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Pressendrucke 1900–1945 | Hesse-Auktionen
Pressendrucke 1900–1945

463  Ashendene Press – The Wisdom of Jesus, the Son of Sirach.

€ 2000

Commonly called Ecclesiasticus. Chelsea 1932 [1933]. Mit 178 farbig eingemalten Initialen von Graily Hewitt. Originalpergamentband, rot eingefärbt, mit vergoldetem Rückentitel und hellroten Schließbändern (signiert: W. H. Smith & Son Ltd.). Im Originalschuber.

Eins von 328 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 353). – Gedruckt von C. H. Hornby unter Mithilfe von H. Gage-Cole. – Gesetzt aus der Subiaco-Type, Druck in Rot und Schwarz. – Die 178 Initialen wurden von Graily Hewitt und Mitarbeiterinnen in verschiedenen Größen, Farben und Schattierungen mit der Tuschfeder eingemalt. – Der vorletzte offizielle und zugleich wohl perfekteste Druck der Presse. »In my humble judgment it is one of the most satisfactory books of the Press« (St. J. Hornby). – Großartiges Exemplar dieser beeindruckenden Ausgabe.

29,5 : 20,0 cm. [2], 182 Seiten, je drei leere Blätter am Anfang und Ende. – Ränder unmerklich berieben. – Sammlerstempel auf Vorsatz und Impressum.

Hornby XXXVIII. – Franklin, Ashendene S. 186–197 und 242

464  Golden Cockerel Press – Theophile Gautier. Mademoiselle de Maupin.

€ 250

A Romance. Translated by R. & E. Powys Mathers. Engravings by John Buckland Wright. [London 1938]. Mit acht Radierungen. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 450 Exemplaren (Gesamtauflage 500). – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten. – The Golden Cockerel Press, 1920 von Harold Midgley Taylor gegründet, wurde bis 1960 betrieben. Ein Hauptmerkmal waren handgefertigte limitierte Auflagen mit Original-Illustrationen unter anderem von Eric Gill, Robert Gibbind, John Buckland Wright, Blair Hughes-Stanton u. a. Die Presse leistete einen wichtigen Beitrag zur Wiederbelebung der britischen Tradition des Holzstiches.

26,0 : 20,5 cm. 284, [4] Seiten, 8 Radierungen. – Deckelränder leicht verfärbt und mit kleinen Kratzspuren. – Sammlerstempel auf Vorsatz und Titelblatt.

Franklin 317

465  The Psalms of David.

€ 350

Folkestone, Dawson 1977. Mit farbigem Titelblatt. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (George Miller, Bryn). Im grünen Originalbuckramschuber.

Eins von 20 römisch nummerierten Exemplaren der in Ganzpergament gebundenen Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 315). – Gesetzt aus der Golden Cockerel Type von E. Gill, die erstmals 1931 für die »Four Gospels« der Golden Cockerel Press verwendet wurde. – Gesetzt von Sebastian Carter und Anne Geer, gedruckt von Sebastian Carter auf der Rampant Lions Press, Cambridge, auf Barcham Greens Paper. – Unbeschnittenes, sehr gut erhaltenes Exemplar.

35,0 : 23,5 cm. [6], 151, [7] Seiten. – Kleiner Sammlerstempel unter dem Druckvermerk.

466  John Buckland-Wright – Musaios. Hero & Leander.

€ 500

Translated from the Greek by F. L. Lucas. [London,] Christopher Sandford 1949. Mit zwölf, meist blattgroßen Radierungen von John Buckland-Wright. Originalpergamentband. Rückentitel, Deckelvignette, Innenkantenfilete und Kopfschnitt vergoldet (signiert: S[angorski] & S[utcliffe], London). Im Leinenschuber.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der zusätzlichen zwölften Radierung. – Auf Bütten. – Druckvermerk vom Künstler und Übersetzer signiert. – Buchgestaltung, Druck und Vertrieb lagen in den Händen von Christopher Sandford, der 1933 zusammen mit Fr. Newbery und O. Rutter 1933 die finanziell angeschlagene Golden Cockerel Press übernahm und spätestens dadurch in Kontakt zu John Buckland-Wright kam. – Sehr schönes Exemplar.

23,1 : 14,8 cm. 47, [1] Seiten. – Kleiner Sammlerstempel auf Innendeckel und unter dem Druckvermerk.

467  Gregynog Press – Robert Vansittart. The Singing Caravan.

€ 250

A Sufi Tale. Montgomeryshire, Gregynog Press 1932. Mit einem zweifarbigen Holzstich-Frontispiz und zahlreichen, teils zweifarbigen, Initialen. Brauner Originalschaflederband mit vergoldeten Titeln.

Eins von 250 Exemplaren. – Das Frontispiz und die Verzierung der Initialen stammen von William Mac Cance. – Auf englischem Velin. – Robert Vansittart (1881–1957) war ein einflussreicher britischer Diplomat. Neben seiner politischen Tätigkeit verfasste er einige Dichtungen, die unter anderem sein Cousin T. E. Lawrence, Lawrence von Arabien, sehr bewundert haben soll. – Laut Harrop einer der schwer zu findenden Gregynog-Titel.

28,5 : 18,0 cm. VII, [3]. 142, [6] Seiten. Einband leicht berieben und fleckig. – Innendeckel, Titelblatt und Druckvermerk mit kleinem Sammlerstempel. – Die unbeschnittenen Ränder leicht gebräunt. Vereinzelte kleine Stockflecken. Vorsatzränder gebräunt.

Harrop 22

468  Kelmscott Press – Jacobus de Voragine. The Golden Legend

€ 2000

of Master William Caxton done anew. Edited by Frederick S. Ellis. Volume I – III. Hammersmith, Kelmscott Press für Bernard Quaritch, London 1892. Mit Holzschnitttitel sowie zahlreichen -bordüren und teils großen figürlichen -initialen von William Morris und zwei blattgroßen Holzschnitten nach Entwürfen von Edward Burne-Jones. Originalinterimshalbleinenbände mit Rückenschildern. In Schubern.

Eins von 500 Exemplaren. – Auf Bütten. – Gesetzt aus der »Golden Type«, die William Morris für dieses Werk entwarf und die bereits 1890 von E. P. Prince geschnitten wurde. Sie basiert auf Vorlagen aus dem 15. Jahrhundert. Da sich der Druck des ersten »Opus magnum« der Presse verzögerte, wurden bereits vorher einige kleinere Drucke aus der »Golden Type« gesetzt. – Der erste englische Buchdrucker, William Caxton, hatte 1483 eine englische Ausgabe der »Legenda aurea« herausgebracht. Morris besaß einen Nachdruck von 1527. – William Morris und seine Kelmscott Press stehen am Beginn der Erneuerung der europäischen Buchkultur. »Wer das Glück hat, in der ›Golden Legend‹ von Jacobus de Voragine (1892), in ›The Recuyell of the historyes of Troye› (1892) oder in Chaucer’s ›Works‹ (1896) zu blättern, wird im tiefsten berührt. Die Schönheit der Drucke von Morris entrückt den Beschauer in beglückende Ferne« (Georg Kurt Schauer). – Mit dem häufig fehlenden Blatt mit den Anweisungen für den Buchbinder, das Buch weder zu beschneiden noch zu pressen. – Teilweise unaufgeschnitten. – Sehr schönes Exemplar dieser ersten typographischen Großtat Morris’.

29,5 : 21,5 cm. XII, [2], 464 Seiten, [2], 2 Holzschnitte; [2], 465–864, [2] und [2], 865–1286, [4] Seiten. – Deckel leicht fleckig, Rücken etwas gebräunt. – Wenige Seiten leicht gebräunt. – Exlibris.

Tomkinson 109, 7. – Schauer I, 82. – Papiergesänge 5

469  Kelmscott Press – William Morris. Architectur, Industry, and Wealth. Collected Papers.

€ 120

London, New York und Bombay, Longmans, Green and Co. 1902. Original-Interimshalbleinenband mit Rückenschild.

Erste Ausgabe dieser Sammlung von elf Texten aus den Jahren 1880–1892. – Wohl nur in kleiner Auflage erschienen. – Gedruckt auf der Chiswick Press mit der von Morris für seine Kelmscott Press entworfenen »Golden Type«. – Auf starkem Bütten mit Wasserzeichen »WM«, die Kapitelüberschriften in Rot gedruckt. – Durch seine vielfältigen Fähigkeiten und Kenntnisse sowie seine Ansprüche an eben diese Bereiche künstlerischen Wirkens wurde William Morris (1834–1896) zu einer der zentralen Figuren der englischen Arts and Crafts-Bewegung. Diese führte Anfang des 20. Jahrhunderts nicht zuletzt zur Erneuerung der europäischen Buchkunst.

29,3 : 21,0 cm. III, [1], 163, [1] Seiten. – Einband leicht fleckig, Vorsätze leicht gebräunt. – Unaufgeschnittenes Exemplar.

470  Geoffrey Chaucer. The Works,

€ 600

now newly imprinted. London, Basilisk Press 1974. Faksimile und Kommentarband. Mit zahlreichen Illustrationen, Bordüren und Initialen nach den Originalholzschnitten von Edward Burne-Jones, Kommentarband mit zahlreichen Abbildungen, darunter 85 montierte. Farbig bedruckte Originalleinenbände in Originalschuber.

Eins von 515 Exemplaren. – Auf Bütten mit dem Originalwasserzeichen der Kelmscott Ausgabe. – Der Einbandstoff wurde nach dem Entwurf »Larkspur« von William Morris aus dem Jahr 1874 hergestellt. – Der Kommentarband von Duncan Robinson widmet sich den Vorzeichnungen von Edward Burne-Jones, die hier erstmals veröffentlicht wurden. – 1896 erschien der »Kelmscott Chaucer«, es wurde als ein Meisterwerk der Buchproduktion und des Verlags gefeiert und stellt einen Höhepunkt von Morris’ Karriere als Typograph und Designer dar. – »The Works of Geoffrey Chaucer« represents the culmination of Morris’s lifelong search for the Ideal Book; it is the kind of book that he and Burne-Jones dreamed of creating when they were undergraduates and that they attempted unsuccessfully to produce during the 1860s and 1870s: ›It should have come out when Morris and I were at Oxford in our first term‹ Burne-Jones wrote, ›and we should have lost our senses with bliss‹. Instead it came at the end of Morris’s life, when he was able to pour into this single volume all his bibliophilic passion and his unmatched skill as a designer of ornaments« (Nachwort). – Herausragendes Faksimile im Hochdruck und somit dem Original um Welten näher als spätere Offsetnachdrucke.

Original red and white floral patterned cloth, in the publisher’s blue slipcase. Excellent, fresh set. Woodcut illustrations after Sir Edward Burne-Jones by John Swain and Son, London. Printed in black and red in Chaucer type, the titles of longer poems printed in Troy type. Companion volume with 85 tipped-in plates from pencil drawings by Edward Burne-Jones. Limited edition, one of 515 copies. A superb copy of the Kelmscott Chaucer.

43,5 : 30,0 cm. [8], 554, [2] Seiten (Faksimile), 146, [2] Seiten.

472  Nonesuch Press – Homer. Iliad. – Odyssey.

€ 900

[With the Translation by Alexander] Pope. [London], Nonesuch Press 1931. Jeweils mit Titelvignette, 47 Kopfstücken und einer Schlussvignette, alle in Holz geschnitten von Fritz Kredel und Rudolf Koch. Ziegelfarbene Original-Nigerziegenlederbände mit dezenter Vergoldung.

Eins von 1450 bzw. 1300 Exemplaren. – Die meist doppelseitig eingefügten Kopfstücke zu den jeweils 24 Gesängen verwenden Figuren von Fritz Kredel und Ornamente von Rudolf Koch. – Die Ausgabe vereint im Paralleldruck den griechischen Text der Oxforder Ausgabe, gesetzt aus der Greek Type von J. van Krimpen, und die englische Übersetzung von Alexander Pope, gesetzt aus der Cochin. – Handpressendruck von Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. Auf Pannekoek-Bütten. – Mit dem Beilageblatt »On first looking«. – In seiner klassischen Gestaltung beeindruckender Pressendruck.

27,5 : 16,0 cm. [8], 926, [10]; – Deckel etwas stockfleckig, Rücken von Band 1 aufgehellt und unten etwas fleckig. – Innendeckel und Titelblätter mit kleinem Sammlerstempel.

Ransom II, 72 und 78. – Salter 1.17 und 1.18. – Tiessen II, 8 und 9

473  Grabhorn Press – The Voiage and Travaile of Sir John Maundevile Kt.

€ 800

Which Treateth of the Way to Hierusalem, and of Marvayles of Inde, with other Ilands and Countryes. New York, Random House 1928. Mit 31 Textholzschnitten sowie zahlreichen farbig eingemalten Initialen und Rubrizierungen, alle von Valenti Angelo nach alten Originalen. Originalhalbleder-Holzdeckelband mit blindgeprägtem Rückentitel. Im Leinenschuber.

Eins von 150 Exemplaren. – Gedruckt auf der Grabhorn Press, San Francisco. Ursprünglich war die Auflage für den Eigenvertrieb vorgesehen, der Mitbegründer von Random House, Bennett Cerf, soll aber – als er Probedrucke dieser Ausgabe sah – so begeistert von der Typographie gewesen sein, dass er die Gesamtauflage übernahm. – Gesetzt aus der Bibel Gotisch von Rudolf Koch. Die von Koch selbst geschnittene Schrift wurde von den Gebrüdern Klingspor für diese erste Verwendung in Amerika zur Verfügung gestellt. – Typographie und die künstlerische Ausgestaltung durch Valenti Angelo (1897–1982) orientieren sich stark an Inkunabeldrucken. Allein etwa 5000 Initialen in Rot, Blau und Gold wurden von Angeli in der Auflage eingemalt. – Der Text der wichtigen Reisebeschreibung, die im 14. Jahrhundert entstand und unter dem Namen Jehan de Mandeville erschien, folgt einer englischen Ausgabe von 1725. Beschrieben werden tatsächliche und fiktive Erlebnisse während seiner Reise ins Heilige Land, den Fernen Osten und das Königreich des Priesterkönigs Johannes. – Schöner breitrandiger Druck in der Originalbindung von William Wheeler.

This attractively bound, printed, and illuminated edition of a famous Medieval travel book is one of the finest productions of the Grabhorn Press, and was recognized in 1928 as one of the 50 Books of the Year by the AIGA design association. The content, type, illustrations, illuminations, and binding come together to create a tribute to early books and at the same time a very pleasing example of modern private press printing. This book marked the first use in America of the Bibel Gotisch type designed and cut by Rudolf Koch, and Heller & Magee observes that the work “was an ideal subject for this type and for the simple medieval illustrations of Valenti Angelo that accompany it” (not to mention the 5,100[!] initials Angelo illuminated by hand in the 150 copies).

36,8 : 24,5 cm. [4], 156, [4] Seiten. – Rückenbezug minimal brüchig, Innengelenke und (kaum sichtbar) der Rücken am oberen Kapital restauriert. – Innendeckel und Titelblatt mit kleinem Sammlerstempel.

Ransom I, 302, 12

474  Lovis Corinth – Friedrich von Schiller. Die Räuber.

€ 1000

Hellerau, Avalun 1923. Mit zwölf Lithographien von Lovis Corinth im Text, davon sieben blattgroß und signiert. Originalpergamentband mit schwarzgedrucktem Rücken- und Deckeltitel sowie Kopfgoldschnitt (E. A. Enders, Leipzig).

31. Avalun-Druck. – Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Lithographien und im Ganzpergamentband, jedoch ohne die Extrasuite, die den ersten 50 Exemplaren beigegeben wurde (Gesamtauflage 280). – Auch im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Handsatz aus der Mendelssohn-Type. Diese expressionistische Schrift von Georg Mendelssohn entstand im selben Jahr wie Christian Heinrich Kleukens’ Judith-Type. – Breitrandig gedruckt, in Schwarz und Rot, von Jakob Hegner, Hellerau.

35,0 : 25,2 cm. 103, [5] Seiten. – Einband leicht fleckig. – Vereinzelte Oberränder, besonders die der Vorsätze, leicht stockfleckig.

Müller 797–808. – Rodenberg 337, 31. – Schauer II, 87. – Lang, Impressionismus 43

475  Bremer Presse – Cornelius Tacitus. De situ moribus et populis Germaniae qui fertur libellus. – Deutschland. Rudolf Borchardt.

€ 800

Bremen 1914. Dunkelblauer Saffianlederband mit vergoldeten Fileten auf den Deckel-, Steh- und Innenkanten sowie als Umrahmung der Rückenfelder. Kopfgoldschnitt (signiert: K. Ebert, München). Im Schuber.

Eins von 250 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse (Gesamtauflage 265). – Das zweite Buch der Presse und das letzte noch in deren Heimatstadt gedruckte (ausgeliefert allerdings erst nach Kriegsende). Bis Ende des Krieges unterbrach die Presse ihre Arbeit und öffnete die Werkstatt erst wieder 1919 nach dem Umzug nach Bad Tölz, wo man das Landhaus von Thomas Mann erworben hatte. 1921 erfolgte der endgültige Umzug nach München. – Wie der Erstling der Presse gesetzt aus der von Willy Wiegand entworfenen und von Louis Hoell geschnittenen 16pt Antiqua, der ersten eigenen Schrift der Presse. – Mit zwei Titeln, zwei Initialen und einem Signet von Anna Simons. Nach der Buchbinderin Frieda Thiersch stieß 1914 die Schülerin des weltbekannten englischen Schriftkünstlers Edward Johnston zum Mitarbeiterkreis und zeichnete für viele Jahre die Titel, Initialen und Signete. Das von Rudolf Alexander Schröder entworfene Pressensignet, 1913 auf dem Titel von Hofmannsthals »Die Wege und die Begegnungen« verwendet, wandelte sie für den Tacitus leicht ab. Schönes Exemplar in elegantem Handeinband.

29,0 : 18,5 cm. [18], XXVIII, [8], [2], 33, [7] Seiten. – Rücken schwach verfärbt. Hinterdeckel leicht fleckig. – Vorsatzränder gebräunt.

Lehnacker 2. – Rodenberg 57, 2. – Isphording I, 26

476  Bremer Presse – Chansons d’amour.

€ 700 ( R7 )

Chansons populaires de France. München 1921. Originalpergamentband; Rückentitel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Bremer Binderei F. Th.).

Eins von 270 Exemplaren. – Sammlung französischer Volkslieder des 15. bis 18. Jahrhunderts, ausgewählt und herausgegeben von Josef Hofmiller. – Initialen von Anna Simons. – Gedruckt auf Zanders-Bütten. – Schönes Exemplar.

26,4 : 17,4 cm. [6], 102, [16] Seiten.

Lehnacker 8 (noch als Tölzer Druck verzeichnet)

477  Bremer Presse – Lieder der deutschen Mystik.

€ 400

Ausgewählt und herausgegeben von Josef Bernhart. München 1922. Originalpergamentband, Rückentitel, Deckelkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Bremer Binderei, F. Th.). Im Originalschuber.

Eins von 270 Exemplaren auf Zanders-Bütten. – Titel, Untertitel und die 66 Initialen stammen von Anna Simons. – Mit Inhalts- und Wörterverzeichnis (mit Erläuterungen).

27,3 : 18,0 cm. [6], 93, [25], [8] Seiten. – Schuber angeplatzt. Deckel ganz leicht aufgebogen. – Vereinzelt minimal stockfleckig. Sammlerstempel auf Vorsatz und Impressum.

Lehnacker 13. – Rodenberg 58, 13

478  Einbände – Brauner Schweinslederband mit Blindprägung.

€ 2000 ( R7 )

– Inhalt: Homers Odyssee. Übersetzt von Johann Heinrich Voss. München, Bremer Presse 1926.

