ChristianHesse

Zeitgenössische Kunst | Hesse-Auktionen
Zeitgenössische Kunst

115  Horst Antes. Hände mit Scheibe.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 340

Farblithographie. 1970. 41,0 : 53,0 cm (63,0 : 72,0 cm). Signiert, datiert und mit »Probe« bezeichnet.

Einer von wenigen Probedrucken vor der Auflage von 90 Exemplaren. – Noch mit abweichender Farbstellung, die Scheibe eher in Blaugrau. – Auf Velin. – Gedruckt von Matthieu, Dielsdorf/Zürich. – Die Auflage edierte Wolfgang Ketterer, München. – Tadellos erhalten.

Lutze 634 1 (von 2) mit farbiger Abbildung

116  Horst Antes. Bildnis schwarz-weiß-Kreide.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Lithographie. 1972. 47,5 : 48,5 cm (76,0 : 56,5 cm). Signiert.

Eins von nur 20 Exemplaren. – Auf Velin »BFK Rives«. – Weitere 135 Exemplare wurden zuvor mit Schrift als Plakat der Galerie Pudelko, Bonn, gedruckt. – Gedruckt bei Matthieu, Dielsdorf/Zürich. – Tadellos und sehr selten.

Lutze 735 b (von b)

117  Horst Antes. Halber Kopf.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 240

Farblithographie. 1974. 50,8 : 67,8 cm (57,0 : 73,0 cm). Signiert.

Unnummeriertes Exemplar, neben der Auflage von 200 (und 20 »e.a.«) Exemplaren. – Auf Velin »BFK Rives«. – In sechs Farben gedruckt bei Matthieu, Dielsdorf/Zürich, 1976 ediert von Volker Huber Art Line, Offenbach.

Lutze 754

118  Richard Artschwager. The Hydraulic Door Check.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 170

Herausgegeben von / edited by Peter Noever, MAK. Köln, Walther König 2002. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalrosshaareinband in Originalpappbox.

Eins von 500 Exemplaren der Vozugsausgabe im Rosshaareinband. – Auf dem Vortitelblatt vom Künstler datiert und monogrammiert. – Erschienen anlässlich der Ausstellung »The Hydraulic Door Check. Skulptur, Malerei, Zeichnung.« MAK, Wien, 27. März – 16. Juni 2002. – Mit Beiträgen von Richard Artschwager, Jörg Heiser, Anthony Vidler und John Yau.

24 : 20 cm. 253, [4] Seiten.

119  [Detlef] Beck. Ein guter Freund … kommt zu Besuch …

Schätzpreis/Estimate: € 100 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 66 ( R19 )

Zweifarbige Serigraphie. 1988. 61,5 : 46,5 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 38/40. – Karikierender Bilderbogen, der auf den Besuch des 70jährigen rumänischen Staatschefs Ceausescu in der DDR Bezug nimmt. – Detlef Beck (geboren 1958) arbeitet seit dem Untergang der DDR als Karikaturist für ZEIT, taz, Eulenspiegel, Cicero u. a. Die vorliegende Arbeit hätte 1988 wohl lediglich Eingang in die Stasi-Akte von Detlef Beck gefunden.

120  Horst Becking. Wanderung durch eine vergessene Landschaft.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Sechs Farbradierungen. 1972. Ca. 6 : 6 cm (18,0 : 19,5 cm). Signiert und mit »Probe« bezeichnet.

Je einer von fünf Probeabzügen, vor der Auflage von 22 Exemplaren. – Lose in brauner Leinenkassette. – Eine der frühesten graphischen Folgen des 1937 in Hagen geborenen Künstlers. Von 1971 bis 1977 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf, zunächst bei Joseph Beuys, später bei Rupprecht Geiger. – Künstlerbücher und Graphikfolgen von Horst Becking werden ab 1979 verzeichnet.

121  Horst Becking. Grüne Inseln. Radierungen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Sechs Farbradierungen, teils mit Aquatinta und Katnadel. 1976. 35 : 39 cm. Signiert, datiert und bezeichnet.

Wohl nie als Auflage erschienene Folge, die Blätter mit »e.a.« bzw. »Probe« bezeichnet. – Auf leicht getöntem Kupferdruckkarton. – Eine Radierung wurde von zwei Platten gedruckt. – Mit den beiden Textblättern (Titel und die sechs Gedichtzeilen von Dylan Thomas, die den Künstler inspirierten) lose in grüner Leinenkassette.

Kassette minimal berieben.

122  Joseph Beuys. I like America and America likes Me.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Serigraphie über Offset. 1974. 80,5 : 57,1 cm. Signiert.

One Week’s Performance on the Occasion of the Opening of the René Block Gallery Ltd., West Broadway, New York. Tuesday, May 21st till Saturday, May 25th. – Die Fotografie für das Plakat stammt von Ute Klophaus. – »Die dreitägige Aktion in der Galerie René Block begann am New Yorker Kennedy Airport, wo Beuys in Filz eingewickelt und anschließend im Krankenwagen in die Galerie gefahren wurde. Durch ein Gitter war dort ein Raum abgeteilt, in dem Beuys einen Kojoten vorfand, mit dem er nun drei Tage zusammenleben sollte, als Bändiger und Freund, Mitgefangener und Hirte. […] Nach drei Tagen und Nächten haben sich Mensch und Tier aneinander gewöhnt. Beuys […] verabschiedet sich von dem Kojoten, wird wieder in Filz gehüllt und zum Flughafen transportiert. Er hatte von Amerika nichts gesehen als den Raum mit dem Kojoten.« (Weiss/Britsch).

Siben 52 (Lichtpause). – Weiß/Britsch 38 (dort als Serigraphie bezeichnet). – Schneede A 29

123  Marcel Broodthaers. Tinaia 9 Box.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Köln 1994. Buch, Plakat, Broschüren, CD und Beilagen zusammen in Originalleinenkassette und -schuber.

Enthält: 1. Wilfried Dickhoff. Marcel Broodthaers. Köln 1994. . Originahalbleinenband. Mit zahlreichen Abbilungen, einem Verzeichnis der Werke 1963–1976, Biographie, Bibliographie und mehreren Aufsätzen. – 2. »Carte du monde poetique«. Mehrfach gefaltetes farbiges Poster. – 3. »… Modele: ceci n’est pas une pipe …« (Faksimile). Halbleinen-Mappe. – 4. Interview with Fredy de Vree (CD). – 5. Projets. Originalbroschur. – 6. Magie. Originalbroschur.

31 : 31 cm.

124  Günter Brus. Körperteil-Prozess.

Schätzpreis/Estimate: € 1000

Zuschlag/Hammerprice: € 1700

Radierung. 1971. 27,4 : 19,8 cm (28,5 : 20,8 cm). Signiert und datiert.

Unnummeriertes Exemplar. – Auf Kupferdruckkarton.

125  Franz Eggenschwiler. Brust mit Kette.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 450

Messingobjekt, matt gebürstet. 1969. 26,5 : 26,5 : 20 cm.

