ChristianHesse

Moderne Kunst | Hesse-Auktionen
Moderne Kunst

1  Edgar Augustin. Knieende.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Bleistift. 1977. 48,0 : 33,5 cm. Signiert und datiert.

Großformatige, fein ausgeführte Zeichnung. – Auf grünlichem Bütten.

Montiert.

2  Olle Bærtling. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 750 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 520 ( R19 )

Farbserigraphie. 1968. 36,8 : 16,5 cm (39,0 : 18,3 cm) Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 289/300. – Wohl nach einem 1951 entstandenen Motiv. – In den 1950er Jahren schuf der schwedische Künstler Olle Baertling (1911–1981) seine geometrisch abstrakten »offenen Formen«, meist in Schwarz und einigen dissonanten Farbtönen.

3  Eduard Bargheer. Arabische Landschaft.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Aquarell. 1965. 32,0 : 42,5 cm. Signiert und datiert.

In verschiedenen Rot-, Ocker- und Brauntönen. – Auf hadernhaltigem Büttenpapier.

4  Eduard Bargheer. Stadt am Meer.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 2800

Aquarell. 1974. 39,5 : 55,5 cm. Signiert, datiert, rückseitig betitelt.

Auf chamoisfarbenem, strukturiertem Aquarellpapier. – Geometrische, vielfarbige Komposition.

5  Hans Bellmer. Petit traité de morale.

Schätzpreis/Estimate: € 6500

Ausrufpreis/Starting bid: € 5000

Zehn zweifarbige Radierungen. 1968. 38,0 : 28,5 cm. Signiert. Paris, Èditions Georges Visat 1968. Zehn signierte Farbradierungen.

Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 170). – Prachtvolle, kräftige Drucke, jeweils auf einem breitrandigen Doppelbogen »Velin d’Arches«. – Erschien bei Georges Visat, Paris. – Lose Doppelbogen in Originalumschlag und -seidenchemise. Zusammen im Seidenschuber. – Hans Bellmer wurde von Titeln des Marquis de Sade zu dieser Suite inspiriert: Dialogue entre un Prêtre et un Moribond. – Aline et Valcour. – Les Infortunes de la Vertu. – Les 120 Journées de Sodome. – Notes pour la nouvelle Justine. – L’Aigle Mademoiselle. – Idée sur les Romans. – Les Crimes de l’Amour. – La Philosophie dans le Boudoir. – Juliette ou les Propérités du Vice.

Chemise am Rücken verfärbt.

Denoël 78–87. – Bibliothek Filipacchi 21

6  Joseph Beuys. Intuition.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 650

Holzkiste mit Bleistiftzeichnung. 1968. 30,0 : 20,0 : 5,4 cm. Signiert und datiert.

Eines der frühesten Multiples des Künstlers. – In großer unnummerierter Auflage (12.000 Exemplare) hergestellt und vertrieben vom VICE Versand Remscheid. – Auf der Rückseite signiert, datiert und mit dem Verlags-Stempel.

Schellmann 7

7  Joseph Beuys. Fingernagelabdruck aus gehärteter Butter.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Multiple (Butter/Wachs in Plastikdose, auf Graupappe montiert). 1971. 24,0 : 21,0 : 1,8 cm. Signiert und datiert.

Frühes und selten gewordenes Multiple. – Ediert von Schellmann, München, wohl zur nachfolgenden Publikation. – Tadellos erhalten. – Dazu: Jörg Schellmann und Bernd Klüser. Joseph Beuys. Multiples. Œuvreverzeichnis sämtlicher multiplizierten Arbeiten. Band I [und] II. München, Schellmann 1972 und 1974. Originalringbücher mit serigraphierten Vorderdeckeln, auf Band I von Beuys signiert. Band I in 2. Auflage, Band II in 3. Auflage und mit den Nachträgen zu Band 1.

Schellmann 35

8  Joseph Beuys. Tafel I, II [und] III.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Drei Serigraphien. 1980. 85,5 : 60,7 cm. Signiert.

Je eins von ca 1.000–1.200 Exemplaren. – Auf glattem weißem Karton. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.

Tafel I unten rechts mit schmaler Knickfalte, Tafel II mit Einriss (ca. 3 cm) am Unterrand.

Schellmann 326–328. – Griffelkunst 215 C1-3

9  Joseph Beuys. Aus »3-Tonnen-Edition«.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Multiple. Siebdruck, beidseitig auf PVC-Folie, mit Ölfarbe überarbeitet. 1973–85. 46,0 : 45,5 cm. Signiert und nummeriert.

Nummeriert »108/3t« und mit den Stempeln »Fluxuszone West« und »Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung«. – Blatt 4 der insgesamt 44 Motive umfassenden Folge. – Ursprünglich plante Beuys eine Veröffentlichung mit ergänzenden Texten von Georg Jappe als »Das Unterwasserbuch«. Die benötigten Folien wurden gedruckt (angeblich im Gesamtgewicht von 3 Tonnen), jedoch kam das in 200 Exemplaren geplante Buch wegen technischer Schwierigkeiten nicht zustande. Einzelblätter bearbeitete Beuys in den Folgejahren mit brauner Ölfarbe. – Gerahmt.

Schellmann 74 A

10  Joseph Beuys. Auf dem Flug nach Amerika.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 680

15 farbige Offsetdrucke. 1974. 14,8 : 10,5 cm. Signiert.

Aus dem 20 Farbvarianten umfassenden Multiple. – Das Foto des verschleierten Beuys’ wurde in 20 Farbvarianten gedruckt. – Erschienen in der Edition Staeck »Originalgrafik Serie D«, Motiv 8. – Rückseitig typographisch als Postkarte bedruckt. – Nur wenige Exemplare wurden signiert. – Tadellos erhalten.

Schellmann P 16

11  Joseph Beuys. Ein-Stein-Zeit.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Serigraphie. 1984. 28,6 : 40,0 cm (35,6 : 48,0 cm). Signiert.

Eins von 500 Exemplaren. – Nach einem Foto von Magdalena Broska. – Siebdruck auf Zinkplatte, gedruckt auf bräunliches Papier. – Ediert von der Zeitschrift »natur« zur Untertsützung der Aktion »7000 Eichen« in Kassel.

Schellmann 503 A

12  Francis Bott. Komposition.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Farblithographie. 40,5 : 40,0 cm (65,0 : 50,7 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 35/50. – Auf Velin »BFK Rives«. – Dazu: Komposition Farbradierung. 1960. 34,0 : 16,5 cm (66,0 : 50,0 cm). Signiert und nummeriert. Exemplar 53/75. Ediert vom Bodensee-Verlag Amriswil mit dessen Trockenstempel.

13  Gisela Bührmann. Drei Radierungen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

1982. Signiert.

I. Selbst. 22,0 : 32,4 cm (38,3 : 47,0 cm). – II. Schädelstillleben. 17,7 : 23,7 cm (27,9 : 37,6 cm). – III. Stillleben im Atelier. 21,7 : 30,6 cm (37,7 : 46,5 cm). – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.

Griffelkunst E 96 sowie 224 C2 und C5

14  Michael Buthe. Le dieux de Babylon.

Schätzpreis/Estimate: € 150 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Köln 1973. Zweiteilige, mehrfach gefaltete Serigraphie, 19 lose farbige Tafeln und das Textheft zusammen im goldfarbenen Originalkarton.

Katalog zur Ausstellung im Kölnischen Kunstverein, der ersten großen Einzelausstellung Buthes. – Das Textheft mit Texten von Wulf Herzogenrath, Jeanchristophe Ammann und Harald Szeemann. – Die kreisförmige Serigraphie (Durchmesser ca. 175 cm) in Schwarz und Gold gedruckt.