Eins von 280 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Den Titel und die Initialen zeichnete Anna Simons. – Zwei Jahre zuvor erschienen »Odyssee« und »Ilias« in der Originalfassung, gesetzt aus der berühmten Griechisch-Type der Presse. – Die Voss-Übersetzung von 1781 wurde für die Neuausgabe durchgesehen von Carl Georg von Maassen. – Vorblatt mit kalligraphierter Widmung »für den Herrn Minister des Inneren zur Vollendung des 59. Lebensjahres vom Ministerium für Volksbildung, Kunst und Wissenschaft«, mit drei Unterschriften und datiert »Halle, 30.12.1946«. – Diese Provenienz lässt, verbunden mit der künstlerisch gekonnten Gestaltung und handwerklichen Perfektion, vermuten, dass der Einband in der Werkstatt der Kunsthochschule Halle/Burg Giebichenstein entstanden ist. – Vignette auf dem Vorderdeckel, Fileten und Rückentitel in Blindprägung. Innendeckel und Vorsätze mit Japanfaserpapier bezogen.

28,7 : 19,5 cm. 10, [384] Seiten. – Rücken mit zwei Flecken, beide Deckel minimal fleckig.

Lehnacker 21. – Rodenberg 485, 21

479  Bremer Presse – Biblia.

€ 400

Das ist: Die Gantze Heilige Schrifft – Deudsch. D. Martin Luther. Erster [bis] Fünfter Band. München 1926–1928. Blau-graue Originalpappbände mit Rückenschild (signiert: Bremer Binderei). Alle im Originalschuber.

Eins von 365 Exemplaren. – Auf unbeschnittenem Zanders-Bütten. – Gesetzt aus der für diese Bibel-Ausgabe geschnittenen »Deutschen Schrift«, der sogenannten »Bibel-Type«. – Die Titel und alle Initialen zeichnete Anna Simons. – Dieses umfangreichste Werk der Bremer Presse erschien anlässlich der Vollendung der Luther-Übersetzung vor 400 Jahren. Die Textdurchsicht auf Grundlage der Luther-Ausgaben von 1545 und 1546 übernahm der Münchner Germanist Carl von Kraus (1868–1952), der bereits die Ausgaben von Dichtungen Heinrichs von Morungen (1925) und Walthers von der Vogelweide (1926) der Bremer Presse betreut hatte. – Aufteilung: Band I. Die fünf Bücher Mose. – Band II. Die historischen Bücher des Alten Testaments. – Band III. Die prophetischen Bücher und die Apokryphen. – Band IV. Die Propheten. – Band V. Das Neue Testament. – Vor allem innen beeindruckend gut erhaltenes Exemplar dieser typographischen Großtat. Die »Bibel-Type« wurde, wie alle Druckschriften der Presse, 1944 bei einer Bombardierung Münchens vernichtet. – Dazu: Homer (griechisch). München 1924. Graublauer Originalpappband mit Rückenschild. 16. Druck der Bremer Presse. – Eins von 615 Exemplaren (römisch nummeriert). – Auf Zanders-Bütten. – Herausgegeben von Eduard Schwarz. – Gedruckt in der 16pt Griechisch der Presse. Holzschnitt-Titel von Anna Simons.

36,2 : 26,2 cm. Zusammen etwa 2200 Seiten. – Zwei Schuber beschädigt, alle Ränder gebräunt. Einbandrücken gebräunt, einer am oberen Gelenk angeplatzt. – Sammlerstempel jeweils auf dem Vorsatz und Titelblatt.

Lehnacker 26–26. – Rodenberg 485, 22. – Schauer II, 69 (mit Abbildungen)

480  Bremer Presse – Sonnets.

€ 300

München 1931. Moderner grüner Maroquinband mit silbergeprägtem Rückentitel. Im Schuber mit grünen Lederkanten und Samtfutter.

Handpressendruck der Bremer Presse. – Eins von 275 Exemplaren. – Enthält Dichtungen von Sir Thomas Wyatt, William Shakespeare, John Keats, John Milton und anderen. – Auf Zanders-Bütten. – Den Titel und die 16 Initialen zeichnete Anna Simons.

30,2 : 21,0 cm. 238, [2] Seiten. – Kleiner Sammlerstempel auf dem Innendeckel, unter dem Inhaltsverzeichnis und unter dem Druckvermerk.

Lehnacker 34. – Schauer II, 69

481  Henry van de Velde – Eugène Delacroix. Literarische Werke.

€ 700

Deutsch von Julius Meier-Graefe. Leipzig, Insel 1912. Marineblauer Originalecraséband mit vergoldeter ornamentaler Deckelvignette, goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: KGS Weimar).

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 30 Exemplaren der sehr seltenen Vorzugsausgabe nach einem Entwurf Henry van de Veldes in Maroquin gebunden. – Die Vignette auf dem Vorderdeckel steht ganz unter dem Einfluss seiner Griechenlandreise. »Dem Auge des Zeitzeugen mußte tatsächlich als sensationell erscheinen, daß der Künstler die Kraft aufbrachte, bei dem Einband allein auf die Wirkung des Raums, auf das Material, auf die Farbe zu vertrauen. […] Ein hinreißend schlichter Entwurf« (Brinks, S. 111). – Hinterer Innendeckel mit dem vergoldeten Prägestempel der Buchbinderei der Kunstgewerbeschule Weimar.

25,4 : 15,5 cm. [6], 410, [8] Seiten. – Obere Ränder und Rücken verfärbt. Kanten und Ecken berieben, Bünde mit kleinen Schabstellen. – Exlibris.

Brinks 105 (Abb. 39). – Sarkowski 368 VA

482  Cranach Presse – Maurice Maeterlinck. La puissance des morts.

€ 1000

Weimar 1916. Gefalteter Bogen.

Exemplar 1 von 50. – Auf Van Gelder-Bütten. – Im Auftrag von Henry van de Velde von der Cranach Presse angefertiger Kriegsdruck, der als Manuskript gedruckt wurde und nicht in den Handel gelangte. – Henry van de Velde, der auch die typographische Gestaltung übernahm, ließ hier – während des Ersten Weltkriegs – mit Materlinck einen der wichtigsten belgischen Schriftsteller zu Wort kommen, zwei Jahre nachdem deutsche Truppen die Universitätsbibliothek Löwen in Belgien niedergebrannt hatten. – Aufgrund der kleinen Auflage und des ephemeren Charakters sehr selten. Selbst Renate Müller-Krumbach konnte kein Exemplar nachweisen, ihre Beschreibung beruht auf den Angaben in Kesslers Titelverzeichnis. – Dazu: Harry Graf Kessler. Die 5. Genfer Völkerbundstagung. Berlin 1924. Originalbroschur. Sonderdruck aus »Die Nation«, überreicht durch die Deutsche Liga für Menschenrechte e.V. – Kessler nahm als inoffizieller Beobachter an den Tagungen teil. Selten. 21,8 : 14,4 cm.

21,8 : 13,5 cm. [2], 5, [1] Seiten. – Titelseite teils leicht stockfleckig und mit kleinem schwachen Eckknick.

Müller-Krumbach 24. – Brinks, Cranach Presse 40. – Brinks, van de Velde 132. – Weber 74

483  Cranach Presse – Prospekt zu »Eclogen des Vergil«.

€ 400

Weimar 1926. Doppelblatt mit einem Holzschnitt von Aristide Maillol und zwei Initialen.

Erster Prospekt zur deutschen Ausgabe der »Eclogen« (1926/27): Gefalztes Doppelblatt. Gesetzt aus der Caslon Antiqua, gedruckt in Rot und Schwarz auf MK-Bütten im Format des Buches. Titelseite mit Holzschnitt (Flöte spielender Hirte), Innenseiten mit der Beschreibung des Druckvorhabens, Rückseite mit Angaben zur Auflagenhöhe der einzelnen Ausgaben und den Preisen. Mit zwei von Eric Gill geschnittenen und Aristide Maillol ornamentierten Initialen. – Dazu: Sechs ungefalzte Bogen mit Probedrucken aus der französischen (1) bzw. deutschen (5) Ausgabe des Vergil. Auf dem starken Seiden-Hanffaser-Papier der Vorzugsausgabe, hier aber in etwas kleinerem Format (Höhe 28 cm) als die spätere Buchausgabe. Mit zehn Holzschnitten von Aristide Maillol. – Beigabe: Ein Bogen (Seiten 11–18) aus der deutschen und ein einseitig bedrucktes Doppelblatt (Seiten 60/65) aus der englischen Ausgabe sowie der Originalumschlag der deutschen Ausgabe (braunes Bütten, mit einem Titelholzschnitt).

Brinks 32. – Müller/Krumbach 40 Anmerkung

484  Aristide Maillol – Publius Vergilius Maro. Les Géorgiqves.

€ 1500

Texte latin et version française de l’Abbé Jacques Delille, gravures sur bois d’Aristide Maillol. Tomes prémier et séconde. Paris, Philippe Gonin 1937–1943 (1950). Mit 122 Holzschnitten im Text. Lose Doppelblätter in Originalhalbpergamentchemisen und -schubern.

Eins von 750 Exemplaren. – Auf Maillol-Gonin-Bütten mit den beiden schönen Wasserzeichen. – Die Holzschnitte in der Mehrzahl groß und in der Formensprache des späten Maillol, eine Reihe kleine, fast zierstückartige und einige Initialen. Die letzten Holzschnitte entstanden erst kurz vor Maillols Tod. – Eines der schönsten Bücher des französischen Künstlers. Sein künstlerisch reifstes Werk ergänzt die Holzschnitte zu Vergils »Eclogen«, die bereits 1913–1926 für die Cranach-Presse entstanden. Kesslers Plan, auch die »Georgika« mit Holzschnitten Maillols dort zu drucken, konnte nicht mehr realisiert werden.

32,5 : 24,0 cm. [12], 174, [12] Seiten; [12], 154, [10] Seiten. – Vereinzelt unbedeutend stockfleckig.

Rauch 144. – Garvey 175. – Monod 11339

485  Aristide Maillol – Longus. Les Pastorales ou Daphnis et Chloé.

€ 750

Traduction d’Aymot. Revue et complétée par P.-L. Courier. Bois originaux d’Aristide Maillol. Paris, Philipp Gonin 1937. Mit Holzschnitten im Text. Lose Doppelblätter in Originalumschlag, -halbpergamentchemise und -schuber.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 500 Exemplaren der französischen Originalausgabe, zeitgleich druckte Gonin auch eine englische und eine deutsche Ausgabe. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Bütten mit Maillols Wasserzeichen. – Entgegen den auch untereinander abweichenden Angaben bei Garvey und Rauch zählen wir einen Holzschnitt auf dem Umschlag, 46 im Text und vier kleine Holzschnitt-Initialen. – »Small in scale, it is perhaps the most harmonious of Maillol’s illustrated books« (Garvey). – Kaum eine Holzschnittfolge Maillols ist anmutiger als die zu der Erzählung von der unschuldigen Liebe der Hirtenkinder Daphnis und Chloe. »Sensual, sometimes erotic but in the best sense of both terms Maillol […]is a perfect illustrator of ancient and modern classics […] the predominant feeling that emanates from the wood engravings is one of tenderness« (W. J. Strachan).

22,0 : 13,5 cm. [8], 217, [7] Seiten. – Schuber etwas fleckig. Rücken leicht verblasst.

Carteret IV, 243. – Rauch 141. – Garvey 174

486  Aristide Maillol. 42 Holzschnitte zu »Longus. Les Pastorales ou Daphnis et Chloé.«

€ 450

1937. 21,7 : 13,5 cm (Blattformat).

»Sensual, sometimes erotic but in the best sense of both terms« (W. Strachan). – Nahezu vollständige Suite der berühmten Holzschnittfolge. – Auf Bütten, gedruckt in Rot. – Das Buch enthielt insgesamt 46 Holzschnitte, nach der rückseitigen Paginierung fehlen in der Folge die Holzschnitte 26, 27, 41 und 46. – Dazu: Probedruck zu Blatt 19. Holzschnitt. 10,2 : 10,2 cm (19,7 : 13,2 cm). Im Buch auf Seite 76 verwendet. – Hier noch im ersten Zustand und mit der starken äußeren Umrahmung, die später weggeschnitten wurde. – Auf Japan.

487  Renée Sintenis – Longus. Daphnis und Chloe.

€ 300

Mit 31 Holzstichen von Renée Sintenis. Hamburg, Ernst Hauswedell 1935. Mit 31 Holzstichen im Text. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im Originalschuber.

Eins von 200 Exemplaren (Gesamtauflage 230). – Im Druckvermerk von der Künstlerin signiert. – Übertragen und mit Nachwort von Ludwig Wolde. – Harry Graf Kessler plante 1930 eine Buchausgabe von Longus’ »Daphnis und Chloe« mit Illustrationen von Renée Sintenis und ließ 1930/31 Probedrucke anfertigen. »Nach Auflösung der Cranach-Presse fanden die überaus liebenswürdigen und anmutigen Holzstiche […] bald einen neuen Verleger, sie erschienen 1935 bei Hauswedell in Hamburg. Auch in diesem Druck wurden die Illustrationen mit einer Kursiv-Schrift kombiniert, wie es in der Cranach-Presse geplant war« (Renate Müller-Krumbach). – Beilage: Probedruck von Umschlag und Titel sowie ein Bleistiftmuster des geplanten Satzspiegels. – Aus Familienbesitz Erben Dr. Ernst Hauswedell.

26,0 : 17,0 cm. 131, [1] Seiten. – Leicht lichtrandig und minimal besoßen.

Müller-Krumbach 63. – 100 Jahre Cranach-Presse, Weimar 2013, 57. – Schauer II, 113

488  Aristide Maillol – Quintus Horatius Flaccus. Odes. I [et] II.

€ 2000

Texte latin et traduction en vers par le Baron Delort. Gravures sur bois d’Aristide Maillol. Paris, Philippe Gonin 1939–1958. Mit zahlreichen Holzschnitten im Text und je zwei Suiten der 118 Holzschnitte, die auch im Text verwendet wurden, einige dort und auf den Umschlägen wiederholt. Lose Doppelblätter in Originalumschlägen, zusammen in -halbpergamentchemisen und -schubern.

Eins von 50 Exemplaren der römisch nummerierten Vorzugsausgabe mit je einer Suite in Rot und Schwarz. – Im Druckvermerk von I und den Umschlägen der Suiten vom Verleger signiert und nummeriert. – Ursprünglich plante Harry Graf Kessler eine Ausgabe des Horaz. Bereits 1930 beauftragte er Maillol mit den Illustrationen, für den Druck eines Werkes des klassischen Altertums schienen Kessler nur Maillols Illustrationen dem Geist des Textes zu entsprechen. Es existieren Probedrucke dieses Vorhabens, die Cranach-Presse wurde aber 1931 geschlossen und das Projekt ad acta gelegt. Die Horaz-Ausgabe mit den Holzschnitten von Maillol übernahm der Verleger Philippe Gonin, von der Planung 1939 bis zur endgültigen Veröffentlichung vergingen allerdings fast 20 Jahre. Gonin hatte zeitgleich (1937–1943) auch die von der Cranach-Presse nur bis zu Probedrucken gelangten »Georgica«, den zweiten Teil des Vergil, herausgebracht. – Sechs (I) bzw. fünf (II) Holzschnitte auf den Umschlägen wiederholt. – Auf einigen Blättern der Suiten jeweils zwei oder drei Holzschnitte.

21,5 : 14,0 cm. [8], 179, [5] Seiten; [4], 278, [2] Seiten, 236 lose Holzschnitte. – Rücken der Chemise von II gebräunt. – Einige wenige Seiten, auch der Suiten, mit ganz schwachen Stockflecken.

Monod 6091

489  Cranach Presse – Hugo von Hofmannsthal. Gedichte. – Der Tod des Tizian.

€ 1000

[Werbeblatt der Cranach Presse] für die Pressa Ausstellung in Köln im März 1928. Weimar 1928. Doppelblatt mit zwei Textfragmenten und einer von Eric Gill geschnittenen und von Aristide Maillol ornamentierten Initiale, auf der Rückseite der Druckvermerk.

Unnummeriertes Exemplar auf Bütten. – Laut Druckvermerk wurden 15 nummerierte auf handgeschöpftem Maillol-Kessler-Bütten und fünf weitere auf Pergament gedruckt. – Gedruckt unter Leitung von Harry Graf Kessler. – Das Doppelblatt mit den Kolumnentiteln und der Initiale in Hellrot, ebenso der rückseitige Druckvermerk. – Brinks beschreibt das Blatt nur ohne Druckvermerk und damit ohne Angabe des Verwendungszwecks. Wie mit dem in gleicher Auflage gedruckten Bibel-Doppelblatt wollte Kessler auf der Kölner Ausstellung für sein neuestes Werk werben – angesichts der winzigen Auflage wohl eher nicht im herkömmlichen Sinne. – Makellos gut erhalten.

25,9 : 16,8 cm (also im Format des Buches). [4] Seiten.

Vgl. Brinks 69

490  Cranach-Presse – Prospekt zu »Hamlet«.

€ 400

Weimar 1929. Zwei Doppelblätter mit sechs Holzschnitten von Edward Gordon Craig und einer Initiale von Eric Gill und Aristide Maillol.

Zweiter Prospekt zur deutschen Ausgabe des »Hamlet«. Doppelblatt MK-Bütten im Format des Buches. Mit drei Holzschnitten von E. G. Craig. – Seite 1: Schrifttitel von Eric Gill, Titelholzschnitt »Hamlet lesend vor Kissen«. Innenseiten: Seiten 110 und 111 mit dem Holzschnitt »Hamlet mit gezogenem Schwert«. Rückseite: Ankündigung des Buches und Preisangaben der verschiedenen Ausgaben und Einbandvarianten, in Rot und Schwarz gedruckt, mit dem Holzschnitt »Der Wächter« und der Eingangsinitiale »I«. – Durch ein eingelegtes Doppelblatt (Seiten 149–152 der englischen Ausgabe mit drei weiteren Holzschnitten) wurde der Prospekt vielleicht für den internationalen Kundenkreis »aufgewertet«. – Beide tadellos.

36,0 : 24,3 cm.

Brinks 75 sowie aus 79. – Müller-Krumbach 48 Anmerkung

491  Cranach-Presse – Rainer Maria Rilke. Gesammelte Gedichte.

€ 600

Erster [bis] Dritter Band [von vier]. Leipzig, Insel 1930–1931. Originalhalbpergamentbände; Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Gerhard Prade, Leipzig).

Eins von 200 Exemplaren auf handgeschöpftem Maillol-Kessler-Bütten (Gesamtauflage 225). – Zwischentitel, Titelzeilen der Gedichte und das Pressensignet wurden in Rot gedruckt. – Titelschrift und Initialen zeichnete Eric Gill, die Initialen wurden von Aristide Maillol ornamentiert. – Diese ersten drei Bände wurden aus der Jenson-Antiqua und Johnston-Kursiv gesetzt und unter Aufsicht von Max Goertz und Harry Graf Kessler auf der Weimarer Cranach-Presse gedruckt. Den abschließenden vierten Band druckte die Leipziger Offizin Poeschel & Trepte 1934 nach Auflösung der Cranach Presse. – Das von Renate Müller-Krumbach erwähnte und bei John Dieter Brinks abgebildete zweite Titelblatt in Band 1 konnten wir bisher nur in einem Vorzugsexemplar nachweisen.

27,0 : 18,0 cm. – Hinterdeckel von III mit Schabstelle. – Deckel und innen teils leicht stockfleckig.

Müller-Krumbach 52. – Brinks 82 und 83. – Schauer II, 75. – Sarkowski 1348. – Mises 129. – Gill 342

492  Cranach Presse – The Duinese Elegies by Rainer Maria Rilke. – The Songs of Songs in Latin.

€ 400

Zwei englische Ankündigungsprospekte. Weimar [1931].

