ChristianHesse

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638  Eduard Bargheer. Sophokles Antigone.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Limit: € 340

Zehn Aquatintaradierungen. 1967. 43,5 : 38,0 (bzw. 30,8) cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar XLIII/75, eins von 50 signierten Suitenexemplaren ohne Text. – 25 Suiten erschienen mit Text, ferner 175 Buchausgaben. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, und ediert von Gotthard de Beauclair in seinem Verlag Ars librorum. – Das Porträt »Athena, die Schutzgöttin« in Ocker gedruckt, die vier von Ismene, Kreon, Antigone und Haimon in Rötel. – Als signierte Suite selten.

Rosenbach 242–251

  639    Eduard Bargheer. Inselfrühe.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

Radierung. 1967. 42,0 : 32,0 cm (51,0 : 40,0 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 86/235. – Auf Velin mit dem Trockenstempel der Edition. – In: Salvatore Quasimodo. Insel des Odysseus. Isola di Ulisse. Gedichte. Edition de Beauclair, Portfolio-Ausgaben mit Originalgraphik zeitgenössischer Meister, 3. – Mit dem Text auf grauem Kupferdruckkarton zusammen in Originalleinenmappe. – Tadellos.

Rosenbach 254. – Spindler 40.41

640  Eduard Bargheer. Gärten und Felsen auf Ischia.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Limit: € 650

Zwei Kaltnadel- und drei Farbradierungen. 1968. 38,0 : 55,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 10/30. – Auf Bütten, weitere sieben Exemplare wurden auf Japan gedruckt. – Gedruckt von Arnd Maibaum, Berlin, ediert von Detlev Rosenbach, Hannover. – Die vollständige Suite, mit dem Titelblatt in der Originalleinenmappe. – Tadellos erhalten, selten.

Rosenbach 260–264

643  Artur Barth. Potsdam und Sanssouci.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Limit: € 280

Zwölf Kaltnadelblätter. Meißen, Verlag der Truhe [um 1920].

Exemplar 61/68. – Jede Radierung, auch das radierte Titelblatt signiert, nummeriert und betitelt. – Mit kleinformatigen Ansichten von St. Nikolai, Paradeplatz, Sanssouci, Lustgartenblick, Garnisonskirche, Neues Palais, Am Stadtschloß, Historische Mühle u. a. – Der Graphiker Artur Julius Barth (1878–1926) stammte aus dem sächsischen Meißen. Seine künstlerische Karriere begann als Porzellanmaler in der Meißner Manufaktur. – Die Radierungen (25 : 19 cm) in Passepartouts, diese lose in Originalkalblederkassette mit Blindprägung.

Kassette minimal berieben, sonst sehr schön.

Vgl. Vollmer I, 120

  651    Paul Ching-Bor. Four Rivers.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Limit: € 240

Buchobjekt mit acht Farbradierungen. 2010. Je 29,5 : 9,8 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Eins von 20 Exemplaren. – Die Radierungen wurden auf Kartons mit Leinengelenken kaschiert. – Rückseitig signiert. – Die vier Flüsse, die je nach Aufstellung des Leporellos ins gleiche Meer fließen oder nicht, sind Themse, Jordan, Huang und Hudson. – Der chinesische Künstler Paul Ching-Bor (geboren 1963) lebte seit 1996 in New York und arbeitet seit etwa 15 Jahren mit der Neuhauser Kunstmühle in Salzburg zusammen, Anfangs im Rahmen eines »artist-in-residency«-Programms.

  656    Franz Eggenschwiler. Eckquartier in Europa. – Spinnfadenspulen. – Rückhalt.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Limit: € 100

Drei Farblinolschnitte. 1990/1992. 50,5 : 36,0 cm (69,0 : 49,0 cm). Signiert, datiert und betitelt, im Stock monogrammiert und datiert.

Je eins von 455–640 Exemplaren. – Auf Velin »BFK Rives«. – 1993 ediert von der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg, Editionsnummern 267 A4–6. – Die einzigen drei Arbeiten des Schweizer Künstlers (1930–2000) bei der Griffelkunst.

Eggenberger 1992.5–7

  660    Felix Martin Furtwängler. Poeta wohin?

Schätzpreis/Estimate: € 400

Limit: € 260

Neun Farbholzschnitte, einer übermalt. 2002. 29 : 79,5 cm (31,5 : 79,5 cm). Signiert und nummeriert.

Eins von 15 Exemplaren. – Friesähnlicher Bilderzyklus. – Auf Kupferdruckkarton. – Oben rechts signiert. – In der originalen Halbleinenmappe. – Ein Holzschnitt mit verschiedenen Farben übermalt, einer als Zusammendruck verschiedener Stöcke der Folge und bezeichnet »Unica 1 v 15«, die übrigen sieben nummeriert »10/100«. Nach Auskunft des Künstlers wurden nur 15 vollständige Mappen ediert, die Restauflage der Holzschnitte wurde im Laufe der Zeit umgearbeitet. – Die Holzschnitte entstanden als Beilage zur Vorzugsausgabe des umfangreichen monographieartigen Kataloges »Poeta wohin?« (Wolfenbüttel u. a. 2002–2004), der sich besonders dem buchkünstlerischen Œuvre Furtwänglers widmet. Der Katalog (Exemplarnummer 10/100, im Auflagenvermerk signiert) liegt bei.

663  Schang Hutter. Shoah.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Limit: € 300

Der Verletzlichkeit Raum geben. Farbserigraphie. 1996. 63 : 45 cm (70 : 50 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar XX/XXX. – Verlegerexemplar, neben der Auflage von 300 Exemplaren. – Die Graphik entstand zeitgleich mit der gleichnamigen Eisenskulptur, die Schang Hutter (geboren 1934) 1998 vor dem Bundeshaus in Bern aufstellte. Aufgebrachte Politiker der rechtsradikalen Freiheitspartei der Schweiz ließen die Skulptur ohne Absprache vor das Atelier des Künstlers abtransportieren, was hitzige Diskussionen um das Kunstwerk auslöste. Der Eisenblock »Shoah« wurde später in verschiedenen Schweizer Städten aufgestellt. – Ediert von der Prospero-Presse in Zug, das von dem Verleger mit dem Künstler konzipierte Buch konnte nicht realisiert werden. – Dazu: Umfangreiche Dokumentensammlung zum Buchprojekt, meist Fotokopien, zwei Typoskripte vom Künstler beschriftet. – Beigabe: Heicho. Urs Jaeggi (Texte) und Schang Hutter (Lithographien). Berlin, Mariannenpresse 1985. Eins von 200 signierten Exemplaren. – Vier Kataloge Neue Berliner Galerie u. a., Berlin/Solothurn/Paris 1989/90. – Helmhaus Zürich 1991. – Galerie Rähnitzgasse, Dresden 1995. – Museum Baviera, Zürich 1995/96. Mit einer signierten Farbserigraphie.

664  Schang Hutter. Shoah.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

Der Verletzlichkeit Raum geben. Farbserigraphie. 1996. 63 : 45 cm (70 : 50 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 105/300. – Aus der Auflage, ohne die Beigaben. – Vgl. die vorherige KatNr.

670  Horst Janssen. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Limit: € 400

Zeichnung (Blei- und Farbstifte). 1966. 35 : 25 cm. Signiert, datiert und mit Widmung betitelt.

Verfremdete anatomische Darstellung eines Herzens, mit Beschriftungen »Arm«, »Kopf« und »Herz-Kranz«. – Mit weißem Pastellstift signiert und datiert, mit Bleistift gewidmet »für Dr. Rackwitz | 16.11.66«. – Auf dem olivfarbenen Bütten-Vorsatzblatt von Horst Janssen. 10 Zeichnungen aus der Sammlung Poppe Hamburg. Hamburg, Galerie Brockstedt 1966. Mit zehn farbigen Tafeln. Originalpappband. – Diese erste monographische Janssen-Publikation, in der zehn erotische Zeichnungen in Originalgröße reproduziert wurden, erschien kurz nach den ersten Einzelausstellungen des Künstlers in Hannover, Hamburg u. a. Orten. – Tadellos erhalten. – Rüden A.4.

  672    Horst Janssen. Selbst elegisch.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Limit: € 260

Radierung. 1965. 48,3 : 39,2 cm (65 : 49,7 cm). Signiert, datiert, nummeriert und bezeichnet.

Exemplar 52/65. – Auf Kupferdruckkarton. – In der Platte datiert »28 3 65«. – Das erste der beiden Selbstporträts, die am 28. und 29. März 1965 entstanden und bei Wolfgang Ketterer, München, ediert wurden. – Mit dem Trockenstempel des Verlegers. – Am Unterrand vom Künstler mit dem Namen eines Vorbesitzers und dem Hinweis »Holt ab | 3.3.66« bezeichnet.

Ober- und Unterrand etwas gewellt, untere Blattkante gebräunt.

Vogel 333. – Brockstedt R 299

  673    Horst Janssen. Selbst, schreibend.

Schätzpreis/Estimate: € 350

Limit: € 260

Kaltnadel und Strichätzung in Kupfer. 1970. 26,1 : 18,5 cm (56,0 : 37,7 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 11/22. – Auf Velin »BFK Rives«. – Die kleine Auflage druckte Hartmut Frielinghaus.

Frielinghaus 1970/103

682  Hans Meid. Weiblicher Rückenakt

Schätzpreis/Estimate: € 500

Limit: € 340

Tusche und Rötel. 48,0 : 37,7 cm. Signiert.

Auf leicht getöntem Japanpapier. – Unten rechts der Sammlerstempel »W E M«, Werner Eberhard Müller, Leipzig (Lugt 5075).

683  Willy Meyer[-Osburg]. Skizzenbuch, Köln 5.12.65.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Limit: € 800

21, teils montierte Aquarelle, Pastelle und Zeichnungen (farbige Kreiden, Tusche, Bleistift), auf neun Blättern. 1965. 44,5 : 59,5 cm. Jedes Blatt signiert und datiert. Als Buch gebunden, eine weitere große Zeichnung auf dem Vorderumschlag.

Unikales und frühes Album. – Fünf Zeichnungen formatfüllend auf den großen, querformatigen Bogen, eine weitere auf dem Umschlag. Die übrigen, auf verschiedenen Papieren unterschiedlichen Formats, wurden auf die Bogen montiert und zum Teil mit Fettkreide gerahmt und »verbunden«. Zwei dieser Collageblätter mit handgeschriebenem Text (»Zeichensoße für Rabelais«) bzw. Widmung »Halt ein! Mit Gespenstern spielend, wirst du zum Gespenst. für Horst«. – Das Buch entstand im Herbst 1965. Seit 1960 lebte Willy Meyer-Osburg (1934–2005) in Köln. 1964/65 hatte er eine Einzelausstellung im Museum Wuppertal, 1966 begann sein internationaler Durchbruch. – Ausstellung: Willy Meyer. Böttcherstraße 1970, Bücher/Mappen 15. – Tadellos.