Ende der 1960er Jahre werden Eggenschwilers Objekte zunehmend schwerer, wuchtiger, als Materialien rücken Eisen, Messing, Holz und Stein ins Blickfeld. – Durch zwei Scharniere und die etwa 4 Meter lange Kette aus Messingkugeln kann das Objekt sehr vielgestaltig präsentiert werden. – Zeitgleich entstand eine Fassung aus poliertem Messing. – Mit beiliegender Fotoexpertise, rückseitig betitelt, signiert und datiert sowie mit Namen des Vorbesitzers. – Ausstellung: Werkgemeinschaft Bern. Haus van der Grinten, Kranenburg, Mai–Juni 1970, KatNr. 119 (mit Abbildung der polierten Fassung unter KatNr. 118). Die Ausstellung wurde anschließend in erweiterter Form in der Kunsthalle Köln gezeigt. Beide Kataloge liegen hier bei. – Beigaben: Zwei Radierungen, 1 Offsetdruck.

126  Franz Eggenschwiler. Hammerprojekt.

Schätzpreis/Estimate: € 4500

Zuschlag/Hammerprice: € 3500

Vier Skulpturen (Metall und Holz). Um 1970/72. Höhe: 47–70 cm.

I. Großer Hammerkopf, geschweißt auf Gussstahl-Sockel, zwei Messingguss-Pendel an Eisendraht. 55 : 12 : 12 cm.
II. Holzkegel mit montiertem Hammerkopf sowie zwei Kautschukblöcken an Drahtbügel. 45 : 20 : 20 cm.
III. III: Eisengussteil, lose gestellt in aus Eisenplatten geschweißten Sockel in Form einer Schraubenmutter. Flugrost und Patina. 58 : 20 : 17 cm.
IV. Holzkegel mit montiertem Dailinges-Hammerkopf, Bastschnur und Holzpendeln. 70 : 21 : 21 cm.

Franz Eggenschwiler (1930–2000) war zeitgleich mit Dieter Roth und Bernhard Luginbühl Schüler der Kunstgewerbe-Schule in Bern. 1955–1971 bildete er zusammen mit Peter Meier, Konrad Vetter und Robert Wälti die »Berner Arbeitsgemeinschaft«. In den 1970er Jahren wandte sich Eggenschwiler zunehmend plastischen Arbeiten zu, bei denen er Materialien und Maschinenteile aus Eisen, Holz und Kunststoffen kombinierte. – »So entdecken wir eine andere Seite von Eggenschwilers Kunst, die man die magische nennen kann. Sie entwickelt sich aus der sinnlich-körperlichen und emotionalen Verbundenheit mit den Metallen, besonders dem Eisen, dessen lateinische Abkürzung mit den Initialen des Künstlers FE übereinstimmt – ein Zufall, den er als Schicksalswink versteht. Dies verdeutlicht, dass Eggenschwiler bewusst in einer zweiten magischen Welt lebt, in der […] alle Stoffe der Erde lebendig und von Gefühlen erfüllt sind. Die alchemistische Anstrengung, Metalle und irdische Stoffe mit geistigen Kräften aufzuladen – und umgekehrt: die in Metallen, Steinen und Hölzern schlummernden geistigen Potenzen hervorzulocken, wird in dieser Kunst wieder gegenwärtig.« (Armin Wildermuth, in: Franz Eggenschwiler. Düsseldorf 1985). – Die Skulpturengruppe wurde vom Vorbesitzer direkt vom Künstler erworben. Entgegen der offiziellen Bezeichnung »Hammerprojekt« benannten Eggenschwiler und der mit ihm befreundete Sammler die Skulpturen als »Vier Vögel«. Seit 1971sind sie in Privatbesitz und wurden bisher auf keiner Eggenschwiler-Ausstellung gezeigt.
Dazu: Behändigter Vogel. Bleistiftzeichnung. 1972. 8 : 7 cm (8 : 17 cm). Monogrammiert, datiert und betitelt. Kleine Entwurfszeichnung für eine Skulptur. Auf festem Karton. –.

127  Franz Eggenschwiler. Frauen.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

46 (von 50) farbigen Offsetdrucken. 1970/71. 76 : 54 cm. Meist monogrammiert und datiert.

Auf unterschiedlichem Zerkall-Bütten, lose, ohne die Mappe. – Die Offsetdrucke wurden fotolithographisch und im Iris-Verfahren nach Zeichnungen und Collagen gedruckt. – Das vorliegende Exemplar wurde wohl von Eggenschwiler selbst aus Künstlerdrucken für einen Freund zusammengestellt. Viele Blätter mit Nummerierung (z. B. XVI/XX), fünf nicht monogrammiert. – Es fehlen die Blätter 1 (Text), 2, 23 und 24. – Dazu: Fünf Farboffsetdrucke von Franz Eggenschwiler. 1967–1971. Alle monogrammiert und datiert. – Robert Wälti + Franz Eggenschwiler 2. Serigraphie auf Silberkarton. Wohl für einen Buch- oder Mappenumschlag.

Katalog Basel 1971 Seite 26f

128  Franz Eggenschwiler und Konrad Vetter. UFO-Mappe.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

39 (von 43) farbigen Offsetdrucken. 1970/71. 76 : 54 cm. Alle monogrammiert, datiert und meist betitelt.

Unnummeriertes Künstlerexemplar neben der Auflage von wohl 100 Exemplaren. – Auf unterschiedlichem Zerkall-Bütten. – Von Franz Eggenschwiler auf Blatt 1 (Einführung) eigenhändig gewidmet »Mappe von Helmut«. – Die Offsetdrucke, fotolithographisch und in Iris-Verfahren gedruckt nach Zeichnungen und Collagen der beiden Künstler. – Franz Eggenschwiler (1930–2000) war zeitgleich mit Dieter Roth und Bernhard Luginbühl Schüler der Kunstgewerbe-Schule in Bern. 1955–1971 bildete er zusammen mit Peter Meier, Konrad Vetter und Robert Wälti die »Berner Arbeitsgemeinschaft«. – Neben »Frauen« gehören die gemeinsam mit Konrad Vetter geschaffenen »UFO-Mappe« und »Faltungen« zu seinen großen Mappenwerken. – In dem möglicherweise vom Künstler für einen Künstlerkollegen eigenhändig zusammengestellten Exemplar fehlen die Blätter 11, 32, 35 und 43; dafür sind die Blätter 6 und 39 in jeweils zwei Farbvarianten vorhanden. – In der Originalkassette.

Ein Blatt mit leichten Feuchtigkeitsspuren, zwei leicht gebräunt, davon eins mit Randläsuren.

Katalog Basel 1971, Seite 24f. (mit Abbildung aller Blätter)

129  Johannes Feige. Grablegung. – Ostermorgen.

Schätzpreis/Estimate: € 150

Ausruflimit/Reserve price: € 100

– Zwei Linolschnitte. 1960. 21 : 15 cm (24 : 16 cm). Monogrammiert, datiert, einer betitelt.

