ChristianHesse

Lot 751 – 800 | Hesse-Auktionen
Lot 751 – 800

751  Nelly Sachs. Neun eigenhändige Post- und Briefkarten, alle mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Stockholm, 1954–1965. Zusammen zehn Seiten.

Alle an Oskar Scheerer (1906–1971, Gartenbaudirektor in Zweibrücken). Dieser kam 1951 zur Stadtverwaltung Zweibrücken und widmete sich fortan seinem Lebenswerk, dem Wiederaufbau des zerstörten Rosengartens beim dortigen Schloss. Neben seinem Beruf pflegte er die Schriftstellerei, 1969 erschien sein Buch »Rosen in unserem Garten«. Wann und wie die Bekanntschaft zu Nelly Sachs entstand, bleibt unbekannt. Offenbar standen die beiden aber in regelmäßigem Briefwechsel. Die Dichterin schrieb ihm Urlaubsgrüße, bedankt sich für Buchsendungen und weist auf eigene Werke hin (zu »Und niemand weiß weiter«: Ja dieses Buch ist aus meinen Schmerzen geschnitten. Aber in Ihren Händen wird es Heimat finden«). Während ihrer langwierigen Erkrankungen schrieb Scheerer offenbar tröstliches: »Lieber Gärtner im Winter von Trostblumen, ohne die das Leben nun ganz arm wäre mit allem Geschehen. Ja, ich bin krank, aber es wird besser bald.« und »Sie allein lieber Menschen- und Blumengärtner erraten was man zum Leben gebraucht. Bin sehr glücklich das meine neuen Gedichte die sich zuletzt aus Sehnsucht hinauswagen ins Ungesicherte Heimat bei Ihnen fanden«. – Zwei mit eigenhändig adressiertem Kuvert.

752  Nelly Sachs. Ein Gedichttyposkript, vier eigenhändige Brief- bzw. Postkarten und eine Widmung, alle mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Stockholm, 1957–1965. Zusammen neun Seiten.

I. Typoskript »Was stieg aus deines Leibes weißen Blättern […]«. Zwei Blätter, mit einigen Rotstift-Anstreichungen, oben rechts mit »Nelly Sachs« bezeichnet. Das Gedicht erschien 1957 im Ellermann Verlag, München/Hamburg, in der Sammlung »Und niemand weiß weiter«. – II. Eine Karte (1957) an den Stockholmer Buchhändler Gunnar Josephson, aus Anlass der Aufnahme in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung: »Ich finde kaum Worte und bin gänzlich fassungslos über die Resonanz, die diese Gedichte bei der neuen Dichter- und Kritiker-Generation dort gefunden haben.« – III/IV. Zwei Karten (1963 und 1965) an Sonja Rinn c/o Ellermann Verlag wegen eines Besuchs in Stockholm und eines langen Krankenhausaufenthalts. – V. Eine Briefkarte (1964) an Hans Rudolf Hilty, den Schweizer Literaturkritiker: »meines Herzens Dank für Ihre mich ergreifenden Worte, die Sie mir widmeten« (wohl »Hans Arp und Nelly Sachs zum Beispiel«, Weltwoche, 4.9.1964). – VI. Eigenhändige Widmung »Für Hermann Kasack den Dichter und Frau Maria! Gesegnetes neues Jahr von David dem Tänzer und Ihrer Nelly Sachs von Herzen gewünscht!«. Auf dem Vorderumschlag von »hortulus«, der Zweimonatsschrift für neue Dichtung, die Hilty herausgab. Das vorliegende Heft 41 (1959) enthält den Erstdruck von Nelly Sachs szenischer Dichtung »Der magische Tänzer«.

753  Nelly Sachs. Erlöste. Eigenhändiges Gedichtmanuskript mit Widmung und Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Stockholm, November 1963. Eine Seite.

Neunzeiliges Gedicht »Erlöste | aus Schlaf | werden die großen Dunkelheiten | der Steinkohlenwälder | auffahren | abwerfen | das glitzernde Laub | der Lichterjahre | nur ihre Seele aufdecken – «. – Auf einem zweifach gefalzten Bogen Japanpapier. Unten die Widmung »Für Dr. Bonhoff mit herzlichen Grüssen«, datiert und signiert. – Mit eigenhändig adressiertem Briefkuvert. – Dazu: Visitenkarte der Dichterin mit eigenhändigem Beileidsgruß an die Witwe Irmgard Bonhoff, datiert 14.7.65. In eigenhändig adressiertem Kuvert.

754  Nelly Sachs. Vier eigenhändige Post- bzw. Briefkarten mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Stockholm, 16. X. 1967 – 23. XI. 1968. Zusammen fünf Seiten, dazu zwei Umschläge.

An die Übersetzerin Jo Hilda Jordan in Los Angeles. – Hilda Jordan hatte sich offenbar in Eigeninitiative mit einigen Übersetzungen an Nelly Sachs gewandt, die diese lobt, zugleich aber auf die Rechte des Verlages Farra Strauß verweist. Nelly Sachs bittet um Zusendung einiger Kritiken und verweist auf ihre szenische Dichtung »Simson fällt durch Jahrtausende«. – Dazu: Gedruckte Danksagung für die Glückwünsche zur Verleihung des Literaturnobelpreises 1966.

755  Wolfgang Simon [Leo Klünner] – Lattenreiher.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Leo Kettler Schüttelreime. Wolfgang Simon Holzschnitte. Berlin, Aphia 1991.

Eins von 60 Exemplaren. – Alle Blätter von Dichter bzw. Künstler signiert. – Auf schwerem Römerturm-Bütten. – Die Mappe enthält 24 Blätter und zwar, leicht abweichend vom Druckvermerk, acht Farbholzschnitte, sieben Textseiten und neun mit Holzschnitten verzierte. Der Holzschnitt-Titel auf abweichendem Papier und auf dem Mappendeckel wiederholt. – Hinter dem Pesudonym des Dichters verbirgt sich Leo Klünner (1922–2012), der schon kurz nach Zweiten Weltkrieg als Übersetzer der europäischen Moderne bekannt wurde. Wolfgang Simon (1940–2013), »Schüler im Geiste« Friedrich Sonnensterns, zählte zum Kreuzberger Künstlerkreis um Günter Bruno Fuchs. – Die Mappe erschien als bibliophile Ergänzung der gleichnamigen Buchausgabe.

61 : 44 cm (Mappe).

756  Saul Steinberg – Derrière le miroir.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Fünf Hefte der Reihe zu Steinberg. Paris, Maeght 1953–1977. Mit zusammen fünf Farblithographien, vier blatt-, eine doppelblattgroß. Lose Doppelblätter in farbig illustrierten Originalumschlägen.