16  Antonio Calderara. 6VC2.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 500

6 Serigrafie un testo e una serigrafia aggiunta. Muggio, Sam Villa 1973. Mit sieben Farbserigraphien. Lose in Originalkunstlederkassette und -schuber.

Eins von 54 Exemplaren. – Auf »Rosaspina Fabriano«. – Neben den in zarten Aquarellfarben gedruckten Serigraphien in typischer geometrischer Strenge enthält die Edition drei Textblätter (ebenfalls serigraphiert) und ein leeres Blatt.

35,0 : 15,5 cm. [10] Blätter. – Schuber leicht, Kassette minimal berieben.

17  Jorge Castillo. Pornographisme.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Zehn Radierungen. 1972. 41,5 : 37,5 cm. Signiert. Stuttgart, Manus Presse 1972.

Eins von 96 Exemplaren (Gesamtauflage 104). – Ediert von der manus presse Stuttgart. – Auf Zerkall-Bütten mit dem Trockenstempel der Presse. – Jorge Castillo (geboren 1933) zählt zu den bedeutendsten spanischen Künstlern des Surrealismus und Informel. Zusammen mit vier Textblättern in Originalleinenkassette mit montierter Kupferplatte (H. Wenneberg, Stuttgart).

41,5 : 37,5 cm. 10 Radierungen, [8] Seiten. – Kassette etwas fleckig, vorn stärker. Kupferplatte an den unteren Ecken gelöst.

Nicht bei Spindler

18  Lynn Chadwick. Watchers.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 350

Farblithographie. 1960. 38,0 : 25,0 cm (45,8 : 34,5 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 241/300. – Auf Velin. – Jahresgabe der Kestnergesellschaft Hannover, rückseitig mit deren Editionsstempel.

Vertikal mehrere Knitter. Oberrand recto mit Kleberesten bzw. winzigen Verlusten in der Papieroberfläche.

19  Marc Chagall. David vor Saul (mit dem Haupt Goliaths). – Davids Trauerlied.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Zwei Radierungen. 1958. 31,5 : 23,5 cm (33,5 : 44,5 cm).

Blätter 64 und 66 der 105 Radierungen umfassenden Folge »Bible«, die 1958 bei Tériade erschien. – Auf Velin d’Arches. – Dazu: Zwei Farblithographien aus »Dessins pour la Bible« (1960): Thamar, die Schwiegertochter Judas und Ruth zu Füßen des Boas, rückseitig je eine einfarbige Lithographie. – Trapezkünstlerin mit Vogel. Farblithographie. 1967. 11,5 : 22,0 cm. Vorderumschlag des Berggruen-Kataloges »Hommage a Marc Chagall«. – Blaues Pferd mit Paar. Farblithographie. 1982. 38 : 28 cm. Aus »Derrière le miroir 250«. Gerahmt. – Einige Beigaben.

Teils rückseitig mit kleinen Anheftungsresten.

Aus Cramer 30. – Dazu: Mourlot 243, 248, 266 und 271, 477 sowie 993

20  Lovis Corinth. Das ABC in Bildern.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 3000

25 Lithographien. 1917. 46,0 : 37,0 cm.

Exemplar 72/125, laut Schwarz eins von 100 der Ausgabe B. – Erschien als zweites Werk der »Neuen Bilderbücher«, Folge 1. – Auf leicht getöntem Bütten. – Mit dem Titelblatt, dort rückseitig der signierte Druckvermerk, in der Originalhalbleinenmappe mit einer 26. Lithographie als Titel. – Die schwungvoll gezeichneten Initialen mit reicher figürlicher Ausschmückung, z. B. Adam, Bacchanten, Drache, Engel, Kuß, Löwenritt, Schwäne, Paradies, Unterwelt, Venus, Zebra. Da er »Don Quixote« für das »X« verwendet, musste Corinth beim »Q« improvisieren: Er deutet den Buchstaben phonetisch und schmückt ihn mit … »Die Kuh«. – Die Lithographien tadellos erhalten.

Mappendeckel mit sorgsam fixierten Einrissen im Papierbezug, rückseitig kleine Kratzspuren.

Schwarz L 315

21  Lovis Corinth. Antike Legenden.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 2000

Zwölf Radierungen. 1919/1920. Ca. 25 : 34 cm (45 : 58 cm). Signiert.

Exemplar 21/50, eins der zweiten Vorzugsausgabe auf Japan mit der zusätzlichen 13. Radierung, die eine Variante der ersten darstellt. – Mit dem Textheft. – Ediert von der Marées-Gesellschaft, alle Radierungen mit deren Trockenstempel. – Weitere 100 Exemplare wurden auf Bütten gedruckt und enthielten nur zwölf Radierungen. – Die Radierungen in originalen Passepartouts.

Die Deckel der Originalmappe und ein Blatt mit der faksimilierten Signatur des Künstlers als Beigabe.

Schwarz 351, I B ( von II), I–XIII

22  Otto Dix. Lachendes Mädchen.

Schätzpreis/Estimate: € 1200 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 2400

Farblithographie. 1964. 58,7 : 33,5 cm (76,0 : 51,8 cm).

Unsignierter Probedruck, ehemals im Besitz von Dix’ Drucker Roland Erhardt. – Auf Van Gelder Zonen-Bütten. – Der in Hellblau gedruckte Zeichnungsstein noch im zweiten Zustand (mit dem Fleck an der rechten Achsel), die übrigen Farbsteine (Hellbraun, Ocker und Rosa) im endgültigem Zustand (III). – Mit einer Expertise von Florian Karsch. – Rückseitig von Roland Erhardt betitelt und mit Widmung »Für Werner herzlichst von Roland«.

Minimale Griffspuren.

Karsch 295 II-III A

23  Paul Flora. Glanz und Elend der Eisenbahn.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Zehn Szenen aus dem Eisenbahnwesen. – Abenteuer. 10 Blätter von Entdeckern, Abenteurern und Pionieren. – Je zehn signierte Offsetlithographien. 1978. 35 : 50 cm. 1978.

Eins von 900 bzw. 780 Exemplaren (Gesamtauflagen je 1000). – Ediert von der Galerie Bloch in Innsbruck bzw. der Galerie Würthle, Wien. – In den Originalhalbleinenmappen. – Auch beide Druckvermerke signiert, dort jeweils nummeriert und mit kleiner Zeichnung versehen.

51 : 36 cm (Mappen). – Mappe I ohne Deckelschild.

24  Werner Gilles. Porto d’Ischia.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Aquarell. 1937. 31,3 : 44,0 cm. Signiert, datiert und mit Widmung betitelt.

Schönes konstrastreiches Aquarell aus den frühen Jahren auf der Mittelmeerinsel. – Am Unterrand mit Widmung »z. frdl. Erinnerung an Porto d’Ischia«. Dort hatte Gilles 1936 Eduard Bargheer kennengelernt, mit dem er lange Jahre eng befreundet blieb.

Links mit zwei scharfen Knickfalten, die der Färbung nach schon vor dem Aquarellieren entstanden.