Ohne Auflage, wohl nur wenige Handabzüge. – Auf dünnem Japan. – Johannes Feige (geboren 1931) arbeitete in den 1950er Jahren zunächst als Gebrauchswerber, von 1977–82 als Dozent im Fach Holzschnitt an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Er machte sich neben eigenem künstlerischen Schaffen besonders um künstlerischen Nachwuchs verdient, lebt und arbeitet in Glauchau.

130  Hermann Glöckner. Schlanker Stern.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 650

Farbserigraphie. 1985. 40 : 20 cm.

Zwei Exemplare der schönen Arbeit, beide rückseitig mit eigenhändiger Bestätigung »Aus dem Nachlaß Hermann Glöckners« von Gertraude Stürmer, Glöckners Lebensgefährtin und Nachlass-Verwalterin. – Beide auf einen Trägerkarton montiert. – Dazu: Entwurfszeichnung für diese Serigraphie. Bleistift, mit Maßangaben. Rückseitig ebenso bezeichnet wie die Serigraphien.

Ziller S 43

131  Erich-Wolfgang Hartzsch. Kopf. – Wasserratte. – Rotes Gras. – Signal.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 200 ( R19 )

– Vier Aquarelle. 1987–1989. Ca. 50 : 36 cm. Monogrammiert und datiert, rückseitig betitelt.

Erich-Wolfgang Hartzsch wurde 1952 in Chemnitz geboren. In den 1980er Jahren arbeitete er auch als Filmemacher und Musiker intensiv mit Klaus Hähner-Springmühl, Andreas Hartzsch, Frank Raßbach, Brigitte Hähner-Springmühl u. a. zusammen.

132  Horst Hussel. Fuenf Bouff. – Ein achtel Mekel.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 140

Zwei Radierungen. 1992. Ca. 15 : 10 cm. Signiert.

Zwei »Banknoten« des Phantasiestaates »Räterepublik Mekelenburg«. Diese rief der für seine Phantasien bekannte Künstler 1992 ins Leben und sorgte zumindest für einen kleinen Kreis eingeweihter Liebhaber noch Jahre vor der Ablösung der Deutschen Mark für eine kunstsinnige Alternativwährung. – In der Platte jeweils genau betitelt und datiert »Habana, 1992« sowie mit dem Stempel »RRM« und der Signatur des Bankpräsidenten »van Sterneberghe«. Hinter diesem verbirgt sich wiederum Horst Hussel, der im mecklenburgischen Sternberg aufwuchs. – Als wertbeständige Anlage solide gerahmt. – Dazu: Horst Hussel. Mein Depot. [Berlin], Dronte Presse 2010. Mit 43 ganzseitigen Farbabbildungen. Originalbroschur. Eins von 90 Exemplaren der Vorzusgausgabe mit einer signierten farbig übermalten Originalbanknote. Im Druckvermerk vom Künstler dem Vorbesitzer gewidmet »mit Billionen! Grüßen von seinem Hussel«. – 20 Jahre nach den Mekelburgern Finanzmitteln widmete sich Hussel der Übermalung alter Banknoten, eine Auswahl dieser Kreationen im Katalog abgebildet, ein Original ziert die Vorzugsausgabe.

Lübbert/Röske 92/48 und 93/26 (ohne Angaben zur Auflagenhöhe)

133  Horst Hussel. Ahrenshoop.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 450

Acht Kaltnadelradierungen. 1997. 34,0 : 26,0 cm. Signiert.

Exemplar 22/35. – Die vollständige Folge der acht Radierungen, in unterschiedlichen Brauntönen gedruckt und auf vier Blättern koloriert. – Gedruckt von den unverstählten Platten auf Kochi-Japan. – Gedruckt von Dieter Béla, ediert als zehnter Druck der Dronte Presse. – Mit dem Umschlag in der Originalbüttenkartonmappe mit kolorierter Radierung als Titelschild. – Der Sehnsuchtsort Ahrenshoop ist seit 125 Jahren nicht nur Badeort sondern auch Künstlerkolonie und war zu DDR-Zeiten das »Kampen der Ostsee«. – Tadellos.

134  Horst Janssen. Acht Bäume. – Waldrand

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 330

– in Gedanken an Willem Butewegh. – Zwei Radierungen. 1970. 14,3 : 22,7 bzw. 16,3 : 23,0 cm. Signiert, datiert, einer mit »P« bezeichnet.

Je einer von sechs Probedrucken auf Japan. – Die kleinen Auflagen (22 bzw. 20 Exemplare) als Blätter 8 und 11 der Mappe »Landschaften« (18 Radierungen), ediert von der Galerie Brockstedt, Hamburg.

Beide nicht außerhalb der schönen Rahmung begutachtet, augenscheinlich aber gut erhalten.

Frielinghaus 41 und 48. – Gäßler 10/8 und 11

135  Dorothy Iannone. Untitled.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 700

Farbserigraphie. 1967. 48,5 : 80,5 cm (56,5 : 92,0 cm). Signiert, datiert und mit »A.P.« bezeichnet.

Eins von nur wenigen Künstlerexemplaren (Artists Proof), die eigentlich geplante Auflage wurde bei Hansjörg Mayer, Stuttgart, dem Drucker der Serigraphie, durch einen Maschinenfehler zerstört. – Auf festem, glatten Velin. – Die Erotik in der Kunst war und ist eines der Hauptthemen der amerikanischen Künstlerin (geboren 1933). 1967 reiste sie nach Reykjavik und lernte dort Dieter Roth kennen, mit dem sie lange Jahre zusammenlebte, beide schlossen sich der Fluxusbewegung um Robert Filliou, Daniel Spoerri und Emmett Williams an. – Selten. – Geschenk der Künstlerin, die damals zusammen mit Dieter Roth Gast bei dem Vorbesitzer war.

Umlaufend minimal beschnitten. – Am Unterrand vom Vorbesitzer mit Bleistift bezeichnet.

136  Bernhard Jäger. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Farblithographie. 42,0 : 59,0 cm. Signiert.

Exemplar 4 von »épreuves d’artiste«.

137  Jasper Johns. Untitled.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 350

Farboffset. Nach einem Gemälde mit Collage. 53 : 139 cm (70 : 153 cm). Signiert.

Nach dem großformatigen Gemälde (183 : 492 cm) mit Collage von 1964/65, das sich im Besitz des Stedelijk Museum Amsterdam befindet und von diesem ediert. – Auf festem Offsetkarton. – Rückseitig mit Titel- und Copyright-Aufklebern.

138  Imi Knoebel. Messerschnitte.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Zuschlag/Hammerprice: € 420

Farbserigraphie. 1977/1993. 100 : 70 cm. Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 27/55. – Auf festem Velinkarton. – Die Folge entstand bereits 1977 und wurde vom Künstler 1993 überarbeitet und neu gedruckt. – Seine »Messerschnitte« inspirierten den Künstler zu den Entwürfen der sechs Glasfenster in der Kathedrale von Reims. – Tadellos erhalten.

