ChristianHesse

Lot 301 – 350 | Hesse-Auktionen
Lot 301 – 350

301  Marcus Behmer – Von dem Fischer un syner Fru.

€ 600

Ein märchen nach Philipp Otto Runge mit sieben bildern von Marcus Behmer. Berlin, Otto von Holten 1914. Mit sieben Radierungen, davon vier blattgroß. Originalhalbleinenband mit Deckelschild.

Eins von 180 Exemplaren, von denen 30 nicht in den Handel kamen. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Holländisch Bütten. – Gesetzt von Marcus Behmer selbst, gedruckt bei Otto von Holten, die Radierungen bei Carl Sabo, beide Berlin. – Fritz Homeyer 1929 in »Philobiblon«: Eines der schönsten Bücher der Welt« – Hans Loubier: »Buchjuwel« – »Eines der vollkommensten Buchkunstwerke des 20. Jahrhunderts« urteilte Hans Adolf Halbey. – Mit einem kleinformatigen Ankündigungsblatt des Verlages.

21,8 : 16,2 cm. 26, [6] Seiten. – Deckel an den Rändern etwas gebräunt. – Vorsatzblätter gebräunt, einige Blätter am Oberrand mit wenigen Stockflecken.

Haucke 27. – Rodenberg 242. – Schauer II, 44

302  Marcus Behmer – Sechs Märchen der Brüder Grimm.

€ 450

Aus dem Nachlaß zum ersten Male herausgegeben und mit einem Nachwort von Johannes Bolte. Berlin, Brandus [1918]. Mit acht Radierungen im Text, eine blattgroß. Dunkelbrauner Originalkalblederband. Deckel- und Rückentitel, Deckel- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet (H. Fikentscher, Leipzig).

Dritter Nibelungendruck. – Eins von 260 Exemplaren. – Auf festem Velin. – Den Text, gesetzt aus der Cicero Leibniz-Fraktur, druckte Otto von Holten, die Radierungen – unter Aufsicht des Künstlers – O. Felsing, beide Berlin.

18,8 : 13,5 cm. [1], 33, [5] Seiten. – Rücken minimal verblasst. – Ränder ganz leicht, Seiten vereinzelt, Vorsatzblätter etwas stärker stockfleckig.

Haucke 30. – Rodenberg 444, 3. – Schauer II, 44

303  Marcus Behmer – Der erste Beernhäuter.

€ 600

Nicht ohne sonderbare darunter verborgene Lehrreiche Geheimniß, sowol allen denen, die so zu schelten pflegen und sich so schelten lassen, als auch sonst jedermann […] andern zum Exempel vorgestellet von Illiterato Ignorantio, zugenannt Idiota. Berlin, Brandus 1919. Mit sechs Radierungen im Text von Marcus Behmer, davon fünf blattgroß, und einer Initiale. Dunkelbrauner Originalkalblederband mit Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert H. Fikentscher, Leipzig 1919).

Siebter Nibelungendruck. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe im Ganzlederband (Gesamtauflage 320). – Auf Nürnberger Bütten. – Der Text wurde bei Otto von Holten, die Radierungen bei A. Ruckenbrod, beide Berlin, gedruckt. – Von Marcus Behmer stammen die fünf blattgroßen Radierungen, die in Schwarz mit grauer Tonplatte gedruckt wurden, die große Initiale in Rötel, die Titelzeilen in Holzschnitt sowie die gesamte Typographie einschließlich des berühmten Bären-Zwischenstücks. – »Das beste meiner Bücher […] weil da alles zueinander paßt […] Bärenhäuter ulkig, Kontrast von gewollter Zierlichkeit und burschikoser Aufschneiderei […] so sollten die Illustrationen wirken« (Marcus Behmer an Gottfried Laske, seinen großen Förder; zitiert Haucke).

18,9 : 12,0 cm. [2], 28, [6] Seiten. – Deckel am Oberrand etwas berieben.

Haucke 33. – Rodenberg 445, 7. – Schauer II,44

304  Marcus Behmer – Erster [bis] Dritter Behmer-Druck.

€ 300

Berlin, Otto von Holten 1920 bis 1922. Ein Originalhalbleinenband mit Deckelschild, zwei Originalhalbpergamentbände mit Gold- bzw. Blindprägung.

Mit den Behmer-Drucken »ging der Drucker über seinen Auftrag als Verwirklicher hinaus und wurde selbst zum Buchunternehmer.« (Schauer I, 195). »Mit Marcus Behmer war die Offizin so eng verbunden, daß sie beim ihm eine Druckschrift bestellte, die dann bei Gebr. Klingspor geschnitten und gegossen wurde.« (Schauer). Sie wurde von 1921 an für die fünf Behmer-Drucke verwendet. – I. Ecclesiastes oder Der Prediger Salomo. 1920. Eins von 250 Exemplaren. Im Druckvermerk von Marcus Behmer signiert. Gesetzt von Behmer selbst. Der Titel, die große Initiale »A« und das Delphinsignet entstanden nach Behmers Zeichnungen. – II. Das Hohe Lied Salomos. Mit Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Eins von 350 Exemplaren (Gesamtauflage 380). Auf Zandersbütten. – III. Gerhart Hauptmann. Das Hirtenlied. Ein Fragment. Mit Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Eins von 360 Exemplaren (Gesamtauflage 400).

Deckel von I etwas fleckig, erste und letzte Seiten leicht gebräunt.

Rodenberg 244, 1 – 3. – Haucke 37. – Schauer I, 195 und II, 89 (mit Abbildung)

305  Marcus Behmer – Der Prophet Jona

€ 900

nach Luther mit zwölf Radierungen von Marcus Behmer. Leipzig, Insel 1920/1930. Mit zwölf Radierungen im Text, davon sieben blattgroß. Originalhalbleinenband mit Deckelschild.

Eins von 300 Exemplaren, von denen 50 nicht in den Handel gelangten. – Gedruckt auf Zanders-Bütten. – Ursprünglich sollte das gesamte Werk bei Otto von Holten gedruckt werden. Es dauerte allerdings zehn Jahre, bis Behmer die Radierungen fertiggestellt hatte. Diese wurden 1930 im Bibliographischen Institut in den Text eingedruckt. Der ursprüngliche Verleger, I. B. Neumann, war inzwischen aus Deutschland ausgewandert, das Buch erschien schlussendlich im Insel-Verlag. – Den zweiten, korrigierenden Druckvermerk beschloss Behmer mit der selbstzweiflerischen Bemerkung »Wär’ wenigstens nun gut geworden, was so lang gewährt.« – Jürgen Eyssen lobte das Buch dahingegen: »Da leiht die bereits bewährte ›Renata-Schwabacher‹ dem Lutherdeutsch ihre kraftvollen Lettern, die es benötigt, um ›reden‹ zu können; da entfalten die subtilen Radierungen, in ihren zum Bildhintergrund immer zarter werdenden Umrissen, den Eindruck eines in der Ferne verdämmernden Horizontes; da harmoniert der nahezu quadratische Satzspiegel wie selbstverständlich mit den Initialen. So ist auch ›Der Prophet Jona‹ ein kleines Wunderwerk der Schwarzen Kunst geworden.«.

16,7 : 13,2 cm. [2], 27, [3] Seiten. – Einband stockfleckig, einige Seiten vereinzelt mit schwachen Stockflecken.