I. (Rilke). 1931 erschien Rilkes Dichtung in der Nachdichtung von E. u. V. Sackville-West. Mit Preisangaben in Guineas zu den Ausgaben auf Bütten und Pergament. Mit einem Werbetext und Nennung der Hogarth Press in London, die den Vertrieb übernahm. Einblattdruck. Gesetzt aus der Jenson-Antiqua und Johnston-Kursiv, gedruckt in Rot und Schwarz auf englisches Bütten. 29,5 : 18,3 cm. – II. (Song of Songs). 1931 erschien das Hohe Lied Salomos in drei Ausgaben (Latein, Deutsch und Französisch). Werbeprospekt für die lateinische Ausgabe. Doppelblatt mit Titel, den Seiten 26 und 27 mit einem ganzseitigen Holzschnitt von Eric Gill und zwei der ornamentierten Initialen. Auf Seite 4 Auflistung der drei Ausgaben (Bütten, Japan, Pergament) mit Preisen in Guineas. Dort wird auch Kesslers Plan erwähnt, eine Suitenausgabe der Holzschnitte zu verlegen. Dieses Vorhaben wurde nicht mehr realisiert. Mit Angabe des englischen Vertreters der Cranach Presse, Douglas Cleverdon. Gesetzt aus der Jenson-Antiqua, gedruckt in Rot und Schwarz auf Bütten. 25,7 : 13,0 cm. Makellos.

Brinks 86 und 90

493  Cranach Presse – Pierre de Margerie. Allocution prononcé à l’ouverture de l’exposition ›Le Salon des Bibliophiles‹ à Berlin

€ 450

le XIII. Octobre MCMXXIX. Probedruck. Weimar 1931.

Probedruck des Titels und der Seiten 4 bis 6 auf einem einseitig bedruckten und zweifach gefalzten Bogen Maillol-Kessler-Bütten. Seite 4 mit der von Eric Gill geschnittenen und von Aristide Maillol ornamentierten Eingangsinitiale »C«, als Negativprägung mit Goldbronze ausgeführt. – Dazu: Abdruck der letzten Seite mit dem Druckvermerk. Auf einem einfach gefalzten Pergamentbogen. Mit der eingedruckten Exemplarnummer »XIV« und dem Zusatz »Exemplaire hors commerce imprimé specialement pour le Dir. Max Goertz«. – Mit Druckdatum »février 1931«. Das Buch wurde im Januar und Februar 1931 gedruckt. Zunächst wurden 170 Bütten- und 15 Pergamentexemplare genannt, in den Februar-Exemplaren sind die Angaben auf 115 und 14 reduziert. Der Druck erfolgte unter Aufsicht von Harry Graf Kessler und dem Leiter der Cranach Presse Max Goertz. – Die Rede hielt der damalige französische Botschafter in Berlin anlässlich der Eröffnung der von der Deutsch-Französischen Gesellschaft ausgerichteten Ausstellung. »Der Druck der Margerie-Rede ist in der ganzen Einrichtung eine kostbare Fassung einer kaum bedeutungsvollen Rede, nimmt aber durch die Art seiner Gestaltung einen Platz zwischen den großen Drucken der Cranach-Presse ein« (Renate Müller-Krumbach).

Beide 29,0 : 18,0 cm.

Vgl. Brinks S. 416 mit Abbildung der Seite 4

494  Einhorn-Presse – Melchior Lechter. Tagebuch der Indischen Reise.

€ 400 ( R7 )

Als Manuskript gedruckt. Berlin, Otto von Holten 1912. Grüner Originalbocksaffianband mit vergoldeter Einhorn-Intarsie in blauem Leder. Rückenschild, Innenkantenbordüren und Buchschnitt vergoldet. Im Originalschuber.

Opus II der Einhorn-Presse. – Eins von 315 Exemplaren auf »eigens angefertigtem Alt-Bütten« (Gesamtauflage 333), vom Künstler im Druckvermerk monogrammiert und nummeriert. – Druck bei Otto von Holten, Berlin, in Grün und Schwarz. – »Alle Seiten mit gleichbleibendem mauresken Rahmen« (Rodenberg). – Melchior Lechter reiste 1910 in Begleitung seines Freundes Karl Wolfskehl nach Ceylon, Indien und Burma. – Ein prachtvoll üppiges Buch.

34,2 : 20,2 cm. [224] Seiten. – Deckel etwas berieben, Rücken stark verfärbt. – Leichte Stockflecken im Schnitt und teils auch an den Rändern.

Raub A 97. – Landmann S. 377. – Rodenberg 151

495  Ernst Ludwig-Presse – Das Hohe Lied von Salomo.

€ 1200

Leipzig, Insel 1909. Mit illustriertem Doppeltitel und acht ornamentierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Olivgrüner Maroquinband mit reicher Vergoldung und kleinen rot-goldenen Lederintarsien (signiert: O. Herfurth Berlin).

Fünftes Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 300 Exemplaren auf Japan. – Textbearbeitung von R. A. Schröder nach der Übertragung von Emil Kautzsch. – Breitrandiger Handpressendruck in Schwarz und Gold, für den erstmals die von Friedrich Wilhelm Kleukens entworfene Cicero Kleukens Antiqua verwendet wurde. – Eine der Ikonen der deutschen Buchkunst des Jugendstil in einem exzellenten Handeinband des Berliner Kunstbuchbinders Otto Herfurth. Beide Deckel werden durch vergoldete Fileten und Punktbordüren in sechs Doppelfelder unterteilt, die kreisförmige Mittelfelder mit Trauben und roten Blüten umschließen. Die Stehkanten ziert eine dünne vergoldete Filete, die breiten Innenkanten verziert mit Fileten, Punktbordüren und je zwölf der kleinen rot-goldenen Blütenmotive. Der Buchschnitt wurde umlaufend vergoldet. – In einer Leinenkassette, das Deckelschild mit der goldgeprägten Titelschrift nach Entwurf von Kleukens. – Selten so schön und in einem ebenso bemerkenswerten wie gut erhaltenen Handeinband.

25,2 : 16,3 cm. XXI, [3] Seiten. – Das Leinenfutter der Kassette etwas stockfleckig, sonst makellos.

Stürz 5. – Sarkowski 1392. – Rodenberg 74, 5

496  Ernst Ludwig Presse – Longus. Die Liebesgeschichte von Daphnis und Chloe.

€ 400

Leipzig, Insel 1910. Grüner Originallederband; Rückentitel, Deckelvignette, Bordüren auf Vorderdeckel und Innenkanten sowie der Kopfschnitt vergoldet.

Zehntes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf starkem Japan (Gesamtauflage 300). – Die Buchgestaltung lag in den Händen von Friedrich Wilhelm Kleukens, von ihm stammen der Titel mit schmückender Bordüre, die vier großen (nur in den Vorzugsexemplaren vergoldeten) Initialen, die gesamte Typographie und der Einbandentwurf. – Der deutsche Text dieser Ausgabe stammt von Ludwig Wolde.

26,8 : 18,0 cm. 167, [7] Seiten. – Rücken verfärbt und leicht berieben, Ränder mit einzelnen Schabstellen. – Vorsatzränder leimschattig. Erste und letzte Seiten leicht, die Vorsätze stärker stockfleckig.

Stürz 10. – ELP 13 (10). – Rodenberg 75, 10. – Sarkowski 1039

497  Ernst Ludwig Presse – Richard Wagner. Wieland der Schmiedt.

€ 500

Leipzig, Insel 1911. Brauner Originalkalblederband. Deckelvignette, Titel, Deckel-, Innenkantenfileten und -bordüren sowie Kopfschnitt vergoldet.

Elftes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 200). – Die große Deckelvignette, den Titel und die Initialen entwarf Friedrich Wilhelm Kleukens. – Druck in Braun und Schwarz. – Der Abdruck erfolgte mit Genehmigung der Erben Richard Wagners und der Firma C. F. W. Siegel’s Musikalienhandlung (R. Linnemann) in Leipzig aus Richard Wagners »Gesammelten Schriften und Dichtungen«.

23,1 : 16,2 cm. 51, [5] Seiten. – Einband mit einigen Stockflecken. Oberes Kapital restauriert. Kanten und Ecken schwach berieben.

Stürz 11. – ELP 16. – Rodenberg 75. – Schauer II, 63. – Sarkowski 1864

498  Ernst Ludwig Presse – Die Psalmen.

€ 2000

Übertragung Martin Luthers nach der letzten von ihm selbst durchgesehenen Ausgabe der deutschen Bibel (Wittenberg 1545). Leipzig, Insel 1911. Weinroter Originalecrasélederband mit reicher Deckel- und Rückenvergoldung. Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Carl Sonntag jun. Leipzig).

15. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 500). – Gesetzt aus der Cicero Kleukens-Antiqua. – Die Titel und die 150 Initialen zeichnete Friedrich Wilhelm Kleukens, der auch den Einband entwarf.

32,4 : 22,0 cm. [2], 119, [1] Seiten. – Deckel etwas aufgebogen, Vordergelenk brüchig, beide Gelenke an den Enden sorgsam restauriert. Einige Schabstellen an Bünden und Kanten. – Vorsätze stärker, Schnitt und einige wenige Seiten leicht stockfleckig.

Stürz 15. – ELP 24. – Rodenberg 75. – Schauer II, 65 (mit Abbildung des Einbandes). – Sarkowski 1270

499  Ernst Ludwig Presse – Ernst Elias Niebergall. Datterich.

€ 600

Lokalposse in sechs Bildern in der Mundart der Darmstädter. Leipzig, Insel 1913. Mit sieben Lithographien von Emil Preetorius. Farbig illustrierter Originalpergamentband. Im Schuber.

18. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 75 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japanbütten und im illustrierten Pergamentband (Gesamtauflage 400). – Die Schrift des Titels und der Zwischentitel entwarf Friedrich Wilhelm Kleukens. – Gesetzt aus der Kleukens-Fraktur. – Niebergalls »Datterich« nimmt zusammen mit dem »Reineke Fuchs« von Kleukens eine Ausnahmestellung innerhalb der typographisch ausgerichteten Ernst Ludwig Presse ein. Gegen den Widerstand der Brüder Kleukens verlangte Kippenberg, die Illustrationen an Emil Preetorius zu übertragen. – In der Vorzugsausgabe sehr selten.

23,7 : 20,3 cm. 104, [4] Seiten. – Deckel aufgebogen und schwach (stock)fleckig. – Seiten teils stockfleckig, einige stärker.

Stürz 18. – Sarkowski 1192. – Rodenberg 76, 18. – Schauer II, 63 (mit Abbildung). – Ohr 14

500  Ernst Ludwig Presse – Christian Kleukens. Reinke Voß,

€ 1000

eene ole Geschichte, upt Nee vertellt […] mit bunte Biller von F. W. Kleukens. Leipzig, Insel 1913. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen im Text. Originalpergamentband mit Deckelvignette in Rot, Grün und Gold, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt. Im blauen Originalpappschuber.

20. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe im illustrierten Pergamentband, weitere 350 Exemplare wurden nur in Halbpergament gebunden. – Auf Bütten mit Wasserzeichen »EL«. – Gesetzt aus der Cicero Kleukens Fraktur und gedruckt in Rot und Schwarz, mit farbigen Illustrationen. – Die frühere der beiden von Friedrich Wilhelm Kleukens illustrierten Reineke-Ausgaben. Innerhalb der typographisch orientierten Ernst Ludwig Presse stellen »Reineke« und »Datterich« als illustrierte Bücher eine Ausnahme dar. Nach 1920 widmete sich Kleukens in der von ihm selbst begründeten Ratio-Presse 1929 viel stärker dem Illustrativen und druckte 1929 eine zweite, deutsche Reineke-Version. – Sehr schönes Exemplar der gesuchten Vorzugsausgabe.

28,2 : 18,8 cm. 115, [5] Seiten. – Deckelränder unbedeutend vergilbt und wie der Rücken und vereinzelte Blattkanten mit wenigen winzigen Stockflecken.

Stürz 20. – Sarkowski 934. – Rodenberg 76, 20. – Schauer II, 66 (mit Abbildung). – ELP 47

501  Ernst Ludwig Presse – Christian Kleukens. Reinke Voß

€ 350 ( R7 )

eene ole Geschichte, upt Nee vertellt von Christian Kleukens mit bunte Biller von F. W. Kleukens. Leipzig, Insel 1913. Mit zahlreichen farbig lithographierten Textillustrationen. Originalhalbpergamentband mit farbig illustrierten Deckeln und Rückentitel. Im Schuber.

20. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Erste Ausgabe dieser Textfassung und mit diesen Illustrationen. – Eins von 350 Exemplaren im illustrierten Halbpergamentband (Gesamtauflage 400). – Auf Bütten mit Wasserzeichen »EL«. – Die frühere der beiden von Friedrich Wilhelm Kleukens illustrierten Reineke-Ausgaben. Noch war man in der Presse bestrebt, der »Typographie Raum und Freiheit vom Dekorativen« zu verschaffen. Erst in der von ihm selbst begründeten Ratio-Presse konnte sich Kleukens unabhängig seinen eigenen Vorstellungen widmen, die dort erschienenen Drucke, einschließlich des Reineke Fuchs von 1929, waren »reich geschmückt und fast durchweg illustriert« (vgl. Schauer I, 66).

28,3 : 19,0 cm. 115, [5] Seiten. – Kanten minimal berieben. Deckel etwas gebräunt und minimal fleckig.

Stürz 20. – Sarkowski 934. – Rodenberg 76, 20. – Schauer I, 65f. und II, 66

502  Ernst Ludwig Presse – Georg Trakl. Der Herbst des Einsamen.

€ 800

München, Kurt Wolff 1920. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt.

Stundenbücher des Kurt Wolff Verlages, Band 1. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius. – 1919 gründete Christian Heinrich Kleukens zusammen mit Rudolf G. Binding die »Kleukens-Presse« in Nieder-Ramstadt bei Darmstadt und übernahm bald darauf auch wieder die Leitung der Ernst Ludwig Presse, die der Verleger Kurt Wolff vorübergehend gepachtet hatte. Für diesen entstanden 1920–1922 die zehn »Stundenbücher«.

18,5 :12,5 cm. [2], 43, [7] Seiten. – Ecken kaum merklich berieben, unteres Kapital bestoßen und mit winziger Läsur. Rücken etwas verblasst.

Stürz 27. – Göbel 506. – Rodenberg 77, 1. – Schauer II, 64

503  Ernst Ludwig Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Lieder.

€ 300

München, Kurt Wolff 1920. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägtem Rückentitel und Goldschnitt. Im Originalschuber mit Deckelschild.

Stundenbücher 2. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius.

18,3 : 12,2 cm. [4], 135, [9] Seiten. – Kanten minimal berieben.

Stürz 28. – Göbel 469. – Rodenberg 77, 2. – Schauer II, 64

504  Ernst Ludwig Presse – Rabindranath Tagore. Die Gabe des Liebenden.

€ 300

München, Kurt Wolff 1920. Blaugrüner Originalmaroquinband mit Marmorpapiervorsätzen, reicher Deckelvergoldung, goldgeprägten Rückentiteln und Goldschnitt.

Stundenbücher 3. – Eins von 350 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz auf Bütten von C. H. Kleukens. – Einbandentwurf von Emil Preetorius.

18,3 : 12,2 cm. 52, [6] Seiten. – Rücken minimal aufgehellt.

Stürz 29. – Göbel 502. – Rodenberg 77, 3. – Schauer II, 64

505  Ernst Ludwig Presse – Johann Wolfgang von Goethe. Trilogie der Leidenschaft.

€ 400

Leipzig, Insel 1912. Purpurfarbener Kalblederband mit vergoldetem Titel.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 300). – Die drei Initialen wurden bei dieser Vorzugsausgabe vergoldet, das Pressensignet unter dem Druckvermerk in Gold gedruckt.

23,1 : 16,5 cm. [30] Seiten. – Kleine Schabstellen.

Stürz 38. – Rodenberg 78. – Sarkowski 610

506  Ernst Ludwig Presse – Emile Verhaeren. Die Stunden.

€ 350

Les heures claires. – Les heures d’après-midi. – Les heures du soir. Übertragen von Erna Rehwoldt. Leipzig, Insel 1912. Flexibler weinroter Originalkalblederband, Titel und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan. – Gesetzt aus der Korpus Ingeborg-Antiqua. – Erste vollständige Fassung, da nun alle drei Teile in deutscher Übersetzung enthalten sind. – Verhaerens berühmte lyrische Trilogie, seiner Frau Marthe Massin als Epitaph seiner Dankbarkeit gewidmet, erschien 1905–1911 in französischer Sprache. Im Insel Verlag wurde bereits 1911 der dritte Teil »Les heures du soir« verlegt.

22,8 : 15,2 cm. 75, [3] Seiten. – Rücken verblasst. Einband leicht (stock)fleckig.

Stürz 39. – Sarkowski 1827. – Rodenberg 78. – KNLL XVII, 66

507  Ernst Ludwig Presse – Emile Verhaeren. Die hohen Rhythmen.

€ 350

Übertragen von Johannes Schlaf. Leipzig, Insel 1912. Flexibler weinroter Originalkalblederband, Titel und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan. – Es wurden weitere 1050 Exemplare auf Bütten gedruckt, und in Halbpergament gebunden. – Satz aus der Korpus Ingeborg-Antiqua. – Nach seinem frühen realistischen Gedichtzyklus »Les flamandes«, der in seiner Heimat einen Skandal auslöste – die Eltern Verhaerens versuchten, die gesamte Auflage zurückzukaufen –, wandte sich der Dichter Ende des 19. Jahrhunderts verstärkt sozialkritischen Themen zu. Seine Dichtungen wurden unter anderem von Rainer Maria Rilke und Stefan Zweig begeistert aufgenommen und übersetzt.

23,0 : 15,4 cm. 85, [3] Seiten. – Rücken leicht verfärbt, Einband etwas (stock)fleckig. Deckel mit winzigen Kratzspuren.

Stürz 40. – Sarkowski 1823. – Rodenberg 78

508  Ernst Ludwig Presse – Das Buch der Fabeln.

€ 750

Zusammengestellt von C[hristian] H[einrich] Kleukens. Eingeleitet von Otto Crusius. Leipzig, Insel 1913. Olivgrüner Ecrasélederband mit reicher Vergoldung und Marmorpapiervorsätzen.

Unnummeriertes Exemplar, wie die Vorzugsausgabe auf Bütten und im Ledereinband. – Vorliegendes Exemplar, gedruckt für den Herausgeber Christian Heinrich Kleukens, mit der Variante des Titelblatts, das für die Normalausgabe verwendet wurde (Kleukens-Archiv, S. 548). – Die Titelblätter der 2000 Exemplare der Normalausgabe zierten Vignetten von Ludwig Enders. Auch für die Vorzugsausgabe waren diese Titelblätter schon gedruckt, wurden jedoch nicht verwendet. Friedrich Wilhelm Kleukens zeichnete Titel und Vignette neu; von ihm stammt auch der Einbandentwurf. – Gesetzt aus der Korpus Römische Antiqua und Kleukens-Fraktur. – Die Überschrift der Einleitung und die große Initiale wurden in Rot gedruckt, die Titelvignette gelb koloriert. – Der Band enthält über 250 Fabeln antiker bis zeitgenössischer Autoren sowie Volksdichtungen und Fabeln aus Asien, Afrika und Nordamerika.

23,8 : 15,3 cm. [8], LXIII, [1], 228, [12] Seiten. – Rücken leicht verblasst. – Schnitt und einige Seiten etwas stockfleckig.

Stürz 42. – ELP 48. – Rodenberg 79. – Schauer II, 64 (mit Abbildung). – Sarkowski 239 VA

509  Ernst Ludwig Presse – [Das Buch] Ruth.

€ 5000

In der Übertragung Martin Luthers nach der letzten von ihm durchgesehenen Ausgabe der Deutschen Bibel, Wittenberg 1545. [Leipzig, Insel 1914]. Grüner Originalecrasélederband. Vorderdeckel mit Titel und Filetenfeldern, Hinterdeckel mit umlaufender doppelter Filete, alles, wie auch der Buchschnitt vergoldet (signiert: KGS Weimar).

