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Die Vorbilder | Hesse-Auktionen
Die Vorbilder

1  Doves Press – John Milton. Paradise regain’d.

€ 5000

A Poem in IV Books to which are added Samson Agonistes & Poems, both English and Latin compos’d on several Occasions. Hammersmith 1905. Roter Originalmaroquinband mit reicher ornamentaler Rücken- und Innenkantenvergoldung, vergoldeten Deckel- und Stehkantenfileten sowie Schnittvergoldung (signiert: Frieda Thiersch). Im Schuber.

Eins von 22 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Pergament. Es erschienen weitere drei Pergamentexemplare mit vergoldeten Initialen und 300 Exemplare auf Bütten. – Mit zahlreichen großen in Rot gedruckten Initialen, so auch einige Textpassagen. Einige Textstellen in der griechischen Type von Selwyn Image. – Ehemals Sammlung Ernst Kyriss, mit dessen Monogrammstempel auf dem Vorsatzblatt.

23,4 : 16,5 cm. [6], 343, [7] Seiten.

Tidcombe DP 7. – Tomkinson 54, 5

2  Doves Press – Thomas James Cobden-Sanderson. Credo.

€ 5000

Pleni sunt coeli et terra gloria tua. Hammersmith 1908. Ziegelfarbener Originalecrasélederband. Deckelvignette, Titel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Buchschnitt vergoldet (signiert: The Doves Bindery).

Eins von zwölf Exemplaren auf Pergament. Zusätzlich wurden 250 Exemplare auf Bütten gedruckt. – »Credo«, »a statement of his philosophical beliefs« (Tidcombe S. 51) entstand im Herbst 1906, als Cobden-Sanderson beschloss, sich von Emery Walker, dem Mitbegründer und Drucker der Presse, zu trennen, und während des Engagements Cobden-Sandersons für die englische Frauenbewegung, besonders angefacht durch die Inhaftierung seiner Ehefrau Annie. – Bereits 1906 hatte Cobden-Sanderson sein »Credo« in wenigen Exemplaren als Einblattdruck abgezogen. 1907 druckte er »a small number of copies in small octavo for his family and friends«, die meisten dieser wenigen Exemplare wurden zerstört. Die hier vorliegende Auflage differiert geringfügig von diesem Druck. – Eingeleitet und beschlossen mit dem Zitat aus dem »Sanctus« der lateinischen Messe. Nur bei den Pergamentexemplaren wurden diese beiden Doppelzeilen in Rot gedruckt. – Mit dem Besitzvermerk von Heinrich Stinnes (1867–1932), dessen legendäre Sammlung von Graphiken und Büchern des 19. und 20. Jahrhunderts nach seinem Tod durch die Nachkommen in mehreren Auktionen versteigert wurde. Neben dem ausladenden Namenszug auf dem ersten Vorblatt mit seinen Bleistift-Anmerkungen zur Auflage unter dem Druckvermerk.

16,5 : 11,5 cm. [4], [8], [6] Seiten. – Rücken minimal verblasst. Deckel mit schwachen (Stock)Flecken.

Tidcombe DP 16. – Tomkinson 55, 16 (nennt irrtümlich erst 1909 als Erscheinungsjahr)

3  Doves Press – Johann Wolfgang von Goethe. Die Leiden des jungen Werther.

€ 1500

Hammersmith 1911. Flexibler Originalpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (signiert: The Doves Bindery).

Eins von 200 Exemplaren auf Bütten, daneben wurden 25 Exemplare auf Pergament gedruckt. – Druck in Rot und Schwarz mit zwei großen Initialen in Rot. – Aufgrund des großen deutschen Interesses an den Luxusdrucken der Presse edierte Cobden-Sanderson im Laufe der Jahre sechs deutschsprachige Goethe-Drucke: 1906 und 1910 die beiden Teile des »Faust«, 1911 »Die Leiden des jungen Werther«, 1912 »Iphigenie auf Tauris«, 1913 »Torquato Tasso« und schließlich als einen der letzten Drucke der Presse 1916 die »Auserlesenen Lieder, Gedichte und Balladen«.

23,6 : 17,0 cm. [8], 187, [11] Seiten.

Tidcombe DP24. – Tomkinson 56, 26

4  Doves Press – Johann Wolfgang von Goethe. Iphigenie auf Tauris.

€ 12000

Ein Schauspiel. Hammersmith 1912. Hellroter Originalmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeten Fileten auf Rücken, Deckeln, Steh- und Innenkanten sowie teils gepunzter Schnittvergoldung (signiert: The Doves Bindery 19 C – S 12).

Eins von 20 Exemplaren auf Pergament. Daneben wurden weitere zwölf Pergamentexemplare mit vergoldeten Initialen und 200 Exemplare auf Bütten gedruckt. – Satzanordnung von William Jenkins, gedruckt von H. Gage-Cole und Albert Lewis. – Titel, Personen, Regieanweisungen und die Akt- und Szenentitel wurden in Rot gedruckt. – Der Text folgt – wie alle Goethe-Drucke der Presse – der Weimarer Ausgabe, die 1887–1919 erschien und nach der Herausgeberin, der Großherzogin Sophie von Sachsen auch als »Sophienausgabe« bezeichnet wird. – Die Pergamentexemplare wurden ausschließlich durch die Doves Bindery gebunden und zum schon damals stolzen Preis von etwa 10–25 Pfund verkauft. – Exlibris Lucy Spiegl.

