese Texte als auch die Ode auf Miró von Juan Perucho.

50 : 39 cm. [42] Blätter. – Eine Ecke des Kassettendeckels leicht bestoßen.

Cramer 120

702  Pablo Picasso – Tristan Tzara. De mémoire d’homme.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

Poème. Lithographies de Pablo Picasso. Paris, Bordas 1950. Mit neun blattgroßen Lithographien (einschließlich Titel). Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren auf Vélin d’Arches (Gesamtauflage 350). – Picasso malte teils mit den Fingern, was einen nicht unbeträchtlichen Reiz der Illustrationen ausmacht. Diese Technik hatte er am selben Tag bereits für das Doppelporträt seiner Kinder Claude und Paloma angewandt (siehe KatNr. 86). – Die Idee, Picasso die Illustration der 1946 bis 1949 entstandenen vier Gedichte anzutragen, rührt sicher aus Tzaras Begeisterung für die kurz zuvor entstandenen Arbeiten des Künstlers und die Erinnerungen an die gemeinsame Arbeit an dem Buch »L’Antitête« (1933).

33 : 25 cm. 119, [9] Seiten. – Pergaminumschlag etwas gebräunt und mit Einriss. Bindung gelockert. – 3 Seiten mit leichten Stockflecken im Falz, 3 weitere etwas spakig.

Bloch 665-673 und livres 56. – Mourlot 187. – Güse/Rau 492–500. – Goeppert-Cramer 59. – Kibbey 1503. – Harwood, Tzara 41. – Monod 10794. – Garvey 234

703  Pablo Picasso – Maurice Toesca. Six contes fantasques.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 2800

Illustrés de six burins par Picasso. Paris, Flammarion 1953. Mit 6 ganzseitigen Kupferstichen und 6 Holzschnittinitialen. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, -halbleinenchemise und -schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren auf Vergé d’Arches (Gesamtauflage 225). – Bereits 1943 entstand bei Henri Flammarion der Plan zu diesem Buch. Pablo Picasso hatte Maurice Toesca während des Krieges im Pariser Verwaltungsdienst kennengelernt. Von dessen Erzählungen um das Verhältnis von Kunst und Natur ließ Picasso sich zu den sechs Kupferstichen inspirieren, die alle an einem Tag entstanden. Bis zur Publikation als Buch sollten noch zehn Jahre vergehen. – Die Kupferstiche wurden bei Lacourière gedruckt. – Die großen Initialen zeichnete und schnitt Pierre Bouchet, ganz im Stil der 1949 von Picasso für die »Carmen«-Ausgabe geschaffenen.

33 : 25 cm. 82, [6] Seiten. – Der erste Kupferstich gebräunt.

Goeppert/Cramer 66. – Bloch 363–368 und livres 64. – Nicht bei Monod

704  Picasso. Dessins d’un demi-siècle.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Paris, Berggruen 1956. Mit einer Farblithographie (auf dem Umschlag) und 23 teils farbigen ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur.

Eins von 1000 Exemplaren. – Mit einem Vorwort von Maurice Jardot. – Die in vier Farben gedruckte zweiteilige Lithographie (»Bacchanale« und »Tête d’une faune«) schuf Picasso extra für diesen Berggruen-Katalog. Heinz Berggruen hatte den Künstler 1950 durch Vermittlung Tristan Tzaras kennen gelernt und 1954 den ersten Ausstellungskatalog mit Arbeiten Picassos publiziert. Die in schmalem Hochformat gestalteten Berggruen-Kataloge sind bis heute reizvolle Sammelobjekte geblieben.

22 : 11 cm. [28] Seiten. – Oberrand des Vorderdeckels unmerklich und der Rücken minimal gebräunt.

Goeppert/Cramer 82. – Bloch 792 und livres 75. – Mourlot 268. – Güse/Rau 619

705  Pablo Picasso. Carnet de la Californie.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Zuschlag/Hammerprice: € 3800

Paris, Editions Cercle d’Art 1959. Mit 25 teils vielfarbig lithographierten Tafeln. Spiralgebundene Originalbroschur. Zusammen mit Suite in illustrierter Originalleinenkassette.

Unnummeriertes Künstlerexemplar, wie die 120 der Vorzugsausgabe mit der signierten Lithographie »Scènes de corrida« und einer Extrasuite der Farbtafeln (Gesamtauflage 1500 sowie je weitere 1500 mit deutschem, englischem und italienischem Beiheft). – Faksimile des Skizzenheftes, welches Picasso vom 1.XI.1955 – 14.I.1956 während seines Aufenthaltes in seiner Villa »La Californie« bei Cannes führte. Er lebte dort von 1955 bis 1959 mit seiner Lebensgefährtin Jaqueline Roque. – Das Skizzenheft beinhaltet u. a. farbige Kreidezeichnungen zu den Themenkreisen »Das Atelier« und »Frau in türkischer Tracht«. – Druck der teils als Lithographie ausgeführten Faksimiles bei Duval und Mourlot Frères, der Originallithographie bei Mourlot.

48 : 33 cm. – Ohne das Textheft. – Kassette an den Rändern etwas abgegriffen. 3 Kanten aufgeplatzt.

Goeppert/Cramer 101. – Bloch 900, livres 94. – Mourlot 327. – Güse/Rau 693. – Kibbey 265

706  Pablo Picasso – Jaime Sabartés. »A los toros« mit Picasso.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Monte-Carlo, André Sauret 1961. Mit vier Lithographien, davon eine farbig, und 103 ganzseitigen, teils farbigen Illustrationen. Grauer Originalleinenband mit Deckelillustration im roten Originalpappschuber.

Exemplar der deutschen Ausgabe, übertragen von U. M. Hemmerich nach der französischen Ausgabe. – Die auf mehr als hundert Tafeln reproduzierten Tuschzeichnungen beschäftigen sich mit zwei zentralen Themen Picassos: Stierkampf und Frauen. – Auf Wunsch des Verlegers schuf Picasso vier Lithographien für dieses Werk, zunächst alle einfarbig. Nach Mourlots Anregung kolorierte Picasso die Lithographie »Le Picador« und verwendete dabei alle 24 Farben des Wachsstiftkastens, den er zur Hand hatte. Mourlot berichtet von den Schwierigkeiten, die Wachsfarben auf Stein zu übertragen – Picasso selbst war von dem guten Ergebnis überrascht.

25 : 32 cm. 153, [3] Seiten. – Rücken minimal verblasst. Schuber an einer Stelle gestaucht.

Goeppert/Cramer 113

707  Pablo Picasso – Jean Cocteau. Picasso

Schätzpreis/Estimate: € 4500 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 2800

de 1916 à 1961. Monaco, Editions du Rocher 1962. Mit 24 Litographien, davon sieben blatt-, zwei doppelblattgroß. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -halblederchemise mit vergoldetem Rückentitel. Zusammen im Originalschuber.