25  [Karl-Heinz] Hansen-Bahia. Hommage à la Albrecht Dürer.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

10 Holzschnitte. 1970. 48,5 : 39,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 24/50. – Auf der Handpresse gedruckt in Salvador-Bahia. – Zusammen mit Titel- und Textblättern in Originalhalbleinenmappe mit illustriertem Vorderdeckel. – Die Holzschnitte sind Studien, Entwürfe und Ausschnitte zweier großformatiger Blätter zur Gedächtnisausstellung »Hommage à Dürer – Albrecht Dürer zu Ehren«, Nürnberg 1971. – »Möge mein geringer Beitrag zum Dürer-Jahr 1971 in Deutschland als das aufgenommen werden, was er ist: ein »SOLI DÜRER GLORIA!« (Vorwort). – Der gebürtige Hamburger Karl-Heinz Hansen (1915–1978) wanderte aus dem Nachkriegsdeutschland nach Brasilien aus. Seit 1947 war er autodidaktisch als Holzschneider tätig und ließ sich Mitte der 1950er in Salvador-Bahia nieder. Jorge Amado fügte dem Namen des Künstlers als Ehrung »Bahia« hinzu. Durch sein Leben unter Fischern, Matrosen, Händlern und Bettlern empfing er wesentliche künstlerische Impulse, seine Holzschnitte druckte er auf einer kleinen Handpresse.

Mappendeckel gelöst.

Kothé 65–74

26  Erich Heckel. Männer am Strand.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Holzschnitt. 1919. 17,5 : 13,4 cm.

Gedruckt vom Originalstock. – Prospekt zu Paul Küppers’ »Das Kestnerbuch«. – Sehr seltene Werbebroschüre des Heinrich Böhme Verlags Hannover, gedruckt auf bräunlichem Japanbütten. – Mit einer Einleitung des Verlages, genauer Inhaltsangabe sowie Preisen der verschiedenen Ausgaben. – Mit Stempel der legendären Münchner Galerie Hans Goltz, in deren Räumen in der Brienner Straße 8 u. a. 1912 die zweite Ausstellung des Blauen Reiter stattgefunden hatte. Nach Ende des Ersten Weltkrieges gab Hans Goltz den »Ararat« heraus.

28,0 : 22,2 cm. [4] Seiten. – Leichte horizontale Knickfalte.

Vgl. Dube 319 II und Söhn, HDOG 130 (beiden blieb dieses Faltblatt unbekannt)

27  Manfred Henninger. Ovid.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Metamorphosen. Buch X. Mythen um Orpheus. Illustriert von Manfred Henninger. Übersetzt von Ernst Zinn. Mit einer Einleitung von Karl Kerényi. Heidenheim, Erich Hoffmann 1969. Mit einer signierten Farblithographie und drei signierten Radierungen sowie 58 Bildtafeln, davon fünf farbig. Zusammen mit der Originalbroschur lose in Originalleinenkassette. – Widmungsexemplar mit vier zusätzlichen signierten Tafeln.

Maecenas Liebhaberdrucke. – Eins von 90 Exemplaren der Luxusausgabe, die neben der Lithographie auch drei Radierungen enthält (Gesamtauflage 500). – Hier wurde zusätzlich je ein signierter Extraabzug von vier Tafeln der Folge beigelegt, davon einer mit Widmung des Künstlers. – Die Gesamtgestaltung besorgte Kurt Weidemann. – Schönes Exemplar.

31,5 : 42,5 cm (Kassette). XVII, [1], 37, [3] Seiten, 74 lose Blätter.

28  Manfred Henninger. Ballett.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Sechs Farbserigraphien. 1976. 60,0 : 75,0 cm. Signiert, betitelt und nummeriert.

Exemplar 4/100. – Auf Kupferdruckkarton. – Ediert von der Galerie Haas, Korntal. – Die großformatigen Serigraphien entstanden zu »Arena« von Morton Subotnick und »Daphnis und Chloé« von Maurice Ravel, zwei Inszenierungen des Balletts des Stuttgarter Staatstheaters. – Mit drei Textblättern (Titel und Einleitung) lose in der Originalleinenkassette.

Kassette oben am Rücken etwas bestoßen.

29  Alfred Hrdlicka. Die Menge.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Zweifarbige Lithographie. 45,5 : 61,0 cm. Signiert.

In Umbra und Silber auf feingeripptem roten Bütten. – Mit dem Trockenstempel der Edition Richard P. Hartmann.

Ober- und Unterrand mit minimalen Knickspuren.

Nicht bei Lewin

30  Karl Hubbuch. Frauenkopf (Ellen).

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 120

Holzschnitt. 1953/54. 42,0 : 32,5 cm (68,5 : 47,0 cm). Signiert.

Exemplar 13/250. – Auf Velin. – Dazu: Fußgänger. Zinkographie. 42,5 : 54,0 cm (51 : 57 cm). Signiert. Ränder leicht geknittert.

31  Horst Janssen. Briefe an Roger Blin I, II [und] III.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 850

Drei farbige Radierungen. 1980. Ca, 59 : 44 cm (70 : 56 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Je eins von 24 Exemplaren. – Gedruckt in Ocker, Gelb bzw. Blaugrau. – Auf Japanpapier. – Die Auflage druckte Peter Fetthauer, Hamburg. – Ediert 1985 vom Kunsthaus Lübeck.

Frielinghaus VII, 79, 82 und 84

32  Lajos Kassàk. Bildarchitektur.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 1700

Zehn Linolschnitte und eine Farbserigraphie. 1922/1965. 30,5 : 30,0 cm. Alle signiert.

Eins von 100 Exemplaren, daneben 20 Künstlerexemplare. – Erschienen in der Edition Panderma von Carl Laszlo, Basel. Von den 1922 entstandenen Originalstöcken gedruckt von Max Ehrat, Basel. – Die Graphiken liegen lose in der Originalbroschurmappe mit dem illustrierten Text des Manifests »Bildarchitektur«. – Zu Zeiten des Kalten Krieges wurden die originalen Signaturen auf kleinen Etiketten in die Schweiz »geschmuggelt«, dort auf die Graphiken geklebt und durch den gestempelten Verlagsnamen »Panderma« bestätigt. – Lajos Kassàk (1887–1967) war 1915/1916 Redakteur der ersten ungarischen avantgardistischen Zeitschrift »A Tett« (Die Tat), die schon 1916 verboten wurde. Nur wenige Wochen später gründete er »MA«, musste jedoch 1919 nach Österreich emigrieren, wo die Zeitschrift weiter erschien. Er publizierte dort eigene Texte sowie internationale Künstler wie Schwitters, Schlemmer und Tzara. – Sehr selten.

Mappenränder mit winzigen Knicken, ein kleiner Einriss. Die Graphiken selbst tadellos erhalten.

Dokumentations-Bibliothek V, 74

33  Max Kaus. Hügellandschaft.

Schätzpreis/Estimate: € 7500 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 6000 ( R19 )

Farblithographie. 49,0 : 59,0 cm (55,3 : 70,0 cm). Signiert, betitelt und bezeichnet.

Prachtvoller, nuancenreicher Erstdruck des Künstlers, nach seiner Beschriftung am Unterrand »Hügellandschaft 1. Druck 1–6 Handdrucke Stein abgeschliffen«. – Rückseitig mit dem Stempel der Hamburger Kunsthalle (Lugt 1233) sowie einer handschriftlichen Nummer 5605. Im August 1937 wurde dieses Blatt als »entartet« beschlagnahmt und verkauft. Wir danken dem Kupferstichkabinett der Hamburger Kunsthalle für diese Auskunft. – Sehr selten.

Etwas gebräunt, Knicke im Randbereich.

34  Paul Klee. Ausloeschendes Licht.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Lithographie. 1919. 15,8 : 12,7 cm (28,0 : 22,0 cm). Im Stein signiert, datiert und betitelt.

Aus »Das Kestnerbuch«, ediert 1919 im Heinrich Böhme Verlag. – Rückseitig typographisch bezeichnet.

Schmale Bräunung an der Passepartoutkante.

