ChristianHesse

Moderne Kunst | Hesse-Auktionen
Moderne Kunst

1  Otmar Alt.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 540

Holzplastik. 1969. 35 : 26 : 26 cm. Signiert und datiert.

Acht farbig lackierte Holzscheiben und -formen lassen sich auf einer Gewindestange aus Holz beliebig kombinieren. – Unten an der Grundplatte mit der geritzten und eingebrannten Signatur und Datierung. – Ein ähnliches Multiple edierte die Galerie Regio in Lörrach 1970 in einer Auflage von zwölf Exemplaren (vgl. Buchholz/Magnani, Index of Multiples, Seite 22).

2  Giovanni de Angelis. Testa.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Aquarell. 1971. 61,0 : 46,5 cm. Signiert und datiert.

Auf Bütten »C M Fabriano«. – Giovanni de Angelis wurde 1938 auf Ischia geboren. Bereits in jungen Jahren entstanden erste Kunstwerke. Auf Ischia lebende Künstler wie Werner Gilles und Hans Purrmann beeinflussten seinen Werdegang. – Erworben auf der Ausstellung der Westdeutschen Landesbank Münster 1976.

Gerahmt, nicht außerhalb der Rahmung begutachtet.

3  Giovanni de Angelis. Cavallo e cavaliere.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Tusche und Aquarell. 1975. 56,5 : 75,5 cm. Signiert und datiert.

Großformatige, sehr dynamisch-expressive Zeichnung . – Auf Bütten »C M Fabriano«. – Erworben auf der Ausstellung der Westdeutschen Landesbank Münster 1976.

Gerahmt, nicht außerhalb der Rahmung begutachtet.

4  Horst Antes. Zweiäugig im Profil.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Farbige Kreidezeichnung. 1967/68. 7,7 : 9,2 cm. Signiert und mit Widmung bezeichnet.

In dem Werbeprospekt der Galerie d’Eendt in Amsterdam zu »Symbiosion«, der Folge von zehn Farblithographien von Horst Antes zu Gedichten von Hans Andreus.

5  Shusaku Arakawa. Critical Mistake. Do you like this page?

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 450

Farbserigraphie auf Silberfolie. 1971. 23,2 : 22,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 13/150. – In leuchtenden Farben auf »verspiegelte« Kunststofffolie gedruckt. – Als Beilage in der hier vorliegenden Vorzugsausgabe von Mechanismus der Bedeutung. Arakawa in Zusammenarbeit mit Madeline Gins. München, Bruckmann 1971. Mit zahlreichen Abbildungen. Originaleinband mit zwei Schutzumschlägen. – Der japanische Künstler Arakawa (1936–201) schuf zunächst graphische Arbeiten. Nachdem er sich in New York niedergelassen hatte begannen er und seine Partnerin Madeline Gins das Engagement in Architektur und Baukunst.

6  Emanoel Araujo. Bahia.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 300 ( R19 )

Sieben Farbholzschnitte. 1964. 53,5 : 37,0 cm. Signiert und datiert.

Exemplar 264/500. – Prächtige Farbholzschnitte, bis zu vier Farbstöcke wurden über die schwarzen Zeichnungsstöcke gedruckt. – Emanuel Araujo (geboren 1940 als Sklavennachfahre in Bahia) arbeitet als Bildhauer, Zeichner, Maler und Graphiker und kämpft zeitlebens gegen die Apartheid in Brasilien. Er leitet das von Oscar Niemeyer für São Paulo projektierte Museum für afro-brasilianische Kunst. – Die sieben großen Farbholzschnitte und drei gefalzte Textblätter, davon eins mit einem Farbholzschnitt als Titelvignette, lose in illustrierter Originalleinenmappe. Mit einem Begleittext von Odorico Tavares. – Ediert 1965 von in Sao Paulo bei Editôra Cultrix.

54,5 : 38,0 cm (Mappe).

7  Jean (Hans) Arp. 1, Rue Gabrielle.

Schätzpreis/Estimate: € 1500 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Douze eaux-fortes originales. Préface de Michel Seuphor. Paris, Éditions XXe siècle 1958. Zwölf Kaltnadelradierungen. Mit drei Text-Doppelblättern lose in Originalumschlag und -kassette.

Eins von 60 Exemplaren auf chamoisfarbenem Velin »BFK Rives« (Gesamtauflage 90). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Radierungen gehen auf Jugendarbeiten Arps zurück. Die Zeichnungen entstanden 1914 für die Ausgabe eines der brahmanischen Andachtsbuches und wurden einige Jahre später auf Kupferplatten übertragen. Zeitgenössische Abbildungen der Zeichnungen fanden sich bereits 1915/16 in Walter Serners Zeitschrift »Sirius« und in Hülsenbecks »Schalaben, Schalomai, Schalamenzomai«. – Der Titel »Rue Gabrielle« bezieht sich auf Arps damalige Wohnanschrift in Paris.

29,4 : 32,5 cm. [12] Seiten, 12 Radierungen. – Umschlag leicht gebräunt und minimal stockfleckig. Innen und die Kassette gut erhalten.

Arntz 380-391. – Arp-Hagenbach A 362. – Garvey, Artist and the Book 6

8  Edgar Augustin. Szenen im Atelier.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R19 )

Acht Radierungen. 1970. Ca. 33 : 24 cm (50 : 37,5 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 24/30. – Auf Velin »Rives«. – Die vollständige Folge der schönen Radierungen mit den mechanischen Figuren im Atelier. – Herausgegen von Evelyn Hagenbeck, Hamburg. – Jede Radierung in Passepartout eingelegt, alle zusammen mit dem Textblatt in der aufwändigen Leinen-Holz-Kassette, gefertigt von der Buchbinderei Metz, Hamburg. – Als Gesamtzyklus selten geworden. – Während seines Aufenthaltes in der Villa Massimo 1967 wandelt sich Augustins Zeichenstil: Die Formen werden schematischer, vermitteln den Eindruck von Konstruktionszeichnungen und erinnern, gerade in dieser fast technisch anmutenden Reduktion, an die 40 Jahre früher entstanden Werke Oskar Schlemmers und anderer Bauhauskünstler.

9  Stephan Balkenhol. Two Lizards and a Man.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Zuschlag/Hammerprice: € 2000

Drei Bleigüsse. 1993. Je ca. 30 : 10 : 4 cm. Unterseiten mit eingeschlagenem Monogramm und Nummerierung.

Exemplar 75/85. – Ediert von der Kunstzeitschrift »Parkett«, eine Plastik rückseitig mit dem Aufkleber der Edition. – Mit den Schaumstoff-Formteilen im Originalkarton.

10  Stephan Balkenhol. Frau mit weißer Jacke.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 110

Zweifarbiger Holzschnitt. 2004. 43,5 : 32 cm (76 : 56 cm). Signiert.

Eins von 666 Exemplaren. – Auf getöntem Sommerset-Bütten. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.

Dobje/Priess 73. – Griffelkunst 315 C2.

11  Eduard Bargheer. Sechs Holzschnitte.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

1935. 31,5 : 42,7 cm. Im Stock signiert und datiert.

Eins von 500 Exemplaren. – Auf Velin. – Titel: Die Elbe bei Ebbezeit; Weiden; Fischerhafen; Die Familie; Ankunft in der Nacht; Am Fenster«. – Gedruckt unter Aufsicht des Künstlers in der Druckerei der Dürer-Presse, erschienen im Verlag der Blätter für die Dichtung Dr. Heinrich Ellermann. – Mit Druckvermerk und zwei Textblättern lose im Originalumschlag. – Erster Druck der Reihe »Graphik Hamburger Maler«. – »Eduard Bargheer zählt zu den besten Hoffnungen der junghamburgischen Kunst« (Vorwort von Hugo Sieker). – Anfang der 1930er Jahre hatte Bargheer erste Radierungen geschaffen, meist Porträts. Seinen hier publizierten ersten Holzschnitten folgten nur noch wenige (Firenze und Pisa, 1945), bevor er sich wieder der Radierung und bald der Lithographie zuwandte.

Vereinzelte Ränder leicht stockfleckig.

Rosenbach 80–85

12  Eduard Bargheer. Ischia.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Zehn Farblithographien. 1965. 43 : 61 cm. Signiert und nummeriert.

Künstlerexemplar X/XX, neben der Auflage von 120. – Auf Velin, die Lithographien in Passepartouts geheftet. – Gedruckt von Manfred Hügelow, Berlin, ediert von der Galerie Valentien, Stuttgart. – Die vollständige Folge mit den zwei- und dreifarbigen Lithographien »Fischer am Strand«, »Häuser und Gärten im Frühling«, »Der Epomeo«, »Forio am Morgen«, »Häuser am Meer«, »Häuser und vegetative Formen«, »Forio im Sommer«, »Vulkanische Landschaft« »Ruinen am Meer« und »Dächerlandschaft«. – Mit den Textblättern, u. a. die Bilderläuterungen des Künstlers, lose in der Originalleinenmappe.

Die Mappe an den Rändern leicht stockfleckig. – Ein Passepartout leicht geknickt, die Lithographien tadellos.

Rosenbach 189–198

13  Eduard Bargheer. Afrika.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Zehn Farblithographien. 1966. 42,8 : 59,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Künstlerexemplar XIX/XX, neben der Auflage von 120. – Auf Velin. – Gedruckt von Manfred Hügelow, Berlin, ediert von der Galerie Valentien, Stuttgart. – Die vollständige Folge mit den meist drei- und vierfarbigen Lithographien »Tozeur«, »Tunesische Wüste«, »Marrakesch«, »Cairo«, »Tam-Tam«, »Der Niger«, »Casablanca«, »Bamako«, »Der Atlas« und »Der Nil«. – Mit den Textblättern, u. a. die Bilderläuterungen des Künstlers, lose in Originalleinenmappe. – Dazu: Eduard Bargheer. Sahara. Fünf Farblithographien. 1967. 42,3 : 58,5 cm. Signiert und datiert. Unnummeriertes Exemplar auf Römerturm-Bütten. Vollständige Folge, ediert vom Fackelträger-Verlag Hannover. – Mit dem Titelblatt lose in der Leinenmappe. Titelblatt fleckig.

Blattränder minimal vergilbt, insgesamt aber sehr gut.

Rosenbach 224–233 und 234–238

14  Eduard Bargheer. Sahara.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 350

Fünf Farblithographien. 1967. 42,3 : 58,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 46/50, eins von 40 auf Römerturm-Bütten. – Die Lithographien im Stein mit »Bargheer 66« und unten rechts mit Bleistift »Bargheer 67« signiert. – Gedruckt von Manfred Hügelow, Berlin, ediert vom Fackelträger-Verlag Hannover. – Vollständige Folge, mit dem Titelblatt lose in der Originalhalbleinenmappe.

Rosenbach 234 – 238

15  Eduard Bargheer. Sophokles Antigone.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Zehn Aquatintaradierungen. 1967. 43,5 : 38,0 (bzw. 30,8) cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar XLIII/75, eins von 50 signierten Suitenexemplaren ohne Text. – 25 Suiten erschienen mit Text, ferner 175 Buchausgaben. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, und ediert von Gotthard de Beauclair in seinem Verlag Ars librorum. – Das Porträt von Athena in Ocker gedruckt, die von Ismene, Kreon, Antigone und Haimon in Rötel. – Als signierte Suite selten.

Rosenbach 242–251

16  Eduard Bargheer. Inselfrühe.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Radierung. 1967. 42,0 : 32,0 cm (51,0 : 40,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 86/235. – Auf Velin mit dem Trockenstempel der Edition. – In: Salvatore Quasimodo. Insel des Odysseus. Isola di Ulisse. Gedichte. Edition de Beauclair, Portfolio-Ausgaben mit Originalgraphik zeitgenössischer Meister, 3. – Mit dem Text auf grauem Kupferdruckkarton zusammen in Originalleinenmappe. – Tadellos.

Rosenbach 254. – Spindler 40.41

17  Eduard Bargheer. Gärten und Felsen auf Ischia.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Zwei Kaltnadel- und drei Farbradierungen. 1968. 38,0 : 55,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 10/30. – Auf Bütten, weitere sieben Exemplare wurden auf Japan gedruckt. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, ediert von Detlev Rosenbach, Hannover. – Die vollständige Suite, mit dem Titelblatt in der Originalleinenmappe. – Tadellos erhalten, selten.

Rosenbach 260–264

18  Eduard Bargheer. Hellas.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 540

Sechs Farb- und drei Kaltnadelradierungen. 1970/71. 39,5 : 53,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 19/30. – Auf Bütten, weitere zwölf Exemplare wurden auf Japan gedruckt. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, ediert von Detlev Rosenbach, Hannover. – Die vollständige Suite mit den schönen zwei- und dreifarbigen Radierungen »Vor Athen«, »Akropolis«, »Athen«, »Parnass«, »Golf von Itea« und »Griechische Inselwelt«. – Mit dem Titelblatt und einem Essay von Rudolf Hagelstange lose in der Originalseidenmappe.

Titelblatt links oben mit schmalem Eckknick, sonst tadellos.

Rosenbach 284–292

19  Eduard Bargheer. Magna Graecia.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Zwölf Kaltnadelradierungen mit Aquatinta, davon neun farbig. 1971/72. 39,5 : 53,0 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 41/50. – Auf Bütten, weitere 15 Exemplare wurden auf Japan gedruckt. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, verlegt von Roman Norbert Ketterer, Campione. – Vollständige Folge der prächtigen Radierungen zur griechischen Mythologie und deren Helden und Landschaften. – Die Radierungen in der Platte mit »Bargheer 71« signiert, mit Bleistift alle mit »Bargheer 72«. – Mit den Textblättern, u. a. der Einführung des Künstlers, lose in der Originalleinenmappe. – Tadellos erhalten.

Rosenbach 293–304

20  Eduard Bargheer. Hellas 2.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Zehn Kaltnadelradierungen mit Aquatinta, davon vier farbig. 1973. 40,0 : 53,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar II/XIII, eins der Künstlerexemplare, wie auch die 35 Exemplare der Auflage auf Bütten. – Alle Blätter auch in der Platte signiert und datiert. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, ediert von Detlev Rosenbach, Hannover. – Mit drei Textblättern, u. a. das Vorwort von Herbert V. Buttlar, lose in Originalleinenkassette. – Die Radierungen ausnahmslos mit Figuren der griechischen Mythologie und Antike. – Tadellos erhalten.

Die Kassette minimal fleckig, innen tadellos.

Rosenbach 313–322

21  Eduard Bargheer. 7 Beispiele zum graphischen Werk.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Vier Farblithographien, zwei Farb- und eine Kaltnadelradierung. 1974. 53,5 : 40,0 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 73/75. – Auf Velin, weitere 25 Exemplare wurden auf Bütten abgezogen. – Die Beilage zur Vorzugsausgabe des Werkverzeichnisses der Druckgraphik enthält: »Selbstbildnis« (Kaltnadel 1970), »Blankenese« und »Südlicher Garten« (Farbradierungen 1973) sowie »Torrione«, »Griechische Inselwelt«, »Wüstendorf« und »Kamele in der Wüste« (Farblithographien 1973). – Tadellos erhalten.

Rosenbach 280 und 336–341

22  Lothar Baumgarten. Eklipse.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 300 ( R7 )

Düsseldorf, Richter 1997. Mit zahlreichen meist farbigen Illustrationen. Originalbroschur.

Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der beigegebenen, großformatigen zweifarbigen Graphik. Diese und der Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. Die Graphik bezieht sich auf die Schriftinstallation »Eklipse« im Frankfurter Portikus. – Die Monographie dokumentiert die Projekte »Frankfurter Brief« (1989–1991), »Entenschlaf« (1991–1992) und »Eklipse« (1992–1993). Die Einleitung schrieb Thomas Wagner. – Der Beuys-Schüler Baumgarten (geboren 1944) lebt und arbeitet in Berlin, seit 1994 auch als Professor der dortigen Universität der Künste.

34,0 : 27,0 cm. 64, [8] Seiten. – Graphik: Auf Velin d’Arches, 75,7 : 56,0 cm.

23  Joseph Beuys. Schautafeln für den Unterricht I und II.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 1900

Zwei Fotografien auf Pappe aufgezogen, Tafel 1 mit Zinkklischee, Schwefel und eigenhändigem Text. 1971. Je 83 : 105 cm. Signiert, datiert, nummeriert und bezeichnet.

Exemplar 137/202, die geplante Auflage wurde nicht erreicht, nur 150 Exemplare wurden fertiggestellt. – Herausgegeben von der Edition Tangente, Heidelberg. – Der von Beuys eigenhändig mit Tinte geschriebene Text auf Tafel 1 bezieht sich auf eine 1963 geplante, jedoch nicht ausgeführte Aktion bei Ostende: Beuys errichtet am Meer einen Betonkubus, in dem eine zum Samuraischwert geschnittene Blutwurst liegt. Ein Sender auf dem Betonbunker strahlt den [von Beuys auf der Tafel niedergeschriebenen] Text aus.« (Schellmann). – Das Zinkklischee mit einer Seite aus einer japanischen Kunstzeitschrift mit einem Artikel über Beuys und Abbildung des Filzanzugs. – Tadellos erhalten.