Eins von 15 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer zusätzlichen Suite der 24 Lithographien (Gesamtauflage 255), das Papier der Suite mit Schriftzug Picassos als Wasserzeichen. – Im Druckvermerk von Künstler und Autor signiert. – Auf »papier pur chiffon à la main Isle de France ivoire«, Druck der Lithographien bei Mourlot. – Der lithographierte Vorderdeckel mit Ausstanzung. – Anlässlich von Picassos 80. Geburtstag wurden elf Texte von Cocteau, die einen direkten Bezug zu Picasso haben, zusammengefasst. Dieser illustrierte das Buch mit 24 Lithographien, die er zum Teil in Cocteaus Manier zeichnete. – »Dieses Buch ist Madame Pablo Picasso in treuer Zärtlichkeit gewidmet. Jean Cocteau«.

38 : 29 cm. [6], 113, [25] Seiten. – Die Schuberkanten mit Leinen verstärkt. Gelenke der Chemise stärker berieben. Ausstanzung des Vorderumschlags mit kleinem Ausriss.

Goeppert/Cramer 117. – Bloch 1037–1060 und livres 114. – Mourlot 358–381. – Güse/Rau 722-745

708  Pablo Picasso – Fernand Mourlot. Picasso Lithographe.

Schätzpreis/Estimate: € 2400 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 1900 ( R7 )

I [–] IV. Monte-Carlo, Sauret 1949–1964. Mit acht Lithographien, davon eine farbig, auf den vier Umschlägen und zahlreichen, teils farbigen, Abbildungen. Originalbroschuren, drei mit Schuber.

Je eins von 2000 bis 3000 Exemplaren. – Mit einem Vorwort von Jaime Sabartes, von diesem in Band I signiert. – Die Lithographien für Umschläge und Frontispize wurden von Picasso eigens für diese Edition geschaffen. – Maßgebliches Werkverzeichnis der Lithographien bis 1963. – Alle Bände mit den Originalpergaminumschlägen. – Sehr schöne Exemplare.

32 : 25 cm. – Buchblock von II gelöst.

Goeppert/Cramer 55, 60, 77 und 125

709  Pablo Picasso – Pablo Picasso. Linolschnitte.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Einleitung Wilhelm Boeck. Stuttgart, Gerd Hatje 1962. Mit 45 Farbtafeln. Originalleinenband im illustrierten Originalschuber.

Erste Ausgabe. – Nach den Originalen aus dem Besitz der Galerie Louise Leiris, Paris. – Durch die zahlreichen Druckgänge mit sattem Farbauftrag erreichen die Tafeln fast die Anmutung von Originalen. – Schönes Exemplar.

32 : 39 cm. XIII, [1] Seiten, 45 Farbtafeln, [2] Seiten. – Schuber mit schwachem Lichtrand. – Äußerste Ränder mit winzigen Stockflecken.

710  Wols – Jean-Paul Sartre. Visages,

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 660

Précédé de portraits officiels […] avec 4 pointes-sèches de Wols. Paris, Pierre Seghers 1948. Mit vier blattgroßen Radierungen. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 900 Exemplaren auf Papier »Crèvecoeur du Marais« (Gesamtauflage 916, wobei die Auflagenhöhe bezweifelt werden darf). – Druck in Schwarz und Bister (durch Eichenholzruß grau gefärbte Tinte). – Druck der Radierungen, die zwar in die Seitenzählung eingeschlossen aber rückseitig unbedruckt sind, bei R. Haazen, Paris. – Wols, Wegbereiter des Tachismus und Informel, kam auf Empfehlung Moholy-Nagys nach Paris und arbeitete dort, unterstützt durch verschiedene Surrealisten, zunächst als Fotograf. Während der Internierung als »feindlicher Ausländer« entstanden seine ersten Aquarelle und Zeichnungen, gegen Kriegsende die ersten Radierungen. – Schönes Exemplar.

20 : 13 cm. 41, [7] Seiten. – Umschlagränder minimal gebräunt.

Grohmann 46-49. – Monod 10172

711  Rolf Dieter Brinkmann – Sammlung der Katalognummern 711-736

Schätzpreis/Estimate: € 20000

Zuschlag/Hammerprice: € 16000

Erfolgt auf diese Katalognummer kein Zuschlag, werden die Katalognummern einzeln versteigert.

711*  Rolf Dieter Brinkmann. Ihr nennt es Sprache.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Achtzehn Gedichte. Leverkusen, Klaus Willbrand 1962. Rote Originalbroschur.

Erste Ausgabe der ersten selbständigen Veröffentlichung Brinkmanns. – Texte, Heft 1. – Im Druckvermerk von Brinkmann signiert und nummeriert. – Laut Druckvermerk sollten 500 Exemplare nummeriert und signiert werden, Brinkmann tat dies aus Verärgerung über die zahlreichen Druckfehler nur bei einem kleinen Teil der Auflage und verhinderte die Auslieferung zu Lebzeiten. – Sehr selten.

21 : 20 cm. 29, [3] Seiten. – Rücken leicht verblasst. – Vorsatzblatt mit Widmung.

Seinsoth 1. – Geduldig/Wehebrink 1

712  Rolf Dieter Brinkmann. Le chant du monde.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Gedichte mit Radierungen von Emil Schumacher. Olef, Hagarpresse 1964/65. Mit vier signierten Radierungen. Ziegelroter Originalleinenband mit Rücken- und Deckelschild, in Originalleinenschuber.

Erste Ausgabe. – Exemplar »h.c. 1«, wie die 60 Exemplare der Vorzugsausgabe mit den Radierungen von Schumacher, weitere 100 Exemplare erschienen ohne Radierungen und entsprechend leicht abgewandeltem Titelblatt. – Mit eigenhändiger Widmung und Signatur von Schumacher »Für Werner Schmalenbach, 20.4.67«, rückseitig auf dem Titelblatt. – Gesetzt aus der Garamond und als Blockbuch gedruckt auf der Olefer Hagarpresse. Die Radierungen wurden in der Werkstatt Henner Kätelhön in Wamel auf Velin gedruckt. – »In der Gegenüberstellung von Gedicht und Grafik gehört dieser Lyrikband zu den schönsten Produktionen der sechziger Jahre.« (Udo Seinsoth). – Sehr selten und tadellos erhalten.

25 : 17 cm. [62] Seiten, 4 Radierungen.

Seinsoth 3. – Geduldig/Wehebrink 12. – Katalog Beck & Eggeling S. 20

713  Rolf Dieter Brinkmann. Die Umarmung.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Erzählungen. – Raupenbahn. – Köln, Kiepenheuer & Witsch 1965 und 1966. Schwarze Originaleinbände mit -schutzumschlag.

Erste Ausgaben der beiden ersten Prosaveröffentlichungen Brinkmanns, der mit »Die Umarmung« für lange Jahre zum Autor des renommierten Kiepenheuer-Verlages wurde.

19 : 12 cm. 157, [3] bzw. 201, [3] Seiten. – Schutzumschlag von I hinten minimal fleckig, sonst tadellos erhalten.

Seinsoth 4 und 8. – Geduldig/Wehebrink 33 und 49

714  Rolf Dieter Brinkmann. Drei maschinengeschriebene Briefe mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Köln, 26.12.1965 – 15.4.1966.

