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Rolf Dieter Brinkmann | Hesse-Auktionen
Rolf Dieter Brinkmann

711  Rolf Dieter Brinkmann – Sammlung der Katalognummern 711-736

Schätzpreis/Estimate: € 20000

Zuschlag/Hammerprice: € 16000

Erfolgt auf diese Katalognummer kein Zuschlag, werden die Katalognummern einzeln versteigert.

711*  Rolf Dieter Brinkmann. Ihr nennt es Sprache.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Achtzehn Gedichte. Leverkusen, Klaus Willbrand 1962. Rote Originalbroschur.

Erste Ausgabe der ersten selbständigen Veröffentlichung Brinkmanns. – Texte, Heft 1. – Im Druckvermerk von Brinkmann signiert und nummeriert. – Laut Druckvermerk sollten 500 Exemplare nummeriert und signiert werden, Brinkmann tat dies aus Verärgerung über die zahlreichen Druckfehler nur bei einem kleinen Teil der Auflage und verhinderte die Auslieferung zu Lebzeiten. – Sehr selten.

21 : 20 cm. 29, [3] Seiten. – Rücken leicht verblasst. – Vorsatzblatt mit Widmung.

Seinsoth 1. – Geduldig/Wehebrink 1

712  Rolf Dieter Brinkmann. Le chant du monde.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Gedichte mit Radierungen von Emil Schumacher. Olef, Hagarpresse 1964/65. Mit vier signierten Radierungen. Ziegelroter Originalleinenband mit Rücken- und Deckelschild, in Originalleinenschuber.

Erste Ausgabe. – Exemplar »h.c. 1«, wie die 60 Exemplare der Vorzugsausgabe mit den Radierungen von Schumacher, weitere 100 Exemplare erschienen ohne Radierungen und entsprechend leicht abgewandeltem Titelblatt. – Mit eigenhändiger Widmung und Signatur von Schumacher »Für Werner Schmalenbach, 20.4.67«, rückseitig auf dem Titelblatt. – Gesetzt aus der Garamond und als Blockbuch gedruckt auf der Olefer Hagarpresse. Die Radierungen wurden in der Werkstatt Henner Kätelhön in Wamel auf Velin gedruckt. – »In der Gegenüberstellung von Gedicht und Grafik gehört dieser Lyrikband zu den schönsten Produktionen der sechziger Jahre.« (Udo Seinsoth). – Sehr selten und tadellos erhalten.

25 : 17 cm. [62] Seiten, 4 Radierungen.

Seinsoth 3. – Geduldig/Wehebrink 12. – Katalog Beck & Eggeling S. 20

713  Rolf Dieter Brinkmann. Die Umarmung.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Erzählungen. – Raupenbahn. – Köln, Kiepenheuer & Witsch 1965 und 1966. Schwarze Originaleinbände mit -schutzumschlag.

Erste Ausgaben der beiden ersten Prosaveröffentlichungen Brinkmanns, der mit »Die Umarmung« für lange Jahre zum Autor des renommierten Kiepenheuer-Verlages wurde.

19 : 12 cm. 157, [3] bzw. 201, [3] Seiten. – Schutzumschlag von I hinten minimal fleckig, sonst tadellos erhalten.

Seinsoth 4 und 8. – Geduldig/Wehebrink 33 und 49

714  Rolf Dieter Brinkmann. Drei maschinengeschriebene Briefe mit Unterschrift.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Köln, 26.12.1965 – 15.4.1966.

