ChristianHesse

Lot 401 – 450 | Hesse-Auktionen
Lot 401 – 450

401  Einbände – Zwei schwarze Ecrasélederbände von Otto Dorfner, Weimar,

€ 2500

mit Vergoldung. – Inhalt: Johann Wolfgang von Goethe. Achilleis. [und] Prometheus. Berlin, Ernst Rowohlt 1922. Mit einer farbig eingemalten und drei eingedrucken Initialen, entworfen von Hanns Thaddäus Hoyer.

Der zweite und dritte von fünf Goethe-Drucken der Officina Serpentis. – I. Eins von 50 Exemplaren auf starkem Handbütten und mit der farbig eingemalten Initiale (Gesamtauflage 200). – II. Eins von 150 Exemplaren (Gesamtauflage 200), hier wurden die Initialen eingedruckt. – Handpressendrucke von E. W. und E. H. Tieffenbach, gedruckt in Rot und Schwarz. – Hoyer entwarf auch den Titel, der wie das Pressensignet von Bruno Rollitz in Holz geschnitten wurde. – Die prächtigen Handeinbände stammen von Otto Dorfner, blieben aber unsigniert. Titel, Stehkanten, zehnfache Fileten auf den Deckeln und der Kopfschnitt wurden handvergoldet. Beide in gefütterter Originalhalbleinenkassette.

28,0 : 20,0 cm. 29, [3] Seiten. – Innenseite der Kassette mit wenigen schwachen Stockflecken. – Bei I wenige Seiten und Vorsätze ganz gering stockfleckig.

Backe/Köppen 69 und 70. – Rodenberg 114

402  Einbände – Schwarzer Ecrasélederband von Otto Dorfner

€ 3000

mit vergoldeten Titeln, Fileten und Deckelillustration. – Inhalt: J. E. Poritzky. Mysterien. München, Der Bücherwinkel 1923. Mit zwölf signierten Radierungen und je zwölf signierten radierten Initialen und Vignetten von Ernst Zimmermann.

Meisterhafter Einband von Otto Dorfner (1885–1955), Weimar, dessen Lehrtätigkeit, für kurze Zeit auch am dortigen Bauhaus, und mustergültigen Einbände für die nächste Buchbindergeneration von immensem Einfluss waren. – Eins von 100 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Die zwölf kurzen Texte tragen Titel wie »Incubus«, »Blut«, »Beschwörung«, »Mord«, »Qualen« und »Spuk« – die Radierungen sind entsprechend düster. – Tadellos schönes Exemplar.

31,3 : 26,7 cm. [4], 201, [3] Seiten. 12 Radierungen.

Zwischen van de Velde und Bauhaus, KatNr. 150 (Exemplar 76 in identischem Einband). – Rodenberg 351

403  Einbände – Ziegelroter Maroquinband von Karl Funke, Leipzig,

€ 1500

mit vergoldeter Deckelvignette, vergoldeten und schwarzgeprägten Fileten und Bordüren. – Inhalt: Jahrbuch der Einbandkunst. Herausgegeben von Hans Loubier und Erhard Klette. Erster Jahrgang. Leipzig 1927. Mit zahlreichen Abbildungen auf 106 Tafeln.

Prächtiger und dekorativer Handeinband von Karl Funke (1888–1945), Studienrat an der Kunstgewerbeschule Leipzig, Werkstattleiter der dortigen Meisterschule des Deutschen Handwerks und Mitglied der »Meister der Einbandkunst«. – Der erste Jahrgang des ambitionierten Projekts. Bis 1937 erschienen allerdings nur vier Ausgaben, dann wurde die Reihe eingestellt. – Mit Beiträgen und Abbildungen zur »alten« und »neuen« Einbandkunst, unter anderem von Heinrich Endres, Max Joseph Husung, Konrad Haebler, Hans Loubier, Ernst Fischer, Hermann Herbst, Emil Kretz und vielen anderen. – Die Tafeln mit Abbildungen von Einbänden von Jakob Krause, Lukas Weischner, Lyoner Einbänden sowie Arbeiten von Paul Adam, Otto Pfaff, Otto Dorfner, Rudolf von Larisch, René Kieffer und viele weitere.

31,5 : 21,5 cm. XII, 253, [3] Seiten, 105 Tafeln. – Rücken kaum merklich verfärbt.

404  Einbände – Grauer Ecrasélederband von Erwin Weigl,

€ 750

mit anthrazitfarbenen Lederapplikationen und vergoldeten Fileten und Rückentitel. – Inhalt: [Johann Wolfgang von] Goethe. Novelle. Mit einem Nachwort von Emil Staiger und Original-Holzstichen von Imre Reiner. Basel, Benno Schwabe 1943. Mit zehn blattgroßen Holzstichen.

Schöner Handeinband des Nürnberger Buchbinders Erwin Weigel, entstanden 1971 und beim Wettbewerb »Prix Paul Bonet« in Ascona mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. – Zweiter Druck der Petri-Presse. – Eins von 200 Exemplaren der Ausgabe B auf Bütten (Gesamtauflage 625), ein Exemplar der Vorzugsausgabe A unter KatNr. 466. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert.

31,7 : 21,8 cm. [6], 63, [12] Seiten. – Rücken und Ränder schwach verfärbt. – Exlibris.

Reiner III, 9. – Tiessen II, 9

405  Einbände – Hellbrauner Ecrasélederband mit Blind- und Goldprägung von Ignatz Wiemeler.

€ 12000

– Inhalt: Walter Tiemann zu seinem sechzigsten Geburtstage herzlichst zugeeignet von seinen Kollegen. [Leipzig] 1936. Mit zahlreichen eigenhändigen Glückwünschen, Aquarellen und Zeichnungen.

Senffarbener Lederband mit umlaufenden Fileten, zehn in Blindprägung, eine vergoldet. – Vorderdeckel mit Tiemanns vergoldeten Initialen, Unterrand des hinteren Innendeckels mit vergoldeter »Glückwunsch-Signatur«. – Rückentitel, doppelte Steh- und dreifache Innenkantenfileten und der gesamte Buchschnitt wurden vergoldet. – Im Schuber mit Lederkanten.
Unikum. – Am 29. Januar 1936 feierte Walter Tiemann, Pionier und Leitfigur der deutschen Buchkunst der Moderne, seinen 60. Geburtstag. 1920 war er zum Direktor der Leipziger Staatlichen Akademie für Graphik und Buchgewerbe berufen worden. Dieses Amt hatte er bis 1941 und nach Kriegsende nochmals kurz kommissarisch inne. – Tiemanns Wirken für die deutsche Buchkunst der Moderne ist umfassend, zahlreiche Buchkünstler auf allen Gebieten haben von und unter ihm gelernt, gelehrt und gearbeitet. Zahlreiche von ihm entworfene Schriften bereicherten die Typographie der klassischen Moderne. 1933 änderten sich auch an der Akademie die Zustände dramatisch. Zahlreiche Lehrer wurden wegen jüdischer Abstammung oder als »entartet« entlassen und nachrückende Lehrkräfte waren häufiger linientreue Parteigenossen. Engagierten Kräften dieser wichtigen Bildungsstätte gelang es, unideologisiert weiter zu unterrichten und traditionelles Wissen mit innovativer Kreativität zu verbinden.
Mit der vorliegenden Festschrift gratulierten ihm folgende Lehrer der Akademie mit Beiträgen in Wort und Bild, meist eigenhändig geschrieben, gezeichnet und gemalt. – Alois Kolb (1875–1942, Leiter der Radierklasse; drei Seiten eigenhändiger Text mit zwei Tuschezeichnungen). – Hans Alexander Müller (1888–1962, Leiter der Holzschnittklasse; eine Seite eigenhändiger Gruß, acht Seiten »Der Fall Taku«. Mit fünf Holzstichen des Verfassers. Sonderdruck zum Jubiläum. Exemplar 1 von 40. Nummeriert und signiert. Eichhorn/Salter 1.61). – Julius Zeitler (1874–1943, Dozent, Verleger, Bibliophiler; eine Seite eigenhändiger Gruß). – Weitere Beiträge von Georg Belwe (1878–1954, Leiter der Abteilung Satz und Druck; Grußwort, Tusche), Carl Blecher (Grußwort, Tusche), Wilhelm Buhr (Klasse für Gebrauchsgraphik; Drei Seiten handschriftlich mit drei Aquarellen), Kurt Otte (Aquarell und Gedicht mit Bordüre), Walter Gasch (Typographie und Tiefdruck, seit 1933 Tiemanns linientreuer Stellvertreter; gedrucktes Gedicht mit eigenhändigem Gruß), Karl Max Schneider (Direktor des Leipziger Zoos, wo Studierende in Tierkunde unterrichtet wurden; vier Seiten, eigenhändiges Gedicht), Horst Schulze (drei Seiten, Text mit Tuschzeichnungen), Hans Soltmann (Leiter der Akt-Klasse; drei Seiten, Text mit Zeichnungen), Hellmuth Weißenborn (Zeichenlehrer, zwei Seiten, Text und zwei Aquarelle) und anderen.

