ChristianHesse

Lot 751 – 800 | Hesse-Auktionen
Lot 751 – 800

751  Franz Kafka. In der Strafkolonie.

€ 900

Leipzig, Kurt Wolff 1919. Originalbroschur mit grün-braunen Buntpapierdeckelbezügen und Titelschild.

Erste Ausgabe. – Viertes Buch der neuen Folge der Drugulin-Drucke. – Eins von 1000 Exemplaren, hier in der seltenen unbeschnittenen Originalbroschur. – Üppig und breitrandig gesetzt, »mit zweifarbigem Titelblatt versehen […] setzt die ›Strafkolonie‹ der Ausstattung nach die mit der ›Betrachtung‹ begonnene Linie der ›großen‹ Bücher Kafkas konsequent fort, die damit sämtlich als bibliophile Drucke erschienen sind« (Dietz, S. 105).

23,3 : 15,5 cm. 68, [4] Seiten. – Bezugspapier am Rücken oben und unten mit kleiner Fehlstelle, unscheinbare Kanteneinrisse. – Seite 5 unten mit kleinem Leimfleck.

Dietz 50. – Raabe/Hannich-Bode 146.5. – Rodenberg 380, 4

752  Franz Kafka. Ein Hungerkünstler.

€ 400

Vier Geschichten. Berlin, Die Schmiede 1924. Originalpappband mit grauem Kleisterpapierbezug und montiertem Deckel- und Rückenschild (Entwurf Georg Salter).

Erste Ausgabe. – Erschien innerhalb der Reihe »Die Romane des XX. Jahrhunderts«. – Enthält die vier Erzählungen »Erstes Leid, »Eine kleine Frau«, »Ein Hungerkünstler« und »Josefine, die Sängerin«. – Der »Hungerkünstler« erschien zwar erst nach Kafkas Tod, man nimmt aber an, dass er noch alle vier Geschichten selbst korrigiert hat.

19,7 : 13,9 cm. 85, [3] Seiten. – Bezugspapier am Rücken und an einigen Kanten berieben.

Dietz 66. – Raabe/Hannich-Bode 146.7. – Holstein, Salter 68

753  Franz Kafka. Gesammelte Schriften.

€ 1000 ( R7 )

Band I [bis ] VI. – Max Brod. Franz Kafka. Eine Biographie. (Erinnerungen und Dokumente.) Berlin, Schocken, und Prag, Heinrich Mercy 1935–1937. Originalleinenbände mit Vergoldung.

Erste Werkausgabe. – Herausgegeben von Max Brod und Heinz Politzer. – I. Erzählungen und kleine Prosa. 1935. – II. Amerika. Roman. 1935. – III. Der Prozess. Roman. 1935. – IV. Das Schloss. Roman. 1935. – V. Beschreibung eines Kampfes. Novellen, Skizzen, Aphorismen aus dem Nachlass. 1936. – VI. Tagebücher und Briefe. 1937. – 1934 stimmte Kafkas Mutter dem Vertrag zu, mit dem der Berliner Schocken Verlag Max Brod die Herausgabe der Werke Kafkas übertrug. Brod hatte sich bereit erklärt, die gesamte Arbeit ohne Entgelt zu leisten. In jüdischen Buchhandlungen durften Kafkas Bücher nur an Leser ausgehändigt werden, die sich als Juden auswiesen. Vier von geplanten sechs Bänden lagen vor, als der Schocken-Verlag nach New York übersiedeln musste, Band V und VI sowie seine Kafka-Biographie gab Max Brod 1936/37 im Prag Exil heraus.

19,3 : 12,5 cm.

Raabe/Hannich-Bode 146.13 und 45.51

754  Ernst Ludwig Kirchner – Alfred Döblin. Das Stiftsfräulein und der Tod.

€ 2000

Eine Novelle. Schnitt von E L Kirchner. Berlin-Wilmersdorf, A. R. Meyer 1913. Mit fünf blattgroßen Holzschnitten. Schwarzer Maroquinband mit dem montierten Titelholzschnitt als Deckelvignette.

Lyrische Flugblätter Nr. 41. – Eins von 500 Exemplaren. – Auf chamoisfarbenem Velin. – Das erste von Ernst Ludwig Kirchner illustrierte Buch und zugleich das einzige illustrierte Flugblatt Meyers. Kirchner hatte Döblin, einem der wichtigsten Mitarbeitern von Waldens Zeitschrift »Der Sturm«, 1911 nach dem Umzug der Brücke-Künstler nach Berlin kennengelernt. Die Erzählung erschien kurz zuvor in dem Sammelband »Die Ermordung einer Butterblume« im Georg Müller Verlag, München. – Tadellos erhalten und außergewöhnlich gebunden.

24,5 : 18,5 cm. Seiten [3–16]. – Blatt 1 wurde beschnitten auf den Vorderdeckel montiert.

Dube 199-203. – Jentsch 12. – Lang 171. – Slg. Classen 33. – Papiergesänge 29. – Garvey 141. – Josch D 17. – Raabe/Hannich-Bode 58.4. – Raabe 144.41

755  Ernst Ludwig Kirchner – Jakob Bosshart. Neben der Heerstraße.

€ 500 ( R7 )

Erzählungen. Mit Holzschnitten von E. L. Kirchner. Zürich und Leipzig, Grethlein 1923. Mit 23 Holzschnitten im Text. Roter Halbmaroquinband (signiert: R. Meuter, Ascona) mit Oleographiepapierdeckelbezügen; Rückentitel, Kapitalfileten und der gepunzte Kopfschnitt vergoldet. Der Originalvorderumschlag mit dem zweifarbigen Holzschnitt und der originale Hinterumschlag sind eingebunden. Im Schuber mit roten Lederkapitalen.

Erste Ausgabe. – Der Holzschnitt auf dem Umschlag in einer bei Dube so nicht beschriebenen Variante: Druck in Schwarz (hier ohne die umrahmenden Flächen) und Violett auf rosa Papier, der hintere Umschlag ist unbedruckt. – Kirchner hatte den Schweizer Dichter Bosshart wohl in seiner Davoser Zeit kennengelernt. Die Holzschnitte zu den sechs Erzählungen entstanden 1922. Neben Georg Heyms »Umbra Vitae« das zweite große buchillustratorische Werk Kirchners. – Elegant gebunden.

20,0 : 13,5 cm. 434, [6] Seiten. – Seitenränder, wie meist, papierbedingt gebräunt.

Dube 808 IV, 809–831. – Jentsch 143. – Lang, Expressionismus 174

756  Ernst Ludwig Kirchner – Jakob Bosshart. Neben der Heerstraße.

€ 250 ( R7 )

Mit Holzschnitten von E. L. Kirchner. Zürich und Leipzig, Grethlein & Co. 1923. Mit 23 Holzschnitten im Text. Illustrierter roter Originalpappband.

Erste Ausgabe. – Das zweite große illustratorische Werk Kirchners, neben seinen Holzschnitten zu Georg Heyms »Umbra Vitae«. – Schönes Exemplar in seltener Einbandvariante.

20,0 : 13,5 cm. 434, [6] Seiten.

Dube 809–831. – Jentsch 143. – Lang, Expressionismus 174

757  Walter Klemm – Nikolaus Gogol. Das Gespenst.

€ 400 ( R7 )

Mit Lithographien von Walter Klemm. Berlin, Franz Schneider [1924]. Mit sechs signierten Lithographien, sowie zwei Vignetten und einem Initial nach Zeichnungen. Blaugrüner Maroquinband mit Vergoldung.

