ChristianHesse

Lot 351 – 400 | Hesse-Auktionen
Lot 351 – 400

351  Erna Pinner – Kasimir Edschmid. Luxus-Hunde.

€ 300

Mit zehn Original-Radierungen von Erna Pinner. Darmstadt, Darmstädter Verlag 1927. Mit zehn Radierungen im Text. Halbpergamentband mit Deckelschild.

Eins von 125 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstlerin und Verfasser signiert. – Gedruckt auf der Handpresse von J. Würth, Darmstadt. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Erna Pinner (1890–1987) hatte bereits als 16jährige ihre Ausbildung an der Frankfurt Städelschule begonnen, später studierte sie unter anderem in Berlin bei Lovis Corinth und in Paris bei Félix Vallotton. – 1916/17 hatte sie Kasimir Edschmid kennengelernt und illustrierte mehrere seiner Werke. Mitte der 1920er Jahre erschienen mehrere »Tier«-Bücher, unter anderem »Zur Naturgeschichte der Antilopen«, »Bullis und Pekingesen«, »Der Russen-Zoo«, das hier vorliegende und »Tiere, Mädchen und Antilopenjagd«, alle mit Originalgraphiken von Erna Pinner, die seit 1919 der Darmstädter Sezession angehörte. Berühmt sind auch ihre um 1914 entstandenen skurrilen »Pinner-Puppen«.

29,5 : 20,5 cm. [2], 21, [1] Seiten. – Oberrand leicht verblasst.

Raabe/Hannich-Bode 60.26 (nennt nur eine Radierung)

  352    Emil Preetorius – Alain René Le Sage. Der hinkende Teufel.

€ 150

In der Übersetzung von G. Fink. Neu herausgegeben und eingeleitet von Otto Flake. München und Leipzig, Georg Müller 1910. Mit illustriertem Doppeltitel und 21 figürlichen Initialen von Emil Preetorius. Dunkelgrüner Originalkalblederband mit Vergoldung.

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 1000). – Aus der Bibliothek von Heinrich Stinnes, mit dessen handschriftlichem Besitzvermerk auf dem Vortitelblatt.

23,2 : 17,0 cm. VIII, 314, [2] Seiten. – Rücken verfärbt, Ränder schwach berieben.

Ohr 6

  353    Emil Preetorius – [Alphonse Daudet]. Die wunderbaren Abenteuer des Tartarin von Tarascon.

€ 250

Mit Zeichnungen von Emil Preetorius. Dachau, Einhorn 1921. Mit Schattenriss-Vignetten und elf ganzseitigen Illustrationen. Roter Originalsaffianlederband mit goldgeprägter Deckelvignette, Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

Fünfter Einhorndruck. – Eins von 75 Exemplaren der Liebhaber-Ausgabe auf Bütten und in Ganzleder gebunden. – Eine weit umfangreicher illustrierte Ausgabe erschien bereits 1913. – Dazu: Exemplar der Normalausgabe in dunkelgrünem Leder mit goldgeprägter Deckelvignette, Rücken- und Kopfschnittvergoldung.

21,7 : 15,4 cm. 212, [2] Seiten. – Gelenke und Kapitale minimal berieben. – Exlibris.

Rodenberg 382. – Ohr 13 Anmerkung

  354    Emil Preetorius. Zehn Blatt lithographische Original-Zeichnungen.

€ 150

Leipzig, Rowohlt [1911]. Zehn Lithographien, acht davon farbig. Mit dem Titelblatt lose in Originalhalbpergamentmappe mit Deckelschild.

Eins von 90 Exemplaren. – Auf Japon nacré. – Auf dem Titelblatt die Subskribentenliste mit 49 Sammlern und Händlern, dort vom Künstler signiert und mit dem Namen des Bestellers, Dr. Richard Heßberg, versehen. – Die zehn Lithographien teils mit mehreren Porträts und Porträtstudien. – Zu den Subskribenten zählten damals heute noch bekannte Sammler wie Adriani, Vlotho; Leopold Biermann, Bremen; Clara Merck, Darmstadt; Soennecken, Bonn, und Karl Wolfskehl, München sowie Buchhändler wie Baedeker und Kurt Wolff.

46,5 : 38,0 cm. 1 Blatt, 10 Lithographien. – Mappenränder etwas fleckig. Deckelschild mit Eckausriss.

Ohr 11. – Göbel 104

355  Arthur Rackham – Wenn ich in mein Gärtchen geh.

€ 400

Alte und neue Kinderreime und -Lieder. Ausgewählt von Stora Max. Mit 13 farbigen Vollbildern und 80 Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Arthur Rackham. München, Georg W. Dietrich [1914]. Mit 13 auf Tafeln montierten farbigen Vollbildern und zahlreichen Textillustrationen und Vignetten. Dunkelgrüner Originalmaroquinband mit reicher Vergoldung sowie Kopfgoldschnitt. Im Verlagsschuber.

Kleinodien der Weltliteratur 5. – Eins von 150 Vorzugsexemplaren in Ganzleder und auf Bütten. – Nahezu verlagsfrisch.

22,9 : 18,2 cm. [8], 147, [1] Seiten, 13 Tafeln. – Untere Ecken kaum merklich berieben.

Stuck-Villa I, 468. – Ries 7. – Lex. KJL III, 114

356  Richard Seewald – Publius Vergilius Maro. Bucolica.

€ 600

Hirtengedichte. Deutsch von Theodor Haecker. Mit zwanzig Holzschnitten von Richard Seewald. Berlin, Euphorion 1923. Mit 20 Holzschnitten im Text, davon zehn blattgroß und signiert. Cremefarbener Originalschweinslederband mit Blindprägung (signiert: Euphorion Einband Hübel & Denck, Leipzig).

Eins von 100 Exemplaren auf Zanders Handpapier mit den signierten ganzseitigen Holzschnitten (Gesamtauflage 720). – Druck in den Werkstätten der Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe zu Leipzig. – Bereits 1918/1919 erschien eine Bucolica-Ausgabe mit Lithographien von Seewald, die dieser dem Dichter Theodor Haecker widmete. Die Holzschnitte, nun mit der Haecker-Übersetzung, entstanden 1921, erschienen aber wegen der Inflation in Deutschland erst 1923. – Dazu: Hartmann von Aue. Der arme Heinrich. Dachau, Einhorn Verlag [1920]. Mit vier kolorierten Lithographien von Richard Seewald. Schwarzer Kalblederband mit Vergoldung. Vierter Einhorn-Druck. Wie die 80 Vorzugsexemplare auf handgeschöpftem Bütten gedruckt.

25,7 : 19,6 cm. [56] Seiten; 22,0 : 15,7 cm. 41, [7] Seiten. 4 Lithographien. – Exlibris.

Rodenberg I, 187. – Schauer II, 114. – Jentsch, Expressionismus, 131 und Seewald, H 118–137. – Beigabe: Jentsch 105–108. – Rodenberg 382, 4

357  Marées-Gesellschaft – Sappho. Carmina

€ 600

(griechisch). München, Piper 1921. Mit zwölf Radierungen von Renée Sintenis sowie radiertem Titel und 24 radierten Textseiten. Pergamentband mit Kopfgoldschnitt.

31. Druck der Marées-Gesellschaft. – Eins von 185 Exemplaren auf handgeschöpftem Bütten und wie die 65 römisch nummerierten der Vorzugsausgabe in Ganzpergament (Gesamtauflage 250). – Im Druckvermerk von beiden Künstlern signiert. – Renée Sintenis (1888–1965) und Emil Rudolf Weiß (1875–1942) schufen mit diesem Druck der Marées-Gesellschaft eines der schönsten Bücher des 20. Jahrhunderts: Weiß radierte die griechischen Texte nach Vorbild einer alten Minuskelhandschrift, seine Ehefrau steuerte zwölf blattgroße Radierungen bei, anmutige, »hauchzarte Umrisse ihrer Figurinen, die in ihrer zerbrechlichen Schönheit den Text mit graziöser Anmut begleiten« (Jürgen Eyssen). – Tadelloses Exemplar.

26,8 : 20,5 cm. [40] Seiten.