Einer an den Verleger Paul Eckhardt, zwei an dessen Autorin und wohl auch Lektorin Dorothea Grunenberg. – Nachdem Brinkmanns erste Gedichtsammlungen bei Klaus Willbrand und eine bibliophile Ausgabe mit Radierungen von Emil Schumacher in der Hagarpresse erschienen waren, folgte 1965 die erste Prosaveröffentlichung bei Kiepenheuer und 1966 »Ohne Neger« in Eckhardts Collispresse. – I. Der lange Brief an den Verleger, der 1952 nach Westdeutschland übersiedelt war und 1957 seinen Verlag gegründet hatte, befasst sich mit den Vorstellungen Brinkmanns zu seiner Lyrik »Die Tendenz […], die sich gegen das Gedichtemachen selber wie speziell gegen ein Metapherschustern richtet, ist in dem nun endgültig festgelegten Manuscript ein wenig radikalisiert worden.« Brinkmann geht auch auf vertane Möglichkeiten der Kleinstverlage ein (»Es ist eigentlich merkwürdig, daß gerade kleine Verlage in ihren Publikationen sich weitaus konformistischer geben als die großen bekannten […] Warum? Geschmäcklertum, Kunstgewerbe, lyrisches Posieren, eine Spielkastenpoesie […], die aber dabei noch meint, wild zu sein und die Norm zu brechen, so daß da [eigenhändig ergänzt: ›aber in Wirklichkeit‹] viel zu oft eine Chance seitens der Handpressenverlage vertan wird […]«. Mit einigen eigenhändigen Korrekturen. – II und III. An Dorothea Grunenberg. Über drei zusätzliche Gedichte, die den Umfang auf 18 Texte erweiterten, und die verworfenen Linolschnitte von Esser. – Über eingetretene Verzögerungen und Kontakte zu anderen Autoren (»durch meine Verbindung mit dem Kiepenheuerverlag komme ich ja nun mit verschiedenen jüngeren Autoren zusammen«).

30 : 21 cm. Zusammen vier Seiten. – Mit Faltspuren und Heftlöchern.

715  Rolf Dieter Brinkmann. Ohne Neger.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Gedichte 1965. Hommerich, collispress Paul Eckhardt 1966. Originalbroschur mit -umschlag und Deckelschild.

Erste Ausgabe. – Eins von 150 nummerierten Exemplaren. – Handsatz und Handpressendruck, als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Mit einer ganzseitigen Originalcollage, von Brinkmann monogrammiert und datiert »67«, darüber eigenhändige Widmung Brinkmanns »für Jörg Schröder etc. zum 29.7.67 […]«. – Unikates Exemplar der seltenen Ausgabe.

28 : 14 cm. [26] Seiten. – Umschlag teils leicht verfärbt, die obere Ecke des Vorderdeckels minimal geknittert.

Seinsoth 6. – Geduldig/Wehebrink 37. – Spindler 2.82

716  Rolf Dieter Brinkmann. &-Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Berlin, Oberbaumpresse 1966. Mit Illustrationen von M. Dürschlag. Originalbroschur mit rotem -umschlag.

Erste Ausgabe. – Erster Druck der Oberbaumpresse. – Eins von 250 Exemplaren (Gesamtauflage 280). – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Sehr selten.

30 : 21 cm. [2], 16, [2] Seiten. – Rücken etwas verblasst, sonst sehr schön.

Seinsoth 7. – Geduldig/Wehebrink 44. – Spindler 18.1

717  Rolf Dieter Brinkmann. Was fraglich ist wofür. – Die Piloten. – Gras.

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Köln, Kiepenheuer & Witsch 1967–1970. Originalbroschuren und ein Originalleinenband, alle mit illustriertem -umschlag. – Ein Widmungs- und ein signiertes Exemplar.

Erste Ausgabe der Gedichtsammlungen. – I auf dem Vortitel vom Dichter signiert, II mit eigenhändiger monogrammierter Widmung »Herrn Meisel vielen Dank für den Besuch«. – I:Enthält auch einige Gedichte, die zuvor nur in den Kleinstauflagen der Pressendrucke veröffentlicht waren, hier teils in veränderten Fassungen. – II: Illustriert mit zwei Auszügen aus Joe Brainnards-Comics, der Schutzumschlag nach einer Collage des Verfassers. »Dieser Gedichtband zeigt die Faszination Brinkmanns für die amerikanische Pop- und Undergroundszene. In der berühmten ›Notiz‹ als Vorwort zu ›Piloten‹ charakterisiert R. D. Brinkmann den westdeutschen Literaturbetrieb unversöhnlich so: ›Die Toten bewundern die Toten! Gibt es etwas, das gespenstischer wäre, als dieser deutsche Kulturbetrieb mit dem fortwährenden Ruf nach Stil etc.?‹« (Seinsoth). – III: In »Gras« » […] spiegelt sich deutlich die Absage an die bürgerliche Literatur-Tradition. Brinkmann orientiert sich an amerikanischen Vorbildern wie Frank O’Hara und William S. Burroughs.« (Seinsoth).