Das erste leere Blatt lose. Innendeckel mit Abklatsch von Filmoplaststreifen.

  684    Willy Meyer[-Osburg]. 1968.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Limit: € 280

Sechs kolorierte Radierungen. 1966. 33,8 : 24,0 cm. Als Buch gebunden, Umschlag mit Temperabemalung und montierter kolorierter Radierung.

Die einer Bildgeschichte ähnelnde Folge entstand, der Signatur und Datierung in der ersten Platte folgend, bereits 1966, wurde aber erst 1968 koloriert und zum Buch gebunden. – Auf festem Velin, zusammen mit zwei leeren Blättern und zwei hellgrünen Bütten-Vorsatzblättern in dem Originalbüttenumschlag. Der Vorderdeckel vom Künstler farbig signiert und »1968« betitelt, als Vignette eine kleine Radierung. – Tadellos erhalten, erwartungsgemäß sehr selten. – Ausstellung: Willy Meyer. Böttcherstraße 1970, Bücher/Mappen 10.

  684a    Willy Meyer-Osburg. There’s The Tempest

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

in the Woodpile. Mit Texten aus Shakespeares ›Sturm‹ eingerichtet und gesetzt von D. E. Sattler and his ›Letter to William‹. Worpswede, Cohrs-Zirus 2004. Mit 20 farbigen Illustrationen nach Holzdrucken. Originalbroschur und Holzschnitte in Originalhalbleinenmappe.

Exemplar 20/50, eins von 50 der Vorzugsausgabe mit einer signierten Suite von zehn kolorierten Holzdrucken auf Velin »Somerset England«. – Nach dem Druckvermerk sollte in den Suiten der Exemplare 11–50 nur ein Holzdruck koloriert sein, hier aber alle zehn. Die Nummerierung der Einzelblätter unterschiedlich, wahrscheinlich wurde bei einigen Stöcken die Auflage nicht erreicht. – Auch im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Die Holzdrucke entstanden von nur minimal bearbeiteten Ausschnitten aus Baumscheiben, deren Umrisse das Profil menschlicher Köpfe bilden.

30 : 21 cm. [24] Seiten, 10 Holzdrucke.

  710    Théo Tobiasse. Les fruits de Brugges.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

Farblithographie. Um 1980. 50,0 : 65,5 cm (57,5 : 77,5 cm). Signiert und nummeriert.

»EA XXV/XXV«. – Eins von 25 Künstlerexemplaren, auf Japon nacré. – Farbenprächtige Lithographie des französischen Künstlers (1927–2012), der bereits als Kind mit seinen Eltern aus Palästina nach Paris kam.

Vier Anheftungen leicht durchschlagend.

731  Gerhard Kerff. Schleswig. Grabstein.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

Fotografie. Silbergelatine. 1938. 36 : 27 cm.

Späterer Abzug. – Rückseitig mit »Foto Kerff« signiert, betitel und mit »ca. 1936« datiert. – Aus dem Nachlass der Lebensgefährtin des Fotografen.

732  Gerhard Kerff. Rügen Waldbild.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Limit: € 300

Fotografie. 29,0 : 23,5 cm. Rückseitig signiert und betitelt.

Sehr schöne Aufnahme, die Kerffs große Begeisterung für Landschaftsaufnahmen beweist. Diese, wie auch die Abneigung gegen Porträtfotografie, teilte er mit Albert Renger-Patzsch. – Rückseitig – außer der Bezeichnung »Foto Kerff« und dem Titel – mit mehreren Nummern und Maßangaben.

733  Gerhard Kerff. Nachtaufnahme.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Limit: € 280

Fotografie. Silbergelatine, vintage print. Um 1950. 23,2 : 17,2 cm. Rückseitig stempelsigniert und eigenhändig betitelt.

Auf Agfa-Brovira. – I. Rückseitig mit dem Atelierstempel des Fotografen und detallierter Bezeichnung: »Nachtaufnahme || Baum, von Scheinwerfern eine Ausstellung angestrahlt || 9/12 Aufn. Bl 22 4 Minuten«. – Dazu: Gerhard Kerff. Welkes Schilf. Fotografie. Um 1950. 17,2 : 23,2 cm.

  734    Gerhard Kerff. Landschaft in Osttirol bei Sillian.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

Fotografie. 29,8 : 39,8 cm. Rückseitig betitelt.

Rückseitig mit Atelierstempel und betitelt. – Aus dem Nachlass der Lebensgefährtin des Fotografen.

735  Gerhard Kerff. Fischernetze bei Flensburg.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Limit: € 300

Fotografie. Silbergelatine, vintage. 58,5 : 48,3 cm.

Aufgezogen und mit Aufhängern versehen. – Rückseitig von fremder Hand betitelt, datiert und bezeichnet. – Aus dem Nachlass der Lebensgefährtin des Fotografen.

Links oben leicht fleckig, durch die Montage an den Rändern leicht gewellt.

  738    Daniel Gustav Kramer. Untitled (from Woodland).

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Limit: € 650

Fotografie, C-Print. 2004. 41 : 41 cm. Auf dem Rahmenaufkleber signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplar 1/5. – In Museumsrahmung. – Rahmen rückseitig mit Aufkleber »Büro für Fotos | Köln«, das die Serie »Woodland« gemeinsam mit Domobaal Gallery, London, und Casa D´Os Dias da Agua, Lissabon präsentierte. – Daniel Gustav Kramer, geboren 1975, lebt und arbeitet in Berlin. – In Galerierahmung, zur Bearbeitung nicht geöffnet.

  743    J. Roseman. 31 Fotografien von Gemälden Moïse Kislings.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Limit: € 500

Silbergelatine, vintage prints. Um 1925. Ca. 25 : 20 cm. Rückseitig mit dem Atelier- und dem Copyright-Stempel des Fotografen und alle eigenhändig(?) betitelt.

Der für die fotografische Reproduktion von Kunstwerken der Moderne bekannte J. Roseman (bekannt sind von ihm Aufnahmen mit Skulpturen Archipenkos und Rodins), war im Paris der 1920er Jahre tätig. Sein Atelier befand sich am Boulevard Raspail. – Moïse Kisling (1891–1953) studierte in Krakau bevor er 1910, als junger Mann, nach Paris kam. Nach dem ersten Weltkrieg verkehrte er in der berühmten Künstlerkolonie »La Ruche« (der Bienenkorb), im 15. Arrondissement, zeitweise mit Guillaume Apollinaire, Alexander Archipenko, Ossip Zadkine, Marc Chagall, Max Pechstein, Amedeo Modigliani (der ihn porträtierte) u. v. a. – Der dokumentarische Wert der 31 großformatigen Fotografien wird durch Angaben zu den damaligen Eigentümern auf jedem Foto gesteigert. Namentlich werden Sammler in Berlin, Köln, Paris, Oslo und Philadelphia genannt – die DSGVO galt damals noch nicht. – Alle sehr gut erhalten. – Aus einer Berliner Privatsammlung.

  747    Karin Szekessy. Paul Wunderlich mit Hund.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Limit: € 120

Lichtdruck nach Fotografie. 1975. 65 : 50 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 88/100. – Das berühmte Hamburg-Porträt der Fotografin Karin Szekessy (geboren 1938). Sie unterrichtete Ende der 1960er Jahre Modefotografie an der Werkkunstschule Hamburg. 1971 heiratete sie den Hamburger Künstler Paul Wunderlich (1927–2010). In den folgenden Jahrzehnten entstanden viele Gemeinschaftsarbeiten.

  756    Künstlerschallplatten – Sechs von Künstlern gestaltete Plattencover.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Limit: € 280

Insgesamt zehn LPs.

I. Horst Janssen – Franz Josef Degenhardt. Kommt an den Tisch unter Pflaumenbäumen. Polydor 1973. 2371 380. – II. John Cage Live. Mainz, Wergo 1976. WER 60074. – III. Gottfried Helnwein – Franz Morak. Morak’n Roll. Polydor 1981. 2376 123. – IV. Bon Gruen – Yoko Ono. It’s alright. Polygram 1982. Polydor 2391 559. – V. Lynn Goldsmith – Laurie Anderson. United States Live. Fünf LPs in Originalbox. Warner Bros. 1984. LC 0392. – VI. Robert Rauschenberg – Talking Heads. Speaking in Tongues. Sire Records Company 1983. Cover verfärbt.

770  George Kobbe – Victor Wittner. Sprung auf die Straße.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Limit: € 340

Gedichte. Berlin, Die Schmiede 1924. Originalpappband mit farbiger Deckelillustration von George Kobbe.

Erste Ausgabe, äußerst selten. – George G. Kobbe (1902–1934) war an der Dada-Messe Berlin 1920 beteiligt (mit der Entwurfszeichnung zum Umschlag von Walter Petrys »Die dadaistische Korruption«), veröffentlichte u. a. in »Schall und Rauch« und zählte neben Georg Salter zu den wichtigsten Graphikern des jungen Verlages »Die Schmiede«. Später arbeitete er für Magazine wie »Uhu« und »Die Dame«. – Victor Wittner (1896–1949) hatte erste Gedichte bereits 1914 in dem schmalen Band »Klüfte, Klagen, Klärungen« veröffentlicht. Die vorliegende Sammlung enthält größtenteils Gedichte aus den Jahren 1914/15 und 1919/20.

23,4 : 18,3 cm. 70, [2] Seiten. – Deckel, besonders der hintere, etwas angestaubt. Rücken oben leicht bestoßen und dort eventuell auch unauffällig fixiert.

Holstein, Blickfang 476. – Hermann/Schmitz 185

  771    Bernhard Kellermann. Der Tunnel.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

Roman. 1.–25. Tausend der ungekürzten Sonderausgabe. Berlin, S. Fischer 1931. Orangefarbener Originalleinenband mit farbig illustriertem Schutzumschlag nach Entwurf von Georg Salter.

Der Druckvermerk nennt bereits für diese erste Auflage der Sonderausgabe »Einband- und Schutzumschlag-Entwurf von Georg Salter«. Dies steht in irritierendem Widerspruch zu den Anmerkungen Jürgen Hosteins, der diesen Umschlag erst für die Folgeauflage (26.–50. Tausend) nennt. Zudem wird bei dem vorliegenden Exemplar auf der vorderen Umschlagklappe die Gesamtauflage des Romans mit 308.000 beziffert, was ebendieser zweiten Auflage entspricht. – Kellermanns berühmter Roman vom Bau eines transatlantischen Tunnels war bereits 1913 erschienen. Nahezu 20 Jahre zierte die Umschlagillustration von Hans Baluschek den Einband. 1931 wurde diese etwas »altbackene« Stadtansicht durch Salters atemberaubend dynamische Zeichnung, die bildhaft über den gesamten Umschlag reicht, ersetzt. – Das Buch sehr gut, der Umschlag gut erhalten.

