ChristianHesse

Lot 251 – 300 | Hesse-Auktionen
Lot 251 – 300

251  Cranach-Presse – Pierre de Margerie. Éloge de la typographie prononcé.

€ 1200

Allocution prononcée à l’ouverture de l’exposition »Le Salon des Bibliophiles« à Berlin le XIII Octobre MCMXXIX. Paris, Édition de Cluny 1931. Mit einer Initiale von Eric Gill, ornamentiert durch Holzschnitt von Aristide Maillol. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Erste Ausgabe, erster Druck. – Auf Monval-Bütten mit Wasserzeichen »MK«. – Eins der im Januar 1931 gedruckten Exemplare mit Angabe der geplanten Auflagen von 170 Bütten- und 15 Pergamentexemplaren. Im Februar, noch während des Fortdrucks, korrigierte Kessler wohl angesichts geringerer Nachfrage Auflage und Druckvermerk auf 115 Bütten- und 14 Pergamentexemplare. – Sechs einseitig bedruckte Doppelblätter, somit Schön- und Wiederdruck getrennt, in korrekter Seitenfolge geheftet. Es gibt auch beidseitig bedruckte Exemplare. – Die Rede des französischen Botschafters in Berlin anlässlich der Eröffnung einer von der Deutsch-Französischen Gesellschaft ausgerichteten Ausstellung wurde auf der Cranach Presse in Weimar gedruckt. Harry Graf Kessler stand Roland de Margerie, dem Sohn des Botschafters, nahe. Als französischer Gesandtschaftssekretär in Berlin warnte dieser im März 1933 Kessler, er solle von seiner Parisreise nicht nach Deutschland zurückkehren.

28,8 : 18,8 cm. 24 Seiten, davon 11 bedruckt.

Brinks 84. – Müller-Krumbach 53. – Schauer II, 75. – Gill 347a. – Guérin I, 63

252  Cranach-Presse – Rainer Maria Rilke. Duineser Elegien.

€ 20000

Elegies from the Castle of Duino. Translated from the German by V. Sackville-West and Edward Sackville West. London, Hogarth Press, und Leipzig, Insel 1931. Mit 20 vergoldeten Holzschnitt-Initialen von Eric Gill. Roter Originalecrasélederband mit vergoldeten Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten und Titeln (signiert: O. Dorfner, Weimar).

Unnummeriertes Exemplar auf Pergament mit vergoldeten Initialen, »Printed specially for V. Sackville-West and not for sale«. – Laut Druckvermerk wurden für den Verkauf acht Exemplare auf Pergament und 230 auf Maillol-Kessler-Bütten gedruckt. Laut Kessler-Verzeichnis waren drei von zehn Pergamentexemplaren und zehn weitere Büttenexemplare nicht für den Handel bestimmt. – Druckvermerk von den beiden Übersetzern signiert. – Satz aus der Johnston-Kursiv und Jenson-Antiqua. – Die Titelzeile und die Übersetzerhinweise am Ende der zehn Elegien wurden in Rot gedruckt. – »Hinter dem Auftraggeber ›Hogarth Press‹ verbarg sich der Verlag des Schriftstellerpaares Virginia und Leonard Woolf […] im Verhältnis zum hauptsächlichen Verlagsangebot ist die englisch/deutsche Ausgabe der ›Duineser Elegien‹ ein Einzelfall, der sich am wahrscheinlichsten durch die Übersetzung von Vita Sackville-West erklärt, die mit Virginia Woolf eng verbunden war« (100 Jahre Cranach-Presse, S. 172). – Bemerkenswert scheint, dass diese englische Ausgabe noch vor der deutschen Originalausgabe erschien.

24,5 : 15,5 cm. [4], 132, [6] Seiten.

Müller-Krumbach 54. – Brinks 87. – 100 Jahre Cranach-Presse, Weimar 2013, 52. – Sarkowski 1338 a. – Schauer II, 75 (Abbildung). – Mises 601. – Gill 347

253  Cranach-Presse – Das Hohelied Salomo.

€ 1500

Leipzig, Insel 1931. Mit elf Holzschnitten und 13 Holzschnitt-Initialen von Eric Gill. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel.

Eins von 100 Exemplaren der deutschen Ausgabe auf Maillol-Kessler-Bütten (Gesamtauflage 158). – »Der text dieser ausgabe des Hohen Liedes ist wörtlich nachgedruckt der ersten ausgabe der Lutherischen bibelübersetzung; seine dramatische gestaltung der Vulgata entnommen« (Druckvermerk). – Satz aus der Jenson-Antiqua. – Die Kolumnentitel wurden in Rot, die Holzschnitte mit zartgelber Tonplatte gedruckt. – Den unsignierten Einband fertigte Gerhard Prade, Leipzig.

26,2 : 13,5 cm. [2], 31, [7] Seiten.

Brinks 89. – Müller-Krumbach 55. – Schauer II, 75. – Sarkowski 1393. – Gill 284

254  Cranach-Presse – Cantique des Cantiques de Salomon.

€ 4000

Traduction de le Maistre de Saci. Paris, Éditions de Cluny 1931. Mit zehn Holzschnitten und 14 Initialen von Eric Gill. Ziegelroter Originalmaroquinband mit vergoldetem Titel und Deckelkantenfilete (signiert: O. Dorfner).

Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan. Auch von der französischen Ausgabe wurde weitere acht Exemplare auf Pergament und 100 Exemplare auf Bütten gedruckt. – Der Text folgt der Übersetzung von Isaac Louis le Maistre, dem jansenistischen Theologen des 17. Jahrhunderts. – Satz aus der 1470 in Venedig entstandenen Jenson-Antiqua. – Die Kolumnentitel wurden in Blau, die Holzschnitte mit zartgelber Tonplatte gedruckt. – Der Holzschnitt auf Seite 7 der deutschen Ausgabe wurde in der französischen Ausgabe nicht verwendet.

26,5 : 13,8 cm. [2], 32, [4] Seiten.

Brinks 93. – Müller-Krumbach 57. – Gill 284

255  Staatliche Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig – Henrik Ibsen. Die Kronprätendenten.

€ 600

[Weimar,] Gesellschaft der Bibliophilen 1911. Mit Radierungen von Alois Kolb, dabei vier signierte und zehn im Text, der Titel mit Vignette und zehn figürliche Initialen. Dunkelbrauner Originalschweinslederband mit blindgeprägter Deckelvignette, vergoldeten Innenkantenbordüren sowie Seidenspiegeln und -vorsätzen. In Leinenkassette.

Eins von 250 Exemplaren. – Prachtvolle Jahresgabe für die Mitglieder der ältesten Bibliophilengesellschaft Deutschlands, die 1899 von Fedor von Zobeltitz gegründet wurde. – Unter Beteiligung von Georg Belwe (Satz), Richard Berthold (Buchdruck) und des Künstlers auf Japan gedruckt in der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig.

43,5 : 32,0 cm. [4], 96, [4] Seiten. 4 Radierungen.

Deutsche Bibliophile 1898–1930, Seite 10. – Sennewald 11. – Rodenberg 186

256  Staatliche Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig – Shakespeare. Troilus und Cressida.

€ 450

Übersetzung von Hans Rothe. Mit zwölf farbigen Lithographien von Kurt Werth. Leipzig 1921. Mit zwölf blattgroßen Farblithographien. Dunkelbrauner Lederband mit Vergoldung (signiert: R. Maetzke · Berlin).

Erster Druck der Staatlichen Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig. – Eins von 300 Exemplaren. – Gedruckt in den Werkstätten für Buch- und Steindruck unter Leitung von Georg A. Mathéy. – Die 1764 gegründete »Akademie für Malerei«, seit 1900 »Königliche Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe«, erlebte unter dem damaligen Direktor Max Klinger eine entscheidende Wende zur Moderne. Nach der Auflösung des Königreiches Sachsen wurde die nun »Staatliche« Akademie, vor allem unter der Leitung von Walter Tiemann (1920–1941), die Bildungs- und Wirkungsstätte für zahlreiche bedeutende Vertreter der deutschen Buchkunst des 20. Jahrhunderts.

28,9 : 24,3 cm. 147, [3] Seiten. – Rücken minimal verblasst. – Eine Seite mit kleinem überklebtem Randeinriss.

