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Illustrierte Bücher nach 1945 | Hesse-Auktionen
Illustrierte Bücher nach 1945

  436    Ingeborg Bachmann. Briefe an Felician.

€ 300

Mit acht Kupferaquatinta-Radierungen von Peter Bischof. München, Piper 1991. Mit acht ganzseitigen Farbradierungen. Lose Bogen in Originalmoiréseidenkassette.

Eins von 25 Vorzugsexemplaren mit einem zusätzlichen signierten Abzug einer Radierung in anderer Farbstellung (Gesamtauflage 160). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gedruckt auf Velin d’Arches. – Als Schrift wurde ein Nachguss der Walbaum-Antiqua in den Originalmatrizen von 1800 verwendet. – »Die vorliegenden Briefe meiner Schwester Ingeborg, nicht unterzeichnet, nie abgeschickt, an ein imaginäres ›Du‹ […] stammen aus den Jahren 1945/46« (Vorwort von Isolde Moser, der Schwester der Schriftstellerin).

40,5 : 31,0 cm. 49, [3] Seiten, 1 Radierung. – Mappe mit wenigen Kratzspuren.

  437    Simon Dittrich. Historische Figuren.

€ 250

Acht Farbradierungen 1978. Ca. 39 : 31 cm (64,5 : 50 cm). Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Eins von 100 Exemplaren. – Die vollständige Folge, ediert von der Galerie im Unteren Tor, Bietigheim-Bissingen. – Mit drei Doppelblättern (Titel und Text) in der Originalleinenkassette. – Die Figuren Don Quichote, Robinson Crusoe, Wallenstein, Goya, John Silver, Bundschuh-Bauer, Indianer und Fregatte beherrschen – »in geistreicher Weise in einem fast nur angedeuteten Landschaftsraum gestellt – jedes einzelne in diese Mappe aufgenommene Blatt. … Nicht zuletzt kratzt seine Radiernadel am Beispiel der ›Historischen Figuren‹ an der Hohlheit der Gegenwart, schafft er profilartig Gegenpositionen zum Problem der Entfremdung, das man uns heute als permanentes Diskussionsthema verordnen will« (Günther Wirth, Begleittext). – 1979 folgte eine weitere Folge mit gleichem Titel. – Dazu: Fünf weitere Farbradierungen. 1977–1979. Alle signiert (»Altes Bauernhaus«, »Jongleur« und die drei Radierungen der Folge »Blumen«).

Saller 127–134 sowie 116, 141 und 198–200

  438    Paul Eliasberg – Drei Werke mit signierten Radierungen von Paul Eliasberg.

€ 250

1974 bis 1978.

I. Robert Browning. A Toccata of Galuppi’s. New York, Ernest Rathenau, und Hamburg, Ernst Hauswedell 1974. Mit fünf signierten Radierungen. Originalpappband. Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 120). Die Venedig-Radierungen entstanden bereits 1968–1972. – II. Franz Kafka. Beim Bau der Chinesischen Mauer. Del Mar, Ettan Press 1975. Mit fünf signierten Radierungen. Lose in Originalumschlag und Korkfurnierkassette. Eins von 93 Exemplaren (Gesamtauflage 100). 1978 druckte die Presse Hölderlins »Archipelagus«, der im selben Jahr bei Wolfgang Tiessen mit Radierungen von Eliasberg erschien. – III. Hermann Melville. Die verzauberten Inseln. Hamburg, Ernst Hauswedell 1978. Mit acht signierten Radierungen. Originalleinenband. Exemplar 57 von 240 (Gesamtauflage 260).

Jensen 99–103, 111–115 und 157–164. – Tiessen V, 2 und 4 (II und III). – Spindler 50.13 (III)

439  Rolf Escher – Thomas Mann. Das Eisenbahnunglück.

€ 500

Nettetal, Mattussek 1992. Mit drei blattgroßen Kaltnadelradierungen von Rolf Escher. Anthrazitfarbener Schaflederband mit silbergeprägten Titeln in Originalleinenmappe (G. Lachenmaier, Reutlingen).

Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren (Gesamtauflage 59). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Arches-Bütten von Arjomari. – Der Zeichner und Graphiker Rolf Escher schuf unter anderem auch Illustrationsfolgen zu Werken von Franz Kafka und Heinrich Heine.

32,0 : 25,2 cm. 25, [7] Seiten.

  440    HAP Grieshaber. Hellas II.

€ 250

Mit Texten von Margarete Hannsmann und Iannis Negrepondis. München, Studio Bruckmann 1980. Mit drei signierten Farbholzschnitten und einem gefalteten Holzschnitt im Buch. Originalpappband und die Originalgraphik im Umschlag in Originalleinenkassette.

Eins von 290 Exemplaren der Vorzugsausgabe. – Griechenland und seine politische Entwicklung während des Kampfes gegen die Militärdiktatur und nach deren Ablösung waren sowohl für Grieshabers als auch Hannsmanns Werk von zentraler Bedeutung.

24,5 : 21,5 cm (Buch), 55,0 : 43,0 cm (Mappe). – Mappenbezug an der oberen Ecke eingerissen.

Fuerst 79/22 und 80/4–6. – Fichtner/Bartelke 266

441  Anja Harms – Paul Celan. Wasser und Feuer.

€ 450

Oberursel 2012. Mit Linolschnitten und Collagen von Anja Harms. Schwarzer Originalhalbleinenband mit rot-weißer Deckelprägung. In Originalleinenkassette.

Eins von nur 25 Exemplaren. – Die Texte wurden entnommen aus »Mohn und Gedächtnis«. – Auch der Handsatz und Buchdruck der Texte sowie die buchbinderische Gestaltung und Verarbeitung stammen von Anja Harms. – »Die eine Seite: große schwarze Linol­schnitte kombiniert mit silber­farbener Typo­graphie auf voll­flächig schwarz be­druckten Seiten.
Die andere Seite: formatfüllend mono­chrom rot. Ver­schiedene Rot­töne von Hand mit Walzen und Spachtel auf­ge­tragen, darauf Collagen aus schwarz gefärbtem Japan­papier.
Durch die An­ordnung der Seiten ver­wan­delt sich das Leporello je nach Blick­richtung« (Webseite Anja Harms). – Anja Harms (geboren 1960) gründete 1986 zusammen mit fünf anderen Künstlerinnen die Gruppe »Unica T«. Künstlerbücher zu Dichtungen von Hans Arp und Paul Celan bilden einen Schwerpunkt in ihrem Schaffen.