18,8 : 13,2 cm. [3]–402 Seiten (so korrekt). – Schutzumschlag am Rücken oben mit kleinen, sorgsam restaurierten Fehlstellen.

Holstein 73, Abbildung S. 85. – Holstein, Blickfang 325. – Pfäfflin 133

  772    Octave Uzanne. Son Altesse la Femme.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

Illustrations de Henri Gervex, J.-A. Gonzalés, L. Kratké, Albert Lynch, Adrien Moreau et Félicien Rops. Paris, A. Quantin 1885. Mit zehn Farbradierungen, zwei radierten Zwischentiteln und acht figürlichen Bordüren. Grauer Ecrasélederband mit Vergoldung. Mit dem eingebundenen Originalumschlag.

Erste Ausgabe dieses historisch-fundierten Lobgesangs auf das weibliche Geschlecht. – Eins von 100 Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe auf breitrandigem Japan und mit den Radierungen in mehreren Zuständen, teils farbig gedruckt, teils koloriert. Die zehn Farbradierungen in jeweils zwei Zuständen, einmal ohne Schrift. Es gibt weitere 100 Exemplare auf Japan ohne Zustandsdrucke und eine ungezählte Auflage auf Velin. – Octave Uzanne (1851–1931), einer der größten Bibliophilen, Schriftsteller und Verleger, veröffentlichte zahlreiche Werke zur Buchkunde. Er zählt zu den Mitbegründern der »Societé des bibliophiles contemporains«.

29,4 : 21,0 cm. [4], 312, [4] Seiten, 10 und 28 zusätzliche Radierungen.

Monod 10843. – Carteret IV, S. 384 (»Ouvrage documentaire du plus vif intérêt«)

  774    William Senior. The Thames

Schätzpreis/Estimate: € 400

Limit: € 260

from Exford to the Tower. Illustrated with thirty original painters-etchings by Francis S. Walker. London, John C. Nimmo 1891. Mit 30 Radierungen nach Gemälden. Dunkelgrüner Originalkalikoband mit Goldprägung und Kopfschnittvergoldung.

Eins von 260 Exemplaren auf »superfine paper«, die Radierungen auf Bütten. – Die Ölgemälde des irischen Malers Francis Sylvester Walker (1848–1916) wurden vom Künstler selbst als Radierungen reproduziert. Stimmungsvoll illustrieren seine Bilder von der Themse-Landschaft den Text des Journalisten William Senior, der bis dato vor allem durch Publikationen zum Angelsport bekannt geworden war. Sein Spitzname »Red Spinner« und mehrere Holzschnitt-Schlussvignetten mit Fisch-Motiven verweisen auf diese große Leidenschaft des Autors.

29,8 : 23,8 cm. XII, 120 Seiten, 30 Radierungen. – Einband leicht fleckig, Kapitale minimal bestoßen. – Buchblock gelockert, Innengelenke angeplatzt. Zwei Druckstellen in den unbeschnittenen Seitenrändern.

  775    The English Lakes.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

Painted by A. Heaton Cooper. Described by W. T. Palmer. London, Adam and Charles Black 1905. Mit 75 Chromolithographien und einer Karte. Cremefarbener Originalkalikoband, Deckel und Rücken mit Jugendstildekor in Grün, Rot und Silberprägung.

Erste Ausgabe. – Eins von 250 Exemplaren der »Edition de luxe«, gedruckt auf starkes Bütten. – Auflagenvermerk vom Künstler signiert. – Der englische Aquarellmaler Alfred Heaton Cooper (1863–1929) war nach ausgedehnten Reisen 1894 aus Norwegen in seine Heimat zurückgekehrt. Er ließ sich im »Lake District«, der schon damals bei Touristen beliebten Gegend im Nordwesten Englands, nieder und hoffte, dort seine Bilder an Reisende verkaufen zu können. Viele Arbeiten dienten auch als Vorlage für Illustrationen von Büchern und Reiseführern. – Opulent ausgestattet und gut erhalten.

27,5 : 22,2 cm. [2], IX, [1], 230, [2] Seiten, 75 Tafeln mit Seidenvorblättern. – Kapitale und eine Ecke leicht bestoßen. – Die Seidenblätter vor den Tafeln teils leicht stockfleckig.

  776    Scaramanga Brothers. Private Code 1911.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

London, William Brown [1911]. Dunkelroter Originalleinenband mit Gold- und Blindprägung.

Codierliste für den telegrafischen Geschäftsverkehr der weltweiten Niederlassungen der Reederei Scaramanga Brothers, gegründet von der gleichnamigen griechischen Familie mit Hauptsitz in London. – Um die Kosten für telegrafische Nachrichten zu senken und den Informationsfluss zu beschleunigen, verwendete man seinerzeit Zahlencodes und Kurzworte für die gängigsten Geschäftsausdrücke. Der Band enthält Hunderte solcher Sätze und Codeworte, an einigen Stellen wurden aktualisierte oder nachträgliche Ergänzungen maschinengeschrieben eingeklebt. – 1965 war Francisco Scaramanga der Gegner von James Bond in »The Man with the Golden Gun«, in der Verfilmung von 1975 verkörpert von Christopher Lee.

38,5 : 25,4 cm. [2], 50 Seiten.

799  Friedrich Nietzsche. [Ecce homo]. Aus Friedrich Nietzsches Leben.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

Seinen eigenen Aufzeichnungen entlehnt. Mitgeteilt von M. G. Conrad. – In: Die Gesellschaft. Monatsschrift für Litteratur und Kunst. Herausgegeben von M[ichael] G[eorg] Conrad und Karl Bleibtreu. Leipzig, Wilhelm Friedrich, September 1890.

Erstdruck dieser frühesten Auszüge aus Nietzsches Autobiographie, die vollständig erst 18 Jahre später unter dem Titel »Ecce homo« erscheinen sollte. – In Heft 9, Seiten 1253–1262. In Heft 10 folgte Leo Bergs Nietzsche-Essay und das Porträt des Philosophen. – Michael Georg Conrad (1846–1927), der Herausgeber der Zeitschrift, hatte Zugang zum Manuskript erhalten und publizierte umfangreiche Auszüge aus den Kapiteln »Warum ich so klug bin« und »Warum ich so weise bin« und eine Schlussbemerkung. – Die für den deutschen Naturalismus wichtige Zeitschrift, »die eine deutsche Erneuerung aus den Ideen Nietzsches und Wagners anstrebte« (Kafemann, zitiert nach Krummel), erschien teils im Eigenverlag der Herausgeber. Zu diesen zählten neben dem Schriftsteller Conrad, der die Zeitschrift gründete, Karl Bleibtreu, Hans Merian, Ludwig Jacobowski und Alfred Gotendorf. – Hier die vollständige Folge der Jahrgänge 1–8 (1885–1892), außer Band I alle in den Originalleineneinbänden.

24,5 : 16,0 cm. – Pappeinband 1 beschädigt, sonst sehr gut erhalten. Teils dezente Besitzerstempel rückseitig auf den Titelblättern.

Krummel I, 194 AE. – Schaberg S. 256 Anmerkung. – Dietzel/Hügel 1162. – Schlawe I, 19ff

801  Cranach-Presse – Edward Gordon Craig. Fünf Holzschnitte zu »Hamlet« auf gelbem Japanpapier, einer monogrammiert.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Limit: € 750

Weimar 1926–1928. Ca. 16 : 8 cm (36 : 24 cm).

I. Soldier with Shield (Act 1, Scene 1). – II und III. Actor. – Bird Dancer (Act 3, Scene 2, pages 92/93 in opposite). – IV. Yorick (Act 5, Scene 1). – V. Soldier (monogrammiert, Act 5, Scene 2).

Blatt 4 und 5 mit kleinem Braunfleck, Blatt 2 und 3 leicht verfärbt.

819  Insel Verlag – Rudolf Alexander Schröder. Elysium.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

Ein Buch Gedichte. Leipzig, Insel 1906. Flexibler Originalpergamentband mit gold gedrucktem Rückentitel.

Erste Ausgabe. – Exemplar 25 und somit eigentlich das letzte Vorzugsexemplar, entgegen dem Druckvermerk jedoch nicht auf Pergament sondern auf Büttenpapier gedruckt (Gesamtauflage 300). – Die Gestaltung übernahm Alfred Walter Heymel, die Initialen wurden in Rot gedruckt. – Das Büchlein ist dem weniger Monate zuvor verstorbenen Komponisten Felix vom Rath gewidmet, der mit den Insel-Gründern Heymel und Bierbaum (und somit sicher auch Schröder) befreundet war.

24,5 : 16,5 cm. [40] Seiten. – Der Pergamentumschlag wie meist etwas wellig und fleckig. – Vereinzelte Stockflecken.

Sarkowski 1535. – Adolph 7

820  Insel Verlag – [Rodolphe Töpffer]. La Bibliothèque de mon oncle.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Limit: € 130

Leipzig 1923. Originalmaroquinband mit reicher ornamentaler Rücken- und Deckelvergoldung und Goldschnitt (signiert: A. Köllner, Leipzig). Mit dem Originalschuber.

In kleiner Auflage erschienen. – Faksimile eines Exemplars der ersten Ausgabe von 1832. Als Vorlage diente das Goethe zugeeignete Exemplar, den das Buch jedoch nicht mehr rechtzeitig erreichte, er starb vorher. Töpffer hatte das extra breitrandig belassene Exemplar im Unterrand mit 75 originellen Federzeichnungen versehen. – Mit dem separaten Begleitwort zur Faksimile-Ausgabe von Walther Vulpius.

22,3 : 13,4 cm. 78, [2] Seiten. – Rücken etwas verblasst, sonst tadellos.

Sarkowski 1758

  830    Inselbücherei – Die Geschichte von Aucassin und Nicolette.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Limit: € 130

[Leipzig], Insel 1956. Mit 16 kolorierten Holzschnitten, zehn Motive teils wiederholt, und Holzschnitt-Musiknoten von Fritz Kredel im Text. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (Gerhard Prade, Leipzig). Im Schuber.

Eins von 500 Exemplaren. – Vorzugsausgabe zu dem 30 (!!) Jahre später erschienenen Inselbändchen 1071. – Die Holzschnitte dieser Leipziger Ausgabe wurden von Martin Schauer nach Vorlagen von Fritz Kredel koloriert. – Bereits 1954 erschien eine einfarbige Fassung innerhalb der Inselbücherei (IB 14.1B), die kolorierten Sonderausgaben (Wiesbaden 1955 und Leipzig 1956) wurden allerdings jeweils neu gesetzt. Da 1986 ein Reprint der Leipziger Variante in der Inselbücherei erschien, verzeichnet Jenne die vorliegende als Vorzugsausgabe. – Tadellos erhalten.

21,5 : 13,8 cm. 70, [4] Seiten.