Rodenberg 185, 1

  257    Staatliche Akademie zu Leipzig – Zwei Drucke.

€ 300

Leipzig 1923 und 1931. Originaleinbände.

I. Prosper Merimée. Tamango. Eine Erzählung. Mit acht Radierungen von Karl Miersch. 1923. Originalhalbpergamentband mit Deckelschild. Titel und Kopfschnitt vergoldet. Dritter Druck der Akademie. Eins von 200 Exemplaren. Gedruckt auf Bütten. Übersetzt von Julius Zeitler, dem Leipziger Schriftsteller, Verleger und Bibliophilen. Karl Miersch (1894–1969) unterrichtete an der Leipziger Akademie, später an der dortigen Kunstgewerbeschule. – II. Knut Hamsun. Drei Novellen. Mit farbigen Holzstichen von Hans Alexander Müller. 1931. Originalhalbleinenband mit Japanfaserbüttenbezug und negativ blindgeprägtem Signet. Sechster Druck der Akademie. Eins von 125 Exemplaren. Lockere Interimsbindung. Trotz eines Kardinalfehlers des Setzers (ungerade Seitenzahlen links!) ausgezeichnet als eines der 50 schönsten Bücher des Jahres 1930.

29,3 : 23,0 cm. [4], 49, [3] Seiten; 29,8 : 20,0 cm. [9], 93, [6] Seiten. –.

I: Rodenberg 185, 3. – Sarkowski 1104. – Sennewald 23. – II: Eichhorn/Salter 1.51

258  Staatliche Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig – Johann Wolfgang von Goethe. Stella.

€ 750

Ein Schauspiel für Liebende. Erste Fassung. Leipzig, Insel 1924. Mit einer radierten Titelvignette. Ziegelroter Ecrasélederband (Gerhard Prade, Leipzig).

Vierter Druck der Staatlichen Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig. – Eins von 320 Exemplaren, die ersten 20 waren nicht für den Handel bestimmt. – Auf Bergisch-Gladbach-Bütten. – Die Titelvignette stammt wohl von Georg A. Mathéy. – Meisterhafter Einband von Gerhard Prade, der neben Otto Dorfner auch viele Einbände für Kesslers Cranach-Presse schuf.

25,6 : 15,4 cm. [2], 88, [4] Seiten. – Rücken leicht verblasst.

Rodenberg 185, 4. – Sarkowski 609

  259    Staatliche Akademie zu Leipzig – [William] Shakespeare. Der Sturm.

€ 150

Mit Illustrationen von Josef Hegenbarth. Berlin, Rütten & Loening 1960. Mit 18 Illustrationen nach Zeichnungen. Pergamentband mit Blindprägung und Rückenvergoldung (signiert: Thamm).

Herausgegeben vom Institut für Buchgestaltung Leipzig. – Eins von 1100 Exemplaren, die in den Werkstätten der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig hergestellt wurden. – Gestaltung nach Angaben von Albert Kapr. – Der Originalumschlag wurde eingebunden.

28,1 : 18,9 cm. 127, [5] Seiten.

Seyfert/Weise S. 176

  260    Staatliche Akademie zu Leipzig – Pablo Neruda. Ode an die Typografie.

€ 150

Leipzig, Institut für Buchgestaltung Leipzig 1964. Mit fünf blattgroßen Illustrationen von Frank Ruddigkeit. Illustrierter Kalblederband im Schuber.

Unnummeriert, außerhalb der Auflage von 100 Exemplaren und eventuell als Luxusexemplar in Leder gebunden. Die bei Seyfert/Wiese erwähnte sechste Illustration hier wohl auf dem Vorderdeckel. – Erschienen mit großer Widmung zum 70. Geburtstag des ersten DDR-Ministerpräsidenten Otto Grotewohl, Mitherausgeber war die nach ihm benannte Ingenieurschule für Polygrafie. – Nach einer Übertragung von Erich Ahrendt. – Gesetzt als Schriftprobe der 28p Leipziger Antiqua, die Albert Kapr erst Anfang der 1970er Jahre fertigstellte.

30,5 : 20,0 cm. [40] Seiten.

Seyfert/Wiese S. 179

261  Wien – Arthur Schnitzler. Reigen.

€ 900

Zehn Dialoge. Geschrieben Winter 1896–97. Buchschmuck von Berthold Löffler. Wien und Leipzig, Wiener Verlag 1903. Dunkelvioletter Maroquinband mit vergoldetem Rücken- und Deckeltitel.

Eins von 25 Exemplaren der signierten Vorzugsausgabe auf Bütten. – Auf dem Vortitel vom Verfasser signiert. – Berthold Löffler, Mitarbeiter der Wiener Werkstätte, entwarf für diese erste öffentliche Ausgabe den illustrierten, in Blau und Schwarz gedruckten Titel, den »Rosenzwischentitel« und die »Schellenvignette«, die für alle zehn Dialoge wiederholt wurden, die Schlussvignette und einen, hier nicht vorhandenen, Umschlag. – »Die Rezeptionsgeschichte […] ist gekennzeichnet von Skandalen und Fehlinterpretationen […] Dem Dichter selbst war die Skandalträchtigkeit seines Stücks von Anfang an bewußt; im Vorwort des in 200 Exemplaren hergestellten Privatdrucks, den Schnitzler im Freundeskreis verteilt hat, schreibt er ›Ein Erscheinen der nachfolgenden Scenen ist vorläufig ausgeschlossen.‹ […] Die erste öffentliche Ausgabe des Werkes 1903, die der Wiener Verlag dennoch wagte, löste eine Woge der Empörung aus.« (KNLL). Nach den Skandalen um die Uraufführung in Berlin, den nachfolgenden Prozess und die organisierten Krawalle verbot Schnitzler weitere Inszenierungen.

19,9 : 15,5 cm. [4], 250, [6] Seiten. – Rücken verfärbt. Ecken leicht berieben.

Hayn/Gotendorf VII, 199. – KNLL XIV, 1033

262  Wiener Buchkunst – Hugo von Hofmannsthal. Das Märchen der 672. Nacht

€ 450

und andere Erzählungen. Umschlag von Walter Hampel. Wien und Leipzig, Wiener Verlag 1905. Mit einem blau-schwarz ornamentierten Doppeltitel von Walter Hampel. Stahlblauer Wildlederband mit Titel- und Schnittvergoldung.

Bibliothek moderner deutscher Autoren, Band 2. – Erste Buchausgabe. – Der feinlinige Buchschmuck (Kopfbordüren, Zwischentitel und Vignetten) stammt von Bertold Löffler. – Enthält auch »Reitergeschichte«, »Erlebnis des Marschalls von Bassompierre« und »Ein Brief« (Philipp Lord Chandos and Francis Bacon), alle hier erstmals in Buchform. – Mit Besitzvermerk Ria Claassen (1868–1952), die durch Hofmannsthal in Kontakt zu Stefan George kam. Eventuell bekam sie das fein gebundene Exemplar vom Verfasser als Geschenk. – Vgl. KatNr. 334.

17,1 : 12,2 cm. 123, [9] Seiten. – Rücken verblasst, Rückentitel mit kleinen Verlusten der Vergoldung. – Handschriftlicher Besitzvermerk auf dem Titelblatt.

263  Wien – Die sechzehnte Ehefreude.

€ 300

Eine Satire auf die fünfzehn Freuden der Ehe. Übersetzung und Urtext. Wien, Rud. Ludwig 1909. Mit illustriertem Doppeltitel und Buchschmuck von Franz von Bayros. Originalhalbpergamentband mit Buntpapierbezug und vergoldetem Deckeltitel (signiert: Wiener Werkstätte).

Eins von 575 Exemplaren (Gesamtauflage 600). – Gedruckt auf Strathmore-Japan. – Text in Deutsch und Französisch, Übersetzung von E. K. Blümml und J. Latzenhofer. – Das französische Original dieser Satire auf Antoine de La Sales fünzehn Freuden erschien 1866 in Paris.

16,5 : 11,4 cm. 43, [5] Seiten.

Hayn/Gotendorf IV, 33 und IX, 340

264  Wien – Die Nibelungen.

€ 300

Dem deutschen Volke wiedererzählt von Franz Keim. Bilder und Ausstattung von C. O. Czeschka. Wien und Leipzig, Gerlach u. Wiedling [1908/09]. Mit 16 farbigen und teils mit Goldbronze gedruckten blattgroßen Illustrationen von Carl Otto Czeschka. Pergamentband mit handgeschriebenem Rückentitel und schwarz-blau ornamentiertem Buchschnitt.