Rodenberg 371, 31. – Schauer I, 218. – Eyssen S. 58

358  Max Slevogt – Sindbad der Seefahrer.

€ 600

33 Originallithographien von Max Slevogt. Berlin, Bruno Cassirer 1908. Mit 33 Lithographien im Text. Originalpergamentband mit farbiger Deckelillustration und vergoldetem Buchschnitt. Im Originalschuber mit Deckelschild.

Eins von 300 Exemplaren. – Im Auflagenvermerk vom Künstler signiert. – Auf Kupferdruckpapier. – Die Zeichnungen Slevogts wurden mit Hilfe von Umdruckpapier auf die Lithosteine übertragen. – Slevogt widmete das Werk dem Berliner Mediziner Friedrich Gisevius »in Erinnerung an den April 1907«.

36, 5 : 28, 3 cm. [2], 59, [3] Seiten.

Sievers/Waldmann 37–69. – Rümann 92 a. – Lang I 187

  359    Max Slevogt – James Fenimore Cooper. Lederstrumpf Erzählungen

€ 450

in der ursprünglichen Form. Übersetzt und bearbeitet von K. Federn. Buchschmuck und Bilder von Max Slevogt. Fünf Bände. Berlin, Paul Cassirer 1909–1910. Mit 172 figürlichen Initialen nach Lithographien von Max Slevogt. Halblederbände mit ornamentaler Blindprägung und je zwei schwarz-goldenen Rückenschildern sowie eingebundenen illustrierten Originalvorderumschlägen.

Die erste Ausgabe der fünfbändigen »Volksausgabe«. – Die fünfbändige Ausgabe war, trotz guter Ausstattung und Gestaltung (Typographie Emil Rudolf Weiß) moderat im Preis und dadurch sehr erfolgreich. 1922 erschien eine veränderte Nachdruckausgabe. – Die unsignierten Einbände markant gestaltet und solide gearbeitet. Rücken aus braunem Maroquin, Deckel mit schwarzem Kleisterpapier bezogen, der Kopfschnitt vergoldet. – Die Umschlagillustration entwarf Karl Walser.

24,8 : 19,0 cm. – Deckel von Band V mit kleinen Schabstellen.

Rümann 16 b. – Badorrek-Hoguth B 11. – Lang I 215. – Feilchenfeldt/Brandis 35.I

  360    Max Slevogt – J[ohann] C[arl] A[ugust] Musäus. Rübezahl.

€ 250

Mit 50 Zeichnungen von Max Slevogt. 4. bis 8. Tausend. Berlin, Bruno Cassirer 1919. Mit 45 Illustrationen im Text und fünf figürlichen Initialen. Originalwildlederband mit Vergoldung. Im Originalschuber.

Das Märchenbuch, Band VI. – Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten und im Ledereinband. Diesen entwarf Emil Rudolf Weiß. – Die Zeichnungen wurden als Strichätzungen gedruckt. – Dazu: Der Königssohn, der sich vor nichts fürchtet. Mit siebzehn Steinzeichnungen von Max Slevogt. Berlin, Bruno Cassirer 1923. Illustrierter Originalhalbpergamentband mit Rückenvergoldung. Unnummeriertes Exemplar, auf Bütten, über die Auflage von 400 hinaus gedruckt. Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – »Wer den Illustrationsschund, mit dem unsere Kinderbücher noch immer ›geschmückt‹ zu werden pflegen, kennt, wird nach diesen künstlerischen Ausgaben mit Freuden greifen« (Vossische Zeitung, Anzeige im Buch).

29,0 : 20,5 cm. [4], 101, [3] Seiten; 35,0 : 24,8 cm. 17, [3] Seiten. – Beigabe an den Rändern mit schwachen aber flächigen Stockflecken.

Vgl. Rümann 77 und Lang I 189 (beide die EA von 1909). – Beigabe: Söhn 592–608. – Rühmann 36 a. – Lang I 219

361  Max Slevogt – Die Inseln Wak Wak.

€ 750

Eine Erzählung aus 1001 Nacht. Mit 54 Steinzeichnungen von Max Slevogt. Berlin, Bruno Cassirer [1921]. Mit 57 Lithographien im Text, eine ganzseitig. Originalseidenband mit farbiger Deckelillustration nach einem Aquarell von Slevogt und vergoldetem Kopfschnitt.

Eins von 360 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Textdruck bei W. Drugulin, Leipzig, die Lithographien wurden von M. W. Lassally, Berlin, mit der Handpresse eingedruckt. – Die Lithographie von Seite 73 wurde für den Titel ein zweites Mal verwendet. – Der Text wurde von F. P. Greve nach der englischen Ausgabe von Burton übertragen. Die enthaltenen Gedichte bearbeitete Herbert Eulenberg. – Slevogts zarte Lithographien passen sich in den entsprechend umbrochenen Satzspiegel so harmonisch ein, dass man an Einzeichnungen glauben mag. Der im Farblichtdruck illustrierte großformatige Seideneinband ist sicher ein Meilenstein der impressionistischen Buchgestaltung.

42,5 : 32,7 cm. [4],146, [2] Seiten. – Titelblatt und eine Seite mit kleinem Bibliotheksstempel.

Söhn 481–536. – Rümann 49 a. – Lang I 208. – Papiergesänge, Katalog Nr. 34

  362    Max Slevogt – C[arl] Witt. Die tapferen 10000.

€ 250

Mit Federzeichnungen von M. Slevogt. [Berlin], Bruno Cassirer [1921]. Mit 34 Federlithographien, davon eine als Titel und eine weitere ganzseitig. Originalhalbpergamentband mit lithographierter Deckelvignette.

Eins von 400 Vorzugsexemplaren, die im Druckvermerk vom Künstler signiert wurden. Bei dieser Vorzugsausgabe auf Handbütten wurden die Lithographien mit der Handpresse gedruckt. – In der Einleitung rühmt E. Hoffmann die Erzählkunst des Philologen Karl Witt (1815–1891) »[…] und wer ihn nicht gehört hat, möchte man sagen, hat nie einen Erzähler gehört.« – »Die tapferen 10000« sind Witts Adaption von Xenophons »Die Anabasis des Kyros«, von Slevogt originell und meisterhaft illustriert.

30,6 : 23,5 cm. [8], 157, [3] Seiten.

Söhn 347–380. – Rümann 109 b

363  Max Slevogt – [Johann Wolfgang von] Goethe. Faust.

€ 2000

Zweiter Teil. Mit fünfhundertundzehn Lithographien und elf Radierungen. Berlin, Bruno Cassirer 1927. Mit einer, vierfach verwendeten, radierten Titelvignette, zehn großen Radierungen und 510 Lithographien bzw. Randzeichnungen. Ungebunden, in Leinenkassette.

Eins von 250 Exemplaren. – Im Druckvermerk von Slevogt signiert. – Den Text druckte die Werkstatt Jakob Hegner, Dresden-Hellerau. Die Lithographien wurden bei M. W. Lassally, Berlin, mit der Hand eingedruckt. Die Radierungen druckte Carl Sabo, Berlin. – Das Werk erschien in vier Lieferungen, hier mit allen vier Zwischentiteln. Eine ganze Reihe von Randzeichnungen wurde im Buch mehrfach verwendet. – Slevogts monumentales Illustrationswerk erinnert durch Vielzahl und Variantenreichtum der feinlinigen Randzeichnungen an große Vorbilder. – »Ein Werk, das immer wieder zum Blättern und Betrachten verlockt, ein ›Bilderbuch‹ für Erwachsene« (Jürgen Eyssen). – Karl Scheffler beschrieb 1931 ausführlich den Entstehungsprozess: »Am unvergesslichsten werden mir stets die langen Monate sein, in denen Slevogts ›Faust‹ entstand, dieses merkwürdige Werk mit seinen lithographischen Randleisten, Textillustrationen und Vollbildern, die frei von allen Seiten in die Textzeilen hineinwachsen […] Die Zusammenkünfte fanden in der Regel im Romanischen Café statt.« Dort wurden die Stellen ausgewählt, die illustriert werden sollten, der Text aus Korrekturfahnen ausgeschnitten und arrangiert. Es folgten Probedrucke, Klebeumbrüche, Andrucke der Texte, Montage der Lithos und erneuter Text- und schließlich Graphikeindruck. »Es war ein langer Weg, immer wieder mußte verglichen und verbessert werden. Der dabei notwendige Verkehr mit dem Künstler, Verleger, Lithographen und Buchdrucker gehörte jedoch zum Anregendsten, was man sich vorstellen kann« (Imprimatur, NF VII, Seite 139ff.).