Sarkowski 519 A. – Jenne II, 60. – Vgl. Kästner IB, S. 236 (nennt aber nur die Wiesbadener Ausgabe). – Salter 1.230.4

831  Inselbücherei – Hugo von Hofmannsthal. Der Tor und der Tod.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

45. Auflage. Frankfurt am Main und Leipzig, Insel 2015. Farbig illustrierter Originalpappband.

Insel-Bücherei 28. – Exemplar der Karl-Georg Hirsch-Sonderausgabe A, von der 2019 25 nicht für den Handel bestimmte Exemplare erschienen. – Beigelegt sind eine Tuschfederzeichnung und ein zweifarbiger Holzstich, beide signiert, datiert, betitelt und nummeriert. – Mit einer weiteren signierten Bleistiftzeichnung auf dem Vortitelblatt. – Makellos.

18,5 : 12,0 cm.

860  Einbände – Grüner Maroquinband mit Blindprägung und Metallapplikation auf dem Vorderdeckel.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Limit: € 400

– Inhalt: Persönliche Glückwünsche. Herrn Willi Lehmann zum Abschluß seiner fünfundzwanzigjährigen Tätigkeit im Hause der Otto Elsner KG. Berlin 1934.

Unikales Exemplar. – Anlässlich des 25jährigen Berufsjubiläums erhielt der Kommanditist Willi Lehmann den opulenten Band mit Grußworten von etwa 140 Mitarbeitern der Firma, einige auch mit Zeichnungen. – Der Jubilar scheint bereits 1934 ein strammer Parteigenosse gewesen zu sein. Sein signiertes Porträtfoto am Anfang des Bandes zeigt ihn mit dem Parteiabzeichen der NSDAP, sein Gabentisch (Foto am Ende des Buches) wird von zwei Führer-Porträts gesäumt. – Die 1871 gegründete Druckerei und Verlagsbuchhandlung Otto Elsner zählte zu den Berliner Traditionsfirmen. Der prächtige Einband mit dem montierten Klischee des Verlagssignets entstand sicher in der hauseigenen oder einer angeschlossenen Binderei. – Einige Beilagen (Briefe des Inhabers, Zeitungsausschnitte, Glückwunschtelegramm, Liedtexte der Jubiläumsfeier).

33,0 : 25,0 cm. 150 Blätter. – Stehkanten minimal berieben. – Der Seidenbezug der Vorsatzblätter an den Kanten verschlissen.

  861    Einbände – Willy Baur. Vier zollerische Historien.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

Privatdruck der Firma Heinrich Maute, Bisingen/Hohenzollern. Bisingen 1953. Mit acht Illustrationen und vier figürlichen Initialen von Herbert Günterberg. Zweifarbiger Ecrasélederband mit reicher Vergoldung.

Unnummeriertes Exemplar, über die sicher nur kleine Auflage gedruckt und hier wohl unikal gebunden. – Auf Japanpapier gedruckt, die Vorsätze aus Pflanzenfaser-Papier. – Beide Deckel werden durch ein vergoldetes Filetenlineament verziert, der Vorderdeckel mit großem Mittelfeld aus grünem Leder und einem aus rotem Leder applizierten »M«. – Der Privatdruck erschien zum 65. Geburtstag des Inhabers der Textilfirma Reinhold Maute, am Ende faksimilierte Unterschriften der Angestellten. – Tadellos.

21,1 : 17,7 cm. 75, [5] Seiten.

  863    Einbände – Neun Werke über Einbandkunst.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

London, Paris, Berlin u. a. 1900–2004. Alle mit zahlreichen, teils farbigen, teils montierten Tafeln und Abbildungen. Meist Originaleinbände.

I. Modern Book-Plates [… and:] Modern Book-Bindings and their Designers. The Studio, Special Winter-Number 1899–1900. – II. Jean Loubier. Der Bucheinband in alter und neuer Zeit. Berlin und Leipzig [1905]. – III. Deutsche Pressen- und Bibliophile Reihendrucke. Sonderheft vom »Archiv für Buchgewerbe und Gebrauchsgraphik. Leipzig 1924. – IV. Festschrift Hübel & Denck. Leipzig 1925. – V. Catalogue de l’exposition la Reliure originale. Paris, Bibliotheque Nationale 1947. – VI. Julius Rodenberg. Otto Dorfner. 1955. –VII. Un demi-siecle de reliures d’art contemporain en France et dans le monde. Exposition.1984. – VIII. 400 Jahre Buchbinder-Innung. München 1996. Festschrift und Katalog in einem Band. Nummeriertes Vorzugsexemplar im Pergamenteinband. – IX. Handeinbände. Internationale Beispiele aus den Jahren 1970 bis 2000, vorgestellt von der Vereinigung »Meister der Einbandkunst«. Hamburg 2004.

  875    Georges Badin – Serge Mestre. Naissance d’un paysage.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

Interventions originales de Georges Badin. [Béthune], Collection Ecbolade [um 1978]. Mit zwei Originalgouachen. Lose Bogen in Originalumschlag.

Collection Ecbolade 16. – Eins von 80 Exemplaren (Gesamtauflage 95) mit den beiden Gouachen von Badin, beide mit Collage. – In Schwarz und Blau gedruckt. – Der französische Schriftsteller Georges Badin (1927–2014) hatte sich in den 1970er Jahren der Malerei zugewandt. Er lebte und arbeitete in seiner Heimatstadt Ceret. Serge Mestre, geboren 1952, war seit Anfang der 1970er Jahre literarisch tätig.

33,5 : 23,7 cm. [9] Doppelblätter. – Umschlag mit kleinen Druckstellen.

880  Gottfried Benn. Der Ptolemäer.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Limit: € 300

Typoskriptdurchschlag mit eigenhändiger Ergänzung. [Berlin, ca. Oktober 1948]. Eine A4-Seite.

Maschinenschriftlicher Titelblattentwurf zu dem im Februar 1949 erschienenen Buch. – Den unterstrichenen Haupttitel ergänzte Gottfried Benn eigenhändig um den Untertitel »Berliner Novelle 1947«. – Die geplanten Untertitel »Lotosland«, »Der Glasbläser« und auch »Der Ptolemäer« wurden gestrichen, das Buch enthielt schlussendlich »Weinhaus Wolf«, »Roman des Phänotyp« und »Der Ptolemäer«. Auf der unteren Blatthälfte handschriftliche Anweisungen zum Satz, wohl von dem Verleger Max Niedermayer.

Gefaltet, Heftlöcher.

Vgl. Lohner/Zenner 2.85

881  Gottfried Benn. Roman des Phänotyp. Landsberger Fragment, 1944. Inhalt.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Limit: € 400

Typoskriptdurchschlag mit eigenhändigen Korrekturen, Paraphe »G.B.« und Stempel. Berlin [ca. Oktober 1948]. Eine A4-Seite.

Der maschinengeschriebene Entwurf des Inhaltsverzeichnisses. Gottfried Benn korrigierte drei Tippfehler und nummerierte die Inhaltsangabe von 1 bis 18. – Alle Korrekturen bestätigte er durch seine Paraphe und versah das Blatt unten rechts mit seinem Berliner Stempel »Dr. G. Benn | Arzt | Berlin-Schöneberg | Bozener Straße 20«. – Das Buch »Der Ptolemäer«, das »Roman des Phänotyp« enthielt, erschien im Februar 1949 im Limes Verlag.

Mit Faltspuren und Heftlöchern.

884  Gottfried Benn – Ilse Benn, dritte Ehefrau Gottfried Benns. Drei eigenhändige Briefe und fünf eigenhändige Brief- und Ansichtskarten, alle mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Limit: € 400

Berlin, 18. VI. 1957, Wolfschlugen, 24. I. 1978 und 30. I. 1985 sowie verschiedene Orte.

Ilse Benn (1913–1995) war Zahnärztin und seit 1946 die dritte Ehefrau des Schriftstellers. – Alle an Marguerite Schlüter, Lektorin und spätere Inhaberin des Limes-Verlags, der nach Kriegsende zum Hausverlag Gottfried Benns wurde. – »Marguerite Schlüter war wahrlich das, was man eine ›femme des lettres‹ nennt – nicht nur eine hervorragende Lektorin Benns, sondern auch ein literarisches ›Trüffelschwein‹ […], eine streitbare Kämpferin für die Wahrung von Urheberrechten, und eine vielsprachige, hervorragende Übersetzerin aus dem Englischen, Französischen und Italienischen« (Carsten Pfeiffer, buchmarkt.de, 20. Mai 2018). – Alle Briefe behandeln die Werk- und Brief-Editionen von Gottfried Benn. »Danke für die letzten Umbruch-Seiten, die heute kamen. […] Sagen Sie bloß Niedermayer noch einmal, dass er sich im Urlaub Ruhe u. Muße gönnen soll. Gut für sein Manager-Herz. […]«. – 1978 schreibt Ilse Benn über die Aufführungen von Benn/Hindemiths Oratorium »Das Unaufhörliche«, 1985 über die Herausgabe des Briefwechsels zwischen Gottfried Benn und Tilly Wedekind »Bin allmählich gespannt auf diesen Band.« – Die Ansichtskarten meist in Berlin abgeschickt, mit kurzen Grüßen und Nachrichten, z. B. »der Raddatz-Artikel Arno Schmidt – Jan Reemtsma. Das ist ein Jahrhundert-Ereignis in der Literatur«. – Beilage: Typoskriptdurchschlag »Gottfried Benn – Bibliographie«. Ca. 1958. Vier Seiten mit eigenhändigen Ergänzungen von Ilse Benn.

  885    Gottfried Benn – Alexander Lernet-Holenia. Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Limit: € 120

Wien, 6. Januar 1957.

An den Limes Verlag in Wiesbaden. – Der Dichter teilt auf Anfrage des Verlegers Max Niedermayer (im Hinblick auf die Gottfried Benn-Briefausgabe) mit, dass er »trotz sorgfältigen Suchens, keinen Brief von Gottfried Benn mehr finden konnte. Er hat mir nicht viele Briefe geschrieben; nur Gott weiß, wohin die wenigen Stücke, infolge von all den Besetzungen, Eroberungen, Verlagerungen an anderem dergleichen von uns erlebten Unsinn mehr, geraten sein mögen«. – Im Literaturarchiv Marbach finden sich die Briefe Lernet-Holenias an Gottfried Benn, nicht aber die schon 1957 vermissten Briefe von Benn an ihn. – Dazu: Monologische Kunst – ? Ein Briefwechsel zwischen Alexander Lernet-Holenia und Gottfried Benn. Im Anhang: Nietzsche nach 50 Jahren. Wiesbaden, Limes 1953. Originalbroschur. Erste Buchausgabe. Aus dem Besitz des Barlach-Bibliographen Friedrich Schult.

Heftlöcher.

Lohner/Zenner 2.130. – Raabe/Hannich-Bode 24.39

  886    Gottfried Benn – Briefe von drei engen Freuden des Dichters, fünf eigenhändig, alle mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Limit: € 400

1956–1958 und 1983. Zusammen zwölf Seiten.