Seinsoth 9, 15 und 17. – Geduldig/Wehebrink 52, 79 und 133

718  Rolf Dieter Brinkmann. Godzilla.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Mit einer Handzeichnung von Karl Heinz Krüll. Köln, Hake 1968. Mit 22 farbigen Bildtafeln mit Text und zwei Porträts. Weiße Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Tangenten, Band 9. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der signierten Originalzeichnung (Gesamtauflage 200). – Die Zeichnung in Schwarz und Lila sowie rotem Kugelschreiber auf einer losen, im Buch nicht verwendeten Bildtafel. – Brinkmanns Gedichte wurden über die Abbildungen gedruckt, die Ausschnitten aus Plakaten oder Modekatalogen gleich, »kitschige Bikini-Schönheiten der sechziger Jahre« zeigen. – Sehr seltene Brinkmann-Ausgabe mit »deutlichem Anklang an die Pop-Art« (Udo Seinsoth). – Hervorragend erhalten.

20 : 20 cm. [30] Blätter, davon 22 Bildtafeln, 1 lose Zeichnung.

Seinsoth 10. – Geduldig/Wehebrink 62. – Spindler 158.15

719  Rolf Dieter Brinkmann. Keiner weiß mehr.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Roman. Köln und Berlin, Kiepenheuer & Witsch 1968. Originalpappband mit -schutzumschlag. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe von Brinkmanns erstem Roman, »der bis heute noch sperrig und provozierend in der westdeutschen Literatur steht« (Nicolas Born, zitiert nach Seinsoth). – Mit eigenhändiger Widmung »Mit frdl. Gruß & hoffentlich Spaß beim Lesen der langen Sätze, die philolog. gar nicht so uninteressant sind, oder? Ihr R. D. Brinkmann«. – »Zugleich demonstriert dieser zynische Monolog aus männlicher Sicht die Grenzen jener re-privatisierenden Erzählkunst, die sich neu-naturalistisch gebärdet und jenseits alle Tabus stellt. ›Ein einziger Satz / oder gleich / mehrere. Hintereinander. Ein ganzes Blumenbeet. Und wieder Sätze. / Andere. Andere Blumen‹, heißt es, vielleicht programmatisch, im Band Gedichte ›Was fraglich ist wofür‹ (67)« (Franz Lennartz, Dt. Schriftsteller des 20. Jahrhunderts im Spiegel der Kritik, I, 279).

19 : 12 cm. 307, [1] Seiten. – Schutzumschlag mit zwei winzigen hinterlegten Randeinrissen. – Seitenschnitt mit Braunfleck und einigen Spritzern, davon auch 3 Blätter betroffen, u. a. das Widmungsblatt.

Seinsoth 11. – Geduldig/Wehebrink 66

720  Rolf Dieter Brinkmann. Standphotos.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Vier zweiteilige Farbätzungen von Karolus Lodenkämper. Duisburg, Guido Hildebrandt 1969. Mit vier signierten, jeweils zweiteiligen Farbätzungen. Originalbroschur mit weißem Folienumschlag, im Originalschuber.

Hundertdruck VI. – Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Dichter signiert und nummeriert, jede der vier, jeweils in zwei Farbstellungen gedruckten, Farbätzungen wurde vom Künstler signiert, die erste nummeriert. – »Vollends ästhetizistisch geriet ›Standphotos‹, großformatig und gefertigt aus transparenter PVC-Folie. Die Texte verschwimmen mit den Radierungen von Karolus Lodenkämper abgestuft ineinander. Dermaßen geschmackvoll verpackt wird Lyrik wieder zu einer esoterischen Angelegenheit. Um so überraschender, daß einige der hier enthaltenen Gedichte zu den freundlichsten und entspanntesten gehören« (Otto F. Riewoldt in KLG). – Die acht Farbätzungen und die 13 Textseiten wurden auf transparente Folien gedruckt. – Eine der seltensten Brinkmann-Editionen und einer der gesuchtesten Hundertdrucke.

40 : 27 cm. 13 Textfolien, 8 mit Radierungen. – Die weiße Umschlagfolie wie bei allen Exemplaren etwas kleiner als die Buchhöhe, da keine breitere zur Verfügung stand. – Buchblock wie meist vom Umschlag gelöst.