Haucke 69. – Sarkowski 1269. – Schauer II, 44

  306    Marcus Behmer – Johannes Auerbach. Der Selbstmörderwettbewerb.

€ 250

Berlin, Otto von Holten 1921. Mit zwei signierten Radierungen von Marcus Behmer (Frontispiz und Titel). Originalhalbpergamentband mit vergoldetem Rücken- und Deckeltitel und orangefarbenen Deckelbezügen. Im Originalpappschuber.

Eins von 150 Exemplaren, von denen fünfzig nicht in den Handel gelangten. – Einbandgestaltung und Satz von Marcus Behmer. – Gedruckt auf Bütten. – Mit dem Verfasser verband Behmer eine enge Freundschaft. Johannes Auerbach war einer der ersten Bauhaus-Studenten und gestaltete unter anderem das Grabmal des Hagener Kunstsammlers und Mäzens Karl Ernst Osthaus.

15,4 : 11,9 cm. [4], 29, [11] Seiten.

Haucke 40. – Rodenberg 244. – Schauer II, 44

  307    Marcus Behmer – Oscar Wilde. Die heilige Buhlerin.

€ 400

La Sainte Courtisane oder Das Weib mit den Edelsteinen. Berlin, Hans Heinrich Tillgner 1921. Mit drei signierten Radierungen. Originalhalbpergamentband mit vergoldeter Deckelvignette.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe, bei der die Radierungen von den unverstählten Platten gedruckt und signiert wurden (Gesamtauflage 500 Exemplare). – Der Text wurde bei Otto von Holten, Berlin, die Radierungen wohl bei A. Ruckenbrod auf Bütten gedruckt. – Der Druckfarbe der Radierungen wurde etwas blaue Farbe beigemischt, die einen zarteren, nicht schmutzigen Plattenton entstehen ließen. – Die Deckelvignette entwarf Marcus Behmer, der auch für die Typographie des Buches verantwortlich war.

20,4 : 14,8 cm. [2], 19, [7] Seiten. 3 Radierungen.

Haucke 46. – Rodenberg 245. – Schauer II, 44. – Hayn/Gotendorf IX, 631

  308    Marcus Behmer – Enno Littmann. Vom morgenländischen Floh.

€ 250

Dichtung und Wahrheit über den Floh bei Hebräern, Syriern, Arabern, Abessiniern und Türken. Leipzig, Insel 1925. Mit 13 Radierungen von Marcus Behmer im Text, davon drei blattgroß. Originalhalbpergamentband mit Deckelschild. Rückentitel und Kopfschnitt vergoldet. Im Originalpappschuber.

Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 330). – Die Radierungen in Sepia gedruckt. – Auf Bütten. – Einbandentwurf von Marcus Behmer. – Dazu: Ruba’ijat des Omar Chajjam von Neschapur. In deutsche Verse übertragen von G. D. Gribble. Leipzig, Insel 1907. Originalpappband. Marcus Behmer entwarf sowohl die große Deckelillustration, den prachtvollen ornamentalen Doppeltitel und die zahlreichen großen ornamentierten Initialen, alles in Grün gedruckt, der Doppeltitel zudem mit zwei goldenen Mittelstücken.

19,9 : 14,7 cm. 68, [4] Seiten; 20,8 : 16,4 cm. 122, [2] Seiten. – Beigabe: Bezugspapier vorn am Gelenk aufgeplatzt.

Haucke 56. – Hayn/Gotendorf IX, 186. – Sarkowski 1037 und 1214

309  Lovis Corinth – Eli.

€ 600

Nach der Schrift neu geordnet von M. I. bin Gorion. Verdeutscht von Rahel Ramberg. Mit drei Steinzeichnungen von Lovis Corinth. Leipzig, Insel 1919. Mit drei Lithographien im Text, davon eine signiert als Frontispiz und zwei als Kopfvignetten. Originalpergamentband. Deckeltitel und Kopfschnitt vergoldet.

Schriften biblischen Inhalts mit graphischen Urdrucken zeitgenössischer Künstler, Band I. Von dieser Schriftenreihe erschien lediglich noch »Die Geschichte von Tobia«. – Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten mit der signierten Lithographie (Gesamtauflage 150). – Druckleitung: E. R: Weiß.

25,6 : 20,6 cm. 34, [2] Seiten. – Deckel leicht aufgebogen.

Schwarz L 410, I-III. – Lang I 29. – Sarkowski 435 VA

  310    Lovis Corinth – Honoré de Balzac. Die Frau Konnetable.

€ 200

Lithographien von Lovis Corinth. Berlin, Bruno Cassirer 1922. Mit 14 Lithographien im Text, davon drei blattgroß. Originalhalbpergamentband mit lithographierter Deckelvignette.

Eins von 380 Exemplaren. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Druck der Lithographien auf der Handpresse. – Auf Bütten. – Einige der Lithographien Corinths entstanden schon 1913 und sind bei Schwarz unter »Balzac-Illustrationen« verzeichnet. – Sehr schönes Exemplar.

35,5 : 26,1 cm. 21, [3] Seiten.

Schauer II, 87. – Lang I 41. – Vgl. Schwarz L 143. – Nicht bei Müller

  311    Bruno Goldschmitt – Wilhelm Raabe. Die schwarze Galeere.

€ 200

München, Schröder 1920. Mit 17 monogrammierten Holzschnitten von Bruno Goldschmitt. Originalpergamentband mit Deckelillustration und vergoldeter Innenkantenbordüre.

Meisterwerke der Weltliteratur mit Original-Graphik, Band IV. – Eins von 50 Exemplaren auf starkem Bütten mit den monogrammierten Holzstichen (Gesamtauflage 315). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Nahezu druckfrisch.

32,5 : 24,7 cm. 51, [5] Seiten.

Rodenberg 432, 4. – Sennewald 20,1

312  Natalia Gontscharowa – Die Mär von der Heerfahrt Igors.

€ 500

Der ältesten russischen Heldendichtung deutsch nachgedichtet von Arthur Luther. Illustrationen von Natalia Gontscharowa. München, Orchis 1923. Mit Titelbordüre und 36 pochoirkolorierten, teils blattgroßen Holzschnitten. Originalhalbleinenband.

Erste illustrierte Ausgabe. – Eins von 700 Exemplaren (Gesamtauflage 800), entgegen dem Druckvermerk in Halbleinen gebunden. – Natalia Gontscharowa (1881–1962) studierte Bildhauerei und Malerei an der Moskauer Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Architektur. »Die russische Avantgarde-Künstlerin hinterließ ein umfangreiches und vielschichtiges Werk. In frühen Jahren malte sie, inspiriert von Folklore und Volkskunst ihres Landes, farbenfrohe Bilder mit kraftvoller Ornamentik. Ihre an die Ikonenmalerei angelehnten religiösen Bilder waren sehr umstritten. Während ihrer Moskauer Zeit begann sie kubistisch zu arbeiten und gab der russischen Avantgarde einen wichtigen Impuls zur Verbindung von Tradition und Moderne« (hatje-cantz.de). Ab 1914 entwarf sie Bühnenbilder für Sergej Diaghilews »Ballets Russes« in Paris, ab 1929 wurde sie weltweit als Bühnenbildnerin engagiert.

26,2 : 19,0 cm. 80, [8] Seiten. – Einband minimal fleckig, Oberrand leicht gebräunt. – Exlibris.

