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KATALOG 1 : SLG. ACHILLES-STIFTUNG | Hesse-Auktionen
KATALOG 1 : SLG. ACHILLES-STIFTUNG

1  Doves Press – John Milton. Paradise regain’d.

€ 5000

A Poem in IV Books to which are added Samson Agonistes & Poems, both English and Latin compos’d on several Occasions. Hammersmith 1905. Roter Originalmaroquinband mit reicher ornamentaler Rücken- und Innenkantenvergoldung, vergoldeten Deckel- und Stehkantenfileten sowie Schnittvergoldung (signiert: Frieda Thiersch). Im Schuber.

Eins von 22 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Pergament. Es erschienen weitere drei Pergamentexemplare mit vergoldeten Initialen und 300 Exemplare auf Bütten. – Mit zahlreichen großen in Rot gedruckten Initialen, so auch einige Textpassagen. Einige Textstellen in der griechischen Type von Selwyn Image. – Ehemals Sammlung Ernst Kyriss, mit dessen Monogrammstempel auf dem Vorsatzblatt.

23,4 : 16,5 cm. [6], 343, [7] Seiten.

Tidcombe DP 7. – Tomkinson 54, 5

2  Doves Press – Thomas James Cobden-Sanderson. Credo.

€ 5000

Pleni sunt coeli et terra gloria tua. Hammersmith 1908. Ziegelfarbener Originalecrasélederband. Deckelvignette, Titel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Buchschnitt vergoldet (signiert: The Doves Bindery).

Eins von zwölf Exemplaren auf Pergament. Zusätzlich wurden 250 Exemplare auf Bütten gedruckt. – »Credo«, »a statement of his philosophical beliefs« (Tidcombe S. 51) entstand im Herbst 1906, als Cobden-Sanderson beschloss, sich von Emery Walker, dem Mitbegründer und Drucker der Presse, zu trennen, und während des Engagements Cobden-Sandersons für die englische Frauenbewegung, besonders angefacht durch die Inhaftierung seiner Ehefrau Annie. – Bereits 1906 hatte Cobden-Sanderson sein »Credo« in wenigen Exemplaren als Einblattdruck abgezogen. 1907 druckte er »a small number of copies in small octavo for his family and friends«, die meisten dieser wenigen Exemplare wurden zerstört. Die hier vorliegende Auflage differiert geringfügig von diesem Druck. – Eingeleitet und beschlossen mit dem Zitat aus dem »Sanctus« der lateinischen Messe. Nur bei den Pergamentexemplaren wurden diese beiden Doppelzeilen in Rot gedruckt. – Mit dem Besitzvermerk von Heinrich Stinnes (1867–1932), dessen legendäre Sammlung von Graphiken und Büchern des 19. und 20. Jahrhunderts nach seinem Tod durch die Nachkommen in mehreren Auktionen versteigert wurde. Neben dem ausladenden Namenszug auf dem ersten Vorblatt mit seinen Bleistift-Anmerkungen zur Auflage unter dem Druckvermerk.

16,5 : 11,5 cm. [4], [8], [6] Seiten. – Rücken minimal verblasst. Deckel mit schwachen (Stock)Flecken.

Tidcombe DP 16. – Tomkinson 55, 16 (nennt irrtümlich erst 1909 als Erscheinungsjahr)

3  Doves Press – Johann Wolfgang von Goethe. Die Leiden des jungen Werther.

€ 1500

Hammersmith 1911. Flexibler Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (signiert: The Doves Bindery).

Eins von 200 Exemplaren auf Bütten, daneben wurden 25 Exemplare auf Pergament gedruckt. – Druck in Rot und Schwarz mit zwei großen Initialen in Rot. – Aufgrund des großen deutschen Interesses an den Luxusdrucken der Presse edierte Cobden-Sanderson im Laufe der Jahre sechs deutschsprachige Goethe-Drucke: 1906 und 1910 die beiden Teile des »Faust«, 1911 »Die Leiden des jungen Werther«, 1912 »Iphigenie auf Tauris«, 1913 »Torquato Tasso« und schließlich als einen der letzten Drucke der Presse 1916 die »Auserlesenen Lieder, Gedichte und Balladen«.

23,6 : 17,0 cm. [8], 187, [11] Seiten.

Tidcombe DP24. – Tomkinson 56, 26

4  Doves Press – Johann Wolfgang von Goethe. Iphigenie auf Tauris.

€ 12000

Ein Schauspiel. Hammersmith 1912. Hellroter Originalmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeten Fileten auf Rücken, Deckeln, Steh- und Innenkanten sowie teils gepunzter Schnittvergoldung (signiert: The Doves Bindery 19 C – S 12).

Eins von 20 Exemplaren auf Pergament. Daneben wurden weitere zwölf Pergamentexemplare mit vergoldeten Initialen und 200 Exemplare auf Bütten gedruckt. – Satzanordnung von William Jenkins, gedruckt von H. Gage-Cole und Albert Lewis. – Titel, Personen, Regieanweisungen und die Akt- und Szenentitel wurden in Rot gedruckt. – Der Text folgt – wie alle Goethe-Drucke der Presse – der Weimarer Ausgabe, die 1887–1919 erschien und nach der Herausgeberin, der Großherzogin Sophie von Sachsen auch als »Sophienausgabe« bezeichnet wird. – Die Pergamentexemplare wurden ausschließlich durch die Doves Bindery gebunden und zum schon damals stolzen Preis von etwa 10–25 Pfund verkauft. – Exlibris Lucy Spiegl.

23,5 : 16,8 cm. [8], 110, [10] Seiten. – Rücken kaum merklich aufgehellt.

Tidcombe DP 28. – Tomkinson 57, 30

5  Doves Press – Johann Wolfgang von Goethe. Torquato Tasso.

€ 15000

Ein Schauspiel. Hammersmith 1913. Hellroter Originalmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und Rücken-, Deckel-, Steh- und Innenkanten- sowie teils gepunzter Schnittvergoldung (signiert: The Doves Bindery 19 C – S 13).

Eins von zwölf Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe auf Pergament mit sieben vergoldeten Initialen. Zudem wurden weitere 15 Pergamentexemplare ohne Vergoldung und 200 Exemplare auf Bütten gedruckt. – Satzanordnung von William Jenkins, gedruckt von H. Gage-Cole und Albert Lewis. – Die Initialen wurden von Graily Hewitt handvergoldet. – Titel, Personen, Regieanweisungen und der Akt- und Szenentitel wurden in Rot gedruckt. – Der Text folgt der Weimarer Ausgabe.

23,5 : 16,8 cm. [6], 163, [13] Seiten. – Rücken unmerklich aufgehellt. Vergoldung auf dem Vorderdeckel mit zwei winzigen Fehlstellen.

Tidcombe DP 31. – Tomkinson 34

6  Doves Press – John Keats. [Selections]. 1914.

€ 10000

Selected, arranged, and printed at The Doves Press. Hammersmith [1915]. Roter Maroquinband mit reicher ornamentaler Rücken- und Innenkantenvergoldung. Deckel- und Stehkantenfileten sowie Buchschnitt vergoldet (signiert: Frieda Thiersch).

Eins von zwölf Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Pergament. Weitere 200 Exemplare wurden auf Bütten gedruckt. – Druck in Rot und Schwarz. – Mit einer Danksagung an J. W. Mackail, der die späten Editionen der Presse (Wordsworth, Shelley, Keats) korrigierte; »has saved me from many an error and oversight« (Druckvermerk). – Charles F. Carter hatte sich eine Kleinoktavausgabe von Keats Dichtungen gewünscht, Cobden-Sanderson lehnte dies aber mit Hinweis auf die Größe der Doves-Type (»my only fount«) bedauernd ab. – Ehemals Sammlung Ernst Kyriss, mit dessen Monogrammstempel auf dem Vorsatzblatt.

23,4 : 16,7 cm. [6], 203, [9] Seiten.

Tidcombe DP 36. – Tomkinson 58, 45

7  Florence Press – Robert Louis Stevenson. Virginibus puerisque

€ 1500

& other Papers. With twelve illustrations in colour after designs by Norman Wilkinson. London, Chatto & Windus 1910. Mit zwölf Farbtafeln nach Aquarellen. Originalpergamentbroschur mit vergoldeten Titeln und grünen Schließbändern.

Eins von zwölf Exemplaren auf Pergament, von denen zehn in den Handel kamen. Weitere 250 Exemplare wurden auf Aldwych Handpapier gedruckt. – Die 1908 von den beiden Verlegern Chatto und Windus gegründete Presse ließ ihre Bücher auf anderen Handpressen drucken, die ersten zwölf Editionen auf der Arden Press in Letchworth. – Für alle Drucke wurde die »Florence Press Type« verwendet, die Herbert P. Horne nach alten italienischen Schriften im Auftrag der Presse gezeichnet hatte.

26,2 : 19,8 cm. [12], 120, [4] Seiten. 12 Tafeln. – Ein Seidenpapiervorblatt leicht geknickt.

Tomkinson 85, 6

8  Golden Cockerel Press – Geoffrey Chaucer. Troilus and Criseyde.

€ 3000

Edited by Arundell del Re with Wood Engravings by Eric Gill. Berkshire 1927. Mit Holzschnitttitel, neun -illustrationen, zahlreichen -bordüren und farbigen -initialen. Halblederband mit Buntpapierdeckelbezügen (signiert: Sargorski & Sutcliffs, London).

50. Druck der Golden Cockerel Press. – Eins von 225 Exemplaren. Die ersten sechs Exemplare wurden auf Pergament gedruckt. – Auf Kelmscott hand-made paper. – Von Eric Gill stammt der gesamte Buchschmuck der Ausgabe: Titel und Zwischentitel, fünf blattgroße und vier kleinere Holzschnitte sowie 60, mehrfach wiederholte figürliche Bordüren auf allen Textseiten. Die Initialen wurden in Blau und Rot gedruckt. – Ende der 1920er Jahre erschienen die großen Illustrationsfolgen von Eric Gill: Chaucers »Troilus« folgten 1929 auch dessen »Canterbury Tales«, 1931 druckte Harry Graf Kessler das »Canticum Canticorum« und 1933 Shakespeares »Hamlet«. – Die 1920 gegründete Presse war 1924 von Robert Gibbings übernommen worden, die hohen Ansprüche der Gründer der Presse wurden von ihm konsequent – und in vorliegendem Werk deutlich sichtbar – fortgesetzt.

31,6 : 20,1 cm. [4], XI, [1], 309, [11] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Gill 279. – Nicht mehr bei Tomkinson

  9    Eugen Diederichs Verlag – Wladyslaw Stanislaw Reymont. Die polnischen Bauern.

€ 450

Herbst. Winter. Frühling. Sommer. Der Bauernspiegel. Berechtigte Übersetzung aus dem Polnischen von Jean Paul d’Ardeschah. Jena, Eugen Diederichs 1912. Mit Buchschmuck von Anna Gramatyka-Ostrowska. Vier Originalmaroquinbände. Rückenverzierung, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten mit dem Löwenwasserzeichen des Verlages und in Ganzleder gebunden. – Erste deutsche Ausgabe. – Das monumentale Bauernepos des polnischen Schriftstellers Reymont (1867–1925), das im Original von 1902 bis 1908 erschien, »gilt der Weltliteratur als eine der künstlerisch vollendetsten und vielfältigsten Gestaltungen bäuerlichen Lebens« (A. Schmaus nach KNLL). 1924 wurde der Autor dafür mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. – Den Buchschmuck (Doppeltitel, Initialen und Einbandverzierung) entwarf die polnische Graphikerin Anna Gramatyka-Ostrowska (1882–1958). – Schönes Exemplar der seltenen Vorzugsausgabe. – Aus der Bibliothek Heinrich Stinnes mit dessen Besitzvermerk auf den Vorblättern.

20,5 : 14,5 cm. – Rücken mit kleinen Stockflecken.

KNLL XIV, 54

10  Georg Müller Verlag – Otto Julius Bierbaum. Das schöne Mädchen von Pao.

€ 600

Ein chinesischer Roman. München, Georg Müller 1909/1910. Mit sieben Abbildungen auf Tafeln und Buchschmuck von Franz von Bayros. Dunkelblauer Originalsaffianlederband mit reicher Deckel-, Rücken- und Vorsatzvergoldung (Hübel & Denck, Leipzig). In Originalschutzumschlag und -kassette mit Deckelschild.

Eins von 600 Exemplaren der Prachtausgabe. – Gedruckt bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem, auf unbeschnittenem Zerkall-Einhorn-Bütten. – Einbandentwurf von Paul Renner. – »Die prächtigen Schriften aus dem reichen Typenvorrat von Enschedé en Zonen in Haarlem stehen auf handgeschöpftem Bütten und behaupten sich bravourös neben den Illustrationen von Bayros, der sich hier, eine Entdeckung Bierbaums, erstmals auf dem deutschen Buchmarkt vorstellte und einen glücklichen Tag gehabt haben muß, da er einmal ohne die sonstige süßliche Parfümierung seiner Zeichenfeder ausgekommen war« (Eyssen, S. 65). – Bierbaum gehörte zu den Hauptautoren der ersten Verlagsjahre von Georg Müller. »Er war es, der die lange Reihe schöner Drucke […] eröffnete, und zwar mit den Ausgaben seines erst rein typographisch, schließlich dann illustriert erscheinenden Buches ›Das schöne Mädchen von Pao‹ (1910).« (Georg K. Schauer). – Nahezu makelloses Exemplar.

32,0 : 23,0 cm. [10], 210, [4] Seiten. 7 Tafeln. – Schuber ganz schwach berieben. – Eine Seite mit leichtem Knick.

Hayn/Gotendorf IX, 62. – Eyssen 64. – Schauer I, 108 und II, 54 (mit Abbildung)

11  Insel-Verlag – Otto Julius Bierbaum. Gugeline.

€ 120

Ein Bühnenspiel in fünf Aufzügen. Mit Buchschmuck von E. R. Weiß. Berlin, Schuster und Loeffler 1899. Illustrierter Originalpappband mit Japanbezügen und Deckel- und Rückenillustrationen in Schwarz, Gelb und Grün.

Erste Ausgabe der »Ersten Buchveröffentlichung der ›Insel‹«. – Gedruckt auf Holländischem Bütten. – Erstmals wurde hier das im Sommer 1899 von Peter Behrens entworfene Insel-Signet verwendet. Im September 1899 gründeten Alfred Walter Heymel, Rudolf Alexander Schröder und Otto Julius Bierbaum den Verlag. »Die Ungeduld, mit der Heymel zu Werke ging, unterstreicht der Umstand, daß das erste Buch erschien, bevor am 19. September 1899 die offzielle Verlagsgründung erfolgte« (Theo Neteler). – In der Folgezeit war es Bierbaum als der Ältere und Erfahrenere, der vorrangig Kontakte zu Autoren vermittelte, die für Jahrzehnte zum Verlagsprogramm zählen sollten: Richard Dehmel, Hugo von Hofmannsthal, Paul Scheerbart und nicht zuletzte Rainer Maria Rilke (vgl. Theo Netelers Beitrag »Schöne Bücher improvisiert man nicht« in John Dieter Brinks Monographie »Vom Ornament zur Linie« über den frühen Insel-Verlag). – E. R. Weiß entwarf den Einband und die berühmten blau-grünen Vorsatzpapiere und zeichnete die Bordüren und Vignetten für die Zwischentitel und Zierleisten.

19,8 : 14,5 cm. [8], 105, [3] Seiten. – Einband leicht fleckig.

Sarkowski 167

12  Insel-Verlag – Heinrich Vogeler-Worpswede. Dir.

€ 4500

Gedichte. Berlin, Verlag der Insel bei Schuster & Löffler 1899. Mit zahlreichen kolorierten Illustrationen und Bordüren des Dichters. Originalpergamentband mit blindgeprägter Deckelvignette.

Erste Ausgabe. – Eins von sechs Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe: 40 Exemplare wurden auf Van Gelder-Bütten gedruckt, jedoch nur die ersten sechs vom Künstler eigenhändig koloriert, signiert und nummeriert und in Pergament gebunden. – Heinrich Vogeler stand, wie auch andere Worpsweder Künstler, Illustrationsaufträgen skeptisch, ja ablehnend gegenüber. Noch 1898 äußerte er gegenüber Gerhart Hauptmann und dem Verleger Eugen Diederichs seine Bedenken, durch »plumpe Hand« Dichtung zu »vergröbern und verderben«. Seine Zeichnungen in »Dir« wurden von dem überschwänglichen Rezensenten Johannes Schlaf als »Offenbarung der Seele des jeweils Dargestellten« goutiert, die Dichtungen als »Glossen, die erläutern« (vgl. Worpswede-Moskau, Ausstellungskatalog Worpswede 1989, Seite 131f.) – »Vogeler […] brachte die empfindsame und zugleich gegenständliche Richtung des Jugendstils zu vollkommenem Ausdruck. Die von ihm selbst verfaßten und niedergeschriebenen Verse des Bandes ›Dir‹ von 1899, feinstrichig, schlank und dicht, bilden die wahre Mitte des rahmenden Liniengespinstes aus Blütengewächsen und Geäst« (Schauer I, 47). – Eines der typischsten Bücher des deutschen Jugendstils. – Sehr schönes Exemplar.

24,5 : 18,5 cm. [64] Seiten.

Sarkowski 1842 VA. – Neteler 21 VA. – Schauer II, 12. – Langer, Jugendstil, Seite 130

13  Insel-Verlag – Hugo von Hofmannsthal. Der Kaiser und die Hexe.

€ 5000

Mit Zeichnungen von Heinrich Vogeler-Worpswede. Berlin, Verlag der Insel bei Schuster & Löffler 1900. Mit illustriertem farbigen Doppeltitel, einer figürlichen Initiale und kleinen Zierstücken. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel, breiter vergoldeter Innenkantenbordüre und farbig und in Gold gedruckten Vorsatzpapieren.

Erste Buchausgabe. – Eins von 200 Exemplaren. – Breitrandiger Druck in Rot und Schwarz auf starkem Insel-Bütten. – Gedruckt bei Otto von Holten im Auftrag von Alfred Walter Heymel. – »Vogeler entwarf Buchschmuck und Doppeltitel zu Hofmannsthals lyrischem Einakter. […] Die Wirkung des phantasievollen Doppeltitels wird von der klassisch anmutenden Schlichtheit der Römischen Antiqua und des Druckbildes des Textes noch gesteigert.« (Papiergesänge). – »Als Buchkünstler hat er dann eine ganze Reihe von Werken ausgestattet, wie beispielsweise seine eigenen Gedichte oder die ersten Buchausgaben des jungen Gerhart Hauptmann. Nie wieder übertraf er die Leistung von ›Der Kaiser und die Hexe‹. Der ›Lyriker des Jugendstils‹ (Walter Tiemann) verwandelte den Doppeltitel hier unter Zuhilfenahme der sechs Farben Gold, Mattrot, Violett, Lindgrün, Braun und Hellblau in einen romantischen Zaubergarten […] Beim Betrachten glaubt man die jugendfrische Begeisterung zu spüren, von der eine ganze Künstlergeneration um die Jahrhundertwende getragen wurde.« (Jürgen Eyssen). – Ein Höhepunkt der Buchkunst des Jugendstils.

23,8 : 15,3 cm. 58, [6] Seiten.

Sarkowski 765. – Neteler 32. – Jacoby 14. – Schauer I, 47 und II, 11 (Abbildung). – Papiergesänge 14. – Vom Jugendstil zum Bauhaus 34. – Langer, Jugendstil S. 126

  14    Insel-Verlag – Fünf Drucke mit Buchschmuck und Illustrationen von Heinrich Vogeler-Worpswede.

€ 450

Berlin und Leipzig 1900–1905. Originaleinbände.

I. Alfred Walter Heymel. Ritter Ungestüm. 1900. Mit einem Frontispiz und farbigem Vorsatzpapier. Originalpappband mit Titel- und Rückenschild. – II. Irene Forbes Mosse. Mezzavoce. Gedichte. 1901. Mit sechs blattgroßen Illustrationen, darunter die Titelillustration, und zwei Vignetten. Originalleinenband mit Deckel- und Rückenillustration. Erste Ausgabe des Erstlings der Dichterin. 1904 erschien im inzwischen selbstständigen Insel-Verlag ihre zweite Gedichtsammlung, »Peregrina’s Sommerabende«, ebenfalls mit Illustrationen von Heinrich Vogeler. – III. [Iwan] Turgenjeff. Gedichte in Prosa. 1903. Mit illustriertem Doppeltitel und Buchschmuck. Originalleinenband. Titel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet. – IV. Oscar Wilde. Das Granatapfelhaus. 1904. Mit illustriertem Titel, vier blattgroßen Illustrationen, vier figürlichen Initialen und zwei Vignetten. Dunkelblauer Halbmaroquinband mit Rückenvergoldung, marmorierten Buntpapierbezügen und eingebundenem Originalumschlag. – V. Irene Forbes-Mosse. Peregrina’s Sommerabende. Lieder für eine Dämmerstunde sowie dreissig Übersetzungen mit vielen Zeichnungen geschmückt. [1905]. – Vgl. auch KatNr. 370.

Rücken etwas verfärbt (I) bzw. verblasst (III, V). Exlibris, Bindung zwischen einigen Lagen gelockert (III). Handschrifitlicher Besitzvermerk auf dem Umschlag (V).

Sarkowski 728, 1786, 1910 und 474

15  Insel-Verlag – Arno Holz. Die Blechschmiede.

€ 1500

Leipzig, Insel 1902. Mit Buchschmuck von Julius Diez. Dunkelroter Maroquinband mit reicher Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: O. Herfurth, MDE). Originalumschlag eingebunden. Im Schuber.

Erste Ausgabe. – Einer der frühen Drucke des Verlages, der noch auf dem Bütten der Zeitschrift »Die Insel« mit dem Behrens-Signet als Wasserzeichen gedruckt wurde. – Arno Holz’s großartige Literatursatire,dieser »›Riesenpapierkorb‹ der Weltliteratur« – parodiert den Goethekult und die zeitgenössische Literatur der Jahrhundertwende. Von dieser ersten Ausgabe bis zur endgültigen Fassung 1921 erweiterte der Verfasser das Werk, »ein Vorgang, der sich bei allen Werken von Holz beobachten läßt« (KNLL). – Der schöne, mit zahlreichen, Rhomben bildenden, Fileten verzierte Einband von Otto Herfurth entstand wohl Mitte der 1920er Jahre, nachdem Herfurth Mitglied des berühmten Bundes »Meister der Einbandkunst« geworden war.

24,4 : 18,3 cm. [4], 147, [1] Seiten. – Rücken minimal verfärbt. Vorderes Gelenk oben etwas brüchig.

Sarkowski 781. – KNLL VIII, 10f

  16    Insel-Verlag – Hugo von Hofmannsthal. Das kleine Welttheater oder die Glücklichen.

€ 200

Leipzig, Insel 1903. Mit illustrierten Vorsätzen und Einbandzeichnung von Aubrey Beardsley. Originalpergamentband. Rückentitel, Deckelillustration und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von 800 Exemplaren. – Gedruckt in Rot und Schwarz auf Holländischem Bütten. – Die Vorsatzillustration wurde aus dem Nachlass von Beardsley hier erstmals verwendet. – Stefan George, dem gegenüber sich Hofmannsthal für seine »Theilnahme an der Unternehmung ›Insel‹, [die] Ihnen und anderen Freunden vielleicht besondere Ungeduld erregte« rechtfertigte, äußerte sich über das Buch des Freundes: »die heranziehung anders gedachter gebilde eines toten zeichners für ein heutiges ihm fremdes buch – ein missgriff. aber … das ganze wirkt doch einfach und vornehm« (Briefwechsel zwischen HvH und SG, zitiert nach Insel-Katalog Marbach, S. 36f.).

20,2 : 15,0 cm. [44] Seiten. – Vereinzelt winzige Stockflecken.

Sarkowski 768

17  Insel Verlag – Ernst Hardt. Aus den Tagen des Knaben.

€ 450

Leipzig, Insel 1904. Mit einer Titelillustration von Jan Toorop. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel. Im Schuber. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe. – Eins von 30 Exemplaren auf Japan (Gesamtauflage 530). – Die Widmungsinitiale (für Hardts Frau Polyxena) zeichnete Marcus Behmer. – Auf den Vortitelblättern ein eigenhändiger Vorabauszug aus seinem Stück »Ninon von Leclos«, das 1905 im Insel Verlag erschien, gewidmet »seinem lieben Hans von Müller« (1875–1944), Germanist und Schriftsteller, Mitherausgeber der Werkausgaben von E.T.A. Hoffman und Nietzsche. – Ernst Hardt (1876–1947), Schriftsteller, Übersetzer, Theater- und Rundfunkintendant, bezeichnete sich selbst als »in der Art geblieben wie aus der Art geschlagen«. Nach einigen Jahren als Schriftsteller – im späten Kai­ser­reich ge­hör­te er zu den meist ge­spiel­ten Dra­ma­ti­kern auf deut­schen Büh­nen – übernahm er zum Jahreswechsel 1918/19 die Leitung des Weimarer Landestheaters, das er in »Deutsches Nationaltheater« umtaufte. Gemeinsam mit Walter Gropius, der im Frühjahr 1919 zum Leiter des »Staatlichen Bauhauses in Weimar« berufen wurde, wollte er im weltbekannten Weimar aus der Spannung von Tradition und Moderne den »Grundstein einer Republik der Geister« legen. 1925 übernahm er die Leitung des Kölner Stadttheaters, 1926 bot der damalige Oberbürgermeister Konrad Adenauer ihm die Intendanz der West­deut­schen Rundfunk AG an. Im März 1933 wur­de Ernst Hardt von den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten aus dem Amt entfernt, seine Bücher wurden verbrannt. Nach dem Krieg scheiterten die Pläne, im neu entstehenden deutschen Rundfunk eine ihm angebotene leitende Stelle zu übernehmen an seinem Gesundheitszustand – er starb 1947 an Lungenkrebs.

17,0 : 13,0 cm. [8], 85, [3] Seiten.

Sarkowski 662

18  Insel Verlag – Gockel Hinkel Gackeleia.

€ 450

Märchen wiedererzählt von Clemens Brentano. Leipzig, Insel 1905. Mit Buchschmuck von Friedrich Wilhelm Kleukens und 15 Tafeln nach den Lithographien der Originalausgabe. Olivgrüner Originalkalblederband mit reicher Rückenvergoldung, vergoldeter und rot-intarsierter Deckelvignette und Kopfschnittvergoldung. Im Originalschuber mit Rückenschildern.

Eins von 300 Exemplaren. – Neudruck der Originalausgabe von 1838, mit einem Nachwort von Franz Deibel. – Auf Bütten. – Doppeltitel, Zueignung, Buchschmuck und Einbandentwurf von Friedrich Wilhelm Kleukens. Es war seine erste Arbeit für den Insel-Verlag. »Dass der Illustrationsauftrag […] an F. W. Kleukens ging, hing sicherlich mit der außerordentlichen Qualität von Tierzeichnungen zusammen, die Kleukens bekannt gemacht hatte.« (Theo Neteler, in: Die Pressen der Brüder Kleukens, Stuttgart 2015, S. 6f.). Im Folgejahr berief Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Kleukens nach Darmstadt, wo er 1907 die Ernst Ludwig Presse gründete. – Die Lithographien der Originalausgabe nach Entwürfen von Clemens Brentano wurden hier im Lichtdruck reproduziert.

22,1 : 15,0 cm. [4], 378, [2] Seiten, 15 Tafeln. – Rücken etwas verblasst. Ecken minimal berieben, oberes Kapital mit winziger Läsur.

Sarkowski 221

19  Insel-Verlag – Alfred Walter Heymel. Zwölf Lieder (für meine Frau).

€ 800

Leipzig, Insel 1905. Mit illustriertem Doppeltitel und Einbandzeichnung von Karl Walser. Illustrierte Originalbroschur mit vergoldetem Deckeltitel. In roter Originalkalblederchemise mit goldgeprägter Deckelvignette.

Erste Ausgabe. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Insel-Bütten. Zusätzlich erschienen 500 Exemplare auf einfachem Bütten. – Eine der frühesten Illustrationsarbeiten von Karl Walser. – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert und datiert »Bremen 1905«, das Gedicht »Kinder kommt und fasst mit an« mit eigenhändiger monogrammierter Textkorrektur. – In der Vorzugsausgabe sehr selten. – Dazu: Alfred Walter Heymel. Die Fischer und andere Gedichte. Berlin, Verlag der Insel bei Schuster & Loeffler 1899. Mit Buchschmuck von E. R. Weiß. Originalhalbpergamentband mit Goldschnitt. Erste Ausgabe. Gedruckt auf Insel-Bütten. Emil Rudolf Weiß gestaltete Titelblatt, Widmungsblatt für Bierbaum, Zwischentitel mit Vignetten, zahlreiche Initialen, Bordüren, Einbanddeckel und Vorsatzpapiere. – Das Buch wurde zeitgleich mit dem ersten Heft der »Insel« im Oktober 1899 ausgeliefert.

18,3 : 12,2 cm. [44] Seiten. – Rücken leicht aufgehellt.

Sarkowski 732 und 726. – Badorrek-Hoguth B 30. – Schauer II, 57

  20    Insel-Verlag – Friedrich von Schiller. Sämtliche Werke.

€ 300

Band 1 [bis] 6. Leipzig, Insel 1905/06[–1924]. Ziegelrote flexible Originalkalblederbände mit vergoldeten Rücken- und Deckeltiteln und Kopfschnittvergoldung.

Großherzog Wilhelm Ernst Ausgabe, herausgegeben im Auftrag von Alfred Walter Heymel. – Mischauflage, teils in den Nachdruck um 1920, die Rückengestaltung einheitlich. – Dazu: Dubletten der Bände I und V, aus der ersten Auflage, aber mit abweichender Rückengestaltung. – Dünndruckpapier. – Gedruckt bei Poeschel & Trepte in Leipzig unter der Druckleitung von Harry Graf Kessler und Emery Walker. – Titel und Überschriften entwarf Eric Gill, die Einbände entwarf Douglas Cockerell. – Enthält: Dramatische Dichtungen I und II, Gedichte und Erzählungen, Philosophische Schriften, Historische Schriften und Übersetzungen. – Noch vor seinem frühen Tod hatte Rudolf von Poellnitz zusammen mit Harry Graf Kessler die Herausgabe von Werken deutscher Klassiker geplant. Die Edition wurde von Kessler dem Großherzog von Sachsen-Weimar vorgeschlagen, der im März 1904 die Schirmherrschaft übernahm und seinen Namen für den Reihentitel freigab. Der Reinerlös der Ausgabe sollte an Kesslers Museum in Weimar fließen. Zu Weihnachten 1905 wurden die beiden ersten Bände der Schiller- und der Goethe-Ausgabe vom Insel Verlag ausgeliefert. Bis 1912 waren Kessler und Emery Walker für die Druckleitung und die Gesamtausstattung verantwortlich. Eric Gills Titelschriften sind dessen früheste typographische Arbeit. Unter dem Reihentitel erschienen in gleicher Ausstattung 34 Bände (Schiller, 6. – Schopenhauer, 5. – Koerner. – Goethe, 16. – Kant, 6).

16,8 : 10,3 cm. – Rücken minimal berieben.

Sarkowski 1460. – Gill 302

21  Insel-Verlag – Johann Wolfgang von Goethe. Sämtliche Werke

€ 400

in siebzehn Bänden. – Briefe und Tagebücher. Zwei Bände. – Herausgegeben von Hans Gerhard Gräf und anderen. Leipzig, Insel [1926–28]. 19 ziegelrote flexible Originalkalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln und Verlagssignets auf den Vorderdeckeln.

Zweite Werkausgabe im Inselverlag, inhaltlich nahezu übereinstimmend mit der »Großherzog-Wilhelm-Ernst-Ausgabe« von 1905–1917. – Die Titelschrift entwarf für diese Ausgabe Anna Simons, die Einbandentwürfe sind eine Gemeinschaftsarbeit von Walter Tiemann und E. R. Weiß. – Dünndruckausgabe mit Kopfschnittvergoldung. – Enthält »Romane und Novellen«, »Autobiographische Schriften«, »Dramatische Dichtungen«, »Kunstschriften«, »Übersetzungen und Bearbeitungen«, »Aufsätze«, »Lyrische und epische Dichtungen« und »Naturwissenschaftliche Schriften« (nun in zwei Bänden). – Vollständig und sehr gut erhalten. – Dazu in identischer Ausstattung: Heinrich von Kleist. Sämtliche Werke. Herausgegeben von Friedrich Michael. 9.-13. Tausend. [1938]. – Friedrich Hölderlin. Sämtliche Werke. – Gesammelte Briefe. [1925 und 1935].

17,5 : 10,5 cm. – Rücken der Goethe-Ausgabe mit unbedeutenden Kratzern, zwei Rücken minimal berieben.

Sarkowski 541 und 547 sowie 928, 740 und 744

22  Insel Verlag – Hugo von Hofmannsthal. Der weiße Fächer.

€ 800

Ein Zwischenspiel. Mit vier Holzschnitten von Edward Gordon Craig. Leipzig, Insel 1907. Mit vier ganzseitigen Holzschnitten. Originalpergamentband mit fliederfarbenen Seidenvorsätzen, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Erste Buchausgabe. – Eins von 50 Vorzugsexemplaren auf Japan (Gesamtauflage 800). – Druck in Gelb und Schwarz. – 1904 hatte Craig auf einer Deutschlandreise Harry Graf Kessler kennengelernt. Die Bühnenbild-Holzschnitte des Dramatikers, Theaterreformers und Graphikers regten Kessler später zu einer Hamlet-Ausgabe mit Holzschnitten Craigs an. Die Planungen begannen schon 1910, das Buch der Cranach-Presse erschien aber erst zwanzig Jahre später.

35,0 : 25,8 cm. [36] Seiten. – Einband minimal angestaubt.

Houghton Library Catalogue 760. – Sarkowski 776 VA

23  Insel Verlag – Friedrich Nietzsche. Also sprach Zarathustra.

€ 1800

Ein Buch für Alle und Keinen. Leipzig, Insel 1908. Mit üppigem Buchschmuck in Purpur und Gold von Henry van de Velde. Originalpergamentband mit breiten »Yapp edges«, vergoldeten Vignetten auf Vorderdeckel und Rücken sowie Kopfschnittvergoldung.

Eins von 430 Exemplaren im Pergamenteinband (Gesamtauflage 530). – Sehr breitrandig in Gold, Purpur und Schwarz gedruckt in der Offizin W. Drugulin, Leipzig, mit zahlreichen kleinen, in Gold gedruckten Alineazeichen. Die Schrift wurde 1900 von Georges Lemmen gezeichnet und von ihm unter Mitwirkung von Harry Graf Kessler geschnitten. – Auf handgeschöpftem Van Gelder-Bütten mit dem von van de Velde entworfenen Signet des Weimarer Nietzsche-Archivs als Wasserzeichen. – Die gesamte Ausstattung des Buches und die Drucklegung übernahm Henry van de Velde.

37,8 : 25,8 cm. [8], 160, [4] Seiten.– Kanten etwas berieben, vorn oben kleine Stauchungen. Rücken restauriert, Gold des Rückentitels abgerieben. – Vorsätze erneuert.

Sarkowski 1193. – Brinks 79. – Schauer II, 16 (mit Abbildung). – Eyssen S. 17ff. (mit doppelseitiger Abbildung). – Papiergesänge 31

24  Insel-Verlag – Miguel de Cervantes Saavedra. Don Quixote.

€ 3000

Drei Bände. – Novellen. Zwei Bände. – Besorgt von Konrad Thorer. Leipzig, Insel 1908. Mit ornamental verzierten, farbig gedruckten Doppeltiteln. Rote Originalmaroquinbände mit Rückenvergoldung.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf fein geripptem Insel-Bütten und im Maroquineinband. – Die Bordüren der Doppeltitel, die in Blau und Schwarz gedruckt wurden, und die schöne ornamentale Rückenvergoldung der Einbände entwarf Carl Czeschka, der damals gerade nach Hamburg berufen worden war und an der dortigen Staatlichen Kunstgewerbeschule Lerchenfeld unterrichtete. – Aus dem Besitz von Heinrich Stinnes, mit dessen »dezentem« eigenhändigem Besitzvermerk auf allen Vortitelblättern.

18,5 : 12,5 cm. – Drei Rücken leicht verfärbt, einer verblasst.

Sarkowski 299 VA und 301 VA. – Schauer II, 49 (Abbildungen)

25  Insel-Verlag – Friedrich Nietzsche. Ecce Homo.

€ 750

Leipzig [1908]. Mit illustriertem Doppeltitel und Buchschmuck von Henry van de Velde. Originalhalbpergamentband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von 1100 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten, 150 Vorzugsexemplare wurden auf Japan gedruckt. – Buchschmuck und Einband zeichnete Henry van de Velde, gebunden wurden die Bücher in der Großherzoglich Sächsischen Kunstgewerbeschule, Weimar. – Van de Velde war ein großer Verehrer Nietzsches und seit seiner Ankunft in Weimar nun auch in räumlicher Nähe zu dem von der Schwester des Philosophen umstritten geleiteten Archiv. Die Umgestaltung der Villa Silberblick, Sitz des Archivs, lag in seinen Händen. Henry van de Velde gestaltete alle drei großen Nietzsche-Ausgaben des Insel-Verlages: 1908 »Ecce Homo« und »Also sprach Zarathustra«, 1914 dann die »Dionysos Dithyramben«, allesamt Meilensteine der deutschen Buchkunst am Anfang des 20. Jahrhunderts. – Nietzsches autobiographischer Text (»Wie man wird, was man ist«) erschien in dieser bibliophilen Ausgabe erstmals; aus dem Nachlass herausgegeben von Raoul Richter, der auch das ausführliche Nachwort schrieb.

25,0 : 19,5 cm. 154, [4] Seiten.

Sarkowski 1201. – Brinks 81. – Schauer II, 15. – Schaberg 61 b. – WNB 320

26  Insel-Verlag – [Henry van de Velde]. Amo.

€ 600

[Leipzig] 1909. Mit Initialen von Henry van de Velde. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägter Deckelvignette.

Eins von 130 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 150). – Henry van de Veldes »innigstes Credo, sein ekstatischer Text« ist ein Auszug aus seinem Essay »Über die vernunftgemäße Schönheit«. – Zweifarbiger Druck in Rot (Titelzeile und die dreizehn Initialen »I«) und Schwarz. – Einbandentwurf von Henry van de Velde. – 1915 druckte Harry Graf Kessler – bemerkenswert im zweiten Kriegsjahr in der Sprache des Feindes – die französische Ausgabe in ganz ähnlicher Typographie auf seiner Cranach-Presse.

22,4 : 17,4 cm. [16] Seiten. – Rücken leicht angestaubt. Vorderdeckel mit Feuchtigkeitsspur und Fleck. – Exlibris.

Sarkowski 1808. – Brinks, Velde 87

27  Insel-Verlag – Emile Verhaeren. Les heures du soir.

€ 300

Leipzig, Insel 1911. Originalhalblederband mit vergoldetem Rücken- und Deckeltitel.

Eins von 550 Exemplaren, davon die ersten 50 auf Japan. – Einbandentwurf von Henry van de Velde. – Gedruckt auf starkem Bütten von Spamer in Leipzig.

26,5 : 19,5 cm. 36, [4] Seiten. – Rücken kaum merklich verblasst. – Vorsätze erneuert. Erste und letzte Seiten leicht stockfleckig.

Sarkowski 1822. – Brinks, Velde 98

  28    Insel-Verlag – Joseph Bédier. Der Roman von Tristan und Isolde.

€ 200

Leipzig, Insel 1911. Schwarzer Originalkalblederband mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung; Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe dieser Neuübersetzung von Rudolf G. Binding. – Das erste von 100 Vorzugsexemplaren auf Van Gelder-Bütten. – Einbandentwurf von Emil Rudolf Weiß. – Nicht Sammlung Stinnes, was man bei der Exemplarnummer hätte erwarten dürfen, sondern Exlibris Leopold Biermann (1875–1922). Der vermögende Bremer Kaufmannserbe war Kunstmäzen und Mitglied in mehreren Kunstvereinigungen. – Sehr schönes Exemplar. – Ehemals Sammlung Victor Günthert, München.

18,8 : 12,3 cm. [6], 226, [2] Seiten.

Sarkowski 118 VA. – Fromm I, 2719

29  Insel Verlag – Jean Paul. Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch.

€ 800

Almanach für Matrosen wie sie sein sollten. Leipzig, Insel 1912. Mit Frontispiz und 15 Tafeln nach Zeichnungen von Emil Preetorius, alle koloriert. Farbig illustrierter Originalpergamentband mit Kopfgoldschnitt. Mit Originalschutzumschlag und im Schuber.

Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den kolorierten Illustrationen und im Ganzpergamenteinband, dessen Illustrationen ebenfalls von Preetorius stammen. – Tadelloses Exemplar.

20,0 : 13,2 cm. [46], 136, [4] Seiten, 15 Tafeln.

Sarkowski 837 VA. – Schauer II, 48. – Ohr 12

30  Insel Verlag – Emile Verhaeren. Les Villages illusoires.

€ 5000

Avec 15 gravures à l’eau forte par Henry Ramah. Leipzig, Insel 1913. Mit 15 signierten Aquatintaradierungen. Karminroter Originalmaroquinband mit ornamentaler vergoldeter und intarsierter Deckelvignette, Rücken- und Kopfschnittvergoldung (signiert: KGS Weimar).

Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 230). – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Gebunden in der Großherzoglichen Kunstgewerbeschule Weimar nach einem Entwurf Henry van de Veldes. – »Neben Henry van de Velde war Emile Verhaeren in den letzten Jahren vor dem ersten Weltkrieg der zweite Belgier, der im deutschen Sprachraum Weltgeltung besaß. Verhaeren galt als der belgische Richard Dehmel und seine Dichtungen, auch sie stark geprägt von dem Erlebnis »Nietzsche«, gehörten zu den populärsten Übersetzungen … 1913 erschien dann ›Les villages illusoires‹ mit Radierungen des belgischen Künstlers Henry Rademaker. Die Wahl des Künstlers, dem die Gestaltung … [des Buches] anvertraut werden sollte, fiel Anton Kippenberg … nicht schwer. Henry van de Velde schien für die Aufgabe prädestiniert … So lädt dieser Einband, dank der Vignette, die mit der Leuchtkraft eines Fixsterns in einem grenzenlosen Raum steht, aber auch durch die Wahl der Farben und die lebendige Struktur des Materials dazu ein, die Seiten eines außergewöhnlichen Buches zu öffnen, das die Deutschen ganz den Belgiern, dem Dichter Verhaeren, dem Radierer Ramah, dem Buchkünstler van de Velde verdankten, wenige Monate, bevor es ihnen unumgänglich erschien, Belgien mit Krieg zu überziehen.« (Dieter Brinks, a. a. O., S. 181 ff.). – Sehr selten. – Breitrandiger Druck, sehr schönes Exemplar.

34,6 : 26,8 cm. 63, [5] Seiten, 15 Radierungen. – Rücken minimal verfärbt, Vorderdeckel mit winziger Fehlstelle im Leder. – Exlibris.

Brinks 109 (Abb S. 185). – Sarkowski 1828. – Schauer II, 16

  31    Insel-Verlag – Die Schön Magelona.

€ 200

Eine fast lustige Historie von dem Ritter mit den silbern Schlüsseln und von der Schönen Magelona, gar lustig zu lesen. Auswahl und Nachwort von Severin Rüttgers. Leipzig, Insel [1913]. Mit 37 kolorierten Abbildungen nach alten Holzschnitten. Originalpergamentband mit kolorierter Deckelvignette und blindgeprägten Fileten. Im Schuber.

Eins von 205 Exemplaren mit den kolorierten Holzschnitten und auf Bütten. – Vorzugsausgabe von Inselbändchen 39.1. – Die Holzschnitte wurden nach der Ausgabe von 1598 gedruckt. – Sehr schönes, frisches Exemplar.

19,0 : 12,7 cm. [2], 100, [2] Seiten.

Sarkowski 1520 (nennt 200 Exemplare). – Kästner IB, S. 238. – Jenne II, 44

32  Insel-Verlag – Friedrich Nietzsche. Dionysos Dithyramben.

€ 2000

Leipzig, Insel [1914]. Mit großer vergoldeter Titelvignette und einigen Zierstücken. Brauner Originalecrasélederband. Deckelvignette, Deckelkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Weimar KGS).

Eins von 150 Exemplaren auf englischem Aldwych-Bütten, davon 50 in dieser Einbandvariante. – Henry van de Velde entwarf die große Titel- und die Einbandvignette. Die Vergoldung der Titelvignette wurde bei Graily Hewitt in England ausgeführt. Neben den Pergamentexemplaren ließ Kippenberg auch zahlreiche der Büttenexemplare zum Vergolden schicken. – Für die Deckelvignette verwendete die Buchbinderei in der Kunstgewerbeschule in Weimar zwei verschiedene Fassungen, wobei die hier vorliegende kleinere Variante laut Brinks die seltenere ist.

28,2 : 22,2 cm. [8], 32, [6] Seiten. – Vereinzelt schwache stockfleckig – Vorsätze, erste und letzte leere Seiten stärker.

Brinks 124 und ausführlich auf Seite 192f. – Sarkowski 1200

  33    Insel-Verlag – Die vier Zweige des Mabinogi.

€ 250

Ein keltisches Sagenbuch. Leipzig, Insel 1914. Brauner Originalschweinslederband mit Blindprägung. Kopfschnitt ziegelrot eingefärbt.

Deutsch von Martin Buber, erste Ausgabe seiner Nachdichtung und Einleitung. – Auf HInsel-Bütten. – Eins der seltenen Exemplare in Ganzleder, Einbandentwurf stammt von E. R. Weiß.

21,1 : 14,7 cm. 121, [3] Seiten. – Rücken etwas nachgedunkelt, insgesamt aber sehr schön. – In privater Kassette.

Sarkowski 1837

34  Insel Verlag – [Johann Wolfgang von] Goethe. Werke

€ 600

in sechzehn Bänden. Leipzig, Insel [um 1920]. Ziegelrote flexible Originalkalblederbände mit vergoldeten Rückentiteln, Deckelvignetten und Kopfschnittvergoldung.

Großherzog-Wilhelm-Ernst-Ausgabe, herausgegeben im Auftrag von Alfred Walter Heymel unter dem Beirat von Bernhard Suphan. – In den Nachauflagen um 1920 (Erstausgabe 1905–1917), dabei die Bände 1, 2 und 14 in den veränderten Fassungen. Die Einzelbände wurden Hans Gerhard Gräf, Max Hecker, Kurt Jahn u. a. herausgegeben. – Die Ausstattung der legendären Werkausgaben lag bei Emery Walker. Neben seiner Tätigkeit für die Kelmscott und Doves Press beriet er auch deutsche Drucker und Verleger, hier in Zusammenarbeit mit Harry Graf Kessler. Beiden gelang es den jungen Eric Gill für die Entwürfe der Titelschriften zu gewinnen. – Die Einbände stammen aus der Werkstatt von Douglas Cockerell. – Die besonders in den flexiblen Lederbänden »handschmeichlerischen« Dünndruckausgaben sind bis heute ein Beispiel für die enge Zusammenarbeit des Leipziger Verlages mit führenden englischen und deutschen Buchkünstlern der Jahrhundertwende. – Es erschienen unter dem Reihentitel in identischer Ausstattung auch Werkausgaben von Schiller, Schopenhauer, Körner und Kant. – Schön erhaltene Reihe.

17,5 : 10,7 cm. – Die Rücken ganz leicht verblasst. – Die ersten Seiten in Band 1 mit Eckknick.

Sarkowski 540. – Müller-Krumbach 10. – Brinks 20

35  Insel-Verlag – Die Geschichte von Tobia.

€ 300

Nach einer hebräischen Fassung herausgegeben von M. J. bin Gorion. Verdeutscht von Rahel Ramberg. Mit drei Steinzeichnungen von Max Liebermann. Leipzig, Insel 1920. Mit drei Lithographien, zwei blattgroß. Originalpappband mit Marmorpapierdeckelbezügen und Deckelschild.

Eins von 150 Exemplaren, davon wurden 30 vom Künstler signiert und in Pergament gebunden. – Auf ZVG-Bütten. – Den Einband entwarf Emil Rudolf Weiß.

33,3 : 27,0 cm. [6], 29, [3] Seiten.

Sarkowski 522. – Schiefler 310–312. – Lang I 111

36  Insel-Verlag – Beatrix.

€ 200

Eine brabantische Legende. Verdeutscht durch Friedrich Markus Huebner. Mit sechs Radierungen von Felix Timmermanns. Leipzig [1921]. Mit sechs Radierungen. Originalhalbpergamentband mit Japan-Buntpapierbezug. Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten (Gesamtauflage 310). – Der flämische Dichter und Maler Felix Timmermanns (1886–1947) illustrierte auch viele seiner eigenen Romane und Erzählungen.

27,9 : 20,8 cm. 39, [1] Seiten. 6 Radierungen.

Sarkowski 103

37  Insel-Verlag – Daniel Defoe. Das Leben und die ganz ungemeinen Begebenheiten des weltberühmten Engelländers Robinson Crusoe.

€ 450

Mit 31 Steinzeichnungen von Richard Janthur. Leipzig, Insel 1922. Mit 31 Farblithographien. Originalpergamentband mit schwarzgedruckter Deckelvignette und Rückentitel.

Eins von 800 Exemplaren, dabei eines der wenigen in Ganzpergament. – Auf Japanbütten. – Richard Janthur, Mitglied der Berliner Sezession, begründete 1912 zusammen mit Ludwig Meidner und Jakob Steinhardt die Künstlergruppe »Die Pathetiker« (Ausstellung in Waldens Galerie »Der Sturm«). 1918 war er Mitglied der »Novembergruppe« und trat 1919 dem »Arbeitsrat für Kunst« bei. In den 1920er Jahren widmete sich Janthur verstärkt der Buchillustration und erst zwanzig Jahre später wieder der Malerei. – 200 Jahre nach der Originalausgabe und der ersten deutschen Übersetzung erschienen mehrere bedeutende illustrierte Robinson-Ausgaben: 1919 mit Zeichnungen von Richard Seewald, 1922 mit Illustrationen von Friedrich Heubner bzw. Hans Pape. – Sehr schönes Exemplar.

31,3 : 23,8 cm. 104, [2] Seiten. 31 Farblithographien.

Sarkowski 363 A. – Jentsch, Expr. 122. – Sennewald 22, 1

38  Rainer Maria Rilke. Die Sonette an Orpheus.

€ 600

Geschrieben als ein Grab-Mal für Wera Ouckama Knoop. Leipzig, Insel 1923. Originalhalblederband mit Rückenschild, -titel und Kopfschnitt vergoldet (H. Sperling, Leipzig).

Erste Ausgabe. – Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten. – Ebenfalls 1923 erschienen die »Duineser Elegien«, von denen auch eine Vorzugs- und eine öffentliche Ausgabe gedruckt wurde. – Hier in der Einbandvariante in Halbleder, mit Bezugspapier, das bei den Ganzlederbänden für die Vorsätze verwendet wurde.

21,8 : 14,2 cm. 63, [5] Seiten. – Ränder etwas berieben. – Vorderes Vorsatzblatt mit handschriftlichem Besitzvermerk.

Mises 99. – Sarkowski 1357 VA

39  Insel-Verlag – Rainer Maria Rilke. Duineser Elegien.

€ 1000

Leipzig, Insel 1923. Dunkelgrüner Maroquinband mit goldgeprägten Titeln und Fileten. Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe, gedruckt in nur 300 Exemplaren auf Einhorn-Bütten von J. W. Zanders und etwa fünf Exemplaren auf Japan. – Wie die »Sonette des Orpheus«, die ebenfalls 1923 erschienen, wurde zunächste eine bibliophile und dann die öffentliche Ausgabe gedruckt. – Der Text folgt der Handschrift, die sich im Besitz der Fürstin Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe befand. – Schönes unbeschnittenes Exemplar in einem bemerkenswerten, aber unsignierten Handeinband. – Ehemals Sammlung Viktor Achter, Köln (Auktion Hauswedell & Nolte 295, Juni 1992, KatNr. 1841). – Dazu: Rainer Maria Rilke. Vom lieben Gott und Anderes. An Große für Kinder erzählt. Leipzig, Insel 1901. Mit Titelillustration und Buchschmuck von Emil Rudolf Weiß. Originalpappband mit lithographiertem Bezugspapier und Rücken- und Deckelschild. Titelauflage der ersten Ausgabe, die Weihnachten 1900 noch »im Insel-Verlage bei Schuster & Löffler« erschienen war. Der Druck entstand im Auftrag von A. W. Heymel, die gesamte Buchausstattung wurde von Emil Rudolf Weiß gezeichnet. – Das erste und für lange Zeit auch populärste Buch von Rilke, das im Insel Verlag veröffentlicht wurde. Ab der Folgeauflage 1904 lautete der Titel »Geschichten vom lieben Gott«.

29,0 : 19,9 cm. [4], 52, [8] Seiten. – Kanten, Ecken und Kapitale berieben. Deckel schwach fleckig, Rücken minimal verfärbt. – 22,2 : 15,7 cm. [8], 119, [3] Seiten. – Rücken etwas gebräunt und bestoßen. – Erste und letzte Seiten mit wenigen schwachen Stockflecken.

Sarkowski 1338 und 1363. – Mises 94 und 12

  40    Insel-Verlag – Rainer Maria Rilke. Sämtliche Werke.

€ 300

Herausgegeben vom Rilke-Archiv. In Verbindung mit Ruth Sieber-Rilke besorgt durch Ernst Zinn. Erster [bis] Sechster Band. Wiesbaden und Frankfurt am Main, Insel 1955 – 1966. Hellbraune Originalkalblederbände mit Rückenblindprägung und blaugrauem Rückenschild mit Vergoldung.

Vollständiges Exemplar, Dünndruckausgabe.

18,5 : 11,5 cm.

Sarkowski 1296. – Mises 154

41  Insel-Verlag – Die Spielkarten Philipp Otto Runges.

€ 900

Leipzig, Insel 1924. 32 Spielkarten, davon 24 koloriert. In Original-Pappschuber und -kassette mit Deckelschildchen.

Eins von 330 Exemplaren, den ersten 20 Exemplaren wurde je ein unkolorierter Handabzug beigegeben. – Das bis dahin unveröffentlichte Kartenspiel wurde nach den wiederaufgefundenen, von Gubitz geschnittenen, Originalstöcken Runges in der Spielkartenfabrik Altenburg gedruckt und handoloriert. – Philipp Otto Runge, der neben seinen künstlerischen Arbeiten auch an der Gestaltung von Alltagsgegenständen arbeitete (Tapeten, Buchumschläge, Theatervorhänge) erfand das noch heute allgemein verwendete Prinzip der spiegelbildlichen Figuren auf den Spielkarten. – Trotz der Auflage sehr selten. – Dazu: Philipp Otto Runge. Entwürfe zu Spielkarten. Nach den wiederaufgefundenen Holzschnitten für Albert Köster zum 7. November 1922 in Druck gegeben. Mit sechs ganzseitigen Abbildungen und einem Text von Anton Kippenberg. Originalpappband mit Deckelvergoldung. Eins von nur 50 Exemplaren.

8,9 : 5,9 cm (Karten); 12,3 : 9,5 cm (Kassette). 32 Karten und ein Titelblatt. – Kanten des Schachteldeckels angeplatzt.

Sarkowski 1381 und 912

42  Insel-Verlag – Robert Louis Stevenson. Das Flaschenteufelchen.

€ 400

Eine Erzählung. Mit Holzschnitten von Hans Alexander Müller. Leipzig, Insel 1925. Mit 25 Holzstichen im Text. Gelber Originalsaffianband mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel und Kopfschnittvergoldung.

Vorzugsausgabe des Inselbändchens 302.2. – Eins von 120 Exemplaren, dabei eins der wenigen in Leder. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Gedruckt auf Japan, die Holzschnitte wurden nur bei dieser Vorzugsausgabe von den Originalstöcken gedruckt. – »Selbst begeisterter ›Hobby-Segler‹, gelingen ihm prachtvolle Blätter mit Schiffen und Strandszenen, gleichermaßen setzt er aber auch sowohl das Exotische der Landschaft wie aktionsreiche Szenen der spannungsgeladenen Erzählung beeindruckend ins Bild« (Kritter).

19,5 : 13,0 cm. 59, [5] Seiten. – Rücken kaum merklich verblasst.

Sarkowski 1663. – Kästner IB, S. 238. – Jenne II, 54. – Eichhorn/Salter 1.27.1. – Schauer II, 107. – Kritter 117

43  Insel-Verlag – Hans Alexander Müller. Das Logbuch.

€ 250

Ein Buch in Holzstichen. Leipzig, Insel 1929. Mit 31 Holzstichen und einer Titelvignette. Originalhalbpergamentbroschur mit Japandeckelbezügen und Kordelbindung.

Erste Ausgabe. – Eins von 200 Exemplaren. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Auf Japan als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Druck der Holzstiche vom Künstler selbst auf der Handpresse der Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe, Leipzig.

22,1 : 16,7 cm. [42] Seiten. – Deckel stockfleckig.

Sarkowski 1163. – Eichhorn/Salter 1.46

  44    Insel-Verlag – Rudolf Koch. Das Blumenbuch.

€ 200

Achtzig Zeichnungen. In Holz geschnitten von Fritz Kredel. Leipzig 1942. Mit 80 farbigen Tafeln. Originalhalbpergamentband, Rückentitel und -fileten vergoldet (signiert: Gerd Prade, Leipzig).

Erste Ausgabe der Auswahlausgabe. – 1929/30 erschien die dreibändige Ausgabe mit 250 handkolorierten Holzschnitten, gedruckt auf der Ernst Ludwig-Presse (135 Exemplare) bzw. der Mainzer Presse (1000 Exemplare). Bei diesen beiden Ausgaben wurden die Bildtitel aus Kleukens Shakespeare-Antiqua gesetzt. Seit 1933, als eine Auswahlausgabe in der Insel-Bücherei erschien, wurde für die Bildunterschriften eine Frakturschrift verwendet. Dies blieb bis zur vorliegenden Ausgabe unverändert, was insoweit bemerkenswert ist, dass der Verlag damit den sogenannten »Bormann-Erlass« von 1941 ignorierte, in dem gebrochene Schriften wie die »Schwabacher Judenletter« verboten und die Antiqua wieder zur alleinigen »deutschen Schrift« erhoben wurde.

31,5 : 23,5 cm. [6] Seiten, 80 Tafeln, [10] Seiten.

Sarkowski 951. – Salter, Kredel 1.11.5. – Schauer II, 36

  45    Janus-Presse – Hugo von Hofmannsthal. Das Märchen der 672. Nacht.

€ 300

Leipzig, Insel 1918. Originalpergamentband mit blindgeprägter Deckelvignette, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (signiert: E. A. Enders. Leipzig).

Drittes Buch der Janus-Presse. – Eins von 150 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 200). – Handpressendruck in Rot und Schwarz von Carl Ernst Poeschel und Walter Tiemann mit der Janus-Pressen-Schrift. – Der Titel und die Initialen wurden von Tiemann gezeichnet und in Holz geschnitten. – Druckfrisches Exemplar.

26,3 : 19,3 cm. [4], 28, [4] Seiten.

Rodenberg 95, 3. – Houghton Library Catalogue 454. – Sarkowski 770. – Schauer II, 31 (Abbildung)

46  Janus-Presse – Adelbert von Chamisso. Peter Schlemiels Schicksale.

€ 600

Leipzig, Insel 1922. Dunkelroter Originalmaroquinband. Rücken und Deckelvignette vergoldet. Im Originalschuber.

Fünfter Druck der Janus-Presse. – Eins von 315 Exemplaren. Daneben erschienen 20 römisch nummerierte, nicht für den Handel bestimmte Exemplare. – Erste Veröffentlichung der Urschrift. – Titelzeichnung, Initialen und Einbandentwurf von Walter Tiemann. – Mit dem Beiheft »Peter Schlemiels Schicksale. Die Urschrift des Peter Schlemihl« von Helmut Rogge. – Dazu zwei von Walter Tiemann gestaltete Drucke des Insel-Verlags: I. Robert Browning. Auf einem Balkon. In einer Gondel. 1903. Bordeauxroter Originallederband mit Vergoldung. Erste deutsche Ausgabe. – II. Giovanni di Boccaccio. Das Dekameron. Drei Bände. Dritte Auflage, 6.–10. Tausend. Originalleinenbände mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung. Erste Ausgabe dieser Neuübersetzung.

26,8 : 19,8 cm. [6], 84, [6] Seiten.

Sarkowski 304 sowie 224 und 186 A. – Rodenberg 95, 5

47  Drugulin-Drucke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Torquato Tasso.

€ 400

Ein Schauspiel. Leipzig, Ernst Rowohlt 1910. Handgebundener schwarzer Maroquinband mit vergoldeten Fileten, goldgeprägtem Rückentitel sowie Schnittvergoldung (signiert: Kretz Basel). Im Schuber.

Erster Drugulin-Druck. – Druck in Rot und Schwarz. – Außergewöhnlich schöner Handeinband von Emil Kretz, Basel, der neben seinen meisterhaften Einbänden besonders durch seine »Kretz-Papiere« (Kleisterbatikpapiere) bekannt wurde. – Die Drugulin-Drucke bilden den bibliophilen Auftakt für eine der erfolgreichsten und wechselhaftesten Verlagsgeschichten des 20. Jahrhunderts. Ernst Rowohlt hatte als Autoren bereits Paul Scheerbart, Max Dauthendey und Herbert Eulenberg gewonnen. Im Sommer 1910 wurde der Verlag ins Handelsregister eingetragen und Kurt Wolff stiller Teilhaber. Die Geschäftsräume befanden sich im Vorderhaus der Offizin Drugulin, ab Herbst erschienen die ersten sechs Drugulin-Drucke.

25,7 : 18,0 cm. [12], 123, [9] Seiten. – Vorsatzränder leimschattig.

Rodenberg 379, 1

48  Ernst Ludwig-Presse – Das Buch Esther.

€ 600

Übersetzt von Dr. Martin Luther. Leipzig, Insel 1908. Mit illustriertem Doppeltitel und zehn ornamentierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Dunkelgrüner Kalblederband mit hellgrauen Wildseidenvorsätzen. Titel und Kopfschnitt vergoldet.

Erstes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 275 Exemplaren auf Van Gelder Zonen-Bütten mit dem EL-Wasserzeichen (Gesamtauflage 300). – Der prachtvolle Doppeltitel und die zehn ornamentierten Initialen wurden in Gold und Schwarz, die Zwischentitel und das Pressensignet in Gold gedruckt. – 1906 berief Großherzog Ernst Ludwig von Hessen Kleukens nach Darmstadt, wo dieser 1907 die Ernst Ludwig Presse gründete. – Dazu: Unvollständiges Exemplar der Vorzugsausgabe auf Japan. Dunkelgrüner Kunstledereinband mit Deckelschild.

25,2 : 16,2 cm. [10], XXIX, [5] Seiten. – Rücken verfärbt, Deckel etwas fleckig, der vordere zudem verfärbt. Ecken und Kapitale berieben.

Stürz 1. – ELP 2. – Rodenberg 74. – Schauer II, 63. – Sarkowski 238

49  Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Hermann und Dorothea.