Seinsoth 16. – Geduldig/Wehebrink 128. – Spindler 157.6

721  Rolf Dieter Brinkmann – Vollrath Kluge. Rolf Dieter Brinkmann

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

und andere. Zwölf Fotografien. Um 1969. 20,5 : 25,5 cm.

Laut einem beiliegenden Brief der Witwe des Verlegers vom 7. 2. 1990 entstanden die Fotos im Zusammenhang mit der Publikation »Standphotos«, die 1969 im Guido Hildebrandt Verlag erschien, beim Signieren der Bücher im Hause Hildebrandt und einer Lesung in der Atlantis Buchhandlung. Die Aufnahmen zeigen außer dem Dichter den beteiligten Künstler Karolus Lodenkämper, den Verleger Hildebrandt und den Besitzer der Atlantis Buchhandlung Kurt Selbiger. – Die Abzüge dienten Udo Seinsoth 1990 als Reproduktionsvorlagen für seinen Brinkmann-Katalog. – Beilagen: Brief von Hannelore Hildebrandt, drei Farbfotografien von Brinkmanns Wohnhaus in Vechta sowie ein Exemplar des Seinsoth-Kataloges.

722  Rolf Dieter Brinkmann. Aus dem Notizbuch 1972, 1973 Rom Worlds End.

Schätzpreis/Estimate: € 120

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Rom, Villa Massimo 1973. Mit Abbildungen nach Fotografien. Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – Eins von 500 Exemplaren. – Seltener Vorabdruck aus den Rom-Tagebüchern, die während Brinkmanns Aufenthalt in der Villa Massimo entstanden. Die hier erstmals verwendete Typoskript-Foto-Collagentechnik entwickelte der Verfasser in späteren Publikationen weiter.

21 : 16 cm. [24] Seiten.

Seinsoth 18. – Geduldig/Wehebrink 156

723  Rolf Dieter Brinkmann. Vier eigenhändige Postkarten.

Schätzpreis/Estimate: € 800

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Rom, Texas und Cambridge, 2. 8. 1973 – 20. 4. 1975.

Die erste an den Kölner Sammler und Antiquar Horst Nibbe, die übrigen an den dortigen Verleger Klaus Willbrand, der 1962 Brinkmanns Erstling verlegte. – I. Während seines Stipendiats in der Villa Massimo: »Die Hitze ist tagsüber schwer zu ertragen, und noch schwieriger sind die blöden deutschen Künstler zu ertragen. […] Die italienischen-römischen Mädchen haben prächtige volle Hintern und weiche runde Titten, sehr schön zum Anschauen – mehr ist nicht drin. […] Rom ist eine Totenstadt, doch nicht so streßhaft wie Köln.« – II. II. Aus Texas: »USA ist im Süden eine Wüste / ich lehre hier eine Anzahl wilder Gedanken / die Bravheit, hier, wie in BRD ist zum Kotzen.« – III und IV. Von seiner Lesereise nach London: »Freier, selbstverständlicher sind sie hier […] und humaner«. – »Lieber Klaus, die große Lesung ist vorbei […] eine Starlesung, Flutlicht, BBC-TV, & ich habe meine Sache in meinem Stil vorgetragen, der voll Energie durch den Saal gezogen ist, die danach kamen hattens schwer. […] An Köln denke ich mit sehr gemischten Gefühlen, total durcheinander in der Beziehung / Mit den Amerikanern, z.B. Ashbery, kam ich viel besser aus / BRD akzeptiert so wenig«.

Ca. 10 : 14 cm. Je eine Seite.

724  Rolf Dieter Brinkmann. Westwärts 1&2.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Gedichte. Reinbek, Rowohlt 1975. Mit zahlreichen Abbildungen nach Fotografien. Illustrierte Originalbroschur.