Einer an den Verleger Paul Eckhardt, zwei an dessen Autorin und wohl auch Lektorin Dorothea Grunenberg. – Nachdem Brinkmanns erste Gedichtsammlungen bei Klaus Willbrand und eine bibliophile Ausgabe mit Radierungen von Emil Schumacher in der Hagarpresse erschienen waren, folgte 1965 die erste Prosaveröffentlichung bei Kiepenheuer und 1966 »Ohne Neger« in Eckhardts Collispresse. – I. Der lange Brief an den Verleger, der 1952 nach Westdeutschland übersiedelt war und 1957 seinen Verlag gegründet hatte, befasst sich mit den Vorstellungen Brinkmanns zu seiner Lyrik »Die Tendenz […], die sich gegen das Gedichtemachen selber wie speziell gegen ein Metapherschustern richtet, ist in dem nun endgültig festgelegten Manuscript ein wenig radikalisiert worden.« Brinkmann geht auch auf vertane Möglichkeiten der Kleinstverlage ein (»Es ist eigentlich merkwürdig, daß gerade kleine Verlage in ihren Publikationen sich weitaus konformistischer geben als die großen bekannten […] Warum? Geschmäcklertum, Kunstgewerbe, lyrisches Posieren, eine Spielkastenpoesie […], die aber dabei noch meint, wild zu sein und die Norm zu brechen, so daß da [eigenhändig ergänzt: ›aber in Wirklichkeit‹] viel zu oft eine Chance seitens der Handpressenverlage vertan wird […]«. Mit einigen eigenhändigen Korrekturen. – II und III. An Dorothea Grunenberg. Über drei zusätzliche Gedichte, die den Umfang auf 18 Texte erweiterten, und die verworfenen Linolschnitte von Esser. – Über eingetretene Verzögerungen und Kontakte zu anderen Autoren (»durch meine Verbindung mit dem Kiepenheuerverlag komme ich ja nun mit verschiedenen jüngeren Autoren zusammen«).

30 : 21 cm. Zusammen vier Seiten. – Mit Faltspuren und Heftlöchern.

715  Rolf Dieter Brinkmann. Ohne Neger.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Gedichte 1965. Hommerich, collispress Paul Eckhardt 1966. Originalbroschur mit -umschlag und Deckelschild.

Erste Ausgabe. – Eins von 150 nummerierten Exemplaren. – Handsatz und Handpressendruck, als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Mit einer ganzseitigen Originalcollage, von Brinkmann monogrammiert und datiert »67«, darüber eigenhändige Widmung Brinkmanns »für Jörg Schröder etc. zum 29.7.67 […]«. – Unikates Exemplar der seltenen Ausgabe.

28 : 14 cm. [26] Seiten. – Umschlag teils leicht verfärbt, die obere Ecke des Vorderdeckels minimal geknittert.

Seinsoth 6. – Geduldig/Wehebrink 37. – Spindler 2.82

716  Rolf Dieter Brinkmann. &-Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Berlin, Oberbaumpresse 1966. Mit Illustrationen von M. Dürschlag. Originalbroschur mit rotem -umschlag.

Erste Ausgabe. – Erster Druck der Oberbaumpresse. – Eins von 250 Exemplaren (Gesamtauflage 280). – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Sehr selten.

30 : 21 cm. [2], 16, [2] Seiten. – Rücken etwas verblasst, sonst sehr schön.

Seinsoth 7. – Geduldig/Wehebrink 44. – Spindler 18.1

717  Rolf Dieter Brinkmann. Was fraglich ist wofür. – Die Piloten. – Gras.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Köln, Kiepenheuer & Witsch 1967–1970. Originalbroschuren und ein Originalleinenband, alle mit illustriertem -umschlag. – Ein Widmungs- und ein signiertes Exemplar.

Erste Ausgabe der Gedichtsammlungen. – I auf dem Vortitel vom Dichter signiert, II mit eigenhändiger monogrammierter Widmung »Herrn Meisel vielen Dank für den Besuch«. – I:Enthält auch einige Gedichte, die zuvor nur in den Kleinstauflagen der Pressendrucke veröffentlicht waren, hier teils in veränderten Fassungen. – II: Illustriert mit zwei Auszügen aus Joe Brainnards-Comics, der Schutzumschlag nach einer Collage des Verfassers. »Dieser Gedichtband zeigt die Faszination Brinkmanns für die amerikanische Pop- und Undergroundszene. In der berühmten ›Notiz‹ als Vorwort zu ›Piloten‹ charakterisiert R. D. Brinkmann den westdeutschen Literaturbetrieb unversöhnlich so: ›Die Toten bewundern die Toten! Gibt es etwas, das gespenstischer wäre, als dieser deutsche Kulturbetrieb mit dem fortwährenden Ruf nach Stil etc.?‹« (Seinsoth). – III: In »Gras« » […] spiegelt sich deutlich die Absage an die bürgerliche Literatur-Tradition. Brinkmann orientiert sich an amerikanischen Vorbildern wie Frank O’Hara und William S. Burroughs.« (Seinsoth).

Seinsoth 9, 15 und 17. – Geduldig/Wehebrink 52, 79 und 133

718  Rolf Dieter Brinkmann. Godzilla.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Mit einer Handzeichnung von Karl Heinz Krüll. Köln, Hake 1968. Mit 22 farbigen Bildtafeln mit Text und zwei Porträts. Weiße Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Tangenten, Band 9. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der signierten Originalzeichnung (Gesamtauflage 200). – Die Zeichnung in Schwarz und Lila sowie rotem Kugelschreiber auf einer losen, im Buch nicht verwendeten Bildtafel. – Brinkmanns Gedichte wurden über die Abbildungen gedruckt, die Ausschnitten aus Plakaten oder Modekatalogen gleich, »kitschige Bikini-Schönheiten der sechziger Jahre« zeigen. – Sehr seltene Brinkmann-Ausgabe mit »deutlichem Anklang an die Pop-Art« (Udo Seinsoth). – Hervorragend erhalten.

20 : 20 cm. [30] Blätter, davon 22 Bildtafeln, 1 lose Zeichnung.

Seinsoth 10. – Geduldig/Wehebrink 62. – Spindler 158.15

719  Rolf Dieter Brinkmann. Keiner weiß mehr.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Roman. Köln und Berlin, Kiepenheuer & Witsch 1968. Originalpappband mit -schutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe von Brinkmanns erstem Roman, »der bis heute noch sperrig und provozierend in der westdeutschen Literatur steht« (Nicolas Born, zitiert nach Seinsoth). – Mit eigenhändiger Widmung »Mit frdl. Gruß & hoffentlich Spaß beim Lesen der langen Sätze, die philolog. gar nicht so uninteressant sind, oder? Ihr R. D. Brinkmann«. – »Zugleich demonstriert dieser zynische Monolog aus männlicher Sicht die Grenzen jener re-privatisierenden Erzählkunst, die sich neu-naturalistisch gebärdet und jenseits alle Tabus stellt. ›Ein einziger Satz / oder gleich / mehrere. Hintereinander. Ein ganzes Blumenbeet. Und wieder Sätze. / Andere. Andere Blumen‹, heißt es, vielleicht programmatisch, im Band Gedichte ›Was fraglich ist wofür‹ (67)« (Franz Lennartz, Dt. Schriftsteller des 20. Jahrhunderts im Spiegel der Kritik, I, 279).