€ 600

Leipzig, Insel 1908. Mit illustriertem Titel und neun ornamentierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Hellroter Originalwildlederband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Zweites Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 180 Exemplaren auf Van Gelder Zonen-Bütten (Gesamtauflage 200). – Druck des Titels und der Initialen in Gold und Schwarz, die Kapitelüberschriften in Grün.

28,5 : 19,5 cm. [4], 57, [3] Seiten. – Rücken verblasst.

Stürz 2. – ELP 3. – Rodenberg 74. – Schauer II, 63. – Sarkowski 587

50  Ernst Ludwig-Presse – Heinrich Heine. Die Nordsee.

€ 600

1825–1826. Leipzig, Insel 1909. Mit Buchschmuck und Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Cremefarbener Originalkalblederband. Deckelvignette, Innenkantenfilete und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Carl Sonntag jun. Leipzig).

Drittes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 300 Exemplaren. – Auf Japan. – Die Titelvignette, die Zwischentitel und die 32 Initialen, gezeichnet von Friedrich Wilhelm Kleukens, wurden in Gold gedruckt. – Nach Sarkowski wurden nur 50 Exemplare in Leder gebunden. – Exlibris Lucy Spiegl.

23,2 : 15,3 cm. [4], 45, [7] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. Deckel minimal fleckig.

Stürz 3. – ELP 4. – Rodenberg 74. – Schauer II, 63. – Sarkowski 704

51  Ernst Ludwig-Presse – Emile Verhaeren. Helena’s Heimkehr.

€ 750

Dem unveröffentlichten Manuskript nachgedichtet von Stefan Zweig. Leipzig, Insel 1909. Graubraun marmorierter Originalwildlederband mit blindgeprägten Titeln.

Viertes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe, auf Japan gedruckt und im Druckvermerk vom Verfasser signiert (Gesamtauflage 300). – Druck in Gelb und Schwarz. – Erste deutsche Ausgabe. – Exlibris Max Kirdorf.

25,5 : 16,2 cm. 72, [4] Seiten. – Kanten minimal berieben.

Stürz 4. – ELP 5. – Rodenberg 74. – Schauer II, 63. – Sarkowski 1821. – Fromm VI, 26216

52  Ernst Ludwig-Presse – Das Hohelied von Salomo.

€ 450

Leipzig, Insel 1909. Mit illustriertem Doppeltitel und acht ornamentierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Weinroter Originalkalblederband mit vergoldetem Titel und Kopfschnittvergoldung.

Fünftes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 300 Exemplaren. – Auf Japan. – Gesetzt aus der Cicero Kleukens-Antiqua, die Friedrich Wilhelm Kleukens 1909 gezeichnet hatte und die hier erstmals verwendet wurde. – Der Doppeltitel und die großen Initialen wurden in Gold und Schwarz, das Pressensignet in Gold gedruckt. – Den Text bearbeitete Rudolf Alexander Schröder unter Zugrundelegung der von Emil Kautzsch besorgten Übertragung.

25,0 : 16,0 cm. XXI, [3] Seiten. – Rücken und Ränder verfärbt. Deckel fleckig, Kanten schwach berieben.

Stürz 5. – ELP 6. – Rodenberg 74. – Schauer II, 63 (mit Abbildung). – Sarkowski 1392

53  Ernst Ludwig-Presse – Drei Drucke der Presse.

€ 300

Leipzig, Insel 1909 bis 1912. Originalhalbpergamentbände mit Kopfschnittvergoldung.

I. William Shakespeare. Sonette. Übertragen von Eduard Saenger. Jubiläums-Ausgabe MDCIX–MCMIX. 1909. Sechstes Buch der Ernst Ludwig Presse. Druck in Rot und Schwarz auf Old Stratford-Velin. – II. John Keats. Gedichte. 1910. Neuntes Buch der Ernst Ludwig Presse. Druck in Schwarz und Grün gedruckt auf Old Stratford-Velin. – III. Klaus Groth. Quickborn. Volksleben in plattdeutschen Gedichten ditmarscher Mundart. 1912. 16. Buch der Ernst Ludwig Presse. Groths Dichtungen sorgten für eine Anerkennung des Niederdeutschen als Literatursprache.

Deckelränder etwas gebräunt (II), Innengelenke (II) bzw. ein kleiner Seiteneinriss (I) mit Filmoplast repariert. Äußerste Seitenränder gebräunt und schwach stockfleckig (III).

Stürz 6, 9 und 16. – ELP 7, 14 und 28. – Rodenberg 74–76. – Sarkowski 1598, 894 und 637

54  Ernst Ludwig-Presse – Theodor Storm. Immensee.

€ 900

Eine Novelle. 1849. Leipzig, Insel 1909. Mit zehn ornamentierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Senffarbener Kalblederband mit blindgeprägter Deckelvignette (signiert: Grossh. KGW Institut Weimar).

Siebtes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan. Daneben wurden 180 Exemplare auf Old Stratford-Velin gedruckt, von denen laut Ernstberger 150 durch den Insel-Verlag in den Handel kamen. – Der Titel und das Pressensignet wurden in Grün gedruckt. – Der Einband wurde in der Großherzoglichen Kunstgewerbeschule Weimar gearbeitet, die 1908 auf Anregung Henry van de Veldes gegründet und bis 1915 von ihm geleitet wurde. – Exlibris Leopold Biermann (1875–1922), erfolgloser Künstler und engagierter Kunstmäzen in seiner Vaterstadt Bremen.

24,2 : 15,8 cm. [2], 40, [6] Seiten. – Rücken kaum merklich verblasst.

Stürz 7. – ELP 8. – Rodenberg 74. – Schauer II, 63. – Sarkowski 1686

55  Ernst Ludwig-Presse – Theodor Storm. Immensee.

€ 300

Eine Novelle. 1849. Leipzig, Insel 1909. Mit zehn ornamentierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Dunkelgrüner Originalmaroquinband mit Rückenvergoldung, vergoldeter Deckelvignette und goldgepunzten Deckelkantenbordüren.

Siebtes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 180 Exemplaren auf Old Stratford-Velin, von denen laut Ernstberger 150 durch den Insel-Verlag in den Handel kamen (Gesamtauflage 200). – Der Titel und das Pressensignet wurden in Grün gedruckt. – Diese Einbandvariante wird bei Ernstberger und Sarkowski nicht erwähnt.

23,8 : 15,8 cm. [2], 40, [6] Seiten. – Rücken verfärbt.

Stürz 7. – ELP 8. – Rodenberg 74. – Schauer II, 63. – Sarkowski 1686

56  Ernst Ludwig-Presse – Jens Peter Jacobsen. Mogens.

€ 900

Eine Novelle. (Nach der von M. von Borch für die Universal-Bibliothek besorgten Übertragung). Leipzig, Insel 1910. Mittelbrauner Ecrasélederband mit vergoldeter Deckelvignette und Kopfschnittvergoldung (signiert: Grossh. KGW Institut Weimar).

Achtes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan, 180 weitere Exemplare wurden auf Old Stratford gedruckt. – Titel und Initialen, gezeichnet von Friedrich Wilhelm Kleukens, und das Pressensignet wurden in Grün gedruckt. – Der Einband wurde in der Großherzoglichen Kunstgewerbeschule Weimar gearbeitet, die 1908 auf Anregung Henry van de Veldes gegründet und bis 1915 von ihm geleitet wurde.

20,6 : 14,0 cm. [2], 56, [2] Seiten. – Gelenke brüchig und mit winzigen Fehlstellen.

Stürz 8. – ELP 11. – Rodenberg 75. – Schauer II, 63. – Sarkowski 834

57  Ernst Ludwig-Presse – Longus. Die Liebesgeschichte von Daphnis und Chloe.

€ 500

Leipzig, Insel 1910. Mit illustriertem Titel und vier ornamentierten Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Blauer Originalecrasélederband. Deckelbordüren, Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: P. A. Demeter, Hellerau).

Zehntes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan. Es wurden zudem 250 Exemplare auf italienischem Bütten gedruckt. – Der deutsche Text dieser Ausgabe stammt von Ludwig Wolde. – Die vier großen Initialen wurden in Gold und Schwarz gedruckt. – Der Entwurf für den Demeter-Einband stammt von Friedrich Wilhelm Kleukens.

26,5 : 17,5 cm. 167, [3] Seiten. – Rücken verfärbt.

Stürz 10. – ELP 13. – Rodenberg 75. – Schauer II, 63. – Sarkowski 1039

58  Ernst Ludwig-Presse – Richard Wagner. Wieland der Schmiedt.

€ 750

Leipzig, Insel 1911. Brauner Originalkalblederband. Große Deckelvignette, Titel, Deckel-, Innenkantenfileten und -bordüren sowie Kopfschnitt vergoldet.

Elftes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 225). – Die große Deckelvignette, den Titel und die Initialen entwarf Friedrich Wilhelm Kleukens. – Druck in Braun und Schwarz. – Der Abdruck erfolgte mit Genehmigung der Erben Richard Wagners und Siegel’s Musikalienhandlung Leipzig aus Richard Wagners »Gesammelten Schriften und Dichtungen«.

23,1 : 16,2 cm. 51, [5] Seiten. – Rücken leicht verblasst. Kanten minimal berieben.

Stürz 11. – ELP 16. – Rodenberg 75. – Schauer II, 63. – Sarkowski 1864

59  Ernst Ludwig-Presse – Emile Verhaeren. Die Gesichter des Lebens.

€ 750

Deutsche Nachdichtung von Erna Rewoldt. Leipzig, Insel 1911. Flexibler weinroter Originalkalblederband mit vergoldeten Titeln und Kopfschnittvergoldung.

Zwölftes Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 550). – Eine Luxusausgabe von 15 Pergamentexemplaren wurde nicht gedruckt. – Exlibris der Insel-Sammlung Ingo Nebehay.

19,6 : 13,3 cm. 62, [4] Seiten.

Stürz 12. – ELP 17. – Rodenberg 75. – Schauer II, 63. – Sarkowski 1819

60  Ernst Ludwig-Presse – Joseph von Eichendorff. Die Glücksritter.

€ 800

Eine Novelle. Leipzig, Insel 1911. Dunkelblauer Originalkalblederband mit vergoldeter Deckelvignette und vergoldetem Rückentitel. Im gefütterten Originalschuber mit Lederkanten.

13. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japanbütten (Gesamtauflage 200). – Von der Normalausgabe waren zunächst nur 100 und von der Vorzugsausgabe 20 geplant. – Den Titel, die Initialen und die große Deckelvignette entwarf Friedrich Wilhelm Kleukens. – Die Titelzeile und die sechs großen Initialen wurden in Braun gedruckt. – Aus der Sammlung Dr. Gerhart Güttler mit dessen kleinem Stempel (Lugt 2807) verso auf dem Vorsatzblatt. Güttler (1889–1966) war nicht nur Sammler bibliophiler Ausgaben, sondern besaß auch eine umfangreiche Sammlung mit Druckgraphik alter Meister, die zum großen Teil 1928 und 1931 bei C. G. Boerner in Leipzig versteigert wurde.

24,0 : 16,5 cm. 75, [5] Seiten. – Auf dem Rücken schwacher Kratzer.

Stürz 13. – ELP 23. – Rodenberg 75. – Schauer II, 64 (mit Abbildung). – Sarkowski 431

61  Ernst Ludwig-Presse – Emile Verhaeren. Die geträumten Dörfer.

€ 750

Deutsche Nachdichtung von Erna Rehwoldt. Leipzig, Insel 1911. Flexibler weinroter Originalkalblederband mit vergoldeten Titeln und Kopfschnittvergoldung.

14. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 550). – Exlibris der Insel-Sammlung Ingo Nebehay.

19,6 : 13,3 cm. 66, [4] Seiten. – Ecken und Gelenke minimal berieben.

Stürz 14. – ELP 21. – Rodenberg 75. – Schauer II, 63. – Sarkowski 1820

62  Ernst Ludwig-Presse – Die Psalmen.

€ 18000

Leipzig, Insel 1911. Weinroter Originalsaffianlederband mit reicher Deckel- und Rückenvergoldung sowie Innenkantenfileten und Kopfschnittvergoldung (signiert: E. A. Enders, Leipzig). Im gefütterten Originalschuber mIt Lederkanten.

15. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von zehn Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe auf Pergament. Daneben wurden 50 Exemplare auf Japan und 440 auf Van Gelder-Bütten mit dem EL-Wasserzeichen gedruckt. – Die Titel und die 150 Initialen zeichnete Friedrich Wilhelm Kleukens, der auch den Einband entwarf. – Die von ihm vorgeschlagene Titelzeichnung wurde von Anton Kippenberg abgelehnt, der damit zum ersten Mal in die Buchgestaltung der Presse eingegriffen hatte. – Als Textvorlage wurde die Übertragung Martin Luthers nach der letzten von ihm selbst durchgesehenen Ausgabe der deutschen Bibel (Wittenberg 1545) ausgewählt. – Nahezu tadelloses Exemplar.

32,4 : 22,0 cm. 119, [1] Seiten. – Rücken minimal verblasst.

Stürz 15. – ELP 24. – Rodenberg 75. – Schauer II, 65 (mit Abbildung des Einbandes). – Sarkowski 1270

63  Ernst Ludwig-Presse – Die Psalmen.

€ 3000

Leipzig, Insel 1911. Weinroter Originalecrasélederband mit reicher Deckel- und Rückenvergoldung. Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Carl Sonntag jun. Leipzig).

Eins von 50 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 500).

32,4 : 22,0 cm. [2], 119, [1] Seiten. – Bünde kaum merklich berieben. Vorderdeckel mit wenigen winzigen, kaum sichtbaren Kratzern.

Stürz 15. – ELP 24. – Rodenberg 75. – Schauer II, 65 (mit Abbildung des Einbandes). – Sarkowski 1270

  64    Ernst Ludwig-Presse – Die Psalmen.

€ 250

Leipzig, Insel 1911. Mit zahlreichen Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Originalhalbpergamentband mit reicher Deckelvergoldung und Kopfgoldschnitt. Im Schuber.

15. Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 440 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 500). – Die Titel und die 150 Initialen zeichnete Friedrich Wilhelm Kleukens, der auch den Einband entwarf. Die von ihm vorgeschlagene Titelzeichnung wurde von Anton Kippenberg abgelehnt, der damit zum ersten Mal in die Buchgestaltung der Presse eingegriffen hatte. – Nach der letzten von Martin Luther durchgesehenen deutschen Bibel von 1545. – Breitrandiger eleganter Druck.

33,0 : 23,0 cm. 119, [1] Seiten. – Unteres Kapital leicht gestaucht, sonst tadellos.

Stürz 15. – Sarkowski 1270. – Rodenberg 75. – Schauer II, 65

65  Ernst Ludwig-Presse – Friedrich Hölderlin. Hyperion

€ 1000

oder Der Eremit in Griechenland. 1797. 1799. Leipzig, Insel 1912. Originalecrasélederband mit rot-goldenem Rückenschild, Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Handeinband Fritzsche A.-G.).

17. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 200), je zehn Exemplare wurden über die Auflagen hinaus gedruckt. – Breitrandiger Handpressendruck mit 61 ornamentierten Initialen, gezeichnet von Friedrich Wilhelm Kleukens, die wie der Haupttitel vergoldet wurden.

23,8 : 18,3 cm. [2], 255, [3] Seiten. – Wenige schwache Kratzer auf dem hinteren Deckel. – Schnitt mit winzigen Stockflecken.

Stürz 17. – ELP 38. – Rodenberg 76. – Schauer II, 64 (mit Abbildung). – Sarkowski 745

66  Ernst Ludwig-Presse – Rainer Maria Rilke. Das Buch der Bilder.

€ 900

Leipzig, Insel 1913. Gelber Originalmaroquinband. Deckelvignette, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: KGS Weimar). Mit grau-blau-gelben Japanvorsatzpapieren.

19. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan und im Einband der Kunstgewerbeschule Weimar. 250 Exemplare wurden zusätzlich auf Old Stratford gedruckt. – Die ersten drei Auflagen der Gedichtsammlung waren 1902 und 1906 im Axel Juncker Verlag, Berlin erschienen. – Die von F. W. Kleukens vorgeschlagene Einbandzeichnung wurde von Kippenberg abgelehnt. – Schönes Exemplar, selten.

24,1 : 16,1 cm. [4], 205, [15] Seiten.

Stürz 19. – ELP 45. – Rodenberg 76. – Schauer II, 64. – Sarkowski 1337

  67    Ernst Ludwig-Presse – Zwei Drucke der Presse.

€ 200

Leipzig, Insel 1913. Farbig illustrierter Originalpapp- bzw. -halbpergamentband. Beide im Schuber.

I. Ernst Elias Niebergall. Datterich. Localposse in sechs Bildern in der Mundart der Darmstädter. Mit sieben Lithographien und Einbandillustrationen von Emil Preetorius. 18. Buch der Ernst Ludwig Presse. Eins von 325 Exemplaren auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 400). – II. Reinke Voß, eene ole Geschichte, upt Nee vertellt von Christian Kleukens mit bunte Biller von Friedrich Wilhelm Kleukens. 20. Buch der Ernst Ludwig-Presse. Eins von 350 Exemplaren. – Innerhalb der streng typographisch auftretenden Drucke der Darmstädter Ernst Ludwig-Presse bildeten Kleukens »Reinke Voß« und Niebergalls »Datterich« buchkünstlerische Ausnahmen. Erst in seiner Ratio-Presse konnte sich Kleukens unabhängig seinen eigenen Vorstellungen widmen, die dort erschienenen Drucke, einschließlich der des Reineke Fuchs von 1929, waren »reich geschmückt und fast durchweg illustriert.« (vgl. Schauer I, 65f.).

23,7 : 20,5 cm. 105, [3] Seiten, 7 Lithographien; 28,5 : 19,0 cm. 115, [5] Seiten. – Deckel etwas gebräunt, Ecken und Kapitale leicht bestoßen (I), Vorderdeckel mit schwacher Schabspur (II). – Exlibris (I).

Stürz 18 und 20. – ELP 41 und 47. – Rodenberg 76. – Schauer II, 66 (mit Abbildung). – Sarkowski 934

68  Ernst Ludwig-Presse – Reinke Voß,

€ 750

eene ole Geschichte, upt Nee vertellt […] mit bunte Biller von F. W. Kleukens. Leipzig, Insel 1913. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen im Text. Originalpergamentband mit grün-rot-gold-geprägter Deckelvignette, vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

20. Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Exemplar 391 in der Ausstattung der Vorzugsausgabe in Ganzpergament (lt. Sarkowski 1–50 in Pergament, 350 in Halbpergament). – Auf Bütten mit Wasserzeichen »EL«. – Gesetzt aus der Cicero Kleukens Fraktur und gedruckt in Rot und Schwarz, mit farbigen Illustrationen. – Die frühere der beiden von Friedrich Wilhelm Kleukens illustrierten Reineke-Ausgaben. Innerhalb der streng typographisch auftretenden Drucke der Darmstädter Ernst Ludwig-Presse bildeten Kleukens’ »Reinke Voß« und Niebergalls »Datterich« buchkünstlerische Ausnahmen. Noch war man bestrebt, der »Typographie Raum und Freiheit vom Dekorativen« zu verschaffen. Erst in der von ihm selbst begründeten Ratio-Presse konnte sich Kleukens unabhängig seinen eigenen Vorstellungen widmen, die dort erschienenen Drucke, einschließlich der des Reineke Fuchs von 1929, waren »reich geschmückt und fast durchweg illustriert.« (vgl. Schauer I, 65f.). – Sehr frisches Exemplar.

28,2 : 18,8 cm. 115, [5] Seiten.

Stürz 20. – Sarkowski 934. – Rodenberg 76, 20. – Schauer II, 66 (mit Abbildung). – ELP 47

  69    Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Gott und Welt.

€ 250

[Leipzig, Insel] 1913. Originalpergamentbroschur mit vergoldetem Titel und grüner Rückendurchstichheftung.

21. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 70 Exemplaren auf Old Stratford-Velin (Gesamtauflage 100).

22,8 : 15,7 cm. [4], 58, [6] Seiten.

Stürz 21. – ELP 42. – Rodenberg 76. – Schauer II, 64. – Sarkowski 586

70  Ernst Ludwig-Presse – Gottlieb von Leon. Rabbinische Legenden.

€ 400

Darmstadt 1913. Dunkelblauer Originalecrasélederband mit goldgeprägtem Titel, vergoldeter Innenkantenfilete und Kopfgoldschnitt.

22. Buch der Ernst Ludwig-Presse. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan, darüber hinaus erschienen 70 Exemplare auf Bütten. – Mit zahlreichen großen Initialen, gezeichnet von Friedrich Wilhelm Kleukens. – Breitrandiger Handpressendruck, gesetzt aus der Kleukens-Antiqua. – Gottfried von Leon (1757–1832) war österreichischer Schriftsteller und zugleich Kustos der k.u.k. Hofbibliothek in Wien. Seine »Rabbinischen Legenden« erschienen erstmals 1821. – Aus der Bibliothek von Max Kirdorf (1878–1923, Montanindustrieller und Sammler), die 1929 versteigert wurde.

20,7 : 12,7 cm. 50 Seiten. – Rücken und obere Ränder etwas verfärbt. – Deckelkante und Hinterdeckel mit kleinen Schabspuren. – Exlibris.

Stürz 22. – Sarkowski 1014. – Rodenberg 76, 22

  71    Ernst Ludwig-Presse – Gottlieb von Leon. Rabbinische Legenden.

€ 200

[Leipzig, Insel] 1913. Originalpergamentband. Titel, Deckelvignette, Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten vergoldet (signiert: Kleukens-Binderei Ernst Rehbein).

22. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 70 Exemplaren auf Old Stratford-Velin (Gesamtauflage 100). – Mit großen Initialen, gezeichnet von Friedrich Wilhelm Kleukens. – Gottfried von Leon (1757–1832) war österreichischer Schriftsteller und zugleich Kustos der k.u.k. Hofbibliothek in Wien. Seine »Rabbinischen Legenden« erschienen erstmals 1821.

21,0 : 12,5 cm. [2], 50, [2] Seiten.

Stürz 22. – ELP 46. – Rodenberg 76. – Schauer II, 76. – Sarkowski 1014

72  Ernst Ludwig-Presse – Felix Wolff. Ægypten und der Hafen der Ewigkeit. – Das Totenbuch

€ 400

oder Die Kapitel vom Hervorkommen am Tage. Leipzig, Insel 1914. Originalhalblederband mit vergoldetem Rückentitel und orangefarbenen Wildseidendeckelbezügen mit Deckelvignette. – Mit einer Heliogravüre von Friedrich Wilhelm Kleukens als Titelbild. Originalpappband mit Deckelvignette.

23. und 24. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Jeweils eins von 70 Exemplaren auf Old Stratford-Velin (Gesamtauflage 100). – Nach Aussagen des Kleukens-Archivs, das die Halbledervariante von »Aegypten« nicht verzeichnet, wurden beide Bücher erst nach Kriegsende und nur zusammen ausgegeben. – Beide Titel wurden in Gold gedruckt, das Titelbild zum »Totenbuch« schuf Kleukens nach einem alten Grabgemälde in Theben.

21,7 : 15,8 cm. 143, [5] Seiten. – II: Rücken und Deckelränder etwas gebräunt. – Ehemals Sammlung Gerd Plantener, Hamburg, mit dessen Bleistift-Notizen auf dem hinteren Vorsatzblatt.

Stürz 23 und 24. – ELP 56 und 57. – Rodenberg 76. – Schauer II, 64. – Sarkowski 1929a

73  Ernst Ludwig-Presse – Manfred Kyber. Unter Tieren.

€ 450

Darmstadt 1914–1918. Handgebundener Pergamentband mit Verzierungen, Rückentitel und Vignetten auf beiden Deckeln in Tusche und farbigen Tinten (signiert: Hv Kreye fecit).

25. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 100 Exemplaren auf ELP-Bütten. – Titel und Initialen wurden in Rot gedruckt. – Auch dieser vorletzte nummerierte Druck der Presse wurde durch die Kriegsjahre verzögert fertiggestellt. – Nach Ernstberger erfolgte der Druck »für eine Gesellschaft von Bücherfreunden«. – Mit grün-weißen Oleographiepapier-Vorsätzen. – Das unikat gebundene Exemplar im wohl originalen Schuber.

19,2 : 13,5 cm. [2], 191, [7] Seiten.

Stürz 25. – ELP 60. – Rodenberg 76. – Schauer II, 64. – Sarkowski 971 (»Auslieferung durch den Verlag nicht nachgewiesen«)

74  Ernst Ludwig-Presse – Baruch de Spinoza. Ethik.

€ 600

Übersetzt von Otto Baensch. [Leipzig, Insel] 1914–1920. Mit Abbildungen. Schwarzer Originalmaroquinband mit rot-goldenem Rückenschild, Steh- und Innenkanten- sowie Kopfschnittvergoldung (signiert: E. A. Enders, Leipzig).

26. Buch der Ernst Ludwig Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 150). – Druck der Lehrsätze und der Illustrationen in Rot, die Erläuterungstexte in Schwarz. – Der Druck wurde bereits 1914 von Christian Heinrich Kleukens begonnen, konnte aber erst nach Kriegsende und den Fertigstellungen der früheren Aufträge von Karl Simon beendet werden. – Der für die Auslieferung zuständige Insel-Verlag widmete diesen letzten nummerierten Druck der Ernst Ludwig Presse Raoul Richter, dem 1912 im Alter von erst 41 Jahren verstorbenen Philosophen, der sich 1898 in Leipzig mit einer Arbeit zum Willensbegriff Spinozas habilitiert hatte. Richter hatte sich als einer der ersten Philosophen um das Werk Friedrich Nietzsches bemüht und gehörte ab 1908 zum Vorstand der Stiftung »Nietzsche-Archiv«.

27,0 : 19,5 cm. 320, [4] Seiten. – Rücken verfärbt. Vordergelenk oben angeplatzt. – Innengelenke mit Filmoplast überklebt.

Stürz 26. – ELP 62. – Rodenberg 76. – Schauer II, 64. – Sarkowski 1628

75  Ernst Ludwig-Presse – Ludwig Hölty. Gedichte.

€ 600

München, Kurt Wolff 1921. Dunkelblaugrüner Originalecrasélederband mit reicher ornamentaler Vergoldung und Schnittvergoldung. Im Originalschuber mit Deckelschild.

Stundenbücher des Kurt Wolff Verlages, Band VIII. – Eins von 350 Exemplaren. – Satz von Christian Heinrich Kleukens aus der Korpus Kleukens-Antiqua. – Mit einer in Rot gedruckten Initiale. – 1919 gründete Christian Heinrich Kleukens zusammen mit Rudolf G. Binding die »Kleukens-Presse« in Nieder-Ramstadt bei Darmstadt und übernahm bald darauf auch wieder die Leitung der Ernst Ludwig-Presse, die der Verleger Kurt Wolff vorübergehend gepachtet hatte. Für diesen entstanden 1920–1922 die zehn »Stundenbücher«. Alle zehn wurden von Christian Heinrich Kleukens eigenhändig gesetzt und auf der Ernst Ludwig-Presse gedruckt. – Den Entwurf für alle zehn Einbände der Reihe zeichnete Emil Preetorius. – Tadellos.

18,6 : 12,7 cm. 84, [8] Seiten.

Stürz 34. – ELP 71. – Rodenberg 77, 8. – Schauer II, 64

76  Ernst Ludwig-Presse – Maurice de Guérin. Der Kentauer.

€ 600

Übertragen durch Rainer Maria Rilke. Leipzig, Insel 1911. Dunkelbrauner Original-Ecrasélederband. Titel und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan. Weiterhin erschienen 250 Exemplare auf Old Stratford-Bütten und jeweils zehn nicht für den Handel bestimmte Exemplare. – Mit einer großen vergoldeten Initiale, wie die Titelschrift gezeichnet von Friedrich Wilhelm Kleukens. – Exlibris Lucy Spiegl.

23,2 : 15,7 cm. [4], 31, [5] Seiten. – Rücken minimal verblasst.

Stürz 37. – ELP 22. – Schauer II, 65. – Rodenberg 78. – Sarkowski 638

77  Ernst Ludwig-Presse – Johann Wolfgang von Goethe. Trilogie der Leidenschaft.

€ 400

Leipzig, Insel 1912. Dunkelblauer Originalecrasélederband. Titel, Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 210). – Gesetzt aus der Korpus Helga-Antiqua. Diese Schrift hatte Friedrich Wilhelm Kleukens 1911 entworfen und hier erstmals verwendet. – Den Titel und die bei der vorliegenden Vorzugsausgabe vergoldeten Initialen zeichnete Friedrich Wilhelm Kleukens. – Druck des Pressensignets in Gold. – Enthält »An Werther«, »Elegie« und »Aussöhnung«.

23,2 : 15,8 cm. [30] Seiten. – Rücken etwas verfärbt, Deckel minimal fleckig.

Stürz 38. – ELP 36. – Rodenberg 78. – Schauer II, 65. – Sarkowski 610

78  Ernst Ludwig-Presse – Emile Verhaeren. Die hohen Rhythmen.

€ 750

Übertragen von Johannes Schlaf. Leipzig, Insel 1912. Weinroter Originalkalblederband mit vergoldeten Titeln sowie Kopfschnittvergoldung.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 1100). – Erste deutsche Ausgabe. – Nach seinem frühen realistischen Gedichtzyklus »Les flamandes«, der in seiner Heimat einen Skandal auslöste – die Eltern Verhaerens versuchten sogar, die gesamte Auflage zurückzukaufen – wandte sich der Dichter Ende des 19. Jahrhunderts verstärkt sozialkritischen Themen zu. Seine Dichtungen wurden unter anderem von Rainer Maria Rilke und Stefan Zweig begeistert aufgenommen und übersetzt.

23,0 : 15,2 cm. [3]-85, [3] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. Deckel minimal fleckig.

Stürz 40. – ELP 33. – Rodenberg 78. – Sarkowski 1823. – Fromm VI, 26234

79  Ernst Ludwig-Presse – Das Buch der Fabeln.

€ 800

Zusammengestellt von Christian Kleukens. Eingeleitet von Otto Crusius. Leipzig, Insel 1913. Violetter Originalecrasélederband mit vergoldeter Deckelvignette, Kopfschnitt- und reicher, ornamentaler Rückenvergoldung.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten und im Ledereinband. – Die Titelblätter der 2000 Exemplare der Normalausgabe zierte eine Vignette von Ludwig Enders. Auch für die Vorzugsausgabe waren die Titelblätter schon gedruckt, wurden jedoch nicht verwendet. – Friedrich Wilhelm Kleukens zeichnete Titel und Vignette neu; von ihm stammt auch der Einbandentwurf. – Die Überschrift der Einleitung und die große Initiale wurden in Rot gedruckt, die Titelvignette gelb koloriert. – Der Band enthält über 250 Fabeln antiker bis zeitgenössischer Autoren sowie Volksdichtungen und Fabeln aus Asien, Afrika und Nordamerika. – Exlibris Lucy Spiegl.

23,8 : 15,3 cm. [8], LXIII, [1], 228, [12] Seiten. – Rücken verfärbt. Ecken kaum merklich berieben.

Stürz 42. – ELP 48. – Rodenberg 79. – Schauer II, 64 (mit Abbildung). – Sarkowski 239 VA

80  Ernst Ludwig-Presse – [Das Buch] Ruth

€ 3000

In der Übertragung Martin Luthers nach der letzten von ihm selbst durchgesehenen Ausgabe der Deutschen Bibel, Wittenberg 1545. Darmstadt [1914]. Grüner Originalecrasélederband mit Deckel- und dreiseitiger Schnittvergoldung (signiert »KGS Weimar«). Im Schuber.

Eins von 50 Exemplaren auf Pergament. – Satz aus der Korpus Schlanke Kleukens-Antiqua. – Die vier Initialen wurden von Luise Kleukens handvergoldet. – Titel und Pressensignet wurden in Rot gedruckt. – Die Einbände entstanden nach einem Entwurf von Henry van de Velde in der Kunstgewerbeschule zu Weimar. – Im gleichen Jahr wurden für den Insel Verlag 10.000 (!) Exemplare auf Bütten gedruckt und als Inselbändchen 152 [1] vertrieben. – Vgl. KatNrn. 81 und 823.

18,5 : 13,0 cm. 21, [3] Seiten. – Rücken und Kanten schwach verfärbt. Kapitale und Bünde minimal berieben.

Stürz 43a. – ELP 58. – Schauer II, 65. – Rodenberg 79. – Sarkowski 1383. – Jenne II, 48

81  Ernst Ludwig-Presse – [Das Buch] Ruth

€ 300

In der Übertragung Martin Luthers nach der letzten von ihm selbst durchgesehenen Ausgabe der Deutschen Bibel, Wittenberg 1545. Leipzig, Insel [1914]. Mit Titelvignette nach einem alten Holzschnitt. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von etwa 200 bis 300 Exemplaren der Halbpergamentvariante, auf Bütten der Ernst Ludwig Presse. – Vorzugsausgabe von Inselbändchen 152 [1], entstanden als Bindequote aus der komplett auf der Ernst Ludwig Presse gedruckten Auflage von 10.000 Exemplaren. – Satz aus der Korpus Schlanke Kleukens-Antiqua. – Die Titelzeile und die vier Initialen wurden in Rot gedruckt. Anders als bei den Pergamentexemplaren (vgl. KatNr. 80) wird im Druckvermerk der vertreibende Insel Verlag genannt, das erste Blatt hier mit dem Verlagssignet, der Titel mit der Abbildung eines alten Holzschnitts.

18,5 : 13,0 cm. 21, [3] Seiten. – Äußerste Ränder schwach gebräunt.

Stürz 43b. – Sarkowski 1383. – Jenne II, 48. – Bezugspapier wie Jenne Abb. 122, hier gedreht

82  Ernst Ludwig-Presse – Georg Britting. Der verlachte Hiob.

€ 300

Traisa bei Darmstadt, Arkadenverlag 1921. Originalpergamentband. Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten, Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Kleukens-Binderei).

Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Velin (Gesamtauflage 1000). – Den Titel zeichnete Hans Schreiber. – Der Verleger des Buches war Ludwig Coellen, der in seinem Arkadenverlag unter anderem mehrere eigene kunstwissenschaftliche Werke veröffentlichte.

22,7 : 15,8 cm. [2], 49, [7] Seiten. – Deckel leicht aufgebogen.

Stürz 46. – ELP 77. – Rodenberg 80

  83    Ernst Ludwig-Presse – Vier Drucke der Presse.

€ 200

1921–1926. Originalhalbpergamentbände mit Rücken- und Deckelvergoldung.

I. Rede des Perikles für die Gefallenen. Frankfurt am Main, Tiedemann & Uzielli 1921. Eins von 1000 Exemplaren auf Bütten. Der Druck ist eine typographisch verkleinerte Wiederholung des fünften Drucks der Kleukens-Presse (siehe dort). – II. Goethe’s Balladen. Darmstadt, Kleukens 1924. Eins von 470 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 500). Einer der wenigen Drucke der Presse, die Christian Heinrich Kleukens unter eigenem Namen verlegte. – III. Rudolf Kindt. Das erste Märchen. Darmstadt [1926]. Eins von 125 Exemplaren, gedruckt als »Neujahrsgabe 1927 für den Kreis der Freunde der Ernst Ludwig Presse«; Stürz und Rodenberg nennen (weitere ?) 300 signierte Exemplare. Druck auf JWZ-Bütten. – IV. Willam Shakespeare. Volks-Scene in dem Drama »Sir Thomas More«. [Leipzig, Insel] 1925. Eins von 135 Exemplaren auf Velin. Gedruckt für die Veranstalter und Subskribenten der Shakespeare-Ausgabe, einem der letzten ehrgeizigen Projekte der Presse: Man plante eine sechzehnbändige Shakespeare-Ausgabe, von der allerdings nur sieben Bände erschienen.

Stürz 47, 55, 69 und 98. – ELP 76, 97, 118 und 102

84  Ernst Ludwig-Presse – Angelus Silesius. Ewige Sinnreime des Cherubinischen Wandersmannes.

€ 300

Frankfurt am Main, Tiedemann & Uzielli 1922. Originalpergamentband. Rückentitel, Deckelvignette, Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet (signiert: Kleukens-Binderei). Im Schuber.

Eins von nur wenigen Exemplaren mit der vergoldeten Initiale und auf starkem Handbütten. – Nach Unterlagen des Kleukens-Archivs erschienen darüber hinaus 990 Exemplare auf de Haesbeck oder ELP-Bütten und zehn auf Japan. – Einige Blätter mit dem Wasserzeichen »ELP«, ein Blatt mit dem Wasserzeichen der Maillol-Kessler-Bütten-Papiere [!]. – Titel und Initialen zeichnete Hans Schreiber, die Eingangsinitiale wurde von Luise Kleukens handvergoldet. – Die Dichtungen des schlesischen Mystikers Johannes Scheffler erschienen erstmals 1675 und zählen zu den wichtigsten Werken der deutschen Barockliteratur. – Druckfrisches Exemplar.

25,1 : 16,5 cm. 30, [2] Seiten.

Stürz 49. – ELP 80. – Rodenberg 81

85  Ernst Ludwig-Presse – Rudolf G. Binding. Stolz und Trauer.

€ 300

[Gedichte]. Frankfurt am Main, Tiedemann & Uzielli 1922. Originalpergamentband mit Vergoldung (signiert: Kleukens-Binderei Ernst Rehbein).

Eins von 250 Exemplaren. – Auf Bütten von J. W. Zanders. – Die Titel und Initialen zeichnete Hans Schreiber.

24,0 : 16,7 cm. [2], 55, [9] Seiten. – Rücken und Oberrand mit winzigem Braunfleck.

Stürz 50. – ELP 81. – Rodenberg 81

86  Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust.

€ 1500

– Der Tragödie erster Teil. – Der Tragödie zweiter Teil. – Der Tragödie ursprüngliche Gestalt (Urfaust). Darmstadt 1922–1924. Drei Originalpergamentbände. Rückentitel, Deckel- und Innenkantenfileten, Stehkantenbordüren und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Kleukens-Binderei bzw. Ernst Rehbein Darmstadt).

Druck der Ernst Ludwig-Presse zu Darmstadt. Unternommen von der Kleukens Presse zu Frankfurt am Main. – Das Papier wurde von Moritz von Bethmann und Hans Passavant gestiftet. – Gesetzt aus der Antiqua von Christian Heinrich Kleukens, einer »eigens vom Drucker für die Presse bearbeiteten Schrift«, und gedruckt in Rot und Schwarz. – Man wollte »dem sich rapid ausbreitenden Protzentum des Luxusdruckes, einer rohen Typographie mit grellen Illustrationseffekten« entgegentreten. (vgl. Schauer I, 68). – Vollständige Exemplare aller drei Teile in so schönen originalen Einbänden des »Kleukensbuchbinders« Ernst Rehbein sind selten.

27,6 : 19,3 cm. 214, [6]; 323, [5]; 147, [5] Seiten. – In einem privatem Leinenschuber.

Stürz 51. – Rodenberg 81. – Schauer II, 65

87  Ernst Ludwig-Presse – Christian Heinrich Kleukens. Die Fabel vom Wind

€ 1200

und andere Fabeln. [Frankfurt am Main, Tiedemann & Uzielli] 1923. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeten Kantenfileten (signiert: Kleukens-Binderei).

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 250). – Die Kleukens-Fabeln wurden in »einer neuen eigenartigen Schrift, der Judith-Type« gedruckt (Julius Rodenberg). Jede Seite wurde in dieser von Christian Heinrich Kleukens entworfenen Schrift in Holz geschnitten. Im Laufe des Jahres 1923 entstand ein Metallschnitt, der in der Bauerschen Gießerei gegossen wurde. Lediglich zwei Bücher der Presse wurden mit diesen Lettern gedruckt: Das namensgebende »Buch Judith« und ein Jahr später »Der Prophet Jona«. – Exlibris »Feuerbacher Heide« (Hans L. Merkle).

19,4 : 13,8 cm. [24] Seiten. – Deckel leicht aufgebogen.

Stürz 52. – ELP 88. – Rodenberg 80. – Schauer II, 65

88  Ernst Ludwig-Presse – Martin Luther. Fabeln.

€ 300

Darmstadt, Kleukens 1924. Originalpergamentband mit Vergoldung signiert: Ernst Rehbein).

Eins von 25 der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Japanbütten (Gesamtauflage 250). – Druck in Rot und Schwarz. – Zusammengestellt aus Luthers Schriften und Tischreden.

25,5 : 17,8 cm. 61, [7] Seiten. – Deckel leicht aufgebogen.

Stürz 57. – ELP 99. – Rodenberg 498 (II, 22)

89  Ernst Ludwig-Presse – Der Prophet Jona.

€ 300

Darmstadt, Kleukens 1924. Mit drei Textholzschnitten von Adam Antes. Originalpergamentband mit Vergoldung (signiert: Ernst Rehbein).

Eins von 250 Exemplaren, davon wurden 100 Exemplare als erste Sonderpublikation der Soncino-Gesellschaft der Freunde des jüdischen Buches, Berlin, ausgegeben. – Druck auf Zanders-Bütten. – Adam Antes (1891–1984) hatte seit 1919 ein eigenes Atelier in Darmstadt. Seine Holzschnitte zu Jona bilden eine der seltenen Illustrationsfolgen innerhalb der Ernst Ludwig Presse. – Exlibris »Feuerbacher Heide« (Hans L. Merkle).

25,5 : 17,4 cm. 11, [5] Seiten.

Stürz 58. – ELP 100. – Rodenberg 498 (II, 22). – Schauer II, 65

90  Ernst Ludwig-Presse – Hartmann von Aue. Der arme Heinrich.

€ 300

Darmstadt 1925. Originalpergamentband mit Vergoldung (Ernst Rehbein, Darmstadt).

Eins von 100 Exemplaren für den »Kreis der Freunde der Ernst Ludwig Presse«, weitere 100 Exemplare gelangten durch den Insel-Verlag mit abweichendem Impressum und Signet in den Handel. Ferner existieren 20 römisch nummerierte Dedikationsexemplare. – Der mittelhochdeutsche Text wurde aus der Shakespeare-Type von Christian Heinrich Kleukens gesetzt, die Initiale von Luise Kleukens handvergoldet.

19,0 : 13,5 cm. 91, [5] Seiten.

Stürz 61. – ELP 109. – Nicht bei Schauer und Rodenberg. – Vgl. Sarkowski 678

91  Ernst Ludwig-Presse – Walther von der Vogelweide. Die Gedichte.

€ 400

[Leipzig, Insel 1926]. Dunkelgrüner Originalecrasélederband mit rot-goldenem Rückenschild und Vergoldung. Im Schuber.

Eins von 100 Exemplaren für den »Kreis der Freunde der Ernst Ludwig Presse«, weitere 150 Exemplare gelangten durch den Insel-Verlag in den Handel (Gesamtauflage 270). – Auf ELP-Bütten von J. W. Zanders. – Für die Reihenfolge wurde die an Gedichten Walthers reichste Handschrift, die große Heidelberger Liederhandschrift, zu Grunde gelegt, für den Wortlaut die kritische Ausgabe von Karl Lachmann. – Der unsignierte Einband wurde wohl von Ernst Rehbein in der Kleukens-Binderei gefertigt.

27,6 : 18,8 cm. [2], 175, [11] Seiten. – Der Rücken wurde unfachmännisch nachgefärbt.

Stürz 63. – ELP 112. – Rodenberg 499 (II, 23). – Schauer II, 65. – Sarkowski 1873

92  Ernst Ludwig-Presse – Frühe deutsche Dichtung.

€ 450

Leipzig, Insel 1926. Ziegelroter Maroquinband mit reicher Vergoldung. Im gefütterten Schuber mit Lederkanten.

Eins von 135 Exemplaren, davon die ersten 100 für den »Kreis der Freunde der Ernst Ludwig Presse« und 35 Exemplare für den Insel-Verlag. Nach Unterlagen des Kleukens-Archivs erschienen weitere 20 römisch nummerierte Dedikationsexemplare. – Auf ELP-Bütten von J. W. Zanders. – Die Initialen und den Titel zeichnete Hans Schreiber. – Der schöne unsignierte Einband stammt vermutlich von Ernst Rehbein. – Tadelloses Exemplar.

27,4 : 18,7 cm. 217, [11] Seiten.

Stürz 64. – ELP 114. – Rodenberg 499 (II, 23). – Schauer II, 65. – Sarkowski 500

93  Ernst Ludwig-Presse – Der Nibelunge Not.

€ 900

Erster [und] Zweiter Band. Leipzig, Insel 1926–1927. Hellbraune Maroquinbände mit blindgeprägten Rückentiteln, Rücken-, Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnittvergoldung.

Eins von 135 Exemplaren und somit eins der 35 vom Insel-Verlag vertriebenen (Gesamtauflage 255). – Auf Bütten mit den Wasserzeichen J W Z[anders] und »C H K[leukens]«. – Gesetzt aus der Tertia Shakespeare-Type.

27,7 : 19,3 cm. 201, [5] und 215, [9] Seiten.

Stürz 66. – ELP 117. – Rodenberg 499 (II, 23). – Schauer II, 65. – Sarkowski 1191a

94  Ernst Ludwig-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Die Natur.

€ 300

Ein Hymnus. [Leipzig, Insel 1911]. Grüner Originalkalblederband mit vergoldeten Titeln und vergoldeter Innenkantenbordüre.

Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan und im Ledereinband (Gesamtauflage 100). – Titel und Initiale wurden in Gold gedruckt. – »Zunächst [wurden 120 Exemplare] als Frühlingsgeschenk des Insel-Verlages im März 1910 auf der Ernst Ludwig Presse zu Darmstadt gedruckt. 100 weitere Exemplare, davon zwanzig auf Japan, wurden im Januar 1911 abgezogen« (Druckvermerk).

24,8 : 16,3 cm. [16] Seiten. – Rücken verfärbt. Deckel mit einigen Kratzspuren.

Stürz 74. – ELP 12. – Rodenberg 77. – Schauer II, 65 (mit Abbildung). – Sarkowski 598

95  Ernst Ludwig-Presse – Rudolf G. Binding. Gedichte.

€ 400

Darmstadt 1913. Ziegelroter Originalecrasélederband. Rückentitel, Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 100 Exemplaren. – Auf Japan. – Privatdruck von Freiherr Philipp von Schey. – Die Empfänger der einhundert Drucke sind namentlich aufgeführt, darunter finden sich neben dem Großherzog Ernst Ludwig von Hessen mehrere Angehörige der Familien Binding, Goldschmidt-Rothschild und von Schey sowie Hermann Hesse, Max Klinger, Arthur Nikisch, Rainer Maria Rilke, Emile Verhaeren, Willy Wiegand und Stefan Zweig. Das vorliegende Exemplar gehörte Freifrau Sibylle von Vincke. – Weitere 200 Exemplare, davon 185 auf Bütten und 15 auf Japan, kamen durch den Insel-Verlag in den Handel. – Eine der frühesten Veröffentlichungen des Dichters, der erst nach dem Ersten Weltkrieg einem größeren Leserkreis bekannt wurde. 1911 war im Insel-Verlag bereits seine Novellensammlung »Die Geige« erschienen, 1914 folgte die erste öffentliche Ausgabe der »Gedichte«. – Sehr schönes Exemplar.

26,0 : 18,8 cm. 146, [10] Seiten. – Rücken kaum merklich verblasst. Kanten minimal berieben.

Stürz 85. – ELP 50 (ungenau). – Rodenberg 79. – Schauer II, 65 (nicht diesen Privatdruck). – Sarkowski 178

96  Ernst Ludwig-Presse – Rudolf G. Binding. Keuschheitslegende.

€ 300

Darmstadt 1914–1919. Originalpergamentband. Deckelvignette, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 135 Exemplaren. – Auf starkem EL-Bütten. – Die große Eingangsinitiale wurde von Luise Kleukens handvergoldet. – Sonderdruck aus der unveröffentlichten Handschrift.

27,6 : 20,2 cm. [2], 50, [4]| Seiten. – Deckel leicht aufgebogen.

Stürz 89. – ELP 61. – Rodenberg 80. – Schauer II, – Hayn/Gotendorf IX, 63

97  Ernst Ludwig-Presse – Robert Burns. Vieruntwintig schöne Lere von Robert Burns’n, denn’n Schottlänner.

€ 450

Noah Coarl Bartsch’n to Roschtock sien hochdütsch Oewersettung in’t mäkelbörg’sch Plattdütsch oewerdroagen von Berndin Prinz’n Melkenmeierin to Dannenau. Darmstadt 1921. Brauner Maroquinband mit reicher Vergoldung, fasrigen Japanvorsätzen und Kopfschnittvergoldung. Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 200 Exemplaren. – Auf ELP-Bütten. – Die Initialen wurden in Rot gedruckt. – Der Privatdruck entstand für Elias Erasmus, den preussischen Staatsbeamten und Bücherliebhaber Paul Otto, damals Direktor der Bibliothek des Reichspatentamtes. Er war unter seinem Pseudonym Herausgeber der »Erasmusdrucke« (Julius Rodenberg, der offensichtlich gut mit Otto bekannt war, bedauerte noch: »den wahren Namen darf ich nicht nennen«). – Der mecklenburgischen Fassung liegt die Übertragung des Altphilologen Karl Bartsch (1832–1888) zugrunde, der 1858 an der Rostocker Universität das erste Germanistische Institut gründete. – Die Übersetzung von Karl Friedrich Kerkow (1828–1909) erschien erstmals – und auch schon damals unter dem Pseudonym Berndin Prinz – 1869.

18,7 : 12,5 cm. 39, [5] Seiten. – Rücken schwach verblasst.

Stürz 91. – ELP 75. – Rodenberg 80 und 152. – Nicht bei Schauer

98  Ernst Ludwig-Presse – Alfred Bock. Der Flurschütz.

€ 300

Roman. Mainz, Ernst-Ludwig-Presse 1929. Orangefarbener Maroquinband mit vergoldeten Fileten. Im Originalschuber mit Lederkanten und vergoldeten Fileten.

Eins von 135 Exemplaren, gedruckt für die Freunde des Dichters. Die Auflage war nicht für den Handel bestimmt. – Gesetzt aus der Burte-Fraktur, die hier erstmals im Korpusgrad Verwendung fand. Diese Schrift hatte Christian Heinrich Kleukens 1928 für die Mainzer Presse gezeichnet. – Der Titel, die Eingangsinitiale und das Pressensignet wurden in Gold gedruckt. – Der Druck zum 70. Geburtstag des Verfassers wurde von Bernhard Adelung (1876–1943) gestiftet, der von 1928 bis 1933 Staatspräsident des 1919 gegründeten Volksstaates Hessen war. Der gelernte Buchdrucker und Setzer gehörte als SPD-Mitglied seit 1903 dem hessischen Landtag an und war von 1920 bis 1928 Bürgermeister von Mainz. – Auf dem Schuber sein Namenszug. – Der schöne Einband stammt wohl von Ernst Rehbein, der seine Einbände häufig nicht signierte.

20,3 : 14,5 cm. [4], 90, [8] Seiten. – Rücken kaum merklich verblasst.

Stürz 106. – Rodenberg 501

  99    Kleukens – Gottfried Keller. Der grüne Heinrich.

€ 200

Roman. Nach der ersten Fassung von 1854–55. Erster [bis] Vierter Band. Stuttgart und Berlin, Cotta 1913. Elfenbeinfarbene Originalmaroquinbände mit reicher floraler Vergoldung; Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet.

In kleiner Auflage erschienen. – Gedruckt auf van Gelder-Bütten. – Den Buchschmuck – ornamentale Initialen, Titelbordüre und die üppige Vergoldung der Vorderdeckel – entwarf Friedrich Wilhelm Kleukens.

21,0 : 16,0 cm. – Ränder und Rücken leicht gebräunt.

100  Kleukens Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten.

€ 250

Frankfurt am Main 1919. Roter Saffianlederband mit vergoldeten Fileten, Rückenschild und Kopfgoldschnitt.

Erster Druck der Kleukens Presse. – Eins von 250 Exemplaren. – Auf Japan. – Mit diesem Druck begann die Kleukens Presse ihre Arbeit, an der neben Christian Heinrich Kleukens auch Rudolf G. Binding sowie die schon von der Ernst Ludwig Presse bekannten Buchkünstler Hans Schreiber (Schrift), Ernst Rehbein (Einbände) und der Frankfurter Buchhändler Tiedemann beteiligt waren.

19,3 : 13,0 cm. [2], 181, [5] Seiten. – Ecken und Gelenke leicht berieben.

Rodenberg 103, 1. – Schauer II, 67

101  Kleukens Presse – Wilhelm Klemm. Entfaltung.

€ 250

Gedichtfolge. Darmstadt [1919]. Originalpergamentband mit dezenter Vergoldung.

Zweiter Druck der Kleukens Presse. – Eins von 250 Exemplaren. – Gedruckt auf Bütten. – Gesetzt aus der Cicero-Kleukens-Antiqua. – Titel und Initialen von Friedrich Wilhelm Kleukens.

25,5 : 17,5 cm. [4], 80, [6] Seiten.

Rodenberg 103,2

102  Kleukens-Presse – [Rudolf Binding]. Traurede.

€ 1000

Einer Freundschaft gehalten. Frankfurt am Main 1919. Mit einer vergoldeten Initiale von Luise Kleukens. Bordeauxroter Maroquinband mit blindgeprägtem Rückentitel und Deckel- und Innenkantenfileten.

Dritter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 18 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Pergament (Gesamtauflage 225). – Im April 1919 wurde die Presse durch Christian Heinrich Kleukens und Rudolf G. Binding in Frankfurt gegründet, im April 1922 erfolgte der Umzug nach Darmstadt und es begann die Zusammenarbeit mit der dortigen Ernst Ludwig Presse.

26,2 : 17,6 cm. [20] Seiten. – Ecken und Gelenke minimal berieben. – Schnitt mit wenigen winzigen Stockflecken.

Rodenberg 103, 3. – Schauer II, 67

  103    Kleukens-Presse – Rede des Perikles für die Gefallenen.

€ 300

Frankfurt am Main 1920. Mit einer vergoldeten Initiale. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeten Deckel- und Innenkantenfileten und Kopfschnittvergoldung.

Fünfter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Pergament. Daneben erschienen 225 Exemplare auf Bütten. – Der Text aus Thukydides zweitem Buch über den Peleponnesischen Krieg wurde übertragen von Rudolf Binding. – Ein Jahr später erschien eine typographisch verkleinerte Fassung in der Ernst Ludwig-Presse. – Der Einband stammt wohl von Ernst Rehbein, dem Leiter der Kleukens-Binderei. – Tadelloses Exemplar.

29,7 : 19,3 cm. [24] Seiten.

Rodenberg 104, 5. – Schauer II, 67, mit Abbildung

104  Kleukens-Presse – Gotthold Ephraim Lessing. Fabeln.

€ 450

Drey Bücher 1759 · 1777 und Anhang. [Frankfurt a. M.] 1920. Mit 22 kolorierten Textholzschnitten und drei kolorierten Initialen von Kay H. Nebel. Roter Maroquinband. Rücken-, Steh- und Innenkantenbordüren, Eckfleurons, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: F. Meink, Berlin). Im Schuber mit Lederkanten.

Sechster Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 225 Exemplaren auf Zanders-Bütten (Gesamtauflage 250). – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Kay Nebel (1888–1953) wurde 1920 Professor an der Staatlichen Werk-Akademie in Kassel (Thieme-Becker XXV, 371). – Sehr schönes Exemplar.

19,7 : 12,6 cm. [2], 71, [11] Seiten. – Rücken nur schwach verfärbt.

Rodenberg 104, 6

105  Kleukens-Presse – Das Evangelium S. Johannis.

€ 600

Letzte Fassung der Übertragung Martin Luthers. Frankfurt a. M. 1920. Mit elf kolorierten Holzschnitten und einer Holzschnitt-Initiale von Kay H. Nebel. Originalpergamentband mit grünen Seidenvorsätzen. Rückentitel, Deckel- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet.

Siebter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 250 Exemplare). – Der Einband stammt wohl aus der Kleukens-Binderei Ernst Rehbeins. – Druckfrisches Exemplar.

20,2 : 13,5 cm. 99, [5] Seiten.

Rodenberg 104, 7. – Schauer II, 67

106  Kleukens-Presse – Heinrich von Kleist. Penthesilea.

€ 1000

Ein Trauerspiel. Frankfurt am Main 1921. Originalpergamentband mit Fileten, Bordüren und Kopfschnitt sowie Rückentitel vergoldet (signiert: Kleukens-Binderei). Im Originalschuber mit Rückenschildchen.

Achter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten mit der handvergoldeten Initiale (Gesamtauflage 250). – Erstdruck der vom Dichter diktierten und eigenhändig verbesserten Urfassung nach der in der Preußischen Staats-Bibliothek Berlin verwahrten Handschrift. – Sehr schönes Exemplar der seltenen Vorzugsausgabe.

25,4 : 17,0 cm. [6], 169, [9] Seiten.

Rodenberg 104, 8. – Schauer II, 67

107  Kleukens-Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Prometheus.

€ 400

Frankfurt am Main 1922. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeten Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten. Im Originalschuber.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan, die Exemplare 51–250 wurden auf Bütten gedruckt. – Wohl der letzte Druck der Presse vor ihrem Umzug nach Darmstadt. – Der Einband stammt wohl von Ernst Rehbein, dem Leiter der Kleukens-Binderei, und blieb wie viele seiner Arbeiten unsigniert.

24,5 : 16,3 cm. [32] Seiten.

Rodenberg 104, 9. – Schauer II, 67

108  Kleukens-Presse – Honoré de Balzac. Une passion dans le desert.

€ 600

Frankfurt am Main 1922. Blauer Ecrasélederband mit reicher ornamentaler Vergoldung (signiert: Kleukens-Binderei Ernst Rehbein).

Zehnter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 250). – Schönes Exemplar.

18,9 : 12,7 cm. [2], 26, [6] Seiten. – Rücken leicht verblasst. – Exlibris und Sammler-Prägestempel auf dem Vorsatz. – Vorsatzränder leicht leimschattig.

Rodenberg 104, 10

109  Kleukens-Presse – [William] Shakespeare. Ein Sommernachtstraum.

€ 1000

Übersetzt von A. W. von Schlegel. Darmstadt 1923. Dunkelgrüner Maroquinband mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung sowie vergoldeten Steh- und Innenkantenfileten (signiert: P. A. Demeter, Hellerau).

Elfter Druck der Kleukens-Presse. – Eins von 200 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 250). – Schöner Handeinband der bekannten Binderei aus der berühmten Gartenstadt Hellerau, nördlich von Dresden.

28,0 : 19,2 cm. [4], 105, [7] Seiten. – Bünde und Ecken kaum merklich berieben. Vorsatzblätter mit schwachem Leimschatten.

Rodenberg 104, 11. – Schauer II, 67

110  Ratio-Presse – Friedrich Wilhelm Kleukens. Das Vogel-ABC

€ 1000

in 52 Bildern. Darmstadt 1920. Mit 54 handkolorierten Lithographien, davon eine Titel- und eine Schlussvignette. Originalhalbleinenband mit kolorierter Deckelillustration. Kordelheftung.

Erstes Buch der Ratio-Presse. – Unnummeriertes Exemplar, über die Auflage von 110 hinaus gedruckt. – Von Friedrich Wilhelm Kleukens im Druckvermerk signiert, alle Lithographien von ihm eigenhändig koloriert. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – 1919 gingen die Kleukens-Brüder getrennte geschäftliche Wege: Christian Heinrich gründete die Kleukens-Presse, Friedrich Wilhelm die Ratio-Presse. Diese »will sich nicht auf rein typographische Bücher beschränken, sondern in der Hauptsache illustrierte Drucke mit Originalgraphik (Holzschnitt, Lithographie oder Radierung) bringen. Friedrich Wilhelm Kleukens ist kein ›unentwegter Typograph‹. Es tritt also bei der Ratio-Presse im Gegensatz zur Ernst Ludwig-Presse eine Abkehr von dem rein typographischen Ideal der Doves Press ein« (Julius Rodenberg).

24,5 : 24,2 cm. [54] Seiten. – Deckelränder am Rücken mit wenigen schwachen Stockflecken. – Exlibris. Vorsatzblätter etwas gebräunt.

Rodenberg 121, 1. – Schauer II, 66

111  Ratio-Presse – Dat Wettloopen twischen den Swinegel un den Haasen

€ 600

up de lütje Haide bi Buxtehude. Eene ole Geschichte up Plattdütsch vertellt von Dr. Willem Schröder. Mit bunte Biller utstafeert von F. W. Kleukens. Darmstadt 1921. Mit 16 kolorierten Lithographien im Text. Originalpergamentband mit kolorierter Deckelillustration und vergoldetem Buchschnitt.

Drittes Buch der Ratio-Presse. – Eins von 30 Exemplaren der im Druckvermerk vom Künstler signierten Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten mit den kolorierten Illustrationen. – Insgesamt wurden 200 Exemplare gedruckt.

18,3 : 14,3 cm. 16, [4] Seiten. – Ränder schwach berieben. Deckel minimal fleckig.

Rodenberg 121, 3. – Schauer II, 66

112  Ratio-Presse – Johann Fischart. Die Flohhatz.

€ 250

Darmstadt 1922. Mit 15 kolorierten Illustrationen von Friedrich Wilhelm Kleukens. Originalhalbpergamentband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet.

Viertes Buch der Ratio-Presse. – Eins von 150 Exemplare auf Hadernpapier (Gesamtauflage 200).

18,7 : 13,0 cm. [2], 170, [4] Seiten. – Vorderdeckel mit schwachem Lichtrand.

Rodenberg 121, 4

  113    Ratio-Presse – Drei Veröffentlichungen der »Gesellschaft zur Förderung der Ratio-Presse«.

€ 200

Darmstadt 1927 bis 1931. Originaleinbände mit Kopfschnittvergoldung.

I. Johann Wolfgang von Goethe. Venetianische Epigramme. Mit Zeichnungen von Friedrich Wilhelm Kleukens. 1927. Mit acht Radierungen im Text und einer auf dem Titel. Blauer Originalleinenband mit vergoldeter Deckelvignette. Erste Veröffentlichung, eins von 150 Exemplaren. Auf Bütten. – II. Arno Holz. Sieben Lieder des Dafnis. 1928. Mit Titelvignette und figürlichen Initialen. Grüner Originalwildseidenband mit Deckelvignette. Dritte Veröffentlichung. Eins von 175 Exemplaren, dieses für Hans G. Stempel. Die »Daphnis-Lieder«, lyrische Porträts des deutschen Barock, erschienen erstmals 1903 und wurden von Arno Holz bis 1924 mehrfach erweitert.– III. Conrad Ferdinand Meyer. Die Versuchung des Pescara. Eine Novelle. Mit einer Titelvignette und einer Initiale. Roter Ecrasélederband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeter Deckelvignette. Sechste Veröffentlichung. Eins von 150 Exemplaren. Exemplar für Hans G. Stempel, den Sohn des Firmengründers, der 1927 nach dessen Tod die Firma übernahm. – Alle mit Buchschmuck von Friedrich Wilhelm Kleukens.

Rücken von III leicht verblasst.

Rodenberg 532 und Nachtrag 552. – Schauer II, 66

114  Ratio-Presse – Johann Wolfgang von Goethe. Torquato Tasso.

€ 450

Ein Schauspiel. Darmstadt 1929. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeter Titelvignette.