Erste Ausgabe. – das neue buch, 63. – Brinkmanns letzter noch von ihm selbst konzipierte Gedichtband, für den er im Erscheinungsjahr posthum den erstmals vergebenen Petrarca-Preis erhielt. – Dazu: Rom. Blicke. Reinbek 1979. – Der Film in Worten. Prosa, Erzählungen, Essay, Hörspiele, Fotos, Collagen. 1965–1974. Reinbek 1982. – Erkundungen für die Präzisierung des Gefühls für einen Aufstand: Träume. Aufstände/Gewalt/Morde. Reise/Zeit/Magazin. Tagebuch. Reinbek 1987. – Schnitte. Reinbek 1988. – Alle mit zahlreichen Abbildungen nach Fotografien. Illustrierte Originalbroschuren. Erste Ausgaben. – Posthum erschienene Brief-, Skizzen- und Materialsammlungen, auch als »Tagebuchprojekt« bezeichnet. Unter anderem zu seinem Aufenthalt als Villa Massimo-Stipendiat in Rom 1972/73 (siehe auch KatNr. 722).

19 : 12 cm. 183, [3] Seiten, 12 Tafeln. – Hinterdeckel mit Eckknick.

Seinsoth 19, 21, 23, 27 und 28. – Geduldig/Wehebrink 158, 446, 465, 472 und 475

725  Rolf Dieter Brinkmann. Sechs Erstausgaben.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Meist Reinbek, Rowohlt 1985–2010. Originaleinbände.

I. Erzählungen. 1985. Originalleinenband mit -schutzumschlag. Enthält auch sechs bis dahin unveröffentlichte Erzählungen aus den Jahren 1959–1961. –
II. Eiswasser an der Guadelupe Str. 1985. Originalpappband mit montiertem Deckelbild. Eins von 1500 Exemplaren. Erschien nach dem Manuskript von 1974 anlässlich des 10. Todestages. – III. Rolltreppen im August. Gedichte. Berlin (Ost), Volk und Welt 1986. Erste Veröffentlichung von Brinkmann-Texten in der DDR. – IV. Stoppelmarkt. Edition Rauschenbach 1996. Eins von 20 Exemplaren. Seltene erste Einzelausgabe, der Text erschien zuvor nur einmal 1966 in der Festschrift für Jospeh Caspar Witsch. – V. Briefe an Hartmut. 1974–1975. Mit einer fiktiven Antwort von Hartmut Schell. 1999. – VI. Vorstellung meiner Hände. Frühe Gedichte. Herausgegeben von Maleen Brinkmann. 2010. – Dazu: Sechs Beigaben (darunter drei Übersetzungen von Werken Brinkmanns, G./W. 547, 548 und 597).

I–III: Seinsoth 24, 25, 26. – Geduldig/Wehebrink 470, 466, 471

726  Rolf Dieter Brinkmann – Der Gummibaum.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Hauszeitschrift für neue Dichtung. Nr. 1, 2 und 3. Köln (Heft 3: Frankfurt) 1969–1970. Mit einigen Illustrationen von Exit [Berndt Höppner]. Klammergeheftete illustrierte Originalbroschuren.

Vollständige Folge der drei Hauptausgaben, 1970 erschien noch eine Sonderausgabe. – Von den Originaltyposkripten hektographiert. – Heft 1 wurde von Brinkmann herausgegeben, die weiteren von Rolf-Eckart John bzw. R.-R. Rygalla. Alle drei Hefte enthalten Erstdrucke von Brinkmann. – Die angegebene Auflage von 400 Exemplaren wurde wohl nie erreicht, da die verwendeten Matrizen vorher abgenutzt waren und (in diesem Fall glücklicherweise) die Nachfrage zu gering war. – Neben den Beiträgen der Herausgeber finden sich Texte von Nicolas Born, Dieter Wellershoff, Max Jacob, Peter Handke, Frank O’Hara, Linda Pfeiffer u.v.a. – Dazu: Der fröhliche Tarzan. Eine neue Zeitschrift für Dichtung aus Köln. Herausgegeben von Rolf Eckart John. Hefte 1, 4, 6 und 7. Köln 1970–1973. Mit Illustrationen, meist von Berndt Höppner. Hektografierte Blätter, klammergeheftete Originalbroschuren. Eins von 600 Exemplaren, wobei auch hier die tatsächliche Auflagenhöhe wohl niedriger gewesen sein dürfte. Mit vier Erstdrucken von Brinkmann in Heft 1. Laut Udo Seinsoth erschienen neun Hefte und ein Sonderdruck.

30 : 21 cm. Je ca. 40 unnummerierte Blätter. – Umschlagillustration von Heft 1 eigenhändig (?) bezeichnet von/mit »R. D. Brinkmann«.