Gebunden von einem der bedeutendsten Buchbinder des 20. Jahrhunderts: Ignatz Wiemeler (1895–1952). Von 1925 bis 1945 wirkte Wiemeler, der auf Vorschlag Tiemanns als Lehrer an die Leipziger Akademie berufen worden war, im »Mekka der Buchkunst« und hatte dort »seine große Epoche« (Kurt Londenberg). Seinem Freund und Kollegen widmet er den vorliegenden Einband mit einer ungewöhnlich langen »Glückwunsch-Signatur«, vergoldet am Unterrand des hinteren Innendeckels: »MIT ALLEN GUTEN WÜNSCHEN UND IN HERZLICHER VEREHRUNG IGNATZ WIEMELER«. – Bereits 1926 war eine Festschrift zu Tiemanns 50. Geburtstag erschienen und auch diese hatte Wiemeler gebunden (siehe WVZ 92/93). – Die vorliegende Arbeit dort nicht verzeichnet.

31,5 : 22,0 cm. [86] Seiten. – Rücken kaum merklich verfärbt. Winziger Verlust der Vergoldung an den Bünden. Ecken und Kapitale minimal berieben.

406  Einbände – Homer. Zwei weinrote Oasenziegenlederbände mit Vergoldung.

€ 900

– Inhalt: Ilias. – Odysseia. (griechisch). München 1923–1924. Handgebundene weinrote Oasenziegenlederbände mit Vergoldung.

Hervorragend gestaltete und gearbeitete, jedoch unsignierte Ganzfranzbände aus leicht geglättetem Oasenziegenleder. Alle Deckel und beide Rücken mit einem formatfüllenden Mäanderband aus sechs parallel laufenden vergoldeten Fileten. Die Deckel an Ober- und Unterrand mit einer blindgeprägten, auf dem Rücken vergoldeten, Filete. – Rücken mit den beiden Titeln in griechischen Buchstaben, »Ilias« querlaufend mit Filetenrahmung, »Odysseia« senkrecht gesetzt. – Die Kopfschnittvergoldung bei Band I wurde nach, die von Band II vor dem Heften aufgebracht. Fuß- und Seitenstege blieben unbeschnitten. – Jeweils in einer Leinenkassette mit Lederrücken bzw. Lederrückenschild mit blindgeprägtem Titel. – 15. und 16. Druck der Bremer Presse. – Je eins von 615 Exemplaren. – Auf Zanders-Bütten. – Herausgegeben von Eduard Schwarz. – Gedruckt in der 1922 für »Lieder der Sappho« erstmals verwendeten Griechischen Type der Presse. Die beiden Holzschnitt-Titel zeichnete Anna Simons.

34,8 bzw. 35,0 : 23,0 cm. [384] Seiten.

Lehnacker 16. – Rodenberg 58, 16. – Isphording I, 32

407  Einbände – Hellbrauner Maroquinband mit reicher ornamentaler Vergoldung.

€ 300

– Inhalt: Maurice de Guèrin. Der Kentauer. Übertragen durch Rainer Maria Rilke. Leipzig, Insel 1911.

Unsignierter Einband, wohl der 1960er Jahre. – Beide Deckel wurden mit Fileten und schmalen Bordüren ornamental verziert, dieses Muster wurde, wie die Titel auf Deckel und Rücken und der Kopfschnitt, vergoldet. – Erste deutsche Ausgabe. – Eins von 250 Exemplaren auf Old Stratford-Bütten. – Mit einer großen vergoldeten Initiale, entworfen von Friedrich Wilhelm Kleukens.

23,2 : 15,7 cm. [4], 31, [5] Seiten.

Stürz 37. – ELP 22. – Schauer II, 65. – Rodenberg 78. – Sarkowski 638. – Mises 158

408  Einbände – Kalbpergamentband von Kurt Londenberg,

€ 4000

mit Titeln und Verzierungen in Handvergoldung. – Inhalt: Novalis. Hymnen an die Nacht. Mit vier Holzstichen von Imre Reiner. [Stuttgart], Rosenhammer-Presse [1942]. Mit vier Holzstichen im Text, davon einer als Titelvignette.

Außer den beiden Titeln prägter Londenberg auf die Deckel jeweils zwei Reihen kleiner Sterne, die ebenfalls handvergoldet wurden. – Erste Ausgabe dieser Illustrationsfolge. – Die seltenste Reiner-Edition, erschienen in nur elf Exemplaren (A–C und 4–11) als Privatdruck anlässlich des 70. Geburtstages von F. H. Ernst Schneidler. – Unikates Exemplar mit allen vier Originalvorzeichnungen in blauem Farbstift und je einem Probeabzug der Stiche, gedruckt in Schwarz. – Die Vorzeichnungen in Blau auf Velin, alle monogrammiert. Die Probedrucke auf dünnem Japan, alle bezeichnet mit »Probe« o. ä. sowie bezeichnet »Hymnus«, monogrammiert und datiert. Alle acht »Beigaben« in eingebundenen Passepartouts. – Sicher ein Höhepunkt jeder Reiner-Sammlung, hier zudem in einem exklusiven Einband des Hamburger Meisterbuchbinders. – Im Schuber mit Pergamentkanten und blauem Büttenpapierbezug. – Ehemals Sammlung Peter Wilhelm Brand, versteigert 1979 in Hamburg (Auktion Hauswedell & Nolte 229, KatNr. 1160).

37,5 : 27,5 cm. 31, [5] Seiten, 8 Passepartouts.

Schaefer 71. – Reiner III, 7

409  Einbände – Rotbrauner und naturfarbiger Nigerlederband von Kurt Londenberg,

€ 2000

mit Blindprägung auf beiden Deckeln und vergoldetem Rückentitel. – Inhalt: Das Evangelium des Johannes. Griechisch und Deutsch. Frankfurt 1960.

Beide Deckel mit dem Johannes-Signet in Prägeblinddruck. – Deckelkanten und Gelenke mit dem helleren Leder abgesetzt, Innenkanten mit schmaler, blindgeprägter Filete. – Im gefütterten Originalschuber. – Elfter Druck der Trajanus-Presse. – Eins von 150 Exemplaren. – Auf Trajanus-Bütten von Hahnemühle. – Zweispaltiger Druck: Die deutsche Übertragung nach dem Luthertext gesetzt aus der Aldus-Antiqua, der griechische Originaltext aus der Heraklit. – Ehemals Sammlung Wolfgang Tiessen (1930–2017).

31,5 : 20,5 cm. 50, [6] Seiten. – Rücken leicht verfärbt. Vorderdeckel mit winziger Kratzspur.

Schaefer 70 (mit farbiger Abbildung 31)

410  Einbände – Moosgrün-beigefarbener Oasenziegenlederband von Kurt Londenberg mit Blindprägung.

€ 3000

– Inhalt: Aristophanes. Die Frösche. Eine Komödie. Übertragen von Johann Gustav Droysen. Mit Holzstichen von Imre Reiner. Frankfurt am Main, Trajanus-Presse 1961. Mit 23 Textholzstichen.