Gerlach’s Jugendbücherei, Band 22. – Erste Ausgabe dieser Nacherzählung. – Einer der schönsten Bände der Reihe, »Glanzstück der Buchillustration aus dem Jahrhundertbeginn« (Ulrich von Kritter). – Besonders die in Schwarz, Blau und Gold gedruckten Doppeltafeln zählen zu den Höhepunkten der Kinder- und Jugendbuch-Illustration. – Carl Otto Czeschka (1878–1960) gehörte zu den wichtigsten Künstlern der Wiener Werkstätte. 1907 ging er nach Hamburg und lehrte an der dortigen Staatlichen Kunstgewerbeschule Lerchenfeld.

15,0 :14,0 cm. 67, [1] Seiten.

Seebaß I, 726 und II, 621. – Stuck-Villa 356. – Hofstätter S. 244f. – Kritter 60

265  Wien – Arthur Schnitzler. Die Hirtenflöte.

€ 600

Mit neun Radierungen von Ferdinand Schmutzer. Wien, Deutsch-Österreichischer Verlag 1912. Mit acht Radierungen und einer radierten Vignette. Grüner Originalmaroquinband mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung und Kopfgoldschnitt (Wiener Werkstätte).

Este Ausgabe. – Eins von 400 Exemplaren. – Handeinband der Wiener Werkstätte nach einem Entwurf von Josef Hoffmann. – Exlibris Lucy Spiegl.

16,5 : 11,2 cm. [6],103, [7] Seiten. – Rücken minimal verfärbt, Ecken kaum merklich berieben. – Eine Seite mit schwachem, aber größerem Knick.

Wilpert/Gühring 29

266  Wien – Heinrich Heine. Der Doktor Faust.

€ 450

Ein Tanzpoem, nebst kuriosen Berichten über Teufel, Hexen und Dichtkunst. Mit Zeichnungen von Josef von Diveky. Berlin, Morawe & Scheffelt 1912. Mit ganzseitigen farbigen Illustrationen und zahlreichen farbigen Initialen und Vignetten. Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rückentitel und Deckelbezügen aus orangefarbener Wildseide (Leipziger Buchbinderei AG, vormals Gustav Fritzsche Handbindekunst, Berlin).

Eins von 400 Exemplaren. – Auf Van Gelder-Bütten. – Zehn der leuchtend farbigen Tafeln wurden als Doppelseiten konzipiert und diese jeweils in identischen Farbpaaren gedruckt. – Die Vorsatzpapiere wurden in Grün, Orange, Violett und Schwarz gedruckt. – Mit dem Beiheft »Nachwort zu Heine ›Der Doktor Faust‹« von Karl Georg Wendriner. – Joseph von Diveky, ungarischer Graphiker, zählte zu den wichtigsten Mitarbeitern der Wiener Werkstätte. – Tadelloses Exemplar.

22,2 : 18,3 cm. 84, [4] Seiten.

Sennewald 12,3. – Kritter 61

267  Wien – Drei Liebhaber-Ausgaben der Östereichischen Hof- und Staatsdruckerei.

€ 400

Wien 1915 bis 1925.

I. Franz Grillparzer. Der arme Spielmann. 1915. Mit Buchschmuck von Josef Hoffmann. Originalleinenband mit reicher ornamentaler Goldprägung, Kopfschnittvergoldung und schwarz bedruckten Vorsätzen. Eins von 500 Exemplaren. Auf »Bücherpapier« und im Originalleinenband, der möglicherweise wie die Vorzugseinbände in der Wiener Werkstätte gearbeitet wurde. – II. Ludwig Anzengruber. Die Märchen des Steinklopferhanns. 1920. Mit Buchschmuck von Rudolf Junk. Illustrierter Originalpappband im illustrierten Originalschuber. Liebhaberausgaben der Österreichische Staatsdruckerei, Band I. Eins von 200 Exemplaren auf Büttenpapier. Im Druckvermerk vom Buchgestalter signiert. Der üppige Buchschmuck wurde in Grün gedruckt. – III. Shakespeare. Der Sturm. Deutsch von Richard Schaukal. Mit Originallithographien von Oskar Laske. 1925. Leuchtend blauer Saffianlederband mit rot-goldenen Rückenschildern und kleinen ornamentalen Vergoldungen. Erschienen außerhalb der »Liebhaberausgaben«. Eins von 210 nummerierten Exemplaren auf Dokumentenpapier (Gesamtauflage 365). Im Druckvermerk von Künstler und Übersetzer signiert.

Rodenberg 426 und 426,1. – Langer, Jugendstil und Buchkunst, Seite 153 mit Abbildung. – Sennewald 25,3 (III)

268  Wien – Franz Grillparzer. Des Meeres und der Liebe Wellen.

€ 900

Wien, Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei 1923. Farbiger Buchschmuck von Rudolf Junk. Schwarzer Originalmaroquinband, Vorderdeckel mit großer Lederintarsie und reicher Vergoldung. Rückentitel, Steh- und Innenkanten sowie Buchschnitt ebenfalls vergoldet (Karl Scheibe, Wien).

Liebhaberausgaben der Österreichischen Staatsdruckerei, Band V. – Eins von 15 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe im Ledereinband, darüber hinaus erschienen 270 Nummern im »feinsten Pappband«. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Der schöne Buchschmuck – Doppel- und Zwischentitel, Initialen und Bordüren sowie die Vorsätze – wurde in Gelb gedruckt. – Rudolf Junk, Schüler von Heinrich Lefler, gestaltete 1914 unter anderem den österreichischen Teil des Kataloges der Leipziger BUGRA.

24,5 : 18,0 cm. 131, [5] Seiten. – Brüchige Gelenke repariert. Vordere Ecken berieben.

Rodenberg 427, 5

269  Wien – Ferdinand Raimund. Das Mädchen aus der Feenwelt oder Der Bauer als Millionär.

€ 600

Romantisches Original-Zaubermärchen mit Gesang in drei Aufzügen mit sieben Originallithographien und Buchschmuck von Oskar Laske. Wien, Verlag der Österreichische Staatsdruckerei 1923. Mit sieben Farblithographien, davon ein Titelbild, und zahlreichen Textillustrationen. Bordeauxfarbener Originalschweinslederband mit vergoldetem Rückentitel und vergoldeter Deckelvignette. Im Originalschuber mit Rückenschild.

Liebhaberausgaben der Österreichischen Staatsdruckerei, Band VII. – Eins von 20 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe im Ganzlederband (Gesamtauflage 420). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert.

24,6 : 19,8 cm. [2], 95, [3] Seiten. 7 Lithographien.

Sennewald 23. – Rodenberg 427, 7

270  Wien – Romanische Meisternovellen.

€ 300

Verdeutscht [und herausgegeben] von Wilhelm Löwinger. Band I [bis] IV [alles Erschienene]. Wien, Artur Wolf 1923. Jeder Band mit acht signierten Originalgraphiken, drei auch mit Buchschmuck. Rote Originalmaroquinbände mit vergoldeten Rückentiteln, Blindprägung und Kopfschnittvergoldung. Zusammen im Originalschuber.

Vollständige Folge aller vier Teile. – Eins von 150 Vorzugsexemplaren auf Handbütten mit den signierten Graphiken (Gesamtauflage 900). – I. Alfred de Musset. Ausgewählte Novellen. Lithographien von Eduard Gaertner. – II. Theophile Gautier. Novellen der Antike. Radierungen von Rolf Schott. – III. Prosper Mérimée. Novellen der Leidenschaft. Verdeutscht von Wilhelm Löwinger. Farbige Lithographien von Alfred Hagel. – IV. Villiers de l’Isle Adam. Novellen der Grausamkeit. Lithographien von Stefan Eggeler. – Dazu: Der goldene Esel. Ein Roman aus dem Altertum. Nach den antiken Quellen neubearbeitet von Wilhelm Löwinger. Wien, Artur Wolf 1918. Mit acht farbigen Lithographien und Buchschmuck von Alexander Rothaug. Originalhalblederband mit Rückenvergoldung und rot-goldener Deckelvignette. Eins von 1100 Exemplaren (Gesamtauflage 1200). Unikates Exemplar mit einer zweiten Folge der Lithographien in einfarbigen Probedrucken. Auf handgeschöpftem Bütten. – Mit Exlibris, gestochen und signiert von Alexander Rothaug.