Vierter Druck der Gesellschaft zur Förderung der Ratio-Presse Darmstadt. – Es erschienen 150 nummerierte Exemplare. Das vorliegende wurde wohl über diese Auflage hinaus gedruckt für Hans G. Stempel. – Satz aus der Garamond-Antiqua der D. Stempel AG. – Druck auf festem Japanbütten. – Den Titel mit Vignette, die Initialen und den Einband entwarf Friedrich Wilhelm Kleukens. – Die Ratio-Presse wurde 1919 von Kleukens gegründet, der seit 1907 die Ernst Ludwig-Presse geleitet hatte. Mit der Ratio-Presse wollte er sich von der rein typographischen Gestaltung abwenden und veröffentlichte eine ganze Reihe von ihm selbst illustrierte Bücher. Das vorliegende verzichtet, von der Titelvignette abgesehen, auf Bildschmuck. Der »Torquato Tasso« wurde zu einem der »50 schönsten Bücher« des Jahres 1929 gewählt. – Nach zahlreichen Übernahmen zählte die D. Stempel AG Ende der 1920er Jahre zu den international bedeutendsten Schriftgießereien. Die zahlreich erworbenen Matrizen wurden sorgsam weiterentwickelt und somit Schriftklassiker der Moderne erhalten und geschaffen.

30,6 : 21,5 cm. 176, [4] Seiten.

Rodenberg 552. – Schauer II, 66 (zählt irrtümlich nur 105 Exemplare)

115  Ratio-Presse – Reineke Fuchs.

€ 450

Nach der plattdeutschen Dichtung ins Hochdeutsche übertragen von D. W. Soltau und mit vielen Zeichnungen versehen von F. W. Kleukens. Darmstadt 1929. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen im Text. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Deckelvignette.

Fünfter Druck der Gesellschaft zur Förderung der Ratio-Presse Darmstadt. – Eins von 150 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die zahlreichen humorigen Illustrationen wurden von Paula Kleukens-Raitz von Frenz, der Ehefrau Kleukens’, eigenhändig koloriert. – Erst in der von ihm selbst begründeten Ratio-Presse konnte sich Kleukens unabhängig seinen eigenen Vorstellungen widmen, die dort erschienenen Drucke, einschließlich des Reineke Fuchs von 1929 waren »reich geschmückt und fast durchweg illustriert.« (vgl. Schauer I, 66).

30,8 : 21,5 cm. 127, [1] Seiten.

Rodenberg Nachtrag 552. – Schauer I, 66 und II, 66 mit Abbildung

116  Ratio-Presse – Honoré de Balzac. Des lustigen Pfarrherrn von Meudon schnurrig-possierliche Hof- und Mäusepredigt.

€ 500

Mit vielen Zeichnungen verziert von F. W. Kleukens. Darmstadt 1930. Mit zahlreichen kolorierten Illustrationen. Originalpergamentband mit kolorierter Deckelvignette. Mit Umschlag im Schuber.

Siebtes Buch der Gesellschaft zur Förderung der Ratio-Presse. – Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 200 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Kleukens signiert. – Auf Velin. – »Die ›Mäusepredigt‹ von Balzac wurde zu einem charakteristischen Beispiel für das Vergnügen des Künstlers an witzigem, behenden Geschehen« (Georg K. Schauer ). – Die Mäuse von Kleukens beherrschen die breiten Ränder nahezu jeder Doppelseite. Der breitrandige Druck – der Satzspiegel nimmt gerade ein Viertel des Seitenformats ein – ließ ihnen und dem Künstler dazu allen Raum. – Makellos.

29,8 : 21,5 cm. 30, [2] Seiten.

Schauer I, 65 und II, 66. – Rodenberg II, 533 Anmerkung

117  Mainzer Presse – Goethes Balladen.

€ 1200

Mainz 1928. Leuchtend roter Maroquinband mit blindgeprägten und vergoldeten Rücken-, Deckel- und Innenkantenfileten, Rückentitel und Buchschnitt vergoldet (signiert: E. Kretz, Basel). Im Schuber mit Lederkanten.

Erster Druck der Mainzer Presse. – Gesetzt aus der Burte-Fraktur. – Der Titel wurde in Gold gedruckt. – Tadellos. – Dazu: Johann Peter Hebel. Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes. Originalhalbleinenband mit rot geprägtem Pressensignet auf dem Vorderdeckel. Dritter Druck der Mainzer Presse. – 1927 wurde Christian Heinrich Kleukens, der Leiter der Ernst Ludwig-Presse, »der ja als der eigentlichen Altmeister der deutschen Pressen-Arbeit gelten darf« (Aufruf zur Gründung der Presse, zitiert nach Rodenberg), an die von der Stadt Mainz gegründete Presse berufen. Für die Ernst Ludwig-Presse bedeutete dies lediglich einen Ortswechsel, ihre in den wenigen Folgejahren erschienenen Drucke trugen nun als Druckort Mainz.

26,7 : 18,7 cm. [2], 76, [6] Seiten; 27,7 : 18,8 cm. 179, [9] Seiten. – Vorsatzblätter von I mit schwachem Leimschatten.

Rodenberg 511 und 511, 3. – Schauer II, 67

118  Thomas Theodor Heine – Jacques Cazotte. Biondetta, der verliebte Teufel.

€ 250

Spanische Novelle. München, Hans von Weber 1907. Mit einer farbigen Titelillustration und Buchschmuck von Thomas Theodor Heine. Mittelbrauner Originalkalblederband mit reicher Vergoldung.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan im Ganzledereinband. – Die Heine-typische Titelzeichnung wird auf dem Vorderdeckel in Goldprägung wiederholt. – Die Übersetzung von Eduard von Bülow wurde von Franz Blei durchgesehen. – Dazu: Friedrich Hebbel. Judith. Eine Tragödie in 5 Akten. 1908. Mit zehn Vignetten, zehn Tafeln und einer Einbandzeichnung von Thomas Theodor Heine. Originalleinenband mit Vergoldung. Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 1000 Exemplaren mit dem Text auf Van Gelder-Bütten, die Tafeln auf Kaiserlich Japan (Gesamtauflage 1100). – »Die an Beardsley erinnernde überschlanke Titelfigur, die sich vom abgeschlagenen Haupt des Holofernes abwendet, ist zu einer der meistverbreiteten Jugendstilillustrationen geworden« (Alfred Langer, in: »Jugendstil und Buchkunst«, Leipzig 1994). – Mit dem Exlibris des Antiquars und Initiator der Hundertdrucke Emil Hirsch, entworfen von Thomas Theodor Heine.

17,7 : 12,7 cm. [1], 104, [1] Seiten; 21,9 : 18,3 cm. [4], 71, [1] Seiten. 10 Tafeln (Beigabe). – Rücken schwach verfärbt. Kanten etwas berieben.

Hayn/Gotendorf I, 582. – Schauer II, 10 (Beigabe)

119  Hundertdrucke – Die histori von herren Tristrant vnd der schönen Isalden von irlannde.

€ 700

München, Hyperion 1909. Mit 60 Abbildungen nach alten Holzstichen. Hellbrauner Maroquinband mit Blindprägung auf Rücken, Steh- und Innenkanten (signiert: Gerbers, Hamburg).

Erster Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus Huttlerschen Schriften. – Gedruckt auf Hundertbütten. – Nach dem ältesten Druck besorgt von Ernst Schulte-Strathaus. – Da die Holzstiche formatgetreu reproduziert und die Schriften der 1484 bei Anton Sorg in Augsburg gedruckten Ausgabe benutzt wurden, entstand »bis auf das kleinste Ausmaß eine genaue typographisch hergestellte Wiedergabe der Urausgabe« (Der Winkelhaken. Blätter für die Hundert. Jahrgang II, Seite 36; zitiert nach Rodenberg). – Mit dem eingebundenem Originalumschlag.

19,4 : 14,5 cm. [354] Seiten. – Rücken, Deckel- und äußerste Seitenränder etwas gebräunt.

Rodenberg 410, 1. – Schauer II, 60

120  Hundertdrucke – Walther von der Vogelweide. Die Lieder.

€ 450

Nach der Ausgabe Karl Lachmanns. München, Hyperion 1910. Originalpergamentband. Deckelvignette, Deckelkantenfileten und Rückentitel vergoldet (signiert: Carl Sonntag, jun. Leipzig).

Zweiter Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus der Gotisch von William Morris. – Gedruckt auf Hundertbütten.

28,3 : 19,4 cm. [2], CXLVII, [11] Seiten.

Rodenberg 410, 2. – Schauer II, 60 (mit Abbildung)

121  Hundertdrucke – Die Lieder Walthers von der Vogelweide.

€ 300

München, Hyperion 1910. Grüner Kalblederband mit Vergoldung (signiert: J. Richter, Berlin W35).

Zweiter Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus der Gotisch von William Morris. – Gedruckt auf Hundertbütten.

28,3 : 19,4 cm. [III]-CXLVII, [7] Seiten. – Winzige Bereibungen an Ecken und Gelenken. Schnitt etwas gebräunt.

Rodenberg 410, 2. – Schauer II, 60 (mit Abbildung)

122  Hundertdrucke – [Johann Wolfgang von] Goethe. West-oestlicher Divan.

€ 750

München, Hyperion 1910. Weißer Originalschweinslederband mit vergoldeten Fileten auf Rücken, Deckel- und Stehkanten, vergoldeten Titeln und Deckelvignette sowie Kopfschnittvergoldung (signiert: Carl Sonntag, jun. Leipzig). Im Originalschuber.

Dritter Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gedruckt auf Hundertbütten in der Reichsdruckerei Berlin.

28,4 :19,7 cm. [2], 301, [5] Seiten. – Bünde leicht berieben. – Innengelenke angeplatzt.

Rodenberg 410, 3. – Schauer II, 61 (mit Abbildung)

123  Hundertdrucke – Novalis [Friedrich von Hardenberg]. Hymnen an die Nacht.

€ 750

Handschriftliche Fassung. München, Hyperion 1910. Pergamentband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeten Rücken- und Deckelkantenfileten (signiert: Frieda Thiersch). Im Schuber.

Vierter Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren, gedruckt für Graf Alfred zur Lippe. – Gesetzt aus der Tiemann-Antiqua. – Gedruckt auf Strathmore Japan bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Der Verfassername und die Kolumnentitel wurden in Blau gedruckt.

31,2 : 23,8 cm. 66, [2] Seiten. – Seitenräner etwas gebräunt.

Rodenberg 410, 4. – Schauer II, 60

124  Hundertdrucke – Charles Baudelaire. Les fleurs du mal.

€ 750

Die Ausgabe besorgte Dr. G. A. E. Bogeng. München, Hyperion 1910–1911. Originalpergamentband. Rückenverzierung und -schild, Deckelkantenfileten, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Carl Sonntag, jun. Leipzig). Im gefütterten Schuber.

Fünfter Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren, gedruckt für Richard Laukhuff, Cleveland. – Gedruckt auf Aldwych-Handbütten in der Offizin von Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Mit dem Beiheft: Bibliographische Anmerkungen I: Charles Baudelaire. Les fleurs du mal. – In diesem Beiheft erläutert der Herausgeber die Editionsgeschichte der berühmten Baudelaireschen Gedichtsammlung von ihrer Erstausgabe 1857 bis zur »Édition Lemerre« von 1888.

25,2 : 19,2 cm. 242, [2] Seiten und 9, [3] Seiten.

Rodenberg 410, 5. – Schauer II, 60

125  Hundertdrucke – Der Nibelunge Not.

€ 120

München, Hyperion-Verlag Hans von Weber 1910. Originalpergamentband mit handgeschriebenen Titeln und Kopfschnittvergoldung. In Halbleinenschuber.

Ungezählter Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren für die Mitglieder der Vereinigung der Hundert (Gesamtauflage 1600). – Gedruckt bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem auf ungebleichtem Hundertbütten. – Monumentalausgabe nach der Hohenems-Handschrift A in der Ausgabe von Karl Lachmann. – Die Drucklegung erfolgte unter Aufsicht von Ernst Schulte-Strathaus. – In gleicher Ausstattung erschien 1911 »Kudrun«, neben dem Nibelungenlied das zweite große Heldenepos der mittelalterlichen deutschen Literatur.

38,6 : 30,0 cm. CDXLVIII, [4] Seiten.

Rodenberg 415. – Schauer I, 103

126  Hundertdrucke – Friedrich Nietzsche. Ausgewählte Gedichte.

€ 1200

München, Hyperion 1911. Dunkelgrüner Originalmaroquinband mit Vergoldung (signiert: Carl Sonntag, jun. Leipzig).

Sechster Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus einem frühen deutschen Schnitt der Didot-Antiqua. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Druck des Titels in Purpur. – Die Ausgabe erfolgte mit Genehmigung von Elisabeth Förster-Nietzsche, der Stiftung Nietzsche-Archiv und des Verlages Alfred Kröner, Leipzig. – Einer der frühen Hundertdrucke im Meistereinband der von Hans von Weber prädestinierten »Original«-Binderei Carl Sonntag. – Exlibris Lucy Spiegl.

28,1 : 19,1 cm. [6], 89, [9] Seiten. – Rücken verfärbt. – Vorsatzränder leimschattig.

Rodenberg 411, 6. – Schauer II, 60

127  Hundertdrucke – Richard Dehmel. Die Gottesnacht.

€ 1500

Ein Erlebnis in Träumen. München, Hyperion 1911. Blauer Originalmaroquinband mit Vergoldung (signiert: Carl Sonntag, jun. Leipzig).

Siebter Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus einer alten Schwabacher. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Zum ersten Mal in Versen gesetzt, das einleitende »Gebet« wurde hier zum ersten Mal gedruckt. – Exlibris Lucy Spiegl.

28,0 : 19,1 cm. [6], 92, [10] Seiten. – Vorsatzblätter leimschattig.

Rodenberg 411, 7. – Schauer II, 60

128  Hundertdrucke – Friedrich Hölderlin. Hyperion

€ 1200

oder Der Eremit in Griechenland. München, Hyperion 1911. Schwarzer Kalblederband mit vergoldetem Rückentitel, vergoldeter Deckelvignette und Kopfschnittvergoldung (signiert: nauhaus).

Achter Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren, gedruckt für Herbert von Garvens-Garvensburg, Hannover, auf Hundertbütten bei Otto von Holten, Berlin. – Die Druckaufsicht lag bei Ernst Schulte-Strathaus. – Der Einband stammt von dem Buchbinder Wilhelm Nauhaus (1899–1979). Er war Schüler von Walter Klemm und Ernst Schneidler. Von den Auffassungen Walter Gropius’ beeinflusst, wurde er Buchbinderlehrling bei Walther Frickmann in Erfurt und wechselte nach seiner Gesellenprüfung zu Otto Dorfner nach Weimar. Die Meisterprüfung legte Nauhaus 1924 nach weiterer Ausbildung unter Paul Kersten an der Kunstgewerbeschule Berlin-Charlottenburg ab. In den folgenden Jahren leitete Nauhaus die Handbinderei Brockhaus in Elberfeld und wurde 1928 als Dozent für künstlerischen Handeinband an die Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst (die später Staatliche Hochschule für bildende Künste) in Berlin-Charlottenburg berufen. – Der Einband entstand wohl in den 1920er Jahren als Auftrag des damaligen Besitzers Herbert von Garvens (1883–1957). Garvens war 1916 Mitbegründer der Kestner-Gesellschaft und eröffnete 1920 seine Galerie, die bis 1923 vor allem durch Ausstellungen von Dadaisten, Merzkünstlern und Bauhäuslern wie Walter Dexel, Kurt Schwitters und George Grosz berühmt wurde. Der größte Teil seines Nachlasses wurde 1955 versteigert. – Exlibris Hanns Rabe (deutscher Homöopath, 1890–1959).

28,1 : 19,4 cm. [3]-231, [7] Seiten. – Ecken leicht bestoßen. Vorderdeckel mit einigen schwachen Kratzern.

Rodenberg 411, 8. – Schauer II, 60

129  Hundertdrucke – Gassenhawerlin. – Reutterliedlin.

€ 450

– Nach der im Jahre 1535 zu Frankfurt am Main bei Christian Egenolff erschienenen ersten Ausgabe herausgegeben von Ernst Schulte-Strathaus. München, Hyperion 1911. Brauner Schweinslederband mit ornamentaler Blindprägung (signiert: K. Ebert München).

Neunter und Zehnter Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Druckvermerke in Rot gedruckt. – Nachgebunden: Die Bücher der Hundert. Bibliographische Anmerkungen. II: Gassenhawerlin · Reutterliedlin. – In diesem Beiheft erläutert der Herausgeber die Editionsgeschichte der frühen Stimmhefte. – Gassenhauer und Reiterlieder entstanden im 16. Jahrhundert aus dem Minnesang. Als Gassenhauer bezeichnete man zunächst einen zu nächtlicher Stunde das Pflaster Tretenden, später auch die Lieder, die auf allen Gassen gesungen werden.

19,5 : 14,5 cm. [8], [76] Seiten. – [4], [60] Seiten. – 14, [2] Seiten. – Vorsatzblätter leimschattig und mit wenigen Stockflecken. – Äußerste Ränder gebräunt.

Rodenberg 411, 9/10. – Schauer II, 60

130  Hundertdrucke – Lieder der alten Edda.

€ 150

Deutsch durch die Brüder Grimm. München, Hyperion 1912. Originalleinenband mit braun-goldenem Lederrückenschild und vergoldeter Deckelvignette (signiert: Carl Sonntag jun. Leipzig).

Elfter Druck für die Hundert. – Unnummeriertes Exemplar mit eigenhändiger Widmung des Verlegers: »Herrn Heinrich Schenk zum Christfest 1919 meinem treuen Mitarbeiter in herzlicher Dankbarkeit überreicht«. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem.

19,2 : 14,2 cm. 151, [1] Seiten.

Rodenberg 411, 11. – Schauer II, 60

131  Hundertdrucke – Friedrich Hebbel. Die Nibelungen.

€ 750

Ein deutsches Trauerspiel in drei Abteilungen. München, Hyperion 1912. Grüner Maroquinband mit Rücken-, reicher Deckel- und Kopfschnittvergoldung, Wildseidenvorsätzen und -spiegeln (signiert: H. Fikentscher, Leipzig). Im Schuber mit Lederkanten.

Zwölfter Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Druck auf weißem Hundert-Velin bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Die früher als »Tauchnitz-Fraktur« bekannte Schrift geht auf den Verleger, Holzschneider und Schriftreformer Johann Friedrich Unger (1753–1804) zurück, der sich um 1790 um eine Einführung der Antiqua-Schriften in die deutschen Druckereien bemühte. Die allgemeine Ablehnung dieser Reformbestrebungen führte zur Entwicklung der Unger-Fraktur, »die der deutschen Druckschrift eine leichtere Form geben und sie der Antiqua annähern sollte«. Bis zur Auflösung seiner Firma 1810 vielfach verwendet, geriet die Schrift für viele Jahrzehnte in Vergessenheit. Erst die Pressendrucker des frühen 20. Jahrhunderts entdeckten sie wieder und sorgten für ihre weite Verbreitung.

27,8 : 19,8 cm. 291, [5] Seiten. – Rücken stark verblasst.

Rodenberg 411, 12. – Schauer II, 60

132  Hundertdrucke – Thomas Mann. Der Tod in Venedig.

€ 25000

Novelle. München, Hyperion 1912. Blauer Originalecrasélederband mit Vergoldung (signiert: E. Ludwig Frankfurt a/M). Im Originalschuber mit Lederkanten.

13. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren, handschriftlich nummeriert. – Gesetzt in der Tiemann-Kursiv der Gebrüder Klingspor, die hier erstmals verwendet wurde. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Erste Ausgabe der Novelle, die nach der Adriareise von Thomas und Katja Mann 1911 entstand. Im Helden der Novelle, Gustav von Aschenbach, setzt Thomas Mann dem Komponisten Gustav Mahler ein Denkmal, von dessen Tod er während seiner Reise erfuhr. »Leidenschaft als Verwirrung und Entwürdigung war eigentlich der Gegenstand meiner Fabel« (TM an Carl Maria Weber, 4. VI. 1920). – Eine der seltensten und gesuchtesten Thomas Mann-Erstausgaben, sie erschien noch vor dem Abdruck in »Die Neue Rundschau« und der Ausgabe des S. Fischer-Verlags (Vorzugsausgabe unter KatNr. 976). Der Text dort wie in allen späteren Drucken von der hier vorliegenden Textfassung leicht abweichend. – Exlibris Lucy Spiegl. – Ehemals Thomas-Mann-Sammlung Dr. Haack.

28,2 : 19,4 cm. [2], 97, [3] Seiten. – Rücken kaum merklich verfärbt.

Rodenberg 412, 13. – Schauer II, 60. – Potempa E 26.1. – Bürgin I, 8

133  Hundertdrucke – Blumm vnd Außbund Allerhandt Außerlesener Weltlicher, Züchtiger Lieder vnd Rheymen,

€ 500

Welche bey allen Ehrlichen Gesellschaften können gesungen, vnd auff allen Instrumenten gespiellt werden. München, Hyperion 1912. Grauer Maroquinband mit Vergoldung (signiert: Heumer & Fuhrmann Chemnitz).

14. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt in einer Fraktur des 18. Jahrhunderts, vermutlich von William Cupy. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Das Liederbuch des Paul von der Aelst, herausgegeben von Ernst Schulte-Strathau, erschien erstmals 1602 in Deventer. So bekannte Lieder wie beispielsweise das »Heideröslein« von Johann Wolfgang von Goethe gehen auf Texte dieser Sammlung zurück. – Ohne das bibliographische Beiheft.

19,3 : 14,8 cm. 422, [2] Seiten.– Rücken verfärbt. – Vorsatzblätter mit Leimschatten.

Rodenberg 412, 14. – Schauer II, 60

134  Hundertdrucke – Jörg Wickram. Das Rollwagenbüchlin.

€ 450

Ein neüws, vor vnerhörts Büchlein, darinn vil guter schwenck vnd Historien begriffen werden, so man in schiffen vnd auff den rollwegen, deßgleichen in scherheüseren vnnd badstuben, zu langweiligen zeiten erzellen mag […] an tag bracht vnd zusamen gelesen durch Jörg Wickrammen, Stattschreiber zu Burckhaim, Anno 1555. München, Hyperion 1913. Pergamentband mit Vergoldung.

15. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Text der Erstausgabe von 1555, erweitert um Zusätze späterer Ausgaben. – Wickrams Schwänke schildern pointiert den Alltag der Bürger und Bauern in den Umbruchszeiten des frühen 16. Jahrhunderts.

19,3 : 14,5 cm. 264, [16] Seiten. – Schnitt mit wenigen winzigen Stockflecken.

Rodenberg 412, 15. – Schauer II, 60

135  Hundertdrucke – Christian Reuter. Schelmuffskys Warhafftige Curiöse und sehr gefährliche Reisebeschreibung Zu Wasser und Lande.

€ 2000

Mit Originalholzschnitten von Max Unold. München, Hyperion 1913. Mit neun blattgroßen Holzschnitten. Grüner Maroquinband mit kleinen roten Lederintarsien und überaus reicher Vergoldung und Wildseidenvorsätzen und -spiegeln (signiert: Paul Kersten – Berlin). Im Schuber. Originalpappmappe mit Deckelschild.

16. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Mit einer Extrasuite der neun Holzschnitte. – Gesetzt aus Von Dyckschen Schriften. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Die beiden Teile von Christian Reuters Schelmenroman erschienen 1696 und 1697 mit den Druckorten »Schelmerode« bzw. »Padua, eine halbe Stunde von Rom«. – Mit den Holzschnitten Unolds der erste illustrierte Hundertdruck. – Der Einband des Leipziger Buchbindemeisters Paul Kersten in nahezu barocker Pracht und ganz fern der schlichten Gestaltung der originalen Einbände.

19,2 : 14,5 cm. 216, [4] Seiten. Mit einer Holzschnitt-Vignette und 8 blattgroßen Holzschnitten.

Rodenberg 412, 16. – Schauer II, 62 (mit Abbildung)

136  Hundertdrucke – [Gotthold Ephraim] Lessing. Minna von Barnhelm

€ 750

oder Das Soldatenglück. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen. München, Hans von Weber 1913. Brauner Saffianlederband mit Rücken- und Schnittvergoldung, doppelten vergoldeten Deckel- und Stehkantenfileten und breiten Innenkantenbordüren.

17. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus der Drugulin-Fraktur. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Otto von Holten, Berlin. – Sehr schönes Exemplar.

27,5 : 18,7 cm. [3]-174, [4] Seiten. – Rücken ganz leicht verblasst.

Rodenberg 412, 17. – Schauer II, 60

137  Hundertdrucke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Reineke Fuchs.

€ 750

[München, Hans von Weber 1913]. Roter Maroquinband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeten Fileten auf Rücken, Deckel und Innenkanten (signiert: Hübel & Denck, Leipzig). Im Schuber.

18. Druck für die Hundert, ohne diese Nummerierung im Druckvermerk. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Schönes Gegenstück zu Kleukens illustriertem Reineke, der im selben Jahr in der Ernst Ludwig Presse erschien.

28,4 : 19,4 cm. 176, [4] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Rodenberg 412, 18. – Schauer II, 60

138  Hundertdrucke – [Johann Fischart]. Geschichtklitterung I und II. Affentheurlich Naupengeheurliche Geschichtklitterung. Von Thaten vnd Rhaten der […] Helden und Herren Grandgoschier Gorgellantua und deß […] Fürsten Pantagruel von Durstwelten, Königen in Utopien […]

€ 1000

Etwan von M. Frantz Rabelais Frantzösisch entworffen: Nun aber vberschrecklich lustig in einen Teutschen Model vergossen […] Durch Huldrich Elloposcleron. Mit 22 Ur-Holzschnitten von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1914–1915. Mit 22 blattgroßen Holzschnitten. Zwei Pergamentbände mit vergoldeten Rückentiteln und Fileten und Kopfgoldschnitt (signiert: Frieda Thiersch). In Schubern. Originalpappmappe.

19. und 20. Druck für die Hundert. – Verlagsexemplar. – Mit einer Extrasuite der 22 Holzschnitte (Sennewald: »Erstabzüge«). – Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – 1575 erschien die erste Ausgabe Fischarts »Nachdichtung« des Rabelais’schen »Gargantua«. »Wer seinen Sprachfundus etwas auffüllen will mit originellen Wortbildungen, witzigen Metaphern, derben Anachronismen und ›affentheuerlichen‹ Sprachspielen (mit besonderer Berücksichtigung des Skatologischen), der sollte beim Lesen dieses Werks Augen und Ohren offen, Papier und Bleistift bereit halten. Da wimmelt es nur so von etymologischen Kostbarkeiten wie ›Pißkachel‹ und ›Bruntzscherbe‹ (Nachttopf), ›Strohfidel‹ (Schlampe), ›Haußhagel‹ (zänkische Ehefrau) – und dem gar zu schönen ›Bettanstand‹ (weibliche Willfährigkeit). Fröhliche Renaissance, wo die Menschen bisweilen ›bachschnadrig‹ (naß), ›mollentrollig‹ (verbummelt) sind, eine ›dachtropfige Nase‹ haben, und wo der profane Scherz noch ›Gugelfuhre‹ heißt.« (Frank Schäfer. Rezension zur Eichborn-Ausgabe 1997). – Dazu: Jacob Frey. Die Garten Gesellschaft. Ein New hübsches vnd schimpflichs büchlin […] darinn vil frölichs gespechs, Schimpff reden, Spaywerck vnd sunst kurtzweilig bossen […] München 1923. Halbpergamentband mit Vergoldung und Marmorpapier-Deckelbezügen (signiert: Frieda Thiersch). – 37. Hundertdruck. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher.

Je 28,3 : 19,7 cm. [8], 195, [1] und [8], 203, [5] Seiten; 19,8 : 14,0 cm. 210, [6] Seiten. – Schuberkanten jeweils an einer Seite beschädigt. – Beigabe: Rücken mit roter Farbspur.

Rodenberg 412, 19/20 und 414. – Schauer II, 60 und 61. – Sennewald 60, 14–15

139  Hundertdrucke – Zwei Hundertdrucke mit Illustrationen von Emil Preetorius.

€ 400

München, Hans von Weber 1915 und 1917/18. Halbpergamentbände mit braun-goldenem Rückenschild und Marmorpapierbezügen.

I. 21. Druck. Jean Paul. Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wuz in Auenthal. Eine Art Idylle von Jean Paul. Mit ausgemalten Zeichnungen von Emil Preetorius. Mit sechs blattgroßen kolorierten Illustrationen. Gesetzt aus der 1912 wieder aufgefundenen Jean Paul-Fraktur. Gedruckt auf Hundertbütten bei Breitkopf & Härtel, Leipzig. 1798 wurde die Schrift für Jean Pauls »Palingenesien«, gedruckt ebenfalls bei Breitkopf, erstmals verwendet. Lange Zeit geriet sie in Vergessenheit. Erst 1912 entdeckte Anton Kippenberg die alten Letter auf dem Dachboden der Leipziger Druckerei – 1913 druckte Breitkopf & Härtel mit ihr Jean Pauls »Des Rektors Florian Fälbel’s und seiner Primaner Reise nach dem Fichtelberg« für den Insel Verlag. – II. 26. Druck. Eduard Mörike. Das Stuttgarter Hutzelmännlein. Ein Märchen. Mit Zinkzeichnungen von Emil Preetorius. Mit zwei illustrierten Titeln, 18 Textillustrationen und 30 Bordüren. Druck auf Hundert-Bütten bei Knorr & Hirth, München. Die eingeschlossene »Historie von der schönen Lau« erhielt einen eigenen illustrierten Zwischentitel, der Text wurde mit Kopfbordüren illustriert. – Jeweils eins von 100 Exemplaren.

19,5 : 14,5 cm, 100, [4] Seiten; 19,3 : 14,3 cm. [8], 120, [8] Seiten.

Rodenberg 412, 21 und 413, 26. – Schauer II, 60 und 61 (mit Abbildung eines K. Ebert-Einbandes). – Ohr 18 und 22

140  Hundertdrucke – Heinrich von Kleist. Penthesilea.

€ 200

München, Hans von Weber 1914. Pergamentband mit schwarzgeprägtem Rückentitel. Mit Schuber.

22. Druck für die Hundert. – Unnummeriertes Exemplar, handschriftlich bezeichnet als »Verlagsexemplar Wolfgang v. Weber«. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Wolfgang von Weber, der Sohn des Verlegers führte die Reihe der Hundertdrucke nach dem Tod seines Vaters 1924 noch bis 1927 fort.

28,4 : 19,6 cm. 155, [5] Seiten.

Rodenberg 412, 22. – Schauer II, 60

141  Hundertdrucke – [Christoph von Grimmelshausen]. Das wunderbarliche Vogel-Nest.

€ 600

Der Springinsfeldischen Leyerin. Voller Abentheuerlichen, doch Lehrreichen Geschichten, auf Simplicianische Art sehr nutzlich zu lesen ausgefertigt durch Michael Rechulin von Sehmsdorff. Mit zwölf Ur-Holzschnitten von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1917. Mit Holzschnitt-Frontispiz und -Schlussvignette sowie zehn Textholzschnitten, davon fünf blattgroßen. Pergamentband mit Schwarz- und Goldprägung und Kopfschnittvergoldung (signiert: Joh. Rudel, Elberfeld).

23. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher. – Gedruckt auf Hundertbütten bei Knorr & Hirth, München. – Sehr schönes Exemplar.

19,7 : 15,1 cm. 168, [6] Seiten.

Rodenberg 413, 23. – Schauer II, 60. – Sennewald 61, 17.3

142  Hundertdrucke – Friedrich Schiller. Wallenstein.

€ 1200

Ein dramatisches Gedicht. Erster [und] Zweiter Band. Mit Ursteindrucken von Walo von May, fortgesetzt von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1917–1919. Mit 24 Lithographien von Walo von May im Text und sechs lose beiliegenden von Bruno Goldschmitt. Pergamentbände mit Vergoldung (signiert: Frieda Thiersch), beide im Schuber. Zwei Originalpappmappen.

24. und 25. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Mit einer zusätzlichen Suite der 24 Lithographien aus Band I auf zwölf Blättern. – Walo von May konnte die Illustrationsarbeiten nicht abschließen, so dass für Band II Bruno Goldschmitt als Illustrator gewonnen wurde. Dessen sechs Lithographien wurden, »um die Einheitlichkeit des Werkes nicht zu stören, in einer Mappe beigegeben« (Druckvermerk). – Gedruckt auf Hundert-Velin. – Erstmals wird hier für einen Hundertdruck das neue, von Thomas Theodor Heine entworfene Verlagssignet Hans von Webers verwendet. – Gesetzt aus der Ehmcke-Fraktur, die 1912 entstanden war. – Tadellos erhalten.

28,2 : 19,2 cm. [8], 170, [8] und [4], 160, [4] Seiten.

Rodenberg 413, 24/25. – Schauer II, 60. – Sennewald 61, 17.4

143  Hundertdrucke – Wilhelm Matthießen. Der Himmelsküster.

€ 750

Ein Märchen. Mit Zinkzeichnungen von Robert Engels. München, Hans von Weber 1920. Mit 33, davon vier blattgroßen, Textillustrationen. Blauer Maroquinband mit Vergoldung (signiert: Heumer & Fuhrmann Chemnitz). Im Schuber mit Lederkanten.

27. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Gedruckt auf Hundert-Velin bei R. Oldenbourg, München. – Robert Engels war zu dieser Zeit Lehrer an der Münchner Kunstgewerbeschule. – Wilhelm Matthießen (1891–1965) zählte mit seinen Kinder- und Jugendbüchern zu den erfolgreichsten Kinderbuchautoren Deutschlands. In der Zeit des Nationalsozialismus verfasste er zahlreiche antisemitische und kriegsverherrlichende Schriften.

28,3 : 19,3 cm. [4], 49, [3] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Rodenberg 413, 27. – Schauer II, 61

144  Hundertdrucke – Das Weimarer Liederbuch.

€ 450

Herausgegeben von Max Adolf Pfeiffer. München, Hans von Weber 1918–1920. Gelber Maroquinband mit blindgeprägtem Rückentitel und Fileten (signiert: Heyne-Ballmüller).

28. und 29. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gedruckt auf Hundert-Velin bei Knorr & Hirth, München. – »Dieser wortgetreue Neudruck umfaßt sämtliche Volkslieder-Einzeldrucke des unter dem Namen des Weimarer Liederbuches bekannten, etwa aus dem Jahre 1540 stammenden Mischbandes der Landes-Bibliothek Weimar« (Druckvermerk).

19,6 : 15,0 cm. [4], 404, [4] Seiten. – Rücken und Kanten leicht verfärbt.

Rodenberg 413, 28./29. – Schauer II, 61

145  Hundertdrucke – Wolfram von Eschenbach. Parzival

€ 300

in der Neudichtung von Wilhelm Hertz. München, Hans von Weber 1920–1921. Schwarzer Halbmaroquinband mit Kopfschnittvergoldung, vergoldetem Rückentitel und blau-weißen Modelldruckpapier-Deckelbezügen (signiert: Johannes Gerbers Hamburg).

30. und 31. Druck für die Hundert. – Unnummeriertes Exemplar. – Gesetzt aus der Maximilian-Fraktur von Rudolf Koch. – Gedruckt auf Hundert-Velin bei R. Oldenbourg, München.

19,6 : 15,3 cm. [4], 421, [3] Seiten.

Rodenberg 413. 30./31. – Schauer II, 61

146  Hundertdrucke – Nicolaus Lenau. Don Juan.

€ 750

Ein Gedicht. München, Hans von Weber 1921. Erikafarbener Ecrasélederband mit vergoldetem Rückentitel, Steh- und Innenkantenfileten, Kopfschnittvergoldung und marmorierten Vorsätzen (signiert: Johannes Gerbers, Hamburg). Im Schuber.

32. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus der hier erstmals verwendeten Winckelmann-Antiqua von Carl Ernst Poeschel. – Druck in Rot und Schwarz auf Einhorn-Bütten von J. W. Zanders bei Poeschel & Trepte, Leipzig.

26,8 : 18,5 cm. [2], 54, [4] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Rodenberg 413, 32. – Schauer II, 61

147  Hundertdrucke – Hans Sachs. Zwölf Fastnachtspiele.

€ 600

Mit Urholzschnitten von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1922. Mit sechs blattgroßen Holzschnitten. Weinroter Maroquinband mit Vergoldung (signiert: Gerhard Prade, Leipzig).

33. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher. – Gedruckt bei Dietsch & Bruckner, Weimar.

20,3 : 14,5 cm. 226, [6] Seiten. – Vorsatzblätter leimschattig.

Rodenberg 413, 33. – Schauer II, 61. – Sennewald 62, 22.2

148  Hundertdrucke – Heinrich Heine. Buch der Lieder.

€ 450

München, Hans von Weber 1922. Grauer Maroquinband mit Rücken-, Kanten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Hübel & Denck, Leipzig). Im Schuber mit Lederkanten.

34. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gedruckt auf Hundert-Velin bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Der Text folgt der dritten Ausgabe von Heines berühmter Gedichtsammlung, die 1839 erschien. – Nachdem 1921 für Lenaus »Don Juan« Carl Ernst Poeschels neu gezeichnete Winckelmann-Antiqua erstmal öffentlich verwendet wurde, stellte Hans von Weber in Heines »Buch der Lieder« den nun hinzugenommenen Borgis-Schriftgrad vor. Diese 9-Punkt Schrift soll auf den Drucker Geofroy Tory zurückgehen, der durch diese behutsame Verkleinerung der Schrift bereits im 15. Jahrhundert weniger umfängliche und damit preiswertere Bücher für die Bürger (»bourgeois«) druckte.

19,8 : 14,7 cm. [4], 244, [4] Seiten. – Rücken schwach verfärbt.

Rodenberg 413, 34. – Schauer II, 61

149  Hundertdrucke – Johann Wolfgang von Goethe. Drei Märchen. – Epigramme.

€ 600

Venedig 1790. – Egmont. Ein Trauerspiel. – München, Hans von Weber 1922–1929. Zwei Pergamentbände, ein Halblederband, alle mit Kopfschnittvergoldung.

35. Druck: Enthält die Märchen: Die neue Melusine. Die smaragdene Schlange. Der neue Paris. Mit Urzinkzeichnungen von G[ustel] Königer. 1922. Mit 27 Textillustrationen. Pergamentband (signiert: H. Fikentscher Leipzig 1923). Die Mörike-Fraktur, die hier erstmal verwendet wurde, zeichnete Ernst Engel. – 36. Druck: Herausgegeben von Max Adolf Pfeiffer. 1922/23. Pergamentband mit grau-gelben Marmorpapiervorsätzen (signiert: Stern). Goethe hatte zu Lebzeiten nur etwa zwei Drittel der Epigramme drucken lassen und die übrigen »unter der Bezeichnung ›Politica‹ und ›Erotica‹ seinem Sohne ›als Geheimnis in die Hände gegeben, um solche künftighin mit Beirat der verbündeten Freunde entweder zu zerstören oder sonst darüber zu verfügen«. Die Handschriften gelangten mit dem Nachlass in den Besitz der Großherzogin Sophie, die, wie auch die Direktion des Goethe-Schiller-Archives, einer Veröffentlichung vor 1924 nicht zustimmte. Der Herausgeber stellt in seiner ausführlichen Anmerkung zur vorliegenden Edition einen Nachtrag in Aussicht. – 44. Druck: 1929. Halblederband mit Rückenvergoldung (signiert: Johannes Gerbers, Hamburg). – Jeweils eins von 100 Exemplaren.

Rodenberg 414, 35 und 36. – Schauer II, 61

150  Hundertdrucke – Heinrich Heine. Florentinische Nächte.

€ 300

Leipzig, Hans von Weber 1923. Mit Urzinkzeichnungen im Text von Franz Kolbrand. Violetter Maroquinband mit Blindprägung und Vergoldung.

38. Druck für die Hundert. – Gesetzt aus der neuaufgefundenen Härtel-Antiqua. – Heines »Florentinische Nächte«, voller »Esprit und funkelnder Ironie« waren der vorletzte zu Lebzeiten Hans von Webers erschienene Hundertdruck, illustriert mit den »gekonnt-schmissigen Umrißzeichnungen« Kolbrands (vgl. Jürgen Eyssen, in Philobiblon XXIV,4, 1980, Seite 290). – Bei dem damals sehr beliebten Druckverfahren der Zinkographie, bei dem von einer geätzten Zinkplatte gedruckt wurde, wurden die Zeichnungen entweder im Umdruckverfahren auf die Platte aufgebracht oder wie bei den »Urzinkzeichnungen« direkt auf die Platte gezeichnet. – Bis auf den vergoldeten Kopfschnitt unbeschnitten, in interessantem, jedoch unsigniertem Einband.

19,3 : 14,8 cm. 112 Seiten. – Rücken stärker, Ränder minimal verfärbt. – Vorsätze erneuert.

Rodenberg 414, 38. – Schauer II, 61

151  Hundertdrucke – Hans Carossa. Eine Kindheit.

€ 600

München, Hans von Weber 1923. Blauer Ecrasélederband mit reicher Vergoldung (signiert: H. Fikentscher, Leipzig 1923).

39. Druck für die Hundert. – Eins von 100 Exemplaren. – Der letzte von Hans von Weber herausgegebene Hundertdruck. Der berühmte Verleger und Mäzen starb im April 1924; sein Sohn Wolfgang setzte die Reihe noch mit fünf Drucken bis 1929 fort. – Aus der Sammlung Dr. Gerhart Güttler mit dessen kleinem Stierkopf-Stempel (Lugt 2807).

28,2 : 17,5 cm. 113, [7] Seiten. – Rücken stark verblasst.

Rodenberg 414. – Schauer II, 61

152  Hundertdrucke – Adalbert Stifter. Der Hagestolz.

€ 600

Erzählung. Mit Urzinkzeichnungen von Wilhelm Henneberger. München, Hans von Weber 1925. Mit 26 Textillustrationen. Senffarbener Maroquinband mit ornamentaler Blindprägung auf Deckeln und Rücken sowie blindgeprägten Fileten und Bordüren auf Innen- und Stehkanten. Mit Kopfschnittvergoldung und Buntpapiervorsätzen. Im Schuber mit Lederkanten.

40. Druck für die Hundert. – Unnummeriertes Exemplar. – »Gesetzt aus einer neugegossenen alten Luther’schen Schrift«. – Gedruckt auf JWZanders-Bütten bei J. G. Weiß, München. – Der bemerkenswerte Handeinband wurde nicht signiert.

25,3 : 17,5 cm. 154, [6] Seiten. – Rücken kaum merklich verfärbt.

Nicht mehr bei Rodenberg. – Nicht bei Schauer

153  Hundertdrucke – Carl Weisflog. Das große Los.

€ 750

In etzlichen anmutigen Historien. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Gustav Meyrink. München, Hans von Weber 1925. Roter Maroquinband mit goldgeprägtem Rückentitel, vergoldeten doppelten Stehkantenfileten, breiter Innenkanten- sowie Schnittvergoldung (signiert: Johannes Gerbers, Hamburg). Im Schuber mit Lederkanten.

41. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Auf blütenweißem Velin von J W Zanders, München. – In seinem eigenhändig signierten Nachwort beschreibt Gustav Meyrink die Parallelen in Werk und Leben von Carl Weisflog und E. T. A. Hoffmann. – Druckfrisches Exemplar.

25,1 : 17,1 cm. 167, [5] Seiten.

Nicht mehr bei Rodenberg. – Nicht bei Schauer

154  Hundertdrucke – Christoph Martin Wieland. Comische Erzählungen. Die Wasserkufe. Combabus.

€ 450

München, Hans von Weber 1926. Blauer Maroquinband mit Vergoldung. Im Schuber.

42. Druck für die Hundert. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren. – Gesetzt aus dem Cicerograd einer neu aufgefundenen Fraktur aus der Werkstatt Peter Bätzmann, geschnitten wohl Anfang des 18. Jahrhunderts. – Gedruckt auf Van Gelder Zonen-Bütten. – Der Text folgt den ersten ungekürzten Ausgaben von 1768–1770.

25,0 : 16,3 cm. 186, [6] Seiten. – Gelenke schwach berieben.

Nicht mehr bei Rodenberg und nicht bei Schauer

155  Hundertfünfzigdrucke – Hugo von Hofmannsthal. Der Abenteurer und die Sängerin

€ 500

oder Die Geschenke des Lebens. Ein Gedicht in zwei Aufzügen. Berlin, S. Fischer, und München, Hans von Weber 1913. Pergamentband mit vergoldeten Fileten und Fleurons sowie grün-goldenen Deckel- und Rückenschildern.

Erster Druck für die Hundertfünfzig. – Eins von 150 römisch nummerierten Exemplaren. – Gedruckt auf Hundertfünfzig-Bütten bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Die kurzlebige Reihe der Hundertfünfzigdrucke entstand aus der Zusammenarbeit mit dem Berliner Verleger Samuel Fischer. Es erschienen lediglich vier Drucke.

28,0 : 19,2 cm. 121, [3] Seiten. – Deckel leicht aufgebogen.

Rodenberg 414. – Schauer II, 61. – Weber, Hofmannsthal 9.1

156  Hundertfünfzigdrucke – Gerhart Hauptmann. Hanneles Himmelfahrt.

€ 300

Traumdichtung in zwei Teilen. Berlin, S. Fischer, und München, Hans von Weber 1913. Pergamentband mit Vergoldung und grün-goldenem Rückenschild (signiert: Johs. Larink).

Zweiter Druck für die Hundertfünfzig. – Eins von 150 Exemplaren. – Gesetzt aus einer alten Schwabacher. – Gedruckt auf Hundertfünfzig-Velin bei Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem.

28,7 : 19,6 cm. 71, [5] Seiten. – Rückenschild etwas verblasst.

Rodenberg 414. – Schauer II, 61

157  Hundertfünfzigdrucke – Henrik Ibsen. Peer Gynt.

€ 400

Ein dramatisches Gedicht. Berlin, S. Fischer, und München, Hans von Weber 1913. Originalpergamentband mit grün-goldenem Rückenschild, vergoldeter CL-Vignette auf dem Vorderdeckel und Kopfschnittvergoldung (signiert: H. Fikentscher, Leipzig).

Dritter Druck für die Hundertfünfzig. – Eins von 150 Exemplaren. – Gesetzt aus einer deutschen Didot-Type. – Gedruckt auf Hundertfünfzig-Velin bei Poeschel & Trepte, Leipzig. – Der Titel wurde in Hellblau gedruckt.

28,2 : 19,5 cm. [8], 191, [5] Seiten.

Rodenberg 414. – Schauer II, 61

158  Hundertfünfzigdrucke – Peter Altenberg. Wie ich es sehe.

€ 750

Berlin, S. Fischer, und München, Hans von Weber 1913. Weinroter Originalmaroquinband mit Vergoldung (signiert: E. Ludwig, Frankfurt a/M).

Vierter Druck für die Hundertfünfzig. – Eins von 150 Exemplaren. – Gesetzt aus der Tiemann-Kursiv. – Gedruckt auf Hundertfünfzig-Velin bei Otto von Holten, Berlin. – Exlibris Lucy Spiegl. – Tadellos.

28,3 : 20,0 cm. [12], 278, [2] Seiten.

Rodenberg 414, CL 4. – Schauer II, 61

159  Hyperiondrucke – Johann Wolfgang von Goethe. Faust.

€ 1500

Eine Tragödie. – Der Tragödie zweiter Teil. München, Hyperionverlag Hans von Weber 1912. Grüne Maroquinbände mit reicher Vergoldung, Lederintarsien und senffarbenen Seidenspiegeln und -vorsätzen.

Erster Hyperiondruck. – Je eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren auf Hundertbütten. Daneben wurden 550 Exemplare auf Van Gelder-Bütten und sieben auf Pergament gedruckt. – Druck bei Johann Enschedé en Zonen, Haarlem. – Mit diesem Druck begründete Hans von Weber seine dritte Pressendruck-Reihe. Die Hyperiondrucke wurden auch an die Mitglieder der Vereinigung »Die Hundert« ausgegeben und wie bei dieser Reihe erfolgte die Auswahl der verwendeten Drucktypen durch Beschluss der Subskripenten. – Prachtvolle, wenn auch unsignierte Handeinbände: Rückenvergoldung in sechs Feldern mit Fileten und gepunzten Rechtecken. – Deckel mit vierzehnfacher(!) vergoldeter Filete, die zusammen mit den senffarbenen Intarsienstreifen eine breite Bordüre bilden. – Stehkanten mit goldgepunzter Verzierung. – Die breiten Innenkanten mit reicher floraler und ornamentaler Vergoldung. – Kopfschnittvergoldung. – Die Einbände könnten von Paul Kersten oder Peter Demeter entworfen und gebunden sein. – Exlibris Lucy Spiegl.

28,2 : 19,5 cm. 198, [2] und 275, [5] Seiten. – Rücken minimal verfärbt.

Rodenberg 414, 1. – Schauer II, 60 (Abbildung)

160  Hyperiondrucke – Dante Alighieri. Göttliche Comödie.

€ 500

Übertragen von Philalethes. I: Die Hölle. – II: Das Fegefeuer. – III: Das Paradies. München, Hans von Weber 1914–1916. Pergamentbände mit gold-braunem Lederrückenschild (Johannes Gerbers, Hamburg).

Fünfter Hyperiondruck. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren für die Mitglieder der Vereinigung »Die Hundert« (Gesamtauflage 500). – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten bei Johannes Enschedé en Zonen, Haarlem. – Die Übersetzung stammt von Prinz Johann von Sachsen (1801–1873), der seinem Bruder Friedrich August II. 1854 auf den sächsischen Thron folgte. Unter seinem Pseudonym (Freund der Wahrheit) übersetzte er unter anderem Dantes Komödie. – Die Handeinbände von Johannes Gerbers wurden nach dem Vorbild der Carl Sonntag-Bände gebunden.

27,8 : 19,0 cm. – Einband von I tadellos, die Rücken von II und III etwas angestaubt.

Rodenberg 414, 5. – Schauer II, 62

161  Hyperiondrucke – Joseph von Eichendorff. Aus dem Leben eines Taugenichts.

€ 1200

Mit Originallithographien von Emil Preetorius. München, Hans von Weber 1914. Mit 29 kolorierten Lithographien, fünf davon blattgroß. Gelber Maroquinband mit Vergoldung und Lederintarsien (signiert: Heumer & Fuhrmann, Chemnitz).

Sechster Hyperiondruck. – Eins von 500 Exemplaren (Gesamtauflage 600). – Im Druckvermerk vom Künstler nummeriert, signiert und bezeichnet »und von mir freundlich ausgemalet worden«. – Druck der Lithographien von Karl Wolf & Sohn, München, der des Textes von Poeschel & Trepte, Leipzig. – Unikates Exemplar in einem schönen Handeinband der Chemnitzer Firma, mit allen Lithographien im Handkolorit des Künstlers.

28,1 : 18,8 cm. [4], 121, [3] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Rodenberg 415, 6. – Schauer II, 63. – Ohr 17

162  Dreiangeldrucke – Jakob Wassermann. Donna Johanna von Castilien.

€ 400

Mit Ur-Steindrucken von Hans Meid. München, Hans von Weber [1914]. Mit 16 Lithographien im Text, davon fünf ganzseitig. Dunkelblauer Maroquinband mit Vergoldung (signiert: K. Ebert, München). Im Schuber mit Lederkanten.

Erster Dreiangeldruck. – Eins von 500 Exemplaren auf Van Gelder-Velin. Es erschienen weitere 25 römisch nummerierte Vorzugsexemplare auf Japan. – Der Text wurde bei Otto von Holten, die Lithographien auf der Handpresse der Pan-Presse, beide Berlin, gedruckt. – Mit einer signierten Extrasuite der Lithographien auf Japan in der Originalhalbleinenmappe. – Mit diesem Druck eröffnete Hans von Weber die Fortsetzung der Hyperion-Drucke. »Diese bis 1923 erscheinenden Bände waren fast alle illustriert, und zwar mit Steinzeichnungen von Hans Meid, Walo von May, Emil Preetorius und mehreren anderen Künstlern, die in der bildfreudigen Zeit nach dem ersten Weltkrieg in nicht geringer Zahl zur Verfügung standen.« (Georg Kurt Schauer, I, 104).

29,0 : 19,5 cm. [4], 76, [4] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. Bünde schwach berieben. – Einige Blätter der Suite an den Rändern schwach stockfleckig.

Rodenberg 416, 1. – Schauer II, 62. – Jentsch 132–147 c (von c); Bücher XII. – Badorrek-Hoguth 1.63

163  Dreiangeldrucke – Jean Paul. Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wuz in Auenthal.

€ 300

Eine Art Idylle. Mit Ur-Steinzeichnungen von Walo von May. München, Hans von Weber 1915. Mit zahlreichen Lithographien im Text, davon vier ganzseitig. Grüner Saffianband mit vergoldetem Rückentitel, blindgeprägten Innenkantenfileten und Kopfgoldschnitt (signiert: Ulber-Söchting, Berlin).

Zweiter Dreiangeldruck. – Eins von 600 Exemplaren auf Van Gelder-Velin. Es erschienen 25 signierte Vorzugsexemplare auf Japan sowie einige Mappenausgaben. – Gesetzt aus der Jean Paul-Schrift.

28,6 : 18,5 cm. 109, [3] Seiten. – Rücken und obere Ränder verfärbt. Ecken und Gelenke minimal berieben.

Rodenberg, 416, 2. – Schauer II, 62. – Sennewald 15

164  Dreiangeldrucke – Heinrich von Kleist. Michael Kohlhaas.

€ 300

(Aus einer alten Chronik). Erzählung. Mit Ursteinzeichnungen von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1916. Mit 30 Lithographien im Text, davon sechs blattgroß. Originalpergamentband mit Rückenschild, Deckelvignette und -fileten in Rot sowie Kopfgoldschnitt (signiert: H. Fikentscher, Leipzig).

Vierter Dreiangeldruck. – Eins von 40 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Japan (Gesamtauflage 640). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Exlibris Lucy Spiegl.

28,5 : 18,5 cm. 106, [6] Seiten.

Rodenberg 416, 4. – Schauer II, 62. – Sennewald 60, 16

165  Dreiangeldrucke – Friedrich Gerstäcker. Herrn Mahlhubers Reiseabenteuer.

€ 300

Eine Erzählung. Mit Urzinkzeichnungen von Emil Preetorius. München, Hans von Weber 1917. Mit zahlreichen kolorierten Textillustrationen. Originalpergamentband. Kopfgoldschnitt und Rückenschild vergoldet (signiert: H. Fikentscher, Leipzig). Im Originalschuber.

Fünfter Dreiangeldruck. – Eins von 40 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Japan. Darüber hinaus erschienen 650 Exemplare auf Velin und 20 Mappenausgaben. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Kleines Sammlersignet auf dem Innendeckel.

19,2 : 14,8 cm. 173, [3] Seiten.

Rodenberg 417, 5. – Schauer II, 62. – Ohr 21

166  Dreiangeldrucke – E. T. A. Hoffmann. Der Sandmann.

€ 300

Aus den Nachtstücken. Mit Ursteinzeichnungen von G. Königer. München, Hans von Weber 1916. Mit 35 Lithographien im Text, davon acht blattgroß. Originalpergamentband mit Rückenschild, Deckelvignette und -fileten in Rot sowie Kopfgoldschnitt (signiert: H. Fikentscher, Leipzig).

Sechster Dreiangeldruck. – Eins von 40 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Japan (Gesamtauflage 590 und 25 Mappenausgaben). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – August (Gustel) Königer war ein Schüler von Emil Preetorius und Paul Renner.

28,5 : 19,8 cm. [8], 66, [6] Seiten.

Rodenberg 417, 6. – Schauer II, 62. – Sennewald 16

167  Dreiangeldrucke – Friedrich Schiller. Der Geisterseher.

€ 600

Aus den Papieren des Grafen von O**. München, Hans von Weber 1918. Mit zahlreichen Urzinkzeichnungen von Auguste (Gustel) Königer im Text. Brauner Maroquinband mit ornamentaler Blindprägung. Rückentitel, Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Ernst Rehbein, Darmstadt).

Achter Dreiangeldruck. – Auf »Papier von Japanart«. – Unbeschnitten, sehr schön gebunden.

19,5 : 14,5 cm. 184 Seiten. – Gelenke berieben.

Rodenberg 417, 8. – Sennewald 18,2

168  Dreiangeldrucke – Gottfried August Bürger. Balladen.

€ 400

Mit Ursteindrucken von Franz Kolbrand. München, Hans von Weber 1919/20. Mit zahlreichen Lithographien im Text, davon sieben ganzseitig. Pergamentband mit Titeln in schwarzer Tusche, vergoldeten Rücken- und Deckelkantenfileten, Steh- und Kopfgoldschnittvergoldung (signiert: Handeinband Fritzsche AG).

Neunter Dreiangeldruck. – Einfache Ausgabe, es erschienen etwa 80 Exemplare auf Van Gelder-Velin. – Mit dem 1920 separat erschienenen Beiheft: Gottfried August Bürger. Nachwort zu seinen Balladen von Erich Ebstein.

24,0 : 18,0 cm. [4], 131, [1] Seiten. – Deckel leicht aufgebogen. – Exlibris.

Rodenberg 417, 9

169  Dreiangeldrucke – Das Buch Esther und das Buch Hiob.

€ 600

Die erzählenden Bücher des Alten Testaments. Erster Band. Mit Urholzschnitten von Bruno Goldschmitt. München, Hans von Weber 1918. Mit acht blattgroßen Holzschnitten. Schwarzer Kalblederband mit vergoldetem Rückentitel und zahlreichen vergoldeten Fileten auf beiden Deckeln und Stehkanten. Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber.

Zehnter Dreiangeldruck. – Exemplar einer ungenannten Auflagenhöhe (800?). Es erschienen 75 römisch nummerierte Vorzugsexemplare auf Van Gelder-Velin. – Der bemerkenswerte Einband erinnert in seiner Gestaltung durchaus an die linear-geometrischen Vergoldungen Otto Dorfners, ist aber unsigniert. – Es erschienen keine weiteren Bände der konzipierten Bibeltext-Reihe.

27,8 : 19,0 cm. 101, [1] Seiten. – Minimale Bereibungen an den Gelenken.

Rodenberg 417, 10. – Sennewald 61, 18.1

170  Dreiangeldrucke – Wilhelm Matthießen. Hans der Räuber und Margret die Zauberin.

€ 600

Ein Märchen. Mit Urzinkzeichnungen von Robert Engels. München, Hans von Weber 1919. Mit zahlreichen Textillustrationen, davon vier ganzseitig. Brauner Maroquinband mit reicher Vergoldung sowie Kopfgoldschnitt (signiert: H. Fikentscher, Leipzig 1920).

13. Dreiangeldruck. – Eins von 120 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Velin. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt aus der Leibniz-Fraktur. – Sehr schönes Exemplar.

25,5 : 18,3 cm. 70, [2] Seiten.

Rodenberg 417, 13

171  Dreiangeldrucke – Julius R. Haarhaus. Maculaturalia.

€ 600

Ein Märchen für Bücherfreunde. München, Hans von Weber 1919. Mit Federzeichnungen im Text von Wilhelm Heise. Dunkelroter Lederband mit Narbenprägung und üppiger Vergoldung (signiert: Spamersche Buchbinderei, Leipzig). Im Schuber mit Lederkanten.

14. Dreiangeldruck. – Eins von 600 Exemplaren (Gesamtauflage 725). – Zunächst hatte Hans von Weber nur die 25 Vorzugs- und weitere 100 Exemplare gedruckt, erhielt aber von Haarhaus’ Verleger Haessel die Erlaubnis weitere 600 Exemplare als Dreiangeldruck abzuziehen. – Das sicher schönste »Büchermärchen«, dem Buchbinder Kurt Ebert gewidmet, ist ein Lesevergnügen für jeden Bibliophilen. Erzählt wird die Geschichte eines Buchhandelsgehilfen, der am Weihnachtstag seine neue Stelle in Leipzig antreten muss. Dort wird er am Abend vergessen und eingeschlossen und dadurch unfreiwilliger Zeuge der Jahresversammlung der Bücher unter dem Präsidium des ehrwürdigen Don Quixote. Julius R. Haarhaus (1867–1947) war selber Buchhändler in Bonn und Leipzig, später wurde er Lektor für Reclams Universal-Bibliothek.

18,7 : 13,6 cm. [8], 72 Seiten. – Rücken minimal verblasst. Gelenke schwach berieben.

Rodenberg 417, 14

172  Dreiangeldrucke – Karl Gutzkow. Uriel Acosta.

€ 450

Der Sadduzäer von Amsterdam. Mit Urzinkzeichnungen von Franz Kolbrand. München, Hans von Weber 1922. Mit zahlreichen Illustrationen im Text, davon zwei ganzseitig. Pergamentband mit Rückenschildchen. Rückentitel, Deckelverzierung und -titel sowie Kopfschnitt vergoldet.

19. Dreiangeldruck. – Eins von 75 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf deutschem handgeschöpften Bütten (Gesamtauflage 725). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Teilweise unaufgeschnitten. – Gutzkows Novelle um die historische Gestalt von Spinozas Lehrer erschien erstmals 1843, 1846/47 gefolgt von dem gleichnamigen Drama.

25,5 : 18,5 cm. [2], 76, [6] Seiten. – Einband leicht angestaubt.

Rodenberg 418, 19

173  Dreiangeldrucke – Friedrich Schiller. Macbeth.

€ 500

Ein Trauerspiel von Shakespeare. Zur Vorstellung auf dem Hoftheater eingerichtet. Mit Ursteindrucken von Max Ludwig. München, Hans von Weber 1922/23. Mit zahlreichen Lithographien im Text, davon fünf blattgroß. Grüner Saffianlederband. Rücken und Deckel mit Goldschmuck und Blindprägung. Rückentitel, Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber mit Lederkanten.

20. und zugleich letzter Dreiangeldruck. – Mit »Beleg« bezeichnetes »Vorzugsexemplar (Gesamtauflage 730). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gesetzt aus der Jean Paul-Schrift.

27,4 : 19,5 cm. [8], 124, [4] Seiten. – Rücken verblasst.

Rodenberg 418, 20

174  Drucke des Bücherwinkels – Erstes bis Drittes Werk.

€ 600

München, Der Bücherwinkel 1922 und 1923.

I. Daniel Defoe. Robinson Crusoe. 1922. Mit 20 Originalradierungen von Friedrich Heubner. Blauer Halblederband mit Vergoldung. Eins von 100 Exemplaren. Auf Bütten. – Friedrich Heubner (1886–1974) war unter anderem Mitarbeiter der Münchner Zeitschriften »Simplicissimus« und »Jugend«. – II. Honoré de Balzac. Die Chouans oder Die Bretagne im Jahre 1799. 1923. Mit 60 Lithographien von Friedrich Heubner. Türkisfarbener Lederband mit Vergoldung. Eins von 300 Exemplaren. Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – III. Die Nachtwachen des Bonaventura. 1923. Mit 17 signierten Radierungen von Bruno Goldschmitt. Brauner Kalblederband mit Vergoldung. Eins von 275 Exemplaren. Im Druckvermerk vom Künstler signiert. Auf Bütten.

Rücken verblasst (I) bzw. verfärbt (II), Einbände etwas unfrisch, Gelenke gebrochen (I).

Rodenberg 350, 1–3. – Sennewald 76, 22.1 und 23.1 sowie 62, 23.1

175  Obelisk-Drucke – Christoph Martin Wieland. Musarion

€ 500

oder Die Philosophie der Grazien. Ein Gedicht in drey Büchern. Radierungen von Hans Gött. München, Drei Masken 1924. Mit zwölf signierten kleinen Radierungen im Text, davon eine Titel- und eine Schlussvignette. Blauer Originalmaroquinband mit Rückenschild. Ornamentale Deckelbordüren und Innenkantenfileten, Rücken und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Hübel & Denck, Leipzig). Im Schuber.

