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Pressendrucke und Bibliophilie 1900-1945 | Hesse-Auktionen
Pressendrucke und Bibliophilie 1900-1945

359  Doves Press – [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 800

Eine Tragoedie. Hammersmith 1906. Flexibler Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (signiert: The Doves Bindery).

Eins von 300 Exemplaren auf Bütten, daneben wurden 25 Exemplare auf Pergament gedruckt. – Druck in Rot und Schwarz, mit vier großen Initialen. – Der erste von insgesamt sechs deutschsprachigen Goethe-Drucken, die Cobden-Sanderson aufgrund des großen deutschen Interesses an den Luxusausgaben seiner Presse im Laufe der Jahre drucken ließ. – Exlibris »Feuerbacher Heide«. – Sammlung Victor Günthert, München.

23 : 17 cm. [2], 260, [6] Seiten. – Deckelränder mit leichten Knitterfalten, am Rücken die fast unvermeidliche senkrechte Knickfalte, hier sehr leicht und wenig störend. – Etwa acht Seiten leicht stockfleckig. – Insgesamt schönes Exemplar.

Tidcombe DP 10. – Tomkinson 55, 10

360  William Morris – The Story of Cupid and Psyche

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 550

with illustrations designed by Edward Burne-Jones, mostly engraved on the wood by William Morris; the introduction by A. R. Dufty. Volume One [and] Two. London und Cambridge, Clover Hill Editions 1974. Mit Holzschnitten von William Morris. Originalhalbleinenbände mit Buntpapierbezug, Lederrückenschild und Kopfgoldschnitt.

Eins von 270 Exemplaren (Gesamtauflage 500). – William Morris (1834–1896) und Edward Burne-Jones (1833–1898) begannen in den 1860er Jahren mit den Planungen für diese großartige illustrierte Ausgabe. Burne-Jones zeichnete über vierzig Entwürfe für Morris’ Holzblöcke, das Werk wurde aber nie abgeschlossen. Carter druckte für diese Ausgabe auf der Rampant Lions Press, Cambridge von Morris’ originalen Holzstöcken und einigen der originalen Troy-Typen aus der Kelmscott Press (jetzt in der Cambridge University Press Collection) auf schwerem Papier von Barcham Green. Textgestaltung und Druck von Will und Sebastian Carter. – »The Story of Cupid and Psyche« gilt als das Meisterwerk der Presse von Will und Sebastian Carter, es ist das erste Buch das seit 1898 in dieser Art gedruckt wurde.

35 : 25 cm. [2], XIV, 37, [1], 26, [4]; [6], 92, [4] Seiten. – Vorsätze und Titelblätter mit kleinem Sammlerstempel.

361  Gregynog Press – Robert Vansittart. The Singing Caravan.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

A Sufi Tale. Montgomeryshire, Gregynog Press 1932. Mit einem zweifarbigen Holzstich-Frontispiz und zahlreichen, teils zweifarbigen, Initialen. Brauner Originalschaflederband mit vergoldeten Titeln.

Eins von 250 Exemplaren. – Das Frontispiz und die Verzierung der Initialen stammen von William Mac Cance. – Auf englischem Velin. – Robert Vansittart (1881–1957) war ein einflussreicher britischer Diplomat. Neben seiner politischen Tätigkeit verfasste er einige Dichtungen, die unter anderem sein Cousin T. E. Lawrence, Lawrence von Arabien, sehr bewundert haben soll. – Laut Harrop einer der schwer zu findenden Gregynog-Titel.

28 : 18 cm. VII, [3]. 142, [6] Seiten. Einband leicht berieben und fleckig. – Innendeckel, Titelblatt und Druckvermerk mit kleinem Sammlerstempel. – Die unbeschnittenen Ränder leicht gebräunt. Vereinzelte kleine Stockflecken. Vorsatzränder gebräunt.

Harrop 22

362  Officina Bodoni – Dante Alighieri. The Divine Comedy,

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 200

translated into English verse by Melville Best Anderson, with notes and elucidations by the Translator and with an Introduction by Arthur Livingston. New York, Limited Editions Club 1932. Farbig bedruckter Originalleinenband mit goldgeprägtem Rückenschild.

Eins von 1500 Exemplaren, gedruckt von Hans Mardersteig in seiner Officina Bodoni, Verona, für die Mitglieder der berühmten New Yorker Bibliophilenvereinigung. – Auf Bütten mit dem Titel des Werkes als Wasserzeichen. – Mit dem Pressensignet unter dem Druckvermerk und der Stempel?-Signatur Mardersteigs.

33 : 21 cm. XXI, [1], 491, [5] Seiten. – Vorsätze und einige Seitenränder etwas stockfleckig.

Nicht bei Mardersteig/Schmoller

363  Officina Bodoni – Rudolf Hagelstange. Venezianisches Credo.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 160

Verona 1945. Originalpappband mit blauem Roma-Bütten-Bezug. Mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeter Deckelvignette. Im Schuber.

Erste Ausgabe. – Eins von 155 Exemplaren. – Druckvermerk vom Dichter signiert. – Die Sonette entstanden 1944 in Venedig und Breganze. Hans Mardersteig entschloss sich in den letzten Kriegstagen zur Veröffentlichung, »beeindruckt von dem hohen Niveau der Sonette, die aussprachen, was ein jeder fühlte, und wie die Befreiung von einem Alpdruck wirkten«. Er wünschte aber die Nennung des Verfassernamens, wozu sich Hagelstange entschloss. »… als der Druck gerade beendet und der Buchbinder mit dem Einband beschäftigt war, zogen die Alliierten in Verona ein.« (Hans Mardersteig). – Satz aus der neugeschnittenen Griffo-Antiqua, gedruckt auf der Handpresse von Hans Mardersteig auf Magnani-Bütten.

28 : 19 cm. [4], 42, [6] Seiten. – Rücken etwas verfärbt. – Vorsätze und Schnitt leicht stockfleckig.

Mardersteig/Schmoller 71

364  Officina Bodoni – Aesop. The Fables.

Schätzpreis/Estimate: € 3000

Zuschlag/Hammerprice: € 3000

Printed from the Veronese Edition of MCCCCLXXIX in latin verses and Italian Version by Accio Zucco, with the Woodcuts newly engraved and coloured after a Copy in the British Museum. – The first three Books of Caxton’s Aesop. Containing the Fables illustrated in the Verona Aesopus of MCCCCLXXIX. Verona 1973. Mit 68 kolorierten Holzschnitten nach den Originalvorlagen. Grüne Originalhalbmaroquinbände mit Pergamentdeckeln; Rückentitel, ornamentale Deckelbordüren und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 160 Exemplaren der Ausgabe mit dem Caxton-Beiband (Gesamtauflage 190). – Handsatz aus der Centaur und gedruckt auf handgeschöpftem Magnani-Bütten. – Die Holzschnitte wurden nach denen der Giovanni Alvise-Ausgabe von 1479 neu geschnitten von Anna Bramanti und bei Daniel Jacomet in Paris nach dem Exemplar der British Library koloriert. – Der Beiband enthält die englischen Übersetzungen von William Caxton von 1484. – Hans Mardersteig über diese Ausgabe: »Giovanni Alvise […] hat mit seinem Aesop eines der schönsten illustrierten Bücher des Quattrocento gedruckt«. – Prachtvolle Edition; tadellos erhalten und selten.

25 : 17 cm. 277, [3]; 119, [5] Seiten.

Mardersteig/Schmoller 182

365  Bremer Presse – Hugo von Hofmannsthal. Die Wege und die Begegnungen.

Schätzpreis/Estimate: € 1000 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 800 ( R7 )

Bremen 1913. Roter Originalmaroquinband mit Kopfgoldschnitt. Blindgeprägte ornamentale Rückenverzierung und Deckelfileten sowie vergoldete Steh- und Innenkantenbordüren (signiert: Bremer Binderei).

Erstes Buch der Bremer Presse. – Erste Ausgabe, nach vorhergehenden zehn Exemplaren eines Versuchsdrucks in der Behrens-Antiqua. – Eins von 200 Exemplaren. – Gesetzt aus der 16 Punkt Antiqua, der ersten eigenen Druckschrift der Presse. – Der einzige kleinformatige Druck der Presse. – Das Pressensignet auf dem Titel, die neun Initialen, davon die erste groß und figürlich verziert, und die große Schlussvignette zeichnete Rudolf Alexander Schröder. – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten in Rot und Schwarz auf der Handpresse. – Der Einband stammt von Frieda Thiersch, deren Handeinbände für lange Jahre ein Markenzeichen der Presse waren. – Nur dieser Text des Mitbegründers der Presse und der im Folgejahr gedruckte »Tacitus«, der allerdings erst nach dem Weltkrieg ausgeliefert werden konnte, entstanden in der Gründungsstadt der Presse. Noch während des Krieges zog die Werkstatt nach Süddeutschland, in das Landhaus Thomas Manns nach Bad Tölz. Dort wurde die Arbeit 1919 fortgesetzt; bereits 1921 erfolgte aus Platzgründen ein erneuter Umzug nach München.

19 : 12 cm. [4], 21, [7] Seiten. – Vorsatzblätter am Rand mit den unvermeidlichen Leimschatten und Abklatsch von Klebestreifen eines ehemaligen Schutzumschlags. Rücken am Rand schwach berieben.

Lehnacker 1. – Rodenberg 1. – Schauer II, 68. – Houghton Library Catalogue 758

366  Bremer Presse – Homer. Ilias [griechisch]. – Odysseia [griechisch].

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

München 1922 und 1923. Originalpergamentbände mit Rücken-, Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Bremer Binderei, F. Th.).

Je eins von 615 Exemplaren (durchgehend römisch nummeriert). – Breitrandiger Druck auf Zanders-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Gesetzt aus der 16pt Griechisch, die von Willy Wiegand entwickelt und hier zum ersten Mal verwendet wurde. – Titelzeichnungen von Anna Simons. – Herausgegeben von Eduard Schwartz. – Schöne Exemplare der »erhabenen« Griechisch-Drucke in adäquaten Einbänden.

34 : 22 cm. [6], [488], [6] Seiten; [6], 368, [22] Seiten.

Lehnacker 15 und 16. – Rodenberg 58, 15 und 16. – Schauer II, 70 (mit Abbildung)

367  Hans (John) Schiff. 34 Fotografien aus der Buchbinderei der Bremer Presse.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

Vintages, Silbergelatineabzüge auf »Agfa-Lupex«. 9 : 12 cm. Mit 37 Negativen.

Die Aufnahmen entstanden in der Buchbinderei der Bremer Presse bei Arbeiten an einem Exemplar der dort 1924 gedruckten Faustausgabe. Die Presse bestand von 1913 bis 1939, seit 1921 firmierte sie in München. Frieda Thiersch leitete seit 1914 die Buchbinderei. – Die 34 Kontaktabzüge und die dazugehörigen 37 Großformat-Kodak-Negative stammen aus dem Nachlass des Fotografen John D. (Hans) Schiff (1907–1976). Er arbeitete als Jugendlicher in der Kölner Werbeagentur seines Vaters und war mit dem Sohn des bekannten Fotografen August Sander befreundet. Nicht zuletzt durch ihn kam Schiff in den 1920er Jahren mit der Fotografie in Kontakt. 1938 musste er Deutschland verlassen und etablierte sich ab 1940 in New York als Porträt- und Theaterfotograf. – Detailreiche Aufnahmen der einzelnen Arbeitsschritte: Ausbinden des Exemplars aus dem Verlagseinband, Heften, Kleben und Richten, Vorbereitung des Leders, Umstechen des Kapitalbändchens, Pressen der Bünde sowie Prägung und Vergoldung des Rückentitels. – In keiner der in Lehnackers Bibliographie der Bremer Presse mit Abbildungen genannten Publikationen sind diese Fotografien nachweisbar, sie blieben wohl nach Schiffs Weggang aus Deutschland unveröffentlicht. – Von drei Negativen fehlt der Abzug.

368  Cranach Presse – Jean de Rotonchamp. Paul Gauguin 1848-1903.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Paris, Edouard Druet 1906. Mit einem zweifarbigen Holzschnitt von Jacques Bertrand als Titelvignette und acht Heliogravüren nach Gauguin. Originalbroschur in Leinenkassette.