Handpressendruck der Ernst Ludwig Presse, Darmstadt. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Pergament und in dem grünen Einband nach Entwurf von Henry van de Velde. – Titelschrift und Pressensignet wurden von Friedrich Wilhelm Kleukens gezeichnet und in Rot gedruckt. Die vier Initialen, ebenfalls nach seinem Entwurf, wurden in den Vorzugsexemplaren von seiner Ehefrau Luise Kleukens handvergoldet. – Sarkowski erwähnt nur 20 Pergamentexemplare und weitere 20 Exemplare auf Bütten. Diese Angabe scheint durch Kleukens’ eigene Titelbeschreibung (siehe Kleukens-Archiv S. 632) widerlegt. Dafür spräche allerdings die Sparsamkeit von Anton Kippenberg, der mit dem Vorschlag der Brüder Kleukens, die Vorzugsausgaben ihrer Pressen auf Pergament zu drucken, nicht einverstanden war, so dass diese auf Japanpapier gedruckt werden mussten (mit Ausnahme der 15 Pergamentexemplar der »Psalmen« und der zehn von »Wieland, der Schmiedt«). Vom Handsatz der Presse wurden jedoch weitere 10000 Exemplare für die Insel-Bücherei auf Büttenpapier mit dem Wasserzeichen der Presse gedruckt.

18,3 : 12,7 cm. 21, [3] Seiten. – Rücken und Vorderdeckel am Gelenk leicht verfärbt, der Rücken unauffällig nachgefärbt. Die unteren Ecken minimal berieben, die oberen minimal bestoßen.

Stürz 43a. – Schauer II, 65. – Rodenberg 79. – Sarkowski 1383

510  Ernst Ludwig Presse – Die Kämpfe um die Feste Vaux

€ 150

von Mitstreitern geschildert. Leipzig, Insel 1916. Mit Frontispiz und zahlreichen Abbildungen. Brauner Originalmaroquinband mit vergoldeten Titeln. In Originalschutzumschlag und -schuber.

Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf ELP-Bütten und im Ledereinband. – Herausgegeben von der »Feldgrauen«, Kriegszeitschrift der 50. Infanterie-Division. – Gesetzt aus der Korpus Kleukens Antiqua. – Entwurf von Titel und Initialen von F. W. Kleukens. – Fort Vaux wurde in den Jahren 1881 bis 1884 errichtet. Bei der Schlacht um Verdun wurde es hart umkämpft, die Eroberung dauerte von Februar bis Juni 1916, letzten Endes kapitulierten die Franzosen aufgrund von Wasserknappheit und damit einhergehender Mangelversorgung der Verteidiger.

23,0 : 16,3 cm. [4], 214, [34] Seiten. – Vorsätze und Titelblatt ganz leicht stockfleckig.

Stürz 45. – ELP 59. – Rodenberg 79

511  Ernst Ludwig Presse – Georg Britting. Der verlachte Hiob.

€ 200

Traisa bei Darmstadt, Arkaden 1921. Originalpergamentband. Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten, Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Kleukens-Binderei).

Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 1000). – Gesetzt aus der Cicero Kleukens-Antiqua. – Den Titel zeichnete Hans Schreiber. – Der Verleger des Buches war Ludwig Coellen, der in seinem Arcadenverlag unter anderem mehrere eigene kunstwissenschaftliche Werke veröffentlichte. – Dazu: »Die Flöte.« Ein Spiel von Else Leuchs. Ernst Ludwig Presse 1921. Lose Doppelblätter in Originalumschlag. Privatdruck, eins von 100 Exemplaren.

22,7 : 15,8 cm. [2], 49, [7] Seiten. – Vorderdeckel schwach, hinterer stärker fleckig (Abklatsch).

Stürz 46. – ELP 77. – Rodenberg 80. – Nicht bei Schauer

512  Ernst Ludwig Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust.

€ 400 ( R7 )

– Der Tragödie erster Teil. – Der Tragödie zweiter Teil. – Der Tragödie ursprüngliche Gestalt (Urfaust). Darmstadt 1922–1924. Pergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfschnittvergoldung.

Druck der Ernst Ludwig Presse zu Darmstadt. Unternommen von der Kleukens Presse zu Frankfurt am Main. – Das Papier wurde von Moritz von Bethmann und Hans Passavant gestiftet. – Gesetzt aus der Antiqua von Christian Heinrich Kleukens, einer »eigens vom Drucker für die Presse bearbeiteten Schrift«, und gedruckt in Rot und Schwarz. – Man wollte »dem sich rapid ausbreitenden Protzentum des Luxusdruckes, einer rohen Typographie mit grellen Illustrationseffekten« entgegentreten (vgl. Schauer I, 68).

27,6 : 19,3 cm. 214, [6]; 323, [5]; 147, [5] Seiten.

Stürz 51. – Rodenberg 81. – Schauer II, 65

513  Ernst Ludwig Presse – Friedrich Rückert. Lieder und Sprüche der Minnesinger.

€ 250

Darmstadt, Kleukens Verlag 1924. Originalpergamentband, Rückentitel, Fileten, Stehkantenbordüren und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Ernst Rehbein).

Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 330). – Auf Bütten. – Der von Kleukens gezeichnete Titel wurde mit Gold gehöht. – Dazu: Georg Britting. Der verlachte Hiob. Traisa, Arkaden 1921. Originalpergamentband. – Rede des Perikles für die Gefallenen. Frankfurt, Tiedemann & Uzielli 1921. Originalpappband. – Beide gedruckt auf der Ernst Ludwig Presse, beide Einbände mit dem Pressensignet in Goldprägung. Der Pergamentband wohl von Ernst Rehbein gebunden.

19,5 : 13,8 cm. [40] Seiten.

Stürz 56 sowie 46 und 47. – Nicht bei Rodenberg, die Beigaben auf S. 80

514  Ernst Ludwig Presse – Der Nibelunge Not.

€ 1000 ( R7 )

Erster [und] Zweiter Band. Darmstadt 1926 –1927. Pergamentbände mit vergoldeten Rückentiteln, Fileten und Stehkantenbordüren sowie Kopfgoldschnitt. Im Schuber.

Eins von 100 Exemplaren, somit eins für den »Kreis der Freunde der Ernst Ludwig Presse«. 35 Exemplare wurden vom Insel-Verlag vertrieben, nach Unterlagen des Kleukens-Archivs erschienen noch 20 römisch nummerierte Dedikationsexemplare. – Auf Bütten mit den Wasserzeichen »J W Z[anders]« und »C h K«. – Gesetzt aus der Tertia Shakespeare-Type. – Die Einbände stammen möglicherweise von Ernst Rehbein, der seine Arbeiten größtenteils nicht signierte.

27,0 : 19,8 cm. 201, [7]; 215, [7] Seiten. – Rücken minimal angestaubt. Oberes Kapital von I leicht gestaucht.

Stürz 66. – Rodenberg 499, 23. – Schauer II, 65

516  Wiener Werkstätte – Julius Kühn. Die Brücke.

€ 1500

Gedichte. Darmstadt, Ernst Ludwig Presse 1913. Senffarbener Maroquinband mit ebensolchen Vorsätzen. Deckelvignetten, gepunzte Innenkantenfileten und Schnitt vergoldet (signiert: Wiener Werkstätte). Im Schuber mit Lederkanten und Buntpapierbezug.

Eins von 25 Exemplaren. – Gesetzt aus der Kleukens Antiqua Petit, gedruckt auf festes Japanpapier. – Der Einband signiert und mit dem Monogramm »JH« von Josef Hoffmann, dem langjährigen künstlerischen Leiter der Wiener Werkstätte (1903–1931). – Von Julius Kühn erschienen in den frühen Jahren der Ernst Ludwig Presse drei Privatdrucke in Kleinstauflagen.

14,5 : 12,5 cm. [72] Seiten. – Wenige Seiten mit ganz vereinzelten schwachen Stockflecken.

Stürz 86. – ELP 40. – Rodenberg 79

517  Ernst Ludwig Presse – Hugo von Hofmannsthal. Ein Brief.

€ 120

Darmstadt 1925. Originalpappband mit vergoldetem Rückentitel und goldgeprägter Deckelvignette.

Erste Einzelausgabe. – Eins von 120 Exemplaren. – Erster, der Maximilian-Gesellschaft gewidmeter, Privatdruck von Ernst Rathenau. – Handpressendruck der Ernst Ludwig Presse. – Der »Chandos-Brief« von Hofmannsthal wurde 1902 erstmals in der Zeitschrift »Der Tag« abgedruckt. In dem fiktiven Antwortschreiben von Philipp Lord Chandos an Francis Bacon schildert er sein lyrisches Verstummen. Hofmannsthal verarbeitete mit diesem Text auch die mehrjährige Unterbrechung seiner Freundschaft zu Stefan George.

27,7 : 18,2 cm. 21, [3] Seiten. – Einband etwas fleckig und gebräunt. – Innen minimal gebräunt.

Stürz 100. – Houghton Library Catalogue 115

518  Kleukens Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten.

€ 300

Frankfurt am Main 1919. Roter Saffianlederband mit Blindprägung und Kopfgoldschnitt.

Erster Druck der Kleukens Presse. – Eins von 250 Exemplaren. – Auf Japan. – Mit diesem Druck begann die Kleukens Presse ihre Arbeit, an der neben Christian Heinrich Kleukens auch Rudolf G. Binding sowie die schon von der Ernst Ludwig Presse bekannten Buchkünstler Hans Schreiber (Schrift), Ernst Rehbein (Einbände) und der Frankfurter Buchhändler Tiedemann beteiligt waren.

19,1 : 13,0 cm. [2], 181, [3] Seiten. – Rücken kaum merklich verblasst. Kanten und Bünde leicht berieben.

Rodenberg 103, 1. – Schauer II, 67

519  Kleukens Presse – Wilhelm Klemm. Entfaltung.

€ 200

Gedichtfolge. Darmstadt [1919]. Originalpergamentband mit dezenter Vergoldung.

Zweiter Druck der Kleukens Presse. – Eins von 250 Exemplaren. – Gedruckt auf Bütten. – Gesetzt aus der Cicero-Kleukens-Antiqua. – Titel und Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens.

25,5 : 17,5 cm. [4], 80, [6] Seiten. – Deckel leicht aufgebogen. Einband minimal angestaubt.

Rodenberg 103, 2. – KP 3 (2)

520  Kleukens-Presse – Gotthold Ephraim Lessing. Fabeln.

€ 300

Drey Bücher. 1759, 1777 und Anhang. Holzschnitte von Kay H. Nebel. [Frankfurt am Main] 1920. Mit kolorierten Holzschnitten, davon 19 im Text, und drei Initialen. Originalpappband. Rückentitel und Deckelvignette goldgeprägt. Mit Schutzumschlag und Schuber.

Sechster Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 225 Exemplaren auf Zanders-Bütten, 25 wurden auf Pergament gedruckt. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – »Die Presse will ›bewußt dem spielerischen, wahllosen, snobistischen, merkantilen, abgegriffenen Gebaren der vielen schaustellenden Sonderdarbietungen entgegentreten, die den Interessen und der Anteilnahme des wahren Bücherfreundes stracks zuwiderlaufen‹.« (Julius Rodenberg). – Kay Nebel (1888–1953) wurde 1920 Professor an der Staatlichen Werk-Akademie in Kassel (Thieme/Becker XXV, 371).

20,0 : 12,5 cm. [2], 71, [11] Seiten. – Schuber, Umschlag und Rücken etwas stockfleckig, innen tadellos schön.

Rodenberg 104, 6

521  Kleukens-Presse – Heinrich von Kleist. Penthesilea.

€ 1000 ( R7 )

Ein Trauerspiel. Frankfurt am Main 1921. Handgebundener Originalpergamentband mit Fileten, Bordüren und Kopfschnitt sowie Rückentitel vergoldet (signiert: Kleukens-Binderei). Im Originalschuber mit Rückenschildchen.

Achter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten mit der handvergoldeten Initiale (Gesamtauflage 250). – Erstdruck der vom Dichter diktierten und eigenhändig verbesserten Urfassung nach der in der Preußischen Staats-Bibliothek Berlin verwahrten Handschrift. – Sehr schönes Exemplar der seltenen Vorzugsausgabe.

25,4 : 17,0 cm. [6], 169, [9] Seiten.

Rodenberg 104, 8. – Schauer II, 67

522  Kleukens-Presse – William Shakespeare. Ein Sommernachtstraum.

€ 400 ( R7 )

Übersetzt von A. W. von Schlegel. Darmstadt 1923. Pergamentband mit vergoldetem Rückentitel, Fileten und Stehkantenbordüren sowie Kopfgoldschnitt (signiert: Kleukens-Binderei).

Elfter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 200 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 250).

28,0 : 19,2 cm. [6], 105, [9] Seiten. – Vordere Ecken leicht gestaucht.

Rodenberg 104, 11. – Schauer II, 67

523  Ratio-Presse – Johann Wolfgang von Goethe. Venetianische Epigramme.

€ 200

Mit Zeichnungen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Darmstadt 1927. Mit acht Radierungen im Text und einer auf dem Titel. Violetter Originalleinenband mit vergoldeter Deckelvignette.

Erste Veröffentlichung der Gesellschaft zur Förderung der Ratio-Presse Darmstadt. – Eins von 150 Exemplaren. – Auf Bütten. – Entwurf der Deckelvignette von Friedrich Wilhelm Kleukens.

26,5 : 19,0 cm. [2], 49, [3] Seiten. – Gegenüberliegende Seiten mit schwachem Abklatsch der Radierungen.

Rodenberg 532. – Schauer II, 66

524  Euphorion – Honoré de Balzac. El Verdugo.

€ 300

Aus dem Französischen neu übertragen von Karl Federn. Mit sechs Radierungen von Klaus Richter. Berlin, Euphorion 1921. Mit sechs signierten blattgroßen Radierungen. Rostbrauner Originalecrasélederband mit ornamentaler Prägung und vergoldetem Titel und Kopfschnitt (signiert: Euphorion Einband. Hübel & Denck, Leipzig).

Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Zanders-Bütten, mit den signierten Radierungen (Gesamtauflage 400). – Der gestochene Titel stammt von Jan Tschichold, dem »Großmeister« der Neuen Typographie. – Der Einband im Stil alter Lederschnittbände.

18,7 : 13,3 cm. [2], 58, [8] Seiten. – Vorsätze mit Leimschatten. Eine Seite mit Spur von Kopierstift.

Horodisch, Euphorion 12. – Sennewald 21,2. – Slg. Achilles 222

525  Klaus Richter. Ostpreußisches Wiegenlied.

€ 200

Sechs Radierungen. Berlin, Euphorion 1923. Sechs signierte und nummerierte Radierungen. Originalpergamentbroschur mit vergoldetem Titel.

Eins von 25 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 125). – Die Radierungen vereinen Text, Musiknoten und Illustrationen. – Der Reim beklagt die ungenügende Zubereitung eines Hühnchens: »Eia popeia popeste | Edelmann hat viele Gäste | Hat dazu ein Puthühnchen geschlacht | Und die Kaldaunen nicht sauber gemacht | Pfui, pfui, wie stinkt das!« – Klaus Richter (1887–1948) wurde nach ernsthaften Studien (Jura, Medizin, Philologie) zunächst Schauspieler und wandte sich dann der Kunst zu. Er lernte bei Lovis Corinth und wurde dann ein eifriger Illustrator, seine ersten Folgen erschienen sämtlich im Euphorion-Verlag.

16,8 : 19,7 cm. [8] Blätter, davon 6 Radierungen.

Sennewald 23, 2. – Horodisch, Euphorion 22. – Thieme/Becker XXVIII, 297

526  Alfred Hoennicke – [Nikolaus] Lenau. Wald und Schilflieder.

€ 180

Berlin 1917. Doppelblätter mit Kordelheftung in Originalkartonmappe mit farbig illustriertem Bezugspapier und Deckelschild (signiert: Daphnis-Binderei O. Herfurth).

Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gedruckt »Für Freunde seiner Daphnis-Drucke«. – Auf »Kaiserl. Japan-Pergamentpapier« (Druckvermerk). – Handpressendruck von Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Titel, zwei Überschriften und das Pressensignet in Grün gedruckt.

21,2 : 16,3 cm. 31, [1] Seiten.

Backe 12

527  Alfred Hoennicke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Bassompierre.

€ 250

Mit 5 Kupfern von Hans Volkert. Berlin 1917. Textheft, Faksimileblatt und fünf signierte Radierungen. Originalumschlag mit Deckelschild in Originalhalbpergamentmappe mit Marmorpapierbezug und Deckelschild (signiert: Daphnis-Binderei O. Herfurth).

Eins von zehn Vorzugsexemplaren, bei denen die Radierungen zwar nicht wie im Druckvermerk angegeben »auf Seide«, wohl aber – wie in der Werbeankündigung beschrieben – von den unverstählten Platten gedruckt sein dürften (Gesamtauflage 80). – Auf Kaiserlich Japan. – Handpressendruck von Hoennicke bei W. Drugulin, Leipzig. – Mit der Werbeankündigung des Verlegers »Die mit aller Zärtlichkeit radierten Plättchen […] atmen den Geist einer vergangenen Zeit; zu diesem Werkchen wird der Bücherfreund oft und gerne greifen und sich daran erfreuen«.

21,5 : 15,0 cm (Mappe). 8, [2] Seiten, 1 Faksimile, 5 Radierungen. – Die Radierungen leicht stockfleckig.

Backe 16. – Rodenberg 324

528  Alfred Hoennicke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Chinesisch-Deutsche Gedichte.

€ 250

Berlin 1918. Originalhalbleinenband mit rot-weißen Tupfpapier-Deckelbezügen und Deckelschild.

Eins von 100 Exemplaren, handschriftlich nummeriert. – Satz aus einer Schreibschrift von Hendrik Leendert de Jonge aus dem 17. Jahrhundert, verziert mit verschiedenen Bordüren. – Druck bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Auf Pannekoek-Bütten von Van Geldern. – Die Initialen in Grün gedruckt. – Als Blockbuch gebunden. – Die Chinesisch-Deutschen Gedichte bilden den letzten Lyrikzyklus Goethes.

23,8 : 15,2 cm. 18 unnummerierte Doppelblätter (erstes leer). – Deckel leicht aufgebogen, minimal berieben. – Exlibris, Titelblatt rückseitig mit kleinem Stempel.

Backe 17. – Rodenberg 325

529  Alfred Hoennicke – Joseph von Eichendorff. Die Entführung.

€ 250

Eine Novelle mit 6 Originalradierungen von Hans Volkert. Berlin 1918. Mit sechs Radierungen. Pergamentband mit Vergoldung und marmorierten Vorsatzpapieren (signiert: Biro Márta, Budapest). Im zugehörigen Schuber.

Eins von 75 Exemplaren. – Satz aus der Jean Paul-Fraktur. – Druck auf der Handpresse bei Breitkopf & Härtel, Leipzig. – Auf Kaiserlich Japan-Bütten. – Druck der Radierungen bei O. Felsing, Berlin. – Initiale, Bordüren und Signet in Grün gedruckt. – Hübsches Exemplar, selten.

17,4 : 15,0 cm. 66, [2] Seiten, 6 Radierungen.

Backe 19. – Rodenberg 325

530  Alfred Hoennicke – Otto Gysae. Vivienne.

€ 300

Eine Novelle. Berlin 1920. Pergamentband mit Rücken-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: E. A. Enders, Leipzig).

Zweites Buch der Daphnis-Presse. – Eins von 50 Exemplaren auf Kaiserlich-Japanpergament. – Druck bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem, mit Typen aus der Schriftgießerei Schoeffers von Gernsheim (15. Jahrhundert).

19,3 : 15,4 cm. 70, [4] Seiten.

Backe 38. – Rodenberg 323, 2

531  Alfred Hoennicke – Otto Gysae. Vivienne.

€ 300

Eine Novelle. Berlin 1920. Pergamentband; Rückentitel, Deckelvignette, Kantenfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Bruno Scheer, Berlin).

Zweites Buch der Daphnis-Presse. – Eins von 50 Exemplaren. – Auf »Kaiserlich Japanpergament«. – Gesetzt aus Schoeffer Schriften des 15. Jahrhunderts. – Gedruckt bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Sehr selten, die kleine Auflage gelangte nicht in den Handel.