Kornfeld 75 b

35  Paul Kleinschmidt. Zirkustänzerinnen.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Radierung. 1928. 29,7 : 24,5 cm (43,0 : 36,0 cm). Signiert, datiert und bezeichnet.

Bezeichnet »Probe 4«. – Mit eigenhändiger Widmung: »Meiner lieben Freundin Martha P. K. 31. 7. 29« Kleiner Sammlerstempel »MB« verso (nicht bei Lugt). Ab 1927 war Kleinschmidt im Sommer Gast bei Martha und Wilhelm Bilger in Blaubeuren. Das Sammlerpaar war durch Empfehlung Julius Meier-Graefes auf den Künstler aufmerksam geworden und gestattet ihm, in ihrem Fabrikgelände ein Atelier einzurichten. – Auf Bütten. – Paul Kleinschmidt (1883–1949) hatte 1923 seine erste Einzelausstellung im Euphorion-Verlag. Es folgten weitere u.a. bei Gurlitt und Flechtheim in Berlin. 1936 musste die Familie über die Niederlande nach Frankreich emigrieren. Einen Teil seiner Werke lagerte Kleinschmidt in der Staatlichen Kunstbibliothek in Berlin ein. 1936 wurden diese von der Gestapo aufgespürt und zusammen mit weiteren, aus dem Besitz der Nationalgalerie, zerstört. – »In seinen besten Werken steckt eine elementare malerische Kraft, wie sie seit Corinth in der Deutschen Kunst nicht mehr erlebt worden ist.« (Curt Glaser) »Man könnte sich ihn zwischen Beckmann und Corinth denken. Verpflichtet ist er wohl nur Corinth, dem er der einzige Nachfolger auf neuer Bühne werden könnte […] Beckmann ist kälter und dekorativer […] sachlicher […] Kleinschmidt bejaht ohne jede Reserve« (Meier-Graefe) (beide anlässlich der Ausstellungseröffnung bei Flechtheim 1927, vgl. Webseite der Paul Kleinschmidt Gesellschaft).

Rückseitig Montierungsspuren. Rechter Rand mit winzigen Knittern.

36  Alfred Kubin. Sitzender Mann, stehende Frau.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 2400

Tuschfeder. 25,5 : 19,5 cm (39,0 : 30,5 cm). Signiert und mit Widmung bezeichnet.

Schön ausgeführte Zeichnung eines in sich versunkenen Paares. Bei dem sitzenden Mann könnte es sich um den Künstler selbst handeln. – Am Unterrand mit Widmung für seine Schwägerin »für Tilly ein kleines Novembergeschenk | AK« (Bleistift). – Auf Büttenkarton.

Rückseitig Ausschnitt einer Flurkarte (Tusche, Aquarell).

37  Alfred Kubin. Auf der Wippe.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 540

Bleistift. 1944. 24,0 : 29,1 cm. Monogrammiert und mit Widmung bezeichnet.

Auf Bütten. – Am Unterrand mit Widmung für seine Schwägerin: »für Tilly Weihnacht 44 Alfred«. – Rückseitig mit Hinweis »fixiert«.

38  Alfred Kubin. Entwurfskizze „Sommer“.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

Bleistift. 1945. 28,5 : 22,5 cm. Mit »Alfred« signiert, betitelt und mit Widmung bezeichnet.

Am Unterrand mit Widmung für seine Schwägerin »An Tilly zum 13 Februar 1945«. – Auf weißem Japanbütten.

39  Alfred Kubin. Opiumraucher.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 540

Tuschfeder und -pinsel. 13,5 : 11,5 cm. Monogrammiert.

Auf der unbedruckten Rückseite eines österreichischen Kassenbuches.

40  Alfred Kubin. Melusine legt ihr Kindchen in eine Menschenwiege.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 540

Tuschfeder. 14,5 : 10.5 cm.

Auf gräulichem Bütten. – Am Unterrand bezeichnet »aus den ›Vignetten‹«. – Am rechten Darstellungsrand schwer entzifferbar monogrammiert. – Ehemals Sammlung Richard Alewyn (1902–1979, deutscher Germanist, 1939–1948 Professor am Queens College NY), rückseitig mit entsprechendem Hinweis.

41  Alfred Kubin. Frau bei einem liegenden Pferd.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Bleistift. 16,0 : 23,5 cm. Monogrammiert.

Auf festem Papier.

42  Marino Marini. Bildnis Thomas Mann.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Farbige Lithographie. 1955. 33,5 : 26,5 cm (55 : 45 cm). Signiert.

Wohl eins von 20 Künstlerexemplaren (Gesamt 220). – Auf Velin »Arches«. – Entstanden im Todesjahr des Dichters und ediert von seinem Hausverlag S. Fischer. – Gedruckt bei Wolfensberger, Zürich.

Papier etwas gebräunt. Rückseitig umlaufend Montierungsreste.

Guastalla 107

43  Franz Marc. Bären.

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Zuschlag/Hammerprice: € 6000

Lithographie. 1907. 19,5 : 27,0 cm (35,5 : 45,7 cm). Signiert, im Stein monogrammiert.

Gedruckt in Dunkelgrau auf gelblich-braunem Maschinenbütten. – Eine der frühesten graphischen Arbeiten des Künstlers. Bereits Ende des Jahres 1907 wandte sich Franz Marc der Darstellung von Tieren zu. In den Monaten Oktober bis Dezember entstanden laut den Aufzeichnungen von Maria Marc neben dem vorliegenden auch die Lithographien »Rehe im Wald«, »Sterbendes Reh« und »Hirschpaar«. – Eine nahezu identische Zeichnung des Bärenpaars findet sich im Skizzenbuch X (1908/09). 1910 entstand die Plastik »Zwei Bären«. – Sehr selten; kein Exemplar bei artprice.

Im Passepartoutausschnitt gebräunt. Am Oberrand vier kurze Einrisse. Links oben hauchdünner Farbstrich. – Verso drei Bleistiftnummerierungen, recto unten links eine weitere. – Verso unten rechts Sammlerstempel.

Hoberg/Jansen 9 (nennen neun Abzüge in öffentlichen Sammlungen und das Exemplar Stinnes in einer Schweizer Privatsammlung). – Lankheit 808

44  Exlibris – Franz Marc. Exlibris Franz Marc.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Lithographie. 1904. 7,1 : 7,2 cm (10,0 : 9,2 cm).

Frühe graphische Arbeit Marcs, noch ganz gegenständlich und dem Jugendstil verhaftet. – Sicher das schönste unter den Exlibris’ des Künstlers. – Auf weißem Papier, nur in Schwartz gedruckt. – Rückseitig Monogramm- oder Druckerstempel »SH« (?). – Aus dem Nachlass eines Druckers der Steglitzer Werkstatt, wo Marc zumindest dieses (und das folgende) Exlibris drucken ließ. Die Druckerei wurde 1900 von Fritz Helmuth Ehmcke, Friedrich Wilhelm Kleukens und Georg Belwe gegründet. – Tadellos erhalten.

Hoberg/Jansen 49. – Gutenberg-Katalog 7025

45  Exlibris – Franz Marc. Ex libris Paul Marc.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Lithographie. 7,0 : 5,5 cm (9,9 : 7,7 cm).

Die zweite Fassung des Exlibris für den Bruder des Künstlers, nun mit dem Sockel links unten und kräftigen Schattenpartien. – Auf weißem Papier, gedruckt in Schwarz. – Rückseitig mit Sammler- oder Druckerstempel »SH« (?, nicht bei Lugt). – Aus dem Nachlass eines Druckers der Steglitzer Werkstatt. – Tadellos.

