ChristianHesse

Lot 901 – 950 | Hesse-Auktionen
Lot 901 – 950

901  Franz Kafka. Die Verwandlung.

€ 150

[2. Auflage]. Leipzig, Kurt Wolff [1918]. Schwarze Originalbroschur mit blauem Deckelschild.

Der jüngste Tag, Band 22/23. – Mit dem Leipziger Zensurstempel auf dem Titelblatt. – Schönes Exemplar.

21,7 : 13,0 cm. 74, [6] Seiten. – Kapital oben und unten mit winzigem Einriss.

Dietz 47. – Raabe/Hannich-Bode 146.3 Anmerkung. – Smolen/Stammerjohann 22/23.2.A. – Göbel 212 Anmerkung

902  Franz Kafka. Due frammenti.

€ 200

Tradotti da Lorenzo Montano. Florenz 1938. Originalbroschur.

Erste italienische Übersetzung der beiden Skizzen »Abweisung« und »Die Truppenaushebung«. – Sonderdruck aus der Zeitschrift »Letteratura«, 1938, Heft 1. – »Abweisung« zählt zu den frühesten Arbeiten Kafkas und erschien unter diesem deutschen Titel nur 1908 in der Hyperion-Auswahl »Betrachtung«, »Truppenaushebung« wurde erst 1937 im Band VI »Tagebücher und Briefe« der Werkausgabe abgedruckt. – Sehr selten.

24,0 : 16,8 cm. [12] Seiten, einschließlich Umschlag. – Ränder gebräunt.

903  Axel Kallas. Nervenvibrierungen im Tintengewande.

€ 750 ( R7 )

Futuro-kubistisches. Zeichnungen von Gori. [Pärnu, Graphische Gesellschaft »Kiri« 1920. Mit 30 Illustrationen und farbigen Initialen. Pappband der Zeit mit eingebundenem Originalumschlag mit Deckelbild.

Erste Ausgabe. – »Diese Sammlung trägt einerseits dadaistische Züge, enthält andererseits aber auch Spottgedichte auf die modernen Strömungen […]« (Cornelius Hasselblatt, Geschichte der estnischen Literatur, Berlin 2006). – Axel Kallas (1890-1922) hatte 1911 die erste estnische Gedichtanthologie auf Deutsch herausgegeben. Im Alter von 31 Jahren starb er in Berlin. – Der Hinweis auf den Urheber der Illustrationen wurde auf dem Titel überklebt. Möglicherweise stammten die Zeichnungen gar nicht von dem berühmten estnischen Karikaturisten Gori (1894–1944, bis 1935 Georg Tõnisson). – Ehemals Sammlung Günter Rossipaul.

21,3 : 16,5 cm. 56 Seiten. – Ränder gebräunt.

904  Ernst Ludwig Kirchner – Jakob Boßhart. Neben der Heerstraße.

€ 650

Mit Holzschnitten von E. L. Kirchner. Zürich und Leipzig, Grethlein & Co. 1923. Mit 23 Holzschnitten im Text. Illustrierter roter Originalhalbleinenband. Originalschutzumschlag mit Holzschnitt.

Erste Ausgabe. – Neben Georg Heyms »Umbra Vitae« und fast gleichzeitig entstanden, sind Boßharts Erzählungen das zweite große illustratorische Werk Kirchners. – Umschlag und Einband in der endgültigen Fassung. – Schönes Exemplar mit dem meist verlorenen Schutzumschlag.

20,0 : 13,5 cm. 434, [6] Seiten. – Umschlag mit winzigen Fehlstellen am oberen Kapital. – Ränder, wie meist, papierbedingt gebräunt.

Dube 808 IV/3, 809–831. – Jentsch 143. – Lang, Expressionismus 174

905  Grafik E L Kirchner.

€ 900

Ausstellung von graphischen Arbeiten von E. L. Kirchner. Frankfurt am Main 1920. Mit drei Holzschnitten, davon einer auf dem Vorderumschlag, und 30 Abbildungen. Blaue Originalbroschur.

Ausstellungskatalog der Galerie Schames. – Mit dem schönen Titelholzschnitt auf blauem Papier und zwei frühen Abdrucken der Holzschnitte »K. Th. Bluth Hymnus« und »Der Garten der Irren«. Ersterer wurde später ohne das Monogramm und die Schrift in Band II von Schieflers Kirchner-Werkverzeichnis abgedruckt, der zweite findet sich 1924 auf Seite 12 von Kirchner/Heyms »Umbra vitae«. – Der Katalog enthält die Dichtung »Ernst Ludwig Kirchner« von Karl Theodor Bluth und einen Beitrag von Eduard Griesebach über das graphische Werk Kirchners.

28,2 : 22,5 cm. 45, [1] Seiten. – Beide Umschlagdeckel und nahezu alle Seiten lose. Vorderumschlag mit winzigen und 2 längeren hinterlegten Einrissen. – Ränder etwas angestaubt. Es fehlt das letzte, wohl leere Blatt.

Dube 737, 748 I und 768. – Rifkind Collection 1473.1–3

906  Ernst Ludwig Kirchner – Schweizer Arbeit.

€ 1500

Ausstellung von neuen Gemälden und Grafik von E. L. Kirchner 1916–1921. Frankfurt am Main 1922. Mit vier Holzschnitten, davon einer blattgroß und einer doppelblattgroß auf dem Umschlag, und elf Abbildungen im Text. Originalbroschur.

Ausstellungskatalog der Galerie Schames. – Der ziegelfarbene Umschlag mit dem doppelblattgroßen Titelholzschnitt, im Heft die Holzschnitte »Selbstbildnis mit Blume in der Hand«, »Kopf vor Landschaft mit Figuren« und »Wiese«. – Mit einem Text von L. de Marsalle über die Schweizer Arbeiten Kirchners. Gezeigt wurden 37 Gemälde sowie zahlreiche Zeichnungen, Holzschnitte Lithographien und Radierungen von Ernst Ludwig Kirchner. – Tadellos erhalten und extrem selten.

20,3 : 13,9 cm. [16] Seiten.

Dube 738 II, 428 II, 739 II und 757 B. – Rifkind Collection 1475.1–4

907  Ernst Ludwig Kirchner – W[ill] Grohmann. Kirchner-Zeichnungen.

€ 3000

100 Tafeln und zahlreiche Holzschnitte im Text. Dresden, Ernst Arnold 1925. Mit einem signierten Holzschnitt, einem zweifarbigen Titelholzschnitt sowie 15 Holzschnitten im Text sowie zwei Abbildungen und 100, teils farbigen Tafeln. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägten Titeln, Kopfgoldschnitt und dem Holzschnitt-Rückentitel in Gold.

Arnolds Graphische Bücher. Zweite Folge. Band 6. – Eins von 200 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe mit dem mit Rotstift signierten Holzschnitt »Weiblicher Akt vor einem Schrank« von 1916 (Gesamtauflage 2225). Diese Vorzugsexemplare wurden in Halbpergament gebunden, die Holzschnitte für Vorder- und Hinterdeckel der Normalausgabe (Dube 832 und 834) fanden deshalb hier keine Verwendung. Der Text und die Auswahl der Abbildungen entstanden in enger Zusammenarbeit zwischen Grohmann und Kirchner, der großen Wert darauf legte, nicht zusammen mit anderen Künstlern der »Brücke« publiziert zu werden und überhaupt Grohmann eindringlich seine Beratung anbot. – Ehemals Sammlung Robert Johannes Meyer, Hamburg.