Eins von 200 Exemplaren auf handgeschöpftem Bütten. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die etwas bemühte Expressivität der Deckelgestaltung steht in anrührendem Gegensatz zu den Buntpapiervorsätzen und beides wiederum zum kongenial illustrierten Gogol-Text.

27,0 : 19,5 cm 53, [3] Seiten. – Rücken verblasst.

Sennewald 24, 6

758a  Albert Ehrenstein. Mein Lied.

€ 250

1900 – 1931. Oskar Kokoschka. Acht Zeichnungen. Berlin, Ernst Rowohlt 1931. Mit acht lithographierten Zeichnungen. Originalpergamentband mit -schutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 1000 Exemplaren, hier einer der sehr seltenen Halbpergamentbände. – »Dieser große Sammelband, der […] den echten Freunden der Dichtung und Geistesfreiheit dargeboten wird, vereinigt Albert Ehrensteins Lyrik aus all seinen Jahres- und Lebenszeiten, aus Heimat, Wanderwelt, geschauter und geträumter Ferne, dem Diesseits und Jenseits des eigenen Herzens. […] In einer Zeit, die kaum noch weiß, was ein Dichter ist, was er als Richter seiner Zeit und als unmittelbarer Bekenner des ewig Zeitlosen bedeutet, wird uns dieses Versbuch zum kostbarsten Besitz, um so kostbarer, als acht lithographierte Zeichnungen von Oskar Kokoschka, dem Meister und gefühlsverwandten Freund, die Verse begleiten« (Franz Hessel, Umschlagtext).

24,6 : 16,3 cm. [8], 344, [12] Seiten, 8 Tafeln.

Raabe/Hannich-Bode 62.21

758  Oskar Kokoschka – Victor Dirsztay. Lob des hohen Verstandes.

€ 300 ( R7 )

Ein Umriss zur Morphologie des Menschen nebst Anmerkungen und einer Einführung. Mit 6 Lithographien und einer Titelvignette von Oskar Kokoschka. Leipzig, Kurt Wolff 1917. Mit sechs Lithographien und zwei Vignetten, eine auf dem Vorderdeckel. Originalpappband.

Erste Ausgabe, Göbel nennt eine Auflage von lediglich 200 Exemplaren. – Der ungarische Dichter Dirsztay (1882–1935) hinterließ ein nur schmales literarisches Œuvre. Von den drei Büchern illustrierte Kokoschka, der den Dichter als »komplizierten Charakter« beschrieb (Wingler/Welz: »eine neurotische, von Weltschmerz und Ekel zerrissene Persönlichkeit«), die beiden letzten. – Eine kleine von Kokoschka gezeichnete Totentanzszene wurde für Titel und Einband reproduziert. Die Federlithographien monogrammierte der Künstler im Stein.

33,8 : 25,4 cm. 27, [7] Seiten, 6 Lithographien. – Rücken gebräunt.

Wingler/Welz 104–109. – Göbel 308. – Lang, Expressionismus 197

759  Oskar Kokoschka – Aristophanes. Die Frösche.

€ 1200

Eine Komödie. Mit zwölf Kaltnadel-Radierungen von Oskar Kokoschka. Frankfurt am Main, Ars librorum 1968. Mit zwölf signierten blattgroßen Kaltnadelradierungen. Lose Doppelbogen in illustrierter Originalhalbleinenchemise und -halblederkassette.

18. Ars librorum Druck. – Exemplar »h. c.«, von der Ausgabe mit Text erschienen 120 und 30 zusätzliche Exemplare, von der Suitenausgabe ohne Text weitere 110. – Auch im Druckvermerk vom Künstler monogrammiert und vom Verleger signiert. – Auf Auvergne-Bütten Richard de Bas.

45,5 : 33,2 cm. [4], 98, [10] Seiten.

Wingler/Welz 437–448. – Spindler 40.38. – Tiessen III, 23

760  Oskar Kokoschka – Heinrich von Kleist. Penthesilea.

€ 1000

Ein Trauerspiel. Mit zehn Kaltnadel-Radierungen von Oskar Kokoschka. Frankfurt am Main, Edition Gotthard de Beauclair 1970. Lose Doppelbogen und zehn signierte Radierungen in Originalhalblederchemise und -kassette (Willy Pingel, Heidelberg).

Eins von 100 Exemplaren der Ausgabe A mit den lose beigegebenen Radierungen (Gesamtauflage 140). – Vom Herausgeber im Druckvermerk signiert. – Handsatz aus der Original-Janson-Antiqua, gedruckt auf Auvergne-Bütten in den Werkstätten der Trajanus-Presse. – Druck der Radierungen auf der Kupferdruckpresse der Folkwang-Offizin, Essen.

49,0 : 37,5 cm.

Wingler/Welz 454–463. – Spindler 40.49. – Tiessen IV, 25

761  Karl Kraus. Die Unüberwindlichen.

€ 600 ( R7 )

Nachkriegsdrama in vier Akten. Wien und Leipzig, Die Fackel 1928. Originalleinenband mit goldgeprägten Titeln und Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe. – Auf dem Vorsatzblatt mit eigenhändiger Signatur des Autors. – »Der erste Theaterabend fand mittags statt: in der Berliner Volksbühne haben sie die ›Unüberwindlichen‹ von Karl Kraus gegeben. Als die Wogen des Beifalls durch das Theater rollten, trat Kraus vor die Gardine und dankte. Er täuschte sich nicht: er hat kein Publikum erobert. Er hat ein erobertes Publikum erobert. […] Sie hatten alle die ›Fackel‹ gelesen; sie hatten ihr Pensum gelernt; […] und hier liegt die Schwäche des Stücks. Kraus setzt voraus, er gestaltet nicht.« (Kurt Tucholsky, Kritiken und Rezensionen, 1929, Berliner Theater).

20,0 : 13,0 cm. 158, [2] Seiten. – Schutzumschlag fleckig, Risse an einigen Stellen hinterlegt.

Wilpert/Gühring 46

762  Kriegsbilderbogen.

€ 450

[1. bis] 3. Mappe (alles). Münchner Künstler. – Deutsche Künstler. München, Goltz 1914. 36, meist kolorierte und signierte Lithographien. Lose in den drei lithographierten und kolorierten Originalumschlägen und der Originalhalbleinenmappe.

Je eins von 950 Exemplaren auf Lichtdruckkarton bzw. »unecht China«. – Enthält Lithographien von Edwin Scharff, Richard Seewald, René Beeh, Joseph Eberz, Max Unold und vielen anderen. – Drei Blätter blieben unkoloriert bzw. unsigniert, da die Künstler kriegsbedingt abwesend waren. – Alle Lithographien mit typographischer Bezeichnung und Signet des Goltz-Verlages. – Vollständige Exemplare sind selten.

41,5 : 35,5 cm. Je 12 Lithographien.

Söhn HDOG 131–133

763  Alfred Kubin – Jules Amédée Barbey d’Aurevilly. Teufelskinder.

€ 600 ( R7 )

Ins Deutsche übertragen von Arthur Schurig. Mit neunzehn Zeichnungen von Alfred Kubin. München, Georg Müller 1921. Mit 21 [!] Abbildungen nach Zeichnungen, zwölf davon blattgroß. Originalpergamentband mit farbiger Deckelvignette, Rücken- und Kopfschnittvergoldung. In privatem Schuber.

Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Bütten (Gesamtauflage 1800). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Erste Ausgabe dieser Neuübersetzung,.

29,3 : 23,1 cm. [6], 265, [5] Seiten. – Deckelränder etwas gebräunt.