19 : 12 cm. 307, [1] Seiten. – Schutzumschlag mit zwei winzigen hinterlegten Randeinrissen. – Seitenschnitt mit Braunfleck und einigen Spritzern, davon auch 3 Blätter betroffen, u. a. das Widmungsblatt.

Seinsoth 11. – Geduldig/Wehebrink 66

720  Rolf Dieter Brinkmann. Standphotos.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Vier zweiteilige Farbätzungen von Karolus Lodenkämper. Duisburg, Guido Hildebrandt 1969. Mit vier signierten, jeweils zweiteiligen Farbätzungen. Originalbroschur mit weißem Folienumschlag, im Originalschuber.

Hundertdruck VI. – Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Dichter signiert und nummeriert, jede der vier, jeweils in zwei Farbstellungen gedruckten, Farbätzungen wurde vom Künstler signiert, die erste nummeriert. – »Vollends ästhetizistisch geriet ›Standphotos‹, großformatig und gefertigt aus transparenter PVC-Folie. Die Texte verschwimmen mit den Radierungen von Karolus Lodenkämper abgestuft ineinander. Dermaßen geschmackvoll verpackt wird Lyrik wieder zu einer esoterischen Angelegenheit. Um so überraschender, daß einige der hier enthaltenen Gedichte zu den freundlichsten und entspanntesten gehören« (Otto F. Riewoldt in KLG). – Die acht Farbätzungen und die 13 Textseiten wurden auf transparente Folien gedruckt. – Eine der seltensten Brinkmann-Editionen und einer der gesuchtesten Hundertdrucke.

40 : 27 cm. 13 Textfolien, 8 mit Radierungen. – Die weiße Umschlagfolie wie bei allen Exemplaren etwas kleiner als die Buchhöhe, da keine breitere zur Verfügung stand. – Buchblock wie meist vom Umschlag gelöst.

Seinsoth 16. – Geduldig/Wehebrink 128. – Spindler 157.6

721  Rolf Dieter Brinkmann – Vollrath Kluge. Rolf Dieter Brinkmann

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

und andere. Zwölf Fotografien. Um 1969. 20,5 : 25,5 cm.

Laut einem beiliegenden Brief der Witwe des Verlegers vom 7. 2. 1990 entstanden die Fotos im Zusammenhang mit der Publikation »Standphotos«, die 1969 im Guido Hildebrandt Verlag erschien, beim Signieren der Bücher im Hause Hildebrandt und einer Lesung in der Atlantis Buchhandlung. Die Aufnahmen zeigen außer dem Dichter den beteiligten Künstler Karolus Lodenkämper, den Verleger Hildebrandt und den Besitzer der Atlantis Buchhandlung Kurt Selbiger. – Die Abzüge dienten Udo Seinsoth 1990 als Reproduktionsvorlagen für seinen Brinkmann-Katalog. – Beilagen: Brief von Hannelore Hildebrandt, drei Farbfotografien von Brinkmanns Wohnhaus in Vechta sowie ein Exemplar des Seinsoth-Kataloges.

722  Rolf Dieter Brinkmann. Aus dem Notizbuch 1972, 1973 Rom Worlds End.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Rom, Villa Massimo 1973. Mit Abbildungen nach Fotografien. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 500 Exemplaren. – Seltener Vorabdruck aus den Rom-Tagebüchern, die während Brinkmanns Aufenthalt in der Villa Massimo entstanden. Die hier erstmals verwendete Typoskript-Foto-Collagentechnik entwickelte der Verfasser in späteren Publikationen weiter.

21 : 16 cm. [24] Seiten.

Seinsoth 18. – Geduldig/Wehebrink 156

723  Rolf Dieter Brinkmann. Vier eigenhändige Postkarten.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Rom, Texas und Cambridge, 2. 8. 1973 – 20. 4. 1975.

Die erste an den Kölner Sammler und Antiquar Horst Nibbe, die übrigen an den dortigen Verleger Klaus Willbrand, der 1962 Brinkmanns Erstling verlegte. – I. Während seines Stipendiats in der Villa Massimo: »Die Hitze ist tagsüber schwer zu ertragen, und noch schwieriger sind die blöden deutschen Künstler zu ertragen. […] Die italienischen-römischen Mädchen haben prächtige volle Hintern und weiche runde Titten, sehr schön zum Anschauen – mehr ist nicht drin. […] Rom ist eine Totenstadt, doch nicht so streßhaft wie Köln.« – II. II. Aus Texas: »USA ist im Süden eine Wüste / ich lehre hier eine Anzahl wilder Gedanken / die Bravheit, hier, wie in BRD ist zum Kotzen.« – III und IV. Von seiner Lesereise nach London: »Freier, selbstverständlicher sind sie hier […] und humaner«. – »Lieber Klaus, die große Lesung ist vorbei […] eine Starlesung, Flutlicht, BBC-TV, & ich habe meine Sache in meinem Stil vorgetragen, der voll Energie durch den Saal gezogen ist, die danach kamen hattens schwer. […] An Köln denke ich mit sehr gemischten Gefühlen, total durcheinander in der Beziehung / Mit den Amerikanern, z.B. Ashbery, kam ich viel besser aus / BRD akzeptiert so wenig«.

Ca. 10 : 14 cm. Je eine Seite.

724  Rolf Dieter Brinkmann. Westwärts 1&2.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Gedichte. Reinbek, Rowohlt 1975. Mit zahlreichen Abbildungen nach Fotografien. Illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – das neue buch, 63. – Brinkmanns letzter noch von ihm selbst konzipierte Gedichtband, für den er im Erscheinungsjahr posthum den erstmals vergebenen Petrarca-Preis erhielt. – Dazu: Rom. Blicke. Reinbek 1979. – Der Film in Worten. Prosa, Erzählungen, Essay, Hörspiele, Fotos, Collagen. 1965–1974. Reinbek 1982. – Erkundungen für die Präzisierung des Gefühls für einen Aufstand: Träume. Aufstände/Gewalt/Morde. Reise/Zeit/Magazin. Tagebuch. Reinbek 1987. – Schnitte. Reinbek 1988. – Alle mit zahlreichen Abbildungen nach Fotografien. Illustrierte Originalbroschuren. Erste Ausgaben. – Posthum erschienene Brief-, Skizzen- und Materialsammlungen, auch als »Tagebuchprojekt« bezeichnet. Unter anderem zu seinem Aufenthalt als Villa Massimo-Stipendiat in Rom 1972/73 (siehe auch KatNr. 722).

19 : 12 cm. 183, [3] Seiten, 12 Tafeln. – Hinterdeckel mit Eckknick.

Seinsoth 19, 21, 23, 27 und 28. – Geduldig/Wehebrink 158, 446, 465, 472 und 475

725  Rolf Dieter Brinkmann. Sechs Erstausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Meist Reinbek, Rowohlt 1985–2010. Originaleinbände.