313  Rudolf Großmann – Carl Sternheim. Posinsky.

€ 600

Eine Erzählung. Mit zehn Originallithographien von Rudolf Großmann. Berlin, Heinrich Hochstim [1917]. Mit zehn Lithographien, davon sieben blattgroß und eine auf dem eingebundenen Originalumschlag. Blaugrüner Originalmaroquinband mit vergoldeten Fileten, Bordüren und Rückentitel sowie Kopfschnittvergoldung (signiert: P. Kersten).

Erste Ausgabe. – Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf festem Velin. – Druckvermerk und die neun Lithographien im Buch signiert. – Schöner und gegenüber der Normalausgabe sehr breitrandiger Druck.

26,0 : 17,5 cm. 65, [1] Seiten. 2 Lithographien außerhalb der Paginierung.

Sennewald 17,1. – Raabe/Hannich-Bode 291.26. – Lang I 73

314  Rudolf Großmann – Anatole France. Der dürre Kater.

€ 300

Mit Originallithographien von Rudolf Großmann. Übersetzung von Irene von Guttry. München, Kurt Wolff 1921. Mit 24 meist kolorierten Lithographien im Text, neun davon blattgroß. Roter Saffianlederband mit reicher Vergoldung.

Eins von 120 Exemplaren der zweiten Vorzugsausgabe, weiteren 50 Vorzugsexemplaren lag eine Originalzeichnung bei, alle 170 auf Zanders-Bütten. – Großmanns Lithographien, feinlinig, leicht und verspielt, fügen sich aufs Schönste in den Text. – Innen sehr schönes Exemplar.

24,5 : 15,8 cm. 134, [4] Seiten. – Gelenke etwas brüchig, diese und der Rücken nachgefärbt.

Sennewald 21, 2. – Schauer II, 95. – Göbel 528. – Fromm III, 9795 (irrt. 1912)

315  George Grosz – Alfred Richard Meyer. Lady Hamilton

€ 4500

oder Die Posen-Emma oder vom Dienstmädchen zum Beefsteak à la Nelson. Eine ebenso romanhafte wie auch novellenschaukelnde durchwachsene Travestie […] fleissigst und fleischigst bebildert von George Grosz. Berlin, Fritz Gurlitt 1923. Mit acht signierten, kolorierten Lithographien. Originalhalbpergamentband mit Buntpapierdeckelbezügen.

Die Neuen Bilderbücher V/2. – Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe, bei der alle Lithographien koloriert und signiert wurden. Bei den nächsten 100 Exemplaren wurden sie nur signiert, bei den weiteren 150 Exemplaren hatte der Künstler »nur noch die Kraft einer zwofachen Signierung« (Druckvermerk). – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – »Gedruckt – unglaublicherweise! – in der Stefan George-Type« (Kobbe). Dass Alfred Richard Meyer für seinen deftigen Text just diese Schrift aus dem Bestand bei Otto von Holten auswählte, wirft ein Licht auf seine parodistische Verwendung von Typographie. – Auf imitiertem Japan-Bütten. – Alfred Richard Meyer (1882–1956) war ein ebenso erfolgreicher wie lebenszugewandter Verleger, Schriftsteller und Bohemian. Früh verkehrte er in expressionistischen Kreisen, Dichter wie Heinrich Lautensack, Paul Zech, Gottfried Benn, Else Lasker-Schüler, Alfred Lichtenstein oder Yvan Goll ließen ihre frühesten Veröffentlichungen bei ihm drucken. Bereits 1921 hatte George Grosz Meyers Gedichte »Munkepunke Dionysos« illustriert. – Tadelloses Exemplar.

30,3 : 25,3 cm. 52, [4] Seiten 8 Lithographien.

Dückers B II, 1–8. – Kobbe 58. – Jentsch 142. – Rodenberg 395, 5.2. – Hayn/Gotendorf IX, 400

316  Otto Hettner – Longus. Daphnis und Chloé.

€ 1000

Mit Steinzeichnungen von Otto Hettner. München, Buchenau & Reichert 1923. Mit 93 teils blattgroßen Lithographien. Weinroter Saffianlederband mit reicher Vergoldung (Gerhard Prade) und Originalhalbleinenkassette mit Deckelschild.

Achter Phantasus-Druck. – Das erste von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder und mit einer Extrasuite der Lithographien und einigen Varianten (Gesamtauflage 300). – Im Druckvermerk von Otto Hettner signiert. – Breitrandiger Druck auf Zanders-Bütten bei Jakob Hegner in Hellerau. – Der Einband wurde nach Angaben von Carl Sonntag in Saffianleder gebunden. – Der Text folgt einer Übertragung von Friedrich Jacobs aus dem Jahr 1832, die mit dem griechischen Text verglichen und frei bearbeitet wurde. – »In dem 8. Phantasusdruck ›Daphnis und Chloe‹ kontrastiert die Fleischmann-Antiqua sehr kühn gegen die flaumigen […] Steinzeichnungen Otto Hettners.« (Schauer). – Die Lithographien der Suite sämtlich in Passepartout montiert und lose in Originalkassette mit Deckelschild. – Sehr schönes Exemplar, mit der Suite extrem selten.

29,0 : 20,3 cm. 197, [3] Seiten. – Rücken kaum merklich verfärbt und mit winzigen Bereibungen.

Rodenberg 459, 8. – Schauer I, 239 und II, 99

  317    Friedrich Heubner – Alfred de Musset. Tizianello.

€ 300

Eine Novelle. In das Deutsche übertragen von Victor Schuler. München, Rösl & Cie 1920. Mit sechs signierten Radierungen von Friedrich Heubner. Schwarzer Maroquinband mit rotem Rückenschildchen und Vergoldung. Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 40 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Zanders-Bütten und in Leder gebunden (Gesamtauflage 540). – Üppiger breitrandig gesetzter Druck, unbeschnitten. – Friedrich Heubner (1886–1974) war unter anderem Mitarbeiter der Münchner Zeitschriften »Simplicissimus« und »Jugend«. – Vorsatzblatt mit kleinem Stempel »K. Koppel«, möglicherweise der Buchbinder.

31,2 : 24,0 cm. [8], 54, [2] Seiten.

Sennewald 20. – Lang I 93

318  Friedrich Heubner – Honoré de Balzac. Die Chouans

€ 1000

oder Die Bretagne im Jahre 1799. München, Der Bücherwinkel 1923. Mit 60 Lithographien von Friedrich Heubner, davon 20 im Rötelton im Text und 40 auf Tafeln. Hellroter Ziegenlederband, Titel, Bordüren, Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet (signiert: O. Dorfner – Weimar).

Zweiter Druck des Bücherwinkels. – Eins von 300 Exemplaren (Gesamtauflage 375). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Den Einband arbeitete Dorfner nach eigenem Entwurf. – Sehr schönes Exemplar, aus dem Nachlass Otto Dorfners.

26,8 : 21,5 cm. 235, [5] Seiten. 40 Tafeln. – Vorderdeckel trotz Schutzpapier und Schuber minimal »angefingert«.

Rodenberg 350, 2. – Sennewald 23,1

  319    Ludwig von Hofmann – Das Hohe Lied Salomos.

€ 250

Mit Holzschnitten von Ludwig von Hofmann. Berlin, Otto von Holten 1921. Mit elf Holzschnitten, davon einer blattgroß. Brauner Maroquinband mit vergoldeten Fileten und Titeln (signiert: Bruno Scheer, Berlin).