47,5 : 35,5 cm. 460, [4] Seiten. – Ursprünglich lieferungsweise gebunden, hier jedoch die Heftfäden entfernt. Lose Lagen und Doppelblätter in vier Umschlägen und in einer modernen Leinenkassette.

Söhn 814, 1–527. – Rümann 25 a. – Lang I 227. – Schauer II, 84. – Eyssen Seite 146

364  Hugo Steiner-Prag – E. T. A. Hoffmann. Die Elixiere des Teufels.

€ 450

Herausgegeben und eingeleitet von Georg Ellinger mit Zeichnungen von Hugo Steiner-Prag. Berlin, Grote 1907. Mit zehn Gravüren nach Radierungen sowie zahlreichen Illustrationen und Buchschmuck nach Zeichnungen. Schwarzer Originallederband mit reicher ornamentaler Goldprägung auf Rücken u. Vorderdeckel sowie rotintarsiertem Kreuz auf dem Vorderdeckel (Entwurf von Hugo-Steiner-Prag).

Vorzugsexemplar in Ledereinband. – Frühe Illustrationsarbeit des Künstlers. Die Radierungen entstanden bereits 1906 und brachten Steiner die Berufung an die Akademie in Leipzig. »Hoffmanns Werke haben seinen Entschluß bekräftigt, sich ganz der Buchkunst zu widmen. […] Er hat bis zu seinem Tod fast jedes Werk Hoffmanns mit einfühlsamen Graphiken illustriert […]« (Elke Riemer, S. 33). – Prächtig ausgestattet und gebunden.

24,7 : 17,5 cm. XVII, [1], 283, [1] Seiten, 10 Tafeln. – Leder mit winzigen Schabstellen, besonders an den Kanten und dem Hinterdeckel.

Sennewald 214, 07.2. – Riemer, Hoffmann und seine Illustratoren, S. 234 (bezeichnet die Tafeln als Radierungen). – Odysseus bis Felix Krull, S. 333. – Nicht bei Osborn

  365    Hugo Steiner-Prag – Zwei Werke mit signierten Lithographien.

€ 300

1920 und 1925. Originalhalblederband mit Vergoldung und Originalpappband im Schuber.

I. Prosper Mérimée. Carmen. Übertragen von Elfriede Willis. Berlin, Propyläen 1920. Mit elf Lithographien Eins von 400 Exemplaren. Die ganzseitigen Lithographien eingebunden und signiert, gedruckt auf Hadernpapier. – II. Wilhelm Raabe. Hollunderblüthe. Eine Erinnerung aus dem Hause des Lebens. Weimar, Gesellschaft der Bibliophilen 1925. Mit acht Lithographien. Eins von 300 Exemplaren. Die Lithographien auf der Handpresse bei Meißner & Buch, Leipzig, gedruckt.

25,6 : 19,8 cm. [4], 88, [4] Seiten, 12 Lithographien. – Gelenke von I leicht berieben.

Sennewald 20, 4 und 25, 4. – Schauer II, 94 (I). – Deutsche Bibliophile 1898–1930, Seite 11 (II)

366  Hugo Steiner-Prag – Auguste Hauschner. Der Tod des Löwen

€ 600

Mit Radierungen von Hugo Steiner-Prag. Leipzig und Prag, André 1922. Mit elf Radierungen im Text, davon zehn blattgroß und signiert. Blaugrüner Ecrasélederband mit schwarzer Lederintarsie in vergoldeter Deckelvignette, Rückenschild und -vergoldung.

Eins von 145 Exemplaren der Vorzugsausgabe A mit den signierten Radierungen mit Remarquen (Gesamtauflage 400 Exemplare). – Druck der Radierungen bei O. Felsing, Textdruck bei Poeschel & Trepte, beide Leipzig. – Auf chamoisfarbenem Werkdruckpapier. – Auguste Hauschner (1850–1924) stammte aus Prag und öffnete nach dem Tod ihres Ehemanns ihre Berliner Wohnung für einen der berühmten literarischen Salons der Jahrhundertwende. »Der Tod des Löwen« erschien bereits 1914, hier aber erstmals illustriert. – Dreißig Jahre nach Auguste Hauschner und wie diese in Prag geboren, übersiedelte Hugo Steiner-Prag um 1900 nach Deutschland, studierte in München und wirkte von 1910 bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten an der Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. Neben seiner Tätigkeit als Illustrator machte er sich auf vielen Gebieten der Buchkunst verdient und organisierte mehrere der Internationalen Buchausstellungen in Leipzig.

27,0 : 18,0 cm. [4], 173, [5] Seiten. – Gelenke ganz schwach berieben. – Vorsatzblätter mit kleinem Leimschatten.

Sennewald 22, 3

367  Hugo Steiner-Prag – Arthur Graf Gobineau. Die Liebenden von Kandahar.

€ 450

Deutsch von Franz Werner Schmidt. Mit Radierungen von Hugo Steiner-Prag. Berlin, Franz Schneider [1923]. Mit sechs signierten Radierungen und drei radierten Vignetten. Roter Originalkalblederband mit reicher Rückenvergoldung. Deckelvignette und Stehkanten vergoldet (signiert: Handeinband Fritzsche AG).

Eins von 200 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Radierungen noch mit Remarquen. – Auf handgeschöpftem Bütten. – Sehr schönes Exemplar.

27,2 : 19,0 cm. 56, [4] Seiten. 6 Radierungen. – Rücken minimal verblasst, Ecken kaum merklich berieben.

Sennewald 23, 2

  368    Marie Swarzenski – Georg Swarzenski. Europäisches Amerika.

€ 120

Mit Illustrationen von Marie Swarzenski. Ohne Ort 1927. Mit zehn Lithographien und einer lithographierten Schlußvignette. Originalhalbpergamentband mit Deckelvignette und illustrierten Vorsätzen. Im Originalschuber.

Exemplar (gedruckt für: Dr. Claassen) einer kleinen Auflage. – Vorsatzblatt mit handschriftlicher Widmung: »Mit herzlichem Dank für alle Mühe! M. & G. Swarzenski«. – Privatdruck von Otto Henkell, dem Inhaber der Sektkellerei Henkell & Co, gedruckt in der Frankfurter Societäts-Druckerei. – Georg Swarzenski (1876–1957) war lange Jahre Direktor des Frankfurter Städel und Leiter des dortigen Kunstinstituts. Er prägte maßgeblich die Sammlung moderner Kunst und war eng mit Max Beckmann befreundet, der unter anderem seine zweite Frau, Marie Swarzenski, porträtierte. 1938 emigrierte Swarzenski in die USA und wurde 1950 Kurator am Museum of Fine Art in Boston.

25,3 : 19,5 cm. 79, [5] Seiten. 10 Lithographien. – Schuber fleckig.

  369    Max Unold – Gustave Flaubert. Die Legende von Skt. Julian dem Gastfreundlichen.

€ 250

Übersetzt von Ludwig Wolde. Mit Holzschnitten von Max Unold. München, Piper 1918. Mit 37 Holzschnitten, fünf davon blattgroß, und neun Initialen. Originalpergamentband mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt (Spamer, Leipzig).

Siebter Druck der Marées-Gesellschaft. – Eins der ersten 20 Exemplaren der römisch nummerierten Vorzugsausgabe auf Japan, jedoch ohne die Extrasuite der Holzschnitte (Gesamtauflage 200).

28, 8 : 22,5 cm. [12], 37, [5] Seiten.

Rodenberg 364, 7. – Lang E 35

370  Heinrich Vogeler-Worpswede – Richard Schaukal. Pierrot und Colombine

€ 600

oder Das Lied von der Ehe. Ein Reigen Verse mit Buchschmuck von Heinrich Vogeler-Worpswede. Leipzig, Hermann Seemann Nachfolger 1902. Originalhalbpergamentband mit marmoriertem Buntpapierbezug. Deckeltitel und -vignette goldgeprägt.