23,0 : 15,2 cm.

Sennewald Gaertner 23,3; Schott 23,1; Eggeler 23,3

271  Wiener Buchkunst. – László Gábor – Heinrich von Kleist. Amphitryon.

€ 400

Ein Lustspiel nach Molière. Mit Originallithographien von László Gábor. [Wien], Phaidon 1924. Mit neun kolorierten Lithographien. Blauer Originalmaroquinband mit vergoldeten Titeln und Kopfgoldschnitt (signiert: Walter Hacker, Leipzig). Im Schuber.

Eins von 25 römisch nummerierten Exemplaren der Luxusausgabe mit den vom Künstler kolorierten Lithographien und in Ganzleder gebunden (Gesamtauflage 925). – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – László Gábor (1895–1944) studiert bei Lovis Corinth an der Akademie der bildenden Künste, Berlin, Malerei. Ab 1928 war er geschäftsführender Sekretär des Österreichischen Werkbundes und leitete gemeinsam mit Josef Frank und Hermann Neubacher die Ausstellung der Wiener Werkbundsiedlung. 1935 emigrierte Gábor in die USA, wo er ab 1936 am Carnegie Institute of Technology, Pittsburgh lehrte.

25,0 : 19,2 cm. [2], 75, [5] Seiten. – Rücken etwas verfärbt, Deckel minimal fleckig.

  272    Avalundrucke – Conrad Ferdinand Meyer. Die Hochzeit des Mönchs. – Die Richterin.

€ 300

Beide mit Radierungen von Alois Kolb. Wien und Leipzig 1921.

I. Siebenter Avalun-Druck. Mit 14 Radierungen, eine davon als Titel, eine als Initiale. Dunkelgrüner Saffianlederband mit rot-goldenem Rückenschild und Vergoldung (signiert: P. A. Demeter, Hellerau). Eins von 375 Exemplaren. – II. 29. Avalun-Druck. Mit 17 Radierungen, sechs davon blattgroß und signiert, fünf Textvignetten. Pergamentband. Eins von 150 der zweiten Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 550). – Die Radierungen wurden unter Aufsicht des Künstlers auf der Handpresse der Staatlichen Akademie in Leipzig gedruckt. Seit 1907 war Alois Kolb (1875–1942) Leiter der dortigen Radierklasse. Er hatte die Technik des Radierens autodidaktisch erlernt und zählte zu den bekanntesten und erfolgreichsten Buchillustratoren der damaligen Zeit.

29,2 : 21,5 cm. [2], 152, [2] Seiten. 13 Radierungen; 28,4 : 20,9 cm. [8], 122, [6] Seiten. – Rücken verfärbt, Bünde schwach berieben (I).

Rodenberg 331, 7 und 336, 29. – Sennewald 21, 4 und 23,1

273  Avalundrucke – Gottfried Keller. Der Schmied seines Glückes.

€ 600

Mit zehn farbigen Holzschnitten von Hans Alexander Müller. Wien und Leipzig 1921. Mit Holzschnitt-Doppeltitel und weiteren acht signierten Holzschnitten in Schwarz und je einer weiteren Farbe gedruckt. Schwarzer Maroquinband mit reicher Vergoldung (signiert O. Herfurth, MDE). Im Schuber mit Lederkanten.

Neunter Avalun-Druck. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Holzschnitten auf Kaiserlich Japan. Zusätzlich erschienen 300 vom Künstler einmalig signierte Exemplare. – Gedruckt auf Hadern-Bütten. – Druck in der Werkstatt der Staatlichen Akademie in Leipzig. Die Holzschnitte wurden unter Aufsicht des Künstlers auf der Handpresse gedruckt. – Die Druckleitung lag bei Georg A. Mathey. – Den Handeinband von Otto Herfurth ziert eine Deckelvignette, die einem Wappen gleich den Namen des Protagonisten der Erzählung, John Kabys, trägt. – Tadellos.

26,0 : 18,2 cm. [2], 44, [6] Seiten. 10 Holzschnitte.

Rodenberg 332, 9. – Sennewald 21,1

274  Avalundrucke – Bibliomanen.

€ 500

Drei Erzählungen von Nodier, Flaubert, Asselineau. Herausgegeben in der Übertragung von Erwin Riegers und mit einem Vorwort von G. A. E. Bogeng. Mit 12 Originalradierungen von Hugo Steiner-Prag. Wien und Leipzig 1921. Mit elf signierten Radierungen und radierter Titelvignette. Marmorierter Originalkalblederband mit Rücken- und Deckelvergoldung sowie grün-goldenem Rückenschildchen (Leipziger Buchbinderei AG, vorm. Gustav Fritzsche).

Elfter Avalun-Druck. – Eins von 200 Vorzugsexemplaren mit den signierten Radierungen und in Ganzleder (Gesamtauflage 400). – »Die Bibliomanenfratze ist die Selbsterkenntnis des Bibliophilen […] Er versteht den Bibliomanen und verzeiht ihm […] Jeder Bibliophile hat seinen Bibliomanen in sich, die absonderliche Art der Büchernarren ist Menschenwesen« (Vorwort).

19,4 : 12,7 cm. 114, [2] Seiten. 11 Radierungen. – Rücken leicht aufgehellt.

Rodenberg 332, 11. – Sennewald 21, 3

275  Avalundrucke – Stendhal. Vanina Vanini.

€ 300

Mit zwölf Original-Radierungen von Karl M. Schultheiß. – Jakob Wassermann. Geronimo de Aguilar. Mit dreizehn Original-Radierungen von Fritz Heubner. Wien und Hellerau 1922 und 1923. Roter bzw. grüner Originalmaroquinband mit Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Handband Enders, Leipzig).

I. 22. Avalun-Druck. Mit zehn signierten blattgroßen Radierungen, darunter die Titelradierung, und einer Kopf- und Schlussvignette. – II. 24. Avalun-Druck. Mit zehn signierten blattgroßen Radierungen und je einer radierten Titel-, Kopf- und Schlussvignette. – Jeweils eins von 250 Exemplaren mit den signierten Radierungen, von denen den ersten 50 eine Extrasuite der Radierungen beigegeben wurde. Weitere 200 Exemplare wurden nur im Druckvermerk signiert. – Im Druckvermerk von Verfasser und Künstler signiert. – Beide gedruckt auf Bütten. – Laut Druckvermerk sollten die Einbände in der Werkstatt Richard Oesterreich jun., Dresden, gebunden werden – auch Rodenberg nennt aber Enders, Leipzig.

18,5 : 13,3 cm. [5]–86, [6] Seiten; 18,3 : 13,0 cm. 74, [6] Seiten. – Rücken von II verblasst.

Rodenberg 334, 22 und 335, 24. – Schauer II, 97. – Sennewald 22,4 und 23, 2

276  Avalun-Drucke – Robert Louis Stevenson. Das Flaschenteufelchen.

€ 400

Hellerau, Avalun 1923. Mit radiertem Titelblatt und 11 signierten Radierungen von Bruno Goldschmitt. Blauer Originalmaroquinband mit Rückenschild. Deckelvignette, Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet (E. A. Enders, Leipzig).

30. Avalun-Druck. – Eins von 50 römisch nummerierten Vorzugsexemplaren mit den signierten Radierungen und in Ganzleder gebunden (Gesamtauflage 300), jedoch ohne die Extrasuite. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – »Es ist dies das erste Buch, das Radierungen von Bruno Goldschmitt enthält, der sich jetzt neben dem Holzschnitt der Radierung zugewandt hat.« (Rodenberg, S. 337).

18,5 : 13,0 cm. 116, [4] Seiten. – Rücken leicht verfärbt, Deckel minimal fleckig. – Vorsätze leimschattig.

Rodenberg 337, 30

  277    Avalun Verlag – Théophile Gautier. Gesammelte Werke

€ 200

[in vierzehn Bänden, alles Erschienene]. Mit Zeichnungen von Karl M. Schultheiss. Hellerau, Avalun 1925–1926. Mit mehr als 800 Illustrationen nach Federzeichnungen. Leuchtend rote Maroquinbände. Rückentitel, Rücken- und Deckelkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet.