35,0 :  45,0 cm. 32 Seiten.

442  Anja Harms und Eberhard Müller-Fries. Feuernetze.

€ 750

Oberursel 2012. Mit Linolschnitten und Collagen. Feuergeschwärzter Originalholzdeckelband.

Eins von 25 Exemplaren. – Enthält zwei Gedichte, »Schranken« von Ingeborg Bachmann und »Seelied« von Paul Celan. – Die »Illustrationen« bilden sich aus collagiertem schwarzem und rotem Japanpapier, zusammen mit dem Text auf weißem und blauem Bütten. – Das nur zehn Blatt dünne Künstlerbuch liegt, sowohl geschützt als auch von Gewicht und Rohheit des Einbandmaterials gefährdet, zwischen zwei Buchdeckeln, die aus Eichenholz gesägt und im Feuer geschwärzt wurden. – Das Buch wurde auf der gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Artlantis, Bad Homburg 2012, präsentiert. »Künstlerbücher als dreidimensionale Objekte und feuergeschwärzte Holzskulpturen als räumliche Zeichen. […] Buchkunst zum Begreifen und Angreifen – alles zusammengehalten durch die frappierende Gemeinsamkeit der Formensprachen einer Buchkünstlerin und eines Bildhauers« (Webseite Anja Harms zur Ausstellung).

58,0 : 40,5 cm. [20] Seiten.

443  Karl-Georg Hirsch – Die Zauberflöte.

€ 400

Anonymus besingt »Die braune Blume«. Karl-Georg Hirsch begleitet die Verse mit Holzstichen. Leipzig 1993. Mit Frontispiz und 14 Holzstichen im Text. Violetter Originalkalblederband mit blindgeprägtem Rückentitel (Albrecht Adler, Leipzig). Im Originalschuber.

Dritter Leipziger Druck. – Eins von zehn der Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder und einem zusätzlichen signierten und kolorierten Holzstich (Gesamtauflage 250). – Von Künstler und Buchgestalter (Günter Jacobi) im Impressum signiert.

21,3 : 12,3 cm. 83, [1] Seiten, 1 Holzstich.

444  Karl-Georg Hirsch – Matthias Biskupek. Rot angeschwärzt

€ 400

und andere verklärende Botschaften aus dem Reich des Bösen. Holzstiche von Karl-Georg Hirsch. Rudolstadt, Burgart-Presse 1996. Mit 14 Holzstichen im Text. Roter Originalkalblederband mit schwarz- und blindgeprägten Titeln (Ludwig Vater, Jena). Im Schuber.

15. Druck der Burgart-Presse Jens Henkel. – Eins von 20 Exemplaren der Luxusausgabe A mit einer zusätzlichen signierten Handzeichnung von Karl-Georg Hirsch und in Ganzleder gebunden (Gesamtauflage 190, davon 40 Verlegerexemplare). – Graphische Konzeption von Gert Wunderlich. – Im Druckvermerk von Autor, Künstler und Buchgestalter signiert. – Druck des Textes in Rot und Schwarz und der Holzstiche in den Werkstätten der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig. – Tadellos erhalten.

29,9 : 17,5 cm. [52] Seiten. – Vorsatz mit Exlibris (Stich von Karl-Georg Hirsch).

Kästner/Lübbert II, A 109. – Isphording II, 112

445  Karl-Georg Hirsch – Nikolai Gogol. Die Nase.

€ 250

Holzstiche von Karl-Georg Hirsch. Memmingen, Edition Curt Visel 1993. Mit zwölf Holzstichen im Text. Originalhalbpergamentband mit Blind- und Rotprägung (Albrecht Adler, Leipzig). Im Originalschuber.

Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe B mit dem lose beigelegten dreizehnten Holzschnitt und in Halbpergament gebunden (Gesamtauflage 325). – Die graphische Gestaltung übernahm Gert Wunderlich, Leipzig. – Im Druckvermerk von Künstler und Buchgestalter signiert. – Auf Hahnemühle-Kupferdruckbütten. – Deckel- und Schuberbezüge sowie Vorsätze aus blaugrünem Roma-Bütten. – Exlibris (signierter und nummerierter Acrylstich von Karl-Georg Hirsch).

25,7 : 16,7 cm. 58, [6] Seiten, 1 loser Holzstich.

Kästner/Lübbert A 88 b

446  Karl-Georg Hirsch – Annette von Droste-Hülshoff. Die Judenbuche.

€ 300

Holzstiche von Karl-Georg Hirsch. Memmingen, Edition Curt Visel 1996. Mit zwölf Holzstichen im Text, davon drei blattgroß. Originalhalbpergamentband mit Blind- und Farbprägung. Im Schuber.

Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe B mit dem zusätzlichen signierten Holzstich (Gesamtauflage 240). – Im Druckvermerk von Karl-Georg Hirsch und Gert Wunderlich, dem graphischen Gestalter des Buches, signiert. – Auf Alt-Leipzig-Bütten.

25,7 : 16,7 cm. 89, [3] Seiten.

Kästner/Lübbert II, A 111 b

447  Karl-Georg Hirsch – Honoré de Balzac. Die lässliche Sünde.

€ 300

Holzstiche von Karl-Georg Hirsch. Memmingen, Edition Curt Visel 1998. Mit 25 Holzstichen im Text, davon drei blattgroß. Originalhalbpergamentband mit Blindprägung (Albrecht Adler, Leipzig). Im Originalschuber.

Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe A mit dem kolorierten lose beigelegten 26. Holzschnitt und in Halbpergament gebunden (Gesamtauflage 190). – Die graphische Gestaltung übernahm Gert Wunderlich, Leipzig. – Im Druckvermerk von Künstler und Buchgestalter signiert. – Auf »Leipzig«-Bütten. – Deckel- und Schuberbezüge sowie Vorsätze aus Roma-Bütten. – Exlibris (signierter und nummerierter Acrylstich von Karl-Georg Hirsch).

25,7 : 16,7 cm. 61, [3] Seiten, 1 loser Holzstich.