Vom Vorbesitzer in weiß lackierte Holzleiste gerahmt. Die Rahmen können mit erworben werden, Hinweise dazu am Anfang des Kataloges.

Schellmann 31

24  Joseph Beuys. Druck 1 und Druck 2.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Buchdruck auf Kunstdruckkarton mit handschriftlichem Text und Stempel bzw. Buchdruck mit Schwefel auf Karton. 1971. Je 80 : 57 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 99/202. – Auch hier wurde die geplante Auflage, die sich an der Seitenpaginierung der Vorlage orientierte, nicht erreicht. Nach Schellmann wurden nur 120 Exemplare fertiggestellt. – Beide Blätter mit Klischeedruck der Seite 202 aus einer japanischen Kunstzeitschrift, die auch schon bei den »Schautafeln« verwendet wurde. – Blatt 1 mit der (hier mit blauer Tinte geschriebenen) Textzeile »Der Eurasier läßt schön grüßen | Joseph« und dem »Hauptstrom«-Stempel. – Auf Blatt 2 signiert und nummeriert. – In Beuys’ Vorstellung von Eurasia gelingt die Wiedervereinigung des Ost- und Westmenschen, den Beuys als intuitiv-meditativ bzw. rational-analytisch beschrieb.

Linker Rand von Blatt 1 minimal verfärbt.

Schellmann 36

25  Joseph Beuys. Hasenzucker.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 1800

Zweifarbige Serigraphie auf Karton. Ein verpackter Zuckerwürfel in Pappschachtel mit Wattepolster. 1972. 51 : 89 cm bzw. 6 : 7 : 10,5 cm. Mehrfach signiert und gestempelt, nummeriert und betitelt.

Exemplar 24 bzw. 26/40. – Der Siebdruck mit einer stark vergrößerten Fotografie des Zuckerwürfels. Signiert, nummeriert und betitelt. – Zuckerwürfel auf der Papierhülle gestempelt und mit Tinte signiert, die Schachtel auf der Unterseite mit Bleistift signiert und nummeriert sowie mit dem Stempel der Edition Staeck, Heidelberg. – Die Zuckerwürfel hatte Beuys während der documenta 5 in Kassel gefunden und wegen des Hasenmotivs, das in seinem Œuvre besonders häufig vorkommt, für die Edition verwendet. »Der Hase ist das Element der Bewegung, der Aktion, die den starren Kunstbegriff ändert. Dann ein Bewohner von Eurasien, der über alle Grenzen hinweggeht und sogar mit der Berliner Mauer fertig wird. Damit hängt die Idee der großen Einheit zusammen, die von Mitteleuropa ausgeht. Der Hase ist ein altes germanisches Symbol: Sein Osterei bedeutet Neubeginn, Frühling, Auferstehung. Er steht als alchemistisches Zeichen für Umwandlung.« (Beuys 1985, zitiert nach Schellmann). – Makellos erhalten, sehr selten.

Schellmann 54 a + b

26  Jonas Hafner und Joseph Beuys. Plakat-Kreuz Friedensfeier.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausrufpreis/Starting bid: € 1300

Mixed Media (Papier, Pappe, Heftklammern, Klarsichtfolie, Wollfäden). 1972. 93 : 38 : 1 cm. Signiert, datiert, nummeriert und mit Text von Hafner, von Beuys monogrammiert.

Exemplar 32/33. – Das seltene Multiple entstand aus zwei fotokopierten Fotografien von Ute Klophaus, aufgenommen bei der Aktion »Friedensfeier« (Mönchengladbach, Karfreitag 1972) und einer fotokopierten Radierung des Beuys-Schülers Josef Hafner. Die drei Blätter wurden auf Kartonblätter geklammert und diese zu einem Kreuz verbunden. – Mit grünen Linolschnittverzierungen (Palmzweige) und eigenhändigem Text von Hafner. – Von Joseph Beuys monogrammiert und mit dem »Hauptstrom«-Stempel versehen. – Das kreuzförmige Objekt in einer Folienhülle, die an den angebrachten farbigen Wollfäden aufgehängt werden kann.

Schellmann 63

27  Joseph Beuys. Esse. 1951.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Holzschnitt. 1973-74. 27 : 25,5 cm (50 : 65 cm). Signiert, nummeriert und mit »1951« bezeichnet.

Exemplar 5/50. – Handabrieb des 1951 entstandenen Holzstocks in schwarzer Farbe. – Blatt 4 der fünfteiligen Folge der frühen Holzschnitte, die der Propyläen Verlag Berlin 1973/74 edierte. Es erschienen je 50 Exemplare in Braun und Schwarz. – Sehr gut erhalten.

Oben an den Ecken hinter Passepartout montiert.

Schellmann 94

28  Joseph Beuys. Hier Ende der Implosion.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 1900

Holzskulptur mit Bleistiftzeichnung. 1974. 22,5 : 31,5 : 14,5 cm. Signiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 22/∞, von der zunächst unlimitiert geplanten Auflage wurden nur 120 ausgeführt. – Auf der rechten Seite die kleine Zeichnung, auf der Schräge die Titelzeile über Bleistiftpfeil. – Rückseitig signiert und nummeriert. – Herausgegeben von der Edition Staeck, Heidelberg, mit deren Stempel an der Unterseite des Holzkeils. – » ›Implosion‹, im Gegensatz zur Explosion das schlagartige Eindrücken eines (luftleeren) Gefäßes durch Überdruck von außen, wird als Analogie für den Einbruch des Geistes, für Inspiration gesetzt. Aus dem Unendlichen/Übersinnlichen kommend, das durch das seitlich angebrachte Unendlichkeitszeichen indiziert ist, bricht sie ins Sichtbare, in Materie ein, benutzt den – bremsenden – Holzkeil als Gleiter (Schlitten, Vehikel) zur Landung, überbrückt zwei räumliche Ebenen und zielt erdwärts.« (Dierk Stemmler, Schellmann, S. 547). – Die strukturell unverwüstliche Holzskulptur hier zudem ohne jegliche Verfärbungen.

Schellmann 121

29  Joseph Beuys. Dokumentatie.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Offsetdruck. 1975. 57,7 : 37,3 cm. Signiert und mit drei Stempeln.

Anlässlich der Ausstellung im Maastrichter Bonnefantenmuseum. – Das Plakat farbig gestempelt mit »Deutsche Studentenpartei«, »Hauptstrom« und »Fluxus Zone West«. – Mit einem Textauszug aus »Jeder Mensch ist ein Künstler« in niederländischer Übersetzung.

Rückseitig Klebereste von Anheftung. Leichte Knitter, linker Rand mit winzigem Einriss.

Van der Osten 63. – Weiß/Britsch 43

30  Joseph Beuys. Hut.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Bleistiftzeichnung. 6,8 : 8,0 cm. 1979. Signiert.

Eins der zentralen Motive im Œuvre des Künstlers. – Auf dem Beilageleporello zum Ausstellungskatalog »Joseph Beuys. Zeichnungen · Tekleningen · Drawings« (Museum Boymans-van Beuningen Rotterdam 1979–1980). – Die Ausstellung wurde im Anschluss in der Nationalgalerie Berlin, der Kunsthalle Bielefeld und im Wissenschaftszentrum Bonn gezeigt.

Katalog: 29,7 : 21,0 cm. 293, [1] Seiten. Umschlag mit kleinem Einriss.

31  Georges Braque. La femme à la mandoline.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Ausrufpreis/Starting bid: € 1200

Farblithographie. 1945. 34,3 : 17,0 cm (36,5 : 28,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 220/225. – Auf Velin. – Das Frontispiz zur ersten Auflage von »Braque, Le Patron« von Jean Paulhan, 1945 gedruckt und verlegt bei Mourlot, Paris.

Etwas verblasst, die Ränder hinter dem Passepartout gebräunt.

Vallier 27. – Hatje V

32  Georges Braque. Helios V.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Zuschlag/Hammerprice: € 3400

Farblithographie. 1948. 51 : 42 cm (66 : 50 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 51/75. – Auf Velin d’Arches. – Gedruckt bei Mourlot, Paris. Ediert von D.-H. Kahnweiler. – Das zentrale Motiv, der wagenfahrende Sonnengott Helios, scheint bei Braque bereits 1932 in der Lithographie »Athêne« auf. Eine erste, noch zeichnungshafte einfarbige Fassung von 1946 entwickelte Braque dann innerhalb weniger Monate in verschiedenen Farbvarianten. Die vorliegende fünfte Fassung darf als die vollendetste gelten. Mourlot erinnerte sich später: »Bei dem Wagen wurden nicht weniger als vier Blautöne benutzt. Um die Kraft des Bildgegenstandes zu verstärken, brauchte der Künstler einen Rahmen mit vier übereinandergedruckten Farbtönen, um zu dem gewünschten Ergebnis zu gelangen« (zitiert nach Vallier).

Rückseitig unten links verblasster Stempel. Rückseitig Ränder mit Spuren ehemaliger Anheftung.

Vallier 40

33  Georges Braque. Porträt aus »Le tir à l´arc«.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

Lithographie. 1960. 21,0 : 14,5 cm (37,5 : 28,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 32/70. – Aus der Suitenauflage auf großem Papier. – Auf Velin »Rives«. – Eine von acht Lithographien, die zusammen mit einer Radierung und zwei Holzschnitten Texte zum Bogenschießen illustrierten. – Gedruckt bei Desjobert auf China und auf Velin aufgewalzt.

Gerahmt, in Passepartout montiert.

Vallier 153.IX. – Hatje XXXI.9

34  Georges Braque. L’oiseau bleu et gris. (Der blau-graue Vogel.)

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Zuschlag/Hammerprice: € 4500

Farblithographie. 1962. 32,0 : 26,8 cm (32,0 : 53,0 cm). Signiert.

Exemplar 89/100 (Gesamtauflage 110). – Gedruckt von Mourlot, Paris, auf einem gefalzten Doppelblatt Velin d’Arches. – Als Beilage in der hier vorliegenden Vorzugsausgabe des Werkverzeichnisses Georges Braque. Das graphische Werk. Einleitung von Werner Hofmann. Stuttgart, Hatje 1961. Originalleinenband mit -schutzumschlag, zusammen mit der Lithographie im Originalschuber.

Vallier 174

35  Georges Braque. Oiseaux noir, fleurs jaune.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Farblithographie. 1963. 42,7 : 32,0 cm (66,7 : 49,5 cm).

Exemplar 109/300. – Gedruckt bei Mourlot auf Velin »BFK Rives«. – Wurde mit Text als Plakat für die 5. Biennale in Menton verwendet. – Dazu: George Braque. Oiseaux et lotus. Farblithographie, wohl nach einem Gemälde. 1963. 60,3 : 42,3 cm (70,7: 48,3 cm). Auf Velin. Gedruckt bei Maeght, Paris, anlässlich einer Braque-Ausstellung, hier in der Variante ohne Text. Das Motiv findet sich bereits 1949 als Lithographie in Illiazds »Poésie de mots inconnus« und erneut 1961 auf dem Plakat zur Louvre-Ausstellung »L’Atelier de Braque«. Unterrand mit zwei Fehlstellen.

36  Peter Brüning. Legende.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Farbserigraphie. 1965. 69,5 : 60 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 36/50. – Auf Velin. – Aus der gleichnamigen Mappe, die insgesamt fünf »Legenden« enthielt. – Das Motiv der fiktiven Landkarte findet sich Mitte der 1960er Jahre vielfach variiert in Brünings graphischem Œuvre. – Sehr farbfrisch.

Unten links Beschädigung der Papieroberfläche, Ränder leicht geknittert.

Otten DG 57

37  Peter Brüning. Umleitung.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Fünf Farbserigraphien. 1969. Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Die ersten vier auf glattem, weißem Karton gedruckt und am Unterrand vom Künstler bezeichnet mit »U – B-I« bis »U – B-IV«, was die Reihenfolge im Werkverzeichnis korrigiert. – I. 79 : 59,5 cm. Ex. 94/100. – II. 59,5 : 69,5 cm. Ex. 32/100. – III. 84 : 59,5 cm. Ex. 10/100. – IV. 53 : 84 cm. Ex. 88/100. – V. 77,5 : 59,3 cm. Ex. 120/300. Auf dünnerem Papier.

Blätter I und V mit kleinem Eckknick, linker Rand von Blatt IV leicht angestaubt.

Otten 69, 72, 71, 73, 70

38  Wolff Buchholz. Artistischer Rundtanz.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Tempera und Bleistift auf weißer Malpappe. 1967. 51 : 69,5 cm. Signiert, datiert und mit Widmung.

Schwungvolle und großformatige Arbeit, das Motiv findet sich mehrfach in Wolff Buchholz’ graphischem Œuvre dieser Zeit. – Unten mit Widmung »für Walter Aue«. – Rückseitig nochmals signiert, datiert und betitelt sowie mit »Nr. 81 (Bochumer Katalog) Nr. 5« und »Sammlung Walter Aue (Leichlingen)« bezeichnet. – 1967 erschien für die Ausstellung in der Städtischen Kunstgalerie Bochum ein Katalog mit einem Text von Walter Aue.

39  Alexander Calder. Red, Blue and Yellow Spheres.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farblithographie. 1967. 65 : 50 cm. Im Stein signiert und datiert, nummeriert.

Exemplar 99/200. – Auf Velin »Rives«.

40  Marc Chagall. L’horloge.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Zuschlag/Hammerprice: € 3000

Farbradierung nach einem Gemälde. 1956. 31,1 : 23,3 cm (55,9 : 38,3 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 279/300. – Von Chagall mit Bleistift signiert und nummeriert. – Auf Velin »BFK Rives«. – In der Platte Chagalls Signatur des Gemäldes und »Gravé par G. Visat«. – Prächtiger farbkräftiger Druck, ediert von Maeght, Paris.

Aufwändig gerahmt, an der Passepartoutkante etwas gebräunt.

Maeght 1202

41  Marc Chagall. L’oiseaux vert.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Ausrufpreis/Starting bid: € 170

Farblithographie nach einem Gemälde. 1962. 65 : 50 cm (70,0 : 53,4 cm ).

Eins von 1500 Exemplaren. – Gedruckt von Mourlot für die Einzelausstellung der Galerie Maeght im Sommer 1962. – Dazu: Verkleinerter Offsetdruck des Plakats »Vence, Cité des arts et des fleurs (1954, vgl. Sorlier 26).

Die äußersten Ecken leicht geknittert, unten links mit Ausdünnung durch ehemalige Anheftung.

Sorlier 40

42  Corneille [Cornelis van Beverloo]. Image de New York. Seize dessins.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

16 Photolithographien nach Zeichnungen. 1958/59. 43 : 34 cm. In den Platten signiert und datiert.

Exemplar 5/5 der Vorzugsausgabe auf Japon nacré (Gesamtauflage 85). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Ediert 1959 von Georges Fall, Paris. – 16 Blätter in einem Umschlagblatt und einem Doppelblatt mit Titel, Druckvermerk und Nachwort des Künstlers. – Corneille (1922–2010) gründete zusammen mit Karel Appel, Constant Nieuwenhuys und anderen Neo-Expressionisten die internationale Künstlergruppe »CoBrA«.

Einige Ecken leicht geknickt.

43  Alan Davie. Hommage a Picasso.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farblithographie. 1972. 50 : 60 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 52/90. – Auf Velin »BFK Rives«. – Aus dem gleichnamigen Mappenwerk, das 1973/94 im Berliner Propyläen Verlag und der Pantheon Press in Rom erschien und Arbeiten von mehr als 100 Künstlern enthielt. – Der schottische Maler und Musiker James Alan Davie (1920–2014) gehörte zu den bedeutenden Vertretern der Abstrakten Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg.

Minimale Knicke am Unterrand.

44  Sonia Delaunay. Six planches

Schätzpreis/Estimate: € 8000

Zuschlag/Hammerprice: € 6500

gravées à l’eau-forte avec un texte liminaire de l’Auteur. Sechs Farbradierungen. 1966. 40,5 : 36,5 cm (64 : 45,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 45/100, eins von 90 der allgemeinen Ausgabe (Gesamtauflage 100). – Die vollständige Folge der Radierungen auf Velin »Rives«. – Gedruckt bei Lacourière, Paris. – Die vielfarbigen Konstruktionen spielten im Œuvre der Künstlerin eine zentrale Rolle. In ihrer handschriftlich lithographierten Einleitung schreibt Sonia Delaunay: »de même avec les couleurs, c’est la poèsie les mystere d’une vie interieure qui se dégage rayonne et communique. A partir de lá on peut créir librement un language plastique nonreau«. – Mit den beiden Doppelblättern lose in der blauen Originalleinenkassette.

Eine Radierung unten mit winzigem Eckknick, sonst tadellos.

45  Walter Dexel. Figuration 1922 II.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 460

Holzschnitt. 1922. 12,5 : 6,5 cm (15,5 : 10,6 cm). Im Stock monogrammiert.