Alle Saul Steinberg gewidmeten Hefte der DLM-Reihe. – I. DLM 53/54. Erschienen anlässlich der Ausstellung von Steinbergs Œuvre in der Galerie Maeght im April 1953. – II. 157. 1966. – III. 192. 1970. – IV. 205. 1973. Mit drei Farblithographien, eine davon doppelblattgroß. – V. 224. 1977. Mit zwei Farblithographien. – Saul Steinberg (1914–1999) arbeitete seit Anfang der 1940er Jahre als Karikaturist für »The New Yorker«. Diese stilistische Grundrichtung prägt auch seine hier vorgestellten Arbeiten.

39 : 29 cm.

757  Kurt Steinel – Johann Wolfgang von Goethe. Das römische Carneval.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 1400

Acht Radierungen von Kurt Steinel. St. Niklaus-Solothurn 1984. Mit acht ganzseitigen signierten Radierungen und zwei farbigen Gouachen auf den Deckeln. Originalhalblederband mit Büttenpapierbezügen und Rückenvergoldung (signiert: Roland Meuter, Ascona). Im Schuber mit Holzfurnierbezügen und Lederkanten.

Eins von 15 Exemplaren im »Edelpappband« (Gesamtauflage 65). – Unikates Exemplar mit zwei farbigen Gouachen auf den Deckeln und einer eingebundenen Zeichnung, alle drei signiert. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf starkem Bütten. – Parallel zu den Drucken der Ascona-Presse erschienener Privatdruck von Hugo Peller und Kurt Steinel. – Sehr schönes Exemplar.

41,0 : 34,7 cm. [6], 55, [8] Seiten.

Spindler 78.4

758  Jean Tinguely. Nachtschattengewächse.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

18. Juli bis 27. Oktober 1991 im KunstHausWien. Wien und München 1991. Mit zahlreichen, meist farbigen Tafeln und Abbildungen. Illustrierter Originalpappband. – Widmungsexemplar mit Zeichnung.

Katalog zur Wiener Ausstellung 1991, unter anderem mit einem schriftlich geführten Interview von Stefanie Poley mit Jean Tinguely, wobei dessen Antworten nach seiner Handschrift gedruckt wurden. – Titelblatt mit schwungvoll-blattfüllend gezeichneter Widmung für die langjährige Direktorin des Berliner Brücke-Museums Marie Magdalene Moeller »Jean mit Gruss Tinguely | 18 VII 1991«.

28,5 : 21,8 cm. 129, [1] Seiten.

759  Gotthard de Beauclair – Ars librorum – Laudate Dominum.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Laudes matutinae et vespertinae. Psalmen und Lobgesänge. Lateinisch-deutsche Ausgabe. Frankfurt am Main 1963. Weißer Originalschweinslederband mit vergoldeten Titeln und vergoldeter Deckelillustration. In roter Originalleinenkassette mit vergoldetem Rückentitel (Willy Pingel, Heidelberg).

Dritter Ars librorum Druck. – Eins von etwa 20 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe im Ledereinband. Die Gesamtauflage betrug 950 Exemplare. – Im Druckvermerk vom Verleger signiert. – Auf Velin. – Gesetzt aus der Hammer-Unziale und der Aldus-Buchschrift. – Gedruckt unter Aufsicht von Arthur Wetzig in den Werkstätten der Trajanus-Presse in Schwarz und Rot, die deutschen Übertragungen in Grün. – Schönes Beispiel der typographischen Meisterschaft de Beauclairs. – Die Einbandzeichnung stammt von Hermann Zapf. – Tadelloses Exemplar.

30,3 : 22,1 cm. [6], XXII, [8] Seiten.

Spindler 40.23

760  Gotthard de Beauclair – Trajanus-Presse – Das Evangelium des Johannes.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Griechisch und Deutsch. Frankfurt am Main 1960. Anthrazitfarbener Originalkalblederband mit ornamentaler Blindprägung und grün-goldenem Rückenschild (Willy Pingel, Heidelberg). Im Originalpappschuber.

Elfter Druck der Trajanus-Presse. – Eins von 150 ERxemplaren. – Auf Trajanus-Bütten von Hahnemühle. – Zweispaltiger Druck: Die deutsche Übertragung nach dem Luther-Text von 1566 wurde aus der Aldus-Antiqua gesetzt, der griechische Originaltext aus der Heraklit. – Beide Schriften entwarf Hermann Zapf.

31,5 : 20,5 cm. 50, [6] Seiten. – Kanten leicht berieben.

Spindler 40.11

761  Edition Tiessen – Martin Buber. Der Weg des Menschen nach der chassidischen Lehre.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Mit einer Kaltnadel-Radierung von Jochen Geilen. Neu-Isenburg 1983. Mit einer blattgroßen signierten Radierung. Brauner Originalkalblederband mit Blindprägung, Rückenschild und vergoldeten Titeln (Theophil Zwang, Oberroden). Im Schuber.

31. Druck der Edition Tiessen. – Eins von 35 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Leder (Gesamtauflage 161). – Die Radierung mit einem Porträt Bubers.

29,9 : 20,3 cm. 29, [3] Seiten. – Deckelränder vom straffen Schuber schwach berieben.

Spindler 41.31. – Tiessen VI, 9

762  The Bear Press – Bassompierre · Goethe · Hofmannsthal. Erlebnis des Marschalls v. Bassompierre.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Eine Erinnerung aus dem Jahre 1606. Holzschnitt von Jürgen Wölbing. Bayreuth 1986. Mit einem monogrammierten blattgroßen Holzschnitt. Originalhalbpergamentband mit marmorierten Deckelbezügen und vergoldetem Rückentitel.

Achter Druck der Bear Press Wolfram Benda. – Eins von 170 Exemplaren (Gesamtauflage 200). – Auf Zerkall-Bütten. – Im Druckvermerk vom Herausgeber signiert. – Sehr schönes Exemplar, ohne den Schuber.

26,0 : 17,5 cm. [4], 39, [5] Seiten.

Spindler 73.8

763  The Bear Press – Hans Henny Jahnn. Die Nacht aus Blei.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Radierungen von Klaus Böttger. Bayreuth 1988. Mit zwölf blattgroßen Radierungen. Blau-grauer Originalkalblederband mit Blindprägung (Werner G. Kießig, Berlin/Ost).

Elfter Druck der Bear Press Wolfram Benda. – Eins von 115 Exemplaren (Gesamtauflage 150). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt aus der Trump-Mediaeval, gedruckt auf Sandwich-Bütten.

26,0 : 17,0 cm. [8], 123, [9] Seiten. – Rücken verfärbt und etwas fleckig.

Spindler 73 »in Vorbereitung«

764  The Bear Press – Heinrich von Kleist. Ueber das Marionettentheater.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farbholzschnitte von Hanns Studer. Bayreuth 1990. Originalhalbmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und Batikpapierbezügen (Werner G. Kießig, Berlin).

13. Druck der Bear Press von Wolfram Benda. – Eins von 115 Exemplaren (Gesamtauflage 150). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt aus der Van-Dijck-Antiqua, auf Xuan-Chinapapier gedruckt und als Blockbuch gebunden. – Kleists Text folgt dem Erstdruck von 1810 in den »Berliner Abendblättern«. – Ohne den Schuber, ansonsten tadellos erhalten.