Marcks A 53. – Raabe 147. – Fromm I, 1781

764  Alfred Kubin – Jean Paul. Die wunderbare Gesellschaft in der Neujahrsnacht.

€ 200 ( R7 )

Mit 27 Federzeichnungen von Alfred Kubin. München, R. Piper 1921. Mit 27 Illustrationen, davon acht blattgroß. Originalhalbpergamentband mit Buntpapierdeckelbezügen. Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. Im Originalschuber.

Exemplar 102 von 200 der Vorzugsausgabe in Halbpergament. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Einbandentwurf von F. H. Ehmcke.

27,8 : 24,3 cm. [4], 40, [8] Seiten. – Kanten leicht berieben. – Äußerste Ränder minimal gebräunt. Eine Seite mit schwachem Knick und winzigem Einriss.

Raabe 154. – Marks A 60

765  Alfred Kubin. 20 Bilder zur Bibel.

€ 1200

München, R. Piper 1924. Mit 20 kolorierten Lichtdrucken nach signierten und betitelten Zeichnungen, drei weitere Lichtdrucke nach Kubins Handschrift. Originalhalbleinenband mit Schutzumschlag.

Unnummeriertes Exemplar, wie die 80 Vorzugsexemplare von Kubin eigenhändig koloriert und im Druckvermerk signiert, hier im Einband der allgemeinen Ausgabe. – Wassily Kandinsky und Franz Marc planten 1913 eine Folge von biblischen Illustrationen verschiedener Künstler und luden dazu ein. Alfred Kubin, Paul Klee, Erich Heckel und Oskar Kokoschka sagten ihre Teilnahme zu; allerdings vollendete nur Alfred Kubin seinen Zyklus »Der Prophet Daniel«. Dieser erschien 1918 bei Georg Müller. Das Bibelprojekt des »Blauen Reiters« war gescheitert. Zehn Jahre nach den Daniel-Zeichnungen schuf Kubin die hier vorliegende Folge zur ganzen Bibel. – Kubins Bilder sind frei von jedem Pathos und gehören sicher zu den wichtigsten Bibelillustrationen des 20. Jahrhunderts. 1936 wurden sie in Nazideutschland verboten und in die Liste des verbotenen Schrifttums aufgenommen.

32,5 : 27,5 cm. 24 Blätter. – Das erste Doppelblatt aus der Heftklammerung gelöst, sonst makellos, nur der seltene Schutzumschlag mit leichten Läsuren.

Marcks A 76. – Raabe 236

766  Alfred Kubin – Gerhart Hauptmann. Fasching.

€ 800 ( R7 )

Mit Originallithographien von Alfred Kubin. Berlin, S. Fischer 1925. Mit zwölf Lithographien, davon zehn blattgroß, elf signiert, eine monogrammiert. Neuerer Maroquinband mit silbergeprägten Titeln. In gefüttertem Schuber.

Erste vollständige Buchausgabe. – Unnummeriertes Exemplar, wie bei den 50 Vorzugsexemplaren alle Lithographien signiert, die Initiale monogrammiert (Gesamtauflage 450). – Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Auf Bütten gedruckt bei Otto von Holten, Berlin. – Sehr schönes Exemplar.

33,0 : 25,7 cm. 40, [4] Seiten. – Rücken minimal verblasst.

Marks A 84. – Raabe 291

767  Alfred Kubin. Rauhnacht.

€ 350

13 Steinzeichnungen. Mit einem Vorwort von Otto Stoessl. Berlin, Volksverband der Bücherfreunde Wegweiser-Verlag 1925. 13 Lithographien, zusammen lose in Originalhalbleinenmappe mit Deckelillustration.

Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die »Rauhnacht« entstand nach einem Fiebertraum Kubins. Noch geschwächt brachte er den gespenstischen Zyklus zu Papier, welcher gleichsam ein nahezu fünf Meter langes Panorama bildet. – Sehr zu Kubins Bedauern erschien die Folge dann nicht als Leporello, sondern in 13 Einzeltafeln »zerstückt«. Die »Rauhnächte« sind im Volksglauben die 13 Nächte zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag, in denen Geisterheere über die Erde ziehen und die Träume besonders intensiv sein sollen. – Die Lithographien makellos.

37,8 : 48,3 cm. 2 Doppelblätter Text, 13 Lithographien. – Die Mappe leicht fleckig und am Hinterdeckel etwas angestoßen.

Raabe 281. – Marcks A 86

768  Alfred Kubin – Oskar Maurus Fontana. Die Türme des Beg Begouja.

€ 250 ( R7 )

Roman. Mit Zeichnungen von Alfred Kubin. Wien, Wilhelm Frick 1946. Mit sieben Strichätzungen auf Tafeln und zwölf Kopfvignetten nach Federzeichnungen. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe. – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Neuausgabe von Fontanas frühem Roman »Erweckung« (Kurt Wolff 1919). Der österreichische Schriftsteller, Theaterkritiker und Journalist Oskar Maurus Fontana (1889–1969) hatte in seiner Jugend Kontakt zur expressionistischen Bewegung, zu Oskar Kokoschka, Albert Ehrenstein und Berthold Viertel. Mit Robert Musil war er befreundet. 1917 gab Fontana die expressionistischen Zeitschrift »Flugblatt« heraus. Spätestens mit seiner Anthologie »Die Aussaat« (Konstanz 1915) wurde Fontana zum Wegbereiter des Expressionismus in Österreich.

26,1 : 21,0 cm. 102, [2] Seiten.

Marcks A 210. – Raabe 638. – Raabe/Hannich-Bode 76.4 Anmerkung

769  Else Lasker-Schüler. Styx.

€ 400 ( R7 )

Gedichte. Berlin, Axel Juncker 1902. Mit einer Titelvignette von Fidus. Handeinband mit verschiedenen Buntpapieren als Rücken- bzw. Deckelbezug und goldgeprägtem Leinenrückenschild.

Erste Ausgabe des Erstlings der Dichterin. – »Meinen teuren Eltern zur Weihe«. – 1899 hatte Else Lasker-Schüler Georg Lewin kennengelernt. Nach der Trennung von ihrem erstem Mann, Jonathan Lasker, heiratete sie Lewin und schuf für ihn das Pseudonym »Herwarth Walden«. Walden trug sicher nicht unwesentlich zum Erscheinen dieser Gedichtsammlung bei, war er doch einer der ersten, der neben Karl Kraus die große dichterische Begabung von Else Lasker-Schüler erkannte. – Jedes Gedicht mit einer Zierleiste und einem Zierstück. – Auf fein geripptem Büttenpapier. – Mit Besitzvermerk des »jüdischen Fontane« Georg Hermann (Borchardt) (1871–1943). Noch bevor die Nationalsozialisten seine Schriften verbrannten, ging Hermann ins Exil nach Holland. Dort wurde der Dichter 1943 verhaftet, nach Auschwitz deportiert und ermordet.

19,5 : 13,3 cm. 77, [3] Seiten. – Vorsätze und angrenzende Blätter etwas stockfleckig. Der Besitzvermerk am Oberrand angeschnitten.

Raabe/Hannich-Bode 182.1

770  Else Lasker-Schüler. Hebräische Balladen.

€ 350 ( R7 )

Der Gedichte erster Teil. Mit einer Einbandzeichnung der Verfasserin. Berlin, Paul Cassirer 1920. Originalbroschur mit Deckelillustration und farbiger Bordüre.

Erste Ausgabe, erschien als Band VIII der Gesammelten Werke. – Auf dem Vortitel von Else Lasker-Schüler signiert.