Vgl. Hoberg/Jansen 48. – Gutenberg-Katalog 7026

46  Exlibris – Fernand Khnopff. Barreau de Bruxelles.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausrufpreis/Starting bid: € 100

Lithographie. 1898. 6,4 : 4,9 cm (8,3 : 6,5 cm). Im Stein monogrammiert.

Auf dünnem gelbem Japanpapier. – Fernand Khnopff (1858–1921) schuf neun Exlibris, darunter zwei für seine eigene Bibliothek. Das vorliegende entstand für die Rechtsanwaltschaft von Brüssel.

47  Exlibris – Melchior Lechter. Exlibris Bibliothek des Baurat Carl von Groszheim’schen Hauses.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Zweifarbige Lithographie. 1897. 10,1 : 6,1 cm (10,7 : 6,6 cm). Im Stein monogrammiert und datiert.

Eine der frühesten graphischen Arbeiten Lechters, in dessen Œuvre Raub fünf Exlibris nachweisen konnte. – Blick durch ein gotisches Fenster auf eine Burg. Mit dem Sinnspruch »Aus dem Tiefsten muss das Hoechste zu seiner Hoehe kommen«. – Rückseitig mit Sammler- oder Druckerstempel »SH« (?, nicht bei Lugt). – Aus dem Nachlass eines Druckers der Steglitzer Werkstatt. – Tadellos.

Raub A 14

48  Exlibris – Heinrich Vogeler. Exlibris Ida Perutz.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 250

Radierung. 1904. 10,0 : 8,0 cm (20,8 : 15,0 cm). Eigenhändig und in der Platte monogrammiert.

Auf Bütten.

Rief 101

49  Joan Miró. Pygmées sous la Lune.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Zuschlag/Hammerprice: € 3000

Farbaquatintaradierung. 53,5 : 68,0 cm (70,0 : 94,0 cm). Signiert und bezeichnet.

Exemplar »H.C.«, außerhalb der Auflage von 50 Exemplaren. – Auf kräftigem Arches-Bütten. – Die prachtvolle großformatige Radierung wurde von Arte Adrien Maeght, Paris, gedruckt und von Maeght ediert.

Oberrand mit wenigen schwachen Knicken. Im Passepartoutausschnitt kaum merklich gebräunt. Verso kleine Montierungsreste.

Dupin 562

50  Johannes Molzahn. Hertwig gewidmet.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Holzschnitt. 1919. 30,5 : 26,2 cm (60,0 : 45,2 cm). Signiert, betitelt und mit Widmung bezeichnet, im Stock monogrammiert.

Unten links bezeichnet »VIII ›Hertwig gewidmet‹ Handdruck«. – Im Molzahn-Verzeichnis als Nr. 8 vermerkt, nach seinen Aufzeichnungen wurden insgesamt 31 Exemplare gedruckt. – Unter der Darstellung mit eigenhändiger Widmung »Frau Margarete Dexel – Ein Haus das mir lebendig wurde | Johannes Molzahn | 10. Februar 2[?]«. – Auf dünnem Bütten. – Der Titel bezieht sich auf den Graphikdesigner Max Hertwig, dessen Werbemittel-Entwürfe für die berühmten Fagus-Werke Molzahn später überarbeitete und ergänzte. – Bei der Widmungsempfängerin handelt es sich um Walter Dexels Ehefrau Grete, die dieser 1914 geheiratet hatte. 1928 wurde Dexel Nachfolger Molzahns als Dozent an der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Magdeburg, im gleichen Jahr erschien das vom Ehepaar Dexel herausgebenene Buch »Das Wohnhaus von heute«. – Eins der vier bei Salzmann nachgewiesenen Exemplare. – Provenienz: Privatsammlung Braunschweig. – Privatsammlung Hamburg.

Ränder leicht, an der Passepartoutkante stärker gebräunt. Rückseitig leichte Abklatschbräunung. Obere rechte Ecke mit kleinem Abriss.

Salzmann 11

51  Ernst Wilhelm Nay. C. G. Heise zum Geburtstag.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farbholzschnitt. 1965. 48,0 : 35,5 cm (76,5 : 57,0 cm).

Unsignierter Abzug des endgültigen achten Zustands. – Gedruckt von vier Stöcken mit Deckfarben. – Auf Velin d’Arches.

Gabler 80

52  Max Oppenheimer. Quartett.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 3800

Farblithographie. 1948. 21,5 : 31,0 cm (30,3 : 43,8 cm). Signiert, datiert und bezeichnet.

Unten links bezeichnet als »trial proof – corrected« (einige Details mit Bleistift). – Rechts unten mit Bleistift signiert »MOPP 1948«, darüber in der Platte. – Auf getöntem Maschinenbütten. – Das Motiv »Rosé-Quartett« hatte Oppenheimer bereits 1920 und 1932 graphisch umgesetzt.

Passepartoutausschnitt gebräunt. Die äußersten Ecken mit Klebespuren ehemaliger Montage, Oberrand mit kleinem Einriss.

53  Otto Pankok. Rundgang im Gefängnishof. – Gefangener.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

– Zwei Radierungen. 1923. 19,0 : 13,5 cm (31,5 : 23,5 cm). Signiert.

Je eins von 50 signierten Vorzugsexemplaren. – Aus der Folge der fünf Radierungen Pankoks zur Buchausgabe »Oskar Wilde. Ballade des Zuchthauses zu Reading, von C. 3.3.«, ediert vom Juncker-Verlag, Berlin. Neben den Vorzugsausgaben erschienen weitere 250 nur im Druckvermerk signierte. – Die Platten wurde nach dem Druck vernichtet.

Im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt. Blatt I am Oberrand Durchschlag der Montierungsstreifen. – Nicht außerhalb des Rahmens begutachtet.

Jäger WR 289 und 290. – Aus Jentsch, Bücher des Expressionismus 132

54  Victor Pasmore. The Dance of Man. La Danca dell’uomo.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

In Modern Times. Questions without an answer. Rom, 2RC 1972. Mit zehn Farbaquatintaradierungen. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, -folienumschlag und -acrylglasbox.

Eins von 95 Exemplaren, weitere 15 für den Künstler. – Auf Velin. – Auf dem Titelblatt signiert und nummeriert. – Herausgegeben von Eleonora und Walter Rossi. – Die großartigen Radierungen, teils mit Prägedruck, füllen jeweils beide Seiten der neun Doppelblätter, dabei eine Seite mit dem einbezogenen typographischen Text. – Eine Radierung dient als Umschlag, der Rückentitel auf dem Folienumschlag. – Ein letztes Doppelblatt enthält den italienischen Text nach der Übersetzung von Giovanna Zamboni und ein graphisches Inhaltsverzeichnis. – Edwin John Victor Pasmore (1908–1998) zählte zu den einflussreichsten britischen abstrakten Künstlern. – Sehr gut erhaltenes Exemplar des schönen Künstlerbuchs.

50,0 : 50,0 cm. [44] Seiten.

55  Pablo Picasso. Femme nue devant une Statue.

Schätzpreis/Estimate: € 7000

Ausrufpreis/Starting bid: € 4600

Radierung. 1931. 31,2 : 22,1 cm (44,5 : 33,5 cm). Signiert.

Blatt 6 aus der »Suite Vollard«. – Eins von 250 Exemplaren auf »petite papier vergé de Montval« mit dem Wasserzeichen des Verlegers. – Der Verleger und Kunsthändler Ambroise Vollard gab bei Picasso eine Folge von einhundert Graphiken in Auftrag, die das Thema von Künstler, Modell und Skulptur oder den Minotaurus-Mythos variieren. Die Graphikfolge entstand in den Jahren 1930 bis 1937 und wurde nach ihrem Auftraggeber benannt.