Erste deutsche Gesamtausgabe mit den kongenialen Illustrationen von Karl Max Schultheiss (1885–1961). – Die Übertragungen stammen von Alastair, Gabrielle Betz, Bernhard Jolles, August Kretzschmar und Friederike Maria Zweig. – Der in der Verlagswerbung angekündigte Band »Die Romantik in Frankreich« ist nicht erschienen. – Hübsch gebundene Reihe.

15,8 : 9,4 cm. – Rücken minimal aufgehellt.

Sennewald 25–26

278  Avalundrucke – William Shakespeare. A Midsummer-Night’s Dream.

€ 800

With original etchings by Karl M. Schultheiss. Hellerau, Avalun, und London, J. & E. Bumpus 1926. Mit sechs ganzseitigen signierten Radierungen, darunter die Titelradierung sowie fünf radierten Kopf- und einer Schlussvignette. Roter Originalmaroquinband. Rückentitel, Rücken-, Steh- und Innenkantenfileten sowie Buchschnitt vergoldet. Im Originalschuber.

The Prinz Heinrich XXXIX. Reuss Edition of the Works of William Shakespeare, Volume I. – Eins von zwölf römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Pergament. Weitere 400 Exemplare wurden auf Bütten gedruckt. – Neben den Radierungen auch im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Nach Sennewald gehört zu den Vorzugsexemplaren noch eine Mappe mit einer Suite der Radierungen mit Remarquen. – Von geplanten 33 Bänden der Reuß-Shakespeare-Ausgabe sind wohl nur der vorliegende und 1927 »Twelfth Night or What you will« (ebenfalls mit Radierungen von Schultheiß) erschienen.

19,0 : 13,7 cm. [8], 171, [13] Seiten.

Sennewald 26,2

279  Die immergrünen Bücher – Fünf Bände der Reihe.

€ 300

Berlin, Nicolaische Verlagsbuchhandlung R. Stricker 1921. Mit signierten Originalgraphiken. Ein roter Maroquinband mit Rückenschildern, vier Originalkalblederbände. Alle mit Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Die immergrünen Bücher, Band 2 bis 6. – Je eins von 30 (Band 2 noch 100) Exemplaren der Vorzugsausgaben, bei denen die Graphiken signiert wurden. – I. Clemens Brentano. Die mehreren Wehmüller und ungarischen Nationalgesichter. Mit sechs kolorierten Radierungen von Erik Richter. – II. C.M. Wieland. Die Wasserkufe. Mit vier Lithographien von Paul Scheurich. – III. E. T. A. Hoffmann. Der Sandmann. Mit vier Lithographien von Magnus Zeller. – IV. Honoré de Balzac. Die verlassene Frau. Mit vier Lithographien von Klaus Richter. – V. F. M. Dostojewski. Ein schwaches Herz. Mit vier Lithographien von Hermann Struck. – Band 2 im Format abweichend. – Von der Reihe erschienen zumindest Bände 1 bis 9. – Als Vorzugsexemplare selten.

Sennewald 157, 180, 253 und 158 (Hermann Struck nicht verzeichnet, dies bei Lang I 237)

  280    Zürcher Drucke – Ein hübsch Spiel, gehalten zu Ury in der Eydgnoßschafft

€ 150

von Wilhelm Thellen ihrem Landmann und ersten Eydgenossen. Zürich, Gebrüder Fretz 1926. Mit 13 kolorierten Holzschnittvignetten von Willi Harwerth. Originalpergamentband mit kolorierter Deckelvignette, Originalschutzumschlag und Originalkassette mit Deckelschild.

Fünfter Zürcher Druck. – Eins von 950 nummerierten Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten.

23,3 : 15,2 cm. [8], 32, [8] Seiten.

  281    Johannes Presse – Friedrich Gundolf. Rainer Maria Rilke.

€ 250

Wien 1937. Originalhalbpergamentband mit vergoldeter Deckelvignette. Im Originalschuber mit goldgeprägter Deckelvignette.

Erste Ausgabe. – Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japanpapier. – Herausgegeben von Elisabeth Gundolf nach einem Vortrag ihres Mannes, den dieser am 3. VII. 1931 in Essen gehalten hatte. Elisabeth Salomon und Friedrich Gundolf hatten 1926 trotz heftigster Interventionen Stefan Georges (»eine Frau wie Elli Salomon steht doch an allen Zentralbahnhöfen Europas«, vgl. Landmann-George 1963, Seite 160) geheiratet. Am 12. Juli 1931 starb Gundolf, seine Witwe emigrierte 1934 nach London.

24,4 : 17,4 cm. 40 Seiten. – Schuber lichtrandig.

Mises VIII, 992

  282    Gustav Kiepenheuer – Boccaccios Buch Von den fürnembsten Weibern

€ 300

mit den 78 Holzschnitten der Ulmer Ausgabe von 1473 und einem Nachwort von Kurt Pfister. Potsdam, Gustav Kiepenheuer 1924. Mit 77 kolorierten Abbildungen und zwei Initialen im Text. Pergamentband mit kolorierter Deckelillustration und Wildseidenvorsätzen. In Kassette (signiert: Franz Franek, Wien).

Erster Druck der Reihe »Das alte Bilderbuch«. – Eins von 350 Exemplaren, eins der zweiten 175 Exemplare auf Japandruckpapier, die ersten 175 wurden auf weißem Zanders-Bütten gedruckt. – Gesetzt aus der Manuskript-Gotisch. – Der 78. »Holzschnitt« zierte wohl die Originaleinbände (Schweinsleder, Halbpergament und Pappe), die bei E. A. Enders nach Entwurf von F. H. Ehmcke gefertigt wurden.

27,5 : 19,8 cm. [6], 285, [9] Seiten.

283  Rabenpresse – Ein hübsche histori von der küniglichen stadt troy, wie sie zerstœret ward.

€ 450

Erneuert von Richard Benz. Berlin, Rabenpresse 1938. Mit koloriertem Holzschnitt-Frontispiz und 42 kolorierten Holzschnitten, alle nach alten Originalen geschnitten von Ulla Rossel. Originalschweinslederband mit blindgeprägter Deckelvignette, Rückenschild und blindgeprägten Fileten.

Erster Bibliophiler Phönix-Druck der Rabenpresse. – Eins von 900 Exemplaren. – Gedruckt bei Wilh. Gerstung in Offenbach, von dem bereits in den Jahren 1925–29 in der »Werkstatt der Pforte« in Heidelberg entstandenen Satz. – Auf Bütten. – V. O. Stomps gründete 1926 die Rabenpresse, musste diese jedoch 1937 verkaufen: Nach einigen Lesungen und Veröffentlichungen jüdischer Autoren war der Verlag auf die Liste der »unerwünschten Literatur« gesetzt worden und der deutsche Buchhandel boykottierte die Publikationen mehrheitlich.

28,3 : 20,5 cm. [8], 214, [2] Seiten. – Rücken schwach verfärbt.

284  Bauersche Gießerei – Aristophanes. Die Vögel.

€ 400

In der Nachdichtung von Fritz Diettrich. Mit Illustrationen von Karel Svolinsky. Frankfurt am Main, Bauersche Giesserei 1940. Mit zwölf farbigen Tafeln. Grüner Maroquinband. Rückentitel und Deckelillustration vergoldet. Mit farbig illustrierten Vorsätzen. Im Schuber mit Lederkanten.

Privatdruck der für die Buchkunst und Typographie des 20. Jahrhunderts so wichtigen Schriftgießerei. – Eins von 125 Exemplaren. – Gesetzt aus der hier erstmals verwendeten (allerdings 1938 bereits in einem Sonderdruck vorgestellten) »Hyperion«, entworfen von dem Rudolf Koch-Schüler Berthold Wolpe. – »Das Werk entstand im Jahre 1940; es soll im fünfhundertsten Jahr der Buchdruckerkunst das Zusammenwirken des ältesten Druckverfahrens mit dem jüngsten zeigen.« (Druckvermerk). Die Aquarelle wurden als Offsetwiedergaben gedruckt, der Buchdruck erfolgte in der Hausdruckerei. – Dazu: Fritz Kredel. Am Wegesrand. Blüten, Blätter, frisch und welk, Wurzeln, Rinden und Lebewesen, die er diesseits und jenseits des Atlantischen Ozeans fand. Frankfurt a. M., Der Goldene Brunnen 1961. Mit 24 Holzschnitten. Originalhalblederband mit Deckelbezügen aus Kork. – Freudenfreuerwerk. Farbholzschnitte von Günther Stiller. Manieristische Lyrik des 17. Jahrhunderts. [Herausgegeben] von Hubert Gersch. Frankfurt a. M., Bauersche Gießerei 1962. Originalbroschur mit Farbholzschnitt. Privatdruck.