I. Frank Maraun (1903–1981, Literatur- und Filmkritiker). Vier maschinengeschriebene Briefe mit Unterschrift. Stuttgart-Zuffenhausen, 9. XII. 1956 bis 20. VII. 1958. – Alle an den Limes-Verleger Max Niedermayer, bezüglich einer Auswahl aus Gottfried Benns Briefen. Meint, »… daß der Brief vom 11. Mai 1936 an mich wegen seiner Dramatik, seiner streithaften Polemik und seiner Sorge um das deutsche Geisteserbe in dieser Sammlung gute Figur machen würde«. Erteilt Auskünfte und erinnert daran, dass er im Bombenkrieg alle Korrespondenzen verloren habe, die »ich nicht zufällig im Keller hatte«. – II. Erich Pfeiffer-Belli (1901–1989, Schriftsteller und Journalist). Vier eigenhändige Briefe. München, 4. I bis 9. V. 1957. Fünf Seiten. – Alle an Max Niedermayer zu dessen Briefedition: »Ich habe einen sehr eigenartigen Brief Benns aus dem Jahre 1936 […] darüber hinaus Briefe und Karten aus den 40er Jahren«. – Mit Niedermayers Gegenbriefen (Typoskriptdurchschläge). – III. Carl Werckshagen (1903–2001, Dramaturg, Schriftsteller und Kritiker, bedeutender Freund und Sammler Benns). Eigenhändiger Brief. Bothel/Rothenburg, 15. VI. 1983. An die Lektorin Marguerite Schlüter, mit Abschrift einer »handschriftlichen Gedichtaufzeichnung« und einer Fotokopie eines Briefes von Ilse Benn an ihn. Berichtet, dass ein privater Sammler für seine Benn-Sammlung, die er dem DLA Marbach anvertraute, 20.000 DM geboten habe. »Ein bekanntes Berliner Auktionshaus hat mir sogar einen noch höheren Versteigerungserlös in Aussicht gestellt […]«. Werckshagen und Benn hatten sich bereits 1924 kennengelernt, nachdem Werckshagen einen Artikel über Benns »Gesammelte Werke« in der Vossischen Zeitung veröffentlicht hatte.

  887    Gottfried Benn – 31 Briefe verschiedener Absender an Max Niedermayer bzw. Marguerite Schlüter.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Limit: € 300

Meist 1956–1957..

Nach der Briefausgabe 1957 hatte der Limes Verlag zur Einsendung von weiteren Briefen für eine Neuausgabe gebeten. Fast alle Schreiben beziehen sich auf Briefveröffentlichungen, das Schicksal der Originalbriefe, Verhinderungsgründe und Vorbehalte. – Inhalt: Kadidja Wedekind (1911–1994, Schriftstellerin, Tochter von Frank und Tilly Wedekind). Drei eigenhändige Briefe 1985–1993. Zur Bekanntschaft zwischen Gottfried Benn und ihren Eltern. – Oskar Jancke (Schriftsteller, 1898–1957). Brief mit Unterschrift. – Clemens von Podewils (Schriftsteller, 1905–1978). Drei Briefe mit Unterschrift, einer mit eigenhändigem Zusatz. Der Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste sieht »aber die Schwierigkeit, die einer Veröffentlichungen im Wege steht«, da die Briefe vertrauliche Fragen berühren. – Gertrud Hindemith (Ehefrau und Nachlassverwalterin von Paul Hindemith, 1900–1967). Beschwert sich über die Veröffentlichung eines Briefes, der sie ausdrücklich widersprochen habe. – Ewald Wasmuth (Philosoph, 1890–1963). Drei Briefe mit Unterschrift. Über sehr persönliche Briefe, einer zum Selbstmord von Benns Freundin Lilli scheine verloren gegangen. – Jürgen Eggebrecht (1898–1982, Schriftsteller). Zwei Postkarten und ein eigenhändiger Brief. – Weitere Briefe von Wolfgang Wilhelm, Frieda, Ulrich Riemerschmid, Bruno Erich Werner (seit 1952 Kulturattaché in Washington): »zum Teil recht ins Prinzipielle gehende Handschreiben sind mir leider durch Krieg + Nachkrieg in Berlin verloren gegangen«, Karl von Finckenstein (enger Freund der Familie), Lutz Weltmann, Werner Damköhler, Maria Proelss, Friedrich Siems, Sven Kluwe, Hilde Körber und Thomas Harlan-Körber (Ehefrau und Sohn des Regisseurs Veit Harlan).

  888    Gottfried Benn – 28 Briefe an Max Niedermayer bzw. Marguerite Schlüter.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Limit: € 300

Meist 1956–1957. Meist maschinengeschrieben, alle mit Unterschrift.

Alle Briefe ähnlichen Inhalts, teils mit Gegenbriefen als Entwurf. – Egon Vietta (Schriftsteller, 1903–1959). Eigenhändiger Brief und zwei Postkarten. Über die Positionierung Benns »gegen die Nazis … Wichtig für die alten Angriffe gegen Benn ] […] Positive Reaktionen auf meine Einwendungen gegen den Biologismus und Rassenlehre Hitlers«. – Armin Mohler (Ernst Jüngers Sekretär, 1920–2003). Sechs Schreiben zum Verhältnis zwischen Jünger und Benn. – Pamela Wedekind (Schauspielerin, 1906–1986). Stimmt einer Sichtung der Familienbriefe zu. – Walter Höllerer (Literaturwissenschaftler, 1922–2003). Habe von Ernst Jünger erfahren, dass eine Neuausgabe geplant sei. – Heinz Ullstein (Verleger, 1893–1973). – Karl Schwedhelm (Journalist). Übersendet Abschriften von Benn-Briefen. – Weitere Briefschreiber: Frank Benseler, Wigbert Holle, Johannes Weil, Wilhelm Adams, Hans-Jürgen Blenskens, Hannah Peter-Reeck, Richard Gabel, Richard Gabel, Wilhelm Allgayer, Fritz Martini, Ilse Curtius. – Beigaben: Porträtfotografie.– Magnettonband. Karton beschriftet: »Gottfried Benn liest Gedichte. Mono 38 cm. || Ein Wort, ein Satz | Was bedeuten diese Zwänge […].

  889    Max Peiffer Watenpuhl. Vier eigenhändige Briefe, zwei mit Unterschrift, zwei mit Paraphe »M. P. W.«

Schätzpreis/Estimate: € 400

Limit: € 260

Salzburg, 7. IX. 1968, und Rom, Februar 1971. Zusammen sieben Seiten.

Alle an die Benn-Lektorin Marguerite Schlüter, zunächst zum Tod von Max Niedermayer, dessen Limes-Verlag sie dann weiterführte: »Betrübt hat mich nur, dass Sie nicht über den Verlust von M. N. hinauskommen. Denken Sie immer, dass er bei Ihnen ist, auch wenn er abwesend ist.« – Der Künstler berichtet von seiner Arbeit an den Venedig-Mappen für Gotthard de Beauclair (»Es ist viel, aber schöne Arbeit«) und ein Aquarell, das für sie reserviert sei. – Aus Rom schreibt er über verlorene Post, seine Erkrankung (»Maschine kann ich nicht mehr schreiben, sehr miserabel mit der Hand«), dankt für eine nun angekommene Sendung und berichtet über eine Künstlerfreundschaft: »Mit Schwitters war ich sehr befreundet. Er war ein Original, sehr komisch und zog immer mit einem Rucksack voller Bilder herum. Dann zitierte er Anna Blume – Du tropfes Tier, ick liebe Dir […]«. – Zwei adressierte Kuverts. – Beilage: Entwurf eines Antwortbriefes von Marguerite Schlüter an Peiffer Watenpuhl.

  890    Heinrich Böll. Das Vermächtnis.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 200

Kurzroman. Mit einer Porträt-Lithographie von Celestino Piatti und einem Nachwort von Heinz Friedrich. München, Deutscher Taschenbuchverlag 1981. Mit einer signierten Lithographie in eingebundenem Passepartoutblatt. Originalpappband mit Deckel- und Rückenschild. Im Schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 400). – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Der bis dahin unveröffentlichte Kurzroman von Böll erschien anlässlich des 20. Jubiläums der Reihe »dtv-Taschenbücher« in bibliophiler Ausstattung und Großformat.

42,7 : 33,2 cm. 55, [5] Seiten, 1 Lithographie.

893  Rolf Dieter Brinkmann. Standphotos.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Limit: € 800

Vier zweiteilige Farbätzungen von Karolus Lodenkämper. Duisburg, Guido Hildebrandt 1969. Mit vier signierten, jeweils zweiteiligen Farbätzungen. Originalbroschur mit weißem Folienumschlag, im Originalschuber.

Hundertdruck VI. – Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Dichter signiert und nummeriert, jede der vier, jeweils in zwei Farbstellungen gedruckten, Farbätzungen wurde vom Künstler signiert. – »Vollends ästhetizistisch geriet ›Standphotos‹, großformatig und gefertigt aus transparenter PVC-Folie. Die Texte verschwimmen mit den Radierungen von Karolus Lodenkämper abgestuft ineinander. Dermaßen geschmackvoll verpackt wird Lyrik wieder zu einer esoterischen Angelegenheit. Um so überraschender, daß einige der hier enthaltenen Gedichte zu den freundlichsten und entspanntesten gehören« (Otto F. Riewoldt in KLG). – Die acht Farbätzungen und die 13 Textseiten wurden auf transparente Folien gedruckt. – Eine der seltensten Brinkmann-Editionen und einer der gesuchtesten Hundertdrucke.

40 : 27 cm. 13 Textfolien, 8 mit Radierungen. – Der Schuber etwas lädiert, sonst tadellos.

Seinsoth 16. – Geduldig/Wehebrink 128. – Spindler 157.6

  902    Jim Dine. Gedichte und Zeichnungen.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

Aus dem Amerikanischen von Heiner Bastian. Frankfurt am Main, März 1971. Mit einem farbigen Titelbild und zehn blattgroßen Illustrationen. Farbig illustrierter Originalpappband. – Widmungsexemplar.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 900 Exemplaren (Gesamtauflage 1000). – Auf dem Titelblatt die Widmungen vom Übersetzer, dem späteren Kunstsammler und -händler, und dem Künstler höchstselbst »25 Years later in Berlin || Jime Dine 1995«. – Die Texte in Englisch und Deutsch. Das Motiv »Heart«, das hier zwölfmal viariiert wird, war damals ein zentrales in Dines Œuvre. – Heiner Bastian wurde in den 1960er Jahren als Übersetzer amerikanischer Underground-Lyriker bekannt.

26,5 : 19,2 cm. 96 Seiten, 1 Tafel. – Das Titelbild etwas gelockert.

907  DDR-Literaten – Uwe Kolbe. Drei Erstausgaben und eine »zensierte« Neuausgabe, alle mit Widmung.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

Berlin und Weimar, Aufbau 1980–1986. Originalpappbände mit illustrierten Schutzumschlägen.