Zweites Buch des Verlages Otto von Holten in der von Marcus Behmer gezeichneten Schrift. – Eins von 30 römisch nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe, daneben erschienen weitere 350, von denen 50 nicht für den Handel bestimmt waren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert.

28,7 : 19,2 cm. [4], 21, [7] Seiten. – Deckel, besonders der vordere, fleckig. Ecken und Kanten etwas berieben. – Einige Seiten mit wenigen kleinen Stockflecken.

Rodenberg 244, 2

320  Richard Janthur – Die Gazelle.

€ 1200

Berlin und Leipzig, Franz Schneider [1924]. Mit zehn kolorierten, signierten Lithographien und lithographiertem Text mit kolorierten Vignetten. Roter Originalkalblederband. Rückentitel, Deckelvignette und Stehkantenbordüren vergoldet (H. Sperling, Leipzig).

Eins von 200 Exemplaren, wobei Sennewald die signierten Lithographien nur für eine nicht bezifferte Vorzugsausgabe nennt. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Die zehn großen Lithographien und die Vignetten wurden vom Künstler koloriert. – Der Text, entnommen aus der Sammlung »Afrikanische Märchen« des Eugen Diederichs Verlages, wurde von Richard Janthur auf die Lithosteine geschrieben und dort mit zahlreichen Vignetten verziert. – Gedruckt auf handgeschöpftem Bütten von A. Rogall, Berlin. – Eines der schönsten, durch die Einheit von Text und Illustration besonders stimmigen, Bücher Janthurs.

29,5 : 23,3 cm. [68] Seiten. 10 Lithographien. – Rücken schwach verfärbt, Kanten minmal berieben. – Einige Seiten, besonders erste und letzte, gering stockfleckig.

Sennewald 23

321  Ernst Ludwig Kirchner – Georg Heym. Umbra vitae.

€ 12000

Nachgelassene Gedichte. Mit 47 Originalholzschnitten von Ernst Ludwig Kirchner. München, Kurt Wolff 1924. Grüner Originalleinenband mit Holzschnitt in Gelb und Schwarz über beide Deckel und zwei farbigen Holzschnittvorsätzen. In dem seltenen grünen Originalschuber mit Deckelschild.

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 500 Exemplaren (Gesamtauflage 510). – Gedruckt auf gelblichem Bütten. – Diese »Krönung expressionistischer Buchillustration« (Jürgen Eyssen, in: Buchkunst in Deutschland, S. 130) ist einer Initiative von Hans Mardersteig zu danken. Ende Februar 1922 schrieb er an Kurt Wolff, den Verleger der (noch unillustrierten) Erstausgabe: »Er [Kirchner] hat in seinen Mußestunden schon seit Jahren zu eigener Freude Heyms Umbra vitae illustriert. Und zwar derart, daß er die alte Ausgabe hernahm und jeweils unter den einzelnen Gedichten […] einen kleinen Holzschnitt eingefügt hat […] Ich würde Ihnen dringend raten, daß Sie einen Neudruck des Bändchens mit den Holzschnitten machen. […] Das Buch würde ein Novum unter illustrierten Büchern darstellen« (K. W. Briefwechsel eines Verlegers, S. 391). – Neben den Textholzschnitten schuf Ernst Ludwig Kirchner auch die Holzschnitte für die rosa-blau gedruckten Vorsätze und den farbigen Einband. – »Umbra vitae was the artist’s major effort« (Castleman S. 229). – »Wer wissen will, was Expressionismus heißt, braucht nur in den Seiten dieses Buches zu blättern« (Jürgen Eyssen, S. 162). – Schönes Exemplar, ehemals Sammlung Wilhelm Wagenfeld (Bauhaus-Designer, 1900–1990), sein eigenhändiger Kaufvermerk »Wagenfeld 7.32« sehr dezent auf dem Vorsatz und mit dem späteren Zusatz »Erika« (seiner zweiten Ehefrau).

23,2 : 16,0 cm. [4], 62, [6] Seiten. – Einband.

Dube 759-807 u. 61 II. – Raabe/Hannich-Bode 123.3. – Jentsch 152. – Lang E 175. – Garvey 142. – Papiergesänge 45

  322    Walter Klemm – König Sindibad und sein Falke.

€ 120

Ein Märchen aus tausend und eine Nacht. Holzschnitte von Walter Klemm. Offenbach a. M., Wilh. Gerstung [1923]. Mit vier blattgroßen Holzschnitten und einer Holzschnitt-Titelvignette. Pappband mit Deckelschild.

Eins von 500 Exemplaren, 100 kolorierte Vorzugsexemplare wurden auf Bütten gedruckt. – Die Schrift wurde gezeichnet von Rudolf Koch und geschnitten von Gustav Eichenauer.

26,0 : 19,5 cm. [16] Seiten.

Sennewald 23,9. – Rodenberg 231

323  Oskar Kokoschka. Griechisches Skizzenbuch.

€ 400

Vierundzwanzig Tafeln in der Größe der Originale. Herausgegeben von Georg Theodor Ganslmayr. Mit einer Einführung von Heinz Spielmann. Luzern, Edition Bucher 1970. Originalleinenband im -schuber.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der beigelegten signierten Lithographie »Krieger« (Rotbraun auf Bütten) (Gesamtauflage 625) . – Heinz Spielmann kommentiert die Bedeutung der hier erstmals reproduzierten Farbigkeit der Skizzen: »befreit aus der Starrheit der klassischen Kontur, bewegt durch einen heftigen, flackernden, das Licht als eine farbige Energie sichtbar machenden Strich«. – Tadellos.

47,5 : 36,5 cm. 30 Blätter, davon 24 Farbtafeln, 1 Lithographie.

Wingler/Welz 451

324  Oskar Kokoschka. Florentiner Skizzenbuch.

€ 400

Vierundzwanzig Tafeln in der Größe der Originale. Herausgegeben von Georg Theodor Ganslmayr. Mit einer Einführung von Heinz Spielmann. Luzern, Edition Bucher 1972. Originalleinenband im -schuber.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der beigelegten signierten und nummerierten Lithographie »Papst Leo X« (Blau auf Bütten) (Gesamtauflage 475). – »Keines der Blätter war ursprünglich für die Öffentlichkeit bestimmt. Alle tragen den Charakter der persönlichen Aufzeichnung, des spontanen und durchdringenden Sehens, ohne Rücksichten auf Methodik, Wechsel, Komposition, Vollendung, auf all das, was eine graphische Folge gemeinhin kennzeichnet« (Heinz Spielmann, Vorwort). – Tadellos.

47,5 : 36,5 cm. 30 Blätter, davon 24 Farbtafeln, 1 Lithographie.

Wingler/Welz 472

325  Oskar Kokoschka. Londoner Ansichten · Englische Landschaften.

€ 300

Einführung von Jan Tomes. München, Bruckmann 1972. Mit 16 montierten Farbtafeln und zwei Textabbildungen. Originalleinenband mit Goldprägung im Schuber.

Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der im Passepartoutblatt beigelegten Lithographie »London Tower Bridge 1972« (signiert, datiert und nummeriert, 24,0 ; 32,5 cm). – In dem Buch werden 16 Ölgemälde und zwei Graphiken mit Ansichten vorgestellt, die zwischen 1925 und 1970 entstanden.

26,1 : 34,0 cm. 92, [4] Seiten.