139  Sascha Labuda. Chroniste.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Skizzenbuch mit etwa 90 Aquarellen und Zeichnungen. 17 : 29 cm. Teils signiert und betitelt, einige datiert.

Sascha Labuda (geboren 1962) studierte 1984 in Paris Malerei bei dem hochbetagten Nat Leeb. Zudem war er in den 1980er Jahren als Lithograph in den angesehensten Pariser Ateliers tätig: Mourlot, Maeght und Desjobert. Das Album, auf dem gedrucktem »Mourlot«-Deckelschild betitelt, ist sicher ein Dokument der frühesten Arbeiten des Künstlers, der seit 1985 auf internationalen Ausstellungen vertreten ist (Paris, Köln, Belgien, Malta, Kiew). – Die Zeichnungen, teils skizzenhaft, teils komponiert, beeindrucken vielfach mit ihrer farblichen wie gestalthaften Dynamik. – Mit einigen Anmerkungen. – Das mit Packpapier bezogene Skizzenbuch enthält etwa 80 Blätter aus starkem Velinkarton. Der Rückenbezug fehlt.

140  Thomas Lenk. Schichtung.

Schätzpreis/Estimate: € 1200

Zuschlag/Hammerprice: € 1900

Bemaltes Sperrholz auf Holzplatte. 1981. 40,0 : 60,0 : 2,8 cm. Signiert und datiert.

Unikates Wandobjekt. – Auf der weiß laminierten Holzplatte unten rechts die eingeritzte Signatur und Datierung. – Das Schichtungsmotiv bildete das zentrale Moment im künstlerischen Schaffen des schwäbischen Künstlers (1933–2014). Die beiden orangefarbenen Flächen hinterlassen hier durch ihre weißen Pendants eine schattengleiche Spur, die an Bildverläufe bei frühen TV-Computerspielen erinnert. – Vom Vorbesitzer direkt beim Künstler erworben. – Beigabe: Zwei Hefte aus der Reihe »konzepte« (Ausgaben 2 und 11). Stuttgart, Manus Presse 1970 und 1973. Mit Serigraphien bzw. Illustrationen von Thomas Lenk. Beide mit eigenhändiger Widmung des Künstlers an den Vorbesitzer.

141  Mappenwerke – Artists & Photographs.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 5000

Text by Lawrence Alloway. [New York], Multiples & Colorcraft Inc. 1970. 19 Multiples und Fotobücher sowie ein Textheft in Originalkassette.

Eins von 1200 Exemplaren. – Vollständiges Exemplar, mit den Multiples von Gorley und Rauschenberg, die in den meisten Exemplaren fehlen. Die Auflage von Gorleys »Red File Cabinet«, einem Lampenobjekt in Pappschachtel, wurde zum Großteil zerstört, von Rauschenbergs »Revolver«, einem mehrteiligen Plexiglasobjekt, wurden gar nur 200 Exemplare produziert. – Enthält: I. Mel Bochner, Misunderstandings. – II. Christo, Packed Tower – Spoleto. – III. Jan Dibbets, Perspective correction – 5 piles. – IV. Tom Gorley, Red File Cabinet. – V. Dan Graham, Two Parallel Essays. – VI. Douglas Huebler, Location Piece # 2, New York City – Seattle, Washington. – VII. Allan Kaprow, Pose, March 22, 1969. – VIII. Michael Kirby , Pont Neuf: the localization of a tetrahedron in space. – IX. Joseph Kosuth, Notebook on Water. – X. Sol Lewitt, Schematic drawing for Muybridge II. – XI. Richard Long, Rain Dance. – XII. Robert Morris, Continuous Project Altered Daily. – XIII. Bruce Nauman, LAAIR. – XIV. Dennis Oppenheim, Flower Arrangement for Bruce Nauman. – XV. Robert Rauschenberg, Revolver. – XVI. Ed Ruscha, Babycakes. – XVII. Robert Smithson, Torn Photograph from the 2nd Stop (Rubble). – XVIII. Bernar Venet, Exploited Subjects. – XIX. Andy Warhol, Portraits. – »a new concept in editions – a miniature boxed exhibition«. – Das Textheft mit biographischen Anmerkungen, dem Inhaltsverzeichnis und einem Essay von Lawrence Alloway. – Sehr gut erhalten.

Kassette: 33 : 33 : 10 cm. – Kassettenseiten leicht angeschmutzt.

Zu Ruscha und der Gesamtedition: Engberg/Phillpot B 11

142  Fluxus Virus

Schätzpreis/Estimate: € 750

Ausruflimit/Reserve price: € 500

1962–1992. Köln, Galerie Schüppenhauer 1992. 22 signierte Originalmultiples und das Katalogbuch in schwarzer Originalbox.

Eins von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe. – Mit Fluxus-Kunstwerken von Eric Andersen, Ay-O, Henning Christiansen, Philipp Corner, Jean Dupuy, Ken Friedman, Al Hansen, Geoffrey Hendricks, Dick Higgins, Joe Jones, Bengt af Klintberg, Milan Knizak, Alison Knowles, Jackson Mac Low, Larry Miller, Ben Patterson, Takako Saito, Serge III, Mieko Shiomi, Anne Tardos, Ben Vautier und Yoshimasa Wada. – Unter den Multiples finden sich Filzhut, Ölflasche, Latexhandschuhe, zersägte Schallplatte, Sonnenbrille, bemalter Spiegel, Modellauto, Pappteller, ein Modell vom Kölner Dom etc. – Der reich illustrierte Katalog mit ausführlicher Fluxus-Bibliographie. – Selten, zumal vollständig.

Ca. 29 : 29 : 24 cm (Box).

Slg. Schnepel X-06 (nennt nur 20 Künstler)

143  Kölner Kunstmarkt 71.

Schätzpreis/Estimate: € 1800

Zuschlag/Hammerprice: € 1200

5. bis 10. Oktober 1971. Herausgegeben vom Verein progressiver deutscher Kunsthändler e. V. 26 signierte Originalgraphiken, eine Schallplatte und der Katalog, zusammen in Originalkassette.

Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit folgenden – zumeist farbigen – Graphiken, alle signiert und nummeriert: Radierungen von Georg Baselitz, K. P. Brehmer, Antonius Höckelmann, Bernhard Luginbühl, Wolfgang Petrick, Joachim Schmettau, Stefan Wewerka, Serigraphien von Agostini Bonalumi, Johannes Geccelli, Raimund Girke, Hermann Goepfert, Dieter Krieg, Tadaaki Kuwayama, Rafael Martinez, Rune Mields, Lienhard von Monkiewitsch, Giangiacomo Spadari, Alan Tuner, Rainer Wittenborn, Lithographien von John Seery, Nancy Graves, Bernhard Becher (Offset), Barry Le Va (Offset), Larry Stark (Offset), ein Prägedruck von Alf Lechner und einer Arbeit von Michelangelo Pistoletto. – Jede Graphik in einem Umschlagblatt mit typographischer Bezeichnung. – Außer dem reich bebilderten Katalog mit der Einleitung von Dieter Brusberg und dem Doppelblatt (Inhaltsverzeichnis und Druckvermerk) liegt dieser Ausgabe die deutsche Pressung eine der bekanntesten LPs aller Zeiten bei: »Sticky Fingers – Rolling Stones« (zeitgleich mit der Originalpressung, Label COC 59100) mit dem Cover nach Entwurf von Andy Warhol (Jeans mit originalem Reißverschluss). – Vollständig und tadellos erhalten.

46 : 33 cm (Kassette).

144  Kölner Kunstmarkt 71.

Schätzpreis/Estimate: € 1500 ( R7 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1300

5. bis 10. Oktober 1971. Herausgegeben vom Verein progressiver deutscher Kunsthändler e. V. 26 signierte Originalgraphiken, eine Schallplatte und der Katalog, zusammen in Originalkassette.

Eins von 300 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit folgenden – zumeist farbigen – Graphiken, alle signiert und nummeriert: Radierungen von Georg Baselitz, K. P. Brehmer, Antonius Höckelmann, Bernhard Luginbühl, Wolfgang Petrick, Joachim Schmettau, Stefan Wewerka, Serigraphien von Agostini Bonalumi, Johannes Geccelli, Raimund Girke, Hermann Goepfert, Dieter Krieg, Tadaaki Kuwayama, Rafael Martinez, Rune Mields, Lienhard von Monkiewitsch, Giangiacomo Spadari, Alan Tuner, Rainer Wittenborn, Lithographien von John Seery, Nancy Graves, Bernhard Becher (Offset), Barry Le Va (Offset), Larry Stark (Offset), ein Prägedruck von Alf Lechner und eine Arbeit von Michelangelo Pistoletto. – Jede Graphik in einem Umschlagblatt mit typographischer Bezeichnung. – Außer dem reich bebilderten Katalog mit der Einleitung von Dieter Brusberg und dem Doppelblatt (Inhaltsverzeichnis und Druckvermerk) liegt dieser Ausgabe die deutsche Pressung einer der bekanntesten LPs aller Zeiten bei: »Sticky Fingers – Rolling Stones« (zeitgleich mit der Originalpressung, Label COC 59100) mit dem Cover nach Entwurf von Andy Warhol (Jeans mit originalem Reißverschluss).

46 : 33 cm (Kassette). – Kassette mit leichten Lagerspuren, Textblatt mit Randknick, Cover oben mit Riss (durch zu hektisches Öffnen).

145  Für HAP Grieshaber.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 160

Düsseldorf, Claassen 1979. Sieben signierte und nummerierte Graphiken. Zusammen mit Titelblatt lose in Originalleinenkassette.

Eins von 100 Exemplaren für die Vorzugsausgabe des Buches »Schnittlinien« (Gesamtauflage 120). – Entstanden und herausgegeben zum siebzigsten Geburtstag von HAP Grieshaber am 15. Februar 1979 von Freunden und einstigen Schülern des Künstlers. – Enthält je eine Radierung von Rolf Szymanski, Walter Stöhrer, Rudolf Hochlehner und Wilhelm Loth, einen Linolschnitt von Josua Reichert und Hans Martin Erhardt sowie eine Serigraphie von Lothar Quinte.

68 : 53 cm (Mappenformat). 1 Doppelblatt, 7 Radierungen.

146  750 Jahre Berlin – Berliner Künstler sehen ihre Stadt.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 170 ( R19 )

19 (von 21) Originalgraphiken. 1985/86. Alle signiert, datiert, nummeriert und teils betitelt.

Jeweils Exemplar 40/100. – Die 1986 vom Staatlichen Kunsthandel der DDR edierte Mappe umfasste 21 Graphiken, davon sind hier vorhanden: Radierungen von Michael Augustinski, Günter Blendinger, Manfred Böttcher, Wieland Förster, Antje Fretwurst Colberg, Friedrich W. Fretwurst, Lothar Gemmel, Wolfgang Leber, Rolf Lindemann, Klaus Roenspieß, Hans Schimansky, Hans-Otto Schmidt, Ursula Strozynski, Eva Went und Veronika Wagner sowie Lithographien von Dieter Goltzsche, Gisela Neumann und Monika Voss. – Es fehlen die Radierungen von Harald Metzkes und Gerenot Richter. – Ohne Titel und Editionsvermerk.

147  Ketzer – Narren – Ritter.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 330

Grafik zu Lyrik und Prosa. Boizenburg/Elbe 1988. Mit neun eingelegten Graphiken. Die Textblätter in Originalhalbleinenchemise eingebunden.

Eins von 25 Exemplaren. – Mit je einer Radierung von Karl-Georg Hirsch, Horst Hussel, Baldwin Zettl, Anton Paul Kammerer, Claus Weidensdorfer, Joachim Jansong und Hubertus Giebe, sowie je einer Lithographie von Angela Hampel und Rolf Münzer. Die einzelnen Graphiken entstanden jeweils zu Texten von Kerstin Hensel, Günter de Bruyn, Reinhard Berndorf, Sarah Kirsch, Bernhard Theilmann, Günter Kunert, Jürgen Rennert und Peter Gosse. – Die Mappenedition erschien anlässlich der Ausstellung »Grafik zu Lyrik und Prosa« in der Galerie der Fliesenwerke Boizenburg, die zweite dieser Art. – »[…] eine Begegnung zwischen Dichter und Künstler […] oder alltäglicher formuliert: zwischen Schriftsteller und Grafiker. […] Von 25 Autoren haben immerhin 18 geantwortet; 41 Grafiker und Fotografen ließen sich von deren Gedichten und Prosastücken zu Darstellungen in verschiedensten Techniken anregen« (Faltblatt zur Ausstellung).

41 : 29 cm. 9 Graphiken.

148  Barlach zu Ehren.

Schätzpreis/Estimate: € 400 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 360

Bildhauergrafik [sieben signierte Originalgraphiken], Bronzeplakette von Jo Jastram. Herausgegeben von Lothar Lang und Hans Marquardt. Leipzig, Reclam 1988. Mit Textblättern lose in Originalleinenkassette mit Deckelbild.

Exemplar 62/150, eins von 95 Exemplaren im Reclam Verlag. Weitere 25 erschienen als Künstlerexemplare, 30 in der Büchergilde Gutenberg. – Grafik-Edition XIX aus Anlass des 50. Todestages Ernst Barlachs. – Mit Radierungen von Sabine Grzimek, Berndt Wilde und Sylvia Hagen, Holzschnitten von Otto Pankok und Hermann Naumann sowie Lithographien von Theo Balden (farbig) und Werner Stötzer. – Die Textblätter mit Vorbemerkung der Herausgeber, Briefen von Ernst Barlach und Texten von Käthe Kollwitz, Paul Schurek und Otto Pankok. – Der Holzschnitt »Barlach I« von Otto Pankok entstand 1939, ein Jahr nach dem Tod Barlachs. Damals wurden laut Zimmermann/Jäger (WH 120) nur drei Exemplare gedruckt. Der posthume Abzug auf Japan, mit dem Nachlass-Stempel und von Eva Pankok, der Tochter des Künstlers, signiert.

