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Maximilian-Gesellschaft | Hesse-Auktionen
Maximilian-Gesellschaft

377  Maximilian-Gesellschaft – Kaiser Maximilians I. Gebetbuch

€ 700

Mit Zeichnungen von Albrecht Dürer und anderen Künstlern. Herausgegeben von Karl Giehlow. Wien, Selbstverlag des Herausgebers in Kommission F. Bruckmann 1907. Faksimile. Cremefarbener Schweinslederband mit vergoldeten Fileten, rot intarsiertem Titel, Rücken- und schnittvergoldung. Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 350 Exemplaren, daneben vier Exemplare auf Pergament. – Der Kommentarteil hinten eingebunden. – Von den Ende 1513 bei Schönsperger in Augsburg gedruckten Pergamentexemplaren, die den damals auserwählten Künstlern – neben Albrecht Dürer auch Altdorfer, Baldung und Burgkmair – zur Einzeichnung der Randillustrationen übersandt wurden, konnte Karl Giehlow fünf nachweisen. Die Bogen mit den Dürerschen Randzeichnungen sind verwahrt in den Bibliotheken München und Besançon, als Vorlage für die mit Initialen geschmückten Seiten dienten auch Exemplare in Wien und aus der Bibliothek Thomas Brookes. – Das Faksimile wurde photolithographisch in der Kunstanstalt Albert Berger in Wien gedruckt und vom Herausgeber im Eigenverlag vertrieben. – Restbestände der 350 Papierexemplare wurden 1913 durch die soeben gegründete Maximilian-Gesellschaft von den Erben des Herausgebers erworben und »als erste gewichtige Vereinsgabe« im Oktober 1913 versandt (Schauer I, 130). – Dazu: Das Buch der Weisheit. Gedruckt und vollendet durch Lienhart Hollen zu Ulm nach Christi geburt MCCCCLXXXIII iar auff den XXVIII tag des mayenß. Faksimile-Druck, herausgegeben (und mit einem Vorwort) von Rudolph Payer von Thurn. Wien 1925. Bordeauxroter Maroquinband mit Blindprägung und eingebundenem Originalvorderumschlag. Versilberter Schnitt. Im Originalschuber. Schönes Faksimile nach dem Pergamentexemplar in der Wiener National-Bibliothek. Das »Buch der Weisheit«, eine deutsche Übersetzung des alt-indischen »Pantschatantra« mit den prachtvollen Holzschnitten von Johann von Arnsheim, erschien 1483 als zweiter Druck des Ulmer Druckers Lienhart Holle, der ein Jahr zuvor mit seinem Ptolemäus-Atlas Furore (und finanzielle Verluste) gemacht hatte.

38,8 : 28,5 cm. 160 beidseitig bedruckte Tafeln, [6], 31, [3] Seiten. – Bünde und Ränder minimal berieben. Rücken der Beigabe minimal verblasst.

Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 119 und 141

378  Maximilian-Gesellschaft – Heinrich von Kleist. Prinz Friedrich von Homburg.

€ 1200

Ein Schauspiel. Berlin 1913. Mit Holzschnitten nach Zeichnungen von E. R. Weiß. Bordeauxroter Maroquinband mit reicher Vergoldung und Lederrückenschild sowie Buntpapiervorsätzen (signiert: Hans Glökler · Berlin). Im gefütterten Originalschuber mit Lederkanten.