Neunter Obelisk-Druck. – Unnummeriertes Exemplar, somit eins von 20 Künstlerexemplaren (Gesamtauflage 340). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Radierungen entstanden 1923 und wurden unter Aufsicht des Künstlers auf Zanders-Bütten gedruckt.

29,5 : 20,0 cm. 72, [6] Seiten. – Kanten leicht berieben. Rücken und Ränder schwach verfärbt.

Rodenberg 448, 9

176  Phantasus-Drucke – Thomas Mann. Der kleine Herr Friedemann.

€ 2500

München, Phantasus 1920. Mit elf blattgroßen Holzschnitten und vier zweifarbigen Holzschnitt-Initialen von Otto Nückel-Aibling. Originalpergamentband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet (Carl Herkomer).

Zweiter Phantasus-Druck. – Eins von 50 Exemplaren in »Antik-Kalbspergament«. Es erschienen 20 römisch nummerierte Exemplare in Leder mit einer zusätzlichen signierten Folge der Holzschnitte auf Japan und weitere 150 Exemplare in Halbpergament. – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Gedruckt bei C. Wolf & Sohn, München, auf handgeschöpftem Bütten. – Erste Einzelausgabe des Textes. 1898 erschien die Novelle erstmals in der gleichnamigen Sammlung und begründete den Ruhm des damals erst 23jährigen Schriftstellers. Seine Freundschaft zu dem Kunsthistoriker, Kunsthändler und Verleger Georg Martin Richter (1875–1942) reicht bis in diese frühen Jahre zurück, 1919 erwarben die beiden zusammen das Haus »Villino« am Starnberger See, in dem Thomas Mann bis 1923 arbeitete. Nach dem vorliegenden Privatdruck verlegte Richter 1921 auch Thomas Manns »Wälsungenblut«. – Otto Nückel, Mitglied der Münchner Sezession und Mitarbeiter des »Simplizissimus« war 1914 erstmals durch seine Holzschnitte zu Freys Roman »Solneman« aufgefallen.

25,0 : 18,0 cm. [8], 58, [6] Seiten. – Untere Ränder von Rücken und Deckeln etwas angestaubt. – Vereinzelt, besonders aber erste und letzte Seiten, leicht stockfleckig.

Potempa E 4.2. – Rodenberg 457, 2. – Sennewald 20,3. – Schauer II, 99

177  Phantasus-Drucke – Thomas Mann. Der kleine Herr Friedemann.

€ 1200

München, Phantasus 1920. Mit elf blattgroßen Holzschnitten und vier zweifarbigen Holzschnitt-Initialen von Otto Nückel-Aibling. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfschnitt.

Zweiter Phantasus-Druck. – Unnummeriertes »Besprechungsexemplar, überreicht vom Phantasus Verlag G. M. Richter und H. H. Schlieper« (Stempel unter dem Druckvermerk). – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Es erschienen 220 Exemplare. – Vgl. KatNr. 176.

25,1 : 18,0 cm. [6], 58, [2] Seiten. 11 Holzschnitte. – Vorsatzblatt mit zwei handschriftlichen Einträgen.

Potempa E 4.2. – Rodenberg 457, 2. – Sennewald 20,3. – Schauer II, 99

178  Phantasus-Drucke – Dietrich von Glaz. Der Gürtel.

€ 1200

Mit Steinzeichnungen von Rudolf Großmann. München 1921. Mit acht ganzseitigen Lithographien, zwei lithographierten Vignetten und zahlreichen lithographierten Randzeichnungen, alle koloriert, fast alle signiert bzw. monogrammiert. Grüner Originalmaroquinband. Rückentitel, Fileten und Buchschnitt vergoldet (signiert: Frieda Thiersch). Im gefütterten Originalschuber mit Lederkanten.

Dritter Phantasusdruck. – Eins von 20 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe, in Leder gebunden und mit der signierten Extrasuite (Gesamtauflage 220). – Auch im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Der Text wurde von E. R. Vogenauer »im Charakter alter Handschriften geschrieben« und ebenfalls lithographisch gedruckt. – Großmann entwarf zwei leicht variierende Bordüren, eine wurde für das Titelblatt verwendet, die zweite für alle 32 Textseiten. – Die Suite enthält alle zwölf im Buch verwendeten Lithographien und darüber hinaus eine Tuschzeichnung auf Celluloid, drei Varianten und zwei Bleistiftzeichnungen (Vignettenentwürfe). –.

27,7 : 20,8 cm. [76] Seiten. – Vorsätze und Spiegel mit hellblauem Roma-Bütten neu bezogen. Die Suiten in moderner Leinenmappe.

Rodenberg 457, 3. – Sennewald 21,1

179  Phantasus-Drucke – Apulejus. Amor und Psyche.

€ 600

Mit Steinzeichnungen von Edwin Scharff. München, Phantasus 1922. Mit 20 Lithographien im Text, davon sechs blattgroß. Grüner Originalkalblederband. Rot-goldenes Rückenschildchen. Rücken-, Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten mit Eckfleurons sowie Kopfschnitt vergoldet (signiert: P. A. Demeter, Hellerau).

Vierter Phantasusdruck. – Eins von 200 Exemplaren. Zusätzlich erschienen 20 römisch nummerierte Exemplare mit einer Suite der Lithographien und einer Originalskizze des Künstlers, gebunden von Frieda Thiersch. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Bütten. – Gesetzt aus der Mittel Kursiv Elzevir-Antiqua, die für diesen Druck von der Schriftgießerei Genzsch & Heyse, Hamburg, neu gegossen wurde.

25,9 : 17,5 cm. [4], 110, [8] Seiten. – Rücken verblasst. – Vorsätze mit Leimschatten.

Rodenberg 457, 4. – Sennewald 22,1

180  Phantasus-Druck – Honoré de Balzac. Paz

€ 500

oder Freundschaft um Liebe. Mit Illustrationen von Max Neumann. München, Phantasus 1923. Mit 22 ganzseitigen Zinkographien. Leuchtend roter Originalmaroquinband auf fünf Bünden mit Rückenschild, Rücken- und Schnittvergoldung (signiert: Frieda Thiersch). Im Schuber.

Neunter Phantasus-Druck. – Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren im prächtig vergoldeten Ganzledereinband von Frieda Thiersch (Gesamtauflage 450). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Bütten. – Erste Ausgabe dieser Neuübersetzung von »La Fausse Maitresse« von Carl von Stetten und Max Michael Oswald. – Hervorragend erhalten, nahezu druckfrisches Exemplar.

18,7 : 12,5 cm. [2], 135, [3] Seiten. – Wenige winzige Narben im Leder.

Rodenberg 459, 9. – Fromm I, 1505

181  Rupprecht-Presse – Friedrich Huch. Karl Wilhelm Ferdinand.

€ 800

Ein Roman. Nachgelassenes Bruchstück. München 1921/1922. Roter Maroquinband mit reicher floraler Vergoldung, vergoldetem Rückentitel und Buchschnitt sowie Marmorpapiervorsätzen (signiert: Oskar Blenkner, Emmendingen, B.). Im Schuber mit Marmorpapierbezug und Lederkanten.

15. Buch der Rupprecht-Presse. – Eins von 205 Exemplaren. – Handpressendruck auf Zanders-Bütten. – Mit Holzschnittinitialen im Text. – Bemerkenswert schöner Einband des Breisgauer Buchbindermeisters Oskar Blenkner. – Hans von Weber, Verleger und bibliophiler Sammler, empfiehlt Blenkner seinen Lesern nachdrücklich, neben Karl Ebert (München) und Gustav Fröhlich (Stuttgart): »Endlich ist Meister Blenkner in Emmendingen in Baden zu rühmen. – Von einem Freiburger Kunden wurden mir einige von ihm gebundene Lederbände mit Intarsien gezeigt, die ebenfalls vorzügliche Arbeit aufweisen.« (Zwiebelfisch, Jg. V, Heft 2, zitiert nach »Das Buch als Gesamtkunstwerk II«, Heinrich Heine Antiquariat Düsseldorf 2009).

25,6 : 19,2 cm. [4], 115, [5] Seiten.

Rodenberg 131,15

182  Rupprecht-Presse – Lebens-Beschreibung des Herrn Gözens von Berlichingen.

€ 1000

München 1924. Cremefarbener Schweinslederband. Rückentitel, Deckel- und Innenkantenfileten blindgeprägt (signiert: O. Dorfner – Weimar).

29. Buch der Rupprecht-Presse. – Eins von 150 Exemplaren. – Gedruckt unter Leitung von F. H. Ehmcke im Auftrag von Heinrich Beck. – Mit roten Holzschnitt-Initialen, die wie auch die Titelzeilen von Anna Simons gezeichnet wurden. – Auf Rupprecht-Bütten.

29,2 : 19,0 cm. [6], 121, [1] Seiten.

Rodenberg 534, 29

183  Rupprecht-Presse – Karl Wolfskehl. Buecher · Buecher · Buecher · Buecher.

€ 750

Elemente der Bücherliebeskunst. Mit Beiträgen von Curt von Faber du Faur und Emil Preetorius. München 1931/1932. Blauer Saffianlederband. Rücken- und Deckeltitel, Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber mit Lederkanten.

51. Druck der Rupprecht-Presse. – Eins von 225 Exemplaren. Zusätzlich wurden 75 Exemplare für die Mitglieder der Gesellschaft der Münchner Bücherfreunde herausgegeben. – Gedruckt auf Zanders-Bütten. – Der Schriftsteller, Übersetzer und Büchersammler Karl Wolfskehl (1869–1948) schreibt unter anderem über »Bibliogogik«, Finderglück, Erhaltungsfetischismus, Antiquare und die bedeutsame Frage »Gibt es überhaupt Erstausgaben?«. – Die Anmerkungen von Faber du Faur über Gesamtausgaben, Emil Preetorius über Einbandkunst (»Buchleib und Buchgesicht«). – Schöner Einband mit dem lilafarbenen Original-Tupfpapier als Vorsätze.

23,5 : 15,5 cm. [6], 103, [7] Seiten. – Rücken verfärbt.

nicht mehr bei Rodenberg

184  Hamburger Presse – Minnelieder aus dem schwäbischen Zeitalter

€ 2000

neu bearbeitet und herausgegeben von Ludwig Tieck. Mit Bildern. Hamburg 1918. Mit Titelvignette und vier Textillustrationen, davon zwei blattgroß nach den Kupferstichen von Philipp Otto Runge. Gelber Maroquinband mit Rücken-, Deckel-, Kanten- und Schnittvergoldung (signiert: Franz Weisse). Im Schuber.

Zweiter Druck der Hamburger Presse. – Eins von 150 Exemplaren auf Bütten (Gesamtauflage 500). – Gedruckt in der Hamburger Druckerei-Gesellschaft Hartung & Co. – Nachdruck der Ausgabe von 1803, neu gesetzt aus der Frühlingsschrift von Rudolf Koch. – »Runge machte die zierende Arabeske zum Träger von Symbolen, und gemeinsam mit L. Tieck schuf er in den Minneliedern […] mit symbolischen Buchkupfern die eigentümlichste Illustration eines deutschen Buches« (Stubbe in: Hauswedell/Voigt, mit ausführlicher Würdigung). – Die Hamburger Presse wurde 1918 von dem hiesigen Buchhändler Walther Barth gegründet. Ihr künstlerischer Leiter war Anton Kling, wie auch der Buchbinder Franz Weisse, Lehrer an der Staatlichen Kunstgewerbeschule in Hamburg.

22,5 : 15,4 cm. [16], XXIV, [2], 234, [2] Seiten. – Rücken etwas verfärbt. Deckelvergoldung an einigen Stellen mit kleinen Verlusten. – Bezugspapier an den Innengelenken geplatzt.

Rodenberg 155, 2. – Zur EA: Goedeke VI 38, 61, Slg. Borst 959, Rümann 2178

  185    Hamburger Presse – Platon. Phaidon

€ 250

oder das Gepräch über die Seele. Hamburg 1920. Originalhalbpergamentband mit durchgezogenen Bünden und vergoldetem Rückentitel (signiert: Johannes Gerbers, Hamburg). Im Schuber.

Sechster Druck der Hamburger Presse. – Eins von 500 Exemplaren. – In der Regel wurden die Drucke der Hamburger Presse von Franz Weisse gebunden, vorliegendes Exemplar stellt mit seinem Handeinband von Johann Gerbers (1886–1966) eine seltene Ausnahme dar. – Gedruckt auf Bütten in der originellen und bemerkenswert modern anmutenden Czscheka-Antiqua von Genzsch & Heyse. – Schönes Exemplar.

25,5 : 17,5 cm. 115, [3] Seiten. – Kanten leicht berieben. Vergoldung am Rücken etwas oxydiert und mit winzigen Verlusten.

Rodenberg 156, 6

186  Bremer Presse – Hugo von Hofmannsthal. Die Wege und die Begegnungen.

€ 1000

Bremen 1913. Dunkelroter Originalmaroquinband mit blindgeprägter ornamentaler Rückenverzierung und Deckelfileten sowie vergoldeten Steh- und Innenkantenbordüren (signiert: Bremer Binderei).

Erstes Buch der Bremer Presse. – Erste Ausgabe, nach vorhergehenden zehn Exemplaren eines Versuchsdrucks in der Behrens-Antiqua. – Eins von 200 Exemplare, nun gesetzt aus der 16 Punkt Antiqua, der ersten eigenen Druckschrift der Presse. Diese wurde zuvor nur für einen Probedruck von Schröder »Achilleis« verwendet. – Der einzige kleinformatige Druck der Presse. – Das Pressensignet auf dem Titel, die neun Initialen, davon die erste groß figürlich verziert, und die große Schlussvignette zeichnete Rudolf Alexander Schröder. – Gedruckt in Rot und Schwarz auf der Handpresse auf Van Gelder Bütten. – Der Einband stammt von Frieda Thiersch, deren Handeinbände für lange Jahre ein Markenzeichen der Presse waren. – Nur dieser Text des Mitbegründers der Presse und der im Folgejahr gedruckte »Tacitus«, der allerdings erst nach dem Weltkrieg ausgeliefert werden konnte, entstanden in der Gründungsstadt der Presse. Noch während des Krieges zog die Werkstatt in das Landhaus Thomas Manns nach Bad Tölz. Dort wurde die Arbeit 1919 fortgesetzt; bereits 1921 erfolgte aus Platzgründen ein erneuter Umzug nach München.

19,4 : 12,3 cm. [8], 21, [7] Seiten. – Untere Kanten mit winziger Stauchung.

Lehnacker 1. – Rodenberg 57, 1. – Schauer II, 68

187  Bremer Presse – E. T. A. Hoffmann. Ritter Gluck.

€ 1000

München, R. Piper 1920. Mit 18 Textholzschnitten von Johann Tempel und Albert Fallscheer nach Zeichnungen von Rudolf Großmann. Originalhalbpergamentband mit Rückenvergoldung und marmorierten Deckelbezügen (signiert: Bremer Binderei, F. TH.). Originalhalbleinenmappe mit Deckelschild.

22. Druck der Marées-Gesellschaft, herausgegeben von Julius Meier-Graefe. – Handpressendruck der Bremer Presse für die Marées-Gesellschaft. – Eins von 65 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan im Handeinband von Frieda Thiersch und mit einer handkolorierten Extrasuite der Illustrationen. Es erschienen zusätzlich 135 Exemplare auf Zanders-Bütten. – Die Holzschnitte der Suite wurden koloriert und wie die zusätzliche Zeichnung (Tusche auf Celluloid) signiert. – Die Existenz dieser Mappe blieb Rodenberg und Lehnacker verborgen.

27,8 : 17,8 cm. [4], 39, [5] Seiten∞ 38,5 : 28,0 cm (Mappenformat). – Umschlaglasche der Mappe beschädigt, Deckel etwas fleckig.

Lehnacker 7a. – Rodenberg 57 und 368, 22. – Sennewald 20, 5

188  Bremer Presse – Dante. La Divina Commedia.

€ 2500

München 1921. Gelber Maroquinband mit reicher vergoldeter Filetenverzierung, Kopfschnittvergoldung und intarsierten Pergamentspiegeln (signiert: O. Dorfner · Weimar). Im Schuber mit Lederkanten.

Neuntes Buch der Bremer Presse. – Eins von 300 Exemplaren. – Breitrandiger Handpressendruck auf Zanders-Bütten mit dem Wasserzeichen der Presse. – Titel und Initialen zeichnete Anna Simons. – Herausgegeben von Berthold Wiese. – Die erste Hälfte des Werkes wurde Anfang 1921 noch in Bad Tölz gedruckt. Die geplanten zweiseitigen Holzschnitte von Ferdinand Hodler wurden nicht ausgeführt. – Eindrucksvoller, streng geometrisch verzierter Einband von Otto Dorfner, der einige Jahre die Buchbinderei des Weimarer Bauhauses geleitet hatte. Besonders die asymmetrische Gestaltung der Innendeckel hebt sich von vielen seiner Entwürfe ab. – Aus der »Goethe-Sammlung Edwin Redslob« mit dem kleinen Sammlungsetikett auf dem Vorblatt. Redslob (1884–1973) war von 1920 bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten Reichskunstwart. 1933 wurde er aus kulturpolitischen Gründen in den Ruhestand versetzt. Seine bedeutende Goethe-Sammlung stiftete er 1968 dem Goethe-Museum Düsseldorf, wo sie mit der dortigen Sammlung Kippenberg vereint wurde. Als »Nicht-Goethe«-Titel ging der schöne Danteband in die Bibliothek seiner Tochter Ottilie über, die ihn in ihre Ehe mit dem Mediziner Helmut Selbach einbrachte (Exlibrisstempel auf Vorblatt).

33,8 : 20,7 cm. [6], 458, [4] Seiten. – Bezugspapier des Schubers leicht fleckig. – Einbandrücken leicht nachgedunkelt, die Vergoldung dort minimal oxidiert.

Lehnacker 9. – Rodenberg 58, 10. – Schauer II, 68. – Papiergesänge 37

189  Bremer Presse – [Johann Wolfgang von] Goethe. Iphigenie auf Tauris.

€ 1200

Ein Schauspiel. München 1922. Roter Originalmaroquinband mit goldgeprägten Rücken- und Deckelfileten, vergoldetem Rückentitel, blauen Seidenvorsätzen und Goldschnitt (signiert: Frieda Thiersch). Im Originalschuber mit Lederkanten.

Eins von 300 Exemplaren auf Bütten, von denen 20 nicht in den Handel gelangten. – Den Titel und die Initialen zeichnete Anna Simons. – Durchsicht des Textes von Max Hecker. – Der schöne Einband von Frieda Thiersch makellos erhalten.

26,8 : 17,3 cm. [6], 111, [7] Seiten.

Lehnacker 12. – Rodenberg 58, 12

190  Bremer Presse – Lieder der deutschen Mystik.

€ 800

Ausgewählt und herausgegeben von Josef Bernhart. München 1922. Stahlblauer Ecrasélederband mit Deckel- und Innenkantenfileten in Gold- und Schwarzprägung. Rücken, Stehkantenbordüren und Buchschnitt ebenfalls vergoldet (signiert: Walter Gerlach – Berlin). Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 270 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Die Untertitel und die 66 Initialen zeichnete Anna Simons. – Mit einem ausführlichen Wörterverzeichnis am Ende. – Der schöne Einband von Walter Gerlach entstand in dessen frühen Berliner Jahren. – Von der Rückenverfärbung abgesehen sehr gut erhalten.

26,8 : 17,3 cm. 93, [27] Seiten. – Rücken etwas verfärbt und mit winziger Schabstelle, Bünde schwach berieben.

Lehnacker 13. – Rodenberg 58, 13. – Schauer II, 70 (mit Abbildung). – Das Buch als Gesamtkunstwerk I, 5

191  Bremer Presse – Rudolf Alexander Schröder. Widmungen und Opfer.

€ 900

Gedichte. München 1925. Ziegelroter Maroquinband mit Rücken- und Deckelvergoldung, vergoldeten Deckel- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnittvergoldung (signiert »EA«). Im Schuber mit Lederkanten.

Handpressendruck der Bremer Presse. – Erste Ausgabe. – Eins von 150 Exemplaren, davon 30 Belegexemplare. – Den Titel und die Initiale zeichnete Anna Simons. – Gedruckt auf Zanders-Bütten. – Der schöne Handeinband stammt von Ernst Ammering, Ried. – Exlibris Feuerbacher Heide.

28,6 : 19,5 cm. [6], 126, [10] Seiten. – Rücken kaum merklich verblasst.

Lehnacker 18. – Rodenberg 485, 18. – Schauer II, 68

192  Bremer Presse – Immanuel Kant. Grundlegung zur Metaphysik der Sitten.

€ 750

München 1925. Blaugrüner Originalmaroquinband mit goldgeprägtem Rückentitel, vergoldeten Fileten und Goldschnitt (signiert: Frieda Thiersch). Im Originalschuber mit Lederkanten.

Handpressendruck der Bremer Presse. – Eins von 285 Exemplaren. – Gesetzt aus der neuen deutschen Antiqua (11p), die hier erstmals verwendet wurde. – Titel und Initialen entwarf Anna Simons. – Auf Zanders-Bütten. – Herausgegeben und mit Anmerkungen und Lesartenverzeichnissen von Erich Becher.

27,3 : 18.8 cm. [4], 122, [12] Seiten.

Lehnacker 19. – Rodenberg Nachtrag 485. – Schauer II, 68

193  Bremer Presse – Der Psalter.

€ 1000

Deudsch D. Martin Luther. München 1929. Schwarzer Maroquinband mit reicher Vergoldung (Deckel- und Innenkantenfileten, Rückentitel und -fileten, Kopfschnitt) (signiert: Henningsen). In zugehörigem gefütterten Schuber mit schwarzen Lederkanten.

Eins von 150 Exemplaren auf Zanders-Bütten (Gesamtauflage 168). – Den Titel und die Initiale zeichnete Anna Simons. – Gesetzt aus der für die fünfbändige Bibelausgabe der Bremer Presse geschaffenen »Bibel-Type« (14 Punkt Deutsche Schrift). »Die Schwabacher möchte zu profan, die Fraktur zu heiter, die Textura zu feierlich angemutet haben. Die Bremer Presse wollte das Urwüchsige und zugleich Gewichtige der neuen hochdeutschen Sprache Luthers unmittelbar zum Ausdruck bringen.« (Schauer I, 87). – Breitrandiger Druck. – Eins der »50 Schönsten Bücher des Jahres 1929«. – Tadellos schönes Exemplar in einem Handeinband von sakraler Eleganz.

36,0 : 25,0 cm. [136], [4] Seiten. – Schuberkanten schwach berieben.

Lehnacker 27. – Rodenberg 486, 23. – Schauer II, 69

194  Bremer Presse – Ralph Waldo Emerson. Nature.

€ 600

München 1929. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeten Deckelfileten (signiert: Bremer Binderei – F. TH.). Im Originalschuber.

Handpressendruck der Bremer Presse. – Eins von 130 Exemplaren, die Exemplare 131–280 wurden für den Buch-Bund Hamburg, weitere 250 römisch nummerierte für Random House, New York, gedruckt. – Den Titel und die acht rot ornamentierten Initialen zeichnete Anna Simons. – Gedruckt auf Zanders-Bütten. – Die Essay-Sammlung »Nature« erschien 1836 als Erstlingswerk des amerikanischen Philosophen (1803–1882). – Tadellos.

28,0 : 19,5 cm. [6], 86, [8] Seiten.

Lehnacker 29. – Rodenberg 486, 25. – Schauer 69

  195    Bremer Presse – Geerten Gossaert. Gedichte.

€ 450

Übersetzt von Rudolf Alexander Schröder. München 1929. Dunkelgrüner Ecrasélederband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeten Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten sowie Schnittvergoldung. Im Schuber mit Lederkanten.

Handpressendruck der Bremer Presse. – Eins von 180 Exemplaren. – Den Titel zeichnete Anna Simons. – Gedruckt auf Zanders-Bütten. – Die Übersetzung erfolgte nach der holländischen Originalausgabe von 1916. – Hinter dem Pseudonym Geerten Gosaert verbarg sich der niederländische Essayist und Historiker Frederik Carel Gerretson (1884–1958), der mit seiner erstmals 1911 in nur 60 Exemplaren erschienenen Gedichtsammlung »Experimenten« erstes Aufsehen erregte.

27,0 : 18,8 cm. [4], 66, [12] Seiten.

Lehnacker 30. – Rodenberg 486, 24. – Schauer II, 69

196  Bremer Presse – Blaise Pascal. Pensées.

€ 600

München 1930. Originalpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel, vergoldeten Fileten und Kopfgoldschnitt (signiert: Bremer Binderei F. TH.) Im Schuber.

Eins von 270 Exemplaren für die Vereinigung von Freunden der Bremer Presse. – Gedruckt auf unbeschnittenem Zanders-Bütten. – Den Titel zeichnete Anna Simons. – 1930 bemühte sich Willy Wiegand, Begründer und Leiter der Presse, die schon seit 1921 bestehende Vereinigung von Freunden der Bremer Presse als Subskribenten zu aktivieren, um der präkeren wirtschaftlichen Situation der Presse entgegen zu wirken. Es erschienen allerdings trotzdem nur noch fünf Bände, einer davon waren die »Pensées« von Pascal. »Die Ungunst und der Ungeist der Jahre kurz vor 1933 und danach lähmten das Unternehmen und erstickten die bedeutungsvollen Anfänge seines Wirkens in die Breite« (Schauer I, Seite 89). – Tadellos schönes Exemplar.

29,4 : 20,5 cm. [6], 368, [6] Seiten.

Lehnacker 31. – Schauer II, 69

197  Bremer Presse – Sonnets.

€ 900

München 1931. Ziegelroter Maroquinband mit vergoldetem Rückentitel, sowie vergoldeten und blindgeprägten Fileten auf Deckeln, Rücken, Steh- und Innenkanten (signiert W. Gerlach, Berlin). Im Schuber mit Lederkanten.

Handpressendruck der Bremer Presse. – Eins von 275 Exemplaren. – Gesetzt aus der 16 Punkt Antiqua, der ersten, bereits 1913 entstandenen Druckschrift der Presse. – Den Titel und die 16 Initialen zeichnete Anna Simons. – Auf Zanders-Bütten. – Enthält Dichtungen von Sir Thomas Wyatt, William Shakespeare, John Keats, John Milton und anderen.

29,7 : 20,5 cm. [4], 238, [6] Seiten.

Lehnacker 34. – Schauer II, 69

198  Bremer Presse – Max Mell. Das Apostelspiel.

€ 500

München, Verlag der Bremer Presse 1923. Stahlblauer Ecrasélederband mit reicher Vergoldung und schwarzen Eckfeld- und Streifenintarsien. Rückentitel, Steh- und Innenkantenbordüren sowie Buchschnitt vergoldet (signiert: W. Gerlach – Berlin). Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 130 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Handpressendruck der Bremer Presse für den eigenen Verlag. – Das Werk des österreichischen Dichters Max Mell (1882–1971) war besonders in der Zeit zwischen den beiden Kriegen geprägt von Fest- und Volksschauspielen und deren Hang zum Mysterienhaften. In der Zeit des Nationalsozialismus war Mell engagierter Anhänger der deutschen Politik und Präsident des »Bundes deutscher Schriftsteller Österreichs«. – Walter Gerlachs Einbandgestaltung greift die christliche Symbolik der Dichtung auf.

27,0 : 18,3 cm. [2], 55, [5] Seiten. – Rücken verfärbt, Lederkanten des Schubers verblasst.

Lehnacker 45. – Rodenberg 60. – Das Buch als Gesamtkunstwerk I, 97

  199    Bremer Presse – Johann Wolfgang von Goethe. Faust.

€ 450

Eine Tragödie. München 1925. Rotbrauner Ecrasélederband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeten Deckelkantenfileten (signiert: R. Oldenbourg, München). Im Schuber.

Gedruckt auf Zanders Alfa-Papier. – Druck der Mandruck AG für den Verlag der Bremer Presse. – Vom gleichen Satz wurde eine Sonderauflage für die Büchergilde Gutenberg gedruckt. – Die Durchsicht des Textes übernahm der berühmte Goethe-Philologe Max Hecker. – Dazu: E. T. A. Hoffmann. Der Baron von Bagge. München 1922. Originalpappband mit marmoriertem Buntpapierbezug und Titelschild. Erstes Buch des Verlages der Bremer Presse. Eins von 400 Exemplaren. – Die Lebensschilderung des kurländischen Barons (1722–1791) wurde für die Bremer Presse herausgegeben von Carl Georg von Maassen und erschien anlässlich des 100. Todestages des Verfassers.

22,6 : 15,2 cm. 581, [3] Seiten; 26,0 : 18,0 cm. 15, [1] Seiten.

Lehnacker 70 und 40. – Rodenberg 489 und 58, II. 1. – Schauer II, 69

200  Werkgemeinschaft Worpswede – Marienleben.

€ 1000

Dichtung von C. E. Uphoff, geschrieben 1911 gestochen 1921. Worpswede 1921. 34 Kupferstiche, davon fünf signiert und koloriert und 29 mit gestochenem Text und kolorierten Ornamenten. Originalhalbpergamentband. Deckeltitel und -vignette goldgeprägt. Im Schuber mit Deckelvignette.

Eins von 160 Halbpergament-Exemplaren (Gesamtauflage 190). – Vom Künstler im Druckvermerk signiert und nummeriert. – Der Schriftentwurf stammt von Ludwig Tügel. – Der Text und die Illustrationen wurden in Kupfer gestochen und koloriert. – »Das Ziel der im Januar 1920 von den Brüdern Carl Emil und Fritz Uphoff und Ludwig Tügel gegründeten Werkgemeinschaft Worpswede war die Wiederentdeckung der Stecherkunst […] beim gestochenen Buch, dessen Gestaltung ganz in der Hand des Künstlers liegt, bietet sich weit mehr als beim typographischen Buche die Möglichkeit ganz neuer, schriftschöpferischer Mittel […] Es beginnt hier in Worpswede sich eine neue Buchkunst zu entfalten, die epochemachend auf das gesamte Buchgewerbe einwirken muß.« (Julius Rodenberg).

25,3 : 21,6 cm. [3], 26, [2] Blätter. 5 Kupferstiche.

Rodenberg 137

201  Werkgemeinschaft Worpswede – Prometheus und Ganymed.

€ 1200

Zwei Gedichte von Goethe mit Bildern von Fr. Uphoff. Worpswede 1924. Mit vier ganzseitigen signierten Radierungen und ornamentalem, vergoldetem Buchschmuck. Originalpergamentband. Deckel- und Rückenvignette vergoldet, im Originalpergamentschuber mit vergoldeter Deckelvignette.

Das erste Exemplar der Fassung Nr. 4. Die Auflagenangabe »auf höchstens 100 Exemplare begrenzt« im Druckvermerk bezieht sich wohl auf die Gesamtauflage aller Fassungen (von denen Rodenberg nur zwei, schwarzweiß und koloriert, kennt). – Von den beteiligten Künstlern Ludwig Tügel, Fritz und Carl Emil Uphoff im Druckvermerk signiert. – Fritz Uphoff schuf die Radierungen und den ornamentalen Schmuck der Textseiten, Ludwig Tügel entwarf die Schrift (Tügel-Antiqua), die Brüder Uphoff stachen die Kupferplatten. – Auf Kupferdruck-Bütten. – Auch die Vorsätze mit vergoldeten ornamentalen Kupferstichen. – Text und Schmuckornamente wurden in Kupferplatten gestochen und nach dem Druck vergoldet. – »So kann das gestochene Buch – und das ist hier der Fall – nicht allein der Schriftkunst, sondern überhaupt dem illustriertem Buche neue, bisher unbegangene Wege weisen«, lobt Julius Rodenberg das Bestreben der Worpsweder Werkgemeinschaft, die Divergenz von Text und Illustration im herkömmlichen Druck, also zwei unterschiedlichen Drucktechniken, zu überwinden.

33,5 : 27,2 cm. 20 unnummerierte Blätter.

Rodenberg 138

202  Brandus – El Koran, das heißt Die Lesung.

€ 6000

Die Offenbarungen des Mohammed ibn Abdallah des Propheten Gottes. Zu Schrift gebracht durch Abdelkaaba Abdallah Abu-Bekr übertragen durch Lazarus Goldschmidt im Jahre der Flucht 1334 oder 1916 der Fleischwerdung. Berlin, Brandus 1916. Bordeauxroter Maroquinband. Rückentitel und -fileten, Deckel- und Innenkantenfileten sowie Buchschnitt vergoldet (signiert: H. Fikentscher, Leipzig).

Exemplar B von zehn auf Pergament. Weiterhin erschienen 29 Exemplare auf Japanvelin, 200 auf Van Gelder-Bütten sowie ein Exemplar auf Kalbpergament (Fürstenausgabe für den Übersetzer). – Gesetzt aus Lettern der extra für dieses Buch geschnittenen Delitsch-Antiqua. Die Entwürfe für Schrift, Titel, Zierleisten und die gesamte Ausstattung stammt von Lazarus Goldschmidt. – Gedruckt von Julius Klinkhardt, Leipzig. – Wortgetreue Übertragung aus dem Urtext nach der Flügelschen Ausgabe, Ausstattung im Gepräge der älteren Handschriften. – Gustav Leberecht Flügel (1802–1870) war Theologe und Philosoph in Leipzig. Flügels Hauptwerk war die Erstellung eines bibliographischen und enzyklopädischen Lexikons des Haji Khalfa, mit lateinischer Übersetzung (London und Leipzig, 1835-1858). Besonderen Stellenwert hatte auch seine Ausgabe des Koran, die in Leipzig (1834 und erneut 1893) beim Drucker und Verleger Carl Christoph Traugott Tauchnitz entstand. Mit dieser wurde der europäischen Wissenschaft erstmals ein zuverlässiger Korantext zur Verfügung gestellt. Auf Flügels Ausgabe beruhten in der Folgezeit nahezu alle Übersetzungen in europäische Sprachen. – In der seltenen Pergamentausgabe bildet diese – mit feinem Gespür für verbindende Stilelemente gestaltete – deutsche Koranausgabe eine bibliophile Kostbarkeit.

36,9 : 27,2 cm. 214, [2] Seiten. – Bünde kaum merklich berieben. – Vorsätze mit schwachen Stockflecken.

203  E. W. Tieffenbach – Alfred Richard Meyer. Würzburg im Taumel.

€ 800

Arabesken. Berlin, A. R. Meyer 1911. Brauner Kalblederband mit vergoldetem Rückentitel.

Exemplar auf Pergament: »Von dieser Ausgabe wurden damals auf Wunsch des Autors in meiner Gegenwart und unter meiner Leitung einige Expl. (nach meiner Erinnerung nur 2 !) auf P e r g a m e n t abgezogen. Berlin, den 20. Okt. 1936« (beiliegende maschinengeschriebene Notiz von E. W. Tieffenbach mit eigenhändiger Unterschrift). – Laut Druckvermerk und Bibliographien erschienen 500 Exemplare auf Papier. – Der gestochene Titel mit der Abbildung nach dem Kupferstich von Merian wurde bei den Papierexemplaren auf den Einband gedruckt, hier jedoch auch auf Pergament gedruckt eingebunden. Anders als bei den Papierexemplaren hier ohne die Seite mit den Anzeigen. – Offensichtlich gedruckt auf Tieffenbachs Presse in deren ersten Monaten. – Eduard Wilhelm Tieffenbach (1883–1948), Gründer der »Officina Serpentis«, war ursprünglich Naturwissenschaftler und hat sich als Liebhaber des graphischen Gewerbes in dessen Techniken eingearbeitet. Die Vorstellung vom »idealen« Buch hatte für ihn nicht unmittelbar mit einer »Familienähnlichkeit« der Bücher innerhalb der Presse zu tun, vielmehr verstand er aus seiner Liebe zum Buch heraus die Individualität jedes einzelnen, nicht nur im Inhalt. Ihm kam es auf die »Ornamentik des Wortbildes« an: »Das Wortbild ist entscheidend, nicht der einzelne Buchstabe«. (E. W. Tieffenbach, Über den Satz im schönen Buch).

26,1 : 19,7 cm. [18] Blätter, erstes und letztes leer. – Einband etwas fleckig.

Raabe/Hannich-Bode 207.13

204  Officina Serpentis – Q. Horati Flacci [Horaz]. De arte poetica epistola ad Pisones.

€ 450

Berlin 1919. Mit einem handgemalten, farbigen und vergoldeten Initial und Zierleiste von Ansgar Schoppmeyer. Original-Interimspappband mit Buntpapierbezug und Deckelschild (signiert: Maria Lühr, Berlin).

Eins von 60 Exemplaren auf Bütten, daneben erschienen fünf Exemplare auf Pergament. – Bei dem vorliegenden Exemplar findet sich unter dem lateinischen Druckvermerk die bei Backe nicht erwähnte Zeile »Rubricator: Ansgar Schoppmeyer«, wobei der Name des Künstlers in roter Tinte handgeschrieben wurde. Die Existenz von Büttenexemplaren mit kolorierter und vergoldeter Randleiste und Initiale war den Bibliographen unbekannt. Möglicherweise handelt es hier um das Exemplar Schoppmeyers. – Die Officina Serpentis wurde 1911 von E. W. Tieffenbach gegründet und sah »ihre Aufgabe darin, ›unter ausschließlicher Benützung alter Handtechniken den alten handwerklichen Buchdruck in Deutschland wieder durchzuführen‹, wie es in der Ankündigung heißt« (Julius Rodenberg). Als Schriften wurden die Schöffersche Bibeltype in der Abwandlung von Creußner und Koberger und eine griechische Unziale verwendet. Zu den künstlerischen Mitarbeitern zählten Ansgar Schoppmeyer, Marcus Behmer, Hanns Thaddäus Hoyer und andere.

27,8 : 19,2 cm. [24] Seiten. – Bezugspapier am Rücken brüchig.

Backe/Köppen 28. – Rodenberg 110

  205    Officina Serpentis – Die johanneischen Schriften.

€ 300

Das Evangelium. Die Briefe. Die Offenbarung. Verdeutscht durch D. Martinus Luther. Berlin 1919. Mit roten Initialen und Randleisten, entworfen von Ansgar Schoppmeyer. Halbpergamentband mit vergoldetem Rückensignet (signiert: Maria Lühr, Berlin).

Eins von 56 Exemplaren auf Zanders-Bütten, zehn davon gelangten nicht in den Handel. Es erschienen weitere sechs Exemplare auf Pergament. – Gesetzt aus der eigens für Tieffenbach in der Bauerschen Gießerei geschnittenen Gotico-Antiqua, die sich an der Schöfferschen Bibel-Type von Creußner und Koberger aus dem 15. Jahrhundert orientierte. – Titel, Untertitel und Initialen wurden von Bruno Rollitz in Holz geschnitten. – Handsatz und Handpressendruck von E. W. und E. H. Tieffenbach. – »›Die Johanneischen Schriften‹ (1910 [irrig]), einer der schönsten Drucke der Officina Serpentis, erstrahlen im farbigen Glanz ihrer aquarellierten Zierleiste so täuschend ›echt‹, als habe Schoppmeyer sein Zeichenpult mitten in der Offizin des Meisters Creussner um 1480 aufgestellt.« (Jürgen Eyssen).

35,2 : 26,3 cm. 61, [3] Seiten. – Deckel mit schwachem Lichtrand.

Backe/Köppen 30. – Rodenberg 111. – Eyssen Seite 89

206  Officina Serpentis – Q. Valerius Catullus. Gedichte.

€ 800

Deutsch von Ernst Hohenemser. [Berlin] 1922. Farbige Randleiste des Widmungsgedichts mit goldenem Initial und Signet von Ansgar Schoppmeyer nach Entwürfen von Marcus Behmer. Brauner Schweinslederband mit blindgeprägtem Deckel- und Rückenschmuck und rot-goldenem Rückenschild. Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Rud. Schmid, Berlin).

Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit dem kolorierten und vergoldeten Widmungsblatt auf Zanders-Bütten. Es erschienen weitere 120 Exemplare auf Hahnemühle-Bütten. – Druck in Rot und Schwarz. – Ansgar Schoppmeyer war Professor an der Technischen Hochschule in Charlottenburg. In mehr als zwanzigjähriger Arbeit trug er eine umfangreiche Miniaturen-Sammlung zusammen, die später in den Besitz des Deutschen Museums für Buch und Schrift in Leipzig überging. – Ganz ihm Sinne Tieffenbachs, der anstrebte, »vollkommene Bücher auch durch Übernahme bewährter Gestaltungsformen« (Jürgen Eyssen) zu gestalten, entwarf Marcus Behmer den üppigen Randschmuck des Widmungsblatts nach alten Vorlagen.

29,3 : 20,5 cm. [10], 84, [6] Seiten.

Backe/Köppen 38. – Rodenberg 111. – Eyssen Seite 92

  207    Officina Serpentis – Curt Wesse. Der grenzenlose Spiegel.

€ 300

Berlin, Ernst Rowohlt [1922]. Flaschengrüner Saffianlederband mit Rücken-, Deckel-, Stehkanten- und Innenkantenvergoldung (signiert: Spamersche Buchbinderei, Leipzig). Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 250 Exemplaren. – Handpressendruck der Officina Serpentis. – Gesetzt aus der Alten Schwabacher, gedruckt auf Hahnemühle-Bütten. – Beim Verfasser Curt Wesse handelt es sich wohl um den ab Ende der 1920er Jahre vor allem als Drehbuchautor und Regisseur wirkenden Schriftsteller.

28,5 : 20,6 cm. 47, [1] Seiten. – Rücken und Lederkanten des Schubers verblasst, Vorderdeckel mit kleinen, unbedeutenden Druckstellen.

Backe/Köppen 65. – Rodenberg 119

208  Officina Serpentis – Arno Holz. Phantasus.

€ 1000

Berlin, Ernst Rowohlt 1922–23. Mit einer signierten Lithographie von Max Liebermann und sieben handvergoldeten Initialen von Hanns Thaddäus Hoyer. Bordeauxroter Maroquinband. Rückentitel, Rücken- und Innenkantenfileten vergoldet (signiert: Heyne-Ballmüller).

Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe, in der die Porträtlithographie signiert und die Initialen handvergoldet wurden. Darüber hinaus wurden 220 Exemplare gedruckt, von denen 170 in den Handel gelangten. – Handpressendruck von E. W. Tieffenbach, R. Janzen und Hans Mardersteig, der damals Herstellungsleiter beim Kurt Wolff Verlag war, aber sicher schon seine Pläne einer eigenen Offizin hegte. – Der Plan, eine Gesamtausgabe von Arno Holz’ Monumentalwerk als Handpressendruck zu edieren, musste aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben werden. So erschien, ein Jahr nach Beginn der Planung, nur der Einführungstext.

28,4 : 20,0 cm. [14], 46, [6] Seiten. – Rücken schwach verfärbt.

Backe/Köppen 67. – Rodenberg 117, 8. – Schiefler 350 (der die Buchausgabe nicht erwähnt)

209  Officina Serpentis – Johann Wolfgang von Goethe. Helena.

€ 1000

Klassisch-romantische Phantasmagorie. Zwischenspiel zu Faust. Berlin, Ernst Rowohlt 1922. Mit handgemaltem zweifarbigen Initial, entworfen von Hanns Thaddäus Hoyer. Reich vergoldeter roter Maroquinband mit Kopfgoldschnitt, blauer Lederspiegel mit Vergoldung und blauen Seidenvorsätzen (signiert: Holzhey u. Sohn, Leipzig). Im Schuber mit Lederkanten.

Der erste von fünf Goethe-Drucken der Officina Serpentis, alle erschienen 1922. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf starkem Papier und mit dem in Rot und Blau handgemalten Initial (Gesamtauflage 200). – Auch die beiden Zwischentitel entwarf Hoyer, geschnitten wurden sie von Bruno Rollitz. – Handpressendruck in Rot und Schwarz. – »In diesem Titel ist zum ersten Mal das von Hanns Thaddäus Hoyer entworfene Schlangensignet der Officina Serpentis zur Anwendung gekommen« (Julius Rodenberg).

28,7 : 20,8 cm. 76, [4] Seiten. – Rücken kaum merklich verfärbt.

Backe/Köppen 68. – Rodenberg 114

210  Officina Serpentis – Johann Wolfgang von Goethe. Achilleis.

€ 1200

Berlin, Ernst Rowohlt 1922. Mit einem Initial von Hanns Thaddäus Hoyer. Grüner Maroquinband mit reicher Vergoldung (signiert: Johannes Gerbers, Hamburg).

Der zweite von fünf Goethe-Drucken. – Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 200) – Gesetzt von M. Hoffmann aus der Gotico-Antiqua. – Handpressendruck von E. W. und E. H. Tieffenbach. Hoyer entwarf auch den Titel, dieser wurde, wie das Initial, von Bruno Rollitz in Holz geschnitten.

28,0 : 20,0 cm. [44] Seiten. – Ecken, Stehkanten und Bünde kaum merklich berieben. – Vorsatzblätter schwach leimschattig.

Backe/Köppen 69. – Rodenberg 114

211  Officina Serpentis – Johann Wolfgang von Goethe. Prometheus.

€ 1500

Berlin, Ernst Rowohlt 1922. Drei handgemalte zweifarbige Initialen, entworfen von Hanns Thaddäus Hoyer. Dunkelroter Maroquinband. Rücken-, Deckel- und Innenkantenfileten, Deckelverzierung, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Walter Hacker, Leipzig). Im Leinenschuber.

Der dritte Goethe-Druck. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf starkem Handbütten und mit den in Blau und Grün handgemalten Initialen (Gesamtauflage 200) – Handpressendruck, gedruckt in Rot und Schwarz. – Hoyer entwarf auch den Titel und die drei Zwischentitel; diese wurden wie das Pressensignet von Bruno Rollitz in Holz geschnitten.

28,0 : 20,0 cm. 29, [3] Seiten. – Rücken minimal verblasst. Ecken und Kanten schwach berieben.

Backe/Köppen 70. – Rodenberg 114

212  Officina Serpentis – Platon. Tres Epistolae.

€ 4000

Berlin 1926. Mit sechs vergoldeten und teils in Rot ornamentierten Initialen von Hanns Thaddäus Hoyer. Ziegelroter Maroquinband mit blindgeprägten Deckel- und Innenkantenfileten sowie vergoldetem Rücken- und Deckeltitel und Kopfschnitt (signiert: Hans Glökler, Berlin). In Halbleinenschuber mit Pergamentkanten.

Eins von sieben Exemplaren auf Pergament mit vergoldeten Initialen. Es erschienen weitere 333 Exemplare auf Zerkall-Bütten, bei denen die Initialen nur in Rot gedruckt wurden. – Gesetzt aus der Griechischen Tischendorf-Type von Schelter & Giesecke, die hier erstmals für einen fortlaufenden Text verwendet wurde, und der Elzevir-Cursiv von Gentzsch & Heyse, Hamburg. – Handpressendruck. – Hanns Thaddäus Hoyer, Lehrer an der Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbe-Museums entwarf auch den Titel. – Der Druck wurde von A. Axter, Fr. Hohmeyer, H. Th. Hoyer, W. Janke, E. Kyriß, P. Rauert, A. Renker, F. Rothe, H. Steinwachs und E. W. Tieffenbach den Mitgliedern der Maximilian-Gesellschaft gestiftet. – Die Auswahl der drei Briefe Platons erfolgte auf Grundlage der wissenschaftlichen Forschung um die Echtheit der Autorenschaft, die Übertragung stammt von Helene Simon-Eckardt auf Grundlage der Übersetzung von O. Apelt. – »Alle Kritiker vollends zum Verstummen bringen sollte die Ausgabe der ›Tres Epistolae Platonis‹ (1926). Angesichts der Harmonie dieser Seiten im sorgfältig ausgependelten Gleichgewicht der Satzblöcke […] und den beiden beschwingten, ›geschrieben‹ wirkenden Initialen, ist es wohl erlaubt, von einer typographischen Höchstleistung zu sprechen« (Jürgen Eyssen).

38,6 : 28 cm. 43, [5] Seiten. – Rücken minimal verblasst. Unteres Kapital berieben.

Backe/Köppen 114. – Rodenberg II, 517 (ihm blieb die Pergamentauflage unbekannt). – Deutsche Bibliophilie 1898–1930, Seite 130. – Eyssen Seite 90ff. mit doppelblattgroßer Abbildung

  213    Pan-Presse – Emil Pottner. Sommertage im Gefügelhof.

€ 300

Zwanzig Steinzeichnungen und Text. Berlin, Paul Cassirer 1912. Mit 21 Lithographien im ebenfalls lithographiertem Text. Originalseidenband mit lithographierter Deckelillustration.

Achter Druck der Pan-Presse. – Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe, vom Künstler signiert und nummeriert, auf Strathmore-Japan (Gesamtauflage 310). – Der Text wurde nach der Handschrift des Künstlers lithographiert. – Emil Pottner, Graphiker und Keramiker (1872–1942), wurde 1902 von Paul Cassirer für dessen Galerie unter Vertrag genommen. Ab 1904 war er Mitglied der Berliner Secession, zwischen 1911 und 1916 eng befreundet mit Lovis Corinth. Im Juli 1942 wurde Pottner nach Theresienstadt deportiert und später in der Nähe von Minsk ermordet.

32,4 : 24,9 cm. [48] Seiten. – Einbandränder leicht angestaubt. – Vorsatzpapier und Ränder etwas stockfleckig.

Rodenberg 453, 8. – Feilchenfeldt/Brandis 157.A

214  Prospero-Drucke – Gustave Flaubert. Herodias.

€ 500

Mit sechs Originallithographien von Max Slevogt. Berlin, Erich Reiss 1919. Mit sechs signierten Lithographien. Originalpergamentband mit goldgeprägtem Deckeltitel und Marmorpapiervorsätzen (Otto Dorfner, Weimar).

Siebter Prospero-Druck. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Pergament. Zusätzlich wurden 150 Exemplare in Halbpergament gebunden. – Druck der Lithographien von M. W. Lassally, Berlin, den Text druckte Otto von Holten. – Auf handgeschöpftem Zanders-Bütten. – Der Einbandentwurf stammt von Lucien Bernhard.

38,0 : 34,0 cm. [36] Seiten. 6 Lithographien. – Deckelränder minimal angestaubt. – Bei zwei Lagen Bindung im Falz gelockert.

Söhn 188–193. – Rümann 21 a. – Lang I 201

215  Prospero-Drucke – Charles de Coster. Herr Halewijn.

€ 500

Eine vlämische Märe. Mit sechzehn Original-Lithographien von Wilhelm Kohlhoff. Berlin, Erich Reiss 1920. Mit 16 signierten Lithographien. Hellbrauner Ecrasélederband mit blindgeprägtem Titel.

Zwölfter Prospero-Druck. – Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Lithographien (Gesamtauflage 250) – Der Text wurde bei Otto von Holten gedruckt, die Lithographien bei Alexander Rogall, beide Berlin. – »In fast allen Bildern Kohlhoffs stellt sich dies phantastische Moment ein, das sich indes nirgends ins Spielerische verliert, vielmehr sucht sich der Künstler in ihm mit tiefsinnigem Ernste über die Vielgestaltigkeit ekstatischer Ausdrucksmöglichkeiten auszusprechen«, schrieb Joachim Kirchner 1919 über den jungen Künstler (1893–1971).

30,0 : 23,5 cm. [60] Seiten. 16 Lithographien. – Rücken leicht verfärbt, Deckel mit weißen Farbschlieren.

Rodenberg 463, 12. – Jentsch 95. – Lang E 189

  216    Plenzat-Presse – Zwei Drucke mit Radierungen von Erik Richter.

€ 300

Berlin, Friedrich Plenzat 1923 und 1924. Ein Originalmaroquinband mit Vergoldung, ein Originalschweinslederband mit Rückenschild und Blindprägung. Beide mit Kopfschnittvergoldung.

I. Guy de Maupassant. Toine. Mit vierzehn Kupfern. 1923. Erster Druck der Friedrich-Plenzat-Presse. Eins von 150 Exemplaren. Vom Künstler im Druckvermerk signiert. Gedruckt auf Zanders-Bütten. – II. Jean Paul. Des Rectors Florian Fälbels und seiner Primaner Reise nach dem Fichtelberg. 1924. Mit vierzehn Kupfern. Siebter Druck der Friedrich-Plenzat-Presse. Eins von 500 Exemplaren. Im Druckvermerk von Künstler und Verleger signiert. – Friedrich Plenzat gründete seine Presse Weihnachten 1922.

21,0 : 14,3 cm. [2], 33, [7] Seiten; 21,6 : 13,0 cm. [4], 41, [7] Seiten.

Rodenberg 154, 1. – Sennewald 23

217  Eigenbrödler-Verlag – Miguel de Cervantes Saavedra. Leben und Taten des scharfsinnigen Ritters Don Quixote.

€ 500

Einleitung von Heinrich Heine. Mit 32 Kupfern von Daniel Chodowiecki. Erster [bis] Vierter Band. Berlin [1921]. Mit insgesamt 32 Heliogravüren. Blaue Originalkalblederbände mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung und Kopfgoldschnitt (signiert: E. A. Enders, Leipzig).

Eins von 1100 Exemplaren, wobei wir vermuten, dass es in dieser Ausstattung (auf Bütten und in Ganzleder gebunden) 100 Exemplare als Vorzugsausgabe gab. Der Druckvermerk erwähnt nur zehn römisch nummerierte Luxusexemplare. – Unbeschnitten. – Der Text wurde von Curt Moreck nach der Tieckschen Übertragung bearbeitet. – Die Ausgabe muss wohl ein Verkaufserfolg gewesen sein: Nur drei Jahre später verlegte der Eigenbrödler-Verlag erneut eine bibliophile vierbändige Cervantes-Ausgabe, diesmal mit 48 Chodowiecki-Kupfern und der Textüberarbeitung von Friedrich Walther. – Tadellos erhalten.

19,8 : 15,0 cm.

218  Eigenbrödler – Waldemar Bonsels. Kyrie eleison.

€ 250

Mit sechs Radierungen von Käte Wilczynski. Berlin, Eigenbrödler 1922. Fliederfarbener Originalkalblederband mit reicher Vergoldung.

Eins von 510 Exemplaren, von denen die ersten 110 (und wohl einige mehr) besonders kostbar gebunden und die Radierungen signiert wurden. – Im Druckvermerk von der Künstlerin und dem Verfasser signiert. – Auf Bütten gedruckt bei Otto von Holten, Berlin. – Herausgegeben vom Künstlerdank (Clauss-Rochsstiftung). Der Schriftsteller Karl Wilczynski (1884–1954) war Geschäftsführer der Stiftung, Katerina (Käte) Wilczynksi (1894–1974) wohl seine Ehefrau. – Der in Ahrensburg bei Hamburg geborene Waldemar Bonsels war 1903/04 als Missionskaufmann in Indien. 1904 kehrte er nach Deutschland zurück und gründete in München einen eigenen Verlag, in dem unter anderem auch Heinrich Mann publizierte. 1912 veröffentlichte er seine bis heute bekannteste Erzählung »Die Biene Maja«. »Kyrie eleison«, Bonsels 1908 erstmals veröffentlichte Schilderung eines Sexualmordes, wurde 1910 vom Landgericht München verboten. – Über den Eigenbrödlerverlag, der 1919 in Berlin gegründet wurde und nach eigenem Bekunden »hauptsächlich Werke mit Radierungen in nummerierter oder unnummerierter Auflage« edieren wollte, finden sich in den einschlägigen Bibliographien keine Informationen. Nach dem Historischen Archiv des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels leiteten u. a. Robert Johndorff, Artur Lokesch, Willy Stuhlfeld sowie Ernst Nicolasund Paul Eipper zeitweise den Verlag. 1930 erfolgte die Umfirmierung in »Deutsch-Schweizerische Verlagsanstalt AG«. 1932 erlosch der Verlag durch Konkurs.

22,8 : 15,3 cm. [6], 54 Seiten. 6 Radierungen. – Rücken stark verblasst. Kanten etwas beriebn.

Hayn/Gotendorf IX, 76

219  Eigenbrödler – Börries von Münchhausen. Bayard.

€ 450

Ein Balladenkranz. Mit sieben Radierungen von Alois Kolb. Berlin [1922]. Mit sieben signierten blattgroßen Radierungen. Cremefarbener Schweinslederband mit Rückenschildchen. Rücken und Deckel mit ornamentaler, Steh- und Innenkanten mit Filetenvergoldung. Kopfschnitt vergoldet.

Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Radierungen (Gesamtauflage 525). – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Herausgegeben vom Künstlerdank (Clauss-Rochsstiftung). Diese »Vereinigung zur Förderung und Unterstützung kriegsgeschädigter und durch den Krieg in Not geratener Maler, Bildhauer, Musiker und Bühnenkünstler ohne Unterschied der Religion, Konfession, Nationalität und politischen Gesinnung« wurde kurz vor Ende des Ersten Weltkrieges in Posen durch die Militärärzte Rochs und Clauß gegründet. – Der 1875 in Wien geborene Alois Kolb, gestorben 1942 in Leipzig, zählt zu den produktivsten Buchillustratoren der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Bereits 1905 wurde er, der sich das Radieren autodidaktisch beigebracht hatte, Dozent in Magdeburg, 1907 übernahm er die Leitung der Radierklasse an der Leipziger Akademie für graphische Künste. – Sehr schönes Exemplar. – Der Einband unsigniert, hinteres Vorsatzblatt mit kleinem Monogrammstempel »R«.

24,5 : 17,9 cm. [60] Seiten. – Hinterer Deckel schwach fleckig.

Sennewald 22,6

220  Eigenbrödler – Clemens Brentano. Die Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl.

€ 750

Mit 12 Radierungen von Hans Meid. Berlin [1925]. Mit zwölf signierten Radierungen. Dunkelroter Kalblederband mit Vergoldung.

Eins von 100 Exemplaren, mit den signierten Radierungen (Gesamtauflage 525). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gedruckt bei Otto von Holten, Berlin. – Einbandentwurf von Ernst Nicolas.

26,9 : 19,5 cm. [6], 62, [6] Seiten. 12 Radierungen. – Rücken und Deckelränder verblasst.

Badorrek-Hoguth 1.7. – Jentsch 485–496

221  Eigenbrödler – Hans Kyser. Tango Argentino.

€ 450

Mit 10 Radierungen von Ernst Oppler. Berlin [um 1924]. Mit zehn signierten Radierungen. Grüner Maroquinband mit reicher Vergoldung.

Eins von 25 Exemplaren der römisch nummerierten Vorzugsausgabe mit den signierten Radierungen, gedruckt von den unverstählten Platten. Insgesamt wurden 525 Exemplare gedruckt. – Von Verfasser und Künstler im Druckvermerk signiert. – Gesetzt aus der Koch-Kursiv, gedruckt bei Otto von Holten. – Einbandentwurf von Ernst Nicolas.

26,5 : 19,5 cm. [4], 32, [6] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Lang I 146

222  Hoennicke-Drucke – Zueignung.

€ 400

Charlottenburg 1916. Originalpergamentband mit vergoldetem Deckeltitel (signiert: Paul Kersten – Berlin).

Privatdruck für Freunde der Daphnis-Drucke. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren, ein Teil wie hier in von Paul Kersten in Pergament, ein Teil bei E. A. Enders in Buntpapier (Leier zwischen Sphinxen) gebunden. – Gedruckt auf Kaiserlich-Japan auf der Handpresse von Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem, in Lila, Gold und Schwarz. – Eine der frühesten Publikationen des Charlottenburger Pressengründers Alfred Hoennicke. – Tadellos erhalten.

20,4 : 15,4 cm. [20] Seiten.

Backe 2. – Rodenberg 323

223  Hoennicke-Drucke – [Johann Wolfgang von] Goethe. Weissagungen des Bakis.

€ 200

Berlin 1916. Originalpergamentband mit Deckelvignette und Kopfschnittvergoldung (signiert: Hübel & Denck, Leipzig).

Eins von 80 Exemplaren. – Auf Kaiserlich Japan. – Gedruckt in Rot und Schwarz auf der Handpresse von Joh. Enschedé en Zonen, Haarlem. – Alfred Hoennicke ließ das Büchlein als Geschenk für Freunde drucken. – Die Deckelvignette mit einer Sphinx, monogrammiert wohl »FH«, möglicherweise also von Franz Hein, der sowohl Bezugspapiere als auch Illustrationen für andere Hoennicke-Drucke schuf.

22,5 : 15,5 cm. [32] Seiten. – Schließbänder erneuert.

Backe 6. – Rodenberg 324

224  Hoennicke-Drucke – Hanns Rudolf Klimas. Das Mädchen in dem Porzellanturm.

€ 400

Eine chinesische Arabeske nach H. de Régnier. [Berlin 1922]. Mit acht signierten blattgroßen Radierungen von Martin E. Philipp. Leuchtend roter Saffianlederband mit vergoldetem Rückentitel und blindgeprägten Innenkantenfileten.

Eins von 20 Exemplaren einer nicht bezeichneten Vorzugsausgabe auf Japan, Backe und Götze nennen undifferenziert 60 Exemplare. In unserer Auktion 4 (2011, KatNr. 219) verkauften wir eins von 30 Büttenexemplaren. – Der kurze Text wird illustriert durch sechs große Radierungen von Martin E. Philipp, ein von ihm radiertes Titelblatt und eine radierte Schlussvignette mit der Bezeichnung »MEPH Opus: 1«. – Alle Radierungen in Braun gedruckt, teils in der Platte monogrammiert und datiert, alle signiert, Titel- und Schlussradierung auch nummeriert.

24,5 : 17,0 cm. [32] Seiten. – Ecken mit winziger Bereibung. – Vorsatzränder leicht leimschattig, vorderes Innengelenk angeplatzt.

Backe 61. – Götze C 6. – Rodenberg 327 (abweichend). – Hayn/Gotendorf IX, 486 (falsche Datierung)

225  Tillgner-Drucke – Amerika.

€ 250

Zwanzig Radierungen von Hermann Struck. Mit Worten von Arthur Holitscher. Berlin, Hans Heinrich Tillgner 1922. Mit 20 Radierungen im Text, davon sieben blattgroß. Originalhalbpergamentband.

Erster Tillgner-Druck. – Eins von 300 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Blockbuch. – Bereits 1912 war Holitscher im Auftrag seines Verlegers Samuel Fischer nach Amerika gereist, in Folge erschien sein wohl berühmtestes Werk »Amerika heute und morgen«. In der vorliegenden Ausgabe sind seine Texte mehr als Ergänzung zu Hermann Strucks Radierungen gedacht. – Hans Heinrich Tillgner (1898–1976) gründete nach seinem Literatur- und Kunstgeschichtsstudium Anfang der 1920er Jahre seinen kleinen bibliophilen Verlag. 1926 wandte er sich dem Film zu und wirkte als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent. – Zeitgleich erschien als »1. Tillgner-Mappe« Hermann Strucks »Amerikanische Reisebilder«, eine Folge von 44 Lithographien (siehe KatNr. 709).

34,3 : 28,7 cm. [32] Seiten. – Deckel leicht angestaubt. – Einige Blätter mit wenigen schwachen Stockflecken.

  226    Tillgner-Drucke – Giacomo Casanova. Die Flucht aus den Bleikammern Venedigs.

€ 200

Mit sechs Radierungen von Magnus Zeller. Berlin, Hans Heinrich Tillgner 1922. Mit sechs Radierungen. Originalhalblederband mit Rückenvergoldung und Buntpapierbezug.