27,5 : 21,6 cm. 37, [11] Seiten, 100 Tafeln, 1 Holzschnitt. – Pergament leicht angestaubt und der Rücken leicht nachgedunkelt. Oberkante des Hinterdeckels mit kleinem Fleck. – Oberränder, besonders bei den ersten und letzten Blättern mit leichten Feuchtigkeitsspuren, der Holzschnitt nicht betroffen.

Dube 287 II, 355, 833 und 835–849. – Jentsch 153. – Rifkind Collection 1481. – Schauer II,120

908  Ernst Ludwig Kirchner – Will Grohmann. Das Werk Ernst Ludwig Kirchners.

€ 600

München, Kurt Wolff 1926. Mit fünf Holzschnitten von Ernst Ludwig Kirchner, gedruckt in Blau und Schwarz, vier blattgroß im Textband und einer lose als Titel des Tafelteils, 100 Tafeln und zahlreichen Abbildungen im Text. Originalbroschur und Tafeln, davon vier farbig, in rot-blauer Originalleinenkassette.

Eins von 800 Exemplaren (Gesamtauflage 850). – Titelholzschnitt in Blau und Schwarz, die vier Holzschnitt-Zwischentitel nur in Blau gedruckt. – Die buchtechnische Gestaltung und Ausstattung dieses seltenen Künstlerbuchs hatte Kirchner selbst übernommen. – Die zweite Kirchner gewidmete Veröffentlichung von Grohmann, dessen Künstlermonographien und Œuvrekataloge »Meilensteine in der Kunstpublizistik des 20. Jahrhunderts« darstellen (Ralph Jentsch).

28,5 : 27,0 cm (Kassette). 58, [2] Seiten, 1 Holzschnitt, 100 Tafeln. – Kassettenränder ausgeblichen, Rücken verschlissen, Stege restauriert und mit einigen Gebrauchsspuren. – Eine Tafel an der Unterkante geknickt, eine Ecke mit winzigen Einrissen.

Dube 852-53 und 855-57. – Göbel 662. – Jentsch 160. – Schauer II, 120

909  Walter Klemm – Wilhelm Klemm. Gloria!

€ 120

Kriegsgedichte aus dem Feld. Holzschnitte von Professor Walther Klemm. München, Albert Langen 1915. Mit 18 blattgroßen Holzschnitten. Originalpappband mit Deckelvignette und Kopfgoldschnitt (E. A. Enders, Leipzig). Mit Originalbuntpapierumschlag und im Schuber mit Titelschildern.

Erstausgabe der ersten selbständigen literarischen Veröffentlichung von Wilhelm Klemm, einige der hier versammelten Antikriegsgedichte waren zuvor in Pfemferts »Aktion« erschienen.

22,4 : 17,0 cm. 84, [4] Seiten. – Vorsätze mit Abklatsch des umschlagpapiers. Erste und letzte Seiten mit wenigen schwachen Stockflecken.

Raabe/Hannich-Bode 159.2. – Sennewald 15,2

910  Oskar Kokoschka – Albert Ehrenstein. Tubutsch.

€ 200

Mit 12 Zeichnungen von O. Kokoschka. Wien und Leipzig, Jahoda & Siegel [1911]. Mit zwölf blattgroßen Illustrationen. Illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe des literarischen Erstlings von Albert Ehrenstein (1886–1950), der in Wien mit Oskar Kokoschka Freundschaft schloss. – Unaufgeschnittenes, sehr schönes Exemplar.

21 : 15 cm. 64, [4] Seiten. – Kleiner Besitzvermerk auf dem vorderen fliegenden Vorsatz.

Raabe/Hannich-Bode 62.2. – Lang, Expressionismus 188

911  Alois Kolb – Wirtschaft und Idealismus.

€ 150

Herrn Dr. Alfred Giesecke, dem Mitinhaber der Verlagsbuchhandlung B. G. Teubner zum 60. Geburtstag gewidmet. Leipzig 1928. Mit radierter Titelvignette und einer signierten farbigen Radierung von Alois Kolb. Originalpergamentband mit vergoldetem Titel. In Halbleinenkassette mit vergoldetem Titel.

Wohl nur in kleiner Auflage erschienener Privatdruck. – Mit Beiträgen von damals namhaften Universitätsprofessoren, Theologen und Politikern zu im Verlagsprogramm vertretenen Themen. – Die Radierung von Alois Kolb, dem etablierten Buchillustrator, mit einem Porträt des Geehrten.

23,4 : 17,7 cm. [8], 155, [1] Seiten, 1 Radierung. – Kassette fleckig.

Sennewald 28

912  Käthe Kollwitz – Gerhart Hauptmann. Die Weber.

€ 600

Schauspiel aus den Vierziger Jahren. Frankfurt am Main, Erich Steinthal 1917. Mit vier Heliogravüren und zwei Kupfertiefdrucken nach Käthe Kollwitz. Brauner Maroquinband mit ornamentaler Blindprägung und Goldschnitt (signiert: A. Fritz).

Eins von 175 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 230). – Die Heliogravüren und Vignetten druckte O. Felsing nach den Radierungen und Lithographien des Zyklus »Ein Weberaufstand«, der zwischen 1893 und 1897 entstanden war. Als Schlussvignette wurde das verworfenen Schlussblatt »Aus vielen Wunden blutest du, o Volk« verwendet, für die Titelvignette diente die frühe Radierung »Mann mit niedrigem Hut« als Vorlage. – Innen sehr schön.

31,0 : 23,5 cm. [6], 127, [7] Seiten, 6 Tafeln. – Einband minimal fleckig, Hinterdeckel etwas verfärbt, ein Gelenk angeplatzt.

Vgl. Knesebeck 5 und 32–38

913  Alfred Kubin – Charles de Coster. Smetse, der Schmied.

€ 250

Eine flämische Legende. Mit Bildern von Alfred Kubin. München, Buchenau & Reichert 1923. Mit Titelvignette, zweifarbiger Initiale und 24 Illustrationen, alles Holzschnitte nach Federzeichnungen. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (E. A. Enders, Leipzig). Mit Schutzpapierumschlag und Schuber.

Zehnter Phantasusdruck. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Zanders Einhornbütten und in Halbpergament (Gesamtauflage 1430). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Federzeichnungen schnitt Albert Fallscheer faksimilegetreu in Holz. – Beilage: Briefkarte des Verlegers Siegfried Buchenau an den damaligen Besitzer, Robert Johannes Meyer (1882–1967), der 1931 Präsident des Landgerichts Hamburg war und bereits 1933 wegen seiner Weigerung, die jüdischen Richter aus dem Dienst zu entlassen, zwangspensioniert wurde. Buchenau übersandte das Buch als Geburtstagsgeschenk und betont: »Es gibt von Kubin nur dieses eine Buch, wo die Federzeichnungen des Künstlers in Holz […] nachgeschnitten wurden.« – Tadellos.

48,5 : 19,5 cm. 102, [2] Seiten.

Raabe 224. – Marks A 71. – Schauer II, 99

914  Markus Lüpertz – Friedrich Hölderlin. Das nächste Beste.

€ 1000

Amsterdam, Picaron 1990. Mit vier signierten Farbholzschnitten von Markus Lüpertz. Lose Doppelblätter in Originalumschlag und -holzschuber.