20,8 : 16,3 cm. 70, [2] Seiten. – Hinterdeckel leicht verfärbt.

Backe 38. – Rodenberg 323

532  Alfred Hoennicke – F[ranz] Christophe. Das Naschkästchen.

€ 300

Zwölf Kupfer. Arcadien [Berlin-Charlottenburg] 1920. Zwölf signierte Radierungen, davon eine als Titel, von Franz Christophe. Mit zwei Textblättern in Originalkassette mit Buntpapierbezug und Deckelschild.

Eins von 30 nicht für den Handel bestimmten Exemplaren. – Die Radierungen sowie das lithographierte und ebenfalls signierte Inhaltsverzeichnis auf Bütten, das Vorwort und ein zweiter Abdruck des Inhaltsverzeichnisses auf orangefarbenem Papier. – »[…] Kunst ist vergeistigte, also veredelte Sinnlichkeit […] Wenn ich für einen Auftrag Illustrationen zeichnete, so beeinflußte mich unwillkürlich die Bedachtnahme auf die ängstlichen Moralbegriffe und das primitive geistige Fassungsvermögen des allgemeineren Publikums. Auch störte mich […] die leidige Rücksichtnahme auf die heuchlerischen Verlogenheiten einer asketischen Naturabgewandtheit, mit denen sich schamloserweise alle moralisch haltlosen Menschen den Anschein seelischer Sauberkeit und äußerlicher Wohlanständigkeit geben. Bei diesen Blätter habe ich jene Einschränkungen nun einmal beiseite gelassen« (Franz Christophe im Vorwort).

25,5 : 17,5 cm (Kassette). – Die Schließbänder fehlen. Bezugspapier der Kassette am Gelenk angeplatzt. – Die Radierungen leicht stockfleckig.

Backe 44

533  Insel Verlag – Hugo von Hofmannsthal. Der Kaiser und die Hexe.

€ 4000

Mit Zeichnungen von Heinrich Vogeler-Worpswede. Berlin, Verlag der Insel bei Schuster & Löffler 1900. Mit illustriertem farbigen Doppeltitel, einer figürlichen Initiale und kleinen Zierstücken. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel, breiter vergoldeter Innenkantenbordüre und farbig und in Gold gedruckten Vorsatzpapieren. Im Schuber.

Erste Buchausgabe. – Eins von 200 Exemplaren. – Breitrandiger Druck in Rot und Schwarz auf starkem Insel-Bütten. – Gedruckt bei Otto von Holten im Auftrag von Alfred Walter Heymel. – »Vogeler entwarf Buchschmuck und Doppeltitel zu Hofmannsthals lyrischem Einakter. […] Die Wirkung des phantasievollen Doppeltitels wird von der klassisch anmutenden Schlichtheit der Römischen Antiqua und des Druckbildes des Textes noch gesteigert« (Papiergesänge). – »Als Buchkünstler hat er dann eine ganze Reihe von Werken ausgestattet, wie beispielsweise seine eigenen Gedichte oder die ersten Buchausgaben des jungen Gerhart Hauptmann. Nie wieder übertraf er die Leistung von ›Der Kaiser und die Hexe‹. Der ›Lyriker des Jugendstils‹ (Walter Tiemann) verwandelte den Doppeltitel hier unter Zuhilfenahme der sechs Farben Gold, Mattrot, Violett, Lindgrün, Braun und Hellblau in einen romantischen Zaubergarten […] Beim Betrachten glaubt man die jugendfrische Begeisterung zu spüren, von der eine ganze Künstlergeneration um die Jahrhundertwende getragen wurde« (Jürgen Eyssen). – Ein Höhepunkt der Buchkunst des Jugendstils. – Von der fast unvermeidlichen Lockerung zwischen erster und zweiter Lage abgesehen, innen sehr schön.

23,8 : 15,3 cm. 58, [6] Seiten. – Pergament des Einbands etwas unfrisch. Deckel leicht aufgebogen. Kleine Schabspur auf dem Hinterdeckel, oberes Kapital minimal gestaucht. – Vorderer Vorsatz mit kleiner Buchhändlernummer. Erste und letzte Seiten mit wenigen schwachen Stockflecken.

Sarkowski 765. – Neteler 32. – Houghton Library Catalogue 411. – Schauer I, 47 und II, 11 (Abbildung). – Papiergesänge 14. – Vom Jugendstil zum Bauhaus 34. – Langer S. 126ff

534  Insel Verlag – Clemens Brentano. Gockel Hinkel Gackeleia.

€ 300

Märchen wiedererzählt von Clemens Brentano. Leipzig, Insel 1905. Mit Buchschmuck von Friedrich Wilhelm Kleukens und 15 Tafeln nach den Lithographien der Originalausgabe. Olivgrüner Originalkalblederband mit reicher Rückenvergoldung, vergoldeter und rot-intarsierter Deckelvignette und Kopfschnittvergoldung. Im Originalschuber mit Rückenschildern.

Eins von 300 Exemplaren. – Neudruck der Originalausgabe von 1838, mit einem Nachwort von Franz Deibel. – Auf Bütten. – Doppeltitel, Zueignung, Buchschmuck und Einbandentwurf von Friedrich Wilhelm Kleukens. Es war seine erste Arbeit für den Insel-Verlag. »Dass der Illustrationsauftrag […] an F. W. Kleukens ging, hing sicherlich mit der außerordentlichen Qualität von Tierzeichnungen zusammen, die Kleukens bekannt gemacht hatte.« (Theo Neteler, in: Die Pressen der Brüder Kleukens, Stuttgart 2015, S. 6f.). Im Folgejahr berief Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Kleukens nach Darmstadt, wo er 1907 die Ernst Ludwig Presse gründete. – Die Lithographien der Originalausgabe nach Entwürfen von Clemens Brentano wurden hier im Lichtdruck reproduziert. – Im Zusammenklang mit den Verzierungen von Kleukens, besonders dem schönen Einband und dem prachtvollen Doppeltitel, fast schöner als die Originalausgabe.

22,1 : 15,0 cm. [4], 378, [2] Seiten, 15 Tafeln. – Rücken etwas verblasst. Ecken leicht bestoßen. Deckel und Ränder etwas berieben, oberes Kapital mit winziger Läsur. – Es fehlt ein Vorsatzblatt.

Sarkowski 221

535  Insel Verlag – Goethes Briefwechsel mit Marianne von Willemer.

€ 150

Herausgegeben [und eingeleitet] von Philipp Stein. Leipzig 1908. Mit Buchschmuck und illustriertem Doppeltitel von Heinrich Vogeler und zwei Tafeln nach Anton Radl. Originalpergamentband mit Vergoldung und lilafarbenen Rohseidenvorsätzen (Entwurf Heinrich Vogeler).

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten und im Pergamenteinband. – Inhaltlich und gestalterisch an die Insel-Ausgaben der Goethe-Briefwechsel mit Fritz und Charlotte von Stein anknüpfend. – Mit ausführlichen Anmerkungen und einer Einleitung des Herausgebers auch inhaltlich der reizvollen Gestaltung durch Heinrich Vogeler ebenbürtig. – »Aus der Leidenschaft zwischen Goethe und Marianne von Willemer, die vor allem im Herbst 1815 […] voll zur Entfaltung kam, erwuchs ein großer Teil der ›Divan‹-Gedichte. Einige der schönsten Gedichte des Bandes stammen von der Hand der Verehrten« (KNLL).

18,5 : 11,7 cm. [4], LX, [2], 338, [4] Seiten. – Vorderdeckel minimal fleckig.

Sarkowski 558 VA. – Neteler 195

536  Insel-Verlag – Friedrich Nietzsche. Also sprach Zarathustra.

€ 2000

Ein Buch für Alle und Keinen. Leipzig, Insel 1908. Mit Buchschmuck (ornamentaler Doppeltitel, Titelvignetten, vier Zwischentitel, zahlreiche Kopfleisten und Schlussstücke) in Purpur und Gold von Henry van de Velde. Originalpergamentband mit breiten »Yapp edges«, vergoldeten Vignetten auf Vorderdeckel und Rücken sowie Kopfschnittvergoldung. In dem insel-typischen grauen Originalumschlag und dem ebenso bezogenen -schuber.

Eins von 430 Exemplaren im Pergamenteinband (Gesamtauflage 530). – Sehr breitrandig in Gold, Purpur und Schwarz gedruckt in der Offizin W. Drugulin, Leipzig, mit zahlreichen kleinen, in Gold gedruckten Alineazeichen. Die Schrift wurde von Georges Lemmen, Brüssel, 1900 gezeichnet und von ihm unter Mitwirkung von Harry Graf Kessler geschnitten. – Auf handgeschöpftem Van Gelder-Bütten mit dem von van de Velde entworfenen Signet des Weimarer Nietzsche-Archivs als Wasserzeichen. – Die gesamte Ausstattung des Buches und die Drucklegung übernahm Henry van de Velde. – Harry Graf Kessler hatte sich schon 1897 mit der Herstellung eines Luxusdruckes von Nietzsches »Zarathustra« beschäftigt und recht bald Henry van de Velde, den er im November 1897 kennenlernte, mit einem Entwurf und Georges Lemmen mit der Schriftentwicklung beauftragt. – »Im feierlichen Prunk kam ›Also sprach Zarathustra‹ (1908) daher, für den Insel-Verlag in den drei Farben Schwarz, Purpur und Gold gedruckt, monumental im Format des Foliobandes, monumental in der typographischen Gebärde […] Der dekorative Doppeltitel unterstreicht […] van de Veldes Absicht, auch dem Gegenstand Buch eine künstlerische Form aufzuprägen, die diesem Leben gab. […] Der Rückgriff auf die Texte Nietzsches hing übrigens eng mit der Berufung van de Veldes nach Weimar zusammen. Hier war ja das Nietzsche-Archiv […] beheimatet. Hier residierte aber auch mit Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar-Eisenach ein kunstsinniger Landesfürst […]« (Jürgen Eyssen S. 17).

37,8 : 25,8 cm. [8], 160, [4] Seiten. – Beide Deckel etwas fleckig. Oberes Kapital vorn eingerissen. – Schnitt und einige Seiten etwas stockfleckig, Vorsatzblätter stärker.

Sarkowski 1193. – Brinks 79 (Abb.). – Schauer II, 16 (mit Abbildung). – Eyssen S. 17ff. (mit doppelseitiger Abbildung). – Papiergesänge 31

537  Insel Verlag – Friedrich Nietzsche. Ecce Homo.

€ 1500

Leipzig, Insel [1908]. Mit illustriertem Doppeltitel und Buchschmuck von Henry van de Velde. Grauer Originalwildlederband mit goldgeprägtem Rückentitel und Deckelsignet, Kopfgoldschnitt und goldfarbenem Vorsatzpapier (Königliche Kunstgewerbeschule Weimar nach Entwurf von Henry van de Velde). In Originalschutzumschlag und -schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan gedruckt und in Wildleder gebunden (Gesamtauflage 1.250 Exemplare). – Druck in Gold und Schwarz. – Henry van de Velde, ein großer Verehrer Nietzsches, gestaltete alle drei großen Nietzsche-Ausgaben des Insel-Verlages: 1908 »Ecce homo« und »Also sprach Zarathustra«, 1914 dann »Dionysos Dithyramben«, allesamt Meilensteine der deutschen Buchkunst am Anfang des 20. Jahrhunderts. – Nietzsches autobiographischer Text (»Wie man wird, was man ist«) entstand bereits 1888 und sollte ursprünglich 1890 erscheinen. Wegen einer Differenz mit seinem Verleger und Nietzsches Nervenzusammenbruch konnte das Werk erst 18 Jahre später aus dem Nachlass in dieser bibliophilen Ausgabe von Raoul Richter, der auch das ausführliche Nachwort schrieb, herausgegeben werden. – Schönes Exemplar.

25,0 : 19,6 cm. 154, [6] Seiten. – Rücken und Ränder minimal verblasst. – Innendeckel mit Abklatsch des Schutzumschlages. – Vereinzelte winzige Stockflecken im Schnitt.

Sarkowski 1201. – Schauer II, 15. – Schaberg 61 a

538  Insel Verlag – Giovanni di Boccaccio. Das Dekameron.

€ 250 ( R7 )

[Leipzig], Insel 1912. Mit zahlreichen Abbildungen im Text. Schwarzer Originalecrasélederband mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung (signiert: A. Köllner, Leipzig).

Eins von 825 Exemplaren, eines der seltenen Exemplare in Ganzleder. – Großformatige Jubiläumsausgabe zum 600. Geburtstag des Dichters. – Übersetzung von Albert Wesselski. – Illustriert nach den Holzschnitten der Venezianischen Ausgabe von 1492 und Initialen der Zeit. – Auf Bütten. – Der Einbandentwurf stammt von Emil Rudolf Weiß.

31,6 : 22,4 cm. [10], 415, [7] Seiten. – Kanten und Bünde berieben und stellenweise etwas beschabt. Deckel mit schwachen Kratzspuren.

Sarkowski 186 D. – Hayn/Gotendorf IX, 71

539  Insel Verlag – Richard de Bury. Philobiblon

€ 300

das ist der Traktat […] über die Liebe zu Büchern. Erstmalig aus dem Lateinischen in das Deutsche übertragen und eingeleitet von Franz Blei. Leipzig, Insel 1912. Brauner geglätteter Originalschweinslederband, Rückentitel und Deckelvignette blindgeprägt (signiert: Carl Sonntag jun., Leipzig).

Eins von 400 Exemplaren auf handgeschöpftem Bütten. – Druck bei Offizin W. Drugulin, Leipzig. – Die Lobpreisung der Bücher und der Liebe zu ihnen, verfasst von dem englischen Bischof Richard Aungerville. – In Franz Bleis Übersetzung werden die Bücher mit »Brüsten voll der Milch des Lebens«, gar mit dem »Baum des Lebens und dem vierfachen Fluß des Paradieses«, mit Noahs Arche und Jakobs Leiter verglichen. – Mit einer Bibliographie des »Philobiblon«.

21,8 : 15,0 cm. [6], XII, 104, [2], XXIX, [7] Seiten. – Winzige Fehlstelle am oberen Kapital.

Sarkowski 262. – Schauer II, 28

540  Insel Verlag – Jean Paul. Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch.

€ 600

Almanach für Matrosen wie sie sein sollten. Leipzig, Insel 1912. Mit Frontispiz und 15 Tafeln nach Zeichnungen von Emil Preetorius, alle koloriert. Farbig illustrierter Originalpergamentband mit Kopfgoldschnitt.

Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den kolorierten Illustrationen und im Ganzpergamenteinband, dessen Illustrationen ebenfalls von Preetorius stammen. – Jean Paul legte dem Luftschiffer Giannozzo seine eigenen kritischen Anmerkungen zu den gesellschaftlichen Zuständen in Deutschland in den Mund.

20,0 : 13,2 cm. [46], 136, [4] Seiten, 15 Tafeln. – Einbandränder und -rücken etwas stockfleckig, sonst schönes Exemplar.

Sarkowski 837 VA. – Schauer II, 48. – Ohr 12

541  Insel Verlag – Die Geschichte von Kagsagsuk.

€ 200

Leipzig, Insel 1914. Mit Zeichnungen, Vignetten und Initialen im Text von Charlotte Veit. Illustrierte Originalhalbleinenbroschur mit Kordelheftung. Im Schuber.

Eins von 200 Exemplaren. – Gedruckt nach der Kalligraphie von Charlotte Veit, die auch die Illustrationen und Vignetten zeichnete. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Das Eskimo-Märchen wurde nacherzählt von Hinrich Johannes Rink nach der Übertragung aus E. Gross »Die Anfänge der Kunst«. – Für den Insel-Verlag ungewöhnlich ausgestattete Edition.

30,5 : 17,4 cm. [56] Seiten. – Umschlagecken schmal geknickt und mit winzigen Eckverlusten.

Sarkowski 520

542  Insel Verlag – Gottfried August Bürger. Wunderbare Reisen zu Wasser und zu Lande.

€ 250 ( R7 )

Feldzüge und lustige Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen, wie er dieselben bei der Flasche im Zirkel seiner Freunde selbst zu erzählen pflegt. Mit den Holzschnitten von Gustave Doré. Leipzig, Insel 1918. Mit 154 Holzschnitten, davon 32 blattgroß. Originalhalblederband mit reicher Rückenvergoldung und goldgeprägter Deckelvignette.

Eins von 500 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Halbleder, 100 weitere wurden in Ganzleder gebunden. – Breitrandiger Druck auf handgeschöpftem Bütten von der Reichsdruckerei Berlin. – Die Holzschnitte wurden von den wieder aufgefundenen Originalstöcken der ersten französischen Ausgabe gedruckt. – Einbandentwurf von Emil Rudolf Weiß.

32,3 : 23,5 cm. 185, [7] Seiten.

Sarkowski 259 VA

543  Insel Verlag – [Antoine-François] Prévost. Die Geschichte der Manon Lescaut

€ 300

und des Chevalier des Grieux. Leipzig, Insel 1923. Mit acht Heliogravüren nach Kupfern von Jacques Joseph Coiny. Brauner Originalmaroquinband mit Rückenschild, reicher floraler Rücken- und Deckelvergoldung sowie Kopfgoldschnitt (signiert: J. F. Bösenberg Leipzig).

Exemplar der Vorzugsausgabe mit den Heliogravüren und im Ledereinband. – Die Übertragung von Rudolf G. Binding erschien erstmals 1919. Durch Zählung früherer Insel-Ausgaben einer Zeitler-Übersetzung und zweier der Bindingschen mit anderen Illustrationen als fünfte Auflage bezeichnet. – Die Kupfer stammen aus der 1797 in Paris bei Didot erschienenen Ausgabe und wurden als Lichtdrucke bei Meisenbach Riffarth & Co., Berlin, gedruckt. – Selten, makellos erhalten.

17,5 : 11,8 cm. 281, [3] Seiten, 8 Tafeln.

Sarkowski 1266 VA. – Fromm V, 20738

544  Insel Verlag – Rudolf Koch und Fritz Kredel. Deutschland und angrenzende Gebiete.

€ 150

Diese Karte wurde in den Jahren 1925–1934 […] unter Mitarbeit von Richard Bender und Berthold Wolpe geschaffen. Leipzig, Insel [1937]. Farbiger Druck nach Holzschnitten. Papier, auf Leinen aufgezogen und mit Haltestäben.

»Korrigierte« Fassung der berühmten Karte. Mit zahlreichen kleinen Stadtansichten, meist symbolisiert durch bekannte Bauwerke. Entgegen der ersten Auflage von 1934 wurde der Titel erweitert, »um politischen Anstoß im Ausland zu vermeiden«, der alte Reichsadler entfernt, einige Symbole ausgetauscht (Stuttgart nun mit dem alten Schloss statt dem markanten Bahnhof von Bonatz/Scholer, im Thüringer Wappen prangt bereits das Hakenkreuz). – Mit 31 kolorierten Wappen der Provinzen, Länder und Hansestädte. – Umrahmt wird die Darstellung von Hölderlin-Versen. Die Kalligraphie entwarf Rudolf Koch, die Holzschnitte Fritz Kredel. – Richard Bender übernahm die Kolorierung, von Berthold Wolpe stammen Legenden und Windrose. Bei H. F. Jütte, Leipzig, in sechs Farben auf getöntes Papier gedruckt. – Ein Teil der Auflage wurde, wie hier vorliegend, als Wandkarte produziert.

155 : 112 cm. – Gebräunt, einige teils hinterklebte Einrisse.

Salter 3.2.2. – Sarkowski 380 A. – Sarkowski, »Rudolf Kochs Deutschlandkarte als Politikum«, in: Philobiblon 43 (1999), Heft 1, S. 27–34

545  Insel Verlag – Die Minnesinger in Bildern der Manessischen Handschrift.

€ 200

Mit einem Nachwort von Elisabeth Karg-Gasterstädt. [Leipzig und Frankfurt am Main], Insel 1962. Mit 24 blattgroßen farbigen Abbildungen. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel. Im illustrierten Originalschuber.