Dritter Tillgner-Druck. – Eins von 450 Exemplaren (Gesamtauflage 500) – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Druck der Radierungen von der Künstlerpresse Worpswede.

26,6 : 18,9 cm. 100, [4] Seiten. 6 Radierungen. – Rücken etwas verfärbt. Ecken und Kapitale schwach berieben.

Sennewald 22, 2. – Lang E 376. – Hayn/Gotendorf IX, 103

227  Tillgner-Drucke – Arthur Holitscher. Gesang an Palästina.

€ 500

Mit zwölf Radierungen von Hermann Struck. Berlin, Hans Heinrich Tillgner 1922. Mit zwölf signierten Radierungen. Bordeauxroter Originallederband mit vergoldetem Titel und Deckelvignette.

Siebter Tillgner-Druck. – Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Bütten und in Ganzleder (Gesamtauflage 320).

35,2 : 27,2 cm. [2], 28, [6] Seiten. 12 Radierungen.

228  Das Prisma – Oscar Wilde. Der Geburtstag der Infantin

€ 400

und andere Märchen. Mit Steinzeichnungen von Ludwig Kainer. Berlin, Hans Heinrich Tillgner 1922. Mit 33 Lithographien im Text, davon zehn blattgroß und signiert, sowie einem lithographierten Titelbild. Rotbrauner Originalziegenlederband mit Vergoldung (signiert: Walter Hacker, Leipzig). Im Originalschuber.

Das Prisma I/II. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten. – Ludwig Kainer, künstlerischer Autodidakt, arbeitete als Illustrator für den »Simplizissimus« und verschiedene Modezeitschriften und Journale. Er schuf Kinoplakate und Theaterdekorationen. – Hans Heinrich Tillgner (1898–1976) gründete nach seinem Literatur- und Kunstgeschichtsstudium Anfang der 1920er Jahre seinen kleinen bibliophilen Verlag. 1922/23 edierte er die Reihe »Das Prisma«. Alle fünfzehn Ausgaben enthielten signierte blattgroße Originallithographien und Textillustrationen, bis Band 7 auch illustrierte Titelblätter. Die Vorzugsausgaben wurden in einheitlichem Stil gebunden. Laut Sennewald betrug die Gesamtauflage jeweils 300 Exemplare.

27,1 : 18,2 cm. [6], 139, [7] Seiten.

Sennewald 22,2 und I, 1/2

229  Das Prisma – Charles Dickens. Londoner Bilder.

€ 400

Mit Steinzeichnungen von Rahel Szalit-Marcus. Berlin, Tillgner 1923. Mit 15 Lithographien im Text, davon sechs blattgroß und signiert, und einem lithographierten Titelbild. Bordeauxroter Ziegenlederband. Rückentitel, Deckelvignette und Deckel- und Innenkantenfbordüren vergoldet (signiert: Wübbe & Co., Berlin). Im Schuber.

Das Prisma V. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten (Gesamtauflage laut Sennewald ca. 300). – Der Band vereint die Erzählungen »Eine Dampferfahrt«, »Familie Tuggs in Ramsgate« und »Das Boardinghaus«, übersetzt von Ernst Sander. – Die jüdische Künstlerin Rahel Szalit-Marcus wurde 1894 in Litauen geboren. Nach Studien in München zog sie 1919 nach Berlin, stellte in der Berliner Sezession aus und wurde Mitglied der Novembergruppe. Nach Machtergreifung der Nationalsozialisten floh sie nach Frankreich, wurde jedoch 1942 verhaftet und starb kurz darauf in einem Konzentrationslager.

27,5 : 18,3 cm. [6], 109, [5] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Sennewald 23, 1 und I, 5

230  Das Prisma – Franz Graf von Pocci. Kasperlkomödien.

€ 400

Mit Steinzeichnungen von Alphons Woelfle. Berlin, Tillgner 1922. Mit 15 Lithographien im Text, davon sechs blattgroß und fünf signiert, und einem lithographierten Titelbild. Türkisfarbener Originalziegenlederband mit reicher Vergoldung (signiert: Walter Hacker, Leipzig). Im Originalschuber.

Das Prisma VII. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten (Gesamtauflage laut Sennewald ca. 300). – Wohl versehentlich blieb eine blattgroße Lithographie unsigniert. – Der Münchner Künstler Alphons Woelfle (1884–1951) illustrierte seit 1909 zahlreiche Bücher.

27,2 : 17,9 cm. [6], 139, [7] Seiten. – Rücken minimal verfärbt.

Seewald 22,4 und I, 7

231  Das Prisma – Arthur Holitscher. Ekstatische Geschichten.

€ 400

Mit Steinzeichnungen von Magnus Zeller. Berlin, Tillgner 1923. Mit sieben Lithographien im Text, davon sechs blattgroß und signiert. Schwarzer Saffianlederband mit Rücken-, Deckel- und Innenkantenvergoldung.

Das Prisma XI. – Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten (Gesamtauflage laut Sennewald ca. 300). – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Druck der Radierungen bei Ruckenbrod, Berlin. – Arthur Holitscher (1869–1941) lebte gegen Ende des 19. Jahrhunderts als freier Schriftsteller in Paris, später in München und Berlin. Sein Hauptwerk »Amerika heute und morgen« soll Franz Kafka bei seinem Roman »Amerika« beeinflusst haben. Verfolgt von den Nationalsozialisten emigrierte Holitscher erst nach Frankreich und später in die Schweiz.

27,1 : 15,2 cm. [2], 58, [6] Seiten. – Rücken etwas verfärbt. Hinterdeckel mit schwachem Fleck. – Titel- und Vortitelblatt stockfleckig, ansonsten vereinzelt schwache Stockflecken.

Sennewald 23, 2 und I, 11. – Lang E 377

232  Euphorion – Honoré de Balzac. El Verdugo.

€ 300

Aus dem Französischen neu übertragen von Karl Federn. Berlin 1921. Mit sechs signierten blattgroßen Radierungen von Klaus Richter. Schwarzer Originalkalblederband mit blau-roter ornamentierter Intarsie auf dem Vorderdeckel. Rückentitel, Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Hübel & Denck, Leipzig Euphorion Einband).

Eins von 150 Exemplaren auf handgeschöpftem Zanders-Bütten und mit signierten Radierungen (Gesamtauflage 400). – Den typographisch gestochenen Titel entwarf der junge Jan Tschichold (1902–1974), der seit 1919 an der Leipziger Akademie studierte und recht bald Meisterschüler von Tiemann wurde. – »›El Verdugo‹ (Der Henker) ist die Geschichte des spanischen Adligen, der von den napoleonischen Besetzungstruppen gezwungen wird, an seiner eigenen Familie das Henkersamt zu verrichten. Der Düsterkeit dieses Vorwurfs versuchten wir dadurch zu entsprechen, daß wir den Vorderdeckel des schwarzen Lederbandes mit einer dreiteiligen streng ornamentierten blauen Lederauflage verzierten, mit einem kleinen blutroten Mittelstück.« (Alfred Horodisch).

18,6 : 13,6 cm. [6], 58, [8] Seiten. – Rücken verblasst, an den Gelenken minimal berieben.

Horodisch, Euphorion 12

  233    Euphorion – Thomas J. Cobden-Sanderson. Das Idealbuch oder Das schöne Buch.

€ 250

Eine Abhandlung über Kalligraphie, Druck und Illustration und über das schöne Buch als ein Ganzes. – Hermann Struck. Die Radierung im schönen Buche. Berlin, Euphorion 1921. Hellbraune Kalblederbände mit blindgeprägter Deckelvignette und goldgeprägtem Rückenschildchen sowie eingebundenem Originalvorderumschlag. Beide zusammen in Kassette.

Je eins von 800 Exemplaren. – I. Gesetzt aus der Ehmke-Rustika, gedruckt bei Knorr & Hirth. Cobden-Sandersons »The Ideal Book« erschien als erstes Buch der Doves Press. Die Übertragung stammt von Richard Stettiner. – II. Gesetzt aus der Behrens-Mediaeval, gedruckt bei Otto von Holten. – Als Deckelvignetten der unsignierten Handeinbände dienen die stilisierten Monogramme der beiden Autoren.

24,5 : 16,7 cm. 13, [3] Seiten und 23, [1] Seiten. – Rücken kaum merklich verblasst.

Horodisch, Euphorion 6 und 8

  234    Euphorion – Venedig.

€ 300

Verse von Robert Hamerling. Dreiundzwanzig Radierungen von Hermann Struck. Berlin, Euphorion 1920. Mit 23 Radierungen im Text, sechs davon blattgroß, die Titelvignette signiert. Brauner Originalmaroquinband mit Deckeltitel und -vignette in Schwarzprägung, grünen Lederintarsien und Vergoldung. Rückentitel, Innenkantenbordüren und Kopfschnitt vergoldet (signiert: Euphorion Einband Hübel & Denck, Leipzig).

Eins von 200 Exemplaren mit der signierten Titelradierung (Gesamtauflage 300). Bei den Exemplaren 1–100 wurde jede Radierung signiert. – Auf handgeschöpftem Bütten, als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Hermann Struck hatte 1908 das grundlegende Werk »Die Kunst des Radierens« herausgegeben und Künstler seiner Zeit an diese Technik herangeführt. 1923 erschien die fünfte und zugleich letzte Auflage und Hermann Struck emigrierte nach Palästina.

36,6 : 26,7 cm. 26, [4| Seiten. – Deckel mit einigen Kratzspuren. Untere Kanten an je einer Stelle gestaucht.

Horodisch, Euphorion 3

235  Euphorion – Hermann Hesse. Italien.

€ 500

Verse. 20 Radierungen von Hermann Struck. Berlin, Euphorion 1923. Mit 20 signierten Radierungen im Text, davon drei ganzseitig. Originalpergamentband mit handgemalten Titeln (signiert: Euphorion Einband Buchb. Meink, Berlin).

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Radierungen (Gesamtauflage 322). – Auf Bütten. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden.

37,0 : 27,5 cm. [26] Seiten.

Horodisch, Euphorion 27. – Lang I 240. – Mileck III, 16

236  Euphorion – Dante Alighieri. Das neue Leben.

€ 450

Übersetzt von Karl Federn. Berlin 1921. Mit Titel- und Textbordüre sowie einer Initiale von Marcus Behmer. Brauner Originalschweinslederband. Rückenschildchen und Kopfschnitt vergoldet, reiche Verzierung mit Blindprägung (signiert: Euphorion Einband Hübel & Denck, Leipzig).

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Ingres-Bütten (Gesamtauflage 1100). – Titelholzschnitt, Holzschnittbordüre und -initiale wurden von Marcus Behmer nach alten Entwürfen gezeichnet und wohl von Bruno Rollitz in Holz geschnitten. Auch die Einbandzeichnung entwarf Marcus Behmer. – Gedruckt bei Otto von Holten, Berlin. – Die Übersetzung entstand bereits 1897, wurde aber im Dantejahr 1921 (600. Todestag) vom Übersetzer überarbeitet. – Die einzige Bucharbeit Behmers für den Euphorion-Verlag.

25,9 : 17,2 cm. [2], 168, [2] Seiten. – Rücken etwas verfärbt.

Horodisch, Euphorion 10. – Haucke 41. – Erlemann 10.6. – Eyssen 132 (und Abbildung des Doppeltitels auf Seite 134/35)

237  Euphorion – Jens Peter Jacobsen. Die Pest von Bergamo.

€ 450

Mit Radierungen von Klaus Richter. Berlin 1923. Mit fünf signierten blattgroßen Radierungen im Text. Graubrauner Originalmaroquinband. Deckelornament und Rückenschildchen intarsiert und vergoldet, Rücken-, Deckel- und Innenkantenfileten blindgeprägt, Kopfschnitt vergoldet (signiert: Euphorion Einband Heyne-Ballmüller).

Eins von 20 römisch nummerierten Exemplaren vor der Auflage mit einer Extrasuite der signierten und nummerierten Radierungen auf Japan. Wie bei den ersten 100 (der insgesamt 400) Exemplare sind auch die Radierungen im Buch signiert. – Auf handgeschöpftem Zanders-Bütten. – Die Radierungen der Suite in Passepartouts und in einer Halbleinenmappe.

19,4 : 14,7 cm. [10], 43, [11] Seiten. – Rücken etwas verfärbt.

Horodisch, Euphorion 24. – Sennewald 159, 23.1

238  Cranach-Presse – Die Odyssee.

€ 25000

Neu ins Deutsche übertragen von Rudolf Alexander Schröder. Erster bis Zwölfter Gesang. Des Gesamtwerkes erste Abteilung. – Dreizehnter bis Vierundzwanzigster Gesang. Leipzig, Insel 1907–1910. Mit Titeln und Initialen von Eric Gill und fünf Holzschnitten von Aristide Maillol. Dunkelblaue Originalseehundlederbände mit reicher Vergoldung und roten Lederintarsien (signiert: WHS).

Eins von 25 Exemplaren der Vorzugsausgabe, von Kessler eigenhändig nummeriert und dediziert, hier »No. 8« »Für Richard Dehmel von H. K.« – Insgesamt wurden 425 Exemplare gedruckt, von den 400 in Halbpergament kamen 350 in den Verkauf, weitere 50 wurden von Harry Graf Kessler an Freunde verteilt. – Gesetzt aus der Caslon-Antiqua. – Druck unter Leitung von Harry Graf Kessler bei R. Wagner Sohn, Weimar. – Auf Bütten. – Eric Gill entwarf die Titelblätter, jeweils mit einer Holzschnittvignette von Maillol, und die Holzschnittinitialen, von denen drei von Maillol ornamentiert wurden. Die Titel- und Zwischentitelzeilen sowie die Ornamentierungen der Initialen wurden in Rot gedruckt. – Die Bezugspapiere der »einfachen« Ausgabe wurden bei den Vorzugsexemplaren als Vorsatzpapiere benutzt. – »Bei wenigen Büchern des 20. Jahrhunderts spielt der Einband eine so herausragende Rolle wie bei Kesslers Ausgabe der ›Odyssee‹. Und dies hat zwei Gründe. Der erste fällt schwerer ins Gewicht: Die Vorzugsausgabe der Odyssee unterscheidet sich von der Normalausgabe allein durch den Einband – während es gängig war, sie durch anderes Papier […] oder durch Kolorierung der Illustrationen auszuzeichnen. Der Einband der Vorzugsausgabe, die streng genommen eine Geschenkausgabe war, da Kessler fünfundzwanzig Exemplare nach seinen Vorstellungen nur für Freunde in dunkelblaues Seehundleder binden ließ, was allerdings von einer Schönheit war, daß es den Empfängern die Sprache verschlug« (John Dieter Brinks). – In seiner Monographie zur Cranach-Presse (»Das Buch als Kunstwerk«, 2005) beschreibt John Dieter Brinks detailliert die Herkunft der rätselhaften Motive des Einbandes. Nach alten mykenischen Vorlagen ließ Douglas Cockerell bei der Londoner Buchbinderei W. H. Smith, die er inzwischen leitete, Stempel anfertigen, die zur Vergoldung der dunkelblauen Lederbände dienten.

28,6 : 22,2 cm. [8], 178, [2] Seiten; [6], 169, [3] Seiten. – Rücken kaum sichtbar aufgehellt. Kapitale minimal berieben.

Brinks 29 u. 30. – Müller-Krumbach 17 u. 17 a. – Schauer II, 50. – Sarkowski 784. – Gill 301 – Guérin I, 12

239  Cranach-Presse – Die Odyssee.

€ 2500

Neu ins Deutsche übertragen von Rudolf Alexander Schröder. Erster bis zwölfter Gesang. Des Gesamtwerkes erste Abteilung. – Dreizehnter bis vierundzwanzigster Gesang. Leipzig, Insel 1907–1910. Mit Titeln und Initialen von Eric Gill und fünf Holzschnitten von Aristide Maillol. Originalhalbpergamentbände mit Rückenvergoldung, goldgeprägter Bordüre und Buntpapierdeckelbezügen.

Eins von 400 Exemplaren, von denen 350 für den Verkauf bestimmt waren, 50 wurden von Kessler verschenkt, ebenso 25 dedizierte Vorzugsexemplare (siehe KatNr. 238). – Druck unter Leitung von Harry Graf Kessler bei R. Wagner Sohn, Weimar. – Auf Bütten. – Eric Gill entwarf die Titelblätter, jeweils mit einer Holzschnittvignette von Maillol, und die Holzschnittinitialen, von denen drei von Maillol ornamentiert wurden. – Die Titel- und Zwischentitelzeilen sowie die Ornamentierungen der Initialen wurden in Rot gedruckt. – Die Bezugspapiere der Deckel sollte nach Kesslers Plan (und langen Annahmen der Fachwelt) Mario Fortuny liefern. Da sich dieses Vorhaben aber für Kessler wohl unannehmbar lange verzögerte, übernahm Eric Gill die Umsetzung der alten mykenischen Motive. – Die Odyssee kann als das erste große Druckwerk der Cranach-Presse gelten, auch wenn ihr Name im Buch noch nicht genannt wird.

28,2 : 21,7 cm. [8], 178, [2] Seiten; [6], 169, [3] Seiten. – Deckel von Band II unten mit leichtem Feuchtigkeitsfleck. Kapitale von Band I leicht bestoßen, die unteren Ecken minimal berieben.

Brinks 29 u. 30. – Müller-Krumbach 17 u. 17 a. – Schauer II, 50. – Sarkowski 784. – Gill 301. – Guérin I, 12

240  Cranach-Presse – Albert Verwey. Gedichte.

€ 600

Übertragen von Paul Cronheim. Leipzig, Insel 1917. Violetter Maroquinband mit vergoldetem Rückentitel, blindgeprägten Deckelfileten und dreiseitiger Schnittvergoldung (signiert: W. Gerlach – Berlin).

Eins von 1050 Exemplaren als Handdruck hergestellt. – Kriegsdruck der Cranach-Presse, Weimar. – Die Kriegsjahre zeigten auch im Druck- und Verlagsgewerbe ihre Auswirkungen: Dieses Buch wurde auf Bütten, allerdings mit dem Wasserzeichen der Ernst Ludwig Presse gedruckt. – Satz aus der Caslon-Antiqua. – Gedruckt von Walter Tanz und Max Geski, »Harry Graf Kessler trägt technisch für den Druck, den er nicht überwachen konnte, keine Verantwortung« (Druckvermerk). – Der Originalvorderumschlag mit der Deckelillustration von E. R. Weiß beigebunden.

25,2 : 18,4 cm. [6], 173, [3] Seiten. – Ecken und Gelenke minimal berieben.

Brinks 45. – Müller-Krumbach 28. – Sarkowski 1834. – Nicht bei Schauer

241  Cranach-Presse – Theodor Däubler. Hymne an Venedig.

€ 2000

Berlin, Heinz Barger [1917]. Flexibler weinroter Originalrohseidenband mit Schwarzdruck, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet. In Originalschutzumschlag und -schuber mit Deckelvignette.

Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren auf Old Stratford-Bütten. – Druckvermerk vom Autor signiert und nummeriert. – Erste Ausgabe. – Kriegsdruck der Cranach-Presse: »Harry Graf Kessler hat zur Herstellung dieses Werkes seine Presse, seine Arbeiter und seine Typen zur Verfügung gestellt, trägt aber im übrigen für den Druck technisch keine Verantwortung, da er ihn wegen Kriegsabwesenheit nicht überwachen konnte.« (Druckvermerk). – Die Druckleitung lag möglicherweise bei Henry van de Velde, den Kessler um vertretende Aufsicht gebeten hatte. – Satz von Walter Tanz und Max Geski aus der Caslon-Antiqua. – Druck in Rot und Schwarz. – Das Copyright für Däublers Text lag beim Georg Müller Verlag, wo 1916 die »Hymne an Italien« erschienen war. – »Die Bezeichnung ›Heinz Barger Verlag‹ ist auf eine Eigenmächtigkeit Bargers zurückzuführen, der neben dieser Ausgabe bereits die ›Erste George Grosz Mappe‹ […] unter seinem Namen veröffentlicht hatte.« (Frank Hermann). – Alle Publikationen seines Verlages »Neue Jugend« gingen nach den Querelen um die von den Brüdern Herzfelde übernommene Zeitschrift an den Malik-Verlag über. – »Eindrucksvoll ist das großflächige Format des nur zwanzig Seiten umfassenden Buches, das durch den roten Seideneinband mit einer linearen Zeichnung des Markuslöwen in Gold betont wird. Der schmale Band bekommt dadurch etwas Luxeriöses […]« (Renate Müller-Krumbach, S. 36). – Theodor Däubler gehörte neben George Grosz zu den engsten Freunden von Wieland Herzfelde und John Heartfield. Harry Graf Kessler druckte kurze Zeit später auch Wieland Herzfeldes »Sulamith«.

31,8 : 23,5 cm. 20, [4] Seiten.

Müller-Krumbach 26. – Brinks 42. – Hermann 29. – Raabe/Hannich-Bode 55, 8

242  Cranach-Presse – Theodor Däubler. Hymne an Venedig.

€ 4000

Berlin, Heinz Barger [1917]. Weinroter Originalecrasélederband mit vergoldeter Deckelvignette, Rückentitel und Deckelkantenfileten (signiert: Maria Lühr, Berlin).

Erste Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren auf Old Stratford-Bütten. – Kriegsdruck der Cranach-Presse. – Druckvermerk vom Autor signiert und nummeriert. – Sehr seltene Einbandvariante in Leder, gearbeitet in der Werkstatt von Maria Lühr, die auch den Einband für den nächsten Kriegsdruck der Cranach-Presse, Wielands »Sulamith«, schuf. Sie war wie Douglas Cockerell eine Schülerin Cobden-Sandersons und trug maßgeblich zur Überarbeitung der deutschen Übersetzung von Cockerells Buch »Der Bucheinband und die Pflege des Buches« bei. – Da die gedruckten Rohbogen von der Cranach-Presse an die beauftragenden Verleger geliefert wurden und diese für die Bindung verantwortlich waren und zudem die Deckelvignette mit dem Markuslöwen bei beiden Ausgaben identisch sind, darf man vermuten, dass auch die Seideneinbände bei Maria Lühr geschaffen wurden. – Vorblatt mit einer längeren handschriftlichen Zueignung von Paul Marum, datiert 1932, auf dem Titelblatt, unmittelbar über dem Namen des Verlegers, sein Namenszug.

32,3 : 23,3 cm. 20, [4] Seiten. – Gelenke und Kanten minimal berieben. Deckel mit einigen kleinen Kratzern.

Hermann 29. – Müller-Krumbach 26. – Raabe/Hannich-Bode 55, 8

243  Imberg & Lefson – Heinrich Heine. Hebräische Melodien.

€ 400

Berlin, Heinrich Barger 1920. Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeter Deckelvignette (signiert: O. Dorfner – Weimar).

Eins von 40 Vorzugsexemplaren auf Kaiserlich-Japan resp. Strathmore-Japan (Gesamtauflage 185). – Druck bei Imberg & Lefson, Berlin. – Die Berliner Firma druckte, neben einigen Pressendrucken für die Pan-Presse und die Marées-Gesellschaft, die bibliophil ausgestattete Zeitschrift »Marsyas«. – Vielleicht hatte der Verleger Heinrich Barger durch die beiden Werke, die er 1917/18 auf Kesslers Cranach-Presse drucken ließ (Däubler, »Venedig« und Herzfelde, »Sulamith«) Gefallen an der luxuriösen Typographie gewonnen. – Die Titelzeilen und Initialen wurden in Gold gedruckt. – Exlibris Feuerbacher Heide.

29,0 : 23,0 cm. 100, [4] Seiten. – Deckel leicht aufgebogen.

244  Cranach-Presse – Max Goertz. Gedichte.

€ 750

Leipzig, Insel 1922. Mit einer Titelvignette und Deckelvignette, beide in Holzschnitt, von Georg Alexander Mathey. Gelber Originalpappband im hellblauen Originalschuber.

Eins von 300 Exemplaren (davon 250 für den Handel). Fünf römisch nummerierte Exemplare wurden in Leder, 20 weitere in Rohseide gebunden. – Typographische Gestaltung von Georg Alexander Mathey. – Auf Bütten. – Die Einbände fertigte die Handeinbände-Abteilung von E. A. Enders, Leipzig. – »Wilma Marquise von Brion in tiefer Ehrfurcht gewidmet«. – Dazu: Max Goertz. Zwei Novellen. Leipzig, Insel 1929. Mit Holzschnitt-Titel und drei Initialen von Eric Gill, diese ornamentiert von Aristide Maillol. Originalhalbpergamentband. Eins von 60 Exemplaren. – Auf Maillol-Kessler-Bütten. – Titel und die Initialen in Rot. – Die seltene Ausgabe enthält die beiden Novellen »Die graue Frau« und »Schabracke 234«.

24,2 : 18,8 cm. 59, [5] Seiten und 26,8 : 18,0 cm. [2], 83, [3] Seiten. – Rücken von I verblasst. – Vorderdeckel von II schwach fleckig.

Brinks 56 und 72. – Müller-Krumbach 34 und 47. – Sarkowski 538 und 539. – II: Gill 339

245  Cranach-Presse – Paul Valery. Gedichte.

€ 1500

Übertragen durch Rainer Maria Rilke. Leipzig, Insel 1925. Mit einem Initial von Eric Gill. Gelber Originalecrasélederband. Rückentitel, Deckelvignette und Stehkantenfileten vergoldet (signiert: Handband H. Sperling, Leipzig).

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan (Gesamtauflage 450). – Druck unter Leitung von Harry Graf Kessler und Georg Alexander Matthey. – Satz von Walter Tanz aus der Caslon-Antiqua. – Von Eric Gill stammen die beiden floral verzierten Initialen (Vorderdeckel und Textanfang) sowie die Inselschiff-Titelvignette und die Colophon-Vignette am Ende, letztere drei wurden in Rot gedruckt. – 1924 hatte Harry Graf Kessler versucht, Anton Kippenberg zur Herausgabe einiger Handpressendrucke zu bewegen, die sich qualitativ zwischen den einfachen Drucken der Presse (wie Verwey oder Nostitz) und den »Großprojekten« wie Vergil und Hamlet bewegen sollten. Kessler hoffte dadurch die finanziell schwierige Lage der Cranach-Presse zu verbessern. Kippenberg schlug zu Kesslers Freude vor, die Valery-Übersetzungen Rilkes in solcher Form drucken zu lassen. Die Vignette »Handdruck der Cranach-Presse« entwarf Eric Gill wohl speziell für diesen Plan, allein: 1925 lehnte Kippenberg weitere Drucke mit Verweis auf den schlechten Absatz des Valery-Buches ab. – Der Kopfschnitt vergoldet, die übrigen Ränder blieben unbeschnitten.

27,7 : 19,0 cm. 60, [4] Seiten. – Rücken und Ränder etwas verfärbt. Vorderdeckel einige kleine Druckstellen. – Eine Seite an der unteren Ecke geknickt.

Brinks 59. – Müller-Krumbach 38. – Schauer II, 75. – Sarkowski 1798. – Ritzer E 68. – Gill 326

246  Cranach-Presse – In memoriam Paul Cassirer 7. Januar 1926.

€ 1000

Gedächtnisreden von Max Liebermann, Harry Graf Kessler bei der Totenfeier und ein Nachruf von René Schickele. 1926. Mit drei Holzschnitt-Initialen von Aristide Maillol, einem Holzschnitt-Titel mit -Vignette von Eric Gill und einer Porträttafel. Originalhalbpergamentband mit Titeln in Ocker.

Eins von 75 Exemplaren. – Auf Maillol-Kessler-Bütten. – Die beiden Reden wurden auf der Totenfeier am 10. Januar gehalten, der Nachruf von Schickele erschien einen Tag später in der Vossischen Zeitung. – Die Tafel mit der Totenmaske Cassirers, geschaffen von Georg Kolbe, wird bei Müller-Krumbach und Gill nicht erwähnt. – Am 10. Januar notierte Kessler in seinem Tagebuch: »Trauerfeier für Paul Cassirer. Das ganze künstlerische Berlin. […] Mit Kolbe hinausgefahren u. nachher in sein Atelier, wo er mir die Totenmaske zeigte. […] Der Tod Cassirers hat mich tief erschüttert.«.

26,8 : 18,3 cm. 14, [2] Seiten. 1 Lichtdrucktafel. – Durchgehend mit Stockflecken.

Brinks 61. – Müller-Krumbach 42. – Schauer II, 75. – Gill 329

247  Cranach-Presse – P[ublius] Vergilius Maronis. Eclogae & Georgica.

€ 10000

Latine et germanice. Volumen prius. Eclogæ. Ornavit Aristide Maillol. Die Eclogen Vergils. In der Ursprache und Deutsch übersetzt von Rudolf Alexander Schröder. Mit Illustrationen gezeichnet und geschnitten von Aristide Maillol. Leipzig, Insel 1926. Mit 43 Holzschnitten von Aristide Maillol sowie einem Holzschnitt-Titel und 17 -Initialen von Eric Gill, letztere ornamentiert von Aristide Maillol. Roter Originalmaroquinband mit vergoldeten Titeln, Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnittvergoldung (signiert: Gerhard Prade, Leipzig).

Eins von 250 Exemplaren auf Hadernbütten (davon 225 für den Handel). Ferner wurden acht Exemplare auf Pergament und 36 auf »Kessler-Maillol-Seidepapier« gedruckt. – Satz aus der Jenson-Antiqua und Johnston-Kursiv. – Nach den ersten Vorarbeiten zur Satzanordnung, die Harry Graf Kessler schon 1912 begann, schuf Maillol 1912–1914 und 1925 die Holzschnitte. – Die Druckleitung lag neben Kessler bei James H. Mason. – Der Druck wurde im Frühjahr 1914 auf der Weimarer Handpresse begonnen und, »durch den Weltkrieg unterbrochen«, im Juni 1925 wieder aufgenommen. – Es erschienen neben der lateinisch-deutschen Fassung auch Übersetzungen ins Französische und Englische. – Die Originaleinbände wurden – nach Entwürfen von Kessler, teils unter Verwendung einer Vignette von Maillol oder wie hier mit Gills Titelzeilen – bei Otto Dorfner und Gerhard Prade gefertigt. – Der Vergil, eines der Hauptwerke der Presse und zugleich eines der schönsten Bücher des 20. Jahrhunderts, wurde 1927 auf der Leipziger Buchkunst-Ausstellung ausgezeichnet.

32,0 : 24,0 cm. [6], 110, [12] Seiten.

Brinks 63. – Müller-Krumbach 40. – Schauer II, 73 (mit 3 Abbildungen). – Sarkowski 1813. – Gill 328. – Guérin I, 15–59

248  Cranach-Presse – Hugo von Hofmannsthal. Der Tod des Tizian.

€ 15000

Bruchstück. Leipzig, Insel 1928. Mit zwei Initialen von Eric Gill, ornamentiert von Aristide Maillol. Ziegelroter Originalecrasélederband. Rückentitel, Fileten und Buchschnitt vergoldet (signiert: O. Dorfner-Weimar).

Eins von 13 römisch nummerierten Exemplaren auf Pergament, von denen die Exemplare X–XIII nicht in den Handel kamen. Weitere 225 Exemplare wurden auf Maillol-Kessler-Bütten gedruckt. – Die Initialen der Pergamentexemplare wurden mit Gold gehöht. – Satz von Walter Tanz aus der Jenson-Antiqua und Johnston-Kursiv. – Druck von H. Gage-Cole. – Druck in Rot und Schwarz. – Dreiseitige Schnittvergoldung. – Sarkowski nennt die Auflage der Pergamentexemplare wie hier im Druckvermerk, während Müller-Krumbach, Schauer und Gill nur sechs Pergamentexemplare zählen. – Tadellos schönes Exemplar.

25,8 : 16,8 cm. [4], 18, [6] Seiten.

Brinks 71 VA. – Müller-Krumbach 46. – Schauer II, 75. – Sarkowski 774 VA. – Houghton Library Catalogue 670. – Gill 392b

249  Cranach-Presse – William Shakespeare. Die tragische Geschichte von Hamlet Prinzen von Dænemark

€ 18000

in deutscher Sprache. Neu übersetzt und eingerichtet von Gerhart Hauptmann, begleitet von Auszügen, die den Geschichten von Saxo Grammaticus und François de Belleforest und der Hystorie of Hamblet entnommen sind. Mit Figurinen und Holzschnitten gezeichnet und geschnitten von Edward Gordon Craig. Leipzig, Insel, und Berlin, S. Fischer 1929. Mit 74 Holzschnitten im Text. Senffarbener Maroquinband. Rückentitel, Deckelkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet, Innenkantenfileten blindgeprägt und Originalhalbpergamentmappe mit Titeln in Rotdruck.

Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Eins von 17 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Kaiserlich-Japan. Zudem erschienen acht Exemplare auf Pergament und 230 auf Bütten. – Gesetzt von Walter Tanz und Hans Schulze aus der von Edward Johnston entworfenen Hamlet-Fraktur. – Gedruckt von H. Gage-Cole und Max Kopp unter Beihilfe von Hugo Bergmann und Franz Hornik. – Die beide Suiten auf gelbem bzw. weißem Japan enthalten je 46 Holzschnitte, teils variierend, drei monogrammiert, und einige Dubletten. Beiden Suiten liegen in der Halbpergamentmappe des Verlages. Nach den Angaben bei Dieter Brinks darf man vermuten, dass bei der Auslieferung der Vorzugsexemplare die Suiten individuell zusammengestellt wurden. Teils wurden – wie auch hier – Holzschnitte der englischen Buchausgabe verwendet, die gegenüber der deutschen Fassung sechs zusätzliche Motive enthielt.

Kesslers Vorhaben, eine Hamlet-Ausgabe mit Holzschnitten von Craig zu drucken, reichen bis in das Jahr 1910 zurück. Aber erst das Zusammentreffen mit Gerhart Hauptmann und Anton Kippenberg auf der BUGRA in Leipzig im Mai 1927 brachten die Pläne in eine konkrete Realisierungsphase. – Die Holzschnitte Craigs entstanden ganz im Hinblick auf seine Bühnenbildentwürfe, sie waren zum Teil wirkliche Figurinen und Versatzstücke für das kleine Modelltheater von Craig in Florenz. – Der Satz der Schrift mit den verschiedenen Text- und Kommentarblöcken und der oft aus mehreren Stücken bestehenden Holzschnitte stellte höchste Anforderungen an Walter Tanz. Der Druck der Holzschnitte erfolgte teils mit mehreren »Zurichtungen«, um die feinen Farbnuancen in einem Druckvorgang zu erzielen. Fachleute bewunderten diese Leistung: »Poeschel sagte mir privatim, der ›Hamlet‹ habe ihm eine schlaflose Nacht bereitet, so habe er sich über ihn aufgeregt. Er begreife nicht wie wir die Zweifarbendrucke von einem einzigen Holzstock gemacht hätten. Da Poeschel wohl der beste deutsche Drucker ist, will das allerhand heißen, wenn er mir das sagt« (Harry Graf Kessler, Tagebücher, 14. III. 1930; ausführliche Bilddokumentation bei Brinks, S. 323ff.). – Der »Hamlet« wurde von der Jury 1929 einstimmig zum schönsten Buch des Jahres gewählt.

35,0 : 24,5 cm. [2], 202, [6] Seiten.

Brinks 76. – Müller-Krumbach 48. – Schauer II, 74. – Sarkowski 1585. – Eyssen Seite 95: »zweifellos der typographisch interessanteste Druck Kesslers«. – Gill 340a

250  Cranach-Presse – Rainer Maria Rilke. Gesammelte Gedichte.

€ 5000

Erster [bis] Vierter Band. Leipzig, Insel 1930–1934. Originalhalbpergamentbände mit vergoldeten Rückentiteln (signiert: Gerhard Prade, Leipzig).

Eins von 200 Exemplaren auf handgeschöpftem Maillol-Kessler-Bütten. Daneben erschienen fünf Exemplare auf Pergament und 20 auf Japanpapier. – Satz aus der Jenson-Antiqua und Johnston-Kursiv. – Die Bände I–III wurden unter Aufsicht von Max Goertz und Harry Graf Kessler auf der Weimarer Cranach-Presse gedruckt. Nach deren Auflösung erfolgte der Druck von Band IV unter Verwendung der Schriften der Cranach-Presse in der Offizin Poeschel & Trepte, Leipzig. Die Aufsicht über den Druck dieses abschließenden Bandes hatte bis zu seiner Emigration Kessler selbst. – Die Titelzeilen der Gedichte und die Zwischentitel wurden in Rot gedruckt. – Die Titelschrift und Initialen zeichnete Eric Gill, die Initialen wurden von Aristide Maillol ornamentiert.

27,0 : 18,0 cm. [4], 271, [7] Seiten; [2], 282, [8] Seiten; [6], 222, [8] Seiten; [2], 265, [5] Seiten.

Brinks 82, 83 und 94. – Müller-Krumbach 52. – Schauer II, 75. – Sarkowski 1348. – Mises 129. – Gill 342

251  Cranach-Presse – Pierre de Margerie. Éloge de la typographie prononcé.

€ 1200

Allocution prononcée à l’ouverture de l’exposition »Le Salon des Bibliophiles« à Berlin le XIII Octobre MCMXXIX. Paris, Édition de Cluny 1931. Mit einer Initiale von Eric Gill, ornamentiert durch Holzschnitt von Aristide Maillol. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Erste Ausgabe, erster Druck. – Auf Monval-Bütten mit Wasserzeichen »MK«. – Eins der im Januar 1931 gedruckten Exemplare mit Angabe der geplanten Auflagen von 170 Bütten- und 15 Pergamentexemplaren. Im Februar, noch während des Fortdrucks, korrigierte Kessler wohl angesichts geringerer Nachfrage Auflage und Druckvermerk auf 115 Bütten- und 14 Pergamentexemplare. – Sechs einseitig bedruckte Doppelblätter, somit Schön- und Wiederdruck getrennt, in korrekter Seitenfolge geheftet. Es gibt auch beidseitig bedruckte Exemplare. – Die Rede des französischen Botschafters in Berlin anlässlich der Eröffnung einer von der Deutsch-Französischen Gesellschaft ausgerichteten Ausstellung wurde auf der Cranach Presse in Weimar gedruckt. Harry Graf Kessler stand Roland de Margerie, dem Sohn des Botschafters, nahe. Als französischer Gesandtschaftssekretär in Berlin warnte dieser im März 1933 Kessler, er solle von seiner Parisreise nicht nach Deutschland zurückkehren.

28,8 : 18,8 cm. 24 Seiten, davon 11 bedruckt.

Brinks 84. – Müller-Krumbach 53. – Schauer II, 75. – Gill 347a. – Guérin I, 63

252  Cranach-Presse – Rainer Maria Rilke. Duineser Elegien.

€ 20000

Elegies from the Castle of Duino. Translated from the German by V. Sackville-West and Edward Sackville West. London, Hogarth Press, und Leipzig, Insel 1931. Mit 20 vergoldeten Holzschnitt-Initialen von Eric Gill. Roter Originalecrasélederband mit vergoldeten Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten und Titeln (signiert: O. Dorfner, Weimar).

Unnummeriertes Exemplar auf Pergament mit vergoldeten Initialen, »Printed specially for V. Sackville-West and not for sale«. – Laut Druckvermerk wurden für den Verkauf acht Exemplare auf Pergament und 230 auf Maillol-Kessler-Bütten gedruckt. Laut Kessler-Verzeichnis waren drei von zehn Pergamentexemplaren und zehn weitere Büttenexemplare nicht für den Handel bestimmt. – Druckvermerk von den beiden Übersetzern signiert. – Satz aus der Johnston-Kursiv und Jenson-Antiqua. – Die Titelzeile und die Übersetzerhinweise am Ende der zehn Elegien wurden in Rot gedruckt. – »Hinter dem Auftraggeber ›Hogarth Press‹ verbarg sich der Verlag des Schriftstellerpaares Virginia und Leonard Woolf […] im Verhältnis zum hauptsächlichen Verlagsangebot ist die englisch/deutsche Ausgabe der ›Duineser Elegien‹ ein Einzelfall, der sich am wahrscheinlichsten durch die Übersetzung von Vita Sackville-West erklärt, die mit Virginia Woolf eng verbunden war« (100 Jahre Cranach-Presse, S. 172). – Bemerkenswert scheint, dass diese englische Ausgabe noch vor der deutschen Originalausgabe erschien.

24,5 : 15,5 cm. [4], 132, [6] Seiten.

Müller-Krumbach 54. – Brinks 87. – 100 Jahre Cranach-Presse, Weimar 2013, 52. – Sarkowski 1338 a. – Schauer II, 75 (Abbildung). – Mises 601. – Gill 347

253  Cranach-Presse – Das Hohelied Salomo.

€ 1500

Leipzig, Insel 1931. Mit elf Holzschnitten und 13 Holzschnitt-Initialen von Eric Gill. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 100 Exemplaren der deutschen Ausgabe auf Maillol-Kessler-Bütten (Gesamtauflage 158). – »Der text dieser ausgabe des Hohen Liedes ist wörtlich nachgedruckt der ersten ausgabe der Lutherischen bibelübersetzung; seine dramatische gestaltung der Vulgata entnommen« (Druckvermerk). – Satz aus der Jenson-Antiqua. – Die Kolumnentitel wurden in Rot, die Holzschnitte mit zartgelber Tonplatte gedruckt. – Den unsignierten Einband fertigte Gerhard Prade, Leipzig.

26,2 : 13,5 cm. [2], 31, [7] Seiten.

Brinks 89. – Müller-Krumbach 55. – Schauer II, 75. – Sarkowski 1393. – Gill 284

254  Cranach-Presse – Cantique des Cantiques de Salomon.

€ 4000

Traduction de le Maistre de Saci. Paris, Éditions de Cluny 1931. Mit zehn Holzschnitten und 14 Initialen von Eric Gill. Ziegelroter Originalmaroquinband mit vergoldetem Titel und Deckelkantenfilete (signiert: O. Dorfner).

Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan. Auch von der französischen Ausgabe wurde weitere acht Exemplare auf Pergament und 100 Exemplare auf Bütten gedruckt. – Der Text folgt der Übersetzung von Isaac Louis le Maistre, dem jansenistischen Theologen des 17. Jahrhunderts. – Satz aus der 1470 in Venedig entstandenen Jenson-Antiqua. – Die Kolumnentitel wurden in Blau, die Holzschnitte mit zartgelber Tonplatte gedruckt. – Der Holzschnitt auf Seite 7 der deutschen Ausgabe wurde in der französischen Ausgabe nicht verwendet.

26,5 : 13,8 cm. [2], 32, [4] Seiten.

Brinks 93. – Müller-Krumbach 57. – Gill 284

255  Staatliche Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig – Henrik Ibsen. Die Kronprätendenten.

€ 600

[Weimar,] Gesellschaft der Bibliophilen 1911. Mit Radierungen von Alois Kolb, dabei vier signierte und zehn im Text, der Titel mit Vignette und zehn figürliche Initialen. Dunkelbrauner Originalschweinslederband mit blindgeprägter Deckelvignette, vergoldeten Innenkantenbordüren sowie Seidenspiegeln und -vorsätzen. In Leinenkassette.

Eins von 250 Exemplaren. – Prachtvolle Jahresgabe für die Mitglieder der ältesten Bibliophilengesellschaft Deutschlands, die 1899 von Fedor von Zobeltitz gegründet wurde. – Unter Beteiligung von Georg Belwe (Satz), Richard Berthold (Buchdruck) und des Künstlers auf Japan gedruckt in der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig.

43,5 : 32,0 cm. [4], 96, [4] Seiten. 4 Radierungen.

Deutsche Bibliophile 1898–1930, Seite 10. – Sennewald 11. – Rodenberg 186

256  Staatliche Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig – Shakespeare. Troilus und Cressida.

€ 450

Übersetzung von Hans Rothe. Mit zwölf farbigen Lithographien von Kurt Werth. Leipzig 1921. Mit zwölf blattgroßen Farblithographien. Dunkelbrauner Lederband mit Vergoldung (signiert: R. Maetzke · Berlin).

Erster Druck der Staatlichen Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig. – Eins von 300 Exemplaren. – Gedruckt in den Werkstätten für Buch- und Steindruck unter Leitung von Georg A. Mathéy. – Die 1764 gegründete »Akademie für Malerei«, seit 1900 »Königliche Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe«, erlebte unter dem damaligen Direktor Max Klinger eine entscheidende Wende zur Moderne. Nach der Auflösung des Königreiches Sachsen wurde die nun »Staatliche« Akademie, vor allem unter der Leitung von Walter Tiemann (1920–1941), die Bildungs- und Wirkungsstätte für zahlreiche bedeutende Vertreter der deutschen Buchkunst des 20. Jahrhunderts.

28,9 : 24,3 cm. 147, [3] Seiten. – Rücken minimal verblasst. – Eine Seite mit kleinem überklebtem Randeinriss.

Rodenberg 185, 1

  257    Staatliche Akademie zu Leipzig – Zwei Drucke.

€ 300

Leipzig 1923 und 1931. Originaleinbände.

I. Prosper Merimée. Tamango. Eine Erzählung. Mit acht Radierungen von Karl Miersch. 1923. Originalhalbpergamentband mit Deckelschild. Titel und Kopfschnitt vergoldet. Dritter Druck der Akademie. Eins von 200 Exemplaren. Gedruckt auf Bütten. Übersetzt von Julius Zeitler, dem Leipziger Schriftsteller, Verleger und Bibliophilen. Karl Miersch (1894–1969) unterrichtete an der Leipziger Akademie, später an der dortigen Kunstgewerbeschule. – II. Knut Hamsun. Drei Novellen. Mit farbigen Holzstichen von Hans Alexander Müller. 1931. Originalhalbleinenband mit Japanfaserbüttenbezug und negativ blindgeprägtem Signet. Sechster Druck der Akademie. Eins von 125 Exemplaren. Lockere Interimsbindung. Trotz eines Kardinalfehlers des Setzers (ungerade Seitenzahlen links!) ausgezeichnet als eines der 50 schönsten Bücher des Jahres 1930.

29,3 : 23,0 cm. [4], 49, [3] Seiten; 29,8 : 20,0 cm. [9], 93, [6] Seiten. –.

I: Rodenberg 185, 3. – Sarkowski 1104. – Sennewald 23. – II: Eichhorn/Salter 1.51

258  Staatliche Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig – Johann Wolfgang von Goethe. Stella.

€ 750

Ein Schauspiel für Liebende. Erste Fassung. Leipzig, Insel 1924. Mit einer radierten Titelvignette. Ziegelroter Ecrasélederband (Gerhard Prade, Leipzig).

Vierter Druck der Staatlichen Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig. – Eins von 320 Exemplaren, die ersten 20 waren nicht für den Handel bestimmt. – Auf Bergisch-Gladbach-Bütten. – Die Titelvignette stammt wohl von Georg A. Mathéy. – Meisterhafter Einband von Gerhard Prade, der neben Otto Dorfner auch viele Einbände für Kesslers Cranach-Presse schuf.

25,6 : 15,4 cm. [2], 88, [4] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Rodenberg 185, 4. – Sarkowski 609

  259    Staatliche Akademie zu Leipzig – [William] Shakespeare. Der Sturm.

€ 150

Mit Illustrationen von Josef Hegenbarth. Berlin, Rütten & Loening 1960. Mit 18 Illustrationen nach Zeichnungen. Pergamentband mit Blindprägung und Rückenvergoldung (signiert: Thamm).

Herausgegeben vom Institut für Buchgestaltung Leipzig. – Eins von 1100 Exemplaren, die in den Werkstätten der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig hergestellt wurden. – Gestaltung nach Angaben von Albert Kapr. – Der Originalumschlag wurde eingebunden.

28,1 : 18,9 cm. 127, [5] Seiten.

Seyfert/Weise S. 176

  260    Staatliche Akademie zu Leipzig – Pablo Neruda. Ode an die Typografie.

€ 150

Leipzig, Institut für Buchgestaltung Leipzig 1964. Mit fünf blattgroßen Illustrationen von Frank Ruddigkeit. Illustrierter Kalblederband im Schuber.

Unnummeriert, außerhalb der Auflage von 100 Exemplaren und eventuell als Luxusexemplar in Leder gebunden. Die bei Seyfert/Wiese erwähnte sechste Illustration hier wohl auf dem Vorderdeckel. – Erschienen mit großer Widmung zum 70. Geburtstag des ersten DDR-Ministerpräsidenten Otto Grotewohl, Mitherausgeber war die nach ihm benannte Ingenieurschule für Polygrafie. – Nach einer Übertragung von Erich Ahrendt. – Gesetzt als Schriftprobe der 28p Leipziger Antiqua, die Albert Kapr erst Anfang der 1970er Jahre fertigstellte.

30,5 : 20,0 cm. [40] Seiten.

Seyfert/Wiese S. 179

261  Wien – Arthur Schnitzler. Reigen.

€ 900

Zehn Dialoge. Geschrieben Winter 1896–97. Buchschmuck von Berthold Löffler. Wien und Leipzig, Wiener Verlag 1903. Dunkelvioletter Maroquinband mit vergoldetem Rücken- und Deckeltitel.

Eins von 25 Exemplaren der signierten Vorzugsausgabe auf Bütten. – Auf dem Vortitel vom Verfasser signiert. – Berthold Löffler, Mitarbeiter der Wiener Werkstätte, entwarf für diese erste öffentliche Ausgabe den illustrierten, in Blau und Schwarz gedruckten Titel, den »Rosenzwischentitel« und die »Schellenvignette«, die für alle zehn Dialoge wiederholt wurden, die Schlussvignette und einen, hier nicht vorhandenen, Umschlag. – »Die Rezeptionsgeschichte […] ist gekennzeichnet von Skandalen und Fehlinterpretationen […] Dem Dichter selbst war die Skandalträchtigkeit seines Stücks von Anfang an bewußt; im Vorwort des in 200 Exemplaren hergestellten Privatdrucks, den Schnitzler im Freundeskreis verteilt hat, schreibt er ›Ein Erscheinen der nachfolgenden Scenen ist vorläufig ausgeschlossen.‹ […] Die erste öffentliche Ausgabe des Werkes 1903, die der Wiener Verlag dennoch wagte, löste eine Woge der Empörung aus.« (KNLL). Nach den Skandalen um die Uraufführung in Berlin, den nachfolgenden Prozess und die organisierten Krawalle verbot Schnitzler weitere Inszenierungen.

19,9 : 15,5 cm. [4], 250, [6] Seiten. – Rücken verfärbt. Ecken leicht berieben.

Hayn/Gotendorf VII, 199. – KNLL XIV, 1033

262  Wiener Buchkunst – Hugo von Hofmannsthal. Das Märchen der 672. Nacht

€ 450

und andere Erzählungen. Umschlag von Walter Hampel. Wien und Leipzig, Wiener Verlag 1905. Mit einem blau-schwarz ornamentierten Doppeltitel von Walter Hampel. Stahlblauer Wildlederband mit Titel- und Schnittvergoldung.

Bibliothek moderner deutscher Autoren, Band 2. – Erste Buchausgabe. – Der feinlinige Buchschmuck (Kopfbordüren, Zwischentitel und Vignetten) stammt von Bertold Löffler. – Enthält auch »Reitergeschichte«, »Erlebnis des Marschalls von Bassompierre« und »Ein Brief« (Philipp Lord Chandos and Francis Bacon), alle hier erstmals in Buchform. – Mit Besitzvermerk Ria Claassen (1868–1952), die durch Hofmannsthal in Kontakt zu Stefan George kam. Eventuell bekam sie das fein gebundene Exemplar vom Verfasser als Geschenk. – Vgl. KatNr. 334.

17,1 : 12,2 cm. 123, [9] Seiten. – Rücken verblasst, Rückentitel mit kleinen Verlusten der Vergoldung. – Handschriftlicher Besitzvermerk auf dem Titelblatt.

263  Wien – Die sechzehnte Ehefreude.

€ 300

Eine Satire auf die fünfzehn Freuden der Ehe. Übersetzung und Urtext. Wien, Rud. Ludwig 1909. Mit illustriertem Doppeltitel und Buchschmuck von Franz von Bayros. Originalhalbpergamentband mit Buntpapierbezug und vergoldetem Deckeltitel (signiert: Wiener Werkstätte).

Eins von 575 Exemplaren (Gesamtauflage 600). – Gedruckt auf Strathmore-Japan. – Text in Deutsch und Französisch, Übersetzung von E. K. Blümml und J. Latzenhofer. – Das französische Original dieser Satire auf Antoine de La Sales fünzehn Freuden erschien 1866 in Paris.

16,5 : 11,4 cm. 43, [5] Seiten.

Hayn/Gotendorf IV, 33 und IX, 340

264  Wien – Die Nibelungen.

€ 300

Dem deutschen Volke wiedererzählt von Franz Keim. Bilder und Ausstattung von C. O. Czeschka. Wien und Leipzig, Gerlach u. Wiedling [1908/09]. Mit 16 farbigen und teils mit Goldbronze gedruckten blattgroßen Illustrationen von Carl Otto Czeschka. Pergamentband mit handgeschriebenem Rückentitel und schwarz-blau ornamentiertem Buchschnitt.

Gerlach’s Jugendbücherei, Band 22. – Erste Ausgabe dieser Nacherzählung. – Einer der schönsten Bände der Reihe, »Glanzstück der Buchillustration aus dem Jahrhundertbeginn« (Ulrich von Kritter). – Besonders die in Schwarz, Blau und Gold gedruckten Doppeltafeln zählen zu den Höhepunkten der Kinder- und Jugendbuch-Illustration. – Carl Otto Czeschka (1878–1960) gehörte zu den wichtigsten Künstlern der Wiener Werkstätte. 1907 ging er nach Hamburg und lehrte an der dortigen Staatlichen Kunstgewerbeschule Lerchenfeld.

15,0 :14,0 cm. 67, [1] Seiten.

Seebaß I, 726 und II, 621. – Stuck-Villa 356. – Hofstätter S. 244f. – Kritter 60

265  Wien – Arthur Schnitzler. Die Hirtenflöte.

€ 600

Mit neun Radierungen von Ferdinand Schmutzer. Wien, Deutsch-Österreichischer Verlag 1912. Mit acht Radierungen und einer radierten Vignette. Grüner Originalmaroquinband mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung und Kopfgoldschnitt (Wiener Werkstätte).

Este Ausgabe. – Eins von 400 Exemplaren. – Handeinband der Wiener Werkstätte nach einem Entwurf von Josef Hoffmann. – Exlibris Lucy Spiegl.

16,5 : 11,2 cm. [6],103, [7] Seiten. – Rücken minimal verfärbt, Ecken kaum merklich berieben. – Eine Seite mit schwachem, aber größerem Knick.

Wilpert/Gühring 29

266  Wien – Heinrich Heine. Der Doktor Faust.

€ 450

Ein Tanzpoem, nebst kuriosen Berichten über Teufel, Hexen und Dichtkunst. Mit Zeichnungen von Josef von Diveky. Berlin, Morawe & Scheffelt 1912. Mit ganzseitigen farbigen Illustrationen und zahlreichen farbigen Initialen und Vignetten. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Deckelbezügen aus orangefarbener Wildseide (Leipziger Buchbinderei AG, vormals Gustav Fritzsche Handbindekunst, Berlin).

Eins von 400 Exemplaren. – Auf Van Gelder-Bütten. – Zehn der leuchtend farbigen Tafeln wurden als Doppelseiten konzipiert und diese jeweils in identischen Farbpaaren gedruckt. – Die Vorsatzpapiere wurden in Grün, Orange, Violett und Schwarz gedruckt. – Mit dem Beiheft »Nachwort zu Heine ›Der Doktor Faust‹« von Karl Georg Wendriner. – Joseph von Diveky, ungarischer Graphiker, zählte zu den wichtigsten Mitarbeitern der Wiener Werkstätte. – Tadelloses Exemplar.

22,2 : 18,3 cm. 84, [4] Seiten.

Sennewald 12,3. – Kritter 61

267  Wien – Drei Liebhaber-Ausgaben der Östereichischen Hof- und Staatsdruckerei.

€ 400

Wien 1915 bis 1925.

I. Franz Grillparzer. Der arme Spielmann. 1915. Mit Buchschmuck von Josef Hoffmann. Originalleinenband mit reicher ornamentaler Goldprägung, Kopfschnittvergoldung und schwarz bedruckten Vorsätzen. Eins von 500 Exemplaren. Auf »Bücherpapier« und im Originalleinenband, der möglicherweise wie die Vorzugseinbände in der Wiener Werkstätte gearbeitet wurde. – II. Ludwig Anzengruber. Die Märchen des Steinklopferhanns. 1920. Mit Buchschmuck von Rudolf Junk. Illustrierter Originalpappband im illustrierten Originalschuber. Liebhaberausgaben der Österreichische Staatsdruckerei, Band I. Eins von 200 Exemplaren auf Büttenpapier. Im Druckvermerk vom Buchgestalter signiert. Der üppige Buchschmuck wurde in Grün gedruckt. – III. Shakespeare. Der Sturm. Deutsch von Richard Schaukal. Mit Originallithographien von Oskar Laske. 1925. Leuchtend blauer Saffianlederband mit rot-goldenen Rückenschildern und kleinen ornamentalen Vergoldungen. Erschienen außerhalb der »Liebhaberausgaben«. Eins von 210 nummerierten Exemplaren auf Dokumentenpapier (Gesamtauflage 365). Im Druckvermerk von Künstler und Übersetzer signiert.

Rodenberg 426 und 426,1. – Langer, Jugendstil und Buchkunst, Seite 153 mit Abbildung. – Sennewald 25,3 (III)

268  Wien – Franz Grillparzer. Des Meeres und der Liebe Wellen.

€ 900

Wien, Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei 1923. Farbiger Buchschmuck von Rudolf Junk. Schwarzer Originalmaroquinband, Vorderdeckel mit großer Lederintarsie und reicher Vergoldung. Rückentitel, Steh- und Innenkanten sowie Buchschnitt ebenfalls vergoldet (Karl Scheibe, Wien).

Liebhaberausgaben der Österreichischen Staatsdruckerei, Band V. – Eins von 15 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe im Ledereinband, darüber hinaus erschienen 270 Nummern im »feinsten Pappband«. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Der schöne Buchschmuck – Doppel- und Zwischentitel, Initialen und Bordüren sowie die Vorsätze – wurde in Gelb gedruckt. – Rudolf Junk, Schüler von Heinrich Lefler, gestaltete 1914 unter anderem den österreichischen Teil des Kataloges der Leipziger BUGRA.

24,5 : 18,0 cm. 131, [5] Seiten. – Brüchige Gelenke repariert. Vordere Ecken berieben.

Rodenberg 427, 5

269  Wien – Ferdinand Raimund. Das Mädchen aus der Feenwelt oder Der Bauer als Millionär.

€ 600

Romantisches Original-Zaubermärchen mit Gesang in drei Aufzügen mit sieben Originallithographien und Buchschmuck von Oskar Laske. Wien, Verlag der Österreichische Staatsdruckerei 1923. Mit sieben Farblithographien, davon ein Titelbild, und zahlreichen Textillustrationen. Bordeauxfarbener Originalschweinslederband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeter Deckelvignette. Im Originalschuber mit Rückenschild.

Liebhaberausgaben der Österreichischen Staatsdruckerei, Band VII. – Eins von 20 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe im Ganzlederband (Gesamtauflage 420). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert.

24,6 : 19,8 cm. [2], 95, [3] Seiten. 7 Lithographien.

Sennewald 23. – Rodenberg 427, 7

270  Wien – Romanische Meisternovellen.

€ 300

Verdeutscht [und herausgegeben] von Wilhelm Löwinger. Band I [bis] IV [alles Erschienene]. Wien, Artur Wolf 1923. Jeder Band mit acht signierten Originalgraphiken, drei auch mit Buchschmuck. Rote Originalmaroquinbände mit vergoldeten Rückentiteln, Blindprägung und Kopfschnittvergoldung. Zusammen im Originalschuber.

Vollständige Folge aller vier Teile. – Eins von 150 Vorzugsexemplaren auf Handbütten mit den signierten Graphiken (Gesamtauflage 900). – I. Alfred de Musset. Ausgewählte Novellen. Lithographien von Eduard Gaertner. – II. Theophile Gautier. Novellen der Antike. Radierungen von Rolf Schott. – III. Prosper Mérimée. Novellen der Leidenschaft. Verdeutscht von Wilhelm Löwinger. Farbige Lithographien von Alfred Hagel. – IV. Villiers de l’Isle Adam. Novellen der Grausamkeit. Lithographien von Stefan Eggeler. – Dazu: Der goldene Esel. Ein Roman aus dem Altertum. Nach den antiken Quellen neubearbeitet von Wilhelm Löwinger. Wien, Artur Wolf 1918. Mit acht farbigen Lithographien und Buchschmuck von Alexander Rothaug. Originalhalblederband mit Rückenvergoldung und rot-goldener Deckelvignette. Eins von 1100 Exemplaren (Gesamtauflage 1200). Unikates Exemplar mit einer zweiten Folge der Lithographien in einfarbigen Probedrucken. Auf handgeschöpftem Bütten. – Mit Exlibris, gestochen und signiert von Alexander Rothaug.

23,0 : 15,2 cm.

Sennewald Gaertner 23,3; Schott 23,1; Eggeler 23,3

271  Wiener Buchkunst. – László Gábor – Heinrich von Kleist. Amphitryon.

€ 400

Ein Lustspiel nach Molière. Mit Originallithographien von László Gábor. [Wien], Phaidon 1924. Mit neun kolorierten Lithographien. Blauer Originalmaroquinband mit vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt (signiert: Walter Hacker, Leipzig). Im Schuber.

Eins von 25 römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe mit den vom Künstler kolorierten Lithographien und in Ganzleder gebunden (Gesamtauflage 925). – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – László Gábor (1895–1944) studiert bei Lovis Corinth an der Akademie der bildenden Künste, Berlin, Malerei. Ab 1928 war er geschäftsführender Sekretär des Österreichischen Werkbundes und leitete gemeinsam mit Josef Frank und Hermann Neubacher die Ausstellung der Wiener Werkbundsiedlung. 1935 emigrierte Gábor in die USA, wo er ab 1936 am Carnegie Institute of Technology, Pittsburgh lehrte.

25,0 : 19,2 cm. [2], 75, [5] Seiten. – Rücken etwas verfärbt, Deckel minimal fleckig.

  272    Avalundrucke – Conrad Ferdinand Meyer. Die Hochzeit des Mönchs. – Die Richterin.

€ 300

Beide mit Radierungen von Alois Kolb. Wien und Leipzig 1921.

I. Siebenter Avalun-Druck. Mit 14 Radierungen, eine davon als Titel, eine als Initiale. Dunkelgrüner Saffianlederband mit rot-goldenem Rückenschild und Vergoldung (signiert: P. A. Demeter, Hellerau). Eins von 375 Exemplaren. – II. 29. Avalun-Druck. Mit 17 Radierungen, sechs davon blattgroß und signiert, fünf Textvignetten. Pergamentband. Eins von 150 der zweiten Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 550). – Die Radierungen wurden unter Aufsicht des Künstlers auf der Handpresse der Staatlichen Akademie in Leipzig gedruckt. Seit 1907 war Alois Kolb (1875–1942) Leiter der dortigen Radierklasse. Er hatte die Technik des Radierens autodidaktisch erlernt und zählte zu den bekanntesten und erfolgreichsten Buchillustratoren der damaligen Zeit.