Eins von zehn Künstlerexemplaren (»artist’s proofs«) (Gesamtauflage 46), hier bezeichnet mit »p.p.« (printer’s proof), aus dem Besitz des Typographen und Druckers Rob Cox, Amsterdam. – Auf starkem Velin. – Die zweifarbigen Holzschnitte illustrieren den Titel und die drei Fassungen von Hölderlins Gedicht. – Tadellos erhalten und sehr selten. Nach Aussage des Vorbesitzers wurden nicht alle Exemplare der Ausgabe durchgehend signiert.

38,5 : 27,0 cm. [20] Seiten.

915  Markus Lüpertz. Ich Orpheus.

€ 600 ( R7 )

Karlsruhe, in-house music [1995]. Mit 21 farbigen Abbildungen. Farbig illustrierter Originalleinenband mit eingelassener CD. In Originalleinenkassette.

Exemplar einer nicht bezifferten kleinen Vorzugsausgabe mit der beigelegten aquarellierten und monogrammierten Radierung. – Von der allgemeinen Auflage mit der reproduzierten Radierung sollten zunächst 1000 Exemplare erscheinen, dies wurde auf 200 korrigiert. – Die CD enthält die Aufnahmen von 1995. Unter musikalischer Leitung und mit Kompositionen von Freddy Scholl und anderen. Markus Lüpertz und andere Künstler singen, lesen und spielen verschiedene Instrumente. – Selten.

30,0 : 30,0 cm. 89, [1] Seiten, 1 Radierung, 1 CD.

916  Frans Masereel – Carl Sternheim. Fairfax.

€ 500 ( R7 )

Geschmückt mit 10 Lithographien von Frans Masereel. Berlin, Düsseldorf und Frankfurt am Main, Galerie Flechtheim 1922. Mit zehn signierten Lithographien. Originalhalbpergamentband mit Deckelillustration.

XVII. Druck der Galerie Flechtheim. – Eins von 140 Exemplaren auf rauhem altgetönten Bütten (Gesamtauflage 200 ). Im Druckvermerk von Künstler und Autor signiert. – Carl Sternheims Erzählung »Fairfax« war bereits 1921 in einer unbebilderten Ausgabe bei Ernst Rowohlt in Berlin erschienen […] In der Zeitschrift »Der Querschnitt« äußerte sich Sternheim enthusiastisch über die Illustrationen Masereels: ›Über den Schwarzweißkünstler Masereel steht das europäische Urteil fest: ein Phänomen! … Ich preise mich glücklich, daß Masereel sich entschlossen hat, Fairfax zu illustrieren…Masereels himmlische Bilder zum Fairfax aber haben mir wieder bewiesen: manchmal ist Leben doch feine Sache!« (zitiert Jentsch).

31,3 : 24,6 cm. 35, [5] Seiten. 10 Lithographien. – Einband leicht fleckig, an den Rändern gebräunt.

Ritter C a 24. – Jentsch, Expressionismus 120. – Raabe/Hannich-Bode 291.37

917  Wassili Masjutin – A[lexander] S[ergejewitsch] Puschkin. Ruslan und Ludmilla.

€ 600

Ein phantastisches Märchen. Aus dem Russischen von Johannes von Guenther. Titelzeichnung und Illustrationen von Wassili Masjutin. München, Orchis 1922. Mit neun pochoirkolorierten Illustrationen und Buchschmuck. Halblederband mit farbigen Oleographiepapierbezügen (signiert: R. Meuter, Ascona).

Erster Band der Reihe »Poesie und Prosa seit Puschkin«. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Haderndruck. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Gedruckt und koloriert nach Holzschnitten des Künstlers. – Die Textseiten sind von breiten roten Bordüren umrahmt. – Wassili Nikolajewitsch Masjutin (1884–1955) studierte an der Schule für Malerei, Bildhauerei und Baukunst in Moskau, zeitweise gemeinsam mit Majakowski und Burljuk. Nach der Revolution emigrierte er über Riga 1922 nach Berlin.

34,0 : 24,8 cm. 67, [1] Seiten, 9 Tafeln. – Rücken etwas verblasst. – Ränder schwach gebräunt.

Oestmann 17 a

918  Georg Alexander Mathéy – Klingspor-Karten.

€ 300

Vaterländische Worte. – Deutsche Sprache. – Hölderlin. Anordnung von Georg Alexander Mathéy. München, J. F. Lehmanns 1916. Drei Folgen von je zehn Briefkarten auf Bütten bzw. Japan, mit Texten und Buchschmuck. Jeweils im illustrierten Originalumschlag.

Von den Klingspor-Karten erschienen in den Kriegsjahren mehr als 70 Serien. – Neben Mathéy übernahmen auch Rudolf Koch, Walter Tiemann und Otto Hupp die Gestaltung.– Dazu: Klingspor-Kalender für 1925, 1926, 1927, 1930, 1932 und 1939. Mit zahlreichen Illustrationen. Illustrierte Originalpappbände. Drei Dubletten. Sowohl in der Vielfalt der verwendeten Schriften von W. Tiemann und R. Koch als auch durch die verschiedenartigen Illustrationen und graphischen Gestaltungen reizvoll. – Neun Drucke für die im Feld stehenden Betriebsangehörigen: Originalbroschuren. Gedichte von Hölderlin, Mörike, Schiller, Morgenstern u. a. – Drei Übungsarbeiten im Hause Klingspor. Handgebundene Halblederbände. – Sieben Beigaben. – Die von den Brüdern Karl und Wilhelm Klingspor geleitete Firma in Offenbach zählte zu den bedeutendsten deutschen Schriftgießereien des 20. Jahrhunderts. Das Unternehmen gehörte 1907 zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Werkbundes.

919  Thomas Mann. Gesammelte Werke

€ 7500

[in Einzelausgaben]. Elf Bände. Berlin, S. Fischer 1922–1930. Blaue Originalkalblederbände mit rotem Rückenschild, Rücken-, Deckel und Kopfschnittvergoldung.

Erste Werkausgabe, die noch bis 1936 fortgesetzt wurde, allerdings erschienen nur elf Bände in der hier vollständig vorliegenden Luxusvariante. – Je eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder. – Alle vom Verfasser im Druckvermerk signiert. – Gedruckt auf Hadern-Velin-Papier. – Die Bände wurden nur in Subskription auf das Gesamtwerk abgegeben. – I/II. Buddenbrooks. Verfall einer Familie. 1922. – III. Königliche Hoheit. Roman. 1922. – IV. Betrachtungen eines Unpolitischen. 1922. – V. Rede und Antwort. Gesammelte Abhandlungen und kleine Aufsätze. 1922. VI/VII. Novellen. 1922. – VIII/IX. Der Zauberberg. Roman. 1924. – X. Bemühungen. Neue Folge der Gesammelten Abhandlungen und kleinen Aufsätze. 1925. – XI. Die Forderung des Tages. Reden und Aufsätze aus den Jahren 1925–1929. 1930. – Die sehr empfindlichen dunkelblauen Kalblederbände der Vorzugsausgabe, die vollständig nur selten angeboten wird, hier farbfrisch und von nachstehend detailliert beschriebenen Mängeln gut erhalten.

19,0 : 12,5 cm. – Rücken teils minimal verfärbt, einige Ränder und Ecken minimal berieben. Einige Gelenke minimal brüchig und unauffällig nachgefärbt, bei einem berieben, bei einem angeplatzt und mit leicht fleckigem Deckel. – Einige mit Exlibris. Unterschiedliche Exemplarnummern.