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren, davon waren 250 für den Handel bestimmt. – Auf Bütten. – Gesetzt aus der Caslon, die Emery Walker für Kessler geschnitten hatte, und gedruckt bei R. Wagner, Weimar. – Schon dieses erste größere Druckvorhaben Kesslers in Eigenregie zählte Rudolf Alexander Schröder zu den »Vorstufen der Drucke der Cranach-Presse« (Imprimatur 1931, Seite 107). Es war »von Stilelementen geprägt, die für die Cranach Presse gültig bleiben werden: Eric Gill schreibt ein anspruchsvolles Titelblatt, auf dem die Beteiligung Kesslers an prominenter Stelle genannt wird. […] Der musterhaft einheitlich grau wirkende Satzspiegel in Caslon-Antiqua wird von Marginalien in der Kursiven in einem kleineren Grad begleitet und bietet mit den breiten Seitenrändern und mit den eingebauten, gezeichneten Initialen ein ästhetisch ausgewogenes, großzügiges Erscheinungsbild. […] Die Druckausführung ist ein Anfang und eine Festschreibung bestimmter Gestaltungsprinzipien: sie vollendet das, was in den kleinen Museumsdrucken bescheiden und behutsam probiert wurde. Es sollte vier Jahre dauern, bis Kessler [mit seinem Homer] ein neues Druckwerk unternimmt« (Renate Müller-Krumbach in: Das Buch als Kunstwerk, S. 40). – 1905 hatte Kessler im Weimarer Kunstmuseum eine Gauguin-Ausstellung organisiert, zu der er einen kleinen Katalog druckte. – Mit acht heliogravierten Abbildungen von Kunstwerken Gauguins, der Holzschnitt Bertrands entstand nach einer Maori-Maske Gauguins. – Unbeschnittenes Exemplar.

25 : 19 cm. [4], 227, [3] Seiten, 8 Tafeln. – Umschlagrücken leicht gebräunt und rissig, Vorderumschlag mit kleinen Randausrissen. – Innen, von den teils stark stockfleckigen Tafeln abgesehen, tadellos.

Müller-Krumbach 16. – Brinks 21. – Mück 1.4.1. – 100 Jahre Cranach Presse 11. – Gill 302b

369  Cranach Presse – Probedruck für »Die erste Ecloge« aus Vergil.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

Weimar 1911.

Aus dem Besitz von Harry Graf Kessler. – Wohl der erste Probedruck zu den ersten beiden deutschen Textseiten (Pagina 11 und 13) mit dem großen Holzschnitt von Aristide Maillol und der von ihm ornamentierten Gill-Initiale »T«, die in der endgültigen Fassung nicht verwendet wurde. Auch der Textsatz wurde noch grundsätzlich verändert. – Auf grauem Hadernpapier, das dem Seidenbütten der späteren zweiten Vorzugsausgabe sehr nahe kommt. – Diese Fassung entstand bereits 1911 und belegt, wie lange Kessler gemeinsam mit Maillol und Gill an der Perfektionierung von Satz und Illustrationsanordnung arbeitete. Das Buch erschien, auch verzögert durch äußere Einflüsse, erst 1926, wurde dann aber ein durchschlagender Erfolg und einer der Meilensteine der deutschen Buchkunst des 20. Jahrhunderts. – Rückseitig von Kessler monogrammiert und datiert »18.XII.1911« und mit verschiedenen späteren Anmerkungen. – Dazu: Probedruck zu »La Princesse de Babylone, Romans de Voltaire« Um 1930. Einblattdruck mit Text und einem Holzschnitt von Mariano Andreú. Doppelseite, auf Bütten. Ca. 26 : 33 cm. Die Voltaire-Ausgabe zählt zu etwa acht von Kessler geplanten Buchvorhaben, die aber nach Schließung der Presse nicht mehr realisiert werden konnten.

Ca. 33 : 25 cm.

Abbildung dieses Exemplars bei Renate Müller-Krumbach auf Seite 146. – Müller-Krumbach 59 (mit Abbildung)

370  Cranach Presse – Maurice Maeterlinck. La puissance des morts.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 1700

Weimar 1916. Gefalteter Bogen.

Exemplar 2 von 50. – Auf Van Gelder-Bütten. – Im Auftrag von Henry van de Velde von der Cranach Presse angefertiger Kriegsdruck, der als Manuskript gedruckt wurde und nicht in den Handel gelangte. – Henry van de Velde, der auch die typographische Gestaltung übernahm, ließ hier – während des Ersten Weltkriegs – mit Maeterlinck einen der wichtigsten belgischen Schriftsteller zu Wort kommen, zwei Jahre nachdem deutsche Truppen die Universitätsbibliothek Löwen in Belgien niedergebrannt hatten. – Aufgrund der kleinen Auflage und des ephemeren Charakters sehr selten. Selbst Renate Müller-Krumbach konnte kein Exemplar nachweisen, ihre Beschreibung beruht auf den Angaben in Kesslers Titelverzeichnis.

21,8 : 13,5 cm. [2], 5, [1] Seiten. – Titelseite teils leicht stockfleckig.

Müller-Krumbach 24. – Brinks, Cranach Presse 40. – Brinks, van de Velde 132. – Weber 74

371  Cranach Presse – Wieland Herzfelde. Sulamith.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Berlin, Heinz Barger 1917. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel und Vorderdeckelvignette in Silberprägung.

Erste Ausgabe. – Zweiter Kriegsdruck der Cranach Presse, Weimar. – Eins von 200 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert, was nach Brinks nur bei einem Teil der Auflage der Fall ist. – Handpressendruck, gesetzt aus der Caslon Antiqua , auf starkem Zanders-Velin. – Harry Graf Kessler hatte dem Heinz Barger Verlag seine Presse, Typen und Mitarbeiter zur Verfügung gestellt, für die Druckarbeiten aber wegen seiner Einberufung zum Kriegsdienst keine Verantwortung übernehmen können. Seinen Freund Henry van de Velde hatte er gebeten, sich während seiner Abwesenheit um die Presse zu kümmern. – Die erste Buchveröffentlichung des Pazifisten und Kommunisten Wieland Herzfelde, der die Gedichtsammlung seinem Bruder widmete. »Die Bezeichnung ›Heinz Barger Verlag‹ ist auf eine Eigenmächtigkeit Bargers zurückzuführen« (Frank Hermann). – Die Vignette auf dem Vorderdeckel stammt von Wieland Herzfelde. Sie wurde in die Zeichnung von George Grosz, die den blau-silbernen Einband der wenigen Vorzugsexemplare ziert, integriert (siehe den von Wieland Herzfelde selbst redigierten Katalog der Malik-Ausstellung mit Bibliographie, KatNr. 6, Abbildung der Vignette auf Seite 5.

28 : 23 cm. [18] Seiten. – Hinterdeckel leicht fleckig, innen sehr schön.

Müller-Krumbach 27. – Brinks 43. – 100 Jahre Cranach Presse, Weimar 2013, KatNr. 27. – Raabe/Hannich-Bode 120.1. – Hermann 190. – Lang, Grosz 3

372  Cranach Presse – Harry Graf Kessler. Richtlinien für einen wahren Völkerbund.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

(Entwurf einer Prinzipienerklärung als Grundlage eines Aktionsprogramms). Weimar [1920]. Geheftet, ohne Umschlag.

Erste Ausgabe. – »Gedruckt für Harry Graf Kessler, Kurthstrasse 1 a, Weimar (Sekretariat)«. – Gesetzt aus der Caslon-Antiqua durch Walter Tanz und Max Kopp in der Werkstatt der Cranach Presse, gedruckt bei Wagner Sohn, Weimar. – Einmal mehr nutzte Kessler seine Presse und das dort kumulierte typographische Können für eine der Kleinschriften, die sein politisches Engagement ausmachten. – Beilage: Dasselbe in überarbeiteter Textfassung und anderer Typographie (nicht Cranach Presse). Herausgegeben vom Bund »Neues Vaterland« als deren Drucksache 92. Kessler zählte neben anderen Prominenten wie Albert Einstein, Clara Zetkin und Stefan Zweig zu den bekannten Mitgliedern dieser kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs gegründeten pazifistischen Vereinigung.

22 : 14 cm. 9, [3] Seiten. – Ränder der Außenseiten etwas gebräunt.

Müller-Krumbach 29. – Brinks 46. – Mück 2.2.1

373  Cranach Presse – [Harry Graf Kessler]. Europäische Notwendigkeiten nach Locarno.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Berlin, im Dezember 1925. Köthenerstrasse 28 W. 9. [Weimar 1925/1926]. Fadengeheftete Broschur, ohne Broschurumschlag.

Erste Ausgabe von Kesslers Aufsatz zur Zukunft Deutschlands und Europas nach dem Vertragsschluss von Locarno. »Der Druck ist eine politisch ambitionierte Schrift, die offenbar in Abwesenheit Kesslers in einer Zeit gedruckt wurde, als nur wenige andere Aufträge vorlagen und die parallel durchgeführten Arbeiten zum ›Vergil‹ die Werkstatt nicht auslasten konnten« (Kat. Weimar, S. 128). – In der Werkstatt der Cranach Presse aus der Caslon gesetzt und auf Bergisch Gladbach-Bütten gedruckt. – Immer wieder nutzte Kessler seine Presse zum Druck eigener und ihm unterstützenswert erscheinender Texte, teils in Form von Zeitschriften oder Broschüren, auch diese in mustergültiger Typographie und, wie hier, gar auf feinem Papier. – Sehr selten.

23 : 16 cm. 10, [2] Seiten. – Obere Ecken minimal geknickt.

Müller-Krumbach 37 (»Ohne Verantwortung Kesslers gedruckt«). – Brinks 57. – Mück 2.2.8. – Kat. Weimar, 100 Jahre CP, 38

374  Cranach Presse – In memoriam Paul Cassirer 7. Januar 1926.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 850

Gedächtnisreden von Max Liebermann, Harry Graf Kessler bei der Totenfeier und ein Nachruf von René Schickele. Weimar 1926. Mit drei Initialen von Aristide Maillol und dem Titel mit Verlegervignette von Eric Gill, alles in Holzschnitt. Moderner schwarzer Lederband mit rot-goldenem Deckelschild.

Unnummeriertes Exemplar, über die Auflage von 75 hinaus gedruckt und wahrscheinlich zeitgenössisch nicht aufgebunden. – Auf Maillol-Kessler-Bütten. – Die beiden Reden wurden auf der Totenfeier am 10. Januar gehalten, der Nachruf von Schickele erschien einen Tag später in der Vossischen Zeitung. – Am 10. Januar notierte Kessler in seinem Tagebuch: »Trauerfeier für Paul Cassirer. Das ganze künstlerische Berlin. […] Mit Kolbe hinausgefahren u. nachher in sein Atelier, wo er mir die Totenmaske zeigte. […] Der Tod Cassirers hat mich tief erschüttert.« – Zwei uns bekannte Vergleichsexemplare haben ein Frontispiz mit der Cassirer-Totenmaske von Georg Kolbe, gedruckt auf Kunstdruckpapier und als Einzelblatt eingebunden. So nur in dem Exemplar der Weimarer Ausstellung 2013, nicht aber bei Müller-Krumbach, Brinks und Mück.

26 : 17 cm. 14, [2] Seiten.

Brinks 61. – Müller-Krumbach 42. – Mück 2.3.9. – Schauer II, 75. – Gill 329

375  Cranach Presse – Zwei Prospekte zu »Eclogen des Vergil«.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Weimar 1926.

Jeweils der erste Prospekt zur deutschen bzw. zur englischen Ausgabe der »Eclogen« (1926/27) in identischer Gestaltung: Gefalztes Doppelblatt. Gesetzt aus der Caslon Antiqua, gedruckt in Rot und Schwarz auf MK-Bütten im Format des Buches. Titelseite mit Holzschnitt (Flöte spielender Hirte), Innenseiten mit der Beschreibung des Druckvorhabens, Rückseite mit Angaben zur Auflagenhöhe der einzelnen Ausgaben und den Preisen. Mit zwei bzw. einer von Eric Gill geschnittenen und Aristide Maillol ornamentierten Initiale.

Brinks 62 und 66. – Müller-Krumbach 40 Anmerkung

376  Cranach Presse – La Cantique des Cantiques de Salomon.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Texte d’apres la traduction Française de Lemaistre de Saci. Bois dessinés et exécutés par Eric Gill. Weimar, Cranach Presse 1931. Gefalzter Doppelbogen.

Prospekt zur französischen Ausgabe des »Canticum Canticorum Salomonis«. – Auf Maillol-Kessler-Bütten. – Satz, Druck und Schrift wie in der Buchausgabe. – Das Doppelblatt mit dem Titel in Rot und Schwarz, innen die Seiten 26 und 27 mit einem ganzseitigen Holzschnitt, auf der Rückseite die Angaben zu den drei Ausgaben (Bütten, Japan, Pergament) mit Preisen und Verlegeranschrift in Paris. – Tadellos erhalten. – Beilage: Rohbogen der deutschen Ausgabe. Seiten 11–18 mit drei Holzschnitten und vier Holzschnitt-Initialen. Auf Maillol-Kessler-Bütten, Druck in Rot und Schwarz. Verlagsfrisch.

