ChristianHesse

Moderne Kunst | Hesse-Auktionen
Moderne Kunst

1  Franz Ackermann. Sechs Radierungen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

2000. 45,0 : 35,7 cm. Signiert und datiert.

Auf Velin. – Helicopter. – Long distance. – Grand opening (shop till you drop). – in & out. – Helicopter (moving parc). – Sculpture parc. – Vollständige Folge, ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Der 1963 in St. Veit geborene Künstler lebt und arbeitet in Berlin.

Griffelkunst 299 B1–6

2  Horst Antes. Figur mit Schleier.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Radierung. 1965. 24,7 : 16,5 cm (52,7 : 39,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar IV/VI der Vorzugsausgabe, gedruckt auf dünnes kariertes Papier und auf Kupferdruckkarton aufgewalzt. – Gedruckt 1968 in insgesamt 45 Exemplaren (4 Probedrucke, 6 Vorzugs- und 35 Normalexemplare).

Im Unterrand leichte Griffspuren.

Gercken 141

3  Horst Antes. Figur Kösel II.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Radierung. 1969. 18,5 : 13,2 cm (38,0 : 28,3 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar V/XXV der Vorzugsausgabe, gedruckt auf gelbliches Japan und auf Büttenpapier aufgewalzt. – Nicht mehr bei Gercken; rückseitig betitelt. – Siehe die folgende Katalognummer.

Links oben Knickfalte im breiten Rand.

4  Horst Antes. Figur Kösel II. – Figur.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Zwei Radierungen. 18,5 : 13,2 (53,0 : 39,0 cm) und 11,8 : 18,2 cm (61,0 : 43,0 cm). Signiert und nummeriert.

Nicht mehr bei Gercken. – Je eins von 80 Exemplaren. – Auf Büttenkarton.

5  Horst Antes. Strip Teeth.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Köln, Galerie Der Spiegel 1965. Sechs mehrfarbige Pochoirtafeln. Originalpappband mit Deckelschild.

Erste Ausgabe. – Eins von 350 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Fünf der Pochoirtafeln mit Ausschnitten im Papier, wodurch, an Kulissentheater erinnernd, ein illusionärer Bühnenraum entsteht, der durch das Umblättern zunehmend den Blick auf den Fond freigibt. Und auch wenn dort eine schlussendlich entkleidete Figur steht: Strip Teeth ist dem Offenhalten und dem Grinsen gewidmet: Der Teeth Stripper ist ein Grinser, ein Zähneblecker. – Sicher eines der originellsten Bücher von Horst Antes.

45,0 : 36,5 cm (Folio). 10 Blätter. – Einband etwas fleckig. – Zwei Tafeln gelöst.

Nicht bei Lutze

6  Horst Antes. Do it yourself.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

26 Siebdrucke. 1967. 43,5 : 61,5 cm.

Eins von 300 Exemplaren. – Vollständig mit der Titelfolie und dem Inhaltsverzeichnis mit Auflagenvermerk. – Das von der Galerie Stangl, München, edierte »Album zum Ausmalen« enthält 25 Siebdrucke in Weiß auf weißem Karton und einen in Weiß auf Transparentfolie gedruckten. Die Intention des Künstlers war, dem Besitzer die farbige Gestaltung zu überlassen. – Bei dem vorliegenden Exemplar, aus dem Besitz von Günther Gercken, dem Herausgeber des Werkverzeichnisses der Antes-Radierungen, wurden 22 Blätter koloriert. Dabei haftet die Farbe der Wachskreidestifte nur an den rauhen serigraphierten Partien und deren Randbereichen.

Ohne die Spiralbindung.

Lutze 502–527 (unkoloriert 519, 521 und 527)

7  Horst Antes – Hans Andreus. Symbiosion.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

Amsterdam, Galerie d’Eendt 1966. Zehn signierte Farblithographien von Horst Antes zusammen mit Textblättern und Deckblatt lose in Originalleinenmappe und Schuber.

Exemplar vor der Auflage von 110 Exemplaren, aus dem Besitz des Druckers Piet Clement, neun Lithographien signiert und bezeichnet »e.a. VI«, eine unsigniert. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Die Graphiken schuf Antes zu zehn Gedichten von Hans Andreus, jedes auf einem Doppelblatt in Deutsch und Niederländisch, in jedes wurde eine Lithographie eingelegt. – Eine Lithographie mit ausführlicher eigenhändiger Anmerkung von Horst Antes: »Der Druck war nicht gut und dies ist nicht der einzige und nicht das einzige Blatt. Ich bin nicht zufrieden mit den ersten 5 (proofs) Auflagen«. – Dazu: Probedruck einer der zehn Lithographien (Lutze 538) mit Farbangaben und bezeichnet als »goede druck«.

41,0 : 47,0 cm. 11 Doppelblätter, 1 Probedruck. – Mappe und Schuber stockfleckig. – 1 Textblatt mit kleinem Farbfleck.

Lutze 533–542

8  Horst Antes. Hände mit Scheibe.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 230

Farblithographie. 1970. 41,0 : 53,0 cm (63,0 : 72,0 cm). Signiert, datiert und mit »Probe« bezeichnet.

Einer von wenigen Probedrucken vor der Auflage von 90 Exemplaren. – Noch mit abweichender Farbstellung, die Scheibe eher in Blaugrau. – Auf Velin. – Gedruckt von Matthieu, Dielsdorf/Zürich. – Die Auflage edierte Wolfgang Ketterer, München. – Tadellos erhalten.

Lutze 634 1 (von 2) mit farbiger Abbildung

9  Horst Antes – Dieter Hoffmann. Elf Kinder-Gedichte

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

mit 13 Lithographien von Horst Antes. Karlsruhe, Galerie Schmücking 1972. Lose Doppelblätter mit je einer blattgroßen Lithographie. Originalpappchemise in -leinenschuber.

Eins von 165 Exemplaren (Gesamtauflage 220). – Im Druckvermerk vom Künstler, auf dem Rücken der Chemise von Künstler und Autor signiert. – Druck bei Matthieu, Zürich, auf Velin »BFK Rives«. – Elf Doppelblätter mit dem Gedicht, das nach der Handschrift lithographiert wurde, zwei weitere Doppelblätter mit dem Titel bzw. dem Druckvermerk, alle einseitig bedruckt.

30,5 : 21,5 cm. [52] Seiten.

Lutze 720–732

10  Horst Antes – Bernd Lutze. Horst Antes. Lithographien.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Mit einer Einleitung von Klaus Gallwitz. Stuttgart, Belser 1976. Mit drei Lithographien und zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Originalleinenband mit illustriertem -schutzumschlag und -schuber.

Eins von 1500 Exemplaren mit drei Farblithographien (Gesamtauflage 1650). – Das bis heute maßgebliche Werkverzeichnis der Lithographien, 784 Einträge. – Die Lithographien auf Vélin. – Dazu: Bilder aus Florenz und Rom. Geh durch den Spiegel 36. Köln 1963. Mit sieben Farboffsetlithographien, vier doppelblattgroß, davon eine als Umschlag. Auflage: 250. – Katalog Galerie Stangl. München 1968. Mit drei (statt vier) Farboffsetlithographien. Auflage: 450. – Katalog Gimpel & Hanover. Zürich 1970. Mit drei Farboffsetlithographien. – Alle drei in Originalbroschur. – Eine Beigabe. – Alle sehr gut erhalten.

36,0 : 29,5 cm. 237, [1] Seiten.

Lutze 768, 771.3 und 772 sowie 225–231, 560–563 (fehlt 561) und 625 I/II, 626

11  Karel Appel.

Schätzpreis/Estimate: € 350 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Geh durch den Spiegel, Folge 29. Köln 1962. Mit vier Farblithographien von Karel Appel, eine davon als Umschlag, drei beigelegt, einer Strichätzung und fünf fotografischen Tafeln nach Ed van der Elsken. Illustrierter Originalpappband mit -umschlag.

Eins von 350 Exemplaren. – Erschienen anlässlich der Ausstellung Anfang 1962.

38,5 : 26,5 cm. [38] Seiten, 5 Tafeln, 3 Lithographien. – 2 Lithographien etwas wellig.

Usinger 29. – Spindler 153.73

12  Herbert von Arend. Kompositionen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Drei Zeichnungen (Tusche, Tempera). 1973–1980. Monogrammiert und datiert.

I. 1973. 20,9 : 10,4 cm. Auf bräunlichem Papier. – II. 1974. 42,0 : 29,7 cm. Auf Velin. – III. 1980. 18,3 : 11,7 cm. – Alle drei in der für diese Schaffensphase typischen Technik, bei der verso aufgebrachte Farbpartien auf die Zeichnungsseite durchschlagen. – Herbert von Arend (1910–2001) studierte von 1928–1931 am Bauhaus Dessau. Er besuchte den Vorkurs von Albers und wurde dann einer der wenigen männlichen Studierenden der Werkstatt für Weberei. Daneben belegte er die freien Malklassen bei Paul Klee und Wassily Kandinsky. Er war in der Wanderausstellung »Junge Bauhausmaler« in Weimar, Jena, Erfurt und Berlin vertreten. Im Zusammenhang mit den Auflehnungen gegen Gunta Stölzl, die Leiterin der Weberei-Klasse, musste er das Bauhaus 1931 verlassen. 1933 beendete er seine frühe künstlerische Arbeit und wandte sich dieser erst in den 1950er Jahren und besonders ab 1972, nachdem er pensioniert wurde, erneut zu. – Die Arbeiten wurden den Bearbeitern des Werkverzeichnisses erst nach Redaktionsschluss bekannt.

13  Olle Bærtling. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 360

Farbserigraphie. 1968. 16,7 : 18,7 cm (18,7 : 20,7 cm) Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 289/300. – Auf strukturiertem Karton. – Wohl nach einem 1951 entstandenen Motiv. – In den 1950er Jahren schuf der schwedische Künstler Olle Baertling (1911–1981) seine geometrisch abstrakten »offenen Formen«, meist in Schwarz und einigen dissonanten Farbtönen.

14  Stefan Balkenhol. Sitzender Mann.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Tuschfederzeichnung. 1990. 7,5 : 5,5 cm (14,8 : 20,9 cm). Rückseitig signiert und datiert.

Auf Velin. – Rückseitig von Künstler mit »12« bezeichnet. – Leicht fingerfleckig, wohl Atelierspuren.

15  Stephan Balkenhol. Über Menschen und Skulpturen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Stuttgart, Edition Cantz 1992. Mit zahlreichen Abbildungen nach Fotografien. Illustrierter Originalhalbleinenband im Schuber.

Eins von 15 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer beigelegten Zeichnung des Künstlers, verso signiert und datiert. – Mit Texten von Stephan Balkenhol, James Lingwood, Jeff Wall und Gesprächen von Stephan Balkenhol mit Ulrich Rückriem und Thomas Schütte. – Erschienen anlässlich der Ausstellung im Witte de With Center for Contemporary Art Rotterdam im Dezember 1993.

24,4 : 17,5 cm. 111, [1] Seiten, 1 Zeichnung.

16  Stefan Balkenhol. Harlekin. – Kopf mit Zipfelmütze. – Mann mit Krokodilhandpuppe.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Drei Lithographien. 1994. 76,0 : 64,5 cm. Signiert und datiert.

Aus der Folge von sechs großformatigen Lithographien. – Auf Velin. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Tadellos erhalten.

Griffelkunst 277 C 2, 3 und 6

17  Stefan Balkenhol. Kuss. – Kuss 3. – Love.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 950

Drei Serigraphien auf Holz. 2000/2001. 42,0 : 29,8 cm. Rückseitig signiert, datiert und nummeriert.

Je eins von 50 Exemplaren. – Nach Fotografien in Schwarz auf 12 mm starke Kiefernsperrholzplatten serigraphiert. – Zeitgleich entstanden in gleicher Technik großformatige Arbeiten.

18  Eduard Bargheer. Sahara.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 450

Fünf Farblithographien. 1967. 42,3 : 58,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 19/50, eins von 40 auf Römerturm-Bütten. – Vollständige Folge, ediert vom Fackelträger-Verlag Hannover. – Mit dem Titelblatt lose in der Originalhalbleinenmappe.

Rosenbach 234-238

19  Willi Baumeister. Magic Rupestre.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Farblithographie. 1953. 45,5 : 61,5 cm (50,5 : 66,4 cm). Signiert und nummeriert.

Bezeichnet als »Epreuve d’artiste VIII/XV«. – Einer der seltenen Abzüge des dritten Zustands: »Schwarz, mit eingezeichneten Linien ähnlich wie bei den Auflagendrucken« (Spielmann). – Der Hintergrund wurde für die spätere Auflage wieder aufgehellt und die Linien weniger stark gedruckt. – Auf Velin, etwas breiter als das der Auflage. – Sehr schön erhalten.

Spielmann 131 c (von d)

20  Lothar Baumgarten. Eklipse.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Düsseldorf, Richter 1997. Mit zahlreichen meist farbigen Illustrationen. Originalbroschur.

Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der beigegebenen, großformatigen zweifarbigen Graphik. Diese und der Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. Die Graphik bezieht sich auf die Schriftinstallation »Eklipse« im Frankfurter Portikus. – Die Monographie dokumentiert die Projekte »Frankfurter Brief« (1989–1991), »Entenschlaf« (1991–1992) und »Eklipse« (1992–1993). Die Einleitung schrieb Thomas Wagner. – Der Beuys-Schüler Baumgarten (geboren 1944) lebt und arbeitet in Berlin, seit 1994 auch als Professor der dortigen Universität der Künste.

34,0 : 27,0 cm. 64, [8] Seiten. – Graphik: Auf Velin d’Arches, 75,7 : 56,0 cm.

21  Max Beckmann. Der Abend (Selbstbildnis mit den Battenbergs).

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 320

Radierung. 1916/1973. 24,0 : 17,9 cm (32 : 23 cm).

Exemplar 119/150. – Auf Velin. – Rückseitig mit dem Nachlass-Stempel und vom Sohn des Künstlers signiert. – Als Beilage für die Vorzugsausgabe des Faksimiles von »Ebbi« vom Propyläen-Verlag ediert. – Gerahmt.

Im Passepartoutausschnitt minimal gebräunt.

Hofmaier 90 III B (von III D)

22  Max Beckmann. Der Ausrufer (Selbstbildnis).

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 340

Kaltnadelradierung. 1921/1984. 33,5 : 25,6 cm (49,5 : 39,2 cm).

Unnummerierter und unbezeichneter Abzug. – Auf Velin. – Außerhalb der Auflage von 155 Exemplaren, ediert 1984 vom Leipziger Reclam-Verlag für die Beckmann-Mappe. – Die Blätter der Auflage tragen rückseitig den Nachlass-Stempel und die Signatur von Peter Beckmann, dem Sohn des Künstlers. – Eines der berühmtesten Selbstbildnisse Beckmanns, 1921 als Blatt 1 der Mappe »Der Jahrmarkt« von R. Piper für die Marées-Gesellschaft ediert.

Unten links am Rand leichte Schabstelle.

Hofmaier 191 D (von D)

23  Joseph Beuys. Eine Strassenaktion.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Multiple (Kunststoffordner, Tonbandkassette, Papier). 1971. 31,5 : 24,0 : 3,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 66/100. – Dokumentation der Straßenaktion am 18. Juni 1971 in der Kölner Innenstadt. – Inhalt: Titelseite (dort signiert und nummeriert), Kopie der Genehmigung der Aktion durch das Ordnungsamt, Abbildungen nach Fotografien, Briefbogen der Freien Volksinitiative sowie deren Satzung und ein Beitrittsantrag. – Innendeckel des Ringbuchs mit montierter Agfa-Tonkassette, Vorderdeckel mit zwei gestempelten Aufklebern. – In der mit dem Titel gestempelten Originalversandbox. – Ediert von Dietmar Schneider, Köln.

Schellmann 44

24  Joseph Beuys. Aus: Eurasienstab.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Siebdruck auf Zeitungspapier. 1973. 79,5 : 53,0 cm (89,7 : 63,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 90/180, eins von 130 in Schwarz gedruckten. 30 wurden in Braun, weitere 50 in Schwarz auf Karton gedruckt. – Das Motiv wurde 1973 für das Plakat zur Beuys-Ausstellung im Kunstgewerbemuseum Zürich verwendet. – Sehr gut erhalten.

Schellmann 75

25  Joseph Beuys. Die Wärmezeitmaschine.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Farboffset auf Chromoluxkarton. 1975. 23,0 : 33,0 cm. Signiert.

Eins von 280 Exemplaren. – Andruckbogen farbiger Postkarten, darunter drei von Joseph Beuys, alle noch ohne Text. – Herausgegeben von der Edition Staeck, Heidelberg. – Innerhalb der Auflage variierende Drucke. – Dazu: Saltoarte. Offset und die Plastiktüte »So kann die Parteiendiktatur überwunden werden«, beide signiert. – Signierte Bestellkarte zu Ammann/Szeemann, Von Hodler zur Antiform. – Weitere Originalhandzettel, Broschuren und Aktionsdrucke der »Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung«. – Alle sehr gut erhalten.

Schellmann 153, vgl. auch P 18 und P 24

26  Herman Hendrik ter Balkt. Joseph Beuys.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Arnheim, Stichting Ravenberg Pers 1978. Mit 14 Siebdrucken, teils montiert und farbig, und einer montierten Fotografie. Originalbroschur mit montiertem Deckelbild.

Erste Ausgabe. – Die zweite Publikation der Stichting Ravenberg Pers. – Eins von 250 Exemplaren (Gesamtauflage 300). – Von Künstler und Autor signiert. – Zehn Serigraphien entstanden nach unpublizierten Vorlagen des Künstlers, vier nach Fotografien von Ute Klophaus. Die montierte Originalfotografie stammt von Ludwig Rinn.

23,0 : 16,2 cm. [2], 70 Seiten.

Schellmann 286 (nur die Vorzugsausgabe)

27  Joseph Beuys. Stimmzettel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Offset mit Stempel. 1980. 29,7 : 21,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 142/221. – Stimmzettel des Wahlkreises 62 Köln IV für die Bundestagswahl 1980 mit dem Stempel »wählt DIE GRÜNEN«. – Die Nummerierung wie bei Schellmann abgebildet, dort aber ein anderer Stimmzettel.

Mit zwei Querfalzen durch Briefversand, papierbedingt leicht gebräunt.

Schellmann 322

28  Joseph Beuys. für Blinky.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1600

Serigraphie. 1980. 80,0 : 53,7 cm (84,0 : 59,5 cm). Signiert, betitelt und nummeriert.

Exemplar 90/140. – Nach dem Doppelporträt mit Blinky Palermo von Digne Meller Marcovicz. – Auf weißem Karton. – Ediert von der Galerie Klein, Bonn, rückseitig mit dem Editionsstempel. – Tadellos erhalten.

Schellmann 335

29  Joseph Beuys. Edition 12. Mai 1981.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Multiple (Buch und Tonbandkassette). 1981. 26,0 : 18,0 : 5,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 196/200. – Enthält das anlässlich des 60. Geburtstags des Künstlers von Johannes Stüttgen herausgegebene Buch »similia similibus«, auf der Titelseite gestempelt, im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert, und eine Tonbandkassette, auf dem Label vom Künstler signiert und nummeriert. – In der Originalkartonbox mit dem Stempel der »Free International University«. – Sehr gut erhalten.

Schellmann 380

30  Joseph Beuys. Was birgt die Wolke?

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Farboffset. 1981. 36,5 : 52,0 cm (49,0 : 64,0 cm). Signiert und nummeriert, nochmals mit Stempel signiert.

Exemplar 285/300. – Auf Velin »BFK Rives«. – Schellmann kennt nur stempelsignierte Blätter. – Herausgegeben von Press-Art der Basler Zeitung.

Schellmann 383

31  Joseph Beuys. 19 Postkarten,

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 800

1969–1985. Meist ca. 16 : 10 cm, vier 15 : 21 cm. Alle signiert.

I. Köln. 1968/69. Schellmann P 2. – II–IV. Post Card. 1970. Alle drei Farbvarianten. P 4. – V. Auf dem Flug nach Amerika. 1974. P 16. – VI. Honigpumpe am Arbeitsplatz (VII). 1977. P 40 – VII. Der Morgen I. 1982. P 48. – VIII. Eurasier. Einladungskarte Galerie Schmela 1976. – IX. Honiggefäß (nach Schellmann 422). – X. Friedenshase mit Zubehör (ähnlich P 52). – XI. Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung. 1982. – XII. Volksentscheid. 1983. – Drei Postkarten der Free International University mit Arbeiten anderer Künstler: XIII. Achim Weber, Elvis last picture. 1978. – XIV. A. Vollmar. Hase für den Frieden. – XV. Fanfoto. 1982. Schellmann 413. – Vier Großformate: XVI. Ich verneige mich vor den Begriffen. 1979. – XVII. Difesa della natura. 1981. – XVIII. Olivestone. 1984. – XIX. Ombelico di venere. 1985. – Dazu: Wolfgang Strack. Joseph Beuys Porträt. Offset 1981. Signiert.

32  Joseph Beuys. Fluxus.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Aus der Sammlung van der Grinten. Stallausstellung im Hause von der Grinten. Kleve 1963. Mit 24 ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur. – Josef Beuys. Zeichnungen, Aquarelle, Oelbilder, Plastische Bilder. Aus der Sammlung van der Grinten. Städtisches Museum Haus Koekkoek. Kleve 1961. Mit zwölf ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur. – Beide mit Widmung des Künstlers..

Originalausgaben der seltenen und wichtigen Kataloge, besonders zu der legendären Ausstellung im Herbst 1963, kurz nachdem Josef Beuys als Professor für Bildhauerei an die Staatliche Kunstakademie Düsseldorf berufen worden war. – Je eins von 500 nummerierten Exemplaren. Mit Einleitungen der Sammler Franz Josef und Hans van der Grinten. – Sehr gut erhalten. – Vordere Innendeckel beider Bände mit eigenhändiger Widmung »Für Günter Fuchs von Joseph Beuys«. – Dazu: Joseph Beuys. Post Card. 1970. Farbiger Offsetdruck. 15,8 : 10,7 cm. Signiert. Eine von drei Farbvarianten. Ediert von Angela Flowers, London. – Joseph Beuys. Laßt Blumen sprechen. Farbiger Offsetdruck. 10,4 : 14,8 cm. Signiert. Ediert von Klaus Staeck. – Schellmann P 4 und P 18.

20,0 : 20,0 cm. [76] bzw. [48] Seiten. – Rückenfalze etwas verfärbt.

33  Joseph Beuys. Sonne statt Reagan.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Schallplatte mit Cover. 1982. 30,3 : 30,7 cm. Signiert. Label: Musikant.

Die Originalpressung in dem von Beuys, Backhausen und Manfred Boecker gestalteten Cover mit der gedruckten Signatur. – Als Edition der Neuen Berlinischen Galerie erschien eine Teilauflage, die Beuys auf dem Frontcover nochmals eigenhändig signierte. – Im Rahmen seines politischen Engagements in der Friedensbewegung hatte sich Beuys auch als Pop-Sänger versucht. Der Text stammte von Alain Thomè. – B-Seite: Kräfte sammeln (Instrumental).

34  Joseph Beuys – Henning Christiansen. Abschiedssymphonie.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Schallplatte. 1988. Label: Edition Lebeer Hossmann & Edition Block.

Opus 177 des dänischen Komponisten basiert auf Tonmaterial des Eröffnungskonzertes zur »Biennale des Friedens« in Hamburg am 29. November 1985. Mitwirkende: Joseph Beuys, Henning Christiansen und Nam June Paik. – Das Doppelcover mit Fotos vom Konzert in der HfBK von Chris Pohlert u. a.

35  Bernhard Johannes Blume. Eucharismus.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 140

Fünf Linolschnitte. 1979. 20,8 : 15,0 cm (29,5 : 20,7 cm).

Exemplar 9/20. – Die vollständige Folge der Linolschnitte mit dem Textblatt »Eucharismus ist die Möglichkeit der Religion in der täglichen Notdurft«. – Der letzte Linolschnitt signiert und datiert. – In der (beschädigten) Originalbox der Edition Hundertmark. – Das zur Edition gehörende Stück Brot wohl aus hygienischen, der ebenso fehlende Löffel aus unverständlichen Gründen entfernt.

36  Bernhard Johannes Blume. Heile Welt – Heilsgebilde.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Zeichnungen aus den Serien »Ich & Du, ew’ge Ruh« und »Heilsgebilde«. Mit einem Essay von Bazon Brock. Köln, Balloni 1983. Mit einer signierten lavierten Kohlezeichnung und etwa 70 blattgroßen Abbildungen. Originalbroschur in -box.

Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer beigelegten Zeichnung (»Denkding«, signiert und datiert) in Büttenumschlag, der Katalog von Blume und Brock signiert. – Die Originalbox mit dem nummerierten Auflagenvermerk im Innendeckel. – Dazu: Exemplar der Normalausgabe.

22,05 : 16,4 cm. [90] Seiten.

37  Peter Bömmels. Fünf Radierungen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

1985. 39,4 : 29,4 cm (53,3 : 39,2 cm). Signiert und datiert.

I. Opferbar. – II. Kleine Entlarvungsstation. – III. Was Liebe ist. – IV. Die Verführung. – V. Die Privatverbrecher (gebrochen). – Ediert für die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Auf festem Velin. – »Malen ist Sichten, das Aufscheinen der Bilder einfühlsam und wendend in die Fläche verdichten. Ich fühle mich dem Plötzlichen der Einbildungskraft verpflichtet. Alles Weitere, ihre Präzisierung als Form, ist der Kunst geschuldet.« Peter Bömmels (geboren 1951) lehrt seit 2004 an der Hochschule für Malerei und Bildende Künste, Dresden.

Griffelkunst 238 C1–5

38  Jürgen Bordanovic. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 450

Graphit, Kleister und Papiercollage. 60,8 : 25,5 cm.

Im Werk des 1944 geborenen Künstlers, der seit vielen Jahren in Hamburg lebt und arbeitet, spielt die »Innenseite des Menschen« eine zentrale Rolle. – In der vorliegenden großformatigen Arbeit erahnen wir in dem collagierten Zellstoffgebilde die Seele der angedeuteten menschlichen Figur. – Auf einem rückseitig bedruckten Umschlag einer Graphikmappe. – In Passepartout montiert.

39  Marcel Broodthaers. Es lisant la Lorelei. Wie ich die Lorelei gelesen habe.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 1800

München, Galerie Heiner Friedrich, und Paris, Yvon Lambert 1975. Mit Illustrationen und farbigen Abbildungen. Weiße Originalbroschur.

Originalausgabe. – Eins von 116 Exemplaren. – Durch den Tod des Künstlers blieb die kleine Auflage unsigniert, ein Teil der Auflage wurde mit dem Nachlass-Stempel versehen und nummeriert. – »Es lisant la Lorelei«, Broodthaers Auseinandersetzung mit der deutschen Romantik und Gegenwart, war 1974 Teil der Ausstellung »Eloge de suet« im Kunstmuseum Basel. – Enthält Zeichnungen des Künstlers, Faksimiles von Börsenkurs-Tabellen sowie das berühmte Heine-Gedicht in Deutsch und Französisch, illustriert von historischen Rheinansichten und -karten. – Gedruckt auf Zeta Mattpost Velin, als Blockbuch gebunden. – Tadellos erhalten.