Vom Stock gedruckt. – Auf der Einladungskarte zur Ausstellung »Walter Dexel / Reinhard Hilker« in der Galerie von Garvens, Hannover. – Am Unterrand typographisch signiert und bezeichnet. – Dazu: Vier Publikationen der Galerie von Garvens: XV. Ausstellung: Kinderzeichnungen. 1922. Illustrierte Originalbroschur. – Ausstellung Willi Baumeister. 1922. Einblattdruck. – XIX. Ausstellung: Otto Gleichmann · Kurt Schwitters · Wilhelm Gross. 1922. Mit drei mintierten Abbildungen, je ein Kunstwerk der drei Künstler. – Werbeblatt zu Lasar Segalls Lithographien zu Charles Louis Philippes »Bübü«. – Die Galerie von Garvens, im Auge des Hannoveraner »Merz-Sturms« tätig, war ein wichtiger Multiplikator für die Avantgardekünstler um Schwitters.

Alle sehr gut erhalten.

Vitt 13

46  Jim Dine. Wall Chart III.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 670

Farblithographie. 1974. 121,9 : 88,9 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 5/14. – Gedruckt in Weiß und Schwarz auf Velin »Rives«. – »›Wall Chart I‹ throught ›Wall Chart IV‹ were based on a tile floor Dine installed in a bathroom in his house in Putney, Vermont, the previous summer. On the prints that were thirty-six to forty-eight colors, many colors were printed from a single stone by using small rollers and only inking a small section a particular color« (Riva Castleman). – Die seltene »Inverse«-Variante. Die unter Verwendung von Zinkplatten gedruckten vielfarbigen Varianten I und II erschienen in Auflagen von 90 Exemplaren.

Rückseitig etwas fleckig und mit Montierungsresten. – Die linken Ecken minimal gestaucht.

Castleman 168

47  Jim Dine. Wall Chart IV.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 670

Farblithographie. 1974. 121,9 : 88,9 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 5/14. – Gedruckt von vier Steinen in drei Farben auf weißes Velin »Rives«.

Rückseitig Montierungsreste und leicht Flecken, recto ein Fleck im linken Rand.

Castleman 169

48  Otto Dix. Segelboot auf dem Untersee.

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Zuschlag/Hammerprice: € 4600

Aquarell über Bleistift. Um 1955. 16 : 23 cm. Signiert.

1946 war Otto Dix aus französischer Kriegsgefangenschaft nach Hemmenhofen am Untersee nahe Konstanz zurückgekehrt, wo er – von häufigen Aufenthalten in Dresden unterbrochen – bis zu seinem Tod 1969 lebte und arbeitete. – Die Landschaft um den Bodensee wurde ein häufiges Motiv im späten Œuvre. Besonders in den akzentuierenden Linien scheint der Expressionist Dix nochmals auf. – Auf Büttenkarton. – Im Werkverzeichnis ist das Aquarell unter »A 50er J/94« registriert. – Aus einer Hamburger Privatsammlung.

49  Otto Dix. Tragende Apfelbäume am Bodensee.

Schätzpreis/Estimate: € 6000

Zuschlag/Hammerprice: € 7000

Aquarell über Bleistift. Um 1955. 16,0 : 22,5 cm. Signiert.

Auf Aquarellkarton. – Dix legte die Malfläche zunächst mit Bleistiftlinien fest und zeichnete die Umrisse der grundsätzlichen Motive. Beim Aquarellieren wurden die Einfassungslinien dann teils ignoriert, was den kleinformatigen Aquarellen einen besonderen Reiz verleiht. Der zu seinen expressionistischen Anfängen zurückkehrende Dix entgeht dadurch bei den späten Bodensee-Ansichten einer im Sujet begründeten Lieblichkeit. – Im Werkverzeichnis mit diesem Titel und der Werknummer »A 50er J/93« registriert.

50  Otto Dix. Am Untersee.

Schätzpreis/Estimate: € 5000

Zuschlag/Hammerprice: € 6500

Aquarell über Bleistift, Fettkreide. Um 1955. 17 : 23,5 cm. Signiert.

Auf Büttenkarton. – Im Werkverzeichnis unter diesen Titel und der Nummer »A 50er J/106« registriert.

51  Otto Dix. Blühende Bäume am Bodensee.

Schätzpreis/Estimate: € 5000

Zuschlag/Hammerprice: € 3700

Aquarell über Bleistift. 1955. 15,5 : 22,0 cm. Signiert und datiert.

Auf Aquarellkarton. – Im Werkverzeichnis unter diesem Titel und der Nummer »A 1955/055« registriert.

52  Otto Dix. Lachendes Mädchen.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausrufpreis/Starting bid: € 1000

Farblithographie. 1964. 58,7 : 33,5 cm (76,0 : 51,8 cm).

Unsignierter Probedruck, ehemals im Besitz von Dix’ Drucker Roland Erhardt. – Auf Van Gelder Zonen-Bütten. – Der in Hellblau gedruckte Zeichnungsstein noch im zweiten Zustand (mit dem Fleck an der rechten Achsel), die übrigen Farbsteine (Hellbraun, Ocker und Rosa) im endgültigem Zustand (III). – Mit einer Expertise von Florian Karsch. – Rückseitig von Roland Erhardt betitelt und mit Widmung »Für Werner herzlichst von Roland«.

Minimale Griffspuren.

Karsch 295 II-III A

53  Peter Doig. Pelican.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Farbradierung. 2004. 19,5 : 14,5 cm (53,0 : 38,0 cm). Signiert und datiert.

Aus der Radierfolge »Black Palms«. – Auf Velin, sehr gut erhalten. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung, Hamburg.

Griffelkunst 313 A1

54  Peter Doig. Haus der Bilder.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Farbradierung. 2004. 19,5 : 14,5 cm (53,0 : 38,0 cm). Signiert und datiert.

Aus der Radierfolge »Black Palms«. – Auf Velin, sehr gut erhalten. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung, Hamburg. – Peter Doig, Jahrgang 1959, lebte, studierte und arbeitete im Laufe der Jahre in Trinidad, Kanada und England. Bevor er sich im Jahr 2000 auf Trinidad niederließ, war er in der Tate Gallery tätig. 2005–2012 hatte er eine Professur für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf inne.

Griffelkunst 313 A2

55  Friedrich Einhoff. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 500 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 340 ( R19 )

Acryl und Fettkreide auf Sand. 1988. 31 : 36 cm. Signiert und datiert.

Durch die strukturelle Vielschichtigkeit und die Verwendung von teils eingefärbtem Sand erreichte Einhoff eine sehr differenzierte Bildwirkung. – Friedrich Einhoff (1936–2018) studierte in Hamburg unter anderem bei Alfred Mahlau und Willem Grimm. Von 1978 bis 1991 unterrichtete er an der dortigen Fachhochschule für Gestaltung, 1985 wurde er Mitglied der Freien Akademie der Künste.

56  Friedrich Einhoff. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 270 ( R19 )

Acryl und Sand auf Papier. 1990. 38 : 29,5 cm. Signiert und datiert.

Die skizzenhafte Arbeit hinterlässt den Betrachter etwas ratlos: Ostern? Alice im Wunderland?.

57  Max Ernst. Vue de ma fenêtre.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Kupferstich mit Farbaquatinta, nach einem Gemälde. 1960. 22 : 16 cm (45 : 36 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 15/75. – Auf Zerkall-Bütten. – Aus der Suitenauflage mit breitem Rand, die 95 Exemplare für die Vorzugsausgabe von »Les malheurs des immortels« waren auf das Buchformat (33 : 22 cm) beschnitten. – Gedruckt bei Felsing, Berlin, ediert von Galerie der Spiegel, Köln.

Gerahmt, hinter dem Passepartout minimal verfärbt.

Spies/Leppien A 5 C (von C)

58  Max Ernst. Fleurs coquillages.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Farblithographie. 1960. 39,7 : 49,4 cm (57,6 : 54,2 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 86/100. – Auf Vélin d’Arches. – Die Fotolithographie nach einem Gemälde wurde ergänzt mit dem Text am Unterrand als Plakat für die Ausstellung der »Galerie Der Spiegel« (Köln 1960) verwendet. – Spies/Leppien zählen als signierte Exemplare »avant la lettre« 100 nummerierte, »einige e.a.« und »10 h.c.« – Gedruckt bei Mourlot, Paris.

Gerahmt. – Äußere Ränder mit zwei Braunflecken und leichten Griffspuren.

Spies/Leppien A 6 A (von D)

59  Max Ernst. Rote Blume I.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Farblithographie. 1960. 24 : 19 cm (36 : 27 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar »HC 10/20«. – Auf Vélin d’Arches. – Die Fotolithographie nach einem Gemälde erschien als Beilage zur Mappe »Geh durch den Spiegel 24/1960«, dort 300 unsignierte Exemplare. Spies/Leppien zählen als signierte Exemplare 20 nummerierte, 3 »e.a.« und »einige h.c.« – Gedruckt bei Mourlot, Paris.

Im Passepartoutausschnitt minimal gebräunt.

Spies/Leppien A 7 C (von D)

60  Rupprecht Geiger. Orange auf Gelb.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Farbserigraphie. 1968. 49,0 : 34,5 cm. Signiert.

Eins von 450 Exemplaren dieser Farbvariation. Die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg edierte 1968 fünf Varianten. – Auf festem Karton.

Winzige Nadellöcher in den Ecken, dort minimale Knicke.

Geiger 118 b. – Griffelkunst 171 A 5

61  Franz Frank. Sommergarten.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 2600

Öl auf Leinwand. 1938. 59,5 : 75,0 cm. Monogrammiert und datiert.

Stimmungsvoller Blick in bzw. über einen üppig blühenden Garten. – Franz Frank (1897–1986) studierte an der Stuttgarter Akademie und ließ sich 1926 als freier Maler in Dresden nieder. Auf Empfehlung von Otto Dix wurde Hermann Sandkuhl, der Organisator der Berliner »Juryfreien« auf Frank aufmerksam. Bald waren seine Arbeiten in Ausstellungen in Berlin, aber auch der Stuttgarter Neuen Sezession und dem Deutschen Künstlerbund zu sehen. 1932 erfolgte die Berufung an die Kasseler Pädagogische Akademie, die jedoch wenige Monate später aufgelöst wurde. Schon kurze Zeit nach Machtergreifung der Nationalsozialisten galten Franz Franks Bilder als »entartet«, er selbst wurde mit Inhaftierung bedroht. Schnell wieder aufgelöste Ausstellungen veranstalteten damals noch das Kunsthaus Fischinger in Stuttgart und Hildebrand Gurlitt in Berlin. – »Wie ungenau das Attribut ›naturalistisch‹ sowohl für Rembrandt als auch für Corinth sein kann, ist Frank nicht verborgen, denn er zitiert gern die Corinthsche Definition für Malen – ›Unwirklichkeit üben‹. Und daß sich im Werke Corinths auch Erfahrungen des Impressionismus überliefern, ist für Frank nur ein Beweis dafür, daß sich die schöpferischen Leistungen nicht außerhalb der Tradition vollziehen können. ›Die Anschauungsweise des Impressionismus ist Vergangenheit,‹ schreibt Frank in den Vorbemerkungen zum Katalog seiner Austellung bei GURLITT 1936 in Berlin, ›dennoch verbinden den Maler mit dieser letzten Großzeit der Malerei noch viele Fäden, die nicht abgerissen, sondern weitergeführt sein wollen.‹ « (Zimmermann, S. 34). – Provenienz: Von der Familie des Vorbesitzers beim Künstler erworben, seitdem in niedersächsischem Privatbesitz.

Vgl. Rainer Zimmermann, Franz Frank – Leben und Werk, Berlin 1964

62  Jeane Flieser. Weiße Sonne.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 300 ( R19 )

Aquarell auf Malpappe. Um 1955. 73 : 50,5 cm. Signiert.

Jean Flieser (1912–2007) begann 1936 ihr Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Wegen ihrer jüdischen Abstammung erhielt sie Mal- und Arbeitsverbot und konnte erst nach Kriegsende ihre Ausbildung fortsetzen, nun als Meisterschülerin von Karl Schmidt-Rottluff, dem sie zeitlebens verbunden blieb. – Das wahrscheinlich in ihrem Sommerdomizil Kitzeberg an der Kieler Förde entstandene Aquarell ist, wie zahlreiche Aquarelle Schmidt-Rottluffs, durch kräftige schwarze Einfassungslinien akzentuiert.

Die kleinen Stockflecken beeinträchtigen den Gesamteindruck kaum.

63  Johnny Friedlaender. Les deux soleils.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausrufpreis/Starting bid: € 80

Farbradierung. 1970. 76,8 : 56,7 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 1/99. – Auf Velin. – Ediert von »L’Œuvre gravée«, Locarno. – Gedruckt mit zehn Farben, die durch Lichteinfluss verblasst und um das Braun des lichtgetönten Papiers ergänzt sind. – Trotz allem noch immer recht eindrucksvoll, besonders durch den kräftigen Prägedruck.

Schmücking 360

64  Johnny Friedlaender. Sept Paysages. Sieben Landschaften.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 670

Sieben Farbradierungen, Suite mit sieben einfarbigen Abzügen und acht faksimilierte Skizzen. 1973. 28,0 : 29,0 cm (43,0 : 38,0 cm). Signiert und nummeriert.

Künstlerexemplar »E.A.«, wie die 36 Vorzugsexemplare mit einer einfarbigen Suite der sieben Radierungen auf Papier »Auvergne«. – Die Farbradierungen auf Velin d’Arches. – Ediert von der manus presse, Stuttgart. – Alle 14 Radierungen, gedruckt bei Leblanc, Paris, signiert und in Passepartouts und diese, zusammen mit dem Text- und Skizzenheft, in der illustrierten Originalleinenkassette. – Tadellos erhalten.

Schmücking 480–486. – Nicht bei Spindler

65  Werner Gilles. Reiter am Hafen. (Der heilige Martin mit dem Bettler).

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Aquarell. 27,5 : 39,8 cm.

Rückseitig Tuschpinselzeichnung (Stadtansicht Salzburg?) und der Nachlass-Stempel.

Rückseitig am Oberrand Montierungsreste.

66  Werner Gilles. Vöcklabruck.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Aquarell. Um 1946. Ca. 45 : 63 cm.

Farbenfrohe Studie des zeitweiligen Heimatortes des Künstlers. 1943 hatte Gilles Berlin endgültig verlassen und war nach mehreren kurzen Zwischenstationen in die kleine Stadt an der Oberdonau gelangt. Als »Reichsdeutscher« hätte er nach Kriegsende Österreich verlassen müssen, wegen seiner Einstufung als »entarteter Künstler« wurde er aber als »politisch verfolgt« anerkannt »und erhielt sogar ein Angebot aus Linz für eine Professur an der dortigen Akademie, das er jedoch ablehnte wie alle späteren ähnlichen Möglichkeiten«. Gilles fand damals endlich Anerkennung und Resonanz, es folgten kleinere und größere Ausstellungen und »die Bilder der Jahre nach dem zweiten Weltkrieg [wurden] zu einem Höhepunkt in seinem Werk« (Alfred Henze, Werner Gilles, Köln 1960, S. 113f.) – Rückseitig: Männlicher Akt. 1938. Rohrfederzeichnung.

Am linken Rand und im unteren Teil der Darstellung jeweils kleiner restaurierter Einriss.

67  Werner Gilles. Schwarzenbach.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Aquarell. 1946. 31,5 : 41,5 cm. Signiert.

Im Mai 1946 hatte Werner Gilles Vöcklabruck verlassen und war durch Deutschland gereist, »um Freunde wiederzusehen und um eine Vorstellung zu gewinnen, was auf dem Felde der deutschen Kunst damals geschah«. Schließlich ließ er sich für etwa zwei Jahre in Schwarzenbach an der Saale, unweit Hof »und nicht allzu fern von München«, nieder. Hier entstanden nach Alfred Henzes Einschätzung »die entscheidenden Werke der ersten Nachkriegsjahre, die Landschaften, die Stilleben, die mythologischen und christlichen Kompositionen und vor allem der Orpheus-Zyklus« (Henze, S. 114. – Vom Vorbesitzer 1965 durch Vermittlung und mit Echtheitsbestätigung von Walter Hummelsheim aus dem Nachlass des Künstlers erworben.

Umlaufend fest in Passepartout montiert.

68  Werner Gilles. Fischer mit Netzen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Aquarell. [um 1956]. 41,5 : 55,5 cm.

Rückseitig betitelt und mit dem Nachlass-Stempel, dieser signiert von Eberhard Seel. – Verso auf dem Passepartout bezeichnet »N4 32, 3 Fischer am Strand«. – Erworben 1968 von Walter Hummelsheim, München.

Im Passepartoutausschnitt gebräunt. – Unten links Papierverlust.

69  Werner Gilles. Ophelia.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Farbige Lithographie. 1947. 39,0 : 52,0 cm (48,0 : 61,0 cm). Signiert, datiert, betitelt und mit »Orig.Litho« bezeichnet.

Vom Vorbesitzer aus dem Nachlass des Künstlers erworben.

Im Passepartoutausschnitt schwach gebräunt, in den Rändern wenige, kaum sichtbare Stockflecken. Verso Montierungsreste am Oberrand, davon herrührend schwache Knicke.