Kästner/Lübbert II, A 120 a

448  Karl-Georg Hirsch – Matthias Biskupek. Goldener Schnitt

€ 500

und andere ästhetische Katastrofen. Mit Holzstichen von Karl-Georg Hirsch. Rudolstadt, Burgart-Presse 2002. Mit 13 Holzstichen im Text. Schwarzer Originalmaroquinband mit blindgeprägten Titeln, goldgeprägten Fileten und Kopfgoldschnitt (Ludwig Vater, Jena). Im Schuber.

26. Druck der Burgart-Presse Jens Henkel. – Eins von 20 Exemplaren der Luxusausgabe A mit einer zusätzlichen signierten Handzeichnung (auf einem Doppelblatt mit einem eigenhändigen Text Biskupeks) und in Ganzleder gebunden (Gesamtauflage 100). – Buchgestaltung von Gert Wunderlich. – Im Druckvermerk von Autor, Künstler und Buchgestalter signiert. – Tadellos erhalten.

29,8 : 17,3 cm. [2], 42, [2] Seiten. – Vorsatz mit Exlibris (signierter Stich von Karl-Georg Hirsch).

Kästner/Lübbert II, A 138

  449    Felix Hoffmann – Sieben illustrierte Bücher.

€ 300

1960 bis 1974.

I. Hans Christian Andersen. Der standhafte Zinnsoldat. Ein Märchen. Aarau, Aargauer Tagblatt 1960. Mit acht blattgroßen Farbholzschnitten. Originalpappband. Privatdruck der Aargauer Zeitung. Eins von 500 Exemplaren. – II. Das Hohe Lied. Zürich und Stuttgart, Flamberg 1964. Mit 22 Farbholzschnitten. Originalhalbpergamentband. Eins von 400 Exemplaren. – III. Luigi da Porto. Geschichte der Liebe und des Todes von Romeo und Julia. Basel, Birkhäuser 1964. Mit zehn Holzstichen. Originalpappband. 13. Band der Baseler Drucke. Eins von 1000 Exemplaren. – IV. Gottfried Keller. Theatergeschichten. Gretchen und die Meerkatze. [Aarau] 1969. Mit sieben Farbholzschnitten im Text. Bordeauxroter Kalblederband. Privatdruck des Schweizerischen Buchdruckervereins. Eins von 600 Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 1500). – V. Jorinde und Joringel. Ein Märchen der Brüder Grimm. Basel, Birkhäuser 1969. Mit sieben Farbholzschnitten. Originalhalbpergamentband. Eins von 1200 Exemplaren. – VI. Thomas Mann. Death in Venice. New York, Limited Editions Club 1972. Mit 16 Holzstichen. Originalhalblederband. Eins von 1500 Exemplaren. – VII. Es taget vor dem Walde stand uf Kätterlin. Drei Dutzend Schweizer Volkslieder. [Aarau, Graphische Fachschule] 1974. Mit acht blattgroßen Farb- und 31 Textholzschnitten. Originalhalbpergamentband. Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtaufgabe 1300). – Felix Hoffmann studierte bei Würtenberger in Karlsruhe und 1933–1934 bei Hans Meid in Berlin. Bereits während seines Studiums erschienen erste von ihm illustrierte Bücher.

Tiessen, Hoffmann (nur bis V): 37, 50, 51, 60 und 61

450  Alfred Hrdlicka – Elias Canetti. Hochzeit.

€ 450

Drama. Salzburg, Residenz 1973. Mit vier signierten Radierungen und neun ganzseitigen Illustrationen von Alfred Hrdlicka. Originalbroschur in -umschlag und Originalseidenkassette.

Eins von 200 Exemplaren. – Auf Bütten. – Kordelbindung als Blockbuch. – Alfred Hrdlicka schuf zu Canettis Text insgesamt acht Radierungen, von denen für das Buch die Blätter 4, 6, 7 und 8 ausgewählt und, im Gegensatz zu den übrigen, in einer nennenswerten Auflage gedruckt wurden.

35,3 : 28,3 cm. 139, [5] Seiten. 4 Radierungen. – Kassette auf beiden Seiten mit starkem Lichtrand.

Lewin 330, 332, 333, 334

  451    Hundertwasser is painting. Hundertwasser malt. Hundertwasser peint.

€ 400

[Ausstellungskatalog]. Glarus, Gruener Janura 1979/80. Mit 35 Farbabbildungen. Originalhalbleinenband mit je einem Metallfolie-Prägedruck auf Vorder- und Hinterdeckel.

Eins von 500 Exemplaren der Vorzugsausgabe, auf dem Innendeckel vom Künstler mit weißer Farbe signiert und nummeriert (Gesamtauflage 5.000). – Der Künstler gestaltete dieses Katalogbuch anlässlich einer Ausstellungstournee seiner neuen Bilder in New York, Tokyo, Hamburg, Oslo, Paris, London und Wien in den Jahren 1979–1981. – Die Abbildungen wurden in neun Farben auf schwarze Kartonblätter gedruckt und die Gemälde dabei im Verhältnis ihrer tatsächlichen Größen reproduziert. »Die Breite der Seiten verjüngt sich fächerartig, so daß sich beim Blättern durch Überschneidungen jeweils unterschiedliche Ansichten der Doppelseiten ergeben« (Werkverzeichnis). – Mit einem Essay des Künstlers und bio-bibliographischen Anmerkungen.

28,0 : 24,0 cm. [22] Seiten. – Die mittleren zwei Kartonblätter aus der Bindung gelöst.

Werkverzeichnis APA 192 (Œuvre 824E)

452  Fritz Janschka. Ulysses-Alphabet

€ 600

zu ausgewählten Passagen aus dem Roman von James Joyce. Sechsundzwanzig Original-Farbradierungen. Frankfurt, Berlin und Wien, Propyläen 1973. 26 Farbradierungen, alle signiert, datiert und nummeriert, lose eingelegt. Originalleinenband mit eingelegtem Leder-Deckelschild in Originalleinenkassette (Helmuth Halbach, Königstein).