29,2 : 21,5 cm. [2], 152, [2] Seiten. 13 Radierungen; 28,4 : 20,9 cm. [8], 122, [6] Seiten. – Rücken verfärbt, Bünde schwach berieben (I).

Rodenberg 331, 7 und 336, 29. – Sennewald 21, 4 und 23,1

273  Avalundrucke – Gottfried Keller. Der Schmied seines Glückes.

€ 600

Mit zehn farbigen Holzschnitten von Hans Alexander Müller. Wien und Leipzig 1921. Mit Holzschnitt-Doppeltitel und weiteren acht signierten Holzschnitten in Schwarz und je einer weiteren Farbe gedruckt. Schwarzer Maroquinband mit reicher Vergoldung (signiert O. Herfurth, MDE). Im Schuber mit Lederkanten.

Neunter Avalun-Druck. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Holzschnitten auf Kaiserlich Japan. Zusätzlich erschienen 300 vom Künstler einmalig signierte Exemplare. – Gedruckt auf Hadern-Bütten. – Druck in der Werkstatt der Staatlichen Akademie in Leipzig. Die Holzschnitte wurden unter Aufsicht des Künstlers auf der Handpresse gedruckt. – Die Druckleitung lag bei Georg A. Mathey. – Den Handeinband von Otto Herfurth ziert eine Deckelvignette, die einem Wappen gleich den Namen des Protagonisten der Erzählung, John Kabys, trägt. – Tadellos.

26,0 : 18,2 cm. [2], 44, [6] Seiten. 10 Holzschnitte.

Rodenberg 332, 9. – Sennewald 21,1

274  Avalundrucke – Bibliomanen.

€ 500

Drei Erzählungen von Nodier, Flaubert, Asselineau. Herausgegeben in der Übertragung von Erwin Riegers und mit einem Vorwort von G. A. E. Bogeng. Mit 12 Originalradierungen von Hugo Steiner-Prag. Wien und Leipzig 1921. Mit elf signierten Radierungen und radierter Titelvignette. Marmorierter Originalkalblederband mit Rücken- und Deckelvergoldung sowie grün-goldenem Rückenschildchen (Leipziger Buchbinderei AG, vorm. Gustav Fritzsche).

Elfter Avalun-Druck. – Eins von 200 Vorzugsexemplaren mit den signierten Radierungen und in Ganzleder (Gesamtauflage 400). – »Die Bibliomanenfratze ist die Selbsterkenntnis des Bibliophilen […] Er versteht den Bibliomanen und verzeiht ihm […] Jeder Bibliophile hat seinen Bibliomanen in sich, die absonderliche Art der Büchernarren ist Menschenwesen« (Vorwort).

19,4 : 12,7 cm. 114, [2] Seiten. 11 Radierungen. – Rücken leicht aufgehellt.

Rodenberg 332, 11. – Sennewald 21, 3

275  Avalundrucke – Stendhal. Vanina Vanini.

€ 300

Mit zwölf Original-Radierungen von Karl M. Schultheiß. – Jakob Wassermann. Geronimo de Aguilar. Mit dreizehn Original-Radierungen von Fritz Heubner. Wien und Hellerau 1922 und 1923. Roter bzw. grüner Originalmaroquinband mit Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Handband Enders, Leipzig).

I. 22. Avalun-Druck. Mit zehn signierten blattgroßen Radierungen, darunter die Titelradierung, und einer Kopf- und Schlussvignette. – II. 24. Avalun-Druck. Mit zehn signierten blattgroßen Radierungen und je einer radierten Titel-, Kopf- und Schlussvignette. – Jeweils eins von 250 Exemplaren mit den signierten Radierungen, von denen den ersten 50 eine Extrasuite der Radierungen beigegeben wurde. Weitere 200 Exemplare wurden nur im Druckvermerk signiert. – Im Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert. – Beide gedruckt auf Bütten. – Laut Druckvermerk sollten die Einbände in der Werkstatt Richard Oesterreich jun., Dresden, gebunden werden – auch Rodenberg nennt aber Enders, Leipzig.

18,5 : 13,3 cm. [5]–86, [6] Seiten; 18,3 : 13,0 cm. 74, [6] Seiten. – Rücken von II verblasst.

Rodenberg 334, 22 und 335, 24. – Schauer II, 97. – Sennewald 22,4 und 23, 2

276  Avalun-Drucke – Robert Louis Stevenson. Das Flaschenteufelchen.

€ 400

Hellerau, Avalun 1923. Mit radiertem Titelblatt und 11 signierten Radierungen von Bruno Goldschmitt. Blauer Originalmaroquinband mit Rückenschild. Deckelvignette, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (E. A. Enders, Leipzig).

30. Avalun-Druck. – Eins von 50 römisch nummerierten Vorzugsexemplaren mit den signierten Radierungen und in Ganzleder gebunden (Gesamtauflage 300), jedoch ohne die Extrasuite. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – »Es ist dies das erste Buch, das Radierungen von Bruno Goldschmitt enthält, der sich jetzt neben dem Holzschnitt der Radierung zugewandt hat.« (Rodenberg, S. 337).

18,5 : 13,0 cm. 116, [4] Seiten. – Rücken leicht verfärbt, Deckel minimal fleckig. – Vorsätze leimschattig.

Rodenberg 337, 30

  277    Avalun Verlag – Théophile Gautier. Gesammelte Werke

€ 200

[in vierzehn Bänden, alles Erschienene]. Mit Zeichnungen von Karl M. Schultheiss. Hellerau, Avalun 1925–1926. Mit mehr als 800 Illustrationen nach Federzeichnungen. Leuchtend rote Maroquinbände. Rückentitel, Rücken- und Deckelkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet.

Erste deutsche Gesamtausgabe mit den kongenialen Illustrationen von Karl Max Schultheiss (1885–1961). – Die Übertragungen stammen von Alastair, Gabrielle Betz, Bernhard Jolles, August Kretzschmar und Friederike Maria Zweig. – Der in der Verlagswerbung angekündigte Band »Die Romantik in Frankreich« ist nicht erschienen. – Hübsch gebundene Reihe.

15,8 : 9,4 cm. – Rücken minimal aufgehellt.

Sennewald 25–26

278  Avalundrucke – William Shakespeare. A Midsummer-Night’s Dream.

€ 800

With original etchings by Karl M. Schultheiss. Hellerau, Avalun, und London, J. & E. Bumpus 1926. Mit sechs ganzseitigen signierten Radierungen, darunter die Titelradierung sowie fünf radierten Kopf- und einer Schlussvignette. Roter Originalmaroquinband. Rückentitel, Rücken-, Steh- und Innenkantenfileten sowie Buchschnitt vergoldet. Im Originalschuber.

The Prinz Heinrich XXXIX. Reuss Edition of the Works of William Shakespeare, Volume I. – Eins von zwölf römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Pergament. Weitere 400 Exemplare wurden auf Bütten gedruckt. – Neben den Radierungen auch im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Nach Sennewald gehört zu den Vorzugsexemplaren noch eine Mappe mit einer Suite der Radierungen mit Remarquen. – Von geplanten 33 Bänden der Reuß-Shakespeare-Ausgabe sind wohl nur der vorliegende und 1927 »Twelfth Night or What you will« (ebenfalls mit Radierungen von Schultheiß) erschienen.

19,0 : 13,7 cm. [8], 171, [13] Seiten.

Sennewald 26,2

279  Die immergrünen Bücher – Fünf Bände der Reihe.

€ 300

Berlin, Nicolaische Verlagsbuchhandlung R. Stricker 1921. Mit signierten Originalgraphiken. Ein roter Maroquinband mit Rückenschildern, vier Originalkalblederbände. Alle mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Die immergrünen Bücher, Band 2 bis 6. – Je eins von 30 (Band 2 noch 100) Exemplaren der Vorzugsausgaben, bei denen die Graphiken signiert wurden. – I. Clemens Brentano. Die mehreren Wehmüller und ungarischen Nationalgesichter. Mit sechs kolorierten Radierungen von Erik Richter. – II. C.M. Wieland. Die Wasserkufe. Mit vier Lithographien von Paul Scheurich. – III. E. T. A. Hoffmann. Der Sandmann. Mit vier Lithographien von Magnus Zeller. – IV. Honoré de Balzac. Die verlassene Frau. Mit vier Lithographien von Klaus Richter. – V. F. M. Dostojewski. Ein schwaches Herz. Mit vier Lithographien von Hermann Struck. – Band 2 im Format abweichend. – Von der Reihe erschienen zumindest Bände 1 bis 9. – Als Vorzugsexemplare selten.

Sennewald 157, 180, 253 und 158 (Hermann Struck nicht verzeichnet, dies bei Lang I 237)

  280    Zürcher Drucke – Ein hübsch Spiel, gehalten zu Ury in der Eydgnoßschafft

€ 150

von Wilhelm Thellen ihrem Landmann und ersten Eydgenossen. Zürich, Gebrüder Fretz 1926. Mit 13 kolorierten Holzschnittvignetten von Willi Harwerth. Originalpergamentband mit kolorierter Deckelvignette, Originalschutzumschlag und Originalkassette mit Deckelschild.

Fünfter Zürcher Druck. – Eins von 950 nummerierten Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten.

23,3 : 15,2 cm. [8], 32, [8] Seiten.

  281    Johannes Presse – Friedrich Gundolf. Rainer Maria Rilke.

€ 250

Wien 1937. Originalhalbpergamentband mit vergoldeter Deckelvignette. Im Originalschuber mit goldgeprägter Deckelvignette.

Erste Ausgabe. – Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japanpapier. – Herausgegeben von Elisabeth Gundolf nach einem Vortrag ihres Mannes, den dieser am 3. VII. 1931 in Essen gehalten hatte. Elisabeth Salomon und Friedrich Gundolf hatten 1926 trotz heftigster Interventionen Stefan Georges (»eine Frau wie Elli Salomon steht doch an allen Zentralbahnhöfen Europas«, vgl. Landmann-George 1963, Seite 160) geheiratet. Am 12. Juli 1931 starb Gundolf, seine Witwe emigrierte 1934 nach London.

24,4 : 17,4 cm. 40 Seiten. – Schuber lichtrandig.

Mises VIII, 992

  282    Gustav Kiepenheuer – Boccaccios Buch Von den fürnembsten Weibern

€ 300

mit den 78 Holzschnitten der Ulmer Ausgabe von 1473 und einem Nachwort von Kurt Pfister. Potsdam, Gustav Kiepenheuer 1924. Mit 77 kolorierten Abbildungen und zwei Initialen im Text. Pergamentband mit kolorierter Deckelillustration und Wildseidenvorsätzen. In Kassette (signiert: Franz Franek, Wien).

Erster Druck der Reihe »Das alte Bilderbuch«. – Eins von 350 Exemplaren, eins der zweiten 175 Exemplare auf Japandruckpapier, die ersten 175 wurden auf weißem Zanders-Bütten gedruckt. – Gesetzt aus der Manuskript-Gotisch. – Der 78. »Holzschnitt« zierte wohl die Originaleinbände (Schweinsleder, Halbpergament und Pappe), die bei E. A. Enders nach Entwurf von F. H. Ehmcke gefertigt wurden.

27,5 : 19,8 cm. [6], 285, [9] Seiten.

283  Rabenpresse – Ein hübsche histori von der küniglichen stadt troy, wie sie zerstœret ward.

€ 450

Erneuert von Richard Benz. Berlin, Rabenpresse 1938. Mit koloriertem Holzschnitt-Frontispiz und 42 kolorierten Holzschnitten, alle nach alten Originalen geschnitten von Ulla Rossel. Originalschweinslederband mit blindgeprägter Deckelvignette, Rückenschild und blindgeprägten Fileten.

Erster Bibliophiler Phönix-Druck der Rabenpresse. – Eins von 900 Exemplaren. – Gedruckt bei Wilh. Gerstung in Offenbach, von dem bereits in den Jahren 1925–29 in der »Werkstatt der Pforte« in Heidelberg entstandenen Satz. – Auf Bütten. – V. O. Stomps gründete 1926 die Rabenpresse, musste diese jedoch 1937 verkaufen: Nach einigen Lesungen und Veröffentlichungen jüdischer Autoren war der Verlag auf die Liste der »unerwünschten Literatur« gesetzt worden und der deutsche Buchhandel boykottierte die Publikationen mehrheitlich.

28,3 : 20,5 cm. [8], 214, [2] Seiten. – Rücken schwach verfärbt.

284  Bauersche Gießerei – Aristophanes. Die Vögel.

€ 400

In der Nachdichtung von Fritz Diettrich. Mit Illustrationen von Karel Svolinsky. Frankfurt am Main, Bauersche Giesserei 1940. Mit zwölf farbigen Tafeln. Grüner Maroquinband. Rückentitel und Deckelillustration vergoldet. Mit farbig illustrierten Vorsätzen. Im Schuber mit Lederkanten.

Privatdruck der für die Buchkunst und Typographie des 20. Jahrhunderts so wichtigen Schriftgießerei. – Eins von 125 Exemplaren. – Gesetzt aus der hier erstmals verwendeten (allerdings 1938 bereits in einem Sonderdruck vorgestellten) »Hyperion«, entworfen von dem Rudolf Koch-Schüler Berthold Wolpe. – »Das Werk entstand im Jahre 1940; es soll im fünfhundertsten Jahr der Buchdruckerkunst das Zusammenwirken des ältesten Druckverfahrens mit dem jüngsten zeigen.« (Druckvermerk). Die Aquarelle wurden als Offsetwiedergaben gedruckt, der Buchdruck erfolgte in der Hausdruckerei. – Dazu: Fritz Kredel. Am Wegesrand. Blüten, Blätter, frisch und welk, Wurzeln, Rinden und Lebewesen, die er diesseits und jenseits des Atlantischen Ozeans fand. Frankfurt a. M., Der Goldene Brunnen 1961. Mit 24 Holzschnitten. Originalhalblederband mit Deckelbezügen aus Kork. – Freudenfreuerwerk. Farbholzschnitte von Günther Stiller. Manieristische Lyrik des 17. Jahrhunderts. [Herausgegeben] von Hubert Gersch. Frankfurt a. M., Bauersche Gießerei 1962. Originalbroschur mit Farbholzschnitt. Privatdruck.

34,5 : 27,0 cm. [4], 119, [3] Seiten, 12 Tafeln. – Rücken verfärbt.

Schauer I, 146 (»herrlich illustriert«)

  285    Théodore Duret. Die Impressionisten

€ 600

Pissarro, Claude Monet, Sisley, Renoir, Berthe Morisot, Cézanne, Guillaumin. Zweite Auflage. Mit zwei Originalradierungen von Renoir und einem Holzschnitt von Cézanne. Berlin, Bruno Cassirer 1914. Mit zahlreichen Abbildungen im Text und auf Tafeln. Illustrierter Originalhalbpergamentband mit Rückenvergoldung.

Mit den beiden Radierungen »Kinderbild« und »Zwei Mädchen« von Renoir (Deltail 6 und 22) und dem Holzschnitt »Hockender Akt« von Beltrand nach Cézanne.

23,4 : 18,4 cm. 159, [1] Seiten, 3 Graphiken, 48 Tafeln. – Kanten berieben, Deckel leicht fleckig.

  286    Zwei Monographien des Paul Cassirer Verlags mit Originalradierungen.

€ 300

Berlin 1910 und 1912. Mit acht Originalgraphiken. Schwarze Originalpappbände mit goldgeprägter Deckelillustration.

I. Lovis Corinth. Das Leben Walter Leistikows. Ein Stück Berliner Kulturgeschichte. 1910. Mit zwei Radierungen von Leistikow und zahlreichen Abbildungen im Text. – II. Hermann Struck. Die Kunst des Radierens. Ein Handbuch. 2. vermehrte und verbesserte Auflage. 1912. Mit fünf Radierungen (von Max Liebermann, Edvard Munch, Hermann Struck, Anders Zorn und Paul Baum) und einer Lithographie von Max Slevogt (Porträt Hermann Struck), die für diese zweite Auflage entstand. Das Werk erschien, mit teils anderen Graphiken, bis 1923 in fünf Auflagen.

Je 23,7 : 19,0 cm. 129, [3] Seiten, 2 Radierungen; 246, [2] Seiten, 6 Graphiken. – Rücken von II erneuert.

Feilchenfeldt/Brandis 37.1 und 193.2. – II: Söhn, HDOG 262.1–6

287  Das Kestnerbuch.

€ 600

Herausgeber: Dr. Paul Erich Küppers. Hannover, Heinrich Böhme 1919. Mit zwölf Originalgraphiken. Originalhalbleinenband.

Erste Auflage. – Paul Erich Küppers (1889–1922) war Assistent am Kestner-Museum Hannover und wurde 1916 Leiter der gerade gegründeten Kestner-Gesellschaft. Er veranstaltete Vorträge und Ausstellungen zur expressionistischen Kunst. – Der Band vereint Dichtungen von Thomas Mann, Carl Hauptmann, Alfred Döblin, Else Lasker-Schüler, Theodor Däubler, Conrad Felixmüller und anderen mit Graphiken von Erich Heckel (Männer am Strand, Holzschnitt, Dube 319 II b), Conrad Felixmüller (Toter Genosse, Lithographie, Söhn 176 b), Ernst Barlach (Barmherziger Samariter, Holzschnitt, Schult 163), Paul Klee (Auslöschendes Licht, Lithographie, Kornfeld 75 b), Lyonel Feininger (Rue St. Jaques, Paris, Holzschnitt, Prasse 46 II), Kurt Schwitters (Abstrakte Komposition, Holzschnitt) und anderen. – Dazu: Walter von zur Westen. Vom Kunstgewand der Höflichkeit. Glückwünsche, Besuchskarten und Familienanzeigen aus sechs Jahrhunderten. Berlin, Otto von Holten 1921. Mit radierter Titelvignette und einer radierten Neujahrskarte von Marcus Behmer, weiteren 29 Tafeln mit zum Teil originalgraphischen Kleingraphiken und 376 montierten Abbildungen. Originalhalbpergamentband mit Rückenschild und -vergoldung. Eins von 550 Exemplaren. Auch Haupt- und Untertitel gestaltete der vom Herausgeber wertgeschätzte Marcus Behmer.

28,7 : 23,0 cm. 158, [2] Seiten, 12 Graphiken. – Rücken verblasst. Ränder etwas gebräunt, Kanten und Ecken leicht berieben. – Beigabe: 33,4 : 26,5 cm. VIII, 305, [1] Seiten, 3 Zwischentitel, 30 Tafeln.

Söhn HDOG 130. – Raabe/Hannich-Bode 174.3. – Jentsch 53. – Beigabe: Haucke 47. – Rodenberg 243

288  [Johann Wolfgang von] Goethe. Gedichte.

€ 10000

Mit Steinzeichnungen von Max Liebermann, Ernst Barlach, Hans Meid [und] Karl Walser. Berlin, Paul Cassirer 1924–1926. Mit insgesamt 85 Lithographien im Text und 104 als Suiten. Lose Doppelblätter und Lithographien in vier Originalhalbpergamentkassetten.

Vollständige Folge der vier erschienenen »Goethe-Mappen«, »in der sich graphische Künstler der Gegenwart vereinigen« (Vorrede). – Je eins Exemplar 17/100.

Mappe 1: Max Liebermann. Mit 15 Lithographien im Text, davon drei blattgroß, und einer signierten Suite aller 15 und zweier zusätzlicher Lithographien auf Japan.
Mappe 2: Ernst Barlach. Mit 31 Lithographien im Text, davon zehn blattgroß, und einer signierten Suite aller 31 und vier zusätzlicher Lithographien auf Japan.
Mappe 3: Hans Meid. Mit 19 Lithographien im Text, davon 15 blattgroß, und einer signierten Suite aller 19 und vier zusätzlicher Lithographien auf Japan.
Mappe 4: Karl Walser. Mit 20 Lithographien im Text, davon 17 blattgroß, und einer signierten Suite aller 20 und neun zusätzlicher Lithographien auf Japan.

Die Suiten enthalten stets auch die verworfenen Fassungen der Lithographien, die in den Texten nicht abgedruckt wurden. Die Lithographien der Suiten wurden ohne Text auf Japan gedruckt und in Passepartouts montiert. – Textbogen auf Zanders-Bütten. – Die Texte druckte Otto Elsner, die Lithographien M. W. Lassally auf der Handpresse. – Paul Cassirer plante ursprünglich weitere Ausgaben, angekündigt waren Mappen mit Illustrationen von Oskar Kokoschka, Erich Heckel und Max Slevogt – nach dem Freitod des Verlegers wurde das Projekt aber nicht mehr weitergeführt. – »Höhepunkt buchkünstlerischer Illustrationen nicht nur auf deutschem Boden« (Jürgen Eyssen).

40,0 : 29,5 cm (Kassettenformat). [36, 60, 40, 44] Seiten. – Innengelenk bei Band 1 und Außenkante von Band 2 unten angeplatzt.

Feilchenfeldt/Brandis 71–74. – Schauer II, 57. – Liebermann: Achenbach 63–79. – Barlach: Laur 77.01–16 und 77.18–36. – Meid: Jentsch 497–519. – Walser: Badorrek-Hoguth A 10

  289    Friedrich Ahlers-Hestermann. – Hans Bethge. Das Buch der Nächte.

€ 200

Mit Lithographien von F. Ahlers-Hestermann. Leipzig, Meissner & Buch 1918. Mit zwölf Lithographien, lithographierter Titelvignette und 26 farbig lithographierten Initialen. Flexibler Originalpappband mit vergoldeten Titeln und Kleisterpapierbezug. In Originalkassette mit Buntpapierbezügen.

Zweiter Druck der Wahlverwandten. – »Urausgabe« herausgegeben unter persönlicher Mitwirkung von Hans Bethge und Friedrich Ahlers-Hestermann. – Die Gesamtherstellung lag in den Händen von Erich Gruner. – Der Einband von Walter Tiemann entworfene Einband – silberne Sprenkel auf dunkelblauem Grund – deutet den Sternenhimmel an. – Sehr schönes Exemplar.

35,7 : 26,5 cm. 76, Seiten, 12 Lithographien.

Rodenberg 377, 2

290  Alastair – Prosper Merimée. Carmen.

€ 500

Novelle. Mit 12 farbigen Zeichnungen von Alastair. Zürich, Rascher 1920. Mit zwölf signierten farbigen Tafeln. Bordeauxroter Originalmaroquinband mit Rücken-, Deckel- und Kopfschnittvergoldung.

Eins von 50 Exemplaren der ersten Vorzugsausgabe auf Japan mit den signierten Abbildungen und in Leder gebunden (Gesamtauflage 500). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Der unter dem Namen Alastair bekannt gewordene Hans Henning Otto Harry Baron von Voigt war eine geheimnisumwitterte Person und trat auch als Literat, Musiker, Tänzer und Modeschöpfer in Erscheinung. – »Als Autodidakt entwickelte er sich zu einem hervorragenden Illustrator im Stile Beardsleys, den er mitunter im erotischen Einschlag, den dämonischen Zügen in seinen ›künstlich überfeinerten‹ und überlängten Gestalten noch übertraf.« (Alfred Langer, Jugendstil und Buchkunst, Leipzig 1994, Seite 58).

24,1 : 19,0 cm. 92, [4] Seiten. 12 Tafeln. – Kanten und Gelenke etwas berieben.

291  Alastair – Frank Wedekind. Die Büchse der Pandora.

€ 2000

Tragödie in drei Aufzügen. – Erdgeist. Tragödie in vier Aufzügen. – [Beide:] Mit 12 Bildbeigaben und einem Vorsatz von Alastair. München, Georg Müller 1920. Mit jeweils zwölf zweifarbigen Tafeln und ebensolchen Vorsatzpapieren. Dunkelgrüne Originalmaroquinbände. Rückentitel und -fileten, Deckelvignette und -bordüren vergoldet.

Jeweils eins von 50 Exemplaren der Luxusausgabe auf Bütten mit einer zusätzlichen Folge aller 26 Abbildungen auf Japan, lose in der Originalhalbpergamentmappe. Es wurden weitere 450 Exemplare gedruckt. – Bei Erscheinen von »Erdgeist« 1895 wurde das Buch beschlagnahmt, 1896 erschien eine zweite Ausgabe. Beide Stücke blieben skandalträchtig und verfolgt. – Die 1904 von Wedekind unter dem Titel »Lulu« vereinte Fassung bildet die Vorlage für die gleichnamige Oper von Alban Berg. – »Er teilte mit Beardsley die Neigung zum Ornamentalen und Japonismus, mit Bakst die Vorliebe für das Kostüm. […] Seine minutiös ausgeführten Blätter entsprechen mit artistischem Raffinement den Formauffassungen und intellektuellen Besonderheiten des Jugendstil. A. bevorzugte die Rot-Schwarze Graphik dieser Epoche (am vollkommensten in seinen Ill. zu Wedekinds Büchse der Pandora und Erdgeist)« (AKL II, 7).

29,0 : 22,7 cm. 108, [4] und 152, [4] Seiten. Jeweils 12 Tafeln; 26 lose Tafeln. – Rücken verfärbt. Kanten leicht berieben.

  292    Alastair – Walter Pater. Sebastian van Storck.

€ 200

Mit acht Zeichnungen von Alastair. Wien, Avalun 1924. Mit acht mehrfarbigen, ganzseitigen Illustrationen im Text. Pappband mit montiertem Deckelschild.

Eins von 480 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Der Text in der Übersetzung von Felix Hübel. – »Walter Pater, der unendlich häßliche Mann mit der grenzenlosen Leidenschaft für die Schönheit, der Décadent, der die ganze Manier des Oscar Wilde antizipierte, der Ästhet, der mit Worten so zeichnete, wie seine Freunde, die Praeraffaeliten, es mit dem Stift taten, imaginierte in seinen Porträts Gestalten des Übergangs, des Untergangs, vorzüglich in Schönheit.« (Petra Kipphoff, Die Zeit, 22.2.1974).

32,3 : 25,3 cm. [8], 42, [6] Seiten.

293  Aubrey Beardsley. Die Geschichte von Venus und Tannhäuser.

€ 300

worein gewebt ist eine genaue Beschreibung der Sitten am Hofstaate der Frau Venus […] woran die Abenteuer Tannhäusers daselbst […] geschlossen sind. Eine romantische Novelle von Aubrey Beardsley. München, Hans von Weber [1909]. Flexibler Originalpergamentband mit grün-goldener Lederintarsie und Kopfgoldschnitt (Carl Sonntag jun., Leipzig).

Eins von 246 Exemplaren »für einen privaten Kreis von Subskribenten« (Druckvermerk). – Erste Übersetzung nach dem Originaldruck des Manuskriptes. – Gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig, in Schwarz, Rot und Grün auf Bütten. – Die Vignette unter dem Druckvermerk und auf dem Vorderdeckel »reproduce Beardsley’s three-candle devise« (Lersner). – »In entzückender Ausstattung hergestellt. Die Auflage ist bereits vergriffen und die im Handel vorkommenden Exemplare werden über den Publikationspreis bezahlt und steigen sicher wesentlich noch im Preise« (Hayn-Gotendorf). – Aubrey Beardsley (1872–1998) arbeitete bis 1892 als Angestellter einer englischen Versicherungsgesellschaft. Für die Zeitschrift »The Yellow Book« fertigte er zahlreiche Zeichnungen in Tusche, die als Strichätzungen reproduziert wurden. Die Originalausgabe seiner einzigen unvollendeten Prosaarbeit erschien 1907 in kleiner Auflage als Privatdruck in London mit 250 Exemplaren.

24,4 : 18,4 cm. [16], 64, [4] Seiten.

Hayn-Gotendorf VII, 527f. – Lersner 151 A

294  Aubrey Beardsley. Die Geschichte von Venus und Tannhäuser

€ 450

in die verwebt ist eine ausführliche Schilderung der Sitten am Hofe der Frau Venus [… und] die Abenteuer Tannhäusers daselbst. [München 1917 oder 1920]. Mit Doppeltitel, sieben blattgroßen Illustrationen und illustrierten Vorsätzen. Blaugrüner Maroquinband mit reizender Vergoldung (signiert: K. Ebert, München). Mit der Suitenmappe in weißer Pergaminkassette mit goldgeprägter Deckelvignette.

Eins von 50 Vorzugsexemplaren mit der Suite (Gesamtauflage 350). – Privatdruck »für die Freunde Beardsleys […] von Gracian [Curt Moreck] übertragen« (Druckvermerk). – Auf Bütten, Druckvermerk mit der faksimilierten Signatur Beardsleys, diese auch auf dem Suitenumschlag. Die Suite, gedruckt auf Japan und jedes Blatt in Passepartout, enthält alle Illustrationen des Buches sowie ein hier nicht vorhandenes Porträt der Venus. – Wohl ehemals Sammlung Dr. Karl Klingspor, mit dessen Namenszug auf der Kassette. – Dazu: Alexander Pope. Der Lockenraub. Ein komisches Heldengedicht von Alexander Pope. Mit neun Zeichnungen von A. Beardsley. Leipzig, Insel 1908. Eins von 700 Exemplaren (Gesamtauflage 800). – Gedruckt auf Holländisch Bütten.

18,3 : 11,8 cm. [6], 68, [10] Seiten; 29,0 : 22,5 cm. [10], 43, [7] Seiten. – Die Kassette etwas fleckig, sonst tadellos.

Hayn/Gotendorf IX, 571 (datiert 1917). – Lersner 151 B (datiert 1920). – Beigabe: Lersner 105 C. – Sarkowski 1258

295  Max Beckmann – Kasimir Edschmid. Die Fürstin.

€ 2000

Mit sechs Radierungen von Max Beckmann. Weimar, Gustav Kiepenheuer 1918. Mit sechs Radierungen. Originalwildseidenband. Rückentitel, Deckelvignette, Rücken- und Deckelkantenfileten silbergeprägt.

Erste Ausgabe. – Eins von 370 Exemplaren auf holländischem Bütten im Rohseideneinband (Gesamtauflage 500). – Der Einbandentwurf stammt von Else von Guaita, der Schülerin Henry van de Veldes, dessen ornamentaler Stil in der Deckelvignette noch deutlich sichtbar ist. – Das starke Bütten mit Kopfschnitt in Silbergrau, Seiten- und Fußsteg unbeschnitten. – Eines der schönsten Beispiele expressionistischer Buchillustration. – Edschmid hatte Max Beckmann im Atelier seines Vetters Ugi Battenberg kennen gelernt und berichtete davon in seinem Tagebuch: »Damals begann der neue Beckmann […] Er machte sechs Radierungen zu einem Buch von mir, ›Die Fürstin‹ […] Der Verleger Kiepenheuer schrieb an einen Freund in der Schweiz: ›Beckmann und KE – ich mag sie beide nicht, aber sie sind aktuell.‹ Die Auslandspost ging durch die Militärzensur, und so wußten wir schon am nächsten Tag von dem Geständnis. Ohne Kommentar erhöhten wir das [geforderte] Honorar, jeder um 1000 Mark« (zitiert nach Jentsch).

29,8 : 23,6 cm. 81, [4] Seiten. 6 Radierungen. – Seide an den Ecken und besonders am Rücken verschlissen.

Hofmaier 111–116. – Jentsch, E 37. – Lang E 12. – Garvey 20. – Castleman 175. – Raabe/Hannich-Bode 60.6

296  Max Beckmann – Stadtnacht.

€ 1500

Sieben Lithographien von Max Beckmann zu Gedichten von Lili von Braunbehrens. München, Piper & Co. 1921. Mit sieben Lithographien, einschließlich der Titellithographie. Originalhalbleinenband mit Buntpapierdeckelbezügen.

Eins von 500 Exemplaren (Gesamtauflage 600). – Im Druckvermerk von Beckmann signiert. – Lili, die damals zwanzigjährige Tochter des Major von Braunbehrens, hatte Beckmann 1915 bei dessen Frankfurter Freunden, dem Ehepaar Battenberg, kennen gelernt. Nach seinem Nervenzusammenbruch, in dessen Folge Braunbehrens die Entlassung Beckmanns aus dem Militärdienst erwirkt hatte, lebte dieser vier Jahre bei der Künstlerfamilie in Frankfurt. Den Text ihrer Gedichte stach Lili von Braunbehrens in Aluminiumtafeln, von denen dann direkt gedruckt wurde. »Die meisten dieser Stadtnacht-Lithografien haben etwas von der gefährlichen Lemurenatmosphäre der damaligen Großstadtunterwelt. Beckmann ist mit solchen Blättern in der Nachbarschaft von Grosz und Dix, obgleich ihm deren distanzierende Kälte fremd war […]« (Lothar Lang).

27,7 : 23,1 cm. 47, [5] Seiten. 7 Lithographien. – Leinenrücken etwas verblasst, Ränder schwach gebräunt.

Hofmaier 164–170. – Jentsch 108. – Lang E 13. – Garvey 21

297  Marcus Behmer – Honoré de Balzac. Das Mädchen mit den Goldaugen.

€ 300

Deutsche Übertragung von Ernst Hardt. Zeichnungen von Marcus Behmer. Leipzig, Insel 1904. Mit zehn Illustrationen und Buchschmuck nach Zeichnungen von Marcus Behmer. Originalpergamentband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet (signiert A. Köllner, Leipzig).

Eins von 500 Exemplaren. – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten, die Illustrationen als Zinkographien auf Japan. – Behmer entwarf auch die große Deckelvignette und die braun-gold gedruckten Vorsatzpapiere. – Nach Oscar Wildes »Salome« die zweite umfangreiche und selbständige buchillustratorische Arbeit des damals gerade 25jährigen Behmer.

21,9 : 18,0 cm. [16], 91, [5] Seiten. 10 Tafeln. – Obere Ecken schwach gestaucht.

Haucke 5. – Sarkowski 86. – Schauer II, 45. – Fromm 1533

298  Marcus Behmer – [Johann Wolfgang von] Goethe. West-Östlicher Divan.

€ 600

Leipzig, Insel 1910. Mit Doppeltitel und Initialen von Marcus Behmer. Originalpergamentband mit intarsiertem, grün-goldenen Lederornament auf dem Vorderdeckel sowie Rücken-, Deckel- und Kopfschnittvergoldung.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan, insgesamt druckte man bei Spamer 1300 Exemplare. – Textrevision von Max Hecker. – Die Buchgestaltung lag ganz in den Händen von Marcus Behmer, der damit seine »erste typographische Leistung, wenn auch nicht aus eigener Type, so doch im drucktechnischen Aufbau vom ersten bis zum letzten Buchstaben« lieferte. Eine Vorzugsausgabe auf Japan hatte Behmer zunächst abgelehnt, widmete sich dann aber deren Ausstattung bis ins kleinste Detail. – Fritz Hohmeyer würdigte 1929 in seinem Behmer-Artikel im »Philobiblon« die großartige Arbeit mit der Abbildung des Doppeltitels nahezu in Originalgröße. – Selten und sehr gut erhalten.

25,1 : 15,0 cm. 262, [2] Seiten. – Vergoldung unten am Rücken geringfügig abgeplatzt.

Sarkowski 612 VA. – Schauer II, 45. – Hohmeyer 288 und Abb. 294/295

299  Marcus Behmer – Voltaire. Zadig oder Das Geschick.

€ 1500

Eine morgenländische Geschichte mit vierzig Radierungen von Marcus Behmer. Übertragen von Ernst Hardt. Berlin, Paul Cassirer 1912. Mit 40 Radierungen, davon fünf blattgroß, und einer radierten Titelvignette. Pergamentband mit Vergoldung und Lederintarsien (signiert: Johannes Gerbers, Hamburg). Im Schuber mit Lederkanten.

Elfter Druck der Pan-Presse. – Eins von 170 Exemplaren auf Amerikanischem Japan (Gesamtauflage 250). – Der Text wurde bei Imberg & Lefson, Berlin, die Radierungen auf der Pan-Presse gedruckt. – Schon die zeitgenössische Kritik zeigte sich begeistert (Hans Lobier: »Dem alten Spötter Voltaire ist hier ein gleichgesinnter Illustrator erwachsen«. – Hermann Struck: »Die Radierungen selbst sind überaus entzückend in ihrer phantastischen Erfindungsfülle«), auch »wenn man Behmer aus falsch verstandener Sparsamkeit übel mitgespielt hatte. Die Radierungen wurden nämlich, ohne Rücksicht auf ihre unterschiedliche Technik, fortlaufend auf Bögen gedruckt, anschließend auseinandergeschnitten und in das Buch eingeklebt. […] Behmers Zorn war nur allzu gut zu verstehen: ›Das ist allerdings eine Todsünde gegen den Geist des Buches.‹« (zitiert nach Jürgen Eyssen, Seite 158). – Das schöne Frühwerk und zugleich die erste größere Radierfolge Behmers hier in einem kongenialen Einband des Hamburger Meisters Johannes Gerbers.

31,8 : 25,0 cm. [2], 77, [1] Seiten.

Haucke 19. – Feilchenfeldt/Brandis 199.B. – Rodenberg 453, 11. – Schauer II, 43

300  Rabindranath Tagore. Gitanjali

€ 250

(Sangesopfer). Leipzig, Kurt Wolff 1914. Hellgrauer Originalwildlederband, Rückentitel, Deckelvignette und Fileten in Blindprägung.

Erste deutsche Ausgabe, übertragen von Marie Luise Gothein aus der vom Dichter selbst veranstalteten englischen Fassung. – Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Kaiserlich Japan und in Ganzleder gebunden. Der Einbandentwurf stammt von Marcus Behmer. – Großzügiger Druck in Grün und Schwarz. – 1914 erschienen bei Kurt Wolff insgesamt drei Tagore-Werke in bibliophiler Ausstattung, die Einbände entwarfen neben Marcus Behmer Walter Tiemann und Hans Reimann. Die Ledereinbände übernahmen von der üppigen Ornamentik Behmers nur das Monogramm »RT«. – Sehr selten, wir konnten auf Auktionen kein Exemplar in diesem empfindlichen Originaleinband nachweisen.

23,8 : 16,2 cm. 136, [2] Seiten. – Vorsatzblatt mit Exlibrisstempel »Goldfarb« und Schenkungsvermerk von 1948.

Göbel 174

301  Marcus Behmer – Von dem Fischer un syner Fru.

€ 600

Ein märchen nach Philipp Otto Runge mit sieben bildern von Marcus Behmer. Berlin, Otto von Holten 1914. Mit sieben Radierungen, davon vier blattgroß. Originalhalbleinenband mit Deckelschild.

Eins von 180 Exemplaren, von denen 30 nicht in den Handel kamen. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Holländisch Bütten. – Gesetzt von Marcus Behmer selbst, gedruckt bei Otto von Holten, die Radierungen bei Carl Sabo, beide Berlin. – Fritz Homeyer 1929 in »Philobiblon«: Eines der schönsten Bücher der Welt« – Hans Loubier: »Buchjuwel« – »Eines der vollkommensten Buchkunstwerke des 20. Jahrhunderts« urteilte Hans Adolf Halbey. – Mit einem kleinformatigen Ankündigungsblatt des Verlages.

21,8 : 16,2 cm. 26, [6] Seiten. – Deckel an den Rändern etwas gebräunt. – Vorsatzblätter gebräunt, einige Blätter am Oberrand mit wenigen Stockflecken.

Haucke 27. – Rodenberg 242. – Schauer II, 44

302  Marcus Behmer – Sechs Märchen der Brüder Grimm.

€ 450

Aus dem Nachlaß zum ersten Male herausgegeben und mit einem Nachwort von Johannes Bolte. Berlin, Brandus [1918]. Mit acht Radierungen im Text, eine blattgroß. Dunkelbrauner Originalkalblederband. Deckel- und Rückentitel, Deckel- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet (H. Fikentscher, Leipzig).

Dritter Nibelungendruck. – Eins von 260 Exemplaren. – Auf festem Velin. – Den Text, gesetzt aus der Cicero Leibniz-Fraktur, druckte Otto von Holten, die Radierungen – unter Aufsicht des Künstlers – O. Felsing, beide Berlin.

18,8 : 13,5 cm. [1], 33, [5] Seiten. – Rücken minimal verblasst. – Ränder ganz leicht, Seiten vereinzelt, Vorsatzblätter etwas stärker stockfleckig.

Haucke 30. – Rodenberg 444, 3. – Schauer II, 44

303  Marcus Behmer – Der erste Beernhäuter.

€ 600

Nicht ohne sonderbare darunter verborgene Lehrreiche Geheimniß, sowol allen denen, die so zu schelten pflegen und sich so schelten lassen, als auch sonst jedermann […] andern zum Exempel vorgestellet von Illiterato Ignorantio, zugenannt Idiota. Berlin, Brandus 1919. Mit sechs Radierungen im Text von Marcus Behmer, davon fünf blattgroß, und einer Initiale. Dunkelbrauner Originalkalblederband mit Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert H. Fikentscher, Leipzig 1919).

Siebter Nibelungendruck. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe im Ganzlederband (Gesamtauflage 320). – Auf Nürnberger Bütten. – Der Text wurde bei Otto von Holten, die Radierungen bei A. Ruckenbrod, beide Berlin, gedruckt. – Von Marcus Behmer stammen die fünf blattgroßen Radierungen, die in Schwarz mit grauer Tonplatte gedruckt wurden, die große Initiale in Rötel, die Titelzeilen in Holzschnitt sowie die gesamte Typographie einschließlich des berühmten Bären-Zwischenstücks. – »Das beste meiner Bücher […] weil da alles zueinander paßt […] Bärenhäuter ulkig, Kontrast von gewollter Zierlichkeit und burschikoser Aufschneiderei […] so sollten die Illustrationen wirken« (Marcus Behmer an Gottfried Laske, seinen großen Förder; zitiert Haucke).

18,9 : 12,0 cm. [2], 28, [6] Seiten. – Deckel am Oberrand etwas berieben.

Haucke 33. – Rodenberg 445, 7. – Schauer II,44

304  Marcus Behmer – Erster [bis] Dritter Behmer-Druck.

€ 300

Berlin, Otto von Holten 1920 bis 1922. Ein Originalhalbleinenband mit Deckelschild, zwei Originalhalbpergamentbände mit Gold- bzw. Blindprägung.

Mit den Behmer-Drucken »ging der Drucker über seinen Auftrag als Verwirklicher hinaus und wurde selbst zum Buchunternehmer.« (Schauer I, 195). »Mit Marcus Behmer war die Offizin so eng verbunden, daß sie beim ihm eine Druckschrift bestellte, die dann bei Gebr. Klingspor geschnitten und gegossen wurde.« (Schauer). Sie wurde von 1921 an für die fünf Behmer-Drucke verwendet. – I. Ecclesiastes oder Der Prediger Salomo. 1920. Eins von 250 Exemplaren. Im Druckvermerk von Marcus Behmer signiert. Gesetzt von Behmer selbst. Der Titel, die große Initiale »A« und das Delphinsignet entstanden nach Behmers Zeichnungen. – II. Das Hohe Lied Salomos. Mit Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Eins von 350 Exemplaren (Gesamtauflage 380). Auf Zandersbütten. – III. Gerhart Hauptmann. Das Hirtenlied. Ein Fragment. Mit Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Eins von 360 Exemplaren (Gesamtauflage 400).

Deckel von I etwas fleckig, erste und letzte Seiten leicht gebräunt.

Rodenberg 244, 1 – 3. – Haucke 37. – Schauer I, 195 und II, 89 (mit Abbildung)

305  Marcus Behmer – Der Prophet Jona

€ 900

nach Luther mit zwölf Radierungen von Marcus Behmer. Leipzig, Insel 1920/1930. Mit zwölf Radierungen im Text, davon sieben blattgroß. Originalhalbleinenband mit Deckelschild.

Eins von 300 Exemplaren, von denen 50 nicht in den Handel gelangten. – Gedruckt auf Zanders-Bütten. – Ursprünglich sollte das gesamte Werk bei Otto von Holten gedruckt werden. Es dauerte allerdings zehn Jahre, bis Behmer die Radierungen fertiggestellt hatte. Diese wurden 1930 im Bibliographischen Institut in den Text eingedruckt. Der ursprüngliche Verleger, I. B. Neumann, war inzwischen aus Deutschland ausgewandert, das Buch erschien schlussendlich im Insel-Verlag. – Den zweiten, korrigierenden Druckvermerk beschloss Behmer mit der selbstzweiflerischen Bemerkung »Wär’ wenigstens nun gut geworden, was so lang gewährt.« – Jürgen Eyssen lobte das Buch dahingegen: »Da leiht die bereits bewährte ›Renata-Schwabacher‹ dem Lutherdeutsch ihre kraftvollen Lettern, die es benötigt, um ›reden‹ zu können; da entfalten die subtilen Radierungen, in ihren zum Bildhintergrund immer zarter werdenden Umrissen, den Eindruck eines in der Ferne verdämmernden Horizontes; da harmoniert der nahezu quadratische Satzspiegel wie selbstverständlich mit den Initialen. So ist auch ›Der Prophet Jona‹ ein kleines Wunderwerk der Schwarzen Kunst geworden.«.

16,7 : 13,2 cm. [2], 27, [3] Seiten. – Einband stockfleckig, einige Seiten vereinzelt mit schwachen Stockflecken.

Haucke 69. – Sarkowski 1269. – Schauer II, 44

  306    Marcus Behmer – Johannes Auerbach. Der Selbstmörderwettbewerb.

€ 250

Berlin, Otto von Holten 1921. Mit zwei signierten Radierungen von Marcus Behmer (Frontispiz und Titel). Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rücken- und Deckeltitel und orangefarbenen Deckelbezügen. Im Originalpappschuber.

Eins von 150 Exemplaren, von denen fünfzig nicht in den Handel gelangten. – Einbandgestaltung und Satz von Marcus Behmer. – Gedruckt auf Bütten. – Mit dem Verfasser verband Behmer eine enge Freundschaft. Johannes Auerbach war einer der ersten Bauhaus-Studenten und gestaltete unter anderem das Grabmal des Hagener Kunstsammlers und Mäzens Karl Ernst Osthaus.

15,4 : 11,9 cm. [4], 29, [11] Seiten.

Haucke 40. – Rodenberg 244. – Schauer II, 44

  307    Marcus Behmer – Oscar Wilde. Die heilige Buhlerin.

€ 400

La Sainte Courtisane oder Das Weib mit den Edelsteinen. Berlin, Hans Heinrich Tillgner 1921. Mit drei signierten Radierungen. Originalhalbpergamentband mit vergoldeter Deckelvignette.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe, bei der die Radierungen von den unverstählten Platten gedruckt und signiert wurden (Gesamtauflage 500 Exemplare). – Der Text wurde bei Otto von Holten, Berlin, die Radierungen wohl bei A. Ruckenbrod auf Bütten gedruckt. – Der Druckfarbe der Radierungen wurde etwas blaue Farbe beigemischt, die einen zarteren, nicht schmutzigen Plattenton entstehen ließen. – Die Deckelvignette entwarf Marcus Behmer, der auch für die Typographie des Buches verantwortlich war.

20,4 : 14,8 cm. [2], 19, [7] Seiten. 3 Radierungen.

Haucke 46. – Rodenberg 245. – Schauer II, 44. – Hayn/Gotendorf IX, 631

  308    Marcus Behmer – Enno Littmann. Vom morgenländischen Floh.

€ 250

Dichtung und Wahrheit über den Floh bei Hebräern, Syriern, Arabern, Abessiniern und Türken. Leipzig, Insel 1925. Mit 13 Radierungen von Marcus Behmer im Text, davon drei blattgroß. Originalhalbpergamentband mit Deckelschild. Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. Im Originalpappschuber.

Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 330). – Die Radierungen in Sepia gedruckt. – Auf Bütten. – Einbandentwurf von Marcus Behmer. – Dazu: Ruba’ijat des Omar Chajjam von Neschapur. In deutsche Verse übertragen von G. D. Gribble. Leipzig, Insel 1907. Originalpappband. Marcus Behmer entwarf sowohl die große Deckelillustration, den prachtvollen ornamentalen Doppeltitel und die zahlreichen großen ornamentierten Initialen, alles in Grün gedruckt, der Doppeltitel zudem mit zwei goldenen Mittelstücken.

19,9 : 14,7 cm. 68, [4] Seiten; 20,8 : 16,4 cm. 122, [2] Seiten. – Beigabe: Bezugspapier vorn am Gelenk aufgeplatzt.

Haucke 56. – Hayn/Gotendorf IX, 186. – Sarkowski 1037 und 1214

309  Lovis Corinth – Eli.

€ 600

Nach der Schrift neu geordnet von M. I. bin Gorion. Verdeutscht von Rahel Ramberg. Mit drei Steinzeichnungen von Lovis Corinth. Leipzig, Insel 1919. Mit drei Lithographien im Text, davon eine signiert als Frontispiz und zwei als Kopfvignetten. Originalpergamentband. Deckeltitel und Kopfschnitt vergoldet.

Schriften biblischen Inhalts mit graphischen Urdrucken zeitgenössischer Künstler, Band I. Von dieser Schriftenreihe erschien lediglich noch »Die Geschichte von Tobia«. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten mit der signierten Lithographie (Gesamtauflage 150). – Druckleitung: E. R: Weiß.

25,6 : 20,6 cm. 34, [2] Seiten. – Deckel leicht aufgebogen.

Schwarz L 410, I-III. – Lang I 29. – Sarkowski 435 VA

  310    Lovis Corinth – Honoré de Balzac. Die Frau Konnetable.

€ 200

Lithographien von Lovis Corinth. Berlin, Bruno Cassirer 1922. Mit 14 Lithographien im Text, davon drei blattgroß. Originalhalbpergamentband mit lithographierter Deckelvignette.

Eins von 380 Exemplaren. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Druck der Lithographien auf der Handpresse. – Auf Bütten. – Einige der Lithographien Corinths entstanden schon 1913 und sind bei Schwarz unter »Balzac-Illustrationen« verzeichnet. – Sehr schönes Exemplar.

35,5 : 26,1 cm. 21, [3] Seiten.

Schauer II, 87. – Lang I 41. – Vgl. Schwarz L 143. – Nicht bei Müller

  311    Bruno Goldschmitt – Wilhelm Raabe. Die schwarze Galeere.

€ 200

München, Schröder 1920. Mit 17 monogrammierten Holzschnitten von Bruno Goldschmitt. Originalpergamentband mit Deckelillustration und vergoldeter Innenkantenbordüre.

Meisterwerke der Weltliteratur mit Original-Graphik, Band IV. – Eins von 50 Exemplaren auf starkem Bütten mit den monogrammierten Holzstichen (Gesamtauflage 315). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Nahezu druckfrisch.

32,5 : 24,7 cm. 51, [5] Seiten.

Rodenberg 432, 4. – Sennewald 20,1

312  Natalia Gontscharowa – Die Mär von der Heerfahrt Igors.

€ 500

Der ältesten russischen Heldendichtung deutsch nachgedichtet von Arthur Luther. Illustrationen von Natalia Gontscharowa. München, Orchis 1923. Mit Titelbordüre und 36 pochoirkolorierten, teils blattgroßen Holzschnitten. Originalhalbleinenband.

Erste illustrierte Ausgabe. – Eins von 700 Exemplaren (Gesamtauflage 800), entgegen dem Druckvermerk in Halbleinen gebunden. – Natalia Gontscharowa (1881–1962) studierte Bildhauerei und Malerei an der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur. »Die russische Avantgarde-Künstlerin hinterließ ein umfangreiches und vielschichtiges Werk. In frühen Jahren malte sie, inspiriert von Folklore und Volkskunst ihres Landes, farbenfrohe Bilder mit kraftvoller Ornamentik. Ihre an die Ikonenmalerei angelehnten religiösen Bilder waren sehr umstritten. Während ihrer Moskauer Zeit begann sie kubistisch zu arbeiten und gab der russischen Avantgarde einen wichtigen Impuls zur Verbindung von Tradition und Moderne« (hatje-cantz.de). Ab 1914 entwarf sie Bühnenbilder für Sergej Diaghilews »Ballets Russes« in Paris, ab 1929 wurde sie weltweit als Bühnenbildnerin engagiert.

26,2 : 19,0 cm. 80, [8] Seiten. – Einband minimal fleckig, Oberrand leicht gebräunt. – Exlibris.

313  Rudolf Großmann – Carl Sternheim. Posinsky.

€ 600

Eine Erzählung. Mit zehn Originallithographien von Rudolf Großmann. Berlin, Heinrich Hochstim [1917]. Mit zehn Lithographien, davon sieben blattgroß und eine auf dem eingebundenen Originalumschlag. Blaugrüner Originalmaroquinband mit vergoldeten Fileten, Bordüren und Rückentitel sowie Kopfschnittvergoldung (signiert: P. Kersten).

Erste Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf festem Velin. – Druckvermerk und die neun Lithographien im Buch signiert. – Schöner und gegenüber der Normalausgabe sehr breitrandiger Druck.

26,0 : 17,5 cm. 65, [1] Seiten. 2 Lithographien außerhalb der Paginierung.

Sennewald 17,1. – Raabe/Hannich-Bode 291.26. – Lang I 73

314  Rudolf Großmann – Anatole France. Der dürre Kater.

€ 300

Mit Originallithographien von Rudolf Großmann. Übersetzung von Irene von Guttry. München, Kurt Wolff 1921. Mit 24 meist kolorierten Lithographien im Text, neun davon blattgroß. Roter Saffianlederband mit reicher Vergoldung.

Eins von 120 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe, weiteren 50 Vorzugsexemplaren lag eine Originalzeichnung bei, alle 170 auf Zanders-Bütten. – Großmanns Lithographien, feinlinig, leicht und verspielt, fügen sich aufs Schönste in den Text. – Innen sehr schönes Exemplar.

24,5 : 15,8 cm. 134, [4] Seiten. – Gelenke etwas brüchig, diese und der Rücken nachgefärbt.

Sennewald 21, 2. – Schauer II, 95. – Göbel 528. – Fromm III, 9795 (irrt. 1912)

315  George Grosz – Alfred Richard Meyer. Lady Hamilton

€ 4500

oder Die Posen-Emma oder vom Dienstmädchen zum Beefsteak à la Nelson. Eine ebenso romanhafte wie auch novellenschaukelnde durchwachsene Travestie […] fleissigst und fleischigst bebildert von George Grosz. Berlin, Fritz Gurlitt 1923. Mit acht signierten, kolorierten Lithographien. Originalhalbpergamentband mit Buntpapierdeckelbezügen.

Die Neuen Bilderbücher V/2. – Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe, bei der alle Lithographien koloriert und signiert wurden. Bei den nächsten 100 Exemplaren wurden sie nur signiert, bei den weiteren 150 Exemplaren hatte der Künstler »nur noch die Kraft einer zwofachen Signierung« (Druckvermerk). – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – »Gedruckt – unglaublicherweise! – in der Stefan George-Type« (Kobbe). Dass Alfred Richard Meyer für seinen deftigen Text just diese Schrift aus dem Bestand bei Otto von Holten auswählte, wirft ein Licht auf seine parodistische Verwendung von Typographie. – Auf imitiertem Japan-Bütten. – Alfred Richard Meyer (1882–1956) war ein ebenso erfolgreicher wie lebenszugewandter Verleger, Schriftsteller und Bohemian. Früh verkehrte er in expressionistischen Kreisen, Dichter wie Heinrich Lautensack, Paul Zech, Gottfried Benn, Else Lasker-Schüler, Alfred Lichtenstein oder Yvan Goll ließen ihre frühesten Veröffentlichungen bei ihm drucken. Bereits 1921 hatte George Grosz Meyers Gedichte »Munkepunke Dionysos« illustriert. – Tadelloses Exemplar.

30,3 : 25,3 cm. 52, [4] Seiten 8 Lithographien.

Dückers B II, 1–8. – Kobbe 58. – Jentsch 142. – Rodenberg 395, 5.2. – Hayn/Gotendorf IX, 400

316  Otto Hettner – Longus. Daphnis und Chloé.

€ 1000

Mit Steinzeichnungen von Otto Hettner. München, Buchenau & Reichert 1923. Mit 93 teils blattgroßen Lithographien. Weinroter Saffianlederband mit reicher Vergoldung (Gerhard Prade) und Originalhalbleinenkassette mit Deckelschild.

Achter Phantasus-Druck. – Das erste von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder und mit einer Extrasuite der Lithographien und einigen Varianten (Gesamtauflage 300). – Im Druckvermerk von Otto Hettner signiert. – Breitrandiger Druck auf Zanders-Bütten bei Jakob Hegner in Hellerau. – Der Einband wurde nach Angaben von Carl Sonntag in Saffianleder gebunden. – Der Text folgt einer Übertragung von Friedrich Jacobs aus dem Jahr 1832, die mit dem griechischen Text verglichen und frei bearbeitet wurde. – »In dem 8. Phantasusdruck ›Daphnis und Chloe‹ kontrastiert die Fleischmann-Antiqua sehr kühn gegen die flaumigen […] Steinzeichnungen Otto Hettners.« (Schauer). – Die Lithographien der Suite sämtlich in Passepartout montiert und lose in Originalkassette mit Deckelschild. – Sehr schönes Exemplar, mit der Suite extrem selten.

29,0 : 20,3 cm. 197, [3] Seiten. – Rücken kaum merklich verfärbt und mit winzigen Bereibungen.

Rodenberg 459, 8. – Schauer I, 239 und II, 99

  317    Friedrich Heubner – Alfred de Musset. Tizianello.

€ 300

Eine Novelle. In das Deutsche übertragen von Victor Schuler. München, Rösl & Cie 1920. Mit sechs signierten Radierungen von Friedrich Heubner. Schwarzer Maroquinband mit rotem Rückenschildchen und Vergoldung. Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 40 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Zanders-Bütten und in Leder gebunden (Gesamtauflage 540). – Üppiger breitrandig gesetzter Druck, unbeschnitten. – Friedrich Heubner (1886–1974) war unter anderem Mitarbeiter der Münchner Zeitschriften »Simplicissimus« und »Jugend«. – Vorsatzblatt mit kleinem Stempel »K. Koppel«, möglicherweise der Buchbinder.

31,2 : 24,0 cm. [8], 54, [2] Seiten.

Sennewald 20. – Lang I 93

318  Friedrich Heubner – Honoré de Balzac. Die Chouans

€ 1000

oder Die Bretagne im Jahre 1799. München, Der Bücherwinkel 1923. Mit 60 Lithographien von Friedrich Heubner, davon 20 im Rötelton im Text und 40 auf Tafeln. Hellroter Ziegenlederband, Titel, Bordüren, Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: O. Dorfner – Weimar).

Zweiter Druck des Bücherwinkels. – Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 375). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Den Einband arbeitete Dorfner nach eigenem Entwurf. – Sehr schönes Exemplar, aus dem Nachlass Otto Dorfners.

26,8 : 21,5 cm. 235, [5] Seiten. 40 Tafeln. – Vorderdeckel trotz Schutzpapier und Schuber minimal »angefingert«.

Rodenberg 350, 2. – Sennewald 23,1

  319    Ludwig von Hofmann – Das Hohe Lied Salomos.

€ 250

Mit Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Berlin, Otto von Holten 1921. Mit elf Holzschnitten, davon einer blattgroß. Brauner Maroquinband mit vergoldeten Fileten und Titeln (signiert: Bruno Scheer, Berlin).

Zweites Buch des Verlages Otto von Holten in der von Marcus Behmer gezeichneten Schrift. – Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe, daneben erschienen weitere 350, von denen 50 nicht für den Handel bestimmt waren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert.

28,7 : 19,2 cm. [4], 21, [7] Seiten. – Deckel, besonders der vordere, fleckig. Ecken und Kanten etwas berieben. – Einige Seiten mit wenigen kleinen Stockflecken.

Rodenberg 244, 2

320  Richard Janthur – Die Gazelle.

€ 1200

Berlin und Leipzig, Franz Schneider [1924]. Mit zehn kolorierten, signierten Lithographien und lithographiertem Text mit kolorierten Vignetten. Roter Originalkalblederband. Rückentitel, Deckelvignette und Stehkantenbordüren vergoldet (H. Sperling, Leipzig).

Eins von 200 Exemplaren, wobei Sennewald die signierten Lithographien nur für eine nicht bezifferte Vorzugsausgabe nennt. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Die zehn großen Lithographien und die Vignetten wurden vom Künstler koloriert. – Der Text, entnommen aus der Sammlung »Afrikanische Märchen« des Eugen Diederichs Verlages, wurde von Richard Janthur auf die Lithosteine geschrieben und dort mit zahlreichen Vignetten verziert. – Gedruckt auf handgeschöpftem Bütten von A. Rogall, Berlin. – Eines der schönsten, durch die Einheit von Text und Illustration besonders stimmigen, Bücher Janthurs.

29,5 : 23,3 cm. [68] Seiten. 10 Lithographien. – Rücken schwach verfärbt, Kanten minmal berieben. – Einige Seiten, besonders erste und letzte, gering stockfleckig.

Sennewald 23

321  Ernst Ludwig Kirchner – Georg Heym. Umbra vitae.

€ 12000

Nachgelassene Gedichte. Mit 47 Originalholzschnitten von Ernst Ludwig Kirchner. München, Kurt Wolff 1924. Grüner Originalleinenband mit Holzschnitt in Gelb und Schwarz über beide Deckel und zwei farbigen Holzschnittvorsätzen. In dem seltenen grünen Originalschuber mit Deckelschild.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 500 Exemplaren (Gesamtauflage 510). – Gedruckt auf gelblichem Bütten. – Diese »Krönung expressionistischer Buchillustration« (Jürgen Eyssen, in: Buchkunst in Deutschland, S. 130) ist einer Initiative von Hans Mardersteig zu danken. Ende Februar 1922 schrieb er an Kurt Wolff, den Verleger der (noch unillustrierten) Erstausgabe: »Er [Kirchner] hat in seinen Mußestunden schon seit Jahren zu eigener Freude Heyms Umbra vitae illustriert. Und zwar derart, daß er die alte Ausgabe hernahm und jeweils unter den einzelnen Gedichten […] einen kleinen Holzschnitt eingefügt hat […] Ich würde Ihnen dringend raten, daß Sie einen Neudruck des Bändchens mit den Holzschnitten machen. […] Das Buch würde ein Novum unter illustrierten Büchern darstellen« (K. W. Briefwechsel eines Verlegers, S. 391). – Neben den Textholzschnitten schuf Ernst Ludwig Kirchner auch die Holzschnitte für die rosa-blau gedruckten Vorsätze und den farbigen Einband. – »Umbra vitae was the artist’s major effort« (Castleman S. 229). – »Wer wissen will, was Expressionismus heißt, braucht nur in den Seiten dieses Buches zu blättern« (Jürgen Eyssen, S. 162). – Schönes Exemplar, ehemals Sammlung Wilhelm Wagenfeld (Bauhaus-Designer, 1900–1990), sein eigenhändiger Kaufvermerk »Wagenfeld 7.32« sehr dezent auf dem Vorsatz und mit dem späteren Zusatz »Erika« (seiner zweiten Ehefrau).

23,2 : 16,0 cm. [4], 62, [6] Seiten. – Einband.

Dube 759-807 u. 61 II. – Raabe/Hannich-Bode 123.3. – Jentsch 152. – Lang E 175. – Garvey 142. – Papiergesänge 45

  322    Walter Klemm – König Sindibad und sein Falke.

€ 120

Ein Märchen aus tausend und eine Nacht. Holzschnitte von Walter Klemm. Offenbach a. M., Wilh. Gerstung [1923]. Mit vier blattgroßen Holzschnitten und einer Holzschnitt-Titelvignette. Pappband mit Deckelschild.