70  Werner Gilles. Todesvögel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 220

Farblithographie. 1957. 34,0 : 49,2 cm (37,8 : 53,0 cm). Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 2/25, als »Handdruck« bezeichnet. – Auf Velin. – Aus der späten Schaffensphase des Künstlers.

Schmaler Einriss am linken Unterrand, mit Klebestreifen hinterlegt. Rückseitig umlaufend Montierungsreste.

71  Raimund Girke. Soft movement.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

Bleistiftzeichnung. 1967. 19,8 : 19,8 cm (44 : 59,8 cm). Signiert, datiert und betitelt.

Sehr schöne und großzügige Arbeit, die sich durch die diagonalen Verdichtungen kinetisch visualisiert. – Auf glattem Karton. – Unten rechts mit angeschnittenem Prägestempel.

72  Gotthard Graupner. Ohne Titel (Violettgraues Kissen).

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Radierung. 1974. 30,0 : 22,5 cm (48,0 : 32,0 cm). Signiert und datiert.

In Grau auf dünnes Chinapapier gedruckt. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – Tadellos erhalten.

Griffelkunst E 41.

73  HAP Grieshaber. Flötenspieler.

Schätzpreis/Estimate: € 450 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Aquarell. 1964. 20,5 : 12,5 cm. Mit Widmung, signiert und datiert.

»Frau Wagenfeld mit einem schönen Gruß | Grieshaber | 25 VII 64«. – Auf dem Vortitel von HAP Grieshaber. Rotkäppchen und der Maler. Pfullingen, Neske 1964. Originalbroschur. – Der Band enthält verschiedene Essays und Briefe von Grieshaber zur Kunst und an Kollegen, u. a. an einen »Kollegen Maschinenschlosser in Dessau«.

74  Ursula Hanke-Förster. Tanzende.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 270 ( R19 )

Bronze. 1965. 25 : 9 : 9 cm. Signiert und datiert.

Schöner Guss der spannungsreichen Figur. – Auf der Plinthe die Signatur und Datierung. – Ursula Hanke-Förster (1924–2013) studierte in Berlin bei Max Kaus und Gustav Seitz. Sie war Meisterschülerin von Renée Sintenis.

75  Thomas Hartmann. Nord – Sued.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Gouache. 1988. 24 : 16 cm. Rückseitig signiert und betitelt. Freiburg u. a. 1988.

Als Beilage zu 20 Vorzugsexemplaren des gleichnamigen Kataloges zur Ausstellung im Kunstverein Freiburg und der Kunsthalle Wilhelmshaven schuf der Künstler 20 Originalarbeiten. – Auf dem Unterlagekarton nochmals betitelt und nummeriert und im bemalten Originalrahmen. Der reich illustrierte Katalog auf dem Vortitel signiert, datiert und nummeriert »1/20«. – Katalog und Bilderrahmen in bemalten Originalschuber. – Thomas Hartmann, geboren 1950, gelang mit »Nord – Süd« der auch internationale Durchbruch.

Katalog: 32,0 : 24,0 cm. 55, [3] Seiten.

76  Rudolf Hausner. Adam proportional.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Farbserigraphie. 1972. 45,3 : 64,2 cm (70 : 100 cm). Signiert, datiert, betitelt und mit »E.A.« bezeichnet.

Künstlerexemplar. – Auf glattem Karton. – In der Darstellung vom Künstler mit »Proportionspyramide des Adambewußtseins« erläutert. – Tadellos.

77  Rudolf Hausner. Laokoon.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Farbserigraphie. 1973. 58,0 : 79,2 cm (102 : 73 cm). Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 100/300. – Auf Velin «BFK Rives«. – Blattkanten minimal gebräunt.

78  Erich Heckel. Berge.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 395

Holzschnitt. 1948. 24,2 : 29,9 cm (33,3 : 41,2 cm). Signiert und datiert.

Kräftiger Druck auf chamoisfarbenem Papier.

Auf Kartonblatt montiert. – Ränder und Ecken mit schwachen Knickspuren.

Dube 391 II (von II)

79  Erwin Heerich. Doppelungen.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

13 Offsetlithographien. 1974/75. 49,5 : 31,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 10/100. – Auf festem weißen Karton. – Herausgegeben von der Edition Staeck, Heidelberg. – In der Originalhalbleinenmappe. – Die »Kartonplastiken« von Erwin Heerich (1922–2004) entwickelten sich in den 1960er Jahren zum künstlerischen Markenzeichen. Deren exakt geometrische Faltmuster inspirierten die vorliegenden Muster. – Die Graphiken sehr gut erhalten.

Mappe etwas gebräunt und fleckig.

80  Hannah Höch. Komposition.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Ausrufpreis/Starting bid: € 2000

Tuschfeder. Um 1918. 26 : 15 cm (29,5 : 21,0 cm). Monogrammiert.

Aus der Dada-Merz-Schaffensphase der Künstlerin. – Hannah Höch (1889–1978) lernte im Frühjahr 1915 Raoul Hausmann kennen, zu dem sie eine dramatische Liebesbeziehung entwickelte. Nach schweren emotionalen Krisen begaben sich im November 1921 die Paare Hausmann-Höch sowie Kurt und Helma Schwitters auf eine gemeinsame Prag-Reise, die am Beginn einer auch künstlerisch bedeutenden Freundschaft zum Merz-Begründer stand. 1923 folgen die Bekanntschaften mit den Bauhaus- und De Stijl-Protagonisten. – Rückseitig mit dem Nachlass-Stempel.

Im Passepartoutausschnitt leicht gebräunt.

81  Gerhard Hoehme. Die Zeitung.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 460

Zwei farbige Aquatintaradierungen über Collage. 1963. Je 48 : 39 cm (61 : 86 cm). Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 50/50. – Zwei aufgezogene Zeitungsblätter auf einem gefalzten Büttenblatt, jeweils in Braun und Schwarz überdruckt. – Am Unterrand rechts signiert, links datiert, nummeriert und betitelt. – Ediert vom Typos-Verlag als Blatt 9 der Mappe »Zeichen für Zeichen«.

Im Falz leicht bestoßen, etwas Patina.

Heuer 74

82  Rudolf Hoflehner. Sisyphos.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Hommage à Albert Camus. Farblithographien von Rudolf Hoflehner. Stuttgart 1965. Originalpappband im Schuber und Originalleinenmappe mit kleinem Metallrelief auf dem Vorderdeckel.

Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der ungefalzten und signierten Extrasuite (Gesamtauflage 120). Das Buch wurde vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Auf Velin von Rives, gedruckt bei Emil Matthieu, Zürich. – Das Buch ist durchgehend farbig lithographiert, die Suite enthält die fünf doppelblattgroßen Lithographien mit extrabreitem Rand und sieben »Essayblätter« mit den schwarzen Zeichnungspartien ausgewählter Lithographien aus dem Buch. Diese im Buchformat gedruckten Lithographien wurden auf schwarze Kartonblätter im Mappenformat montiert. – Rudolf Hoflehner (1916–1995) studierte zunächst Maschinenbau und Architektur. Nach Kriegsende wandte er sich der bildenden Kunst zu und arbeitete im Atelier von Fritz Wotruba, dessen Einflüsse deutlich sichtbar blieben. Er wandte sich der Plastik zu und schuf u. a. den Adler im Sitzungssaal der österreichischen Nationalversammlung. – Von 1962 bis 1981 war er Professor für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Buch: 38,3 : 28,8 cm. [32] Seiten, Mappe: 66 : 51 cm. – Die Mappe minimal berieben, sonst tadellos.

Spindler 161.5

83  Hans Hollein. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Collage. 1973. 27 : 39 cm (29,7 : 42 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 29/90. – Collage aus zwei verschieden farbigen Millimeterpapieren. – Hans Hollein (1934–2014) war führendes Mitglied der Wiener Künstlergruppe »Coop Himmelb(l)au«, die 1968 von Wolf D. Prix und Helmut Swiczinsky gegründet wurde und versuchte, Architektur und bildende Kunst zu verbinden.

84  Horst Hussel. Erinnerungen an Holland.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

13 Radierungen [und eine Titelradierung]. 1994. 28,0 : 35,5 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 4/90, davon 75 für den Verkauf. – Auf Bütten Richard de Bas. – Die vollständige, in ihrer reduzierten Feinlinigkeit beeindruckende, graphische Folge. – Jeweils mit der Blattnummer bezeichnet und teils in der Platte betitelt. – Die in den Vorjahren entstandenen Radierungen wurden 1994 von der Büchergilde Frankfurt als »Gutenberg Pressendruck Nummer 3« ediert. – Die achte Radierung (Waterland) ist koloriert, die zehnte (In Marken) wurde auf altes Bütten gedruckt und in Passepartout montiert. – Gedruckt von Dieter Béla, Berlin. – Das Textheft mit einem Essay von Christian Scheffler, Direktor des Klingspor-Museums Offenbach. – In der Originalleinenmappe.

28,5 : 17,5 cm. [80] Seiten, 1 Radierung.

85  Robert Indiana. Four sixes.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Farbserigraphie. 1969. 29,7 : 29,7 cm (35,7 : 29,7 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar VII/XXV der Vorzugsausgabe im Kalenderformat. – Auf festem weißem Karton. – Erschienen in der Edition Domberger, Stuttgart, mit deren Trockenstempel.

Sheehan 45 (nennt diese Auflage nicht; wir danken Michael Domberger für freundliche Auskunft)

86  Robert Indiana. Eine kleine Nachtmusik · Mozart.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Farbserigraphie. 1971. 60 : 50 cm (65 : 55 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 35/250. – Auf sehr festem Velin. – Mit dem Copyright-Vermerk des Künstlers. – Tadellos.

Sheehan 62

87  Willy Jaeckel. Selbstbildnis mit Radiernadel.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 330

Kaltnadelradierung. Um 1916. 24,6 : 19,4 cm (34,5 : 25,5 cm). Signiert.

Wohl die erste Fassung des frühen Selbstporträts, »übrigens das einzige, das ein mit dem Dargestellten verbundes Attribut enthält« (Ingrid Silijanov-Nedo, S. 31). Vor der Reinigung der Platte mit insgesamt mehr Plattenton, Körnung und deutlich dunkleren Schraffuren. – Gedruckt in Dunkelbraun auf Velin. – Erste Arbeiten des Künstlers (1888–1944) haben sich aus den Vorkriegsjahren enthalten, ein zweites Porträt datiert 1922. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy) (1892 Berlin – 1969 Beverly Hills, CA), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Stilijanov-Nedo 4

88  Willy Jaeckel. Selbstbildnis mit Radiernadel.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Kaltnadelradierung. Um 1916. 24,6 : 19,4 cm (39,5 : 28,5 cm). Signiert.

Der endgültige, aufgehellte und deutlich kontrastreichere Zustand. – Auf Bütten »J W Zanders«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt).

89  Willy Jaeckel. Geborgenheit.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

Kaltnadelradierung. 1914. 19,8 : 29,8 cm (30 : 40 cm). Signiert.

Auf festem Kupferdruckkarton. – Die schöne frühe Radierung entstand, bevor sich Jaeckel den ersten biblischen Themen widmete. – Mit schönem Plattenton, gratiger, tiefschwarzer Druck. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Stilijanov-Nedo 9

90  Willy Jaeckel. Judith.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausrufpreis/Starting bid: € 330

Kaltnadelradierung. Um 1915. 12 : 17 cm (31,3 : 41 cm). Signiert.

Einzelabzug außerhalb der Auflage für die »Zeitschrift für Bildende Kunst«. Dort im Heft 11 unsigniert, auf kleinerem Papier und typographisch bezeichnet. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Stilijanov-Nedo 13

91  Paul Klee. Ausloeschendes Licht.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 3000

Aquarellierte Lithographie. 1919. 15,8 : 12,7 cm (16,2 : 15,2 cm). Im Stein signiert, datiert und betitelt.

In unkolorierter Fassung verwendet im »Kestnerbuch« (Hannover 1919). – Ehemals Besitz Max Gundermann (1904–1974, Schauspieler, damals in Braunschweig), der eng mit verschiedenen Künstlern befreundet war und Anfang der 1920er Jahre plante, in Braunschweig eine Bildungseinrichtung zur modernen Kunst zu eröffnen. Er erhielt die aquarellierte Lithographie von Hanns Krenz, dem ersten Mitarbeiter des Hannoveraner Galeristen Herbert von Garvens und späterem Vorsitzenden der Kestner-Gesellschaft. Nach familiärer Überlieferung schenkte Paul Klee das Blatt Krenz für seine Unterstützung bei frühen Ausstellungen in Hannover. – Im Laufe der Jahre stark ausgeblichen und gebräunt, die Ränder sehr knapp beschnitten.

Kornfeld 75 b

92  Paul Klee. Gespenst eines Kriegers. – Palesio-Nua.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Farblithographien nach dem Aquarell von 1930 bzw. der Gouache von 1933. Um 1960.

I. 45,4 : 34,8 cm (65,5 : 49,7 cm). Exemplar 182/250. Auf leicht getöntem Velin. Ohne Editionsvermerk. Vgl. Werknummer 5179. – II. 50,0 : 27,5 cm (60,3 : 40,2 cm). Exemplar 145/200. Auf leicht getöntem Velin. Gedruckt bei Mourlot, 1961 verlegt von der Edition Berggruen Paris. Vgl. Werknummer 6282.

Blatt I rückseitig umlaufend mit Montierungsresten, sonst beide sehr gut erhalten.

93  Oskar Kokoschka. Gitta.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Lithographie. 1953. 42 : 57 cm (52 : 65 cm). Signiert.

Eins von 120 Exemplaren. – Ediert von der Galerie Welz, Salzburg. – Auf chamoisfarbenem Kupferdruckkarton.

Wingler/Welz 199

94  Johann Korec. Elefant vorm Zirkus.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Aquarell über Tuschfeder. 1972. 33,3 : 23,2 cm. Signiert und datiert.

Johann Korec (1937–2008) war Patient im Niederösterreichischen Landeskrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Klosterneuburg. Seine phantasievollen Zeichnungen und Bildergeschichten sind seit Jahren auf dem Kunstmarkt zu finden. Er ist mit einer Radierung in der Mappe »Pareidolien« vertreten (sieh KatNr. LAGER 857). – Wohl nach einem Besuch des Zirkus Krone oder inspiriert durch die damalige TV-Serie »Salto mortale«, die in diesem Zirkus entstand.

95  Johann Korec. Tarzan.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Aquarell über Tusche, Detail mit Silberbronze gehöht. 1972. 20,8 : 29,5 cm. Signiert und datiert.

Mit Fußtext: »aus Papas Jugendzeit Tarzan kommt jetzt wieder in Film: Der muskelpepackte Supermann aus dem Urwald der schon die Väter vor Begeisterung: Von den Kinositzen hochgerissen … In Holliwood-Dschungel; in Dem Safarie.«.

96  Joseph Kosuth. Kein Ding, Kein Ich, Keine Form, Kein Grundsatz (Sind Sicher). Das Arbeitszimmer von Robert Musil.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R7 )

Serigraphie auf Glasplatte. 1992. 37,5 : 50,0 cm. Signiert, datiert und nummeriert. Mit zahlreichen teils farbigen Abbildungen. Originalpappband.

Exemplar 22/40. – Beilage zur Vorzugsausgabe von: Joseph Kosuth. Kein Ding, Kein Ich, Keine Form, Kein Grundsatz (Sind Sicher). Herausgegeben von Renate Damsch-Wiehager. Ostfildern, Cantz 1993. Mit zahlreichen teils farbigen Abbildungen. Deutsch-englischer Paralleltext. Originalpappband. – Kosuth kombinierte die historische Fotografie mit dem Faksimile eines Originalbriefes von Musil. Auf einem Etikett signiert, datiert und nummeriert. – Das Buch erschien nach der gleichnamigen Installation mit Musil-Zitaten in der Esslinger Villa Merke und enthält weitere Beiträge sowie ein Werkverzeichnis. – Beides zusammen sicher verpackt im Originalkarton.

97  Ferdinand Kriwet. Sehtext : Rundscheibe.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 350

Serigraphie. Ø 46 cm (49,5 : 49,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 84/100. – Auf Velin. – 1960 erschienen erstmals die markanten kreisförmigen Typographiken im Œuvre des jungen Ferdinand Kriwet (1942–2018). »Die Zeit bringt auch die Worte« hatte Paul Celan ihm zwar zwei Jahre zuvor geschrieben, nach Kriwets eigenen Worten endete seine im engeren Sinne literarische Produktion bereits 1960/61 und er wandte sich der visuellen und konkreten Poesie zu.

Unten rechts kleine Druckstelle im Rand.

98  Wifredo Lam. Figures.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Aquarell über Tuschfeder, auf grünem Karton. 1969. 15,0 : 18,5 cm. Signiert.

Auf dem Innendeckel des Ausstellungskataloges »Wifredo Lam. Oelbilder · Zeichnungen · Druckgraphik« im Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath (3. Juli – 16. August 1969). – Titelblatt mit Widmung des Künstlers und Sammlerstempel »AS« (Albert Cornelis Stöcker, 1909–1987, niederländischer Kunsthistoriker; Lugt 3873). – Wifredo Lam (1902–1982) übersiedelte 1923 aus seiner kubanischen Heimat nach Madrid und 1938 nach Paris, wo er von Picasso in den Surrealistenkreis um André Breton eingeführt wurde.