32,0 : 24,5 cm. [28] Seiten.

Slg. Schmidt 79

40  Stanley Brouwn. 100 this-way-brouwn-problems for computer I.B.M. 360 model 95.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 320

Köln und New York, Gebr. König [1970]. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Der Künstler Stanley Brouwn (1935–2017) lebte und arbeitete in den Niederlanden. Er zählte zu den Pionieren der Fluxus- und Konzeptkunst der 1960er Jahre. – Die Frage nach dem Weg ist ein Motiv, dass sich in Aktionen, Zeichnungen und hier in einer seriellen Wiederholung der Aufgabe: »Show brouwn the way from each point on a circle with x as centre and a radius of […] Angström to all other points«, wobei die Anzahl der Maßeinheit von 1 bis 100 ansteigt. Die einleitende Frage variiert: »Show brouwn the way in all cities, villages etc. on earth from point x to all other points in that cities, villages etc.«.

22,7 : 22,7 cm. [3], 101 Blätter. – Umschlag leicht geknickt und fleckig. – Ränder minimal gebräunt.

41  Peter Brüning. Ohne Titel (Flusstopographie).

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 750

Farbige Kreide und schwarze Tusche. 12 : 16 cm (30 : 40 cm).

Rückseitig mit dem Nachlass-Stempel und »Galerie Buchholz K« und »No. 135« bezeichnet. – Wohl um 1965 entstandene Arbeit, als die kartographischen Motive und Legenden einen Schwerpunkt im Schaffen des frühverstorbenen Peter Brüning (1929–1970) einnahmen. – Auf einem Blatt aus einem Zeichenblock, linker Rand perforiert.

42  Werner Büttner. Und das Meer lag da wie Nudeln aus Gold und Silber.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 1900

60 Linolschnitte. 1987. 21,0 : 15,0 cm (34,5 : 24,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 3/9, weitere drei wurden römisch nummeriert. – Auf leicht getöntem Hahnemühle-Bütten. – Vollständige Folge in der Originalstahlblech-Kassette mit kalligraphiertem Titel auf dem Deckel. – Gedruckt von M. und H. Ritter in Klagenfurt, in deren Verlag auch eine Buchausgabe mit Abbildungen der Linolschnitte erschien. – Werner Büttner (geboren 1954) ist seit 1989 Professor an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. In den 1980er Jahren zählte er zusammen mit Albert Oehlen und Martin Kippenberger zu den sogenannten »Neuen« oder »Jungen Wilden« in der Malerei, die sich von der Konzeptkunst abwendeten und eine Rückkehr zur Malerei propagierten. – Tadellos erhalten.

43  Daniel Buren. Répertoire.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Kitakyushu, Center for Contemporary Art und Kyoto, Korinsha Press 1998. Mit zahlreichen monochromen Tafeln mit Ausstanzungen. Originalkunstleder mit Spiralheftung, im Originalschuber.

Sehr schönes Künstlerbuch des französischen Konzeptkünstlers. – Die monochromen Flächen der Buchseiten ergeben durch ihre Ausstanzungen immer wieder neue Farb- und Formkonstellationen. – Einige Seiten auf Transparentfolien gedruckt, einige mit den berühmten 8,7 cm-Farbstreifen Burens. – Sehr schönes Exemplar.

21,3 : 15,3 cm. [55] Blätter.

44  James Lee Byars. The Golden Tower.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Serigraphie in Gold auf schwarzem Papier. 1974. 134,5 : 29,5 cm (192,7 : 49,8 cm).

Origineller Katalog zur Ausstellung in der Berliner Galerie Springer und zugleich Einladung zur Eröffnung. – Entwurf des Kataloges durch den Künstler, »Dieser Katalog hat seine exakte Körpergrösse«. – Auf zwei Blätter gedruckt, hier noch nicht zusammengesetzt. – Im Werk des US-amerikanischen Künstlers James Lee Byars (1932–1997) war die Farbe Gold seit Ende der 1960er Jahre ein immer wiederkehrendes Gestaltungsmotiv.

Ein winziger Randeinriss (2 mm), minimal gewellt.

45  Jean-Marie Carzou. Paris sur Seine.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Quatorze lithographies originales. Vevey, Éditions de Francony Michèle Trinckvel 1986. Mit 14 Lithographien, davon neun farbig, eine signiert als Frontispiz und acht doppelblattgroß, und fünf einfarbigen blattgroßen, davon eine auf dem Vorderumschlag, sowie einigen Textillustrationen nach Zeichnungen. Lose Doppelblätter in Originalumschlag und roter Originalleinenkassette sowie eine rote Originalleinenmappe für die Suitenblätter.

Eins von 100 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe, mit zwei Suiten der acht doppelblattgroßen Lithographien: Eine farbig auf großem Papier, signiert und nummeriert und plano in der Suitenmappe, eine zweite in Schwarz gedruckt im Format der Buchausgabe, ungefalzt in Chemise und Kassette (Gesamtauflage 300). – Auf Grand Vélin Royal de Lana. – Druckvermerk und Frontisiz signiert und nummeriert, die Exemplarnummer der Suite abweichend. – Jean-Marie Carzou (1907–2000), der als junger Mann aus dem syrischen Aleppo nach Paris gekommen war, schuf die künstlerischen Parisansichten, gleichsam als Hommage an seine Wahlheimat, zu Texten von Aragon, Rilke, Victor Hugo, Breton, Soupault und anderen. – Schönes farbfrisches Exemplar.

41,2 : 28,2 cm. 93, [7] Seiten, 16 Lithographien. – Mappe und Kassette mit einer leicht gestauchten Ecke, dadurch einige Blätter der Suite mit kleiner Quetschspur.

46  André Cervera. Tribulations 1.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

46 Serigraphien, teils doppelblattgroß, zwei mit Übermalung und Collage. Editions Beltracchi 2003. Lose in Originalumschlag, Halblederchemise mit bemalten Deckeln und Schuber (Roland Meuter, Ascona).

Eins von 16 römisch nummerierten Vorzugsexemplaren (Gesamtauflage 81) mit vier Originalarbeiten (Einbanddeckel bemalt, eine übermalte und eine collagierte Serigraphie). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf schwerem Velin d’Arches. – Mit Texten zu den sechs Zyklen (L’Afrique; Le Mexique; Musique; Peinture en direct; Le Moyen-age; Peep Show) von Jacques Almira. – Bereits 2001 hatte Beltracchi ein Werk über den 1962 geborenen André Cervera publiziert, der im südfranzösischen Sète lebt und arbeitet. – In der von Wolfgang Beltracchi begründete Reihe »Tribulations« erschien wohl nur diese eine Ausgabe. Möglicherweise wandte sich der Herausgeber lukrativeren Arbeitsfeldern zu.

37,5 : 27,5 cm.

47  Marc Chagall. Le fond jaune (The yellow background).

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 340

Farblithographie. 1969. 64 : 48 cm (78 : 57 cm).

Originalgraphisches Plakat zur Ausstellung in der Galerie Maeght (Dezember 1969 – Januar 1970). – Eins von 3000 Exemplaren, gedruckt bei Mourlot.

Unterrand mit schmalem Knick und ganz kleinem Einriss.

Sorlier 57

48  Marc Chagall. Zwei Hefte der Reihe »Derriere le miroir«.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 250

Paris, Maeght 1957 und 1981. Mit zusammen acht Lithographien, davon fünf farbig und drei doppelblattgroß. Lose Bogen in Originalumschlägen.

I. DLM 99/100. Mit dem Text »Chagall asa just place« von Jean Paulhan. Mit der Beilage. – II. DLM 246. Mit dem Text »Sur quatorze lithographies de Chagall« von Jacques Dupin zur Ausstellung 1980.

38,0 : 28,0 cm. – Vorderumschlag von Heft 99/100 minimal fleckig, sonst tadellos.

Cramer 33 und 111. – Mourlot 175–179, 204–206 und 992

49  Marc Chagall – Glasmalereien für Jerusalem. – Die Keramiken und Skulpturen von Chagall.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 380

Monte Carlo/Monaco, André Sauret 1962 und 1972. Mit zusammen drei Farblithographien und zahlreichen meist farbigen Abbildungen. Originalleinenbände mit Schutzumschlag.

I. 1961 entstanden die zwölf Fenster für die Synagoge der Hadassah-Universitätsklinik in Jerusalem, der vorliegende Band dokumentiert den künstlerischen Entstehungsprozess. Charles Sorlier übertrug 36 Entwürfe Chagalls auf Stein; wie die beiden Originallithographien wurden diese dann in zahlreichen Farben bei Mourlot gedruckt. Deutsche Ausgabe in der Übersetzung von U. R. Hemmerich. – II. Erste deutsche Ausgabe des maßgeblichen Verzeichnisses des plastischen Werkes. Vorwort von André Malraux. Notizen und Katalog von Charles Sorlier. – Beide tadellos.

33,0 : 25,0 cm. [2], 211, [6] Seiten, 2 Farblithographien; 249, [7] Seiten, 1 Farblithographie.

Cramer 49 und 89. – Mourlot 365/366 und 646

50  Giuseppe Chiari. Il giuoco dei 10 nomi.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

A cura die Claudio Cerritelli. Bologna 1991. Mit 100 ganzseitigen Faksimiles und einigen Textabbildungen. Originalbroschur.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der beiliegenden Originalstempelarbeit: »Platone · Aristotele · Agostino · Tommaso d’Aquino · Galileo · Cartesio · Leibniz · Newton · Kant · Hegel« (farbige Stempel auf Packpapier, 34 : 24 cm, signiert und nummeriert). – Während der Performance in der Galerie »N2 Nouva 2000« forderte der Künstler die Besucher auf, die von ihm gefertigte Liste mit den zehn Namen um eigene Namen und Zusätze zu ergänzen. Der Katalog dokumentiert die teils originellen »Antworten« und wird durch ein Interview mit dem Künstler eingeleitet. – Dazu: Marie-Jo Lafontaine. Babylon Babies. Edited by Bernd Barde. Stuttgart 2003. Mit zahlreichen blattgroßen farbigen Porträts. Gepolsterter Originaleinband. Eins von 1000 englischen Exemplaren, weitere 1000 in deutscher Sprache. Von der Künstlerin signiert.

34,2 : 24,7 cm. 16, [112] Seiten.

51  Lovis Corinth. Adams Tod.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 320

Radierung. 1916. 24,8 : 29,8 cm (32,0 : 45,0 cm). Signiert.

Eins von nur wenigen Exemplaren des ersten Zustandes. Noch ohne die Schraffuren des Adams Leichnam tragenden Mannes. – In der Platte betitelt »Todt des Adam«, unten mit der Textzeile »Und zeugte Soehne u. Töchter, dass sein ganzes Alter war 930 Jahre und starb«. – Auf starkem Büttenkarton. – Der endgültige dritte Zustand war das siebte und zugleich letzte Blatt des Radierzyklus »Die ersten Menschen« (Fritz Gurlitt Berlin 1916).

Angestaubt, am Unterrand mit Hinweis zum ersten Zustand und unten links mit »I« bezeichnet. – Rückseitig Anheftungsreste.

Schwarz 81 VII.1 (von 3)

52  Tony Cragg. Dinge. – Current. – Das Nebelige.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

– Drei Radierungen. 1994. 20,4 : 25,0 cm (34,0 : 39,7 cm). Signiert.

Auf Velin. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Tony Cragg, geboren 1949 in Liverpool, lebt seit 1977 in Wuppertal. 2009–2013 war er als Nachfolger von Markus Lüpertz Rektor der Kunstakademie Düsseldorf.

Blatt 3 mit leichten Atelierspuren.

Griffelkunst 275 B1, 3 und 4

53  Karl Fred Dahmen. Aus »Suite Ibiza«.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Vier Radierungen. 1963. Ca. 50 : 39 cm. Signiert und nummeriert.

Blätter 3 und 5–7 der insgesamt acht Radierungen umfassenden Folge, die 1963 bei der Edition Rothe, Heidelberg, erschien (Auflage 20 arabisch und fünf römisch nummerierte Exemplare). – Blatt 3 und 7 bezeichnet als »Probedruck«, auf abweichendem Papier, Blatt 5 und 6 aus der römisch nummerierten Auflage (Exemplare I/V). – »Die Farbe spricht zu uns durch erlesene Grautöne, durch intensive Abstufungen von Schwarz, durch matte Oberflächen, durch opake Dichte wie durch eine Transparenz, die das Weiß des Papiers als Eigenwert bestehen läßt […]« (Alexandre Cirici-Pellicer im Geleitwort zur Mappe, zitiert nach Rothe).

Ein Blatt im rechten Rand stärker, ein weiteres leicht stockfleckig. – Blatt 1 rückseitig umlaufend mit Papierresten.

Baum 34, 36–38. – Rothe, Druckgrafik des Informel 39 c, e–g

54  Hanne Darboven. K16 (96) – K 27 (57) 12 Blätter.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 1800

Tuschfederzeichnung. 1968. 21,0 : 29,7 cm. Signiert.

Auf kariertem Papier. – Eine der frühesten »Kalenderzeichnungen«, die seit 1968 entstanden. »Mit der Entwicklung der K-Zeichnung entwickelt Hanne Darboven ein bis heute beibehaltenes System, Zeit zu verdichten. Grundlage ist die Quersumme des Tagesdatums, die als K (= Konstruktion) bezeichnet wird. Der K-Wert wird meist dargestellt durch Ziffern […], Quadratkästchen oder wortlose Schreiblinien.« (Ernst A. Busche, 1997).

Auf schwarzen Karton geheftet. Unten links kleiner Eckknick, rückseitig bezeichnet mit »31«.

55  Hanne Darboven. Kalenderblatt 1975

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

[I und II]. Zwei farbige Offsetdrucke. 1979. 21,7 : 30,2 cm (29,6 : 40,3 cm). Rückseitig signiert.

Halbjahreskalender mit typischen Überarbeitungen. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.

Griffelkunst 216 B4/5

56  Sonia Delaunay-Terk. Scottish.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Farblithographie. 1969. 56,8 : 42,9 cm (75,7 : 55,7 cm). Signiert oder bezeichnet.

Unnummerierter Abzug. – Auf Velin d’Arches. – Irritierender Weise kopfstehend signiert, datiert und gewidmet bzw. bezeichnet »amicalement Sonia Delaunay ´69«.

Rückseitig umlaufend Papierreste von Montierung. – Kleine Druckstelle im Unterrand.

57  Jens Dittmar. Petrifikat.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Buchobjekt (Buch, Lackfarbe, Schnur, Wachs). 25,5 : 15,3 : 5,4 cm.

Der Band mit dem fiktiven Titel des Thomas Bernhard-Forschers und -Bibliographen entzieht sich jeglicher Lektüre. Der Buchblock besteht aus Porenbeton, wie die Einbanddecke schwarz bemalt und mit Wachs überzogen wurde. Zusätzliche Gewissheit bietet die mehrfache Verschnürung.

58  Jens Dittmar. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Buchobjekt (Buch, Zinnblech). 18,0 : 12,8 : 3,5 cm.

Die einem Schuber ähnlich gearbeitete Umhüllung mit Schließe verhindert die Untersuchung oder gar Lektüre. – Das weiche Zinnblech schafft eine irritierende Formbarkeit.

59  Otto Dix. Mädchen mit Katze II (Kopf schräg).

Schätzpreis/Estimate: € 6500 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 5500 ( R19 )

Farblithographie. 1956. 53,4 : 41,3 cm (65,3 : 45,0 cm). Signiert, datiert und mit »Probedruck« bezeichnet.

Auf leicht gelblichem Bütten »Van Gelder Zonen«. – Probedruck des ersten Zustandes, die hellgraue Bildbegrenzung am Oberrand ist noch geschlossen, vom Zeichnungsstein wurde in Violettbraun, heller als in den späteren Zuständen, gedruckt. – Gedruckt von Roland Ehrhardt. – Florian Karsch kannte nur ein einziges Exemplar dieses ersten Zustandes, unsigniert im Nachlass. – Mit Expertise von Florian Karsch vom 1. Februar 2013.

Am Oberrand leichte Griffknitter.

Karsch 216/ I (von III)

60  Otto Dix. Matthäus Evangelium

Schätzpreis/Estimate: € 8000

Zuschlag/Hammerprice: € 9000

in 37 Originallithographien. Berlin, Käthe Vogt 1961. 37 signierte Lithographien. Mit Titelblatt lose in Originalhalbleinenmappe.

Eins von nur 30 Exemplaren. – Jede Lithographie und auch der Druckvermerk signiert und nummeriert. – In kräftigem Schwarz auf feinstes Japanpapier gedruckt. Handabzüge bei Klibor, Berlin. – Enthält neben den 33 Lithographien der ebenfalls 1961 erschienenen Buchausgabe weitere vier, die dort nicht enthalten sind. – »Dix hielt sich in diesem letzten Zyklus von sklavischer Texttreue wie von illustrativer Gefälligkeit frei. Was ihn interessierte, war der szenische Reichtum des Stoffes, die Fülle an Ereignissen, an merkwürdigen und tragischen Situationen. So ist eine eher naive als im orthodoxen Sinne gläubige Interpretation entstanden, die an eine bekenntnishafte Äußerung von Dix erinnert. Befragt, ob er in der Religion wurzele, entgegnete er: ›In der Geschichte der Bibel. Es sind so wunderbare Bilder. […] Es ist das Bildhafte – das andere, das Moralische, das hat mich gar nicht interessiert.« (Hans Kinkel, zitiert nach Karsch). – Tadellos schönes Exemplar der seltenen Mappenausgabe.

43 : 35 cm (Mappe). – Vorderdeckel der Mappe mit zwei minimalen Farbspuren.

Karsch 235–271. – Tiessen II, 1

61  Peter Doig. Black Palms.

Schätzpreis/Estimate: € 7500

Zuschlag/Hammerprice: € 6000

Sechs Farbradierungen. 2004. 19,5 : 14,5 cm (53,0 : 38,0 cm). Signiert und datiert.

Vollständiges Exemplar der Radierfolge. – Titel: Pelican; Haus der Bilder; Figure by a River; Black Palm; Fisherman; Boathouse. – Auf Velin, alle sehr gut erhalten. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung, Hamburg. – Peter Doig, Jahrgang 1959, lebte, studierte und arbeitete im Laufe der Jahre in Trinidad, Kanada und England. Bevor er sich im Jahr 2000 auf Trinidad niederließ, war er in der Tate Gallery tätig. 2005–2012 hatte er eine Professur für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf inne.

Griffelkunst 313 A1–6

62  Felix Droese. Drei Holzschnitte.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

1986–1993. Signiert und datiert.

I. dodenakker. Schwarz auf weißem Papier. 50,1 : 70,0 cm. Auf Karton montiert. Möller/Klein nennen nur 20 Exemplare auf schwarzem Fotokarton. – II. hemelse vrede 3.6.1989. Farbiger Holzschnitt und Siebdruck auf schwarzem Karton. 1989. 50 : 70 cm. Eins von 610 Exemplaren, ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – III. Wahrlich kein schöner Tod I. Schwarz auf Papier. 1993. 61,0 : 37,0 cm. Exemplar 21/60. Handdruck des Künstlers, ediert vom Verein für Originalgraphik, Zürich.

Möller/Klein 47, 70 und 172

63  Jean Dubuffet. Faste.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Farblithographie. 1959. 50,0 : 38,0 cm (66,3 : 50,2 cm). Signiert, datiert, betitelt und nummeriert.

Exemplar 8/30. – Auf Velin d’Arches. – Die erste von zehn Lithographien der Folge »Spectacles«. Nur von vier Motiven wurde eine Suitenauflage auf großem Papier gedruckt, die Mappenauflage (24 Exemplare) war kleinerformatig.

Leicht gebräunt, die äußersten Blattränder stärker. – Rückseitig Anheftungsreste.

Webel 695

64  Jean Dubuffet. La botte à nique.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Collection dirigée par Albert Skira avec la collaboration de Gaëtan Picon. Genf, Albert Skira 1973. Teils farbige Heliogravüren nach Handschriften, Zeichnungen und Collagen. Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -halbpergamentchemise mit goldgeprägtem Titel. Zusammen in Originalkassette mit illustriertem Schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 165 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Vélin d’Arches à la cuve mit der beigelegten Farbserigraphie (»Quatres figures«) (Gesamtausgabe 1175). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Erschien als Band 21 der Reihe »Les sentiers de la création«. – Im Frühjahr 1972, während eines Aufenthalts in Vence, entstanden einige »Figures botaniques« und ein Text zur Botanik. »Es ist die Geburtsstunde des illustrierten Buches ›La botte à nique‹ (La botanique)« (Andreas Franzke, in: J. D. Künstlerbücher, München 2009, S. 55).

21,5 : 16,5 cm. [124] Seiten.

Webel 1100– 1156. – Nicht bei Monod

65  Georg Ehrlich. Madonna.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Radierung. 1921. 23,2 : 16,8 cm (37,5 : 25,2 cm). Signiert und betitelt.

Vom Künstler als »Probedruck« bezeichnet. – Auf Kupferdruckkarton. – Aus der Sammlung Heinrich Stinnes, mit dessen Monogrammstempel (Lugt 1376a) und von ihm am Unterrand ausführlich bezeichnet, u. a. mit »Probedruck in braun auf gelbl. Büttenkarton« und dem Kaufvermerk »Nierendorf VI. 1922«. – Georg Ehrlich (1897–1966) wurde in den 1920er Jahren Mitglied des Deutschen Künstlerbundes und des Hagenbundes. 1937 emigrierte er nach England. Er entwarf das Mahnmal zur Erinnerung an die Zerstörung Coventrys.

Rechter Rand etwas stockfleckig.

66  Johann Fischer. Die Haahlenthermenbadenwassern Antsaltenhaahlen!!

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1600

Zeichnung (Blei- und Farbstifte). 44,0 : 62,5 cm.

Typische großformatige Arbeit des bekannten österreichischen Vertreters der »Art brut«. Johann Fischer (1919–2008) war Weinbauer, bevor er sich als Maler versuchte. »Nach Zeichnungen einzelner Gegenstände und oft amüsant anzusehender Tiere, teilt er sich in seinem Werk auch schriftlich mit. Mit zum Teil verschrobenen Wortungetümen ist von der Ordnung der Welt ebenso die Rede wie von sozialem Engagement und dem menschlichen Miteinander. Die vorher genau gezogenen Striche erinnern an sein früheres Leben als Weinbauer, an die in Linien gepflanzten Weinstöcke.« (Webseite Museum Gugging). – Das vorliegende Blatt bildet ein eindrückliches, amüsantes Beispiel für diese Schrift-Zeichnungs-Verwebungen. Gleichermaßen detailversessen wie verschroben notiert Fischer hier Bauanleitungen für eine Schwimmanlage. »Der 14m hohe Turm, der Schutz für die 5 und 10 m sich befindenten Kunstspringer und Kunstspringerinnen. Unser Sovärenes Austria Österreich! […] Die Thermenbadewasserbasine und Prominaden sind zu wärmenden Fließen zu legen. 75m breite Prominaden! Mit geheizten, gewärmten Lehnstühle!« – Auf festem Kunstdruckkarton von Schoellershammer.

67  Johann Fischer. Unser Bundesstaat: „Österreich“ […] Die Entstehung durch jeweils 2 Fernrohre, inklusive Feldstechern.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 1700

Zeichnung (Blei- und Farbstifte). Um 1990. 44,0 : 62,0 cm. Paraphiert »F. Joh.«

Die schöne figürliche Zeichnung wird ergänzt durch zwei lange Texte des Künstlers von technik- bzw. militär-historischer Bedeutung: Im Jahr 1924 forderte der »völkerabtrünnige Johann Julius Schachenhuber von Gott Vater Höchster Allmächtigkeit« Rauchpilze, die ihm aber verweigert wurden. Nun folgt ein Hinweis auf deutsche Rüstungsexporte zur damaligen Zeit, denn »diese Johann Julius Schachenhuber Atombomben, Atomkugeln wurden seit dem Jahr 1924, theoretisch und praktisch, vom Jahr 1924 angefangen, in Deutschland draußen erzeugt, produziert! Und unser Austria […] haben nichts nicht nein nichts zu tun […] mit diesen […] Völkerfeindlichen in Deutschland draußen erzeugten Atombomben […]«. – Der zweite Text erläutert die Herstellung von Feldstechern, 1860 erfunden, aber erst zwischen den Jahren 1905 und 1917 produziert. Diese Verzögerung war Lieferengpässen geschuldet: »Die Fernsichtlinsen, Verstellbar, fehlten ganz und gar.« – Dieses zivile Produkt wurde (im Gegensatz zu den deutschen Nuklearwaffen) »in unserem Eigenständigem-Feierlichen-Selbstständigem-Freiem-Unabhängigäm-Austria-Autriche-Awtrice Österreich« hergestellt. – Auf Kunstdruckkarton von Schoellershammer. – Zeichnungen von Johann Fischer (1919–2008) zählen zu den gesuchtesten Arbeiten aus der österreichischen »Art brut«-Szene.

68  Lili Fischer. Räuchergang.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Mischtechnik (Zeichnung, Collage, Serigraphie) auf Papier. 1984/86. 48 : 70 cm. Signiert.

Aus »Gewürzpredigt für Pfeffersäcke«. – Verlegt von der Edition Gross, Bergen/Moosburg. – Nach Angaben der Künstlerin entstanden 50 Exemplare. – Gefalztes Doppelblatt mit serigraphierten Texten nach Handschrift und Typoskript der Künstlerin, mit Farbstiftmarkierung. – Auf der Innenseite zwei Blätter mit serigraphierter »Räucherzeichnung« und Texten, sowie einem collagierten Lorbeerblatt über der Räucherzeichnung. – Lili Fischer (geboren 1947) beschäftigte sich in den 1970er und 80er Jahren mit den Verwandlungsmöglichkeiten der Natur und thematisierte Hexen, Teufelswerk u. a. Phänomene als Teil ihrer Feldforschungen. Im Herbst 2018 wird ihr die Hamburger Kunsthalle eine Ausstellung widmen. – Doppelverglast gerahmt.

69  Adolf Frohner. Fünf Radierungen, davon drei farbig.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

Alle signiert und nummeriert.

Kleider einer Dame. Farbradierung mit Aquatinta. 1969. 69,5 : 53,5 cm. Rückseitig betitelt und datiert. Ex. 13/100. Auf Velin. – Figurengruppe. Radierung mit Tonplatte. 66 : 50 cm. Ex. 31/150. Auf Velin «BFK Rives«. Trockenstempel »Zein-Print Vienna«. – Posierende. Radierung mit Materialdruck. 65 : 50 cm. Ex. 79/80. Auf Velin «BFK Rives«. – Vor der Toilette. Zweifarbige Radierung. 66 : 50 cm. Ex. 45/120. Auf Velin «BFK Rives«. – Figurengruppe. Farbradierung mit Aquatinta. 76 : 54 cm. Ex. 73/100. Auf Velin. Trockenstempel »Zein-Print Vienna«. Leichte Knickspuren. – Zunächst war Adolf Frohner (1934–2007) Anhänger der Wiener Aktionskunst. Nach einem Parisaufenthalt als Assistent Daniel Spoerris wandte er sich Ende der 1960er Jahre der Graphik zu. – Alle gut, meist tadellos erhalten.