Wingler/Welz 475

326  Oskar Kokoschka – Siegfried Lenz. Einstein überquert die Elbe bei Hamburg.

€ 1200

Geschichte in drei Sätzen mit einem Facsimile der Handschrift, dazu sechs Original-Lithographien von Oskar Kokoschka und einer Betrachtung des Autors über den Künstler. Hamburg, Hoffmann und Campe 1976. Mit sechs signierten Lithographien. Originalhalblederband und -halbleinenchemise in Originalleinenkassette (Helmuth Halbach, Königstein).

Exemplar XVII von 25 römisch nummerierten der Vorzugsausgabe auf Barcham & Green-Bütten mit der zusätzlichen Variante der ersten Lithographie, gedruckt auf Japan. – Es erschienen in gleicher Ausstattung 30 nicht für den Handel bestimmte Ausgaben sowie 100 Exemplare ohne die zusätzliche Lithographie. – Im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. – Die Ausgabe erschien zum 90. Geburtstag Kokoschkas und dem 50. von Siegfried Lenz, beide im März 1976. – Band I mit dem Text von Lenz und dem Faksimile der Handschrift, Band II mit den lose eingelegten Lithographien und der »Betrachtung«.

37,8 : 48,0 cm. 18, [10] Seiten. – [12] Seiten, 6 Lithographien.

Wingler/Welz II, 500, 501, 502 I–III und 503. – Tiessen V, 26

  327    Alois Kolb – Heinrich von Kleist. Michael Kohlhaas.

€ 300

(Aus einer alten Chronik). Radierungen und Zeichnungen von Alois Kolb. Berlin, Fritz Heyder 1912. Mit acht signierten Radierungen, sowie einer Titelvignette, acht Textabbildungen und sieben Initialen. Dunkelbrauner Kalblederband mit blindgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 300 Exemplaren. – Satz aus einer von Rudolf Koch gezeichneten Schrift. – Exlibris Lucy Spiegl auf dem hinteren Innendeckel.

30,2 : 22,8 cm. 81, [3] Seiten. 8 Radierungen. – Rücken verblasst.

Sennewald 12

  328    Fritz Kredel – Wer will unter die Soldaten?

€ 120

Zwölf Illustrationen zu deutschen Soldatenliedern. Frankfurt am Main, Bauersche Gießerei 1933. Mit farbig illustriertem Titel und zwölf farbigen Illustrationen im Text. Hellblauer Pappband mit Vignette auf dem Vorderdeckel.

Privatdruck von Georg Hartmann, dem damaligen Eigentümer der berühmten Schriftgießerei Bauer. – Den Titel entwarf Rudolf Koch, die Bildertexte stammen von Minni Lerner. – Für Fritz Kredel (1900–1973), »bestand zunächst kein Zweifel, daß auch er Soldat werden sollte. … Er […] fand das ganze prunkvolle Exerzier- und Paradewesen jener Zeit künstlerisch anregend und, wie er schrieb, ›ohne die Nachbarschaft des Balletts wohl gar nicht zu denken. … Ist es also ein Wunder‹, meinte er, ›wenn unsereiner sein besonderes Vergnügen an diesem bunten Spiel hat?‹ Es ist in der Tat das ›bunte Spiel‹, nicht der graue Alltag des Krieges, was ihn am Soldatentum faszinierte« (Salter, S. 43). – Nur ein Jahre später erschien eine erweiterte Ausgabe in der berühmten Insel-Bücherei.

30,9 : 21,9 cm. 14 Blätter. – Rücken erneuert und die Blätter in neue Falze gefasst.

Salter 1.34

  329    Alfred Kubin – Gerhart Hauptmann. Fasching.

€ 300

Mit Originallithographien von Alfred Kubin. Berlin, S. Fischer 1925. Mit zwölf Lithographien, davon zehn blattgroß und zwei signiert. Hellbrauner neuerer Kalblederband mit blindgeprägtem Rückentitel.

Erste vollständige Buchausgabe. – Unnummeriertes Exemplar, wohl über die Auflage von 450 hinaus gedruckt. – Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Bei den ersten 50 Exemplaren waren alle Lithographien, bei den übrigen 400 nur die erste signiert. Hier, wie bei manch anderem Exemplar, signierte Kubin die beiden ersten Lithographien. – Auf Bütten.

33,0 : 25,7 cm. 40, [4] Seiten.

Marks A 84. – Raabe 291. – Pinkus-Ludwig II, 1, 45, b

  330    Alfred Kubin. Rauhnacht.

€ 300

13 Steinzeichnungen. Mit einem Vorwort von Otto Stoessl. Berlin, Volksverband der Bücherfreunde Wegweiser 1925. 13 Lithographien und zwei Textdoppelblätter, lose in Originalhalbleinenmappe mit Deckelillustration.

Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die »Rauhnacht« entstand nach einem Fiebertraum Kubins. Noch geschwächt brachte er den gespenstischen Zyklus zu Papier, welcher gleichsam ein nahezu fünf Meter langes Panorama bildet. Sehr zu Kubins Bedauern erschien die Folge dann nicht als Leporello, sondern in 13 Einzeltafeln »zerstückt«. – Die »Rauhnächte« sind im Volksglauben die 13 Nächte zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag, in denen Geisterheere über die Erde ziehen und die Träume besonders intensiv sein sollen.

37,8 : 48,3 cm. [8] Seiten, 13 Lithographien. – Oberränder der Mappendeckel leicht fleckig. – Titelblatt mit kleinem Eckknick, die Lithographien sehr gut erhalten.

Marks A 86. – Raabe 281. – Hoberg Mappe VII

331  Alfred Kubin – Willy Seidel. Larven.

€ 900

Novelle. Mit Zeichnungen von Alfred Kubin. München, Albert Langen 1929. Mit 21 Illustrationen, davon zehn blattgroß und koloriert, und einer figürlichen Initiale. Gelber Originalsaffianlederband. Rückentitel, Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten und Kopfschnitt vergoldet (Richard Hönn, München).

Erste Ausgabe. – Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan und mit den kolorierten Illustrationen. – Im Druckvermerk von Künstler und Verfasser signiert. – Willy Seidel, Bruder von Ina Seidel, verfasste eine ganze Reihe von Reisewerken. 1931 erkrankte er, »Larven« zählt zu den letzten abgeschlossenen Werken. – »Von tiefer Wesensgleichheit angezogen hatte Alfred Kubin […] das neue Buch von Willy Seidel mit 22 kostbaren Zeichnungen geschmückt. In unerhörter Weise läßt Willy Seidel in dieser Novelle einen Einsamen, der in der jungen Tochter zum zweitenmal das geliebte Weib sterben sieht, die Abdichtungen gegen das Jenseits immer mehr verlieren, einige schaurige Selbstdiagnosen stellen und dabei mit Röntgenaugen Leben und Tod durchschauen. Dieses Buch ist keine Literatur, sondern hier scheint sich uns eigenes Leben über die Schwelle zu tasten, in einen Raum, der uns bisher verschlossen war.« (Simplicissimus, Jg. 33, Heft 31).

28,0 : 18,5 cm. 73, [7] Seiten. – Rücken kaum merklich verfärbt. Kanten minimal berieben.

Marks A 111. – Raabe 387

  332    Oskar Laske – Thomas Mann. Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull.

€ 200

Buch der Kindheit. Farblithographien von Oskar Laske. Wien, Leipzig und München, Rikola 1922. Mit sechs Farblithographien. Pappband mit Lederrückenschild (signiert: Gerbers, Hamburg).