Seinsoth 29–31 und 51. – Vgl. Geduldig/Wehebrink 431 und 381

727  Rolf Dieter Brinkmann – ACID.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Neue amerikanische Szene herausgegeben von R. D. Brinkmann und R. R. Rygulla. Darmstadt, März 1969. Mit zahlreichen Illustrationen nach Zeichnungen, Fotografien und Collagen. Schwarze Originalbroschur mit Ausstanzungen.

Erste Ausgabe. – Exemplar der ersten Bindequote, nach Angaben des März-Verlegers Jörg Schröder begründete erst die zweite Bindequote das dann verlagstypische Gelb. – »Gilt als die bedeutendste Anthologie der amerikanischen Pop- und Underground-Szene. Mit Beiträgen von Charles Bukowski, William S. Burroughs, Ted Berrigan, Andy Warhol u. v. a. – Das ursprünglich beigelegte Inhaltsverzeichnis hier am Ende eingeklebt. – Dazu: Frank O’Hara. Lunch Poems und andere Gedichte. Aus dem Amerikanischen übersetzt und herausgegeben von Rolf Dieter Brinkmann. Köln, Kiepenheuer & Witsch 1969. Originalbroschur. Erste deutsche Ausgabe. – Silver Screen. Neue amerikanische Lyrik herausgegeben von Rolf Dieter Brinkmann. Köln, Kiepenheuer & Witsch 1969. Mit Abbildungen nach Fotografien. Originalbroschur mit illustriertem -umschlag. Erste deutsche Ausgabe. Mit der 32seitigen Einleitung »Notizen 1969« und Beiträgen von Ted Berrigan, Charles Bukowski u. a. – Eine Beigabe.

28 : 21 cm. 419, [5] Seiten. – Umschlag mit Knickspuren.

Seinsoth 34 sowie 33 und 36. – Geduldig/Wehebrink 423 sowie 433 und 439

728  Rolf Dieter Brinkmann – ACID.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Neue amerikanische Szene herausgegeben von R. D. Brinkmann und R. R. Rygulla. Darmstadt, März 1969. Mit zahlreichen Illustrationen nach Zeichnungen, Fotografien und Collagen. Gelbe Originalbroschur mit Ausstanzungen.

Bindequote innerhalb der Erstausgabe, nun in dem verlagstypischen Gelb gebunden. – Dazu: Vier weitere März-Publikationen, herausgegeben, übersetzt und mit Beiträgen von Brinkmann: März-Texte 1. 1969. – Trivialmythen. 1970. – Ted Berrigan. Guillaume Apollinaire ist tot. Gedichte, Prosa, Kollaborationen. 1970. – ACID. 1975. Verkleinerte, aber inhaltlich erweiterte Neuausgabe. – Alle in gelber Originalbroschur.

28 : 21 cm. 419, [5] Seiten. – Umschlag mit zwei Einrissen, einigen Knick- und Feuchtigkeitsspuren, die Beigaben sehr gut erhalten.

Seinsoth 35 sowie 49, 50 und 38. – Geduldig/Wehebrink 423 sowie 372, 395, 445 und 424

729  Rolf Dieter Brinkmann. Neun Erstdrucke

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

in Almanachen und Anthologien. Köln u. a. 1962–1981.

Die Bootsfahrt. In: 19 deutsche Erzählungen. Köln 1962. Brinkmanns erste Prosaveröffentlichung. – Am Hang. In: Porträts. 28 Erzählungen über Menschen unserer Tage. Berlin u. a. 1967. – London: Picadilly Circus. In: Straßen und Plätze. Gütersloh 1967. – Flickermaschine. In: Supergarde. Prosa der Beat- und Pop-Generation. Düsseldorf 1969. – Über Lyrik und Sexualität. In: Streit Zeit Schrift. Heft VII/1. Pornografie. Dokumente, Analysen, Fotos, Comics. Frankfurt 1969. – Auf der Schwelle. In: wdr-Hörspielbuch 9. Köln 1971. Enthält je einen Text von Enzensberger, Brinkmann, Heißenbüttel und Ror Wolf, im Inhaltsverzeichnis von den beiden letzteren signiert. – Briefauszug und Gedicht. In: Petrarca-Preis 1975–1979. München 1980. – Rom, Blicke (Auszug). In: Literaturmagazin 10. Vorbilder. Reinbek 1979. – Vier Gedichte- Ortszeiten. In: Text + Kritik 71. München 1981. Erste umfassende Würdigung des Gesamtwerks von R. D. Brinkmann, mit einigen Erstdrucken aus dem Nachlass. – Dazu: Vorabdrucke in: Lit. Das Literatur-Magazin im Verlag Kiepenheuer. Ausgaben 1-4 und 6. Köln 1968–1971.