23,5 : 16,8 cm. [8], 110, [10] Seiten. – Rücken kaum merklich aufgehellt.

Tidcombe DP 28. – Tomkinson 57, 30

5  Doves Press – Johann Wolfgang von Goethe. Torquato Tasso.

€ 15000

Ein Schauspiel. Hammersmith 1913. Hellroter Originalmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und Rücken-, Deckel-, Steh- und Innenkanten- sowie teils gepunzter Schnittvergoldung (signiert: The Doves Bindery 19 C – S 13).

Eins von zwölf Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe auf Pergament mit sieben vergoldeten Initialen. Zudem wurden weitere 15 Pergamentexemplare ohne Vergoldung und 200 Exemplare auf Bütten gedruckt. – Satzanordnung von William Jenkins, gedruckt von H. Gage-Cole und Albert Lewis. – Die Initialen wurden von Graily Hewitt handvergoldet. – Titel, Personen, Regieanweisungen und der Akt- und Szenentitel wurden in Rot gedruckt. – Der Text folgt der Weimarer Ausgabe.

23,5 : 16,8 cm. [6], 163, [13] Seiten. – Rücken unmerklich aufgehellt. Vergoldung auf dem Vorderdeckel mit zwei winzigen Fehlstellen.

Tidcombe DP 31. – Tomkinson 34

6  Doves Press – John Keats. [Selections]. 1914.

€ 10000

Selected, arranged, and printed at The Doves Press. Hammersmith [1915]. Roter Maroquinband mit reicher ornamentaler Rücken- und Innenkantenvergoldung. Deckel- und Stehkantenfileten sowie Buchschnitt vergoldet (signiert: Frieda Thiersch).

Eins von zwölf Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Pergament. Weitere 200 Exemplare wurden auf Bütten gedruckt. – Druck in Rot und Schwarz. – Mit einer Danksagung an J. W. Mackail, der die späten Editionen der Presse (Wordsworth, Shelley, Keats) korrigierte; »has saved me from many an error and oversight« (Druckvermerk). – Charles F. Carter hatte sich eine Kleinoktavausgabe von Keats Dichtungen gewünscht, Cobden-Sanderson lehnte dies aber mit Hinweis auf die Größe der Doves-Type (»my only fount«) bedauernd ab. – Ehemals Sammlung Ernst Kyriss, mit dessen Monogrammstempel auf dem Vorsatzblatt.

23,4 : 16,7 cm. [6], 203, [9] Seiten.

Tidcombe DP 36. – Tomkinson 58, 45

7  Florence Press – Robert Louis Stevenson. Virginibus puerisque

€ 1500

& other Papers. With twelve illustrations in colour after designs by Norman Wilkinson. London, Chatto & Windus 1910. Mit zwölf Farbtafeln nach Aquarellen. Originalpergamentbroschur mit vergoldeten Titeln und grünen Schließbändern.

Eins von zwölf Exemplaren auf Pergament, von denen zehn in den Handel kamen. Weitere 250 Exemplare wurden auf Aldwych Handpapier gedruckt. – Die 1908 von den beiden Verlegern Chatto und Windus gegründete Presse ließ ihre Bücher auf anderen Handpressen drucken, die ersten zwölf Editionen auf der Arden Press in Letchworth. – Für alle Drucke wurde die »Florence Press Type« verwendet, die Herbert P. Horne nach alten italienischen Schriften im Auftrag der Presse gezeichnet hatte.

26,2 : 19,8 cm. [12], 120, [4] Seiten. 12 Tafeln. – Ein Seidenpapiervorblatt leicht geknickt.

Tomkinson 85, 6

8  Golden Cockerel Press – Geoffrey Chaucer. Troilus and Criseyde.

€ 3000

Edited by Arundell del Re with Wood Engravings by Eric Gill. Berkshire 1927. Mit Holzschnitttitel, neun -illustrationen, zahlreichen -bordüren und farbigen -initialen. Halblederband mit Buntpapierdeckelbezügen (signiert: Sargorski & Sutcliffs, London).

50. Druck der Golden Cockerel Press. – Eins von 225 Exemplaren. Die ersten sechs Exemplare wurden auf Pergament gedruckt. – Auf Kelmscott hand-made paper. – Von Eric Gill stammt der gesamte Buchschmuck der Ausgabe: Titel und Zwischentitel, fünf blattgroße und vier kleinere Holzschnitte sowie 60, mehrfach wiederholte figürliche Bordüren auf allen Textseiten. Die Initialen wurden in Blau und Rot gedruckt. – Ende der 1920er Jahre erschienen die großen Illustrationsfolgen von Eric Gill: Chaucers »Troilus« folgten 1929 auch dessen »Canterbury Tales«, 1931 druckte Harry Graf Kessler das »Canticum Canticorum« und 1933 Shakespeares »Hamlet«. – Die 1920 gegründete Presse war 1924 von Robert Gibbings übernommen worden, die hohen Ansprüche der Gründer der Presse wurden von ihm konsequent – und in vorliegendem Werk deutlich sichtbar – fortgesetzt.

31,6 : 20,1 cm. [4], XI, [1], 309, [11] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Gill 279. – Nicht mehr bei Tomkinson