I. Hineingeboren. Gedichte 1975–1979. 1980. Umschlag mit Titelbild von Trakia Wendisch. Mit der Widmung »Wir leben mit Rissen in den Wänden, ist es dir aufgefallen?«, datiert 1994. – II. Abschiede und andere Liebesgedichte. 1981. Mit zehn ganzseitigen Illustrationen von Trakia Wendisch. – III. Abschiede. 2. Auflage. 1985. Mit ausführlicher Widmung von 1985 »Erinnerung tritt dämmrig auf, verweist ins Leuchten der Kindheit«. In dieser Nachauflage durfte der Brief Kolbes an Lothar Walsdorf nicht mehr abgedruckt werden. – IV. Bornholm II. Gedichte. 1986. Umschlagillustration von Sabine Grzimek. – »Hineingeboren«, Kolbes Erstlingswerk, enthält das Nachwort von Franz Fühmann »Was soll ich noch sagen? Ecce poeta – siehe, da ist ein Dichter!« Fühmann setzte sich in der DDR für unangepasste junge Lyriker wie Uwe Kolbe, Wolfgang Hilbig und Lothar Walsdorf ein. »In der Akademie der Künste plädierte er außerdem dafür, Nachwuchstalente als Meisterschüler erfahrener Kollegen aufzunehmen und ein Gremium einzurichten, das regelmäßig vielversprechende Begabungen vorstellen sollte. Fühmann selbst bot Uwe Kolbe an, ihn als Meisterschüler aufzunehmen, doch scheiterte die Einführung des Mentorenmodells letztlich an Widerständen unter den verantwortlichen AdK-Mitgliedern« (Katharina Deloglu, Diss. Berlin 2015). – Uwe Kolbe, Jahrgang 1957, hielt 1984 die Trauerrede ans Fühmanns Grab.

Umschlagränder teils leicht gebräunt, zwei unten mit kleinem Wasserfleck.

  908    Dietz Edzard – Nikolai Vasilewic Gogol. Wij.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Limit: € 300

Eine Volkslegende. Mit sechs Radierungen von Dietz Edzard. München, Pflüger 1924. Mit sechs signierten Radierungen. Originalbroschur und sechs Passepartouts lose in Originalhalbpergamentmappe.

Eins von 100 Exemplaren, weitere fünf kamen nicht in den Handel. – Text und Radierungen wurden auf Büttenpapier gedruckt, die Radierungen auf chamoisfarbenes und in Passepartouts eingelegt. – »In ›Wij‹ erreicht die aus folkloristischen Quellen schöpfende Phantastik Gogols […] ihren Höhepunkt und gleichzeitig ihren Abschluß« (KNLL VI, 561). – Ins Deutsche übertragen von Karl Nötzel.

42,3 : 30,3 cm (Mappe). [10], 32, [6] Seiten. – Die Mappe etwas berieben und verzogen, Textheft und vier Radierungen stockfleckig, eine stärker.

Katalog Lindenau-Museum 482-487. – Sennewald 24,2. – Lang E 44. – Jentsch, Expressionismus 144

914  Bruno Frank. Eigenhändige Postkarte und drei eigenhändige Briefe, alle mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Limit: € 340

Dresden, Aigen/Salzburg und Beverly Hills 1930–1944.

I. Karte, Dresden 5. IX. 1930: An Manuel Gasser in Arles-en-Provence. Dankt für einen Brief und bittet um Geduld hinsichtlich der Antwort »Wie Sie sehen, befinde ich mich auf Reisen«. Die Ansichtskarte mit der Fassade des Deutschen Hygiene-Museums Dresden. – II. Brief, Aigen, 25. XII. 1935: An einen Herrn Frey. Dankt für ein Geschenk. »Ich finde beide Blätter ganz großartig, wunderbar gemacht, hochwitzig und von einem ganz originellen Zauber.« – III. Brief, Beverly Hills 27. VIII. 1942: Saschalein, was wir wünschen, ist ja so klar: Gesundheit, begeisterte Patienten […]«. – Brief, Beverly Hills 28. XII. 1944: An Herrn Gottlieb, wohl den Herausgeber der Pazifischen Presse: »wenn’s Ihnen nicht zu viel Mühe macht – würden Sie mir von meinem Lieblingsportrait 10 oder 12 Abzüge auf Glanzpapier machen und zwar im Postkartenformat? Man braucht doch hie und da so etwas, […]« – Dazu: Zwei Porträtfotografien, rückseitig mit Paraphe »G«, und ein Beilageblatt »Herzlich dankend und grüssend Ihr B.F.« – Beigabe: Danksagung der Witwe Elisabeth (»Liesl«) Frank. Maschinengeschrieben und signiert, auf der Rückseite des gedruckten Gedichts »In jedem Hause«, »das bei der Beisetzung gesprochen wurde«.

915  Bruno Frank. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Limit: € 280

Aigen bei Salzburg, 12. August 1936. Zwei Seiten.

An den Filmproduzenten Paul Kohner (1902–1988) in Hollywood. » […] Frau Dagmar Wolfski fordert mich auf, Ihnen das Stück ›Zwölftausend‹ zu schicken, an dessen Filmmöglichkeiten sie glaubt. Auch mir scheint, dass gerade unter amerikanischen Gesichtspunkten da eine Aussicht sein sollte. Sie werden, wenn Sie das Stück durchsehen, sofort erkennen, wo der Accent liegen müsste: auf dem Unabhängigkeitskrieg und der Erklärung der Menschenrechte […] in der richtigen Hand könnte geradewegs ein amerikanischer National-Film zu Stande kommen.« – Dazu: Zwölftausend. Schauspiel in drei Akten. 5.–6. Tausend. Berlin, Ernst Rowohlt um 1928. Originalpappband. Der Hinweis auf die Bühnenrechte des Drei Masken Verlages wurde von Bruno Frank gestrichen und durch den eigenhändigen Zusatz »All rights repurchased by the Author, Dr. Bruno Frank. Aigen bei Salzburg, Austria« korrigiert. – Eine Verfilmung des Stücks entstand erst 1950 in England, 1956 folgte eine deutsche Fassung.

  920    Günter Grass. Der Schatten. Skyggen.

Schätzpreis/Estimate: € 750 ( R16 )

Limit: € 500 ( R19 )

Zehn Lithographien zu Märchen von Hans Christian Andersen. 2005. 53,5 : 39,5 cm. Signiert und nummeriert.

Eins von 120 Exemplaren. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Gedruckt von Christian Müller, Leipzig, jede Lithographie mit dessen Trockenstempel. – Das Mappenwerk entstand in Zusammenarbeit mit der Königlich Dänischen Botschaft in Berlin aus Anlass des 200. Geburtstags von Hans Christian Andersen. – Ediert vom Kunsthaus Lübeck, der Stuttgarter Manus Presse und der Galerie M Bogense. – Die Lithographien illustrieren die Märchen »Der Schatten«, »Däumelinchen«, »Der fliegende Koffer«, »Das Feuerzeug«, »Der Halskragen«, »Die kleine Meerjungfrau«, »Des Kaisers neue Kleider«, »Der standhafte Zinnsoldat«, „Die Nachtigall« und »Die wilden Schwäne«. – Mit einem lithographiertem Titelblatt und dem Inhaltsverzeichnis lose in der Originalleinenmappe. – Makellos.

  922    Franz Roh. Der Maler Kurt Günther.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R5 )

Limit: € 200 ( R7 )

Berlin, Nierendorf 1928. Mit 32 ganzseitigen Abbildungen. Originalbroschur mit montierter Fotografie.

Erste Ausgabe, erschienen zur Ausstellung der Galerie Nierendorf und mit einem ausführlichen Vorwort des Herausgebers. – Der Umschlag – entgegen einem Vergleichsexemplar – mit der Fotografie einer Zeichnung von 1934 (!). Titel mit Besitzvermerk »Franz Oertel«, zwei Tafeln mit dessen kenntnisreichen handschriftlichen Ergänzungen der Titel (Namensnennung von zwei Geraer Persönlichkeiten). – 1925 war Kurt Günther nach seiner Dresdner Dadazeit und drei kurzen Ehejahren in Bad Reichenhall wieder in seine Heimatstadt Gera zurückgekehrt. Er folgte dabei Otto Dix, mit dem er seit den Dresdner Jahren befreundet war. Nach Machtantritt der Nationalsozialisten erhielt Günther Malverbot. Ab 1934 entstanden deshalb vorrangig Porträtzeichnungen seiner Tochter (eine solche hier auf dem Umschlag).

23,3 : 15,7 cm. 48 Seiten. – Kleine Läsuren an den Ecken, etwas fleckig. – Das leere Vorblatt stark stockfleckig, der Titel leicht.

926  Hermann Hesse. Gedichttyposkript mit Aquarell.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Limit: € 700

Doppelblatt, 14,3 : 10,5 cm.

Das Typoskript auf der Innenseite beginnt mit der vierzeiligen Einleitung »Antwort an Freunde, die mir ein besonders schwieriges Gedicht im neuen Stil gesandt hatten […]«, gefolgt von Hesses Persiflage auf die moderne Lyrik: »Manchem mag, Doch jedem nicht, Gott gegeben Gelblicher Verse Dunkeles Violett zu verstehen. || Zwölf sind der Töne. Mancher versteht Mit oder ohne Adorno Zwölfergesang, Nicht aber, Gelähmt durch Erstaunen, Unterzeichneter. || H.H.« – Außenseite mit aquarellierter Bleistiftzeichnung. – Kleiner Farbfleck im Falz, minimale Abdrucke von Büroklammern. – Dazu: Zwei Porträtfotografien, abgezogen auf Postkartenkarton: Gret Widmann. Hermann Hesse aus der Zeit des »Steppenwolf« 1927. – Heiner Hesse. H. Hesse mit seinem jüngsten Enkel 1956. Diese mit eigenhändiger Widmung »Von Herzen dankt und grüsst Ihr H Hesse«.