23,0 : 16,8 cm. 110, [2] Seiten. – Umschlag leicht angestaubt, Ränder etwas geknickt. – Papier gebräunt und an den Rändern etwas brüchig.

Raabe/Hannich-Bode 182.12. – Feilchenfeldt/Brandis 119

771  Else Lasker-Schüler. Theben.

€ 4000

Gedichte und Lithographien. Berlin, Querschnitt 1923. Mit zehn blattgroßen signierten Lithographien und zwölf Seiten lithographiertem Text. Blauer Originalleinenband mit vergoldeter Illustration auf dem Vorder- und dem Signet der Galerie Flechtheim auf dem Hinterdeckel.

24. Druck der Galerie Flechtheim. – Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren (Gesamtauflage 250). – Alle zehn Lithographien und der Druckvermerk von der Dichter-Künstlerin signiert. – »Ich schrieb die Verse dieses Buches und zeichnete die Bilder dazu auf den Stein bei A. Ruckenbrod in Berlin, der das Buch […] druckte« (Druckvermerk). – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Else Lasker-Schüler war 1923 auf dem Höhepunkt ihrer Bekanntheit und Anerkennung als Lyrikerin und als Künstlerin. Schon 1910 hatte Karl Kraus sie als »die stärkste und unwegsamste lyrische Erscheinung des modernen Deutschland« gepriesen, später prophezeite Arnold Zweig: »Aber eine gibt es, die niemals sterben wird – niemals … Sie ist so unzeitlich wie die Worte, die einstmals morgenfrisch aus ihrer sprechenden Seele brachen«. Daran konnten auch die Nationalsozialisten nichts ändern, die 1933 alle ihre Werke als »zu beschlagnahmend« auflisteten. – In der Einheit von Bild und Schrift, in seiner spontan wirkenden Gestaltung und trotzdem bibliophilen Aufmachung einer der Höhepunkte der expressionistischen Buchkunst. – »Die zehn Gedichte, die zu den schönsten der Dichterin gehören, stammen aus verschiedenen früheren Sammlungen und sind mit ihrem Familien- und Freundeskreis eng verbunden. […] Die wichtigsten Gestalten, die die private Phantasiewelt der Künstlerin bevölkern, ziehen in Text und Bild durch das Werk, in schnellen, nervösen, eigenwilligen Zügen in Silhouetten gezeichnet, die sich von der Realität entfernt haben.« (Papiergesänge). – Die Dichterin widmete das Buch »Paolo Pedrazzini, dem Dogen von Locarno«, einem dreißigjährigen Halbmexikaner, zu dem Else Lasker-Schüler während ihres ersten Tessinaufenthaltes in Liebe entbrannte, wenn er auch »ganz ganz ganz unantastbar« für sie war.

32,5 : 24,8 cm. [28] Seiten. – Deckelränder minimal fleckig.

Raabe/Hannich-Bode 182.15. – Jentsch 136

772  Max Liebermann – 54 Steindrucke zu kleinen Schriften von Heinrich von Kleist.

€ 600 ( R7 )

Berlin, Bruno Cassirer 1917. Mit 54 Lithographien, davon zwei ganzseitigen, und zwei lithographierten Initialen. Originalpergamentband mit lithographierter Vorderdeckelvignette, vergoldetem Rückentitel und Kopfschnittvergoldung.

Eins von 250 Exemplaren auf Handbütten (Gesamtauflage 270). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Liebermanns Lithographien illustrieren 21 Anekdoten des Dichters. – »Es ist das erste Mal, daß der große Maler auch als Illustrator vor die Öffentlichkeit tritt. […] Liebermann hat Kleist mit Menzelischer Laune aufgefaßt, hat aber zugleich in meisterhafter Weise seinen eigenen Illustrationsstil gefunden […] Von den Schwierigkeiten, die der Krieg dem Buchgewerbe bereitet, ist in diesem Werke nicht zu spüren« (aus der beiliegenden Verlagswerbung, einem mit drei Lithographien geschmücktem Doppelblatt).

33 : 25 cm. 74 (paginiert 76) Seiten. – Einbandränder vorn etwas fleckig.

Schiefler 226-282. – Schauer II, 86

773  Max Liebermann – Das Buch Ruth.

€ 2000

Mit Original-Lithographien von Max Liebermann. Berlin, Propyläen 1924. Mit neun Lithographien, davon fünf ganzseitig und signiert. Bordeauxroter Originalmaroquinband mit Vergoldungen.

Eins von 50 Vorzugsexemplaren auf Japan-Bütten und in Ganzleder gebunden (Gesamtauflage 200). – »Max Liebermann war von den deutschen Impressionisten derjenige, der sich am wenigsten für die Buchillustration erwärmen konnte. […] In seinem Spätwerk, zwischen 1915 und 1927, haben ihn Illustrationen jedoch stark beschäftigt und gemessen am insgesamt kleinen Umfang seines graphischen Œuvres ist die Bedeutung der Illustration nicht zu unterschätzen. Zweimal widmete sich Liebermann Texten aus dem Alten Testament […] Für den Künstler steht hierbei nicht die Handlung an sich, sondern das individuelle Schicksal der beteiligten Personen im Vordergrund« (Ann-Katrin Hahn, in Slg. Classen).

43,1 : 31,4 cm. [24] Seiten. – Einband mit leichten Druckstellen und etwas berieben. – Gelegentlich leicht stockfleckig.

Schauer II, 86. – Lang, Impressionismus 116. – Achenbach 91–99. – Slg. Classen 45

774  Thomas Mann. Buddenbrooks.

€ 600

Verfall einer Familie. Roman. 2. Auflage. Berlin. S. Fischer 1903. Farbig illustrierter Originalleinenband.

Die erste einbändige ist zugleich die erste Ausgabe mit der biedermeierlichen Umschlagzeichnung von Wilhelm Schulz, der schon 1898 den Umschlag von Thomas Manns erstem Buch illustriert hatte. Lange Jahre hindurch sollte seine Lübecker Straßenszene die Gestalt kommender Buddenbrook-Auflagen prägen, »[…] jetzt erhielt der Roman die Gestalt, in der er seine erstaunliche, am wenigsten von seinem Autor vorausgesehene Laufbahn beginnen sollte« (Kat. Marbach).

18,2 : 13,0 cm. [4], 566; 539, [5] Seiten. – Kanten minimal berieben. – Vortitel mit Besitzerstempel, Innendeckel mit Exlibris (Bruno Girardoni, Bremer Spinnereibesitzer, 1864–1934).

Potempa D 1.2. – Pfäfflin 68

775  Thomas Mann. Zwei Novellen.

€ 400

Nicht im Buchhandel. Liebesgabe für deutsche Kriegsgefangene. Bern, Verlag der Bücherzentrale für deutsche Kriegsgefangene [1918]. Klammergehefteter Originalhalbleinenband.

Bücherei für deutsche Kriegsgefangene, Band 20. – Herausgegeben von Hermann Hesse und Richard Woltereck. – Eins von 2500 Exemplaren. – Enthält die beiden Novellen »Das Eisenbahnunglück« und »Tonio Kröger«. – Gedruckt in der Deutschen Internierten-Druckerei Bern. – Hermann Hesse wurde für kriegsuntauglich befunden und in Bern der Deutschen Gesandtschaft zugeteilt, in deren Dienst er Kriegsgefangene in Frankreich, England, Russland und Italien mit Lektüre versorgte, Gefangenenzeitschriften herausgab und redigierte sowie einen eigenen Verlag für Kriegsgefangene aufbaute. – Sehr selten.