Erste Ausgabe. – Wohl Exemplar einer unbezeichneten Vorzugsausgabe auf Japan. – Auf dem Vorblatt von Verfasser und Künstler signiert. – Gedruckt in Braun und Blau. – Dazu: Gustav Falke. Das Büchlein Immergrün. Eine Auswahl deutscher Lyrik für junge Mädchen. Köln, Schafstein 1905. Mit koloriertem Titel und Buchschmuck von Heinrich Vogeler-Worpswede. Roter Originalleinenband mit Goldschnitt. Erste Ausgabe dieser Sammlung. Text und Buchschmuck in Gold gedruckt. – Weitere von Heinrich Vogeler illustrierte Bücher unter KatNrn. 12–14.

23,0 : 15,2 cm. 63, [1] Seiten. Beigabe: 18,8 : 12,3 cm. 119, [1] Seiten. – Ränder minimal berieben. Rücken der Beigabe verblasst.

Neteler 119. – Stark 187. – Bilderwelt 470. – Düsterdieck 1945. – Lex. KJL III, 720 (alle Beigabe)

371  Karl Walser – Georg Büchner. Leonce und Lena.

€ 250

Ein Lustspiel. Mit Lithographien von Karl Walser. Berlin, Bruno Cassirer 1910. Mit zehn Farblithographien und einer Titelvignette. Originalkalblederband mit farbig lithographierter Rücken- und Deckelillustration (H. Sperling).

Erste Ausgabe mit den Illustrationen von Walser. – Auf Van Gelder Zoonen-Bütten. – »Er bedruckte sogar das zarte zitronengelbe Leder des Einbandes […] und das Unwahrscheinliche gelingt, im Kampf mit dem Leder und dem Drucker – es gelingt, und eine ganz einzige, höchst ›Walserische‹ rührend schöne, unverrückbar bestechende Kostbarkeit ist geschaffen.« (E. R. Weiss, 1911, zitiert nach Badorrek-Hoguth). – »Unsereins hat so seine kleinen Vergnügungen […] Jedesmal also, wenn ich diesen gelben Band vor mir habe, genieße ich das heitere Lustspiel in einer Inszenierung von Reinhardt.« (Kurt Tucholsky).

31,1 : 26,1 cm. [8], 48, [2] Seiten. _ ränder berieben und etwas fleckig.

Badorrek-Hoguth A 4.1. – Schauer II, 58. – Lang I 253

372  Karl Walser – Theophil Gautier. Mademoiselle de Maupin.

€ 250

Roman. Deutsch von Arthur Schurig. Farbenlithographien von Karl Walser. München und Leipzig, Georg Müller 1913. Mit zehn Farblithographien und 21 farbigen Vignetten. Halblederband mit reicher Rücken- und umlaufender Schnittvergoldung (signiert: Hans Glökler, Berlin).

Eins von 1000 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Exemplar mit einem zweiten Abzug der vierten und fünften Lithographie, diese signiert und betitelt und am Anfang des Buches einbunden. – Druck der Lithographien auf der Pan-Presse, Berlin. – »Das Meisterstück von Walsers Illustrationskunst war die Folge von farbigen Lithographien zu Gautiers ›Mademoiselle de Maupin‹. Die von einer sprühend hellen Titelei eingeleitete Typographie steht in köstlichem Zwiegespräch mit den Bildern […]« (Schauer).

27,6 : 21,5 cm. 245, [3] Seiten. 13 Lithographien. – Rücken leicht verfärbt, Ränder etwas berieben.

Badorrek-Hoguth A 8.1. – Schauer I, 212 und II, 56 (mit 2 Abbildungen). – Hayn/Gotendorf 226. – Lang I 254

373  Karl Walser – Hermann Hesse. Knulp.

€ 400

Drei Geschichten aus dem Leben Knulps. Steinzeichnungen von Karl Walser. Berlin, S. Fischer 1922. Mit 16 Lithographien im Text, davon 13 blattgroß. Originalhalblederband mit goldgeprägtem Rückentitel und Kopfgoldschnitt.

Eins von 350 Exemplaren. – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Druck der Lithographien auf der Handpresse von M. W. Lassally, Berlin. – »Wenn es das Ideal lithographischer Buchillustration ist, den Eindruck zu erwecken, als habe der Künstler eigens nur für das gerade dem Beschauer vorliegende Werk seine Zeichnungen angefertigt, sie sozusagen mit dem Kohle- oder Kreidestift auf die freien Stellen der Buchseiten selbst gewischt, so muß man die Illustrationen Karl Walsers für […] die Liebhaberausgabe von Hermann Hesses ›Knulp‹ als vollendet bezeichnen« (Das Sammlerkabinett, Jg. II, 1923/1924, Heft 8/9). – »Eine der schönsten Schöpfungen des Verlages« (Peter de Mendelsohn; beide zitiert nach Badorrek-Hoguth).

27,3 : 19,3 cm. [4], 131, [5] Seiten.

Badorrek-Hoguth A 14.1. – Mileck 23 A

  374    Ernst Würtenberger – Das Märchen von dem Fischer un syner Fru.

€ 180

Mit zehn Holzschnitten von Ernst Würtenberger. Bern, Seldwyla 1921. Mit zehn Holzschnitten im Text und einem Titelholzschnitt. Pergamentband (signiert: Walter Hacker, Leipzig) mit rot-schwarz kalligraphiertem Deckeltitel (monogrammiert BL).

Zweiter Seldwyla-Druck. – Eins von 300 Exemplaren. – Das Märchen Runges hier mit den Illustrationen des badischen Künstlers Würtenberger (1868–1934), der von 1914 bis 1921 an der Züricher Kunstgewerbeschule unterrichtete.

35,0 : 25,5 cm. 18, [2] Seiten.

Rodenberg 469, 2. – Sennewald 21,2

375  Emil Rudolf Weiss – E. R. Weiss zum fünfzigsten Geburtstage 12. Oktober 1925.

€ 750

Herausgegeben von Herbert Reichner, Wien. Leipzig, Insel 1925. Mit drei signierten Originalgraphiken und zahlreichen Tafeln und Abbildungen. Originalpergamentholzdeckelband. Deckelvignette und Rückentitel vergoldet (Spamersche Buchbinderei, Leipzig).

Eins von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den signierten Graphiken von Karl Hofer (Porträt von E. R. Weiss, Lithographie, Rathenau L 56), Karl Walser (Exlibris E. R. W., Lithographie, Badorrek-Hoguth C 21) und Emil Orlik (Das Tao, Holzschnitt). Es erschienen weitere 450 Exemplare in Halbpergament. – Mit Textbeiträgen von Franz Blei, Martin Buber, Gerhart Hauptmann, Oskar Loerke, Julius Meier-Graefe, Hans Loubier, G. A. E. Bogeng, Stanley Morison, Julius Rodenberg und anderen. – Druckleitung: Heinrich Jost, Bauersche Druckerei Frankfurt am Main. – Gedruckt ebendort, die zahlreichen Bild- und Graphikbeiträge bei Poeschel, Röder, Birkholz, Lassally und anderen. – Der umfangreiche Tafelteil (mehr als 170, teils gefaltete und farbige Tafeln) stellt die gesamte Bandbreite des Weiß’schen Schaffens vor: Buchschmuck, Initialen, Bücherzeichen, Signete, Druckschriften, Typographischer Schmuck, Buchumschläge, Buchtitel und Einbände. – Die opulente Festschrift für Emil Rudolf Weiß (1875–1942), einen der vielseitigsten Buchkünstler der Moderne, wurde als Werkschau von 13 Druckereien und Verlagen gestiftet – eine »geradezu einzigartige Veranstaltung« (Schauer).

37,0 : 27,5 cm. 106, [2] Seiten, 124 Tafeln, [2] Seiten, 47 Tafeln, [4] Seiten.

Oschilekwsi 156. – Sarkowski 1891. – Schauer I, 186

376  Emil Rudolf Weiss. Drei Monate in Spanien.

€ 750

Zeichnungen und Aufzeichnungen eines Malers. Berlin, Maximilian-Gesellschaft 1931. Mit zahlreichen, verschiedenfarbigen Lithographien im Text. Hellbrauner Maroquinband mit intarsierter Deckelvignette. Rückentitel, Rücken- und Deckelkantenfileten blindgeprägt (signiert: Peters-Werkstatt).