Die schmalen Lederstreifen, die Deckel und Rücken in je drei Felder teilen, mit quergestrichelter Blindprägung. Die Mittelfelder beider Einbanddeckel und des Vorderdeckels der Suitenmappe mit Darstellung eines Frosches, plastisch geprägt nach einer antiken griechischen Gemme. – Im Mittelfeld des Buchrückens der Längstitel in Grün. – Schnittfärbung in Dunkelgrün. – Zusammen mit der Suitenmappe (grüne Seide) in einer Leinenkassette mit zweifarbigem Lederrückenschild.

Zwölfter Druck der Trajanus-Presse. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Trajanus-Bütten von Hahnemühle. – Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren, die nicht für den Handel bestimmt waren. Unikates Exemplar mit einer Originalrötelzeichnung und neun Probedrucken. Die Zeichnung signiert und datiert »’34«, die Holzstiche alle signiert, meist bezeichnet »Die Frösche · Probeabzug« und teils datiert: »’40« – »’56«. – Die Probedrucke dokumentieren die lange Entstehungsphase der Illustrationen. Die Rötelzeichnung diente wohl als Vorlage für die Titelvignette, acht der neun Probedrucke wurden für das Buch verwendet. Die zehn Blätter in grün-weißen Passepartouts.

Ehemals Sammlung Peter Wilhelm Brand, versteigert 1979 in Hamburg (Auktion Hauswedell & Nolte 229, KatNr. 1157). – Seit 1983 (Auktion Hauswedell & Nolte 250, Lot 1789) im Besitz Barbara und Edith Achilles.

35,4 : 22,2 cm. 126, [6] Seiten, 1 Zeichnung, 9 Probedrucke.

Schaefer 117. – Spindler 40.12. – Reiner III, 22. – Tiessen II, 21

411  Einbände – Schwarzer Maroquinband von Kurt Londenberg,

€ 6000

mit großflächiger Blindprägung nach Eduardo Chillida. – Inhalt: André Frenaud. Le chemin des devins suivi ménerbes. Eduardo Chillida. Paris, Maeght 1966. Mit elf Radierungen und einem Prägedruck auf dem eingebundenen Originalvorderumschlag.

Der Einband zitiert auf beiden Deckeln die typische Formsprache des Künstlers, Chillidas Radierungen wurden von Londenberg in das tiefschwarze Maroquin geprägt. – Rückentitel in Schwarz auf hellgraues Leder gedruckt, dieses aufgewalzt. – Im gefütterten Schuber mit schwarzen Lederkanten. – Eins von 50 auf Papier Auvergne von Richard de Bas (Gesamtauflage 195 Exemplaren). – Tadellos schönes Künstlerbuch in einem kongenialen Einband. – Ehemals in der Sammlung Peter W. Brand, versteigert in Hamburg 1979 (Auktion Hauswedell & Nolte 229, KatNr. 1163).

36,3 : 30,2 cm. [2], 47, [9] Seiten. – Schuber mit zwei kleinen Stockflecken und einigen Griffspuren.

Schaefer 109 (mit farbiger Abbildung 43). – Monod 5004

412  Einbände – Grüner Maroquinband von Theophil Zwang, Offenbach,

€ 1500

Rücken mit brauner Lederapplikation mit vergoldetem Titel sowie vergoldete Deckelkantenfileten und Kopfschnittvergoldung. – Inhalt: Gotthold Ephraim Lessing. Tierfabeln. Frankfurt a. M. 1965. Mit 14 Lithographien von Kurt Steinel, meist blatt- und doppelbattgroß und signiert.

Meisterhafter Handeinband, dessen Gestaltung der Formsprache seines Lehrers nahesteht. – Nach einem Studium bei Kurt Londenberg arbeitete Theophil Zwang in der Werkstatt seines Vaters, dem Kersten-Schüler Friedrich Zwang. Er übersiedelte 1955 nach Hamburg und gründete dort zusammen mit seinem Bruder Christian eine eigene Werkstatt. Nach zwei Jahren lehrte er an den Kölner Werkschulen und von 1960 bis 1987 an der Werkkunstschule Offenbach. – Im Schuber mit Lederkanten. – Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 500). – Privatdruck der Schriftgießerei Ludwig & Mayer in Frankfurt am Main auf Zerkall-Bütten. – Auch im Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert.

34,6 : 26,4 cm. [80] Seiten.

413  Einbände – Sechzig Pressendrucke

€ 600

in Handeinbänden von Christian Zwang. 1956–1984. Hamburg 1985. Mit 27 blattgroßen Abbildungen. Tiefschwarzer Ecrasélederband mit Negativblindprägung auf dem Vorderdeckel und blindgeprägtem Rückentitel (Christian Zwang). Im Schuber.

Eins von wenigen Exemplaren im Handeinband von Christian Zwang, im Druckvermerk monogrammiert »CZ«. – Mit einem Vorwort von Bertold Hack. – Der Katalog, gestaltet von Otto Rohse und mit Fotografien von Studio Fischer-Daber, stellt ausgewählte Höhepunkte aus dem Schaffen Christian Zwangs vor. Er kam 1954 nach Hamburg und wurde Schüler von Kurt Londenberg (1914–1995), dem Nachfolger von Ignatz Wiemeler als Leiter der Einbandklasse der Hamburger Landeskunstschule. Noch im gleichen Jahr gründete er mit seinem Bruder Theophil die bis bekannte Hamburger Werkstatt, die heute von seinem Sohn Thomas geleitet wird. Namhafte Pressendrucker wie Otto Rohse, Gunnar Kaldewey und Roswitha Quadflieg ließen und lassen ihre Bücher in der Eimsbütteler Werkstatt binden. – Tadellos erhalten.

27,4 : 20,3 cm. [72] Seiten.

  414    Einbände – Grün-schwarzer Maroquinband von Hans Rudolf Billeter

€ 300

mit vergoldeten Titeln. – Inhalt: Martin Kessel. 50 ironische Miniaturen. Bonn 1960.

Erster Druck der Presse des Wirtschaftsrings Bonn. – Eins von 275 Exemplaren. – Auf Bütten. – Druck in Grün und Schwarz in der Werkkunstschule Braunschweig. – Typographie von Hans-Dieter Buchwald, Einbandentwurf von Hans Rudolf Billeter. Im gefütterten Schuber mit hellgrauem Japanfaserpapierbezug und grünen Lederkanten. – Der klassisch-schöne Einband beweist einmal mehr die künstlerische und handwerkliche Meisterschaft Billeters.

25,0 : 16,2 cm. 41, [7] Seiten.

  415    Einbände – Rot-schwarzer Maroquinband mit vergoldeten Titeln (Hans Rudolf Billeter).

€ 300

– Inhalt: Goethe für Weltleute. Bonn 1961.

Zweiter Druck der Presse des Wirtschaftsrings Bonn. – Eins von 275 Exemplaren. – Auf Bütten. – Gedruckt in Rot und Schwarz in der Werkkunstschule Braunschweig. – Typographie von Hans-Dieter Buchwald, Einbandentwurf und -ausführung von Hans Rudolf Billeter. Im gefütterten Schuber mit blaugrünem Japanfaserpapierbezug und roten Lederkanten.

25,0 : 19,5 cm. 45, [3] Seiten, einige leere Vorblätter.

  416    Einbände – Rot-schwarzer Maroquinband von Hans Rudolf Billeter

€ 300

mit vergoldeten Titeln. – Inhalt: Georg Christoph Lichtenberg. Gedanken zur Zeit. Ausgewählt und mit einem Nachwort versehen von Hans Erich Nossack. Bonn 1962.

Dritter Druck der Presse des Wirtschaftsrings Bonn. – Eins von wenigen Belegexemplaren, über die Auflage von 275 Exemplaren gedruckt. – Auf Bütten. – Gedruckt in Rot und Schwarz in der Werkkunstschule Braunschweig. – Typographie von Hans-Dieter Buchwald, Einbandentwurf von Hans Rudolf Billeter. Im gefütterten Schuber mit grauem Japanfaserpapierbezug und schwarzen Lederkanten.