17,8 : 12,2 cm. 88 Seiten. – Ränder, auch die der Seiten, gebräunt.

Potempa B 15. – Mileck VII-A, 14.20

776  Thomas Mann. Tristan.

€ 1500

Radierungen von Edwin Scharff. München, Drei Masken 1922. Mit zwölf monogrammierten Radierungen im Text. Originalpergamentband mit braun-goldenem Rückenschild und Kopfschnittvergoldung, Vorderdeckel mit radierter Titelvignette.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 70 römisch nummerierten Vorzugsexemplaren, im Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert und mit den monogrammierten Radierungen (Gesamtauflage 340). – Fünfter Obelisk-Druck. – Satz aus der Cicero Walbaum-Kursiv, gedruckt auf Zanders-Bütten bei Mandruck, München, die Radierungen auf der dortigen Künstlerpresse unter Aufsicht des Künstlers. – Die Novelle zählt zu den Frühwerken Thomas Manns und erschien erstmals 1903. – Die Radierungen entstanden in der wohl produktivsten Schaffensphase Scharffs, kurz vor seinem Weggang aus München an die Berliner Hochschule für Bildende Künste. – Sehr selten.

25,8 : 17,5 cm. 69, [3] Seiten. – Deckel leicht stockfleckig und leicht verzogen. – Vereinzelt minimal stockfleckig, 2 Seiten etwas stärker.

Potempa E 13.3. – Sennewald 22, 3. – Lang, Expressionismus 298. – Rodenberg 448, 5

777  Thomas Mann. Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull.

€ 1500

Buch der Kindheit. Wien, Leipzig und München, Rikola 1922. Mit sechs signierten Farblithographien von Oskar Laske. Hellblauer Originalpappband mit zwei montierten Titelschildern.

Erste Ausgabe. – Eins von 100 Vorzugsexemplaren, bei denen der Druckvermerk vom Verfasser und die Lithographien vom Künstler signiert wurden (Gesamtauflage 500). – Gedruckt bei Mandruck, München, auf chamoisfarbenem Bütten, lockere Interimsbindung. – Der Roman, der letztlich unvollendet blieb, erschien erst 1954. Die erste Anregung zum Stoff soll Thomas Mann bereits 1905 durch die deutsche Ausgabe der Erinnerungen eines rumänischen Hochstaplers erhalten haben. Er begann etwa 1910 mit ersten Niederschriften, aus denen ein Bruchstück 1911 im Almanach des S. Fischer-Verlages abgedruckt wurde.

30,7 : 24,7 cm. 65, [3] Seiten, 6 Lithographien. – Rückenschild etwas gebräunt. Die ersten 4 Blätter mit geglätteter Knickfalte (Widmungsblatt nicht betroffen).

Potempa D 12.1

778  Thomas Mann. Unordnung und frühes Leid.

€ 1800

Novelle. Berlin, S. Fischer 1926. Mit einer radierten Titelvignette von Karl Walser. Illustrierter Originalpappband mit farbig illustriertem Originalschuber. – Widmungsexemplar.

Mit eigenhändiger Widmung des Autors für seine Tochter Erika Mann auf dem Vorsatzblatt: »Eri zum Geburtstag 1926« – Heine/Schommer (118/119) verzeichnet Widmungen des »Zauberers« in diesem Buch für Sohn Klaus (»zum Geburtstag 1926«) und für Bruder Heinrich (»zu Weihnachten 1926«). Die Anrede »Eri« für seine Tochter empfand Thomas Mann sicher als besonders vertraut. Bereits Weihnachten 1919 widmete er »Der lieben Eri« ein Exemplar der »Buddenbrooks« und zeichnete mit »Pielein« (H./S. 58). – Als Erika Mann 1905 als erstes von sechs Kindern zur Welt kam, zeigte sich der 30jährige Vater nicht eben erfreut: »Es ist also ein Mädchen: eine Enttäuschung für mich«, schrieb Thomas Mann – »unter uns« – an den Bruder Heinrich. Später war Eri ihres Vaters Lieblingskind und hat wesentliche Etappen seines Weges begleitet und beeinflusst. – »Die geschilderte Familie des Geschichtsprofessors Cornelius ist Manns eigene zur Zeit der Inflation, der die bereits früher geplante Erzählung die entscheidende Konstellation verdankt. Zeitgeschichte wird im Reflex aufs Private festgehalten. Dabei geht es weniger um die ausführlich beschriebene Änderung der materiellen Lebensumstände einer bürgerlichen Familie als um die von Veränderung bedrohte bürgerliche Gesellschaft« (KNLL XI, 9742). – In der Zeitschrift »Querschnitt« veröffentlichten Erika und Klaus Mann 1928 die von Ottomar Starke illustrierte Parodie »Unordnung und späte Freude«.

16 : 11 cm. 126, [2] Seiten. – Gelenke fachgerecht und unauffällig restauriert, insgesamt sehr schönes Exemplar.

Potempa E 29.2. – Heine/Schommer 116 (dort wohl versehentlich mit der Paraphe »Z«). – Badorrek-Hoguth B 60.1

779  Thomas Mann. Die Forderung des Tages.

€ 1000

Reden und Aufsätze aus den Jahren 1925–1929. Berlin, S. Fischer 1930. Originalleinenband mit Schwarz- und Goldprägung. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe dieser Sammlung, erschienen innerhalb der »Gesammelten Werke in Einzelausgaben«. – Vorsatzblatt mit Bleistiftwidmung »Lavinia Mazzucchetti herzlich verbunden | München 17. XI. 29 | Thomas Mann«. – Die Germanistin Lavinia Mazzucchetti übersetzte 27 Werke von Thomas Mann ins Italienische. Heine/Schommer verzeichnen allein fünf Widmungen zwischen 1930 und 1954.

18,7 : 12,4 cm. 417, [11] Seiten. – Unterrand und Rücken mit leichtem Wasserrand, entsprechend die ersten 30 Blätter mit ganz kleinem Wasserfleck im Fußsteg. Vorderes Innengelenk leicht angeplatzt.

Potempa B 67

780  Thomas Mann. A Sketch of my Life.

€ 1200

Translation has been made by H. T. Lowe-Porter. Paris, Harrison 1930. Originalhalbpergamentband; Rückentitel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet.

Erste englische Ausgabe und erste Buchausgabe überhaupt. – Eins von 75 römisch nummerierten Exemplaren der signierten Vorzugsausgabe, die auf Japanpapier gedruckt und in Halbpergament gebunden wurden (Gesamtauflage 785). – Mit dem montierten Korrekturzettel, dass durch eine Zuwendung des Verfassers 75 (statt 50) Vorzugsexemplare gedruckt werden konnten. – Gestaltet von Monroe Wheeler und als viertes Deluxe-Buch des Pariser Verlegers Harrison erschienen. – Der Text war im Juniheft der Zeitschrift »Die Neue Rundschau« erschienen, mit so vielen Druck- und Namensfehlern, dass der Verlag im nächsten Heft eine Entschuldigung abdruckte. Nahezu zeitgleich erschien eine japanische Ausgabe, die dort dem Schulgebrauch diente. – Makellos.

19,8 : 14,7 cm. 69, [3] Seiten.

Potempa G 445.2

781  Thomas Mann. A Sketch of my Life.

€ 400

Translation has been made by H. T. Lowe-Porter. Paris, Harrison 1930. Originalleinenband mit schwarzgeprägten Titeln. Im Originalschuber mit großem Deckelschild.