Potempa A 1 IV

920  Thomas Mann. Buddenbrooks.

€ 750

Verfall einer Familie. 100. Auflage. Berlin, S. Fischer [1919]. Zwei Originalhalblederbände mit Rückenvergoldung, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 200 zum Verkauf bestimmten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Zanders-Bütten (Gesamtauflage 210). – Vom Verfasser im Druckvermerk signiert. – Die Einbände und die schönen Doppeltitel der Jubiläumsausgabe entwarf Emil Preetorius.

20,2 : 13,5 cm. 499, [1]; 477, [3] Seiten. – Rücken stärker berieben. Deckel leicht fleckig.

Potempa D 1.5

921  Thomas Mann. Buddenbrooks.

€ 300

Berlin, S. Fischer 1951. Hellbraune Originalkalblederbände mit schwarz-rotem Rückenschild und vergoldeten Titeln, teils Kopfschnittvergoldung.

Das 1171. – 1180. Tausend erschien als Jubiläumsausgabe zum 50. Jahr des Erscheinens. – Aus der Stockholmer Gesamtausgabe in einer bibliographisch nicht nachweisbaren Einbandvariante, identisch gestaltet erschien 1955 eine Vorzugsausgabe von »Felix Krull«. Das Vorhaben einer vollständigen Vorzugsedition der Werkausgabe wurde offenbar nie realisiert, eine zwölfbändige Auswahl in identischen Ledereinbänden stiftete der S. Fischer Verlag dem Thomas-Mann-Archiv, eine zehnbändige Zusammenstellung versteigerten wir in unserer Herbstauktion 2018 (Auktion 18, Lot 762).

18,4 : 12,2 cm. 787, [1] Seiten. – Rücken schwach aufgehellt.

Vgl. Potempa A 4

922  Thomas Mann. Tristan.

€ 1500

Sechs Novellen. Berlin, S. Fischer 1903. Hellbrauner Originalkalikoband mit schwarz geprägten Jugendstilornamenten, goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel und Kopfgoldschnitt. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Mit eigenhändiger Widmung auf dem Vortitelblatt: »seinem lieben Carl Ehrenberg. Siehe auch Seite 19«. – Enthält neben dem Erstdruck der Titelnovelle die Novellen »Der Weg zum Friedhof«, »Der Kleiderschrank«, »Luischen«, »Gladius Dei« und »Tonio Kröger«. Jeder der sechs Novellen stellte Thomas Mann eine gedruckte Widmung voran, u. a. für Arthur Holitscher, Richard Schaukal, Carl Ehrenberg, Kurt Martens und seine Schwester Carla. – Über die Idee zum hier erstmals abgedruckten »Tristan« berichtet Thomas seinem Bruder Heinrich schon 1901. – Einbandentwurf von A. Schäffer. – Die Brüder Paul (Maler, 1876-1949) und Carl Ehrenberg (Komponist und Dirgent, 1878-1962) zählten zu den engsten Freunde des Junggesellen Thomas Manns. In der Figur des Geigers Rudi Schwerdtfeger, der in »Doktor Faustus« (1947) eine entscheidende Rolle spielt, setzte Thomas Mann den beiden und ihrer Freundschaft ein literarisches Denkmal. Mit Carl wurde im Haus der Senatorswitwe Julia Mann gelegentlich musiziert: »…der Abend begann meist mit Musik, dann lasen wir, das heißt, Tommy las aus Tolstoi, Knut Hamsun oder aus eigenen Werken vor.« (Dagmar von Gersdorff, Julia Mann: Eine Biographie). – Carl Ehrenberg selbst erinnert sich:, »So wurde oft bis tief in die Nacht hinein musiziert, dazwischen las uns wohl ›Thomy‹ aus einem neuen im Entstehen begriffenen Werke und meist mußte ich zum Abschluß auf seinen Wunsch noch irgend etwas von R. Wagner spielen, für dessen Musik er besonders empfänglich war. (Zur Erinnerung hieran widmete er mir später seine Novelle ›Tristan‹)«.

18,8 : 13,0 cm. [8], 264, [8] Seiten. – Einband fleckig, Kanten etwas berieben. – Äußerer Rand im hinteren Drittel mit Feuchtigkeitsfleck.

Potempa B 2. – Zum Einbandkünstler vgl. Roland Stark in »Einbandforschung« (Berlin Heft 42/2018)

923  Thomas Mann – Königliche Hoheit.

€ 450

Verlagsprospekt. Berlin, S. Fischer Herbst 1909. Zwei klammergeheftete Doppelblätter.

Der erste Gesamtprospekt für alle vier bis dahin erschienenen Werke Thomas Manns, gestaltet von ihm selbst und mit der vereinfachten Umschlaggraphik von Karl Walser. – »Auf den nächsten Roman nach den ›Buddenbrooks‹ durfte man gewiß sehr gespannt sein. […] So wie wir das Patrizierhaus der Buddenbrooks kennen lernten, so lernen wir auch das Schloß der Königlichen Hoheit kennen, bis in die letzten dunklen und unheimlichen Gänge hin, bis in die Heimlichkeiten der Diener und die Resignation der Herren. Wir haben in unserer Literatur nichts Ähnliches von Exaktheit in der Schilderung solcher Verhältnisse, und nicht oft wird es Kunst geben, die ebendiese Exaktheit zum Instrument der Ironie zu machen weiß« (Anzeigentext).

17,2 : 11,7 cm. [8] Seiten. – Vorder- und Rückseite mit Buchhandlungsstempel.

Marbach Katalog S. Fischer. Von der Gründung bis zur Rückkehr aus dem Exil, S. 137f

924  Thomas Mann. Zwei Novellen.

€ 600

Nicht im Buchhandel. Liebesgabe für deutsche Kriegsgefangene. Bern, Verlag der Bücherzentrale für deutsche Kriegsgefangene [1918]. Klammergehefteter Originalhalbleinenband.

Bücherei für deutsche Kriegsgefangene Band 20. – Herausgegeben von Hermann Hesse und Richard Woltereck. – Eins von 2500 Exemplaren. – Enthält die beiden Novellen »Das Eisenbahnunglück« und »Tonio Kröger«. – Gedruckt in der Deutschen Internierten-Druckerei Bern. – 1912 ging Hermann Hesse nach Bern, bei Kriegsausbruch wurde er bei für kriegsuntauglich befunden und der Deutschen Gesandtschaft zugeteilt, wo er im Dienst der Deutschen Kriegsgefangenen-Fürsorge Kriegsgefangene in Frankreich, England, Russland und Italien mit Lektüre versorgte, Gefangenenzeitschriften herausgab und redigierte sowie einen eigenen Verlag für Kriegsgefangene aufbaute. – Sehr selten.

17,8 : 12,2 cm. 88 Seiten. – Äußere und innere Ränder etwas gebräunt. Vorderes Innengelenk brüchig.

Potempa B 15

925  Thomas Mann. Herr und Hund. Gesang vom Kindchen.

€ 300

Zwei Idyllen. Berlin, S. Fischer 1919. Originalpappband mit Einbandillustration von Emil Preetorius.