Eins von 300 Exemplaren für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft. – Vom Künstler-Verfasser im Druckvermerk signiert. – Satz aus der Weiss-Antiqua, und -Kursive der Bauerschen Gießerei. – Auf Zanders-Bütten. – E. R. Weiß war damals unter anderem als Lehrer an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst in Berlin tätig. – »Daß Weiß durchaus das Talent zur konventionellen Buchillustration besaß, beweist sein […] Reisetagebuch ›Drei Monate in Spanien‹. Dieses Werk hat der Künstler in allen Teilen selbst gestaltet: Er hatte den Text verfaßt, die Schrift entworfen, die das Buch schmückenden 158 Kreidelithographien gezeichnet und nicht zuletzt die typographische Gestaltung und Druckleitung übernommen, so daß ein Buch von großer Einheitlichkeit entstand.« (Barbara Stark).

38,0 : 28,0 cm. [7]–215, [5] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Oschilekwski 28. – Stark Bu 1931, 1. – Schauer II, 39 (mit Abbildung)

377  Maximilian-Gesellschaft – Kaiser Maximilians I. Gebetbuch

€ 700

Mit Zeichnungen von Albrecht Dürer und anderen Künstlern. Herausgegeben von Karl Giehlow. Wien, Selbstverlag des Herausgebers in Kommission F. Bruckmann 1907. Faksimile. Cremefarbener Schweinslederband mit vergoldeten Fileten, rot intarsiertem Titel, Rücken- und schnittvergoldung. Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 350 Exemplaren, daneben vier Exemplare auf Pergament. – Der Kommentarteil hinten eingebunden. – Von den Ende 1513 bei Schönsperger in Augsburg gedruckten Pergamentexemplaren, die den damals auserwählten Künstlern – neben Albrecht Dürer auch Altdorfer, Baldung und Burgkmair – zur Einzeichnung der Randillustrationen übersandt wurden, konnte Karl Giehlow fünf nachweisen. Die Bogen mit den Dürerschen Randzeichnungen sind verwahrt in den Bibliotheken München und Besançon, als Vorlage für die mit Initialen geschmückten Seiten dienten auch Exemplare in Wien und aus der Bibliothek Thomas Brookes. – Das Faksimile wurde photolithographisch in der Kunstanstalt Albert Berger in Wien gedruckt und vom Herausgeber im Eigenverlag vertrieben. – Restbestände der 350 Papierexemplare wurden 1913 durch die soeben gegründete Maximilian-Gesellschaft von den Erben des Herausgebers erworben und »als erste gewichtige Vereinsgabe« im Oktober 1913 versandt (Schauer I, 130). – Dazu: Das Buch der Weisheit. Gedruckt und vollendet durch Lienhart Hollen zu Ulm nach Christi geburt MCCCCLXXXIII iar auff den XXVIII tag des mayenß. Faksimile-Druck, herausgegeben (und mit einem Vorwort) von Rudolph Payer von Thurn. Wien 1925. Bordeauxroter Maroquinband mit Blindprägung und eingebundenem Originalvorderumschlag. Versilberter Schnitt. Im Originalschuber. Schönes Faksimile nach dem Pergamentexemplar in der Wiener National-Bibliothek. Das »Buch der Weisheit«, eine deutsche Übersetzung des alt-indischen »Pantschatantra« mit den prachtvollen Holzschnitten von Johann von Arnsheim, erschien 1483 als zweiter Druck des Ulmer Druckers Lienhart Holle, der ein Jahr zuvor mit seinem Ptolemäus-Atlas Furore (und finanzielle Verluste) gemacht hatte.

38,8 : 28,5 cm. 160 beidseitig bedruckte Tafeln, [6], 31, [3] Seiten. – Bünde und Ränder minimal berieben. Rücken der Beigabe minimal verblasst.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 119 und 141

378  Maximilian-Gesellschaft – Heinrich von Kleist. Prinz Friedrich von Homburg.

€ 1200

Ein Schauspiel. Berlin 1913. Mit Holzschnitten nach Zeichnungen von E. R. Weiß. Bordeauxroter Maroquinband mit reicher Vergoldung und Lederrückenschild sowie Buntpapiervorsätzen (signiert: Hans Glökler · Berlin). Im gefütterten Originalschuber mit Lederkanten.

Eins von 300 Exemplaren für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft. – Gesetzt aus der Leibniz-Fraktur und bei Poeschel & Trepte, Leipzig, auf Van Gelder-Bütten gedruckt . – Die Holzschnitte nach den Zeichnungen schnitten Ernst Böhm, Renée Sintenis (die Ehefrau von E. R. Weiß) und Wilhelm Wagner. – 1912 wurde die Maximilian-Gesellschaft gegründet – als eine »Stätte, an der es [das deutsche Buch] in einem ausgewählten Kreis von Kundigen und Freunden, unberührt von literarischen und künstlerischen Tagesmeinungen und losgelöst vom Markt, die liebevolle Pflege findet«. Zu den Gründern gehörten unter anderem Johannes Baensch-Drugulin, Alfred Lichtwark und Hans Loubier, den ersten Vorstand bildeten Walter von Brüning, Paul Schwenke, Hans Loubier, G. A. E. Bogeng und Walter de Gruyter. – Als erste Gabe erwarb die Gesellschaft die Restexemplare eines Wiener Faksimiles von Dürers Randzeichnungen zum Gebetbuchs Kaiser Maximilians. Kleists »Prinz von Homburg« war die erste eigenständig publizierte Jahresgabe der jungen Bibliophilengesellschaft, es folgten unter anderem Schillers »Wallenstein« als Druck der Pan-Presse (1914/1915), die vierbändige Ausgabe der Gedichte von Goethe (1924/1925) und Fontanes »Effi Briest« mit den Lithographien von Max Liebermann (1926). – Der Einband des Berliner Meisters Hans Glökler, der zu den ersten Mitgliedern der »Meister der Einbandkunst« zählte, scheint uns dem Originaleinband von Enders ebenbürtig: Das dunkelrote Maroquin wird auf den Deckeln und den Rückenfeldern von rhombenförmig verlaufenden Fileten und Punktierungen in Handvergoldung überzogen. Das olivgrüne Lederrückenschild sowie das Monogramm der Maximiliangesellschaft und die Jahreszahl »1913« wurden ebenfalls goldgeprägt.

33, 6 : 21,4 cm. [8], 145, [3] Seiten.

Deutsche Bibliophile 1898–1930, Seite 119

379  Maximilian-Gesellschaft – Friedrich von Schiller. Wallenstein.

€ 1500

Ein dramatisches Gedicht mit Steinzeichnungen von Hans Meid. Berlin 1915–1918. Mit 60 Lithographien im Text. Brauner Maroquinband mit schwarzem Rückenschild. Rückentitel und -fileten, Deckel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet und teils in Schwarz geprägt (signiert: Hans Glökler, Berlin).

Jahresgabe 1914–15 für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft, kriegsbedingt verzögert aber erst 1918 ausgeliefert. – Eins von 300 Exemplaren. – Gesetzt aus der Fraktur- und Schlemihl-Schrift von Walter Tiemann. – Gedruckt auf Zanders-Bütten. – Druck der Lithographien auf der Pan-Presse, ab Seite 193 von Hermann Birkholz, Berlin. – Enthält »Wallensteins Lager«, »Die Piccolomini« und »Wallensteins Tod«. – Hans Loubiers, der für die Herstellung des Buches verantwortlich war, lobte es überschwänglich: »Sein erstes Buch nach eigener Wahl des Gegenstandes und der graphischen Technik […] Es sind glänzende, lebhaft bewegte Impressionen und Schiller tief nachempfunden. […] Ich schätze das Buch als eines der bestillustrierten unter den neueren Büchern« (in: Die neue deutsche Buchkunst, 1921, Seite 108 mit Abbildung).

30,8 : 19,5 cm. [4], 313, [5] Seiten. – Rücken kaum merklich verfärbt.