Eins von 500 Exemplaren, 100 kolorierte Vorzugsexemplare wurden auf Bütten gedruckt. – Die Schrift wurde gezeichnet von Rudolf Koch und geschnitten von Gustav Eichenauer.

26,0 : 19,5 cm. [16] Seiten.

Sennewald 23,9. – Rodenberg 231

323  Oskar Kokoschka. Griechisches Skizzenbuch.

€ 400

Vierundzwanzig Tafeln in der Größe der Originale. Herausgegeben von Georg Theodor Ganslmayr. Mit einer Einführung von Heinz Spielmann. Luzern, Edition Bucher 1970. Originalleinenband im -schuber.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der beigelegten signierten Lithographie »Krieger« (Rotbraun auf Bütten) (Gesamtauflage 625) . – Heinz Spielmann kommentiert die Bedeutung der hier erstmals reproduzierten Farbigkeit der Skizzen: »befreit aus der Starrheit der klassischen Kontur, bewegt durch einen heftigen, flackernden, das Licht als eine farbige Energie sichtbar machenden Strich«. – Tadellos.

47,5 : 36,5 cm. 30 Blätter, davon 24 Farbtafeln, 1 Lithographie.

Wingler/Welz 451

324  Oskar Kokoschka. Florentiner Skizzenbuch.

€ 400

Vierundzwanzig Tafeln in der Größe der Originale. Herausgegeben von Georg Theodor Ganslmayr. Mit einer Einführung von Heinz Spielmann. Luzern, Edition Bucher 1972. Originalleinenband im -schuber.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der beigelegten signierten und nummerierten Lithographie »Papst Leo X« (Blau auf Bütten) (Gesamtauflage 475). – »Keines der Blätter war ursprünglich für die Öffentlichkeit bestimmt. Alle tragen den Charakter der persönlichen Aufzeichnung, des spontanen und durchdringenden Sehens, ohne Rücksichten auf Methodik, Wechsel, Komposition, Vollendung, auf all das, was eine graphische Folge gemeinhin kennzeichnet« (Heinz Spielmann, Vorwort). – Tadellos.

47,5 : 36,5 cm. 30 Blätter, davon 24 Farbtafeln, 1 Lithographie.

Wingler/Welz 472

325  Oskar Kokoschka. Londoner Ansichten · Englische Landschaften.

€ 300

Einführung von Jan Tomes. München, Bruckmann 1972. Mit 16 montierten Farbtafeln und zwei Textabbildungen. Originalleinenband mit Goldprägung im Schuber.

Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der im Passepartoutblatt beigelegten Lithographie »London Tower Bridge 1972« (signiert, datiert und nummeriert, 24,0 ; 32,5 cm). – In dem Buch werden 16 Ölgemälde und zwei Graphiken mit Ansichten vorgestellt, die zwischen 1925 und 1970 entstanden.

26,1 : 34,0 cm. 92, [4] Seiten.

Wingler/Welz 475

326  Oskar Kokoschka – Siegfried Lenz. Einstein überquert die Elbe bei Hamburg.

€ 1200

Geschichte in drei Sätzen mit einem Facsimile der Handschrift, dazu sechs Original-Lithographien von Oskar Kokoschka und einer Betrachtung des Autors über den Künstler. Hamburg, Hoffmann und Campe 1976. Mit sechs signierten Lithographien. Originalhalblederband und -halbleinenchemise in Originalleinenkassette (Helmuth Halbach, Königstein).

Exemplar XVII von 25 römisch nummerierten der Vorzugsausgabe auf Barcham & Green-Bütten mit der zusätzlichen Variante der ersten Lithographie, gedruckt auf Japan. – Es erschienen in gleicher Ausstattung 30 nicht für den Handel bestimmte Ausgaben sowie 100 Exemplare ohne die zusätzliche Lithographie. – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Die Ausgabe erschien zum 90. Geburtstag Kokoschkas und dem 50. von Siegfried Lenz, beide im März 1976. – Band I mit dem Text von Lenz und dem Faksimile der Handschrift, Band II mit den lose eingelegten Lithographien und der »Betrachtung«.

37,8 : 48,0 cm. 18, [10] Seiten. – [12] Seiten, 6 Lithographien.

Wingler/Welz II, 500, 501, 502 I–III und 503. – Tiessen V, 26

  327    Alois Kolb – Heinrich von Kleist. Michael Kohlhaas.

€ 300

(Aus einer alten Chronik). Radierungen und Zeichnungen von Alois Kolb. Berlin, Fritz Heyder 1912. Mit acht signierten Radierungen, sowie einer Titelvignette, acht Textabbildungen und sieben Initialen. Dunkelbrauner Kalblederband mit blindgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 300 Exemplaren. – Satz aus einer von Rudolf Koch gezeichneten Schrift. – Exlibris Lucy Spiegl auf dem hinteren Innendeckel.

30,2 : 22,8 cm. 81, [3] Seiten. 8 Radierungen. – Rücken verblasst.

Sennewald 12

  328    Fritz Kredel – Wer will unter die Soldaten?

€ 120

Zwölf Illustrationen zu deutschen Soldatenliedern. Frankfurt am Main, Bauersche Gießerei 1933. Mit farbig illustriertem Titel und zwölf farbigen Illustrationen im Text. Hellblauer Pappband mit Vignette auf dem Vorderdeckel.

Privatdruck von Georg Hartmann, dem damaligen Eigentümer der berühmten Schriftgießerei Bauer. – Den Titel entwarf Rudolf Koch, die Bildertexte stammen von Minni Lerner. – Für Fritz Kredel (1900–1973), »bestand zunächst kein Zweifel, daß auch er Soldat werden sollte. … Er […] fand das ganze prunkvolle Exerzier- und Paradewesen jener Zeit künstlerisch anregend und, wie er schrieb, ›ohne die Nachbarschaft des Balletts wohl gar nicht zu denken. … Ist es also ein Wunder‹, meinte er, ›wenn unsereiner sein besonderes Vergnügen an diesem bunten Spiel hat?‹ Es ist in der Tat das ›bunte Spiel‹, nicht der graue Alltag des Krieges, was ihn am Soldatentum faszinierte« (Salter, S. 43). – Nur ein Jahre später erschien eine erweiterte Ausgabe in der berühmten Insel-Bücherei.

30,9 : 21,9 cm. 14 Blätter. – Rücken erneuert und die Blätter in neue Falze gefasst.

Salter 1.34

  329    Alfred Kubin – Gerhart Hauptmann. Fasching.

€ 300

Mit Originallithographien von Alfred Kubin. Berlin, S. Fischer 1925. Mit zwölf Lithographien, davon zehn blattgroß und zwei signiert. Hellbrauner neuerer Kalblederband mit blindgeprägtem Rückentitel.

Erste vollständige Buchausgabe. – Unnummeriertes Exemplar, wohl über die Auflage von 450 hinaus gedruckt. – Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Bei den ersten 50 Exemplaren waren alle Lithographien, bei den übrigen 400 nur die erste signiert. Hier, wie bei manch anderem Exemplar, signierte Kubin die beiden ersten Lithographien. – Auf Bütten.

33,0 : 25,7 cm. 40, [4] Seiten.

Marks A 84. – Raabe 291. – Pinkus-Ludwig II, 1, 45, b

  330    Alfred Kubin. Rauhnacht.

€ 300

13 Steinzeichnungen. Mit einem Vorwort von Otto Stoessl. Berlin, Volksverband der Bücherfreunde Wegweiser 1925. 13 Lithographien und zwei Textdoppelblätter, lose in Originalhalbleinenmappe mit Deckelillustration.

Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die »Rauhnacht« entstand nach einem Fiebertraum Kubins. Noch geschwächt brachte er den gespenstischen Zyklus zu Papier, welcher gleichsam ein nahezu fünf Meter langes Panorama bildet. Sehr zu Kubins Bedauern erschien die Folge dann nicht als Leporello, sondern in 13 Einzeltafeln »zerstückt«. – Die »Rauhnächte« sind im Volksglauben die 13 Nächte zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag, in denen Geisterheere über die Erde ziehen und die Träume besonders intensiv sein sollen.

37,8 : 48,3 cm. [8] Seiten, 13 Lithographien. – Oberränder der Mappendeckel leicht fleckig. – Titelblatt mit kleinem Eckknick, die Lithographien sehr gut erhalten.

Marks A 86. – Raabe 281. – Hoberg Mappe VII

331  Alfred Kubin – Willy Seidel. Larven.

€ 900

Novelle. Mit Zeichnungen von Alfred Kubin. München, Albert Langen 1929. Mit 21 Illustrationen, davon zehn blattgroß und koloriert, und einer figürlichen Initiale. Gelber Originalsaffianlederband. Rückentitel, Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet (Richard Hönn, München).

Erste Ausgabe. – Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan und mit den kolorierten Illustrationen. – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Willy Seidel, Bruder von Ina Seidel, verfasste eine ganze Reihe von Reisewerken. 1931 erkrankte er, »Larven« zählt zu den letzten abgeschlossenen Werken. – »Von tiefer Wesensgleichheit angezogen hatte Alfred Kubin […] das neue Buch von Willy Seidel mit 22 kostbaren Zeichnungen geschmückt. In unerhörter Weise läßt Willy Seidel in dieser Novelle einen Einsamen, der in der jungen Tochter zum zweitenmal das geliebte Weib sterben sieht, die Abdichtungen gegen das Jenseits immer mehr verlieren, einige schaurige Selbstdiagnosen stellen und dabei mit Röntgenaugen Leben und Tod durchschauen. Dieses Buch ist keine Literatur, sondern hier scheint sich uns eigenes Leben über die Schwelle zu tasten, in einen Raum, der uns bisher verschlossen war.« (Simplicissimus, Jg. 33, Heft 31).

28,0 : 18,5 cm. 73, [7] Seiten. – Rücken kaum merklich verfärbt. Kanten minimal berieben.

Marks A 111. – Raabe 387

  332    Oskar Laske – Thomas Mann. Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull.

€ 200

Buch der Kindheit. Farblithographien von Oskar Laske. Wien, Leipzig und München, Rikola 1922. Mit sechs Farblithographien. Pappband mit Lederrückenschild (signiert: Gerbers, Hamburg).

Erste Ausgabe des ersten Buches. – Eins von 400 Exemplaren (Gesamtauflage 500). – Der Roman, der letztlich unvollendet blieb, erschien erst 1954, Laskes Lithographien illustrieren diese erste frühe Fassung fast comic-artig.

30,0 : 24,0 cm. 65, [3] Seiten. 6 Lithographien.

Sennewald 22, 2. – Potempa D 12.1

333  Melchior Lechter – Friedrich Wolters. Herrschaft und Dienst.

€ 300

Berlin, Einhorn-Presse 1909. Mit illustriertem Doppeltitel, drei großen Randleisten und zahlreichen Initialen, alle nach Entwurf von Melchior Lechter. Flexibler Originalpergamentband. Deckelvignette und Rückentitel vergoldet.

Opus I der Einhorn-Presse. – Eins von 500 Exemplaren auf schwerem unbeschnittenen Tonbütten-Papier mit dem Wasserzeichen der Presse (Gesamtauflage 510). – Druckvermerk von Melchior Lechter monogrammiert und nummeriert. – Vorsätze aus blau-grünem Tunkpapier. – Die von ihm gegründete Einhorn-Presse bot dem Künstler neben den zahlreichen Arbeiten für Stefan George und dessen »Blättern für die Kunst« Raum, seine »eigenartig gotisierende Kunstweise« (Rapsilber, zitiert nach Rodenberg) in buchkünstlerischer Richtung zu verwirklichen. – Durch Stefan George, dessen Frühwerk »Das Jahr der Seele« er 1897 »illustriert« hatte, war Lechter wohl überhaupt erst zur Buchkunst angeregt worden. Durch ihn kam er auch in Verbindung zu der Druckerei Otto von Holten, die alle vier Werke der Einhorn-Presse druckte. – Druck in Schwarz und Rot. – Schönes Exemplar.

36,3 : 23,5 cm. 67, [5] Seiten (Vorsatzblätter mitgezählt).

Raub A 81. – Rodenberg 150, 1

334  Melchior Lechter – Stefan George. Der Teppich des Lebens und die Lieder vom Traum und Tod

€ 5000

mit einem Vorspiel. [Berlin], Blätter für die Kunst 1899/1900. Mit Buchschmuck von Melchior Lechter. Originalholzdeckelband mit Leinenbezug. Deckeltitel und ornamentale Verzierung in blaugrauem Prägedruck. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe dieser Gedichtsammlung. – Eins von 300 Exemplaren. – Gedruckt bei Otto von Holten, Berlin, auf starkem grauen Bütten in Rot und Schwarz. – Auf dem Vorblatt das eigenhändige Widmungsgedicht von Stefan George »für Ria Claassen || Ein rauschendes geflitter | Entzückt und quält – macht schwer und frei .. | Ein schwanken süss und bitter | Ein singen sonder melodei || Stefan George«. – Die Schauspielerin und Rezitatorin Ria (Maria) Claassen (1868–1952) kam durch Hugo von Hofmannsthal in Kontakt zu Stefan George. Auf mehreren lyrischen Vortragsabenden von George und seinen Dichterfreunden wirkte sie als Hauptdarstellerin. In den »Socialistischen Monatsheften« pries sie 1902 George als »Führer ›in dieser Zeit ungeheuerster innerer Umwälzungen‹ und […] interpretierte die Gestalt des Engels im ›Teppich‹ als StGs Überwindung des ›individuellen‹, in sich zerissenenen Ichs« (Landmann, Handbuch, S. 983). – Nach freundlichem Hinweis von Dr. Maik Brozza, Stefan George-Archiv Stuttgart, dankte Ria Claassen Stefan George am 24. April 1902 für ein erhaltenes Widmungsexemplar des »Teppichs«, auch wenn Hanna Wolfskehl den Dank bereits mündlich übermittelt habe (StGA/George III,02284). – Die gesamte Ausstattung – Titel, Vollbilder, Umrahmungen und Zierbuchstaben – stammt von Melchior Lechter. Nachdem dieser 1897 die ersten Titelblätter für Stefan George entworfen hatte, folgte 1898 mit Maeterlincks »Der Schatz der Armen« (vgl. KatNr. 962) das erste gänzlich von ihm ausgestattete und gestaltete Buch. Nur ein Jahr später zeichnete er, dessen Schaffen dann für lange Zeit eng mit Georges Wirken verbunden bleiben sollte, den üppigen Buchschmuck für dessen »Teppich des Lebens« und überwachte die gesamte Drucklegung. – Erworben Ende der 1980er Jahre aus dem Familiennachlass des Verlegers Eugen Claassen, Hamburg, dem Sohn der Widmungsempfängerin.

36,2 : 37,8 cm. [52] Seiten. – Rücken erneuert, das Leinen des originalen aufgezogen. Leinenbezug an einigen Stellen verschlissen. – Äußerste Ränder etwas gebräunt.

Landmann, Bibliographie 135. – Raub A 30. – Schauer II, 14

335  Melchior Lechter – Shakespeare in deutscher Sprache.

€ 450

Herausgegeben [und] zum Teil neu uebersetzt von Friedrich Gundolf. Berlin, Georg Bondi 1908–1914 und 1918. Zehn dunkelgrüne Originalmaroquinbände mit reicher Vergoldung.

Erste Ausgabe. – Die meisten Stücke in der Schlegel/Tieck’schen Übersetzung, durchgesehen von Friedrich Gundolf, einige wurden neu übersetzt, teils unter Mitwirkung von Stefan George. – Buchschmuck und Einbandgestaltung von Melchior Lechter: Jeder Band mit illustriertem Doppeltitelblatt und durchgehend mit Randbordüren und Initialen, geprägt noch von der Buchkunst William Morris’. – Titelblätter in Rot und Schwarz gedruckt. – Die Einbände mit vergoldeten Fileten, Deckel- und Rückentitel sowie Monogrammtitel »SWIDS« auf dem Hinterdeckel. – Auf feingeripptem Bütten. – Druck unter Leitung von Melchior Lechter bei Otto von Holten. – Die Ausgabe erschien in Leinen- und Ledereinbänden, hier eines der seltenen Exemplare, bei dem auch Band X in Leder gebunden wurde, was der Verlag nach Kriegsbeginn fast vollständig ausgeschlossen hatte. – Die geplanten Bände XI und XII sind nicht mehr erschienen.

26,2 : 16,5 cm. – Ränder gebräunt. Die Rücken wurden nachgefärbt.

Landmann 280. – Schauer I, 52 und 196

336  Melchior Lechter. Das Märchen vom Sinn.

€ 4500

Ein Mysterium. Berlin, Otto von Holten 1927. Türkisfarbener Originalsaffianlederband mit dunkelblauen Lederintarsien, reicher ornamentaler Deckel- und Rückenvergoldung und graviertem Goldschnitt.

Opus V der Einhorn-Presse. – Eins von fünf Luxusexemplaren auf Pergament (Gesamtauflage 585). – Im Druckvermerk von Melchior Lechter monogrammiert. – Die Seiten mit reicher Goldprägung verziert,die Initialen wurden mit Gold in aufgelegtes Leder geprägt, der handgeschriebene Text wurde in drei Farben (Blau, Grün und Schwarz) gedruckt. – Gedruckt bei Otto von Holten, Berlin, die Druckplatten wurden nach Fertigstellung vernichtet. – Tadellos erhaltenes Exemplar.

35,4 : 22,5 cm. [28] Seiten. – Rücken schwach verfärbt.

Landmann S. 377. – Raub A 122

  337    Max Liebermann – Heinrich von Kleist. 54 Steindrucke zu kleinen Schriften.

€ 200

Berlin, Bruno Cassirer [1917]. Mit 54 Lithographien, davon zwei ganzseitig, und zwei lithographierten Initialen. Leinenband mit montierter Deckelvignette.

Unnummeriertes Exemplar. – Eins von 250 Exemplaren auf Bütten. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Liebermanns Lithographien illustrieren 21 Anekdoten des Dichters. – »Es ist das erste Mal, daß der große Maler auch als Illustrator vor die Öffentlichkeit tritt. […] Liebermann hat Kleist mit Menzelischer Laune aufgefaßt, hat aber zugleich in meisterhafter Weise seinen eigenen Illustrationsstil gefunden […]« (Aus der Verlagswerbung).

34,0 : 26,0 cm. [3]–76 Seiten.

Schiefler 226–282. – Schauer II, 86. – Lang I 110

338  Max Liebermann – Heinrich Heine. Der Rabbi von Bacherach.

€ 2000

Mit Originallithographien von Max Liebermann. Berlin, Propyläen 1923. Mit 17 Lithographien im Text, davon vier blattgroß. Leuchtend gelber Originalsaffianlederband mit schwarz-goldener Deckelvignette und vergoldetem Rückentitel.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer signierten Suite der Lithographien auf Japan. Darüber hinaus erschienen 300 Exemplare, bei denen nur die erste Lithographie und der Druckvermerk signiert wurden. – Der Text wurde bei W. Drugulin, die Radierungen bei M. W. Lassally, Berlin, auf der Handpresse gedruckt. – Auf Bütten. – Die Suite enthält statt der Titelvignette eine andere Lithographie.

35,0 : 28,0 cm. 57, [7] Seiten. 17 Lithographien. – Rücken und Oberrand etwas verfärbt.

Lang I 114 (ungenau)

339  Max Liebermann – Das Buch Ruth.

€ 1800

Mit Original-Lithographien von Max Liebermann. Berlin, Propyläen 1924. Mit neun Lithographien, davon fünf ganzseitig und signiert. Bordeauxroter Originalmaroquinband. Rückentitel, Rücken- und Deckelkantenfileten, Eckfleurons und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan-Bütten und in Ganzleder gebunden (Gesamtauflage 200). – »Max Liebermann war von den deutschen Impressionisten derjenige, der sich am wenigsten für die Buchillustration erwärmen konnte. […] In seinem Spätwerk [jedoch …] ist die Bedeutung der Illustration nicht zu unterschätzen. Zweimal widmete sich Liebermann Texten aus dem Alten Testament […] Für den Künstler steht hierbei nicht die Handlung an sich, sondern das individuelle Schicksal der beteiligten Personen im Vordergrund« (Ann-Katrin Hahn, in Slg. Classen).

43,1 : 31,4 cm. [24] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. Gelenke und Ecken etwas berieben. Vorderdeckel schwach fleckig, hinterer mit Lichtrand.

Schauer II, 86. – Lang I 116. – Achenbach 91–99. – Slg. Classen 45

340  Max Liebermann – Max J. Friedländer. Max Liebermann.

€ 600

Berlin, Propyläen 1934. Mit zwei signierten Radierungen und 104, teils blattgroßen, Abbildungen. Handgebundener dunkelblauer Originalmaroquinband mit Vergoldung.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den beiden Radierungen. – Im Vorwort vergleicht Friedländer seine Publikation mit den früheren von Hanke, Elias und Scheffler: »So mag mein Standpunkt doch ein wenig abweichen von dem der drei Evangelisten und mein Text einige Ergänzungen ihren Aussagen hinzufügen.«.

25,9 : 18,8 cm. 209, [3] Seiten. 2 Radierungen. – Rücken verfärbt, Deckel schwach fleckig, Ecken leicht berieben.

341  Stefan Zweig. Der Zwang.

€ 1500

Eine Novelle. Mit zehn Holzschnitten von Frans Masereel. Leipzig, Insel 1920. Mit zehn ganzseitigen Holzschnitten. Roter Originalmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel, blindgeprägter Deckelvignette und Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe. – Eins von 60 Exemplaren der seltenen Vorzugsausgabe auf Bütten (Gesamtauflage 470 Exemplare). – Bis auf kleine Bereibungen am hinteren Gelenk tadellos schönes Exemplar.

20,6 : 13,5 cm. 84, [6] Seiten.

Klawiter F 169. – Ritter C a 18. – Sarkowski 1973

342  Frans Masereel – Carl Sternheim. Fairfax.

€ 1000

Geschmückt mit 10 Lithographien von Frans Masereel. Berlin, Düsseldorf und Frankfurt am Main, Galerie Flechtheim 1922. Mit zehn signierten Lithographien. Originalhalbpergamentband mit Deckelillustration.

XVII. Druck der Galerie Flechtheim. – Eins von 140 Exemplaren auf rauem altgetönten Bütten (Gesamtauflage 200). – Im Druckvermerk von Künstler und Autor signiert. – Carl Sternheims Erzählung »Fairfax« war bereits 1921 in einer unbebilderten Ausgabe bei Ernst Rowohlt in Berlin erschienen […] In der Zeitschrift »Der Querschnitt« äußerte sich Sternheim enthusiastisch über die Illustrationen Masereels: ›Über den Schwarzweißkünstler Masereel steht das europäische Urteil fest: ein Phänomen! […] Masereels himmlische Bilder zum Fairfax aber haben mir wieder bewiesen: manchmal ist Leben doch feine Sache!« (zitiert nach Jentsch).

31,3 : 24,6 cm. 35, [5] Seiten. 10 Lithographien.

Ritter C a 24. – Jentsch, Expressionismus 120

343  Frans Masereel – Oscar Wilde. The Ballad of Reading Gaol.

€ 500

Holzschnitte von Frans Masereel. München, Drei Masken 1923. Mit 37 Holzschnitten im Text, davon sieben blattgroß. Halblederband mit Blindprägung und vergoldetem Rückentitel.

Elfter Obelisk-Druck. – Eins von 250 Exemplaren der Ausgabe B auf deutschem Bütten (Gesamtauflage 340). – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Die »Obelisk-Drucke« waren Vorzugsausgaben von Meistererzählungen mit Originalgraphik des »Drei Masken Verlages«. – »Eine wirklich künstlerische Harmonie zwischen der Dichtung und der Graphik kann nur dann entstehen, wenn nicht der Auftrag, sondern die Liebe den Graphiker zu dem Dichterwerk geführt hat« (Ankündigung des Verlages, zitiert nach Rodenberg).

27,8 : 18,5 cm. [2], 57, [13] Seiten. – Ecken und Kanten leicht berieben.

Ritter C a 29. – Rodenberg 448, 11

344  Frans Masereel. Das Gesicht Hamburgs.

€ 1500

80 Original-Holzschnitte. Hamburg, Johannes Asmus Verlag 1964. 80 signierte Holzschnitte. In Passepartouts, diese lose in Originalleinenkassette.

Eins von 25 Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe, mit den einzeln signierten Holzstichen auf Kaiserlich Japan. Die Auflage der Buchausgabe betrug 1.000 Exemplare. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. » […] anschaulicher, moderner und aufregender als alle noch so ausgeklügelten Fotos es einfangen können […] dieses Werk gehört in die große Reihe seiner ›romans en images«« (Hans Bütow im Vorwort). – Beiliegend das Ankündigungsblatt des Verlages. – Dazu: Ernest Hemingway. Der alte Mann und das Meer. Mit 8 Holzschnitten von Frans Masereel. Hamburg, Johannes Asmus [1961]. Graubrauner Maroquinband (signiert: Gerbers · Hamburg). Eins von 550 Exemplaren der »bibliophilen Ausgabe«. Vom Künstler im Druckvermerk signiert.

27,5 : 20,3 cm. 80 Holzschnitte, [4] Seiten; 25,5 : 17,2 cm. 160, [4] Seiten.

Ritter B a 59 und C a 77

345  Wassilij Masjutin – A. S. Puschkin. Ruslan und Ludmilla.

€ 600

Ein phantastischen Märchen. Aus dem Russischen von Johannes von Guenther. Titelzeichnung und Illustrationen von Wassilij Masjutin. München, Orchis-Verlag 1922. Mit neun schablonenkolorierten Illustrationen und Buchschmuck. Handgebundener Pergamentband mit geprägter und kolorierter Deckelvignette.

Poesie und Prosa seit Puschkin, Band 1. – Eins von 100 Exemplaren der römisch nummerierten Vorzugsausgabe auf Hadernbütten. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Gedruckt und koloriert nach Holzschnitten des Künstlers. – Wassili Nikolajewitsch Masjutin (1884–1955) studierte an der Schule für Malerei, Bildhauerei und Baukunst in Moskau, zeitweise gemeinsam mit Majakowski und Burljuk. Nach der Revolution emigrierte er über Riga 1922 nach Berlin.

33,8 : 25,2 cm. 67, [1] Seiten. 9 Tafeln. – Einband etwas angestaubt.

Oestmann 17a

346  Hans Meid – Heinrich Mann. Die Branzilla.

€ 900

Mit Radierungen von Hans Meid. München, Kurt Wolff 1925. Mit sieben blattgroßen signierten Radierungen. Violetter Originalmaroquinband mit vergoldeter Deckelvignette (signiert: Ulber-Söchting, Berlin). Rückentitel, Stehkanten und Kopfschnitt vergoldet, Deckel- und Innenkantenfileten blindgeprägt.

Exemplar 1 von 20 der Vorzugsausgabe in Leder. Es erschienen weitere 80 Exemplare im Pappband. – Gesetzt aus der Leibniz-Fraktur. – Gedruckt auf Bütten bei Otto von Holten, Berlin. Druck der Radierungen von Carl Sabo, Berlin.

27,2 : 19,5 cm. [8], 57, [7] Seiten. – Rücken und Ränder ganz schwach verfärbt.

Jentsch 475–481 b (von b). – Baddorek-Hoguth 1.33. – Göbel 645

347  Hans Meid – Gerhart Hauptmann. Der Ketzer von Soana.

€ 600

Mit vierzehn Radierungen von Hans Meid. Berlin, S. Fischer 1926. Mit 14 signierten Radierungen im Text, zwölf davon blattgroß. Originalpergamentband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber.

Eins von 130 Exemplaren der Vorzugsausgabe, davon waren zehn Exemplare nicht für den Handel bestimmt. – Vom Verfasser im Druckvermerk signiert. – Gesetzt aus der Fleischmann-Antiqua von 1732. – Gedruckt bei Jakob Hegner auf handgeschöpftem Bütten. – Die Radierungen druckte Carl Sabo, Berlin.

26,2 : 18,7 cm. 173, [3] Seiten.

Jentsch, Meid XLVIII 527–540. – Badorrek-Hoguth 1.24

  348    Hans Alexander Müller – Gustav Schwab. Die Schildbürger

€ 200

für Jung und Alt wiedererzählt mit zehn farbigen Originalholzschnitten von Hans Alexander Müller. München, Georg W. Dietrich [1922]. Mit zehn Farbholzschnitten. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel und Buntpapierdeckelbezügen.

Kleinodien der Weltliteratur, Buch 22. – Dazu: Knut Hamsun. Schiffer Reiersen vom Südstern. Novelle. Mit Holzschnitten von Hans Alexander Müller. Originalpappband mit Holzschnitt-Deckelillustration. Eins von 100 Exemplaren. Privatdruck für Freunde des Künstlers.

27,5 : 21,0 cm. 50, [2] Seiten. 10 Holzschnitte; 29,0 : 20,0 cm. 30, [4] Seiten.

Eichhorn/Salter 1.21 und 1.56.2

349  Emil Nolde – Gustav Schiefler. Das graphische Werk Emil Noldes bis 1910.

€ 1500

Berlin, Julius Bard 1911. Mit einem Titel- und 25 Textholzschnitten sowie einer Lithographie. Originalpappband mit Holzschnitt-Deckelvignette.

Erste Ausgabe des bereits im sechsten Jahr des künstlerischen Schaffens erschienenen Verzeichnisses. – Eins von 400 Exemplaren (Gesamtauflage 435). – Mit dem Holzschnitt »Ägypterin I« und der Lithographie »Der Pflüger«, 25 (Druckvermerk irrig: 26) Textholzschnitten und einer Holzschnittvignette auf dem Vorderdeckel. – Alle Holzschnitte wurden von den Originalstöcken gedruckt. – Der Hamburger Richter Gustav Schiefler (1857–1935) war engagierter Kunstsammler und Mäzen. Sein Kunstverständnis wurde vor allem vom damaligen Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, geprägt. Besonders engen Kontakt pflegte er zu den Brücke-Künstlern.

25,0 : 19,7 cm. [2], 139, [1] Seiten. 1 Holzschnitt, 1 Lithographie.

Jentsch Expr. 3. – Schiefler/Mosel H 41–48, 50, 53–58, 60–62, 66–70, 72, 76, 86 III und 96 sowie L 35

350  Emil Orlik – Tilla Durieux. Spielen und Träumen.

€ 600

Mit fünf Radierungen und einer Lithographie von Emil Orlik. [Düsseldorf], Galerie Flechtheim 1922. Mit fünf Radierungen und einer Lithographie, alle signiert. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägten Deckelvignetten.

20. Druck der Ausgaben der Galerie Flechtheim. – Eins von 100 Exemplaren in Halbpergament, hier aber wie bei 25 Vorzugsexemplaren auch mit signierten Graphiken. – Im Druckvermerk von Tilla Durieux und dem Künstler signiert. – Gedruckt auf Bütten bei Otto von Holten, Berlin. – Druck der Radierungen bei O. Felsing, Berlin, auf der Pan-Presse. – Tilla Durieux (1880–1971), ebenso erfolgreiche wie politisch engagierte Schauspielerin, war seit 1910 in zweiter Ehe mit dem Verleger Paul Cassirer verheiratet. – Emil Orlik porträtierte die Schauspielerein mehrfach, sechs Porträts hier enthalten.

32, 2 : 24,7 cm. [16] Seiten. 6 Graphiken. – Ränder etwas fleckig. Ecken schwach bestoßen.

Rodenberg 355, 20

351  Erna Pinner – Kasimir Edschmid. Luxus-Hunde.

€ 300

Mit zehn Original-Radierungen von Erna Pinner. Darmstadt, Darmstädter Verlag 1927. Mit zehn Radierungen im Text. Halbpergamentband mit Deckelschild.

Eins von 125 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstlerin und Verfasser signiert. – Gedruckt auf der Handpresse von J. Würth, Darmstadt. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Erna Pinner (1890–1987) hatte bereits als 16jährige ihre Ausbildung an der Frankfurt Städelschule begonnen, später studierte sie unter anderem in Berlin bei Lovis Corinth und in Paris bei Félix Vallotton. – 1916/17 hatte sie Kasimir Edschmid kennengelernt und illustrierte mehrere seiner Werke. Mitte der 1920er Jahre erschienen mehrere »Tier«-Bücher, unter anderem »Zur Naturgeschichte der Antilopen«, »Bullis und Pekingesen«, »Der Russen-Zoo«, das hier vorliegende und »Tiere, Mädchen und Antilopenjagd«, alle mit Originalgraphiken von Erna Pinner, die seit 1919 der Darmstädter Sezession angehörte. Berühmt sind auch ihre um 1914 entstandenen skurrilen »Pinner-Puppen«.

29,5 : 20,5 cm. [2], 21, [1] Seiten. – Oberrand leicht verblasst.

Raabe/Hannich-Bode 60.26 (nennt nur eine Radierung)

  352    Emil Preetorius – Alain René Le Sage. Der hinkende Teufel.

€ 150

In der Übersetzung von G. Fink. Neu herausgegeben und eingeleitet von Otto Flake. München und Leipzig, Georg Müller 1910. Mit illustriertem Doppeltitel und 21 figürlichen Initialen von Emil Preetorius. Dunkelgrüner Originalkalblederband mit Vergoldung.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 1000). – Aus der Bibliothek von Heinrich Stinnes, mit dessen handschriftlichem Besitzvermerk auf dem Vortitelblatt.

23,2 : 17,0 cm. VIII, 314, [2] Seiten. – Rücken verfärbt, Ränder schwach berieben.

Ohr 6

  353    Emil Preetorius – [Alphonse Daudet]. Die wunderbaren Abenteuer des Tartarin von Tarascon.

€ 250

Mit Zeichnungen von Emil Preetorius. Dachau, Einhorn 1921. Mit Schattenriss-Vignetten und elf ganzseitigen Illustrationen. Roter Originalsaffianlederband mit goldgeprägter Deckelvignette, Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Fünfter Einhorndruck. – Eins von 75 Exemplaren der Liebhaber-Ausgabe auf Bütten und in Ganzleder gebunden. – Eine weit umfangreicher illustrierte Ausgabe erschien bereits 1913. – Dazu: Exemplar der Normalausgabe in dunkelgrünem Leder mit goldgeprägter Deckelvignette, Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

21,7 : 15,4 cm. 212, [2] Seiten. – Gelenke und Kapitale minimal berieben. – Exlibris.

Rodenberg 382. – Ohr 13 Anmerkung

  354    Emil Preetorius. Zehn Blatt lithographische Original-Zeichnungen.

€ 150

Leipzig, Rowohlt [1911]. Zehn Lithographien, acht davon farbig. Mit dem Titelblatt lose in Originalhalbpergamentmappe mit Deckelschild.

Eins von 90 Exemplaren. – Auf Japon nacré. – Auf dem Titelblatt die Subskribentenliste mit 49 Sammlern und Händlern, dort vom Künstler signiert und mit dem Namen des Bestellers, Dr. Richard Heßberg, versehen. – Die zehn Lithographien teils mit mehreren Porträts und Porträtstudien. – Zu den Subskribenten zählten damals heute noch bekannte Sammler wie Adriani, Vlotho; Leopold Biermann, Bremen; Clara Merck, Darmstadt; Soennecken, Bonn, und Karl Wolfskehl, München sowie Buchhändler wie Baedeker und Kurt Wolff.

46,5 : 38,0 cm. 1 Blatt, 10 Lithographien. – Mappenränder etwas fleckig. Deckelschild mit Eckausriss.

Ohr 11. – Göbel 104

355  Arthur Rackham – Wenn ich in mein Gärtchen geh.

€ 400

Alte und neue Kinderreime und -Lieder. Ausgewählt von Stora Max. Mit 13 farbigen Vollbildern und 80 Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Arthur Rackham. München, Georg W. Dietrich [1914]. Mit 13 auf Tafeln montierten farbigen Vollbildern und zahlreichen Textillustrationen und Vignetten. Dunkelgrüner Originalmaroquinband mit reicher Vergoldung sowie Kopfgoldschnitt. Im Verlagsschuber.

Kleinodien der Weltliteratur 5. – Eins von 150 Vorzugsexemplaren in Ganzleder und auf Bütten. – Nahezu verlagsfrisch.

22,9 : 18,2 cm. [8], 147, [1] Seiten, 13 Tafeln. – Untere Ecken kaum merklich berieben.

Stuck-Villa I, 468. – Ries 7. – Lex. KJL III, 114

356  Richard Seewald – Publius Vergilius Maro. Bucolica.

€ 600

Hirtengedichte. Deutsch von Theodor Haecker. Mit zwanzig Holzschnitten von Richard Seewald. Berlin, Euphorion 1923. Mit 20 Holzschnitten im Text, davon zehn blattgroß und signiert. Cremefarbener Originalschweinslederband mit Blindprägung (signiert: Euphorion Einband Hübel & Denck, Leipzig).

Eins von 100 Exemplaren auf Zanders Handpapier mit den signierten ganzseitigen Holzschnitten (Gesamtauflage 720). – Druck in den Werkstätten der Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig. – Bereits 1918/1919 erschien eine Bucolica-Ausgabe mit Lithographien von Seewald, die dieser dem Dichter Theodor Haecker widmete. Die Holzschnitte, nun mit der Haecker-Übersetzung, entstanden 1921, erschienen aber wegen der Inflation in Deutschland erst 1923. – Dazu: Hartmann von Aue. Der arme Heinrich. Dachau, Einhorn Verlag [1920]. Mit vier kolorierten Lithographien von Richard Seewald. Schwarzer Kalblederband mit Vergoldung. Vierter Einhorn-Druck. Wie die 80 Vorzugsexemplare auf handgeschöpftem Bütten gedruckt.

25,7 : 19,6 cm. [56] Seiten; 22,0 : 15,7 cm. 41, [7] Seiten. 4 Lithographien. – Exlibris.

Rodenberg I, 187. – Schauer II, 114. – Jentsch, Expressionismus, 131 und Seewald, H 118–137. – Beigabe: Jentsch 105–108. – Rodenberg 382, 4

357  Marées-Gesellschaft – Sappho. Carmina

€ 600

(griechisch). München, Piper 1921. Mit zwölf Radierungen von Renée Sintenis sowie radiertem Titel und 24 radierten Textseiten. Pergamentband mit Kopfgoldschnitt.

31. Druck der Marées-Gesellschaft. – Eins von 185 Exemplaren auf handgeschöpftem Bütten und wie die 65 römisch nummerierten der Vorzugsausgabe in Ganzpergament (Gesamtauflage 250). – Im Druckvermerk von beiden Künstlern signiert. – Renée Sintenis (1888–1965) und Emil Rudolf Weiß (1875–1942) schufen mit diesem Druck der Marées-Gesellschaft eines der schönsten Bücher des 20. Jahrhunderts: Weiß radierte die griechischen Texte nach Vorbild einer alten Minuskelhandschrift, seine Ehefrau steuerte zwölf blattgroße Radierungen bei, anmutige, »hauchzarte Umrisse ihrer Figurinen, die in ihrer zerbrechlichen Schönheit den Text mit graziöser Anmut begleiten« (Jürgen Eyssen). – Tadelloses Exemplar.

26,8 : 20,5 cm. [40] Seiten.

Rodenberg 371, 31. – Schauer I, 218. – Eyssen S. 58

358  Max Slevogt – Sindbad der Seefahrer.

€ 600

33 Originallithographien von Max Slevogt. Berlin, Bruno Cassirer 1908. Mit 33 Lithographien im Text. Originalpergamentband mit farbiger Deckelillustration und vergoldetem Buchschnitt. Im Originalschuber mit Deckelschild.

Eins von 300 Exemplaren. – Im Auflagenvermerk vom Künstler signiert. – Auf Kupferdruckpapier. – Die Zeichnungen Slevogts wurden mit Hilfe von Umdruckpapier auf die Lithosteine übertragen. – Slevogt widmete das Werk dem Berliner Mediziner Friedrich Gisevius »in Erinnerung an den April 1907«.

36, 5 : 28, 3 cm. [2], 59, [3] Seiten.

Sievers/Waldmann 37–69. – Rümann 92 a. – Lang I 187

  359    Max Slevogt – James Fenimore Cooper. Lederstrumpf Erzählungen

€ 450

in der ursprünglichen Form. Übersetzt und bearbeitet von K. Federn. Buchschmuck und Bilder von Max Slevogt. Fünf Bände. Berlin, Paul Cassirer 1909–1910. Mit 172 figürlichen Initialen nach Lithographien von Max Slevogt. Halblederbände mit ornamentaler Blindprägung und je zwei schwarz-goldenen Rückenschildern sowie eingebundenen illustrierten Originalvorderumschlägen.

Die erste Ausgabe der fünfbändigen »Volksausgabe«. – Die fünfbändige Ausgabe war, trotz guter Ausstattung und Gestaltung (Typographie Emil Rudolf Weiß) moderat im Preis und dadurch sehr erfolgreich. 1922 erschien eine veränderte Nachdruckausgabe. – Die unsignierten Einbände markant gestaltet und solide gearbeitet. Rücken aus braunem Maroquin, Deckel mit schwarzem Kleisterpapier bezogen, der Kopfschnitt vergoldet. – Die Umschlagillustration entwarf Karl Walser.

24,8 : 19,0 cm. – Deckel von Band V mit kleinen Schabstellen.

Rümann 16 b. – Badorrek-Hoguth B 11. – Lang I 215. – Feilchenfeldt/Brandis 35.I

  360    Max Slevogt – J[ohann] C[arl] A[ugust] Musäus. Rübezahl.

€ 250

Mit 50 Zeichnungen von Max Slevogt. 4. bis 8. Tausend. Berlin, Bruno Cassirer 1919. Mit 45 Illustrationen im Text und fünf figürlichen Initialen. Originalwildlederband mit Vergoldung. Im Originalschuber.

Das Märchenbuch, Band VI. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten und im Ledereinband. Diesen entwarf Emil Rudolf Weiß. – Die Zeichnungen wurden als Strichätzungen gedruckt. – Dazu: Der Königssohn, der sich vor nichts fürchtet. Mit siebzehn Steinzeichnungen von Max Slevogt. Berlin, Bruno Cassirer 1923. Illustrierter Originalhalbpergamentband mit Rückenvergoldung. Unnummeriertes Exemplar, auf Bütten, über die Auflage von 400 hinaus gedruckt. Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – »Wer den Illustrationsschund, mit dem unsere Kinderbücher noch immer ›geschmückt‹ zu werden pflegen, kennt, wird nach diesen künstlerischen Ausgaben mit Freuden greifen« (Vossische Zeitung, Anzeige im Buch).

29,0 : 20,5 cm. [4], 101, [3] Seiten; 35,0 : 24,8 cm. 17, [3] Seiten. – Beigabe an den Rändern mit schwachen aber flächigen Stockflecken.

Vgl. Rümann 77 und Lang I 189 (beide die EA von 1909). – Beigabe: Söhn 592–608. – Rühmann 36 a. – Lang I 219

361  Max Slevogt – Die Inseln Wak Wak.

€ 750

Eine Erzählung aus 1001 Nacht. Mit 54 Steinzeichnungen von Max Slevogt. Berlin, Bruno Cassirer [1921]. Mit 57 Lithographien im Text, eine ganzseitig. Originalseidenband mit farbiger Deckelillustration nach einem Aquarell von Slevogt und vergoldetem Kopfschnitt.

Eins von 360 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Textdruck bei W. Drugulin, Leipzig, die Lithographien wurden von M. W. Lassally, Berlin, mit der Handpresse eingedruckt. – Die Lithographie von Seite 73 wurde für den Titel ein zweites Mal verwendet. – Der Text wurde von F. P. Greve nach der englischen Ausgabe von Burton übertragen. Die enthaltenen Gedichte bearbeitete Herbert Eulenberg. – Slevogts zarte Lithographien passen sich in den entsprechend umbrochenen Satzspiegel so harmonisch ein, dass man an Einzeichnungen glauben mag. Der im Farblichtdruck illustrierte großformatige Seideneinband ist sicher ein Meilenstein der impressionistischen Buchgestaltung.

42,5 : 32,7 cm. [4],146, [2] Seiten. – Titelblatt und eine Seite mit kleinem Bibliotheksstempel.

Söhn 481–536. – Rümann 49 a. – Lang I 208. – Papiergesänge, Katalog Nr. 34

  362    Max Slevogt – C[arl] Witt. Die tapferen 10000.

€ 250

Mit Federzeichnungen von M. Slevogt. [Berlin], Bruno Cassirer [1921]. Mit 34 Federlithographien, davon eine als Titel und eine weitere ganzseitig. Originalhalbpergamentband mit lithographierter Deckelvignette.

Eins von 400 Vorzugsexemplaren, die im Druckvermerk vom Künstler signiert wurden. Bei dieser Vorzugsausgabe auf Handbütten wurden die Lithographien mit der Handpresse gedruckt. – In der Einleitung rühmt E. Hoffmann die Erzählkunst des Philologen Karl Witt (1815–1891) »[…] und wer ihn nicht gehört hat, möchte man sagen, hat nie einen Erzähler gehört.« – »Die tapferen 10000« sind Witts Adaption von Xenophons »Die Anabasis des Kyros«, von Slevogt originell und meisterhaft illustriert.

30,6 : 23,5 cm. [8], 157, [3] Seiten.

Söhn 347–380. – Rümann 109 b

363  Max Slevogt – [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust.

€ 2000

Zweiter Teil. Mit fünfhundertundzehn Lithographien und elf Radierungen. Berlin, Bruno Cassirer 1927. Mit einer, vierfach verwendeten, radierten Titelvignette, zehn großen Radierungen und 510 Lithographien bzw. Randzeichnungen. Ungebunden, in Leinenkassette.

Eins von 250 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Slevogt signiert. – Den Text druckte die Werkstatt Jakob Hegner, Dresden-Hellerau. Die Lithographien wurden bei M. W. Lassally, Berlin, mit der Hand eingedruckt. Die Radierungen druckte Carl Sabo, Berlin. – Das Werk erschien in vier Lieferungen, hier mit allen vier Zwischentiteln. Eine ganze Reihe von Randzeichnungen wurde im Buch mehrfach verwendet. – Slevogts monumentales Illustrationswerk erinnert durch Vielzahl und Variantenreichtum der feinlinigen Randzeichnungen an große Vorbilder. – »Ein Werk, das immer wieder zum Blättern und Betrachten verlockt, ein ›Bilderbuch‹ für Erwachsene« (Jürgen Eyssen). – Karl Scheffler beschrieb 1931 ausführlich den Entstehungsprozess: »Am unvergesslichsten werden mir stets die langen Monate sein, in denen Slevogts ›Faust‹ entstand, dieses merkwürdige Werk mit seinen lithographischen Randleisten, Textillustrationen und Vollbildern, die frei von allen Seiten in die Textzeilen hineinwachsen […] Die Zusammenkünfte fanden in der Regel im Romanischen Café statt.« Dort wurden die Stellen ausgewählt, die illustriert werden sollten, der Text aus Korrekturfahnen ausgeschnitten und arrangiert. Es folgten Probedrucke, Klebeumbrüche, Andrucke der Texte, Montage der Lithos und erneuter Text- und schließlich Graphikeindruck. »Es war ein langer Weg, immer wieder mußte verglichen und verbessert werden. Der dabei notwendige Verkehr mit dem Künstler, Verleger, Lithographen und Buchdrucker gehörte jedoch zum Anregendsten, was man sich vorstellen kann« (Imprimatur, NF VII, Seite 139ff.).

47,5 : 35,5 cm. 460, [4] Seiten. – Ursprünglich lieferungsweise gebunden, hier jedoch die Heftfäden entfernt. Lose Lagen und Doppelblätter in vier Umschlägen und in einer modernen Leinenkassette.

Söhn 814, 1–527. – Rümann 25 a. – Lang I 227. – Schauer II, 84. – Eyssen Seite 146

364  Hugo Steiner-Prag – E. T. A. Hoffmann. Die Elixiere des Teufels.

€ 450

Herausgegeben und eingeleitet von Georg Ellinger mit Zeichnungen von Hugo Steiner-Prag. Berlin, Grote 1907. Mit zehn Gravüren nach Radierungen sowie zahlreichen Illustrationen und Buchschmuck nach Zeichnungen. Schwarzer Originallederband mit reicher ornamentaler Goldprägung auf Rücken u. Vorderdeckel sowie rotintarsiertem Kreuz auf dem Vorderdeckel (Entwurf von Hugo-Steiner-Prag).

Vorzugsexemplar in Ledereinband. – Frühe Illustrationsarbeit des Künstlers. Die Radierungen entstanden bereits 1906 und brachten Steiner die Berufung an die Akademie in Leipzig. »Hoffmanns Werke haben seinen Entschluß bekräftigt, sich ganz der Buchkunst zu widmen. […] Er hat bis zu seinem Tod fast jedes Werk Hoffmanns mit einfühlsamen Graphiken illustriert […]« (Elke Riemer, S. 33). – Prächtig ausgestattet und gebunden.

24,7 : 17,5 cm. XVII, [1], 283, [1] Seiten, 10 Tafeln. – Leder mit winzigen Schabstellen, besonders an den Kanten und dem Hinterdeckel.

Sennewald 214, 07.2. – Riemer, Hoffmann und seine Illustratoren, S. 234 (bezeichnet die Tafeln als Radierungen). – Odysseus bis Felix Krull, S. 333. – Nicht bei Osborn

  365    Hugo Steiner-Prag – Zwei Werke mit signierten Lithographien.

€ 300

1920 und 1925. Originalhalblederband mit Vergoldung und Originalpappband im Schuber.

I. Prosper Mérimée. Carmen. Übertragen von Elfriede Willis. Berlin, Propyläen 1920. Mit elf Lithographien Eins von 400 Exemplaren. Die ganzseitigen Lithographien eingebunden und signiert, gedruckt auf Hadernpapier. – II. Wilhelm Raabe. Hollunderblüthe. Eine Erinnerung aus dem Hause des Lebens. Weimar, Gesellschaft der Bibliophilen 1925. Mit acht Lithographien. Eins von 300 Exemplaren. Die Lithographien auf der Handpresse bei Meißner & Buch, Leipzig, gedruckt.

25,6 : 19,8 cm. [4], 88, [4] Seiten, 12 Lithographien. – Gelenke von I leicht berieben.

Sennewald 20, 4 und 25, 4. – Schauer II, 94 (I). – Deutsche Bibliophile 1898–1930, Seite 11 (II)

366  Hugo Steiner-Prag – Auguste Hauschner. Der Tod des Löwen

€ 600

Mit Radierungen von Hugo Steiner-Prag. Leipzig und Prag, André 1922. Mit elf Radierungen im Text, davon zehn blattgroß und signiert. Blaugrüner Ecrasélederband mit schwarzer Lederintarsie in vergoldeter Deckelvignette, Rückenschild und -vergoldung.

Eins von 145 Exemplaren der Vorzugsausgabe A mit den signierten Radierungen mit Remarquen (Gesamtauflage 400 Exemplare). – Druck der Radierungen bei O. Felsing, Textdruck bei Poeschel & Trepte, beide Leipzig. – Auf chamoisfarbenem Werkdruckpapier. – Auguste Hauschner (1850–1924) stammte aus Prag und öffnete nach dem Tod ihres Ehemanns ihre Berliner Wohnung für einen der berühmten literarischen Salons der Jahrhundertwende. »Der Tod des Löwen« erschien bereits 1914, hier aber erstmals illustriert. – Dreißig Jahre nach Auguste Hauschner und wie diese in Prag geboren, übersiedelte Hugo Steiner-Prag um 1900 nach Deutschland, studierte in München und wirkte von 1910 bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten an der Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. Neben seiner Tätigkeit als Illustrator machte er sich auf vielen Gebieten der Buchkunst verdient und organisierte mehrere der Internationalen Buchausstellungen in Leipzig.

27,0 : 18,0 cm. [4], 173, [5] Seiten. – Gelenke ganz schwach berieben. – Vorsatzblätter mit kleinem Leimschatten.

Sennewald 22, 3

367  Hugo Steiner-Prag – Arthur Graf Gobineau. Die Liebenden von Kandahar.

€ 450

Deutsch von Franz Werner Schmidt. Mit Radierungen von Hugo Steiner-Prag. Berlin, Franz Schneider [1923]. Mit sechs signierten Radierungen und drei radierten Vignetten. Roter Originalkalblederband mit reicher Rückenvergoldung. Deckelvignette und Stehkanten vergoldet (signiert: Handeinband Fritzsche AG).

Eins von 200 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Radierungen noch mit Remarquen. – Auf handgeschöpftem Bütten. – Sehr schönes Exemplar.

27,2 : 19,0 cm. 56, [4] Seiten. 6 Radierungen. – Rücken minimal verblasst, Ecken kaum merklich berieben.

Sennewald 23, 2

  368    Marie Swarzenski – Georg Swarzenski. Europäisches Amerika.

€ 120

Mit Illustrationen von Marie Swarzenski. Ohne Ort 1927. Mit zehn Lithographien und einer lithographierten Schlußvignette. Originalhalbpergamentband mit Deckelvignette und illustrierten Vorsätzen. Im Originalschuber.

Exemplar (gedruckt für: Dr. Claassen) einer kleinen Auflage. – Vorsatzblatt mit handschriftlicher Widmung: »Mit herzlichem Dank für alle Mühe! M. & G. Swarzenski«. – Privatdruck von Otto Henkell, dem Inhaber der Sektkellerei Henkell & Co, gedruckt in der Frankfurter Societäts-Druckerei. – Georg Swarzenski (1876–1957) war lange Jahre Direktor des Frankfurter Städel und Leiter des dortigen Kunstinstituts. Er prägte maßgeblich die Sammlung moderner Kunst und war eng mit Max Beckmann befreundet, der unter anderem seine zweite Frau, Marie Swarzenski, porträtierte. 1938 emigrierte Swarzenski in die USA und wurde 1950 Kurator am Museum of Fine Art in Boston.

25,3 : 19,5 cm. 79, [5] Seiten. 10 Lithographien. – Schuber fleckig.

  369    Max Unold – Gustave Flaubert. Die Legende von Skt. Julian dem Gastfreundlichen.

€ 250

Übersetzt von Ludwig Wolde. Mit Holzschnitten von Max Unold. München, Piper 1918. Mit 37 Holzschnitten, fünf davon blattgroß, und neun Initialen. Originalpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (Spamer, Leipzig).

Siebter Druck der Marées-Gesellschaft. – Eins der ersten 20 Exemplaren der römisch nummerierten Vorzugsausgabe auf Japan, jedoch ohne die Extrasuite der Holzschnitte (Gesamtauflage 200).

28, 8 : 22,5 cm. [12], 37, [5] Seiten.

Rodenberg 364, 7. – Lang E 35

370  Heinrich Vogeler-Worpswede – Richard Schaukal. Pierrot und Colombine

€ 600

oder Das Lied von der Ehe. Ein Reigen Verse mit Buchschmuck von Heinrich Vogeler-Worpswede. Leipzig, Hermann Seemann Nachfolger 1902. Originalhalbpergamentband mit marmoriertem Buntpapierbezug. Deckeltitel und -vignette goldgeprägt.

Erste Ausgabe. – Wohl Exemplar einer unbezeichneten Vorzugsausgabe auf Japan. – Auf dem Vorblatt von Verfasser und Künstler signiert. – Gedruckt in Braun und Blau. – Dazu: Gustav Falke. Das Büchlein Immergrün. Eine Auswahl deutscher Lyrik für junge Mädchen. Köln, Schafstein 1905. Mit koloriertem Titel und Buchschmuck von Heinrich Vogeler-Worpswede. Roter Originalleinenband mit Goldschnitt. Erste Ausgabe dieser Sammlung. Text und Buchschmuck in Gold gedruckt. – Weitere von Heinrich Vogeler illustrierte Bücher unter KatNrn. 12–14.

23,0 : 15,2 cm. 63, [1] Seiten. Beigabe: 18,8 : 12,3 cm. 119, [1] Seiten. – Ränder minimal berieben. Rücken der Beigabe verblasst.

Neteler 119. – Stark 187. – Bilderwelt 470. – Düsterdieck 1945. – Lex. KJL III, 720 (alle Beigabe)

371  Karl Walser – Georg Büchner. Leonce und Lena.

€ 250

Ein Lustspiel. Mit Lithographien von Karl Walser. Berlin, Bruno Cassirer 1910. Mit zehn Farblithographien und einer Titelvignette. Originalkalblederband mit farbig lithographierter Rücken- und Deckelillustration (H. Sperling).

Erste Ausgabe mit den Illustrationen von Walser. – Auf Van Gelder Zoonen-Bütten. – »Er bedruckte sogar das zarte zitronengelbe Leder des Einbandes […] und das Unwahrscheinliche gelingt, im Kampf mit dem Leder und dem Drucker – es gelingt, und eine ganz einzige, höchst ›Walserische‹ rührend schöne, unverrückbar bestechende Kostbarkeit ist geschaffen.« (E. R. Weiss, 1911, zitiert nach Badorrek-Hoguth). – »Unsereins hat so seine kleinen Vergnügungen […] Jedesmal also, wenn ich diesen gelben Band vor mir habe, genieße ich das heitere Lustspiel in einer Inszenierung von Reinhardt.« (Kurt Tucholsky).

31,1 : 26,1 cm. [8], 48, [2] Seiten. _ ränder berieben und etwas fleckig.

Badorrek-Hoguth A 4.1. – Schauer II, 58. – Lang I 253

372  Karl Walser – Theophil Gautier. Mademoiselle de Maupin.

€ 250

Roman. Deutsch von Arthur Schurig. Farbenlithographien von Karl Walser. München und Leipzig, Georg Müller 1913. Mit zehn Farblithographien und 21 farbigen Vignetten. Halblederband mit reicher Rücken- und umlaufender Schnittvergoldung (signiert: Hans Glökler, Berlin).

Eins von 1000 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Exemplar mit einem zweiten Abzug der vierten und fünften Lithographie, diese signiert und betitelt und am Anfang des Buches einbunden. – Druck der Lithographien auf der Pan-Presse, Berlin. – »Das Meisterstück von Walsers Illustrationskunst war die Folge von farbigen Lithographien zu Gautiers ›Mademoiselle de Maupin‹. Die von einer sprühend hellen Titelei eingeleitete Typographie steht in köstlichem Zwiegespräch mit den Bildern […]« (Schauer).

27,6 : 21,5 cm. 245, [3] Seiten. 13 Lithographien. – Rücken leicht verfärbt, Ränder etwas berieben.

Badorrek-Hoguth A 8.1. – Schauer I, 212 und II, 56 (mit 2 Abbildungen). – Hayn/Gotendorf 226. – Lang I 254

373  Karl Walser – Hermann Hesse. Knulp.

€ 400

Drei Geschichten aus dem Leben Knulps. Steinzeichnungen von Karl Walser. Berlin, S. Fischer 1922. Mit 16 Lithographien im Text, davon 13 blattgroß. Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 350 Exemplaren. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Druck der Lithographien auf der Handpresse von M. W. Lassally, Berlin. – »Wenn es das Ideal lithographischer Buchillustration ist, den Eindruck zu erwecken, als habe der Künstler eigens nur für das gerade dem Beschauer vorliegende Werk seine Zeichnungen angefertigt, sie sozusagen mit dem Kohle- oder Kreidestift auf die freien Stellen der Buchseiten selbst gewischt, so muß man die Illustrationen Karl Walsers für […] die Liebhaberausgabe von Hermann Hesses ›Knulp‹ als vollendet bezeichnen« (Das Sammlerkabinett, Jg. II, 1923/1924, Heft 8/9). – »Eine der schönsten Schöpfungen des Verlages« (Peter de Mendelsohn; beide zitiert nach Badorrek-Hoguth).

27,3 : 19,3 cm. [4], 131, [5] Seiten.

Badorrek-Hoguth A 14.1. – Mileck 23 A

  374    Ernst Würtenberger – Das Märchen von dem Fischer un syner Fru.

€ 180

Mit zehn Holzschnitten von Ernst Würtenberger. Bern, Seldwyla 1921. Mit zehn Holzschnitten im Text und einem Titelholzschnitt. Pergamentband (signiert: Walter Hacker, Leipzig) mit rot-schwarz kalligraphiertem Deckeltitel (monogrammiert BL).

Zweiter Seldwyla-Druck. – Eins von 300 Exemplaren. – Das Märchen Runges hier mit den Illustrationen des badischen Künstlers Würtenberger (1868–1934), der von 1914 bis 1921 an der Züricher Kunstgewerbeschule unterrichtete.

35,0 : 25,5 cm. 18, [2] Seiten.

Rodenberg 469, 2. – Sennewald 21,2

375  Emil Rudolf Weiss – E. R. Weiss zum fünfzigsten Geburtstage 12. Oktober 1925.

€ 750

Herausgegeben von Herbert Reichner, Wien. Leipzig, Insel 1925. Mit drei signierten Originalgraphiken und zahlreichen Tafeln und Abbildungen. Originalpergamentholzdeckelband. Deckelvignette und Rückentitel vergoldet (Spamersche Buchbinderei, Leipzig).

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Graphiken von Karl Hofer (Porträt von E. R. Weiss, Lithographie, Rathenau L 56), Karl Walser (Exlibris E. R. W., Lithographie, Badorrek-Hoguth C 21) und Emil Orlik (Das Tao, Holzschnitt). Es erschienen weitere 450 Exemplare in Halbpergament. – Mit Textbeiträgen von Franz Blei, Martin Buber, Gerhart Hauptmann, Oskar Loerke, Julius Meier-Graefe, Hans Loubier, G. A. E. Bogeng, Stanley Morison, Julius Rodenberg und anderen. – Druckleitung: Heinrich Jost, Bauersche Druckerei Frankfurt am Main. – Gedruckt ebendort, die zahlreichen Bild- und Graphikbeiträge bei Poeschel, Röder, Birkholz, Lassally und anderen. – Der umfangreiche Tafelteil (mehr als 170, teils gefaltete und farbige Tafeln) stellt die gesamte Bandbreite des Weiß’schen Schaffens vor: Buchschmuck, Initialen, Bücherzeichen, Signete, Druckschriften, Typographischer Schmuck, Buchumschläge, Buchtitel und Einbände. – Die opulente Festschrift für Emil Rudolf Weiß (1875–1942), einen der vielseitigsten Buchkünstler der Moderne, wurde als Werkschau von 13 Druckereien und Verlagen gestiftet – eine »geradezu einzigartige Veranstaltung« (Schauer).

37,0 : 27,5 cm. 106, [2] Seiten, 124 Tafeln, [2] Seiten, 47 Tafeln, [4] Seiten.

Oschilekwsi 156. – Sarkowski 1891. – Schauer I, 186

376  Emil Rudolf Weiss. Drei Monate in Spanien.

€ 750

Zeichnungen und Aufzeichnungen eines Malers. Berlin, Maximilian-Gesellschaft 1931. Mit zahlreichen, verschiedenfarbigen Lithographien im Text. Hellbrauner Maroquinband mit intarsierter Deckelvignette. Rückentitel, Rücken- und Deckelkantenfileten blindgeprägt (signiert: Peters-Werkstatt).

Eins von 300 Exemplaren für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft. – Vom Künstler-Verfasser im Druckvermerk signiert. – Satz aus der Weiss-Antiqua, und -Kursive der Bauerschen Gießerei. – Auf Zanders-Bütten. – E. R. Weiß war damals unter anderem als Lehrer an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst in Berlin tätig. – »Daß Weiß durchaus das Talent zur konventionellen Buchillustration besaß, beweist sein […] Reisetagebuch ›Drei Monate in Spanien‹. Dieses Werk hat der Künstler in allen Teilen selbst gestaltet: Er hatte den Text verfaßt, die Schrift entworfen, die das Buch schmückenden 158 Kreidelithographien gezeichnet und nicht zuletzt die typographische Gestaltung und Druckleitung übernommen, so daß ein Buch von großer Einheitlichkeit entstand.« (Barbara Stark).