Erste Buchausgabe von »Gesang vom Kindchen«, »Herr und Hund« war kurz zuvor als Einzelausgabe erschienen. – Mit eigenhändiger Widmung von Katia Mann »Für Reinhold Wimmers nach einer gemütlichen Teestunde. Mit allen guten Wünschen, Kilchberg, Oktober 1970«. – Nach dem Tod Thomas Manns lebte Katia noch bis 1980 im Kilchberger Haus.

18,0 : 12,0 cm. 190, [2] Seiten. – Einband gebräunt.

Potempa B 5 (und E 28.2)

926  Thomas Mann. Tristan.

€ 900

Radierungen von Edwin Scharff. München, Drei Masken 1922. Mit zwölf Radierungen im Text. Originalpergamentband mit Deckelillustration, Rückenschild und Kopfschnittvergoldung.

Fünfter Obelisk-Druck. – Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Römisch nummeriertes Exemplar, wie die Vorzugsausgabe in Halbpergament, hier jedoch die Radierungen nicht monogrammiert (Gesamtauflage 340). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Zanders-Bütten. – Die Novelle zählt zu den Frühwerken Thomas Manns und erschien erstmals 1903. – Die Radierungen entstanden in der wohl produktivsten Schaffensphase Scharffs, kurz vor seinem Weggang aus München an die Berliner Hochschule für Bildende Künste. – Sehr schönes Exemplar.

26,0 : 17,5 cm. 69, [3] Seiten.

Potempa E 13.3. – Rodenberg 448, 5. – Sennewald 22,3. – Lang, Expressionismus 298

927  Thomas Mann. Okkulte Erlebnisse.

€ 2500

Berlin, Alf Häger [1924]. Mit einer signierten Radierung von Karl Dannemann. Blauer Originalecrasélederband mit vergoldeten Fileten, Rücken- und Schnittvergoldung und grün-goldenen Vorsatzpapieren (Holzhey & Sohn, Leipzig).

Erste Ausgabe. – Eins von 75 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der Porträt-Radierung Thomas Manns und in Ganzleder (Gesamtauflage 300). – Thomas Mann signierte wie üblich den Druckvermerk, ließ es sich aber auch nicht nehmen, seinen Namenszug auch noch auf die Radierung Dannemanns zu setzen. – Titel in Blau und Schwarz. – Breitrandiger Pressendruck von Poeschel & Trepte in Leipzig auf Zanders-Hadernpapier. – Der Einbandentwurf stammt von Hermann Holzhey. – Karl Dannemann (1896–1945), Schauspieler und Maler, war als Student Meisterschüler von Max Slevogt.

24,4 : 16,0 cm. 64, [4] Seiten, 1 Radierung. – Rücken und Ränder etwas verfärbt. Vorderes Gelenk am Oberrand fachmännisch restauriert. – Vorderer Vorsatz mit Verfärbung an einer Ecke.

Potempa G 186

928  Thomas Mann. Der Zauberberg.

€ 400

Roman. Erster [und] Zweiter Band. Berlin, S. Fischer 1924. Originalhalblederbände mit Rückenvergoldung und goldgeprägter Deckelvignette.

Erste Ausgabe. – Erschienen innerhalb der »Gesammelten Werke in Einzelausgaben«, hier in der seltenen Halbledervariante. – 1912 verbrachte Katja Mann mehrere Monate in einem Davoser Lungensanatorium. Die dortigen Eindrücke bewogen den Autor mit »Der Tod in Venedig« (1912) zunächst zu einer »Art humoristischem Gegenstück«. »Der Zauberberg«, der dritte große Roman Thomas Manns entstand dann in den Jahren von 1913 bis 1924. Der Erste Weltkrieg zwang Thomas Mann zur Schreibpause, erst 1919 setzte er seine Arbeit fort. Der Roman weitete sich zum Zeitroman aus, zur Kritik an spätbürgerlichen Lebens- und Denkformen der Vorkriegszeit, deren Repräsentanten auf dem »Zauberberg« versammelt sind.

18,8 : 12,8 cm. 578, [2]; 629, [3] Seiten. – Gelenke minimal berieben.

Potempa D 3.1

929  Thomas Mann. Der Zauberberg.

€ 3000

100. Auflage. Berlin, S. Fischer 1928. Mit einem Thomas Mann-Porträt nach einer Zeichnung von Olaf Gulbransson. Originalmaroquinbände mit vergoldetem Deckelsignet, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 100 Vorzugsexemplaren innerhalb der Jubiläumsausgabe (Gesamtauflage 1000). – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – Mit einem Geleitwort von Hans Reisiger. – Einbandentwurf von E. R. Weiß.

18,7 : 12,4 cm. 578 Seiten, 1 Tafel; 629, [3] Seiten. – Rücken minimal verfärbt.

Potempa D 3.3

930  Thomas Mann. Der Zauberberg.

€ 1200

100. Auflage. Berlin, S. Fischer 1928. Mit einem Thomas Mann-Porträt nach einer Zeichnung von Olaf Gulbransson. Originalhalbpergamentbände mit vergoldetem Deckelsignet, Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Eins von 900 nummerierten Exemplaren der im Druckvermerk von Thomas Mann signierten Jubiläumsausgabe. – Mit einem Geleitwort von Hans Reisiger. – Einbandentwurf von E. R. Weiß.

18,7 : 12,4 cm. XXXVII, [1], 578, [2] Seiten, 1 Tafel; 629, [3] Seiten. – Rücken von Band I am Unterrand mit Braunfleck.

Potempa D 3.3

931  Thomas Mann. Der Zauberberg.

€ 450

100. Auflage. Erster [und] Zweiter Band. Berlin, S. Fischer 1928. Originalleinenbände mit vergoldetem Deckelsignet, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

In Leinen gebunden wie die »Gesammelten Werke in Einzelausgaben«, Potempa ist diese Variante nicht bekannt. Vermutlich wurden aber nicht 900 Exemplare der Jubiläumsausgabe in Halbpergament gebunden und signiert, sondern nur ein kleinerer Teil und die restlichen wie vorliegend.

18,7 : 12,4 cm. XXXVII, [1], 578, [2]; 629, [3] Seiten. – Rücken und Ränder etwas gebräunt.

Vgl. Potempa D 3.1

932  Thomas Mann. Der Zauberberg.

€ 450

Roman. I [und] II. Verbilligter Sonderdruck für deutsche Kriegsgefangene. Stockholm, Bermann-Fischer 1945. Gelbe Originalbroschuren.

Erschienen in der Bücherreihe »Neue Welt« als Bände 14 und 15. – Mit dem Zensur-Stempel des Kriegsgefangenenlagers Fort Jackson (South Carolina) auf dem Titel des ersten und Camp Blanding (Florida) des zweiten Bands. – Das Vorwort »Einführung in den Zauberberg für Studenten der Universität Princeton« stammt von Thomas Mann selbst. – Nun wurden auch Thomas Manns Romane wieder für Leser aus Deutschland gedruckt, auch wenn es für die hier gemeinte Zielgruppe meist noch dauern sollte, bis der heimische Lesesessel wieder verfügbar war. – Die gelben Umschläge gestaltete Brigitte Bermann-Fischer, Ehefrau des damaligen und Tochter des ersten Thomas Mann-Verlegers. – Trotz sicher hoher Auflage durch Art der Verwendung und Zeitläufe selten geworden.

16,3 : 10,8 cm. Seiten [V]–XXVI, 521, [1]; [4], 572 Seiten. – Buchblöcke verzogen, ein Vorderumschlag geknittert. – Teils gebräunt.