Titelblatt mit ausradierten Anmerkungen des Vorbesitzers.

99  Max H. Mahlmann. Serielle Einheit Zentral.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 200 ( R7 )

Drei Serigraphien. 1975. 21 : 21 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 55/100. – Die vollständige Folge der in Weiß auf weißen Karton gedruckten Serigraphien, jede in Passepartout. Diese liegen zusammen mit drei Transparentblättern (»Informationsblätter zu dem reliefierten Triptychon, in welchem die Abwicklung als flächige Modulation dargestellt ist«) und einem Textblatt in der Originalchemise. – Erschienen in der Edition Hoffmann. – Max Hermann Mahlmann (1912–2000) wandte sich der gegenstandslosen Malerei und geometrisch-konstruktivistischen Kompositionen zu. – Tadellos erhalten.

100  Man Ray. Ohne Titel (Kathedrale, aus: Electro-magie).

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 250

Farbradierung. 1968. 18,5 : 13,8 cm (37,5 : 28 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 31/150. – Auf Japon nacré. – Die zweite von sechs Graphiken aus der Folge »Electro-Magie«.

Rückseitig kleine Montierungsreste.

Anselmino 40-B (der ein kleineres Format und eine Auflage von 120 Exemplaren nennt)

101  Zum Lobe des Bilderhändlers Otto Lutz.

Schätzpreis/Estimate: € 1200 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 800 ( R7 )

Stuttgart, Hatje 1962. Mit 36, davon 24 signierten Original-Graphiken und einigen Textillustrationen. Originalbroschur mit Holzschnitten auf den Deckeln und gelbem Pergaminumschlag.

Almanach zum 60. Geburtstags des Stuttgarter Galeristen, der nur wenige Monate später verstarb. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Graphiken und der Trökes-Radierung. – Der ausführliche Druckvermerk, der auf die Varianten des Almanachs hinweist, wurde von Margot Fuerst zusammengestellt. – Jede Graphik mit einem Seidenpapiervorblatt mit der faksimilierten Signatur. – Enthält sieben Holzschnitte, drei Farblinolschnitte, 22 Lithographien und vier Radierungen, u. a. von Erich Heckel (Stillleben mit Holzfigur, Dube I 432 b), Ida Kerkovius, Adolf R. Fleischmann, Max Ackermann (nur in der Platte signiert), Georg Muche, Camille Grasser, Walter Wörn, Albrecht von Urach (Plattensignatur), Walter Renz, Fritz Ruoff (Plattensignatur), Oskar Koller, Cuno Fischer, Walter Grab (Plattensignatur), Alfred Wais, Gustav Schleichen, Kurt Weinhold (Plattensignatur), Heinz E. Hirscher (Plattensignatur), Irma Nesch (Plattensignatur), Willi Vogt, Asta Ruth Soffner, Hans-Martin Erhardt, Willi Hahn, Jürg Spiller, Lothar Quinte (Plattensignatur), Zao Wou-Ki (Plattensignatur), Emil Kiess, Heinz Trökes, Emil Schumacher (Plattensignatur), Heinz Schanz, Walter Stöhrer, Horst Antes, Wolfgang Barth (Plattensignatur), Alfred Eichhorn, Gudrun Krüger, Werner Schreib (Plattensignatur) und HAP Grieshaber. – Beilage: Traueranzeige Otto Lutz November 1962. – Vorzugsexemplare sind sehr selten geworden. – Sehr schön erhalten.

22,0 : 16,2 cm. 90 Seiten (einschließlich der paginierten Seidenblätter), 36 Graphiken. – Buchblock neu eingehängt.

Spindler 119, 26. – Fürst 62/14-16. – Fichtner-Bartelke 170

102  Dé-coll/age 5.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausrufpreis/Starting bid: € 530

Happenings – Stücke – Partituren. 1966.

Eins von 500 Exemplaren. – Herausgegeben von Wolf Vostell erschienen von 1962–1968 sieben Ausgaben im Frankfurter Typos Verlag. – Nahezu vollständiges Exemplar – ohne Joseph Beuys’ »Zwei Fräulein mit leuchtendem Brot« (die berühmte Textrolle mit montierter Schokolade). – Enthalten sind die Arbeiten von René Block, Claus Bremer, Henning Christiansen (doppelt vorhanden), Hansjoachim Diederich (Plastikhaken auf gelbem Karton, rückseitig signiert), Ludwig Gosewitz (Papierobjekt), Dick Higgins, Bernhard Hoeke, Allan Kaprow, Franz Mon, Ben Patterson (Papierobjekte), Eckart Rahn (Tonbandfragment mit Aufnahme des berühmten Happenings »24 Stunden«), Gerhard Ruehm, Vagelis Tsakiridis, Ben Vautier (»Spucke«, Heftpflastercollage), Wolf Vostell (Skelett, Farbpigment in Folienhülle), Zeitungsfaksimile und von fünf Mitgliedern der Gruppe ZAJ. – Bei Objekten ohne Angabe handelt es sich um Offsetdrucke. – Lose in der Originalumschlagmappe.

28,0 : 21,5 : 3,5 cm. – Mappe mit zwei Einrissen, im Deckel und in einer Lasche. Die Umschlagmappe etwas flachgedrückt.

Archiv Sohm 111

103  Das Berliner Konzert »selten gehörte musik«.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Plakat. Offsetdruck. 1974. 49,5 : 56,5 cm. Von sieben Künstlern signiert.

Exemplar 7, stempelnummeriert, einer unbekannt niedrigen Auflage. – Mit Bildbeiträgen von sieben der acht am Konzert beteiligten Künstler und von diesen signiert: Christian Attersee, Günter Brus, Hermann Nitsch, Arnulf Rainer, Gerhard Rühm, Dominik Steiger und Oswald Wiener. – Dieter Roth, der ebenfalls teilnahm, ist auf dem Plakat nicht vertreten. – Gerhard Rühm erinnerte sich 1992: »Von unserem ersten öffentlichen Auftritt mit ›selten gehörte musik‹ [München, Mai 1974] animiert, planten wir gleich ein weiteres Konzert, bei dem der enge Kreis durch einige geschätzte Freunde erweitert werden sollte. Oswald Wiener schlug als Aktionsraum die ›Kirche zum Heiligen Kreuz‹ in Berlin-Kreuberg vor […] und so fand dort am 27. September 1974 ›selten gehörte musik‹ in grossem Rahmen vor grossem Publikum statt. Beteiligt waren [es folgen sieben der acht Namen] und Arnulf Rainer, der stumm als Grimasseur und Verrenkungskünstler mitwirkte. Die Veranstaltung gewann nicht nur, was Aufwand, Resonanz und Dauer betrifft, fast monumentale Züge, sie steigerte sich zeitweise auch zu exzessiven, geradezu extatischen Höhepunkten. Brus, der manisch immer denselben Ton in einer Art Alphorn geblasen hatte, verlor gar vorübergehend das Bewusstsein.« (zitiert nach Dobke, Dieter Roth, Musik S. 84). – Tadellos erhalten.

104  Rheinische Bienenzeitung.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1400

Heft 12/1975 mit 12 (statt 13) Originalarbeiten. 24 : 17,5 cm. Signiert.

Exemplar 1/34. – Die von Constantin Post, Köln, edierte »Vorzugsausgabe« zum beiliegenden Heft der Bienenzeitung enthält: Joseph Beuys (gefalteter Offsetdruck, Schellmann 152), Bernhard Johannes Blume (Weltanschauung Bienenhonig, Kugelschreiberzeichnung), George Brecht (Fotografie), Günter Brus (Collage auf Fotografie), Michael Buthe (überarbeitete Fotokopie), Robert Filliou (beschriftete Fotografie), Jürgen Klauke (Fotografie), Rune Mields (je eine Bleistift- und Tuschfederzeichnung), C. O. Paeffgen (Offsetdruck), Heinz Günter Prager (Farbstiftzeichnung über Offset), Ulrike Rosenbach (Fotografie mit Hausmann-Zitat) sowie Bernard Schultze und Ursula (Radierung, Heuer B 13). – Jeweils signiert bzw. monogrammiert, meist datiert und bezeichnet. – Es fehlt die aquarellierte Bleistiftzeichnung von F. Marx, dafür eine zweite Kugelschreiberzeichnung von Bernhard Johannes Blume (Fensterblume, Biene erwartend). – In der Originalkartonschachtel mit dem Deckelschild. – Beiliegende Notiz des Verlegers »ohne F. Marx u. [irrtümlich] Zeitung«. – Ehemals Kölner Privatsammlung.

Die Kartonschachtel beschädigt.

105  Pareidolien.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

13 Radierungen, eine koloriert. 1974. 59 : 42 cm. Neun signiert, alle nummeriert.

Exemplar 27/100. – Druckgraphik aus dem Niederösterreichischen Landeskrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Klosterneuburg. Aus dem Geleitwort von Leo Navratil »Die hier vorliegenden Radierungen haben nichts mit Kunst zu tun. […] Die Kunstlosigkeit garantiert die Authentizität dieser Kunst.« – Enthält je eine Radierung von Franz Artenjak, Josef Bachler, Anton Dobay, Johann Hauser, Franz Kamlander, Johann Korec, Rupert Lang, Max (pseudonym), Otto Prinz, Josef Till, Oswald Tschirtner, August Walla und Erich Zittra. – Alle Radierungen wurden bei Walter Fischer in Wien auf Velin gedruckt. – Lose in der Originalleinenmappe mit handgeschriebenem Deckelschild und zwei eingeklebten Textblättern. – Die Wiener Galerie »Nächst St. Stephan«, die der Priester Otto Mauer (1907–1973) in den Räumen der verlassenen Neuen Galerie Otto Kallir 1954 gegründet hatte, stellte neben avantgardistischer und informeller Kunst 1970 und 1972 auch bildnerische Arbeiten und Graphiken von Patienten des Klosterneuburger Krankenhauses aus. – Selten.

106  Gerhard Naschberger / Franz-Josef Heumannskämper. Der Mensch. Der Ufa-Palast.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Köln, Constantin Post 1985. 22 Texttafeln, zwei Tuschfederzeichnungen, Titelblatt, Textblatt und Druckvermerk. Lose in roter Originalleinenkassette.

Exemplar 12/100. – Die Zeichnungen, je eine von beiden Künstlern, monogrammiert und datiert, auf dem Blatt mit dem Druckvermerk von beiden signiert. – Gerhard Naschberger (1955–2014) gründete 1980 zusammen mit Adamski, Bömmels, Dahn und Dokoupil die Künstlergruppe Mülheimer Freiheit. 1983 arbeitete er bei der Inszenierung »Dadazuerich« erstmals mit dem Regisseur und Performance-Künstler Franz-Josef Heumannskämper zusammen. – Die Zeichnungen auf Bütten, die Texte auf festem weißen Karton.

23,5 : 16,5 : 5 cm (Kassette).

107  Mappenwerke – Bauen Wohnen Denken – Martin Heidegger inspiriert Künstler.

Schätzpreis/Estimate: € 5000

Zuschlag/Hammerprice: € 3200

Neun Originalgraphiken. 1994. 80,0 : 60,5 cm. Alle signiert und nummeriert, meist datiert, teils betitelt.

Exemplar 59/100. – Ediert von der Deutschen Bank im Rahmen der »Initiative Pro Deutsches Architektur-Museum«. – Mit je einer signierten Originalgraphik von Claus Bury (Farblithographie), Eduardo Chillida (Zweifarbige Radierung), Ludger Gerdes (Farbserigraphie), Erwin Heerich (Offsetlithographie), Thomas Huber (Radierung), Per Kirkeby (Farbserigraphie), Mathias Völcker (Serigraphie), Marjan Voiska (Farbradierung) und Stefan Wewerka (Radierung). – Eduardo Chillida schuf u. a. für die Frankfurter Deutsche Bank Bauspar AG die Metallskulptur »Hommage an Heidegger«. – Jede Graphik in einem bedruckten Doppelblatt. – Mit dem Titelblatt in der Originalholzkassette.

108  Mappenwerke – Pro Deutsches Architektur-Museum.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Ausrufpreis/Starting bid: € 2000

Acht Farbserigraphien. 1994. 60,5 : 80,0 cm. Alle signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 48/100. – Ediert von der Deutschen Bank Bauspar AG. – Mit vielfarbig serigraphierten künstlerisch gestalteten Entwürfen und Plänen folgender Architekten: Josef Paul Kleihues (Maasprojekt Rotterdam), Heinz Hilmer, Oswald Mathias Ungers (Haus Glashütte), Heinz Bienefeld, Gottfried Böhm (Wohnbebauung Berlin Hasenheide), Otto Steidle, Frei Otto (Atlantis-Projekt »Mariposa«, Teneriffa) und Jochem Jourdan. – Auf BFK Rives. – Jede Graphik in bedrucktem Doppelblatt, zusammen mit einem Textblatt (Einleitungen von Vittorio Magnago Lampugnani und Hans Wielens sowie das Inhaltsverzeichnis) in der Originalholzkassette.

109  Richard Wagner zum 200. Geburtstag.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 140

Zwei Porträts [Radierungen] von Hubertus Giebe und Sighard Gille. Leipzig 2013.

Exemplar VII/X, weitere 40 Exemplare waren für den Verkauf bestimmt. – Hubertus Giebe. Richard Wagner. Aquatinta. 37,0 : 24,5 cm. – Sighard Gille. R. W. Kopfputz. Kaltnadel. 38,5 : 29,7 cm. – Beide auf Bütten (46 : 34 cm), beide signiert, datiert, nummeriert und betitelt. – Lose in Textleporello und Originalhalbleinenmappe mit -schuber. – Die Edition wurde vom Rat der Stadt Leipzig zur Förderung der Ausstellung »Weltenschöpfer. Richard Wagner, Max Klinger, Karl May« ediert.

110  Marino Marini. Olympia.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Farblithographie. 1972. 86,0 : 63,5 cm.

Auf festem Velin. – Überarbeitete Fassung der Lithographie »Idea del cavaliere«. – Gedruckt wohl bei Mourlot, hier der Zustand ohne die Schrift vor der Verwendung als Plakat für die Olympischen Spiele 1972. –Tadellos.

Vgl. Guastalla 264

111  Marino Marini. Le Sacre du printemps III.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Farblithographie. 1974. 52,3 : 39,3 cm (64,5 : 50,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 42/75. – Auf Vélin d’Arches. – Blatt 3 der achtteiligen Folge, die 1973/44 von der »Société Internationale d’Art XXe Siècle« herausgegeben wurde, sechs Jahrzehnte nach der Uraufführung von Stravinskys Schlüsselwerk der musikalischen Moderne. – Gedruckt bei Mourlot, Paris.

Guastalla 313

112  Marino Marini. Giocoliere.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Radierung und farbige Aquatinta. 1977. 27,2 : 19,8 cm (48,3 : 38,2 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar II/L, weitere 100 Exemplare wurden arabisch nummeriert. – Auf Vélin d’Arches. – Mit dem Trockenstempel »Il Cigno Stamperia d’Arte«. – Sehr ähnlich der Farblithographie »Giocolieri« von 1955.

Die breiten Ränder hinter dem Passepartout leicht verfärbt.

Guastalla 337

113  Jonathan Meese. Dietrich von Bern in Drachenhaut. – Siegfried im Turmzimmer. – Hagen von Tronje.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Drei Farbholzschnitte. 2005. 75,5 : 57,0 cm. Jeweils signiert und datiert.

Aus der Folge »Rittertum des Raubtiertums der Vorstaatshermetik […]«. – Die Folge enthielt die drei Holzschnitte in jeweils zwei Farbstellungen, teils auf farbigem Papier gedruckt. – Farbfrische, kräftige Drucke auf weißem und starkem Velin von Somerset. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung, Hamburg.

Griffelkunst 319 C1, C 5 und C 6

114  Christian Megert – G[erhard] J[ohann] Lischka. Der Raum und das Selbst.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Ein Glasbuch von C. Megert. [1975] Neun Glasplatten mit serigraphierten Texten zwischen verspiegelten Glasplatten-Buchdeckeln, zum Buch gebunden. Zusammen mit zwei losen Textblättern in gepolsterter Originalholzkiste mit Metallverschlüssen.

Exemplar 9/20. – Ediert im Eigenverlag des Künstlers. – Titelblatt von Lischka und Megert signiert, der neunteilige Text auf einem Xeroxblatt beiliegend. – Das faszinierende Buchobjekt des Schweizer Objektkünstlers entstand unter Verwendung eines Textes des Berner Kulturphilosophen Gerhard Johann Lischka (geboren 1943). – Christian Megert, geboren 1936, war Mitbegründer der internationalen Künstlergruppe »Nouvelle Ecole Européenne« (N.E.E.) in Lausanne sowie der Galerie Aktuell in Bern und stand der Künstlergruppe ZERO nahe. Seit Veröffentlichung seines Manifests »Ein neuer Raum« im Jahr 1961 konzentrierte er sich in seiner Arbeit auf Objekte und Environments mit Spiegeln und Glas. Von 1976 bis 2002 war er Professor für Integration bildender Kunst und Architektur an der Kunstakademie Düsseldorf. – Gewichtig und gut erhalten.