I. Erzählungen. 1985. Originalleinenband mit -schutzumschlag. Enthält auch sechs bis dahin unveröffentlichte Erzählungen aus den Jahren 1959–1961. –
II. Eiswasser an der Guadelupe Str. 1985. Originalpappband mit montiertem Deckelbild. Eins von 1500 Exemplaren. Erschien nach dem Manuskript von 1974 anlässlich des 10. Todestages. – III. Rolltreppen im August. Gedichte. Berlin (Ost), Volk und Welt 1986. Erste Veröffentlichung von Brinkmann-Texten in der DDR. – IV. Stoppelmarkt. Edition Rauschenbach 1996. Eins von 20 Exemplaren. Seltene erste Einzelausgabe, der Text erschien zuvor nur einmal 1966 in der Festschrift für Jospeh Caspar Witsch. – V. Briefe an Hartmut. 1974–1975. Mit einer fiktiven Antwort von Hartmut Schell. 1999. – VI. Vorstellung meiner Hände. Frühe Gedichte. Herausgegeben von Maleen Brinkmann. 2010. – Dazu: Sechs Beigaben (darunter drei Übersetzungen von Werken Brinkmanns, G./W. 547, 548 und 597).

I–III: Seinsoth 24, 25, 26. – Geduldig/Wehebrink 470, 466, 471

726  Rolf Dieter Brinkmann – Der Gummibaum.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Hauszeitschrift für neue Dichtung. Nr. 1, 2 und 3. Köln (Heft 3: Frankfurt) 1969–1970. Mit einigen Illustrationen von Exit [Berndt Höppner]. Klammergeheftete illustrierte Originalbroschuren.

Vollständige Folge der drei Hauptausgaben, 1970 erschien noch eine Sonderausgabe. – Von den Originaltyposkripten hektographiert. – Heft 1 wurde von Brinkmann herausgegeben, die weiteren von Rolf-Eckart John bzw. R.-R. Rygalla. Alle drei Hefte enthalten Erstdrucke von Brinkmann. – Die angegebene Auflage von 400 Exemplaren wurde wohl nie erreicht, da die verwendeten Matrizen vorher abgenutzt waren und (in diesem Fall glücklicherweise) die Nachfrage zu gering war. – Neben den Beiträgen der Herausgeber finden sich Texte von Nicolas Born, Dieter Wellershoff, Max Jacob, Peter Handke, Frank O’Hara, Linda Pfeiffer u.v.a. – Dazu: Der fröhliche Tarzan. Eine neue Zeitschrift für Dichtung aus Köln. Herausgegeben von Rolf Eckart John. Hefte 1, 4, 6 und 7. Köln 1970–1973. Mit Illustrationen, meist von Berndt Höppner. Hektografierte Blätter, klammergeheftete Originalbroschuren. Eins von 600 Exemplaren, wobei auch hier die tatsächliche Auflagenhöhe wohl niedriger gewesen sein dürfte. Mit vier Erstdrucken von Brinkmann in Heft 1. Laut Udo Seinsoth erschienen neun Hefte und ein Sonderdruck.

30 : 21 cm. Je ca. 40 unnummerierte Blätter. – Umschlagillustration von Heft 1 eigenhändig (?) bezeichnet von/mit »R. D. Brinkmann«.

Seinsoth 29–31 und 51. – Vgl. Geduldig/Wehebrink 431 und 381

727  Rolf Dieter Brinkmann – ACID.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Neue amerikanische Szene herausgegeben von R. D. Brinkmann und R. R. Rygulla. Darmstadt, März 1969. Mit zahlreichen Illustrationen nach Zeichnungen, Fotografien und Collagen. Schwarze Originalbroschur mit Ausstanzungen.

Erste Ausgabe. – Exemplar der ersten Bindequote, nach Angaben des März-Verlegers Jörg Schröder begründete erst die zweite Bindequote das dann verlagstypische Gelb. – »Gilt als die bedeutendste Anthologie der amerikanischen Pop- und Underground-Szene. Mit Beiträgen von Charles Bukowski, William S. Burroughs, Ted Berrigan, Andy Warhol u. v. a. – Das ursprünglich beigelegte Inhaltsverzeichnis hier am Ende eingeklebt. – Dazu: Frank O’Hara. Lunch Poems und andere Gedichte. Aus dem Amerikanischen übersetzt und herausgegeben von Rolf Dieter Brinkmann. Köln, Kiepenheuer & Witsch 1969. Originalbroschur. Erste deutsche Ausgabe. – Silver Screen. Neue amerikanische Lyrik herausgegeben von Rolf Dieter Brinkmann. Köln, Kiepenheuer & Witsch 1969. Mit Abbildungen nach Fotografien. Originalbroschur mit illustriertem -umschlag. Erste deutsche Ausgabe. Mit der 32seitigen Einleitung »Notizen 1969« und Beiträgen von Ted Berrigan, Charles Bukowski u. a. – Eine Beigabe.

28 : 21 cm. 419, [5] Seiten. – Umschlag mit Knickspuren.

Seinsoth 34 sowie 33 und 36. – Geduldig/Wehebrink 423 sowie 433 und 439

728  Rolf Dieter Brinkmann – ACID.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Neue amerikanische Szene herausgegeben von R. D. Brinkmann und R. R. Rygulla. Darmstadt, März 1969. Mit zahlreichen Illustrationen nach Zeichnungen, Fotografien und Collagen. Gelbe Originalbroschur mit Ausstanzungen.

Bindequote innerhalb der Erstausgabe, nun in dem verlagstypischen Gelb gebunden. – Dazu: Vier weitere März-Publikationen, herausgegeben, übersetzt und mit Beiträgen von Brinkmann: März-Texte 1. 1969. – Trivialmythen. 1970. – Ted Berrigan. Guillaume Apollinaire ist tot. Gedichte, Prosa, Kollaborationen. 1970. – ACID. 1975. Verkleinerte, aber inhaltlich erweiterte Neuausgabe. – Alle in gelber Originalbroschur.

28 : 21 cm. 419, [5] Seiten. – Umschlag mit zwei Einrissen, einigen Knick- und Feuchtigkeitsspuren, die Beigaben sehr gut erhalten.

Seinsoth 35 sowie 49, 50 und 38. – Geduldig/Wehebrink 423 sowie 372, 395, 445 und 424

729  Rolf Dieter Brinkmann. Neun Erstdrucke

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

in Almanachen und Anthologien. Köln u. a. 1962–1981.

Die Bootsfahrt. In: 19 deutsche Erzählungen. Köln 1962. Brinkmanns erste Prosaveröffentlichung. – Am Hang. In: Porträts. 28 Erzählungen über Menschen unserer Tage. Berlin u. a. 1967. – London: Picadilly Circus. In: Straßen und Plätze. Gütersloh 1967. – Flickermaschine. In: Supergarde. Prosa der Beat- und Pop-Generation. Düsseldorf 1969. – Über Lyrik und Sexualität. In: Streit Zeit Schrift. Heft VII/1. Pornografie. Dokumente, Analysen, Fotos, Comics. Frankfurt 1969. – Auf der Schwelle. In: wdr-Hörspielbuch 9. Köln 1971. Enthält je einen Text von Enzensberger, Brinkmann, Heißenbüttel und Ror Wolf, im Inhaltsverzeichnis von den beiden letzteren signiert. – Briefauszug und Gedicht. In: Petrarca-Preis 1975–1979. München 1980. – Rom, Blicke (Auszug). In: Literaturmagazin 10. Vorbilder. Reinbek 1979. – Vier Gedichte- Ortszeiten. In: Text + Kritik 71. München 1981. Erste umfassende Würdigung des Gesamtwerks von R. D. Brinkmann, mit einigen Erstdrucken aus dem Nachlass. – Dazu: Vorabdrucke in: Lit. Das Literatur-Magazin im Verlag Kiepenheuer. Ausgaben 1-4 und 6. Köln 1968–1971.