70  Dimitrios Galanis. Quatre natures-mortes.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 2200

Dont une d’apres Picasso et trois originales dessineés et gravées sur bois. Vier Holzschnitte. 1919. 46,2 : 31,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 18/50. – Die vollständige Folge, gedruckt auf Japan bei Emile Fequet. – Mit einem signierten Doppelblatt (Druck- und Auflagenvermerk) im Originalumschlag. Der Umschlag und das Textblatt mit insgesamt vier Holzschnittvignetten. – Dimitrios Galanis (1879–1966) wurde in Athen geboren und studierte seit 1900 in Paris. Dort hatte er rasch einige Ausstellungserfolge und arbeitete im Anschluss u. a. für verschiedene Satirezeitschriften. Seine Arbeiten wurde neben denen von Matisse, Braque, Gris, Dufy und Chagall sowie Pablo Picasso international ausgestellt – mit letzterem verband ihn eine lebenslange Freundschaft. – Selten so vollständig.

Der Umschlag etwas angestaubt und geknittert, die Blätter tadellos.

Vgl. Vollmer II, 187f

71  Rupprecht Geiger. 61/27.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 2200

(Fallendes Rund). Bleistift. 62,5 : 44,7 cm. Rückseitig signiert und mit der Werknummer betitelt.

Auf leichtem chamoisfarbenem Karton. – Recto, allerdings kopfstehend, nochmals signiert oder mit »Geiger« bezeichnet. – Gegenstück zu einer Zeichnung »Schwebendes Rund« von 1962 (vgl. Van Ham Auktion 372, Lot 641).

Leichte Knickspuren.

72  Gilbert & George. Side by Side.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

London, Art for all und Köln/New York, Gebr. König 1972. Mit 85 ganzseitigen Abbildungen nach Fotografien und Zeichnungen. Marmorierter Originalleinenband mit schwarzgeprägten Titeln.

Erste Ausgabe. – Eins von 600 Exemplaren, das Vorwort von den beiden Künstlern signiert.

19,4 : 13,0 cm. 170 und einige ungezählte Zwischenseiten.

73  The World of Gilbert and George. – The Secret Files of Gilbert & George.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Un film de Hans-Ulrich Obrist. – Zwei VHS-Kassetten. Amsterdam, Éditions à vois 1981 bzw. Paris, Edition bdv-Artview 2000. Beide in der Originalkunststoffbox mit farbigem Cover. – Auf der VHS-Kassette bzw. der Boxrückseite von den beiden Künstlern signiert.

I. Die Originalfassung der unter Regie des Künstlerduos entstandenen Selbstdarstellung. – II. Der Film entstand für die Ausstellung »Voilà. Le monde dans la tête« im Auftrag des Musée d’Art Moderne de la Ville Paris. – Anlässlich einer Vernissage 2002 signiert. Aus dem Nachlass eines holländischen Sammlers, der zu solchen Gelegenheiten stets Kataloge u. ä. der jeweiligen Künstler mitbrachte.

Signatur von II leicht verwischt.

74  Raimund Girke. Progression Grau.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Aquarell auf Bütten. 1975. 30,8 : 25,2 cm. Rückseitig signiert und datiert.

Verso mit Richtungspfeil für korrekte Hängung. – Makellos.

75  Karl Otto Götz. Komposition.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 3800

Gouache. 1988. 24,9 : 32,5 cm. Signiert, rückseitig nochmals signiert und datiert.

Auf weißem Malkarton. – Informelle Zeichnung von spannungsgeladener Dynamik. – Dazu: Ohne Titel. Lithographie. 1984. 25,3 : 19,2 cm (30 : 23 cm). Signiert, datiert und mit »Probedruck Aufl. 100 Exempl.« bezeichnet. Auf Velin. Mit Trockenstempel »mh Handpresse«– Rückseitig beide mit dem Stempel »Sammlung Rissa-Götz«.

76  Hubertus Gojowczyk. Lesemappe.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Neun Offsetdrucke. 1984. 39,8 : 34,8 cm. Alle signiert.

Exemplar 87/90. – Hubertus Gojowczyk (geboren 1943) studierte Ende des 1960er Jahre an der Kunstakademie Düsseldorf, u. a. bei Dieter Roth und Joseph Beuys. Seit damals erscheinen, besonders von Dieter Roths Auffassungen geprägte, Buchobjekte und Künstlerbücher. – Die »Lesemappe« spielt mit den Möglichkeiten der Textzerstörung (verfremdete Satzzeichen, Kontrastverlust, Spiegelschrift und Schwärzung). – Auf Kunstdruckkarton. – Mit dem Textkartonblatt lose in der Originalmappe. – Ediert vom Künstler, 40 Exemplare erschienen als Jahresgabe des Kunstvereins Düsseldorf.

77  Friedrich Karl Gotsch. Gebet.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Holzschnitt. 1964. 50,2 : 35,0 cm (63,8 : 49,3 cm). Signiert.

Auf Velin. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, mit deren Wasserzeichen.

Griffelkunst 117.15. – Kruglewsky-Anders S. 30.

78  Gotthard Graubner. Ohne Titel

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 320

(Anthrazit). Aquatintaradierung. 1975. 27,2 : 23,2 cm (61,7 : 46,3 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 6/30. – Auf sehr breitrandigem Hadernbütten. – Tadellos erhalten.

79  George Grosz. Ecce homo.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 2000

Berlin, Malik 1923. 15 (statt 16) Farboffsetdrucke nach Aquarellen. Zusammen mit beiden Textblättern lose in Originalhalbpergamentmappe mit roten Deckeln und goldgeprägter Deckelvignette.

Eins von 100 im Druckvermerk mit roter Tinte bezeichneten und nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe B I. Diese enthielt die 16 Aquarelle als – laut Druckvermerk signierte – Einzelblätter. – Hier alle Blätter unsigniert, auf Velin und mit dem fingierten Plattenrand, der vom Verlag eingeprägt wurde, um den Farboffsetdrucken eine authentischere Wirkung zu geben. – Der Vorderdeckel der Mappe mit dem in Goldfolie geprägten Schriftzug-Klischee, das Dückers nur für die Vorzugsausgabe A beschreibt. – Ein Vergleichsexemplar (Auktion Nosbüsch & Stucke 2018) war ebenfalls unsigniert und in einer gleichartig gestalteten Mappe, die Blätter dort aber ohne den Prägerand, das zweite Textblatt (Inhalt) fehlte. Man muss diese Abweichungen zu Druckvermerk und Werkverzeichnis vor dem Hintergrund der damaligen Situation der Beteiligten sehen: Sofort nach Erscheinen wurden Grosz und die Verleger Gumperz und Herzfelde angeklagt, da eine Reihe der Bilder geeignet seien, »das Scham- und Sittlichkeitsgefühl eines normal empfindenden Menschen in geschlechtlicher Beziehung zu verletzen«. Sicher gerieten unter diesen Umständen manche Planungen durcheinander und manch bibliophiles Vorhaben blieb unerledigt. Wer misst schon dem Signieren von Graphiken große Bedeutung bei, wenn der Staatsanwalt vorlädt? In der Gerichtsverhandlung wurde den Verlegern auferlegt, bestimmte Tafeln aus den Mappen zu entfernen, was schlussendlich dazu führte, dass auch unvollständige Mappen ausgeliefert wurden. – »Ecce Homo« war das erste und bis heute sicher bekannteste der beiden großen Sammelwerke des Künstlers.

37,0 : 27,2 cm. – Mappe mit Schabstellen. – Es fehlt Blatt 5. Die meisten Blätter am Rand, außerhalb der geprägten Plattenränder, mit Knickfalten, teils auch kurzen Einrissen.

Dückers S I, I–IV und VI–XVI. – Lang, Grosz 38. – Hermann 155. – Lang, Expressionismus 38

80  George Grosz. Mädchenakt mit Halskette, sitzend.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Ausrufpreis/Starting bid: € 3000

Farbige Kreidezeichnung und Aquarell. Um 1945. 63,5 : 48,3 cm.

Über Grosz’ Malstil der späten amerikanischen Jahre hatte sich Felix Weil, mit dem Grosz seit den 1920er Jahren befreundet war, wohl Ende der 1930er Jahre abwertend geäußert. Dem linksintellektuellen Mäzen proletarischer Kunst, der mittlerweile nach Argentinien emigriert war, antwortet Georg Grosz 1941 in einem Brief: »Lieber Lix, von »Kunst« verstehst Du nichts […] Hast Du jemals eine Ahnung gehabt, was es heißt, einen Arm oder eine Schulter modellieren zu können? […] wenn ein ›Arbeeta‹ oder irgendein Dir vertrautes sozialdemokratisches Symbol dargestellt ist – ja dann verstehst Du’s und ›genehmigst‹ es – ich sage extra: genehmigst – ich muß es ein wenig schärfer sagen – damit Du endlich einmal Deine Grenzen besser erkennst. […] Mann, wie wunderbar war Van Gogh, wie herrlich Renoir, wie gewaltig Delacroix – Degas, Dich bete ich an – und den großen Ingres nicht zu vergessen – gut, für Dich sind es dumme Malersknechte. […] Ich wollte immer Maler werden. […] Wenn später der ganze Inhaltszimt vergessen sein wird, wird die Linie, die Farbe noch leben wie eine Melodie. […] Deine etwas banale sozialdemokratische und etwas veraltete Verachtung der Kunst kann ich nicht teilen – es lebe die Malerei und die großen alten Meister« (George Grosz, Briefe, Reinbek 1979, Seite 295f.) – Auf bräunlichem Bütten »MBM – Ingres d’Arches«. – Rückseitig mit dem Nachlass-Stempel, dieser mit Werknummer »1 – 61 – 4«, und dort von fremder Hand betitelt und datiert. – Rückseitig eine Bleistiftzeichnung (Männliche Figur über Tisch gebeugt). – Nach Vermutung des jetzigen Eigentümers könnte es sich bei der Dargestellten um die Schwägerin des Künstlers handeln.

Provenienz: Ver Lazuk Gallery, Gold Spring Harbour, Maryland, USA. – Privatsammlung New York. – Privatsammlung Hamburg.

81  George Grosz. Angler.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Tuschfeder und Collage auf Postkarte. 1955. 8,7 : 13,6 cm.

Ansichtspostkarte von »Long Island – Fisherman’s Paradise«, von George Grosz zum Kunstwerk verwandelt: Die beiden fotografierten Angler stattete er mit großen Angelruten aus, eine in Form einer riesigen Schreibfeder. In die Bildmitte klebte Grosz eine kleine Vignette, wie er sie zu Dutzenden aus zerschnittenen Zeitungsanzeigen für ein Trainingsgerät gewann und in dieser Zeit mehrfach verwendete. – Alle drei Figuren sind von Grosz bezeichnet: [Carl] Zuck[mayer], George [Grosz] und Ul[rich] Becher. – Rückseitig eigenhändiger Text und adressiert von George Grosz an Ulrich Becher, Basel: »Dear old Ul: Dies um Dir und Deiner Familie ein herzliches Weihnachten zu wünschen. Nichts Neues kann ich berichten – die Staaten sind immer gleich gross […] Wir vermissen Euch hier – kommt doch mal wieder. Ich lebe immer noch hier – ziemlich einsam auch. […] Dein alter sehr alleinsama Böffel«. – Ulrich Becher und seine Ehefrau lebten von 1944 bis 1948 in New York und hatten dort George Grosz wiedergetroffen. Becher war zeitweise Grosz’ Schüler, auch seine Werke sind teils von Grosz beeinflusst, sein Roman »Das Profil« spiegelt die Freundschaft der beiden wider. – Auch Carl Zuckmayer lebte von 1938 bis 1946 in den USA. Frankiert und mit unleserlichem Poststempel (Dec 1955). – Dazu: Maschinengeschriebener Briefumschlag an Uli Becher mit Absenderstempel von Grosz, Poststempel 17. Nov. 1955.

82  Renato Guttuso. Frau Welt.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Radierung. 1971. 44,1 : 36,6 cm (65,8 : 50,3 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 19/80. – Auf Velin »BFK Rives«.

83  Friedemann Hahn. Maler.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Ein Aquarell und neun Radierungen, davon zwei aquarelliert. 1988. 49,0 : 38,0 cm. Signiert, datiert und mit »H.C.« bezeichnet.

Exemplar »hors commerce«, außerhalb der kleinen Auflage und wie die zehn Vorzugsexemplare mit einem Aquarell (Stillleben. 1988. 49 : 38 cm. Mit Fettkreide signiert und datiert. – Die Radierungen sind u. a. Cézanne, Kirchner, van Gogh und Monet gewidmet. – Friedemann Hahn, geboren 1949, war u. a. Meisterschüler von Karl Otto Götz an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. – Auf Zerkall-Bütten. – Die Folge enthält zwei Aquatinta- und sieben Kaltnadelradierungen, von denen zwei aquarelliert wurden. Fünf Radierungen auf chamoisfarbenem, aufgewalztem Japan. – Ediert von der manus presse, Stuttgart. – Die vollständige Folge zusammen mit dem Textdoppelblatt in der Originalleinenkassette von G. Lachenmaier, Reutlingen. – Tadellos erhalten.

84  Paul Heimbach. Alphabet.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Multiple. 1989/90. 22,5 : 31,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 12/30. – Inhalt des Mappenwerks: 26 Offsetdrucke nach einem Titelblatt des Kölner Stadt-Anzeigers, jede Variante um einen Buchstaben reduziert, diese in korrekter spiegelbildlicher Anordnung auf der jeweiligen Rückseite, so dass bei Gegenlicht der Lückentext wieder geschlossen wird. – Transparentheft mit den ausgefilterten Buchstaben. 13 Doppelblätter, fadengeheftet. – Zusammenstellung. Xerox-Kopie aus den »Filterblättern«. – Heft für 26 Buchstaben, in dem die Schriftzeichen unter veränderten Größenverhältnissen zusammentreffen. Originalbroschur. – Alles in der Originalkassette, auf deren Deckel zwei Originalseiten des Kölner Stadt-Anzeigers montiert wurden. – Paul Heimbach (1946–2013) »schuf ein umfangreiches Werk von Künstlerbüchern und Auflagenobjekten. Beginnend mit frühen experimentellen Herangehensweisen in den 1960er Jahren, entstanden in der späteren Phase mathematisch und kalendarisch geprägte Werkgruppen« (Zentrum für Künstlerpublikationen Weserburg, online).

85  Paul Heimbach. Die Farbe und nichts als die Farbe.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Multiple (Filmfolien, Tuschzeichnung, Pappe). 1998. 30,5 : 30,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 24/50 der Vorzugsausgabe mit einer signierten farbigen Tuschearbeit (Gesamtauflage 500). – Im Druckvermerk signiert und nummeriert. – Die Edition verdeutlicht »Farbauszüge eines Verlaufs von schwarz nach weiß in allen Konstellationen«. Ein linearer Schwarz-Weiß-Verlauf wurde auf drei Farbfolien (Blau-Rot-Gelb) belichtet und die Kanten der Quadrate nummeriert. Durch permutierende 90°-Drehung der Folien entstanden zahlreiche Kombinationen, die in dem kleinformatigeren Buch abgedruckt wurden. – Die Originalfolien (21 : 21 cm) und die verkleinert für den Druck verwendeten liegen der Edition bei. – Als Vorzugsausgabe zudem mit einer von den Ergebnissen inspirierten Tuschearbeit (20,7 : 20,7 cm, rückseitig signiert und datiert und in Passepartout).

86  André Herteaux. Hommage à Herteaux.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Drei Farbserigraphien. 1982. 14,5 : 39,5 cm.

Exemplar VIII/IX H.C., neben der Auflage von 30. – Auf Vélin d’Arches. – André Herteaux, geboren 1898 in Paris, stellte in seiner Heimatstadt bereits in den 1920er Jahren im »Salon des Independents« aus. Während der Arbeiten an vorliegendem Spätwerk verstarb der Künstler, die Edition übernahm seine Ehefrau. – Erschienen bei Editions Fanal Bâle. – Mit einem Einleitungstext des Künstlers, einer Widmung seiner Ehefrau und einem Blatt Druckvermerk. – Sechs lose Blätter in Originalleinenmappe.

87  Dick Higgins. Dieses ist kein Kunstwerk von mir. This is not an art work by me.

Schätzpreis/Estimate: € 100

Zuschlag/Hammerprice: € 70

Stempel auf Farboffsetdruck. 21,0 : 29,7 cm.

Auf einem beidseitig bedruckten Werbeblatt der Firma »GAS«, entworfen von Bruno Karberg, dem Hamburger Graphiker, der 1923 das neue (und bis heute verwendete) Hamburger Stadtwappen entwarf. – Dick Higgings (1938–1998) zählt zu den wichtigsten Fluxus-Künstlern. Die lapidare Verneinung seiner Urheberschaft erhebt die Drucksache nun zu einem »echten Higgins«.

88  Damien Hirst. The Beautiful Afterlife.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Ausstellungsplakat. Offsetdruck. 1997. 84,0 : 59,5 cm. Mit eigenhändiger Widmung.

Zur Ausstellung in der Galerie Bruno Bischofberger, Zürich 1997, erschien das beidseitig bedruckte Plakat. – Mit der recht »direkten« Widmung »For Ruth and Charles. You’re a terrible woman! Love Damien Hirst«, geschrieben mit grünem Faserstift.

89  Karl Hofer. Aus »Zenana«.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Lithographie. 1923. 25 : 19 cm (39,8 : 29,5 cm.) Signiert.

Eins von 120 Exemplaren. – Auf getöntem Bütten. – Blatt 1 der Folge, die zehn – in der Vorzugsausgabe sogar elf – Lithographien enthielt und 1923 als 41. Druck der Marées-Gesellschaft erschien. – Mit dem Trockenstempel der Gesellschaft. – Dazu sieben Fotolithographien aus dem Œuvre Karl Hofers, die als Jahresgaben der Karl Hofer Gesellschaft Berlin ausgegeben wurden (Rathenau 22, 28, 35/I, 44, 172, 173 und 182). Mit den faksimilieren Signaturen bzw. Betitelungen. Auf Hahnemühle-Bütten.

Ränder leicht gebräunt.

Rathenau 173

90  Rudolf Hoflehner. Sisyphos.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Hommage à Albert Camus. Stuttgart, manus presse 1965. Mit Farblithographien von Rudolf Hoflehner. Originalpappband im Schuber und Originalleinenmappe mit kleinem Metallrelief auf dem Vorderdeckel.

Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der Extrasuite (Gesamtauflage 120). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Velin von Rives, gedruckt bei Emil Matthieu, Zürich. – Das Buch ist durchgehend farbig lithographiert, die Suite enthält die fünf doppelblattgroßen Lithographien mit extrabreitem Rand und sieben »Essayblätter« mit den schwarzen Zeichnungspartien ausgewählter Lithographien aus dem Buch. Diese im Buchformat gedruckten Lithographien wurden auf schwarze Kartonblätter im Mappenformat montiert. Alle Lithographien der Suite signiert und nummeriert. – Gebunden bei H. Wennberg, Stuttgart.

Buch: 38,3 : 28,8 cm. [32] Seiten. – Die Mappe minimal berieben, sonst tadellos.

Spindler 161.5

91  Alfred Hrdlicka. Mord und Totschlag.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Radierung (Zinkätzung) 1968. 49,8 : 50,3 cm (71,2 : 65,7 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 29/95. – Auf leicht getöntem Velin. – Gedruckt von Walter Fischer, ediert von der Galerie Richard P. Hartmann, München. – Nur einige meuchelnde Personen und deren Opfer sind vor dem gnädigen Schraffur-Grau sichtbar.

Lewin 316

92  Alfonso Hüppi. Ohne Titel

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 450

(Stilisierter Baum). Gouache auf Papier. 1968. 44,0 : 31,0 cm. Signiert und datiert.

Schöne und typische Arbeit dieser Zeit, formatfüllend und weiß umrahmt. – Rückseitig nochmals signiert und datiert »10 68«. – Entstand in der längeren freien Schaffensphase Alfonso Hüppis (geboren 1935 in Freiburg/Breisgau), der 1974–1999 eine Professur für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf übernahm.

Am linken Rand in Passepartout geheftet.

93  Georges Hugnet – Orfeo Tamburi. Fiori.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 130 ( R7 )

5 litografie a colori e 5 poesie di Georges Hugnet. Pesaro und Mailand, Pergola – Edizioni d’arte 1970. Mit fünf signierten Farblithographien und einer lithographierten Titelvignette. Mit losen Doppelblättern in roter Originalleinenkassette und -schuber. – Mit Widmungsgedicht von Georges Hugnet..

Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 110). – Mit einem eigenhändigen Widmungsgedicht Georges Hugnets für seinen Freund und Verleger Robert Altmann, datiert 27. VI. 1971. – Auf Velin mit dem Wasserzeichen des Verlages. – Jedes der fünf Gedichte in französischer Sprache auf einem Doppelblatt mit einer eingelegten Lithographie Tamburis. – Tadellos.

49,5 : 37,0 cm (Mappenformat). [28] Seiten, 5 Lithographien.

94  Jean Cocteau et Georges Hugnet. La nappe du catalan.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Soixante-quatre poèmes et seize lithographies en couleurs Paris 1952. Mit 16 blattgroßen Farblithographien. Fadengeheftet in illustriertem Originalumschlag.

Eins von 80 Exemplaren auf »Velin de Rives« (Gesamtauflage 113). – Auf dem Vortitel von beiden Künstlern signiert. – Ein wahres Gemeinschaftswerk der beiden Pariser Surrealisten: Beide schrieben während einiger Mittagessen die Gedichte auf die Tischdecke des Restaurants, im Text belassene Lücken wurden – jeweils vom anderen – vervollständigt. Bei den Illustrationen zeichneten sie abwechselnd die Umrisse, während der jeweils andere kolorierte. – Das farbenprächtige humorvolle Werk erschien wohl im Eigenverlag. Gedruckt wurde es bei den Pariser »Nobelfirmen« Fequet et Baudier (Text) und Desjobert (Lithographien).

28,2 : 23,2 cm. [2], 165, [9] Seiten. – Schönes Exemplar.

Monod 2942

95  Friedensreich Hundertwasser. 10002 Nights Homo humus come va how do you do.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Mixed media (Farblithographie, Farbserigraphie, farbiger Metallfolienprägedruck). 1984. 69.5 : 50,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 2773/10002. – Auf Cottonvelin von Fabriano. – Aus 100.000 möglichen Farbkombinationen wählte der Künstler 10.002 aus. Jedes Exemplar ist ein Unikat. – Allein das Signieren der Auflage dauerte mehrere Tage. – Gedruckt in Italien und verlegt von Gruener Janura und Volker Huber. – Rückseitig der serigraphierte, ausführliche Editionsvermerk nach der Handschrift des Künstlers. – Tadellos erhalten.

Koschatzky 83. – ŒuvreNr 860

96  Dorothy Iannone. Lists IV. A much more detailed than requested reconstruction.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 900

35 Serigraphien auf Kunststoff. 1968. 20,3 : 22,5 cm. Signiert und mit Widmung bezeichnet.

Exemplar 19/30. – Das Künstlerbuch bietet eine Auflistung – in Wort und Bild – der Sexualpartner Dorothy Iannones bis zu ihrer Beziehung mit Dieter Roth. Außer den 30 dazugehörigen Bildern folgende fünf Serigraphien: Titelbild (Dorothy und Dieter Roth), Titelblatt, Editionsvermerk, Widmungszeichnung »for Papa« und die detailreiche Namensliste der Verflossenen. – Die Serigraphien wurden auf weiße Kunststofffolien gedruckt, welche plastikverstärkt die Seiten eines schraubengebundenen Buches bilden. – Ediert von Diver Press, Köln. – Auf dem Innendeckel von der Künstlerin mit rotem Filzstift nummeriert und signiert, dort auch die Widmung »an extra pillow for Renata + Christophe | Dorothy«. – Erotik und ihre teils voyeuristische Darstellung in der Kunst sind bleibendes Hauptthema der amerikanischen Künstlerin (geboren 1933). 1967 lernte sie in Reykjavik Dieter Roth kennen, mit dem sie dann viele Jahre zusammenlebte. Beide schlossen sich der Fluxusbewegung um Robert Filliou, Daniel Spoerri und Emmett Williams an. – Sehr selten.

22,0 : 27,5 : 11,0 cm (Buchobjekt).

97  Jörg Immendorff. Malermut rundrum.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Farbserigraphie. 1980. 120,0 : 90,5 cm (128,0 : 90,5 cm). Signiert und mit datierter Widmung.

Originalgraphisches Plakat zur Immendorff-Ausstellung der Kunsthalle Bern (15.8.–21.9.1980). – Unten rechts in der Darstellung mit eigenhändiger Widmung »Für Frau Schmidt 17.8.80«, darunter signiert, beides mit rotem Kugelschreiber. – Die Widmung richtete sich an Marianne Schmidt-Miescher, die für die Ausstellungskonzeption und Kataloge der großen Ausstellungen der Kunsthalle Bern in den 1970er Jahren verantwortlich war (On Kawara, Copley, Rainer, Penck, Lüpertz, Judd u. v. a.).

Horizontal gefaltet, einige Randeinrisse und leichte Knitter.

98  Robert Indiana. Love. – New York City Center 25th Anniversary.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 400

– Zwei Farbserigraphien. 1966/71 und 1968. 81,5 : 61,0 cm und 89,0 : 63,5 cm.

I. Plakat zu Robert Indianas dritter Einzelausstellung in der Stable Gallery 1966, zugleich Auftragsarbeit für Poster Originals Ltd. – II. Auf Silberfolie gedruckt. Herausgegeben von List Art Poster, copyright »HKL Ltd. 1968«. Rechts unten typographisch signiert.

Domberger P 7 und P 14

99  Robert Indiana · Robert Creeley. Numbers.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Zuschlag/Hammerprice: € 440

Stuttgart, Domberger, und Düsseldorf, Schmela 1968. Mit zehn Farbserigraphien von Robert Indiana. Originalbroschur mit Packpapierumschlag, im Originalschuber.

Eins von 2500 Exemplaren. – Herausgegeben und mit einer Einleitung von Dieter Honisch. – »Creeley hat Indiana seine ›Numbers‹ gewidmet. Indiana wieder hat den Typus dieser ›Number Paintings‹, die Creeley 1967/68 zu seinen Gedichten anregten, 1965 entwickelt.« (Vorwort). – Die prächtigen Serigraphien mit den Ziffern von 1 bis 0, jede begleitet von einem Gedicht und als Abschluss der Text »The Fool/Der Narr«, alle in Englisch und in deutscher Übersetzung von Klaus Renner, gedruckt in Schwarz und Rot auf Packpapier. – Makellos erhalten. – Zeitgleich erschienen die Serigraphien in größerem Format als signiertes Mappenwerk. – Beigabe: Robert Indiana. Druckgraphik und Plakate 1961–1971. Stuttgart 1971.