25,8 : 15,2 cm. [2], 37, [3] Seiten.

765  Officina Bodoni – Pietro Bembo. De Aetna Liber.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 250

Der Aetna. Verona 1970. Grüner Originalhalbmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und Deckelsignet sowie Kopfgoldschnitt.

Erste deutsche Übersetzung. – Eins von 125 Exemplaren. – Auf Cernobbiopapier. – Gesetzt aus der »Aetnaschrift«, die von Francesco Griffo aus Bologna für Aldus Manutius geschnitten wurde. Dessen Erstdruck (Venedig 1491) gilt es als eines der schönsten Bücher seiner Zeit. – Von Pietro Bembo, dem venezianischen Humanisten, stammt die erste ausführliche Beschreibung des feuerspeienden Vulkans. Die Gespräche über dessen Besteigung mit seinem Freund Angelo Gabriele beschrieb er in Form eines lateinischen Dialogs.

23,7 : 16,2 cm. [4], 169, [7] Seiten, 1 Tafel. – Rücken leicht verfärbt. – Kleiner Sammlerstempel auf dem vorderen Vorsatz und Titelblatt.

Mardersteig 167

766  Burgart-Presse – Harald Gerlach. Einschlüsse. Aufbrüche.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Blätter zu sechs Monaten deutscher Geschichte. Rudolstadt 1991. Mit sieben kolorierten signierten Radierungen von Alfred Traugott Mörstedt. Originalpappband mit Buntpapierbezug (Ludwig Vater, Jena).

Vierter Druck der Burgart-Presse. – Eins von 130 Exemplaren der Ausgabe C (Gesamtauflage 230). – Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert. – Die Radierungen auf Hahnemühle-Bütten. – Das Bezugspapier des Einbands entwarf der Künstler. – Harald Gerlach (1940–2001) »kommentiert« mit seinen Texten vom 8. Oktober 1989 bis zum 18. März 1990 den Umbruch in der DDR vom Mauerfall bis zur ersten freien Volkskammerwahl. »Das große chinesische Reich wurde ein Opfer der Mauer, die es bewahren sollte. Scheitern heißt, Gewohnheiten annehmen«.

27,3 : 31,3 cm. [36] Seiten, 7 Radierungen.

767  Burgart-Presse – Arkanum.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Aus den nachgelassenen Papieren des Herrn R* herausgegeben von Jörg Kowalski. Linolschnitte von Klaus Süß. Rudolstadt 1992. Mit neun farbigen Linolschnitten. Farbig illustrierter Originalpappband.

Siebter Druck der Burgart-Presse. – Eins von 30 römisch nummerierten Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 180). – Impressum von Autor und Künstler signiert. – Die Linolschnitte wurden von Klaus Göbel, Chemnitz, auf der Handpresse gedruckt. Teils auf schwarzen Velinkarton, teils auf Folien gedruckt. – »Im alchimistischen Sinne ist ›Arkanum‹ das Geheimnis eines Wissens von unendlicher Tragweite, im weiten Sinne ein Mittel, das alle Krankheiten und Leiden zu heilen vermag. Die vom Autor ›erfundenen‹ Papiere eines seltsamen alten Mannes fügen sich zu einem Text, der geprägt ist von Fiktion und Spiel. […] Der Chemnitzer Künstler Klaus Süß hat diese Bildwelt in faszinierende Farblinolschnitte umgesetzt, die in der seltenen Technik des ›verlorenen Schnittes‹ gedruckt sind.« (Burgart-Presse).

40,5 : 32,0 cm. 21 Blätter, 4 Folien.

768  Burgart-Presse / Quetsche – Arno Schmidt. Tina

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

oder Über die Unsterblichkeit. Lithographien von Helge Leiberg. Witzwort und Rudolstadt 1994. Mit zahlreichen, teils blatt- und doppelblattgroßen, teils farbigen Lithographien. Originalpappband mit farbiger Lithographie über beide Deckel. Im Originalschuber.

Gemeinschaftswerk: Zehnter Druck der Burgart-Presse bzw. 18. Druck der Quetsche. – Eins von 20 Exemplaren der Ausgabe B mit einer beigelegten zusätzlichen Lithographie und hier getrüffelt mit einer weiteren, beide Blätter wie auch der Druckvermerk vom Künstler signiert (Gesamtauflage 130). – Schöner Pressendruck von Jens Henkel und Reiner Scheuble. Helge Leibergs impulsive Lithographien umrahmen, verdecken und ergänzen den von Hand gesetzten Text. – Tadellos erhalten.

47,0 : 33,0 cm. [24] Blätter.

769  Burgart-Presse – Felix Martin Furtwängler. Stur.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 330

Rudolstadt 1995. 40 blattgroße Farbholzschnitte, davon zwei auf dem Originalhalbpergamentband.

13. Druck der Burgart-Presse von Jens Henkel. – Eins von 30 Exemplaren der Ausgabe B (Gesamtauflage 70). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Felix Martin Furtwängler kombinierte hier einmal mehr Bild- und Schriftelemente zu eindrucksvollen Kompositionen, die durch den Druck mit Ölfarben auf dem festen Velinpapier ihre kraftvolle Wirkung entfalten. Einige Holzschnitte sind als Doppelseiten konzipiert, einige werden wiederholt für die Vorsätze verwendet. – Als Blockbuch gebunden. – Für uns eines der prächtigsten Holzschnittbücher des 20. Jahrhunderts.

43,0 : 37,0 cm. [36] Seiten. – Tadellos erhalten.

770  Burgart-Presse – Felix Martin Furtwängler. Schnitt in Zeit. Lautungen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Rudolstadt 2001. 16 mehrfarbige Papiercollagen in Passepartouts und das Buch in Originalpappkassette (Ludwig Vater, Jena).

25. Druck der Burgart-Presse. – Eins von 20 Exemplaren der Ausgabe A mit der Papierschnittfolge »Lautungen« (Gesamtauflage 94). – Die großformatigen Papierschnittcollagen wurden paarweise in Klapppassepartouts montiert: Links jeweils ein Schriftbild, rechts die figürlichen Darstellungen, die vom Künstler signiert wurden. – Auch das Kolophon des Begleitbuchs vom Künstler signiert und nummeriert. – Einmal mehr beweist Furtwängler mit dieser Edition, die durch die Originalarbeiten weit über den Begriff »Pressendruck« hinausreicht, den souveränen Blick auf Schrift und Typographie als Bildelemente. – Tadellos erhalten und sehr selten.

52 : 37 cm (Kassette), 30 : 21 cm (Collagen).

771  Dürer-Presse – Unaulutu.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Ausrufpreis/Starting bid: € 2000

Steinchen im Sand. Ein Malerbuch von Frieder Heinze und Olaf Wegewitz. Herausgegeben von Hans Marquardt. Leipzig, Reclam 1985/86. Mit 68, teils signierten graphischen Blättern und Originalarbeiten sowie Annotationen der Künstler und 26 Reproduktionen nach Zeichnungen der Karaja-Indianer. Mit »Spielelementen« wie Schwirrholz, Reiskörnern, Schilfrohr, Flechtwerk von Palmblättern, Bambus, handgefertigtem Papier aus Rindenbast und Brennesseln. Handgefertigte Bindung mit Lederstreifen, Schilfrohren, Metallösen und reisgefüllten Holzleisten-Seidenpapierdeckeln. In Originalschuber und -jutesack.