Jentsch, Meid XIII und 148–207. – Badorrek-Hoguth 1.53. – Schauer II, 91

380  Maximilian-Gesellschaft – Theodor Fontane. Effi Briest.

€ 2000

Roman. Mit Steinzeichnungen von Max Liebermann. Berlin 1926. Mit 21 Lithographien im Text, drei blattgroß, davon die erste signiert. Originalpergamentband mit reicher Vergoldung (Entwurf von Marcus Behmer, gebunden bei Hübel & Denck, Leipzig).

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 325 Exemplaren. – Max Liebermann schuf eigens für diese Edition 21 Lithographien, die erste der drei blattgroßen wurde vom Künstler signiert. – Satz aus der Walbaum-Fraktur, Textdruck bei der Officina Serpentis, Druck der Lithographien bei W. Lassally, beide Berlin. – Auf Bütten von JW Zanders mit dem Wasserzeichen der Maximilian-Gesellschaft. – Der wunderbare, mit ornamentalen und floralen Bordüren in Gold verzierte, Einband wurde von Marcus Behmer entworfen. Dieser hatte sich nach der Anfrage der Maximilian-Gesellschaft sogleich überaus erfreut und detailliert geäußert: »Also das Buch ist sehr, sehr schön, und ich möchte natürlich sehr gerne einen schönen Einband dazu entwerfen«. Den schließlich realisierten Entwurf mit Weinranken, Kreuz und Schmetterling erläuterte er dem Schriftführer der Gesellschaft, Fritz Homeyer, zusammen mit vielen Details zu Herstellungsfragen und -kosten in mehreren Briefen (siehe Philobiblon 1929, Heft 8, Seiten 293ff.).

27,5 : 19,5 cm. [12], 313, [7] Seiten.

Achenbach 117-137. – Rodenberg 518. – Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 121. – Schauer II, 43. – Backe/Köppen 126. – Rasch I, 4637

381  Maximilian-Gesellschaft – William Shakespeare. Troilus und Cressida.

€ 800

Schauspiel. Deutsch von Rudolf Alexander Schröder. Mit Zeichnungen von E. R. Weiß. Hamburg 1949. Mit sechs blattgroßen Illustrationen. Rostroter Maroquinband mit Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Schaffner).

Die erste Nachkriegsgabe der 1946 durch Ernst L. Hauswedell und Carl Georg Heise wiedergegründeten Bibliophilengesellschaft. – Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Illustriert mit sechs Zeichnungen aus E. R. Weiss’s Nachlass. – Auf dem Vortitel von Rudolf Alexander Schröder signiert und datiert, auf der letzten Textseite ein Druckfehler von ihm korrigiert. – Bereits in jungen Jahren unterrichtete Emil Rudolf Weiß (1875–1942) an der Schule des von Karl Ernst Osthaus gegründeten Folkwang-Museums in Hagen. Anfangs vor allem als Illustrator tätig, wandte sich Weiß später zunehmend der Typographie und Buchgestaltung zu.

29,6 : 21,2 cm. 194, [6] Seiten.

Spindler 49.1

  382    Maximilian-Gesellschaft – Johann Wolfgang von Goethe. Faust.

€ 450

Der Tragödie zweiter Teil. Mit Bildern von Max Beckmann. [Hamburg 1957]. Mit 35 blattgroßen Illustrationen. Bordeauxroter Maroquinband mit Rückenschild und Blindprägung. Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 850 Exemplaren, gedruckt für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft. Weitere Exemplare erschienen als Privatdruck der Bauerschen Gießerei. – Die Zeichnungen Beckmanns entstanden 1943 und 1944 auf Anregung von Georg Hartmann und wurden von Willi Seidel gestochen. – Gedruckt aus Schriften von Emil Rudolf Weiß in der Bauerschern Gießerei, Frankfurt a.M. – Dazu sechs Jahresgaben: I. 1954. Das Buch Tobie. – II. 1965. Aristophanes. Die Vögel. – III. 1971. Gottfried Benn. Aus dem Oratorium Das Unaufhörliche. – IV. 1981. Pietro della Valle. Reisebeschreibung in Persien und Indien. – V. 1987. Gotthard de Beauclair. Von Staub und Fackel. – VI. 2004. Herman Melville. Moby Dick.

27,0 : 20,3 cm. 408, [4] Seiten.

Spindler 49.7 und 51.15. – Tiessen II, 8

383  Handgeschriebene Bücher – Cäsar Flaischlein. Von Alltag und Sonne.

€ 200

Lieder und Sprüche. Geschrieben von Emmy Brode. Ohne Ort und Jahr, wohl Hamburg-Altona 1917. Mit sechs monogrammierten Tuschfederzeichnungen, davon eine aquarelliert. Pappband mit aquarelliertem Japanbüttenbezug.

Handgeschrieben von der Altonaer Künstlerin Emmy Brode (1890–1968), verziert mit sechs blattgroßen Zeichnungen und zahlreichen in Gold eingemalten und teils aquarellierten Initialen. – Die Zeichnungen alle monogrammiert, betitelt und datiert »1917«. – Die Gedichtsammlung Flaischleins erschien erstmals 1898 in Thedor Fontanes Verlag und erlebte allein bis 1919 eine Auflage von 100.000 Exemplaren.

22,7 : 15,2 cm. [60] Seiten.

384  Handgeschriebene Bücher – Otto Reichert, Offenbach – Joseph von Eichendorff. Auf meines Kindes Tod.

€ 200

Offenbach 1922. Mit zehn aquarellierten Initialen. Originalhalbpergamentband mit handgeschriebenem Titel, aquarellierter Deckelverzierung und aquarellierten Japanpapiervorsätzen.

Handgeschrieben von Otto Reichert im Auftrag von Karl Koetschau. – Im Editionsvermerk vom Kalligraphen monogrammiert »OR 264«. – Bei dem Auftraggeber handelt es sich möglicherweise um den Dresdner Museumsdirektor Karl Koetschau (1868–1949), der zusammen mit Gustav Pauli und Georg Swarzenski 1917 im Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main den »Deutschen Museumsbund« gründete. – Geschrieben wurde das Eichendorff-Gedicht von dem Schriftkünstler Otto Reichert (1883-1956), der maßgeblich an der Gründung des Bundes Offenbacher Künstler (BOK) beteiligt war.

34,7 : 25,8 cm. [20] Seiten.

385  Handgeschriebene Bücher – Jesus Christus

€ 6000

gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Den Evangelien nacherzählt und geschrieben von Joh. Holtz. Handschrift auf Pergament, mit Bildern, großen figürlichen Initialen und Buchschmuck, alles farbig und goldgehöht. Roter Maroquinband mit reicher Goldprägung, farbigen Lederintarsien sowie vergoldeten Eckbeschlägen mit Ziersteinen und Emaillearbeiten (signiert: W. A. Petersen · Flensburg · Werkstatt für Buchkunst).

Überaus prächtige Handschrift des Flensburger Kalligraphen Johann Holtz (1875–1944), entstanden wohl Mitte der 1920er Jahre. – Jedes der fünf Kapitel mit einem besonders aufwendig ausgemalten und vergoldeten Zwischentitel: »In deo spes · Licht«; »In deo vis · Wort«, »In deo pax · Geist«, »In deo victoria · Tod« und »In deo gloria · Auferstehung«. – Am Ende ein Inhaltsverzeichnis. – Die reich illustrierte, kalligraphisch beeindruckende und mit Blattgold und aufwendigem Einband verzierte Handschrift wirkt wie die »Reinkarnation« mittelalterlicher Evangeliare und Stundenbücher. – Die Anordnung der Texte, das Rankenwerk und die Bordürenrahmen sind ebenso wie die ganzseitigen, reich vergoldeten Zwischentitel- und Widmungsblätter und die ganzseitigen und im Text eingestreuten Miniaturen von der klösterlichen Schreibkunst dieser alten Zeit geprägt. Durch die Verwendung von modernen Stilelementen gewinnen Holtz’ Kalligraphien aber ihre über eine bloße Nachahmung hinausgehende künstlerische Selbstständigkeit. – Einige seiner handschriftlichen Unikate wurden nachgedruckt bzw. faksimiliert.