Erste Ausgabe des ersten Buches. – Eins von 400 Exemplaren (Gesamtauflage 500). – Der Roman, der letztlich unvollendet blieb, erschien erst 1954, Laskes Lithographien illustrieren diese erste frühe Fassung fast comic-artig.

30,0 : 24,0 cm. 65, [3] Seiten. 6 Lithographien.

Sennewald 22, 2. – Potempa D 12.1

333  Melchior Lechter – Friedrich Wolters. Herrschaft und Dienst.

€ 300

Berlin, Einhorn-Presse 1909. Mit illustriertem Doppeltitel, drei großen Randleisten und zahlreichen Initialen, alle nach Entwurf von Melchior Lechter. Flexibler Originalpergamentband. Deckelvignette und Rückentitel vergoldet.

Opus I der Einhorn-Presse. – Eins von 500 Exemplaren auf schwerem unbeschnittenen Tonbütten-Papier mit dem Wasserzeichen der Presse (Gesamtauflage 510). – Druckvermerk von Melchior Lechter monogrammiert und nummeriert. – Vorsätze aus blau-grünem Tunkpapier. – Die von ihm gegründete Einhorn-Presse bot dem Künstler neben den zahlreichen Arbeiten für Stefan George und dessen »Blättern für die Kunst« Raum, seine »eigenartig gotisierende Kunstweise« (Rapsilber, zitiert nach Rodenberg) in buchkünstlerischer Richtung zu verwirklichen. – Durch Stefan George, dessen Frühwerk »Das Jahr der Seele« er 1897 »illustriert« hatte, war Lechter wohl überhaupt erst zur Buchkunst angeregt worden. Durch ihn kam er auch in Verbindung zu der Druckerei Otto von Holten, die alle vier Werke der Einhorn-Presse druckte. – Druck in Schwarz und Rot. – Schönes Exemplar.

36,3 : 23,5 cm. 67, [5] Seiten (Vorsatzblätter mitgezählt).

Raub A 81. – Rodenberg 150, 1

334  Melchior Lechter – Stefan George. Der Teppich des Lebens und die Lieder vom Traum und Tod

€ 5000

mit einem Vorspiel. [Berlin], Blätter für die Kunst 1899/1900. Mit Buchschmuck von Melchior Lechter. Originalholzdeckelband mit Leinenbezug. Deckeltitel und ornamentale Verzierung in blaugrauem Prägedruck. – Widmungsexemplar.

Erste Ausgabe dieser Gedichtsammlung. – Eins von 300 Exemplaren. – Gedruckt bei Otto von Holten, Berlin, auf starkem grauen Bütten in Rot und Schwarz. – Auf dem Vorblatt das eigenhändige Widmungsgedicht von Stefan George »für Ria Claassen || Ein rauschendes geflitter | Entzückt und quält – macht schwer und frei .. | Ein schwanken süss und bitter | Ein singen sonder melodei || Stefan George«. – Die Schauspielerin und Rezitatorin Ria (Maria) Claassen (1868–1952) kam durch Hugo von Hofmannsthal in Kontakt zu Stefan George. Auf mehreren lyrischen Vortragsabenden von George und seinen Dichterfreunden wirkte sie als Hauptdarstellerin. In den »Socialistischen Monatsheften« pries sie 1902 George als »Führer ›in dieser Zeit ungeheuerster innerer Umwälzungen‹ und […] interpretierte die Gestalt des Engels im ›Teppich‹ als StGs Überwindung des ›individuellen‹, in sich zerissenenen Ichs« (Landmann, Handbuch, S. 983). – Nach freundlichem Hinweis von Dr. Maik Brozza, Stefan George-Archiv Stuttgart, dankte Ria Claassen Stefan George am 24. April 1902 für ein erhaltenes Widmungsexemplar des »Teppichs«, auch wenn Hanna Wolfskehl den Dank bereits mündlich übermittelt habe (StGA/George III,02284). – Die gesamte Ausstattung – Titel, Vollbilder, Umrahmungen und Zierbuchstaben – stammt von Melchior Lechter. Nachdem dieser 1897 die ersten Titelblätter für Stefan George entworfen hatte, folgte 1898 mit Maeterlincks »Der Schatz der Armen« (vgl. KatNr. 962) das erste gänzlich von ihm ausgestattete und gestaltete Buch. Nur ein Jahr später zeichnete er, dessen Schaffen dann für lange Zeit eng mit Georges Wirken verbunden bleiben sollte, den üppigen Buchschmuck für dessen »Teppich des Lebens« und überwachte die gesamte Drucklegung. – Erworben Ende der 1980er Jahre aus dem Familiennachlass des Verlegers Eugen Claassen, Hamburg, dem Sohn der Widmungsempfängerin.

36,2 : 37,8 cm. [52] Seiten. – Rücken erneuert, das Leinen des originalen aufgezogen. Leinenbezug an einigen Stellen verschlissen. – Äußerste Ränder etwas gebräunt.

Landmann, Bibliographie 135. – Raub A 30. – Schauer II, 14

335  Melchior Lechter – Shakespeare in deutscher Sprache.

€ 450

Herausgegeben [und] zum Teil neu uebersetzt von Friedrich Gundolf. Berlin, Georg Bondi 1908–1914 und 1918. Zehn dunkelgrüne Originalmaroquinbände mit reicher Vergoldung.

Erste Ausgabe. – Die meisten Stücke in der Schlegel/Tieck’schen Übersetzung, durchgesehen von Friedrich Gundolf, einige wurden neu übersetzt, teils unter Mitwirkung von Stefan George. – Buchschmuck und Einbandgestaltung von Melchior Lechter: Jeder Band mit illustriertem Doppeltitelblatt und durchgehend mit Randbordüren und Initialen, geprägt noch von der Buchkunst William Morris’. – Titelblätter in Rot und Schwarz gedruckt. – Die Einbände mit vergoldeten Fileten, Deckel- und Rückentitel sowie Monogrammtitel »SWIDS« auf dem Hinterdeckel. – Auf feingeripptem Bütten. – Druck unter Leitung von Melchior Lechter bei Otto von Holten. – Die Ausgabe erschien in Leinen- und Ledereinbänden, hier eines der seltenen Exemplare, bei dem auch Band X in Leder gebunden wurde, was der Verlag nach Kriegsbeginn fast vollständig ausgeschlossen hatte. – Die geplanten Bände XI und XII sind nicht mehr erschienen.

26,2 : 16,5 cm. – Ränder gebräunt. Die Rücken wurden nachgefärbt.

Landmann 280. – Schauer I, 52 und 196

336  Melchior Lechter. Das Märchen vom Sinn.

€ 4500

Ein Mysterium. Berlin, Otto von Holten 1927. Türkisfarbener Originalsaffianlederband mit dunkelblauen Lederintarsien, reicher ornamentaler Deckel- und Rückenvergoldung und graviertem Goldschnitt.

Opus V der Einhorn-Presse. – Eins von fünf Luxusexemplaren auf Pergament (Gesamtauflage 585). – Im Druckvermerk von Melchior Lechter monogrammiert. – Die Seiten mit reicher Goldprägung verziert,die Initialen wurden mit Gold in aufgelegtes Leder geprägt, der handgeschriebene Text wurde in drei Farben (Blau, Grün und Schwarz) gedruckt. – Gedruckt bei Otto von Holten, Berlin, die Druckplatten wurden nach Fertigstellung vernichtet. – Tadellos erhaltenes Exemplar.

