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Wissenschaften | Hesse-Auktionen
Wissenschaften

592  David Ricardo. Grundgesetze [in Band II: Grundsätze] der Volkswirthschaft und der Besteuerung.

€ 450

Aus dem Englischen übersetzt von Edw. Baumstark. Erster [und] Zweiter Band. Leipzig, Wilhelm Engelmann 1837/38. Bibliothekshalbleinenbände um 1900.

Die maßgebliche deutsche Ausgabe, die nach der dritten englischen Fassung von David Ricardos Hauptwerk »On the Principles of Political Economy and Taxation« (1821, erstmals 1817) entstand. »Sein Werk setzte ihm unter den Schriftstellern im Fache der öffentlichen Wirthschaftslehre die Krone auf. Nach A. Smith hat sie auch kein Würdigerer getragen.« (Vorwort). – David Ricardo (1772–1823) gilt neben Adam Smith als der führende englische Wirtschaftswissenschaftler um 1800. – Band II enthält »Volkswirthschaftliche Erläuterungen«.

20,7 : 13,1 cm. XXXII, 461, [3] Seiten; X, [2], 820 (paginiert 830) Seiten, 6 gefaltete Tabellen. – Stempel auf Titelblättern, Innendeckel mit Bibliotheksschild. – Band I stellenweise leicht stockfleckig, Band II anfangs mit leichtem Wasserrand im Außensteg.

Kress Library C.4476

593  Friedrich Nietzsche. Menschliches, Allzumenschliches.

€ 900

Ein Buch für freie Geister. Dem Andenken Voltaire’s geweiht zur Gedächtniss-Feier seines Todestages, des 30. Mai 1778. Chemnitz, Ernst Schmeitzner 1878. Halblederband, wohl der Verlagsbuchbinderei Naumann, mit Rückenvergoldung und marmorierten Deckelbezügen.

Erste Ausgabe, eins der etwa 450 Exemplare, die 1886 nicht bei E. W. Fritsch zur zweiten Auflage umgearbeitet wurden. – Titelblatt mit dem Stempel des Leipziger Verlages C. G. Naumann, der ab 1887 Nietzsches Werke (zumeist auf dessen Kosten) druckte und verlegte. Möglicherweise erhielt der neue (und zugleich zu Nietzsches Lebzeiten letzte) Verleger das Exemplar sogar direkt vom Verfasser zugesandt. – Von Ende Oktober 1876 bis in das neue Jahr hinein hielt sich Nietzsche, gemeinsam mit Paul Rée und dem Basler stud. jur. Albert Brenner, in der von Malwida von Meysenbug gemieteten Sorrenter Villa Rubinacci auf. Rée schloss dort die Arbeiten an seinem Buch »Der Ursprung der moralischen Empfindungen« ab, Nietzsche arbeitete an »Menschliches, Allzumenschliches«, dem Werk, das die Freundschaft zwischen Nietzsche und Wagner beenden sollte. – Mit der eingeklebten Korrektur auf Seite 290 (»M eere«). – Schönes Exemplar.

22,2 : 14,3 cm. [8], 377, [1] Seiten. – Gelenke minimal berieben.

Schaberg 29. – Krummel VI. – WNB 300

594  Friedrich Nietzsche. Menschliches, Allzumenschliches.

€ 750

Ein Buch für freie Geister. Dem Andenken Voltaire’s geweiht zur Gedächtniss-Feier seines Todestages, des 30. Mai 1778. Chemnitz, Ernst Schmeitzner 1878. Halblederband der Zeit mit Rückenvergoldung.

Erste Ausgabe, eins von etwa 450 verkauften Exemplaren. Die restlichen der insgesamt 1000 Exemplare, die Richard Oschatz in Chemnitz gedruckt hatte, übernahm 1886 der Verlag Fritzsch in Leipzig für die erweiterte Neuausgabe. – Von Ende Oktober 1876 bis in das neue Jahr 1877 hinein hielt sich Nietzsche gemeinsam mit Paul Rée und dem Basler stud. jur. Albert Brenner, in der von Malwida von Meysenbug gemieteten Sorrenter Villa Rubinacci auf. Rée schloss dort die Arbeiten an seinem Buch »Der Ursprung der moralischen Empfindungen« ab, Nietzsche arbeitete an »Menschliches, Allzumenschliches«, dem Werk, das die Freundschaft zwischen Nietzsche und Wagner beenden sollte. – Mit der eingeklebten Korrektur auf Seite 290 (»M eere«). – Selten.

22,2 : 14,3 cm. [8], 377, [3] Seiten. – Rücken mit Spuren eines abgelösten Bibliotheksetiketts. – Russischer Exlibrisstempel, hinterer Innendeckel mit Preisnotiz.

Schaberg 29. – Krummel VI. – WNB 300

595  Rudolf Virchow. Die Cellularpathologie

€ 500

in ihrer Begründung auf physiologische und pathologische Gewebelehre. Vierte, neu bearbeitete und stark vermehrte Auflage. Berlin, August Hirschwald 1871. Mit 157 Textholzschnitten. Dunkelblauer Halblederband der Zeit mit Rückenvergoldung.