6. Druck der Dürer-Presse. – Eins von 55 Exemplaren, die im Leipziger Reclam Verlag erschienen, weitere 55 erschienen in der Galerie Brusberg, West-Berlin, darüber hinaus 25 Künstlerexemplare. – Mit gestempeltem Auflagenvermerk, dort von Frieder Heinze signiert, nummeriert und datiert. – Sicher eines der ungewöhnlichsten Bücher der letzten Jahrzehnte und zumindest die Leipziger Exemplare waren trotz des für DDR-Sammler enormen Preises von 3.000 DDR-Mark sofort vergriffen. – Das Buch lebt von der Vielzahl der verwendeten Materialien und Techniken. Holzschnitte, Lithographien, Serigraphien wechseln sich mit Textseiten im Buchdruck, Fototafeln und den berühmten »Spielelementen« ab. – Die Konstruktion des »Einbandes« lässt die Demontage des Buches zu. »Das Buch entpuppte sich als eine Ausstellung, die man im Beutel tragen kann […] Wer sich mit dem Objekt beschäftigt, wird bald festellen, daß seine jüngste Tradition auf die Mitte der sechziger Jahre weist. Damals zeichnete sich etwa mit Michael Buthe und Dieter Rot eine ›Metamorphose‹ des Buches ab: Buch nicht als Informationsmittel herkömmlicher Art, sondern als Kunstobjekt, und zwar auch jenseits des ästhetisch sublimierten Malerbuches, das aus Paris kam.« (Lothar Lang, in »Die Weltbühne«, Heft 36/1986, S. 1067). – Unter den Texten verschiedene Abhandlungen zur indianischen Dichtung und Mythologie sowie die Rede »Wir sind ein Teil dieser Erde«, gehalten 1855 von Häuptling Seattle vor dem damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Franklin Pierce. – Frieder Heinze (geboren 1950) studierte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, war Meisterschüler bei Werner Tübke und Bernhard Heisig, seit 1977 freischaffend in Leipzig. Olaf Wegewitz (geboren 1949) arbeitet seit 1975 als freischaffender Künstler. Beide waren Mitveranstalter des legendären »1. Leipziger Herbst-Salon«.

Ca. 51 : 45 : 9 cm.

Spindler 67.7. – Isphording II, 160

772  Olaf Wegewitz. Mikrokosmos.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Huy, Eigenverlag 1992. Mit acht Originalzeichnungen, 18 Originalgraphiken und 15 Lichtdrucken. Originalholzdeckelband in Originalleinenhülle, diese bedruckt und nummeriert.

Eins von 60 Exemplaren, weitere zehn nicht für den Handel. – Auflagenvermerk vom Künstler signiert und datiert. – Im Selbstverlag des Künstlers erschienen. – Mit zehn Lithographien, drei Siebdrucken, 15 Lichtdrucken und fünf Holzschnitten sowie »acht Handzeichnungen für jedes Exemplar«. Auf verschiedenen Japan-, Bütten-, Velin- und Transparentpapieren gedruckt, einige Blätter mehrfach gefaltet. – Das Buch ist das Ergebnis eines Stipendienaufenthaltes des Künstlers in der Herzog August-Bibliothek Wolfenbüttel und adaptiert Ausschnitte aus vier Handschriften des 15. Jahrhunderts mit Graphiken des Künstlers. – Die Zusammenstellung und Gestaltung erinnert an ein zehn Jahre früher – noch zu DDR-Zeiten – erschienenes Buchprojekt des Leipziger Künstlers: »unaulutu – Steinchen im Sand«. – Der Einband, vom Künstler selbst angefertigt, stellt in seiner massiven Gewichtigkeit ein interessantes Gegenstück zu der bei »unaulutu« mit Reis gefüllten Konstruktion aus Holzleisten und dünnem Papier dar.

45 : 35 cm.

773  Herzattacke.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 2000

Literatur- und Kunstzeitschrift. Herausgegeben von Maximilian Barck. 53 (von 57 bis 2014 erschienenen) Ausgaben. Berlin 1989–2014. Mit etwa 1000 signierten Zeichnungen, Collagen, Grafiken, Fotografien und anderen »Originalarbeiten«. Originalhalbleinenbände, viele bedruckt oder bemalt, teils in Jahrgangsschubern.

Umfangreiche Folge einer der legendärsten und außergewöhnlichsten »Post-Samisdat«-Publikationen, die meisten Bände in einer Auflage von 95 Exemplaren erschienen. – Bis 2014 fehlen lediglich aus Jahrgang I (1989) die Nummern 2–4 und in Jahrgang XXII (2010) die Nummer 1. Die aufwändig ausgestattete Zeitschrift wurde 1989 von Maximilian Barck gegründet. Nach dem unerwartet frühen Tod des Herausgebers (1962–2013) übernahm sein Sohn Malte die Fortführung. – Alle mit Originalgraphiken (meist Linolschnitte und Serigraphien, aber auch Fotografien) aber auch mit Unikaten (Zeichnungen, Collagen und verschiedenen graphischen Mischtechniken) von Strawalde, Klaus Zylla, Lothar Böhme, Schlesinger, Michael Jastram, Felix Martin Furtwängler, Rolf Szymanski, Sabine Jahn, Mikos Meininger, Andreas Rost, Claus Bach, Gisela Rieffert, Michael Würzberger, Horst Hussel, Thomas Günther und vielen anderen, alle signiert. – Die Texte stammen von Wolfgang Hilbig, Bert Papenfuß, Lothar Klünner, Gert Neumann, Christian Saalberg, Matthias Zarbock, Ina Strelow, Simone Katrin Paul, dem Herausgeber, teils unter seinem Pseudonym »Maldoror« und vielen anderen. – Die Einbände wurde graphisch gestaltet mit Farbserigraphien, Zeichnungen und Lithographien von Jens Steinberg, Horst Hussel, Mikos Meininger, Thomas H. Weber u. a. – »Die Dichtung der Franzosen, das Denken der Surrealisten, überhaupt die Sprachkunst seit Baudelaire und Lautreamont, die hatten es ihm angetan. Sein Hauptheld hieß Bataille. In Deutschland fand er Heiner Müller. […] Foto, Grafik, Zeichnung, Übermalung. Fast allem stand die ›Herzattacke‹ offen. […] Er betreute diese Reihe wie ein Sammler der – einen Traum verfolgend – ohne kuratorisch abgedeckten Besserwiss, seine Sammelstücke überschaut. MBs aus literarischer Kentniss und schlussfolgernder Analyse bevorzugtes Handeln und Verstehen ging nach meiner (nicht sehr gesicherten) Beobachtung davon aus, dass weder Aberwitz noch Wahn aus den Gruppierungen und den Massen, die sie tragen, verschwunden sind, wohl aber leicht verschoben – aus einem altertümlichen in den modernen Wartesaal. Der Ausbruch steht uns allemal bevor. So dachte er. Vielleicht benannte er auch deshalb seine Edition nach einer ›Herzattacke‹?« (Gerd Sonntag, Max Barck und die Edition HERZATTACKE, 2013, www.adaponte de). – »Die bis 1989 erschienenen Künstlerbücher sind unter gesellschaftlichen Bedingungen erschienen, die eigentlich das Erscheinen dieser Bücher nicht vorsahen. […] Diese Bedingungen sind Vergangenheit. Die Künstlerbücher bis 1989 hatten etwas mitzuteilen; die Bücher der nun folgenden Jahre werden diese sensiblen Leser zu suchen haben. Ob die ungewohnte Freiheit auch weiterhin eine Bibliophilie der ›Andersdenkenden‹ hervorbringt, ist offen.« (Jens Henkel 1991).