25,3 : 21,4 cm. 27 Textblätter, 10 Serigraphien. – Umschlagrücken leicht gebräunt.

100  Hans Jaenisch. Auf der Fahrt durch die Wüste in Arizona.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Aquarell über Tusche. Um 1946. 20,3 : 26,5 cm. Monogrammiert und betitelt.

Hans Jaenisch (1907–1989) hatte 1927 erstmals in Herwarth Waldens Sturm-Galerie ausgestellt. Während der Zeit des Nationalsozialismus arbeitete er in innerer Emigration. Als Soldat entdeckte er in Tunis die Farbe als Gestaltungsmittel. Als amerikanischer Kriegsgefangener gelangte er nach Oklahoma, Texas, New Mexico und Arizona, bevor er 1946 in das kriegszerstörte Berlin zurückkehrte. Bereits um 1950 wandte sich Hans Jaenisch immer mehr der Abstraktion zu, so dass das schöne Aquarell wenn nicht vor Ort, wohl spätestens in den späten 1940er Jahren entstanden sein dürfte. – Möglicherweise Teil einer Bildfolge, vor dem Titel bezeichnet mit »6/7«. – Ehemals Sammlung Hans Henseleit, Kunstkritiker und Feuilletonchef der Kieler Nachrichten.

Auf Unterlagekarton geheftet, dieser fest in Passepartout montiert.

102  Horst Janssen. Selbst-Pinkus Plakat.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 350

Radierung. 1964. 39,5 : 30,4 cm (78,5 : 52,6 cm). Signiert, datiert, nummeriert und gewidmet.

Exemplar 11/40. – Auf Velin. – Das schöne Selbstporträt, entstanden in Zusammenhang mit den Radierungen »Selbst an Chess Adams« und »Selbst-Suff«. – In der Platte bezeichnet: »Selbst am 7. 7. 64«. – Unter der Darstellung von Janssen mit »für Bemühung 30. 11. 64« und am Unterrand mit »Gruss an Ramsegger« gewidmet.

Ränder etwas gebräunt, insgesamt leichte Patina.

Brockstedt R 264. – Vogel 309

103  Horst Janssen. Spinnengruss für Bolliger.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Lithographie. 1966. 49,5 : 39,5 cm (76,3 : 64,0 cm). Signiert, datiert, nummeriert und gewidmet.

Exemplar 2/40. – Auf Velin. – Unter der Darstellung mit ausführlicher Widmung des Künstlers »Lieber Bolliger, ganz in Eile […] Ganz süss der Käse – + ganz lieb der Kollwitz-Katalog […] dies ein Gruss für Sie + Ihre lüsternen Freunde. Souvenir aus Hamburg mit Herz für Sie + Annemarie Ihr Janssen«. – Im Stein betitelt sowie nochmals signiert und datiert.

Gädeke 441

104  Allen Jones. Shoe.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Lithographie. 1968. 21,4 : 15,7 cm (36 : 38 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 66/100. – Blatt 4 der vierteiligen Folge »Shoes«. – Auf Velin »BFK Rives«. – Tadellos.

Stünke 88 D

105  Wassily Kandinsky. Kleine Welten V.

Schätzpreis/Estimate: € 8000 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 16500

Farblithographie. 1922. 27,5 : 23,5 cm (36,0 : 27,7 cm). Signiert, im Stock monogrammiert.

Eins von 30 Exemplaren der Luxusausgabe auf Japan. – Das fünfte von zwölf graphischen Blättern der berühmten Folge »Kleine Welten«, die 1922 im Weimarer Bauhaus gedruckt und vom Propyläen Verlag ediert wurde. Es erschienen 200 Exemplare auf Bütten und 30 Luxusexemplare auf etwas größerformatigem Japanpapier. – Nach seiner Münchner Zeit beim »Blauen Reiter« kehrte Kandinsky mit großen Hoffnungen ins revolutionäre Russland zurück. Enttäuscht von den dortigen Entwicklungen war ihm der Ruf ans Bauhaus sehr willkommen. Gerade einmal sechs Monate nach Kandinskys Eintreffen in Weimar erschien die Mappe, da die Druckerei des Bauhauses zumindest im Oktober 1922 hauptsächlich mit dem Druck der Graphiken beschäftigt war. – 1922 wurde Kandinsky zum Meister des Bauhauskurses Farben- und Formenlehre berufen, den er dann bis zur Auflösung der Lehranstalt 1933 in Berlin leitete. Er war damit neben Josef Albers der einzige Meister, der an allen drei Standorten – Weimar, Dessau und Berlin – tätig war. – Tadellos schönes Exemplar, an der Unterkante leichte Farbspuren der Lithosteine Gelb und Blau. – Ehemals Nachlass Hilla von Rebay (1890–1967), Gründungsdirektorin der Guggenheim Foundation).

Roethel 168. – Friedel/Hoberg 127

106  Maxim Kantor. Sitzendes Paar.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Aquatintaradierung. 1995. 59,2 : 49,5 cm (75,5 : 60,3 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 31/40. – Auf schwerem, vollrandigem Velin. – Maxim Kantor, geboren 1957 in Moskau, war in den 1980er Jahren in verschiedenen Untergrund-Ausstellungen in Moskau vertreten. Seit Anfang der 1990er Jahre ist er auch als Schriftsteller tätig, 1997 repräsentierte er Russland auf der Biennale in Venedig. 2016/17 realisierte Kantor zwei große Wandgemälde im Auswärtigen Amt in Berlin.

107  Allan Kaprow. 3 Crime Stories.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Multiple (Papier, Messing, Acrylglas, Karton). 1995. 12,5 : 10,0 : 3,5 cm. Drei gerollte Textblätter. Zusammen in Plexiglasbox und Originalkarton.

Eins von 300 signierten Vorzugsexemplaren (Gesamtauflage 1500). – Ediert von F. Conz Verona. – Eine Crime Story in drei Varianten, gedruckt auf je eine Schriftrolle, jede zusammengehalten von einem Messingring. – Eines der wenigen bleibenden Stücke in Kaprows Œuvre. Allan Kaprow (1927–2006) erfand und prägte Ende der 1950er Jahre den Begriff »Happening«, für ihn existierte Kunst nicht losgelöst vom alltäglichen Leben – er wollte beides miteinander verbinden. Dabei war und ist die Vergänglichkeit ein wesentlicher Bestandteil dessen und von Happenings blieben (außer Erinnerungen) nur Dokumentationsfragmente.

108  Allan Kaprow. Assemblage, Environments & Happenings.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

With a Selection of Scenarios by: 9 Japanese of the Gutai Group, Jean-Jacques Lebel, Wolf Vostell, George Brecht, Kenneth Dewey, Milan Knízák, Allan Kaprow. New York, Harry N. Abrams [1966]. Mit zahlreichen ganzseitigen Abbildungen. Originalsackleinenband mit farbig geprägten Titeln.

Wichtiges Dokument der Happening-Bewegung, enthält auch Beiträge zu Jim Dine, Claes Oldenburg, Jackson Pollock, Robert Rauschenberg u. a. – Die zahlreichen Fotoabbildungen entstanden anlässlich berühmter Happenings der frühen 1960er Jahre. – Der Textteil wurde auf Packpapier gedruckt.

31 : 31 cm. 341, [3] Seiten. – Sackleinen etwas lichtrandig.

109  Allan Kaprow. Days off.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

A Calendar of Happenings. New York, Museum of Modern Art 1970. Mit zahlreichen Abbildungen nach Fotografien. Klammergeheftete Originalbroschur.

Selten, da fragile Ausgabe mit Bildreportagen über die Happenings des vergangenen Jahres. – Mit Fotografien von Allan Kaprow, Dennis Hopper u. a.

38,3 : 27,3 cm. [64] Blätter.

110  Ida Kerkovius. Rotes Pferd vor Grün.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Farbserigraphie. 1964. 26,3 : 32,0 cm (43,2 : 60,1 cm). Signiert und nummeriert.

Auf Velin. – Jahresgabe des Badischen Kunstvereins 1964, mit dem Trockenstempel.

111  Ernst Ludwig Kirchner. Tanz.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 450

Holzschnitt. 1910/1975. 10,7 : 16,6 cm (26,0 : 33,0 cm). Im Stock monogrammiert.

Eins von etwa 100 Exemplaren. – Auf Japanbütten. – Abdruck vom Originalstock aus dem Nachlass des Künstlers, ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Der Holzschnitt entstand nach einem Gemälde von Max Pechstein für den Katalog der Brücke-Ausstellung 1910 in der Dresdner Galerie Arnold. Nur in diesem ersten finden sich Holzschnitte von Brücke-Künstlern nach Arbeiten anderer Mitglieder der Künstlergruppe. – Rückseitig mit dem (geschickt platzierten) Editionsstempel. – Tadellos.

Gercken VII, A-56. – Vgl. Dube 724 und Söhn, HDOG 607–13

112  Ronald Brooks Kitaj. Erich Mendelsohn.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farbserigraphie. 1970. 53,0 : 53,0 cm. Signiert.

Exemplar 57/100. – Auf blaugrünem Velin. – Rückseitig bezeichnet mit »Jahresgabe Kestner-Gesellschaft Hannover« und dem Namen des Künstlers. – Tadellos.

Kinsman 39

113  Konrad Klapheck. Wasserhahn (Die Selbstsichere).

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Radierung. 1976. 16,1 : 12,2 cm (30,0 : 19,8 cm). Signiert.

Eins von 380 Exemplaren auf Velin. – Der fünfte von acht Zuständen, mit den Schattenzonen. – Ediert als Neujahrsgruß der Galerie Beyeler, Basel. – Tadellos erhalten.

Zwirner/Klapheck 17 B (von C)

114  Jürgen Klauke. Tageszeichnungen 1973/74.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

52 Radierungen und Heliogravüren. 38,2 : 30,8 cm. [Köln], Elsass-Express [1975]. Originalbroschur mit Radierung auf dem Vorderdeckel.

Exemplar 18/60, wobei die Auflage durch Abnutzung der Druckplatten nach Aussage des Verlegers nicht erreicht wurde. – Die erotographischen Aufzeichnungen des Kölner »BodyArt«-Künstlers und Fotografen wurden durchgehend als Radierung oder Heliogravüre reproduziert, von letzteren meist mehrere auf einem Blatt. – Unter der Widmungsradierung »für Melg« mit dem Auflagenvermerk vom Künstler signiert, betitelt, datiert und nummeriert. – Sehr gut erhaltenes Exemplar der selten gewordenen Edition.

115  Jürgen Klauke. Tageszeichnungen 1973/74.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

[Köln], Elsass-Express [1975]. 52 Blätter mit Radierungen und Heliogravüren. Originalbroschur mit Radierung auf dem Vorderdeckel.

Exemplar 9/60, wobei die Auflage nach Aussage des Verlegers wegen der Abnutzung der Druckplatten nicht erreicht wurde. – Die erotographischen Aufzeichnungen des Kölner »BodyArt«-Künstlers und Fotografen wurden durchgehend als Radierung oder Heliogravüre reproduziert, von letzteren meist mehrere auf einem Blatt. – Unter der Widmungsradierung »für Melg« mit dem nummerierten Auflagenvermerk vom Künstler signiert, betitelt und datiert. – Dazu: Fag-Hag. Tageszeichnungen 1974. Mit einem Vorwort von Werner Lippert. Frankfurt, Galerie AK 1976. Mit zahlreichen ganzseitigen Illustrationen. Originalbroschur. Mit einer Widmungszeichnung und einer beigelegten Radierung, beide signiert, datiert und betitelt. – Sekunden. Tageszeichnungen 1975/76. Wiesbaden 1978. Originalleinenband. Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer signierten Polaroidfotografie, montiert auf das Vorsatzblatt. Auf dem Titel signiert und nummeriert.

38,2 : 30,8 cm. – Einbandränder und Rücken etwas geknickt. – Die Ecken minimal gestaucht.

116  Harald Klingelhöller. Einmal, wiederholt.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Sechs Offsetdrucke. 1997. 48,0 : 68,0 cm. Signiert, nummeriert und bezeichnet.

Vollständige Folge der Serie. – Sechs Offsetdrucke im Duplexverfahren, zusammen in Originalumschlag. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Harald Klingelhöller (geboren 1954) nutzt Buchstaben, Worte und Sätze als bildhauerisches Material. Dabei verwendet er Materialien, deren Palette vom Papier bis zum Stahl, vom Karton bis zum Gips reicht. Seine Skulpturen können als Verräumlichung bestimmter Eigenschaften der Sprache verstanden werden, wie beispielsweise des Gebrauchs der Metapher, der Intonation oder der Aussprache.

Griffelkunst 288 B1–6

117  Max Klinger. An die Schönheit.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 160

Aquatintaradierung. Um 1890/2007. 41,2 : 32,0 cm ( 75,7 : 56,8 cm). In der Platte signiert und betitelt.

Auf kräftigem CG-Velin. – Blatt 12 aus der Folge »Vom Tode II«, Opus XIII. – Neudruck von der Originalplatte für die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Dazu: Ludwig Meidner. Selbstporträt. Lithographie. 1965. 31,0 : 27,5 cm (56,0 : 45,3 cm). Signiert und datiert. Exemplar 58/60. Auf Velin »BFK Rives«. – Ediert von Wolfgang Ketterer, München, mit dessen Trockenstempel.

Linker Rand mit leichten Grifffalten.

Vgl. Singer 241. – Griffelkunst 326 C3

118  Max Klinger. Aus Bode’s Bücherei.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 100

Kaltnadelradierung. 1894. 6,4 : 5,7 cm (8,8 : 6,6 cm, Platte; 26,5 : 18,5 cm, Papier). In der Platte monogrammiert und datiert.

Exlibris des Kunsthistorikers und Museumsdirektors Wilhelm von Bode (1845–1929). – Auf chamoisfarbenem Van Gelder-Bütten. – Abgedruckt bei O. Felsing, Berlin, von der Originalplatte für die »Beilage zur Ex libris-Zeitschrift«, Jahrgang 1897, Heft 1. – Rückseitig mit Sammler- oder Druckerstempel »SH« (?, nicht bei Lugt). – Aus dem Nachlass eines Druckers der Steglitzer Werkstatt. – Tadellos.

Singer 301 IV (von IV) und 285 IV (von IV). – Gutenberg-Museum 5504

119  Gustav Kluge. Feuerwächter Kopf.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Farbholzdruck auf lasierter Leinwand. 1991. 70,0 : 54,0 cm. Rückseitig signiert, datiert und betitelt.

Wohl Unikat, entstanden unter Verwendung eines Teils der Holzstöcke für »Feuerwächter«. Diese lebensgroße Figur druckte Kluge 1987/88 in verschiedenen Varianten von zwei bis drei Platten auf Papier. – Vorliegende Variante nicht bei Günther Gercken verzeichnet, gedruckt in Rot und Schwarz auf geweißte und blau lasierte Leinwand. – Auf Keilrahmen gespannt und rückseitig mit roter Farbe beschriftet. – In zeitlichem und gestalterisch-technischem Zusammenhang entstand die Folge »Lösegeld«, ein Zyklus von sieben Farbholzdrucken ähnlichen Formats auf Leinwand (Gercken 121ff.).

Vgl. Gercken 91

120  Jiri Kolar – Bohumila Grögerova und Josef Hirsal. Intertexte.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Kassel, Boczkowski 1970/71. Mit einer signierten Gravüre nach einer Collage von Jiri Kolar und Textblättern in schraubengehefteten Folienhüllen.

Eins von 40 Exemplaren. – Die Graphik von Kolar, der Druckvermerk von den beiden Autoren signiert. – Enthält zehn Intertexte aus dem Buch »job – boj«. – Das Autorenpaar übersetzte auch internationale Lyrik, besonders von Vertretern der experimentellen, konkreten und surrealistischen Dichtung, ins Tschechische.

30,5 : 22,0 cm. [14] Seiten, Deckblatt und Graphik.

121  Jiri Kolar. Without »Grande Arche de la Defense«.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Collage (Offsetdrucke, Leim). 1990. 14,8 : 10,3 cm. Signiert und datiert.

Jiri Kolar verwendet eine Ansichtskarte mit Blick auf das markante Gebäude, welches er aber aus der Karte schnitt. Die quadratische Öffnung erlaubt nun wahlweise den Durchblick auf eine Reiterszene aus einer persischen Handschrift (eine rückseitig angeklebte zweite Postkarte) oder einen Renaissanceturm (lose eingelegter Ausschnitt aus einer Farbabbildung). – Rückseitig signiert, datiert und mit »P.« bezeichnet. – Gerahmt.

122  Yves Laloy. Album 1.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Sechs, teils farbige Serigraphien. 1968. 60,0 : 41,5 cm. Signiert.

Exemplar 92/100. – Vollständige Folge der in zunehmender Farbigkeit gedruckten Serigraphien. – Erschienen in der Edition Panderma Carl Laszlo, Basel. – Mit dem Textblatt (Vorwort des Herausgebers in Deutsch und Französisch) in der roten Originalmappe. – Yves Laloy (1920–1999) wurde von André Breton als Surrealist bezeichnet, entzog sich aber selbst dieser Klassifizierung. »Die Starrköpfigkeit und die Charakter-Grösse bewahrte Laloy vor allen surrealistischen Konspirationen und die Grösse André Bretons sicherte ihm stets einen der wichtigsten Plätze in der Gemäldegalerie der surrealistischen Bewegung« (Carl Laszlo).

Einige Ränder mit minimalen Knickspuren, Vorderumschlag der Mappe leicht fleckig

123  Fernand Léger. Composition.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

Farblithographie. 1947. 40,0 : 28,5 cm (42,0 : 32,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 25/100. – Auf festem Velin von Rives. – Schöne abstrakte Komposition in leuchtenden Farben. – Gedruckt von Desjobert, Paris. – Ediert von Robert Altmann, Paris, in seinem Portfolio »Brunidor 2«.

Ränder unbedeutend stockfleckig, sehr farbfrisch. – Montierungsreste.

Saphire 17

124  Fernand Léger. Femmes et enfants a l’accordeon.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 260

Farbserigraphie nach einer Gouache von 1950/51. 1954. 45,0 : 34,0 cm (56,0 : 38,0 cm).

Exemplar 538/1000. – Auf Velin d’Arches. – Aus dem Mappenwerk mit zehn Serigraphien nach Gouachen, gedruckt von Jean Bruller, Paris. Mit dem Trockenstempel »Sérigraphie F. Leger« und dem Monogramm des Druckers.

Saphire E 11

125  Kaspar-Thomas Lenk. Nachbilder zu Mahler.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Theodor W. Adorno: Epilegomena. Stuttgart 1962. Mit fünf monogrammierten Radierungen von Kaspar-Thomas Lenk. Originalleinenband mit bedrucktem Cellophanumschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 90 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Adorno und Lenk signiert. – Handpressendruck von Klaus Burkhardt in Zusammenarbeit mit der Galerie Müller, Stuttgart. – Als Blockbuch gebunden.

23,5 : 22,0 cm. [28] Seiten, 5 Radierungen.

Spindler 121.43

126  Silke Leverkühne. Hügellandschaft. – 9 Hügel. – Steinstufen.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

– Drei Farblithographien. 1994/95. 42,0 : 59,0 cm. Signiert und datiert.

Auf Velin. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Silke Leverkühne (geboren 1953) gehörte 1984 zu den Künstlern der Ausstellung »Von hier aus – Zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf«. Sie lebt und arbeitet heute in Düsseldorf.

Griffelkunst 277 B1, 2 und 6

127  Sol Lewitt. Arcs and Lines.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 550

All Combinations of Arcs from four Corners and four Sides, straight, not-straight, and broken Lines. Zweifarbige Radierung. 1975. 50,2 : 65,0 cm (55,2 : 69,8 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 46/60. – Blatt 1 der vierteiligen Folge. – In Blau und Schwarz auf Velin. – Mit dem Trockenstempel des Druckers »Gerald Sisco / Crown Point Press«. – Ediert von der Kunsthalle Basel.

Oberrand mit kleinem Einriss.

Kornfeld E 16. – Krakow 1975.08

128  Sol Lewitt. Black over Colors. Red, Yellow, Blue and Black irregular squares superimposed.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Farbradierung (Aquatinta und Zuckeraussprengverfahren). 1994. 38,5 : 38,5 cm (52,8 : 52,8 cm). Signiert und datiert.

Exemplar 33/50. – Auf festem Velin. – Ediert von Annemarie Verna Galerie und Brooke Alexander Editions. – Gedruckt bei Watanabe, Brooklyn/New York.

Unterrand etwa 1 cm gebräunt.

Krakow 1994.08

129  Roy Lichtenstein. As I opened Fire.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Triptychon. Farboffsetlithographien. 61,0 : 49,7 cm (63,7 : 52,8 cm).

Auf hellgrauem Offsetkarton. – Herausgegeben vom Stedelijk Museum Amsterdam, welches das berühmte dreiteilige Ölgemälde von 1964 besitzt. – Mit dem Copyright-Zeichen des Museums unten rechts in der Druckform, rückseitig jeweils typographisch betitelt und mit Angaben zum Druck.

130  Alberto Magnelli. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Grasse, 18.3.1942. Eine Seite, rückseitig adressiert.

An Georges Hugnet. – Magnelli (1888–1971) berichtet Hugnet vom Zusammentreffen mit Hans Arp, der viel Zeit mit dem Lesen von Werken Paul Eluards verbringe. Er erinnert Hugnet: »N’oubliez par le no. 1 de l’usage de la parole. Merci. – Arp à travaillé admirablement«. – Arp erinnerte sich später an die Zusammenarbeit an einer gemeinsamen Mappe: »1941 flohen Sophie und ich von Paris nach Grasse, von wo wir in die Vereinigten Staaten auswandern wollten. In Grasse trafen wir mit Sonja Delaunay, Alberto und Susi Magnelli, unseren Freunden zusammen. […] Wir zeichneten, aquarellierten und lithographierten gemeinsam […] Trotz der unheilvollen Zeit gehört für mich die Arbeit jener Zeit zum Schönsten, was ich erlebt habe« (zitiert nach Arntz). – Rückseitig eigenhändig adressiert. – Schönes Dokument der wichtigen Künstlergruppe. – Dazu: Serge Charchoune. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Paris, 6.12.1971. Eine Seite. An Christoph Czwiklitzer. »Lune I c’est le même texte, disposés differament. Lune I et Lune II dont trés mal traduits.«.

131  Aristide Maillol. Baigneuse accroupie.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Ausrufpreis/Starting bid: € 2000

Bleistift. Ca. 1930. 28,5 : 19,5 cm. Monogrammiert.

Schöne mit Schraffuren bildnerisch angelegte Zeichnung einer sich ins Wasser beugenden Frau. – Auf bläulichem Papier, aufgelegt auf zwei Kartonblätter. – Mit Echtheitsbestätigung von Olivier Lorquin vom 5. September 2018.

132  Künstler und Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 600

24 eigenhändige Briefe und Postkarten, alle mit Unterschrift, eine Karte mit Aquarell, ein Brief mit Linolschnitt. 1933–2002.

Fritz Levedag (Künstler, 1933, zweiseitiger Brief). – Otto Pankok (Künstler, 1935, Brief über einen Vortrag von Hulda Pankok). – Hans Jaenisch (Maler, 1938, Aquarell und Tusche, rückseitig Brief). – Ludwig Finckh (Schriftsteller, 1958, Widmungsgruß auf Postkarte). – Max Tau (Schriftsteller, 1958, Widmungsgruß auf Porträtfoto). – Frans Masereel (Künstler, 1958, zweiseitiger Brief). – Peter Brüning (Maler, 1964, Briefkarte). – Bruno Beye (Künstler, 1971, Brief mit Linolschnitt). – Henri Michaux (Maler und Dichter, 1981, Brief). – Otto Nebel (Sturmkünstler, 1972, Postkarte). – Gerhard Marcks (Graphiker, Bildhauer, Brief, 1973, Brief). – Conrad Felixmüller (Maler, 1975, Brief). – Carlfriedrich Claus (Graphiker, 1979, zweiseitiger Brief). – Jean Bazaine (Maler, 1980–1995, sieben Briefe, zwei Briefkarten). – Heinrich Neuy (Bauhauskünstler, 1994, Briefkarte). – Heinz Mack (Künstler, 2002, Brief). – Meist an den Düsseldorfer Antiquar und Galeristen Günter Fuchs.

133  XXe Siècle.

Schätzpreis/Estimate: € 12000

Ausrufpreis/Starting bid: € 8000

Chronique du jour. No. 1[–]5/6. – Nouvelle série, No. 1[–]58. – [14 Bände] Hommage a […] – Direction: Gualtieri di San Lazzaro [ab No. 44 Alain Jouffroy, Pierre Volboudt und Gilbert Lascault] Paris 1938–1939 und 1951–1984. Mit etwa 180 Originalgraphiken und Pochoirs sowie Tafeln und Abbildungen. 29 Originalbroschuren, 34 Originalpappbände, 16 Originalleinenbände mit -schutzumschlag.

Vollständige und tadellos erhaltene Reihe der sicher bedeutendsten französischen Kunstzeitschrift des 20. Jahrhunderts. Mit Beiträgen in Wort und Bild über Künstler, Stilrichtungen, Ausstellungen und den Kunstmarkt der gesamten Moderne. – Jedes Heft mit mehreren Originalgraphiken, zunächst Holzschnitte, Lithographien und Gravüren, später meist Lithographien und Pochoirs. – Mit den besonders gesuchten Heften der ersten Serie (Auflage je 1200 Exemplare): Heft 1 mit Bericht über die »Exposition du Surréalisme«, Paris 1938. – Heft 2: Man Ray. – Heft 3: Sechs Holzschnitte von Kandinsky, davon drei farbig (Bogenschütze, Zwei Reiter vor Rot, Orientalisches, Reiterweg, Motiv aus Improvisation 25, Schwarzer Fleck). – Heft 4: Acht Originalgraphiken von Matisse, Laurens, Miró, Arp, Magnelli, Chirico, Zadkine und Hélion, zwei Lithographien von Duchamp und Max Bill. – Heft 5/6: Originalgraphiken von Severini, Max Ernst, W. Power, Marcoussis und der zweifarbige »Holzschnitt pour ›XXe siècle‹« von Kandinsky. – Die nach Kriegsende begonnene »Nouvelle série« mit jeweils zwei oder mehr Lithographien oder Pochoirs, unter anderem von Joan Miro, Marc Chagall, Henri Matisse, Giorgio De Chirico, Hans Arp, Henri Laurens, Marcel Duchamp, Wassily Kandinsky, Max Ernst, Marino Marini, Fernand Leger, Jacques Villon, Georges Braque, Jean Dubuffet, Sonia Delaunay, Alberto Giacometti, Pierre Soulages, Jean Fautrier (wurde nur beigelegt und fehlt deshalb oft), Viera da Silva, Henry Moore, René Magritte, Victor Brauner, Man Ray und Renato Guttuso. – Zu den Autoren gehörten, neben San Lazzarro, Herbert Read, Willi Grohmann, Carola Giedion-Welcker, Jean Cassou, Michel Seuphor, André Breton, André Pieyre de Mandiargues und zahlreiche weitere. – Parallel zur Zeitschrift als »Numéro spécial« bzw. als deren Nummern 57 und 58 erschienen die Hommage-Bände zu Moore, Picasso, Matisse, Chagall, Leger, Max Ernst, Tanning, Calder, Marini, Kandinsky, Esteve, Miro, Rouault, Lindner, Guttuso und Manzú (hier vollständig vorhanden) sowie die beiden Bände »Chagall Monumental« und »Chagall in Jerusalem«.