Erste englische Ausgabe und erste Buchausgabe überhaupt. – Eins von 15 Exemplaren »Not for sale«, mit Bleistift nummeriert als »1/15« (Gesamtauflage 785). – Gestaltet von Monroe Wheeler und in Darmstadt auf Van Gelder-Bütten gedruckt. – Der Text war im Juniheft der Zeitschrift »Die Neue Rundschau« erschienen, mit so vielen Druck- und Namensfehlern, dass der Verlag im nächsten Heft eine Entschuldigung abdruckte. Nahezu zeitgleich erschien eine japanische Ausgabe, die dort dem Schulgebrauch diente.

20,3 : 14,8 cm. 69, [3] Seiten. – Vorsatzblatt etwas gebräunt, sonst tadellos.

Potempa G 445.2

782  Thomas Mann. Nocturnes.

€ 250 ( R7 )

With Lithographs by Lynd Ward. New York, Equinox Cooperative Press 1934. Mit sieben Lithographien, drei davon blattgroß. Illustrierter Originalleinenband mit Rückenschild.

Neunte Publikation der Equinox Cooperative Press. – Eins von 990 Exemplaren (Gesamtauflage 1000). – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – Die Novellen »Ein Glück« (1904), »Schwere Stunde« (1905) und »Das Eisenbahnunglück« (1909) erschien hier erstmalig in englischer Übersetzung (von H. T. Lowe-Porter).

21,8 : 15,0 cm. 61, [3] Seiten. – Rücken etwas gebräunt.

Potempa II, T 296. – Exilarchiv 3898

783  Thomas Mann. The Beloved Returns.

€ 400 ( R7 )

Lotte in Weimar. Translated from the German by H. T. Lowe-Porter. New York, Alfred A. Knopf 1940. Originalhalbleinenband mit Deckel-, Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Erste amerikanische Ausgabe. – Eins von 375 Exemplaren (Gesamtauflage 395). – Im Druckvermerk vom Autor signiert und nummeriert. – »Lotte in Weimar« erschien zuerst 1939 bei Bermann-Fischer in Stockholm.

25,2 : 16,9 cm. [16], X, 453, [11] Seiten. – Einige Seiten leicht stockfleckig.

Potempa II, T 329.1. – Exilarchiv 3890

784  Thomas Mann. Nachruf auf einen Henker.

€ 200

– In: Die andere Seite. Erstes Heft. [London 1942]. Mit 17 Abbildungen nach Fotografien und Zeichnungen. Grau-rote Originalbroschur.

Erstdruck einer Rundfunkansprache Thomas Manns, die er im Juli 1942 hielt. – Der »Henker des Dritten Reiches« Reinhard Heydrich war am 27. Mai 1942 bei einem Attentat, der Operation »Anthropoid«, von zwei tschechischen Geheimdienstoffizieren schwer verletzt worden. Er starb einige Tage später an einer Sepsis den »natürlichsten Tod also, den ein Bluthund wie er sterben kann« (Thomas Mann). Die Folge des Attentats waren Racheaktionen im »Großdeutschen Reich«, der Ort Lidice wurde ausgelöscht – alle Männer wurden hingerichtet, die Frauen ins KZ Ravensbrück verschleppt. – Die kleinformatigen Flugblattbroschüren »Die andere Seite« wurden von der Royal Air Force von Herbst 1942 bis ins Frühjahr 1945 über Deutschland abgeworfen. Insgesamt enthielten vier Hefte der Reihe Beiträge von Thomas Mann, die 1945 gesammelt in »Deutsche Hörer« erschienen. – Weitere Beiträge in Heft 1 stammen von Sigruid Undset, G. B. Shaw, H. A. Wallace, sowie anonymen bzw. unbekannten Verfassern. – Tadellos erhalten.

13,5 : 10,5 cm. 32 Seiten. – Letztes Blatt mit Stempel.

Potempa G 855.1

785  Thomas Mann. Leiden an Deutschland.

€ 250 ( R7 )

Tagebuchblätter aus den Jahren 1933 und 1934. Los Angeles, Pazifische Presse, und New York, Mary S. Rosenberg 1946. Halblederband mit vergoldetem Rückentitel, im Stil des Originals.

Erste Ausgabe. – Neunter Privatdruck der Pazifischen Presse. – Eins von 250 Exemplaren der vom Autor signierten Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 500). – Siehe KatNr. LFDNR 398.

23,7 : 16,2 cm. 108, [4] Seiten. – Einband erneuert. – Titelblatt rückseitig mit Bibliotheksstempel.

Potempa G 919.1

786  Thomas Mann – Exiled Author honored at Yale.

€ 400

Fotografie (Vintage, Silbergelatine). 1938. 14,1 : 26,5 cm (16,9 : 27,0 cm).

Die Fotografie entstand am 22. Juni 1938 in der Woolsey Hall der Yale University anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde. – Blick über das Auditorium auf die Bühne. Dort steht – mit dem Rücken zum Publikum – Thomas Mann, im Begriff von Charles Seymour, dem Präsidenten der Universität, die Urkunde zu erhalten. – Rückseitig mit Copyright-Stempel »International News Photos New York«, einem Eingangsstempel »Received Examiner Reference Library June 25, 1938« und einem Aufkleber mit dem Pressetext.

Minimale Knickfalten, unten kleine Beschädigung der Bildschicht.

787  Thomas Mann – Thomas und Erika Mann.

€ 400

Fotografie (Vintage, Silbergelatine). 1941. 20,7 : 25,3 cm.

Großes Doppelporträt von Vater und Tochter, wohl im Hafen von New York aufgenommen. – Rückseitig mit Datierung (?) »8/20/41«, dem Copyright-Stempel »King Features Syndicate, Inc. | International News Photos New York« und einem aufgeklebtem Pressetext: »One of the eminent eloquent advocates of democracy in the world is Nobel-Prizeman Thomas Mann, above with writer-lecturer daughter Erika. He filed his first papers for American citizenship in 1938. Erika, wife of an British writer, took the same step.«.

788  Erika und Klaus Mann. Rundherum.

€ 300

Mit 35 Reise-Photographien. Berlin, S. Fischer 1929. Mit 35 Abbildungen nach Fotografien auf sechs Tafeln. Illustrierte Originalbroschur mit -schutzumschlag.

Erste Auflage. – »Länder, Menschen, Abenteuer. Alles gesehen mit den Augen zweier frischer, vagabundierender junger Menschen« (Umschlagtext). – Anfang 1927 brechen Klaus und Erika Mann zu einer gemeinsamen Reise auf. Als »Literary Mann Twins« reisen sie um die Welt. Das intellektuelle und künstlerische Publikum zeigt sich fasziniert von den schönen, begabten Geschwistern. Um ihre Reisewut und den wachsenden Alkohol- und Drogenkonsum finanzieren zu können, unterwirft sich nun auch Erika dem »Familienfluch« der Schriftstellerei. Mit Klaus schreibt sie den Reisebericht »Rundherum«. – Schwer lastete später die Trauer über den Selbstmord ihres Bruders Klaus auf Erika: »Waren wir doch Teile von einander – so sehr, dass ich ohne ihn im Grunde gar nicht zu denken bin« (deutschlandfunk.de). – Der Originalschutzumschlag mit dem berühmten Doppelporträt ist selten geworden.

21,3 : 14,0 cm. 165, [3] Seiten. – Schutzumschlag mit Einrissen und kleinen Randläsuren, größere Fehlstelle am Rücken.