26 : 13 cm. [4] Seiten.

Brinks 92. – Nicht bei Müller-Krumbach, Mück und im Kat. Weimar

377  Cranach Presse – The Song of Songs

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

in Latin with eleven wood-engravings and eighteen initials designed and cut by Eric Gill. Weimar, Cranach Presse 1931. Gefalzter Doppelbogen.

Englischer Prospekt zum »Canticum Canticorum Salomonis«. – Auf Japan. – Satz, Druck und Schrift wie in der Buchausgabe. – Das Doppelblatt mit dem Titel in Rot und Schwarz, innen die Seiten 26 und 27 mit einem ganzseitigen Holzschnitt und zwei Holzschnitt-Initialen, auf der Rückseite die Angaben zu den drei Ausgaben (Bütten, Japan, Pergament) mit Preisen und Verlegeranschrift. Die dort angekündigte Extrasuite der Holzschnitte für die Pergamentexemplare wurde nie realisiert, zeigt aber die Bedeutung, die Kessler der Ausgabe beimaß. – Eine hier suggerierte englische Ausgabe ist nie erschienen. – Das vorliegende Exemplar besteht aus zwei noch nicht getrennten und unbeschnittenen Drucken des Prospekts und umfasst also insgesamt acht Seiten.

26 : 13 cm. – [8] Seiten. – Tadellos.

Brinks 90. – Nicht bei Müller-Krumbach, Mück und im Kat. Weimar

378  Cranach Presse – Vier Prospekte.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Weimar 1930 und 1931.

I. The Cranach Press Hamlet. Zweiter englischer Prospekt. Einblattdruck auf MK-Bütten, beidseitig bedruckt in Rot und Schwarz. Vorderseite mit einem Holzschnitt von E. G. Craig, Angaben und Preisen der verschiedenen Ausgaben, rückseitig frühere und geplante Ausgaben der Cranach-Presse, ebenfalls mit Detailangaben. – II. The Duinese Elegies by Rainer Maria Rilke. Englischer Prospekt. Einblattdruck auf Bütten, einseitig bedruckt in Rot und Schwarz. Mit ausführlichen Angaben zu Übersetzung, englischem Verleger und den verschiedenen Ausgaben mit Preisen. – III. The Songs of Songs. Englischer Prospekt. Gefalztes Doppelblatt, Japanpapier, beidseitig bedruckt in Rot und Schwarz. Mit einem ganzseitigen Holzschnitt von Eric Gill und zwei Initialen sowie Angaben zu Ausstattung und Preisen der verschiedenen Ausgaben. – VI. Dasselbe, auf Bütten. – Dazu: Edward Gordon Craig. Osrick. Holzschnitt. Um 1928/30. 15,7 : 8,0 cm (24 : 36 cm). Auf gelbem Japan. Eins der über die Auflage für die Suiten zu den Hamlet-Vorzusgausgaben hinaus gedrucktes Exemplar. Unterrand mit Einriss.

36 : 24 cm, 30 : 18,5 cm, 26 : 13 cm, also alle im Format der Buchausgaben. – I: leicht stockfleckig und geknickt, II: Oberrand leicht gebräunt, IV: stark stockfleckig.

Brinks 78, 86 und 90

379  Harry Graf Kessler. Walther Rathenau.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 500

Préface de Gabriel Marcel. – Souvenirs d’un Européen.De Bismarck a Nietzsche. – Traduit de l’Allemand par Gabriel Marcel [bzw.] Blaise Briod. Paris, Grasset 1933 bzw. Plon 1936. Mit 12 Bildtafeln. Zwei Originalbroschuren.

Erste französische Ausgabe, sehr selten. – Nach seinen »Notizen über Mexico« (1898) veröffentlichte Kessler nur noch zwei umfangreiche eigene Texte: 1928 seine Rathenau-Biographie, 1935 den Fragment gebliebenen ersten Teil seiner Lebenserinnerungen »Gesichter und Zeiten. Völker und Vaterländer«. – Die französischen Ausgaben erschienen erst nachdem Kessler Deutschland 1933 verlassen hatte. – Dazu: Todesanzeige Harry Clément Ulrich Comte de Kessler vom 30. November 1937, im Namen seiner Schwester, der Marquise de Brion und deren Familie. In unadressiertem Originalkuvert. – Beide Bücher waren 1988 als Leihgabe in der Kessler-Ausstellung des Literaturarchivs Marbach zu sehen.

21 : 13 cm, XVI, 290, [8] Seiten bzw. 20 : 13 cm. [8], 300, [4] Seiten, 12 Bildtafeln. – Umschlag von 1 eingerissen. – Ränder von 2 gebräunt, einige Blätter lose.

380  Edward Gordon Craig. A Production.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 380

Being thirty-two collotype plates of designs projected or realised for ›The Pretenders‹ of Henrik Ibsen and produced at the Royal Theatre Copenhagen 1926. London, Oxford University Press für Humphrey Milford 1930. Mit 32 teils farbigen Lichtdrucktafeln. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägten Titeln.

Eins von 105 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Handbütten, im Druckvermerk vom Künstler signiert (Gesamtauflage 605). – Craigs Theaterprojekt datiert in die Zeit, da seine wohl wichtigste buchkünstlerische Arbeit entstand: 1904 hatte Craig auf einer Deutschlandreise Harry Graf Kessler kennengelernt. Die Bühnenbild-Holzschnitte des Dramatikers, Theaterreformers und Graphikers regten Kessler später zu seiner Hamlet-Ausgabe mit Holzschnitten Craigs an. Die Planungen begannen schon 1910, das Buch der Cranach-Presse erschien aber erst zwanzig Jahre später. – Tadellos schön erhalten. – Mit dem Ankündigungszettel des Verlages mit Stempel »Horst Stobbe Bücherstube«, der legendären Buchhandlung am Münchner Siegestor, dem Anlaufpunkt der Münchnen Bibliophilen. – Vorblatt mit dem bekannt dezenten Besitzvermerk von Heinrich Stinnes, der das Werk 1930 zum Subskriptionspreis von £ 10.10 (RM 215) erworben hatte. So gesehen liegt unsere Schätzung bei nur 25% des Neupreises.

51 : 38 cm. [8], 21, [3] Seiten, 32 Tafeln mit 32 Erläuterungsblättern.

381  Maillol.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 250

[Ausstellungskatalog der] Galerie Flechtheim. Berlin 1928. Mit 16 blattgroßen Abbildungen und drei im Text. Originalbroschur mit Deckelbild.

Seltener Katalog zur ersten größeren Aristide Maillol-Ausstellung in Deutschland, die in enger Zusammenarbeit mit Harry Graf Kessler zustande kam und vom 29. November bis Weihnachten 1928 gezeigt wurde. Neben Kessler zählten u. a. Arno Breker, Mossey Kogan, Georg Kolbe und Renée Sintenis zum Ausstellungskomitee. – Mit einem ausführlichen Text von Harry Graf Kessler. Ausgestellt waren 75 Plastiken, Gemälde und Zeichnungen sowie zahlreiche Graphiken, u. a. die Holzschnitte zum Vergil, sowie 25 Gemälde von Maillols Sohn Lucien.

16 : 12 cm. 32 Seiten. – Umschlag leicht braunfleckig.

Flechtheim-Bibliographie, Kat. Düsseldorf 1987, Seite 146

382  Aristide Maillol – Publius Vergilius Maro. Les Géorgiqves.

Schätzpreis/Estimate: € 4000

Ausruflimit/Reserve price: € 3000

Texte latin et version française de l’Abbé Jacques Delille, gravures sur bois d’Aristide Maillol. Tomes prémier [et] séconde [et Suite de bois originaux]. Paris, Philippe Gonin 1937–1943 (1950). Mit 122 Holzschnitten im Text. Lose Doppelblätter in zwei Originalumschlägen, -halbpergamentchemisen und -schubern und eine Suitenmappe in Originalschuber.

Eins von 750 Exemplaren, im eigentlichen eins von 100 Vorzugsexemplaren, denn nur so viele Suitenausgaben wurden (nach Rauch) gedruckt. – Mit zwei Suiten der 122 Holzschnitte, eine in Schwarz, eine in Rot gedruckt, alle Blätter mit Monogrammstempel und jeweils in Originalumschlag mit einem in Rot bzw. Schwarz gedruckten Holzschnitt. – Auf Maillol-Gonin-Bütten mit den beiden schönen Wasserzeichen. – Die Holzschnitte in der Mehrzahl groß und in der Formensprache des späten Maillol, eine Reihe kleine, fast zierstückartige und einige Initialen. – Auch diese Ausgabe benötigte einige Jahre bis zum Abschluss, die letzten Holzschnitte entstanden erst kurz vor Maillols Tod. – Eins der schönsten Bücher des französischen Künstlers, sein künstlerisch reifstes Werk ergänzt die Holzschnitte zu Vergils »Eclogen«, die bereits 1913–1926 für die Ausgabe der Cranach-Presse entstanden. – So schön und vollständig sehr selten.

32 : 24 cm. [6], 174, [8] Seiten; [8], 154, [6] Seiten; 244 lose Holzschnitte.

Rauch 144. – Garvey 175. – Monod 11339

383  Aristide Maillol – Quintus Horatius Flaccus. Carmina. Odes I [et] II.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Ausruflimit/Reserve price: € 530

Texte latin et traduction en vers par le Baron Delort. Gravures sur bois d’Aristide Maillol. Paris, Philippe Gonin 1939–1958. Mit 118 Textholzschnitten. Halblederbände mit Furnierapplikationen, Rückentitel, Deckelfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: A. Lobstein). Die Originalumschläge wurden eingebunden.

Eins von 50 arabisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe, jedoch ohne die Suiten (Gesamtauflage 450). – Auf Maillol-Bütten. – Druckvermerke vom Verleger paraphiert. – Ursprünglich plante Harry Graf Kessler eine Ausgabe des Horaz. Bereits 1930 beauftragte er Maillol mit den Illustrationen, da ihm ausschließlich Maillols Illustrationen dem Geist eines Textes des klassischen Altertums zu entsprechen schienen. Es existieren Probedrucke dieses Vorhabens, die Cranach-Presse wurde aber 1931 geschlossen und das Projekt ad acta gelegt. Die Horaz-Holzschnitte von Maillol entstanden bereits 1939, der Textsatz und Druck des Gesamtwerkes erfolgte aber erst 1958. Gonin hatte zeitgleich (1937–1943) auch die von der Cranach-Presse nur bis zu Probedrucken gelangten »Georgica«, den zweiten Teil des Vergil, herausgebracht. – Sehr gut erhalten und elegant gebunden von Alain Lobstein, Paris.

21 : 14 cm. [8], 179, [5] Seiten; [4], 278, [2] Seiten. – Lederexlibris Francis Kettaneh.

Monod 6091

384  Aristide Maillol. 50 Holzschnitte zu »Longus. Les Pastorales ou Daphnis et Chloé.«

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 340

1937. 19,9 : 13,3 cm (Blattformat).

»Sensual, sometimes erotic but in the best sense of both terms« (W. Strachan). – Nahezu vollständige Suite der berühmten Holzschnittfolge. – Auf Bütten, gedruckt in Rot. – Im Originakartonumschlag. – Das Buch enthielt insgesamt 46 Holzschnitte.

Vier Blätter an einer Ecke schwach geknickt, eins mit stärkerer Quetschfalte.

385  Eggebrecht-Presse – Christian Heinrich Kleukens. Das Wunder der heiligen Nacht.

Schätzpreis/Estimate: € 100

Ausruflimit/Reserve price: € 70

Mainz, Werkstatt für Buchdruck 1935. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 35 Exemplaren, die als »Jahresgabe« neben der Auflage von 100 Exemplaren verteilt wurden. – Handabzüge in Braun und Schwarz. – Sehr seltenes und frühes Dokument der Eggebrecht-Presse, noch vor deren eigentlicher Gründung 1936.

23 : 15 cm. [5], 8, [3] Seiten.

Vgl. Spindler 92

386  Alfred Hoennicke – Goethes Sonette.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 320

Berlin 1917. Originalbroschur mit Buntpapierdeckelbezug. In Halbleinenmappe mit Deckelbezügen in dem rot-goldenem Leier-Sphinx-Papier.