30,0 : 31,0 cm (Buchobjekt), 37,0 : 33,5 cm (Holzkiste).

115  Joan Miró. Pour »Miró Lithograph I«.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Ausrufpreis/Starting bid: € 3000

Zwei Farblithographien. 1972. 33,0 : 26,0 cm (33,0 : 51,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplare 141/150. – Auf Velin d’Arches, jeweils auf gefaltetem Doppelblatt. – Als Beilagen der hier vorliegenden Vorzugsausgabe des Werkverzeichnisses Michel Leiris und Joan Mourlot. Joan Miró. Der Lithograph I. Paris, Maeght 1972. Mit weiteren zwölf blatt- und doppelblattgroßen Farblithographien im Buch und auf dem Umschlag. Originalleinenband im Schuber.

Mourlot 855–856 sowie 854 und 857–867

116  Joan Miró. Poesie de René Char.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Farblithographie. 1976. 73,5 : 53,5 cm. Im Stein signiert.

Exemplar 362/500. – Auf Velin d’Arches. – Gedruckt und verlegt von Maeght, Paris. – In fünf Farben und partiell mit Mattlack gedruckt.

Oben mit sehr leichtem senkrechtem Knick.

Mourlot 1096

117  [José] Ortega. La Moisson.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Ausrufpreis/Starting bid: € 600

Acht Farblithographien (in je zwei Abzügen) und eine Farblithographie. 1965. 22 : 18 cm (50 : 32,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar XVIII/XXVI. – Aus der dritten Vorzugsausgabe, mit der Radierung und den Lithographien auf Japon nacré und einer zusätzlichen Suite der Lithographien auf »Vélin d’Arches«. – Gedruckt bei Desjobert et Leblanc in Paris, die Texte nach der Handschrift des Künstlers. Kupferplatte und Lithosteine wurden nach dem Druck zerstört. – Zusammen mit Titelblatt und Druckvermerk in Originalleinenkassette mit Deckelschild. – José Ortega (1921–1990), bei Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges fünfzehn Jahre alt, war zu dieser Zeit schon ein oppositioneller Künstler. Als Mitglied der Kommunistischen Partei Spaniens wurde er 1947 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Nach seiner Begnadigung erhielt er 1953 ein Stipendium der französischen Regierung, um an der Ecole Estienne und später an der Kunsthochschule in Paris zu studieren, auch als Schüler von Picasso. Nach einigen Jahren im Untergrund 1960 bis 1970 ging er nach Paris ins Exil. Er zählte zu den herausragendsten und oft ausgezeichneten spanischen Künstler der neuen Generation. – Sehr selten.

Mappeaußenkante mit größerem Fleck.

118  Hans Ostendorf. Acht Radierungen.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

1968. 62 : 49 cm. Signiert und nummeriert. Lose Blätter zusammen mit Titelblatt in Originalleinenmappe.

Exemplar 12/20. – Privatdruck, ediert und mit einer Einleitung des Beuys-Sammlers und Kunsthistorikers Franz Josef van der Grinten: »Hans Ostendorfs Verhältnis zur Schrift ist vor allem dieses formale. […] Das große A also ist Gegenstand der ganzen Suite. […] Zur Hälfte beziehen sich die Zeichen aus der mittelalterlich deutschen Fraktur, zur Hälfte aus der klassisch lateinischen Antiqua. […] Alle Blätter streben ins Monumentale, heben die Schriftzeichen über das zweckdienliche von Bedeutungsträgern hinaus, präsentieren sie als Große, Umfassende, in sich Vollständige, das sie, wenn sie sich selbst darstellen, sein können.« – Hans Ostendorf (1924–1969) studierte an der Kunstakademie und den Kölner Werkschulen. Er war Mitglied des Deutschen Künstlerbundes.

63,5 : 50,5 cm (Mappenformat). 8 Radierungen, 1 Textblatt.

119  Hans Peters. Zehn Holzschnitte.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 440

1924. Meist ca. 30 : 21 cm (40 : 25 cm). Signiert und datiert.

Auf Japanbütten. – Die neun großen Holzschnitte in Passepartouts, der vignettengroße auf einem gefalzten Doppelblatt im Mappenformat. Einige der zehn Weißlinienschnitte versetzen den Betrachter in surreale Märchenwelten, die übrigen ergänzen als Stillleben mitorientalischen Bildelementen die Folge. – In einer Halbpergamentmappe mit rot-schwarz-ornamentiertem Bezugspapier, die Mappe auf dem Innendeckel signiert und datiert. – Die Folge war möglicherweise für ein Mappenwerk gedacht, das aber nie erschienen ist. Ohne Auflagen- und Editionsvermerk. – Hans Peters (1885–1978) studierte vor dem Ersten Weltkrieg in Berlin. 1919 ließ er sich in Lübeck nieder und war als Künstler und Kunstpädagoge tätig.

Vgl. Vollmer III, 574

120  Pablo Picasso. Deux femmes nude et le peintre.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Zuschlag/Hammerprice: € 6000

Kaltnadelradierung mit Aquatinta. 1966. 32,5 : 22,5 cm (48,5 : 35,7 cm). Signiert und nummeriert, in der Platte datiert.

Exemplar 32/50. – Auf Velin. – Mit Rotstift signiert. – Erschienen als Beilage zur Vorzugsausgabe von Band 1 des »Catalogue de l’œuvre gravé et lithographié«, herausgegeben von George Bloch (Bern 1971). – Nach einem Bericht Georges Blochs über die Zusammenarbeit mit Picasso (NZZ 17./18.10.1987) schenkte ihm der Künstler die gesamte einzige Auflage für diese Publikation. – In der schwarzen Originalleinenmappe, die Graphik tadellos erhalten.

Bloch 1441

121  Otto Piene. Telegrün.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Farbserigraphie. 1969. 40 : 40 cm (62 : 42 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 39/100. – Auf glattem Velin. – Eine von zehn Serigraphien der »Tele-Serie«, herausgegeben von der Edition Lübke, Frankfurt am Main 1969/70.

Rottloff 72

122  Sigmar Polke. Obelisk.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Farboffset auf handmarmoriertem Buntpapier. 1973. 62,8 : 45,5 cm. Signiert.

Eins von 598 Exemplaren. – Ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg.

Leichte, beim Druck entstandene Quetschfalten.

Becker/von der Osten 28. – Griffelkunst 191 A2

123  Sigmar Polke. Chinatown. – Hauswand/Chinatown.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Zwei farbige Offsetdrucke. 1974. 10,4 : 14,8 cm. Signiert.

»Originalgrafik · Serie 7 · New York«, Karten 1 und 2, erschienen in der Edition Staeck. – Beide mit rotem Kugelschreiber signiert.

Von der Osten 41 und 42 (»5000 Exemplare, nur wenige signiert«)

124  Markus Raetz. Liebespaar.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Holzschnitt. 1975. 10,2 : 15 cm (38 : 28,2 cm). Monogrammiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 168/500. – Auf Vélin d’Arches. – Markus Raetz (geboren 1941) war 1969 an der berühmten Ausstellung »When Attitudes Become Form« in der Kunsthalle Bern beteiligt.

Leichte Knickfalte.

125  Hans Georg Rauch. 51 Tuschfederzeichnungen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Um 1963/64. Ca. 9 : 9 – 12 : 16 cm. Vielfach rückseitig betitelt.

Hans Georg Rauch (1939–1993) wurde in den 1960er Jahren als Karikaturist für Spiegel, Stern, Observer und die New York Times bekannt. Später war er der graphische Autor der ZEITzeichen, über die Ulrich Greiner, der langjährige Feuilletonchef der ZEIT, schrieb: »Die ZEITzeichen sind keine gezeichneten Leitartikel. Sie sind direkter und schärfer und zugleich tiefgründiger und vieldeutiger. Sie sind eben Kunst, Kunst im Dienste der Aktualität. Und das gibt es sonst nirgendwo. Karikaturisten machen etwas anderes, sie sind quasi die Journalisten unter den Zeichnern. Rauch ist kein Journalist, auch als Zeichner nicht. Er ist ein Künstler, ein Artist, der seinen Gastauftritt hat, und der uns Woche für Woche neue Einsichten, neue Überraschungen und neue Rätsel aufgibt.« – Die kleinformatigen Tuschzeichnungen waren teils für Bildfolgen bestimmt und sind rückseitig entsprechend betitelt (»Rauchen«, »Nicht befördert«, »Vertreter«, »Verprügelt«, »Zeugnis« u. v. a.). – Beilage: Katalog der Rauch-Retrospektive Wilhelm-Busch-Museum Hannover 1981.

Teils mit Büroklammer-Rostspuren.

126  Jean-Paul Riopelle. Constructions chimériques.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 950

Farbradierung. 1967. 19,8 : 29,8 cm (45,5 : 56,7 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 53/75. – Auf leicht gelblichem Velin. – Der Frankokandadier Jean-Paul Riopelle (1923–2002) lernte nach Kriegsende in Paris Künstler des Tachismus und Informel kennen, die sein künstlerisches Schaffen beeinflussten. – Rückseitig mit Bleistift beschriftet.

127  Jean-Paul Riopelle. Percee.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Farbradierung. 1967. 19,5 : 29,8 cm (45,3 : 56,3 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 71/75. – Auf Velin »BFK Rives«. – Rückseitig mit Bleistift beschriftet.

128  Eun-Nim Ro. Vogel, grün-schwarz.

Schätzpreis/Estimate: € 800 ( R19 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 540 ( R19 )

Acryl und Tusche auf Papier. 1986. 64 : 95 cm. Signiert, datiert und rückseitig bezeichnet.

Großformatige, typische Arbeit. – Eun-Nim Ro, geboren 1946, lebt und arbeitet seit 1970 in Hamburg (und Michelstadt). Seit 1990 lehrte sie als Professorin an der hiesigen HAW und leitete mehrere Jahre deren internationale Sommerakademie »Pentiment«.

129  Rolf Rose. Reliefbild.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Rakelmalerei über Serigraphie. 1993. 47,3 : 47,3 cm (67 : 67 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 7/10. – Durch das Aufstreichen des Ton-in-Ton gefärbten Streifenmusters entstehen innerhalb der kleinen Serie unikale Muster. – Auf Velin. – Rolf Rose (geboren 1933) wendete sich schon sehr früh von der figürlichen Malerei ab. Es entstanden Farbfeldmalereien in verschiedenen Techniken und Ausformungen.

Gerahmt, nicht außerhalb der Rahmung begutachtet.

130  Dieter Roth. Taschenzimmer.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Materialcollage. 1968. 10,7 : 7,3 : 1,8 cm. Monogrammiert und datiert.

Seit 1968 in unnummerierter Auflage innerhalb der Reihe »Kleinkunst im Haushalt« erschienen. – Auf die gestempelte Zeichnung eines Tisches wurde eine Bananenscheibe genagelt, die »bis heute zu ungewöhnlicher Bildhaftigkeit verweste« (Düsseldorfer Kollegenkatalog 2013). Die Banane hier in ungewöhnlich gut konserviertem Zusatnd. – In der originalen Kunststoff-Spielkartenkassette und der Originalpappschachtel des VICE-Verlages mit dem Stempel des Verlegers.

Dobke, Bücher + Editionen, Seite 25 mit zwei Abbildungen. – Slg. Schnepel R5-49. – Buchholz/Magnani, Index of Multiples S. 165

131  Dieter Roth. Komposition I – V.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 360

Fünf Kaltnadelradierungen. 1977. Ca. 30 : 22 cm (39 : 28 cm). Signiert mit »Heinrich Schwarz«.

In unterschiedlichen Auflagenhöhen (152–238 Exemplare) für die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg gedruckt. – Auf Velin. – Die vollständige Serie der ersten Fassungen. – Dazu: Heinrich C. Schwarz. Bildnis Dieter Roth. Farbradierung. 1979. 39,7 : 28,2 cm (30,0 : 27,1 cm). Signiert. Eins von insgesamt 160 Exemplaren. Auf Velin. Eine von vier Farbstellungen, gedruckt für die Griffelkunst-Vereinigung. – Inspiriert durch Horst Janssens Radierung »Heinrich Schwarz nach Albrecht Dürer« persiflierte Dieter Roth dessen altmeisterliche Darstellung und okkupierte zugleich den Namen des Dargestellten als Pseudonym. Carl Vogel, damals Beirats- und Jurymitglied der Griffelkunst, unterstützte das Verwirrspiel durch eine abgewandelte Vita (geboren »Husum 1940« statt »Hannover 1930«). Zwei Jahre später überarbeitete Dieter Roth die fünf Platten erstmals (siehe die folgende KatNr.) und ergänzte die Folge um das Selbstporträt, das er aber wiederum als »Heinrich Schwarz« monogrammiert und signiert. 1991 folgte die letzte Fassung (siehe die übernächste KatNr.).

Dobke 438–442 und 443. – Griffelkunst 208 A1–5 und F 115 d. – Zur Entstehungsgeschichte vgl. Dirk Dobkes Beitrag in »Verzeichnis der Editionen der Griffelkunst« (Band II, Seite 14ff.)

132  Dieter Roth. Komposition I – V.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 340

Fünf Kaltnadelradierungen. 1979. Ca. 30 : 22 cm (39 : 28 cm). Signiert mit »Heinrich Schwarz«.

In unterschiedlichen Auflagenhöhen (182–420 Exemplare) für die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg gedruckt. – Auf Velin. – Die vollständige Serie der zweiten Fassungen. – Dazu: Heinrich C. Schwarz. Bildnis Dieter Roth. Farbradierung. 1979. 39,7 : 28,2 cm (30,0 : 27,1 cm). Signiert. Eins von insgesamt 160 Exemplaren. Auf Velin. Eine von vier Farbstellungen, gedruckt für die Griffelkunst-Vereinigung.

Dobke 444–448 und 443. – Griffelkunst 214 B1–5 und F 115 a

133  Dieter Roth. Komposition I – V.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Ausrufpreis/Starting bid: € 470

Fünf Kaltnadelradierungen. 1991. Ca. 30 : 22 cm (56 : 38 cm). Signiert, datiert und mit Auflageangabe gestempelt.

In unterschiedlichen Auflagenhöhen (590–880 Exemplare). – Auf Velin. – Die vollständige Serie der nochmals überarbeiteten Kupferplatten. – Datiert »1977/92«, Teile der Auflage wurden bereits 1991 signiert und ausgegeben. – Dazu: 1 Bericht mit Kommentar. Fotoradierung, Serigraphie und Stempel. 1991. 40 : 50 cm. Signiert und datiert. Exemplar 84/535. – Kombinationsdruck. Kaltnadelradierung. 1992. Signiert und datiert. Eins von 248 Exemplaren. Zusammendruck aller fünf Platten der Serie. – Die fünf Blätter der Serie druckte Henning Bergmann, die beiden Ergänzungsblätter zusammen mit Thomas Sanmann, alle sieben ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg. – »Alle fünf Platten druckte Roth 1992 zusammen übereinander auf ein Blatt, wodurch der langjährige Variationsprozess in einem fast monochromen schwarzen Druck endet. […] Es ist ein besonders schöner Tiefdruck, bei dem die schlicht schwarz erscheinende Fläche erst auf den zweiten Blick preisgibt, dass sie aus vielen Schichten feiner linearer Einzeldrucke besteht.« (Dirk Dobke). Die Fingerspuren auf allen sechs Kompositionen entstanden durch den Drucker auf Anweisung des Künstlers. – Auf der reproduzierten Doppelseite seines Tagebuchs aus dem Jahr 1990 dokumentierte Roth seine Überlegungen zu den Griffelkunst-Editionen und der Auflagen»politik« der Vereinigung. – Die vorliegenden Graphiken sind die letzten für die Griffelkunst entstandenen des Künstlers.

Dobke 484–488, 489 und 501. – Griffelkunst 263 C1–5, E 197 und E 204

134  Reiner Ruthenbeck. Rotes Tuch mit Spannrahmen.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Mixed Media (Leinen, Holz, Metall in Kartonbox). 1973. 70 : 70 : 3,5 cm. Signiert und nummeriert.

Das weinrot gefärbte Leinentuch ist in einen Stickrahmen aus schwarzem Holz eingespannt. – Auf der Rahmeninnenseite mit Klebeschild, dort signiert und nummeriert. – Ediert vom Städtischen Museum Abteiberg, Mönchengladbach. – Im nummerierten Originalkarton.

Buchholz/Magnani, Index of Multiples S. 170

135  Konrad Balder Schäuffelen. Deus ex skatola.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 400 ( R7 )

Entwicklungsroman. 1964. Zweite, durchgesehene und vermehrte Auflage. 1975.

Schäuffelens Lotterie Romane 1. – Eins von 50 Exemplaren. – Auf dem Titelschild im Kassettendeckel vom Künstler monogrammiert. – Der Text entstand in den Jahren, als Schäuffelen (1929–2012) als Psychiater am Max-Planck-Institut tätig war. In seinem dichterischen Œuvre dominieren experimentelle und visuelle Poesie. – Die implizierte Auflage von 1964 konnten wir nicht nachweisen. – Der Künstler druckte den Text seines Romans auf etwa 300 hellblaue Kartonblättchen, die wie Lotterielosen gerollt wurden und in der Originalholzbox stehen. In gleicher Ausstattung edierte Schäuffelen noch im selben Jahr Thomas Manns Erzählung »Gladius dei« (siehe KatNr. LAGER 476).