Potempa D 3.12

933  Thomas Mann. Unordnung und frühes Leid.

€ 1000

Novelle. Berlin, S. Fischer 1926. Mit Titelradierung von Karl Walser. Flexibler Originalkalblederband mit Deckelvignette, farbig illustrierten Vorsätzen und Originalschuber.

Erste Buchausgabe. – Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe, vom Verfasser signiert, mit der radierten Titelvignette, auf getöntem Bütten und in Kalbleder gebunden. Der im Druckvermerk angekündigte Pergamentband ließ sich aus technischen Gründen nicht ausführen, worüber ein beigelegter Anmerkungszettel informiert. – Außer der hübschen Titelvignette schuf Walser auch die Illustrationen auf Vorderdeckel, Vorsätzen und Schuber. – »Bezaubernd ausgestattet […] wohl das graziöseste Büchlein, das Fischer je herausgebracht hat« (Peter de Mendelssohn, zitiert nach Badorrek-Hoguth).

16,5 : 12,5 cm. 126, [6] Seiten. – Bezugspapier an einem Gelenk etwas angeplatzt.

Potempa E 29.2. – Badorrek-Hoguth B 60.1. – Pfäfflin 140

934  Thomas Mann. Joseph in Ägypten.

€ 1200

Der dritte Roman. Wien, Bermann-Fischer 1936. Originalleinenband mit vergoldeter Deckelvignette und vergoldetem Rückentitel. – Widmungsexemplar.

Erste Auflage. – Mit eigenhändiger Widmung auf dem Vorsatzblatt, »Lavinia Mazzucchetti freundschaftlich zugeeignet Küsnacht – Zürich 27. XII. 36. ›Versinke denn! Ich könnt’ auch sagen: steige! ’s ist einerlei.‹ (Faust)«. – Mit der italienischen Germanistin Lavinia Mazzucchetti (1889–1965) verband Thomas Mann eine konstante geistige Freundschaft, Bindeglied war ihrer beider Verehrung für Goethe. Mazzucchettis Goethe-Biographie diente auch als Vorlage für »Lotte in Weimar«. »Mit Mazzucchetti bahnt sich der Leitfaden an, der die Verbindung zu gleichgesinnten italienischen Intellektuellen gekennzeichnet hat, und zwar als eine Achse der Kultur, die sich dem sogenannten Kulturabkommen entgegengestellt hat, das im November 1938 von Hitler und Mussolini abgeschlossen wurde und im ›Doktor Faustus‹ als ›Herrschaft des Abschaums‹ definiert wird. […] Nachdem sie [Mazzucchetti] erfahren hatte, Thomas Mann sei nach seiner Ausbürgerung im Dezember 1936 ›kein Deutscher nach den Papieren mehr‹, drückte sie ihm seine Bedeutung für die italienischen Intellektuellen mit folgenden Worten aus: ›Haben Sie Dank auch dafür, dass wir an Ihnen weiter ›unser Deutschland‹ lieben dürfen.« (Düsseldorfer Beiträge zur Thomas Mann-Forschung: Bd. 2, S 110). – Tagebuchnotiz vom 27.12.1936: »J. i. Ä. an die Mazzucchetti und an Dr. Osborne.«.

19,0 : 12,0 cm. 752, [4] Seiten. – Einband leicht fleckig und an den Rändern etwas gebräunt.

Potempa D 6.1

935  Thomas Mann. Achtung, Europa!

€ 600

Aufsätze zur Zeit. New York und Toronto, Longmans, Green & Co. 1938. Originalleinenband mit goldgeprägten Titeln und Originalschutzumschlag.

Erste Ausgabe, nach Potempa ist die häufig als solche angebotene Stockholmer Ausgabe der zweite Druck. – »Dieser Band enthält die wichtigen Aufsätze und Vorträge Thomas Manns seit dem Jahre 1930. Sie sind ein Bekenntnis zur Humanität, ein Protest gegen die Verfolgung und Entrechtung der Menschen und ein Ausblick auf den Sieg der Gerechtigkeit.« – Sehr selten, mit dem Schutzumschlag kaum auffindbar.

18,9 : 12,4 cm. 191, [1] Seiten. – Schutzumschlag am Oberrand mit kleinem Einriss und leicht geknickt, Rückseite mit Lichtrand. – Vorsatzblätter gebräunt.

Potempa B 69.1

936  Thomas Mann – Read at a luncheon.

€ 150

Given by Fannie Hurst, Anne O’Hare McCormack and H. L. Mencken to Blanche W. Knopf on December 8, 1940. [New York], Knopf 1941. Originalbroschur.

Eins von 500 Exemplaren. – Die kleine Festschrift zum Verlagsjubiläum und zu Ehren von Blanche Knopf, die 1915 zusammen mit ihrem Mann Alfred einen der erfolgreichsten US-amerikanischen Verlage gegründet hatte, enthält den Erstdruck des Beitrags von Thomas Mann und ein Gedicht von Robert Nathan. – Gedruckt auf Worthy-Bütten bei der Plimpton Press, die Buchgestaltung übernahm W. A. Dwiggins. – Beilage: Brief eines Knopf-Mitarbeiters auf dem Briefpapier des Verlages (» maybe you’d like this new Dwiggins thing?«). – Tadellos und selten.

20,3 : 13,8 cm. [20] Seiten.

Potempa 754.1

937  Thomas Mann. Joseph, der Ernährer.

€ 1500

Roman. Stockholm, Bermann-Fischer 1943. Originalleinenband. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe des vierten Joseph-Romans, eins von nur wenigen Exemplaren mit dem amerikanischen Druckvermerk. – Mit eigenhändiger Widmung von Thomas Mann auf dem Vorsatzblatt: »Alfred Neumann und seiner Kitty von ihrem Freunde | Pacif. Palisades 26. Aug. 44«. Drei Seiten mit kleinen Korrekturen von Thomans Mann, wie die Widmung in blauer Tinte, eine Seite mit Bleistift Anmerkung (von Neumann?). – Der Schriftsteller und Übersetzer Alfred Neumann (1895–1952) erhielt 1926 für seinen Roman »Der Teufel« den renommierten Kleist-Preis. 1933 weigerte er sich, die Formulare der Reichsschrifttumskammer auszufüllen, und verließ Deutschland in Richtung Italien, sein Besitz wurde von den Nationalsozialisten beschlagnahmt. Der Schriftsteller jüdische Herkunft konnte, anders als etliche andere Emigranten, auf seinen internationalen Reputationen und verlegerischen Kontakten aufbauen. 1938 musste er Italien verlassen, in Frankreich wurde er als »unerwünschte Person« im berüchtigten Lager »Le Vernet« interniert. Durch Vermittlung amerikanischer Hilfsorganisationen erhielt er ein Visum für die USA, 1941 erreichte er New York und arbeitete in den Folgejahren als Drehbuchautor in Hollywood. Thomas Mann kannte er noch aus Münchner Zeiten, im Exil pflegten sie engen Kontakt. »Wie anormal die Situation für die aus dem deutschen Bildungsbürgertum stammenden und äußerlich gutgestellten Emigranten dennoch war, verrät ein Brief Thomas Manns aus Pacific Palisades: ›Wir leben zwischen unseren Palmen und lemon trees so den längst gewohnten Wartesaal-Tag, in geselligem Reihum mit Franks, Werfels, Dieterle, Neumanns, immer dieselben Gesichter‹.« (kulturportal-west-ost.eu). – Schönes Exemplar.