Dritter Daphnis-Druck. – Eins von 100 Exemplaren. – Auf Kaiserlich Japan. – Satz aus der Kursiv von Christoph van Dyck aus dem Jahr 1650. – Druck auf der Handpresse bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Titel und Initialen zeichnete Hans Volkert, gedruckt in Rot und Gold. – Schönes Exemplar. – Mit einem beigelegten weiteren Deckelschildchen.

23 : 17 cm. 23, [1] Seiten. – Rückengelenke der Mappe angeplatzt, unten mit Fehlstelle. Deckelschild stockfleckig.

Backe 8. – Rodenberg 322, 3 (irrtümlich unter N.F.)

387  Alfred Hoennicke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Indische Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Paria. Berlin-Charlottenburg 1921. Originalmaroquinband mit blindgeprägten Eckfleurons.

Dritter Daphnis-Druck der neuen Folge. – Eins von 100 Exemplaren. – Druck auf der Handpresse bei E. Haberland, Leipzig. – Sehr selten.

20 : 15 cm. [40] Seiten. – Rücken verblasst, Kanten leicht berieben. – Vorsätze erneuert.

Backe/Koeppen 55

388  Hyperiondrucke – Joseph von Eichendorff. Aus dem Leben eines Taugenichts.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 400

München, Hans von Weber 1914. Mit 29 Lithographien von Emil Preetorius, fünf davon blattgroß und koloriert. Neuer blauer Oasenziegenlederband, Rückentitel und Deckelvignette vergoldet (signiert: Johannes F. Harmuth).

Eins von 500 arabisch nummerierten Exemplaren (Gesamtauflage 600). – Gesetzt aus der Leibniz-Fraktur. – Auf Velin mit dem Wasserzeichen des Verlegers. – Schönes Exemplar.

30 : 20 cm. [4], 121, [3] Seiten. – Rücken etwas verfärbt.

Rodenberg 415, 6. – Schauer II, 63. – Ohr 17

389  Insel-Verlag – Als der Großvater die Großmutter nahm.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Ein Liederbuch für altmodische Leute. Vierte, vermehrte und verbesserte Auflage. Leipzig, Wilhelm Grunow 1905. Dunkelbrauner Maroquinband mit reicher Rücken-, Deckel-, Kanten- und gepunzter Schnittvergoldung (signiert: Walter Hacker, Leipzig).

Die Anthologie volkstümlicher Lieder, Fabeln und Erzählungen von Arndt, Brentano, Chamisso, Claudius, Gellert, Hauff und vielen anderen war wohl ein »Longseller«: Seit 1885/86 erschienen vier Auflagen, noch 1905 wurde der Titel unverändert in den Insel-Verlag übernommen, 1992 erschien eine von Anton Kippenberg und Friedrich Michael überarbeitete Ausgabe. Thomas Mann las gern aus dieser Sammlung vor – »Es war da auch ein Buch, aus dem er öfters etwas zum besten gab. Es hieß: ›Als der Großvater die Großmutter nahm‹.« (Katia Mann in »Meine ungeschriebenen Memoiren«). – Schöner Handeinband, fast makellos.

18 : 12 cm. XVI, 662, [2] Seiten, 1 Tafel. – Rücken leicht verblasst.

vgl. Sarkowski 14

390  Insel Verlag – Charles Dickens. Ausgewählte Romane und Novellen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Erster [bis] Sechster Band. Leipzig, Insel [1922–1925]. Flexible rehbraune Originallederbände mit reicher Rückenvergoldung, goldgeprägten Fileten und Deckelvignetten und Kopfgoldschnitt.

Verschiedene Auflagen der sechsbändigen Dünndruckausgabe. – 1. David Copperfield. – 2. Der Raritätenladen. – 3. Die Pickwickier. – 4. Martin Chuzzlewitt. – 5. Nikolaus Nickleby. – 6. Oliver Twist. Weihnachtserzählungen. 1913. – Mit einer Einleitung von Stefan Zweig. – Der Text dieser Ausgabe wurde unter Benutzung älterer Übersetzungen neu gestaltet. Die Illustrationen von Phiz, Cattermole, Cruikshank, Seymour, Buß, Maclise, Leech, Stanfield und Stone wurden nach den ersten Ausgaben der Romane wiedergegeben. – Titel- und Einbandzeichnungen von E. R. Weiß. – Schöne Exemplare der handschmeichlerischen Ausgabe.

18 : 12 cm. – Rücken minimal verblasst. Ein Vorderdeckel mit schwacher Kratzspur.

Sarkowski 382

391  Insel-Verlag – Die Geschichte von Aucassin und Nicolette.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 160

[Wiesbaden], Insel [1955]. Mit 17 kolorierten Holzschnitten von Fritz Kredel im Text. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und seidenbezogenen Deckeln (Willy Pingel). Im Schuber.

Eins von 500 Exemplaren. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert und nummeriert. – Die Holzschnitte wurden von Martin Schauer nach Vorlagen von Fritz Kredel koloriert. – Das vorliegende Büchlein ist »Fritz Kredels vielleicht bekannteste Arbeit in der historischen Stilmanier« (Salter S. 56). – Erschien bereits 1954 als Neuausgabe von Insel-Bücherei Nr. 14, die Wiesbadener und Leipziger Ausgaben von 1955 wurden allerdings jeweils neu gesetzt. – Tadellos erhalten.

19 : 12 cm. 68, [4] Seiten.

Sarkowski 519. – Salter 1.230.3

392  Insel Verlag – Der Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 260

In drei Bänden. Leipzig 1912. Rote Originalmaroquinbände mit Rückenvergoldung.

In der gesuchten Lederausgabe. – Die Einbandgestaltung stammt von E. R. Weiß.

20 : 13 cm. – Ränder minimal berieben, Rücken unmerklich verblasst.

Sarkowski 554

393  Henry van de Velde – Friedrich Nietzsche. Ecce Homo.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Leipzig [1908]. Mit illustriertem Doppeltitel und Buchschmuck von Henry van de Velde. Schwarzer Maroquinband. Rückentitel, Deckelfileten, Innenkantenbordüren und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von 1100 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 1250). – Den Buchschmuck zeichnete Henry van de Velde. – Die große Titelillustration, die Vignetten und die Anfänge der einzelnen Abschnitte wurden in Hellbraun gedruckt. – Henry van de Velde war ein großer Verehrer Nietzsches und gestaltete die drei bibliophilen Nietzsche-Ausgaben des Insel-Verlages. – Nietzsches autobiographischer Text (»Wie man wird, was man ist«) hier aus dem Nachlass herausgegeben und mit ausführlichem Nachwort von Raoul Richter. – Schönes Exemplar, imposant gebunden.

25,0 : 19,5 cm. [3]–154, [4] Seiten. – Bindung in der ersten Lage gelockert.

Sarkowski 1201. – Schauer II, 15. – Schaberg 61 b. – WNB 320

394  Insel Verlag – Henry van de Velde. Vignette für »Emile Verhaeren. Les heures du soir.«

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

Tusche und Deckweiß. 1911. 1,5 : 1,5 cm.

Vorlage für den Druck bei Spamer, Leipzig. Das Buch erschien 1911 im Insel-Verlag, Henry van de Velde entwarf den Einband, die Typographie und die Vignetten. – Das kleine Zierstück, das hier als gespiegeltes Paar gezeichnet wurde, verwendete van de Velde für die ovale Umrahmung der Vorderdeckelvignette und zweimal auf dem Titel. – Die Entstehungsgeschichte des Buches wird in John Dieter Brinks’ van de Velde-Monographie ausführlich beschrieben (Laubach/Berlin 2007, S. 181ff.). – Rückseitig mit van de Veldes Atelier-Stempel.

Etwas beschnitten, der rückseitige Stempel dadurch knapp angeschnitten und mit kleiner Montierungsspur.

Vgl. Brinks, van de Velde 98 und Sarkowski 1822

395  Insel Verlag – [Antoine-François] Prévost. Die Geschichte der Manon Lescaut

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 270

und des Chevalier des Grieux. Leipzig, Insel 1923. Mit acht Heliogravüren nach Kupfern von Jacques Joseph Coiny. Grüner Originalmaroquinband mit Rückenschild, reicher floraler Rücken- und Deckelvergoldung sowie Kopfgoldschnitt (signiert: J. F. Bösenberg Leipzig).

Exemplar der Vorzugsausgabe mit den Heliogravüren und im Ledereinband. – Die Übertragung von Rudolf G. Binding erschien erstmals 1919. Durch Zählung früherer Insel-Ausgaben einer Zeitler-Übersetzung und zweier der Bindingschen mit anderen Illustrationen als fünfte Auflage bezeichnet. – Die Kupfer stammen aus der 1797 in Paris bei Didot erschienenen Ausgabe und wurden als Lichtdrucke bei Meisenbach Riffarth & Co., Berlin, gedruckt. – Selten, sehr gut erhalten.

Sarkowski 1266 VA. – Fromm V, 20738

396  Arthur Schopenhauer. Sämmtliche Werke

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 650

in fünf Bänden. Leipzig, Insel [ohne Jahr]. Flexible schwarze Kalblederbände mit vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt.

Großherzog Wilhelm Ernst Ausgabe. – Verschiedene Auflagen der fünfbändigen Dünndruckausgabe. – 1./2. Die Welt als Wille und Vorstellung. I./II. Teil. – 3. Kleinere Schriften. – 4./5. Parerga und Paralipomena: Kleine Philosophische Schriften. – Sehr schönes Exemplar in den typischen flexiblen »Handschmeichler-Einbänden«.

18 : 11 cm.

Sarkowski 1526

397  Insel-Bücherei – Hugo von Hofmannsthal. Der Tor und der Tod.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Leipzig, Insel [1927]. Flexibler schwarzer Originalziegenlederband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Insel-Bücherei 28. – 128.–140. Tausend. – Schönes Exemplar der gesuchten Lederausgabe.

18 : 12 cm. 31, [1] Seiten.

398  Insel Verlag – Emil Preetorius. Titelblatt zu »Ernst-Elias Niebergall. Datterich.«

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 280

Tusche, Deckweiß und Collage. Vor 1914 13,3 : 9,5 cm.

Die Originalvorlage für die ornamental verzierte Titelseite des Inselbändchens 137, das 1914 mit dem von Preetorius illustrierten Doppeltitel erschien. – Die Titelzeilen und der untere Teil der breiten Bordüre in Tusche über Bleistift und mit Deckweiß ornamentiert. Teile der Bordüre mit einem Klischeeandruck überklebt, dieser mit Tusche korrigiert. – 1:1-Vorlage für den Druck, auf Kartonblatt montiert, dort beschriftet. – Bereits 1913 war eine Datterich-Ausgabe mit Preetorius-Illustrationen in der Ernst Ludwig-Presse erschienen. – Dazu: Ein Exemplar des Inselbändchens 137 in erster Auflage.

Nicht bei Ohr. – Kästner 137 [1A]

399  Insel Verlag – Emil Preetorius. Frontispiz zu »Joseph von Eichendorff. Aus dem Leben eines Taugenichts.«

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Tusche und Deckweiß. Vor 1917. 11,6 : 7,0 cm.

Die Originalvorlage für das Frontispiz des Inselbändchens 224, das 1917 mit dem von Preetorius illustrierten Doppeltitel erschien. – Eine kleine Stelle mit collagierter Korrektur. – 1:1-Vorlage für den Druck. – Bereits 1914 war ein von Preetorius-»Taugenichts« als Hundertdruck erschienen. – Dazu: Ein Exemplar des Inselbändchens 224 in erster Auflage.

Nicht bei Ohr. – Kästner 224 [1A]

400  Insel Verlag – Thomas Hardy. Der angekündigte Gast.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Mit Zeichnungen von Alfred Kubin. Leipzig, Insel [1928]. Mit 13 Illustrationen im Text, davon zehn ganzseitig. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Insel-Bücherei 307. – Eins von 120 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Pannekoek-Bütten. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert; Sarkowski gibt abweichend an, dass dieser vom Verfasser handschriftlich signiert wurde, was Angesichts des Todesdatums (11. Januar 1928) unwahrscheinlich scheint. – Mit Exlibris Helmuth Goedeckemeyer nach einer Zeichnung von Alfred Kubin (Strichätzung, 1952, 6,0 : 7,4 cm, Raabe 752). – Sehr schönes Exemplar.

21 : 14 cm. 85, [3] Seiten.

Kästner 307 [2A]. – Sarkowski 677 VA. – Marks A 104. – Raabe 357

401  Insel-Bücherei – Ferdinand Gregorovius. Neapel und Capri.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 2300

Leipzig, Insel 1943. Originalpappband mit Deckelschild.