15,0 : 11,0 : 5,5 cm.

136  Ursula Schultze-Bluhm. Medienkopf.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Ausrufpreis/Starting bid: € 800

Acryl auf Leinwand, mit Fell- und anderen Applikationen. 1993. 30 : 30 cm. Signiert, datiert, rückseitig betitelt.

Seit 1950 arbeitete Ursula Bluhm (1921–1999) als Künstlerin und reiste in den Folgejahren häufig nach Paris. Dort wurde sie 1954 von Dubuffet als »Art Brut«-Malerin entdeckt. Seit 1955 war sie mit Bernard Schultze verheiratet. – Erste Pelz-Öl-Assemblagen entstanden bereits um 1960, vorliegend ein Spätwerk mit einer Rückbesinnung auf den späten Surrealismus der Pariser Jahre.

137  Ursula Schultze-Bluhm. Ohne Titel (Amorphes Wesen).

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 700

Acryl auf Leinwand. 1993. 30 : 30 cm. Signiert und datiert.

138  Ursula Schultze-Bluhm. Ohne Titel (Mädchenkopf).

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 850

Acryl auf Leinwand. 1993. 30 : 30 cm. Signiert und datiert.

139  Fritz Schwimbeck. Vier Radierungen.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Signiert und betitelt.

I. Die Fischfrösche. 20 : 14 cm (40 : 30 cm). Signiert, betitelt und als »Probedruck« bezeichnet. Auf Japan. – II. Schwelle. 20 : 14 cm (36 : 25 cm). Signiert, betitelt und als »Probedruck« bezeichnet. – III. Ghosts. 17,3 : 14 cm (37,8 : 30,2 cm). Signiert, betitelt und als »Proof impression« bezeichnet. – IV. Brunnengespenst. 27 : 20 cm (50 : 38 cm). Signiert und betitelt. – Fritz Schwimbeck (1889–1977) studierte, lebte und arbeitete in München. Er illustrierte zahlreiche Bücher, besonders mystische und gespenstische Erzählungen inspirierten ihn. Seine Radierungen erinnern häufig an die frühen Arbeiten von Alfred Kubin. – Dazu: Stefan Eggeler. Fünf Radierungen. Um 1920. Eine signiert. Drei in der Platte betitelt: Henri IV. – Louis XIV. (signiert) – In tiefen Gruben lagen Tausende aufeinander. – Zwei unbetitelt, eine aus »Schnitzler, Reigen«, eine aus »Musikalische Miniaturen«. – Stefan Eggeler (1894–1969) studierte und arbeitete in Wien. Bis Mitte der 1920er Jahre erschienen in rascher Folge graphische Zyklen, ab 1930 war er vor allem schriftstellerisch tätig. – Eine Beigabe.

Leicht angestaubt, rückseitig Papierreste, II und III rückseitig mit dem Atelierstempel.

140  Max Schwimmer. Zwei Köpfe.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Bleistiftzeichnung. 1920. 9,5 : 9,0 cm. Mit eigenhändigem Text auf einer Briefkarte.

An die Konzertsängerin Annemarie Schöbel in Leipzig-Lindenau. – »Liebe Annemarie, aus Dresden, das mir einige wundervolle Tage schenkte, schönsten Gruß. Sehen wir uns noch einmal in Leipzig? Herzlich Ihr Max Schwimmer«. – Mit Poststempel 17. 4. 1920.

Zur Empfängerin: https://www.lindenauerstadtteilverein.de/heimatkunde/haeuserliste/haus/2814/rietschelstrasse-31.htm

141  Lothar Sell. Fabeln und Bilder.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Elf Originalholzschnitte. Berlin, Der Kinderbuchverlag 1986. Mit elf signierten und blattgroßen Holzschnitten. Originalhalblederband mit blindgeprägtem Rückentitel und Holzschnitt-Vorsatzpapieren. Im illustrierten Originalschuber.

Kinder-Kunstbuch. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten und datierten Holzschnitten. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Holzschnitte entstanden zu Fabeln von Äsop, Avian, Babrios, Romulus, Wilhelm Busch, Ignacy Krasicki, Iwan Krylow, Gotthold Ephraim Lessing und Johannes Pauli. – Tadellos. – Dazu: Exemplar des Kinderbuchs in der Normalausgabe.

35,0 : 27,6 cm. [28] Seiten.

142  Heinrich Siepmann. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausrufpreis/Starting bid: € 300

Collage (Wellpappe und Karton), bemalt und auf Gouache montiert. 1989. 28,0 : 39,5 cm (50,0 : 39,5 cm). Signiert und datiert.

Mehrschichtig erweitert sich die Bildgröße, erst auf dem vollen weißen Bogen signiert und datiert. – Heinrich Siepmann (1904–2002) studierte an der Folkwang-Schule Essen. Beeinflusst von den geometrisierten Bildkompositionen der Bauhauszeit setzt er nach Kriegsende, inzwischen Mitglied der Recklinghausener Künstlergruppe »junger westen«, dieses Gestaltungsprinzip konsequent fort und blieb ihm bis ins hohe Alter treu.

143  K. R. H. Sonderborg. Ohne Titel (12. III. 58).

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Farbradierung. 1958. 48 : 62 cm (57 : 74 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 6/40. – Auf Velin »BFK Rives«. – Die schwungvolle in Grau und Tiefschwarz gedruckte Radierung mit, den vergangenen sechs Jahrzehnten angemessenen, Alterungsspuren. – Dennoch schön und durch die kleine Auflage selten.

Rathke 12

144  Antoni Tàpies. Les deux cartes.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 750

Farbige Lithographie. 1976. 33,0 : 60,0 cm (56,0 : 76,0 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 9/75. – Auf Arches-Bütten. – Neben der Einzelauflage erschien die Lithographie, auf Buchformat beschnitten und gefalzt, auch in Georges Raillard, Tàpies. Monographie (Paris 1976).

Rückseitig Montierungsreste.

Galfetti 638

145  Walasse Ting. Flussufer mit Fischerboot.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 850

Aquarell und Tuschfeder. 10,0 : 13,8 cm. Signiert.

Wohl in den 1970er Jahren entstanden, als der chinesisch-amerikanische Künstler (1929–2010) sich nach seiner Pop-Art-Phase einem populär figürlichen Stil zuwendete. – Auf Velin. – Fest hinter Passepartout montiert.

146  Walasse Ting. Landschaft mit Antilope.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 850

Aquarell und Tuschfeder. 9,7 : 13,8 cm. Signiert.

Wohl in den 1970er Jahren entstanden. – Fest hinter Passepartout montiert.

147  Mark Tobey. Unknown Kiss.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 350

Farblithographie. 1970. 41 : 22 cm (54,3 : 34,5 cm). Signiert und als »proof« bezeichnet.

Auf Velin. – Vor der Auflage von 200 Exemplaren. – Eine der wenigen im weitesten Sinne gegenständlichen Graphiken Tobeys.

Leichte Farbspuren in den breiten Rändern. – Oberrand rückseitig mit Papierresten, Unterrand leicht geknickt.

148  Théo Tobiasse. Les fruits de Brugges.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Ausrufpreis/Starting bid: € 270

Farblithographie. Um 1980. 50,0 : 65,5 cm (57,5 : 77,5 cm). Signiert und nummeriert.

»EA XXV/XXV«. – Eins von 25 Künstlerexemplaren, auf Japon nacré. – Farbenprächtige Lithographie des französischen Künstlers (1927–2012), der bereits als Kind mit seinen Eltern aus Palästina nach Paris kam.

Vier Anheftungen leicht durchschlagend.

149  Rosemarie Trockel. Wurstteller.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Zweifarbige Serigraphie auf Porzellan. 1990. Ø 27 cm.

Eins von 245 Exemplaren. – Mit dem von der Künstlerin signierten Zertifikat im Originalkarton. – Verlegt von der Galerie Buchholz + Schipper, Köln. – Auf den Teller aus der Bayreuther Manufaktur wurde ein Zeitungsausschnitt (»Fleisch- und Wurstwaren · DDR-Fleischerei: Die Westler essen uns alles weg«) gedruckt.

Buchholz/Magnani, Index of Multiples S. 193

150  Rosemarie Trockel. Studio Visit.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Photogravure auf Papier, montiert in Holz-Papp-Passepartout mit Folie und Prägedruck. 1992. 21 : 21 cm (38 : 33 : 0,9 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 75/80. – Gedruckt bei Peter Kneubühler, Zürich. – Beilage zur Vorzugsausgabe der Kunstzeitschrift »Parkett« (Ausgabe 33/1992). Dieses (hier beiliegende) Heft war Rosemarie Trockel und Christopher Wool gewidmet. – Tadellos erhalten, im Originalversandkarton.

151  Rosemarie Trockel. Komposition mit Kleidern, Kreisen und Kreuz.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Siebdruck auf Seidentuch. 1993. 86 : 86 cm. Monogrammiert und nummeriert.

Exemplar 50/100. – Im typographisch signierten Originalkarton, dieser nochmals nummeriert.

152  Rosemarie Trockel. Virgin Islands.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Farbpigmentdruck auf Epson Professional. 2011. 50 : 50 cm. Rückseitig signiert und nummeriert.

Exemplar 27/60. – Erschienen zur Vorzugsausgabe von Heft 82 von »Texte zur Kunst«. – »Bei der Serie »Virgin Islands« handelt es sich um Collagen, die die Künstlerin aus bearbeiteten Fotos am Computer produziert hat. Neben farbigen Veränderungen hat Trockel in jedes Bild eine »Insel« in Form eines verzerrten Gesichts eingefügt. […Bei] dem für ›Texte zur Kunst‹ ausgewählten Bild schwebt ein gemorphtes Frauengesicht im schwarzweißen Bildraum, der in seinem Obskurantismus eher als Raum des Traums erscheint. Bezieht man das farbige Viereck auf die mit einer Opiumpfeife versehene horizontale Figur, ist nicht mehr so klar, ob es sich bei dem Zerrbild um eine beabsichtigte technologische Bildstörung oder eine subjektive Wahrnehmungsstörung handelt, oder was überhaupt Klarsicht heißt.« (Verlagswerbung).

153  Rosemarie Trockel. Missleading Interpretation.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 600

C-Print auf Profigloss Paper. 2014. 60 : 50 cm. Rückseitig signiert und nummeriert.

Exemplar 15/20. – Rosemarie Trockel, geboren 1952, lebt und arbeitet in Köln.

154  Günther Uecker. Gegeneinander.

Schätzpreis/Estimate: € 2500

Zuschlag/Hammerprice: € 1700

Bleistiftzeichnung, laviert. 1979. 15 : 14,8 cm (51 : 51 cm). Signiert, datiert und betitelt.

Auf Velin. – Die filigrane Zeichnung, ein zweidimensionales »Nagelbild« auf breitrandigem Velin, gewinnt durch die nur leicht getönte Lavierung optisches Gewicht. – Unten links vom Künstler betitelt. – Makellos.

Rückseitig kleine Anheftungsreste.

155  Günther Uecker. Hommage à Achim von Arnim und Clemens von Brentano.

Schätzpreis/Estimate: € 5000

Zuschlag/Hammerprice: € 3300

Multiple (Nägel in Kissen, montiert auf Textheft, in Folien-Box). 1969. Signiert.

Exemplar 28/200. – Das originelle Multiple Ueckers, dem Lied »Guten Abend, gute Nacht« aus »Des Knaben Wunderhorn« gewidmet. – Das Textheft enthält die Originalfassung »[…] mit Rosen bedacht, mit Näglein besteckt, schlupf unter die Deck’« und eine von Uecker »übersetzte« Variante: »Nagelnagel Nagelnagel […]«. – Auf dem Kissen von Uecker signiert, im Heft stempelnummeriert. – Herausgegeben vom Rolf Kuhn Verlag Olef/Eifel und Aachen als »kuhn präsens 4s« im Juni und November 1969. – Die Box durch Luft- und Lichteinfluss minimal verfärbt und mit unbedeutenden Fehlstellen an einer Ecke. Das Kissenobjekt und die rosa Broschur makellos.

Van der Koelen L 6901

156  Günther Uecker. Kabinett für aktuelle Kunst.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausrufpreis/Starting bid: € 200

Weiße Serigraphie auf weißem Karton. 1970. 50 : 48 cm. Signiert.

Originalgraphisches Plakat zur Ausstellung in der Kunsthalle Bremerhaven. – Die vom Künstler für eine Teilauflage gewählte »Farbigkeit« beeinträchtigte damals die Informationsvermittlung und heute die Reproduzierbarkeit. – Unten rechts signiert »Uecker 70«.

157  Günther Uecker – Eugen Gomringer. Wie weiß ist wissen die Weisen.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Zuschlag/Hammerprice: € 3500

Hommage à Uecker. Zirndorf, Verlag für Moderne Kunst 1975. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur, der Umschlag mit Prägedruck, und vier signierte Prägedrucke lose in schwarzer Originalleinenkassette.

Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit vier signierten Prägedrucken von Günther Uecker, rückseitig nummeriert und mit der Blattnummer bezeichnet, als Suite. – Der Text von Eugen Gomringer, entstanden 1972, wurde durch einen Computer in 720 Kombinationen wiedergegeben. – Die Abbildungen dokumentieren Werke Ueckers aus den Jahren 1957 bis 1974.

32 : 23 cm. [88] Seiten, 4 Prägedrucke. – Kassette minimal angestaubt.

Van der Koelen L 7505

158  Günther Uecker. Optische Partitur Budapest.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Dreiteilige Lithographie. 2012. Je 32 : 75 cm, jede signiert und datiert.

Die großformatige Lithographie (106 : 78 cm) wurde in einer Auflage von 100 Exemplaren gedruckt, gedrittelt und gefalzt. Die 300 Lithographien bilden die Umschläge der dreimal 100 Vorzugsexemplare von St. Galler Abenteuer. Hartung, Tàpies, Uecker und das Erker-Phänomen. (Budapest 2012). Der Ausstellungskatalog des Museums der Bildenden Künste Budapest (2012) enthält zahlreiche Abbildungen von Werken von Bill, Capogrossi, Chillida, Dorazio, Hartung, Jorn, Lohse, Motherwell, Poliakoff, Santomaso, Tàpies, Tobey und Uecker. Der Katalog wurde dem während der Vorbereitung verstorbenen Antoni Tàpies gewidmet. – Auf den Titelblättern nummeriert und mit dem Prägestempel der Druckerei.

Je 32,0 : 23,8 cm. 198 Seiten.

159  Lesser Ury. Dame und Herr spazierend unter Bäumen.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 450

Lithographie. 1919. 21,7 : 16 cm ( 26,5 : 18,7 cm). Signiert.

Unnummeriert, außerhalb der Auflage von 30 Exemplaren des Gurlitt Verlags. – Auf Maschinenbütten. – Das bei Rosenbach erwähnte Exemplar »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy) (1892 Berlin – 1969 Beverly Hills, CA), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Rosenbach 62

160  Lesser Ury. Rauchender Herr im Kaffee III.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Lithographie. 1919. 26,9 : 18,4 cm (31 : 22 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 12/30. – Auf Bütten. – Aus der bei F. Gurlitt erschienenen Auflage. – Das bei Rosenbach erwähnte Exemplar »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Rosenbach 72

161  Lesser Ury. Im Kaffee II.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Lithographie. 1919. 27 : 14,5 cm (32 : 19,7 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 30/30. – Aus der Auflage des F. Gurlitt Verlages. – Auf dünnem Japanbütten. – Das bei Rosenbach erwähnte Exemplar »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Minimal fleckig, oben links leichte Eckknicke.

Rosenbach 82

162  Lesser Ury. Zeitungsleser.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Lithographie. 1919. 18,5 : 19 cm (20 : 29,8 cm). Signiert.

Auf Maschinenbütten. – Wohl außerhalb der Auflage des Gurlitt-Verlags (30 Exemplare), da unnummeriert und in abweichendem Papierformat. – Das bei Rosenbach erwähnte Exemplar »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Rosenbach 84

163  Lesser Ury. Selbstbildnis.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 480

Lithographie. 1915. 22,8 : 12,9 cm (37 : 25,4 cm). Signiert und »1919« datiert.

Nach einer 1915 entstandenen Zeichnung. – Auf Bütten. – Rosenbach kennt keine Auflage, hier das bei ihm erwähnte Exemplar »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Rosenbach 93

164  Lesser Ury. Der Kunstkenner.

Schätzpreis/Estimate: € 700

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Lithographie. 1922. 27 : 18,2 cm (30,5 : 21 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 28/30. – Auf Japanbütten. – Ediert vom Verlag F. Gurlitt. – Die Lithographie wiederholt eine um 1900 entstandene Zeichnung. – Das bei Rosenbach erwähnte Exemplar »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Rosenbach 97

165  Lesser Ury. Wasserschöpfende Bäuerin.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Radierung, um 1920. 16,8 : 13,8 cm (26 : 21,3 cm). Signiert.