35,4 : 22,5 cm. [28] Seiten. – Rücken schwach verfärbt.

Landmann S. 377. – Raub A 122

  337    Max Liebermann – Heinrich von Kleist. 54 Steindrucke zu kleinen Schriften.

€ 200

Berlin, Bruno Cassirer [1917]. Mit 54 Lithographien, davon zwei ganzseitig, und zwei lithographierten Initialen. Leinenband mit montierter Deckelvignette.

Unnummeriertes Exemplar. – Eins von 250 Exemplaren auf Bütten. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Liebermanns Lithographien illustrieren 21 Anekdoten des Dichters. – »Es ist das erste Mal, daß der große Maler auch als Illustrator vor die Öffentlichkeit tritt. […] Liebermann hat Kleist mit Menzelischer Laune aufgefaßt, hat aber zugleich in meisterhafter Weise seinen eigenen Illustrationsstil gefunden […]« (Aus der Verlagswerbung).

34,0 : 26,0 cm. [3]–76 Seiten.

Schiefler 226–282. – Schauer II, 86. – Lang I 110

338  Max Liebermann – Heinrich Heine. Der Rabbi von Bacherach.

€ 2000

Mit Originallithographien von Max Liebermann. Berlin, Propyläen 1923. Mit 17 Lithographien im Text, davon vier blattgroß. Leuchtend gelber Originalsaffianlederband mit schwarz-goldener Deckelvignette und vergoldetem Rückentitel.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer signierten Suite der Lithographien auf Japan. Darüber hinaus erschienen 300 Exemplare, bei denen nur die erste Lithographie und der Druckvermerk signiert wurden. – Der Text wurde bei W. Drugulin, die Radierungen bei M. W. Lassally, Berlin, auf der Handpresse gedruckt. – Auf Bütten. – Die Suite enthält statt der Titelvignette eine andere Lithographie.

35,0 : 28,0 cm. 57, [7] Seiten. 17 Lithographien. – Rücken und Oberrand etwas verfärbt.

Lang I 114 (ungenau)

339  Max Liebermann – Das Buch Ruth.

€ 1800

Mit Original-Lithographien von Max Liebermann. Berlin, Propyläen 1924. Mit neun Lithographien, davon fünf ganzseitig und signiert. Bordeauxroter Originalmaroquinband. Rückentitel, Rücken- und Deckelkantenfileten, Eckfleurons und Kopfschnitt vergoldet.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Japan-Bütten und in Ganzleder gebunden (Gesamtauflage 200). – »Max Liebermann war von den deutschen Impressionisten derjenige, der sich am wenigsten für die Buchillustration erwärmen konnte. […] In seinem Spätwerk [jedoch …] ist die Bedeutung der Illustration nicht zu unterschätzen. Zweimal widmete sich Liebermann Texten aus dem Alten Testament […] Für den Künstler steht hierbei nicht die Handlung an sich, sondern das individuelle Schicksal der beteiligten Personen im Vordergrund« (Ann-Katrin Hahn, in Slg. Classen).

43,1 : 31,4 cm. [24] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. Gelenke und Ecken etwas berieben. Vorderdeckel schwach fleckig, hinterer mit Lichtrand.

Schauer II, 86. – Lang I 116. – Achenbach 91–99. – Slg. Classen 45

340  Max Liebermann – Max J. Friedländer. Max Liebermann.

€ 600

Berlin, Propyläen 1934. Mit zwei signierten Radierungen und 104, teils blattgroßen, Abbildungen. Handgebundener dunkelblauer Originalmaroquinband mit Vergoldung.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den beiden Radierungen. – Im Vorwort vergleicht Friedländer seine Publikation mit den früheren von Hanke, Elias und Scheffler: »So mag mein Standpunkt doch ein wenig abweichen von dem der drei Evangelisten und mein Text einige Ergänzungen ihren Aussagen hinzufügen.«.

25,9 : 18,8 cm. 209, [3] Seiten. 2 Radierungen. – Rücken verfärbt, Deckel schwach fleckig, Ecken leicht berieben.

341  Stefan Zweig. Der Zwang.

€ 1500

Eine Novelle. Mit zehn Holzschnitten von Frans Masereel. Leipzig, Insel 1920. Mit zehn ganzseitigen Holzschnitten. Roter Originalmaroquinband mit vergoldetem Rückentitel, blindgeprägter Deckelvignette und Kopfgoldschnitt.

Erste Ausgabe. – Eins von 60 Exemplaren der seltenen Vorzugsausgabe auf Bütten (Gesamtauflage 470 Exemplare). – Bis auf kleine Bereibungen am hinteren Gelenk tadellos schönes Exemplar.

20,6 : 13,5 cm. 84, [6] Seiten.

Klawiter F 169. – Ritter C a 18. – Sarkowski 1973

342  Frans Masereel – Carl Sternheim. Fairfax.

€ 1000

Geschmückt mit 10 Lithographien von Frans Masereel. Berlin, Düsseldorf und Frankfurt am Main, Galerie Flechtheim 1922. Mit zehn signierten Lithographien. Originalhalbpergamentband mit Deckelillustration.

XVII. Druck der Galerie Flechtheim. – Eins von 140 Exemplaren auf rauem altgetönten Bütten (Gesamtauflage 200). – Im Druckvermerk von Künstler und Autor signiert. – Carl Sternheims Erzählung »Fairfax« war bereits 1921 in einer unbebilderten Ausgabe bei Ernst Rowohlt in Berlin erschienen […] In der Zeitschrift »Der Querschnitt« äußerte sich Sternheim enthusiastisch über die Illustrationen Masereels: ›Über den Schwarzweißkünstler Masereel steht das europäische Urteil fest: ein Phänomen! […] Masereels himmlische Bilder zum Fairfax aber haben mir wieder bewiesen: manchmal ist Leben doch feine Sache!« (zitiert nach Jentsch).

31,3 : 24,6 cm. 35, [5] Seiten. 10 Lithographien.

Ritter C a 24. – Jentsch, Expressionismus 120

343  Frans Masereel – Oscar Wilde. The Ballad of Reading Gaol.

€ 500

Holzschnitte von Frans Masereel. München, Drei Masken 1923. Mit 37 Holzschnitten im Text, davon sieben blattgroß. Halblederband mit Blindprägung und vergoldetem Rückentitel.

Elfter Obelisk-Druck. – Eins von 250 Exemplaren der Ausgabe B auf deutschem Bütten (Gesamtauflage 340). – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Die »Obelisk-Drucke« waren Vorzugsausgaben von Meistererzählungen mit Originalgraphik des »Drei Masken Verlages«. – »Eine wirklich künstlerische Harmonie zwischen der Dichtung und der Graphik kann nur dann entstehen, wenn nicht der Auftrag, sondern die Liebe den Graphiker zu dem Dichterwerk geführt hat« (Ankündigung des Verlages, zitiert nach Rodenberg).

27,8 : 18,5 cm. [2], 57, [13] Seiten. – Ecken und Kanten leicht berieben.

Ritter C a 29. – Rodenberg 448, 11

344  Frans Masereel. Das Gesicht Hamburgs.

€ 1500

80 Original-Holzschnitte. Hamburg, Johannes Asmus Verlag 1964. 80 signierte Holzschnitte. In Passepartouts, diese lose in Originalleinenkassette.