IB 340. – Erste Ausgabe in der Insel-Bücherei, Exemplar des 1.–10. Tausends. – »Auflage kriegszerstört, nur wenige Exemplare bekannt.« (Jenne). – Wie sieben weitere Erstauflagen der Insel-Bücherei fiel auch diese den Bomben in der Nacht vom 3. zum 4. Dezember 1943 zum Opfer. Insgesamt verbrannten 1,1 Millionen Bände, viele noch im Rohzustand als Druckbogen, aber auch 200 000 fertig gebundene, zur Auslieferung bereitliegende, Erstausgaben. »Anton Kippenberg pflegte zu Weihnachten an Verwandte, Mitarbeiter, Freunde und an seine Autoren Büchergeschenke zu verteilen. So sind die meisten der uns verbliebenen Bände [neben einigen vorab versandten Rezensionsexemplaren] wohl diesem Brauch zu verdanken.« (Jenne S. 222). – Sehr schönes Exemplar.

18 : 12 cm. 95, [1] Seiten. – Rückenkanten minimal berieben.

Kästner 340.2. – Jenne 340.2

402  Insel-Bücherei – Friedrich Nietzsche. Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 270

Leipzig, Insel [1924]. Flexibler schwarzer Originalziegenlederband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Insel-Bücherei 361. – 7.–16. Tausend. – Schönes Exemplar der gesuchten Lederausgabe.

18 : 12 cm. 76, [4] Seiten. – Vortitelblatt mit Besitzvermerk.

Kästner 361 [1A]

403  Insel-Bücherei – Handzeichnungen von Goethe.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 330

24 farbige Tafeln mit einem Geleitwort von Hans Wahl. Leipzig, Insel 1940. Pergamentband (signiert: O. Dorfner, Weimar); Titel und Fileten auf Deckel und Rücken sowie Stehkantenbordüre und Kopfschnitt vergoldet.

Unikat gebundenes Exemplar von Insel-Bändchen 555. – Erste Auflage. – Tadellos erhalten, mit Schutzpapierumschlag und Schuber, dieser von Otto Dorfner beschriftet.

11 : 18 cm. [16] Seiten, 24 Tafeln.

Kästner 555 [1A]

404  Insel-Bücherei – Marie von Ebner-Eschenbach. Aphorismen.

Schätzpreis/Estimate: € 180

Zuschlag/Hammerprice: € 480

Mit einem Nachwort von Karl Krolow. Leipzig 2016. Farbig illustrierter Originalpappband.

Insel-Bücherei 1414. – IB-Sonderausgabe von Karl-Georg Hirsch, von ihm durch graphische Beigaben »getrüffelt« und nicht im Handel. – Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe A mit einer beigegebenen signierten Zeichnung »›Diese‹, für Marie v. Ebner-Eschenbach, am 4. Mai 2017« und einem beigelegten Holzstich »Schüchterne Dummheit, Herr, verschämte Armut …«, zudem eine Zeichnung verso auf dem Vortitelblatt.

18 : 12 cm. 86, [2] Seiten.

405  Insel Verlag – Sechs Lederausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Leipzig u. a. 1961–1994. Flexible Originallederbände mit goldgeprägtem Rückentitel und Deckelsignet.

I. Goethe. Lyrische und epische Dichtungen. Band I [und] II. 1961. Dünndruckausgabe. 41.–44. Tausend. – II. Theodor Fontane. Effi Briest. 1980. – III. Gottfried Keller. Der Grüne Heinrich. 1980. – IV. Johann Wolfgang von Goethe. Die Wahlverwandtschaften. 1981. – V. Charles Dickens. Weihnachtserzählungen. 1983. Dünndruckausgabe. – VI. Charles Baudelaire. Die Blumen des Bösen. 1986. – II bis VI aus der Insel-Bibliothek der Romane. II, III und V illustriert.

406  [Jakob und Wilhelm] Grimm. Kinder- und Hausmärchen.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Herausgegeben von Heinz Rölleke. Frankfurt am Main, Deutscher Klassiker Verlag 1985. Bordeauxroter Originallederband mit vergoldetem Rückentitel, Kopfgoldschnitt und -schutzumschlag mit Lederrrücken.

Dünndruckausgabe aus der im Insel-Verlag beheimateten Reihe »Bibliothek Deutscher Klassiker«, Band 5. – Tadellos schön erhalten. – Dazu zwei Beigaben: I. Deutsche Erzähler. Ausgewählt von Hugo von Hofmannsthal. Erster [bis] Vierter Band. Leipzig, Insel 1912. Originalhalblederbände. – II. Geschichten aus dem alten Pitaval. Herausgegeben nach der von Schiller getroffenen Auswahl und um weitere Stücke vermehrt von Paul Ernst. Erster [bis] Dritter Band. Leipzig, Insel 1910. Grüne Originalkalblederbände mit Rückenschildern und vergoldetem -titel.

18 : 11 cm. [2], 1302, [8] Seiten. – Beigaben: Rücken von II stark verfärbt. Ränder und Deckel berieben. – Vorsätze von I mit Exlibris und Besitzvermerken.

407  Winkler Verlag – Sieben Dünndruckausgaben in Ledereinbänden.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 240

München 1955–1997. Flexible Originallederbände mit vergoldetem Rückentitel, goldgeprägtem Deckelsignet und Kopfgoldschnitt.

Russische Autoren aus der Reihe »Winkler Weltliteratur«. – I. Leo N. Tolstoi. Anna Karenina. 1955. – II. Leo N. Tolstoi. Frühe Erzählungen. 1960. – III. Leo N. Tolstoi. Volkserzählungen. Jugenderinnerungen. 1961. – IV. Leo N. Tolstoi. Später Erzählungen. 1962. – V. A. N. Afanasjew. Russische Volksmärchen. 1985. – VI. Alexander S. Puschkin. Erzählungen. 1986. – VII. Boris Pasternak. Doktor Schiwago. 1997.

19 : 12 cm.

408  Winkler Verlag – Vier Dünndruckausgaben in Ledereinbänden.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € 100

München 1956–1985. Flexible Originallederbände mit vergoldetem Rückentitel, goldgeprägtem Deckelsignet und Kopfgoldschnitt.

I. Grimmelshausen. Der abenteuerliche Simplicissimus. 1956. – II. Grimmelshausen. Simplicianische Schriften. 1958. – III. Ludwig Tieck. Die Märchen aus dem Phantasus. Dramen. 1965. – IV. Ludwig Tieck. Novellen. 1985.

19 : 12 cm.

409  Winkler Verlag – Fünf Dünndruckausgaben in Ledereinbänden.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

München 1960–1989. Flexible Originallederbände mit vergoldetem Rückentitel, goldgeprägtem Deckelsignet und Kopfgoldschnitt.

Aus der Reihe »Winkler Weltliteratur«. – I. Alessandro Manzoni. Die Verlobten. 1960. – II. Edgar Allan Poe. Erzählungen. 1971. – III. Oscar Wilde. Märchen und Erzählungen. 1976. – IV. Gérard de Nerval. Reise in den Orient. Werke. 1986. – V. Ernest Hemingway. Wem die Stunde schlägt. 1997.

19 : 12 cm.

410  Kleukens Presse – Wilhelm Klemm. Entfaltung.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Gedichtfolge. Darmstadt [1919]. Originalpergamentband; Rückentitel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet.

Zweiter Druck der Kleukens Presse. – Eins von 250 Exemplaren. – Gedruckt auf Bütten. – Gesetzt aus der Cicero-Kleukens-Antiqua. – Titel und Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. – Der Einband stammt aus Ernst Rehbeins Kleukens-Binderei. – Schönes Exemplar.

25,5 : 17,5 cm. [4], 80, [6] Seiten.

Rodenberg 103, 2

411  Ratio-Presse – J[ohann] W[olfgang] von Goethe. Erotica Romana.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Darmstadt 1923. Mit drei radierten Vignetten von F. W. Kleukens. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägter Deckelvignette und Schnittvergoldung.

Siebter Druck der Ratio-Presse. – Eins von 150 Exemplaren in Halbpergament (Gesamtauflage 200). – Satzanordnung, Schrift und Radierungen von Friedrich Wilhelm Kleukens.

18 : 13 cm. 45, [3] Seiten. – Einband mit schwachem Lichtrand.

Rodenberg 122. – Schauer II, 66

412  Mainzer Presse – Das Blumenbuch.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 620

Zeichnungen von Rudolf Koch, in Holz geschnitten von Fritz Kredel. I [–] III. Leipzig, Insel 1929–1930. 250 kolorierte Holzschnitte. Original-Interimspappbände mit Deckel- und Rückenschild. In -schubern.

Erste Ausgabe. – Eins von 1000 Exemplaren. – Druck der Mainzer Presse von Sommer 1929 bis August 1930, zeitgleich erschien ein geringfügig abweichender Druck der Ernst Ludwig-Presse für die Mitglieder deren Freundeskreises. – Die Bildunterschriften und Texte wurden aus der von Kleukens entworfenen Shakespeare-Type gesetzt. – Das wohl schönste Blumen- und Kräuterbuch des 20. Jahrhunderts. Die Handkolorierung besorgte Emil Wöllner, die Namen der Blumen bestimmte Hans Heil. Die Pflanzen sind nach Jahreszeiten und Standorten sortiert.

31 : 23 cm.

Salter, Kredel 1.11.2 (mit Abb.). – Sarkowski 950. – Schauer II, 36 (mit Abb.). – Nicht bei Rodenberg

413  Mainzer Presse – [Christian Heinrich Kleukens]. Die Grosstat der Letter.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Dem Präsidenten des Deutschen Reiches. Mainz 1930. Drei lose Doppelblätter.

Exemplar der Vorzugsausgabe auf Japan. – Gesetzt aus Kleukens’ Shakespeare-Antiqua, Handpressendruck in Rot und Schwarz. – Engagierter, aber folgenloser Aufruf zum Bau eines großen Museum-Denkmals für Johannes Gutenberg, das weder, wie angestrebt im Gutenberg-Jahr 1940, noch danach je so realisiert wurde. – Es wurden kleine Auflagen durch die Mainzer und die Ernst Ludwig Presse gedruckt (vgl. Stürz 107 a und b). – Dazu: [Christian Heinrich Kleukens]. 1440 Fünfhundert Jahre 1940. Mainz, Sommer 1936. Hergestellt […] für den Führer uns seine engsten Mitarbeiter. Graue Originalbüttenbroschur. Kleukens Text, in dem er sechs Jahre nach dem obigen Aufruf nochmals auf seinen Plan zurückkommt und anregt, dafür einen Gutenberg-Pfennnig einzuführen, ist nun Reichskanzler Adolf Hitler gewidmet. Im Laufe des Jahres druckte die Mainzer Presse mehrere variierende Auflagen für verschiedene Anlässe. Hier gesetzt aus der Karillon Fraktur, gedruckt auf Hadernpapier. – Hermann Burte. Deutsche Sendung des Wortes und der Letter. Mainz 1942. Originalhalbleinenband. Druck der Mainzer Presse, nun Presse des Gutenberg-Museums, für den NS-Lehrerbund Mainz. Gesetzt aus der Burte-Fraktur und vom Verfasser und Typographen auf dem Vortitel signiert. Eins von 200 Exemplaren. Auch dieser Text nach einem Vortrag Burtes wurde im Laufe des Jahres 1942 mehrfach gedruckt. – Christian Heinrich Kleukens. Die Kunst Gutenbergs. Mainz 1951. Originalpappband. Mainzer Druck 1. Eins von 5000 Exemplaren.

27 : 18 cm. [12] Seiten.

Kleukens-Archiv Mainzer Presse II, 128f.; IV, 229f.; V, 188f. und VI, 187f

414  Aloys Ruppel. Johannes Gutenberg.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Ausruflimit/Reserve price: € 80

Sein Leben und sein Werk. Berlin, Maximilian-Gesellschaft 1939. Mit zahlreichen Tafeln teils ganzseitigen Abbildungen und drei gefalteten Faksimilebeilagen. Originalhalblederband. Rückentitel und Deckelvignette silbergeprägt. Mit Schutzumschlag und Schuber.

Eins von 125 Exemplaren der Sonderausgabe auf Bütten, die für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft gedruckt wurden. Die farbigen Faksimiles von je einer Seite aus der 36- und der 42-zeiligen Gutenberg-Bibel sowie dem Mainzer Psalter von 1457. – Der Verfasser war mehr als 40 Jahre Direktor des Mainzer Gutenberg-Museums. Seit 1930 gab er, neben zahllosen Publikationen zum Thema Buchdruck, das Gutenberg-Jahrbuch heraus. – Sehr schönes Exemplar aus dem Nachlass des Verlegers Lothar Rossipaul mit dessen signiertem Holzschnittexlibris von Archibald Bajorat. – Dazu: Hermann List. Thomas und Meister Gutenberg. Stuttgart 1942. – Gutenberg-Museum der Stadt Mainz. Weltmuseum der Druckkunst. Festkatalog zum Gutenberg-Jahr 1968. Mit Widmung des Verfassers Helmut Presser.