934  Ludwig von Hofmann. Acht eigenhändige Briefe und eine eigenhändige Ansichtskarte, alle mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Limit: € 500

Weimar 1907–1909, Oberstdorf 1917 und Dresden 1919 und 1931

I. Brief, Weimar 13. II. 1907: Wohl an Karl Robert Langenwiesche, den Herausgeber der Zeitschrift »Die Freude«: »Nachdem ich die 5 Bände der ›Freude‹ durchgesehen habe, will es mir scheien, als ob es sehr schwer sein müsste, aus meinen Arbeoten solche auszusuchen, die in den Rahmen und den Geist des Unternehmens hineinpassen. Der ganze Gefühlston, das vorwiegend ›Gemütvolle‹, ist mir im Lauf der Jahre mehr und mehr fremd geworden.« – Alle übrigen an den Dresdener Rechtsanwalt und Justizrat Dr. Felix Bondi, als Teilhaber der Bank Bondi & Maron wohlhabender Kunstsammler und Mäzen: Brief 29. VII. 1907: Übernimmt den Auftrag, ein Bild für die Nische über dem Kamin zu malen. Erbittet Geduld und ein Foto der Kaminwand »Prof. Van de Velde empfiehlt den Photographen Max Fischer«. – Brief 18. VIII. 1908: »Das Bild ist gerstern per Fracht an Ihre Adresse abgegangen. Ich hoffe, dass es seinen Platz gut ausfüllen wird.« – 8. X. 1908: Bedauert, aus Zeitgründen einen gemeinsamen Besuch mit Henry van de Velde in Dresden absagen zu müssen. Van de Velde würde »in der nächsten Zeit auf der Rückreise aus Chemnitz, wo er zu thun hat, nach Dresden kommen. […] er hat eine sehr große Erfahrung und Sicherheit in diesen Dingen, und wird ohne mein Zuthun sicher das Richtige finden«. – 6. XI. 1908: Dankt für eine Einladung. – 6. I. 1909: »… es freut mich, dass das Bild nun seine definitive Umrahmung hat«. Henry van de Velde war wegen des Rahmens konsultiert worden. – 28. X: 1919, Hofmanns leben mittlerweile auch in Dresden, lädt der Künstler den Justizrat Bondi und dessen Frau zum Essen ein. – 27. VIII. 1931: Danksagung für Glückwünsche zum 70. Geburtstag (Brief und gedruckte Danksagung) »Dasselbe freundschaftliche Wohlwollen, das Sie und Ihre Frau Gemahlin schon vor unserer Übersiedelung nach Dresden meiner Frau und mir erwiesen haben, ist uns in den 15 Jahren unseres Hierseins immer wieder freudig zum Bewusstsein gekommen […] Und sagen Sie bitte Ihrer Frau Tochter, die ich bekanntlich anbete, daß die Fußballattrappe ausgezeichnet geschmeckt hat, fast wie Melone!« – Alle mit eigenhändig adressierten Umschlag.

952  Ernst Jünger. Zwölf eigenhändige Briefe, sieben eigenhändige Post- und Briefkarten und sechs maschinengeschriebene Briefe, alle mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Limit: € 1300

Ravensburg, Wilflingen und Antibes 1950–1953.

Alle an Fräulein Mimi Schwarz in Freiburg, wohl Inhaberin oder Geschäftsführerin des dortigen Novalis-Verlages. – Meist über Buchprojekte, Rezensionen und einige persönliche Dinge. Bei einer Karte wurde die Adress-Seite abgerissen, bei einer die Briefmarke. – Dazu: Fünf eigenhändige Briefe von Greta Jünger an Mimi Schwarz.

  966    Alfred Kubin. Eigenhändige Postkarte mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

Wernstein, 8. I. 1930. Zwei Seiten.

An den Berliner Bibliophilen und Lektor Emil Tuchmann. – Kubin stellt detaillierte Fragen zu zwei Büchern, die aus Anlass des 25. Jubiläums des Berliner Bibliophilenabends erschienen (Otto Stoessl »Der bedenkliche Kauf« und »Der Dichter und das Buch«, herausgegeben von Emil Tuchmann und Karl Schönberg). »[…] soll es ein Umschlag, Einbandzeichnung oder ein Innentitel, Frontispice werden – soll 4. in die betreffende Zeichnung Schrift […] 5. Zum Abzeichnen der Lithographien würde ich die Firma O. Felsing (Charlottenburg) oder H. Birkholz (Berlin W 35) empfehlen. Ich habe bei Qualität und Preis die besten Erfahrungen besonders auch mit Felsing. […] – Mit Absenderstempel. – Die Herausgeber folgten Kubins Empfehlung, die Lithographie wurde bei Felsing gedruckt.

Vgl. Marks A 121 und A 124 und Deutsche Bibliophile 1898–1930, Seiten 104 und 106

972  Vladimir Majakovskij. Groznyi smekh.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Limit: € 500

(russisch: Das schreckliche Gelächter). Moskau/Leningrad, GIChL 1932. Mit 37 Bildseiten nach Rosta-Fenstern, einem Porträt und illustrierten Vorsätzen. Originalpappband mit Typographik auf dem Schutzumschlag.

Eins von 3000 Exemplaren. – Die den Rosta-Plakaten gewidmeten Texte erschienen zwei Jahre nach Majakowskis Tod. Das Buch besticht durch seine außergewöhnliche Gestaltung von Warwara Stepanova: Die Textseiten, nach den Regeln der modernen Typographie unter Verwendung verschieden starker Balken gesetzt, werden ergänzt durch die am Außenrand halbseitengroß abgebildeten legendären Plakate der russischen Telegrafen-Agentur ROSTA, die seit 1919 besonders in Zusammenarbeit mit Majakowski entstanden. Jedes zweite Textblatt blieb unillustriert und wurde in schmalem Hochformat eingebunden, so dass die Abbildungen stets unverdeckt bleiben. – Mit der berühmten Fotomontage von Boris Ignatowitsch in Rot und Schwarz auf den Vorsätzen. – Warwara Stepanowa (1894–1958) war auf der Ersten Russischen Kunstausstellung in Berlin (1922) vertreten. Die Textildesignerin arbeitete unter anderem zusammen Majakowski für die Zeitschrift LEF. Sie »schuf mit ihrer Gestaltung des Buches ein wegweisendes, modernes Werk« (Bowlt/Hernad).

24 : 21 cm. 79, [1] Seiten. Schutzumschlag folienkaschiert. Rückenbezug des Pappbands brüchig und restauriert. – Alle Blätter mittig mit leichten senkrecht verlaufenden Quetschfalten.

Rowell/Wye 1006. – Bowlt/Hernad 104

974  Thomas Mann. Zweimaliger Abschied. – Siehst du, Kind, ich liebe dich. – Monolog.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

[Drei Gedichte]. – In: Die Gesellschaft. Monat- (bzw. Halbmonat)schrift für Litteratur, Kunst und Sozialpolitik. Herausgegeben von M[ichael] G[eorg] Conrad (und L. Jacobowski). Leipzig, Wilhelm Friedrich 1893 und 1895, und Minden, Bruns 1899. Zwei grüne Originalleinenbände, ein Halbleinenband der Zeit.

Drei der sieben Gedichte Thomas Manns im Erstdruck. – Nach Potempa wurde »Zweimaliger Abschied« als erste literarische Veröffentlichung des damals gerade 18jährigen zuvor in dem unauffindbaren Heft 1 der Schülerzeitschrift »Der Frühlingssturm« abgedruckt. – Hier in den Heften IX/10, Heft XI/1 und XV/2/3. – In der Zeitschrift wurden auch zwei frühe Novellen von Thomas Mann erstveröffentlicht (siehe die nächste Katalognummer).

24,5 : 16,0 cm. – Mit je drei Porträttafeln. – Dezenter Besitzerstempel rückseitig auf dem Titelblatt von Band 1 und 2. – Kleiner Randeinriss.

Potempa F 1.2, 4.1 und 6.1. – Dietzel/Hügel 1162. – Schlawe I, 19ff

  982    Henri Matisse – Marguerite Duthuit-Matisse und Claude Duthuit. Henri Matisse. Catalogue raisonné de l’œuvre gravé […]

Schätzpreis/Estimate: € 750

Limit: € 500

Tomes I et II. – Catalogue raisonné des ouvrages illustrés […] établi avec la collaboration de Françoise Garnaud. Preface de Jean Guichard-Meili. Paris 1983 und 1988. Mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen. Originalleinenbände, einer mit Schutzumschlag.

Die bis heute maßgeblichen und unverzichtbaren Werkkataloge zur Graphik (Band 1: Radierungen, Band 2: Lithographien u. a.) und illustrierten Büchern.

»L’œuvre gravé« mit Folienumschlag, mit Filmoplast auf den Innendeckeln fixiert. – Stempel auf Vorsatzblättern. – »Ouvrages illustrés« mit Schutzumschlag. Bindung etwas gelockert.

  983    André Maurois. Introduction a la méthode de Paul Valéry.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R5 )

Limit: € 170 ( R7 )

Paris, Éditions des Cahiers Libres 1933. Halblederband mit Marmorpapierbezug. Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von zehn römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe auf festem »Japon nacré«, weitere 35 wurden auf Bütten gedruckt (Gesamtauflage 1045). – »Ce texte est celui d’une conférence prononcée à l’Université des Annales, le 13 Décembre 1932«. – Die Texte der seit 1907 von Yvonne Sarcey unter dem Namen »Université des Annales« initiierten Konferenzen wurden in einer gleichnamigen Zeitschrift veröffentlicht. Einige Einzelausgaben erschienen in Buchform. – Maurois’ Titel zitiert den von Valérys berühmter Abhandlung »Introduction à la mèthode de Leonardo da Vinci«. – Selten, sehr schön auf dem edlen Japanpapier.

17,5 : 11,5 cm. [6], 109, [7] Seiten. – Rücken leicht aufgehellt und mit winzigen Bereibungen. Die oberen Ecken leicht bestoßen.

Talvart/Place XIV, 25, 58

  986    Robert Motherwell. L’humanisme de l’abstraction.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Limit: € 170

Traduction de Joël Dupont. Caen, Le Échoppe 1991. Originalbroschur.

Erste französische Ausgabe. – Eins von 50 von Motherwell signierten Vorzugsexemplaren auf Velin (Gesamtauflage 1000). – Der von Motherwell selbst sehr hoch geschätzte Essay »On the Humanism of Abstraction« gilt als eine der verständlichsten und überzeugendsten Aussagen über die Abstraktion in der Malerei. Diese offenbar einzige Übersetzung des Textes erschien kurz vor Motherwells Tod (1915–1991). – Tadellos erhalten.

15,2 : 11,2 cm. [32] Seiten. – Unaufgeschnitten.

  992    Jürgen Partenheimer – Cees Nooteboom. De slapende goden. Les dieux dormants. Jürgen Partenheimer. Sueños y otras mentiras.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Limit: € 550

Gent, Ergo Press 2005. Mit zwei farbigen blattgroßen Lithographien und Illustrationen von Jürgen Partenheimer. Farbig illustrierte Originalbroschur im Acrylglasschuber.

Eins von 24 Exemplaren der niederländisch-französischen Ausgabe, weitere 24 erschienen mit deutschem Paralleltext. – Mit einer signierten Suite der beiden Lithographien. – Im Druckvermerk von Künstler und Dichter signiert. – Gedruckt auf Velin »Saunders Waterford«. – Ein Künstlerbuch, »in which the minimalism of Partenheimer is juxtaposed to Nooteboom’s ›poetry of place‹« (Webseite der Ergo Press). – Tadellos erhalten.

28,5 : 38,7 cm. [52] Seiten.

1003  Johannes Schlaf. Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Limit: € 400

Eigenhändige Abschrift. Weimar 1924.