Eins von 300 Exemplaren für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft. – Gesetzt aus der Leibniz-Fraktur und bei Poeschel & Trepte, Leipzig, auf Van Gelder-Bütten gedruckt . – Die Holzschnitte nach den Zeichnungen schnitten Ernst Böhm, Renée Sintenis (die Ehefrau von E. R. Weiß) und Wilhelm Wagner. – 1912 wurde die Maximilian-Gesellschaft gegründet – als eine »Stätte, an der es [das deutsche Buch] in einem ausgewählten Kreis von Kundigen und Freunden, unberührt von literarischen und künstlerischen Tagesmeinungen und losgelöst vom Markt, die liebevolle Pflege findet«. Zu den Gründern gehörten unter anderem Johannes Baensch-Drugulin, Alfred Lichtwark und Hans Loubier, den ersten Vorstand bildeten Walter von Brüning, Paul Schwenke, Hans Loubier, G. A. E. Bogeng und Walter de Gruyter. – Als erste Gabe erwarb die Gesellschaft die Restexemplare eines Wiener Faksimiles von Dürers Randzeichnungen zum Gebetbuchs Kaiser Maximilians. Kleists »Prinz von Homburg« war die erste eigenständig publizierte Jahresgabe der jungen Bibliophilengesellschaft, es folgten unter anderem Schillers »Wallenstein« als Druck der Pan-Presse (1914/1915), die vierbändige Ausgabe der Gedichte von Goethe (1924/1925) und Fontanes »Effi Briest« mit den Lithographien von Max Liebermann (1926). – Der Einband des Berliner Meisters Hans Glökler, der zu den ersten Mitgliedern der »Meister der Einbandkunst« zählte, scheint uns dem Originaleinband von Enders ebenbürtig: Das dunkelrote Maroquin wird auf den Deckeln und den Rückenfeldern von rhombenförmig verlaufenden Fileten und Punktierungen in Handvergoldung überzogen. Das olivgrüne Lederrückenschild sowie das Monogramm der Maximiliangesellschaft und die Jahreszahl »1913« wurden ebenfalls goldgeprägt.

33, 6 : 21,4 cm. [8], 145, [3] Seiten.

Deutsche Bibliophile 1898–1930, Seite 119

379  Maximilian-Gesellschaft – Friedrich von Schiller. Wallenstein.

€ 1500

Ein dramatisches Gedicht mit Steinzeichnungen von Hans Meid. Berlin 1915–1918. Mit 60 Lithographien im Text. Brauner Maroquinband mit schwarzem Rückenschild. Rückentitel und -fileten, Deckel, Steh- und Innenkantenfileten sowie Kopfschnitt vergoldet und teils in Schwarz geprägt (signiert: Hans Glökler, Berlin).

Jahresgabe 1914–15 für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft, kriegsbedingt verzögert aber erst 1918 ausgeliefert. – Eins von 300 Exemplaren. – Gesetzt aus der Fraktur- und Schlemihl-Schrift von Walter Tiemann. – Gedruckt auf Zanders-Bütten. – Druck der Lithographien auf der Pan-Presse, ab Seite 193 von Hermann Birkholz, Berlin. – Enthält »Wallensteins Lager«, »Die Piccolomini« und »Wallensteins Tod«. – Hans Loubiers, der für die Herstellung des Buches verantwortlich war, lobte es überschwänglich: »Sein erstes Buch nach eigener Wahl des Gegenstandes und der graphischen Technik […] Es sind glänzende, lebhaft bewegte Impressionen und Schiller tief nachempfunden. […] Ich schätze das Buch als eines der bestillustrierten unter den neueren Büchern« (in: Die neue deutsche Buchkunst, 1921, Seite 108 mit Abbildung).

30,8 : 19,5 cm. [4], 313, [5] Seiten. – Rücken kaum merklich verfärbt.

Jentsch, Meid XIII und 148–207. – Badorrek-Hoguth 1.53. – Schauer II, 91

380  Maximilian-Gesellschaft – Theodor Fontane. Effi Briest.

€ 2000

Roman. Mit Steinzeichnungen von Max Liebermann. Berlin 1926. Mit 21 Lithographien im Text, drei blattgroß, davon die erste signiert. Originalpergamentband mit reicher Vergoldung (Entwurf von Marcus Behmer, gebunden bei Hübel & Denck, Leipzig).