25,0 : 16,7 cm. 44, [4] Seiten, einige leere Vorblätter.

  417    Einbände – Rostrot-schwarzer Maroquinband von Hans Rudolf Billeter

€ 300

mit vergoldeten Titeln. – Inhalt: Adalbert Stifter. Auf goldenen Rädern. Ausgewählt und mit einem Nachwort versehen von Franz Thumler. Bonn 1963.

Vierter Druck der Presse des Wirtschaftsrings Bonn. – Eins von wenigen Belegexemplaren, über die Auflage von 275 Exemplaren gedruckt. – Auf Bütten. – Gedruckt in der Werkkunstschule Braunschweig. – Typographie von Hans-Dieter Buchwald, Einbandentwurf von Hans Rudolf Billeter. Im gefütterten Schuber mit grauem Japanfaserpapierbezug und schwarzen Lederkanten.

25,0 : 19,1 cm. 59, [5] Seiten, einige leere Vorblätter.

  418    Einbände – Rotbraun-schwarzer Maroquinband von Hans Rudolf Billeter

€ 300

mit vergoldeten Titeln. – Inhalt: Gottfried Keller. Unterwegs zu sich selbst. Ausgewählt und mit einer Einführung versehen von Werner Weber. Bonn 1964.

Fünfter Druck der Presse des Wirtschaftsrings Bonn. – Eins von wenigen Belegexemplaren, über die Auflage von 275 Exemplaren gedruckt. – Auf Bütten. – Gedruckt in der Werkkunstschule Braunschweig. – Typographie von Hans-Dieter Buchwald, Einbandentwurf von Hans Rudolf Billeter. Im gefütterten Schuber mit grau-grünem Japanfaserpapierbezug und schwarzen Lederkanten.

25,0 : 16,7 cm. 53, [3] Seiten, einige leere Vorblätter.

  419    Einbände – Roterbrauner Maroquinband von Hans Rudolf Billeter

€ 250

mit schwarzen Linienintarsien und vergoldeten Titeln. – Inhalt: Helmut Koopmann. Geld und Literatur im 18. Jahrhundert. Sion, Kurt Bösch Presse 1992.

15. Druck der Kurt Bösch Presse Sion. – Eins von wenigen Belegexemplaren, über die Auflage von 275 Exemplaren gedruckt. – Auf Zerkall-Bütten. – Gedruckt in Rot und Schwarz. – Buchschmuck von Johannes Lebeck. – Im gefütterten Schuber mit grauem Japanfaserpapierbezug und roten Lederkanten.

24,8 : 18,3 cm. 41, [3] Seiten.

420  Einbände – Mittelbrauner Ecrasélederband von Ferdinand Hansel, Offenbach a. M.,

€ 900

mit blindgeprägten und vergoldeten Fileten. – Inhalt: Rudolf Borchardt. Das Buch Joram. Frankfurt am Main, Trajanus-Presse 1962. Mit sieben Vetrographien von Hans Fronius.

13. Druck der Trajanus-Presse. – Eins von 200 Exemplaren (Gesamtauflage 275). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Vetrographien (Glaszeichnungen) von Hans Fronius wurden von Paul Robert Wilk gedruckt. – Gesetzt aus der Palatino der Stempel AG, gedruckt auf getöntem Trajanus-Bütten. – Borchardts Erzählung erschien erstmals 1905 als Privatdruck und 1907 im Insel-Verlag. – Der schöne Handeinband wird auf beiden Deckeln durch einen Davidstern verziert, der aus Gold- und Blindfileten gebildet wird. Die Steh- und Innenkanten sowie die Kapitale sind mit vergoldeten Fileten verziert. Der Kopfschnitt der starken Büttenblätter wurde vergoldet. Für die eingelassenen Spiegel und die Vorsatzblätter wurde das Trajanus-Bütten der Auflage verwendet. – In einem Schuber mit Lederkanten und Holzfurnierbezug. – Die Firma Hansel in Offenbach wurde 1964 durch die Buchbinderei Köhler, die heute in Rodgau ansässig ist, übernommen. Ferdinand Hansel hat dort in den Folgejahren noch einige Handeinbände für sich und Freunde hergestellt. Der damalige Inhaber Wolfgang Köhler gehörte zum Freundeskreis des Klingspor-Museums.

40,5 : 27,8 cm. 37, [3] Seiten.

Tiessen II, 37. – Tiessen Beauclair 160, 13. – Spindler 40.13. – Rethi, Bücher 40. –

421  Einbände – Olivgrün-beigefarbener Saffianlederband mit Blindprägung von Markus Müller.

€ 1000

– Inhalt: Arthur Schnitzler. Reigen. Mit zehn zweifarbigen Lithographien von Otto Bachmann. Ascona, Centro del Bel Libro 1970. Mit zehn signierten zweifarbigen Lithographien. In Originalhalblederkassette.

Der Einband blieb unsigniert, die Urheberschaft konnte aber durch freundliche Recherche von Roland Meuter geklärt werden, handwerklich und gestalterisch überzeugende Arbeit: Markus Müller war in den 1970er Jahren bei den jährlich stattfindenden Kurse des Centro del bel libro Ascona tätig. Der Verein ließ eigens für diese Buchbinderwettbewerbe Bücher drucken. – Die große Deckelillustration wird aus einer farblich leicht differierenden Lederintarsie und einem »darüber« geprägten Filetenmuster gebildet. – Rückentitel blindgeprägt, Kopfschnitt vergoldet. – Innendeckel und Vorsätze aus Wildleder. – Eins von 80 auf Rives-Raisin-Bütten (Gesamtauflage 140). – Vom Otto Bachmann im Druckvermerk signiert und nummeriert.

50,4 : 33,2 cm. [3]–83, [3] Seiten.

422  Einbände – Gelber Oasenziegenlederband der Werkstatt Schoy mit dekorativer Filetenvergoldung.

€ 1500

– Inhalt: Aristophanes. Die Frösche. Eine Komödie. Mit zwölf Kaltnadel-Radierungen von Oskar Kokoschka. Frankfurt am Main 1968. Mit zwölf signierten blattgroßen, rückseitig unbedruckten Kaltnadelradierungen.

Hervorragender Meistereinband aus der Werkstatt der Dorfner-Schülerin Frida Schoy (1889–1963), die 1948 die Leitung der Werkgruppe »Leder und Papier« der Folkwang Werkkunstschule übernahm. – Aus Linien und Kreisen bilden sich auf beiden Deckeln acht stilisierte Froschgesichter. – Kopfschnittvergoldung. – 18. Ars librorum Druck. – Eins von 120 Exemplaren. – Druckvermerk vom Verleger signiert und vom Künstler monogrammiert. – Auf Auvergne-Bütten Richard de Bas.

45,2 : 33,2 cm. [2], 98, [6] Seiten. – Die unbeschnittenen Seitenränder leicht gebräunt.

Spindler 40.38. – Tiessen III, 1. – Wingler/Welz 437–448

423  Einbände – Dunkelgrüner Maroquinband von Roland Meuter

€ 3000

mit Deckelillustration aus grauen Lederintarsien und vergoldeten Fileten. – Inhalt: Aristophanes. Die Frösche. Eine Komödie. Übertragen von Johann Gustav Droysen. Mit Holzstichen von Imre Reiner. Frankfurt am Main 1961.

Ebenso typischer wie schöner Einband von Roland Meuter unter Einsatz von Lederapplikationen und vergoldeten Fileten. – Rückentitel vergoldet, dunkelgrüne Wildledervorsätze und -spiegel. – In einer Halbleder-Seidenkassette mit vergoldetem Rückentitel und Wildleder-Innendeckeln. – Zwölfter Druck der Trajanus-Presse. – Eins von 200 Exemplaren; 50 römisch nummerierte Exemplare waren nicht für den Handel bestimmt. – Von Imre Reiner im Druckvermerk signiert. – Auf Trajanus-Bütten von Hahnemühle.

35,0 : 21,7 cm. 126, [6] Seiten.