Eins von 60 Exemplaren (Gesamtauflage 75). – Auf Zerkall-Bütten. – Der Wiener Maler, Graphiker und Bildhauer Fritz Janschka (1919–2019) gilt als Vertreter der Wiener Schule für phantastischen Realismus, eine dem Surrealismus nahestehende Kunstströmung, deren Lehrer Albert Paris Gütersloh war. Rudolf Hausner begründete 1946 mit Edgar Jenè eine surrealistische Gruppe im Wiener Art Club, der sich auch Janschka anschloss. Die Künstler grenzten sich von der abstrakten Malerei ab, schulten sich aber an der technischen Perfektion Alter Meister. – Selten.

49,0 : 35,0 cm (Kassette). [60] Seiten, 26 Radierungen.

  453    Gerhard Marcks – Philipp Otto Runge. Von dem Fischer un syner Fru.

€ 150

Hamburg, Grillen-Presse 1955. Mit elf Holzschnitten von Gerhard Marcks im Text. Schwarz-grüner Originalbüttenpappband im Schuber.

Fünfter Druck der Grillen-Presse. – Eins von 830 Exemplaren, davon 650 für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft Hamburg. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Satz aus der Garamond der Lettergieterij Amsterdam. – Gedruckt auf Hahnemühle Kupferdruck-Bütten. – Tadellos schönes Exemplar. – Den ersten Textholzschnitt dieses Buches (»Der Fischer im Kahn«) wählte Edith Achilles 2010 als Signet für die Achilles-Stiftung. Sie erinnerte damit an gemeinsame »Fischzüge« von Mutter und Tochter auf Auktionen und Buchmessen und dokumentierte zugleich ihrer beider Verehrung für zwei mit Hamburg verbundene Künstler: Philipp Otto Runge und Gerhard Marcks.

23,7 : 17,7 cm. 21, [5] Seiten.

Lammek 486, 1–11. – Spindler 43.7. – Schauer II, 154

454  Gerhard Marcks – Homer. Fvenf Gesaenge der Odyssee.

€ 750

Holzschnitte von Gerhard Marcks. Hamburg, Galerie Rudolf Hoffmann 1963. Mit 71 Holzschnitten (darunter Initialen und Zierleisten). Hellbrauner Originallederband mit Strukturprägung auf den Deckeln (Christian Zwang, Hamburg). In Halblederkassette.

Eins von 300 Exemplaren, weitere 35 kamen nicht in den Handel. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Der großartige Pressendruck vereint die 1958–1963 entstandenen Holzschnitte von Gerhard Marcks mit den Textauszügen in der klassischen Fassung von Johann Heinrich Voss. – Zu den insgesamt 71 Holzschnitten gehören 52 Illustrationen sowie Mäanderleisten, Initialen und Titelzeilen. – Vollständig in Versalien gesetzt. – Druck bei Paul Hartung, Hamburg, auf eigens für diese Edition handgeschöpftem Hahnemühle-Bütten. – Laut Lammek wurden nur etwa 80 Exemplare bei Christian Zwang, Hamburg, gebunden bzw. in Kassetten ausgeliefert. – Die Prägung des Vorderdeckels mit dem schemenhaften Titel »Odyssee«.

39,8 : 29,0 cm. [140] Seiten. – Kassettendeckel leicht angestaubt. Rücken und Ränder minimal verfärbt.

Lammek 488, 1–71

  455    Gerhard Marcks – Aesop Tierfabeln des Aesop.

€ 150

Köln, Lempertz 1980. Mit 35 Holzschnitten von Gerhard Marcks im Text, davon sieben Initialen, sowie einem Holzschnitttitel. Originalhalbpergamentband mit Holzschnitttitel. Im Schuber.

Eins von 500 Exemplaren (Gesamtauflage 700) der Neuausgabe durch Henrik Hanstein, mit einem beigegebenen signierten Separatabdruck des Holzschnitts »Wolf« (Lammek 484.12). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Übertragen von August Hausrath. – Gedruckt auf Hahnemühle-Kupferdruckbütten. – Sehr schönes Exemplar.

33,4 : 23,4 cm. 31, [5] Seiten.

Lammek 484.1–33

456  Gerhard Marcks – Hommage à Gerhard Marcks.

€ 300

Herausgegeben von Henrik Rolf Hanstein. Köln, Galerie Lempertz Contempora 1980. Mit einer Lithographie und einem verkleinertem Klischeedruck nach einem Holzschnitt, beide signiert, sowie zwei Holzschnittvignetten auf dem Umschlag, alle von Gerhard Marcks sowie einer Tafel nach Henry Moore. Originalbroschur in hellbraunem Kalbledereinband mit blindgeprägtem Deckeltitel.

Eins von 270 Exemplaren. – Herausgegeben anlässlich der Kölner Ausstellung zum 90. Geburtstags von Gerhard Marcks. Am Anfang des Buches die ganzseitige und signierte Reproduktion seines Holzschnitts »Kölner Engel« und ein faksimilierter Brief. – Dazu: Thomas Merton. The Tower of Babel. [Hamburg für James Laughlin, Norfolk und New York, 1957]. Mit sechs Holzschnitten von Gerhard Marcks, darunter zwei Schriftzüge. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel (Theophil Zwang, Hamburg). Im Schuber mit Deckelschild. Eins von 250 Exemplaren. Gedruckt für den Verleger James Laughlin.

41,7 : 28,7 cm. [16] Seiten; 38, 4 : 26, 8 cm. 30, [6] Seiten. – Rücken minimal verfärbt.

Lammek L 150 und H 479 und 489.35, vgl. H 162. – Beigabe: H 487, 2–7

  457    Harald Metzkes. Polpossen.

€ 300

Farbholzschnitte. Texte von Peter Bock. Berlin, Galerie der Berliner Graphikpresse 1996. Mit zwölf signierten Farbholzschnitten, sechs davon blattgroß. Originalpappband und -mappe im Originalschuber.

Eins von 30 Exemplaren der römisch nummerierten Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 100) mit dem zusätzlich beigelegten überarbeiteten Holzschnitt, signiert und datiert »1997«. – Im Druckvermerk von Dichter und Künstler signiert. – Handpressendruck auf Gekko Hodomura. – Harald Metzkes (geboren 1929) war unter anderem Meisterschüler von Otto Nagel. Seit 1959 lebt er als freischaffender Künstler in Ostberlin.

41,5 : 30,5 cm. [1], 9, [3] Blätter, 6 Holzschnitte; 1 Holzschnitt.