56 : 41 cm (Kassette). – Der Pankok-Holzschnitt am linken Rand etwas geknittert, sonst tadellos.

149  Zwei abstrakte Kompositionen.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Farbserigraphien. 1971/1989. Signiert, datiert und nummeriert.

I. Herbert Aulich. Komposition. Farbserigraphie. 1971. 58 : 58 cm. Signiert, datiert und mit »21/150« nummeriert. Herbert Aulich (geboren 1927) studierte an der Werkkunstschule Hannover, u. a. bei Carl Buchheister und Erich Wegner. – II. Bob Bonies. Komposition. Farbserigraphie. 1989. 70 : 70 cm. Signiert, datiert und mit »99/100« nummeriert. Der Niederländer Bob Bonies (geboren 1937) wurde in seiner abstrakten Kunst u. a. von Olle Baertling und Richard Paul Lohse beeinflusst.

150  Die Kunst der Graphik.

Schätzpreis/Estimate: € 250 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 170 ( R19 )

Daraus fünf Lithographien und ein farbiger Prägedruck. 1982. 42,0 : 30,0 cm. Alle signiert.

Horst Antes. Gefleckte Figur. Farbige Offsetlithographie. – Valerio Adami. Statuette. Farblithographie. – Bruno Bruni. Solitudine. Farblithographie. – Simon Dittrich. Der Lordrichter. Farblithographie. – Paul Wunderlich. Tete de femme. Farblithographie. – Enrico Baj. Der kleine General. Farbiger Prägedruck. – Alle sechs Graphiken signiert. – Ediert 1982 von der Frankfurter Galerie Peter Femfert in nummerierter Auflage von 10.000 Exemplaren. – Ohne die Serigraphie von Hundertwasser. – Tadellos erhalten.

151  Victor Pasmore. Aus: Points of Contact.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Zuschlag/Hammerprice: € 550

Farbserigraphie. 1971. 59,5 : 39,5 cm (85 : 62 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 72/100. – Auf Velin mit Prägedruck. – Die Folge »Points of Contact« des britischen Abstrakten Victor Pasmore (1908–1998) erschien über mehrere Jahre.

Nicht außerhalb der Rahmung begutachtet.

152  A. R. Penck. Ohne Titel.

Schätzpreis/Estimate: € 900

Zuschlag/Hammerprice: € 900

Farblithographie. 81 : 113 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 9/60. – Ralph Winkler (1966–2017) wurde unter dem Pseudonym A. R. Penck (nach dem Geologen und Eiszeitforscher Albrecht Penck) Kandidat des Verbandes bildender Künstler der DDR. Seit 1969 bekam er zunehmend Probleme mit dem Staatssicherheitsdienst der DDR, seine Bilder wurden beschlagnahmt und die Mitgliedschaft im Verband Bildender Künstler der DDR (VBK) abgelehnt. 1980 übersiedelte er nach Westdeutschland. – Großformatige Arbeit in leuchtender Farbigkeit und vielschichtiger Metaphorik. – Aufwändig und gewichtig gerahmt.

153  Arthur Luiz Piza. Composition abstraite.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 230

Farbradierung. 45,5 : 29,5 cm (64,3 : 49,5 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 14/140. – Auf Velin. – Der brasilianische Künstler Piza (1928–2017), einer der wichtigsten südamerikanischen Abstrakten, war u. a. Schüler von Johnny Friedlaender in Paris. Er schuf Radierungen, die durch ihre kräftigen Gravuren fast reliefartige Wirkung erhielten. – Tadellos.

154  Steve Reich. Drumming

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 260

for eight small tuned Drums, three Marimbas, three Glockenspiels, male and female Voices, Whistling and Piccolo. New York und Los Angeles, John Gibson + Multiples 1972. Doppel-LP und Leporello mit Partitur.

Eins von 500 Exemplaren, das beiliegende Leporello vom Künstler signiert. – »Drumming« wurde zuerst am 3. Dezember 1971 im Museum of Modern Art, New York, aufgeführt. Die Innenseiten des Plattencovers mit Fotos der ersten Konzerte in New York (Museum of Modern Art, Student Center of New York University, Town Hall). Die LP wurde während der Aufführung in der Town Hall, New York, aufgenommen.

Leporello am Oberrand schwach geknickt.

155  Gerhard Richter. Schweizer Alpen.

Schätzpreis/Estimate: € 2000 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 4500

(I, Motiv A 1). Farbserigraphie. 1969. 69,5 : 69,5 cm. Signiert.

Eins von 300 unnummerierten Exemplaren. – Rückseitig mit dem Editionsstempel, die Motivnummer mit Bleistift eingekreist. – Die insgesamt zehn Serigraphien (zwei Serien mit je fünf Blättern) entstanden nach den gleichnamigen Gemälden aus dem Jahr 1969. Während einer Reise nach Mailand hatte Gerhard Richter 1968 die Motive aus dem Flugzeugfenster fotografiert.

Einige leichte und geglättete Knitterfalten, dadurch zwei winzige Farbverluste. Zwei Ecken stärker betroffen und restauriert, alle vier Ecken mit winzigen Nagellöchern.

Butin 20

156  Dieter Roth. Zwei Gefangene, Nr. II.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Ausruflimit/Reserve price: € 340

Aquatintaradierung mit Kaltnadel. 1972/73. 54,5 : 88,0 cm (64,5 : 95,5 cm). Signiert, datiert »73« und nummeriert.

Exemplar 2/50. – Auf Bütten. – Gedruckt von Karl Schulz, Braunschweig, ediert vom Künstler selbst. – In Anlehnung an die erste, als Schablonendruck erschienene Fassung von 1972.

Ränder etwas stockfleckig und mit kleinen Knickspuren. – Links kurzer Randeinriss. – Restaurierter Einriss im linken Darstellungsrand.

Dobke 259 (S. 156)

157  Dieter Roth. Komposition I.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 130

Kaltnadelradierung. 1977/1992. 29,5 : 22,5 cm (56,0 : 38,0 cm). Signiert und datiert.

Auf Velin »CMF« von Fabriano. – Laut Stempel »eines von 830«. – 1991 überarbeitete Dieter Roth die 1977 entstandenen fünf Radierungen (Komposition 1–5) ein letztes Mal. Der jeweils dritte Zustand erschien 1991/92 bei der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg (263 C1–C5).