Spindler 40.12. – Reiner III, 22. – Tiessen II, 21

424  Einbände – Halbmaroquinband von Roland Meuter, Deckelbezüge aus Oleographiepapier.

€ 450

– Inhalt: [Johann Wolfgang von] Goethe. Das Märchen. Mit Holzstichen von Imre Reiner. Basel 1972. Mit 21 Holzstichen im Text, einer davon farbig.

Eins von 100 Exemplaren auf Hahnemühle Kupferdruck-Bütten (Gesamtauflage 280). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert.

35,5 : 26,0 cm. 61, [7] Seiten.

Reiner III, 42. – Tiessen IV, 39

425  Einbände – Schwarzer Ecrasélederband von Paul C. Delrue,

€ 900

mit vergoldeten Fileten und Rückentitel. – Inhalt: Remains of Elmet. A Pennine Sequence. Poems by Ted Hughes. Photographs by Fay Godwin. London und Boston, Faber and Faber 1979. Mit zahlreichen ganzseitigen Abbildungen.

Paul C. Delrue wurde 1944 in Middlesex geboren. Während seiner Ausbildung bei John Vivien in London gewann er bereits 1966 den ersten Preis beim Thomas-Harrison-Wettbewerb. 1971 gründete er seine eigene Buchbinderei in Bedfordshire, später firmierte er in Chester und Ruthin. Vielfach ausgezeichnet, gehört er seit 1981 der englischen Society of Bookbinders an, 1986 wurde er zum »Licentiate of Designer Bookbinders« berufen.

25,0 : 21,5 cm. 125, [3] Seiten.

426  Einbände – Bemalter Kalblederband von Paul C. Delrue.

€ 1200

– Inhalt: Le Labourd. A la découverte d’une province du Pays Basque. Ciboure, Cercle de Reliure d’Art 1992. Mit sieben farbigen ganzseitigen Illustrationen von Ramiro Arrue.

Handeinband des englischen Buchbinders. – Die natürliche Narbung des Leders, die Bemalung und einige blindgeprägte Fileten bilden als Einbandillustration eine Landschaft. – In Leinenkassette mit Lederapplikationen. – Eins von 350 Exemplaren auf »MBM de Papeteries Arjomari«. Es erschienen weitere 50 römisch nummerierte Exemplare auf Arches-Bütten. – Das Werk wurde ungebunden ausgeliefert und für einen Wettbewerb der Einbandgesellschaft verwendet.

27,8 : 18,8 cm. [120] Seiten.

427  Einbände – Roter Saffianlederband von Peter Weiersmüller mit Leinen- und Materialcollage

€ 1000

– Inhalt: Miguel de Cervantes. Szenen aus Don Quixote. Mit einundzwanzig Holzstichen von Imre Reiner und einem Nachwort von Hermann Kienzle. Basel, Holbein 1941. Mit 21 Textholzstichen.

Peter Weiersmüller (geboren 1944) und lebt und arbeitet in München und Südfrankreich. Besonders in den 1980er Jahren schuf er eine Reihe von Bucheinbänden und -objekten. – Das frühe Illustrationswerk von Imre Reiner wurde von Weiersmüller zunächst in rotes Saffianleder gebunden. Auf beide Deckel wurde dann je ein Leinenstück aufgewalzt, welche durch Blind- und Farbprägungen sowie Applikationen aus Perlmutt und Kork verziert sind. – In Halblederchemise und Schuber. – Bei Gebr. Fretz, Zürich, auf Bütten gedruckt. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Der Originalumschlag wurde mit eingebunden.

26,7 : 19,5 cm. 48, [4] Seiten.

Reiner III, 6. – Tiessen II, 6

428  Einbände – Schwarzer Oasenziegenlederband mit Blindprägung von Peter Weiersmüller.

€ 1000

– Inhalt: Robert Walser. Eine Ohrfeige und sonstiges. Mit Holzstichen von Imre Reiner. Ruvigliana 1965. Mit 15 Holzstichen im Text, einer blattgroß.

Im gefütterten Originalschuber mit Balsaholzbezug. – Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 116). – Gedruckt nach Angaben Reiners auf Hahnemühle-Bütten. – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Im Eigenverlag des Künstlers erschienen. – Beilage: Zwei Entwurfszeichnungen, beide signiert und betitelt.

30,3 : 22,3 cm. [2], 34, [10] Seiten.

Reiner III, 34. – Tiessen III, 34

429  Einbände – Anthrazitfarbener Bastardlederband von Werner Kießig, Berlin,

€ 400

mit Negativblindprägung. Rückentitel und Deckelkantenfileten vergoldet. – Inhalt: Vergils Georgika. Ins Deutsche übertragen von Rudolf Alexander Schröder. München, Bremer Presse 1924.

Eins von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten. – Schöner Handeinband des Berliner Buchbindemeisters Werner G. Kießig (1924–2014), der seit Mitte der 1970er Jahre für Unikateinbände das Signet »K im stilisierten Buch« (Entwurf Herbert Prüget) verwendete. – Werner Kießig war unter anderem der von Wolfram Benda für »The Bear Press« bevorzugte Buchbinder. – Ehemals Sammlung Martin Wandersleb (Theologe und Bibliophiler, 1924–2005): Mit seinem Holzschnitt-Exlibris (von Gerhard Marcks, Lammek 457, eins von nur drei Exlibris des Künstlers, neben dem eigenen und dem für seine Frau Maria) auf dem Innendeckel und dem Exlibris-Stempel (Entwurf Otto Rohse), dieser in das Leder des Hinterdeckels geprägt. – Ober- und Unterkanten beider Deckel und des Rückens sind mit einer vergoldeten Streicheisenfilete verziert, auch der Rückentitel wurde vergoldet. – Das Leder indischer Bastardschafe, die Haare wie eine Ziege statt Wolle tragen, wird wegen seiner Weichheit geschätzt, jedoch nur selten verwendet. – Schönes Exemplar in Leinenschuber mit Deckelschild. – Wir danken Axel Haidle, Leipzig, für seine erhellenden Hinweise.

27,8 : 19,5 cm. 97, [1] Seiten. – Einige Seiten leicht geknittert und mit winzigen Stockflecken. Eine Blattecke ergänzt.

Lehnacker 62

430  Einbände – Ecrasélederband von Mary Horstschulze, bemalt und mit Applikationen.

€ 750

– Inhalt: Thomas Bernhard. Die Mütze. Neu-Isenburg, Edition Tiessen 1986. Mit drei Radierungen von Bernhard Schultze, davon zwei ganzseitig.

Erste Ausgabe. – Eins von 90 Exemplaren (Gesamtauflage 135). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – 49. Druck der Edition Tiessen. – Auf Velin d’Arches. – Der Originalumschlag mit der dritten Radierung ist eingebunden. – Das hellgraue Leder der Deckel wurde mit hellroter Temperafarbe und verschiedenen Farbstiften bemalt und beschrieben, den Vorderdeckel zieren Applikationen aus Leder und Wolle. Der Rückentitel ist blindgeprägt, der Kopfschnitt mit Graphit eingefärbt. – In einer gefütterten schwarzen Leinenkassette mit geprägtem Rückenschild. – Die in Staufen/Breisgau tätige Einbandkünstlerin Mary Horstschulze, geboren 1943, absolvierte ihre Ausbildung bei Eva Aschoff und an der Münchner Akademie für Graphisches Gewerbe. Von 1970 bis 1977 war sie Dozentin an der Ascona Legatoria Artistica. Sie ist seit 1974 Mitglied des Vereins Meister der Einbandkunst und errang 1975 eine Goldmedaille im Wettbewerb »Prix Paul Bonet«. – Um dieses Buch entbrannte in unserer Auktion 5 (Mai 2012) ein unvergessenes Bietgefecht zwischen Edith Achilles, die diesen letzten ihr fehlenden Druck der Edition Tiessen um (fast) jeden Preis für unseren kurz vor Abschluss stehenden Dokumentationskatalog ihrer Buchsammlung erwerben wollte, und dem Münchner Sammler Viktor Günthert. Erst bei der zehnfachen Taxe (350 auf 3.600 EUR) ging der Zuschlag an die Sammlerin, die lange Zeit nicht glauben wollte, dass keine Absprache hinter dieser Gegenwehr steckte.