458  Harald Metzkes – William Shakespeare [und] Karl Simrock. Walpurgisnachtstraum.

€ 400

Fünfter Aufzug. Mit zehn Radierungen von Harald Metzkes. Berlin 2001. Mit zehn signierten Radierungen. Farbig illustrierter Pappband.

Zehntes Graphikbuch der Berliner Graphikpresse. – Herausgegeben von Peter Röske und Monika Redloff. – Eins von 56 Exemplaren (Gesamtauflage 100). – Harald Metzkes (geboren 1929) studierte in Dresden und Berlin. Er war Mitbegründer der »Berliner Malschule«, in der DDR galt er als der »Cézannist vom Prenzlauer Berg«. »Metzkes hatte sich schon früh vom sogenannten ›Sozialistischen Realismus‹ distanziert. Nachdem Staats- und Parteichef Walter Ulbricht Anfang der 50er-Jahre getobt hatte, er wolle keine abstrakten Bilder mehr sehen, weder ›Bilder von Mondlandschaften noch von faulen Fischen‹, hatte Metzkes einige Jahre später in dunklen Farbtönen ein Stillleben mit einem toten Hai auf einem weiß gedeckten Tisch gemalt« (Nov 2018, maz-online.de).

42,0 : 31,0 cm. 29, [11] Seiten, 10 Radierungen.

  459    Jürgen Meyer Jurkowski – Alexander Puschkin. Der Sargmacher.

€ 250

Mit sechs Holzschnitten von Jürgen Meyer Jurkowski. Hamburg, M & M 1998. Mit sechs Farbholzschnitten, drei blatt-, zwei doppelblattgroß. Schwarzer Originalmaroquinband mit Blindprägung und rotgeprägtem Rückentitel (Ludwig Vater, Jena). Im Halbleinenschuber.

Eins von 40 Exemplaren, davon wohl nur fünf in Leder gebunden. – Vom Künstler-Verleger im Druckvermerk signiert. – Auf starkem Velin »BFK Rives«. – Die expressiven Holzschnitte des Hamburger Künstlers in Schwarz und kräftigem Rot gedruckt, diese Zweifarbigkeit wurde auch im Text aufgegriffen: rote Titelzeile, Initiale und Zierleisten. – Selten und makellos.

38,5 : 28,5 cm. 23, [1] Seiten.

460  Hermann Naumann – Zwei Bücher mit Punzenstichen, eine Folge Lithographien.

€ 400

[Hamburg und Düsseldorf], Claassen 1969 bis 1976.

Hermann Naumann, geboren 1930, hatte sich bereits in den 1950er Jahren der alten und in Vergessenheit geratenen graphischen Technik des Punzenstichs zugewandt. »Seine Punzenstiche und Radierungen faszinieren in ihrer symbolhaften Dekorativität oder erschrecken in ihrer schonungslosen, auf Schönheit und Beschönigung verzichtenden Direktheit« (Ulrich von Kritter). – I. Meine jüdischen Augen. Grafischer Zyklus. Jiddische Dichtung aus Polen übertragen und zusammengestellt von Hubert Witt. 1969. Mit 13 signierten Punzenstichen. Originallederband mit montiertem Punzenstich auf dem Vorderdeckel. Im Originalschuber. Eins von 150 Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 1.000). – II. Arthur Rimbaud. Gedichte. Französisch – Deutsch. Mit 10 Radierungen und 8 Punzenstichen. 1976. Hellgrüner Originalmaroquinband mit Blindprägung. Eins von 200 Vorzugsexemplaren. Druck der Radierungen in Schwarz, der Punzenstiche in Grün. – III. Elf Lithographien zu Luis de Góngora y Argote »Soledades«. 1968/1974. 27 : 21 cm (48,7 : 36,7 cm). Signiert, datiert und nummeriert. 1974. Lose in Originalhalbpergamentkassette. Exemplar 78/150. Die Kassette enthält auch die Buchausgabe mit den Übertragungen der Gedichte von Erich Arendt und Reproduktionen der Lithographien.

Rücken von I leicht verfärbt.

Tiessen V, 7 und IV, 6. – Kritter 56 (zu II)

461  Renée Nele – Henry Miller. Obszönität und Reflektion.

€ 200

Mit zehn Radierungen von Renée Nele. Köln, Galerie Der Spiegel 1960. Lose Doppelbogen in Originalumschlag, -pappchemise mit Rückenschild. Im Schuber.

Eins von 45 Exemplaren. – Auf Kupferdruck-Bütten. – Im Druckvermerk von der Künstlerin signiert. – Der Text wurde der Zeitschrift »Das Lot« entnommen. – Sehr frühe graphische Folge von Eva Renée Nele (geboren 1932), Tochter des Begründers der documenta Armin Brode. Seit 1965 lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Frankfurt am Main.

23,8 : 21,5 cm. [32] Seiten, 10 Radierungen.

  462    Pablo Picasso – Camile José Cela. Geschichten ohne Liebe.

€ 250

Aus dem Spanischen von Rainer Specht. Mit 32 Farbillustrationen von Pablo Picasso. Berlin, Propyläen 1968. Mit 32 farbigen Illustrationen. Violetter Originalziegenlederband mit vergoldetem Rückentitel und blindgeprägtem Signet auf dem Vorderdeckel (Helmuth Halbach, Niederhöchstadt). Im Schuber.

Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder. – Typographie und Einbandgestaltung von Gotthard de Beauclair. – Die Illustrationen Picassos zu diesem Buch entstanden am 13. Juni 1960 in Cannes.

35,5 : 25,9 cm. 153, [5] Seiten.

Vgl. Kibbey 1372

463  Imre Reiner – Maxim Gorki. Die Geschichte eines Verbrechens.

€ 150

Stuttgart, Julius Hoffmann 1922. Mit sechs Holzschnitten von Imre Reiner. Originalpappband mit Buntpapierdeckelbezügen und Rückentitel.

Vierter Druck der Juniperuspresse. – Eins von 100 Exemplaren. – Die zweite Illustrationsfolge des Ungarn Imre Reiners (1900–1987), der in den 1920er Jahren unter seinem eingedeutschen Vornamen Emmerich bei F. H. Ernst Schneidler in Stuttgart studierte. Bereits während der ersten Studienjahre erschienen drei von ihm illustrierte Werke in der dortigen Juniperuspresse. Die Gesamtherstellung lag bei den Werkstätten der Württembergischen Staatlichen Kunstgewerbeschule in Stuttgart.