Seinsoth 41, 44, 45, 47, 48, 52, 58, 59 und 60

730  Rolf Dieter Brinkmann – Oberbaum Linkeck Almanach.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Berlin, RKL Presse 1968. Hektografierte, faksimilierte und gedruckte Blätter. Illustrierte Originalbroschur.

Enthält den Erstdruck eines Briefes von Brinkmann an H. Sander, in dem er gegen die Ausstattung des Gedichtsbandes »&-Gedichte« polemisiert. – Enthält auch Gedichte aus dieser frühen Publikation. – Der Almanach enthält außerdem fast alle Oberbaum-Blätter (Flugblätter, Pamphlete, Auszüge aus Underground-Zeitschriften) sowie Beiträge von Peter Handke, Rudi Dutschke, Che Guevara, Malcom X, Ralf-Rainer Rygulla u. a. – Sehr selten. – Dazu: Das Volk der Frühgeburten und andere schöngeistige Organismen. Ohne Ort und Jahr. Mit zahlreichen ganzseitigen Illustrationen. Farbig illustrierte Originalbroschur. Für uns bibliographisch nicht nachweisbares Comicbuch, wohl im Umfeld der Kölner Underground-Publikationen entstanden. Mit Comic-Strips von Esknew T., Coillen, Dieter Schäfer, Barbe u. a. und literarischen Beiträgen von Brian Patten, E. Sinzig, Helmut Pieper, Franz Mon, Konrad Bayer u. v. a.

30 : 21 cm. 49 unnummerierte Blätter. – 30 : 21 cm. 44, [28] Seiten.

Seinsoth 46. – Geduldig/Wehebrink 513

731  Rolf Dieter Brinkmann. Vier Erstdrucke in Almanachen und Zeitschriften.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

1966–1972. Originalbroschuren.

I. Vier Gedichte. In: Lyrische Hefte 25. Köln 1966. – II. 5 Leute = 5 Teller. In: Bügelfrei 11/12. Krefeld 1968. – III. Gedicht über 4 Fische (Gemeinschaftsarbeit mit Rygulla und John). In: Akzente 2/70. Köln 1970. – IV. Auf der Schwelle. In: Akzente 2/1972. Köln 1972. – Dazu: Fünf Publikationen mit Beiträgen von Brinkmann und eine Dublette von IV.

Alle nicht bei Seinsoth. – Geduldig/Wehebrink 326, 342, 385 und 407

732  Rolf Dieter Brinkmann. Sieben Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

In: Akzente. Zeitschrift für Literatur. Heft 1/68. Sonderdruck. München, Carl Hanser 1968. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Als Sonderdruck neben der Auflage sehr selten. – Erstdrucke. – »Das Gedicht ›Suppe für Maleen‹ wurde nur hier veröffentlicht. Bei den anderen Gedichten handelt es sich um einen Vorabdruck aus dem Band ›Die Piloten‹« (G./W.). – Mit eingeklebtem, eigenhändigem Widmungsblatt des Dichters »Für Prof. Dr. Brüggemann Mit freundlichen Grüßen! Ihr R. D. Brinkmann« und Eingangsnotiz des Empfängers. – Beilage: Ausschnitt aus einem Programmzettel mit Hinweis auf eine Brinkmann-Lesung, von Brinkmann »Mit frdl. Grüßen« und signiert.

22 : 14 cm. Seiten 59-67.

Geduldig/Wehebrink 350

733  Rolf Dieter Brinkmann. Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Was fraglich ist wofür. Die Piloten. Gras. Mit einem Nachwort von Nicolas Born. Köln, Kiepenheuer & Witsch 1979. Mit einigen ganzseitigen Illustrationen nach Comics. Roter Originalleinenband mit goldgeprägten Titeln »Lyrikband«.

Erste Ausgabe, eins von wahrscheinlich nur einem Dutzend Belegexemplaren. – Diese Zusammenstellung der drei Kiepenheuer-Gedichtbände durfte, nachdem Brinkmann kurz vor seinem Tod zu Rowohlt gewechselt war, nicht mehr in seinem erstem Hausverlag erscheinen. Bis auf wenige Vertreterexemplare wurde die bereits in der Verlagswerbung angekündigte Auflage eingestampft. – Das vorliegende Exemplar erwarb Udo Seinsoth 1990 von dem legendären Kiepenheuer-Vertreter Ortwin Rüttger, den seine Frau überzeugte, das Buch doch an einen »Sammler, der auch Antiquar ist« zu verkaufen. – Das für den Schutzumschlag vorgesehene Fotomotiv liegt als Postkarte gedruckt ebenfalls bei. – Dazu: Standphotos. Gedichte 1962–1970. Reinbek, Rowohlt 1980. Mit Illustrationen nach den Erstausgaben. Illustrierte Originalbroschur. Erste Ausgabe dieser Sammlung. Erschien als erster einer dreibändig konzipierten Werkausgabe der Gedichte Brinkmanns. Mit einer editorischen Notiz von Maleen Brinkmann, der Witwe des 1975 verunglückten Dichters.

22 : 13 cm. 236 Seiten.

Nicht bei Seinsoth und Geduldig/Wehebrink, Beigabe: Seinsoth 22

734  Rolf Dieter Brinkmann – Briefe an Hans Bender.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Unter redaktioneller Mitarbeit von Ute Heimbüchel herausgegeben von Volker Neuhaus. Köln 1984. Mit einer signierten Radierung von Willy Meyer-Osburg und Tafeln mit Porträts und Faksimiles. Originalleinenband.

Eins von 28 römisch nummerierten Exemplaren, wie die 100 Vorzugsexemplare mit der beigelegten Radierung »Hans Bender« von Willy Meyer-Osburg (signiert und nummeriert). – Die Festschrift für den Herausgeber und Schriftsteller Hans Bender zu dessen 65. Geburtstag enthält u. a. vier Erstdrucke von Briefen, die Brinkmann wegen Publikationen in der Zeitschrift »Akzente« an deren Mitbegründer schrieb.

26 : 20 cm. 236 Seiten.

Geduldig/Wehebrink 516–519

735  Rolf Dieter Brinkmann

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

– 16. April 1940 – 23. April 1975 – zum 50. Geburtstag. Bremen, Antiquariat Beim Steinernen Kreuz 1990. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur.

Eins von 45 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit zwei beigelegten Porträtfotografien von Brinkmann, fotografiert von Vollrath Kluge. – Der bekannte Katalog enthält einige unveröffentlichte Texte Brinkmanns, Beiträge von Heinrich Vormweg, Uli Becker und Udo Seinsoth sowie die von ihm erstellte Bibliographie. – Dazu: Etwa 15 Titel Sekundärliteratur zu Brinkmann sowie einige Bild- und Tondokumente (MC, CD, VHS-Video). – Briefe an Udo Seinsoth im Zusammenhang mit dem Katalog (Konzeption, Kritiken, Bestellungen etc., u. a. von Maleen Brinkmann, der Witwe des Dichters.