20,2 : 13,5 cm. 642 Seiten. – Korrekturen auf S. 509, 565 und 639.

Potempa D 8.2

938  Thomas Mann. Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull.

€ 1000

Der Memoiren erster Teil. Berlin und Frankfurt a. M., S. Fischer 1954. Originalkalblederband mit goldgeprägter Signatur auf dem Vorderdeckel, Rückenvergoldung und zwei Rückenschildern. In gefüttertem Schuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe der endgültigen Fassung, erschienen innerhalb der Stockholmer Gesamtausgabe. – Eins von 500 signierten Exemplaren der Vorzugsausgabe, die anlässlich des 80. Geburtstages Thomas Manns erschien. Dieser notierte am 21.II.1955 in sein Tagebuch: »Ruhigeres Wetter. 1/2 8 auf. Viel Post. Ganzleder-Ausgabe des Krull in 450 Exemplaren zu signieren!«. – Die erste Anregung zu seinem Buch erhielt er bereits 1905 durch die Erinnerungen des rumänischen Hochstaplers und Betrügers Manolescu.

19,0 : 11,5 cm. 441, [3] Seiten.

Potempa D 12.3.2

939  Konrad Balder Schäuffelen. Thomas Mann. Gladius dei.

€ 1500

Novelle. 1975. Ca. 250 gerollte Blätter (»Textlose«) in bedruckter Originalholzbox.

Erste und einzige Einzelausgabe. – Schäuffelens Lotterie Romane 2. – Eins von 50 Exemplaren. – Auf dem Titelschild im Kassettendeckel vom Künstler Konrad Balder Schäuffelen monogrammiert. – Die Erzählung war 1902 in der Wiener Wochenschrift »Die Zeit« erschienen, ein Jahr später dann in »Tristan«. Das originelle Buchobjekt erschien anlässlich des 100. Geburtstags von Thomas Mann. – Sehr selten.

15,0 : 11,0 : 5,5 cm.

Nicht bei Potempa, vgl. E 14 1–7

940  Thomas Mann. Beim Propheten.

€ 450

Mit Zeichnungen von Gunter Böhmer und einem Nachwort von Klaus Gerth. Hannover, Erich W. Hartmann 1982. Mit Abbildungen nach Zeichnungen. Originalbroschur mit illustriertem Umschlag.

Erste Einzelausgabe. – Eins von 50 Exemplaren der vom Künstler signierten Vorzugsausgabe. – Erschienen anlässlich des 25jährigen Bestehens der Buchhandlung Erich W. Hartmann, Hannover. – Die Novelle, 1904 geschrieben, wurde erstmals in »Neue Freie Presse« vom 22. Mai 1904 abgedruckt, 1914 erschien sie dann in »Das Wunderkind«. – In der Vorzugsausgabe sehr selten.

21,2 : 18,3 cm. 41, [3] Seiten.

Potempa E 19.2. – Rysavy 156

941  Thomas Mann – Christian Mischke. Unordnung und frühes Leid.

€ 750

13 Radierungen zur Erzählung von Thomas Mann. 2007/2008. 26 : 23 cm. Signiert, datiert und betitelt.

Schöne Folge des Münchner Graphikers, der die Erzählung von Thomas Mann in traumartige Bildsequenzen umsetzte. Die Platten wurden von Bild zu Bild erweitert oder reduziert. – Die Originalradierungen zur Buchausgabe, die 2008 als zehnter Leipziger Liebhaberdruck erschien. Der 300er Auflage des Buches lag eine Originalradierung bei (hier als 18. Probedruck), die übrigen wurden im Buch nur reproduziert. – Vorhanden hier laut rückseitiger Bezeichnung die Blätter 1–5 und 8–12 sowie »Epilog« und ein »Extradruck für den Verleger«, nach Vergleich mit der Buchausgabe fehlt das Doppelblatt 6/7. – Nach der Nummerierung war eine kleine Suitenauflage geplant, drei Blätter noch als Probedruck bezeichnet. – Dazu: 12 Dubletten (ohne Einleitungsblatt und Blatt 1, dafür drei Abzüge von »Epilog«. – In betiteltem und dem Verleger gewidmetem Umschlagblatt.

942  Thomas Mann – Laudationes et salutationes Klaus W. Jonas’.

€ 450

München 2000. Mit 13 montierten Abbildungen und einigen Faksimiles. Roter Originalkalikoeinband mit goldgeprägtem Deckeltitel.

Originalexemplar der Festschrift, die Joachim Waterstradt zum 80. Geburtstag des Thomas Mann-Forschers, -Sammlers und -Bibliographen Klaus W. Jonas angefertigt hatte. Sie vereint Widmungen und Briefe Thomas Manns an Jonas. – Auf Büttenpapier. – Nach einer Anmerkung im Innendeckel handelt es sich hier um eins von zwei Exemplaren der originalen Festschrift. – Mit Widmung des Jubilars für den Herausgeber, der offensichtlich ein Exemplar zurückgeschenkt bekam. Klaus W. Jonas ließ im Jahre 2000 einige wenige Faksimiles anfertigen, die er an Bibliotheken und Sammlerfreunde verschenkte. – Dazu: Klaus W. Jonas. Der Kronprinz Wilhelm. Frankfurt 1962. Privates Faksimile der Originalausgabe, mit Widmung des Verfassers: »So viel Ehre hat noch niemand diesem Buch und seinem Verfasser angetan: Ich bin sehr gerührt und dankbar.« – 30 Briefe von Klaus W. Jonas, seiner Ehefrau Ilsedore B. Jonas und der Familie seines Bruders an den Herausgeber der Festschrift.

30,5 : 21,5 cm.

943  Die Rappen.

€ 1800

Jahrbuch 1937. Wien, Bermann-Fischer 1937. Illustrierter Originalpergamentband.

Erster und einziger Almanach des Verlags. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten und im Ganzpergamenteinband (Gesamtauflage 3000). – Buchschmuck von Fritz Neugebauer. – Enthalten sind Beiträge, Vorabdrucke und Nachdrucke von Thomas Mann, Alfred Döblin, Hugo von Hofmannsthal, Harry Graf Kessler, Robert Musil, Arthur Schnitzler, Jakob Wassermann, Carl Zuckmayer, Paul Valery, Bernhard Shaw, Annette Kolb u.v.a. – »Ein Jahr nach seiner Gründung legt der Bermann-Fischer Verlag seinen ersten Almanach vor, mit dem er durch Mannigfaltigkeit und Eigenart des Gebotenen dem Leser Freude zu bereiten hofft, darüber hinaus aber die Absicht verfolgt, ein Gesamtbild der dichterischen Kräfte zu geben, die er vertritt und die Gesamtheit des Publikums, an das er sich wendet, fester um das Wirken dieser Kräfte zusammenzuschließen. Jedermann weiß von den außerordentlichen Schwierigkeiten, die in der heutigen hochpolitisierten Welt der Führung eines Verlagsunternehmens entgegenstehen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, der Sache der Kunst, der Sache des Geistes zu dienen« (Vorwort).

19,5 : 13,0 cm. 133, [3] Seiten. – Deckel leicht aufgebogen. Deckel und Ränder schwach angestaubt.