Im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt. Verso Montierungsreste.

Bloch 139

56  Pablo Picasso. La Celestine.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Zuschlag/Hammerprice: € 2600

Radierung. 1968. 8,8 : 12,5 cm (25,3 : 32,7 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 3/50. – In der Platte datiert »16.5.68 V«. – Auf Rives-Bütten. – Die Dramen um Celestina und Calisto und deren tragische Liebesgeschichte faszinierten Picasso lebenslang. Bereits 1904 malte er in der blauen Periode das Portrait der Celestina, 1968 kehrte er zu dem Thema zurück. Für »La Celestine« schuf Picasso innerhalb von ca. sieben Monaten 66 kleinformatige Radierungen, die 1971 als Buch Picassos letzte illustrative Arbeit bildeten. Je 50 Abzüge wurden auf breitrandigem Bütten gedruckt und signiert.

Bloch 1576

57  Pablo Picasso. Ohne Titel (Serie 347, 4).

Schätzpreis/Estimate: € 5000

Zuschlag/Hammerprice: € 3600

Radierung. 1968. 31,7 : 52,8 cm (42,0 : 64,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 31/50. – Blatt 4 aus der Serie »347 graphische Blätter«, die vom 16.3. bis 5.10.1968 entstanden. – In der Platte datiert »22.3.68 II.« – Auf starkem Velin. – Die Folge stellt eine Art Tagebuch dar, in das Picasso fast täglich seine Gedanken in Kupfer gravierte. »Uns war durchaus bekannt, daß Picasso einer der fleißigsten Arbeiter unter den zeitgenössischen Künstlern ist, aber die sieben Monate dauernde, unermüdliche Hingabe an seine Arbeit, sowie der Umfang und die Intesität dieser Arbeit waren doch so ungewöhnlich, daß dieses Werk als eine einzigartige Leistung nicht nur in Picassos eigenem schaffen, sondern darüber hinaus auch in der gesamten Geschichte der Graphik angesehen werden muß« ( Aldo und Piero Crommelynck, zitiert nach: Picasso 347, Edition Praeger 1961).

Blattränder durch ehemaliges Passepartout schwach verfärbt und mit leichtem Abdruck der Passepartoutkante. Einige winzige (Rost?)-Flecken in der Darstellung.

Bloch 1484

58  Pablo Picasso. Ohne Titel (Serie 347, 11).

Schätzpreis/Estimate: € 5000

Zuschlag/Hammerprice: € 3200

Radierung. 43,0 : 33,0 cm (58,3 : 45,5 cm). Signiert und bezeichnet.

Exemplar »E.A.«, außerhalb der Auflage von 50 Exemplaren. – Blatt 11 aus der Serie »347«. – In der Platte datiert »29. März 1968, II-III-IV-V-VI.« – Auf starkem Velin.

Schwacher Knick am unteren Rand, bis in die Darstellung. Kaum merkliche, schwache Stockflecken. Verso kleine Montierungsreste.

Bloch 1491

59  Pablo Picasso [et] André Villers. Diurnes.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Découpages et photographies. Texte de Jacques Prévert. Paris, Berggruen 1962. 30 Tafeln mit Foto-Demontagen. Mit den Textseiten lose in Originalumschlag und farbig illustriertem Originalleinenschuber.

Eins von 900 Exemplaren (Gesamtauflage 1.000). – Die außergewöhnlichen Fotografiken waren Gemeinschaftarbeiten: Picasso schuf Scherenschnitte mit Silhouetten von Köpfen, Menschen und Tieren, die der Fotograf André Villers bei der Belichtung seiner Fotografien als Schablonen verwendete. Gedruckt wurden die Fototypien und Pochoirs bei Daniel Jacomet, den einleitenden Text von Jacques Prévert druckte die Imprimerie Union. – Das Buch entstand im Rahmen eines von dem Blechschneider Lionel Prejger ausgerufenen Wettbewerbs. Ihm lieferte Picasso mit der »Erklärung eines tintenfischartigen Papiergebildes […] ganz beiläufig eine ebenso simple wie überzeugende Beschreibung dieses Phänomens [der von Werner Spies als »Klappskulpturen« bezeichneten »Flachskulpturen«]: ›Das ist ein Stuhl […] und sehen sie, das ist auch eine Erklärung des Kubismus! Stellen Sie sich einen Stuhl vor, der unter eine Dampfwalze gekommen ist.‹« (Petra Kipphoff, Die Zeit, 14.X.1983). – Die farbige Titelschrift auf dem Umschlag, auf der Kassette um Zeichnungen ergänzt, wurde nach Picassos Entwurf gedruckt.

41,0 : 31,0 cm. 18, [2] Seiten, 30 Tafeln, 30 Doppelblätter. – Die Kassette etwas angestaubt und minimal bestoßen, insgesamt sehr schön.

Vgl. Goeppert/Cramer 115. – Bloch livres 112. – Kibbey 1463

60  Imre Reiner. Alter Hof.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausrufpreis/Starting bid: € 1200

Öl auf Leinwand. 1929. 35,0 : 53,0 cm. Signiert und datiert.

Auf dem Keilrahmen betitelt und bezeichnet »Firenze 1929 Imre Reiner«. – 1926 hatte Imre Reiner eine erste Studienreise in die Toskana unternommen. Die dort gewonnenen Eindrücke setzte er nach seiner Rückkehr nach Stuttgart in den Jahren 1927–1930 in Ölgemälden um.

Provenienz: Aus familiärem Nachlass des Künstlers.

61  Imre Reiner. Stuttgarter Stilleben.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausrufpreis/Starting bid: € 1500

Öl auf Leinwand. 1929. 35,0 : 40,8 cm. Signiert und datiert.

Auf dem Keilrahmen betitelt und bezeichnet »Imre Reiner 1929 Stuttgart«. – Nach seiner Amerikareise war Imre Reiner 1925 wieder nach Stuttgart zurückgekehrt, wo er seine Ausbildung als Meisterschüler Schneidlers fortsetzte. Neben freier Malerei widmete er sich der Gebrauchsgraphik und dem Industriedesign, u. a. Karosserien für Mercedes. 1927–1930 entstanden in Stuttgart eine Reihe kleinformatiger Ölbilder. 1930 zog Reiner nach Paris und ein Jahr später endgültig in den kleinen Ort Ruvigliana bei Lugano, wo er fortan lebte und arbeitete. – Das Gemälde verbindet die naturalistische Darstellung mit abstrakten Momenten, die in Reiners Arbeiten zunehmend an Gewicht gewinnen sollten.

Provenienz: Aus familiärem Nachlass des Künstlers.

62  Imre Reiner. Im Schaufenster eines Restaurants.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Tempera und Tusche. 1963. 39,4 : 28,5 cm. Signiert, rückseitig signiert, datiert und betitelt.

Auf Velin. – Rückseitig mit Aquarellfarben marmoriert. – Auf Karton montiert, dort nochmals betitelt. – Vorder- und rückseitig mit der Werknummer »1246« bezeichnet.

63  Imre Reiner. Bild 798.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 360

Aquarell und farbige Tuschen. 1964. 34,0 : 29,2 cm. Vorder- und rückseitig signiert, datiert und betitelt.

Schöne Mischtechnik. – Teils lasiert, teils in Spritztechnik und durch schwarze Tuschelinien strukturiert. – Auf Bütten, dies auf Unterlagekarton montiert und dort nochmals als »Bild 798« betitelt.