34,5 : 27,0 cm. [4], 119, [3] Seiten, 12 Tafeln. – Rücken verfärbt.

Schauer I, 146 (»herrlich illustriert«)

  285    Théodore Duret. Die Impressionisten

€ 600

Pissarro, Claude Monet, Sisley, Renoir, Berthe Morisot, Cézanne, Guillaumin. Zweite Auflage. Mit zwei Originalradierungen von Renoir und einem Holzschnitt von Cézanne. Berlin, Bruno Cassirer 1914. Mit zahlreichen Abbildungen im Text und auf Tafeln. Illustrierter Originalhalbpergamentband mit Rückenvergoldung.

Mit den beiden Radierungen »Kinderbild« und »Zwei Mädchen« von Renoir (Deltail 6 und 22) und dem Holzschnitt »Hockender Akt« von Beltrand nach Cézanne.

23,4 : 18,4 cm. 159, [1] Seiten, 3 Graphiken, 48 Tafeln. – Kanten berieben, Deckel leicht fleckig.

  286    Zwei Monographien des Paul Cassirer Verlags mit Originalradierungen.

€ 300

Berlin 1910 und 1912. Mit acht Originalgraphiken. Schwarze Originalpappbände mit goldgeprägter Deckelillustration.

I. Lovis Corinth. Das Leben Walter Leistikows. Ein Stück Berliner Kulturgeschichte. 1910. Mit zwei Radierungen von Leistikow und zahlreichen Abbildungen im Text. – II. Hermann Struck. Die Kunst des Radierens. Ein Handbuch. 2. vermehrte und verbesserte Auflage. 1912. Mit fünf Radierungen (von Max Liebermann, Edvard Munch, Hermann Struck, Anders Zorn und Paul Baum) und einer Lithographie von Max Slevogt (Porträt Hermann Struck), die für diese zweite Auflage entstand. Das Werk erschien, mit teils anderen Graphiken, bis 1923 in fünf Auflagen.

Je 23,7 : 19,0 cm. 129, [3] Seiten, 2 Radierungen; 246, [2] Seiten, 6 Graphiken. – Rücken von II erneuert.

Feilchenfeldt/Brandis 37.1 und 193.2. – II: Söhn, HDOG 262.1–6

287  Das Kestnerbuch.

€ 600

Herausgeber: Dr. Paul Erich Küppers. Hannover, Heinrich Böhme 1919. Mit zwölf Originalgraphiken. Originalhalbleinenband.

Erste Auflage. – Paul Erich Küppers (1889–1922) war Assistent am Kestner-Museum Hannover und wurde 1916 Leiter der gerade gegründeten Kestner-Gesellschaft. Er veranstaltete Vorträge und Ausstellungen zur expressionistischen Kunst. – Der Band vereint Dichtungen von Thomas Mann, Carl Hauptmann, Alfred Döblin, Else Lasker-Schüler, Theodor Däubler, Conrad Felixmüller und anderen mit Graphiken von Erich Heckel (Männer am Strand, Holzschnitt, Dube 319 II b), Conrad Felixmüller (Toter Genosse, Lithographie, Söhn 176 b), Ernst Barlach (Barmherziger Samariter, Holzschnitt, Schult 163), Paul Klee (Auslöschendes Licht, Lithographie, Kornfeld 75 b), Lyonel Feininger (Rue St. Jaques, Paris, Holzschnitt, Prasse 46 II), Kurt Schwitters (Abstrakte Komposition, Holzschnitt) und anderen. – Dazu: Walter von zur Westen. Vom Kunstgewand der Höflichkeit. Glückwünsche, Besuchskarten und Familienanzeigen aus sechs Jahrhunderten. Berlin, Otto von Holten 1921. Mit radierter Titelvignette und einer radierten Neujahrskarte von Marcus Behmer, weiteren 29 Tafeln mit zum Teil originalgraphischen Kleingraphiken und 376 montierten Abbildungen. Originalhalbpergamentband mit Rückenschild und -vergoldung. Eins von 550 Exemplaren. Auch Haupt- und Untertitel gestaltete der vom Herausgeber wertgeschätzte Marcus Behmer.

28,7 : 23,0 cm. 158, [2] Seiten, 12 Graphiken. – Rücken verblasst. Ränder etwas gebräunt, Kanten und Ecken leicht berieben. – Beigabe: 33,4 : 26,5 cm. VIII, 305, [1] Seiten, 3 Zwischentitel, 30 Tafeln.

Söhn HDOG 130. – Raabe/Hannich-Bode 174.3. – Jentsch 53. – Beigabe: Haucke 47. – Rodenberg 243

288  [Johann Wolfgang von] Goethe. Gedichte.

€ 10000

Mit Steinzeichnungen von Max Liebermann, Ernst Barlach, Hans Meid [und] Karl Walser. Berlin, Paul Cassirer 1924–1926. Mit insgesamt 85 Lithographien im Text und 104 als Suiten. Lose Doppelblätter und Lithographien in vier Originalhalbpergamentkassetten.

Vollständige Folge der vier erschienenen »Goethe-Mappen«, »in der sich graphische Künstler der Gegenwart vereinigen« (Vorrede). – Je eins Exemplar 17/100.

Mappe 1: Max Liebermann. Mit 15 Lithographien im Text, davon drei blattgroß, und einer signierten Suite aller 15 und zweier zusätzlicher Lithographien auf Japan.
Mappe 2: Ernst Barlach. Mit 31 Lithographien im Text, davon zehn blattgroß, und einer signierten Suite aller 31 und vier zusätzlicher Lithographien auf Japan.
Mappe 3: Hans Meid. Mit 19 Lithographien im Text, davon 15 blattgroß, und einer signierten Suite aller 19 und vier zusätzlicher Lithographien auf Japan.
Mappe 4: Karl Walser. Mit 20 Lithographien im Text, davon 17 blattgroß, und einer signierten Suite aller 20 und neun zusätzlicher Lithographien auf Japan.

Die Suiten enthalten stets auch die verworfenen Fassungen der Lithographien, die in den Texten nicht abgedruckt wurden. Die Lithographien der Suiten wurden ohne Text auf Japan gedruckt und in Passepartouts montiert. – Textbogen auf Zanders-Bütten. – Die Texte druckte Otto Elsner, die Lithographien M. W. Lassally auf der Handpresse. – Paul Cassirer plante ursprünglich weitere Ausgaben, angekündigt waren Mappen mit Illustrationen von Oskar Kokoschka, Erich Heckel und Max Slevogt – nach dem Freitod des Verlegers wurde das Projekt aber nicht mehr weitergeführt. – »Höhepunkt buchkünstlerischer Illustrationen nicht nur auf deutschem Boden« (Jürgen Eyssen).

40,0 : 29,5 cm (Kassettenformat). [36, 60, 40, 44] Seiten. – Innengelenk bei Band 1 und Außenkante von Band 2 unten angeplatzt.

Feilchenfeldt/Brandis 71–74. – Schauer II, 57. – Liebermann: Achenbach 63–79. – Barlach: Laur 77.01–16 und 77.18–36. – Meid: Jentsch 497–519. – Walser: Badorrek-Hoguth A 10

  289    Friedrich Ahlers-Hestermann. – Hans Bethge. Das Buch der Nächte.

€ 200

Mit Lithographien von F. Ahlers-Hestermann. Leipzig, Meissner & Buch 1918. Mit zwölf Lithographien, lithographierter Titelvignette und 26 farbig lithographierten Initialen. Flexibler Originalpappband mit vergoldeten Titeln und Kleisterpapierbezug. In Originalkassette mit Buntpapierbezügen.

Zweiter Druck der Wahlverwandten. – »Urausgabe« herausgegeben unter persönlicher Mitwirkung von Hans Bethge und Friedrich Ahlers-Hestermann. – Die Gesamtherstellung lag in den Händen von Erich Gruner. – Der Einband von Walter Tiemann entworfene Einband – silberne Sprenkel auf dunkelblauem Grund – deutet den Sternenhimmel an. – Sehr schönes Exemplar.