29,7 : 21,0 cm.

Henkel/Russ Z 12

774  Herzattacke.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Literatur- und Kunstzeitschrift. Herausgegeben von Maximilian Barck. Neun Bände der Reihe. Berlin 1991–2009. Mit zahlreichen, meist signierten Originalgraphiken, Zeichnungen und Collagen. Farbig illustrierte Originalhalbleinenbände.

I. Doppelnummer 2-3/1991. – II. Nr. 4/1991. – III. Nr. 2/1992. – IV. Nr. 2/1996. – V. Sondernummer 1/1998. – VI. Sondernummer 2005. – VII. Nr. I/2007 – VIII. Nr. II/2007. – IX. Sondernummer 2009. – Mit Originalgraphiken (meist Linolschnitte und Serigraphien, aber auch Fotografien) und Originalzeichnungen, Collagen und verschiedenen graphischen Mischtechniken von Mikos Meininger, Thomas Günther, Michael Würznerger, Strawalde, Lothar Böhme, Klaus Zylla, Rolf Szymanski, Michael Jastram und anderen. – Texte von Klaus Staeck, Gert Neumann, Bernhard Schlichter, Simone Katrin Paul, Wolfgang Hilbig und anderen. – Dazu zwei Dubletten (VIII und IX).

775  Edition Dschamp – Heiner Müller. Dschamp 11.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 140

Berlin, Galerie auf Zeit 1995. Mit 26 Text-Graphiken von Hartmut Sörgel, vier davon farbig, sowie drei montierten Fotografien. Originalhalbleinenband mit serigraphierten Deckeln.

Erste Ausgabe. – Eins von elf römisch nummerierten Künstlerexemplaren »e.a.« mit einer lose beigelegten signierten, datierten und nummerierten Text-Graphik (Gesamtauflage 51). – Im Druckvermerk von Künstler und Herausgeber signiert. – Die Fotografien entstanden während der Ausstellungseröffnung am 2. 9. 1995. – »Dschamp erscheint als original-graphische Edition der Galerie auf Zeit; die Nummer 11 ist anläßlich der ›Pfeil-Ausstellung‹ von Hartmut Sörgel entstanden« (Druckvermerk).

39,8 : 29,9 cm. [38] Seiten, 1 Graphik.

776  Edition Dschamp – Ronald Galenza. An ungewißen Molen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Zeichnungen von Oskar Manigk zu Gedichten. Berlin 2006. Mit 19 Illustrationen nach Zeichnungen, elf blatt-, zwei doppelblattgroßgroß, eine signiert. Farbig illustrierter Halbleinenband.

Erste Ausgabe. – Originalgraphisches Künstlerbuch. – Eins von 50 Exemplaren, im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Buchidee, Auswahl der Texte und Graphiken von Thomas Günther. – Oskar Manigk (geboren 1934) lebt als freischaffender Künstler in Ückeritz (Usedom). 2005 erhielt er den Kulturpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

33,5 : 26,0 cm. [46] Seiten.

777  Edition Dschamp – Thomas Günther. My Obsession is your Obsession.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

– A Book about the Rolling Stones. Berlin 2006. Zwei Originalleinenbände mit montiertem Deckelbild (Markus Rottmann). Zusammen im Schuber.

Sonderausgabe der Edition Dschamp. – Eins von 95 Exemplaren. – Mit Originalgraphiken, Collagen, Fotographien und Textbeiträgen von Thomas Günther, Claus Bach, Klaus Zylla, Pontus Carle, Michael Würzberger, Strawalde, Harald-Alexander KLimek, Peter Stupar, Uta Hünniger, Sabine Jahn, Jörg Wähner und anderen.

30,0 : 21,5 cm.

778  Edition Dschamp – Vier Künstlerbücher.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Berlin 1999–2011. Mit zahlreichen Originalgrafiken. Illustrierte Originalhalbleinenbände, zwei im Schuber.

Alle im Druckvermerk vom jeweiligen Künstler signiert, II und III auch von Autor und Herausgeber. – I. Thomas Brasch. Zwei offne Fenster oder Ein liebes Paar. 1999. Mit zwölf blattgroßen Serigraphien von Strawalde. Künstlerexemplar, neben der Auflage von 60 Exemplaren. – II. Kurt Bartsch. Mein schönes Gegenüber. Mit acht Algrafien von Angela Hampel. 2004. Eins von 50 Exemplaren. – III. Bert Papenfuß. Es gibt keine Freiheit. 2005. Mit sechs Farbradierungen von Christoph Meyer, eine davon lose, signiert und nummeriert. Eins von 40 Exemplaren. – IV. Staatsstreich. Jochen Berg Gedichte. Strawalde Standbilder und Zeichnungen. 2011. Mit zahlreichen Abbildungen nach Fotos und Zeichnungen. Eins von 40 Exemplaren. – Thomas Günther wurde 2003 für die seit 1993 herausgegeben Bücher der »Edition Dschamp« mit dem V. O .Stomps-Preis ausgezeichnet. Die Verbindung von erstpublizierten Texte, Original-Graphik und Fotografie bildet ein Spannungsverhältnis, das sich oft nicht an klassische bibliophile Muster und Vorstellungen hält.

779  Edition Maldoror – Fünf Werke der Edition.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Berlin 1990–2010. Alle mit Originalgraphik. Drei farbig illustrierte Originalhalbleinen-, zwei Originalpappbände.