31,5 : 24,5 cm. – Alle mit Pergaminumschlag geschützt. – Auflistung der Originalgraphiken auf Anfrage.

134  Walasse Ting. One Cent Life.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 3400

Edited by Sam Francis. Bern, Kornfeld 1964. Mit 62 Farblithographien, teils doppelblattgroß, teils im Text. Lose Doppelbogen in farbig serigraphierter Originalleinenchemise mit illustriertem Originalumschlag und im blauen Originalleinenschuber.

Eins von 2000 nummerierten Exemplaren. – Herausgeber Sam Francis vereinte die 61 Gedichte des amerikanischen Malerpoeten Walasse Ting mit eigenen Farblithographien und weiteren von Pierre Alechinsky, Antonio Saura, Asger Jorn, Robert Indiana, Riopelle, Karel Appel, Tom Wesselmann, Bram van Velde, Allan Kaprow, Andy Warhol, Robert Rauschenberg, K. R. H. Sonderborg, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Jim Dine, Mel Ramos und weiteren zwölf Künstlern. – Druck bei Maurice Baudet, Paris, nach der Typographie von Georges Girard. – Großartiges Malerbuch der Nachkriegszeit, eines der wichtigsten und schönsten Zeugnisse des abstrakten Expressionismus und der Pop Art.

41 : 30 cm. 170, [4] Seiten. – Tadellos schönes Exemplar, geschützt in der Original-Holzbox mit wiederholter Exemplarnummer.

135  Boxes.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Los Angeles, Dwan Gallery 1964. Drei beidseitig bedruckte Papierstreifen mit Texten und Abbildungen (89,4 : 17,1 cm, gerollt) in illustrierter Originalpappschachtel.

Auf der Ausstellung wurden Kästen, Schachteln, Dosen und Boxen von Schwitters, Duchamp, Kienholz, Rosenquist, Wesselmann, Warhol u. a. gezeigt.

18,5 : 11,5 : 8,0 cm (Box). – Die erste Papierrolle mit kleinen Filmoplastspuren und -resten.

136  24 Stunden.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Happening am 5. Juni 1965 von 0–24 Uhr in der Galerie Parnass Wuppertal, Moltkestraße 67. Itzehoe, Hansen & Hansen 1965. Mit zahlreichen Abbildungen, zwei Leporellos und einem beigelegten Mehlsäckchen. Rote Originalbroschur.

Originaldokumentation zu dem legendären Happening europäischer Intermedia-Künstler. – Beteiligte Künstler waren Joseph Beuys, Bazon Brock, Charlotte Moorman, Nam Jun Paik, Eckart Rahn, Tomas Schmit und Wolf Vostell. – Während der Aktion trat Nam June Paik erstmals mit seinem Robot K 567 in Europa auf. Das beigelegte Mehlsäckchen bezieht sich auf Wolf Vostells »20 erinnerungen an meine 24 STUNDEN in wuppertal«, welche mit der Aufforderung »beschäftigen sie sich 24 stunden mit mehl« enden. Das Säckchen liegt in einer durch etwa 200 Blatt (etwa die Hälfte des gesamten Büchleins) reichenden Ausstanzung. – Mit Texten der beteiligten Künstler und von Rolf Jährling, die Fotos stammen von Ute Klophaus.

10,5 : 7,5 : 4,2 cm. – Gelenke (und Rücken?) erneuert.

Archiv Sohm, Nr. 197 (mit Abbildung)

137  SMS.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1600

A Collection of Original Multiples. Edited by William Copley. No. 1–6. New York, The Letter Edged in Black Press, Februar – December 1968. 73 Originalmultiples verschiedenster Art und Größe in sechs Originalumschlägen und Originalversandboxen.

Vollständige Folge aller sechs Ausgaben, die in einer Auflage von etwa 2000 Exemplaren erschienen. – Kaum eine Edition spiegelt so deutlich und nuancenreich den Zeitgeist der späten 1960er Jahre wider. 1968 gründete der amerikanische Surrealist William Copley das »SMS Studio« im New Yorker »East Village«. Aus dem ersten Mappenwerk »entstand eine Assemblage von Multiples, die seiner alten Vorliebe für den Surrealismus huldigte.« (Thomas Kellein, in Archiv Sohm). – 73 Multiples in unterschiedlichen Formaten, Techniken und Materialien (Papier, Pappe, Kunststoff, Schallplatten, faksimilierte Notizen, Briefe, Bücher, Objekte, Tonkassetten) von folgenden Künstlern:
1: Su Braden, James Lee Byars, Christo, Waller de Maria, Richard Hamilton, Kaspar Koenig, Julien Levy, Sol Mednick, Nancy Reitkopf, La Monte Young, Marian Zazeela
2: Marcel Duchamp, Nicolas Calas, Bruce Conner, Maria Herscovitz, Alain Jacquet, Ray Johnson, Lee Lozano, Meret Oppenheim, Bernhard Pfreim, George Reavey, Clovis Trouille
3: John Battan, Aftograf, Enrico Baj, William Bryant, Dick Higgins, Joseph Kosuth, Ronnie Landfield, Roland Penrose, Man Ray, H. C. Westermann, Hannah Weiner, Terry Riley
4: Robert Stanley, Arman, Paul Bergtold, John Cage, Hollis Frampton, On Kawara, Roy Lichtenstein, Lil Picard, Domenico Rotella, Robert Watts, Orincess Winifred, La Monte Young, Marian Zazeela, Terry Riley (Musikkassette)
5: Congo, William Anthony, Wall Batterton, William Copley, Edward Fitzgerald, Neil Jenney, Angus McLise, Bruce Nauman, Yoko Ono, Mel Ramos, Robert Rohm, William Schwedler, Diane Wakoski, Lawrence Weiner
6: Richard Artschwager, Ed Bereal, Dieter Roth, Betty Dodson, Ronaldo Ferri, John Giorno, Toby Mussmann, Adrian Nutbeem, Claes Oldenburg, Mischa Petrov, Jan Reavey, Bernar Vernet.

28 : 18 cm (Umschläge), 35 : 19 cm (Versandboxen). – Versandboxen etwas gebräunt.

Archiv Sohm 177 und Abbildung 319. – Sammlung Schnepel Z-16

138  La lune en rodage II.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Zuschlag/Hammerprice: € 6500

Basel, Edition Panderma 1965. Mit 62 Originalarbeiten (Gouachen, Zeichnungen, Collagen) und Originalgraphiken, davon 54 signiert.

Exemplar 82/150. – Vollständiges, sehr gut erhaltenes Exemplar der zweiten Edition der Reihe. – Die Anthologie moderner und zeitgenössischer Kunst wurde herausgegeben von Carl Laszlo in Basel. – Die Originalarbeiten auf farbige Kartonblätter montiert, diese mit acht vorgehefteten Text- und Illustrationsblättern. Im Originalhalbleinenband mit dem montierten Kunststoffrelief von Talman auf dem Vorderdeckel. – Enthält Originalarbeiten und -graphiken von Victor Vasarely (2 Farbserigraphien), Hundertwasser (Collage), Schroeder-Sonnenstern (Farbserigraphie), Walter Leblanc (bemalte Wellpappcollage), Capogrossi (Farblinolschnitt), Günter Uecker (Prägedruck), Koethe (Aquarell), Goepfert (Collage), Megert (Spiegelcollage), Hsiao Chin (Aquarell), Dieter Roth (Ideotogramm, Bleistift auf Offset), Wunderlich (Farblithographie), Dufrêne (Collage), Kuschernus, Kemény (Goldprägedruck), Carl Laszlo (2 Manifeste), Sobrino (Folienprägung), Thomas Bayrle (Lithographie), Villeglé (Collage), Lajos Kassak (MA-Farbserigraphie), Thomas Lenk (Radierung), Dorazio (zweifarbige Lithographie), Ferro (Collage) u. v. a.

32,5 : 35,5 cm. – In der Originalversandbox (diese etwas fleckig).

139  Zeitschrift für Tiegel & Tumult.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Herausgegeben von Wolfgang Luh und Jürgen O. OIbrich. [Nummern] 1–25. Kassel 1986–1992.

Vollständige Folge der ungewöhnlichen »Zeitschrift«. – Vierteljährlich erschien eine Ausgabe, jeweils in Zusammenarbeit mit einem Künstler, dem sogenannten »Visual Guest«, in einer Auflage von 150 Exemplaren. – »Die Zeitschrift ist handgemacht und bedient sich aller erdenklichen Verarbeitungstechniken. Mediale Formen verschiedenster Art kooperieren für ihr Erscheinungsbild – z. B. Bügeleisen, eine Fensterbank oder ein Plastikhemd. Der Aspekt des Recyclings fließt dabei stark ein. […] Symbol der Zeitschrift ist die abgeschnittene Ecke, die als Heft im Heft wieder auftaucht.« (Katalog Sammlung Dittmar Nürnberg 1991). – Unter den zahlreichen Objekten, Ready-mades und Beilagen diverse Umschlags- und Mappenformen, Stoffbeutel, Konserven-Dose, ausklappbarer Metallrahmen, roter Plastikkoffer. – Beteiligt waren folgende Künstler: Wolfgang Hainke, Chuck Stake, Eric van Scooten, Georg Jappe, Emmett Williams, Michael Heckert, Axel Gallun, Bernard Heidsieck, Arno Arts, Ann Noel, Niall Monro, Boris Nieslony, Vittore Baroni, Achim Schnyder, Heta Norros, Bruce McLean, Wilhelm Koch, Norbert Klassen, Rainer Resch, Claus Böhmler, Franz-Josef Weber, Die Zwei, Rainer Selg, Martin Rindlichsbacher. – Die Ausgaben 16 und 25 (Das Buch) mit signierten Arbeiten der bis dato beteiligten Künstler. – Dazu: 26 – no news. 1993. Objektkassette. Eins von 75 Exemplaren. Unter diesem Titel wurde die Zeitschrift »Tiegel & Tumult« durch J. O. Olbrich fortgeführt.

Blechdose Nr. 24 geöffnet. – Einband von The Book Nr. 25 etwas stockfleckig.

Optisches Inhaltsverzeichnis: http://www.luh-art.com/tiegel.html

140  René Block. Grafik des Kapitalistischen Realismus.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 4500

KP Brehmer – Hödicke – Lueg – Polke – Richter – Vostell: Werkverzeichnisse bis 1971 unter Mitarbeit von Carl Vogel. Berlin, René Block 1971. Mit zahlreichen Abbildungen. Schwarzer Originalleinenband und -schuber.

Eins von 120 Exemplaren der Vorzusgausgabe mit den sechs signierten Originalgraphiken »Selbstbildnisse«, lose in Extraschuber, jede nummeriert: KP Brehmer. Zweifarbige Radierung. – KH Hödicke. Zweifarbige Serigraphie. – Konrad Lueg. Serigraphie in Blau. – Sigmar Polke. Lackierter Offsetdruck. – Gerhard Richter. Zweifarbiger Offsetdruck, lackiert. – Wolf Vostell. Schwarzer Lack auf Siebdruck, unsigniert – Innen tadellos, die Graphiken unberührt.

21,3 : 24,5 cm. 3–186, [8] Seiten – Schuberkanten und Einbandrücken verblasst.

Vostell: Vomm 1971 : 12

141  Odradek.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Die Realität des Unverständlichen. Dreizehn Radierungen zu der Erzählung »Die Sorge des Hausvaters« von Franz Kafka. 1971. Alle signiert und nummeriert, teils datiert.

Exemplar 59/100, von der Auflage kamen 80 Mappen in den Verkauf. – Mit je einer Radierung von Peter Ackermann, Peter Collien, Michael Coudenhove-Kalergi, Thomas Häfner, Alfred Hrdlicka, Markus Vallazza und Anton Wyss sowie je einer Farbradierung von WP Eberhard Eggers, Ernst Fuchs, Friedrich Meckseper, Arnulf Rainer, Kurt Regschek und Woldemar Winkler. – Es handelt sich »nicht um Illustrationen der Erzählung, sondern um freie Arbeiten […], in denen auf die den Künstlern eigene Weise Wirklichkeit und Irrealität in Beziehung gesetzt werden«. – Herausgegeben von Rudolf Jüdes und Gunter Hofer, das Vorwort schrieb Hemmo Müller-Suur. – Erschienen im Steintor Verlag, Burgdorf/Hannover. – Die Graphiken in Passepartouts, diese zusammen mit dem Textbogen lose der Originalleinenkassette.

Kassette: 42 : 31 cm. – Kassettenecken leicht berieben.

142  Extra-Ausgabe IV.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

Vier Zeichnungen, ein Multiple. 1979. 21 : 15 cm. Alle signiert, datiert und betitelt.

Exemplar 8/20, jedes ein Unikat. – Faltblatt mit Titel und Druckvermerk. – Enthält vier Originalzeichnungen und eine Textilarbeit, alle signiert und datiert: Christian Ludwig Attersee. Messerwurst. Bleistift und Deckweiß. – Bernhard Johannes Blume. Sonnenaufgang hinter Topf-Blume. Farbige Faserstifte. – Günter Brus. 20 Bagatellen. Bleistift und Wachskreide. – Karin Pott. Wanderungen. Aquarell, Blei- und Farbstift. – Dominik Steiger. Vorhang meiner Kinderstube 1940. Bedruckter Stoff in einer Plastikhülle. – Es erschienen sieben »Extra-Ausgaben«, jeweils zu einer Nummer der »Ausgaben«, dem Avantgarde-Literatur- und Kunstmagazin, ediert von Achim Hundertmark zwischen 1976 und 1984. – Tadellos erhalten, sehr selten.

143  Ollo. – Ollo 2.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Rivista senza messaggio. Diretta da Alessandro Mendini (e Alessandro Guerriero) Mailand 1988 und 1990. 101 farbige bzw. 80 Tafeln. Mit einer Falttafel bzw. einem Inhaltsverzeichnis lose in illustrierten Originalschubern.

Wohl die beiden einzigen Ausgaben, herausgegeben von dem Designer und Architekten Alessandro Mendini in dessen Edition Alchimia, einem der wichtigsten Zentren des italienischen Post-Avantgarde-Designs. – Jeweils ein Exemplar einer nicht bezeichneten Luxusedition mit beigelegtem Multiple: Anselmo Dionisio-Kravatte zu Ausgabe 1 und Swatch-Armbanduhr mit stilisiertem Gesicht als Zifferblatt, rückseitig graviert »Museo Alchimia« zu Ausgabe 2. – Ausgabe 1 dokumentiert Fotografien und Kunstwerke italienischer Künstler. Mit der Falttafel »Mappa de design«. – Ausgabe 2 mit Porträts von Daniel Libeskind, Bruno Munari, Alessi und vielen anderen, vorwiegend italienischen Designern und Architekten, nach Fotografien von Occhiomagico (Giancarlo Maiocchi) und anderen Fotografen.

33,0 : 24,0 cm.

144  Mother Goose Collection.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Sechs Farbserigraphien. 1990. 68,5 : 52,0 cm. Alle signiert und nummeriert.

Exemplar 26/300. – Vollständiges Mappenwerk mit der Titelserigraphie von Maurice Sendak und je eine weitere von Chris van Allsburg, Barry Moser, Seymour Chwast, Daniel Pelavin und Guy Billout zu verschiedenen Mother Goose-Strophen. – Die Serigraphien auf Velin »BFK Rives«, jede signiert und nummeriert, jede in einem Transparent-Doppelblatt mit Titelvignette. – Zusammen mit einem Textblatt mit den Kurzbiographien der Künstler in der Originalkassette, auf deren Innendeckel die Texte und der Editionsvermerk. – Ediert von Serigrafia Ltd., New York City, die Serigraphien mit deren Trockenstempel.

Die Kassette leicht bestoßen, Rücken überklebt. Die Serigraphien tadellos.

145  Neue Junge Kunst aus Leipzig.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 450

13 Originalgraphiken. 1990. 26,2 : 37,5 cm.

Exemplar 50/70. – Mit folgenden signierten, datierten und teils betitelten Originalgraphiken: Marie Dix (zwei farbige Collagen mit Materialdruck, einer übermalt), Ulrike Dornis (drei Lithographien), Jens Hanke (drei Farbserigraphien, davon eine doppelblattgroße als Umschlag), Steffen Mück (zwei Lithographien) und Sibille Rauch (drei Lithographien: Fische, Zwerge, Gärtner). Sibille Rauch, seit 1985 Ehefrau von Neo Rauch, arbeitet seit vielen Jahren unter dem Künstlernamen Rosa Loy. – Untertitel: »Noch vor dem Diplom stellen sich in dieser Edition fünf Maler vor, denen das Korsett der traditionellen Leipziger Schule zu eng ist und die bereits vor Öffnung der Grenze dieses akademische Laufgitter verlassen haben«. – Mit zwei Titelblättern und leeren Zwischenblättern vor den Graphiken in der Originalbroschur. – Erschienen anlässlich der Ausstellung vom 23.3.–12.4.1990 in Hannover. – Alle fünf Künstler studierten ab Mitte der 1980er Jahre an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Selten.

146  Georg Dick. Frank Maibier. Der Schnitt.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Graphiken und Multiples in Metallbox. 1992. 50 : 30 : 3 cm. Mehrfach signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 4/10. – Ediert von der Galerie Oscar in Chemnitz. – Inhalt: Drei Linolschnitte von Georg Dick, drei Papierschnitt-Collagen von Frank Maibier, zweiteiliges Pappobjekt mit geprägtem Goethe-Zitat, von beiden Künstlern signiert sowie Metallobjekt in der Form eines Sensenblatts. – Seltenes Dokument dieser für die Kunstszene der Nachwendezeit wichtigen Galerie, zu deren Gründern neben den beiden hier vertretenen Künstlern auch Steffen Volmer sowie Carsten und Olaf Nicolai gehörten.

147  1/4 Jahrhundert Galerie Oben.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Zehn Originalgraphiken. 1998. 53,5 : 40,0 cm. Alle signiert, datiert und nummeriert.

Eins von 25 Exemplaren (Gesamtauflage 35). – Mit je einer Radierung von Michael Morgner, Dagmar Ranft-Schinke, Thomas Ranft, Max Uhlig, Claus Weidensdorfer, Eberhard Göschel, je einer Lithographie von Steffen Volmer, Carlfriedrich Claus, Klaus Sobolewski und einem Holzschnitt von Osmar Osten. – Die Graphiken entstanden anlässlich des 25jährigen Bestehens einer der wichtigsten Galerien der ehemaligen DDR. – Mit einem Text von Tilo Richter. – Lose mit Textblatt und Druckvermerk in der Originalleinenmappe. – Die Chemnitzer Galerie Oben wurde 1973 gegründet, sie ging aus einer 1954 etablierten Verkaufsgenossenschaft bildender Künstler des Bezirks Karl-Marx-Stadt hervor und widerstand – trotz intensiver »behördlicher« Beobachtung – der Verstaatlichung. Neben dem Ausstellungsprogramm fanden regelmäßige »Mittwochgespräche« statt, zu denen Schauspieler (Eberhard Esche, Ulrich Mühe), Musiker (Uschi Brüning) und Schriftsteller (Eva Strittmatter, Erich Arendt) in die Galerieräume eingeladen wurden.

148  Sieben Jahresgaben der Kestner-Gesellschaft.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Alle signiert, meist nummeriert, teils datiert. Rückseitig mit dem Stempel der Kestner-Gesellschaft

I. Eduard Bargheer. Athen. Farbradierung (Kaltnadel und Aquatinta). 1972/73. 31,0 : 42,8 cm (43 : 65 cm). Signiert, datiert und nummeriert. Ex. IV/XXX. Auf Bütten. Rosenbach 323.
II. Lynn Chadwick. Watchers. Farblithographie. 1960. 38,0 : 25,0 cm (45,5 : 34,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert. Ex. 256/300. Auf Velin.
III. Hans Hartung. Ohne Titel. Radierung. 1953/56. 41,3 : 32,7 cm (65,5 : 50,0 cm). Signiert und nummeriert. Ex. 65/250. Auf Velin d’Arches. Schmücking 15.
IV. Karl Hartung. Abstrakte Figur. 1956. Zweifarbige Serigraphie. 70,5 : 50,0 cm. Signiert.
V. Hans Mettel. Sitzende Figur. Farblithographie. 1954. 30 : 21 cm (38 : 32 cm). Signiert und nummeriert. Ex. 224/250.
VI. Zoran Music. Paysage. Farbaquatinta. 1959. 37,5 : 53,5 cm (50,5 : 66,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert. Ex. 45/250. Auf Velin d’Arches. Schmücking 70.
VII. Emil Schumacher. Ohne Titel. Radierung (Kaltnadel und Aquatinta). 1961. 44,5 : 30,5 cm (70,0; 50,0 cm). Signiert und nummeriert. Auf Velin. Rothe 127.
Zehn Beigaben, alle signiert und nummeriert: Gunter Böhmer (Radierung, 96/120), Fritz Genkinger (Farblithographie, 43/100), Günter Grass (Pilze, Radierung, 1973, 91/100), Fritz Grasshoff (Farblithographie, 1955, 16/50; Lithographie, 1959, 5/300), Gerhard Marcks (Die Katze von Aigina, Linolschnitt, 1979, 13/250), Elke Rehder (Drei Bauern, Farblithographie, 14/20), Rolf Szymanski (Radierung und Farblithographie, je 43/80), A. Paul Weber (Der Nachdenkliche, Lithographie).

149  Franz Marc. Ex libris Paul Marc.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Lithographie. 7,0 : 5,5 cm (9,9 : 7,7 cm).

Die zweite Fassung des Exlibris für den Bruder des Künstlers, nun mit dem Sockel links unten und kräftigen Schattenpartien. – Auf weißem Papier, gedruckt in Schwarz. – Rückseitig mit Sammler- oder Druckerstempel »SH« (?, nicht bei Lugt). – Aus dem Nachlass eines Druckers der Steglitzer Werkstatt. – Tadellos.

Vgl. Hoberg/Jansen 48. – Gutenberg-Katalog 7026

150  Franz Marc. Exlibris Franz Marc.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

Lithographie. 1904. 7,1 : 7,2 cm (10,0 : 9,2 cm).

Frühe graphische Arbeit Marcs, noch ganz gegenständlich und dem Jugendstil verhaftet. – Sicher das schönste unter den Exlibris’ des Künstlers. – Auf weißem Papier, nur in Schwarz gedruckt. – Rückseitig Monogramm- oder Druckerstempel »SH« (?). – Aus dem Nachlass eines Druckers der Steglitzer Werkstatt, wo Marc zumindest dieses (und das folgende) Exlibris drucken ließ. – Tadellos.

Hoberg/Jansen 49. – Gutenberg-Katalog 7025

151  Marino Marini. Bildnis Thomas Mann.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 340

Farbige Lithographie. 1955. 33,5 : 26,5 cm (55 : 45 cm). Signiert.

Wohl eins von 20 Künstlerexemplaren (Gesamt 220). – Auf Velin d’Arches. – Entstanden im Todesjahr des Dichters und ediert von seinem Hausverlag S. Fischer. – Gedruckt bei Wolfensberger, Zürich.

Papier etwas gebräunt. Rückseitig umlaufend Montierungsreste.

Guastalla 107

152  Marwan Kassab-Bachi. Gesicht.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Aquatintaradierung. 1974. 29,7 : 39,3 cm (53,5 : 63,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 20/30. – Auf Velin. – Gedruckt in Dunkelbraun. – Der in Damaskus geborene Künstler (1934–2016) studierte ab 1957 in Berlin bei Hann Trier. Ab 1963 arbeitete er freischaffend, Georg Baselitz und Eugen Schönebeck zählten zu seinen Künstlerfreunden. Bekannt wurde er vor allem durch seine expressiven »Gesichte«.

153  Almir Mavignier da Silva. Composition cinétique.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Zweifarbige Serigraphie. 1967. 79,7 : 50,9 cm (85,8 : 57,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 107/200. – Auf sehr glattem, leicht getöntem Karton. – Im schwarzen Unterrand signiert.

Kaum störende, leichte Bereibungen.

154  Joan Miró – Tristan Tzara. Parler seul.

Schätzpreis/Estimate: € 9000

Zuschlag/Hammerprice: € 11000

Poème. Lithographies de Joan Miró. Paris, Maeght 1948–1950. Mit 72 meist farbigen Lithographien im Text, teils blattgroß, und eine als Bezugspapier der Chemise, eine Farblithographie mit Collage auf dem Umschlag. Grüner Ecrasélederband mit farbigen Lederintarsien auf beiden Deckeln und dem Rücken, im Schuber mit Lederkanten (signiert: J.-F. Barbance). Das Bezugspapier der Chemise und der Umschlag mit der Collage sind eingebunden.

Eins von 200 Exemplaren auf Velin »Malacca pur Chiffon« (Gesamtauflage 253). – Im Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert. – Originalausgabe des 1945 entstandenen Gedichts Tzaras. Mit dem Druck von Text und Lithographien wurde 1948 begonnen, die auf der Handpresse abgezogenen Lithographien, die vielfach auf den Textseiten eingedruckt wurden, waren erst 1950 abgeschlossen. – Der Buchbinder Jean-Françoise Barbance aus Avallon ließ sich für die Intarsien auf dem Einband von zwei Lithographien aus dem Buch inspirieren. – »This book represents a particulary effective collaboration between artist and author. Miró’s brillantly spontaneous and amorphous images, drawn directly on the stone with very few preparatory sketches, have the inventive verve of Tzara’s random verses« (Eleaonor M. Garvey). – Die Dichtungen Tzaras entstanden laut Impressum im »Hospital psychiatrique de Saint-Alban«. Tzara hatte »auf Einladung des Chefarztes und Direktors dieser Anstalt seine dortigen Beobachtungen aufgezeichnet. Es handelt sich hier um eine Art Selbstgespräch bzw. die poetische und seelenvolle Schilderung von Traumgebilden. […] Text und Bild, Autor und Künstler sprechen sozusagen dieselbe Sprache« (Sybille Bock, 1999, in »Französische Malerbücher […] Sammlung Christa und Wolfgang Classen«). – Eines der schönsten Malerbücher Mirós in einem kongenialen Einband französischer Provenienz.

37,0 : 28,0 cm. – Die untere Hälfte der übergroßen Lithographie (Mourlot 102) wurde wohl als Bezugspapier für den Schuber verwendet, der hier nicht mehr vorhanden ist.

Monod 10809. – Cramer, Miro Books 17. – Mourlot 102, 104 und 107.1-70. – Garvey 206. – Classen 1999, Nr. 13

155  Joan Miró. Céramiques.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 230

Farblithographie. 1974. 42 : 62 cm (55,0 : 76,5 cm). Im Stein signiert.