27 : 19 cm. 224, [2] Seiten, 4 Tafeln, 3 Beilagen.

415  Leipziger Bibliophilenabend – [Johann Wolfgang von] Goethe. Zwölf Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 360

Leipzig 1932. Orangefarbener Originalsaffianlederband, Rücken, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber.

Eins von 99 Exemplaren für die Leipziger Bibliophilenvereinigung, dieses für Walter Tiemann – je ein weiteres wurde für die Deutsche Bücherei und den Verleger Hans von Weber gedruckt. – Auf Japanbütten. – Druck des Haupttitels und der Gedichttitel in Blau. – Sehr schönes Exemplar des Drucks im Goethe-Jahr 1932.

29 : 21 cm. [36] Seiten.

416  Trauerreden, gehalten in der Loge Amalia zu Weimar.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

Berlin, Altmann 1923. Mit einer signierten Radierung von Alois Kolb. Schwarzer Originalseideneinband mit Pergamentdurchstichbindung und goldgeprägter Deckelvignette. In Buntpapierkassette.

Eins von 250 Exemplaren. – Unter künstlerischer Leitung von Hugo Steiner-Prag gedruckt bei F. A. Brockhaus. – Die Radierung entstand nach Prellers Goethe-Bildnis auf dem Totenbett. – Enthält drei Trauerreden von Mitgliedern der Weimarer Freimaurerloge: Goethe auf Wieland, Friedrich von Müller auf Großherzog Carl August und auf Johann Wolfgang von Goethe. – Mit zwei Goethegedichten und einigen Holzschnittvignetten. – Seltene Einbandvariante.

34 : 25 cm. 44, [4] Seiten. – Kassette an den Kanten berieben, das Buch tadellos.

Sennewald 23, 2

417  Georg Müller Verlag – Die Bücherei der neuen Serapionsbrüder.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 600

Herausgegeben von Carl Georg Maassen. [Zehn Bände]. München, Georg Müller 1922–1923. Originalhalblederbände mit Rückenschildern und -vergoldung.

I–III. Carl Wilhelm Salice Contessa. Serapionistische Erzählungen. – Kleine Geschichten und Hoffmaniana. – Märchen und Nachtstücke. – IV–VI. Friedrich Baron de la Motte Fouqué. Romantische Erzählungen. – Gespenstersagen und Rittergeschichten. – Undine und andere Erzählungen. – VII. Karl Immermann. Der neue Pygmalion. der Carnaval und die Somnambüle. – VIII–IX. Ludwig Tieck. Straußfedern. Erster [und] Zweiter Band. – X. Carl Weißflog. Bürgerliche Historien. – »Eine glückliche Idee hat Carl Georg v. Maassen in seiner ›Bücherei der neuen Serapionsbrüder‹ bei Georg Müller, München, verwirklichen können: … Hoffmannsche Atmosphäre breitet sich über alle sechs Bände aus« (Tägliche Rundschau, Berlin, zitiert nach Verlagsprospekt).

21 : 13 cm. – Zwei Rücken schwach berieben. Einige Einbände mit leichtem Lichtrand.

25 Jahre Georg Müller, Seite 136

418  Oltner Bücherfreunde – Werner Bergengruen. Jungfräulichkeit.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Novelle. Olten, 1947. Roter Original-Oasenziegenlederband mit Vergoldung. Im Originalschuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe. – 33. Veröffentlichung der Oltner Bücherfreunde. – Eins von 36 römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe mit eigenhändigem, signierten Gedicht auf dem Vorblatt und in Ganzleder (Gesamtauflage 1161). – Handsatz aus der Caslon-Antiqua. – Druck auf Guarro Molivell-Bütten.

19 : 14 cm. [2], 59, [3] Seiten. – Rücken leicht aufgehellt.

Wilpert/Gühring 67

419  Oltner Bücherfreunde – Werner Bergengruen. Drei Erstausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Olten 1947–1961. Originalhalblederbände mit Rückenvergoldung und Buntpapierdeckelbezügen (Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber.

33., 74. und 93. Veröffentlichung. – Jeweils eins der Vorzugsexemplare, auf dem Vortitel vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden. – I. Jungfräulichkeit. Novelle. 1947. Eins von 125 Exemplaren. – II. Hubertusnacht. 1957. Eins von 119 Exemplaren. – III. Vater Jewgenij. 1961. Eins von 118 Exemplaren.

20 : 13 cm.

Wilpert/Gühring 67, 113 und 129

420  Oltner Bücherfreunde – Hans Carossa. Der Gang zum Grünen Schuh.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Aus einer Jugendgeschichte. Olten, 1952. Roter Originalnigerlederband mit Rücken-, Deckel- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Hugo Peller, Solothurn). Im Originalschuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe. – 54. Veröffentlichung der Oltner Bücherfreunde. – Eins von 35 römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe mit eigenhändigem, signierten Gedicht auf dem Vorblatt und in Ganzleder (Gesamtauflage 755). – Handsatz aus der Diethelm-Antiqua. – Druck auf Zerkall-Bütten. – Tadelloses Exemplar.

20 : 13 cm. 78, [6] Seiten.

Wilpert/Gühring 33

421  Oltner Bücherfreunde – Hans Carossa. Stern über der Lichtung.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 650

Olten 1958. Roter Originalmaroquinband mit Rücken-, Deckel- und Kopfschnittvergoldung. Im Originalschuber mit Lederkanten.

39. Veröffentlichung der Oltner Bücherfreunde. – Eins von 20 römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe mit eigenhändigem, signierten Gedicht auf dem Vorblatt und in Ganzleder (Gesamtauflage 925). – Handsatz aus der Bodoni-Kursiv. – Druck auf Maillol-Bütten.

19 : 14 cm. [2], 43, [7] Seiten.

422  Oltner Bücherfreunde – Rudolf Hagelstange. Das Lied der Muschel. – Reise nach Katmandu.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 150

Mit Zeichnungen von Helmut Bibow. Olten 1958 und 1962. Blauer bzw. roter Originalhalblederband mit Rückenvergoldung und Buntpapierdeckelbezügen (Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber.

Erste Ausgaben. – 78. und 97. Publikation der Oltner Bücherfreunde. – Eins von 125 bzw. 115 Exemplaren der Vorzugsausgabe, auf dem Vortitel vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden.

20 : 13 cm. 71, [5] Seiten; [2], 79, [3] Seiten. – Beide Rücken leicht verblasst.

Wilpert/Gühring 51

423  Oltner Bücherfreunde – Hermann Hesse. Zwei jugendliche Erzählungen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 320

Olten 1956. Gelber Originalhalblederband mit Rückenvergoldung und Buntpapierdeckelbezügen (Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber.

Erste Ausgabe. – 70. Publikation der Oltner Bücherfreunde. – Eins von 135 Exemplaren der Vorzugsausgabe, auf dem Vortitel vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 750). – Enthält die Erzählungen »Hans Amstein« und »Sor Acqua«. – »Die beiden Erzählungen dieser Jubiläums-Publikation stammen aus der Zeit meiner literarischen Anfänge. Sie sind in Buchform nie erschienen.« (Nachwort).

20 : 13 cm. [2], 56, [6] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Mileck II, 121

424  Oltner Bücherfreunde – Hermann Hesse. Freunde.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 750

Erzählung. Olten 1957. Mit einem Frontispiz von Gunter Böhmer. Handgebundener Originalmaroquinband mit Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Hugo Peller, Solothurn). Im Originalschuber mit Lederkanten.

Erste Ausgabe. – 75. Publikation der Oltner Bücherfreunde. – Eins von 35 römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe mit eigenhändigem, signierten Gedicht auf dem Vorblatt und in Ganzleder (Gesamtauflage 850). – Handsatz aus der Diethelm-Antiqua. – Druck auf Zerkall-Bütten.

20 : 13 cm. [10], 106, [10] Seiten.

Mileck II, 123

425  Oltner Bücherfreunde – Ernst Jünger. Sonnentau.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 260

Olten 1955. Rotbrauner Originalhalblederband mit Rückenvergoldung und Buntpapierdeckelbezügen (Hugo Peller, Solothurn). Im Schuber.

Erste Ausgabe. – 65. Veröffentlichung der Oltner Bücherfreunde. – Eins von 114 Exemplaren der Vorzugsausgabe, auf dem Vortitel vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 590). – Erschienen zum 70. Geburtstag des Verfassers. Die ein Jahr später unter gleichem Titel bei Klett erschienene Ausgabe, weicht, abgesehen vom Titelessay, inhaltlich vollständig ab.

20 : 13 cm. [2], 68, [8] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 30

426  Oltner Bücherfreunde – Ernst Jünger. San Pietro.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Olten 1957. Blauer Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel, Kopfgoldschnitt und Modeldruckbezügen (Hugo Peller, Solothurn).

Erste Ausgabe. – 73. Publikation der Oltner Bücherfreunde. – Eins von 120 Exemplaren der Vorzugsausgabe, auf dem Vortitel vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 661). – Die Überzugpapiere der Deckel sind Batik-Modeldrucke von Verena Scherrer und Suzy Tenet, Basel.

20 : 13 cm. 55, [5] Seiten. – Rücken etwas verblasst.

Des Coudres/Mühleisen B 35

427  Oltner Bücherfreunde – Ernst Jünger. Ein Vormittag in Antibes.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 180

Olten 1960. Rostbrauner Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel, Kopfgoldschnitt und Modeldruckbezügen (Hugo Peller, Solothurn). im Schuber.

Erste Ausgabe. – 86. Publikation der Oltner Bücherfreunde. – Eins von 120 Exemplaren der Vorzugsausgabe, auf dem Vortitel vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 653).

20,0 : 12,5 cm. 52, [4] Seiten.

Des Coudres/Mühleisen B 40

428  Oltner Bücherfreunde – Ch[ristian] H[einrich] Kleukens. Vom Baum der Erkenntnis.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Olten 1950. Originalmaroquinband mit Vergoldung (Emil Kretz, Basel). Im Originalschuber mit Lederkanten.

45. Veröffentlichung der Oltner Bücherfreunde. – Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe mit eigenhändigem, signierten Gedicht auf dem Vorblatt und in Ganzleder (Gesamtauflage 530). – Handsatz aus der Bodoni-Antiqua. – Druck auf Guarro-Bütten.

19 : 14 cm. [2], 86, [4] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

429  Oltner Bücherfreunde – Rudolf Alexander Schröder. Neue Gedichte. – Heimat.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 480

Olten 1946 und 1958. Grüner Originalmaroquinband mit reicher Gold- und Blindprägung und Originalhalblederband mit Buntpapierbezügen (Hugo Peller, Solothurn). Beide im Originalschuber, einer mit Lederkanten und Furnierpapierbezug.

Erste Ausgaben. – 50. und 77. Publikation der Oltner Bücherfreunde. – Eins von 40 römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe mit eigenhändigem, signierten Gedicht auf dem Vorblatt und in Ganzleder bzw. eins von 120 Exemplaren der Vorzugsausgabe, auf dem Vortitel vom Verfasser signiert und in Halbleder gebunden (Gesamtauflage 575).

20 : 13 cm. 63, [5] Seiten; [2], 40, [6] Seiten. – Beide Rücken leicht verblasst.

Adolph 46

430  Oltner Bücherfreunde – Vier Veröffentlichungen.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Herausgegeben von William Matheson. Olten 1944–1960. Ein Originalkalblederband und drei Originalhalblederbände mit Batikpapierbezügen, vergoldeten Rückentiteln und Kopfgoldschnitt.

Eine Luxusausgabe, drei Vorzugsausgaben, nach Möglichkeit vom Verfasser signiert. – Alle auf Bütten gedruckt. – I. 13. Carl J. Burckhardt. Gespräch in Peking. 1942. 150 Exemplare. – II. 23: Martin Bodmer. Conrad Ferdinand Meyer. Herkommen und Umwelt. 1944. Eins von 35 Exemplaren der Luxusausgabe in Ganzleder (Gesamt 1135). – III. 53. Albert Schweitzer. Aus meiner Kindheit und Jugendzeit. 1952. 120 Exemplare. – IV. 89. Friedrich Georg Jünger. Kreuzwege. 1960. 120 Exemplare. – I, II und IV im Schutzschuber.

20 : 13 cm. – Rücken von II etwas verblasst. – Exlibris (I und III).