64  Imre Reiner. Daidalos Töpfer.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Aquarell und Tusche. 1964. 40,3 : 28,2 cm. Signiert und datiert, rückseitig betitelt, nochmals signiert und datiert.

Leuchtend roter Hintergrund mit der amorphen Figur, die durch die Tuschepartien akzentuiert wird. – Auf Aquarellkarton, dieser auf Unterlagekarton montiert und dort nochmals betitelt.

65  Imre Reiner. Zehn Stilleben.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Dritte Folge aus den Jahren 1953–58. Zehn Radierungen. 1965. 51 : 35 cm. Signiert, nummeriert, zwei betitelt.

Exemplar 5/10. – Auf Zandersbütten. – Im Eigenverlag erschienen. – Lose in Originalumschlag und Halbleinenmappe. – Sehr selten und tadellos.

Reiner-Bibliographie IV, 7

66  Imre Reiner. Serenade.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Eine Auslese der Radierungen aus den Jahren 1957–59. Zehn Radierungen. 1965. 56 : 38 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 9/10. – Auf Velin von Rives. – Im Eigenverlag erschienen. – Lose in Originalumschlag und Mappe. – Sehr selten und tadellos.

Reiner-Bibliographie IV, 8

67  Dieter Roth. Stupidogram f. eugen gomringer.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 4200

Rote Farbstiftzeichnung auf Millimeterpapier. 1961. 21,0 : 29,2 cm. Signiert, datiert und mit Widmung betitelt.

Die Wiederholung eines Zeichnungsdetails – Striche, Satzzeichen o. ä. – auf strukturiert-bedrucktem Hintergrund nannte Roth »stupidogramme«. Hier eine frühe Zeichnung dieser Werkgruppe mit schöner Dedikation für den Begründer der Konkreten Poesie. – Gerahmt.

68  Dieter Roth. Müh und Sorge.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Farboffsetlithographie. 1972. 61,5 : 91,0 cm (65,0 : 94,5 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 7/145. – In der Platte betitelt. – Auf glattem Velin. – »Handoffset, sechs Farben (eine Farbe von Hand aufgetragen)« (Dobke). – Gedruckt von Karl Schulz, Braunschweig. Ediert von Hans Höppner, Hamburg, mit dessen Trockenstempel.

Seitenränder leicht geknickt, linker etwas angeschmutzt.

Dobke 262

69  Die Schaffenden.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R19 )

Vier Radierungen, eine Lithographie. 1921–1929. Ca. 41 : 31 cm. Alle signiert.

Aus den Mappenwerken »Die Schaffenden«, herausgegeben vom Euphorion Verlag, Berlin. – Je eins von 100 Exemplaren auf Bütten, teils mit dem Trockenstempel der Edition. – Radierungen: I. Max Peiffer Watenphul. Frau mit Fruchtschale. 1921. – II. Martel Schwichtenberg. Varietésoubrette. 1921. – III. Hermann Mayrhofer. Im Kaffeehaus. Um 1929. – IV. Franz M. Jansen. Bröhltal-Landschaft. Um 1928. – Lithographie: V. Rudolf Wacker. Briefschreiberin. 1923.

Ränder teils etwas unfrisch.

Söhn HDOG 72711-8, 72712-9, 72721-5, 72723-10 und 72715-8

70  Die Schaffenden.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R19 )

Neun Graphiken. 1922–1930. Ca. 41 : 31 cm. Sechs Blätter signiert.

Aus den Mappenwerken »Die Schaffenden«, herausgegeben vom Euphorion Verlag, Berlin. – Je eins von 100 Exemplaren auf Bütten, I–III mit dem Trockenstempel der Edition. – I. Robert M. Huth. Mädchen vor dem Spiegel. Radierung. 1922. – II. Helmut Krommer. Ruhende Tänzerin. Radierung. 1921. – III. László Medgyes. Frauenbildnis. Lithographie. 1922. Im Stein signiert. – IV. Gustav H. Wolff. Schrifttafel »Rimbaud: Le pauvre Songe«. Holzschnitt. 1922. – V. Hans Kuhn. Drei Personen. Radierung. 1926. – VI. Hermann Huber. Badende. Lithographie. 1930. – VII. Hermann Huber. Sturm. Lithographie. 1930. – VIII. Evamarie Schlenzig. Pensionatsspaziergang. Lithographie. 1920. – IX. Evamarie Schlenzig. Treppen in Fiesole. Lithographie. 1930. – II, IV, VI, VII, VIII und IX signiert.

Söhn HDOG 72711-3, 72711-5, 72712-8, 72713-10, 72720-8, 72721-3 und -4, 72721-8 und -9

71  Die Schaffenden.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 260 ( R19 )

Drei Lithographien, vier Radierungen. 1922–1931. Ca. 41 : 31 cm. Fünf Blätter signiert.

Aus den Mappenwerken »Die Schaffenden«, herausgegeben vom Euphorion Verlag, Berlin. – Je eins von 100 Exemplaren auf Bütten, II und III mit dem Trockenstempel der Edition. – I. Rahel Szalit-Marcus. Tartarin. Lithographie. 1922. – II. Konstantin Tereschkowitz. Sitzende Frau. Lithographie. 1923. – III. Konstantin Tereschkowitz. Mädchen mit Blumen. Lithographie. 1923. – IV. Eduard Gunzinger. Toulon. Radierung. Um 1928. – V. Hermann Teuber. Spandauer Straße. Radierung. 1929. – VI. Hermann Poll. Konzert. Radierung. 1931. – VII. Hermann Teuber. Reiter im Park. Radierung. 1930. – I und IV–VII signiert.

Oberrand von I, VI im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt.

Söhn HDOG 72715-5, -6 und -7, 72720-7, 72721-10, 72723-6 und -9

72  Hermann Scherer. Rodion Raskolnikoff nach Dostojewski.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 340

16 Holzschnitte. 1926/1961. 33 : 27 cm (50 : 35 cm).

Eins von 125 Exemplaren, daneben fünf unverkäufliche. – Die Holzschnitte stammen von Hermann Scherer, Schüler und Freund Ernst Ludwig Kirchners, und entstanden 1926, kurz vor seinem Tod. Eine Lebzeitauflage im eigentlichen Sinne kam nicht zustande. – Erst 1961 erfolgte die Ausgabe, abgedruckt von den Originalstöcken aus dem Besitz der Kunstsammlung Basel. – Ediert von der Schweizerischen Graphischen Gesellschaft. – Mit dem Textblatt lose in der Originalhalbleinenmappe mit dem in Blau gedruckten Deckelholzschnitt. Die Mappe wurde nach dem Muster des Künstlers angefertigt.

Nicht im Kat. Lindenau-Museum und nicht in der Rifkind-Collection

73  Hugo Steiner-Prag. Totentanz V.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Lithographie. 1918. 10,0 : 11,0 cm (25,5 : 19,5 cm). Signiert und datiert.

Bezeichnet unten links mit »Probedruck«. – Lithographie für dem Illustrationszyklus »Die Ahnfrau«. – Dazu zwei weitere Probedrucke: I. Lithographie aus »Clavigo«. 1917. Signiert und bezeichnet. Mit Remarque am linken Unterrand. – II. Der erste Schiffer. Lithographie aus Salomon Gessner, Idyllen. 1921. Signiert, datiert, betitelt und bezeichnet. – Alle unter Passepartout.

74  Milly Steger. Tänzerin.

Schätzpreis/Estimate: € 12000

Zuschlag/Hammerprice: € 26000

Bronze. Um 1921/22. 72 : 23 m: 21 cm. Auf der Plinthe bezeichnet »M. Steger«.