Dobke 484 (vgl. 438 und 444). – Griffelkunst 263 C 1

158  Konrad Balder Schäuffelen. Lettroskop.

Schätzpreis/Estimate: € 600

Ausruflimit/Reserve price: € 400

Multiple (Kunststoff, Glas). 1970. 20,5 : 6,5 : 6,5 cm. Mit eingefrästem Monogramm, in der Kassette signiert. Köln, Galerie Der Spiegel [1970].

Exemplar 9/100. – Edition MAT. Collection 69. – Die Verleger beschreiben das originelle Objekt im Innendeckel der Kassette: »Ein Drehbuch. Ein Schauspiel. Für eine Schau von A bis Z. Für einen Dreh von A nach B. Bei der Inspektion sich einstellende Worte (Begriffe) zerfallen im Umsehen zu grenzenloser Ornamentik. Ein Instrument zum Durchschauen. Ein Instrument zum Drehen und Wenden«. – Daniel Spoerri und Karl Gerstner realisierten in den 1960er Jahren gemeinsam mit Hein Stünke/Galerie Der Spiegel ihre Idee der Vervielfältigung von Originalen in Form der Edition MAT (Multiplication d´Art Transformable) – Multiplizierte Kunstwerke, die sich bewegen oder bewegen lassen. Karl Gerstner nannte die 25 Objekte, die jeweils in einer Auflage von 100 Exemplaren in den Werkstätten der Galerie Der Spiegel gefertigt wurden, »Originale in Serien«. – Tadellos erhalten.

159  Torsten Schlüter. Ohne Titel (Horizont).

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

Aquarell. 2001. 13,5 : 46,0 cm. Monogrammiert und datiert.

»Hiddensee ist in der Tat tausendfach gemalt worden. […] Aber in Torsten Schlüter hat das ›söte Länneken‹ seinen Meister gefunden. […] Pastellzeichnungen, Ölbilder, aber vor allem Aquarelle von einer Leuchtkraft, wie sie seit Emil Nolde in Deutschland kein Künstler mehr gewagt hat. Für Torsten Schlüter ist die Insel selbst ein Aquarell, nass in nass, von Augenblick zu Augenblick anders« (Michael Baade in: Sturmkinder, Rostock 2005). – Auf Aquarellkarton. Rückseitig nochmals signiert und datiert.

Fest in Passepartout montiert.

160  Gregor Schneider. Mein erster Brockhaus.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Ausruflimit/Reserve price: € 1100

[Zwei Bände]. Köln, Salon 2012. Mit zahlreichen farbigen Abbildungen. Originalpappbände. Zusammen in Originalleinenschuber und Originalpappkassette mit Deckelschild.

Edition Ex Libris Nr. 13. – Eins von 20 römisch nummerierten Exemplaren der Collectors Edition. – Die Collectors Edition besteht aus zwei identischen Exemplaren eines Faksimiles des Kinderlexikons von 1972, das der Künstler als Kind im Original besaß. Auf dem Innendeckel des vorliegenden Exemplars seine signierte rote »Exlibris«-Filzstiftzeichnung, die als Vorlage für die Reproduktion in allen 370 Exemplaren, also auch der allgemeinen Auflage, diente. – Auch auf dem Schuber signiert un nummeriert. – »An meine früheste Kindheit habe ich kaum Erinnerungen. Mein erster Brockhaus ist eines der wenigen Bücher, das mir in Erinnerung geblieben ist. Mein Ex Libris ist mein unmöglicher Versuch, sich an die eigene Kindheit zu erinnern« (Gregor Schneider, Verlagsseite).

23 : 25 cm.

162  Detlef Schweiger. Senke & Spur I [und] II. – Mit Stiel & Stumpf.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 200 ( R19 )

– Drei Radierungen, zwei mit Prägedruck. 1989. 44,5 : 59,5 cm (53,0 : 78,5 cm) bzw. 61,0 : 24,5 cm (71,5 : 53,0 cm). Signiert, datiert, nummeriert und betitelt.

Exemplare 3/5 bzw. 7/9. – Auf Hahnemühle-Büttenkarton. – Detlef Schweiger wurde 1958 in Düsseldorf geboren, wuchs aber in Dresden auf. Nach Ausstellungen in der legendären DDR-Galerie eigen+art folgten zahlreiche weitere im In- und Ausland.

163  Lothar Sell. Till Eulenspiegel.

Schätzpreis/Estimate: € 300 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 200 ( R19 )

Neun Holzschnitte (statt zehn), davon zwei farbig. 1983. Ca. 70 : 50 cm (83,0 : 59,0 cm). Alle signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 34/90. – Mit dem ebenfalls signierten, datierten und nummerierten Titelholzschnitt. – In der Originalleinenmappe mit Holzschnitt-Deckelschild. – Herausgegeben von Manfred Schmidt und ediert vom Staatlichen Kunsthandel der DDR. – Es fehlt der dritte Farbholzschnitt (Blatt 5, Eulenspiegel als Bäcker), dafür liegt ein zweiter Abzug von Holzschnitt 10 (mit abweichender Nummerierung) bei.

Titel und Blatt 10 an einem Rand etwas geknickt.

164  Daniel Spoerri. Tableau Pìège. Gedeckter Tisch.

Schätzpreis/Estimate: € 400

Zuschlag/Hammerprice: € 300

Multiple. Offset-Collage als Faltbild auf leinenbezogenem Karton. 1973. 68,5 : 68,5 cm. Signiert und datiert. 1973.

Exemplar 499/600. – Ediert von Artefides, Luzern. – »Spoerri wurde mit seinen ›Fallenbildern / Tableau Piège‹ weltbekannt. Das sind auf Tischplatten fixierte Überreste einer Mahlzeit oder einer anderen zufällig vorgefundenen Situation (Arbeitstisch oder Flohmarktstand). Eingefangen wird damit ein Stück Alltagswirklichkeit wie in einer Falle (›piège‹)« (spoerri.at).

Schnepel S5-14 (mit farbiger Abbildung)

165  Daniel Spoerri. Anekdoten zu einer Topographie des Zufalls.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Hamburg, Nautilus 1998. Mit zahlreichen Abbildungen. Originalleinenband mit -schutzumschlag. In Originalkassette.

Erweiterte Neuausgabe nach der deutschen Ausgabe von 1968. – Eins von 300 Exemplaren der »Luxusausgabe«, davon 250 für den Handel mit dem »stoffgedruckten Fallenbild = Tischdecke (Hommage à Meret Oppenheim). Das Tuch (Format 225 : 160 cm) vom Künstler signiert und nummeriert. – Mit den Beiträgen von Robert Filliou und Emmett Williams, die an der damaligen Aktion in Paris mitwirkten sowie Beiträgen von Dieter Roth und Zeichnungen von Roland Topor. – Tadellos. – Auf dem Vortitel stempelnummeriert und mit Stempel »Attention Œuvre d’art«.

25 : 16 cm (Buch), 38 : 29 : 5 cm (Kassette).