29,3 : 20,8 cm. 20, [4] Seiten.

Dittmar 35. – Spindler 41.49. – Heuer B 19

431  Einbände – Schwarzer Lederband von Karl Heinz Neumann, in Halblederchemise und Lederkassette, alle mit vergoldeten Rückentiteln.

€ 300

– Inhalt: Hiob. Das 28. Kapitel nach der Übersetzung von Martin Luther. Holzstiche von Hella Fischer-Thorer. Offenbach, Hans Schmidt 1964. Mit fünf Holzstichen, blatt- und doppelblattgroß, und zwei weiteren auf dem Originalumschlag.

Fünfter Druck von Hans Schmidt. – Eins von zwölf Exemplaren. – Im Druckvermerk von Künstlerin und Herausgeber signiert. – Auf Japanpapier Hakone als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Hans Schmidt studierte zunächst in Leipzig, dort entstanden erste Handpressendrucke. Er wurde Typograph bei der Eggebrecht-Presse in Mainz, wo 1958 der erste seiner Hans Schmidt-Drucke entstand. Von 1963 bis 1983 lehrte er an der Werkkunstschule Offenbach. Seine Ehefrau Hella Fischer-Thorer (1928–1978) studierte u. a. bei Karl Hofer in Berlin. – Unikater und typischer Einband. – Selten.

39,0 : 20,0 cm (Buchformat). [10] Seiten.

Spindler 38.5

432  Einbände – Schwarzer Maroquinband von Karl Heinz Neumann

€ 450

mit geometrischem Muster aus farbigen Lederapplikationen auf beiden Deckeln und goldgeprägtem Rückentitel. – Inhalt: Friedrich Hölderlin. Elegien. Urtext. Vier- und fünffarbige Zinkätzungen von Hans-Joachim Burgert. Berlin, Burgert Handpresse 1971. Mit sechs signierten blattgroßen farbigen Zinkätzungen.

Unikat gebundenes Exemplar aus der Auflage von 130. – Druckvermerk vom Künstler signiert und nummeriert. – Die von Burgert verwendete Schrift »Olive« entwarf Roger Excoffon 1962 für die »Air France«. – Blockbuch, der Text auf grauem, die Graphiken auf weißem Roma-Bütten.

30,7 : 22,8 cm. [4], 26, [6] Seiten.

Spindler 154.11

433  Einbände – Schwarz-roter Lederband von Karl-Heinz Neumann.

€ 750

– Inhalt: Romanzen von Mauren, Christen und einem langen Krieg. Aus dem Spanischen übertragen von Ansgar Hillach. Berlin, Burgert-Handpresse 1979. Mit drei blattgroßen signierten Radierungen und sechs Illustrationen von Hans-Joachim Burgert.

Karl-Heinz Neumann, eigentlich Schriftsteller, arbeitete in Frankfurt auch als Buchbinder. Aufwendiger Handeinband: Schwarzes Saffianleder mit großen roten Rindslederapplikationen und vergoldeten Fileten. Innendeckel mit rotem Rindsleder, Vorsätze aus rot-goldenem Buntpapier. – Chemise und Kassette aus denselben Lederarten, Innenseiten mit roter bzw. schwarzer Seide bezogen. – Alle drei »Teile« mit vergoldetem Rückentitel und Signatur des Buchbinders. – Eins von 200 Exemplaren. – Im Druckvermerk vom Künstler, der zugleich die Typographie seiner Pressendrucke entwarf, signiert. 1962 hatte Hans-Joachim Burgert (1928–2009) in Berlin seine Handpresse gegründet. – Mit einem erklärenden Text des Übersetzers. – Als Blockbuch gedruckt und gebunden (dabei vier Seiten verheftet).

30,8 : 19,5 cm. [3]–36, [4] Seiten.

Spindler 154.19

434  Einbände – Brauner Maroquinband von Karl-Heinz Neumann mit schwarzen Lederapplikationen.

€ 600

– Inhalt: Oskar Beyer. Rudolf Koch. Ein schöpferisches Leben. Offenbach a. M., Wilhelm Kumm 1984. Mit zahlreichen Abbildungen und Tafeln.

Auf den Vorderdeckel applizierte der Buchbinder das Christogramm aus Rudolf Kochs Folge »Christliche Symbole«. – In der dazugehörigen schwarz-braunen Maroquinkassette.Das Buch erschien ursprünglich 1953 im Bärenreiter-Verlag, hier die Sonderausgabe der Stadt Offenbach am Main zum 50. Todestag Rudolf Kochs im Wilhelm Kumm Verlag. – Gesetzt aus der Marathon-Antiqua von Rudolf Koch. Dessen Verdienste um die deutsche Typographie sind kaum ausreichend zu würdigen, die Liste der von ihm geschnittenen Schriften beachtlich lang.

30,5 : 22,2 cm. 106, [2] Seiten. 10 Tafeln.

435  Einbände – Schwarz-weiß lasierter Holzlamellen-Einband von Andrea Odametey.

€ 1000

– Inhalt: Johann Wolfgang von Goethe. Das Märchen. Ascona, Antinous Presse 1999. Mit acht Holzstichen von Karl-Georg Hirsch, davon vier blattgroß und sechs signiert. – Widmungsexemplar.

Unikaler Handeinband der Meisterbinderin Andrea Odametey. Mit einem sehr ähnlich konzipierten Einband gewann sie 2017 bei der »Designer Bookbinders International Bookbinding Competition«, die mit Unterstützung von Mark Getty und der Bodleian Library Oxford ausgerichtet wurde, den ersten Preis, nachdem sie bereits 2013 zu den Ausgezeichneten dieses Wettbewerbs gehörte. – Die einzelnen Lagen des Buches wurden auf schwarze Lackpapierfalze geheftet, die beiden Deckel aus verschränkt geleimten dünnen Pappelholzlamellen wurden auf fünf Bünden angesetzt. – Auf dem Rücken und auf der schwarzen Leinenkassette je zwei schwarz bedruckte Pergamentschilder. – Achter Druck der Antinous Presse. – Eins von 130 Exemplaren (Gesamtauflage 135). – Im Druckvermerk vom Künstler, vom Verfasser des Nachworts, Friedhelm Kemp, und der Buchbinderin signiert. – Mit eigenhändiger Tuschfederzeichnung und Widmung des Künstlers auf dem Vorblatt. – Beiliegend eigenhändiger Brief von Karl-Georg Hirsch an den Sammler, in dem er auf das Buch und den Sondereinband eingeht »Die Buchbinderin hat ein feines, modernes Gespür für’s bibliophile Buch. Es ist ein ansehenswertes rein schwarz-weißes Buchobjekt geworden. […] Ich werde mich an dieses einmalige Exemplar nicht ungern erinnen. […] Alle Holzstiche des Buches signierte ich Ihnen, damit ist’s das 3. Buch, dem solch Aufwand widerfährt.« – Der Künstler übersah leider zwei Holzstiche, machte dieser Manko aber durch die schöne Widmungszeichnung mehr als wett. – Die Kassette innen mit dem Exlibris des Sammlers, ein signierter Acrylstich von Karl-Georg Hirsch.

25,8 : 16,7 cm. 46 Seiten.

Kästner/Lübbert II, A 125

  436    Ingeborg Bachmann. Briefe an Felician.

€ 300

Mit acht Kupferaquatinta-Radierungen von Peter Bischof. München, Piper 1991. Mit acht ganzseitigen Farbradierungen. Lose Bogen in Originalmoiréseidenkassette.