Auflage in unbestimmter Höhe, gedruckt bei Arte Adrien Maeght, Paris, auf chamoisfarbenem Velin d’Arches mit dem Wasserzeichen »MAEGHT«.

Etwas angestaubt.

Mourlot 928

156  Piet Mondrian. Serigraphie-Reproduktionen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Elf Farbserigraphien nach Ölgemälden. 1978. 50 : 45 cm.

In ungenannter Auflagenhöhe erschienenes Mappenwerk mit elf großformatigen Serigraphien nach Gemälden Mondrians aus den Jahren 1921–1938. Gedruckt von Ernst Christen nach Abbildungen in Ausstellungskatalogen der Galerie Beyeler (Basel 1965) und des Kunstmuseums Bern (1972). – Die hervorragenden Drucke entstanden mit Schnittschablonen und Direktbeschichtung. – Jede Serigraphie mit Bleistift mit einer Bildnummer und im Druck mit »P.M.« und dem ursprünglichen Entstehungsjahr bezeichnet. – Jedes Blatt passepartouriert, mit zwei Textblättern (Bildlegenden und Einleitung) lose in der Originalmappe mit serigraphierter Deckelillustration und Originalleinenkassette.

157  Alois Mosbacher. Malerei.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Aquarell. 1985. 30,5 : 23,2 cm. Signiert, datiert, rückseitig betitelt und nummeriert.

Beilage zu den 18 Vorzugsexemplaren von Heft 1 der Zeitschrift »Malerei · Painting · Peinture«, die herausgegeben von Stefan Szczesny 1988 in der Münchner Edition Pfeffele erschien. – Das Aquarell und das Originalheft 1 der Zeitschrift in der Originalhalbleinenmappe. – Die Zeitschrift mit Beiträgen von Peter Bömmels, Sandro Chia, Demosthenes Davvetas, Martin Disler, Rainer Fetting, Peter Handke, Alois Mosbacher, Stefan Szczesny und Bernd Zimmer und Bildern von Picasso, Matisse, Delacroix u. v. a. – Jedes Vorzugsexemplar enthielt die Originalarbeit eines anderen Künstlers.

158  Johann Georg Müller. Mädchenakt bei der Toilette.

Schätzpreis/Estimate: € 6000 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 5200 ( R19 )

Aquarellierte Tuschzeichnung. Um 1950. 45,5 : 30,0 cm. Monogrammiert.

Auf Japan. – Die schöne und trotz der unbeweglich Dargestellten dynamisch und bildhafte Zeichnung erhält durch die unterschiedlich stark ausgeführten Schraffuren, die teils auch mit Bleistift in die nasse Aquarellfarbe eingezeichnet wurden, eine fast druckgraphische Komponente. – Ursprünglich studierte Johann Georg Müller (1913–1986) Bauingenieurwesen. Erst in den 1930er Jahren schulte er sich künstlerisch als Autodidakt, begann zu zeichnen und ließ sich als freischaffender Künstler nieder. Unter den Nationalsozialisten wurde ihm jedoch Ausstellungsverbot erteilt. Nach Kriegsende wandte er sich der Malerei zu. – Rückseitig: Stehender weiblicher Akt. Farblithographie?.

159  Christa Näher. Schacht.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Stuttgart, Edition Cantz 1991. Mit zahlreichen, meist farbigen und ganzseitigen, Abbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag und -schuber.

Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer beigelegten Zeichnung der Künstlerin (24,4 : 15,5 cm), signiert und datiert, lose in Passepartoutmappe. – Die Edition erschien anlässlich der Ausstellung in der Galerie der Stadt Stuttgart. Neben dem Werkteil enthält der Band drei Beiträge von Johann-Karl Schmidt, Ursula Zeller und Wolfgang Winkler sowie einen bio-bibliographischen Anhang. – Von 1987 bis 2014 hatte Christa Näher eine Professur an der Frankfurter Städelschule inne, ein Jahr nach der vorliegenden Publikation stellte sie auf der Documenta IX aus. – Makellos.

27,5 : 21,5 cm. 170, [2] Seiten.

160  Bruce Nauman. Sequence.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

Farboffset auf Kromekote Paper. 1969. 58,3 : 48,3 cm (61,3 : 51,0 cm). Signiert.

Eins von wenigen signierten Exemplaren (Cordes/Taylor »some signed«). – Herausgegeben von der Leo Castelli Gallery, New York, im Zusammenhang mit der dortigen Bruce Nauman Ausstellung »Holograms, Videotapes, and Other Works« (Mai-Juni 1969). – Tadellos erhalten und farbfrisch.

Cordes/Taylor S. 130

161  Thomas Niggl. Composition.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Gouache auf Papier. 1988. 29,7 : 21,0 cm. Signiert und datiert.

Impulsive, leuchtend farbige Arbeit im Stil der großformatigen Gemälde dieser Zeit. – Auf rosafarbenem Papier. – Am Unterrand und rückseitig mit der Werknummer (?) »332 – 31/36« bezeichnet, rückseitig Atelierspuren. – Thomas Niggl, geboren 1939 in München, lebt und arbeitet in Feldafing und im italienischen Arezzo und ist einer der letzten noch lebenden Künstler vom legendären »Kollektiv Herzogstraße«.

162  Hermann Nitsch. 114. Aktion (Lehraktion) des Orgien Mysterien Theaters.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 2000

Elf (statt zwölf) Farbfotografien und ein »Originalrelikt« (Schüttbild). 2003. 70 : 50 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 20/45. – Die Aktion, die 2003 in der Galerie Kunst & Handel, Graz, stattfand, wurde fotografisch von Heinz Cibulka und Magdalena Frey dokumentiert. – Die großformatigen Abzüge auf Kodak Royal rückseitig mit dem Stempel des Archivs Cibulka sowie Signatur und Nummerierung. – »Originalrelikt«: Maischegetränktes Leinentuch, rückseitig mit Schuhsohlenspuren (70 : 50 cm, am Unterrand mit schwarzem Faserstift signiert und nummeriert). – Zusammen mit dem ebenfalls von Nitsch signierten Titelblatt in der roten Originalleinenkassette. – Ediert von Philipp Konzett und Gerhard Sommer, Galerie Kunst & Handel, Graz.

Es fehlt eine Fotografie. – Sehr gut erhalten, innen tadellos.

163  Marcel Odenbach. Interieur.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Multiple. Zwei Zeichnungen (Rot- bzw. Bleistift), eine über Strichätzung. 2008. 22,8 : 29,0 cm. Rückseitig signiert.

Exemplar 18/20. – Die Bleistiftzeichnung dient als ausschnitthafte Überzeichnung einer Bildmontage mit mehreren Aktmodellen, die sich auf Betten und Canapés räkeln. – Auf einem angefalzten Transparentpapier wurde die Zeichnung mit Rotstift wiederholt. – Auf dem Kartonblatt rückseitig signiert und nummeriert sowie mit dem datierten Stempel des Künstlers, dieser auf dem Büttenumschlag wiederholt. – In der Originalmappe. – Der Videokünstler Marcel Odenbach (geboren 1953) lebt und arbeitet in Köln.

164  Meret Oppenheim. Sansibar.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Gedichte und Serigraphien. Basel, Edition Fanal 1981. Mit 16 Farbserigraphien mit Prägedruck. Lose Doppelblätter in hellblauer Originalbüttenkartonchemise und Originalschuber.

Erste Ausgabe der ersten Gedichtsammlung. – Eins von 18 römisch nummerierten, nicht für den Handel bestimmten Exemplaren (Gesamtauflage 220). – Auf Ingres-Bütten. – Die Texte wurden aus der Univers mager gesetzt und gedruckt von Max Fürer, die Handsieb- und Prägedrucke im Atelier der Edition Fanal gedruckt. – Die meisten der 16 Gedichte entstanden in den Jahren 1933–1944. – Schon früh beschloss Meret Oppenheim (1913–1985), Künstlerin zu werden. 19jährig reiste sie nach Paris und wurde dort von den Surrealisten um André Breton begeistert aufgenommen. Sie beteiligte sich an mehreren Gruppenausstellungen, ihre berühmte frühe Arbeit »Frühstück in Pelz« wurde 1936 von Alfred Barr für das MoMA erworben. In der Schweiz war sie in der »Gruppe 33« aktiv, nach dem Krieg waren ihre Arbeiten von Surrealismus, Neo-Dada und Objektkunst geprägt. – Ihr dichterisches Werk wurde in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, erst 1984 erschien in der »edition suhrkamp« eine Sammlung ihrer Dichtungen. – Selten und innen sehr gut erhalten. – Dazu: Suzanne Feigel. Hinter einer Glaswand. Gedichte. Basel, Edition Fanal 1982. Mit vier Serigraphien auf gefalteten Transparentpapieren, zwei beigelegt, zwei als Umschlag um die beiden Originalbroschuren montiert. Im Originalschuber. Erste Ausgabe. Eins von 100 nummerierten Exemplaren, weitere zwölf als Belegexemplare. – Im Druckvermerk von Dichterin und Künstlerin signiert.

28,2 : 14,3 cm. 18 gefalzte Doppelblätter. – Rücken der Chemise minimal verfärbt, der Schuber minimal fleckig.

165  C. O. Paeffgen. Eine Aktion.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 300 ( R7 )

Multiple (Garnrolle, Zinkdraht) und elf montierte Originalfotografien. 1975. 20,8 : 14,7 cm. Signiert.

Exemplar 13/55. – »Aktion bei der industriell auf ein Pappröllchen aufgespulte Nähseide von C. O. Paeffgen manuell mit verzinktem Draht umwickelt wird« (Titelseite). – Die vom Wolfgang Hake Verlag edierte kleine Buchauflage enthält eine entsprechend bearbeitete Garnrolle, montiert auf eine signierte Papptafel und eingelegt in das Buch mit ca. 100 Blättern mit kreisförmigen Ausstanzungen. Auf den vorhergehenden Blättern sind elf Fotografien (12,5 : 9,0 cm) von ähnlich bearbeiteten Garnrollen montiert. – Gebunden in den weißen, schwarz bedruckten Originalumschlag.

Slg. Schnepel P 1-02

166  Max Pechstein. Wendinnen.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Radierung. 1908. 20,1 : 15,5 cm (36,0 : 22,5–24,5 cm). Monogrammiert, datiert, betitelt und als »Probedruck« bezeichnet.

In der Platte nochmals monogrammiert und datiert. – Auf starkem Büttenkarton. – Ehemals Sammlung Joachim (Jim) Mersmann, Wiesbaden.

Linker Rand unregelmäßig gerissen. – Rückseitig Abklatsch einer anderen Radierung. Ränder angestaubt, insgesamt leicht fleckig.

Krüger R 18 (das dort bezeichnete Exemplar)

167  Max Pechstein. Entsagung.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Ausrufpreis/Starting bid: € 2700

Lithographie. 1908. 40,7 : 33,7 cm (54,5 : 37,3 cm). Signiert, datiert und betitelt.

Prachtvoller Handabdruck auf starkem Japanpapier. – Oberhalb der Darstellung signiert und betitelt. – Ehemals Sammlung Joachim (Jim) Mersmann, Wiesbaden, seitdem in dritter Generation in Familienbesitz.

Ränder unregelmäßig beschnitten. Untere Ecken sorgsam geglättet.

Krüger L 27

168  Max Pechstein. Clown.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Zuschlag/Hammerprice: € 2000

Lithographie. 1909. 38,0 : 28,0 cm (54,0 : 41,0 cm). Signiert und datiert.

Auf glattem Velin. – Am Unterrand vom Künstler (?) mit »95« und Alter Mann« bezeichnet. – Krüger kennt nur ein Exemplar im Besitz des Berliner Kupferstichkabinetts. Kein Exemplar bei Artprice.de. – Ehemals Sammlung Joachim Mersmann, Wiesbaden; seit drei Generationen in Familienbesitz.

Leichte Atelier- und Alterungsspuren, im ehemaligen Passepartoutausschnitt etwas gebräunt.

Krüger L 58 (falsche Maße)

169  Max Pechstein. Barmherziger Samariter.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Lithographie. 1912. 43,5 : 32,5 cm (54,0 : 41,0 cm). Im Stein monogrammiert, unten rechts »Samariter« betitelt.

Auf glattem, leicht getöntem Papier.

Minimal gebräunt. Ränder mit Farbflecken (Atelierspuren).

Krüger L 155

170  Max Pechstein. Eigenhändige Widmung.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Zuschlag/Hammerprice: € 120

1947. 14,8 : 16,5 cm.

Neben einer gedruckten Porträtfotografie, Montage nach Aufnahmen von E. Kesting, aus einem Katalog des Pechstein-Museums Zwickau. – »Meinem lieben alten Freund Jim Mersmann herzlichst sein HM Pechstein Sept. 1947«. – Joachim Mersmann, Wiesbaden, war einer der größten Pechstein-Sammler und -Förderer. – Am Unterrand auf Pappe montiert.

171  A. R. Penck. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 230

Farbserigraphie. 1981. 128,0 : 90,5 cm. Signiert und gewidmet.

Originalgraphisches Plakat zur Penck-Ausstellung der Kunsthalle Bern (14.8.–27.9.1981). – Am Unterrand mit Bleistift signiert und mit eigenhändiger Widmung »Für Marianne Schmidt« (Austellungskuratorin der Kunsthalle Bern). – Dazu: Drei Plakate: Cy Twombly, Kunsthalle Bern, 1973, mit faksimilierte Signatur. – Donald Judd, Kunstmuseum Basel, 1976. – George Brecht, Kunsthalle Bern, 1978. – Judd- und Brecht-Plakat mit kleinen Einrissen und leicht geknickt.

Horizontal gefaltet, einige Knickfalten.

172  Krater und Wolke.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Redaktion: Ralf Winkler [A. R. Penck]. Nummer 1 [bis] 4 [von 7]. Köln, Michael Werner 1982–1984. Mit zahlreichen Reproduktionen, Fotodokumentationen, 3 Schallplatten und 14 originalgraphischen Arbeiten. Illustrierte Originalbroschuren, jede im Schuber.

In etwa 200 Exemplaren erschienen. – Die ersten vier von insgesamt sieben Ausgaben der aufwändigen »Zeitschrift«. Jedes Heft widmete A. R. Penck einem Künstlerfreund: 1. Georg Baselitz (4 Graphiken 1 Schallplatte). – 2. Jörg Immendorf (5 Graphiken, 1 Schallplatte). – 3. Markus Lüpertz (5 Graphiken, 1 Schallplatte). – 4. Per Kirkeby (ohne Graphik). – Mit Texten der Künstler und zahlreichen Abbildungen. – Hefte 1–3 (Heft 4 erschien ohne Originale) enthalten teils großformatige Arbeiten von allen »Beteiligten« und die Schallplatten: »Peter Kowald, Kontrabaß-Solo«; »J. Immendorff, Die Vielleichtors, Immendorff/Oehlen: Café Deutschland«; »Das Springerkonzert 1983. Drum: Ralf Penck, Vocals & Piano: M. Lüpertz«. – Außergewöhnliche künstlerische Selbstdarstellungen der zeitgenössischen »Malerfürsten«.

31,0 : 23,8 cm. – Die Pergaminumschläge etwas eingerissen, Heft 1 unten etwas bestoßen.

Wye/Weitman S. 157

173  A. R. Penck. Welt des Adlers.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

466 Zeichnungen. Berlin, Rainer 1984. Mit 466 Faksimiletafeln. Originalleinenband mit -schutzumschlag und -schuber.

Eins von 300 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Zeichnungen vom Künstler paginiert bis 472, einige Nummern wurde übersprungen (oder in Selbstzensur ausgesondert).

28,5 : 21,5 cm. [6 und 466] Seiten. – Schutzumschlag mit kleiner Fehlstelle, sonst tadellos.

174  A. R. Penck – Kiesstraße zwanzig Uhr.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Herausgegeben von Jürgen Lentes. Frankfurt, Huss’sche Universitätsbuchhandlung 1993. Mit einer signierten Radierung von A. R. Penck. Originalpappband mit illustriertem Folienumschlag. Im Schuber.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der lose beiliegenden Radierung (Gesamtauflage 200). – Almanach zum zehnjährigen Bestehen der Huss’schen Universitätsbuchhandlung mit Erstdrucken von Friederike Mayröcker, Ernst Jandl, H. C. Artmann, Gerhart Rühm, Sascha Anderson, Horst Hussel, Robert Gernhardt, A. R. Penck, Wolfgang Hilbig u. v. a.

28,7 : 18,0 cm. 321, [7] Seiten, 1 Radierung.

175  Antoin Pevsner. Komposition.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Farbige Serigraphie auf braunem Grund. 1961. 29,4 : 22,3 cm. Signiert, rückseitig nummeriert.

Exemplar 29/150. – Auf Velin. – Abstraktes Lineament auf braun getupftem Hintergrund. – Anton Abramowitsch Pewsner (später Antoine Pevsner, 1884–1962) wurde in Weißrussland geboren. Als früher Vertreter des Konstruktivismus lernte er 1913 in Paris Modigliani und Archipenko kennen. 1931 war er dort zusammen mit seinem Bruder Naum Gabo und neben Doesburg, Herbin u. a. in der Ausstellung »Abstraction–Création« vertreten. – Tadellos.

176  Pablo Picasso. Femme nue devant une Statue.

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Ausrufpreis/Starting bid: € 4000

Radierung. 1931. 31,2 : 22,1 cm (44,5 : 33,5 cm). Signiert.

Blatt 6 aus der »Suite Vollard«. – Eins von 250 Exemplaren auf »petite papier vergé de Montval« mit dem Wasserzeichen des Verlegers. – Der Verleger und Kunsthändler Ambroise Vollard gab bei Picasso eine Folge von einhundert Graphiken in Auftrag, die das Thema von Künstler, Modell und Skulptur oder den Minotaurus-Mythos variieren. Die Graphikfolge entstand in den Jahren 1930 bis 1937 und wurde nach ihrem Auftraggeber benannt.

Im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt. Verso Montierungsreste.

Bloch 139

177  Pablo Picasso. Jeu de ballon sur une plage.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R19 )

Farbiger Linolschnitt. 1957. 8,0 : 13,0 cm (23,8 : 15,8 cm, gefaltet).

Eins von 200 Exemplaren auf »papier vergé«. – Auf gefaltetem Doppelblatt, Umschlag von »Dans l’argile de Picasso«, Poèmes de Henri-Dante Alberti. Vallauris 1957.

Aus Goeppert/Cramer 89. – Bloch 1273

178  Pablo Picasso. Toros en Vallauris.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 2000

Farbiger Linolschnitt. 1957. 64,0 : 53,5 cm (100,0 : 65,0 cm). Signiert.

Neben der Auflage von 198 Exemplaren auf glattem Papier. – Mit rotem Fettkreidestift signiert. – Gedruckt bei Arnéra, Vallauris.

Knitterspuren. – Ränder rückseitig umlaufend hinterlegt.

Bloch 1276. – Czwiklitzer 23

179  Emil Pirchan. Der Garten des Paradieses.

Schätzpreis/Estimate: € 1200 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 2000

Dramatische Rhapsodie von Hans Reinhart. Musik von Felix Petyrek. Zehn Lithographien. Wien, Linz und München, Gurlitt 1951. Elf kolorierte Lithographien von Emil Pirchan, davon zehn signiert und eine mit der Titelvignette. Zusammen mit einem signierten Notenfaksimile und dem typographischen Titel in Originalinterimspappumschlag.

Offensichtlich Andruckexemplar für den Verleger oder Buchbinder, das Werk scheint jedoch nie erschienen zu sein, weltweit ist es in keiner Bibliothek nachweisbar. – Alle Lithographien auf Simili-Japan gedruckt und mit Farben sowie Gold- und Silberbronze koloriert. Spätwerk von Emil Pirchan (1884–1957), einem »der in Theorie und Praxis maßgeblichsten Bühnenausstatter des 20. Jahrhunderts« (Ostdeutsche Biographie online). Er hatte 1949 für die Aufführung der Oper im Landestheater Linz die Bühnenausstattung entworfen (vgl. Schepelmann-Rieder S. 72). In jungen Jahren gründete er 1918 zusammen mit Paul Baumann die bibliophile Dreimonatsschrift »EOS« und illustrierte vom Jugendstil geprägte Bücher (z. B. »Weinwunder«). – Hans Reinhart (1880–1963) war ein Schweizer Mäzen und Schriftsteller. »Aus langjähriger Verehrung für Hans Christian Andersen entstanden drei dramatische Bearbeitungen von Märchen, die Reinharts Freund, der anthroposophische Komponist und Pianist Felix Petyrek, vertonte (Die arme Mutter und der Tod, Der Garten des Paradieses, Der Schatten)« (NDB XXI, S. 364f.) Felix Petyrek (1892–1951), »engagierter Exponent der musikalischen Moderne« (du Closel, S. 453f.), wurde 1939 ans Leipziger Konservatorium berufen. Seine bereits 1932 entstandene Oper »Der Garten des Paradieses« wurde 1942 in Leipzig uraufgeführt. – Das Notenblatt mit den Anfangstakten der Oper nach der Handschrift des Komponisten lithographiert und von diesem signiert. Auf einem beiliegenden weißen Doppelblatt, dem mehrfach gefalteten Andruckbogen des Titels und auf dem Pappumschlag Notizen des Buchbinders zu Papiersorten und -größen.

50,5 : 35,5 cm. – Passepartouts teils etwas angestaubt und die oberen linken Ecken mit leichter Knickspur.

Literatur: Erika Schepelmann-Rieder, Emil Pirchan und das expressionistische Bühnenbild. – Amaury du Closel: Erstickte Stimmen. Entartete Musik im Dritten Reich, S. 453f

180  Karl Plattner. Drei Graphiken.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 700

1969–1971. Signiert, datiert und nummeriert.

Priester. Aquatintaradierung. 1969. 53,0 : 38,2 cm. Ex. 81/100. – Auf der Turnstange sitzend. Aquatintaradierung. 1970. 70 : 51 cm. Ex. 23/100. – Zwei Mädchen mit Schirm. Farbserigraphie. 1971. 70 : 50 cm. Ex. 43/99. Auf Magnani-Bütten. – Der Südtiroler Karl Plattner (1919–1986) lebte in Italien, Frankreich und Brasilien, später in Österreich und Südfrankreich. Erst in den 1960er Jahren wandte sich der erfolgreiche Freskenmaler der Graphik zu.

181  Karl Plattner. Zwei Radierungen,

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 600

eine farbig, eine mit farbiger Tonplatte. 1974. Signiert, datiert und nummeriert.

Doppelporträt. Farbradierung. 50,5 : 69,5 cm. Auf Velin. Mit Trockenstempel »Ehn«. – Drei Figuren. Radierung mit gelber Tonplatte. 47,0 : 60,5 cm. Ex. 6/100. Auf Velin.

182  Sigmar Polke. Freundinnen I.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Zuschlag/Hammerprice: € 22000

Offsetdruck auf Karton. 1967. 47,9 : 60,8 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 76/150. – Die erste eigenständige graphische Arbeit von Sigmar Polke (1941–2010), verlegt von August Haseke in der Galerie h, Hannover.

Nur rückseitig sichtbare minimale Knicke in den beiden oberen Ecken. Insgesamt sehr gut erhalten.

Becker/van der Osten 3. – Wye/Weitman S. 60

183  Sigmar Polke. Bundestagswahl 1972 – Bizarre.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Fotos aufgenommen in Düsseldorf und Köln. Heidelberg, Edition Staeck 1972. 44 fotografische Tafeln. Mit Klemmschiene geheftete Originalbroschur mit zwei bedruckten Foliendeckeln.

Wohl eins von 500 Exemplaren, von denen einige auf dem letzten, leeren Blatt vom Künstler signiert wurden. – Fotos von »verschönerten« Wahlplakaten. – Selten.

20,0 : 29,5 cm. [45] Blätter.

Becker/von der Osten 19

184  Sigmar Polke. Eine Bildgeschichte.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Offset nach Fotografien. 1972. 40,0 : 28,0 cm.

Ungefaltetes Künstlerexemplar, so selten. – Erschienen in einer Auflage von 1.000 Exemplaren als gefaltete Beilage zu »interfunktionen 9«. – Verso Text von Achim Duchow »Saturn fällt auf die Erde und das Licht geht aus«.

Obere Ecken geknickt.

Becker/van der Osten 23

185  Sigmar Polke. Häuserfront (Wer hier nichts erkennen kann, muß selber pendeln!)

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Offsetdruck, vierfarbig und Gold auf Transparentpapier. 1973. 36,5 : 29,3 cm (45,3 : 62,5 cm). Signiert.

Eins von 564 oder 290 Exemplaren der beiden unbezeichneten Auflagen. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung, Hamburg.

Winzige Kratzspuren im linken Papierrand.

Becker/von der Osten 30. – Griffelkunst 191 A5

186  Sigmar Polke. Daphne (griechisch).

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 330

400 Xerografien in 24 Folgen. Mit einem Essay von Reiner Speck. Gent und Köln, Snoeck 2004. Durchgehend illustriert. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag.

Umfangreiches und aufwändig gearbeitetes Künstlerbuch des 2010 verstorbenen Malers. – »Ovids Daphne, Petrarcas Laura und Polkes Muse sind die Lesarten eines Buchtitels, der als Metapher steht für eines Gottes Jagd nach der Schönen, für des Dichters formvollendete Lieder an eine nie zu Erreichende, für des Künstlers Kraft, im Wandel Vollendung und Ruhm zu finden. […] Bei kaum einem zeitgenössischen Künstler ist das Thema des Verwandelns so dominant wie bei Sigmar Polke. […] Das zunächst als Photo vorliegende Bild erfährt durch Aufrasterung und in der Bewegung des gesteuerten Kopiervorgangs eine Aufstückelung, eine Fragmentarisierung, die Sujet und Bildträger gleichzeitig auflösen und entstofflichen.« (Reiner Speck, Essay).

43 : 31 cm.

187  Heimrad Prem. Amazonen.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Vier Farbserigraphien. 1969. 65,0 : 45,5–49,0 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Je eins von 80 Exemplaren, eine Exemplarnummer abweichend. – Auf festem Büttenkarton. – Farbenprächtige Serie des Mitbegründers der Gruppe »SPUR«, zu der neben Prem (1934–1978) HP Zimmer, Lothar Fischer, Asger Jorn u. a. gehörten. – 1964 hatte Prem erstmals auf der Documenta ausgestellt.

188  Arnulf Rainer. Nervenkrampf.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 2600

12 Fotografien. 1970. 30,0 : 23,5 cm.

Exemplar 32/96. – Vollständige Folge der Selbstporträts, die der Künstler teils im Negativ bearbeitete. – Auf dem karierten Beilageblatt »Vienna, …… from the Desk of Arnulf Rainer« vom Künstler signiert, betitelt und mit »Auflage: 96 Ex / Nr 32« nummeriert. – In der Originalbox der Edition Hundertmark.

Box an den Deckelrändern etwas gebräunt, die Fotografien und das Beilageblatt tadellos.