Ausgabe letzter Hand, erschien als erster Band von Virchows »Vorlesungen über Pathologie«. – »Virchow was the greatest figure in the history of pathology. His best work ›Die Cellularpathologie‹ is one of the most important books in the history of medicine, and the foundation stone of cellular pathology« (Garrison-Morton zur EA 1858). – »Virchow war der erste, der das heute allgemein anerkannte Axion ›Omnia cellula a cellula‹ aufstellte. ›Wo eine Zelle entsteht‹, so schrieb er, ›da muß eine Zelle vorausgegangen sein, ebenso wie das Tier aus dem Tiere, die Pflanze nur aus der Pflanze entstehen kann‹.« (Carter/Muir). – Das Buch wurde in fast alle europäischen Sprachen übersetzt. – Innen tadellos.

23,0 : 16,5 cm. XVIII, 582 Seiten. – Einband stellenweise etwas beschabt, Rücken etwas verfärbt.

Hirsch VI, 126. – Carter/Muir 307

596  Sigmund Freud. Zur Auffassung der Aphasien.

€ 750

Eine kritische Studie. Leipzig und Wien, Franz Deuticke 1891. Mit zehn Holzschnitten im Text. Neuer Halbpergamentband mit graphitschwarz marmorierten Deckelbezügen (Siegfried R. Büge, Berlin, mit Widmungskarte).

Erste Ausgabe von Freuds erster Monographie. – Die in der Untersuchung zu Sprachstörungen erstmals formulierten »Zweifel an der Lokalisation psychischer Elemente« als Folge »einer Verwechslung des Psychischen mit dem Physischen« bilden später einen zentralen Aspekt von Freuds Psychoanalyse. – Nach seiner Rückkehr aus Paris und der Trennung von Jean-Martin Charcot hatte Freud, der sich 1886 in Wien als Arzt niedergelassen hatte, zunächst Rezensionen und Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht. 1891 bezog er gemeinsam mit seiner Ehefrau Martha die später legendär gewordene Wohnung in der Berggasse 19. – Selten.

23 : 15 cm. [2], 107, [1] Seiten. – Das Titelblatt faksimiliert. Ein Blatt mit Eckabschnitt (minimaler Textverlust), 2 Seiten leicht fleckig.

Meyer-Palmedo/Fichtner 1891 b

597  Sigmund Freud – Sbornik psychoanalytickych praci.

€ 3500 ( R7 )

(Anthologie psychoanalytischer Arbeiten). Redigoval (Bearbeitet von) E[manuel] Windholz. Prag 1932. Mit einem Porträt, acht fotografischen Abbildungen auf Tafeln sowie acht großen ornamentierten Initialen. Blauer Originalleinenband mit silbergeprägten Titeln im Originalschuber. – Von Sigmund Freud signiert.

Erste Ausgabe. – Eins von 120 Exemplaren der von Sigmund Freud unter seinem Porträt signierten Vorzugsausgabe. – Mit Beiträgen des Herausgebers Emanuel Windholz und weiterer bedeutender Psychologen der Tschechoslowakei. Windholz war ab 1931 als Psychoanalytiker in Prag tätig, übersetzte Arbeiten Sigmund Freuds ins Tschechische und gab 1932 das erste tschechische Jahrbuch der Psychoanalyse heraus. – Der ebenfalls vertretene Jaroslaw Stuchlík war während seiner medizinischen Ausbildung in der Schweiz Carl Gustav Jung begegnet und besuchte 1917 Sigmund Freud in Wien. In der Tschechoslowakischen Republik leitete Stuchlík von 1919 bis 1938 die psychiatrische Klinik in Košice (Kaschau) in der Ost-Slowakei. Mehrere seiner Schüler wurden Psychoanalytiker, so Emanuel Windholz, Sándor Lorand und Jan Frank. – Auf Windholz’, Stuchlíks und anderer Initiative wurde 1931 eine Gedenktafel an Freuds Geburtshaus im mährischen Pribor (Freiberg) angebracht, die vorliegende Anthologie erschien aus diesem Anlass. – Sehr selten und tadellos erhalten.

24,5 : 17,5 cm. 125, [3] Seiten.

www.psychoanalytikerinnen.de/polencsr_geschichte.html

598  Alexander Dées de Sterio. Nobel führte sie zusammen.

€ 450 ( R7 )

Begegnungen in Lindau. 2., erweiterte Auflage. Konstanz, Friedrich Stadler 1985. Originalleinenband mit -schutzumschlag. – Von 18 Nobelpreisträgern signiert.

Im Dreijahresrhythmus treffen sich in Lindau am Bodensee Nobelpreisträger der Medizin, Chemie und Physik. Das vorliegendes Buch dokumentiert die Tagungen von 1951 bis 1985. – Anlässlich der Tagung 1997 signierten folgende Physik-Nobelpreisträger das Buch auf Vortitel- und Titelblatt: Willis E. Lamb (1955), Donald Arthur Glaser (1960), Rudolf Ludwig Mößbauer (1961), Ivar Giaever (1973), Leo Esaki (1973), Brian David Josephson (1973), Antony Hewish (1974), Nicolaas Bloembergen (1981), Arthur Leonard Schawlow (1981), Kenneth Geddes Wilson (1982), Klaus-Olaf von Klitzing (1985), Karl Alexander Müller (1987), Johannes Georg Bednorz (1987), Jack Steinberger (1988), Norman Foster Ramsey (1989), Bertram Neville Brockhouse, CC (1994) und Martin Lewis Perl (1995) sowie der Chemie-Nobelpreisträger Ernst Otto Fischer (1973).

28,5 : 17,3 cm. 271 (1) Seiten.