35,7 : 26,5 cm. 76, Seiten, 12 Lithographien.

Rodenberg 377, 2

290  Alastair – Prosper Merimée. Carmen.

€ 500

Novelle. Mit 12 farbigen Zeichnungen von Alastair. Zürich, Rascher 1920. Mit zwölf signierten farbigen Tafeln. Bordeauxroter Originalmaroquinband mit Rücken-, Deckel- und Kopfschnittvergoldung.

Eins von 50 Exemplaren der ersten Vorzugsausgabe auf Japan mit den signierten Abbildungen und in Leder gebunden (Gesamtauflage 500). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Der unter dem Namen Alastair bekannt gewordene Hans Henning Otto Harry Baron von Voigt war eine geheimnisumwitterte Person und trat auch als Literat, Musiker, Tänzer und Modeschöpfer in Erscheinung. – »Als Autodidakt entwickelte er sich zu einem hervorragenden Illustrator im Stile Beardsleys, den er mitunter im erotischen Einschlag, den dämonischen Zügen in seinen ›künstlich überfeinerten‹ und überlängten Gestalten noch übertraf.« (Alfred Langer, Jugendstil und Buchkunst, Leipzig 1994, Seite 58).

24,1 : 19,0 cm. 92, [4] Seiten. 12 Tafeln. – Kanten und Gelenke etwas berieben.

291  Alastair – Frank Wedekind. Die Büchse der Pandora.

€ 2000

Tragödie in drei Aufzügen. – Erdgeist. Tragödie in vier Aufzügen. – [Beide:] Mit 12 Bildbeigaben und einem Vorsatz von Alastair. München, Georg Müller 1920. Mit jeweils zwölf zweifarbigen Tafeln und ebensolchen Vorsatzpapieren. Dunkelgrüne Originalmaroquinbände. Rückentitel und -fileten, Deckelvignette und -bordüren vergoldet.

Jeweils eins von 50 Exemplaren der Luxusausgabe auf Bütten mit einer zusätzlichen Folge aller 26 Abbildungen auf Japan, lose in der Originalhalbpergamentmappe. Es wurden weitere 450 Exemplare gedruckt. – Bei Erscheinen von »Erdgeist« 1895 wurde das Buch beschlagnahmt, 1896 erschien eine zweite Ausgabe. Beide Stücke blieben skandalträchtig und verfolgt. – Die 1904 von Wedekind unter dem Titel »Lulu« vereinte Fassung bildet die Vorlage für die gleichnamige Oper von Alban Berg. – »Er teilte mit Beardsley die Neigung zum Ornamentalen und Japonismus, mit Bakst die Vorliebe für das Kostüm. […] Seine minutiös ausgeführten Blätter entsprechen mit artistischem Raffinement den Formauffassungen und intellektuellen Besonderheiten des Jugendstil. A. bevorzugte die Rot-Schwarze Graphik dieser Epoche (am vollkommensten in seinen Ill. zu Wedekinds Büchse der Pandora und Erdgeist)« (AKL II, 7).

29,0 : 22,7 cm. 108, [4] und 152, [4] Seiten. Jeweils 12 Tafeln; 26 lose Tafeln. – Rücken verfärbt. Kanten leicht berieben.

  292    Alastair – Walter Pater. Sebastian van Storck.

€ 200

Mit acht Zeichnungen von Alastair. Wien, Avalun 1924. Mit acht mehrfarbigen, ganzseitigen Illustrationen im Text. Pappband mit montiertem Deckelschild.

Eins von 480 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Der Text in der Übersetzung von Felix Hübel. – »Walter Pater, der unendlich häßliche Mann mit der grenzenlosen Leidenschaft für die Schönheit, der Décadent, der die ganze Manier des Oscar Wilde antizipierte, der Ästhet, der mit Worten so zeichnete, wie seine Freunde, die Praeraffaeliten, es mit dem Stift taten, imaginierte in seinen Porträts Gestalten des Übergangs, des Untergangs, vorzüglich in Schönheit.« (Petra Kipphoff, Die Zeit, 22.2.1974).

32,3 : 25,3 cm. [8], 42, [6] Seiten.

293  Aubrey Beardsley. Die Geschichte von Venus und Tannhäuser.

€ 300

worein gewebt ist eine genaue Beschreibung der Sitten am Hofstaate der Frau Venus […] woran die Abenteuer Tannhäusers daselbst […] geschlossen sind. Eine romantische Novelle von Aubrey Beardsley. München, Hans von Weber [1909]. Flexibler Originalpergamentband mit grün-goldener Lederintarsie und Kopfgoldschnitt (Carl Sonntag jun., Leipzig).

Eins von 246 Exemplaren »für einen privaten Kreis von Subskribenten« (Druckvermerk). – Erste Übersetzung nach dem Originaldruck des Manuskriptes. – Gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig, in Schwarz, Rot und Grün auf Bütten. – Die Vignette unter dem Druckvermerk und auf dem Vorderdeckel »reproduce Beardsley’s three-candle devise« (Lersner). – »In entzückender Ausstattung hergestellt. Die Auflage ist bereits vergriffen und die im Handel vorkommenden Exemplare werden über den Publikationspreis bezahlt und steigen sicher wesentlich noch im Preise« (Hayn-Gotendorf). – Aubrey Beardsley (1872–1998) arbeitete bis 1892 als Angestellter einer englischen Versicherungsgesellschaft. Für die Zeitschrift »The Yellow Book« fertigte er zahlreiche Zeichnungen in Tusche, die als Strichätzungen reproduziert wurden. Die Originalausgabe seiner einzigen unvollendeten Prosaarbeit erschien 1907 in kleiner Auflage als Privatdruck in London mit 250 Exemplaren.

24,4 : 18,4 cm. [16], 64, [4] Seiten.

Hayn-Gotendorf VII, 527f. – Lersner 151 A

294  Aubrey Beardsley. Die Geschichte von Venus und Tannhäuser

€ 450

in die verwebt ist eine ausführliche Schilderung der Sitten am Hofe der Frau Venus [… und] die Abenteuer Tannhäusers daselbst. [München 1917 oder 1920]. Mit Doppeltitel, sieben blattgroßen Illustrationen und illustrierten Vorsätzen. Blaugrüner Maroquinband mit reizender Vergoldung (signiert: K. Ebert, München). Mit der Suitenmappe in weißer Pergaminkassette mit goldgeprägter Deckelvignette.

Eins von 50 Vorzugsexemplaren mit der Suite (Gesamtauflage 350). – Privatdruck »für die Freunde Beardsleys […] von Gracian [Curt Moreck] übertragen« (Druckvermerk). – Auf Bütten, Druckvermerk mit der faksimilierten Signatur Beardsleys, diese auch auf dem Suitenumschlag. Die Suite, gedruckt auf Japan und jedes Blatt in Passepartout, enthält alle Illustrationen des Buches sowie ein hier nicht vorhandenes Porträt der Venus. – Wohl ehemals Sammlung Dr. Karl Klingspor, mit dessen Namenszug auf der Kassette. – Dazu: Alexander Pope. Der Lockenraub. Ein komisches Heldengedicht von Alexander Pope. Mit neun Zeichnungen von A. Beardsley. Leipzig, Insel 1908. Eins von 700 Exemplaren (Gesamtauflage 800). – Gedruckt auf Holländisch Bütten.

18,3 : 11,8 cm. [6], 68, [10] Seiten; 29,0 : 22,5 cm. [10], 43, [7] Seiten. – Die Kassette etwas fleckig, sonst tadellos.

Hayn/Gotendorf IX, 571 (datiert 1917). – Lersner 151 B (datiert 1920). – Beigabe: Lersner 105 C. – Sarkowski 1258

295  Max Beckmann – Kasimir Edschmid. Die Fürstin.

€ 2000

Mit sechs Radierungen von Max Beckmann. Weimar, Gustav Kiepenheuer 1918. Mit sechs Radierungen. Originalwildseidenband. Rückentitel, Deckelvignette, Rücken- und Deckelkantenfileten silbergeprägt.