Auf Japan. – Kräftiger Druck mit schönem Plattenton. – Rosenbach kennt keine Auflage und nur je ein Exemplar im Tel Aviv Museum und das vorliegende in einer »Private Collection, Beverly Hills, California«. – Ehemals Sammlung Siegbert Marzynski (Marcy), rückseitig mit dem Monogrammstempel (nicht bei Lugt), seitdem in Familienbesitz.

Rosenbach 99

166  Feri (Ferenz) Varga – Zwei Ausstellungskataloge mit Lithographie bzw. mit Zeichnung, beide mit Widmung.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausrufpreis/Starting bid: € 130

I. Varga. Cercle Volney 1956. Vorzugsausgabe mit einer beigelegten Farblithographie (signiert, datiert und nummeriert »195/200«, gefalzt). Druckvermerk mit eigenhändiger Widmung des Künstlers. – II. Ferenc Varga. Kollektiv-Ausstellung Kölnischer Kunstverein 1957. Titelblatt mit eigenhändiger Widmung, Vorderumschlag mit einer Kugelschreiberzeichnung des Künstlers. – Eine signierte Beigabe.

167  Victor Vasarely. Compositions.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Drei Serigraphien. Um 1969. 18,0 : 18,3 cm (23,5 : 19,5 cm). Signiert.

Nicht außerhalb der Rahmung begutachtet. – Dazu: Vasarely. Band I und II. Neuchâtel, Griffon 1969–1973. Mit zahlreichen farbigen Tafeln, Abbildungen, Serigraphien auf Folien etc. Originalleinenbände mit Schutzumschlag. Band I in erster, Band II in dritter deutscher Ausgabe. Beide erschienen innerhalb der Reihe »Arts plastiques du XXe siècle. Einleitungen von Marcel Joray, Gestaltung der Bücher von Victor Vasarely. – Beilage: Profound Works. 16 Serigraphien auf Folien und Papier. Lose in Originalumschlag. Beilage zu Band II, in der französischen Ausgabe. Die Folge hier nochmals eingebunden im deutschen Band II.

168  Wolf Vostell. 2 de-coll/age-happenings.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausrufpreis/Starting bid: € 500

Multiple (Serigraphierter Text auf 13 Papptafeln, Schraubzwinge). 1965. 21 : 13 : 15 cm.

Exemplar 53/150. – Edition 1 der Galerie René Block, Berlin. – Bericht von den Happenings »Phaenomene« (Berlin, Autofriedhof Sperber, 27. März 1965) und »Berlin/100 aktionen« (Berlin, 10. November 1965). – Die Texte zu den Aktionen wurden in Schreibmaschinentype auf die Papptafeln serigraphiert (Siebdruck Hochacker Wuppertal). – An »Phaenomene« wirkten folgende Künstler mit: Brehmer, Artmann, Petersen, Tsakiridis, Chotjewitz, Gosewitz, Hoedicke, Sauerbier, Nitsch, Luepertz, Vostell und Block. – »100 aktionen ereignete sich am 10.11.1965 von 9 bis 16.10 uhr im stadtgebiet Berlin […] auffuehrende: wolf vostell – vagelis trakiridis – reinhard lettau«. – 1962 hatte Vostell die Zeitschrift »de-coll/age« gegründet, 1964 initiierte er in der neu gegründeten Berliner Galerie René Block Fluxusveranstaltungen.

Mit angemessenen und nicht störenden Alterungsspuren.

Nicht in Slg. Schnepel, nicht im Archiv Sohm

169  Wolf Vostell. Vietnam-Sinfonie.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Vier Farbserigraphien. 1971. 48,5 : 69 cm. Signiert und nummeriert.

Je eins von 100 Exemplaren. – Vier abfotografierte und überarbeitete Fernsehbilder von der ersten bemannten Mondlandung 1969. – Gedruckt in Rot, Grau und Schwarz auf Bristol-Karton. – Die Drucke entstanden als »Partituren« zu dem gleichnamigen Happening.

Tadellos erhalten.

Vomm 1971 : 7 / 1–4

170  Wolf Vostell. Environnements / Happenings 1958 – 1974.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Paris, Editions du Chene 1974. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband mit illustriertem Schutzumschlag.

Eins von 500 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der beigelegten signierten Serigraphie »Betonvagina 2« – Katalog der Gesamtschau des Werks in Paris 1974 mit Texten in französischer Sprache von Suzanne Pagé, Gérald Gassiot-Talabot und Jörn Merkert.

25,0 : 31,0 cm. 276 Seiten, 1 Serigraphie.

Vomm 1974 : 1

171  Gerhard Wind. Komposition.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Gouache und Tusche. 1956. 22 : 47 cm. Signiert und datiert.

Dynamische Komposition in leuchtender Farbigkeit. – Auf Büttenkarton und in Passepartout montiert. – Gerhard Wind (1928-1992) studierte von 1952 bis 1954 an der Landeskunstschule Hamburg bei Karl Kluth, Fritz Winter und Ernst Wilhelm Nay und von 1954 bis 1958 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Otto Coester. – Nach Förderpreisen und -stipendien (Villa Massimo 1958) nahm er 1959 erstmals an der documenta teil. – Frühe, noch während seiner Ausbildung entstandene Arbeit.

172  Mac Zimmermann. Kommunikation.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Ausrufpreis/Starting bid: € 700

13 Farbradierungen. 1967–1979. Ca. 25 : 16 cm (ca. 30 : 22 cm). Signiert und nummeriert.

Je eins von 100–200 Exemplaren. – Jeweils auf einem gefalzten Büttenblatt, auf der linken Seite ein eigenhändiger Neujahrswunsch von Nobert Handwerk, Chef der Münchner Firma Insel-Film. In seinem Auftrag und meist mit einem erläuternden Textblatt versehen erschienen die Graphiken von 1967 bis 1979 als Neujahrswünsche.

Waldberg 63, 64 und 71 (die anderen sind nach Erstellung des Werkverzeichnisses erschienen)

173  Zen 49.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R7 )

Ausrufpreis/Starting bid: € 270 ( R7 )

Erste Ausstellung im April 1950. Central Art Collecting Point. Arcis-Strasse 10. München 1950. Gelbe Originalbroschur.

Sehr seltener und wichtiger Katalog. – Mit einer Einleitung von Franz Roh. – Zur Künstlergruppe gehörten bei Gründung sechs Maler und eine Bildhauerin: Willi Baumeister, Fritz Winter, Gerhard Fietz, Rolf Cavael, Rupprecht Geiger und Willi Hempel sowie Brigitte Meier-Denninghoff. – Der Katalog listet von jedem Künstler sechs bis acht Arbeiten, ergänzt um »Notizen zum Katalog« von John Anthony Thwaites. – Die Gestaltung des Kataloges übernahm Stefan Munsing, der damals den Münchner Art Collecting Point leitete. – Mit Bleistiftnotizen eines Ausstellungsbesuchers am Oberrand. – Beilage: Hektographiertes Typoskript des Vorwortes der Künstler.

13,7 : 21 cm. 15, [1] Seiten. – Umschlagränder leicht fingerfleckig.

174  Oswald Wiener und Günter Brus. Gedanken.

Schätzpreis/Estimate: € 900 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Berlin 1975. Lose Blätter und eine Fotografie in Leinenkassette.

Nach ihrer Wiener »Uni-Ferkelei« 1968 musste Günter Brus für einige Monate ins Gefängnis und Oswald Wiener, dem ein Verfahren wegen Gotteslästerung drohte, floh nach sechswöchiger Haft nach Berlin. Dort widmet sich Günter Brus 1975 mit »Gedanken« nach der »Schastrommel« einem zweiten Zeitschriftenprojekt, das er zusammen mit Oswald Wiener gründete. Die beiden Künstler vervielfältigten in Brus’ Wohnung spontane und noch unausgereifte Ideen und Texte mittels Siebdruck und verschickten die A4-Blätter gefaltet an Abonnenten. Die Farbfotografie rückseitig mit den Namensstempeln beider Künstlerl und als »Blatt 18a« bezeichnet. – Zwei der für den Versand verwendeten Briefumschläge (hier an die ABC Autorenbuchhandlung in München) liegen bei. – Vollständige und so gut erhaltene Exemplare sind sehr selten.

32,2 : 26,2 cm (Kassette). 62 paginierte Seiten, 1 Fotografie, 1 Werbeblatt.

175  Ver Sacrum.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausrufpreis/Starting bid: € 400

Neue Hefte für Kunst und Literatur. Herausgegeben von Hilde Spiel, Otto Breicha und Georg Eisler. [Fünf Bände, alles Erschienene]. Wien und München, Jugend und Volk 1969–1974. Mit 45 Originalgraphiken und zahlreichen farbigen Tafeln. Farbig illustrierte Originalbroschuren.

Vollständige Serie dieses mehr oder weniger erfolgreichen Versuchs, eine bibliophil ausgestattete Bestandsaufnahme der österreichischen Nachkriegskunst und -literatur zu etablieren. In Format und Ausstattung der berühmten gleichnamigen Vorgängerin verpflichtet, erschienen allerdings nur fünf Ausgaben (1973 nicht, 1974 dafür in deutlich größerem Umfang). – Jeweils eins von 500–1500 Exemplaren der Ausgabe mit den unsignierten Graphiken von Georg Eisler, Rudolf Hausner, Alfred Hrdlicka, Bernhard Jäger, Maria Lassnig, Rudolf Schönwald, K. R. H. Sonderborg, Hinz Stangl und Fritz Wotruba (teils mehrfach vertreten). – Zu den namhaften Autoren zählten Ilse Aichinger, H. C. Artmann, Thomas Bernhard, Wolf Biermann, Heimito von Doderer, Erich Fried, Peter Handke, Ernst Jandl, Friderike Mayröcker, Albert Paris-Gütersloh, Gerhard Rühm u. a.

30,5 : 28,0 cm. – Die ersten Blätter in IV lose.

176  Fluxus – Drei Publikationen von Willem de Ridder’s European Fluxshop.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 350

Amsterdam um 1964.

Willem de Ridder war der Repräsentant für Fluxus in Europa. – Robert Watts. Events. 26 Karten, illustriert oder mit Texten, in der Originalpappschachtel mit Titelschild (13 : 15 : 2 cm). Die 26 kleinen Fluxus-Karten erschienen in New York, die Box mit dem von Macunias entworfenen Label wurde in Amsterdam produziert. Vgl. Schnepel W1-04. – George Brecht. Iced Dice. Set von acht Karten (18 : 18 cm), beidseitig in Schwarz-Weiß bedruckt und in Umschlag mit aufgeklebter Titelkarte. New York, ca. 1964. – European Fluxshop & Mail-Orderhouse Amsterdam. Einblattdruck, Offset. 1964. 19,7 : 21,4 cm. – Gut erhalten.

177  Interfunktionen.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 3000

[Heft 1] – 12 [alles Erschienene]. Köln, Heubach (11 und 12: Buchloh) 1968–1975. Mit zahlreichen Abbildungen, Fotokopien, Collagen und einigen signierten Arbeiten. Originalbroschuren.

Sehr gut erhaltene und vollständige Reihe. – Mit dem sehr seltenen Heft 1, von dem noch keine Vorzugsausgabe ediert wurde, das aber signierte Originalarbeiten (Postkarten und Briefmarke) von Altoray, Vostell (Vomm 1968:8-2) und KP Brehmer enthält und zudem eingebundene Originaldokumente (Zeitschriften, Flugblatt). Die im Druckvermerk erwähnten signierten Arbeiten von Reinecke und Immendorf sind nicht vorhanden. – Das Inhaltsverzeichnis von Heft 1 mit einer eigenhändigen anagrammatischen Widmung des Herausgebers Friedrich Wolfram Heubach für den Vorbesitzer. – Die Zeitschrift ging von der in Heft 1 ausführlich dokumentierten Kritik an der documenta aus. Die Auflage stieg schnell von 250 auf 1000 Exemplare. – Zu den Themenschwerpunkten der Hefte lieferten Künstler wie Baldessari, Beuys, Brus, Feussner, Immendorff, Polke, Arnulf Rainer, Dieter Roth, Vostell u. v. a. Beiträge in Wort und Bild. – Mit Heft 10 beendete der Herausgeber und Verleger Heubach seine Arbeit, Hefte 11 und 12 erschienen mit dem Untertitel »Zeitschrift für neue Arbeiten und Vorstellungen«. – Sehr gut erhalten.

29,7 : 21,0 cm, Hefte 9 und 10 21,0 : 14,8 cm. Je ca. 80–100 Seiten.

Archiv Sohm S. 177, Abb. 318

178  Zero – KWY 7. – KWY 12. Album.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Editée par le Groupe KWY. Paris 1960 und 1963. Mit zahlreichen Serigraphien, Offsetdrucken und montierten Abbildungen. Zwei Originalbroschuren.

Heft 7: Mit vier Lithographien von Christo, einer Serigraphie von Viera da Silva und Beiträgen von Karl F. Brust, R. Bertholo u. a. – Heft 12: Mit 54 meist serigraphierten Postkarten (auf 18 perforierten Kartonblättern) von J. van der Heyden, Pierre Alechinsky, Corneille, Camille Bryen, Samuel Buri, Lourdes Castro, Le Parc, Jan Voss u. a. Eins von 300 Exemplaren. Herausgegeben von Lourdes Castro, Christo, Jan Voss, René Berthelo u. a. Das letzte Heft der seltenen Publikation. – Von der berühmten Zero-Zeitschrift erschienen insgesamt nur zwölf Ausgaben, die Auflagen ab Heft 5 lagen zwischen 100 und 300 Exemplaren.

31,0 : 21,3 cm. 36 Seiten (inklusive Umschlag). – 30,5 : 20,5 cm. 1 Blatt, 18 Tafeln. – Klebebindung bei beiden Heften gelöst.

179  Gruppe Zero.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Katalog zur Ausstellung. Düsseldorf, Galerie Schoeller 1989. Mit zahlreichen Abbildungen. Illustrierter Originalpappband.

Erschienen anlässlich der Ausstellung der Gruppe Zero vom 16. September bis 16. November 1988 in der Galerie Schoeller, Düsseldorf. – Von sechs beteiligten Künstlern (Piene, Uecker, Megert, Pohl, Graubner und Mack) auf dem Vorsatzblatt signiert. – Hubertus Schoeller gab den Katalog zur Ausstellung, dessen Einband Otto Pienes Plakatentwurf ziert, erst ein Jahr später heraus. Aus diesem Anlass veranstaltete er in den Räumen der Galerie ein legendäres Fest, das noch einmal das Flair der einstigen Zero-Happenings wachrief. Der Katalog enthält neben einem Vorwort von Hubertus Schoeller Aufsätze von Manfred Schneckenburger und Otto Piene, persönliche Statements von Heinz Mack, Günter Uecker und Piene, die Auflistung sämtlicher Zero-Ausstellungen und ihrer Teilnehmer, die Dokumentation der neun Abendausstellungen von 1957 bis 1960 sowie den Katalog der Stadtjubiläums-Aussstellung.

24,8 : 27,4 cm. 151, [9] Seiten.

180  Reaktion 1, 2 [und] 3

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 800

[von sieben]. Düsseldorf, Verlaggalerie Leaman 1975–1977. Mit zahlreichen Abbildungen, Faksimiles und einigen Originalarbeiten auf unterschiedlichen Papieren. Drei schwarz-weiß serigraphierte Originalringordner.

Jeweils mit ein bis drei Originalfotografien als Titelblatt. – I. 49 Blätter: Enthält Originalbeiträge von Christian Megert (Spiegelobjekt, 2 Spiegelstücke lose), Günther Uecker (drei Stück Leinwand mit weißer Farbe überarbeitet, darüber jeweils ein bedrucktes Folienblatt (nicht bei van der Koehlen)), Andre Thomkins, Reiner Ruthenbeck (schwarze Pappe gelocht), Ulysis Carrion, Leo Erb (drei bedruckte Blätter Pergamentpapier), Michael Gibbs und Milan Mölzer. – II. 51 Blätter: Mit Originalbeiträgen von Adolf Luther (zwei Blätter mit aufgeklebten kleinen Spiegeln), Hubertus Gojowczyk, Rolf Bendgens, Arnulf Rainer, Norbert Kricke (Prägedruck), Francisco Pino, George Brecht, Geza Pemeczky und Vera Röhm. – III. 55 Blätter, davon ein Blatt gefaltet im Briefumschlag: Mit Beiträgen von Alexander Schleber (Fotografien von Autokennzeichen aus denen sich Namen ergeben: MAR X, GI DE), Alex Kayser, Zak & Kingbee, Mauricio Nannucci, Sigurtur Gudmundsen, Fritz Schwegler, Erin Heerich, Helfried Hagenberg und Daniel Spoerri. – Umschlagentwurf Milan Mölzer. – Nur Band II nennt eine Auflagenhöhe: 1000 Exemplare und 100 mit signierten Arbeiten.

31,5 : 26,5 cm (Ordner), Inhalt meist A4. – Ohne Vergleichsexemplar konnten wir keine Vollständigkeit nachweisen.