24 : 17 cm. 57, [3] Seiten.

736  Rolf Dieter Brinkmann.

Schätzpreis/Estimate: € 50

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Klassiker des modernen Gedichts. Medaille. Feinsilber, 3,5 cm Durchmesser. 2000. In Etui.

Eins von 300 Exemplaren. – Ediert im Auftrag der Volksbank Vechta in der Reihe »Vechtaer Profile« anlässlich des 60. Geburtstages von Rolf Dieter Brinkmann. – Mit dem Zertifikat und der Würdigung des Dichters von Gunter Geduldig. – Beigabe: Eiswasser. Zeitschrift für Literatur. Herausgegeben im Auftrag der Rolf Dieter Brinkmann-Gesellschaft. Sieben Hefte, darunter das erste Heft von 1994 sowie die als Jahresgaben der Gesellschaft vertriebenen.

737  I 4 soli.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Rassegna d’arte attuale. Diretta da Emanuele Micheli e Adriano Parisot. [Elf Hefte]. Turin 1954–1958. Mit zahlreichen Abbildungen und zweifarbiger Umschlagillustration.

Die wichtige Kunstzeitschrift erschien von 1954 bis 1969 und berichtete in Wort und Bild über die internationale zeitgenössische Kunst. – Sehr symbolisch wurde der Titel gewählt, der an die vier Grundwahrheiten der Reformation erinnert. – Vorhanden Jahrgang I, Hefte 3 und 6; II, 2 und 5; III, 1 und 2; IV, 4/5 und V, 1, 2, 3 und 4/5. – Sehr gut erhalten.

35 : 25 cm. Jeweils 28 Seiten, einschließlich des Umschlags.

738  John Anthony Thwaites. Der doppelte Masstab.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Kunstkritik 1955–1966 mit zehn Grafiken […] Frankfurt am Main, Adam Seide 1967. Mit zehn Originalgraphiken, eine signiert. Originalbroschur.

Egoist Bibliothek 1. – Eins von 500 Exemplaren. – Enthält Graphiken von Victor Bonato (farbig, signiert), Johannes Gecelli, Rupprecht Geiger (Farbserigraphie), Hans Kaiser, Reinhold Köhler (Farbradierung, betitelt, datiert), Norbert Kricke, Roswitha Lüder (Radierung), Emil Schumacher (Aquatinta), Fred Thieler (Aquatinta) und Günter Uecker (Prägedruck). – Der englische Diplomat und Kunstsammler John Anthony Thwaites (1909–1981) quittierte 1949 den Diplomatischen Dienst und widmete sich als Kunstkritiker und Korrespondent der Verbreitung der modernen Kunst in Westdeutschland und deren internationaler Anerkennung. Zusammen mit Rupprecht Geiger initiierte er die Künstlergruppe ZEN 49 und unterstützte die Künstler der Gruppe 53 und der Gruppe ZERO.

19 : 20 cm. 313, [5] Seiten, 10 Graphiken.

739  Gustav René Hocke. Manierismus in der Kunst.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 180

[Teil] III. München, Richard P. Hartmann-Bibliothek [1973]. Mit acht ganzseitigen Originalgraphiken, davon sieben signiert. Originalseideneinband (Rosa-Maria Molzberger).

Eins von 150 Exemplaren. – Mit teils farbigen und teils kolorierten Radierungen von Peter Ackermann, Bruno Bruni, Otfried Culmann, W. P. Eggers, Ernst Fuchs (unsigniert), Pit Morell und Max Zimmermann sowie einer Farbserigraphie von Heinz Trökes. – Texte von Shakespeare, Mallarmé, Alexander Blok, Garcia Lorca, Ezra Pound und Else Lasker-Schüler. – Gedruckt auf feinstes Japanpapier, als Blockbuch gebunden.

24 : 21 cm. [20] Seiten. – Die Mappe verschossen und mit Wasserrand. – Innen makellos.

Vgl. Fuchs WVZ 192 c

740  L’art en écrit.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

Drei Bände der Reihe. Paris, Editions Jannink 1995–2007. Mit zwei Originalarbeiten und einigen Illustrationen. Originalbroschuren in -schuber.

Alle in kleiner Auflage erschienen (273 bis 285 Exemplare). – Zwei Bände in Vorzugsausgaben (24 und 37), denen jeweils eine signierte Originalarbeit des betreffenden Künstlers beigelegt wurde. – 24. Jacques Villeglé. Un homme sans metier. 1995. Mit signierter Originaldekomposition. – 37. Enrico Baj. Inactualité de l’art et Pataphysique suivi du Manuel de survie. 1998. Mit signierter serigraphierter Originalcollage. – 72. Erik Bulatov. Tableau et peinture. 2007. – Alle tadellos erhalten.

21 : 12 cm.

741  Horst Antes.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Geh durch den Spiegel, Folge 23. Köln 1960. Mit elf Offsetlithographien von Horst Antes, sechs davon mehrfarbig, vier doppelblattgroß, eine auf dem Umschlag. Illustrierte Originalbroschur.

Eins von 200 Exemplaren. – Die erste eigenständige Buchveröffentlichung Antes’, erschienen anlässlich seiner ersten Einzelausstellung. Ein Jahr zuvor hatte der Grieshaber-Schüler Antes sein Studium in Karlsruhe beendet. – Mit Texten von Horst Antes, William Blake, Jean Genet und Jörg Stöhrer. – Klaus Gallwitz erläutert (sehr lesenwert!) in der Einleitung zu Bernd Lutzes Werkverzeichnis die Bedeutung der Offsetlithographie im Œuvre von Horst Antes und deren künstlerische Gleichstellung mit dem klassischen Druck vom Stein.

38 : 26 cm. [28] Seiten.

Lutze 28–38. – Spindler 153.67

742  Horst Antes. Stierstädter Gartenbuch

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausruflimit/Reserve price: € 260

mit Gedichten von Dieter Hoffmann. 16 Bilder und 13 Pflanzendrucke. Stierstadt, Eremiten-Presse 1964. Mit 16 farbigen Pappschablonen-Drucken und 13 Naturselbstdrucken. Originalbroschur mit schwarzem -umschlag mit einem wiederholten Schablonendruck.

Eins von 300 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Auf den linken Seiten wurden in pastellfarbene Pflanzenabdrucke die Gedichte Hoffmanns eingedruckt, auf den rechten Seiten die in mehreren Farben von Schablonen gedruckten Illustrationen. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Erschien als Band III der von Stomps herausgegebenen »Passgänge«. – Eines der originellsten Bilderbücher von Horst Antes.

24 : 17 cm. [36] Seiten. – Deckel leicht gewellt.

Lutze 310–325. – Spindler 1.220. – Reske 191

743  H. C. Artmann – Neues bilderreiches Poetarium.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Zuschlag/Hammerprice: € 190

Zeitschrift für Dichtung und Graphik. Aufgeführt von Andreas Weitbrecht. [Ausgabe] I [–] III. Frankfurt am Main 1963–1964. Teils mehrfarbig und originalgraphisch illustrierte Faltblätter.