789  Katia Mann. Meine ungeschriebenen Memoiren.

€ 300

Herausgegeben von Elisabeth Plessen und Michael Mann. 21.–30. Tausend. Frankfurt am Main, S. Fischer 1974. Originalpappband mit -schutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Mit eigenhändiger Widmung der Witwe Thomas Manns für »Professor Hans Wysling, dem treuen Hüter, mit allen guten Wünschen zugeeignet. Kilchberg, Oktober 1974 Katia Mann«. – Der Literaturwissenschaftler und Thomas-Mann-Forscher Hans Wysling (1926–1995) leitete von 1962 bis 1993 das Thomas-Mann-Archiv in Zürich.

19,5 : 12,0 cm. 174, [2] Seiten. – Rücken verfärbt.

790  Pazifische Presse. – Elf Werke

€ 4000 ( R7 )

[alles Erschienene.] Los Angeles, Pazifische Presse, und New York, Mary S. Rosenberg 1942–1948. Elf Halblederbände, sieben originale, vier im Stil der Originale erneuert, alle mit vergoldetem Rückentitel. Zusammen in Kassette.

Je eins von 150 (ab Band VIII 250) Vorzugsexemplaren, vom jeweiligen Autor signiert und in Halbleder gebunden. – I. Thomas Mann. Thamar. 1942. Erstdruck dieses Auszugs aus »Joseph, der Ernährer« (erschien erst 1943). – II. Franz Werfel. Die Geschichte vom wiederhergestellten Kreuz. 1942. – III. Bruno Frank. Sechzehntausend Francs. 1943. – IV. Leonhard Frank. Mathilde 1943. – V. Friedrich Torberg. Mein ist die Rache. 1943. – VI. Alfred Neumann. Gitterwerk des Lebens. 1943. – VII. Alfred Döblin. Nocturno. 1944. – VIII. Thomas Mann. Das Gesetz. 1944. Erste Ausgabe. – IX. Thomas Mann. Leiden an Deutschland. 1946. Erstausgabe. – X. Franz Werfel. Gedichte aus den Jahren 1908–1945. 1946. – XI. Lion Feuchtwanger. Wahn oder Der Teufel in Boston. [1948]. – Alle in kleiner Auflage erschienen, die ersten sieben Ausgaben wurden in einer Auflage von nur 250 Exemplaren veröffentlicht, keine der folgenden war höher als fünfhundert Exemplare. – Mit Ausnahme von Bruno Franks Beitrag, der bereits 1940 in Amsterdam erschienen war, sind alle anderen Erstdrucke.
Felix Guggenheim und Ernst Gottlieb gaben am 30. Oktober 1942 die Gründung der Pazifischen Presse bekannt: »Wir möchten ein Zeugnis für die herausragende kulturelle Kraft sein, die von Hitler vertrieben wurde und in Amerika einen sicheren Hafen gefunden hat. […] Wir sind diesen Autoren zu Dank verpflichtet und hoffen, ihnen auf diese Weise zu danken. Sie sind schließlich das beste und wertvollste [Talent], das wir in unserer neuen Heimat für uns zeigen müssen« (aus: Aufbau, 30.X.1942). Die Auswahl beruhte hauptsächlich auf persönlichen Beziehungen zu den Autoren. Finanziert wurde die Arbeit durch den Verkauf an Subskribenten vor dem Druck der beiden verschiedenen Versionen: einer regulären Halbleinenausgabe und einer Luxusausgabe, signiert und in Halbleder gebunden. Insgesamt erschienen elf Werke. Beide Verleger sahen voraus, dass die Pazifische Presse mit Kriegsende ihre historische Bedeutung verlieren würde; die Arbeit in dieser Zeit legte den Grundstein für den weiteren Berufsweg der beiden Verleger – Ernst Gottlieb wurde Antiquar, Felix Guggenheim Literaturagent.

Ca. 25 : 16 cm. – Einige Bände neu aufgebunden und mit erneuertem Rücken (I, III, V, VIII), Band X an der vorderen Kante bestoßen.

Exilarchiv 3868, 6417, 1552b, 1575, 5944, 4274, 1114, 3859, 3886, 6358 und 1443. – Thomas Mann: Potempa D 8.6, E 32.2 und G 919.1. – Franz Werfel: Spalek/Hawrylchak 284 und 58

791  Freier Deutscher Kulturbund in Großbritannien – Sammelband mit zwölf Publikationen.

€ 450

London 1942–1945. Pappband der Zeit.

Alle mit Titel- bzw. Umschlagblatt. – I. Unser ist der Morgen. August 1942. – II. Woman under the Swastika. 1942. – III. Gekabelt aus Moskau. 1943. – IV. Erich Weinert. Die fatale letzte Patrone. 1943. – V. Der falsche Magier. Gedichte und Essays. 1943. – VI. The War as seen by Children. 1943. – VII. Hans Siebert. Der Fall Professor Huber. 1943. – VIII. Jürgen Kuczynski. Freie Deutsche damals und heute. 1944. – IX. Theodor Plivier. Der Igel. Die Geschichte vom Untergang einer Nazi-Bastion an der Ostfront. 1944. – X. Das Wesen der Freiheit. 1944. – XI. [Rita Hausdorff]. Silesian story. The Story of a Jewish Family in Germany. 1944. – XII. Karl Wollf. Schiller und die Idee der Freiheit. 1945. – 1939 gründeten deutsche und österreichische Emigranten in London den Freien Deutschen Kulturbund (Free German League of Culture), den Vorsitz hatte zunächst Alfred Kerr, später auch Oskar Kokoschka und Stefan Zweig. Bekannte britische Intellektuelle und Künstler unterstützten die Vereinigung und übernahmen die Schirmherrschaft über Lesungen, Ausstellungen, Vorträge, Konzerte und Theatervorstellungen. Der Kulturbund wollte sowohl die freie deutsche Kultur als auch das gegenseitige Verständnis zwischen Emigranten und der britischen Bevölkerung fördern und ermahnte zur Solidarität der Flüchtlinge mit allen demokratischen, freiheitsliebenden und fortschrittlichen Kräften. 1942 wurde das Clubhaus im Londoner Stadtteil Hampstead eröffnet, das Gebäude stellte George Bell, der Bischof von Chichester, zur Verfügung. Bell war mit Dietrich Bonhoeffer befreundet, er sprach sich öffentlich gegen die Übernahme des Arierparagraphen durch die Deutsche Evangelische Kirche aus. Die wohl erfolgreichste Aktion des FDKB war die Ausstellung »Allies inside Germany«, die im Sommer 1942 in London eröffnet und danach als Wanderausstellung unter dem Titel »We accuse – Ten years of Hitler Fascism« in vielen Städten des Landes gezeigt wurde. Kurz vor seiner Auflösung veröffentlichte der FDKB die Broschüre »Kleine Sammlung 1946«, einen Überblick über die Arbeit von Schriftstellern und Künstlern wie Heartfield, Lade, Kokoschka, Schwitters, Graetz, Balden, Schames u. v. a. im Exil.

20,5 : 14,5 cm.

Exilarchiv 6047, 6564, 1826, 6287, 1312, 6185, 5450, 3222, 4599, 6438, 2171 und 6562

792  Gerhard Marcks – Philipp Otto Runge. Von dem Fischer un syner Fru.

€ 300

Hamburg, Grillen-Presse 1955. Mit elf Holzschnitten von Gerhard Marcks im Text. Dunkelgrüner Maroquinband mit blindgeprägten Deckelfileten und vergoldetem Rückentitel. Im Schuber mit Furnierbezügen und Lederkanten.

Fünfter Druck der Grillen-Presse. – Eins von 830 Exemplaren, davon 650 für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft Hamburg. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Satz aus der Garamond der Lettergieterij Amsterdam. – Gedruckt auf Hahnemühle Kupferdruck-Bütten. – Der unsignierte Einband stammt wohl von Christian Zwang, Hamburg.