31,1 : 23,6 cm. 40, [4] Seiten. 6 Holzschnitte. –.

Reiner III, 2. – Tiessen II, 2. – Rodenberg 98, 4

464  Imre Reiner – Miguel de Cervantes. Szenen aus Don Quixote.

€ 850

Mit einundzwanzig Holzstichen von Imre Reiner und einem Nachwort von Hermann Kienzle. Basel, Holbein 1941. Mit 21 in Braun gedruckten Textholzstichen. Blauer Maroquinband mit vergoldetem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gedruckt auf Bütten. – Gedruckt bei Gebr. Fretz, Zürich, auf Bütten. – Von Imre Reiner im Druckvermerk signiert. – Exemplar aus dem Besitz des Künstlers: Mit einer Original-Tuschzeichnung zum Don Quixote (monogrammiert), einer Extrasuite von 20 signierten Probeabzügen der Holzstiche in verschiedenen Farben und auf verschiedene Papiere gedruckt, und dem Verlagsprospekt zum Buch. Dieser mit dem eigenhändigen Hinweis des Künstlers »der einzige mir verbliebene Prospekt«. – Beiliegend ein Notizzettel des Künstlers mit Angaben zu dieser Ausgabe. – Buch, die losen Holzstiche und Beigaben in Leinenkassette.

26,5 : 19,5 cm. 48, [4] Seiten.

Reiner III, 6. – Tiessen II, 6

465  Imre Reiner – Voltaire. La Princesse de Babilone.

€ 1500

Bois gravés de Imre Reiner. Bern, Les Belles Feuilles 1942. Mit zwölf, teils blattgroßen Textholzschnitten, gedruckt in Schwarz bzw. Braun, und elf zweifarbigen Holzschnitt-Initialen. Dunkelroter Maroquinband mit Deckelillustration in Lederapplikation, Blindprägung und vergoldeten Fileten. Rückentitel, Stehkantenfileten und Kopfschnitt (gepunzt) vergoldet (signiert: R. Meuter, Ascona). Mit Leinenmappe in Halblederkassette mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 20 römisch nummerierten Exemplaren »hors commerce«, wie die 30 Vorzugsexemplare auf »Japon Imperial« und mit einer Extrasuite aller Holzschnitte. – So sehr selten und hier zudem in einem prachtvollen Einband des Asconaer Meisters Roland Meuter. – Voltaires Märchen, erstmals 1768 in Genf erschienen, wird von Reiner »in überaus abwechslungsreicher, doch zurückhaltender Weise mit Holzstichen illustriert, die das Werk rhythmisch auflockern« (Kritter).

32,0 : 25,5 cm. [6], 115, [11] Seiten.

Reiner III, 8. – Tiessen II, 8. – Kritter 110

466  Imre Reiner – [Johann Wolfgang von] Goethe. Novelle.

€ 450

Mit einem Nachwort von Emil Staiger und Original-Holzstichen von Imre Reiner. Basel, Benno Schwabe 1943. Mit zehn signierten blattgroßen Holzstichen. Dunkelgrüner Oasenziegenlederband mit eingebundenem Original-Schutzumschlag.

Zweiter Druck der Petri-Presse. – Eins von 25 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe A auf handgeschöpftem Japan und mit einer Extrasuite von 13 signierten Holzstichen auf Japan, weitere 200 Exemplare auf Bütten (siehe KatNr. 405) und 600 auf Werkdruckpapier. – Der Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Die Extrasuite enthält auch drei im Buch nicht verwendete Stiche, diese von Imre Reiner entsprechend bezeichnet. Vorliegendes Exemplar stammt wohl aus dem Besitz des Künstlers, der eingebundene Schutzumschlag mit seinem Vermerk »der orig. Schutzumschlag« und signiert. – Sehr selten.

31,8 : 21,5 cm. 63, [5] Seiten. – Rücken von Einband und Suitenmappe verblasst. Blätter der Suite und Buchseiten Seiten durchgehend etwas stockfleckig.

Reiner III, 9. – Tiessen II, 9. – Schauer II, 132

467  Imre Reiner – Aristophanes. Die Vögel.

€ 4500

Übertragen von Christian Voigt mit 37 Holzstich-Illustrationen von Imre Reiner. Hamburg, Maximilian-Gesellschaft 1965. Mit 37 Holzstichen im Text, acht davon blattgroß. Weißer Schweinslederband und weißer Halbschweinslederband, zusammen in Doppelschuber mit Pergamentkanten (signiert Legatoria Artistica Ascona 1972).

Eins von zwölf römisch nummerierten Künstlerexemplaren. – Druckvermerk vom Künstler mit Rotstift signiert und nummeriert. – Dieses auch innerhalb der kleinen Künstlerauflage ganz unikate Exemplar enthält zusätzlich: sieben Originalzeichnungen (Tusche und Aquarell) und 25 Holzstiche als Probedrucke. Die Zeichnungen, teils Gouachen und Aquarelle, teils aquarellierte Tuschzeichnungen, und 13 der Probedrucke auf Japan sind auf eingebundene Blätter am Ende des Bandes montiert, 12 Probedrucke liegen lose bei. Alle »Beigaben« signiert, meist auch datiert und betitelt, die Holzstiche als »Probedrucke« oder »épreuve« bezeichnet. – Besonders die farbenfrohen Aquarelle überraschen in ihrem Gegensatz zu den – zumindest auf den ersten Blick – strengen Holzstichen. – Besonders bemerkenswert die zweite Beigabe: Sechs in Rot gedruckte Aquatintaradierungen in deutlich größerem Format als das Buch, jede signiert und mit «Probeabzug (Die Vögel)« bezeichnet. Die Radierungen auf Kartonblätter montiert, diese gebunden in Halbschweinslederband. Auf dem Vorsatzblatt die eigenhändige Anmerkung Reiners: »Es war meine Absicht, das Buch in diesem Format zu planen und mit Radierungen zu illustrieren, die Umstände wollten es anders. Statt Radierungen machte ich Holzstiche u. somit änderte sich auch das Format. I. R.« – Das Buch erschien als Jahresgabe der Maximilian-Gesellschaft für 1964 in einer Auflage von 1500 Exemplaren. Die Typographie stammt von Richard von Sichowsky, gedruckt wurde bei Hans Christians, Hamburg, auf Hahnemühle Kupferdruckpapier. Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Einbände stammen von J. Stemmle, der 1965 in Ascona die »Legatoria artistica« eröffnet hatte. Aus dieser ging später die Stiftung »Centro del bel libro Ascona« hervor. – Die künstlerische Entstehungsgeschichte der Illustrationen lässt sich kaum besser nachvollziehen als an diesem Exemplar aus dem Nachlass des Künstlers.