I. Maximilian Barck. Der ewige Redner. 1990. Mit neun monogrammierten Linolschnitten von Martin Barber. Titelblatt von Autor und Künstler signiert. – II. Spiegelglas auf Stein. Eine Anthologie unter Stalin ermordeter sowjet-jiddischer Literaten. Gedichte und Prosa. 1992. Mit neun signierten Graphiken. Unnummeriertes Künstlerexemplar (Gesamtauflage 100). – III. Reinhard Gehret. Nerventheateranstalt. (Fölmen). 1996. Mit 16 signierten Graphiken. Eins 150 Exemplaren. – IV. Ilona Stumpe-Speer. Das Gedächtnis der Vögel. Gedichte. Mit fünf signierten Siebdrucken von Strawalde. 2009. Eins von 25 Exemplaren. – V. Jürgen Wellbrock. Schattenjagd. Mit vier Siebdrucken von Thomas H. Weber. Eins von 22 Exemplaren »hc« mit einem zusätzlich beigelegten Siebdruck (Gesamtauflage 41). Impressum vom Autor signiert. – Dazu: Miscellanea. Herzsprung II. Jahrgang. Berlin, Edition Wahre Größe [1996]. Mit Originalgraphik, Collagen und Zeichnungen. Originalhalbleinenband. Eins von 40 Exemplaren. Maximilian Barck zum 35. Geburtstag gewidmet.

780  Edition Maldoror – Fünf Künstlerbücher mit Texten von Gert Neumann.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Berlin 1993–2000. Farbig illustrierte Originalpappbände (Markus Rottmann).

I. Produktionsgewässer. 1993. Mit acht signierten Fotografien von Andreas Rost. – II. Das nabeloonische Chaos. 1993. Mit neun signierten Fotografien von Andreas Rost. – III. Tunnelrede. 1996. Mit sechs signierten Siebdrucken von Kai Selbar. – IV. Dresdner Vorlesungen. 1999. Mit acht signierten Serigraphien von Frank Herrmann. – V. Das Gespräch im Osten. Mit 15 signierten Serigraphien von Volker Mehner. – Jeweils eins von 50 bzw. 30 (III) Exemplaren. Von Autor und Künstler, IV nur vom Autor, im Druckvermerk signiert.

I. Papier der Fotoseiten an den Rändern mit schwachen Knickspuren. – II. Ränder leicht gewellt.

781  Edition Maldoror – Lothar Klünner. Stumme Muse submarin.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

33 Liebesgedichte aus 5 Jahrzehnten. Radierungen von Walter Stöhrer. Berlin 1997. Mit zehn signierten und nummerierten Radierungen. Bemalter Originalleinenband im Schuber.

Eins von zehn römisch nummerierten Vorzugsexemplaren im bemalten Einband (Gesamtauflage 40), jedoch ohne die im Druckvermerk erwähnte zusätzliche Graphik. – Von Künstler und Dichter im Druckvermerk signiert. – Die bibliophile Edition vereint Liebesgedichte, die in den Jahren 1947–1995 entstanden. Lothar Klünner (1922–2012) wurde auch mit Nachdichtungen aus dem Französischen bekannt; mit René Char verband ihn eine langjährige Freundschaft. – Sehr schönes Exemplar. – Dazu zwei weitere Werke von Lothar Klünner aus der Edition Maldoror: I. Nachtseite. Gedichte. Mit fünf signierten Lithographien von Strawalde. Für Lothar Klünner zum achtzigsten Geburtstag. Originalhalbleinenband. Berlin 2002. Eins von 20 Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 70). Zusätzlich mit einer eigenhändigen Zeichnung und Widmung von Strawalde auf dem Vorsatzblatt. – II. Die Suche nach dem Wasser. Gedichte. Berlin 2004. Mit fünf Radierungen von Rolf Szymanski, eine davon auf den Vorderdeckel montiert, vier signiert. Originalleinenband. Eins von 10 Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 35). – Beide im Impressum von Künstler und Autor signiert.

45,6 : 35,4 cm. [40] Seiten, 10 Radierungen.

782  Edition Maldoror – Zwei Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Berlin 2001 und 2010. Lose Blätter und Graphiken in Originalleinenmappen, der Vorderdeckel von II handbemalt.

I. Wolfgang Hilbig. Gedichte mit fünf Radierungen von Volker Mehner. 2001. – Künstlerexemplar. Auf dem Titelblatt von Autor und Künstler signiert. Die Radierungen illustrieren fünf nach Hilbigs Manuskripten faksimilierte Gedichte. – II. Philipp Passeur. Verrücktes Vergessen. Graphiken von Klaus Zylla. 2010. Mit vier Serigraphien und einer Radierung, alle signiert. Eins von 10 Exemplaren.

31,3 : 22,6 cm (Mappenformat). 6 Blätter, 5 Radierungen; 5 Blätter, 5 Graphiken.

783  Edition Maldoror – René Char. Zerfaserung des Jutesacks.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Berlin, Edition l’Imagination au Pauvoir 2003. 34 Siebdrucke von Mikos Meininger. Farbig illustrierter Originalhalbleinenband (Markus Rottmann).

Eins von 20 Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 60). – Herausgegeben von Maximilian Barck. – Gedruckt auf Zerkall-Bütten. – Aus dem Französischen übertragen von Lothar Klünner. – Künstlerische Gestaltung und Druck von Mikos Meininger im Atelier der »Herzattacke«. – Durchgehend farbig in Siebdruck gestaltete Seiten, Texte in Schreibschrift in die Graphik integriert.

28,5 : 44,7 cm. [34] Seiten.

784  Edition Maldoror – Wolfgang Hilbig. Unsicheres Ufer. – Verläßliches Geleit.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Gedichte. Berlin 2003 und 2004. Mit sechs signierten Radierungen von Strawalde bzw. mit sieben Radierungen von Lothar Böhme, davon sechs im Buch und signiert. Originalleinenband bzw. Originalpappband, beide mit montierter Deckelradierung.

Erste Ausgaben. – Je eins von 20 Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 80 bzw. 50). – Beide im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Tadellos erhalten. – Da Hilbigs Dichtungen in seiner Heimat, der DDR, nicht erscheinen durften, erschien sein erster Lyrikband »Abwesenheit« 1979 in Westdeutschland. In Folge wurde der Dichter zu einer Geldstrafe wegen »Devisenvergehens« verurteilt. Nach Fürsprache Franz Fühmanns erschien 1983 »Stimme Stimme« im Leipziger Reclam Verlag.

38 : 28,0 cm. 27, [1] Seiten. – [16] Seiten, 6 Radierungen.

785  Edition Maldoror – Lothar Klünner. Die Suche nach dem Wasser.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Gedichte. Radierungen von Rolf Szymanski. Berlin 2004. Mit vier signierten Radierungen. Originalleinenband.

Eins von 25 Exemplaren (Gesamtauflage 35). Im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Dazu: Ilona Stumpe-Speer. Das Gedächtnis der Vögel. Gedichte. Berlin 2009. Mit fünf signierten farbigen Siebdrucken von Strawalde. Illustrierter Originalhalbleinenband. Eins von 15 Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 40). Von der Autorin im Druckvermerk signiert.

38,0 : 28,0 cm. 24 Seiten, 4 Radierungen. – 29,8 : 21,3 cm. [24] Seiten, 5 Siebdrucke.

786  Edition Maldoror – Wolfgang Hilbig. Der Gegner.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Mit Serigraphien von Siko. Berlin, Edition Maldoror 2006. Mit sechs farbigen signierten, blattgroßen Serigraphien. Illustrierter Originalpappband (Markus Rottmann).