33,0 : 25,0 cm. 88 Blätter, teils blatt-, teils seitenweise paginiert.

386  Handgeschriebene Bücher – 1. Korinther 13.

€ 1600

Geschrieben von Joh. Holtz. 1928. Handgeschriebener Titel und sechs kalligraphische Seiten mit Ornamentbordüren. Roter Kalblederband mit Deckel- und Innenkantenvergoldung und aquarellierten Seidendamastspiegeln. Im originalen Schutzumschlag und Schuber.

Unikales Exemplar, kalligraphiert auf Pergament. – Vollständiger Text der berühmten Lobpreisung der Liebe. – Jede der sechs Textseiten mit breiter Bordüre in Gold und verschiedenen Farben, der Text und das Lineament in schwarzer Tusche. Die Initialen und Schlussworte »Glaube, Hoffnung, Liebe« wurden in Temperafarbe geschrieben.

24,3 : 18,0 cm. [6] Blätter. – Kanten minimal berieben.

387  Einbände – Roter Ecrasélederband von Otto Herfurth, mit reicher Vergoldung.

€ 1200

– Inhalt: Erbrochene Siegel. Frl. Anni Pillrich geboten v. Ede S. Blehmches. [München 1912?].

Schöner Handeinband mit reicher Bordüren-, Fleuron- und Filetenvergoldung. – Sammlung von erotischen Dichtungen, unter anderem von Luise Adelgunde Victorie Gottschedin, Friedrich Schlegel und pseudonym vom Herausgeber. Ob dies Carl Georg Maaßen oder Franz Blei war, ist nach der bibliographischen Recherche nicht eindeutig zu klären: KVK nennt Maaßen, Hartmut Walravens führt den Band in seiner Franz Blei-Bibliographie auf. – Druckort: »Gedruckt auf der Klosterpresse zu Czenstochau im Jahr des Heils Eintausendneunhundertundzwölf, als die Lust rum war.« – Darunter handschriftlich »30.3.22«.

23,0 : 15,0 cm. 61, [3] Seiten. – Ecken und kanten kaum merklich berieben.

Walravens, Blei 344. – Nicht bei Hayn/Gotendorf

388  Einbände – Roter Maroquinband von Otto Herfurth, Berlin,

€ 1500

mit reicher Vergoldung. – Inhalt: Heinrich Heine. Die Bäder von Lucca. Mit sieben Radierungen von Martin E. Philipp. Heidelberg, Richard Weissbach 1921.

Der leuchtend rote Maroquinband des Berliner Buchbinders Otto Herfurth mit reicher Rückenvergoldung in fünf Feldern, vergoldetem Deckeltitel und vergoldeten Kantenbordüren aus Fileten und Linien. – Grün gestreifte Kleisterpapiervorsätze. – Kopfschnittvergoldung. – Im gefütterten Schuber mit Lederkanten. – Eins von 200 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Auf Zanders-Bütten. – Handpressendruck der Radierungen bei O. Felsing. – Alle Radierungen in der Platte bezeichnet »MEPH Okt. 1918«. – Philipp gilt als einer der renommiertesten Graphiker der erotischen Kunst. Er schuf zahlreiche Exlibris.

31,5 : 23,6 cm. 75, [5] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. KLeiner Fleck auf dem Vorderdeckel.

Götze C 3 (hier ohne die dort erwähnte Vignette, die wohl den Originaleinband zierte)

  389    Einbände – Violetter Maroquinband mit floraler Vergoldung.

€ 200

– Inhalt: Adolf Wilhelm Ernst. Lenaus Frauengestalten. Stuttgart, Carl Krabbe 1902.

Erste Ausgabe. – In falscher Bescheidenheit unsigniert gebliebener Handeinband mit hübscher floraler Vergoldung der beiden gerahmten Deckel-Mittelfelder, zwei Blüten in Rot akzentuiert. Rückenfelder mit Blüten und Blattwerk, Rückentitel, Buchschnitt und Innenkantenfileten ebenfalls vergoldet. – Spiegel und Vorsätze mit farbig bedruckten Seidenbezügen. – Im Originalschuber. – Sehr gut erhalten.

19,8 : 13,8 cm. [2], VI, 410 Seiten. – Winzige Bereibungen vom Schuber auf dem Vorderdeckel.

390  Einbände – Hellbrauner Maroquinband von Paul Kersten, Berlin.

€ 1800

Rückentitel, Rücken-, Deckel-, Steh- und Innenkantenfileten, Eckfleurons auf Deckeln und Innenkanten sowie Kopfschnitt vergoldet. Farbig intarsierte und vergoldete Deckelvignette nach der Titellithographie mit goldgeprägter Bordüre. – Inhalt: Joseph von Eichendorff. Aus dem Leben eines Taugenichts. München, Hans von Weber 1914. Mit 28 Lithographien von Emil Preetorius, fünf davon farbig und blattgroß.

Von der illustrativen, großen und farbigen Deckelvignette dominierter Einband des Berliner Meisters. – Vorsätze und Spiegel mit orangefarbener Wildseide bezogen. – Im gefütterten Originalschuber. – Sechster Hyperiondruck. – Eins von 100 römisch nummerierten Exemplaren (Gesamtauflage 600).

29,5 : 19,7 cm. [4], 121, [3] Seiten. – Rücken leicht verfärbt.

Rodenberg 415, 6

391  Einbände – Gelber Maroquinband von Paul Kersten

€ 2000

mit Vergoldung und grünen und roten Lederintarsie. – Inhalt: Clemens Brentano. Das Märchen von Komanditchen. Leipzig, Verlag der Diovis-Bücher 1924. Mit sechs Farblithographien von Maria Krauß.

Schöner, sehr dekorativer Einband von Paul Kersten (1865–1943), einem der führenden Buchbinder des frühen 20. Jahrhunderts. – »K. war ein begabter Alleskönner: Fachschriftsteller, Direktor der ›Aschaffenburger Buntpapierfabrik‹ und Fachlehrer an der ›Berliner Innungsfachschule‹.« 1912 gründete er mit Carl Sonntag den »Jakob-Krause-Bund« und war dessen Vorsitzender von 1914–1921. Er schrieb viele Fachaufsätze sowie grundlegende Bücher zur Einbandkunst. Sowohl seine Gestaltungsidee als auch ein von ihm verbessertes Werkzeug wurden nach ihm benannt: »Kerstenstil« und »Kerstenfalzbein«. – Eins von 1000 Exemplaren. – Gedruckt auf Zerkall-Bütten. – Der Druckvermerk wurde hinsichtlich der Angaben zum Einband handschriftlich abgeändert und ergänzt. – »Die Künstlerin Maria Krauss war bis 1921 in Wien Schülerin der privaten Schule und Werkstätte von Emmy Zweybrück und gehört zur zweiten Generation der Wiener Werkstätte. Später war sie Schülerin von Walter Tiemann in Leipzig. Im Jahr 1925 heiratete sie den Graphiker Walter Cyliax, der die Druckausstattung des Buches übernahm« (vgl. Katalog »Angewandte Kunst« der Antiquariate Sabine Keune und Dr. Ruth Wölfle).

26,9 : 19,5 cm. [10], 54, [12] Seiten. – Rücken kaum merklich verfärbt. Vorderdeckel mit wenigen winzigen, kaum sichtbaren Farbflecken.

392  Einbände – Hellbrauner Maroquinband von Hübel & Denck, Leipzig,

€ 750

mit reicher floraler Vergoldung, schwarzen und braunen Intarsien sowie Seidenspiegeln und -vorsätzen. – Inhalt: Richard Dehmel. Die Menschenfreunde. Drama in drei Akten. Verbesserte Ausgabe. Berlin, S. Fischer 1918.

Dekorativer Handeinband der Leipziger Firma. – Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten.

21,5 : 14,5 cm. 101, [3] Seiten.

393  Einbände – E. T. A. Hoffmann. Dichtungen und Schriften

€ 1500

sowie Briefe und Tagebücher. Gesamtausgabe in fünfzehn Bänden. Herausgegeben und mit Nachworten versehen von Walther Harich. Weimar, Erich Lichtenstein 1924. Türkisfarbene Originalsaffianlederbände (Hübel & Denck, Leipzig). Rückentitel, Fileten und Kopfschnitt vergoldet. In gefütterten Schubern mit Lederkanten.