38,0 : 28,0 cm. [7]–215, [5] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Oschilekwski 28. – Stark Bu 1931, 1. – Schauer II, 39 (mit Abbildung)

377  Maximilian-Gesellschaft – Kaiser Maximilians I. Gebetbuch

€ 700

Mit Zeichnungen von Albrecht Dürer und anderen Künstlern. Herausgegeben von Karl Giehlow. Wien, Selbstverlag des Herausgebers in Kommission F. Bruckmann 1907. Faksimile. Cremefarbener Schweinslederband mit vergoldeten Fileten, rot intarsiertem Titel, Rücken- und schnittvergoldung. Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 350 Exemplaren, daneben vier Exemplare auf Pergament. – Der Kommentarteil hinten eingebunden. – Von den Ende 1513 bei Schönsperger in Augsburg gedruckten Pergamentexemplaren, die den damals auserwählten Künstlern – neben Albrecht Dürer auch Altdorfer, Baldung und Burgkmair – zur Einzeichnung der Randillustrationen übersandt wurden, konnte Karl Giehlow fünf nachweisen. Die Bogen mit den Dürerschen Randzeichnungen sind verwahrt in den Bibliotheken München und Besançon, als Vorlage für die mit Initialen geschmückten Seiten dienten auch Exemplare in Wien und aus der Bibliothek Thomas Brookes. – Das Faksimile wurde photolithographisch in der Kunstanstalt Albert Berger in Wien gedruckt und vom Herausgeber im Eigenverlag vertrieben. – Restbestände der 350 Papierexemplare wurden 1913 durch die soeben gegründete Maximilian-Gesellschaft von den Erben des Herausgebers erworben und »als erste gewichtige Vereinsgabe« im Oktober 1913 versandt (Schauer I, 130). – Dazu: Das Buch der Weisheit. Gedruckt und vollendet durch Lienhart Hollen zu Ulm nach Christi geburt MCCCCLXXXIII iar auff den XXVIII tag des mayenß. Faksimile-Druck, herausgegeben (und mit einem Vorwort) von Rudolph Payer von Thurn. Wien 1925. Bordeauxroter Maroquinband mit Blindprägung und eingebundenem Originalvorderumschlag. Versilberter Schnitt. Im Originalschuber. Schönes Faksimile nach dem Pergamentexemplar in der Wiener National-Bibliothek. Das »Buch der Weisheit«, eine deutsche Übersetzung des alt-indischen »Pantschatantra« mit den prachtvollen Holzschnitten von Johann von Arnsheim, erschien 1483 als zweiter Druck des Ulmer Druckers Lienhart Holle, der ein Jahr zuvor mit seinem Ptolemäus-Atlas Furore (und finanzielle Verluste) gemacht hatte.

38,8 : 28,5 cm. 160 beidseitig bedruckte Tafeln, [6], 31, [3] Seiten. – Bünde und Ränder minimal berieben. Rücken der Beigabe minimal verblasst.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 119 und 141

378  Maximilian-Gesellschaft – Heinrich von Kleist. Prinz Friedrich von Homburg.

€ 1200

Ein Schauspiel. Berlin 1913. Mit Holzschnitten nach Zeichnungen von E. R. Weiß. Bordeauxroter Maroquinband mit reicher Vergoldung und Lederrückenschild sowie Buntpapiervorsätzen (signiert: Hans Glökler · Berlin). Im gefütterten Originalschuber mit Lederkanten.

Eins von 300 Exemplaren für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft. – Gesetzt aus der Leibniz-Fraktur und bei Poeschel & Trepte, Leipzig, auf Van Gelder-Bütten gedruckt . – Die Holzschnitte nach den Zeichnungen schnitten Ernst Böhm, Renée Sintenis (die Ehefrau von E. R. Weiß) und Wilhelm Wagner. – 1912 wurde die Maximilian-Gesellschaft gegründet – als eine »Stätte, an der es [das deutsche Buch] in einem ausgewählten Kreis von Kundigen und Freunden, unberührt von literarischen und künstlerischen Tagesmeinungen und losgelöst vom Markt, die liebevolle Pflege findet«. Zu den Gründern gehörten unter anderem Johannes Baensch-Drugulin, Alfred Lichtwark und Hans Loubier, den ersten Vorstand bildeten Walter von Brüning, Paul Schwenke, Hans Loubier, G. A. E. Bogeng und Walter de Gruyter. – Als erste Gabe erwarb die Gesellschaft die Restexemplare eines Wiener Faksimiles von Dürers Randzeichnungen zum Gebetbuchs Kaiser Maximilians. Kleists »Prinz von Homburg« war die erste eigenständig publizierte Jahresgabe der jungen Bibliophilengesellschaft, es folgten unter anderem Schillers »Wallenstein« als Druck der Pan-Presse (1914/1915), die vierbändige Ausgabe der Gedichte von Goethe (1924/1925) und Fontanes »Effi Briest« mit den Lithographien von Max Liebermann (1926). – Der Einband des Berliner Meisters Hans Glökler, der zu den ersten Mitgliedern der »Meister der Einbandkunst« zählte, scheint uns dem Originaleinband von Enders ebenbürtig: Das dunkelrote Maroquin wird auf den Deckeln und den Rückenfeldern von rhombenförmig verlaufenden Fileten und Punktierungen in Handvergoldung überzogen. Das olivgrüne Lederrückenschild sowie das Monogramm der Maximiliangesellschaft und die Jahreszahl »1913« wurden ebenfalls goldgeprägt.

33, 6 : 21,4 cm. [8], 145, [3] Seiten.

Deutsche Bibliophile 1898–1930, Seite 119

379  Maximilian-Gesellschaft – Friedrich von Schiller. Wallenstein.

€ 1500

Ein dramatisches Gedicht mit Steinzeichnungen von Hans Meid. Berlin 1915–1918. Mit 60 Lithographien im Text. Brauner Maroquinband mit schwarzem Rückenschild. Rückentitel und -fileten, Deckel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet und teils in Schwarz geprägt (signiert: Hans Glökler, Berlin).

Jahresgabe 1914–15 für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft, kriegsbedingt verzögert aber erst 1918 ausgeliefert. – Eins von 300 Exemplaren. – Gesetzt aus der Fraktur- und Schlemihl-Schrift von Walter Tiemann. – Gedruckt auf Zanders-Bütten. – Druck der Lithographien auf der Pan-Presse, ab Seite 193 von Hermann Birkholz, Berlin. – Enthält »Wallensteins Lager«, »Die Piccolomini« und »Wallensteins Tod«. – Hans Loubiers, der für die Herstellung des Buches verantwortlich war, lobte es überschwänglich: »Sein erstes Buch nach eigener Wahl des Gegenstandes und der graphischen Technik […] Es sind glänzende, lebhaft bewegte Impressionen und Schiller tief nachempfunden. […] Ich schätze das Buch als eines der bestillustrierten unter den neueren Büchern« (in: Die neue deutsche Buchkunst, 1921, Seite 108 mit Abbildung).

30,8 : 19,5 cm. [4], 313, [5] Seiten. – Rücken kaum merklich verfärbt.

Jentsch, Meid XIII und 148–207. – Badorrek-Hoguth 1.53. – Schauer II, 91

380  Maximilian-Gesellschaft – Theodor Fontane. Effi Briest.

€ 2000

Roman. Mit Steinzeichnungen von Max Liebermann. Berlin 1926. Mit 21 Lithographien im Text, drei blattgroß, davon die erste signiert. Originalpergamentband mit reicher Vergoldung (Entwurf von Marcus Behmer, gebunden bei Hübel & Denck, Leipzig).

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 325 Exemplaren. – Max Liebermann schuf eigens für diese Edition 21 Lithographien, die erste der drei blattgroßen wurde vom Künstler signiert. – Satz aus der Walbaum-Fraktur, Textdruck bei der Officina Serpentis, Druck der Lithographien bei W. Lassally, beide Berlin. – Auf Bütten von JW Zanders mit dem Wasserzeichen der Maximilian-Gesellschaft. – Der wunderbare, mit ornamentalen und floralen Bordüren in Gold verzierte, Einband wurde von Marcus Behmer entworfen. Dieser hatte sich nach der Anfrage der Maximilian-Gesellschaft sogleich überaus erfreut und detailliert geäußert: »Also das Buch ist sehr, sehr schön, und ich möchte natürlich sehr gerne einen schönen Einband dazu entwerfen«. Den schließlich realisierten Entwurf mit Weinranken, Kreuz und Schmetterling erläuterte er dem Schriftführer der Gesellschaft, Fritz Homeyer, zusammen mit vielen Details zu Herstellungsfragen und -kosten in mehreren Briefen (siehe Philobiblon 1929, Heft 8, Seiten 293ff.).

27,5 : 19,5 cm. [12], 313, [7] Seiten.

Achenbach 117-137. – Rodenberg 518. – Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 121. – Schauer II, 43. – Backe/Köppen 126. – Rasch I, 4637

381  Maximilian-Gesellschaft – William Shakespeare. Troilus und Cressida.

€ 800

Schauspiel. Deutsch von Rudolf Alexander Schröder. Mit Zeichnungen von E. R. Weiß. Hamburg 1949. Mit sechs blattgroßen Illustrationen. Rostroter Maroquinband mit Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Schaffner).

Die erste Nachkriegsgabe der 1946 durch Ernst L. Hauswedell und Carl Georg Heise wiedergegründeten Bibliophilengesellschaft. – Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Illustriert mit sechs Zeichnungen aus E. R. Weiss’s Nachlass. – Auf dem Vortitel von Rudolf Alexander Schröder signiert und datiert, auf der letzten Textseite ein Druckfehler von ihm korrigiert. – Bereits in jungen Jahren unterrichtete Emil Rudolf Weiß (1875–1942) an der Schule des von Karl Ernst Osthaus gegründeten Folkwang-Museums in Hagen. Anfangs vor allem als Illustrator tätig, wandte sich Weiß später zunehmend der Typographie und Buchgestaltung zu.

29,6 : 21,2 cm. 194, [6] Seiten.

Spindler 49.1

  382    Maximilian-Gesellschaft – Johann Wolfgang von Goethe. Faust.

€ 450

Der Tragödie zweiter Teil. Mit Bildern von Max Beckmann. [Hamburg 1957]. Mit 35 blattgroßen Illustrationen. Bordeauxroter Maroquinband mit Rückenschild und Blindprägung. Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 850 Exemplaren, gedruckt für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft. Weitere Exemplare erschienen als Privatdruck der Bauerschen Gießerei. – Die Zeichnungen Beckmanns entstanden 1943 und 1944 auf Anregung von Georg Hartmann und wurden von Willi Seidel gestochen. – Gedruckt aus Schriften von Emil Rudolf Weiß in der Bauerschern Gießerei, Frankfurt a.M. – Dazu sechs Jahresgaben: I. 1954. Das Buch Tobie. – II. 1965. Aristophanes. Die Vögel. – III. 1971. Gottfried Benn. Aus dem Oratorium Das Unaufhörliche. – IV. 1981. Pietro della Valle. Reisebeschreibung in Persien und Indien. – V. 1987. Gotthard de Beauclair. Von Staub und Fackel. – VI. 2004. Herman Melville. Moby Dick.

27,0 : 20,3 cm. 408, [4] Seiten.

Spindler 49.7 und 51.15. – Tiessen II, 8

383  Handgeschriebene Bücher – Cäsar Flaischlein. Von Alltag und Sonne.

€ 200

Lieder und Sprüche. Geschrieben von Emmy Brode. Ohne Ort und Jahr, wohl Hamburg-Altona 1917. Mit sechs monogrammierten Tuschfederzeichnungen, davon eine aquarelliert. Pappband mit aquarelliertem Japanbüttenbezug.

Handgeschrieben von der Altonaer Künstlerin Emmy Brode (1890–1968), verziert mit sechs blattgroßen Zeichnungen und zahlreichen in Gold eingemalten und teils aquarellierten Initialen. – Die Zeichnungen alle monogrammiert, betitelt und datiert »1917«. – Die Gedichtsammlung Flaischleins erschien erstmals 1898 in Thedor Fontanes Verlag und erlebte allein bis 1919 eine Auflage von 100.000 Exemplaren.

22,7 : 15,2 cm. [60] Seiten.

384  Handgeschriebene Bücher – Otto Reichert, Offenbach – Joseph von Eichendorff. Auf meines Kindes Tod.

€ 200

Offenbach 1922. Mit zehn aquarellierten Initialen. Originalhalbpergamentband mit handgeschriebenem Titel, aquarellierter Deckelverzierung und aquarellierten Japanpapiervorsätzen.

Handgeschrieben von Otto Reichert im Auftrag von Karl Koetschau. – Im Editionsvermerk vom Kalligraphen monogrammiert »OR 264«. – Bei dem Auftraggeber handelt es sich möglicherweise um den Dresdner Museumsdirektor Karl Koetschau (1868–1949), der zusammen mit Gustav Pauli und Georg Swarzenski 1917 im Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main den »Deutschen Museumsbund« gründete. – Geschrieben wurde das Eichendorff-Gedicht von dem Schriftkünstler Otto Reichert (1883-1956), der maßgeblich an der Gründung des Bundes Offenbacher Künstler (BOK) beteiligt war.

34,7 : 25,8 cm. [20] Seiten.

385  Handgeschriebene Bücher – Jesus Christus

€ 6000

gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Den Evangelien nacherzählt und geschrieben von Joh. Holtz. Handschrift auf Pergament, mit Bildern, großen figürlichen Initialen und Buchschmuck, alles farbig und goldgehöht. Roter Maroquinband mit reicher Goldprägung, farbigen Lederintarsien sowie vergoldeten Eckbeschlägen mit Ziersteinen und Emaillearbeiten (signiert: W. A. Petersen · Flensburg · Werkstatt für Buchkunst).

Überaus prächtige Handschrift des Flensburger Kalligraphen Johann Holtz (1875–1944), entstanden wohl Mitte der 1920er Jahre. – Jedes der fünf Kapitel mit einem besonders aufwendig ausgemalten und vergoldeten Zwischentitel: »In deo spes · Licht«; »In deo vis · Wort«, »In deo pax · Geist«, »In deo victoria · Tod« und »In deo gloria · Auferstehung«. – Am Ende ein Inhaltsverzeichnis. – Die reich illustrierte, kalligraphisch beeindruckende und mit Blattgold und aufwendigem Einband verzierte Handschrift wirkt wie die »Reinkarnation« mittelalterlicher Evangeliare und Stundenbücher. – Die Anordnung der Texte, das Rankenwerk und die Bordürenrahmen sind ebenso wie die ganzseitigen, reich vergoldeten Zwischentitel- und Widmungsblätter und die ganzseitigen und im Text eingestreuten Miniaturen von der klösterlichen Schreibkunst dieser alten Zeit geprägt. Durch die Verwendung von modernen Stilelementen gewinnen Holtz’ Kalligraphien aber ihre über eine bloße Nachahmung hinausgehende künstlerische Selbstständigkeit. – Einige seiner handschriftlichen Unikate wurden nachgedruckt bzw. faksimiliert.

33,0 : 25,0 cm. 88 Blätter, teils blatt-, teils seitenweise paginiert.

386  Handgeschriebene Bücher – 1. Korinther 13.

€ 1600

Geschrieben von Joh. Holtz. 1928. Handgeschriebener Titel und sechs kalligraphische Seiten mit Ornamentbordüren. Roter Kalblederband mit Deckel- und Innenkantenvergoldung und aquarellierten Seidendamastspiegeln. Im originalen Schutzumschlag und Schuber.

Unikales Exemplar, kalligraphiert auf Pergament. – Vollständiger Text der berühmten Lobpreisung der Liebe. – Jede der sechs Textseiten mit breiter Bordüre in Gold und verschiedenen Farben, der Text und das Lineament in schwarzer Tusche. Die Initialen und Schlussworte »Glaube, Hoffnung, Liebe« wurden in Temperafarbe geschrieben.

24,3 : 18,0 cm. [6] Blätter. – Kanten minimal berieben.

387  Einbände – Roter Ecrasélederband von Otto Herfurth, mit reicher Vergoldung.

€ 1200

– Inhalt: Erbrochene Siegel. Frl. Anni Pillrich geboten v. Ede S. Blehmches. [München 1912?].

Schöner Handeinband mit reicher Bordüren-, Fleuron- und Filetenvergoldung. – Sammlung von erotischen Dichtungen, unter anderem von Luise Adelgunde Victorie Gottschedin, Friedrich Schlegel und pseudonym vom Herausgeber. Ob dies Carl Georg Maaßen oder Franz Blei war, ist nach der bibliographischen Recherche nicht eindeutig zu klären: KVK nennt Maaßen, Hartmut Walravens führt den Band in seiner Franz Blei-Bibliographie auf. – Druckort: »Gedruckt auf der Klosterpresse zu Czenstochau im Jahr des Heils Eintausendneunhundertundzwölf, als die Lust rum war.« – Darunter handschriftlich »30.3.22«.

23,0 : 15,0 cm. 61, [3] Seiten. – Ecken und kanten kaum merklich berieben.

Walravens, Blei 344. – Nicht bei Hayn/Gotendorf

388  Einbände – Roter Maroquinband von Otto Herfurth, Berlin,

€ 1500

mit reicher Vergoldung. – Inhalt: Heinrich Heine. Die Bäder von Lucca. Mit sieben Radierungen von Martin E. Philipp. Heidelberg, Richard Weissbach 1921.

Der leuchtend rote Maroquinband des Berliner Buchbinders Otto Herfurth mit reicher Rückenvergoldung in fünf Feldern, vergoldetem Deckeltitel und vergoldeten Kantenbordüren aus Fileten und Linien. – Grün gestreifte Kleisterpapiervorsätze. – Kopfschnittvergoldung. – Im gefütterten Schuber mit Lederkanten. – Eins von 200 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Auf Zanders-Bütten. – Handpressendruck der Radierungen bei O. Felsing. – Alle Radierungen in der Platte bezeichnet »MEPH Okt. 1918«. – Philipp gilt als einer der renommiertesten Graphiker der erotischen Kunst. Er schuf zahlreiche Exlibris.

31,5 : 23,6 cm. 75, [5] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. KLeiner Fleck auf dem Vorderdeckel.

Götze C 3 (hier ohne die dort erwähnte Vignette, die wohl den Originaleinband zierte)

  389    Einbände – Violetter Maroquinband mit floraler Vergoldung.

€ 200

– Inhalt: Adolf Wilhelm Ernst. Lenaus Frauengestalten. Stuttgart, Carl Krabbe 1902.

Erste Ausgabe. – In falscher Bescheidenheit unsigniert gebliebener Handeinband mit hübscher floraler Vergoldung der beiden gerahmten Deckel-Mittelfelder, zwei Blüten in Rot akzentuiert. Rückenfelder mit Blüten und Blattwerk, Rückentitel, Buchschnitt und Innenkantenfileten ebenfalls vergoldet. – Spiegel und Vorsätze mit farbig bedruckten Seidenbezügen. – Im Originalschuber. – Sehr gut erhalten.

19,8 : 13,8 cm. [2], VI, 410 Seiten. – Winzige Bereibungen vom Schuber auf dem Vorderdeckel.

390  Einbände – Hellbrauner Maroquinband von Paul Kersten, Berlin.

€ 1800

Rückentitel, Rücken-, Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten, Eckfleurons auf Deckeln und Innenkanten sowie Kopfschnitt vergoldet. Farbig intarsierte und vergoldete Deckelvignette nach der Titellithographie mit goldgeprägter Bordüre. – Inhalt: Joseph von Eichendorff. Aus dem Leben eines Taugenichts. München, Hans von Weber 1914. Mit 28 Lithographien von Emil Preetorius, fünf davon farbig und blattgroß.

Von der illustrativen, großen und farbigen Deckelvignette dominierter Einband des Berliner Meisters. – Vorsätze und Spiegel mit orangefarbener Wildseide bezogen. – Im gefütterten Originalschuber. – Sechster Hyperiondruck. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren (Gesamtauflage 600).

29,5 : 19,7 cm. [4], 121, [3] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Rodenberg 415, 6

391  Einbände – Gelber Maroquinband von Paul Kersten

€ 2000

mit Vergoldung und grünen und roten Lederintarsie. – Inhalt: Clemens Brentano. Das Märchen von Komanditchen. Leipzig, Verlag der Diovis-Bücher 1924. Mit sechs Farblithographien von Maria Krauß.

Schöner, sehr dekorativer Einband von Paul Kersten (1865–1943), einem der führenden Buchbinder des frühen 20. Jahrhunderts. – »K. war ein begabter Alleskönner: Fachschriftsteller, Direktor der ›Aschaffenburger Buntpapierfabrik‹ und Fachlehrer an der ›Berliner Innungsfachschule‹.« 1912 gründete er mit Carl Sonntag den »Jakob-Krause-Bund« und war dessen Vorsitzender von 1914–1921. Er schrieb viele Fachaufsätze sowie grundlegende Bücher zur Einbandkunst. Sowohl seine Gestaltungsidee als auch ein von ihm verbessertes Werkzeug wurden nach ihm benannt: »Kerstenstil« und »Kerstenfalzbein«. – Eins von 1000 Exemplaren. – Gedruckt auf Zerkall-Bütten. – Der Druckvermerk wurde hinsichtlich der Angaben zum Einband handschriftlich abgeändert und ergänzt. – »Die Künstlerin Maria Krauss war bis 1921 in Wien Schülerin der privaten Schule und Werkstätte von Emmy Zweybrück und gehört zur zweiten Generation der Wiener Werkstätte. Später war sie Schülerin von Walter Tiemann in Leipzig. Im Jahr 1925 heiratete sie den Graphiker Walter Cyliax, der die Druckausstattung des Buches übernahm« (vgl. Katalog »Angewandte Kunst« der Antiquariate Sabine Keune und Dr. Ruth Wölfle).

26,9 : 19,5 cm. [10], 54, [12] Seiten. – Rücken kaum merklich verfärbt. Vorderdeckel mit wenigen winzigen, kaum sichtbaren Farbflecken.

392  Einbände – Hellbrauner Maroquinband von Hübel & Denck, Leipzig,

€ 750

mit reicher floraler Vergoldung, schwarzen und braunen Intarsien sowie Seidenspiegeln und -vorsätzen. – Inhalt: Richard Dehmel. Die Menschenfreunde. Drama in drei Akten. Verbesserte Ausgabe. Berlin, S. Fischer 1918.

Dekorativer Handeinband der Leipziger Firma. – Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten.

21,5 : 14,5 cm. 101, [3] Seiten.

393  Einbände – E. T. A. Hoffmann. Dichtungen und Schriften

€ 1500

sowie Briefe und Tagebücher. Gesamtausgabe in fünfzehn Bänden. Herausgegeben und mit Nachworten versehen von Walther Harich. Weimar, Erich Lichtenstein 1924. Türkisfarbene Originalsaffianlederbände (Hübel & Denck, Leipzig). Rückentitel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet. In gefütterten Schubern mit Lederkanten.

Eins von 75 Vorzugsexemplaren in Saffianleder, weitere 25 wurden in Maroquin gebunden. Alle 100 Vorzugsexemplare wurden auf Bütten gedruckt. – Vollständiges Exemplar der ansprechenden Werksammlung. – »Abgesehen von den Ausgaben von Hirschberg und Frank – die auch Unechtes enthalten – […] die bisher vollständigste« (Voerster). – Die Texte in Fraktur, Nachworte in Antiqua gesetzt. – Die prachtvolle und – von minimalen Bereibungen abgesehen – hier tadellos erhaltene Vorzugsausgabe kostete bereits bei Erscheinen 1.500 Mark. – Erworben in der berühmten Auktion »Die Insel und die moderne deutsche Buchkunst« (Hauswedell & Nolte 257, 1985, KatNr. 829).

23,4 : 15,4 cm.

Voerster A 12

394  Einbände – Roter Maroquinband von Hübel & Denck, Leipzig,

€ 900

mit reicher Rücken- und Kantenvergoldung, grün-goldenem Rückenschild und Kopfschnittvergoldung. – Inhalt: Clemens Brentano. Das Märchen von Gockel und Hinkel. Original-Radierungen von Felix Meseck. München, Drei Masken [1922]. Mit 13 signierten Radierungen im Text, davon fünf blattgroß.

Sechster Obelisk-Druck. – Eins von 70 römisch nummerierten Exemplaren (Gesamtauflage 340). – Alle Radierungen und der Druckvermerk wurden vom Künstler signiert. – Auf Bütten. – Druck der Radierungen auf der Mandruck Künstlerpresse.

27,3 : 18,7 cm. 106, [6] Seiten.

Rodenberg 448, 6. – Sennewald 22,1

395  Einbände – Dunkelblauer Ecasélederband von Th. Knaur, Leipzig, mit reicher, ornamentaler Vergoldung auf beiden Deckeln,

€ 1200

vergoldetem Rückentitel, vergoldeten Steh- und Innenkantenfileten, Kopfschnittvergoldung und marmorierten Vorsätzen – Inhalt: Friedrich von Schiller. Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung. Mit einunddreißig Abbildungen nach alten Darstellungen. München, O. C. Recht 1922.

Schöner Handeinband der Leipziger Großbuchbinderei, die 1930 mit Hübel & Denck fusionierte. – Unnummeriertes Exemplar, wie die 100 Exemplare der Vorzugsausgabe auf Bütten gedruckt. – Breitrandiges, seitlich und unten unbeschnittenes Exemplar. – Exlibris Sally Bruckmann (wohl der Lehrer am Leipziger Jüdischen Kollegium, 1890–1942).

26,7 : 21,2 cm. 236, [8] Seiten, 31 Tafeln.

396  Einbände – Roter Saffianlederband von H. Zieher, Bonn, mit reicher Vergoldung

€ 900

– Inhalt: Caprichos von Goya. 83 getreue Nachbildungen in Lichtdruck. Herausgegeben von Valerian von Loga. München, Hugo Schmidt 1918. Mit 83 Heliogravüren.

Eindrucksvoller Handeinband mit ornamentaler Vergoldung des Rückens, der Deckelränder und des Vorderdeckels. – Steh- und Innenkanten mit vergoldeten Fileten, Kopfschnitt vergoldet, Vorsätze und Spiegel mit blau-rot-gelben Monotypie-Papieren. – Eins von 500 Exemplaren. – Der Verleger Schmidt reproduzierte in aufwendigem Druckverfahren die drei großen Graphikzyklen Goyas.

30,2 : 20,9 cm. [12] Seiten, 83 Tafeln. – Gelenke und Bünde minimal berieben.

397  Einbände – Dunkelblauer Ecrasélederband von Johannes Gerbers, Hamburg,

€ 1800

mit vergoldeter Deckelillustration. Doppelfileten auf Rücken, Deckel- und Innenkanten ebenfalls vergoldet. – Inhalt: Goethe. Reineke Fuchs. Zwölf Gesänge. Mit Rahmen, Initialen und Bildern gezeichnet und radiert von Otto Schubert. München, Verlag der Marées-Gesellschaft R. Piper 1921. Mit 42 Radierungen, davon 33 blattgroß, und zwölf radierten Initialen.

Meistereinband der berühmten Hamburger Traditionsfirma. – 30. Druck der Marées-Gesellschaft. – Eins von 185 Exemplaren auf handgeschöpftem Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 250). – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Schöner Druck, breitrandig gesetzt aus der Korpus Didot-Antiqua von 1790. – Otto Schubert (1892–1972) studierte an der Dresdner Kunst- und Gewerbeschule und wurde dort Bühnenmaler. Nach ersten Erfolgen mit Illustrationsfolgen wurde er Mitglied der Dresdner Sezession und kam in Kontakt zu den Verlegern Piper und Flechtheim. Ein Großteil seiner Arbeiten wurde bei der Bombardierung Dresdens 1945 zerstört.

25,0 : 21,5 cm. [2], 302, [4] Seiten. – Rücken etwas verfärbt. – Exlibris.

Rodenberg 370, 30. – Schauer II, 88. – Sennewald 21, 1

398  Einbände – Königsblauer Maroquinband von Johannes Gerbers, Hamburg,

€ 900

mit gold- und blindgeprägten Rücken-, Deckel- und Innenkantenfileten. Rückentitel, Stehkantenbordüren und Kopfschnitt vergoldet. – Inhalt: Alfons Pacquet. Die alte Sparcasse. Ein Hundertjahrbild der Hamburger Sparcasse von 1827. Hamburg 1927. Mit zahlreichen montierten Abbildungen. Im Originalschuber mit Lederkanten.

Eins von 50 Exemplaren auf Zanders-Bütten, entgegen dem Druckvermerk aber nicht signiert. – Unsignierter Einband, der Druckvermerk der aufwendigen Firmenfestschrift nennt die Hamburger Buchbinderei Johannes Gerbers.

29,0 : 24,0 cm. 134, [10] Seiten. – Rücken schwach verfärbt.

399  Einbände – Grauer Saffianlederband von Maria Lühr,

€ 1500

mit ornamentaler Vergoldung und karminroten Lederintarsien. – Inhalt: Theodor Storm. Der Schimmelreiter. Aachen 1921. Mit einer handgemalten blauen Initiale.

Schöner Einband von Maria Lühr (1874–1969). Nach ihrer Ausbildung in den traditionsreichen Buchbindereien Collin, Berlin, und Cobden-Sanderson in England wurde sie die erste deutsche Buchbindermeisterin. Von 1913–1957 betrieb sie ihre eigene Werkstatt in Berlin und war Ehrenmitglied des Bundes »Meister der Einbandkunst« (vgl. Moessner/Kriechel S. 73). – Fünfter Druck der Eginhard-Presse. – Eins von 165 Exemplaren, von denen 15 nicht für den Verkauf bestimmt waren. – Gedruckt auf Velin mit dem Wasserzeichen der Presse.

27,0 : 19,2 cm. [4], 117, [7] Seiten. – Rücken und Ränder schwach verfärbt. Ränder und Bünde leicht berieben.

Rodenberg 67, 5

400  Einbände – Roter Saffianlederband von Bruno Scheer,

€ 1000

mit reicher floraler Rücken- und Bordürenvergoldung. Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet. – Inhalt: Edmond Rostand. Cyrano von Bergerac. Berlin, Wohlgemuth & Lissner 1923. Mit acht signierten blattgroßen Radierungen von Ernst Oppler.

Meistereinband von Bruno Scheer (1889–1968), dem Schüler von Paul Kersten und Franz Weiße, Mitglied des Jakob Krause-Bundes und des Bundes »Meister der Einbandkunst«. Viele seiner Einbände wurden ausgezeichnet. – Eins von 300 Exemplaren auf Zanders-Bütten (Gesamtauflage 312). – Im Originalschuber mit Lederkanten.

28,7 : 19,5 cm. [8], 207, [9] Seiten.

401  Einbände – Zwei schwarze Ecrasélederbände von Otto Dorfner, Weimar,

€ 2500

mit Vergoldung. – Inhalt: Johann Wolfgang von Goethe. Achilleis. [und] Prometheus. Berlin, Ernst Rowohlt 1922. Mit einer farbig eingemalten und drei eingedrucken Initialen, entworfen von Hanns Thaddäus Hoyer.

Der zweite und dritte von fünf Goethe-Drucken der Officina Serpentis. – I. Eins von 50 Exemplaren auf starkem Handbütten und mit der farbig eingemalten Initiale (Gesamtauflage 200). – II. Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 200), hier wurden die Initialen eingedruckt. – Handpressendrucke von E. W. und E. H. Tieffenbach, gedruckt in Rot und Schwarz. – Hoyer entwarf auch den Titel, der wie das Pressensignet von Bruno Rollitz in Holz geschnitten wurde. – Die prächtigen Handeinbände stammen von Otto Dorfner, blieben aber unsigniert. Titel, Stehkanten, zehnfache Fileten auf den Deckeln und der Kopfschnitt wurden handvergoldet. Beide in gefütterter Originalhalbleinenkassette.

28,0 : 20,0 cm. 29, [3] Seiten. – Innenseite der Kassette mit wenigen schwachen Stockflecken. – Bei I wenige Seiten und Vorsätze ganz gering stockfleckig.

Backe/Köppen 69 und 70. – Rodenberg 114

402  Einbände – Schwarzer Ecrasélederband von Otto Dorfner

€ 3000

mit vergoldeten Titeln, Fileten und Deckelillustration. – Inhalt: J. E. Poritzky. Mysterien. München, Der Bücherwinkel 1923. Mit zwölf signierten Radierungen und je zwölf signierten radierten Initialen und Vignetten von Ernst Zimmermann.

Meisterhafter Einband von Otto Dorfner (1885–1955), Weimar, dessen Lehrtätigkeit, für kurze Zeit auch am dortigen Bauhaus, und mustergültigen Einbände für die nächste Buchbindergeneration von immensem Einfluss waren. – Eins von 100 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Die zwölf kurzen Texte tragen Titel wie »Incubus«, »Blut«, »Beschwörung«, »Mord«, »Qualen« und »Spuk« – die Radierungen sind entsprechend düster. – Tadellos schönes Exemplar.

31,3 : 26,7 cm. [4], 201, [3] Seiten. 12 Radierungen.

Zwischen van de Velde und Bauhaus, KatNr. 150 (Exemplar 76 in identischem Einband). – Rodenberg 351

403  Einbände – Ziegelroter Maroquinband von Karl Funke, Leipzig,

€ 1500

mit vergoldeter Deckelvignette, vergoldeten und schwarzgeprägten Fileten und Bordüren. – Inhalt: Jahrbuch der Einbandkunst. Herausgegeben von Hans Loubier und Erhard Klette. Erster Jahrgang. Leipzig 1927. Mit zahlreichen Abbildungen auf 106 Tafeln.

Prächtiger und dekorativer Handeinband von Karl Funke (1888–1945), Studienrat an der Kunstgewerbeschule Leipzig, Werkstattleiter der dortigen Meisterschule des Deutschen Handwerks und Mitglied der »Meister der Einbandkunst«. – Der erste Jahrgang des ambitionierten Projekts. Bis 1937 erschienen allerdings nur vier Ausgaben, dann wurde die Reihe eingestellt. – Mit Beiträgen und Abbildungen zur »alten« und »neuen« Einbandkunst, unter anderem von Heinrich Endres, Max Joseph Husung, Konrad Haebler, Hans Loubier, Ernst Fischer, Hermann Herbst, Emil Kretz und vielen anderen. – Die Tafeln mit Abbildungen von Einbänden von Jakob Krause, Lukas Weischner, Lyoner Einbänden sowie Arbeiten von Paul Adam, Otto Pfaff, Otto Dorfner, Rudolf von Larisch, René Kieffer und viele weitere.

31,5 : 21,5 cm. XII, 253, [3] Seiten, 105 Tafeln. – Rücken kaum merklich verfärbt.

404  Einbände – Grauer Ecrasélederband von Erwin Weigl,

€ 750

mit anthrazitfarbenen Lederapplikationen und vergoldeten Fileten und Rückentitel. – Inhalt: [Johann Wolfgang von] Goethe. Novelle. Mit einem Nachwort von Emil Staiger und Original-Holzstichen von Imre Reiner. Basel, Benno Schwabe 1943. Mit zehn blattgroßen Holzstichen.

Schöner Handeinband des Nürnberger Buchbinders Erwin Weigel, entstanden 1971 und beim Wettbewerb »Prix Paul Bonet« in Ascona mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. – Zweiter Druck der Petri-Presse. – Eins von 200 Exemplaren der Ausgabe B auf Bütten (Gesamtauflage 625), ein Exemplar der Vorzugsausgabe A unter KatNr. 466. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert.

31,7 : 21,8 cm. [6], 63, [12] Seiten. – Rücken und Ränder schwach verfärbt. – Exlibris.

Reiner III, 9. – Tiessen II, 9

405  Einbände – Hellbrauner Ecrasélederband mit Blind- und Goldprägung von Ignatz Wiemeler.

€ 12000

– Inhalt: Walter Tiemann zu seinem sechzigsten Geburtstage herzlichst zugeeignet von seinen Kollegen. [Leipzig] 1936. Mit zahlreichen eigenhändigen Glückwünschen, Aquarellen und Zeichnungen.

Senffarbener Lederband mit umlaufenden Fileten, zehn in Blindprägung, eine vergoldet. – Vorderdeckel mit Tiemanns vergoldeten Initialen, Unterrand des hinteren Innendeckels mit vergoldeter »Glückwunsch-Signatur«. – Rückentitel, doppelte Steh- und dreifache Innenkantenfileten und der gesamte Buchschnitt wurden vergoldet. – Im Schuber mit Lederkanten.
Unikum. – Am 29. Januar 1936 feierte Walter Tiemann, Pionier und Leitfigur der deutschen Buchkunst der Moderne, seinen 60. Geburtstag. 1920 war er zum Direktor der Leipziger Staatlichen Akademie für Graphik und Buchgewerbe berufen worden. Dieses Amt hatte er bis 1941 und nach Kriegsende nochmals kurz kommissarisch inne. – Tiemanns Wirken für die deutsche Buchkunst der Moderne ist umfassend, zahlreiche Buchkünstler auf allen Gebieten haben von und unter ihm gelernt, gelehrt und gearbeitet. Zahlreiche von ihm entworfene Schriften bereicherten die Typographie der klassischen Moderne. 1933 änderten sich auch an der Akademie die Zustände dramatisch. Zahlreiche Lehrer wurden wegen jüdischer Abstammung oder als »entartet« entlassen und nachrückende Lehrkräfte waren häufiger linientreue Parteigenossen. Engagierten Kräften dieser wichtigen Bildungsstätte gelang es, unideologisiert weiter zu unterrichten und traditionelles Wissen mit innovativer Kreativität zu verbinden.
Mit der vorliegenden Festschrift gratulierten ihm folgende Lehrer der Akademie mit Beiträgen in Wort und Bild, meist eigenhändig geschrieben, gezeichnet und gemalt. – Alois Kolb (1875–1942, Leiter der Radierklasse; drei Seiten eigenhändiger Text mit zwei Tuschezeichnungen). – Hans Alexander Müller (1888–1962, Leiter der Holzschnittklasse; eine Seite eigenhändiger Gruß, acht Seiten »Der Fall Taku«. Mit fünf Holzstichen des Verfassers. Sonderdruck zum Jubiläum. Exemplar 1 von 40. Nummeriert und signiert. Eichhorn/Salter 1.61). – Julius Zeitler (1874–1943, Dozent, Verleger, Bibliophiler; eine Seite eigenhändiger Gruß). – Weitere Beiträge von Georg Belwe (1878–1954, Leiter der Abteilung Satz und Druck; Grußwort, Tusche), Carl Blecher (Grußwort, Tusche), Wilhelm Buhr (Klasse für Gebrauchsgraphik; Drei Seiten handschriftlich mit drei Aquarellen), Kurt Otte (Aquarell und Gedicht mit Bordüre), Walter Gasch (Typographie und Tiefdruck, seit 1933 Tiemanns linientreuer Stellvertreter; gedrucktes Gedicht mit eigenhändigem Gruß), Karl Max Schneider (Direktor des Leipziger Zoos, wo Studierende in Tierkunde unterrichtet wurden; vier Seiten, eigenhändiges Gedicht), Horst Schulze (drei Seiten, Text mit Tuschzeichnungen), Hans Soltmann (Leiter der Akt-Klasse; drei Seiten, Text mit Zeichnungen), Hellmuth Weißenborn (Zeichenlehrer, zwei Seiten, Text und zwei Aquarelle) und anderen.

Gebunden von einem der bedeutendsten Buchbinder des 20. Jahrhunderts: Ignatz Wiemeler (1895–1952). Von 1925 bis 1945 wirkte Wiemeler, der auf Vorschlag Tiemanns als Lehrer an die Leipziger Akademie berufen worden war, im »Mekka der Buchkunst« und hatte dort »seine große Epoche« (Kurt Londenberg). Seinem Freund und Kollegen widmet er den vorliegenden Einband mit einer ungewöhnlich langen »Glückwunsch-Signatur«, vergoldet am Unterrand des hinteren Innendeckels: »MIT ALLEN GUTEN WÜNSCHEN UND IN HERZLICHER VEREHRUNG IGNATZ WIEMELER«. – Bereits 1926 war eine Festschrift zu Tiemanns 50. Geburtstag erschienen und auch diese hatte Wiemeler gebunden (siehe WVZ 92/93). – Die vorliegende Arbeit dort nicht verzeichnet.

31,5 : 22,0 cm. [86] Seiten. – Rücken kaum merklich verfärbt. Winziger Verlust der Vergoldung an den Bünden. Ecken und Kapitale minimal berieben.

406  Einbände – Homer. Zwei weinrote Oasenziegenlederbände mit Vergoldung.

€ 900

– Inhalt: Ilias. – Odysseia. (griechisch). München 1923–1924. Handgebundene weinrote Oasenziegenlederbände mit Vergoldung.

Hervorragend gestaltete und gearbeitete, jedoch unsignierte Ganzfranzbände aus leicht geglättetem Oasenziegenleder. Alle Deckel und beide Rücken mit einem formatfüllenden Mäanderband aus sechs parallel laufenden vergoldeten Fileten. Die Deckel an Ober- und Unterrand mit einer blindgeprägten, auf dem Rücken vergoldeten, Filete. – Rücken mit den beiden Titeln in griechischen Buchstaben, »Ilias« querlaufend mit Filetenrahmung, »Odysseia« senkrecht gesetzt. – Die Kopfschnittvergoldung bei Band I wurde nach, die von Band II vor dem Heften aufgebracht. Fuß- und Seitenstege blieben unbeschnitten. – Jeweils in einer Leinenkassette mit Lederrücken bzw. Lederrückenschild mit blindgeprägtem Titel. – 15. und 16. Druck der Bremer Presse. – Je eins von 615 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Herausgegeben von Eduard Schwarz. – Gedruckt in der 1922 für »Lieder der Sappho« erstmals verwendeten Griechischen Type der Presse. Die beiden Holzschnitt-Titel zeichnete Anna Simons.

34,8 bzw. 35,0 : 23,0 cm. [384] Seiten.

Lehnacker 16. – Rodenberg 58, 16. – Isphording I, 32

407  Einbände – Hellbrauner Maroquinband mit reicher ornamentaler Vergoldung.

€ 300

– Inhalt: Maurice de Guèrin. Der Kentauer. Übertragen durch Rainer Maria Rilke. Leipzig, Insel 1911.

Unsignierter Einband, wohl der 1960er Jahre. – Beide Deckel wurden mit Fileten und schmalen Bordüren ornamental verziert, dieses Muster wurde, wie die Titel auf Deckel und Rücken und der Kopfschnitt, vergoldet. – Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 250 Exemplaren auf Old Stratford-Bütten. – Mit einer großen vergoldeten Initiale, entworfen von Friedrich Wilhelm Kleukens.

23,2 : 15,7 cm. [4], 31, [5] Seiten.

Stürz 37. – ELP 22. – Schauer II, 65. – Rodenberg 78. – Sarkowski 638. – Mises 158

408  Einbände – Kalbpergamentband von Kurt Londenberg,

€ 4000

mit Titeln und Verzierungen in Handvergoldung. – Inhalt: Novalis. Hymnen an die Nacht. Mit vier Holzstichen von Imre Reiner. [Stuttgart], Rosenhammer-Presse [1942]. Mit vier Holzstichen im Text, davon einer als Titelvignette.

Außer den beiden Titeln prägter Londenberg auf die Deckel jeweils zwei Reihen kleiner Sterne, die ebenfalls handvergoldet wurden. – Erste Ausgabe dieser Illustrationsfolge. – Die seltenste Reiner-Edition, erschienen in nur elf Exemplaren (A–C und 4–11) als Privatdruck anlässlich des 70. Geburtstages von F. H. Ernst Schneidler. – Unikates Exemplar mit allen vier Originalvorzeichnungen in blauem Farbstift und je einem Probeabzug der Stiche, gedruckt in Schwarz. – Die Vorzeichnungen in Blau auf Velin, alle monogrammiert. Die Probedrucke auf dünnem Japan, alle bezeichnet mit »Probe« o. ä. sowie bezeichnet »Hymnus«, monogrammiert und datiert. Alle acht »Beigaben« in eingebundenen Passepartouts. – Sicher ein Höhepunkt jeder Reiner-Sammlung, hier zudem in einem exklusiven Einband des Hamburger Meisterbuchbinders. – Im Schuber mit Pergamentkanten und blauem Büttenpapierbezug. – Ehemals Sammlung Peter Wilhelm Brand, versteigert 1979 in Hamburg (Auktion Hauswedell & Nolte 229, KatNr. 1160).

37,5 : 27,5 cm. 31, [5] Seiten, 8 Passepartouts.

Schaefer 71. – Reiner III, 7

409  Einbände – Rotbrauner und naturfarbiger Nigerlederband von Kurt Londenberg,

€ 2000

mit Blindprägung auf beiden Deckeln und vergoldetem Rückentitel. – Inhalt: Das Evangelium des Johannes. Griechisch und Deutsch. Frankfurt 1960.

Beide Deckel mit dem Johannes-Signet in Prägeblinddruck. – Deckelkanten und Gelenke mit dem helleren Leder abgesetzt, Innenkanten mit schmaler, blindgeprägter Filete. – Im gefütterten Originalschuber. – Elfter Druck der Trajanus-Presse. – Eins von 150 Exemplaren. – Auf Trajanus-Bütten von Hahnemühle. – Zweispaltiger Druck: Die deutsche Übertragung nach dem Luthertext gesetzt aus der Aldus-Antiqua, der griechische Originaltext aus der Heraklit. – Ehemals Sammlung Wolfgang Tiessen (1930–2017).

31,5 : 20,5 cm. 50, [6] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. Vorderdeckel mit winziger Kratzspur.

Schaefer 70 (mit farbiger Abbildung 31)

410  Einbände – Moosgrün-beigefarbener Oasenziegenlederband von Kurt Londenberg mit Blindprägung.

€ 3000

– Inhalt: Aristophanes. Die Frösche. Eine Komödie. Übertragen von Johann Gustav Droysen. Mit Holzstichen von Imre Reiner. Frankfurt am Main, Trajanus-Presse 1961. Mit 23 Textholzstichen.

Die schmalen Lederstreifen, die Deckel und Rücken in je drei Felder teilen, mit quergestrichelter Blindprägung. Die Mittelfelder beider Einbanddeckel und des Vorderdeckels der Suitenmappe mit Darstellung eines Frosches, plastisch geprägt nach einer antiken griechischen Gemme. – Im Mittelfeld des Buchrückens der Längstitel in Grün. – Schnittfärbung in Dunkelgrün. – Zusammen mit der Suitenmappe (grüne Seide) in einer Leinenkassette mit zweifarbigem Lederrückenschild.

Zwölfter Druck der Trajanus-Presse. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Trajanus-Bütten von Hahnemühle. – Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren, die nicht für den Handel bestimmt waren. Unikates Exemplar mit einer Originalrötelzeichnung und neun Probedrucken. Die Zeichnung signiert und datiert »’34«, die Holzstiche alle signiert, meist bezeichnet »Die Frösche · Probeabzug« und teils datiert: »’40« – »’56«. – Die Probedrucke dokumentieren die lange Entstehungsphase der Illustrationen. Die Rötelzeichnung diente wohl als Vorlage für die Titelvignette, acht der neun Probedrucke wurden für das Buch verwendet. Die zehn Blätter in grün-weißen Passepartouts.

Ehemals Sammlung Peter Wilhelm Brand, versteigert 1979 in Hamburg (Auktion Hauswedell & Nolte 229, KatNr. 1157). – Seit 1983 (Auktion Hauswedell & Nolte 250, Lot 1789) im Besitz Barbara und Edith Achilles.

35,4 : 22,2 cm. 126, [6] Seiten, 1 Zeichnung, 9 Probedrucke.

Schaefer 117. – Spindler 40.12. – Reiner III, 22. – Tiessen II, 21

411  Einbände – Schwarzer Maroquinband von Kurt Londenberg,

€ 6000

mit großflächiger Blindprägung nach Eduardo Chillida. – Inhalt: André Frenaud. Le chemin des devins suivi ménerbes. Eduardo Chillida. Paris, Maeght 1966. Mit elf Radierungen und einem Prägedruck auf dem eingebundenen Originalvorderumschlag.

Der Einband zitiert auf beiden Deckeln die typische Formsprache des Künstlers, Chillidas Radierungen wurden von Londenberg in das tiefschwarze Maroquin geprägt. – Rückentitel in Schwarz auf hellgraues Leder gedruckt, dieses aufgewalzt. – Im gefütterten Schuber mit schwarzen Lederkanten. – Eins von 50 auf Papier Auvergne von Richard de Bas (Gesamtauflage 195 Exemplaren). – Tadellos schönes Künstlerbuch in einem kongenialen Einband. – Ehemals in der Sammlung Peter W. Brand, versteigert in Hamburg 1979 (Auktion Hauswedell & Nolte 229, KatNr. 1163).

36,3 : 30,2 cm. [2], 47, [9] Seiten. – Schuber mit zwei kleinen Stockflecken und einigen Griffspuren.

Schaefer 109 (mit farbiger Abbildung 43). – Monod 5004

412  Einbände – Grüner Maroquinband von Theophil Zwang, Offenbach,

€ 1500

Rücken mit brauner Lederapplikation mit vergoldetem Titel sowie vergoldete Deckelkantenfileten und Kopfschnittvergoldung. – Inhalt: Gotthold Ephraim Lessing. Tierfabeln. Frankfurt a. M. 1965. Mit 14 Lithographien von Kurt Steinel, meist blatt- und doppelbattgroß und signiert.

Meisterhafter Handeinband, dessen Gestaltung der Formsprache seines Lehrers nahesteht. – Nach einem Studium bei Kurt Londenberg arbeitete Theophil Zwang in der Werkstatt seines Vaters, dem Kersten-Schüler Friedrich Zwang. Er übersiedelte 1955 nach Hamburg und gründete dort zusammen mit seinem Bruder Christian eine eigene Werkstatt. Nach zwei Jahren lehrte er an den Kölner Werkschulen und von 1960 bis 1987 an der Werkkunstschule Offenbach. – Im Schuber mit Lederkanten. – Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 500). – Privatdruck der Schriftgießerei Ludwig & Mayer in Frankfurt am Main auf Zerkall-Bütten. – Auch im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert.

34,6 : 26,4 cm. [80] Seiten.

413  Einbände – Sechzig Pressendrucke

€ 600

in Handeinbänden von Christian Zwang. 1956–1984. Hamburg 1985. Mit 27 blattgroßen Abbildungen. Tiefschwarzer Ecrasélederband mit Negativblindprägung auf dem Vorderdeckel und blindgeprägtem Rückentitel (Christian Zwang). Im Schuber.

Eins von wenigen Exemplaren im Handeinband von Christian Zwang, im Druckvermerk monogrammiert »CZ«. – Mit einem Vorwort von Bertold Hack. – Der Katalog, gestaltet von Otto Rohse und mit Fotografien von Studio Fischer-Daber, stellt ausgewählte Höhepunkte aus dem Schaffen Christian Zwangs vor. Er kam 1954 nach Hamburg und wurde Schüler von Kurt Londenberg (1914–1995), dem Nachfolger von Ignatz Wiemeler als Leiter der Einbandklasse der Hamburger Landeskunstschule. Noch im gleichen Jahr gründete er mit seinem Bruder Theophil die bis bekannte Hamburger Werkstatt, die heute von seinem Sohn Thomas geleitet wird. Namhafte Pressendrucker wie Otto Rohse, Gunnar Kaldewey und Roswitha Quadflieg ließen und lassen ihre Bücher in der Eimsbütteler Werkstatt binden. – Tadellos erhalten.

27,4 : 20,3 cm. [72] Seiten.

  414    Einbände – Grün-schwarzer Maroquinband von Hans Rudolf Billeter

€ 300

mit vergoldeten Titeln. – Inhalt: Martin Kessel. 50 ironische Miniaturen. Bonn 1960.

Erster Druck der Presse des Wirtschaftsrings Bonn. – Eins von 275 Exemplaren. – Auf Bütten. – Druck in Grün und Schwarz in der Werkkunstschule Braunschweig. – Typographie von Hans-Dieter Buchwald, Einbandentwurf von Hans Rudolf Billeter. Im gefütterten Schuber mit hellgrauem Japanfaserpapierbezug und grünen Lederkanten. – Der klassisch-schöne Einband beweist einmal mehr die künstlerische und handwerkliche Meisterschaft Billeters.

25,0 : 16,2 cm. 41, [7] Seiten.

  415    Einbände – Rot-schwarzer Maroquinband mit vergoldeten Titeln (Hans Rudolf Billeter).

€ 300

– Inhalt: Goethe für Weltleute. Bonn 1961.

Zweiter Druck der Presse des Wirtschaftsrings Bonn. – Eins von 275 Exemplaren. – Auf Bütten. – Gedruckt in Rot und Schwarz in der Werkkunstschule Braunschweig. – Typographie von Hans-Dieter Buchwald, Einbandentwurf und -ausführung von Hans Rudolf Billeter. Im gefütterten Schuber mit blaugrünem Japanfaserpapierbezug und roten Lederkanten.

25,0 : 19,5 cm. 45, [3] Seiten, einige leere Vorblätter.

  416    Einbände – Rot-schwarzer Maroquinband von Hans Rudolf Billeter

€ 300

mit vergoldeten Titeln. – Inhalt: Georg Christoph Lichtenberg. Gedanken zur Zeit. Ausgewählt und mit einem Nachwort versehen von Hans Erich Nossack. Bonn 1962.

Dritter Druck der Presse des Wirtschaftsrings Bonn. – Eins von wenigen Belegexemplaren, über die Auflage von 275 Exemplaren gedruckt. – Auf Bütten. – Gedruckt in Rot und Schwarz in der Werkkunstschule Braunschweig. – Typographie von Hans-Dieter Buchwald, Einbandentwurf von Hans Rudolf Billeter. Im gefütterten Schuber mit grauem Japanfaserpapierbezug und schwarzen Lederkanten.

25,0 : 16,7 cm. 44, [4] Seiten, einige leere Vorblätter.

  417    Einbände – Rostrot-schwarzer Maroquinband von Hans Rudolf Billeter

€ 300

mit vergoldeten Titeln. – Inhalt: Adalbert Stifter. Auf goldenen Rädern. Ausgewählt und mit einem Nachwort versehen von Franz Thumler. Bonn 1963.

Vierter Druck der Presse des Wirtschaftsrings Bonn. – Eins von wenigen Belegexemplaren, über die Auflage von 275 Exemplaren gedruckt. – Auf Bütten. – Gedruckt in der Werkkunstschule Braunschweig. – Typographie von Hans-Dieter Buchwald, Einbandentwurf von Hans Rudolf Billeter. Im gefütterten Schuber mit grauem Japanfaserpapierbezug und schwarzen Lederkanten.

25,0 : 19,1 cm. 59, [5] Seiten, einige leere Vorblätter.

  418    Einbände – Rotbraun-schwarzer Maroquinband von Hans Rudolf Billeter

€ 300

mit vergoldeten Titeln. – Inhalt: Gottfried Keller. Unterwegs zu sich selbst. Ausgewählt und mit einer Einführung versehen von Werner Weber. Bonn 1964.

Fünfter Druck der Presse des Wirtschaftsrings Bonn. – Eins von wenigen Belegexemplaren, über die Auflage von 275 Exemplaren gedruckt. – Auf Bütten. – Gedruckt in der Werkkunstschule Braunschweig. – Typographie von Hans-Dieter Buchwald, Einbandentwurf von Hans Rudolf Billeter. Im gefütterten Schuber mit grau-grünem Japanfaserpapierbezug und schwarzen Lederkanten.

25,0 : 16,7 cm. 53, [3] Seiten, einige leere Vorblätter.

  419    Einbände – Roterbrauner Maroquinband von Hans Rudolf Billeter

€ 250

mit schwarzen Linienintarsien und vergoldeten Titeln. – Inhalt: Helmut Koopmann. Geld und Literatur im 18. Jahrhundert. Sion, Kurt Bösch Presse 1992.

15. Druck der Kurt Bösch Presse Sion. – Eins von wenigen Belegexemplaren, über die Auflage von 275 Exemplaren gedruckt. – Auf Zerkall-Bütten. – Gedruckt in Rot und Schwarz. – Buchschmuck von Johannes Lebeck. – Im gefütterten Schuber mit grauem Japanfaserpapierbezug und roten Lederkanten.

24,8 : 18,3 cm. 41, [3] Seiten.

420  Einbände – Mittelbrauner Ecrasélederband von Ferdinand Hansel, Offenbach a. M.,

€ 900

mit blindgeprägten und vergoldeten Fileten. – Inhalt: Rudolf Borchardt. Das Buch Joram. Frankfurt am Main, Trajanus-Presse 1962. Mit sieben Vetrographien von Hans Fronius.

13. Druck der Trajanus-Presse. – Eins von 200 Exemplaren (Gesamtauflage 275). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Vetrographien (Glaszeichnungen) von Hans Fronius wurden von Paul Robert Wilk gedruckt. – Gesetzt aus der Palatino der Stempel AG, gedruckt auf getöntem Trajanus-Bütten. – Borchardts Erzählung erschien erstmals 1905 als Privatdruck und 1907 im Insel-Verlag. – Der schöne Handeinband wird auf beiden Deckeln durch einen Davidstern verziert, der aus Gold- und Blindfileten gebildet wird. Die Steh- und Innenkanten sowie die Kapitale sind mit vergoldeten Fileten verziert. Der Kopfschnitt der starken Büttenblätter wurde vergoldet. Für die eingelassenen Spiegel und die Vorsatzblätter wurde das Trajanus-Bütten der Auflage verwendet. – In einem Schuber mit Lederkanten und Holzfurnierbezug. – Die Firma Hansel in Offenbach wurde 1964 durch die Buchbinderei Köhler, die heute in Rodgau ansässig ist, übernommen. Ferdinand Hansel hat dort in den Folgejahren noch einige Handeinbände für sich und Freunde hergestellt. Der damalige Inhaber Wolfgang Köhler gehörte zum Freundeskreis des Klingspor-Museums.

40,5 : 27,8 cm. 37, [3] Seiten.

Tiessen II, 37. – Tiessen Beauclair 160, 13. – Spindler 40.13. – Rethi, Bücher 40. –

421  Einbände – Olivgrün-beigefarbener Saffianlederband mit Blindprägung von Markus Müller.

€ 1000

– Inhalt: Arthur Schnitzler. Reigen. Mit zehn zweifarbigen Lithographien von Otto Bachmann. Ascona, Centro del Bel Libro 1970. Mit zehn signierten zweifarbigen Lithographien. In Originalhalblederkassette.

Der Einband blieb unsigniert, die Urheberschaft konnte aber durch freundliche Recherche von Roland Meuter geklärt werden, handwerklich und gestalterisch überzeugende Arbeit: Markus Müller war in den 1970er Jahren bei den jährlich stattfindenden Kurse des Centro del bel libro Ascona tätig. Der Verein ließ eigens für diese Buchbinderwettbewerbe Bücher drucken. – Die große Deckelillustration wird aus einer farblich leicht differierenden Lederintarsie und einem »darüber« geprägten Filetenmuster gebildet. – Rückentitel blindgeprägt, Kopfschnitt vergoldet. – Innendeckel und Vorsätze aus Wildleder. – Eins von 80 auf Rives-Raisin-Bütten (Gesamtauflage 140). – Vom Otto Bachmann im Druckvermerk signiert und nummeriert.

50,4 : 33,2 cm. [3]–83, [3] Seiten.

422  Einbände – Gelber Oasenziegenlederband der Werkstatt Schoy mit dekorativer Filetenvergoldung.

€ 1500

– Inhalt: Aristophanes. Die Frösche. Eine Komödie. Mit zwölf Kaltnadel-Radierungen von Oskar Kokoschka. Frankfurt am Main 1968. Mit zwölf signierten blattgroßen, rückseitig unbedruckten Kaltnadelradierungen.

Hervorragender Meistereinband aus der Werkstatt der Dorfner-Schülerin Frida Schoy (1889–1963), die 1948 die Leitung der Werkgruppe »Leder und Papier« der Folkwang Werkkunstschule übernahm. – Aus Linien und Kreisen bilden sich auf beiden Deckeln acht stilisierte Froschgesichter. – Kopfschnittvergoldung. – 18. Ars librorum Druck. – Eins von 120 Exemplaren. – Druckvermerk vom Verleger signiert und vom Künstler monogrammiert. – Auf Auvergne-Bütten Richard de Bas.

45,2 : 33,2 cm. [2], 98, [6] Seiten. – Die unbeschnittenen Seitenränder leicht gebräunt.

Spindler 40.38. – Tiessen III, 1. – Wingler/Welz 437–448

423  Einbände – Dunkelgrüner Maroquinband von Roland Meuter

€ 3000

mit Deckelillustration aus grauen Lederintarsien und vergoldeten Fileten. – Inhalt: Aristophanes. Die Frösche. Eine Komödie. Übertragen von Johann Gustav Droysen. Mit Holzstichen von Imre Reiner. Frankfurt am Main 1961.

Ebenso typischer wie schöner Einband von Roland Meuter unter Einsatz von Lederapplikationen und vergoldeten Fileten. – Rückentitel vergoldet, dunkelgrüne Wildledervorsätze und -spiegel. – In einer Halbleder-Seidenkassette mit vergoldetem Rückentitel und Wildleder-Innendeckeln. – Zwölfter Druck der Trajanus-Presse. – Eins von 200 Exemplaren; 50 römisch nummerierte Exemplare waren nicht für den Handel bestimmt. – Von Imre Reiner im Druckvermerk signiert. – Auf Trajanus-Bütten von Hahnemühle.

35,0 : 21,7 cm. 126, [6] Seiten.

Spindler 40.12. – Reiner III, 22. – Tiessen II, 21

424  Einbände – Halbmaroquinband von Roland Meuter, Deckelbezüge aus Oleographiepapier.

€ 450

– Inhalt: [Johann Wolfgang von] Goethe. Das Märchen. Mit Holzstichen von Imre Reiner. Basel 1972. Mit 21 Holzstichen im Text, einer davon farbig.

Eins von 100 Exemplaren auf Hahnemühle Kupferdruck-Bütten (Gesamtauflage 280). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert.

35,5 : 26,0 cm. 61, [7] Seiten.

Reiner III, 42. – Tiessen IV, 39

425  Einbände – Schwarzer Ecrasélederband von Paul C. Delrue,

€ 900

mit vergoldeten Fileten und Rückentitel. – Inhalt: Remains of Elmet. A Pennine Sequence. Poems by Ted Hughes. Photographs by Fay Godwin. London und Boston, Faber and Faber 1979. Mit zahlreichen ganzseitigen Abbildungen.

Paul C. Delrue wurde 1944 in Middlesex geboren. Während seiner Ausbildung bei John Vivien in London gewann er bereits 1966 den ersten Preis beim Thomas-Harrison-Wettbewerb. 1971 gründete er seine eigene Buchbinderei in Bedfordshire, später firmierte er in Chester und Ruthin. Vielfach ausgezeichnet, gehört er seit 1981 der englischen Society of Bookbinders an, 1986 wurde er zum »Licentiate of Designer Bookbinders« berufen.

25,0 : 21,5 cm. 125, [3] Seiten.

426  Einbände – Bemalter Kalblederband von Paul C. Delrue.

€ 1200