Seinsoth 41, 44, 45, 47, 48, 52, 58, 59 und 60

730  Rolf Dieter Brinkmann – Oberbaum Linkeck Almanach.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Berlin, RKL Presse 1968. Hektografierte, faksimilierte und gedruckte Blätter. Illustrierte Originalbroschur.

Enthält den Erstdruck eines Briefes von Brinkmann an H. Sander, in dem er gegen die Ausstattung des Gedichtsbandes »&-Gedichte« polemisiert. – Enthält auch Gedichte aus dieser frühen Publikation. – Der Almanach enthält außerdem fast alle Oberbaum-Blätter (Flugblätter, Pamphlete, Auszüge aus Underground-Zeitschriften) sowie Beiträge von Peter Handke, Rudi Dutschke, Che Guevara, Malcom X, Ralf-Rainer Rygulla u. a. – Sehr selten. – Dazu: Das Volk der Frühgeburten und andere schöngeistige Organismen. Ohne Ort und Jahr. Mit zahlreichen ganzseitigen Illustrationen. Farbig illustrierte Originalbroschur. Für uns bibliographisch nicht nachweisbares Comicbuch, wohl im Umfeld der Kölner Underground-Publikationen entstanden. Mit Comic-Strips von Esknew T., Coillen, Dieter Schäfer, Barbe u. a. und literarischen Beiträgen von Brian Patten, E. Sinzig, Helmut Pieper, Franz Mon, Konrad Bayer u. v. a.

30 : 21 cm. 49 unnummerierte Blätter. – 30 : 21 cm. 44, [28] Seiten.

Seinsoth 46. – Geduldig/Wehebrink 513

731  Rolf Dieter Brinkmann. Vier Erstdrucke in Almanachen und Zeitschriften.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

1966–1972. Originalbroschuren.

I. Vier Gedichte. In: Lyrische Hefte 25. Köln 1966. – II. 5 Leute = 5 Teller. In: Bügelfrei 11/12. Krefeld 1968. – III. Gedicht über 4 Fische (Gemeinschaftsarbeit mit Rygulla und John). In: Akzente 2/70. Köln 1970. – IV. Auf der Schwelle. In: Akzente 2/1972. Köln 1972. – Dazu: Fünf Publikationen mit Beiträgen von Brinkmann und eine Dublette von IV.

Alle nicht bei Seinsoth. – Geduldig/Wehebrink 326, 342, 385 und 407

732  Rolf Dieter Brinkmann. Sieben Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

In: Akzente. Zeitschrift für Literatur. Heft 1/68. Sonderdruck. München, Carl Hanser 1968. Originalbroschur. – Widmungsexemplar.

Als Sonderdruck neben der Auflage sehr selten. – Erstdrucke. – »Das Gedicht ›Suppe für Maleen‹ wurde nur hier veröffentlicht. Bei den anderen Gedichten handelt es sich um einen Vorabdruck aus dem Band ›Die Piloten‹« (G./W.). – Mit eingeklebtem, eigenhändigem Widmungsblatt des Dichters »Für Prof. Dr. Brüggemann Mit freundlichen Grüßen! Ihr R. D. Brinkmann« und Eingangsnotiz des Empfängers. – Beilage: Ausschnitt aus einem Programmzettel mit Hinweis auf eine Brinkmann-Lesung, von Brinkmann »Mit frdl. Grüßen« und signiert.

22 : 14 cm. Seiten 59-67.

Geduldig/Wehebrink 350

733  Rolf Dieter Brinkmann. Gedichte.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Was fraglich ist wofür. Die Piloten. Gras. Mit einem Nachwort von Nicolas Born. Köln, Kiepenheuer & Witsch 1979. Mit einigen ganzseitigen Illustrationen nach Comics. Roter Originalleinenband mit goldgeprägten Titeln »Lyrikband«.