30,0 : 21,5 cm (Buch), 39,0 : 27,5 cm (Suitenmappe), 40,0 : 28,0 cm (Schuber).

Tiessen II, 30. – Spindler 49.13. – Reiner III, 33

468  Imre Reiner – Hesiod. Werke und Tage.

€ 400

Aus dem Griechischen übertragen von Albert von Schirnding. Mit zweiunddreißig Holzstichen von Imre Reiner. München, Hanser 1966. Mit 31 Holzstichen im Text und einem auf dem Vorderdeckel. Originalhalblederband mit blindgeprägtem Rückentitel (Willy Pingel, Heidelberg). Im Schuber. – Widmungsexemplar.

Zweiter Hanser Pressendruck. – Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 190). – Auf Hahnemühle-Bütten. – Mit einer Tuschfederzeichnung betitelt »für Hesiod ›Werke und Tage‹« und mit Widmung für »W. Brand zur Erinnerung an viele Jahre die uns verbinden. | Imre Reiner | IX. 69«. – Aus der Sammlung Peter Wilhelm Brand (Hauswedell & Nolte 1979, Auktion 229, KatNr. 1425).

40,4 : 31,0 cm. 50, [6] Seiten.

Reiner-Bibliographie III, 35. – Spindler 63.2

469  Imre Reiner – [Johann Wolfgang von] Goethe. Das Märchen.

€ 400

Mit Holzstichen von Imre Reiner. Basel, Petri Presse 1972. Mit 21 Holzstichen im Text. Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel. In Originalkassette mit Buntpapierbezug.

Eins von 80 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf handgeschöpftem Umbria-Bütten und mit einer Extrasuite der Stiche in Rötel auf Shiohara-Japan (Gesamtauflage 300). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Dazu: Heinrich von Kleist. Sul teatro di marionette. Acquaforti di Imre Reiner. Ascona, Rovio 1980. Mit sieben ganzseitigen Aquatintaradierungen. Lose Doppelbögen in Originalumschlag und Schuber. Eins von 25 Vorzugsexemplaren mit einer Suite der Radierungen (Gesamtauflage 109). Gedruckt auf Velin d’Arches.

36,2 : 26,2 cm. 61, [7] Seiten; 33,8 : 26,0 cm. 47, [9] Seiten.

Reiner III, 42 und 50. – Tiessen IV, 39 und V, 42

470  Eberhard Schlotter – Karl von Holtei. Nur einmal saht Ihr blühen die Rosen hier am Rhein.

€ 400

Radierungen von Eberhard Schlotter. Darmstadt, Josef Gotthard Bläschke Presse 1965. Mit zwölf signierten Aquatintaradierungen, davon eine farbig. Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel und Furnierpapierbezügen, der vordere illustriert.

Dritter Druck der Josef Gotthard Bläschke Presse. – Eins von 84 Exemplaren (Gesamtauflage 110). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Handsatz aus der Original-Janson-Antiqua, gedruckt auf Bütten.

27,2 : 25,7 cm. 54, [4] Seiten.

Spindler 68.3. – Schlotter Werkverzeichnis 464–475

471  Eberhard Schlotter – Arno Schmidt. Orpheus.

€ 900

Mit siebenundzwanzig Radierungen von Eberhard Schlotter. Frankfurt am Main, Berlin und Wien, Propyläen 1974. Mit 27 signierten Radierungen, davon 17 ganzseitig. Originalhalbleinenband mit Rückenschild (Helmuth Halbach, Königstein/Taunus). Im Schuber.

Eins von 125 Exemplaren der Serie A 2 (Gesamtauflage 150). – Breitrandiger Pressendruck auf Kupferdruckbütten. – Blockbuchbindung. – Der Text entstammt wortgetreu der Erzählung »Caliban über Setebos« von Arno Schmidt. – Schlotter – seinerseits selbst »Orpheus an der Staffelei« genannt (FAZ) – zeigt hier sein ganzes Können, jedes Blatt ist ein eigenes Kunstwerk von außerordentlicher Qualität. Mehr als vierzig Jahre alt, bis heute aber unverändert frisch und überaus präzise in der Ausführung.

45,5 : 32,0 cm. 76, [4] Seiten.

Schlotter Werkverzeichnis 1109–1135

472  Pravoslav Sovak – Heinrich Böll. Du fährst zu oft nach Heidelberg.

€ 750

Radierungen von Pravoslav Sovak. Mailand, Grafica Uno 1983. Mit fünf ganzseitigen und rückseitig unbedruckten, signierten Radierungen. Lose, gefalzte Doppelbogen in Originalumschlag und Originalhalbleinenkassette.

Eins von 36 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer signierten Extrasuite der fünf Radierungen auf »Duchêne Papier«. Daneben erschienen 99 Exemplare ohne Suite. – Im Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert. – Die Erzählung, 1977 erstmals veröffentlicht, basiert auf Mitteilungen des Heidelberger Graphikers Klaus Staeck, dem Böll diesen Text gewidmet hat. Geschildert wird der nahezu unaufhaltsame Aufstieg des mustergültigen Helden, der einen einzigen, seine Karriere gefährdenden Makel hat: Er betreut an der Heidelberger Universität eine Gruppe von Exil-Chilenen. – Der Band enthält eine italienische Übersetzung der Erzählung. – Der tschechische Künstler Pravoslav Sovak (geboren 1926) schuf die Graphiken zu dieser Ausgabe, darunter ein Porträt des zwei Jahre später verstorbenen Heinrich Böll. – Das letzte Buch, das Mutter und Tochter Achilles gemeinsam auf einer Auktion erworben haben – in unserer Auktion 1 im Mai 2010.