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Eins von 325 Exemplaren. – Max Liebermann schuf eigens für diese Edition 21 Lithographien, die erste der drei blattgroßen wurde vom Künstler signiert. – Satz aus der Walbaum-Fraktur, Textdruck bei der Officina Serpentis, Druck der Lithographien bei W. Lassally, beide Berlin. – Auf Bütten von JW Zanders mit dem Wasserzeichen der Maximilian-Gesellschaft. – Der wunderbare, mit ornamentalen und floralen Bordüren in Gold verzierte, Einband wurde von Marcus Behmer entworfen. Dieser hatte sich nach der Anfrage der Maximilian-Gesellschaft sogleich überaus erfreut und detailliert geäußert: »Also das Buch ist sehr, sehr schön, und ich möchte natürlich sehr gerne einen schönen Einband dazu entwerfen«. Den schließlich realisierten Entwurf mit Weinranken, Kreuz und Schmetterling erläuterte er dem Schriftführer der Gesellschaft, Fritz Homeyer, zusammen mit vielen Details zu Herstellungsfragen und -kosten in mehreren Briefen (siehe Philobiblon 1929, Heft 8, Seiten 293ff.).

27,5 : 19,5 cm. [12], 313, [7] Seiten.

Achenbach 117-137. – Rodenberg 518. – Deutsche Bibliophilie 1898–1930, S. 121. – Schauer II, 43. – Backe/Köppen 126. – Rasch I, 4637

381  Maximilian-Gesellschaft – William Shakespeare. Troilus und Cressida.

€ 800

Schauspiel. Deutsch von Rudolf Alexander Schröder. Mit Zeichnungen von E. R. Weiß. Hamburg 1949. Mit sechs blattgroßen Illustrationen. Rostroter Maroquinband mit Fileten- und Kopfschnittvergoldung (signiert: Schaffner).

Die erste Nachkriegsgabe der 1946 durch Ernst L. Hauswedell und Carl Georg Heise wiedergegründeten Bibliophilengesellschaft. – Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Illustriert mit sechs Zeichnungen aus E. R. Weiss’s Nachlass. – Auf dem Vortitel von Rudolf Alexander Schröder signiert und datiert, auf der letzten Textseite ein Druckfehler von ihm korrigiert. – Bereits in jungen Jahren unterrichtete Emil Rudolf Weiß (1875–1942) an der Schule des von Karl Ernst Osthaus gegründeten Folkwang-Museums in Hagen. Anfangs vor allem als Illustrator tätig, wandte sich Weiß später zunehmend der Typographie und Buchgestaltung zu.

29,6 : 21,2 cm. 194, [6] Seiten.

Spindler 49.1

  382    Maximilian-Gesellschaft – Johann Wolfgang von Goethe. Faust.

€ 450

Der Tragödie zweiter Teil. Mit Bildern von Max Beckmann. [Hamburg 1957]. Mit 35 blattgroßen Illustrationen. Bordeauxroter Maroquinband mit Rückenschild und Blindprägung. Im Schuber mit Lederkanten.

Eins von 850 Exemplaren, gedruckt für die Mitglieder der Maximilian-Gesellschaft. Weitere Exemplare erschienen als Privatdruck der Bauerschen Gießerei. – Die Zeichnungen Beckmanns entstanden 1943 und 1944 auf Anregung von Georg Hartmann und wurden von Willi Seidel gestochen. – Gedruckt aus Schriften von Emil Rudolf Weiß in der Bauerschern Gießerei, Frankfurt a.M. – Dazu sechs Jahresgaben: I. 1954. Das Buch Tobie. – II. 1965. Aristophanes. Die Vögel. – III. 1971. Gottfried Benn. Aus dem Oratorium Das Unaufhörliche. – IV. 1981. Pietro della Valle. Reisebeschreibung in Persien und Indien. – V. 1987. Gotthard de Beauclair. Von Staub und Fackel. – VI. 2004. Herman Melville. Moby Dick.

27,0 : 20,3 cm. 408, [4] Seiten.

Spindler 49.7 und 51.15. – Tiessen II, 8