Eins von 30 Exemplaren (Gesamtauflage 45). – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Herausgegeben von Maximilian Barck. – Dazu: Wolfgang Hilbig. Stimme Stimme. Gedichte und Prosa. Leipzig, Philipp Reclam jun. 1983. Originalbroschur. Erste Ausgabe. – Wolfgang Hilbig (1941–2007), »Kostgänger in vielen Arbeiterberufen, zählt zu den markantesten Erscheinungen der deutschen Literatur im letzten Jahrzehnt«. Sein erster Gedichtband (»Abwesenheit«, 1979) erschien im westdeutschen S. Fischer-Verlag und veranlasste Franz Fühmann, den Mentor und Förderer missliebiger junger Autoren in der DDR, zu einem Essay, in dem er den Dichter einem Verleger als Geschenk anbot und sich die Wandlung eines Buchstabens wünschte: »Anwesenheit«.

19,9 : 14,8 cm. 29, [1] Seiten. – 18,8 : 11,9 cm. 123, [1] Seiten.

787  Edition Maldoror – Zwei Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Berlin 2007 und 2010. Mit signierten Originalgraphiken. Originaleinbände im Schuber.

I. Gerd Henniger. Beute im Licht. Gedichte mit fünf Serigraphien von Lothar Böhme. Illustrierter Originalpappband. Eins von 25 Exemplaren. – II. Guillaume Apollinaire. Poèmes à Madeleine. Gedichte an Madeleine. Strawalde Lithographien. Bemalter Originalpappband, in bemaltem Schuber. Eins von zehn Vorzugsexemplaren »hc« mit handbemaltem Einband (Gesamtauflage 45). Im Druckvermerk von Künstler und Übersetzer signiert.

42,0 : 29,8 cm. 42; 27, [3] Seiten, 4 Lithographien.

788  Edition Maldoror – Jacob Lehcie. Anschwellender Schrei.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Graphiken von Lothar Böhme. Berlin 2008. Mit drei Serigraphien und zwei Radierungen, alle signiert. Lose Blätter in handbemalter Originalleinenmappe.

Eins von zehn Exemplaren. – Erschien anlässlich des 70. Geburtstages des Künstlers Lothar Böhme. – Dazu: Maximilian Barck. Die scheinbar unzeitgemässen weiblichen Ikonen des Strawalde oder Das Gedächtnis des Herzens ist dauerhaft. 2009. Mit sechs signierten Serigraphien von Strawalde. Lose Blätter in handbemalter Originalleinenmappe. Eins von 25 Exemplaren (vgl. KatNr. 792). – Im Druckvermerk vom Autor signiert.

31,5 : 22,5 cm. 7 Blätter, 5 Graphiken; 8 Blätter, 6 Serigraphien.

789  Edition Maldoror – Zwei Werke mit Graphiken von Lothar Böhme.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Berlin 2008 und 2009. Lose Blätter und Graphiken in Originalleinenmappen mit handbemaltem Vorderdeckel.

I. Jacob Lehcie. Anschwellender Schrei. Lothar Böhme zum siebzigsten Geburtstag. 2008. Mit fünf signierten Serigraphien. Eins von zehn Exemplaren. – II. Bernhard Schlichter. Solipsistische Sentenzen. 2010. Mit drei Serigraphien und zwei Radierungen, alle signiert. Eins von 20 Exemplaren.

31,2 : 22,4 cm (Mappenformat). Jeweils 7 Blätter, 5 Graphiken.

790  Edition Maldoror – Zwei Werke mit Graphiken von Lothar Böhme.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Berlin 2008 und 2009. Zehn signierte Originalgraphiken und Textblätter lose in Originalleinenmappen mit bemaltem Vorderdeckel.

I. Jacob Lehcie. Anschwellender Schrei. Lothar Böhme zum siebzigsten Geburtstag. 2008. Mit fünf signierten Serigraphien. Eins von zehn Exemplaren. – II. Bernhard Schlichter. Feldberger Fragmente. 2009. Mit fünf signierten Graphiken. Eins von 20 Exemplaren. – Beide auf dem Titelblatt nummeriert.

31,2 : 22,4 cm (Mappenformat). 7 Blätter, 5 Serigraphien; 8 Blätter, 5 Graphiken.

791  Edition Maldoror – Zwei Werke mit Graphiken von Strawalde.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Berlin 2008 und 2009. Zehn signierte Graphiken und Textblätter lose in Originalleinenmappen mit bemalten Deckeln.

I. Bernhard Schlichter. Opulente Obstination. 2008. Mit fünf signierten Graphiken. Eins von 20 Exemplaren. – II. Philipp Haberkorn. Marseiller Majuskeln. 2009. Mit fünf signierten Graphiken. Eins von 20 Exemplaren. – Beide auf dem Titelblatt nummeriert.

31,5 : 22,6 cm (Mappenformat). Jeweils 7 Blätter, 5 Graphiken.

792  Edition Maldoror – Maximilian Barck. Die scheinbar unzeitgemässen weiblichen Ikonen des Strawalde

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

oder Das Gedächtnis des Herzens ist dauerhaft. Berlin 2009. Mit sechs signierten Serigraphien von Strawalde, eine doppelblattgroß. Lose Blätter in handbemalter Originalleinenmappe.

Eins von zehn römisch nummerierten Exemplaren. – Ohne das Blatt Editionsvermerk, hier auf dem Titelblatt vom Autor signiert und nummeriert. – Dazu: Jacob Lehcie. Anschwellender Schrei. Lothar Böhme zum siebzigsten Geburtstag. 2008. Mit fünf signierten Serigraphien von Lothar Böhme. Eins von zehn Exemplaren.

31,5 : 22,5 cm. 7 Blätter, 6 Serigraphien; 7 Blätter, 5 Serigraphien.

793  Edition Quatre en Samisdat – Zwei Werke.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Berlin 2003. Signierte Fotografien und Textblätter in zwei Originalleinenmappen, jede mit montierter Fotografie auf dem Vorderdeckel.

I. Gert Neumann. Berührt. Fünf Gedichte und fünf Tagebuchblätter. Mit fünf signierten Fotografien von Andreas Rost. Eins von 25 Exemplaren. Von Künstler und Dichter im Druckvermerk signiert. – II. René Daumal. Gedichte und sechs Fotografien von Klaus Elle. Ohne Druckvermerk.

31,2 : 22,6 cm (Mappenformat). – In II zwei Fotos und zwei Textblätter doppelt bzw. dreifach beigelegt.

794  A. R. Penck – Sarah Kirsch. Lyrik.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 420

A. R. Penck. Zeichnungen. Berlin [1987]. 72 Seiten farbig serigraphierter Text und Illustrationen. Serigraphierter Originalumschlag mit Kordelheftung. Im -schuber.