Eins von 250 Exemplaren. – Einmalige Sonderausgabe von Insel-Bändchen 450 [1B] aus Anlass des fünfzigjährigen Bestehens der Insel-Bücherei. – Dazu: Ali Baba und die vierzig Räuber. Übertragen von Enno Littmann. Mit Holzstichen von Imre Reiner. 1961. Originalleinenband im -schuber. Eins von 750 Exemplaren. Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Lanzelot und Sanderein. Übertragen von Friedrich Markus Huebner. Mit Holzstichen von Andreas Brylka. 1962. Originalhalbpergamentband im -schuber. Eins von 900 Exemplaren. – Das Leben des Lazarillo von Tormes, sein Glück und sein Unglück. [1965]. Mit zehn kolorierten Holzschnitten von Rudolf Peschel. Originalhalbpergamentband im -schuber. Eins von 1500 Exemplaren. Sonderausgabe von IB 706 [1B].

18,5 : 12,0 cm, die Beigaben 20,5 : 12,5 cm. – Jeweils kleiner Sammlerstempel auf Innendeckel, Titel und Druckvermerk, davon abgesehen aber alle sehr gut erhalten.

Sarkowski 1112, 11, 978 und 996

546  Insel Verlag – Fünf Leder- bzw. Vorzugsausgaben deutscher Klassiker.

€ 250

Leipzig u. a. 1905–1994. Dünndruckausgaben in Originaleinbänden.

I. Adalbert Stifter. Studien. 1905. Zwei flexible Originalpergamentbände. Doppeltitel von Karl Walser. – II. Gottfried Keller. Der grüne Heinrich. [1922]. Grüner Kalblederband. 5.–9. Tausend. – III. Heinrich von Kleist. Sämtliche Werke. Dramen. [1927]. Schwarzer Kalblederband. Einbandgestaltung von Walter Tiemann. – IV. Ludwig Tieck. Phantasus. 1985. Weinroter Maroquinband. Aus der zwölfbändigen Werkausgabe. – V. Johann Wolfgang Goethe. Faust. Texte [und] Kommentare. 1994. Zwei weinrote Maroquinbände mit Halblederchemise. Aus der 40bändigen Werkausgabe. – Dazu: Konrad Ferdinand Meyer. Werke. Dünndruckausgabe in vier Bänden. Leipzig, H. Haessel 1922. Rote Originallederbände mit reicher Rückenvergoldung.

ca. 18,1 : 11,5 cm.

Sarkowski 1680, 896 und 928 (I–III)

547  Insel Verlag – Vier klassische asiatische Werke

€ 200

in Lederausgaben. Leipzig u. a. 1953–1975. Flexible Kalblederbände mit Rückenvergoldung.

I. Die Räuber vom Liang Schan Moor. 1953. Mit 60 Illustrationen nach Holzschnitten. – II. Die Geschichte vom Prinzen Genji. Wie sie geschrieben wurde um das Jahr eintausend unserer Zeitrechnung von Murasaki, genannt Shikibu, Hofdame der Kaiserin von Japan. Zwei Bände. 1954. – III. Kin Ping Meh oder die abenteuerliche Geschichte von Hsi Men und seinen sechs Frauen. 1961. – IV. Ting Yao Kang. Blumenschatten hinter dem Vorhang. 1975. Mit 18 Illustrationen nach Holzschnitten.

19,5 : 11,6 cm.

Sarkowski 1459, 1174 und 908 (IV nicht mehr)

548  Insel Verlag – John Dieter Brinks. Vom Ornament zur Linie.

€ 250

Der frühe Insel-Verlag 1899 bis 1924. Ein Beitrag zur Buchästhetik im frühen 20. Jahrhundert. Laubach und Berlin, Triton 2000. Mit zahlreichen, meist farbigen Abbildungen und Tafeln. Originalleinenband und -mappe im Schuber.

Erstes von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einem beigelegten Originalentwurf für den Insel-Verlag, hier: Walter Tiemann. Titelzeichnung für »Paul Ernst. Ritter Lanval« (1906). Rote und schwarze Tusche. 18,2 : 11,5 cm. – Neben den zahlreichen, meist farbigen Abbildungen und Tafeln liegen in einer Mappe 20 Faksimiledrucke von Originalvorsatzpapieren und Prospekten des Insel-Verlages bei. – Wichtige Monographie zu dem Verlag, der die deutsche Buchkunst der Moderne entscheidend prägte. – Mit Beiträgen von Susanne Buchinger, Marcus Haucke, Kurt Ifkovits, Renate Müller-Krumbach, Theo Neteler, Lindsay Newman, Gerhard Schuster, Juergen Seuss, Barbara Stark, Roland Stark , Klaus Weber und dem Herausgeber. – Mit Widmung des Herausgebers.

30,5 : 24,5 cm. 391, [5] Seiten, 21 Tafeln. – Schuber an der Unterseite leicht berieben.

549  Insel Verlag – Franz Kafka. Ein Landarzt.

€ 120

Kleine Erzählungen. Mit 6 lavierten Federzeichnungen von Alfred Kubin. Nachwort von Peter Höfle. Insel, Frankfurt am Main und Leipzig 2003. Mit einer lose beigelegten signierten Radierung von Paul Flora. Originalpappband.

Eins von 200 Exemplaren (Gesamtauflage 300). – Sonderdruck von IB 1243 für die Freunde des KubinKabinetts im Badhaus zu Leogang im Pinzgau. – Die Originalzeichnungen Kubins konnte Dr. Otto Paulick, der Initiator des KubinKabinetts, aus dem Nachlass Alfred Horodischs erwerben und so diese erstmalige Vereinigung von Bild und Text ermöglichen. – Verlagsfrisch.

18,5 : 12,0 cm. [2], 81, [5] Seiten. 1 Radierung.

Vgl. Marcks A 144

550  Winkler Verlag – Vier Dünndruckausgaben in Ledereinbänden.

€ 150

München 1976–1989. Flexible Originallederbände mit vergoldetem Rückentitel, goldgeprägtem Deckelsignet und Kopfgoldschnitt.

Aus der Reihe »Winkler Weltliteratur«. – I. Fjodor M. Dostojewski. Die Brüder Karamasow. 1976. – II. Fjodor M. Dostojewski. Schuld und Sühne. (Rodion Raskolnikow). 1977. – III. Theodor Fontane. Romane. 1988. 7. Auflage. – IV. Voltaire. Sämtliche Roman und Erzählungen. 1989. 5. Auflage. – Dazu: Arthur Rimbaud. Sämtliche Dichtungen. – Briefe und Dokumente. Heidelberg, Lambert Schneider 1960 und 1961. Zwei rote Originallederbände mit Rückenschildern. Dünndruckausgaben.

19,3 : 12,0 cm.

551  Januspresse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Roemische Elegien.

€ 500

Leipzig 1907. Originalpergamentband mit goldgeprägtem Titel (Carl Sonntag jun., Leipzig).

Erster Druck der Januspresse. – Eins von 150 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot und Schwarz von Ernst Poeschel und Walter Tiemann auf Zanders-Bütten. – Die Initialen wurden von Walter Tiemann in Holz geschnitten. – Die Janus-Presse war die erste deutsche Privatpresse überhaupt. Sie entstand nahezu zeitgleich mit der Ernst Ludwig Presse. Im Frühjahr 1923 erschien mit dem »Schlemihl« ihr letzter Druck. » […] ihre Seele, die Schrift, war versenkt, nicht wie Cobden Sanderson’s Doveslettern in die Themse, sondern in ein Paket mit grauem Packpapier. Die Janus-Pressen-Schrift wurde im Archiv des Insel-Verlages aufbewahrt« (aus dem letzten Druck der Presse).

25,6 : 18,6 cm. [2], 33, [5] Seiten. – Einband mit schwachen Stockflecken, insgesamt etwas wellig, Hinterdeckel stark verzogen.

Rodenberg 94, 1

552  Januspresse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Torquato Tasso.

€ 900

Ein Schauspiel. Leipzig 1910. Originalpergamentband mit goldgepunzten Fileten, intarsierten Rücken- und Deckelschildern mit vergoldeten Titeln sowie Kopfgoldschnitt (signiert: Carl Sonntag jun., Leipzig).

Zweiter Druck der Januspresse. – Eins von 150 Exemplaren, davon waren 120 für den Handel bestimmt. – Auf Handbütten mit dem Pressensignet als Wasserzeichen. – Haupt- und Zwischentitel und das Pressensignet wurden von Walter Tiemann in Holz geschnitten und in Rot gedruckt.

25,6 : 18,4 cm. 160 Seiten. – Rückenschild mit Schabstelle, Deckel und Schnitt mit schwachen Stockflecken.

Rodenberg 94, 2. – Schauer II, 31 (Abbildung)

553  Januspresse – [Susette Gontard]. Die Briefe der Diotima.

€ 300

Leipzig, Insel 1920. Originalpergamentband mit vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt. Mit Originalumschlag.

Vierter Druck der Januspresse. – Eins von 320 Exemplaren. – Auf Janus-Bütten. – Veröffentlicht von Frida Arnold, herausgegeben von Carl Viëtor. – Titel und Initialen von Walter Tiemann. – Mit dem Beiheft »Anmerkungen und Nachwort« der Herausgeber. – Erste Veröffentlichung der Briefe von Susette Gontard (»Diotima«) an Friedrich Hölderlin. Die Originalbriefe waren im Besitz von Frida Arnold, einer Großnichte von Friedrich Hölderlin.

25,6 : 18,4 cm. [4], 72, [4] Seiten. – Deckel leicht aufgebogen.

Rodenberg 95, 4. – Sarkowski 392

554  Maximilian-Gesellschaft – [Kaiser Maximilians I. Gebetbuch

€ 600

Mit Zeichnungen von Albrecht Dürer und anderen Künstlern. Herausgegeben von Karl Giehlow. Wien, Selbstverlag des Herausgebers in Kommission F. Bruckmann 1907]. Faksimileband. Dunkelblauer Maroquinband mit reicher floraler Rückenvergoldung, dreifachen vergoldeten Fileten an den Deckelrändern und einem großen vergoldeten Wappensupralibros auf dem Vorderdeckel (signiert: E. A. Enders, Leipzig). Im Leinenschuber.

Eins von 350 Exemplaren, daneben vier Exemplare auf Pergament. – Das Faksimile wurde photolithographisch in der Kunstanstalt Albert Berger in Wien gedruckt und vom Herausgeber im Eigenverlag vertrieben. Restbestände der Auflage erwarb 1913 die soeben gegründete Maximilian-Gesellschaft von den Erben des Herausgebers und versandte sie »als erste gewichtige Vereinsgabe« (Schauer I, 130). – Mit dem ausführlichen Werbeblatt des Verlages F. Bruckmann mit zahlreichen handschriftlichen Textkorrekturen. – Ohne den Kommentarband. – Von den Ende 1513 bei Schönsperger in Augsburg gedruckten Pergamentexemplaren, die den damals auserwählten Künstlern – neben Albrecht Dürer auch Altdorfer, Baldung und Burgkmair – zur Einzeichnung der Randillustrationen übersandt wurden, konnte Karl Giehlow fünf nachweisen. Die Bogen mit den Dürerschen Randzeichnungen sind verwahrt in den Bibliotheken München und Besançon, als Vorlage für die mit Initialen geschmückten Seiten dienten auch Exemplare in Wien und aus der Bibliothek Thomas Brookes. – In prachtvollem Einband der Leipziger Buchbinderei Enders mit dem kaiserlichen Wappen auf dem Vorderdeckel. – Aus Familienbesitz Erben Dr. Ernst Hauswedell.

29,0 : 20,0 cm. 160 beidseitig bedruckte Tafeln. – Oberkanten leicht berieben. – Die Seiten teils mit Bleistift paginiert.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 119

555  Maximilian-Gesellschaft – Georg Christoph Lichtenberg. Aphorismen.

€ 120

Ausgewählt von Erich Steffen. Berlin 1922. Mit einem Porträt. Gelber Halbmaroquinband mit Rückenschild und marmorierten Deckelbezügen.

Eins von 300 Exemplaren. – Für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft gedruckt bei Spamer, Leipzig. – Typographie und Druckleitung übernahm E. R. Weiß, der auch die Vorlage des Lichtenberg-Porträts nach einem Stich von H. Schwenterley zeichnete. – Laut Einklebung auf dem Innendeckel das Exemplar aus der Sammlung Dr. Johannes Knoblauch, die am 13. März 1926 bei Martin Breslauer unter dem Katalogtitel »Vorbildliche Drucke aus der Blütezeit des wiedererwachten Buchgewerbes« versteigert wurde. Damals noch als Broschur und später wohl bei Friedrich Meink gebunden. – Aus Familienbesitz Erben Dr. Ernst Hauswedell.

20,0 : 14,2 cm. [4], 71, [1] Seiten.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, Seite 120

556  Maximilian-Gesellschaft. Stammtischblätter.

€ 300

Ausgewählt von A[lfred] R[ichard] Meyer. Berlin 1926 und 1927. Mit fünf (statt sechs) Lithographien und einer Holzschnitt-Initiale. Dunkelroter Saffianlederband mit Vergoldung (signiert: Hübel & Denck, Leipzig) und neuer Pappband mit Rückenschild (Christian Zwang?).

Eins von 150 Exemplaren. – Auf Zerkall-Bütten. – Mit Texten u. a. von Heinrich Lautensack, Theodor Däubler, A. R. Meyer und Paul Scheerbart (vier Erstdrucke) sowie über Bucheinbände von Marcus Behmer. – Mit Lithographien von Max Liebermann (2), Lieselotte Tieffenbach, Waldemar Rösler und Elisabeth Goetz-Gleistein, einer Holzschnitt-Initiale von Marcus Behmer sowie Tafeln und montierten Abbildungen. – Der Stammtisch der Maximilian-Gesellschaft fand seit Februar 1926 jeden zweiten Freitag im Weinhaus Trarbach im Theater des Westens statt. Dort wurden die Stammtischblätter in einzelnen Bogen verteilt. Der Stammtisch hielt sich mehrere Jahre, seine »Blätter« erschienen nur 1926 und 1927, der zweite Jahrgang blieb unvollendet (wie hier vorliegend). – Gedruckt von E. W. Tieffenbach in der Officina Serpentis. – Dazu: 25 Jahre Maximilian-Gesellschaft. Berlin 1912 bis 1937. Berlin 1937. Originalhalbpergamentband; Deckelvignette und Rückentitel goldgeprägt. Eins von 300 Exemplaren. Mit einem Verzeichnis der Versammlungen und umfangreicher Bibliographie. – Eine Beigabe. – Alle aus Familienbesitz Erben Dr. Ernst Hauswedell.

27,1 : 18,7 cm. [4], 97, [3] Seiten, 5 Lithographien bzw. 81, [7] Seiten. – Bünde von I leicht berieben, Inhaltsverzeichnis mit Bleistiftnotizen. – Beigabe mit Rotstift-Anstreichungen.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 130 (nur Jahrgang 1). – Backe/Köppen 116. – Rodenberg 517

557  Georg Müller Verlag – Otto Julius Bierbaum. Das schöne Mädchen von Pao.

€ 500

Ein chinesischer Roman. München, Georg Müller 1909/1910. Mit sieben Abbildungen auf Tafeln und Buchschmuck von Franz von Bayros. Dunkelblauer Originalsaffianlederband mit reicher Deckel-, Rücken- und Vorsatzvergoldung (Hübel & Denck, Leipzig). In Originalschutzumschlag und -kassette mit Deckelschild.

Eins von 600 Exemplaren der Prachtausgabe. – Gedruckt bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem, auf unbeschnittenem Zerkall-Einhorn-Bütten. – Einbandentwurf von Paul Renner. – »Die prächtigen Schriften aus dem reichen Typenvorrat von Enschedé en Zonen in Haarlem stehen auf handgeschöpftem Bütten und behaupten sich bravourös neben den Illustrationen von Bayros, der sich hier, eine Entdeckung Bierbaums, erstmals auf dem deutschen Buchmarkt vorstellte und einen glücklichen Tag gehabt haben muß, da er einmal ohne die sonstige süßliche Parfümierung seiner Zeichenfeder ausgekommen war« (Eyssen, S. 65). – Bierbaum gehörte zu den Hauptautoren der ersten Verlagsjahre von Georg Müller. »Er war es, der die lange Reihe schöner Drucke […] eröffnete, und zwar mit den Ausgaben seines erst rein typographisch, schließlich dann illustriert erscheinenden Buches ›Das schöne Mädchen von Pao‹ (1910)«. (Georg K. Schauer). – Nahezu makelloses Exemplar.

32,0 : 23,0 cm. [10], 210, [4] Seiten. 7 Tafeln. – Schuber ganz schwach berieben. – Eine Seite mit leichtem Knick.

Hayn/Gotendorf IX, 62. – Eyssen 64. – Schauer I, 108 und II, 54 (mit Abbildung)

558  Georg Müller Verlag – Otto Julius Bierbaum. Das schöne Mädchen von Pao.

€ 350

Ein chinesischer Roman. München, Georg Müller 1909/1910. Mit sieben Abbildungen auf Tafeln und Buchschmuck von Franz von Bayros. Dunkelblauer Originalsaffianlederband mit reicher Deckel-, Rücken- und Vorsatzvergoldung (Hübel & Denck, Leipzig).

Eins von 600 Exemplaren der Prachtausgabe. – Nicht so schön wie das vorherige Exemplar.

32,0 : 23,0 cm. [10], 210, [4] Seiten. 7 Tafeln. – Rücken verfärbt. Ränder leicht berieben, Deckel leicht fleckig. – Schnitt und wenige Seiten mit vereinzelten kleinen Stockflecken.

Hayn/Gotendorf IX, 62. – Eyssen 64. – Schauer I, 108 und II, 54 (mit Abbildung)

559  Georg Müller Verlag – Honoré de Balzac. Das Haus Claes.

€ 150

(La recherche de l’absolu). Übertragen von Adelheid v. Sybel. München, Georg Müller 1913. Dunkelgrüner Originalkalblederband mit Vergoldung (Hübel & Denck).

Erste vollständige deutsche Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten. – Balzac erzählt die Familientragödie des Chemikers Balthazar Claes, der in seiner Besessenheit um den Erkenntnisgewinn seine komplette Außenwelt vergisst und als verrückter Wissenschaftler sich und seine Umwelt ins Verderben stürzt.

19,7 : 14,0 cm. [2], 345, [9] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. – Vorsätze und äußerste Ränder etwas stockfleckig.

Fromm I, 1657

560  Georg Müller Verlag – Camille Mauclair. Florenz.

€ 150

München 1914. Mit 84 fotografischen Abbildungen auf Tafeln. Leuchtend roter Originalmaroquinband mit reicher Vergoldung und Kopfgoldschnitt (Hübel & Denck, Leipzig).

Erste Ausgabe. – Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder. – Ausführliche Beschreibung der Florentiner Geschichte und Kultur in Wort und Bild, die Bildtafeln mit Fotografien bekannter Sehenswürdigkeiten: Uffizien, Paläste, Kirchen. – Die Übersetzung stammt von Rosa Schapire, der Hamburger Kunsthistorikerin und Kunstsammlerin. – »So viele Bücher wurden über Florenz geschrieben und so viel Dinge noch nie gesagt!« (Vorwort). – Den prächtigen Einband entwarf Paul Renner.

24,7 : 16,9 cm. [10], 267, [7] Seiten, 84 Tafeln. – Ecken minimal berieben.

561  Georg Müller Verlag – Spielmanns-Geschichten.

€ 200

Herausgegeben von Paul Ernst. München und Leipzig, Georg Müller [um 1920]. Roter Originalmaroquinband mit Rücken- und Filetenvergoldung sowie Kopfgoldschnitt.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten. – Sammlung von 17 Verserzählungen, die von Luise Ernst und Hildegard Busch aus dem Altfranzösischen übersetzt wurden. – »Bei der Lektüre muß man sich immer vorhalten, daß die Erzählungen für den Vortrag bestimmt sind, nicht für das Lesen. Sie sind von den wandernden Spielleuten gedichtet und rezitiert in jenen Zeiten, als es das unterhaltende Buch noch nicht gab« (Vorwort).