189  Arnulf Rainer. Vermächtnis über meinen Nachlass.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Köln, Wolfgang Hake 1972. Mit einer signierten Farbradierung und vier montierten Originalfotografien. Weiße Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der signierten, in Rot gedruckten Farbradierung. – Das Vermächtnis mit dem originellen Punktesystem für seinen künstlerischen Nachlass (Beispiel: »Ein Sammler […] Luigi Blau besitzt leider nur eine Radierung 30 x 20 cm = 600 qcm. Das ergibt nach Punkt III: 600 qcm x 5 = 3000 Wertpunkte«) wurde von Rainer 1972 beim Amtsgericht Wien hinterlegt. Am Ende des Buches finden sich Formulare zur Anmeldung der Eintragung in die Erbenkartei. – Der 1929 geborene Künstler lebt und arbeitet in Wien und auf Schloss Vornbach bei Passau. – Tadellos erhalten.

25,0 : 25,0 cm. [29] Blätter, 1 Radierung.

Spindler 158.32

190  Arnulf Rainer. Blindzeichnungen 1951–1973.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1600

Köln, Wolfgang Hake 1973. Mit zwei signierten Farbradierungen und zahlreichen Abbildungen. Weiße Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren der ersten Vorzugsausgabe mit zwei beigelegten signierten Farbradierungen (Gesamtauflage 500). – »1951, zwanzigjährig, begann ich erstmals, Zeichnungen mit geschlossenen Augen anzufertigen. Mein Glaube an die bisherige Kunst war erloschen. Ich war in einer Krise, auf einem Nullpunkt angelangt. Ich wußte nicht wie, was, wozu, warum. Etwas völlig Neues, noch nie gemachtes, schien mir unentbehrlich« (Vorwort).

25,5 : 25,0 cm. [1], 64, [2] Blätter, 2 Radierungen. – Deckel und Blattränder teils minimal verfärbt.

Spindler 158.33

191  Arnulf Rainer – Marianne Kesting. Der Dichter und die Droge.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Zur Ästehtik und Soziologie des Rauschs. Köln, Constantin Post 1973. Mit einer beigelegten signierten farbigen Radierung von Arnulf Rainer. Grüne Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren, weitere 15 römisch nummerierte Belegexemplare. – Im Druckvermerk von der Autorin signiert. – Auf Velin. – Spannende Abhandlung über Drogen in der Dichtung, von E. T. A. Hoffmann über Baudelaire, de Quincey und Benn bis William S. Burroughs.

29,9 : 24,2 cm. [52] Seiten, 1 Radierung. – Umschlagränder verfärbt, sonst tadellos.

192  Arnulf Rainer – Die Bibel

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 470

illustriert von Arnulf Rainer. Vollständige Ausgabe des Alten und Neuen Testamentes nach den Grundtexten übersetzt und herausgegeben von Vinzenz Hamp, Meinrad Stenzel und Josef Kürzinger. Augsburg, Pattloch 1988. Mit 160 Farbtafeln. Originalhalbleder-Holzdeckelband mit einem in den Vorderdeckel eingelassenen Kreuz-Metallrelief von Arnulf Rainer. In der Originalsockelbox.

Eins von 3000 nummerierten Exemplaren. – Für seine Bibelillustrationen übermalte Arnulf Rainer zum Großteil historische Vorlagen – vom Tafelbild über die Frühdrucke bis zu den Doré-Illustrationen des 19. Jahrhunderts. – Tadellos erhalten. – Mit dem Beiheft.

35,0 : 25,0 cm. 1376 Seiten, 80 beidseitig bedruckte Tafeln. – Die Box minimal berieben.

193  Man Ray. Cadeau.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Multiple (Eisen). 1921/1974. 16,5 : 10,5 : 8,5 cm.

Exemplar 4443/5000. – Multiple nach dem 1921 entstandenen Dadaobjekt, einem Bügeleisen mit 14 montierten Nägeln auf der Bügelfläche. – Ediert von Luciano Anselmino (Galleria Il Fauno), Turin. – Auf dem Griff in weißer Farbe mit Künstlernamen, Titel und Nummerierung bezeichnet. Vom Künstler auf beiliegender Plastikkarte monogrammiert, auf der Expertise nummeriert. – Die Edition entstand erst zwei Jahre vor dem Tod Man Rays nach dem Erik Satie gewidmeten Originalobjekt in seiner ersten Pariser Ausstellung 1921. – Das Zertifikat mit einem Text von Arturo Schwarz in italienischer und englischer Sprache. – Mit der Originalverpackung.

Vgl. Dickermann 331 und Ades 8.21 (beide mit Abbildung)

194  Albert Christoph Reck. 18 Aquarelle, Tusch- und Kreidezeichnungen, alle als Briefkarten.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 340

1982–1996. Ca. 14 : 10 bis 18 : 13 cm. Alle signiert, datiert und rückseitig beschriftet.

Alle an den Kunstkritiker, Sammler und Journalisten Hans Henseleit, Feuilletonchef der Kieler Nachrichten, mit dem der Maler und Graphiker befreundet war. – Meist Klappkarten, die Originalzeichnung auf der Vorderseite, innen und rückseitig beschrieben. – Albert Christoph Reck (geboren 1922) studierte nach Kriegsende in Hamburg bei Alfred Mahlau, später in England, Frankreich und Italien. Er lebte und arbeitete viele Jahre in Südafrika bevor er 2003 wieder nach Deutschland zurückkehrte. – Beigaben (Fotos, 2 Holzschnitte).

195  Josua Reichert. Komposition mit 2 C, […] mit P, […] mit Q.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Drei mehrfarbige Typographiken. 1968–1970. Ca. 50 : 70 cm. Signiert und nummeriert.

Entstanden für die Mappe »Contemporains / Poesie und Prosa« (Kösel-Verlag). – 40 Abzüge entstanden für die Mappe, weitere 40 wurden als Einzelblätter vertrieben. – Auf Bugra-Bütten.

Pfäfflin/Maurice PT 41, 52 und 66

196  Imre Reiner. Der Sturzvogel.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Tusche über Aquarell. 1962. 50,0 : 56,5 cm. Signiert und datiert.

Großformatige Zeichnung in reduzierter und durch die Tusche stark akzentuierter Farbigkeit. – Wenige Jahre später entstanden Zeichnungen, Radierungen und Holzstiche zu Aristophanes’ »Die Vögel«. – Rückseitig betitelt, nochmals signiert und datiert sowie mit der Werknummer »2237« bezeichnet. – Auf dem Unterlagekarton nochmals betitelt.

197  Imre Reiner. Der Sommerkentaur.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Zuschlag/Hammerprice: € 230

Aquarell und Tusche. 1963. 39,5 : 28,5 cm. Signiert.

Rückseitig betitelt, datiert und nochmals signiert sowie mit der Werknummer »861« bezeichnet. – Auf Unterlagekarton montiert, dort nochmals betitelt.

198  Imre Reiner. An die Stille.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 230

Aquarell und Tusche. 1967. 40,2 : 29,2 cm. Signiert und datiert.

Rückseitig betitelt »An die Stille (Stille – Lehrst uns glauben, hoffen, lieben«, mit »Sassa, 17.-18. IV. 67« datiert, nochmals signiert und mit der Werknummer »1521« bezeichnet. – Auf dem Unterlagekarton nochmals betitelt.

199  Karl Peter Röhl. Abstrakte Komposition.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Holzschnitt. 1919. 30,3 : 21,5 cm (32,5 : 30,5 cm). Signiert und datiert.

Handdruck ohne Auflagenangabe. – Auf dünnem Japan. – Entstanden in einem für Karl Peter Röhl (1890–1975) künstlerisch entscheidenden Jahr: Zusammen mit Werner Lange und Friedrich Peter Drömmer richtete er damals die »Sonderausstellung der Expressionistischen Arbeitsgemeinschaft Kiel« aus. Im Anschluss kehrte er nach Weimar zurück, wo er vor dem Krieg bereits bei Wilhelm Klemm und Fritz Mackensen studiert hatte, und wurde am dort inzwischen gegründeten Bauhaus Meisterschüler und Jungmeister. 1919 entwarf er das »Sternenmännchen«, das erste Bauhaus-Signet, das von 1919 bis 1921 verwendet wurde. – Sehr schön erhalten und in einer Rahmung von Werner Murrer aus der Frühzeit seiner Werkstatt (1980er Jahre). Murrer arbeitete zuletzt für das neue Munch-Museum in Oslo und hat u. a. Raffaels »Sixtinische Madonna« in Dresden neu gerahmt.

Vgl. »Das A und O des Bauhauses«, Abb. 92

200  Christian Rohlfs. Pfannkuchenfräuken.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Linolschnitt. Um 1920. 17,3 : 10,7 cm (22,3 : 15,5 cm). Signiert.

Handdruck des Künstler, durch individuelle Einfärbung der Linolplatte als Monotypie gedruckt. – In Schwarz auf Japanbütten.

Vogt 112. – Utermann 166

201  James Rosenquist. Aspen Easter Jazz.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farbserigraphie. 1967. 63,0 : 63,0 cm (66,3 : 66,3 cm).

Unsigniertes Exemplar neben der Auflage von 300. – Auf weißem Karton. – Verwendet als Plakat für das Jazz Festival. – Kleine Nadellöcher in den weißen Ecken.

202  Dieter Roth. Komposition I.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Ausrufpreis/Starting bid: € 120

Kaltnadelradierung. 1977/1992. 29,5 : 22,5 cm (56,0 : 38,0 cm). Signiert und datiert.

Auf Velin »CMF« von Fabriano. – Laut Stempel »eines von 830«. – 1991 überarbeitete Dieter Roth die 1977 entstandenen fünf Radierungen (Komposition 1–5) ein letztes Mal. Der jeweils dritte Zustand erschien 1991/92 bei der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg (263 C1–C5).

Dobke 484 (vgl. 438 und 444). – Griffelkunst 263 C 1

203  Dieter Roth. Poetrie 2.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 1900

301 kleine Wolken in memoriam big J und big G. Ein fingierter Bericht aus der inneren Fremde von D. R. dem Schweizer im inneren Ausland. 48 tiefliegende wolken für Rudolf Rieser. Stuttgart, Hansjörg Mayer 1967. Mit einer Originalzeichnung, monogrammiert und datiert. Originalbroschur.

Eins von 130 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert, auf dem Vortitel der eigenhändige Hinweis »mit 1 Originalwolke«. – Auf der letzten Seite die zweifarbige Filzstiftzeichnung »Originalwolke«, monogrammiert und datiert, betitelt und mit dem handschriftlichen Zusatz: »die Sichtbarkeit, wenn sie sich zeigt, ist ein grosses Geschiebe«. – Zweiter Band der sehr seltenen von Dieter Roth und Rudolf Rieser herausgegebenen Halbjahresschrift für Poesie. – Tadellos erhalten.

25,0 : 14,5 cm. [34] Seiten.

Dobke, Bücher F 2. – Spindler 28.52

204  Dieter Roth. Poeterei.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1700

Doppelnummer 3/4 der Halbjahresschrift für Poesie und Poetrie. Herausgegeben von Dieter Roth und Rudolf Rieser. Stuttgart, Hansjörg Mayer 1968[–72]. Mit einer Collage, einer Zeichnung, beide signiert, und einem beigelegten »Original-Hammel«. Originallederbroschur.

Eins von 230 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Dieter Roth signiert und datiert »68«. – Nummer 3 mit einem »Originalrhein« (Collage aus einer Bildpostkarte, die durch Ausschnitte auf den Rheinwasserspiegel reduziert wurde, monogrammiert und datiert »D. R. 68«). – Nummer 4 mit einer blattgroßen Originalzeichnung, betitelt »Hammel« und signiert »Dieter Roth 72« sowie einem eingelegten Käsestück. – Mit dieser Doppelnummer wurde die Zeitschrift abgeschlossen, die 1969 erschienene Nummer 5 enthielt nur Auszüge aus 1 und 2 und erschien als Band 15 der »Gesammelten Werke«. – Nummer 3 auf starkem Karton, Nummer 4 als Blockbuch gedruckt. – Der Hinweis im Druckvermerk auf den Einband aus »Zickel-Embryohaut« vom Künstler gestrichen. – Sehr schönes Exemplar.

24,8 : 14,2 cm. [24], [44] Seiten. – Das Leder minimal abgegriffen.

Dobke, Bücher F 5. – Spindler 28.53

205  Dieter Roth. Stempelkasten.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Zuschlag/Hammerprice: € 3000

1972. 28,0 : 28,0 : 7,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 92/111, eins der etwa 80 von Dieter Roth umgearbeiteten Exemplare. – Dieter Roth hatte für sein »Munduculum« 1967 Stempel verwendet. Das Multiple enthält eine Auswahl von zwölf Stempeln, zwei Stempelkissen und zwei Flaschen Stempelfarbe (Rot und Dunkelblau), die drei Lichtpause-Blätter mit der Gebrauchsanweisung sowie eine Originalstempelzeichnung im Kastendeckel. – Ursprünglich 1965 als Edition Mat Mot 4 angekündigt erschien die »Stempel Theke« 1967 in der Edition TAM Thek. Später übernahm Roth die Restexemplare und überarbeitete sie per Hand. So bemalte er die Holzkompartimente im Inneren der Kiste und änderte eigenhändig die Angaben zu Titel und Verleger sowie die Schreibweise seines Namens. Den Vertrieb übernahm Hansjörg Mayer in Stuttgart. – Sehr selten.

Conzen 168 (vgl. 143). – GW 20 Bücher 34. – Wye/Weitman S. 138.

206  Dieter Roth. Der Tränensee.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

Buchobjekt. 1973. 47,0 : 33,0 : 6,0 cm. Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 106/150. – Ediert im Selbstverlag in Reykjavik. – Sammlung von etwa 1200 Originalseiten des Luzerner Stadtanzeigers aus den Jahren 1971–73, mit Leinenstreifen und Pappdeckeln gebunden. – Jede enthaltene Ausgabe mit einer »Anzeige« von Dieter Roth, z. B. »Mancher ist richtig verrückt« oder »Eine, die mir kein Filetsteak serviert, bekommt von mir oder dir 10 Filetsteaks vorwegserviert«. – Die Anzeigentexte bildeten die Grundlage für die »Tränenmeer-Publikationen« (siehe die folgende Katalognummer). – Auf dem Vorderdeckel signiert, nummeriert, datiert und mit »der Tränensee« betitelt. – Mit der Originalbanderole (mit Verlegeradresse und nochmaliger Nummerierung) sehr selten.

Vorderdeckel mit Randeinriss, die Banderole beschädigt.

Dobke, Bücher J 2

207  Dieter Roth. Das Tränenmeer.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 750

[Bände 1, 2, 3 und 5]. Stuttgart u. a., Hansjörg Mayer 1973–1979. Mit Illustrationen und Abbildungen. Originalbroschuren, eine bemalt.

Alle in erster Ausgabe, je eins von 200 signierten Exemplaren. – »Die ursprünglich im Luzerner Anzeiger erschienenen Sätze [siehe die vorherige Katalognummer] werden (ähnlich der ›Scheisse‹-Serie) nach und nach mit Zeichnungen, anderen Sätzen, Gedichten usw. verwoben« (Dirk Dobke). – Unbeschnittene Originalbroschuren. – Band 1 mit der Banderole und im Einschlagpapier mit Dieter Roths Adressaufkleber. – Band 3 mit Untertitel »Dars Wähnen. Das Wähnen Band 1«. – Band 5 mit Untertitel »Unterm Plunderbaum. = Das Weinen no. 2 = das Wähnen, Bd 2B«, Einband vom Verfasser bemalt. – Sehr gut erhalten.

19,5 : 13,0 cm, Band 5 17,5 : 12,5 cm.

Dobke Bücher J 1, 3, 4 und 6

208  Dieter Roth. Trophies.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 900

125 two-handed Speedy Drawings. Stuttgart und London, Edition Hansjörg Mayer 1979. Mit einer doppelblattgroßen signierten Bleistiftzeichnung und 125 Bildtafeln. Originalbroschur mit -umschlag.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren der »deutschen« Ausgabe mit einer »original Trophy« (signierte doppelblattgroße Bleistiftzeichnung am Ende des Buches). Auf dem ersten Blatt vom Künstler signiert, datiert und nummeriert. – Die von Dieter Roth beidhändig ausgeführten Schnellzeichnungen entstanden 1978. – Wie bei Vergleichsexemplaren mit doppeltem Schutzumschlag, auf dem äußeren vom Künstler mit einem Bleistiftkreuz markiert. – Durch Verwirrung des Buchbinders die Lagen 4–10 kopfstehend eingebunden. – Dazu: Dieter Roth. 150 Schnellzeichnungen. 2. Auflage. Berlin, Rainer 1984. Originalpappband. Eins von 110 signierten Exemplaren. Gespiegelte Neuausgabe der 1977 in nur 21 Exemplaren gedruckten »150 Speedy Drawings«.

25,0 : 18,5 cm. [256] Seiten.

Dobke, Bücher G 4, Beigabe dort nicht. – Conzen 90 und 103

209  Dieter Roth. Bats.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

130 (136) zweihändige Schnellzeichnungen. Berlin, Rainer, und Binningen, Roth 1981. Mit einer doppelblattgroßen signierten Bleistiftzeichnung und 130 Bildtafeln. Gelbe illustrierte Originalbroschur.

Eins von 300 Exemplaren. – Mit der signierten, datierten und betitelten zweihändigen Bleistiftzeichnung auf der letzten Doppelseite.

28,5 : 29,0 cm. [138] Seiten. – Umschlagrücken etwas verblasst.

Dobke Bücher G 6

210  Dieter Roth. Fünf Werke (Essays).

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Stuttgart und Reykjavik 1971. Originalbroschuren.

I. Franz Eggenschwiler. Der Jüngling, der Mann, die Zeit, das Werk. Eins von 270 Exemplaren (Gesamtauflage 400). – II. 2 Probleme unserer Zeit. – III. Wer war Mozart? – IV. Wer ist der der nicht weiss wer Mozart war. – V. Eine Frage? – II-V: Je eins von 200 signierten Exemplaren. – Alle Essay-Publikationen des Jahres 1971.

Umschlag von III etwas gebräunt, sonst sehr gut erhalten.

Dobke Bücher H 1–5

211  Dieter Roth und Arnulf Rainer. Neo Nix und Neo-Mix.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Stuttgart, Edition Hansjörg Mayer 1975. Durchgehend illustriert. Originalbroschur.

Eins von 400 Exemplaren. – Auf dem Vorderdeckel von beiden Künstlern signiert und von Roth nummeriert. – Dazu: 13 weitere Werke von Dieter Roth, davon drei signiert (u.a. Bastel-Novelle 1/2; Pictures Zug; Mundunculum; Die die gesamte Scheiße; Noch mehr Scheiße u. v. m.).

22,7 : 24,7 cm. [240] Seiten.

Dobke Bücher L 4

212  Bernd Ebeling. Multiplikator.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Wuppertal, Stierstadt 1960. Zwanzig farbige Kartontafeln mit Ausstanzungen. Lose in Originalkartonumschlag.

Unnummeriertes Exemplar (Gesamtauflage 50). – Hergestellt in der Werkkunstschule Wuppertal. – »Der kinetische Multiplikator ist eine aus 4 unabhängigen Kombinationen zusammengesetzte Komposition. Durch die Vierteilung können nach einem System 71 verschiedene Kombinationen zusammengestellt werden. 16 Kombinationen wurden für dieses Buch ausgewählt und in 20 farbige Karten gestanzt. Der Betrachter kann mit den im Buch vorhandenen, auswechselbaren, farbigen Seiten durch Zusammenfügen, Nebeneinander- und Übereinanderlegen, Verdrehen, Aufbauen, Beleuchte usw. nach eigenem Maß unendliche Variationen der entworfenen Komposition entstehen lassen« (Vorwort). – Sehr selten, laut KVK konnten wir lediglich ein Exemplar in der Bibliothek des Getty Research Institues, Los Angeles, nachweisen, zudem tadellos erhalten. – Dazu: Farbiges Kartonblatt mit Ausstanzungen und Verlagsanzeigen. – Weitere Publikation mit drei klammergehefteten verschiedenfarbigen Kartonblättern mit Ausstanzungen, mit Titelschild »Multiplikator – Bernd Ebeling – Verlag Eremiten Presse« und gestempelt »Kalender«.

22,2 : 13,7 cm. 20 Tafeln.

Reske 134

213  Kalender Rolle.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Herausgegeben von Bernd Ebeling und Hansjoachim Dietrich. Wuppertal, Kalender 1961. Mit zahlreichen Abbildungen. Papierstreifen, gerollt in Originalversandkarton mit Titelschild.

Erstausgabe. – Die aus drei Teilen zusammengesetzte »Kalender Rolle« bietet einen Überblick der avantgardistischen Kunst dieser Zeit. – Mit Beiträgen experimenteller Poesie, Musik und visueller Kunst von Piero Manzoni (»Achrome«), Yves Klein (Anthropometrie), Cy Twombly, Lucio Fontana, Ben Patterson (»Duo für Stimme und Streicher«), Emmett Williams, Hiltmann, P. Talman, Jean Tinguely, Heinz Mack, Raoul Hausmann (»Tolbes« und »Sound-reel«), H. Busse, O. Holweck, Ebeling, Belloli, Dietrich, Claus Bremer, Uecker, Piene, Dieter Roth, Arman, Vostell, Dufrene u. Franz Mon. – Bernd Ebeling und Hansjoachim Dietrich hatten den Verlag 1959 gegründet, es erschienen mehrere »Kalender«-Ausgaben, teils in kleinsten signierten Auflagen. – Die »Kalender Rolle« war Inspiration für spätere Fluxus-Publikationen wie die »Fluxus Preview Review Roll« oder »Alphabet Piece« von Emmett Williams (1963). – Sehr selten.

240,0 : 11,5 cm.

214  Reiner Ruthenbeck. Hole Stoff.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Blei- und Farbstiftzeichnung. 1968. 21,0 : 29,7 cm. Rückseitig signiert, recto datiert und betitelt.

Typische Zeichnung, mit drei »Konstruktionen« bzw. Details. – Auf dünnem Velin. – Als Fotograf dokumentierte Ruthenbeck (1937–2016) die Aktionen der Düsseldorfer Fluxus-Szene, zahlreiche von Joseph Beuys und ZERO-Künstlern. In den 1960er Jahren studierte er bei Joseph Beuys Bildhauerei. Erste Ausstellungen fanden 1968 statt.

215  Reiner Ruthenbeck.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Mönchengladbach 1972. Offsetleporello »Dachskulpturen«, eine Schallplatte und drei Textblätter. Lose in Originalpappbox.

Exemplar 140/440. – Mit den Vorworten von Hans van der Grinten und Johannes Cladders. – Das Leporello mit 64 Fotografien von Dachsirenen, die Schallplatte mit einer Aufnahme eines einminütigen Probealarms.

216  Niki de Saint-Phalle. Help.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Farbserigraphie. 1969. 32,0 : 41,0 cm (42,0 : 51,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 70/200. – Auf Velin d’Arches. – Vielfarbig auf weiß serigraphierten Hintergrund gedruckt. – Nachdem 1965 die ersten Frauenfiguren entstanden, war Niki de Saint-Phalle (1930–2002) 1969 erstmals auf einer Ausstellung in Deutschland vertreten.

Chenivesse/Kühn 40

217  Niki de Saint-Phalle. My Love.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Stockholm, Moderna Museet [1971]. Leporellobuch, durchgehend farbig illustriert.

In unbekannter Auflage gedruckt bei Litografik AB. – In typischen Bildgeschichten und handgeschriebenen Texten erörtert die Künstlerin so grundsätzliche Fragen wie »Where shall we make love? What do you like the most about me? What shall I do now that you’ve left me?« – Auf dem Vorderdeckel mit Bleistift signiert/bezeichnet »Niki«.

18,0 : 18,2 cm. [50] Leporelloseiten, rückseitig unbedruckt. – Vorderdeckel leicht gebräunt.

Wye/Weitman S. 122

218  Salomé [Wolfgang Ludwig Cihlarz]. Götterdämmerung.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R19 )

20 Farbalugraphien. 1984. 28,8 : 38,0 cm. Im Druckvermerk signiert.

Exemplar 22/180 der Ausgabe B (Gesamtauflage 200), im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Büttenkarton. – Ediert von der Berliner Raab Galerie. – Mit fünf Textbeilagen (Titel, Inhalt, Druckvermerk, Gedichte von Baudelaire und Mallarmé) lose in der weiße Originalmappe aus Samtpapier, Vorderdeckel mit Goldprägung. – Wolfgang Cihlarz (geboren 1954), seit 1973 unter dem Pseudonym »Salomé« künstlerisch tätig, gehörte 1977 zu den Mitbegründern der Berliner »Galerie am Moritzplatz«, die für die Berliner Wilden zum künstlerischen Zentrum wurde. Zu der farbenfreudigen »Götterdämmerung« wurde Salomé durch das mittelalterliche Nibelungenlied und Wagners »Ring der Nibelungen« inspiriert.

219  Armin Sandig. Profil.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Aquarell und Tempera über Bleistift und Tusche. 1987/89. 64,3 : 49,8 cm. Signiert, datiert und betitelt.

Schöne, großformatige Zeichnung mit durchaus bildhafter Wirkung. – Auf Velin »BFK Rives«. – Am Unterrand datiert »89 . VIIII . 87«. – Armin Sandig (1929–2015) lebte seit 1951 in seiner Wahlheimat Hamburg und war seit 1972 Mitglied, 1980–2011 Präsident der hiesigen Freien Akademie der Künste. – Gerahmt.

220  Eberhard Schlotter. Orientreise.

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 380

Neun Radierungen. 1954–1962. 32 : 38 cm. Signiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 33/50. – Ediert 1963 von der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt. – Die Arbeiten dieser Mappe sind das Ergebnis einer Reise des Künstlers durch Nordafrika und den vorderen Orient im Jahre 1954. »In langsamem Reifen entstanden die vorliegenden Radierungen in den Jahren 1954–1962«. – Auf Kupfertiefdruckkarton gedruckt von der Kupferdruckerei Kätelhöhn, Wamel. – Lose im Originalumschlag.

Werkverzeichnis 88–96

221  Carolee Schneemann. Ice Naked Skating.

Schätzpreis/Estimate: € 4500 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 3000 ( R19 )

Sechs Serigraphien. 1988. 46,5 : 59,0 cm (100 : 70 cm), Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 21/60. – Ediert von F. Conz, Verona. – 1972 fotografierte Anthony McCall – als eine seiner ersten Fotoaktionen – die fast nackte Aktionskünstlerin bei einer Eislauf-Performance. Für die nach den Fotos gedruckten Serigraphien überarbeitete Schneemann die Vorlagen. – Gedruckt in Violett auf schweres Bütten. – Als Titelblatt eine siebte Serigraphie nach der Handschrift der Künstlerin, diese ebenfalls signiert und nummeriert. – Jede Serigraphie lose in einem typographisch betitelten Doppelblatt. Alles in der Originalhalbleinenmappe mit Deckelschild. – Carolee Schneemann (geboren 1939) provozierte in den 1960er Jahren die amerikanische und internationale Kunstwelt mit ihren körperbetonten Performances. Auf der Biennale in Venedig erhielt sie 2017 – ein halbes Leben später – einen »Goldenen Löwen« für ihr Lebenswerk.