Mit den Untertiteln: »Nur Erstdrucke«, »Nur Prosa – Erstdrucke« und »47 neue Autoren«. – Mit Beiträgen von A. C. Artmann, Johannes Bobrowski, Bazon Brock, Ernst Jandl, Karl Krolow, Friederike Mayröcker, Christoph Meckel, Franz Mon, Ror Wolf u. v. a., alle im Erstdrucl. – Graphiken von Thomas Bayrle, Uwe Bremer, Günter Bruno Fuchs, Bernhard Jäger, Ali Schindehütte, Arno Waldschmidt u. a. – Heft 1 mit dem Einleitungstext »wenn ich, ein mann ohne stern, mit meinen puppen erfriere – wer schmeißt mir eine rose zu?« von H. C. Artmann mit dessen eigenhändiger Antwort »Ich! H. C. Artmann«. – Sehr gut erhalten. Es erschien noch eine abschließende Doppelnummer 4/5.

21 : 10 cm (in gefaltetem Zustand).

Nicht bei Spindler

744  H. C. Artmann. Grammatik der Rosen.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Gesammelte Prosa Band 1 [–] 3. Salzburg und Wien, Residenz 1979. Originalbroschuren in -kassette. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Jeder Band mit einer signierten Widmung auf Vortitel bzw. Titelblatt, alle anlässlich einer Lesung in der Berliner Autorenbuchhandlung am 18. Juni 1984. In Band 1 mit Textzitat »Er schoß auf einen Vogel, und traf einen Fisch …«, in Band 2 mit »korrigiertem« Titel: »Grammatik der Hosen« und in Band 3: »Im Westen nichts Neues!«. – Dazu: Über H. C. Artmann. Herausgegeben von Gerald Bisinger. Frankfurt am Main 1972. Mit Widmungen von Herausgeber und Autor auf dem Titel.

21 : 13 cm. – Kassette etwas angestaubt, sonst tadellos.

745  Richard Artschwager. The Hydraulic Door Check.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausruflimit/Reserve price: € 170

Herausgegeben von / edited by Peter Noever, MAK Köln, Walther König 2002. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalrosshaareinband in Originalpappbox.

Eins von 500 Exemplaren der Vozugsausgabe im Rosshaareinband. – Auf dem Vortitelblatt vom Künstler datiert und monogrammiert. – Erschienen anlässlich der Ausstellung »The Hydraulic Door Check. Skulptur, Malerei, Zeichnung.« MAK, Wien, 27. März – 16. Juni 2002. – Mit Beiträgen von Richard Artschwager, Jörg heiser, Anthony Vidler und John Yau.

24 : 20 cm. 253, [4] Seiten.

746  Thomas Bayrle. Feuer im Weizen.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Assistenz: Johannes Sebastian. [Berlin], März 1970. 24 doppelblattgroße farbige Rastercollagen. Illustrierter Originalhalbleinenband.

Thomas Bayrle (geboren 1937) setzte Bildmodule – kleinteilige, raffiniert angeordnete Rasterfiguren – seriell zu einer, von ihm selbst so genannten »Superform« zusammen. – Mit »Feuer im Weizen« schuf er eines der schönsten erotischen Pop-Art-Bilderbücher der 60er und 70er Jahre.

34 : 26 cm. 25 Kartonblätter.

747  Thomas Bernhard. Frost.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Frankfurt am Main, Insel [1983]. Originalleinenband mit -schutzumschlag und -bauchbinde.

Faksimile der Erstausgabe, verlegt anlässlich des 20. Erscheinungsjahres. – Unnummeriert, neben der Auflage von 1000 Exemplaren. – Vom Autor signiert. – »Ich halte das Buch für eine der stärksten Talentproben, für eines der aufwühlendsten und eindringlichsten Prosawerke, die seit Peter Weiss von einem Autor der jüngeren Generation vorgelegt worden sind.« (Carl Zuckmaier, »Die Zeit« 1963, zitiert nach Dittmar, S. 52). – Tadellos erhalten.

20 : 12 cm. 357, [3] Seiten.

Dittmar 21

748  Thomas Bernhard. Alte Meister.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

Komödie. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1985. Originalleinenband mit -schutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Auf dem Vorsatzblatt vom Autor signiert. – Verlagsfrisches Exemplar.

19 : 12 cm. 310, [2] Seiten.

Dittmar 105

749  Louise Bourgeois. The Insomnia Drawings.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

I [und] II. Zürich, Daros 2000. Mit 445 ganzseitigen farbigen Abbildungen. Originalleinenbände. Zusammen in Originalschuber.

Selection from the Daros Collection. – Eins von 1500 Vorzugsexemplaren in japanisches Leinen gebunden. – Mit Texten in Französisch und Englisch von Marie-Laure Beradac und Elisabeth Bronfen. – »Insomnia war zeitlebens eine nächtliche Begleiterin von Louise Bourgeois. Zwischen November 1994 und Juni 1995 hat sie zu Papier gebracht, was an Gedanken, Erinnerungen und Bildern diese langen, schlaflosen Nächte anschwemmten. […] das so entstandene Konvolut ist die Quintessenz der Antriebe, Quellen und Motive, die ihr künstlerisches Werk inspiriert haben.« (daros.ch). – Louise Bourgeois (1911–2010), frankoamerikanische Bildhauerin, war häufig auf der Biennale Venedig und Documenta vertreten. »LB war eben ein Star, der ›Star der Avantgarde‹, die Grande Dame der Bildhauerei, die wichtigste Künstlerin ihres Jahrhunderts, eine Generationen verbindende Heldin, die zeitlose Zeitgenössische« (art-magazin.de).

33 : 25 cm. 220, [2] Blätter; 127, [5] Seiten.

750  Günter Brus. Patent merde.

Schätzpreis/Estimate: € 7500

Zuschlag/Hammerprice: € 16000

Oswald Wiener gewidmet. Wien, Eigenverlag 1969. Mit drei montierten Fotografien von Ludwig Hoffenreich, elf Serigraphien und 21 im Matrizendruck reproduzierten Zeichnungen von Günter Brus. Klammergeheftete Originalbroschur.

Originalausgabe eines der zentralen Dokumente der Wiener Aktionskunst. – Eins von 70 Exemplaren. – Alle Texte nach Typoskripten vervielfältigt. – Vier der elf Serigraphien dienen als Illustration der Buchdeckel. – Das Heft ist – wie bereits 1968 »Patent Urinoir« – den Folgen der »Uni-Ferkelei« gewidmet. Wegen dieser Aktion im Juni 1968 wurde gegen Brus, Mühl und Oswald Wiener Anklage wegen Herabwürdigung österreichischer Staatssymbole und Erregung öffentlichen Ärgernisses erhoben. »Patent merde« erschien nach der Entlassung aus dem sechsmonatigen Arrest. – Sehr gut erhalten und sehr selten.

30 : 21 cm. [104] Seiten, 3 Fotografien, 8 Serigraphien.

Archiv Sohm Abb. 226