Zweites Buch der Edition Malerbücher. – Erste Ausgabe. – Eins von 50 römisch nummerierten Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 150). – Im Druckvermerk vom Künstler und der Dichterin signiert. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Texte wurden von Penck handgeschrieben und, zusammen mit den meist ganzseitigen Illustrationen, als Siebdrucke in fünf verschiedenen Farben gedruckt. – Es finden sich zahlreiche der vertrauten Penck-Motive: Strichmännchen, Löwe, Panther, Bär, Stalin, Marx und Engels. – Die Lyrikerin Sarah Kirsch hatte 1977, nachdem sie – wegen ihres Protestes gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns – aus der SED und dem Schriftstellerverband ausgeschlossen worden war, die DDR verlassen. Ihr Text, illustriert vom 1980 ebenfalls ausgereisten A. R. Penck, erschien in der Edition des 1990 von Wolf Biermann als Stasi-Informant enttarnten Sascha Anderson.

33,6 : 24,0 cm. [36] Doppelblätter.

Spindler 102.2

795  Klaus Raasch – Jens Sparschuh. Schreib-Akte

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

mit fünf Holzschnitten von Klaus Raasch. Leipzig 2011. Mit fünf signierten Farbholzschnitten. Originalhalblederband mit Deckelschild.

Erster Druck der Reihe »SchriftBild«, herausgegeben von Herbert Kästner. – Eins von 20 römisch nummerierten Künstler- und Verlegerexemplaren, wie die 25 Vorzugsexemplare mit sechs signierten Farbholzschnitten, davon einer beigelegt, und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 140). – Im Druckvermerk vom Dichter und dem Buchgestalter Thomas Glöß signiert.

31,0 : 20,5 cm. 63, [1] Seiten, 6 Holzschnitte.

796  Cornelia Schleime – Bert Papenfuß. Nebelebene.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Versuch einer Poetologie des Anstatt anhand dreier Streiflichter aus der wissenschaftlich-phantastischen Revue WINKE PINKE. Cornelia Schleime Grafiken. Berlin, Edition Rothahndruck 2009. Mit 13 Farbserigraphien und einer serigraphierten Titelvignette. Originalhalbleinenband mit Farbserigraphie auf dem Vorderdeckel.

Erste Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren. – Von Autor und Künstlerin im Druckvermerk signiert. – Auf Bütten.

43,3 : 32,8 cm. [24] Seiten. – Vorsatzpapier vorn an einer Ecke gelöst.

797  Strawalde – Volker Braun. Strafkolonie.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Berlin, Galerie auf Zeit 2007. Mit sieben signierten Radierungen von Strawalde. Originalleinenband mit farbig geprägten Titeln.

Erste Einzelausgabe. – Eins von 40 Exemplaren. – Impressum von Künstler und Autor signiert. – »›Das Kapital gewinnt an Selbstbewusstsein‹, so beginnt Brauns groß angelegtes, hochaktuelles, poetisches Resümee über das Scheitern sowohl eines allumfassenden Machtanspruches als auch einer konkreten Utopie. Braun verknüpft die historische Situation mit der bohrenden Frage Kafkas nach unserer eigentlichen Existenzbestimmung. […] Strawalde, der abstrahierend-konkrete Maler und Chiffren-Grafiker, hat für ›den eisernen Stachel‹, der ›durch die Stirn geht‹ (V.B.), entsprechende Bilder gefunden. Ein Künstlerbuch ist entstanden, mit dem im Handsatz postulierten Text, in seiner verfänglichsten Art« (Buchankündigung).

53,2 : 39,3 cm. [18] Seiten, 7 Radierungen. – Vorderdeckel mit kleinem, schwachem Fleck.

798  Uwe Warnke und Guillermo Deisler. Found Poetry.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 650

Berlin 1992. 48 signierte Collagen. Originalhalbleinenband.

Unikatbuch, das zwischen dem 20. August 1991 und dem 14. März 1992 entstand. »Während dieser Zeit reiste dieses Buch ständig […] zwischen Berlin und Halle.« – Abwechselnd wurden die Seiten des Buches mit Collagen aus Kassenzetteln, Gebrauchsanweisungen, Briefmarken, Fotografien, Eintrittskarten, Zeitungsausschnitten u. a. »Dokumenten« aus DDR- und Wendezeit gestaltet. Jede Collage vom jeweiligen Künstler signiert, das gestempelte Titelblatt von beiden Künstlern signiert. – Mit handgeschriebenem Editionsvermerk von Uwe Warnke auf dem hinteren Innendeckel. – Guillermo Deisler war 1973 aus Chile in die DDR emigriert. Von dort wurde er nach einer Verhaftung zunächst nach Bulgarien »abgeschoben«, kehrte aber 1986 wieder zurück. Kurz vor dem Untergang der DDR erhielt er deren Staatsbürgerschaft. Bekannt wurde er vor allem durch seine visuelle Poesie. Uwe Warnke widmete sich in den 1990er Jahren als Verleger und Ausstellungsmacher verstärkt diesem Gebiet.

24,2 : 21,5 cm. [50] Blätter.

799  Uwe Warnke – Gerhild Ebel. Cut.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Berlin 1999. 32 Seiten mit Ausstanzungen und Papierschnitten. Originalpappband (Cornelia Ahnert, Chemnitz).

Eins von 35 Exemplaren, weitere zehn als Künstlerexemplare. – Im Editionsvermerk von der Künstlerin signiert und nummeriert. – Gerhild Ebel (geboren 1965) wurde 2001 mit dem V.O.Stomps-Preis ausgezeichnet. Sie ist Mitglied der Künstlergruppe 13+ und Herausgeberin der original-graphischen Zeitschrift »quartett«. Ihr eigenwilliges Künstlerbuch suggeriert Inhaltsleere als Folge von zensuralen Eingriffen. Statt Text und Bild sind nur deren Umrisse sichtbar. Das Buch erschien zur Ausstellung im Kunstmuseum Ystad/Schweden.

31,0 : 27,0 cm. [38] Seiten.

800  Klaus Zylla. Vieh Guren.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 280

20 Siebdrucke. Berlin 1988. 19 teils farbige Serigraphien. Originalbroschur in schwarzem -umschlag, auf diesem die erste Serigraphie in Weiß wiederholt.

Eins von 20 Exemplaren der ersten Buchedition Zyllas. – Im serigraphierten Druckvermerk signiert und nummeriert. – Teils farbig, teils auf farbigem Papier gedruckt. – Thomas Günter, langjähriger Galerist und Verleger des Künstlers: »Alles begann mit einem Sprachspiel: ›Vieh Guren‹ hieß der erste Versuch einer auf die noch wackeligen Künstlerbeine gestellten eigenverantwortlichen Buchproduktion. Es war 1988, als so etwas durchaus noch der Ruch des Verbotenen anhaftete. […] selbst gebunden und das Impressum mit der Hand geschrieben – das war der ganze Stolz«. – Sehr selten.

40,0 : 30,4 cm. [28] Seiten. – Kleine Druckstelle am Unterrand.

Katalog Würth 2003, Seite 96. – Henkel/Russ 186