Eins von 25 Vorzugsexemplaren mit einem zusätzlichen signierten Abzug einer Radierung in anderer Farbstellung (Gesamtauflage 160). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Gedruckt auf Velin d’Arches. – Als Schrift wurde ein Nachguss der Walbaum-Antiqua in den Originalmatrizen von 1800 verwendet. – »Die vorliegenden Briefe meiner Schwester Ingeborg, nicht unterzeichnet, nie abgeschickt, an ein imaginäres ›Du‹ […] stammen aus den Jahren 1945/46« (Vorwort von Isolde Moser, der Schwester der Schriftstellerin).

40,5 : 31,0 cm. 49, [3] Seiten, 1 Radierung. – Mappe mit wenigen Kratzspuren.

  437    Simon Dittrich. Historische Figuren.

€ 250

Acht Farbradierungen 1978. Ca. 39 : 31 cm (64,5 : 50 cm). Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Eins von 100 Exemplaren. – Die vollständige Folge, ediert von der Galerie im Unteren Tor, Bietigheim-Bissingen. – Mit drei Doppelblättern (Titel und Text) in der Originalleinenkassette. – Die Figuren Don Quichote, Robinson Crusoe, Wallenstein, Goya, John Silver, Bundschuh-Bauer, Indianer und Fregatte beherrschen – »in geistreicher Weise in einem fast nur angedeuteten Landschaftsraum gestellt – jedes einzelne in diese Mappe aufgenommene Blatt. … Nicht zuletzt kratzt seine Radiernadel am Beispiel der ›Historischen Figuren‹ an der Hohlheit der Gegenwart, schafft er profilartig Gegenpositionen zum Problem der Entfremdung, das man uns heute als permanentes Diskussionsthema verordnen will« (Günther Wirth, Begleittext). – 1979 folgte eine weitere Folge mit gleichem Titel. – Dazu: Fünf weitere Farbradierungen. 1977–1979. Alle signiert (»Altes Bauernhaus«, »Jongleur« und die drei Radierungen der Folge »Blumen«).

Saller 127–134 sowie 116, 141 und 198–200

  438    Paul Eliasberg – Drei Werke mit signierten Radierungen von Paul Eliasberg.

€ 250

1974 bis 1978.

I. Robert Browning. A Toccata of Galuppi’s. New York, Ernest Rathenau, und Hamburg, Ernst Hauswedell 1974. Mit fünf signierten Radierungen. Originalpappband. Eins von 100 Exemplaren (Gesamtauflage 120). Die Venedig-Radierungen entstanden bereits 1968–1972. – II. Franz Kafka. Beim Bau der Chinesischen Mauer. Del Mar, Ettan Press 1975. Mit fünf signierten Radierungen. Lose in Originalumschlag und Korkfurnierkassette. Eins von 93 Exemplaren (Gesamtauflage 100). 1978 druckte die Presse Hölderlins »Archipelagus«, der im selben Jahr bei Wolfgang Tiessen mit Radierungen von Eliasberg erschien. – III. Hermann Melville. Die verzauberten Inseln. Hamburg, Ernst Hauswedell 1978. Mit acht signierten Radierungen. Originalleinenband. Exemplar 57 von 240 (Gesamtauflage 260).

Jensen 99–103, 111–115 und 157–164. – Tiessen V, 2 und 4 (II und III). – Spindler 50.13 (III)

439  Rolf Escher – Thomas Mann. Das Eisenbahnunglück.

€ 500

Nettetal, Mattussek 1992. Mit drei blattgroßen Kaltnadelradierungen von Rolf Escher. Anthrazitfarbener Schaflederband mit silbergeprägten Titeln in Originalleinenmappe (G. Lachenmaier, Reutlingen).

Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren (Gesamtauflage 59). – Im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Auf Arches-Bütten von Arjomari. – Der Zeichner und Graphiker Rolf Escher schuf unter anderem auch Illustrationsfolgen zu Werken von Franz Kafka und Heinrich Heine.

32,0 : 25,2 cm. 25, [7] Seiten.

  440    HAP Grieshaber. Hellas II.

€ 250

Mit Texten von Margarete Hannsmann und Iannis Negrepondis. München, Studio Bruckmann 1980. Mit drei signierten Farbholzschnitten und einem gefalteten Holzschnitt im Buch. Originalpappband und die Originalgraphik im Umschlag in Originalleinenkassette.

Eins von 290 Exemplaren der Vorzugsausgabe. – Griechenland und seine politische Entwicklung während des Kampfes gegen die Militärdiktatur und nach deren Ablösung waren sowohl für Grieshabers als auch Hannsmanns Werk von zentraler Bedeutung.

24,5 : 21,5 cm (Buch), 55,0 : 43,0 cm (Mappe). – Mappenbezug an der oberen Ecke eingerissen.

Fuerst 79/22 und 80/4–6. – Fichtner/Bartelke 266

441  Anja Harms – Paul Celan. Wasser und Feuer.

€ 450

Oberursel 2012. Mit Linolschnitten und Collagen von Anja Harms. Schwarzer Originalhalbleinenband mit rot-weißer Deckelprägung. In Originalleinenkassette.

Eins von nur 25 Exemplaren. – Die Texte wurden entnommen aus »Mohn und Gedächtnis«. – Auch der Handsatz und Buchdruck der Texte sowie die buchbinderische Gestaltung und Verarbeitung stammen von Anja Harms. – »Die eine Seite: große schwarze Linol­schnitte kombiniert mit silber­farbener Typo­graphie auf voll­flächig schwarz be­druckten Seiten.
Die andere Seite: formatfüllend mono­chrom rot. Ver­schiedene Rot­töne von Hand mit Walzen und Spachtel auf­ge­tragen, darauf Collagen aus schwarz gefärbtem Japan­papier.
Durch die An­ordnung der Seiten ver­wan­delt sich das Leporello je nach Blick­richtung« (Webseite Anja Harms). – Anja Harms (geboren 1960) gründete 1986 zusammen mit fünf anderen Künstlerinnen die Gruppe »Unica T«. Künstlerbücher zu Dichtungen von Hans Arp und Paul Celan bilden einen Schwerpunkt in ihrem Schaffen.

35,0 :  45,0 cm. 32 Seiten.

442  Anja Harms und Eberhard Müller-Fries. Feuernetze.

€ 750

Oberursel 2012. Mit Linolschnitten und Collagen. Feuergeschwärzter Originalholzdeckelband.

Eins von 25 Exemplaren. – Enthält zwei Gedichte, »Schranken« von Ingeborg Bachmann und »Seelied« von Paul Celan. – Die »Illustrationen« bilden sich aus collagiertem schwarzem und rotem Japanpapier, zusammen mit dem Text auf weißem und blauem Bütten. – Das nur zehn Blatt dünne Künstlerbuch liegt, sowohl geschützt als auch von Gewicht und Rohheit des Einbandmaterials gefährdet, zwischen zwei Buchdeckeln, die aus Eichenholz gesägt und im Feuer geschwärzt wurden. – Das Buch wurde auf der gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Artlantis, Bad Homburg 2012, präsentiert. »Künstlerbücher als dreidimensionale Objekte und feuergeschwärzte Holzskulpturen als räumliche Zeichen. […] Buchkunst zum Begreifen und Angreifen – alles zusammengehalten durch die frappierende Gemeinsamkeit der Formensprachen einer Buchkünstlerin und eines Bildhauers« (Webseite Anja Harms zur Ausstellung).

58,0 : 40,5 cm. [20] Seiten.

443  Karl-Georg Hirsch – Die Zauberflöte.

€ 400

Anonymus besingt »Die braune Blume«. Karl-Georg Hirsch begleitet die Verse mit Holzstichen. Leipzig 1993. Mit Frontispiz und 14 Holzstichen im Text. Violetter Originalkalblederband mit blindgeprägtem Rückentitel (Albrecht Adler, Leipzig). Im Originalschuber.

Dritter Leipziger Druck. – Eins von zehn der Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder und einem zusätzlichen signierten und kolorierten Holzstich (Gesamtauflage 250). – Von Künstler und Buchgestalter (Günter Jacobi) im Impressum signiert.

21,3 : 12,3 cm. 83, [1] Seiten, 1 Holzstich.