35,0 : 31,0 cm. 31, [9] Seiten.

473  Kurt Steinel – Johann Wolfgang [von] Goethe. Reineke Fuchs. In 12 Gesängen.

€ 750

Offenbach am Main, Kumm 1962. Mit 20 signierten Lithographien von Kurt Steinel. Bordeauxroter Halbmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel und Batikpapier-Deckelbezügen (signiert: R. Meuter, Ascona).

Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Mit signierter Zeichnung von Steinel auf dem Vortitelblatt. – Die Lithographien wurden in der Werkkunstschule Offenbach auf Büttenkupferdruckpapier gedruckt. – Kurt Steinel (1929–2005) wurde 1971 Professor für figürliches Zeichnen und Illustration an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, ab 1974 Rektor der Hochschule. Bekannt wurde er durch Publikationen, Buchillustrationen und illustrierte Mappenwerke mit Originalgraphik. Steinels Reineke-Illustrationen erinnern im Stil an die Arbeiten von Joseph Hegenbarth.

30,0 : 24,0 cm. 132, [4] Seiten, 20 Lithographien.

474  Günther Uecker – Eugen Gomringer. Wie weiß ist wissen die Weisen.

€ 400

Hommage à Uecker. Zirndorf, Verlag für Moderne Kunst 1975. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalbroschur, Umschlag mit Prägedruck von Günther Uecker.

Der Text von Eugen Gomringer, entstanden 1972, wurde durch einen Computer in 720 Kombinationen wiedergegeben. – Die Abbildungen dokumentieren Werke Ueckers aus den Jahren 1957 bis 1974.4.

32 : 23 cm. [88] Seiten.

Van der Koelen L 7505

  475    Victor Vasarely · Michel Butor. Octal.

€ 250

Traduction Allemande et Postface par / Übertragung ins Deutsche und Nachwort von / Helmut Scheffel. München, Bruckmann 1972. Mit neun Farblithographien nach Vasarely und acht Folienblättern. Zweifarbig illustrierter Originalleinenband mit weißbedrucktem Folienumschlag.

Eins von 850 Exemplaren, auf dem Vortitel von Künstler und Schriftsteller signiert (Gesamtauflage 1015). – Der französische Text auf grauem Bütten, die deutsche Nachdichtung in Blau auf Folien gedruckt. – Zu den außergewöhnlichen Lithographien – aufwendig gedruckt bei Matthieu, Dielsdorf bei Zürich, nach Originalwerken Vasarelys – schrieb Wolfgang Tiessen 1972 in einem beiliegenden Angebot: »Überraschend sind die Lithos, weil man in ihnen nicht jenen Vasarely wieder erkennt, den man heute so viel sieht. Die Lithos sind farblich und kompositorisch schön bis wunderschön!«.

48,5 : 40,5 cm. [20] Blätter, 9 Lithographien. – Das erste Folienblatt aus der Bindung gelöst.

  476    Ein Dutzend illustrierte Bücher.

€ 500

Teils in Vorzugsausgaben. 1956 bis 1995. Teils originalgraphisch illustriert und oft signiert. Alles Originaleinbände.

I. Helmut Ackermann – Johann Wolfgang von Goethe. Novelle. Mit neun Kaltnadelradierungen. Memmingen, Edition Curt Visel 1982. Originalhalbpergamentband. Eins von 90 (Gesamtauflage 100).
II. Peter Ackermann – Gustave Flaubert. Jules und Henry oder Die Schule des Herzens. Berlin, Propyläen 1971. Mit 25 Radierungen, eine signiert. Originalpappband. Eins von 500 Exemplaren der Ausgabe B (Gesamtauflage 1000).
III. Uwe Bremer – Erlkönigs Tochter oder Uwe Bremers kleine Balladengalerie. Gifkendorf, Merlin 1981. Mit 12 Radierungen. Originalpappband. Eins von 125 Exemplaren (Gesamtauflage 171).
IV. Gertrude Degenhardt – Das sind unsere Lieder. Frankfurt a. M., Büchergilde Gutenberg 1977. Mit zahlreichen Illustrationen. Originalleinenband und -mappe. Eins von 250 Exemplaren der Vorzugsausgabe beigelegter Farbradierung.
V. Irmgard Flemming – Du Stein, ich aber singe. Darmstadt, Saalbau-Galerie 1984. Sieben Radierungen, eine davon auf dem Vorderdeckel, lose in Originalpappchemise. Eins von 50 Exemplaren.
VI. Peter Germann – Rainer Maria Rilke. Notizen zur Melodie der Dinge. Bern, Bären Presse 1993. Mit fünf Papierschnitt-Collagen. Originalhalblederband. Sechster Druck der Bären Presse. Eins von 50 Exemplaren.
VII. Günther Harmsen – Heinrich Heine. Die Nordsee aus dem Buch der Lieder. Hamburg, Abakus Presse 1988 Mit 28 zweifarbigen Radierungen, davon zehn blattgroß. Originalpappband. Erster Druck der Abakus Presse. – Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 175).
VIII. Alfred Mahlau – Westfälische Drahtindustrie 1856–1956. Text von Ernst Schnabel. Hamm [1956]. Mit 17 Abbildungen nach Zeichnungen. Originalpappband.
IX. Cornelia von Mengershausen – Friedrich Hölderlin. Der Archipelagus. Mit sechs Farbradierungen. California, Ettan Press 1978. Originalkalblederband. Eins von 20 Exemplaren (Gesamtauflage 90).
X. Klaus Raasch – Die Werkstatt. Hamburg, Schwarze Kunst 1995. Mit drei signierten Originalgraphiken. Originalleinenmappe. Eins von 400 Exemplaren, die Graphiken 1/30.
XI. Oskar Schlemmer – Heinrich von Kleist. Über das Marionettentheater. Rom, Dieter Grauer 1983. Mit sechs Illustrationen. Originalpappband. Eins von 150 Exemplaren.
XII. Günther Stiller – Nacht mit Gästen. Mit Original-Linolschnitten. Wiesbaden, Offizin Parvus 1966. Illustrierter Originalpappband. Eins von 250 Exemplaren (Gesamtauflage 300).

Rücken von VI verfärbt.