Erste Ausgabe. – Eins von 370 Exemplaren auf holländischem Bütten im Rohseideneinband (Gesamtauflage 500). – Der Einbandentwurf stammt von Else von Guaita, der Schülerin Henry van de Veldes, dessen ornamentaler Stil in der Deckelvignette noch deutlich sichtbar ist. – Das starke Bütten mit Kopfschnitt in Silbergrau, Seiten- und Fußsteg unbeschnitten. – Eines der schönsten Beispiele expressionistischer Buchillustration. – Edschmid hatte Max Beckmann im Atelier seines Vetters Ugi Battenberg kennen gelernt und berichtete davon in seinem Tagebuch: »Damals begann der neue Beckmann […] Er machte sechs Radierungen zu einem Buch von mir, ›Die Fürstin‹ […] Der Verleger Kiepenheuer schrieb an einen Freund in der Schweiz: ›Beckmann und KE – ich mag sie beide nicht, aber sie sind aktuell.‹ Die Auslandspost ging durch die Militärzensur, und so wußten wir schon am nächsten Tag von dem Geständnis. Ohne Kommentar erhöhten wir das [geforderte] Honorar, jeder um 1000 Mark« (zitiert nach Jentsch).

29,8 : 23,6 cm. 81, [4] Seiten. 6 Radierungen. – Seide an den Ecken und besonders am Rücken verschlissen.

Hofmaier 111–116. – Jentsch, E 37. – Lang E 12. – Garvey 20. – Castleman 175. – Raabe/Hannich-Bode 60.6

296  Max Beckmann – Stadtnacht.

€ 1500

Sieben Lithographien von Max Beckmann zu Gedichten von Lili von Braunbehrens. München, Piper & Co. 1921. Mit sieben Lithographien, einschließlich der Titellithographie. Originalhalbleinenband mit Buntpapierdeckelbezügen.

Eins von 500 Exemplaren (Gesamtauflage 600). – Im Druckvermerk von Beckmann signiert. – Lili, die damals zwanzigjährige Tochter des Major von Braunbehrens, hatte Beckmann 1915 bei dessen Frankfurter Freunden, dem Ehepaar Battenberg, kennen gelernt. Nach seinem Nervenzusammenbruch, in dessen Folge Braunbehrens die Entlassung Beckmanns aus dem Militärdienst erwirkt hatte, lebte dieser vier Jahre bei der Künstlerfamilie in Frankfurt. Den Text ihrer Gedichte stach Lili von Braunbehrens in Aluminiumtafeln, von denen dann direkt gedruckt wurde. »Die meisten dieser Stadtnacht-Lithografien haben etwas von der gefährlichen Lemurenatmosphäre der damaligen Großstadtunterwelt. Beckmann ist mit solchen Blättern in der Nachbarschaft von Grosz und Dix, obgleich ihm deren distanzierende Kälte fremd war […]« (Lothar Lang).

27,7 : 23,1 cm. 47, [5] Seiten. 7 Lithographien. – Leinenrücken etwas verblasst, Ränder schwach gebräunt.

Hofmaier 164–170. – Jentsch 108. – Lang E 13. – Garvey 21

297  Marcus Behmer – Honoré de Balzac. Das Mädchen mit den Goldaugen.

€ 300

Deutsche Übertragung von Ernst Hardt. Zeichnungen von Marcus Behmer. Leipzig, Insel 1904. Mit zehn Illustrationen und Buchschmuck nach Zeichnungen von Marcus Behmer. Originalpergamentband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet (signiert A. Köllner, Leipzig).

Eins von 500 Exemplaren. – Gedruckt auf Van Gelder-Bütten, die Illustrationen als Zinkographien auf Japan. – Behmer entwarf auch die große Deckelvignette und die braun-gold gedruckten Vorsatzpapiere. – Nach Oscar Wildes »Salome« die zweite umfangreiche und selbständige buchillustratorische Arbeit des damals gerade 25jährigen Behmer.

21,9 : 18,0 cm. [16], 91, [5] Seiten. 10 Tafeln. – Obere Ecken schwach gestaucht.

Haucke 5. – Sarkowski 86. – Schauer II, 45. – Fromm 1533

298  Marcus Behmer – [Johann Wolfgang von] Goethe. West-Östlicher Divan.

€ 600

Leipzig, Insel 1910. Mit Doppeltitel und Initialen von Marcus Behmer. Originalpergamentband mit intarsiertem, grün-goldenen Lederornament auf dem Vorderdeckel sowie Rücken-, Deckel- und Kopfschnittvergoldung.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan, insgesamt druckte man bei Spamer 1300 Exemplare. – Textrevision von Max Hecker. – Die Buchgestaltung lag ganz in den Händen von Marcus Behmer, der damit seine »erste typographische Leistung, wenn auch nicht aus eigener Type, so doch im drucktechnischen Aufbau vom ersten bis zum letzten Buchstaben« lieferte. Eine Vorzugsausgabe auf Japan hatte Behmer zunächst abgelehnt, widmete sich dann aber deren Ausstattung bis ins kleinste Detail. – Fritz Hohmeyer würdigte 1929 in seinem Behmer-Artikel im »Philobiblon« die großartige Arbeit mit der Abbildung des Doppeltitels nahezu in Originalgröße. – Selten und sehr gut erhalten.

25,1 : 15,0 cm. 262, [2] Seiten. – Vergoldung unten am Rücken geringfügig abgeplatzt.

Sarkowski 612 VA. – Schauer II, 45. – Hohmeyer 288 und Abb. 294/295

299  Marcus Behmer – Voltaire. Zadig oder Das Geschick.

€ 1500

Eine morgenländische Geschichte mit vierzig Radierungen von Marcus Behmer. Übertragen von Ernst Hardt. Berlin, Paul Cassirer 1912. Mit 40 Radierungen, davon fünf blattgroß, und einer radierten Titelvignette. Pergamentband mit Vergoldung und Lederintarsien (signiert: Johannes Gerbers, Hamburg). Im Schuber mit Lederkanten.

Elfter Druck der Pan-Presse. – Eins von 170 Exemplaren auf Amerikanischem Japan (Gesamtauflage 250). – Der Text wurde bei Imberg & Lefson, Berlin, die Radierungen auf der Pan-Presse gedruckt. – Schon die zeitgenössische Kritik zeigte sich begeistert (Hans Lobier: »Dem alten Spötter Voltaire ist hier ein gleichgesinnter Illustrator erwachsen«. – Hermann Struck: »Die Radierungen selbst sind überaus entzückend in ihrer phantastischen Erfindungsfülle«), auch »wenn man Behmer aus falsch verstandener Sparsamkeit übel mitgespielt hatte. Die Radierungen wurden nämlich, ohne Rücksicht auf ihre unterschiedliche Technik, fortlaufend auf Bögen gedruckt, anschließend auseinandergeschnitten und in das Buch eingeklebt. […] Behmers Zorn war nur allzu gut zu verstehen: ›Das ist allerdings eine Todsünde gegen den Geist des Buches.‹« (zitiert nach Jürgen Eyssen, Seite 158). – Das schöne Frühwerk und zugleich die erste größere Radierfolge Behmers hier in einem kongenialen Einband des Hamburger Meisters Johannes Gerbers.

31,8 : 25,0 cm. [2], 77, [1] Seiten.

Haucke 19. – Feilchenfeldt/Brandis 199.B. – Rodenberg 453, 11. – Schauer II, 43

300  Rabindranath Tagore. Gitanjali

€ 250

(Sangesopfer). Leipzig, Kurt Wolff 1914. Hellgrauer Originalwildlederband, Rückentitel, Deckelvignette und Fileten in Blindprägung.

Erste deutsche Ausgabe, übertragen von Marie Luise Gothein aus der vom Dichter selbst veranstalteten englischen Fassung. – Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Kaiserlich Japan und in Ganzleder gebunden. Der Einbandentwurf stammt von Marcus Behmer. – Großzügiger Druck in Grün und Schwarz. – 1914 erschienen bei Kurt Wolff insgesamt drei Tagore-Werke in bibliophiler Ausstattung, die Einbände entwarfen neben Marcus Behmer Walter Tiemann und Hans Reimann. Die Ledereinbände übernahmen von der üppigen Ornamentik Behmers nur das Monogramm »RT«. – Sehr selten, wir konnten auf Auktionen kein Exemplar in diesem empfindlichen Originaleinband nachweisen.

23,8 : 16,2 cm. 136, [2] Seiten. – Vorsatzblatt mit Exlibrisstempel »Goldfarb« und Schenkungsvermerk von 1948.

Göbel 174