22,4 : 15,8 cm. [10], 309, [5] Seiten. – Schnitt und äußerste Ränder etwas stockfleckig – erste und letzte Seiten stärker.

562  Nibelungendruck – Gotthold Ephraim Lessing. Die Parabel von den drei Ringen.

€ 250

Berlin, Brandus 1918. Mit zweifarbig lithographiertem Buchschmuck und Illustrationen von Joseph Sattler. Grüner Originalkalblederband; Titel, Deckelvignette, Fileten, Bordüren und Kopfschnitt vergoldet (Otto Dorfner, Weimar).

Zweiter Nibelungendruck. – Eins von 265 Exemplaren. – Gesetzt aus der erstmals verwendeten Delitsch-Antiqua, gedruckt auf der Handpresse bei Julius Klinkhardt, Leipzig. – Auf Velin. – Bibliophile Ausgabe der berühmten Ring-Parabel aus Lessings »Nathan«. Die Typographie und den Buchschmuck gestaltete Joseph Sattler. Der Jugendstilkünstler (1867–1931) hatte sich nicht zuletzt durch seine Nibelungen-Schrift für eine Zusammenarbeit mit den Herausgebern der Nibelungendrucke empfohlen.

17,4 : 12,7 cm. [32] Seiten. – Leicht berieben.

Rodenberg 444. – Schauer II, 4

563  Nibelungendrucke – Zwei Drucke mit Radierungen von Alois Kolb.

€ 200

Berlin, Brandus 1918–1919. Mit zusammen 22 Radierungen, davon einige blattgroß, zwei als Titel, einige Intialen. Originalkalb- bzw. Originalecrasélederband mit Vergoldung.

Fünfter Druck. Friedrich von Schiller. Kapuziner-Predigt. 1918. Eins von 270 Exemplaren. Gesetzt aus der Ehmcke-Fraktur, gedruckt auf Zanders-Bütten. – Achter Druck. Christoph Martin Wieland. Geron der Adlige. 1919. Eins von 300 Exemplaren. Gesetzt aus der Tiemann-Fraktur, gedruckt auf Zanders-Bütten. – Die Titelradierung von II signiert. – Die »einfachen, sehr geschmackvollen Ganzledereinbände« (Rodenberg) wurden bei H. Fikentscher hergestellt.

17,0 bzw. 17,5 : 13,0 cm. [24] bzw. [60] Seiten. – Einbände mit winzigen Schabstellen, Rücken von I etwas brüchig, von II leicht aufgehellt.

Rodenberg 444, 5 und 445, 8. – Sennewald 18 und 19, 3

564 Obelisk-Drucke – Christoph Martin Wieland. Musarion

€ 500 (R7)

oder Die Philosophie der Grazien. Ein Gedicht in drey Büchern. Radierungen von Hans Gött. München, Drei Masken 1924. Mit zwölf radierten, signierten Vignetten, davon eine Titel- und eine Schlussvignette. Blauer Originalmaroquinband mit Rückenschild. Ornamentale Deckelbordüren und Innenkantenfileten, Rücken und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Hübel & Denck, Leipzig). Im Schuber.

Neunter Obelisk-Druck. – Unnummeriertes Exemplar, somit eins von 20 Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 340). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Radierungen entstanden 1923 und wurden unter Aufsicht des Künstlers auf Zanders-Bütten gedruckt.

29,5 : 20,0 cm. 72, [6] Seiten. – Kanten leicht berieben. Rücken und Ränder schwach verfärbt.

Rodenberg 448, 9

564a  Ernst Ohle Verlag – Homer. Odyssee.

€ 250

Leipzig, Ernst Ohle 1913. Dunkelgrüner Originalecrasélederband mit Filetenvergoldung und Kopfgoldschnitt.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Maroquin (Gesamtauflage 200). – Wortgetreuer Abdruck der Übersetzung von Johann Heinrich Voß vom Jahre 1781 (Druckvermerk). – Gedruckt von der Offizin W. Drugulin in der Didot-Antiqua. – »Die bibliophilen Erscheinungen des Verlages sind typographische Meisterwerke« (vgl. Rodenberg, S. 344).

33,4 : 24,0 cm. 395, [5] Seiten. – Kanten etwas berieben. Rücken etwas verblasst. Hinterer Deckel mit Schab- und Druckspur. – Vorsätze, Schnitt und einige Seiten stockfleckig. Äußerste Ränder gebräunt.

Rodenberg 345

565  Rabenpresse – Ein hübsche histori von der küniglichen stadt troy, wie sie zerstœret ward.

€ 180

Erneuert von Richard Benz. Berlin, Rabenpresse 1938. Mit koloriertem Holzschnitt-Frontispiz und 42 kolorierten Holzschnitten, alle nach alten Originalen geschnitten von Ulla Rossel. Originalpappband.

Erster Bibliophiler Phönix-Druck der Rabenpresse. – Eins von 900 Exemplaren. – Gedruckt bei Wilh. Gerstung in Offenbach, von dem bereits in den Jahren 1925–29 in der »Werkstatt der Pforte« in Heidelberg entstandenen Satz. – Auf Bütten. – V. O. Stomps gründete 1926 die Rabenpresse, musste diese jedoch 1937 verkaufen: Nach einigen Lesungen und Veröffentlichungen jüdischer Autoren war der Verlag auf die Liste der »unerwünschten Literatur« gesetzt worden und der deutsche Buchhandel boykottierte die Publikationen mehrheitlich.

28,3 : 19,7 cm. [8], 214, [2] Seiten.

566  V. O. Stomps – Joanne Rempen. Vita & mors S. virginis & martyris Columbæ.

€ 300

Frankfurt am Main Weihnachten 1948. Mit einer Titelillustration. Originalbroschur.

Eins von 100 Exemplaren, von Stomps als Weihnachtsgruß verschickt. – Mit Umschlagblatt aus Japanpapier mit einem gedruckten Widmungsbrief des Herausgebers, mit eigenhändiger Anrede und Unterschrift. – Bereits 1938 hatte Stomps diese Verse als Privatdruck veröffentlicht. Möglicherweise stammen sie von Stomps selbst und wurden dem Jesuiten und späteren protestantischen Theologen Johann Rempe (1663–1744) nur untergeschoben. Die zweite, veränderte Auflage enthält nun auch lateinische Verse, ihrer »klanglichen Wirkung« wegen. – »Abgezogen auf einem, aus einigen Holzleisten und einem (leider leeren) amerikanischen Zucker-Sack selbst gefertigten Umdruck Rahmen« (Druckvermerk). – Das Exemplar dedizierte Stomps Dr. A. von Klement, Regensburg. Mit eigenhändig adressiertem Briefumschlag. – Nachdem V. O. Stomps in französischer Kriegsgefangenschaft wieder als Drucker tätig war, eröffnete er 1948 in der Frankfurter Justinianstraße eine eigene Druckerei und ein Jahr später die Eremiten-Presse.

21,2 : 15,0 cm. [16] Seiten.

Nicht bei Spindler, Typen

567  Rudolfinische Drucke – Martin Luther. Das Gesicht des Jesaia.

€ 150

Offenbach am Main 1919. Holzschnitte von Rudolf Koch. Originalhalbpergamentband mit einem auf beiden Deckeln wiederholten Holzschnitt.

Achter Rudolfinischer Druck. – Exemplar 35, ohne Angabe der Auflagenhöhe, aber wohl maximal 200 Stück. – Auf Bütten. – Schrift und Illustrationen schnitt Rudolf Koch als je eine Holztafel und druckte das Buch als Blockbuch. – »Ein neues Gesicht gewinnen die Rudolfinischen Drucke vom folgenden achten Druck ab, indem sich Koch jetzt auf den Einblatt- und Blockbuchdruck einstellt. […] Das Hauptstreben des Künstlers geht jetzt dahin, die technische Einheit von Bild und Schrift herzustellen, das große Problem der Buchkunst also […] der Lösung näher zu bringen.« (Julius Rodenberg). – Beilagen: Verzeichnis der Rudolfinischen Drucke 1920. – Hinweiszettel zum Blockbuch. – Originalrechnung der Druckerei Wilh. Gerstung von 1920 (Preis damals 100 M).

22,0 : 15,3 cm. [24] Seiten. – Deckelränder leicht gebräunt.

Rodenberg 126, 8

568  Epiktet. Handbüchlein der Moral.

€ 300

Mit Anhang »Ausgewählte Fragmente verlorener Diatriben«, eingeleitet und herausgegeben von Wilhelm Capelle. Jena, Eugen Diederichs 1906. Flexibler Originalpergamentband mit grünen Seidenbändern als Durchstichheftung.

Eins von 20 handschriftlich nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan-Bütten im Ganzpergamentband. – Mit zwei ornamentierten Initialen, möglicherweise entworfen von F. H. Ehmcke. – Seiten- und Unterränder unbeschnitten, Kopfschnitt vergoldet. – Als Vorzugsexemplar sehr selten.

20 : 14 cm. XXXII, 76, [4] Seiten. – Deckel etwas verzogen und vergilbt. – Titelblatt mit leichter Quetschfalte.

569  Walter Dreesen. Mond.

€ 300 ( R7 )

Novelle. Mit Illustrationen des Verfassers. München, Zeltverlag 1930. Mit 27 ganzseitigen Illustrationen. Schwarzer Originalkalblederband mit vergoldetem Rückentitel. Im Originalschuber.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf »besserem Papier« und in Ganzleder (Gesamtauflage 350). – Die erste Buchveröffentlichung des Ehmcke-Kreises, dem Zusammenschluss ehemaliger Schüler von Fritz Helmut Ehmcke. Dieser war, nach seiner Tätigkeit an der Düsseldorfer Kunstgewerbeschule, seit 1913 Lehrer für Schrift- und Buchgewerbe an der Münchner Kunstgewerbeschule, wo er auch die Rupprecht-Presse gründete. 1924, nach Auflösung der Schule, wurde er an die Akademie der bildenden Künste berufen. 1938 wurde er als Halbjude allerdings wieder aus der Professur entlassen.

24,7 : 17,4 cm. 73, [3] Seiten. – Rücken minimal verfärbt.

570  Johann Wolfgang von Goethe. Faust.

€ 250

Eine Tragödie. [Erster und] Zweiter Teil. – William Shakespeare. Hamlet. – Romeo und Julia. Leipzig, Schmidt & Günther um 1910. Rote Originallederbände mit reicher Vergoldung.

Aus der Reihe »Liliput-Klassiker«, in der etwa 20 Bände erschienen. – Dünndruckausgaben. – Die 5,3 : 3,4 cm kleinen Lederbände mit vergoldeten Titeln, Fileten und Bordüren und umlaufendem Goldschnitt, alle Deckel mit »Fleur-de-Lys«-Vergoldung. – Sehr gut erhalten. – Beigabe: Zwei weitere Bände der Reihe in abweichendem Einband.

571  Officina Serpentis – Die vier ersten Kapitel der Genesis.

€ 300

Verdeutscht durch D. Martinus Luther. Berlin 1913. Originalhalbpergamentband mit Marmorpapierbezügen.

Eins von 30 Exemplaren (Gesamtauflage 33). – Mit einem radierten Initial von Felix Meseck. – Handpressendruck der Officina Serpentis durch E. W. Tieffenbach, Berlin, in Rot und Schwarz .

42,5 : 29,8 cm. [4] Seiten. – Ränder berieben, Ecken stärker.

Rodenberg 109, f. – Backe/Köppen 13

572  Officina Serpentis – Hans Michael Moscherosch. Wie das Pulver und die Buchdruckerey erfunden wurde.

€ 250

Berlin 1919. Mit einer radierten Initiale von Felix Meseck. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 50 Exemplaren. – Auf Zanders-Papier. – Der Text folgt der Straßburger Ausgabe von »Philander von Sittewalds Wunderliches und wahrhaftiges Gesicht ›Soldatenleben‹« von 1660. Unter dem Pseudonym »Philander von Sittewald« publizierte Moscherosch zahlreiche, meist satirische Dichtungen. – Der fiktive Disput behandelt die Urheberschaft des Buchdrucks und den diesbezüglichen Anteil von Hans Mentelin, Straßburg, und Johannes Gutenberg, Mainz. – Selten.

24,7 : 18,3 cm. [3]–22, [2] Seiten. – Die flexiblen Deckel etwas verzogen. – Kleiner Sammlerstempel auf Innendeckel und Titelblatt, sonst sehr schön.

Backe/Köppen 24. – Rodenberg 110

573  Officina Serpentis – Rainer Maria Rilke. Die weiße Fürstin.

€ 800

Eine Szene am Meer. Berlin, E. W. Tieffenbach 1920. Flexibler Originalinterimspappband mit Marmorpapierbezügen und Deckelschild.

Der Schatzbehalter. Erstes Buch. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Zanders-Bütten und mit dem goldgehöhten Untertitel (Gesamtauflage 175). – Druck in Rot und Schwarz. – Erste Einzelausgabe der Dichtung, deren erste Fassung 1899 in der Zeitschrift »Pan« abgedruckt wurde. Die auch hier verwendete überarbeitete Fassung von 1904 erschien 1909 in »Die frühen Gedichte«. – Zur »Szene am Meer« wurde Rilke durch ein Erlebnis in Viareggio angeregt, wo er sich im Frühjahr 1898 aufhielt. In einer Tagebuchnotiz beschreibt er die Erscheinung eines Mönchs »in seinem schwarzem Faltenkleid mit der schwarzen Gesichtsmaske. … er war wie der Tod selbst …« (vgl. Schnack, Rilke Chronik I, 73).

29,6 : 20,5 cm. – Rücken restauriert, Ränder gebräunt.

Backe 37. – Mises 90

574  Officina Serpentis – Johannes Secundus. Basia.

€ 300

Berlin, Officina Serpentis 1921. Mit radiertem Titel von Marcus Behmer. Originalinterimspappband mit Marmorpapierbezügen.

Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan und der Radierung von der unverstählten Platte (Gesamtauflage 175). – Handpressendruck in der Elzevir-Antiqua von Genzsch & Heyse, Hamburg. – Die neulateinischen Basia (1539) des niederländischen Dichters Johannes Secundus (1511–1536) gehören zu den Klassikern der erotischen Literatur. Unter Rückgriff auf antike Vorbilder wie Catull variiert diese Sammlung in insgesamt neunzehn Gedichten ihr Leitthema des Kusses auf immer neue Weise.

18,7 : 13,3 cm. [8], 19, [5] Seiten. – Einband fleckig, Ränder gebräunt. – Schnitt und Seitenränder mit einigen Stockflecken.

Backe/Köppen 47. – Haucke 43

575  Officina Serpentis – Q. Valerius Catullus. (Gedichte).

€ 450 ( R7 )

Deutsch von Ernst Hohenemser. [Berlin] 1922. Mit einer Randleiste, einem Initial und Signet von Ansgar Schoppmeyer nach Entwürfen von Marcus Behmer. Pergamentband der Zeit mit vergoldeten Fileten und Fleurons. Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: F. Dudik).

Eins von 120 Exemplaren auf Hahnemühle-Bütten, die Verzierungen des Widmungsgedichts und die Kolumnentitel in Rot gedruckt. – Gesetzt von M. Hoffmann in der Gotico-Antiqua. – Ansgar Schoppmeyer war Professor an der Technischen Hochschule in Charlottenburg. Ganz im Sinne Tieffenbachs, der ebenfalls Naturwissenschaftler war und mit seiner Officina Serpentis anstrebte, »vollkommene Bücher auch durch Übernahme bewährter Gestaltungsformen« (Jürgen Eyssen) zu gestalten, entwarf Marcus Behmer den üppigen Randschmuck des Widmungsblatts nach alten Vorlagen. – Mit den Exlibris Curt und Emma von Faber du Faur und Max Kirdorf, dessen legendäre Pressendruck-Sammlung 1929 von Emil Hirsch in München versteigert wurde.

28,0 : 20,5 cm. [4], 84, [4] Seiten. – Einband etwas verfärbt und berieben.

Backe/Köppen 38. – Rodenberg 111. – Eyssen Seite 92

576  Aubrey Beardsley. Die Geschichte von Venus und Tannhäuser,

€ 300

worein gewebt ist eine genaue Beschreibung der Sitten am Hofstaate der Frau Venus […] woran die Abenteuer Tannhäusers daselbst […] geschlossen sind. Eine romantische Novelle. München, Hans von Weber [1909]. Flexibler Originalpergamentband mit grün-goldener Lederintarsie und Kopfgoldschnitt (Carl Sonntag jun., Leipzig).

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 246 Exemplaren »für einen privaten Kreis von Subskribenten« (Druckvermerk). – Satz aus der Hyperion-Antiqua. – Gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig, in Braun, Rot und Grau auf Bütten »Original HandLinen P & H«. – »In entzückender Ausstattung hergestellt. Die Auflage ist bereits vergriffen und die im Handel vorkommenden Exemplare werden über den Publikationspreis bezahlt und steigen sicher wesentlich noch im Preise« (Hayn/Gotendorf). – Aubrey Beardsley (1872–1898) arbeitete bis 1892 als Angestellter einer englischen Versicherungsgesellschaft. Für die Zeitschrift »The Yellow Book« fertigte er zahlreiche Zeichnungen in Tusche, die als Strichätzungen reproduziert wurden. Die Originalausgabe seiner einzigen unvollendeten Prosaarbeit erschien 1907 in kleiner Auflage als Privatdruck in London mit 250 Exemplaren.

24,4 : 18,5 cm. [16], 64, [4] Seiten. – Deckel leicht verzogen und minimal fleckig. – Schnitt und Vorsätze mit wenigen winzigen Stockflecken.

Hayn/Gotendorf VII, 527 f

577  Hyperiondruck – Friedrich Schiller. Die Räuber.

€ 180

Ein Schauspiel. München 1912. Originalpergamentband mit Rückenschild, vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt.

Dritter Hyperiondruck. – Eins von 550 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 657). – »Mit einer Hochdeutschen Schrift aus dem Anfang des des Neunzehnten Jahrhunderts […] gedruckt zu Haarlem von Joh. Enschedé en Zonen«. (Druckvermerk).

27,7 : 19,3 cm. 140, [4] Seiten. – Einband mit wenigen Stockflecken, Vorderdeckel mit schwachem Lichtrand. – Schnitt stockfleckig.

Rodenberg 415, 3. – Schauer II, 62

578  Hyperion-Drucke – George Gordon Lord Byron. Manfred.

€ 200

Ein dramatisches Gedicht. München, Hyperion 1912. Originalpergamentband mit vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt.

Vierter Hyperion-Druck. – Eins von 550 Exemplaren auf Van Gelder-Velin mit dem Hyperiondruck-Signet (Gesamtauflage 657). – Im vorderen Teil deutscher Text in der Übertragung von Woldemar Starke, im hinteren englischer Originaltext. – Gedruckt in Rot und schwarz in der Januspressenschrift von Walter Tiemann bei Poeschel & Trepte, Leipzig.

27,7 : 19,7 cm. [8], 140, [4] Seiten. – Einband und Schnitt leicht stockfleckig.

Rodenberg 415, 4

579  Hyperiondrucke – Joseph von Eichendorff. Aus dem Leben eines Taugenichts.

€ 200

München, Hans von Weber 1914. Mit 29 Lithographien von Emil Preetorius, fünf davon farbig und blattgroß. Originalpergamentband mit Rückenschildchen, schwarzem Titel und Deckelvignette (signiert: H. Fikentscher Leipzig).

Sechster Hyperiondruck. – Eins von 500 Exemplaren (Gesamtauflage 600). – Gesetzt aus der Leibniz-Fraktur. – Auf Velin mit dem Wasserzeichen des Verlegers.