Eins von 75 Vorzugsexemplaren in Saffianleder, weitere 25 wurden in Maroquin gebunden. Alle 100 Vorzugsexemplare wurden auf Bütten gedruckt. – Vollständiges Exemplar der ansprechenden Werksammlung. – »Abgesehen von den Ausgaben von Hirschberg und Frank – die auch Unechtes enthalten – […] die bisher vollständigste« (Voerster). – Die Texte in Fraktur, Nachworte in Antiqua gesetzt. – Die prachtvolle und – von minimalen Bereibungen abgesehen – hier tadellos erhaltene Vorzugsausgabe kostete bereits bei Erscheinen 1.500 Mark. – Erworben in der berühmten Auktion »Die Insel und die moderne deutsche Buchkunst« (Hauswedell & Nolte 257, 1985, KatNr. 829).

23,4 : 15,4 cm.

Voerster A 12

394  Einbände – Roter Maroquinband von Hübel & Denck, Leipzig,

€ 900

mit reicher Rücken- und Kantenvergoldung, grün-goldenem Rückenschild und Kopfschnittvergoldung. – Inhalt: Clemens Brentano. Das Märchen von Gockel und Hinkel. Original-Radierungen von Felix Meseck. München, Drei Masken [1922]. Mit 13 signierten Radierungen im Text, davon fünf blattgroß.

Sechster Obelisk-Druck. – Eins von 70 römisch nummerierten Exemplaren (Gesamtauflage 340). – Alle Radierungen und der Druckvermerk wurden vom Künstler signiert. – Auf Bütten. – Druck der Radierungen auf der Mandruck Künstlerpresse.

27,3 : 18,7 cm. 106, [6] Seiten.

Rodenberg 448, 6. – Sennewald 22,1

395  Einbände – Dunkelblauer Ecasélederband von Th. Knaur, Leipzig, mit reicher, ornamentaler Vergoldung auf beiden Deckeln,

€ 1200

vergoldetem Rückentitel, vergoldeten Steh- und Innenkantenfileten, Kopfschnittvergoldung und marmorierten Vorsätzen – Inhalt: Friedrich von Schiller. Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung. Mit einunddreißig Abbildungen nach alten Darstellungen. München, O. C. Recht 1922.

Schöner Handeinband der Leipziger Großbuchbinderei, die 1930 mit Hübel & Denck fusionierte. – Unnummeriertes Exemplar, wie die 100 Exemplare der Vorzugsausgabe auf Bütten gedruckt. – Breitrandiges, seitlich und unten unbeschnittenes Exemplar. – Exlibris Sally Bruckmann (wohl der Lehrer am Leipziger Jüdischen Kollegium, 1890–1942).

26,7 : 21,2 cm. 236, [8] Seiten, 31 Tafeln.

396  Einbände – Roter Saffianlederband von H. Zieher, Bonn, mit reicher Vergoldung

€ 900

– Inhalt: Caprichos von Goya. 83 getreue Nachbildungen in Lichtdruck. Herausgegeben von Valerian von Loga. München, Hugo Schmidt 1918. Mit 83 Heliogravüren.

Eindrucksvoller Handeinband mit ornamentaler Vergoldung des Rückens, der Deckelränder und des Vorderdeckels. – Steh- und Innenkanten mit vergoldeten Fileten, Kopfschnitt vergoldet, Vorsätze und Spiegel mit blau-rot-gelben Monotypie-Papieren. – Eins von 500 Exemplaren. – Der Verleger Schmidt reproduzierte in aufwendigem Druckverfahren die drei großen Graphikzyklen Goyas.

30,2 : 20,9 cm. [12] Seiten, 83 Tafeln. – Gelenke und Bünde minimal berieben.

397  Einbände – Dunkelblauer Ecrasélederband von Johannes Gerbers, Hamburg,

€ 1800

mit vergoldeter Deckelillustration. Doppelfileten auf Rücken, Deckel- und Innenkanten ebenfalls vergoldet. – Inhalt: Goethe. Reineke Fuchs. Zwölf Gesänge. Mit Rahmen, Initialen und Bildern gezeichnet und radiert von Otto Schubert. München, Verlag der Marées-Gesellschaft R. Piper 1921. Mit 42 Radierungen, davon 33 blattgroß, und zwölf radierten Initialen.

Meistereinband der berühmten Hamburger Traditionsfirma. – 30. Druck der Marées-Gesellschaft. – Eins von 185 Exemplaren auf handgeschöpftem Van Gelder-Bütten (Gesamtauflage 250). – Vom Künstler im Druckvermerk signiert. – Schöner Druck, breitrandig gesetzt aus der Korpus Didot-Antiqua von 1790. – Otto Schubert (1892–1972) studierte an der Dresdner Kunst- und Gewerbeschule und wurde dort Bühnenmaler. Nach ersten Erfolgen mit Illustrationsfolgen wurde er Mitglied der Dresdner Sezession und kam in Kontakt zu den Verlegern Piper und Flechtheim. Ein Großteil seiner Arbeiten wurde bei der Bombardierung Dresdens 1945 zerstört.

25,0 : 21,5 cm. [2], 302, [4] Seiten. – Rücken etwas verfärbt. – Exlibris.

Rodenberg 370, 30. – Schauer II, 88. – Sennewald 21, 1

398  Einbände – Königsblauer Maroquinband von Johannes Gerbers, Hamburg,

€ 900

mit gold- und blindgeprägten Rücken-, Deckel- und Innenkantenfileten. Rückentitel, Stehkantenbordüren und Kopfschnitt vergoldet. – Inhalt: Alfons Pacquet. Die alte Sparcasse. Ein Hundertjahrbild der Hamburger Sparcasse von 1827. Hamburg 1927. Mit zahlreichen montierten Abbildungen. Im Originalschuber mit Lederkanten.

Eins von 50 Exemplaren auf Zanders-Bütten, entgegen dem Druckvermerk aber nicht signiert. – Unsignierter Einband, der Druckvermerk der aufwendigen Firmenfestschrift nennt die Hamburger Buchbinderei Johannes Gerbers.

29,0 : 24,0 cm. 134, [10] Seiten. – Rücken schwach verfärbt.

399  Einbände – Grauer Saffianlederband von Maria Lühr,

€ 1500

mit ornamentaler Vergoldung und karminroten Lederintarsien. – Inhalt: Theodor Storm. Der Schimmelreiter. Aachen 1921. Mit einer handgemalten blauen Initiale.

Schöner Einband von Maria Lühr (1874–1969). Nach ihrer Ausbildung in den traditionsreichen Buchbindereien Collin, Berlin, und Cobden-Sanderson in England wurde sie die erste deutsche Buchbindermeisterin. Von 1913–1957 betrieb sie ihre eigene Werkstatt in Berlin und war Ehrenmitglied des Bundes »Meister der Einbandkunst« (vgl. Moessner/Kriechel S. 73). – Fünfter Druck der Eginhard-Presse. – Eins von 165 Exemplaren, von denen 15 nicht für den Verkauf bestimmt waren. – Gedruckt auf Velin mit dem Wasserzeichen der Presse.

27,0 : 19,2 cm. [4], 117, [7] Seiten. – Rücken und Ränder schwach verfärbt. Ränder und Bünde leicht berieben.

Rodenberg 67, 5

400  Einbände – Roter Saffianlederband von Bruno Scheer,

€ 1000

mit reicher floraler Rücken- und Bordürenvergoldung. Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet. – Inhalt: Edmond Rostand. Cyrano von Bergerac. Berlin, Wohlgemuth & Lissner 1923. Mit acht signierten blattgroßen Radierungen von Ernst Oppler.

Meistereinband von Bruno Scheer (1889–1968), dem Schüler von Paul Kersten und Franz Weiße, Mitglied des Jakob Krause-Bundes und des Bundes »Meister der Einbandkunst«. Viele seiner Einbände wurden ausgezeichnet. – Eins von 300 Exemplaren auf Zanders-Bütten (Gesamtauflage 312). – Im Originalschuber mit Lederkanten.

28,7 : 19,5 cm. [8], 207, [9] Seiten.