23,7 : 17,7 cm. 21, [5] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Lammek 486, 1–11. – Spindler 43.7 und 49.5. – Schauer II, 154

793  Frans Masereel. Die Sonne.

€ 400

63 Holzschnitte. – Die Idee. 83 Holzschnitte. München, Kurt Wolff 1920 und 1924. Mit zahlreichen Holzschnitten. Originalhalblederbände mit Rückenschild bzw. vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Beide in erster »deutscher« Ausgabe. – Je eins von 750 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage je 800). Druck von den originalen Stöcken, alle späteren Auflagen wurden von Galvanos gedruckt. – 1919 hatte »Kurt Wolff – der Münchner Verleger, der gewissermaßen der Mann gewesen ist, der mich als Künstler entdeckt und hauptsächlich in Deutschland bekannt gemacht hat –, ich weiß nicht wie, ein Exemplar vom ›Stundenbuch‹ in die Hände bekommen und ist davon sehr beeindruckt gewesen. Er hat mir sogleich seinen Herstellungsleiter und künstlerischen Direktor, Hans Mardersteig, nach Genf geschickt, der später mein Freund geworden ist, und wir haben sofort einen Vertrag […] geschlossen« (Frans Masereel im Gespräch mit Pierre Vorms, Ausgabe Dresden 1967, S. 48).

16 : 12 cm.

Ritter B a 7.I und 11.1 – Göbel 536 und 627

794  Frans Masereel. Grotesk Film.

€ 500

[Berlin], J. B. Neumann [1921]. Titel, Porträt und 18 doppelblattgroße Illustrationen nach Tuschzeichnungen. Zweifarbig illustrierte Originalbroschur.

Eins von 100 Vorzugsexemplaren auf Japan (Gesamtauflage 300). – Handschriftlich nummeriert, vom Künstler signiert und datiert. – Sehr schönes Exemplar der seltenen Ausgabe.

17,8: 12,0 cm. [44] Seiten.

Ritter B a 12

795  Frans Masereel. Aventure nocturne.

€ 250

Cinquante bois gravés. Belvès, Pierre Vorms 1958. Mit 50 ganzseitigen Holzschnitten. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von zwanzig römisch nummerierten Vorzugsexemplaren auf unbeschnittenem »Pur Chiffon d’Auvergne« und einem beigelegten signierten Holzschnitt, der nicht in die Folge aufgenommen worden war (Gesamtauflage 155). – Auch der Druckvermerk signiert und nummeriert. – Die Idee zu dieser Traumgeschichte entstand bereits in den 1930er Jahren, fast 30 Jahre später wandelte und ergänzte Masereel das damals in 25 Zeichnungen fixierte Konzept. – Sehr gut erhalten.

27,5 : 21,0 cm. [8 und 6] Seiten, 50 Holzschnitte.

Ritter B a 51

796  Frans Masereel. Acht Holzschnitte zu Hemingways Erzählung »Der alte Mann und das Meer«.

€ 300

Ca. 13 : 8 cm (18,5 : 13,5 cm). Signiert.

Unnummeriertes Künstlerexemplar der Suite auf Japanpapier, Ritter nennt eine nummerierte Auflage von 100 Exemplaren in Passepartouts. – Umschlag mit eigenhändiger Widmung des Künstlers für Margarete Asmus, datiert »Nice 1961«. Suite und Buchausgabe erschienen 1961/62 im Hamburger Johannes Asmus Verlag. – Tadellos erhalten.

Ritter B a 56

797  Frans Masereel. Das Gesicht Hamburgs.

€ 200 ( R7 )

80 Original-Holzschnitte. Hamburg, Asmus 1964. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel. Im Originalschuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 850 Exemplaren (Gesamtauflage 1.025). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – »…anschaulicher, moderner und aufregender als alle noch so ausgeklügelten Fotos es einfangen können … dieses Werk gehört in die große Reihe seiner ›romans en images‹« (aus dem Vorwort von Hans Bütow). – Druckfrisches Exemplar.

24,5 : 18,2 cm. [86] Blätter. – Schuberkante angeplatzt.

Ritter B a 59

798  Frans Masereel – Carl Sternheim. Fairfax.

€ 800 ( R7 )

Geschmückt mit 10 Lithographien von Frans Masereel. Berlin, Düsseldorf und Frankfurt am Main, Galerie Flechtheim 1922. Mit zehn signierten Lithographien. Originalhalbpergamentband mit Deckelillustration.

XVII. Druck der Galerie Flechtheim. – Eins von 140 Exemplaren auf rauem altgetönten Bütten mit (Gesamtauflage 200 ). – Im Druckvermerk von Künstler und Autor signiert. – Carl Sternheims Erzählung »Fairfax« war bereits 1921 in einer unbebilderten Ausgabe bei Ernst Rowohlt in Berlin erschienen […] In der Zeitschrift »Der Querschnitt« äußerte sich Sternheim enthusiastisch über die Illustrationen Masereels: ›Über den Schwarzweißkünstler Masereel steht das europäische Urteil fest: ein Phänomen! […] Ich preise mich glücklich, daß Masereel sich entschlossen hat, Fairfax zu illustrieren […] Masereels himmlische Bilder zum Fairfax aber haben mir wieder bewiesen: manchmal ist Leben doch feine Sache!« (zitiert nach Jentsch). – Schönes Exemplar.

31,3 : 24,6 cm. 35, [5] Seiten. 10 Lithographien.

Ritter C a 24. – Jentsch, Expressionismus 120. – Raabe/Hannich-Bode 291.37

799  Walter Mehring. Arche Noah S·O·S.

€ 250

Neues trostreiches Liederbuch. Berlin, S. Fischer 1931. Originalbroschur mit Farblithographie von Georg Salter als Umschlagillustration.

Erste und einzige Ausgabe der ursprünglichen Fassung. Die wunderbare Lithographie »im Stil einer Kinderzeichnung zu schonungslosen zeit- und gesellschaftskritischen Songs, in denen Mehring geistreich die bürgerliche Moral seiner Zeit angreift und kommendes Unheil ›besingt‹, so in dem ›Lied der Hakenkreuzler‹« (Jürgen Holstein) entwarf Georg Salter als Einbandillustration. – Unbeschnittene Originalbroschur.

20,4 : 13,0 cm. 154, [6] Seiten. – Umschlag unten am Rücken mit Fehlstelle im unbedruckten Bereich, Umschlagränder teils hinterlegt. Hinterdeckel leicht fleckig.

Raabe/Hannich-Bode 202.13. – Holstein, Salter 112 mit ganzseitiger Abbildung auf S. 95 und Blickfang 241

800  [Walter Mehring]. Naziführer sehen dich an.

€ 300

33 Biographien aus dem Dritten Reich. Paris, Editions du Carrefour 1934. Illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Schutzumschlag von Paul Urban. – Erste anonym erschienene Exilveröffentlichung Mehrings. – Am 27.2.1933, dem Tag des Reichstagsbrands, floh Walter Mehring, der rechtzeitig gewarnt worden war und seinerseits Ossietzky und Brecht vor der Verhaftung warnte, nach Paris. Dort erschienen 1934 sein Versband »Und Euch zum Trotz« und das vorliegende.

18,7 : 13,0 cm. 226, [2] Seiten. – Umschlagpapier an den Rändern brüchig, Rücken mit kleiner Fehlstelle und Einriss.

Exilarchiv 4034. – Nicht bei Raabe/Hannich-Bode