29,5 : 19,7 cm. [4], 121, [3] Seiten. – Einband minimal fleckig, Deckel etwas aufgebogen. – Schnitt leicht stockfleckig.

Rodenberg 415, 6. – Schauer II, 63. – Ohr 17

580  Hundertdrucke – Giovanni Boccaccio. Der Decamerone.

€ 600

Deutsch von Heinrich Conrad […] Mit den Kupfern und Vignetten von Gravelot, Boucher und Eisen der Ausgabe von 1757. Erster [bis] Fünfter Band. München und Leipzig, Georg Müller und Hans von Weber [1912–13]. Mit 110 Heliogravüren und zahlreichen Textvignetten. Dunkelrote Ecrasélederbände mit Vergoldung (signiert: Carl Sonntag jun., Leipzig).

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe für die Mitglieder der Vereinigung »Die Hundert« auf Van Gelder-Velin mit dem Wasserzeichen der »Hundert«. – Weitere 100 Vorzugsexemplare wurden auf gleichem Velin mit dem Boccaccio-Wasserzeichen gedruckt. – Gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig, die schönen Gravüren nach den Originalkupfern der Ausgabe von 1757-61 von Eisen, Boucher, Gravelot, Cochin und Chouffard, druckte Obernetter, München.

20,8 : 13,0 cm. Zusammen etwa 1300 Seiten. – Ecken minimal berieben, ein Kapital bestoßen (III), ein Gelenk angeplatzt (V). – Vorsätze mit schmalem Leimschatten. Schnitt und Vorsätze stockfleckig.

Hayn/Gotendorf IX, 72. – Schauer II, 54 (mit Abbildung)

581  Hundertdrucke – Friedrich Schiller. Wallenstein.

€ 600

Ein dramatisches Gedicht. Erster [und] Zweiter Band. München, Hans von Weber (1917–1919). Mit 24 Lithographien von Walo von May im Text und sechs lose beiliegenden von Bruno Goldschmitt. Dunkelblauer Maroquinband mit vergoldeten Titeln und Fileten; Kopfgoldschnitt (signiert: K. Ebert, München).

24. und 25. Druck für die Hundert, gebunden in einen prachtvollen Handeinband von Karl Ebert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Mit einer zusätzlichen Suite der 24 Lithographien von Walo von May auf zwölf Blättern. – Die Suiten jeweils in einer Originalmappe mit Deckelschild. – Walo von May konnte die Illustrationsarbeiten nicht abschließen, so dass Bruno Goldschmitt weitere sechs Zeichnungen für Band II schuf. »Sie wurden, um die Einheitlichkeit des Werkes nicht zu stören, in einer Mappe beigegeben« (Druckvermerk). – Gesetzt aus der Ehmcke-Fraktur, gedruckt auf Hundert-Velin. – Erstmals wurde hier für einen Hundertdruck das neue, von Thomas Theodor Heine entworfene Verlagssignet Hans von Webers verwendet.

28,2 : 19,2 cm. [8], 170, [6], 160, [4] Seiten. – Bünde kaum merklich berieben.

Rodenberg 413. – Schauer II, 60

582  Hundertdrucke – Wilhelm Matthießen. Der Himmelküster.

€ 150

Ein Märchen. München, Hans von Weber 1920. Mit 28 Zinkzeichnungen von Robert Engels, vier davon blattgroß. Originalpappband mit Marmorpapierbezügen und montierten Titelschildern. Im Originalschuber.

27. Druck für die Hundert. – Römisch nummeriertes Exemplar einer kleinen Auflage. – Urausgabe des Märchens von Wilhelm Matthießen. – Robert Engels (1866–1926) lehrte an der Kunstgewerbeschule München, war Mitarbeiter der Zeitschrift »Jugend« und Mitglied des Deutschen Werkbundes.

28,8 : 19,7 cm. [4], 49, [3] Seiten. – Rücken verblasst. – Schnitt und einige Seitenränder stockfleckig.

Rodenberg 413, 27

583  Wiener Werkstätte – Adalbert Stifter. Aus dem alten Wien 1844.

€ 200

Wien 1914. Grüner Originalkalblederband mit vergoldeter Deckelvignette, vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt (Wiener Werkstätte).

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Fabriano-Bütten mit »echt vergoldeten Initialen« (Gesamtauflage 520). – Einbandzeichnung, Vorsätze, Buchschmuck und Initialen nach Entwürfen von Dr. Rudolf Junk hergestellt in der k. k. Hof- und Staatsdruckerei.

24,8 : 18,5 cm. 214, [6] Seiten. – Rücken verfärbt. Vorderdeckel lichtrandig. Einband und Schnitt etwas stockfleckig.

584  Wiener Werkstätte – Sammlung von fünf Drucksachen.

€ 450

Wien 1905–1928.

I. Rosensignet. Zweifarbiger Klischeedruck. Um 1905. 19,5 : 28,5 cm. Entwurf von Kolo Moser und Josef Hoffmann. Das Signet in 108 Feldern auf einem Bogen wiederholt. Das Rosensignet war seit 1903/04 die registrierte Schutzmarke der Wiener Werkstätte. – II. Kunstschau 1908. Eintrittskarte. Zweifarbige Lithographie. 4,5 : 11,5 cm (6,8 : 19,3 cm). Entwurf von Anton Kling. Probedruck, unbeschnitten. Gedruckt bei Chwala, Wien. – III. Gutschein berechtigt den Überbringer zum kostenlosen Einkauf in unseren Detailgeschäften […]. Farblithographie. 5,4 : 16,4 cm (13,7 : 19,7 cm). Entwurf von Maria Likarz-Strauss. Wohl Probedruck oder unbeschnittener Bogen. 1917 wurde in der Kärntner Straße 32 eine erste Verkaufsstelle der Wiener Werkstätte eröffnet. – IV. Briefkuvert Wiener Werkstätte. Lithographie. 10,1 : 15,7 cm. Mit dem großen Logo der Werkstätte. (dazu eine Dublette). – V. 25 Jahre Wiener Werkstätte. Künstlerfest 31 Mai 1928. Lithographie. 11,9 : 17,5 cm. Einladungskarte zum Festakt in der Wiener Albertina. Trotz finanziell angespannter Lage wurde das Jubiläum mit mehreren Empfängen und Festen sowie einer aufwändigen und umfangreichen Monographie gefeiert. – III und IV mit dem WW-Logo nach Entwurf von Kolo Moser. – Alle tadellos erhalten. – Aus der Wiener Secession hervorgegangen, entwickelte sich die Wiener Werkstätte für etwa 25 Jahre zu einer der führenden Entwurfs- und Produktionsstätten des Jugendstil und Art Déco. – Ephemera in so unberührter Quailtät sind selten geworden.

Vgl. Abbildungen in Schweiger S. 40, 80, 114, 116 und 123

585  Wiener Werkstätte – Giovanni di Boccaccio. Das Leben Dantes.

€ 800

Leipzig, Insel 1909. Mit Titelholzschnitt und 14 ornamentierten Holzschnitt-Initialen von F. H. Ehmcke. Kalblederband mit Deckelbemalung, Schnittvergoldung und auf Goldpapier aquarellierten Vorsatzpapieren (signiert: Wiener Werkstätte).

Eins von 800 Exemplaren. – Die Übersetzung stammt von Otto von Taube. – Auf getöntem Bütten. – Die Bemalung des ursprünglich cremefarbenen Kalblederbandes mit floralen Motiven stammt von Reni Schaschl (1895–1979). Sie war Mitglied der Wiener Werkstätte, arbeitete u. a. an der Zeitschrift »Die Damenwelt« mit und entwarf bzw. fertigte Keramiken, Spanschachteln, Schmuck und Textilien. Auf dem Hinterdeckel signiert und datiert (1919). Die Goldpapiervorsätze bemalte sie mit zarten Blumenmotiven. – Der Buchgestalter und Graphiker Fritz Helmuth Ehmcke (1878–1965) arbeitete für die damals führenden Verlage auf dem Gebiet der modernen Typographie.

26,7 : 17,0 cm. 73, [3] Seiten. – Der Schuber mit Schabstellen. Die schwarze Farbe am unteren Kapital minimal abgerieben, beim Rückentitel leicht stockfleckig.

Schweiger 267. – Sarkowski 188

586  Wiener Werkstätte – Gretl Hamerschlag. Kinderfreuden.

€ 600

Bilder und Text. Wien, Verlag der Wiener Werkstätte 1921. Mit sechs ganzseitigen Illustrationen, illustriertem Titel sowie sechs Seiten mit Text und Buschschmuck von Gretl Hamerschlag, alles farbig lithographiert. Originalpappband mit Buntpapierbezügen.

Eins von 1000 (!) Exemplaren. – Druck auf der Handpresse der Wiener Werkstätte. – Das zweite Buch der gerade 19jährigen österreichischen Künstlerin. – Margarethe Hamerschlag (1902–1958) war seit 1911 Schülerin in der Jugendschulklasse von Franz Cizek, ab 1917 lernte sie bei Bertold Löffler an der Wiener Kunstgewerbeschule. – »In den dekorativen Stil der Wiener Werkstätte mischen sich bei ihr schon früh Fratzen, Ungeheuer und Dämonen […] Fritz Lampl schreibt 1928 in ›Deutsche Kunst und Dekoration‹: ›Margarete Hamerschlag wird, wenn sie die Gefahren der spielerischen handwerklichen Mal-Übung vermeidet, […] bald in den Reihen der Besten stehen‹« (Rudolf Minichbauer anlässlich der Ausstellung in der Galerie Walfischgasse, Wien September 2012). – Trotz der hoch angegebenen Auflage sehr selten.

13,4 : 12,4 cm. [14] Seiten. – Bezugspapier an den Kanten leicht berieben. Vorsätze mit kleinen Kleberesten.

Schweiger 261

587  Einbände – Schwarzer Saffianlederband mit Vergoldung und handbemalten schwarz-goldenen Vorsatzpapieren.

€ 300

– Inhalt: Aus Kaiser Karls Nachlass. München, Verlag für Kulturpolitik 1924.

Privatdruck des Verlages, eins von 391 Exemplaren, dieses gedruckt für Graf Desiderius Zichy von Zich und Várenskeö. – Herausgegeben und mit einem Nachwort von Karl Werkmann, dem Sekretär des letzten Kaisers von Österreich. – Auf unbeschnittenem Bütten. – Der Einband, besonders die prächtigen Vorsatzpapiere und die schwarz-gold marmorierte Kassette, im Stil der Wiener Werkstätten. – Tadellos erhalten.

25,7 : 17,5 cm. 162, [6] Seiten.

588  Wiener Buchkunst – E. T. A. Hoffmann. Klein Zaches

€ 150

genannt Zinnober. Ein Märchen. Mit Nachwort von Prof. Dr. Ed. Castle und Zeichnungen von Jos. v. Diveky. Wien und Leipzig, Brüder Rosenbaum [1911]. Mit 20 ganzseitigen Illustrationen. Grüner Originalkalblederband mit Rücken-, Deckel- und Kopfschnittvergoldung.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 470 Exemplaren (Gesamtauflage 500). – Josef von Diveky, von dem die Illustrationen und der Buchschmuck stammen, zählte zu den wichtigsten Mitarbeitern der Wiener Werkstätte. Seine Illustrationen sind Musterbeispiele der von dieser Vereinigung geschaffenen Kunstwerke. – Die Vorsatzpapiere in Grün, Blau und Schwarz gedruckt.

18,2 : 13,5 cm. 205, [3] Seiten. – Rücken und Ränder stark verfärbt.

589  Wiener Buchkunst – Heinrich Heine. Der Doktor Faust.

€ 300

Ein Tanzpoem, nebst kuriosen Berichten über Teufel, Hexen und Dichtkunst. Mit Zeichnungen von Josef von Diveky. Berlin, Morawe & Scheffelt 1912. Mit zwölf ganzseitigen farbigen Illustrationen und zahlreichen farbigen Initialen und Vignetten. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Deckelbezügen aus orangefarbener Wildseide (Leipziger Buchbinderei AG, vormals Gustav Fritzsche Handbindekunst, Berlin).

Eins von 400 Exemplaren. – Auf Van Gelder-Bütten. – Zehn der leuchtend farbigen Tafeln wurden als Doppelseiten konzipiert und diese jeweils in identischen Farbpaaren gedruckt. – Joseph von Diveky, ungarischer Graphiker, zählte zu den wichtigsten Mitarbeitern der Wiener Werkstätte. Seine Illustrationen sind Musterbeispiele der von dieser Vereinigung geschaffenen Kunstwerke. – Die Vorsatzpapiere in Grün, Orange, Violett und Schwarz gedruckt. – Unbeschnitten. – Mit dem Beiheft (Nachwort von Karl Georg Wendriner).

22,2 : 18,3 cm. 84, [4] Seiten. – Deckel aufgebogen. Ecken leicht gestaucht, das Pergament dort etwas stockfleckig. Der Seidenbezug angestaubt. – Schnitt mit wenigen Stockflecken. Zwei Seiten mit Abklatsch des Lesebändchens.

Sennewald 12,3

590  Artur Wolf Verlag – Fünf Werke.

€ 400

Wien und Leipzig 1917–1922. Zwei Originalhalblederbände mit Rückenvergoldung (I, II), zwei Originalhalbleinenbände (IV, V), eine Originalbroschur (III). Alle mit Deckelvignetten, teils vergoldet.

I. Hans Christian Andersen. Gedichte. Herausgegeben von Rose Silberer mit [farbigen] Bildern und Buchschmuck von Franz Wacik. 1917. Eins von 1000 Exemplaren. – II. Ein Quell von Trug und Seligkeiten. Nacherzählt von Dr. Ernst Roenau. Mit Buchschmuck von Hugo Rényi. 1919. – III. J. K. A. Musäus. Die Chronika der drei Schwestern. Originallithographien und Buchschmuck von Karl Borschke. 1922. Eins von 250 Exemplaren. Alle farbigen Lithographien vom Künstler signiert. – IV. Somadeva. Des Prinzen Brautfahrt. Märchen und Geschichten aus dem Kathasaritsagara, Ozean der Märchenströme. Aus dem Sanskrit übertragen von Ernst Roenau. Mit Bildern und Buchschmuck von Karl Borschke. 1922. – V. Agnihotram (Opferfeuer). Indische Legenden nachgedichtet von Julie Jerusalem. Bilder und Buchschmuck von Richard Teschner. 1926. – Nach seiner Lehrzeit als Buchhändler gründete Artur Wolf seinen gleichnamigen Verlag 1911 in Wien. Er verschrieb sich ganz der Kunst bzw. dem »schönen Buch«, handelte in den ersten Jahren vor allem aber mit Kunstblättern, Radierungen und Reproduktionen.

Deckel lichtrandig, Kanten etwas berieben (IV, V). Untere Kanten leicht gestaucht (III).

591  L. W. Rochowanski. Wiener Keramik.

€ 300 ( R7 )

Mit 148 Abbildungen und einem Aquarell von Egon Schiele. Leipzig und Wien, Thyrsos 1923. Mit einem farbigen Frontispiz nach Egon Schiele und meist ganzseitigen fotografischen Abbildungen auf 143 Tafeln. Originalhalbleinenband.

Erste Ausgabe der wichtigen Bilddokumentation, die u. a. mehr als 25 Arbeiten der Wiener Werkstätte vorstellt. Weitere Keramiken stammen von Hertha Bucher, Michael Powolny, Otto Prutscher, Grete Neuwalder sowie von Schülern von Franz Cizek an der Kunstgewerbeschule. – Aus dem Besitz des Berliner Dichters Mynona (Samuel Friedlaender) und mit seinem von Paul Scheerbart gezeichneten Exlibrisstempel rückseitig auf dem Frontispiz. Titelblatt mit eigenhändigem Schenkungsvermerk »Für meine Nichte Eva Samuel | Mynona«.

23,2 : 16,0 cm. 183, [1] Seiten, 1 Tafel. – Rücken etwas berieben und wie die Oberränder leicht verfärbt.

Schweiger S. 273

592  De Zilverdistel – Paul Verlaine. Romances sans Paroles.

€ 600

Den Haag 1913. Flexibler Originalpergamentband mit vergoldeter Deckelvignette und goldgeprägtem Rückentitel.

Eins von 130 Exemplaren auf Japan. – Gedruckt auf der Presse von Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Schöner Druck in Rot, Blau und Schwarz.

19,1 : 14,3 cm. 47, [3] Seiten. – Deckel leicht aufgebogen, an den Rändern etwas fleckig.

593  De Zilverdistel – Die Gedichte von Friedrich von Hardenberg

€ 500

genannt Novalis. Den Haag 1915. Roter Ecrasélederband mit Schnitt- und Filetenvergoldung.

Eins von 200 Exemplaren. – Handpressendruck in Rot, Blau und Schwarz von Joh. Enschedé en Zonen. – Dazu: Een abel spel van Lanseloet van Denemerken hoe hi wert minnende ene joncfrou die met sijnder moeder diende. Den Haag, De Zilverdistel 1913. Roter Ecrasélederband mit Schnitt- und Filetenvergoldung (signiert: Boekbind Verschoor, Den Haag). Eins von 100 Exemplaren.

19,4 : 14,5 cm. 127, [5] Seiten. – Gelenke und Ecken minimal berieben. – Vorsätze leimschattig. – Kapitale der Beigabe eingerissen.

594  De Zilverdistel – Percy Bysshe Shelley. Prometheus Unbound.

€ 450

A Lyrical Drama in Four Acts. [Den Haag] 1917. Graugrüner Maroquinband. Rückentitel, Deckelvignette, Filete goldgeprägt, Kopfgoldschnitt.

Eins von 125 Exemplaren. – Gedruckt für »De Zilverdistel« von J. F. van Royen in Rot und Schwarz auf holländischem Bütten. – Pressensignet im Druckvermerk, Vor- und Zwischentitel, Kapiteleinteilung sowie Personen-Namen jeweils in Rot gedruckt. – Drittletzter Druck der ersten holländischen Privatpresse, die sich in Typographie und Einbandgestaltung an der Doves Press orientierte.

24,8 : 18,0 cm. [4], 143, [5] Seiten. – Rücken verfärbt.

595  De Zilverdistel – Een Boecxken

€ 1500

gemaket van Suster Bertken die lvij iaren besloten heeft gheseten tot Utrecht in dye Buerkercke. [‘s-Gravebhage] 1918. Flexibler Originalpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel und vergoldeter Deckelvignette.

Eins von 50 Exemplaren auf handgeschöpftem Bütten (Gesamtauflage 70). – Auf der Handpresse gedruckt von J. F. van Royen in Rot, Blau und Schwarz. – Erster Druck mit der »Disteltype« von Lucien Pissarro. Die schönen Initialen wurden wahrscheinlich von Sjoerd Hendrik de Roos gezeichnet, der 1907 bis 1941 künstlerischer Leiter der Lettergieterij Amsterdam war. 1915 entwarf er für »De Zilverdistel« die »Zilver Type«. – Die Meditationen über die Passion Christi stammen von Suster Bertken (Schwester Bertha Jacobs) und entstanden während ihrer selbst auferlegten 57jährigen Haft in einer Klosterzelle. Der Zilverdistel-Druck erschien anlässlich des 400. Jahrestages der posthumen Erstveröffentlichung.

17,0 : 12,0 cm. [36] Seiten. – Deckel etwas aufgebogen und an den Rändern minimal fleckig.

596  Georg Kurt Schauer. Deutsche Buchkunst 1890 bis 1960.

€ 180

Hamburg, Maximilian-Gesellschaft 1963. Text- und Tafelband. Originalleinenbände.

Erste Ausgabe. – Eins von 1600 Exemplaren. – Bis heute unübertroffenes Standardwerk zur Buchkunst der klassischen Moderne. Der Bildteil mit 490 Abbildungen und bibliographischen Angaben. – Dazu: Literatur und Zeiterlebnis im Spiegel der Buchillustration 1900–1945. Bücher aus der Sammlung v. Kritter.

30,5 : 21,5 cm. 297, [5]; [6], 32 Seiten, 163 Tafeln. – Rückenschilder gebräunt.