Eins von 25 Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe, mit den einzeln signierten Holzstichen auf Kaiserlich Japan. Die Auflage der Buchausgabe betrug 1.000 Exemplare. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. » […] anschaulicher, moderner und aufregender als alle noch so ausgeklügelten Fotos es einfangen können […] dieses Werk gehört in die große Reihe seiner ›romans en images«« (Hans Bütow im Vorwort). – Beiliegend das Ankündigungsblatt des Verlages. – Dazu: Ernest Hemingway. Der alte Mann und das Meer. Mit 8 Holzschnitten von Frans Masereel. Hamburg, Johannes Asmus [1961]. Graubrauner Maroquinband (signiert: Gerbers · Hamburg). Eins von 550 Exemplaren der »bibliophilen Ausgabe«. Vom Künstler im Druckvermerk signiert.

27,5 : 20,3 cm. 80 Holzschnitte, [4] Seiten; 25,5 : 17,2 cm. 160, [4] Seiten.

Ritter B a 59 und C a 77

345  Wassilij Masjutin – A. S. Puschkin. Ruslan und Ludmilla.

€ 600

Ein phantastischen Märchen. Aus dem Russischen von Johannes von Guenther. Titelzeichnung und Illustrationen von Wassilij Masjutin. München, Orchis-Verlag 1922. Mit neun schablonenkolorierten Illustrationen und Buchschmuck. Handgebundener Pergamentband mit geprägter und kolorierter Deckelvignette.

Poesie und Prosa seit Puschkin, Band 1. – Eins von 100 Exemplaren der römisch nummerierten Vorzugsausgabe auf Hadernbütten. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Gedruckt und koloriert nach Holzschnitten des Künstlers. – Wassili Nikolajewitsch Masjutin (1884–1955) studierte an der Schule für Malerei, Bildhauerei und Baukunst in Moskau, zeitweise gemeinsam mit Majakowski und Burljuk. Nach der Revolution emigrierte er über Riga 1922 nach Berlin.

33,8 : 25,2 cm. 67, [1] Seiten. 9 Tafeln. – Einband etwas angestaubt.

Oestmann 17a

346  Hans Meid – Heinrich Mann. Die Branzilla.

€ 900

Mit Radierungen von Hans Meid. München, Kurt Wolff 1925. Mit sieben blattgroßen signierten Radierungen. Violetter Originalmaroquinband mit vergoldeter Deckelvignette (signiert: Ulber-Söchting, Berlin). Rückentitel, Stehkanten und Kopfschnitt vergoldet, Deckel- und Innenkantenfileten blindgeprägt.

Exemplar 1 von 20 der Vorzugsausgabe in Leder. Es erschienen weitere 80 Exemplare im Pappband. – Gesetzt aus der Leibniz-Fraktur. – Gedruckt auf Bütten bei Otto von Holten, Berlin. Druck der Radierungen von Carl Sabo, Berlin.

27,2 : 19,5 cm. [8], 57, [7] Seiten. – Rücken und Ränder ganz schwach verfärbt.

Jentsch 475–481 b (von b). – Baddorek-Hoguth 1.33. – Göbel 645

347  Hans Meid – Gerhart Hauptmann. Der Ketzer von Soana.

€ 600

Mit vierzehn Radierungen von Hans Meid. Berlin, S. Fischer 1926. Mit 14 signierten Radierungen im Text, zwölf davon blattgroß. Originalpergamentband. Rückentitel, Deckelvignette und Kopfschnitt vergoldet. Im Schuber.

Eins von 130 Exemplaren der Vorzugsausgabe, davon waren zehn Exemplare nicht für den Handel bestimmt. – Vom Verfasser im Druckvermerk signiert. – Gesetzt aus der Fleischmann-Antiqua von 1732. – Gedruckt bei Jakob Hegner auf handgeschöpftem Bütten. – Die Radierungen druckte Carl Sabo, Berlin.

26,2 : 18,7 cm. 173, [3] Seiten.

Jentsch, Meid XLVIII 527–540. – Badorrek-Hoguth 1.24

  348    Hans Alexander Müller – Gustav Schwab. Die Schildbürger

€ 200

für Jung und Alt wiedererzählt mit zehn farbigen Originalholzschnitten von Hans Alexander Müller. München, Georg W. Dietrich [1922]. Mit zehn Farbholzschnitten. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel und Buntpapierdeckelbezügen.

Kleinodien der Weltliteratur, Buch 22. – Dazu: Knut Hamsun. Schiffer Reiersen vom Südstern. Novelle. Mit Holzschnitten von Hans Alexander Müller. Originalpappband mit Holzschnitt-Deckelillustration. Eins von 100 Exemplaren. Privatdruck für Freunde des Künstlers.

27,5 : 21,0 cm. 50, [2] Seiten. 10 Holzschnitte; 29,0 : 20,0 cm. 30, [4] Seiten.

Eichhorn/Salter 1.21 und 1.56.2

349  Emil Nolde – Gustav Schiefler. Das graphische Werk Emil Noldes bis 1910.

€ 1500

Berlin, Julius Bard 1911. Mit einem Titel- und 25 Textholzschnitten sowie einer Lithographie. Originalpappband mit Holzschnitt-Deckelvignette.

Erste Ausgabe des bereits im sechsten Jahr des künstlerischen Schaffens erschienenen Verzeichnisses. – Eins von 400 Exemplaren (Gesamtauflage 435). – Mit dem Holzschnitt »Ägypterin I« und der Lithographie »Der Pflüger«, 25 (Druckvermerk irrig: 26) Textholzschnitten und einer Holzschnittvignette auf dem Vorderdeckel. – Alle Holzschnitte wurden von den Originalstöcken gedruckt. – Der Hamburger Richter Gustav Schiefler (1857–1935) war engagierter Kunstsammler und Mäzen. Sein Kunstverständnis wurde vor allem vom damaligen Direktor der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, geprägt. Besonders engen Kontakt pflegte er zu den Brücke-Künstlern.

25,0 : 19,7 cm. [2], 139, [1] Seiten. 1 Holzschnitt, 1 Lithographie.

Jentsch Expr. 3. – Schiefler/Mosel H 41–48, 50, 53–58, 60–62, 66–70, 72, 76, 86 III und 96 sowie L 35

350  Emil Orlik – Tilla Durieux. Spielen und Träumen.

€ 600

Mit fünf Radierungen und einer Lithographie von Emil Orlik. [Düsseldorf], Galerie Flechtheim 1922. Mit fünf Radierungen und einer Lithographie, alle signiert. Originalhalbpergamentband mit goldgeprägten Deckelvignetten.

20. Druck der Ausgaben der Galerie Flechtheim. – Eins von 100 Exemplaren in Halbpergament, hier aber wie bei 25 Vorzugsexemplaren auch mit signierten Graphiken. – Im Druckvermerk von Tilla Durieux und dem Künstler signiert. – Gedruckt auf Bütten bei Otto von Holten, Berlin. – Druck der Radierungen bei O. Felsing, Berlin, auf der Pan-Presse. – Tilla Durieux (1880–1971), ebenso erfolgreiche wie politisch engagierte Schauspielerin, war seit 1910 in zweiter Ehe mit dem Verleger Paul Cassirer verheiratet. – Emil Orlik porträtierte die Schauspielerein mehrfach, sechs Porträts hier enthalten.

32, 2 : 24,7 cm. [16] Seiten. 6 Graphiken. – Ränder etwas fleckig. Ecken schwach bestoßen.

Rodenberg 355, 20