Katalog Marbach S. Fischer S. 484f

944  Christoph Meckel – Christa Reinig. Die Ballade vom blutigen Bomme.

€ 180 ( R7 )

Original-Linol- und Holzschnitte von Christoph Meckel. Düsseldorf 1972. Mit acht doppelblattgroßen signierten Originalgraphiken. Illustrierter Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe. – Eins von 180 Exemplaren. – Das originell gestaltete Künstlerbuch ist sicher eines der schönsten der Düsseldorfer Jahre der Eremiten-Presse. Die großen Linol- und Holzschnitte, jeder von Meckel signiert, wurden auf starkes Velin von Fabriano gedruckt, asymmetrisch gefalzt und auf der Außenseite mit den Textpassagen bedruckt. – Beilage: Zwei Briefe des Verlages, einer eigenhändig von Friedolin Reske.

33,5 : 24,5 cm. [8] Seiten, 8 gefaltete Graphiken.

Spindler 90.19. – Reske 299

945  Robert Motherwell. L’humanisme de l’abstraction.

€ 300

Traduction de Joël Dupont. Caen, Le Échoppe 1991. Originalbroschur.

Erste französische Ausgabe. – Eins von 50 von Motherwell signierten Vorzugsexemplaren auf Velin (Gesamtauflage 1000). – Der von Motherwell selbst sehr hoch geschätzte Essay »On the Humanism of Abstraction« gilt als eine der verständlichsten und überzeugendsten Aussagen über die Abstraktion in der Malerei. Diese offenbar einzige Übersetzung des Textes erschien kurz vor Motherwells Tod (1915–1991). – Tadellos erhalten.

15,2 : 11,2 cm. [32] Seiten. – Unaufgeschnitten.

946  Hans Alexander Müller – Johann Hermann Detmold. Die schwierige Aufgabe.

€ 150

Radierungen von Hans Alexander Müller. Leipzig 1919. Mit radierter Titelvignette und fünf Radierungen. Blauer Originalpappband mit Vergoldung (signiert: E. A. Enders, Leipzig).

Eins von 99 Exemplaren für die Mitglieder des Leipziger Bibliophilen-Abends, hier Nr. 56 für M. Plaut. – Zentrales Motiv der Müllerschen Radierungen ist eine Venusstatue, die von drei Herren »begutachtet« wird. – Im Originalschutzumschlag und -schuber, tadellos schön.

17,4 : 10,7 cm. [10], 77, [5] Seiten, 5 Radierungen.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 66. – Eichhorn/Salter 1.10

947  Max Linde. Edvard Munch.

€ 500

Neue Ausgabe. Berlin, Friedrich Gottheiner 1905. Mit einem dreifarbigen Klischeedruck sowie zwölf Abbildungen, teils auf Tafeln. Originalbroschur mit montiertem Deckelbild.

Frühe Ausgabe einer der ersten Monographien über Edvard Munch (1863–1944). – Das Heft enthält u. a. einen dreifarbigen Klischeedruck auf Bütten nach dem Farbholzschnitt »Begegnung im Weltall«, der zeitgleich entstandene Farbholzschnitt »Das Herz« ist auf der ersten Tafel reprouziert. – Der Lübecker Kunstsammler und Mäzen Max Linde hatte engen Kontakt zu dem norwegischen Künstler, der ab 1902 oft Gast in der »Lindeschen Villa« war und dort für längere Zeit lebte und arbeitete. Eines der Hauptwerke Munchs ist das Gemälde »Die Söhne des Dr. Linde«.

27,5 : 22,0 cm. 14, [2] Seiten, 6 Tafeln. – Umschlagränder gebräunt.

Vgl. Schiefler 134/135

948  Robert Musil. Vereinigungen.

€ 300

Zwei Erzählungen. München und Leipzig, Georg Müller 1911. Originalkleisterpapierpappband mit Titelschildern.

Erste Ausgabe. – Die beiden Erzählungen können als »Vorstufe« zum Roman »Der Mann ohne Eigenschaften« betrachtet werden. »Rückblickend sah der Autor selbst in ihnen das ›Glied einer Entwicklung‹ […] Seinem Vorsatz zum Trotz, diese Geschichte in acht bis zehn Tagen zu schreiben, investiert er in dieses Vorhaben ›ein 2 1/2jähriges verzweifeltes Arbeiten, während dessen ich mir zu nichts anderem Zeit gönnte.‹« (KNLL XII, 116.) – Vorsatzblatt mit eigenhändiger Widmung des Publizisten Willy Haas für seiner Ehefrau Jarmila, datiert 1921. – Tadellos schönes Exemplar.

17,8 : 11,8 cm. [4], 174, [2] Seiten.

949  Robert Musil. Der Mann ohne Eigenschaften.

€ 450

Roman. Band I und II (von drei). Berlin, Ernst Rowohlt 1930 und 1932. Originalleinenbände mit -schutzumschlägen.

Erste Ausgaben. – Die Entstehungsgeschichte dieses Haupt- und Lebenswerkes reicht bis in die Zeit um die Jahrhundertwende zurück. – Einer der bedeutendsten Romane des 20. Jahrhunderts. Der zweite Band wurde sofort nach Erscheinen verboten, den dritten – hier fehlenden – gab die Witwe Musils aus dem Nachlass heraus. – Einbandentwürfe von E. R. Weiß. – Die Leinenbände ungewöhnlich frisch, die Schutzumschläge ohne Randeinrisse.

19,5 : 12,5 cm. 1074, [2]; 605, [3] Seiten. – Rücken des Umschlags gebräunt (I) und mit größerem Feuchtigkeitsfleck (II).

Roth 257. – Deutsches Exilarchiv 4218. – Sternfeld/Tiedemann 362

950  Wladimir Nabokoff Sirin. Sie kommt – kommt sie?

€ 800

Roman. Übersetzt von J[akob] M[argot] Schubert und G[regor] Jarcho. Berlin, Ullstein 1928. Gelbe, illustrierte Originalbroschur.

Erste deutsche Ausgabe des ersten Romans von Vladimir Nabokov. – Die gelben Ullstein Bücher, Band 46. – Sein frühes Meisterwerk »Maschenka« (Originaltitel), das bereits viele Motive des Spätwerks enthält, spielt wie die meisten Romane der frühen Schaffensperiode in der russischen Emigrantenszene im Berlin der 1920er Jahre. – Am 21. III. 1928 unterzeichnete Nabokov den Vertrag mit dem Ullstein Verlag, Berlin, der diesem die Rechte für eine Buchpublikation und für eine Serie in der »Vossischen Zeitung« sicherte. Gerade die zugleich populäre wie banale und preiswerte Erscheinungsweise innerhalb der »Gelben Ullstein Bücher« und der damit einhergehende Verschleiß vieler Exemplare macht diese deutsche Erstausgabe heute fast unauffindbar. Wir konnten kein Exemplar in der Berg Collection, New York, der vollständigsten Sammlung in den USA, keines auf den beiden maßgeblichen Ausstellungen in der New York Public Library und bei Glenn Horowitz, New York, von 1999 und keines in der British Library nachweisen. – Die russischsprachige Erstausgabe erschien 1926 beim Verlag Sovo, Berlin.

253 Seiten, 1 Blatt (Anzeigen). – Band etwas fleckig und berieben, Ecken geknickt, untere vorn mit winzigem Ausriss. – Ränder der ersten und letzten Blätter teils etwas fleckig, die Heftung wurde möglicherweise später erneuert.

Friesel, V. Nabokov. Verzeichnis der ins Deutsche übertragenen Werke, 74. – Zimmer 11