Schlussbemerkung: »Von diesen bisher noch nicht in Buchform veröffentlichten zehn Gedichten wurden drei Exemplare von Johannes Schlaf eigenhändig geschrieben und von Otto Dorfner in Weimar gebunden. Dies Exemplar trägt die Nr. 2«. Darunter von Dorfner eigenhändig datiert. – Schöne Reinschrift auf sieben Doppelblättern Büttenpapier. – Das Vergleichsexemplar Nr. 3 (2007 im Handel) war ebenfalls nicht gebunden. Offenbar wurde das Projekt, das mit dem Ende von Dorfners verlegerischen Aktivitäten zusammenfiel, nicht realisiert. – Johannes Schlaf (1862–1941) hatte nach seinem Studium jahrelang mit dem Dichter Arno Holz zusammengearbeitet. Nachdem er sich vom Naturalismus und in Folge auch von Arno Holz abgewandt hatte, entstanden neben eigenen Dichtungen zunehmend auch Übersetzungen. Schlafs Nachdichtungen von Werken Walt Whitmans sorgten für dessen ungeheure Verehrung im deutschen Sprachraum. Auch Texte von Emile Zola, Honoré de Balzac, Emile Verhaeren, Paul Verlaine und Voltaire übertrug er ins Deutsche. Von 1904 bis Mitte der 1930er Jahre lebte Johannes Schlaf in Weimar.

33 : 25 cm. 11, [3] Blätter. – Blatt 1–3 mit kleinem Braunfleck.

  1015    Max Vonessamieh. Menschen.

Schätzpreis/Estimate: € 150 ( R5 )

Limit: € 100 ( R7 )

48 Bleistiftzeichnungen. Herausgegeben und mit einem Kommentar und zeitkritischen Texten versehen von Jürgen Seuss. Assenheim, BrennGlas 1998. Mit 48 Tafeln und Textblättern. Lose in Originalpappkassette.

Das erste von zwölf Exemplaren der Vorzugsausgabe A mit einer beigelegten monogrammierten Original-Bleistiftzeichnung, im Druckvermerk von Künstler und Herausgeber signiert. – Nanna Max Vonessamieh, 1970 in Lübeck geboren, studierte von 1991 bis 1997 Buchgestaltung und Illustration an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg. – Die teils skurrilen Porträts, jeweils auf einem Büttenkartonblatt reproduziert, ergänzte der Herausgeber durch Zitate von Hölderlin, Nietzsche, Adorno, Bloch, Sloterdijk und vielen anderen Philosophen. Die Texte jeweils auf rotes Transparentpapier gedruckt und mit dem Bild in einem Büttenumschlagblatt.

32,8 : 23,5 cm (Kassette).

1019  Elfriede Weidenhaus – Manfred Hausmann. Der golddurchwirkte Schleier.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Limit: € 200

Gedichte um Aphrodite mit Zeichnungen von Elfriede Weidenhaus. Stuttgart, Ernst Engel Presse 1978. Mit 24 Illustrationen im Text. Originalpappband.

Die erweiterte und erstmals illustrierte Sammlung der Gedichte erschien anlässlich des 80. Geburtstags des Dichters. – Zehnter Druck der Ernst Engel Presse von Walter Stähle. – Auf Dosabiki Masa-shi Japanpapier. – Druckvermerk vom Verfasser, der Künstlerin und dem Drucker signiert. – Vortitel mit signierter Tuschzeichnung der Künstlerin: »Exlibris Peter Baader«, datiert »21.10.2018«. – Beilage: Signierte und nummerierte Exlibrisradierung der Künstlerin für den Sammler.

28,0 : 21,6 cm. 43, [11] Seiten.

Spindler 33.10

1029  Burgart-Presse – Harald Gerlach. Ecce Homo.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Limit: € 700

[Radierungen und Prägedrucke von] Michael Morgner. Rudolstadt 1994. Zehn Prägedrucke, davon einer doppelblattgroß, signiert, datiert und betitelt, und neun Radierungen. Lose Doppelblätter zusammen mit dem Impressum in Originalkassette mit montierter Originalgraphik auf dem Vorderdeckel.

Zwölfter Druck der Burgart-Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Ausgabe B (Gesamtauflage 70 und 30 Belegexemplare). – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert, der doppelblattgroße Prägedruck auf dem Titelbogen signiert und betitelt »Angst«. – Auf Hahnemühle-Bütten. – Jedes der neun Doppelblätter links mit einem Gedicht, gedruckt über einen Prägedruck, rechts jeweils eine Radierung. – Michael Morgner (geboren 1942) erhielt 2012 den Gerhard Altenbourg-Preis. – Diese Edition der burgart-presse von Jens Henkel erschien in Zusammenarbeit mit der Chemnitzer »Galerie Oben« und der Galerie Gunar Barthel, Berlin. Es folgten zwei weitere Portfolios mit Graphiken von Max Uhlig und Eberhard Göschel (KatNrn. 1030 und 1031). – Beilage: Michael Morgner. Ohne Titel. Lithographie. 1995. 37,2 : 47,5 cm (39,8 : 53,3 cm). Monogrammiert, datiert und nummeriert, rückseitig nochmals signiert und datiert. Exemplar 7/100. Auf Hahnemühle-Bütten.

59,5 : 42,7 cm. 10 Doppelblätter, 1 Blatt.

30 Jahre Burgart, S. 69

  1045    Christoph Meyer – Bertolt Brecht. Der Paß.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R5 )

Limit: € 400 ( R7 )

Zeichnungen von Christoph Meyer. Berlin, Alligatorpess 2007. Mit fünf farbigen Zeichnungen. Originalbroschur mit grünem Büttenumschlag.

Edition mote 1. – Eins von 25 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert, datiert und nummeriert. – Den Text druckte Peter Rensch auf der Andante Handpresse, die Illustrationen zeichnete der Künstler in Rot und Schwarz mit Kugelschreiber und Tusche. Jedes Exemplar innerhalb der Auflage ist somit ein Original. »In der Wiederholung entwickeln sich Variationen […] so dass jedes Exemplar unverwechselbar gezeichnet ist – anders als der Pass, der den Menschen durch eine Reihe von normierten Aspekten identifiziert« (Michael Lailach, in einem Werbetext der Edition).

32,8 : 24,3 cm. [12] Seiten.

  1046    Christoph Meyer – Nelly Sachs. Faustschlag.

Schätzpreis/Estimate: € 600 ( R5 )

Limit: € 400 ( R7 )

Zeichnungen von Christoph Meyer. Berlin, Alligatorpress 2008. Mit fünf Zeichnungen. Originalbroschur.

Edition mote 2 – Eins von 25 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert, datiert und nummeriert. – Den Text druckte Peter Rensch auf der Andante Handpresse, die Illustrationen fügte der Künstler mit rotem, bei einer Zeichnung zusätzlich mit blauem, Kugelschreiber ein. Jedes Exemplar innerhalb der Auflage ist somit ein Original.

32,8 : 24,3 cm. [12] Seiten.

  1047    Christoph Meyer – Ernst Jandl. Erwarte von Wörtern nichts.

Schätzpreis/Estimate: € 900 ( R5 )

Limit: € 600 ( R7 )

Berlin, Edition B.L.4 2015. Mit drei farbigen Zeichnungen (Tusche und Aquarell) und vier farbigen Walzendrucken. Roter Originalleinenband mit silbergeprägtem Rückentitel. Im Originalschuber mit blindgeprägtem Monogramm.

Edition mote 11. – Künstlerexemplar »(E.A) 3«, neben der Auflage von gerade einmal zehn Exemplaren. – Der Text im Buchdruck, die Illustrationen von Hand eingezeichnet. – Als Blockbuch gebunden.

32,0 : 24,8 cm. [14] Seiten.

  1049    Neuhauser Kunstmühle – Markus Krön. Ansichten der Stadt Salzburg.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Limit: € 700

12 Lithographien. Salzburg, Neuhauser Kunstmühle 2007. Zwölf ganzseitige Farblithographien. Mit Titel und Druckvermerk in orangefarbenem Originalleinenband mit montierter Deckellithographie.

Eins von zwölf Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert, datiert und nummeriert. – Die Lithographien wurden vom Künstler direkt auf den Stein gezeichnet und an der Reiberpresse von Thomas Franke auf Zerkall-Bütten gedruckt. – Der Künstler überrascht den erwartungsvollen Betrachter durch banale Bildobjekte, die hier in den Vordergrund »treten« und die gewohnten, touristisch vermarktbaren, Motive als Nebensächliches erscheinen lassen. Über seine dieser Gestaltung zugrunde liegenden Gedanken schreibt der Österreicher Markus Krön (geboren 1970) auf seiner Webseite: »Thujenhecken, Schallschutzwände, Einfamilienhäuser, Silos usw. betrachte ich vor allem als menschliche Zeichen in der Landschaft. Alles befindet sich an dem von Menschen bestimmten Ort«.

33 : 42 cm. 14 Blätter.

  1050    Neuhauser Kunstmühle – Michael Hedwig. Sterntaler.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Limit: € 800

Lithographien und Radierungen zu einem Text von Karin Peschka. Salzburg, Neuhauser Kunstmühle 2008. Mit neun Farblithographien und acht Radierungen im Text, davon eine blattgroß. Leporellobuch.

Eins von 21 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt aus der Centaur, gedruckt auf Zerkall-Bütten. Insgesamt 20 Blätter wurden auf zehn mit Leinenfälzen verbundene Pappelsperrholzplatten aufgezogen. – Die eine Seite des Leporellos bietet die farbige Bildgeschichte, die andere den mit Radierungen illustrierten Text. – Der Österrreicher Michael Hedwig (geboren 1957) ist vor allem durch Kunstwerke im öffentlichen Raum bekannt. Seit 1985 ist er zugleich Lehrender an der Akademie der bildenden Künste Wien. – Karin Peschka (geboren 1967), deren erste Veröffentlichung dieses Künstler-Buch-Objekt darstellt, wurde unter anderem 2017 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. – Das großformatige und dabei unerwartet leichte Buch beeindruckt durch den Gegensatz der leichten, fast fröhlichen Lithographien und der eleganten Strenge der Textseiten.

53 : 40 cm. [20] Seiten.

  1051    Neuhauser Kunstmühle – Josef Zenzmaier. Mein Weg zur Großmutter.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Limit: € 600

[Ein Weg in Bildern]. Salzburg, Neuhauser Kunstmühle [um 2015]. Neun Farblithographien und drei Textblätter. Gelber Originalleinenband mit zweifarbig lithographierter Einbandbanderole.

Eins von 35 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Auf BFK Rives. – Gedruckt von Joe Holzner, gestaltet von Nikolaus Topic-Matutin. – Der österreichische Bildhauer Josef Zenzmaier (geboren 1933) wandte sich erst in den 1990er Jahren der Lithographie zu.

39,4 : 57,0 cm. 12 Blätter.