222  Otto Schoff. Orgien.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 330

10 Lithographien. 1924. Ca. 23 : 21 cm (30,5 : 25,0 cm). Signiert.

Erschienen im Berliner Gurlitt-Verlag. – Auf Zanders-Bütten. – Unser Exemplar enthält, entgegen allen Vergleichsexemplaren, neben der Titellithographie weitere zehn Lithographien, insgesamt also elf, alle signiert. – Mit ausschweifenden Szenen in einschlägigen Etablissements, unter freiem Himmel und in einer Kirche. – Otto Schoff (1888–1938)durchlebte Licht und Schatten: »Um sich 1914 kriegsuntauglich zu machen, gab er sich, wie er berichtet, 1914 den wildesten Ausschweifungen hin, die seine Gesundheit völlig untergruben« (Bilderlexikon). In den 1920er Jahren hatte er wohl eine glanzvolle Kariere vor sich, ed erschienen in der Galerie Flechtheim und der Gurlitt-Presse eine ganze Reihe von Graphikfolgen und von ihm illustrierte Bücher, unter anderem Ringelnatz’ »Fahrensleute« und Platens »Der verfehmte Eros«. 1935 erhielt Schoff Malverbot, 1938 durchsuchte die Gestapo sein Atelier und beschlagnahmte weitere Werke. Bei diesem Anlass erlag Schoff einem Herzinfarkt. – Sehr selten.

In Passepartouts, diese leicht geknickt und bestoßen. – Ohne die Originalmappe mit dem Druckvermerk.

Hayn/Gotendorf IX, 535. – Bilderlexikon IV, 798. – Kat. Taube I (1983), Nr. 12. – Vgl. Thieme-Becker XXX, 240 und Vollmer IV, 213

223  Jan Schoonhoven. Ohne Titel

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 2400

(Quadrate mit Diagonalen). Prägedruck. 1971. 47,5 : 47,5 cm (49,8 : 49,8 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 21/50. – 1024 Quadrate mit jeweils einer Diagonalen. – In schweres Velin geprägt.

Rückseitig mit kleinen Stockflecken, zwei schwach auf die Vorderseite durchschlagend.

224  [Jan] Schoonhoven.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Mönchengladbach 1972. Mit einem Prägedruck, mehreren Textheften und 23 Bildtafeln. Lose in Originalkarton.

Eins von 600 Exemplaren der ersten Ausgabe, das Mönchengladbacher »Original«. – Die Ausstellung wurde nach Mönchengladbach auch in Münster, Venlo, Karlsruhe und Hamburg gezeigt und wurde für diese Gelegenheiten nachgedruckt. – Mit Textbeiträgen u. a. von H. v. d. Grinten, W. Kambartel und dem Künstler selbst.

21 : 17 : 3 cm.

225  Jan Schoonhoven. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 2200

Prägedruck. 1973. 50,0 : 49,5 cm. Signiert, datiert, nummeriert und mit »HKL« bezeichnet.

Exemplar 39/100. – 2304 Quadrate und Rechtecke, wechselnd gereiht, in Negativblindprägung. – In schweres Velin geprägt.

226  Lothar Schreyer. Marionette IV.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Farblithographie. 1923. 39,3 : 29,3 cm. Monogrammiert, datiert und betitelt.

Die suprematistische Figur war Teil der Marionetten-Reihe, die Schreyer dann mit den Untertiteln »Der männliche Intellekt« (das vorliegende Blatt), »Der lüsterne Mann«, »Die lüsterne Frau« und »Engel der Geburt« versah. – Der Hintergrund wurde in Hellbraun lithographiert, die Figur in Blau, Grün, Rot, Gelb sowie Schwarz und Gold. – Sehr gut erhalten.

Nicht außerhalb der Rahmung begutachtet.

227  Josef Maria Schröder. Porträt einer jungen Frau mit rotem Pullover.

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 350 ( R19 )

Mehrfarbige Kugelschreiberzeichnung über Bleistift. Nach 1950. 22,1 : 35,7 cm (32,5 : 46,0 cm). Monogrammiert.

Auf gelblichem Karton. – Aus dem erst vor kurzer Zeit entdeckten Spätwerk des Künstlers. – »Der deutsche Maler Josef Maria Schröder [1886–1965] ist ein bis heute ganz unbekannt gebliebener Künstler. Bis 1913 war er als Bankkaufmann in Düsseldorf tätig und fasste dann den mutigen Entschluss, sich ganz der Kunst zu widmen. Lehrjahren im gesellschaftlich und künstlerisch äußerst lebendigen Berlin (bei Eugen Spiro, 1874–1972) folgten die ersten erfolgreichen Schritte als Maler mit einigen Ausstellungen und dem Preis der Max Liebermann Stiftung. […] Zeitweiliges Ausstellungsverbot, weggebrochene Aufträge, Geldnot und generell mangelnde Unterstützung im Kulturleben machen ihn zu einem Vertreter der ›Verschollenen Generation‹. Sein malerisches und zeichnerisches Werk umfasst vor allem Porträts, Landschaften und abstrakte Arbeiten. Es kulminiert in einem bedeutenden Spätwerk, das er ab 1950 in der von ihm entwickelten Kugelschreibertechnik schuf. In diesem Spätwerk integriert Josef Maria Schröder verschiedenste von ihm aufgenommene Richtungen der Malerei der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu beeindruckend leuchtenden surrealistisch-konstruktivistisch abstrakten Kompositionen von grossem Formenreichtum und Farbreiz, die dann in weiteren Werken zum Bildhintergrund werden für ganz besonders eindringliche und hochstilisierte Porträts. Bis zum Tod der Tochter Cecilie im Frühjahr 2008 lagen die Werke im Speicher ihrer Wohnung und wurden weder je ausgestellt noch verkauft.« (Ankündigungstext der Edition Patrick Frey zur 2017 erschienenen Monographie von Christoph Kappeler).

228  Bernard Schultze und Karin Szekessy. Porträt Bernard Schultze.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Drei Radierungen und eine Serigraphie von Bernhard Schultze, drei Fotoserigraphien von Karin Szekessy. 1966. 65,8 : 51,2 cm (Mappe). Alle signiert, teils datiert und nummeriert.

Exemplar 8/60. – Die vollständige Mappe 6 der von Dieter Brusberg, Hannover, edierten »Porträt«-Reihe. – Enthält drei Radierungen von Schultze auf Bütten (51,2 : 49,7 cm, auf farbige Kartonblätter montiert), eine zweifarbige Serigraphie nach Handschrift und Zeichnung Schultzes und drei zweifarbige Serigraphien nach Fotografien von Karin Szekessy, jeweils von beiden Künstlern signiert. – Die kolorierte Radierung von Schultze datiert »67«, die beiden unkolorierten nummeriert. – Mit dem Titelblatt lose in der Originalhalbleinenmappe mit einer in Schwarz wiederholten Serigraphie auf dem Vorderdeckel. – Tadellos erhalten.

Heuer 87–89

229  Bernard Schultze. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 340

Farbige Radierung. 1988. 106 : 78 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 11/13. – Auf Hahnemühle Kupferdruckbütten. – Die attraktive großformatige Radierung wurde von Peter Spiegel, Homburg, gedruckt und ediert vom Graphischen Kabinett Wolfgang Rothe, Frankfurt. – Erwartungsgemäß selten.

Heuer 210

230  Bernard Schultze. Graue Rosen.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Zuschlag/Hammerprice: € 470

Zehn Farbradierungen. 1991. 29,5 : 23,3 cm (65,6 : 49,6 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar XIX/XXXV. – Vollständige Folge der zehn Radierungen, gedruckt auf Velin d’Arches und in der Originalleinenmappe. – Innen tadellos, Vorderdeckel mit leichten Farbspuren.

Nicht mehr bei Heuer.

231  Emil Schumacher. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Radierung. 1967. 35,3 : 26,7 cm (53,4 : 38,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 90/300. – Auf Velin.

Oberrand mit zwei Schabstellen von unprofessioneller Anheftung.

232  Richard Seewald. Der Kreuzweg unseres Herrn.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 180

14 Linolschnitte. 1950/1996. 59,2 : 44,5 cm.

Exemplar 5/25. – Ediert als sechster Druck der Antinous-Presse. – Auf Bütten, mit den Prägestempeln »Nachlass Richard Seewald« und der Antinous-Presse. – Mit dem Textdoppelblatt (Titel, Einführung, Editionsvermerk) lose in der Originalhalbleinenmappe. – Die Linolschnitte entstanden Anfang der 1950er Jahre nach einer Pilgerreise Seewalds zum »heiligen Berg« La Salette-Fallavaux. Zu Lebzeiten des Künstlers (1889–1976) erschien nur eine verkleinerte, von Klischees gedruckte Ausgabe (1952). Die Linolstöcke verblieben im Nachlass und wurden hier erstmals für Originaldrucke verwendet. – Tadellos.

Jentsch Ls 1–14 (der nur Andrucke und die verkleinerte Ausgabe kannte)

233  Todd Severson. [Fünf von] Tausend deutsche Porträts.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Ölfarbe auf Holz in Bleirahmen. Um 2000. Ca. 16 : 16 cm. Rückseitig betitelt.

George Grosz. – Walter Benjamin. – Claus Graf von Stauffenberg. – Alfred Döblin. – Oswald Sprengler. – Seit 1994 entstanden in drei Schaffensphasen 1.000 Porträts, darunter viele Künstler, Schriftsteller und Politiker – von Katharina von Bora bis Sepp Herberger, von Dürer bis Polke, von Hans Sachs bis Günter Grass, von Kaiser Maximilian bis Adolf Hitler. – Todd Severson (geboren 1959) malte nach bekannten zeitgenössischen Vorlagen auf starke Holzplatten, die er in gehämmerte Bleirahmen fasste. »Eliminating the traditional elements of classic heroic portraiture and installed salon style, without regard for chronology or hierarchy, the Tausend Deutsche Portraits is an actual archive that challenges the conventions of documenting and categorizing culture.  The work illustrates my transition from an outsider into another culture and my confrontation with Germany and its complex history« (auf der Webseite des Künstlers). Seit Anfang der 1990er Jahre lebt Severson in Deutschland, zunächst in Hamburg, wo die Porträtreihe begonnen wurde, später in Berlin. – Rückseitig betitelt und mit der Nummer der Namensliste, diese in das Blei eingeschlagen (hier zwei Abweichungen zur Bildliste). – Anlässlich der Ausstellung in der Hamburger Galerie Cato Jans erworben.

Vgl. Toddseverson.de.

234  Gerdt Marian Siewert. Im Gedankenpark der Gekreuzigten.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Öl auf Karton. 1969. 39,3 : 49,6 cm. Monogrammiert und datiert.

Gerdt Marian Siewert (1920–1992) studierte Anfang der 1950er Jahre an der Westberliner HfBK und arbeitete dann in Ostberlin als Bühnen- und Pressefotograf. Nach seiner Flucht nach Westberlin war er noch kurze Zeit als Bildjournalist tätig, bevor er sich, inzwischen in Hamburg lebend, der Malerei zuwandte. Siewert orientierte sich an Giorgio di Chirico und Arbeiten anderer magisch-realistischer Surrealisten. »Traum- und albtraumhafte Landschaften gestaltete er zu Endzeitszenarien, Stadtsilhouetten zu Ruinen, Städte zu Ameisenhaufen, Personen zu Objekten« (Harald Budde, 1984).

235  Kiki Smith. Bee. – Squirrel. – Moth. – Bird. – Fly. – Bat.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Sechs Offsetdrucke mit Pergaminapplikationen. 1998. 50,0 : 42,0 cm. Signiert und datiert.

Auf Velin, jeweils in einem typographisch betitelten Umschlagblatt. – Im künstlerischen Œuvre von Kiki Smith (geboren 1954, lebt und arbeitet in New York) finden sich schwere Materialien wie Stein, Glas und Marmor für ihre Skulpturen, ebenso wie Reispapier im graphischen Werk. In den vorliegenden graphischen Collagen erweckt der kleinste Lufthauch die gezeichneten Wesen zum »Leben«. – Vollständige Folge, ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Tadellos.

Griffelkunst B 287 B1–6

236  Emilio Stanzani. Vier abstrakte Zeichnungen,

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

drei mit farbigen Kreiden, eine mit farbigen Tuschen. 1970–1972. Ca. 10 : 15 cm. Monogrammiert bzw. signiert, teils mit Widmungen bezeichnet.

An Hans Henseleit, Feuilletonchef der Kieler Nachrichten. – Schöne kleinformatige abstrakte Arbeiten des vorwiegend in der Schweiz tätigen Künstlers (1906-1977). – »Sein Spätwerk zeichnet sich durch polychrome Abstraktion, beeinflusst durch Strömungen des Tachismus und durch den befreundeten Francis Bott, aus« (http://www.hls-dhs-dss.ch). – Zwei recto, zwei verso mit Grüßen und kurzen Nachrichten an den Empfänger. – Dazu: Maschinengeschriebene Kunstpostkarte.

237  Jens Stittgen. Figurenpaar.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Tempera und Aquarell. 1988. 72,0 : 61,3 cm. Rückseitig signiert und datiert.

Auf Japanbütten. – Jahresgabe der Overbeck-Gesellschaft Lübeck 1990, u. a. diese und drei weitere Zeichnungen Stittgens. – Jens Stittgen (geboren 1956) lebt und arbeitet in Düsseldorf. Er studierte, u. a. als Meisterschüler, an der Kunstakademie Düsseldorf bei Gotthard Graubner. – Leichte Atelierspuren.

238  Antoni Tàpies. Les deux cartes.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Farbige Lithographie. 1976. 33,0 : 60,0 cm (56,0 : 76,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 9/75. – Auf Arches-Bütten. – Neben der Einzelauflage erschien die Lithographie, auf Buchformat beschnitten und gefalzt, auch in Georges Raillard, Tàpies. Monographie (Paris 1976).

Rückseitig Montierungsreste.

Galfetti 638

239  Joe Tilson. Liknon.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Ausrufpreis/Starting bid: € 250

Farbserigraphie und farbiger Holzschnitt. 1994. 57 : 76 cm. Signiert, datiert, betitelt und nummeriert.

Exemplar 58/75. – Auf schwerem Bütten. – Nach einem der Ende der 1980er Jahre entstandenen Stillleben-Objekte (z. B. »Liknon 3« in der Tate Gallery) des inzwischen 90jährigen englischen Pop-Art-Künstlers. – Mit Prägedruck und zum Teil monotypieartig gedruckt, besticht das Blatt mit seiner betörenden Haptik. – Gedruckt bei Berardinelli, Verona, mit deren Trockenstempel. – Tadellos erhalten.

240  Timm Ulrichs. Interferenzen 2 (1960/61).

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Vier Serigraphien. 1968. 62,0 : 44,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 57/100. – Vollständige Folge der Schwarz und Grau gedruckten Serigraphien. – Ediert von Carl Laszlo in dessen Edition Panderma, Basel 1968. – Lose in der Originalmappe, diese im Innendeckel mit signierten Auflagenvermerk.

Kleine Nadellöcher in den Ecken, eine Ecke mit winziger Farbabplatzung. – Mappe minimal fleckig.

241  Tomi Ungerer. On Stool pulling up Boot.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Bleistiftzeichnung. 1988. 21,0 : 29,7 cm. Signiert, rückseitig betitelt und mit »12 7 88« bezeichnet.

Auf dünnem Zeichenpapier. – In Passepartout montiert.

242  Giorgio Valenzin. Carnevale a Venezia.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Vier Mischtechniken (Aquarell- und Tempera über Tusche). Um 1950. Ca. 32 : 42 cm. Alle signiert.

Der venezianische Künstler Valenzin (1901–1978), in den 1940er-50er Jahren mehrfach ausgezeichnet und international ausgestellt, widmete sich in seinem Werk besonders seiner Heimatstadt. Zentrales Thema der vier eindrucksvollen Arbeiten ist das venezianische Carneval, wobei auch düstere Momente des Maskenhaften betont werden.

243  Victor Vasarely. Naissances.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Vier Serigraphien. 1963/1971. 29,8 : 21,0 cm. Signiert und nummeriert.

Beilagen zu zwei Ausgaben des gleichnamigen »longsellers« der Kölner Galerie Der Spiegel. – Die erste und dritte Auflage erschienen in Auflagen von 450 bzw. 650 Exemplaren. – Inhaltlich unverändert mit dem Vorwort des Künstlers in Deutsch und Französisch und jeweils mit 37 auf Transparentpapier gedruckten Strichätzungen nach Zeichnungen Vasarelys. Schwarze Originalbroschuren. – Die spätere Ausgabe mit einer dritten, unsignierten Serigraphie nach dem Titelblatt.

30,0 : 21,5 cm. [18] Seiten, 37 Strichätzungen, [6] Seiten.

244  Ben Vautier. Moi, Ben je signe.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Brüssel und Hamburg, Lebeer Hossmann 1975. Mit zahlreichen Collagen, Stempeln und Abbildungen. Lose in Originalumschlag und bemalter Originalpappkassette.

Eins von 75 Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 385). – Die Vorzugsausgabe wurde vom Künstler im Druckvermerk signiert und nummeriert und auf dem schwarz grundierten Deckel der Box mit Kreide betitelt. Nur die Vorzugsexemplare enthalten eine signierte Manuskriptseite und vier durch Stempel als Originale markierte Collagen (Stoffprobe, Spiegelscherbe, gefaltete Mullbinde, Ausschnitt Landkarte). – Die übrigen Einklebungen (Postkarte, Buchseite, Schallplatte etc.) waren auch in der allgemeinen Auflage enthalten. – Die erste Ausgabe des Werkes erschien 1962/63 in kleiner Auflage.

31,0 : 21,8 cm. 22 Blätter, 3 Doppelblätter.

Wye/Weitman S. 124

245  Bram van Velde. Composition.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 230

Farblithographie. 71,5 : 52,5 cm (78,0 : 58,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 97/100. – In verschiedenen Blau- und Brauntönen auf Velin gedruckt.

Rückseitig und die Ränder stärker gebräunt.

246  Bram van Velde. Drei Farblithographien.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 350

1974 und ohne Jahr. Ca. 31 : 27 bis 39 : 31 cm. Signiert, nummeriert

I. Départ. 1974. 21,3 : 13,8 cm (35,0 : 29,2 cm). Exemplar 15/110. Auf Japan. – II. Venin. 1974. 21,2 : 13,5 cm (38,5 : 30,5 cm). Exemplar 21/110. Auf Japan. – III. Ohne Titel. 21,5 : 24,5 cm (27,0 : 31,0 cm). Exemplar »ea«. Auf Velin.

247  Heinrich Vogeler. Im Mai.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Radierung mit Aquatinta. 1897. 34,4 : 24,2 cm (46,2 : 39,7 cm). Signiert, in der Platte monogrammiert.

Die schöne, stimmungsvolle Radierung gedruckt in Braun auf chamoisfarbenes Bütten. – Mit der Käfer-Remarque. – Am Unterrand bezeichnet mit »Hch. Vogeler Im Mai«.

Etwas gebräunt, untere rechte Ecke geknickt.

Rief 16 d (von d)

248  Heinrich Vogeler. Erster Sommer.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 310

Radierung. 1904. 34,5 : 24,6 cm (44,5 : 31,5 cm). Signiert.

Eins der in unbekannter Auflagenhöhe gedruckten Exemplare in Braun auf getöntem Bütten und mit der zusätzlichen Signatur des Druckers Otto Felsing, Berlin, unten links.

Kleine Bereibungen und im rechten Rand stockfleckig.

Rief 38 1993 II d (von f)

249  Heinrich Vogeler. Exlibris Ida Perutz.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Radierung. 1904. 10,0 : 8,0 cm (20,8 : 15,0 cm). Eigenhändig und in der Platte monogrammiert.

Auf Bütten.

Rief 101

250  Jan Voss. 200 virages serrés.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

Brüssel, Edition Camomille 1988. 200 Farboffsets, davon 13 mit Bleistift und Tempera ergänzt. Originalbroschur.

Exemplar 9 von 35 unikaten Ausführungen. – Mit eigenhändigem Titel und Druckvermerk, dort auch nummeriert und signiert. – Ediert von der Galerie Camille von Scholz, Brüssel. – Das originelle Künstlerbuch besteht aus 200 jeweils leicht verschoben gefalzten Doppelseiten. Durch die Bildverschiebung entsteht aus der identischen Szene eine Art »Daumenkino«: Ein rotes Auto »fährt« im Laufe des Buches von links kommend über den Buchschnitt zur rechten Bildkante. Nach etwa zwei Dritteln des Geschehens fährt der Wagen an einen plötzlich auftauchenden Baum, den Jan Voss – nebst einem dort sitzenden Vogel – mit Bleistift einzeichnete. Trotz sichtbarem Blechschaden (Aquarellfarbe) setzt das Auto seine Fahrt fort. – Der Druckvermerk verweist auf den Unikatcharakter: »chaque exemplaire diffère par l’impression et content un design original«. – Jan Voss (Jahrgang 1936), lebt seit 1960 in Paris. In den 1980er Jahren experimentierte er mit Bildtransformationen in die Dreidimensionalität. – Sehr selten und tadellos erhalten.

20,7 : 12,0 cm.

251  Wolf Vostell. Saigon.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Zweifarbige Serigraphie. 1968. 51,0 : 61,8 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 36/50. – Links unten mit Fettkreide signiert und nummeriert. – Montage eines Ausschnitts aus dem berühmten Foto »Execution of Viet Cong Prisoner« von Eddie Adams, für das dieser 1968 mit dem Pulitzer Price ausgezeichnet wurde, als Hintergrund eine Wasserskiszene. – Auf glattem Karton. – Ediert von der Galerie van de Loo, München. – Selten.

Drei kleine Knicke im Unterrand.

Vomm 1969 : 2

252  Walter Weer. Verheizbar

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 170 ( R19 )

Multiple (Holz, Tusche, Kreide, Papier). 1984/85. Ø 30 cm. Signiert und datiert.

Eins von wohl 75 Exemplaren, jedes ein Unikat. – Auf dem beigelegten Textblatt als »die erste Holzschallplatte der Welt, Eigenpressung« bezeichnet. – Bemalte Holzscheibe mit montierten Papierstreifen, mittig gelocht. – Mit einem Textblatt (signiert, u. a. mit der Track List) in Papierhülle und dem eigenhändig betiteltem Originalcover. – Die Platte beidseitig signiert und datiert »84«, das Beilageblatt mit Datum 1985. – Der Wiener Künstler Walter Weer (geboren 1941) studierte u. a. an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien und ist Mitglied im Wiener Künstlerhaus. 2004 erhielt er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.

253  Hermann Werner. Kopf-Form.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R )

9 Linolschnitte. – Pseudo-Ensemble. 22 Linolschnitte. Stuttgart 1987 und ohne Ort 1990. Mit neun bzw. 22 mehrfarbigen Linolschnitten. Originalleinenbände, einer mit Blindprägung.

Je eins von nur 15 Exemplaren. – Auf der letzten Seite signiert, datiert und nummeriert. – Auf Bütten. – I: Als Blockbuch gedruckt und gebunden; II: mehrere Blätter als Leporello montiert und gefaltet. – Hermann Werner schuf seit Mitte der 1980er Jahre eine Reihe von graphischen Künstlerbüchern. »Die Kombination von Bild und bildlichem Zeichen ist dem Künstler interessant. Seine Arbeiten widersetzen sich dem allgemeinen Trend des raschen Konsums. Die Möglichkeit, seine Bücher in einer ruhigen Minute aus dem Regal zu ziehen, sie zu studieren und denkend neu zusammenzustellen, sind für den Künstler Anstoß für seine Arbeiten.« (anlässlich der Ausstellung »Sopra e Sotto« – Heidelberg 1992).

23,5 : 32,5 cm. Jeweils [11] Blätter. – Einband von I etwas lichtrandig. Ein Blatt in II mit Knickfalte am Rand.

254  Emmett Williams. Lichtskulptur / First state.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 450

Farbiges Airbrush auf Papierschnitten. 1989. 40,4 : 36,0 cm. Signiert, datiert und betitelt.

Unikates Multiple. – Auf Aquarellkarton. Die Farben wurden auf die Rückseite aufgesprüht und schlagen an den Schnitten im Papier durch. Auf Papptafel (100 : 70 cm) montiert, dort am Unterrand signiert, datiert und betitelt. – Emmett Williams (1925–2007) arbeitete Ende der 1980er Jahre, nach jahrzehntelanger Mitwirkung an der europäischen Fluxus-Kunst, in Polen. 1988 erschien im Berliner Rainer Verlag sein Buch »Deutsche Gedichte und Lichtskulpturen«.

Zwei kleine Knickfalten, möglicherweise Atelierspuren.

255  Emmett Williams. Portrait of the Artist.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 300 ( R19 )

Offsetlithographie. 1996. 15,0 : 12,0 cm. Signiert und datiert.

Mit eigenhändiger Widmung des Künstlers »Looking forward with great Expectations to Margaret’s Birthday Party«. – Auf Unterlagekarton montiert. – Beiliegend: Eigenhändig adressiertes Kuvert mit kleiner Zeichnung (Männchen), gefaltetes Blatt mit eigenhändiger Bezeichnung »BERLIN LANDSCAPE«, darunter ein gezeichneter, stilisierter Rahmen sowie vier Postkarten mit Abbildungen von Williams’ Arbeiten. – Emmett Williams (1925–2007) , amerikanischer Dichter, Publizist und Performance-Künstler war Mitbegründer der Fluxus-Bewegung.

256  Wols [Wolfgang Otto Alfred Schulze]. Fünf Kaltnadelradierungen aus dem Nachlass.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

Ca. 10 : 10 – 15 : 10 cm.

Je eins von etwa 250 bis 350 Exemplaren der ersten Auflagen. Im Nachlass des Künstlers fanden sich insgesamt 26 unveröffentlichte Radierungen, von denen die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg 2000 und 2001 elf erstmals edierte. – Drei auf leicht getöntem Japan, zwei auf Büttenkarton. – Rückseitig typographisch bezeichnet mit »Hors commerce. Œuvre posthume, Collection Marc Johannes.

Busch 55, 56, 57, 61 und 64. – Griffelkunst E 338, 339, 340, 358 und 361

257  Herbert Zangs. Ohne Titel

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Ausrufpreis/Starting bid: € 4800

(Gräberfeld). Collage, mit Deckweiß bemalt. Um 1981. 31,0 : 46,8 cm. Signiert.

Zwei Fotokopien von Skizzen, die Zangs nach einem Besuch der Gräberfelder Krefeld-Gellep-Stratum gezeichnet hatte, aufgeklebt auf eine Originalzeitungsseite und im Anschluss vom Künstler »verweißt«. – Herbert Zangs (1924–2003), befreundet mit Günter Grass und Joseph Beuys, entwickelte bereits in den 1950er Jahren seine »Verweißungen«, ein künstlerisches Prinzip auf das er 20 Jahre später wieder zurückkam. Mitte der 1970er Jahre experimentierte er verstärkt mit Fotokopien als Malgrund. – Mit Echtheitsbestätigung und ausführlichen Erläuterungen von Emmy de Martelaere, Paris, vom 2. November 2015 (Certificat No. 15–11–298).