431  Friedrich Plenzat-Presse – Sieben Drucke der Presse.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 650

Berlin 1923–1925. Mit zahlreichen Originalgraphiken im Text. Originalpappbände, teils mit originalgraphischen Deckelvignetten.

I: Guy de Maupassant. Toine. 1923. Mit 14 Radierungen von Erik Richter. 140 Exemplare (Gesamtauflage 150). – II. Denis Diderot. Platonische Liebe. 1924. Mit zehn kolorierten Kupfern von Georg W. Rößner. 300 Exemplare. – III: Gottfried Keller. Die Berlocken. 1924. Mit neun kolorierten Radierungen von Georg W. Rößner. 300 Exemplare. – IV. Nocrion. Eine Geschichte aus Allobrogien. 1924. Mit zehn kolorierten Radierungen von Georg W. Rößner. 300 Exemplare. – V. Gottfried Keller. Der schlimm-heilige Vitalis. 1924. Mit 14 Holzschnitten von Rudolf Riege. 500 Exemplare. – VI. Charles de Coster. Die Brüder vom guten Vollmondgesicht. 1924. Mit 12 Radierungen von Erik Richter. 500 Exemplare. – VII. Heinrich Zschokke. Das blaue Wunder. 1925. Mit 13 Radierungen von Magnus Zeller. – Wohl alle sieben Pappbände sind Handeinbände von Maria Lühr, alle Druckvermerke von den Künstlern signiert und meist vom Verleger monogrammiert. – Dr. Friedrich Plenzat gründete seine Presse Weihnachten 1922.

18 : 12 cm bis 21 : 14 cm.

Sennewald H, 1–5, 8 und 9. – Rodenberg 154, 1–4 (Rest nicht mehr)

432  Rudolfinische Drucke – Fritz Reuter. Hanne Nüte

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

und de lütte Pudel. ´ne Vagel- un Minschengeschicht. Offenbach am Main 1911. Originalhalbpergamentband mit kalligraphiertem Rückentitel (signiert: Carl Sonntag jun., Leipzig).

Erstes Buch der Rudolfinischen Drucke. – Eins von 300 Exemplaren. – Satz aus der von Rudolf Koch entworfenen Deutschen Schrift. – Druck von Rudolf Koch und Rudolf Gerstung bei Wilhelm Gerstung, Offenbach. – »Die Rudolfinischen Drucke […] gehören unstreitig mit zu den hervorragendsten Schöpfungen der neuen deutschen Buchkunst« (Rodenberg, S. 123). – Die Titelzeilen und Kapitelnummern wurden von Koch in Holz geschnitten und in Rot eingedruckt, das Kolophon in Blau, das Bezugspapier in Wasserfarbendruck, alle Rückentitel von Koch selbst kalligraphiert.

16 : 12 cm. [8], 296, [36] Seiten. – Vorsätze und schnitt minimal stockfleckig.

Rodenberg 124, 1

433  Officina Serpentis – Eine Seite aus Homers Ilias

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

gesetzt in griechischer Uncialtype. Berlin 1919. Lose Doppelblätter in Originalhalbpergamentchemise mit Marmorpapierbezug.

Probedruck in Rot und Schwarz. – Eins von 25 Exemplaren. – Die griechische Unicialtype, mit der diese ersten Verse Homers gesetzt sind, wurde im Jahre 1860 von der Schriftgießerei J. G. Schelter und Giesecke in Leipzig nach Angaben von A. F. C. Tischendorf, des Entdeckers des Codex sinaiticus geschnitten. – Dazu: Hesiod. Theogonia. Die ersten vier Blätter aus dem 1921 erschienenen Druck der Officina Serpentis. Lose Doppelblätter in Originalhalbpergamentchemise.

38 : 28 cm. [8[ Seiten. – Ränder der unbeschnittenen Beigabe gebräunt und mit kleinen Einrissen.

Nicht bei Backe. – Backe 49 (Beigabe)

434  Der Venuswagen.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 1100

Eine Sammlung erotischer Privatdrucke mit Original-Graphik. Herausgegeben von Alfred Richard Meyer. Erste Folge, Band I [–] IX. Berlin, Fritz Gurlitt 1919–1920. Mit 73 Originalgraphiken. Originalhalbpergamentbände mit farbig lithographierten Deckelillustrationen und vergoldeten Rückentiteln.

Vollständige Folge aller neun Bände, die von Alfred Richard Meyer 1919 in schneller Folge herausgegeben wurde. – Eins von je 700 Exemplaren (Gesamtauflage 740). – Seltene Einbandvariante mit den (von Rössner?) illustrierten Deckeln. – Alle Exemplare mit derselben Exemplarnummer, Bände I–VII im Druckvermerk mit roter Signatur (Fritz Gurlitt?), Bände VIII und IX vom jeweiligen Künstler signiert. – Von Band zu Band auf recht unterschiedlichen Papieren gedruckt. – Sämtliche Originalgraphiken wurden auf der Gurlitt-Presse gedruckt, den Buchdruck übernahm (mit zwei Ausnahmen) Otto von Holten. – Alfred Richard Meyer gewann für die Illustrationen namhafte Künstler wie Corinth, Janthur, Willy Jaeckel, Willi Geiger u. a. Durch diese künstlerische Ausstattung sowie aufwändige Typographie und Buchdruck entstand eine der schönsten Buchreihen mit erotischer Literatur des frühen 20. Jahrhunderts.

I: Friedrich Schiller. Der Venuswagen. 1919. Mit acht Farblithographien von Lovis Corinth (Schwarz L 383)
II: E. Jouy. Sappho oder Die Lesbierinnen. 1920. Mit sechs Radierungen von Otto Schoff (Brattskoven 15)
III: Pantschatantra. Fabeln aus dem indischen Liebesleben. 1919. Mit zehn Farblithographien und Buchschmuck von Richard Janthur (Sennewald 19,3)
IV: Alfred Richard Meyer. Das Aldegrever-Mädchen. 1919. Mit acht kolorierten Lithographien von Georg Walter Rössner (Sennewald 19,6)
V: Henry de Kock. Der Mord im Kastanienwäldchen oder Die ereignislose Hochzeitsnacht. Mit sechs Farblithographien von Franz Christophe (Sennewald 19,1)
VI: Heinrich Lautensack. Erotische Votiftafeln. 1919. Mit sieben Lithographien von Willy Jaeckel (Stilijanov-Nedo 86)
VII: Die Königliche Orgie oder Die Österreicherin bei Laune. 1919. Mit sechs Lithographien und drei Vignetten von Paul Scheurich (Sennewald 19,5)
VIII: Wilhelm Heinse. Die Kirschen. 1920. Mit sieben Lithographien von Wilhelm Wagner (Sennewald 20,2).
IX: J.-K. Huysmans. Gilles de Rais. Übersetzt von August Döppner. 1919. 15 Lithographien von Willi Geiger (Lang, Expressionismus 70).

Die Reihe wurde zu großen Teilen sofort nach Erscheinen beschlagnahmt, was Kurt Tucholsky in der »Weltbühne« zu dem Artikel »Der Zensor geht um!« veranlasste, der in der Bemerkung gipfelt: »Nun will ich mir aber nicht von Herrn Staatsanwalt Orthmann vorschreiben lassen, was ich lesen darf, und wenn das so weiter geht, dann haben wir in vier Wochen eine obrigkeitliche Bevormundung, die sich in gar nichts von Metternichs Zensur unterscheiden wird. Dass Lovis Corinth Präsident der Sezession und Akademieprofessor ist, braucht der Staatsanwalt nicht zu wissen; dass Georg Walter Rößner Lehrer an der staatlichen Kunstschule in Berlin ist, auch nicht. Aber er mag zur Kenntnis nehmen, dass die deutschen Schriftsteller, die deutschen Maler und die deutschen Verleger nicht gesonnen sind, sich den Bütteleingriff eines Mannes gefallen zu lassen, der außerstande ist, einen Nackttanz in der Motz-Straße von einer Radierung Corinths zu unterscheiden«.

30,5 : 23-26 cm. – Deckelränder etwas gebräunt, die Deckel teils leicht bestoßen, angestaubt und vereinzelt etwas fleckig.

Hayn/Gotendorf IX, 600 und alle ausführlich unter den Einzeltiteln

435  Einbände – Weinrote Halblederbände um 1896 mit reicher Rückenvergoldung.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

– Inhalt: Christina G. Rossetti. Poems. New and enlarged edition. – New Poems, hithero unpublished or uncollected. Edited by William Michael Rossetti. London, Macmillan 1896. Mit Frontispiz und Porträt.

Reizende englische Jugendstileinbände mit reicher Rückenvergoldung auf weinrotem geglättetem Saffianleder. – Mit kleinem Prägestempel der ältesten Londoner Buchhandlung »Hatchard – 187 Piccadilly«, in deren Auftrag die Einbände möglicherweise angefertigt wurden.

18 : 12 cm. XIV, [2], 450; XXIV, 397, [1] Seiten, 2 Tafeln. – Gelenke leicht berieben.

436  Blaugraue Kalblederbände von Peter Demeter, Dresden-Hellerau, (signiert),

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 320

mit reicher ornamentaler Verzierung in Gold und Rot. – Inhalt: [Charles Augustin] Sainte-Beuve. Frauenbildnisse aus vier Jahrhunderten. Erster [und] Zweiter Band. Herausgegeben von Stefanie Strizek mit einer Einleitung von Hanns Floerke. München und Leipzig, Georg Müller 1914. Mit zusammen 79 Tafeln.

Erste deutsche Ausgabe. – Enthält 22 Biographien von Maria Stuart, Elisabeth Charlotte von der Pfalz, Madame Pompadour, Marie Antoinette, Bettina von Arnim u. a. – Schöne Handeinbände von Peter Demeter mit typischer, reich vergoldeter Rückenverzierung. Die Deckelkanten mit roten Bordüren und, wie die Steh- und Innenkanten, mit doppelten vergoldeten Fileten. – Kopfschnittvergoldung.

17 : 10 cm. XVIII, 390, [2] Seiten, 48 Tafeln; [8], 416 Seiten. – Rücken etwas verblasst, Kanten leicht berieben.

Hayn/Gotendorf IX, 521 (Nachauflage 1923). – Fromm V, 22974

437  Pergamentband von Gertrud Mahler

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 700

mit Vergoldung. – Inhalt: Wilhelm Hauff. Phantasien im Bremer Ratskeller. Ein Herbstgeschenk für Freunde des Weines. Mit 8 handkolorierten Bildern und 14 Zierstücken von Hugo Wilkens. München, Rösl 1920.

Unter dem Druckvermerk handschriftlich »Einband Gertrud Mahler Altona 1929«. – Einer der seltenen Einbände der Altonaer Buchbinderin Gertrud Mahler (1898–1982?). Sie war Schülerin von Franz Weiße (1878–1952), der 1907–1943 die Buchbindewerkstatt der Hamburger Kunstgewerbeschule leitete. Weißes ornamentale Gestaltungen griff seine Schülerin souverän auf, komponierte für Hauffs »Ratskellerphantasien« aber mit feinen Bogen- und Linienstreicheisen eine Weinranke. Alle Fileten, der Rückentitel und der gesamte Buchschnitt wurden vergoldet. Vorsätze aus blau-grün-gemustertem Buntpapier. – Eines der schönen Rösl-Bücher in einem unikaten Einband. – Tadellos, in Schmuckschuber.

14 : 11 cm. 111, [1] Seiten. – Schuber etwas berieben, sonst tadellos.

Vgl. Jahresbericht SUB Hamburg 2015, Seite 16

438  Pergamentband von Otto Dorfner, Weimar, (signiert),

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Rücken- und Deckeltitel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet. – Inhalt: [Johann Wolfgang Goethe]. Die Mitschuldigen, ein Lustspiel in drey Aufzügen. 1769. Leipzig, J. J. Weber 1899.

Erste ordentliche Veröffentlichung der am 1. Januar 1899 gegründeten »Gesellschaft der Bibliophilen«, der ersten bibliophilen Vereinigung in Deutschland. – Faksimile nach Goethes Handschrift der zweiten Bearbeitung, damals in der Sammlung Hirzel der UB Leipzig. Mit einem Nachwort von Georg Wittkowski, einem der Gründungsmitglieder der Gesellschaft. – Pergamentdurchstichbindung, umlaufende vergoldete Fileten. – Auf dem Vorderdeckel das goldgeprägte Faksimile von Goethes Titelzeile. – Tadellos erhalten, mit Schutzpapierumschlag und Schuber, dieser von Otto Dorfner beschriftet.

21 : 18 cm. [160], 19, [1] Seiten.