444  Karl-Georg Hirsch – Matthias Biskupek. Rot angeschwärzt

€ 400

und andere verklärende Botschaften aus dem Reich des Bösen. Holzstiche von Karl-Georg Hirsch. Rudolstadt, Burgart-Presse 1996. Mit 14 Holzstichen im Text. Roter Originalkalblederband mit schwarz- und blindgeprägten Titeln (Ludwig Vater, Jena). Im Schuber.

15. Druck der Burgart-Presse Jens Henkel. – Eins von 20 Exemplaren der Luxusausgabe A mit einer zusätzlichen signierten Handzeichnung von Karl-Georg Hirsch und in Ganzleder gebunden (Gesamtauflage 190, davon 40 Verlegerexemplare). – Graphische Konzeption von Gert Wunderlich. – Im Druckvermerk von Autor, Künstler und Buchgestalter signiert. – Druck des Textes in Rot und Schwarz und der Holzstiche in den Werkstätten der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig. – Tadellos erhalten.

29,9 : 17,5 cm. [52] Seiten. – Vorsatz mit Exlibris (Stich von Karl-Georg Hirsch).

Kästner/Lübbert II, A 109. – Isphording II, 112

445  Karl-Georg Hirsch – Nikolai Gogol. Die Nase.

€ 250

Holzstiche von Karl-Georg Hirsch. Memmingen, Edition Curt Visel 1993. Mit zwölf Holzstichen im Text. Originalhalbpergamentband mit Blind- und Rotprägung (Albrecht Adler, Leipzig). Im Originalschuber.

Eins von 60 Exemplaren der Vorzugsausgabe B mit dem lose beigelegten dreizehnten Holzschnitt und in Halbpergament gebunden (Gesamtauflage 325). – Die graphische Gestaltung übernahm Gert Wunderlich, Leipzig. – Im Druckvermerk von Künstler und Buchgestalter signiert. – Auf Hahnemühle-Kupferdruckbütten. – Deckel- und Schuberbezüge sowie Vorsätze aus blaugrünem Roma-Bütten. – Exlibris (signierter und nummerierter Acrylstich von Karl-Georg Hirsch).

25,7 : 16,7 cm. 58, [6] Seiten, 1 loser Holzstich.

Kästner/Lübbert A 88 b

446  Karl-Georg Hirsch – Annette von Droste-Hülshoff. Die Judenbuche.

€ 300

Holzstiche von Karl-Georg Hirsch. Memmingen, Edition Curt Visel 1996. Mit zwölf Holzstichen im Text, davon drei blattgroß. Originalhalbpergamentband mit Blind- und Farbprägung. Im Schuber.

Eins von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe B mit dem zusätzlichen signierten Holzstich (Gesamtauflage 240). – Im Druckvermerk von Karl-Georg Hirsch und Gert Wunderlich, dem graphischen Gestalter des Buches, signiert. – Auf Alt-Leipzig-Bütten.

25,7 : 16,7 cm. 89, [3] Seiten.

Kästner/Lübbert II, A 111 b

447  Karl-Georg Hirsch – Honoré de Balzac. Die lässliche Sünde.

€ 300

Holzstiche von Karl-Georg Hirsch. Memmingen, Edition Curt Visel 1998. Mit 25 Holzstichen im Text, davon drei blattgroß. Originalhalbpergamentband mit Blindprägung (Albrecht Adler, Leipzig). Im Originalschuber.

Eins von 20 Exemplaren der Vorzugsausgabe A mit dem kolorierten lose beigelegten 26. Holzschnitt und in Halbpergament gebunden (Gesamtauflage 190). – Die graphische Gestaltung übernahm Gert Wunderlich, Leipzig. – Im Druckvermerk von Künstler und Buchgestalter signiert. – Auf »Leipzig«-Bütten. – Deckel- und Schuberbezüge sowie Vorsätze aus Roma-Bütten. – Exlibris (signierter und nummerierter Acrylstich von Karl-Georg Hirsch).

25,7 : 16,7 cm. 61, [3] Seiten, 1 loser Holzstich.

Kästner/Lübbert II, A 120 a

448  Karl-Georg Hirsch – Matthias Biskupek. Goldener Schnitt

€ 500

und andere ästhetische Katastrofen. Mit Holzstichen von Karl-Georg Hirsch. Rudolstadt, Burgart-Presse 2002. Mit 13 Holzstichen im Text. Schwarzer Originalmaroquinband mit blindgeprägten Titeln, goldgeprägten Fileten und Kopfgoldschnitt (Ludwig Vater, Jena). Im Schuber.

26. Druck der Burgart-Presse Jens Henkel. – Eins von 20 Exemplaren der Luxusausgabe A mit einer zusätzlichen signierten Handzeichnung (auf einem Doppelblatt mit einem eigenhändigen Text Biskupeks) und in Ganzleder gebunden (Gesamtauflage 100). – Buchgestaltung von Gert Wunderlich. – Im Druckvermerk von Autor, Künstler und Buchgestalter signiert. – Tadellos erhalten.

29,8 : 17,3 cm. [2], 42, [2] Seiten. – Vorsatz mit Exlibris (signierter Stich von Karl-Georg Hirsch).

Kästner/Lübbert II, A 138

  449    Felix Hoffmann – Sieben illustrierte Bücher.

€ 300

1960 bis 1974.

I. Hans Christian Andersen. Der standhafte Zinnsoldat. Ein Märchen. Aarau, Aargauer Tagblatt 1960. Mit acht blattgroßen Farbholzschnitten. Originalpappband. Privatdruck der Aargauer Zeitung. Eins von 500 Exemplaren. – II. Das Hohe Lied. Zürich und Stuttgart, Flamberg 1964. Mit 22 Farbholzschnitten. Originalhalbpergamentband. Eins von 400 Exemplaren. – III. Luigi da Porto. Geschichte der Liebe und des Todes von Romeo und Julia. Basel, Birkhäuser 1964. Mit zehn Holzstichen. Originalpappband. 13. Band der Baseler Drucke. Eins von 1000 Exemplaren. – IV. Gottfried Keller. Theatergeschichten. Gretchen und die Meerkatze. [Aarau] 1969. Mit sieben Farbholzschnitten im Text. Bordeauxroter Kalblederband. Privatdruck des Schweizerischen Buchdruckervereins. Eins von 600 Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtauflage 1500). – V. Jorinde und Joringel. Ein Märchen der Brüder Grimm. Basel, Birkhäuser 1969. Mit sieben Farbholzschnitten. Originalhalbpergamentband. Eins von 1200 Exemplaren. – VI. Thomas Mann. Death in Venice. New York, Limited Editions Club 1972. Mit 16 Holzstichen. Originalhalblederband. Eins von 1500 Exemplaren. – VII. Es taget vor dem Walde stand uf Kätterlin. Drei Dutzend Schweizer Volkslieder. [Aarau, Graphische Fachschule] 1974. Mit acht blattgroßen Farb- und 31 Textholzschnitten. Originalhalbpergamentband. Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtaufgabe 1300). – Felix Hoffmann studierte bei Würtenberger in Karlsruhe und 1933–1934 bei Hans Meid in Berlin. Bereits während seines Studiums erschienen erste von ihm illustrierte Bücher.

Tiessen, Hoffmann (nur bis V): 37, 50, 51, 60 und 61

450  Alfred Hrdlicka – Elias Canetti. Hochzeit.

€ 450

Drama. Salzburg, Residenz 1973. Mit vier signierten Radierungen und neun ganzseitigen Illustrationen von Alfred Hrdlicka. Originalbroschur in -umschlag und Originalseidenkassette.

Eins von 200 Exemplaren. – Auf Bütten. – Kordelbindung als Blockbuch. – Alfred Hrdlicka schuf zu Canettis Text insgesamt acht Radierungen, von denen für das Buch die Blätter 4, 6, 7 und 8 ausgewählt und, im Gegensatz zu den übrigen, in einer nennenswerten Auflage gedruckt wurden.

35,3 : 28,3 cm. 139, [5] Seiten. 4 Radierungen. – Kassette auf beiden Seiten mit starkem Lichtrand.

Lewin 330, 332, 333, 334