Erste Ausgabe, eins von wahrscheinlich nur einem Dutzend Belegexemplaren. – Diese Zusammenstellung der drei Kiepenheuer-Gedichtbände durfte, nachdem Brinkmann kurz vor seinem Tod zu Rowohlt gewechselt war, nicht mehr in seinem erstem Hausverlag erscheinen. Bis auf wenige Vertreterexemplare wurde die bereits in der Verlagswerbung angekündigte Auflage eingestampft. – Das vorliegende Exemplar erwarb Udo Seinsoth 1990 von dem legendären Kiepenheuer-Vertreter Ortwin Rüttger, den seine Frau überzeugte, das Buch doch an einen »Sammler, der auch Antiquar ist« zu verkaufen. – Das für den Schutzumschlag vorgesehene Fotomotiv liegt als Postkarte gedruckt ebenfalls bei. – Dazu: Standphotos. Gedichte 1962–1970. Reinbek, Rowohlt 1980. Mit Illustrationen nach den Erstausgaben. Illustrierte Originalbroschur. Erste Ausgabe dieser Sammlung. Erschien als erster einer dreibändig konzipierten Werkausgabe der Gedichte Brinkmanns. Mit einer editorischen Notiz von Maleen Brinkmann, der Witwe des 1975 verunglückten Dichters.

22 : 13 cm. 236 Seiten.

Nicht bei Seinsoth und Geduldig/Wehebrink, Beigabe: Seinsoth 22

734  Rolf Dieter Brinkmann – Briefe an Hans Bender.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Unter redaktioneller Mitarbeit von Ute Heimbüchel herausgegeben von Volker Neuhaus. Köln 1984. Mit einer signierten Radierung von Willy Meyer-Osburg und Tafeln mit Porträts und Faksimiles. Originalleinenband.

Eins von 28 römisch nummerierten Exemplaren, wie die 100 Vorzugsexemplare mit der beigelegten Radierung »Hans Bender« von Willy Meyer-Osburg (signiert und nummeriert). – Die Festschrift für den Herausgeber und Schriftsteller Hans Bender zu dessen 65. Geburtstag enthält u. a. vier Erstdrucke von Briefen, die Brinkmann wegen Publikationen in der Zeitschrift »Akzente« an deren Mitbegründer schrieb.

26 : 20 cm. 236 Seiten.

Geduldig/Wehebrink 516–519

735  Rolf Dieter Brinkmann

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

– 16. April 1940 – 23. April 1975 – zum 50. Geburtstag. Bremen, Antiquariat Beim Steinernen Kreuz 1990. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur.

Eins von 45 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit zwei beigelegten Porträtfotografien von Brinkmann, fotografiert von Vollrath Kluge. – Der bekannte Katalog enthält einige unveröffentlichte Texte Brinkmanns, Beiträge von Heinrich Vormweg, Uli Becker und Udo Seinsoth sowie die von ihm erstellte Bibliographie. – Dazu: Etwa 15 Titel Sekundärliteratur zu Brinkmann sowie einige Bild- und Tondokumente (MC, CD, VHS-Video). – Briefe an Udo Seinsoth im Zusammenhang mit dem Katalog (Konzeption, Kritiken, Bestellungen etc., u. a. von Maleen Brinkmann, der Witwe des Dichters.

24 : 17 cm. 57, [3] Seiten.

736  Rolf Dieter Brinkmann.

Schätzpreis/Estimate: € 50

Zuschlag/Hammerprice: € siehe 711

Klassiker des modernen Gedichts. Medaille. Feinsilber, 3,5 cm Durchmesser. 2000. In Etui.

Eins von 300 Exemplaren. – Ediert im Auftrag der Volksbank Vechta in der Reihe »Vechtaer Profile« anlässlich des 60. Geburtstages von Rolf Dieter Brinkmann. – Mit dem Zertifikat und der Würdigung des Dichters von Gunter Geduldig. – Beigabe: Eiswasser. Zeitschrift für Literatur. Herausgegeben im Auftrag der Rolf Dieter Brinkmann-Gesellschaft. Sieben Hefte, darunter das erste Heft von 1994 sowie die als Jahresgaben der Gesellschaft vertriebenen.