Deutsche Bibliophile 1898-1930 S. 2

439  Rostroter Saffianlederband von Otto Dorfner, Weimar, (signiert),

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

Rückentitel, Fileten auf Deckel-, Steh- und Innenkanten, große Deckelvignetten, die vordere mit Titel, und Kopfschnitt vergoldet. – Inhalt: Benvenuto Cellini deutsch von Goethe mit Steinzeichnungen von Max Slevogt. Berlin, Bruno Cassirer 1913. Mit 303 Tuschlithographien im Text.

Auf Hadernpapier. – Sehr schönes Exemplar der reizend illustrierten Autobiographie Cellinis, Goethes Text erschien erstmals 1803. – Von den Lithographien Slevogts wurde in Paris eine Vorzugsausgabe auf Chinapapier gedruckt. – Prächtiger Handeinband mit reicher ornamentaler Vergoldung. Am Unterrand des Hinterdeckels mit Dorfners vergoldetem Signaturstempel. – Tadellos erhalten, mit Schutzpapierumschlag und Schuber, dieser von Otto Dorfner beschriftet..

24 : 18 cm. [6], 423, [1] Seiten.

Sievers/Waldmann 496–798. – Rümann 12

440  Orangefarbener Maroquinband von Otto Dorfner, Weimar, (signiert),

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Titel, Rücken- und Eckfleurons, Deckel- und Innenkantenfileten, Stehkantenbordüre und Kopfschnitt vergoldet. – Inhalt: Jacomo Callot. Balli di Sfessinia. [Potsdam, Kiepenheuer 1921]. Mit 24 Heliogravüren nach den Kupferstichen.

Über die Auflage von 500 hinaus gedrucktes Exemplar, statt der Nummerierung hier unter dem Druckvermerk »Als Sondereinband hergestellt von Otto Dorfner«. – Die Auflage wurde in der Fachschule für Kunstgewerbliche Buchbinderei Weimar unter Leitung Dorfners gebunden, vorliegendes Exemplar aber ein eigenhändiger Einband des Meisters. – Tadellos erhalten, mit Schutzpapierumschlag und Schuber.

12 : 9 cm. 24 Tafeln mit je einem leeren Zwischenblatt, 1 Textblatt. – Das Textblatt leicht stockfleckig, sonst tadellos.

Vgl. Lieure 379-402

441  Pergamentband von Otto Dorfner;

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 460

Rückentitel und -verzierung sowie Deckelvignette vergoldet. – Inhalt: Die Bibel […] nach der deutschen Übersetzung Martin Luthers. Berlin 1922.

Vorderdeckel mit strahlenbekränztem Kreuz, Rückentitel in Fraktur, über den fünf Pergamentdurchstichbünden je ein Doppelrhombus aus vergoldeten Fileten. – Buchschnitt gelb eingefärbt, Kapitalbändchen zweifarbig (gelb/schwarz) handumstochen. – Kleisterpapiervorsätze. – Tadellos erhalten, mit Schutzpapierumschlag und Schuber, dieser von Otto Dorfner beschriftet. – Durch den Dorfner-Einband gelangt hier eine Antiquaren häufig angebotene »gaaaanz alte Bibel« zum Ausruf.

24 : 16 cm. 1112; 316; 44 Seiten.

442  Pergamentband von Otto Dorfner, Weimar (signiert)

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 600

mit vergoldeten Titeln, Fileten und Zierstücken sowie polierter Kopfschnittvergoldung. – Inhalt: Honoré de Balzac. Die dreißig tolldreisten Geschichten genannt Contes drolatiques. Übertragen von Benno Rüttenauer. Leipzig, Insel 1923.

24.–28. Tausend, die erste der einbändigen Dünndruckfassung. – Schlicht-eleganter Handeinband. Gold und Pergament stehen in reizvollem Zweiklang, die Pergamentdurchstichbünde werden durch kleine vergoldete Halbkreise akzentuiert. – Tadellos, mit Schutzpapierumschlag und Schuber, dort von Otto Dorfner beschriftet.

19 : 12 cm. 641, [1] Seiten.

Sarkowski 77 C

443  Ernst Theodor Amadeus Hoffmann. Dichtungen und Schriften sowie Briefe und Tagebücher.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Gesamtausgabe in fünfzehn Bänden. Herausgegeben und mit Nachworten versehen von Walther Harich. I. [–] XV. Band. Weimar, Erich Lichtenstein 1924. Handgebundene ziegelrote Halbmaroquinbände auf drei echten Bünden mit kleiner Vergoldung. Rückentitel, Deckelfileten und Kopfschnitt vergoldet. Zweifarbig handumstochene Kapitale. Schwarz-gold marmorierte Deckelbezüge.

Eins von 1200 Exemplaren auf starkem holzfreiem Papier. – Vollständiges Exemplar der ansprechenden Werksammlung. – »Abgesehen von den Ausgaben von Hirschberg und Frank – die auch Unechtes enthalten – […] die bisher vollständigste« (Voerster). – Die Texte in Fraktur, Nachworte in Antiqua gesetzt. – Schönes Exemplar in schlicht-eleganten Handeinbänden. Unsigniert, aber mit zweifelsfreier Provenienz.

23 : 15 cm.

Voerster A 12

444  Gelber Halblederband von Otto Dorfner (unsigniert)

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 650

mit blauen Glanzpapierdeckelbezügen und ornamental verziertem Rückentitel. – Inhalt: Mystische Dichtung aus sieben Jahrhunderten. Gesammelt, übertragen und herausgegeben von Friedrich Schulze-Maizier. Leipzig, Insel 1925.

Aus der Reihe »Der Dom. Bücher deutscher Mystik«. – Außergewöhnlicher Einband des Weimarer Meisters: Der Rückentitel in Schwarzprägung mit geometrischen Mustern verziert, die Deckel mit blau-metallischen Bezügen. Zweifarbig handumstochene Kapitale. – Mit Schutzpapierumschlag und in Pappschuber, dort von Otto Dorfner beschriftet.

22 : 13 cm. 397, [3] Seiten. – Seitenkante des Hinterdeckels mit winziger Druckstelle.

Sarkowski 1179

445  Rostroter geglätteter Saffianlederband von Otto Dorfner, Weimar (signiert)

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 400

mit vergoldeten Titeln, grün-goldenem Rückenschild, reicher Blindprägung und Kopfschnittvergoldung. – Inhalt: Ein Stammbuch aus vier Jahrhunderten. Leipzig, J. J. Weber 1926. Mit 90 teils farbigen Faksimileblättern.

Eins von 425 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Herausgegeben und mit einem Nachwort von Johannes Hofmann, Direktor der Stadtbibliothek Leipzig. – Kompilation aus einer Vielzahl von Stammbüchern des 16.–19. Jahrhunderts, die ausführlich beschrieben und kunsthistorisch untersucht werden. – Die Kalligraphie des Titelblatts stammt von Walter Tiemann. – Schöner unikater Einband. – Tadellos, mit Schutzpapierumschlag und Schuber, dort von Otto Dorfner beschriftet. – Otto Dorfner hatte sich bereits in seinem ersten Vertrag mit Henry van de Velde, der ihn 1910 an die Kunstgewerbeschule Weimar berief, ausbedungen, neben seiner Tätigkeit für die Hochschule auch stets eigene Arbeiten gestalten, binden und vertreiben zu dürfen.

15,5 : 21,5 cm. [4] Seiten, 90 Tafeln, 64, [4] Seiten. – Die ersten Blätter mit unbedeutender Feuchtigkeitsspur am Unterrand.

446  Schweinslederband von Otto Dorfner, Weimar (signiert),

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

Rückentitel, Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet, Deckel mit reicher Blindprägung. – Inhalt: Friedrich von Schiller. Wallenstein. Mit einer Einführung […] von O. D. Potthoff. Berlin, Askanischer Verlag 1940. Mit zahlreichen, teils montierten Tafeln und Abbildungen.

Erste Ausgabe mit dieser Einleitung »Wallensteins historische Gestalt und Schillers Trilogie«, die fast die Hälfte des Bandes ausmacht. – Opulent ausgestattet, gedruckt auf festem unbeschnittenem Bütten. – Schöner Ganzfranzband, die breiten Innenkanten mit einer umlaufenden vergoldeten Filete. – Mit Schutzpapierumschlag und in Halbleinenschuber, dieser von Otto Dorfner beschriftet »Schiller, Wallenstein, 1/1 Schweinsleder«.

27 : 19 cm. 207, [1], 364 Seiten.

447  Gelber Halbmaroquinhalblederband mit Pergamentdeckeln von Otto Dorfner,

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 360

ornamentale Rückenverzierung in Braun, Rückentitel und Deckelvignette in Silbergrauprägung. – Otto Nagel. Heinrich Zille. Berlin, Henschel 1955. Mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen.

Erste Ausgabe. – Der unsignierte Handeinband von Otto Dorfner veredelt die Gestaltung des Originaleinbandes: Auch hier der Vorderdeckel mit der Signatur des Künstlers, hier in Silbergrau geprägt. – Die Innengelenke sind wie der Rücken aus gelbem Maroquin gearbeitet. – Mit Schutzpapierumschlag. – In samtgefüttertem Schuber mit gelben Lederkanten und grauem Romabütten-Bezug. – Tadellos.

25 : 17 cm. 180, [4] Seiten.

448  Reiher-Verlag – Stille Musik.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 2400

26 Original-Holzschnitte von Alexander Olbricht mit Versen deutscher Dichter. Weimar, Reiher 1922. Mit 13 ganzseitigen und 13 Holzschnitten im Text, davon fünf koloriert. Dunkelblauer Originalsaffianlederband; Deckelbordüren und Zierstücke, Rückentitel, Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: O. Dorfner, Weimar).

Eins von 150 Exemplaren. – Auf Bütten. – Einen Teil der Holzschnitte, die auf der Reiher-Presse gedruckt wurden, kolorierte der Künstler. – Die Einbände fertigte Otto Dorfner, wobei das einzige Vergleichsexemplar, das wir 1994 auf einer Berliner Auktion nachweisen konnten, in Seide gebunden war. – Die feinlinige florale Deckelvignette schwebt förmlich über dem edlen Blauton des geglätteten Leders. – Tadellos erhalten, mit Schutzpapierumschlag und Schuber, dort von Otto Dorfner beschriftet.

22 : 18 cm. [48] Seiten.

449  Alexander Olbricht. Zehn Holzschnitte.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 1500

Um 1923. Ca. 13 : 15 cm (20 : 27 cm). Signiert und mit »Orig.Handdr.« bezeichnet.

Landschaften, wahrscheinlich aus Olbrichts Heimat Thüringen. – Wohl Probeabzüge für eine geplante Publikation im Reiher-Verlag. – Alle auf Japan und in Passepartouts montiert. – Die Passepartouts lose in handgefertigter Halbledermappe: Schwarzer Kalblederrücken mit vergoldetem Titel, grüne Kleisterpapierbezüge und gelbe Schmuckkanten. – Die Mappe fertigte Otto Dorfner, der zusammen mit Alexander Olbricht (1876–1942) und Walter Klemm 1922 den Reiher-Verlag gründete.

35 : 30 cm (Mappe). – Ein Holzschnitt stockfleckig.

Nicht im Kat. Lindenau-Museum

450  Erich Glas. Das Tosa Nikki

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 600

des Ki No Tsuraguki. 23 handkolorierte Steinzeichnungen (Probedrucke) zum Reisetagebuch eines japanischen Gouverneurs aus dem 9. Jahrhundert. 23 kolorierte Lithographien. Ca. 5 : 10 cm. Alle signiert.

Wohl zu einer möglicherweise im Reiher-Verlag geplanten, aber nie realisierten Publikation. – Das farbig kalligraphierte Titelblatt und die 23 kleinformatigen kolorierten und signierten Lithographien auf Japanpapier und in Passepartouts. Die 24 Passepartouts in Halbpergamentkassette (wohl von Otto Dorfner) mit kalligraphiertem Rückentitel und farbigen Japanbezügen. – Erich Glas (1897–1973) studierte 1918 in München bei F. H. Ehmcke und 1919–1921 am Staatlichen Bauhaus in Weimar. Nach dem Vorkurs bei Johannes Itten erhielt er einen Lehrvertrag als Kupferdrucker in der von Walter Klemm geleiteten Druckereiwerkstatt des Bauhauses. Nachdem er 1921 aus dem Bauhaus ausgetreten war, arbeitete er freischaffend und in engem Kontakt zu Walter Klemm, Otto Dorfner, Alexander Olbricht und deren Reiher-Verlag. – Unikates Dokument eines Bauhaus-Künstlers.

17 : 25 cm (Kassette). – Vorderdeckel des Kassette angestaubt, sonst tadellos.