Einer von sicher nur wenigen Güssen. – Nach Studien bei Karl Janssen (Düsseldorf) und prägenden Begegnungen mit Georg Kolbe, Auguste Rodin und Aristide Maillol hatte Milly Steger (1881–1948) 1909 ihre Ausbildung in Berlin beendet. Bereits 1910 lud sie ihr dann langjähriger Förderer Karl Ernst Osthaus nach Hagen ein. Ihre dort im öffentlichen Auftrag entstandene Aktgruppe für die Fassade des Theaters löste einen Skandal aus, Osthaus’ Fürsprache sorgte aber zugleich für deutschlandweite Bekanntheit. Mehrere Skulpturen für den öffentlichen Raum folgten, 1914 entstanden zwei Reliefs für Henry van de Veldes Theater der »Deutschen Werkbund-Ausstellung« in Köln. Während des Krieges war ihre finanzielle Situation desolat, 1917 kehrte sie nach Berlin zurück und übernahm das Atelier von Georg Kolbe. 1922 stellte Milly Steger zeitgleich mit Emmy Roeder in Berlin aus, beide zählten zu den wichtigsten Bildhauerinnen Deutschlands. – Gerade 1920 beeindrucken bei Stegers Plastiken die homogenen, von Details befreiten Oberflächen. Im Gegensatz zu den wenige Jahre später wieder naturalistischeren Figuren wirkt gerade die »Tänzerin« eher archetypisch. – Mit schöner und gleichmäßiger Patina.

Ausstellung: Die Grenzen des Frauseins aufheben. Die Bildhauerin Milly Steger. Karl Ernst Osthaus-Museum Hagen, 1998, Abbildung Seite 119.

75  Antoni Tàpies. Les deux cartes.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Farbige Lithographie. 1976. 33,0 : 60,0 cm (56,0 : 76,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 9/75. – Auf Arches-Bütten. – Neben der Einzelauflage erschien die Lithographie, auf Buchformat beschnitten und gefalzt, auch in Georges Raillard, Tàpies. Monographie (Paris 1976).

Rückseitig Montierungsreste.

Galfetti 638

76  Fred Thieler. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farblithographie. 1986. 79,0 : 59,0 cm (89,5 : 70,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar XX/XX. – Auf Velin.

Linker Rand minimal, untere linke Ecke stärker geknickt.

77  Fred Thieler. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farbserigraphie. 1988. 74,5 : 53,0 cm (93,0 : 70,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 32/90. – Auf Velin »BFK Rives«.

Ränder minimal, oben etwas stärker geknickt

78  Heinz Trökes. Abstrakte Komposition.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Farblithographie. 65,0 : 49,5 cm (81,0 : 60,5 cm). Signiert und datiert.

Exemplar 36/113. – Auf Velin. – Mit dem Trockenstempel der Edition Domberger Stuttgart. – Unterrand mit leichten Knickspuren. – Dazu: Karl Rössing. Drei Farblinolschnitte. Signiert und nummeriert. – Armin Münch. Zwei Lithographien. 1956. Signiert und nummeriert, im Stein monogrammiert und datiert. – Hans Fronius. London, Trafalgar Square. Lithographie. 1983. Signiert und datiert. – Zwei Beigaben (Christian Kruck, Farblithographien).

79  Jacques Villon. Huit lithographies originales.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1700

[Présenté par] Lionello Venturi. Paris, Louis Carré 1962. Acht signierte Farblithographien. Originalleinenband.

Eins von 175 Exemplaren auf Velin d’Arches (Gesamtauflage 225). – Sieben der acht leuchtend farbigen, abstrakten Lithographien schuf Villon nach Gemälden aus den Jahren 1932–1955, eine (Le vase jaune) explizit für dieses Werk. – Alle gedruckt bei Mourlot, Paris. – Jede Lithographie ist auf einem Seidenvorblatt betitelt. – Mit dem biographischen Text des Herausgebers. – Prachtvoll, selten und tadellos erhalten.

43,0 : 53,0 cm. [32] Seiten, 8 Lithographien.

Ginestet/Pouillon App. 65–72. – Monod 11311

80  Emmet Williams. 13 Variations.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 1600

13 Variationen. 13 Variations. [Köln], Galerie der Spiegel 1965/1992. Leporello mit 13 Farblithographien. In schwarzer Originalleinenkassette mit Titelprägung.

Edition Mat Mot No. 6. Herausgegeben von Karl Gerstner und Daniel Spoerri. – Eins von 250 für den Handel bestimmten Exemplaren, weitere elf als Künstlerexemplare. – Eins der 20 Exemplare (Nrn. 236–255), die 1992 mit einer neuen Mappe versehen wurden. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – 13 Variationen der sechs Worte when this you see remember me von Gertrude Stein. »Jedem dieser sechs Worte wurde eine Farbe zugeordnet. Die sechs Worte der ersten Variation sind in der zweiten verdoppelt, diese zwölf werden vierundzwanzig in der dritten, achtundvierzig in der vierten, und so fort, bis am Ende, bei vierundzwanzigtausendfünfhundertsechsundsiebzig, die Worte verschmelzen.« (Emmett Williams im Klappentext). – Beiliegend: Emmett Williams. When this you see remember me. Farbiger Stempeldruck und Handabdruck. 1992. 21,8 : 21,8 cm. Signiert und datiert.

22,6 : 22,6 cm (Leporello), 30,5 : 30,5 cm (Kassette).

81  Georg Philipp Wörlen. Das Erleben des Waldes.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Neun Holzschnitte. 1922. Ca. 14 : 10 cm. (18,0 : 15,0 cm). Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 10 einer sicher nur sehr kleinen Auflage. – Auf Japanbütten. – Alle Holzschnitte signiert, der erste enthält auch die Titelschrift, der letzte den Auflagenvermerk, dort nummeriert. – Als Blockbuch gedruckt. Ein unbedrucktes Vorblatt mit eigenhändiger Bezeichnung »G. Ph. Wörlen | Das Erleben des Waldes | 1922«. – Zusammen acht gefalzte Blätter in schwarzem Büttenumschlag, mit Heftlöchern aber ohne Kordelbindung. – Georg Philipp Wörlen (1886–1954) wandte sich nach Ende des Ersten Weltkrieges dem Expressionismus und Kubismus zu. 1920 ging er nach Passau und gründete dort die Künstlergruppe »Der Fels«. Dieser gehörte auch Carry Hauser an, mit dem Wörlen bis 1937 eng befreundet war. Beide zählten auch zur »Gruppe der 6« (vgl. Söhn HDOG 518-2 und Kat. Lindenau 5981). – Sehr selten, nicht im Kat. Lindenau Museum, nicht in der Rifkind Collection.

Ein Blatt mit Quetschfalte vom Druck, vereinzelte minimal fleckig.

82  Mac Zimmermann. Drei Radierungen,

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 170

davon zwei zweifarbig. 1970. 53,5 : 38,0 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

I. Jupiter verwandelt Lykaon in einen Wolf. – II. Deukalion II. Graugrün und Schwarz. III. Merkur und Herse. Matt Violett und Schwarz. – Jeweils Exemplar 29/75. – Aus dem Mappenwerk »Metamorphosen des Ovid«, ediert 1970 vom Rembrandt Verlag Berlin. Die zweite Radierung entstand bereits 1966 und wurde für die Mappe erneut abgezogen. – Auf Velin und mit dem Trockenstempel des Verlages. – Dazu: IV. Insel der Liebenden. Radierung. 1982. 29,8 : 39,0 cm (37,0 : 52,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert, in der Platte betitelt. Exemplar 2/70.

Waldberg 76, 55 und 84