166  Walter Tafelmaier. 6 Serigraphien.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Ausruflimit/Reserve price: € 200

1969. Ca. 54 : 36 cm (68 : 48 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 7/150. – Auf glattem, weißem Karton. – Walter Tafelmaier (geboren 1935) schuf ein umfangreiches graphisches Œuvre, war aber auch als Gebrauchsgraphiker erfolgreich. Das von ihm entworfenen Plakat »musica viva« von 1965 ist im MoMA archiviert. Mitte der 1970er Jahre gestaltete Tafelmaier das visuelle Erscheinungsbild der Stadt Erlangen. – Ediert von Fischer + Geier. – Lose in der Originalhalbleinenmappe.

167  Paul Thek. Ausstellungsposter.

Schätzpreis/Estimate: € 250

Zuschlag/Hammerprice: € 200

Serigraphie. 1971. 40,0 : 58,0 cm.

Gefaltetes Doppelblatt, innen mit Typographie und Illustration. – Erschienen als Poster anlässlich der Ausstellung »Pyramid / A Work in Progress« im Moderna Museet, Stockholm, November 1971 bis Januar 1972. – Die Serigraphie nach einer Zeichnung von Thek. – »Ark, Pyramid« war 1972 auch auf der documenta 5 zu erleben. »Jeden Morgen, bevor die Ausstellung geöffnet wurde, kam ein ernster junger Mann, stellte das Kaninchen an seinen Platz auf der Spitze des Berges zurück, verteilte die Zwiebeln auf dem Latexleichnam des Hippies im pinkfarbenen Anzug neu, goß frisches Wasser in die Badewanne, staubte die Zwerge ab und harkte den Sand, entzündete zum Schluß die Kerzen. Hundert Tage lang, bis die documenta 5 ihre Türen wieder schloß, arbeitete Paul Thek an seinem Environment ›Ark, Pyramid‹, ehe er es den Besuchern überließ.« (Die Zeit, 28/1995).

Äußere Ränder und im Falz leicht gebräunt.

168  André Thomkins. Schwebzeile.

Schätzpreis/Estimate: € 500

Zuschlag/Hammerprice: € 330

Multiple. Papier, Karton, Buntstift. 1969. 35 : 26 cm. Signiert und nummeriert.

Exemplar 40/55. – Nach dem Entwurf von 1958 für die Zeitschrift Material, der nicht ausgeführt wurde: 32 vertikale Papierstreifen aus Zeitschriften werden durch eine Scheibe mit »Leseschlitz« geführt. Durch Verschiebung der Streifen ergeben sich in der Sichtöffnung willkürliche Buchstabenfolgen. Diese können mit Hilfe des weißen Stifts in ein schwarzes Leporelloheft notiert werden. Dieser Versuchung konnte der Vorbesitzer dankenswerter Weise widerstehen. – Hergestellt in der Olefer Hagarpresse 1967 und 1969, ediert vom Rolf Kuhn Verlag.

Kassette mit leichten Alterungsspuren.

Nicht bei Schnepel und Archiv Sohm

169  Jean Tinguely – K. G. Pontus Hultén. Jean Tinguely »Méta«.

Schätzpreis/Estimate: € 300

Zuschlag/Hammerprice: € 400

Berlin, Propyläen 1972. Mit einer signierten Méta-matic-Zeichnung, einer Schallplatte und zahlreichen Abbildungen. Original-Objekteinband.

Deutsche Ausgabe, zeitgleich mit der Stockholmer Ausgabe erschienen. – Katalogobjekt in Form eines Koffers mit Tragegriff. – Die von Tinguelys Zeichenmaschine »geschaffene« Zeichnung vom Künstler signiert. – Tadellos erhalten.

30 : 22 cm. 363, [1] Seiten, davon einige gefaltet, 1 Zeichnung.

Slg. Schnepel T2-02

170  Günther Uecker. Kraftfeld.

Schätzpreis/Estimate: € 1800 ( R19 )

Zuschlag/Hammerprice: € 1000

Prägedruck. 1974. 22,7 : 22,8 cm (33,0 : 22,8 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar 13/99. – Erschien als Beilage zur Vorzugsausgabe der Zeitschrift ZET, Jahrgang II, Heft 8. – Unten links mit dem Trockenstempel der Edition.

Untere Ecken schwach geknickt.

171  Hans Uhlmann. Erregt.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Ausruflimit/Reserve price: € 140

Lithographie. 1964. 47 : 60 cm (51,0 : 66,5 cm). Signiert, datiert und nummeriert.

Exemplar XXIII/XXV aus der Vorzugsausgabe auf Japan, daneben 65 Exemplare auf Velin. – Ediert von Wolfgang Ketterer, München, mit dessen Trockenstempel. – Sehr schön erhalten. – Hans Uhlmann (1900–1975) war und ist besonders als Bildhauer bekannt. Erste Arbeiten entstanden noch vor dem Krieg. Während des Dritten Reiches wurde er wegen seines politischen Engagements verfolgt und erreichte erst nach Kriegsende künstlerische Anerkennung und Ehrungen.

172  Victor Vasarely. Sans titre.

Schätzpreis/Estimate: € 450

Ausruflimit/Reserve price: € 300

Farbserigraphie. 1965/66. 50,0 : 50,0 cm (ca. 73 : 61 cm). Signiert und nummeriert.

Exemplar 31/275. – Quadratische Reihung von 25 Farbflächen in verschiedenen Blau- und Grüntönen. – Auf Velin. – Mit dem Trockenstempel »Editeur Denise René«. – Anlässlich der dortigen Vasarely-Ausstellung im Juni/Juli 1966 gedruckt. Die Serigraphie wurde auch als Vorlage für das Ausstellungsplakat benutzt. – Dazu: Katalog zur Ausstellung.

Nicht außerhalb des Rahmens begutachtet, augenscheinlich aber gut erhalten und farbfrisch.

173  Rachel Whiteread. Mike and the Modelmakers.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Ausruflimit/Reserve price: € 1500

Multiple. Metallguß, Leinen, Farbserigraphie und Buch. 2008. 30 : 22 : 8 cm (Kassette). Signiert und nummeriert. Köln, Salon 2008.

Edition Ex Libris 14. – Eins von 40 Exemplaren der Luxusausgabe mit dem Metallguss-Modellauto und der Farbserigraphie (Faltbogen für eine Box zur Aufbewahrung des »Autos«). – Das erste Atelier der englischen Bildhauerin Rachel Whiteread (geboren 1963) lag gegenüber der Firma Lesney, die bis in die 1970er Jahre die legendären Matchbox-Modelle herstellte. Das hier faksimilierte Buch von S. Sasek »Mike and the Modelmakers« erschien 1970 als Jubiläumsfestschrift der Traditionsfirma. – »Die Edition Ex Libris hat es sich zur Aufgabe gemacht, Bücher, die für das Verständnis der Arbeit zeitgenössischer Künstler von Bedeutung sind, dem Vergessen zu entreißen. Durch den von der Künstlerin entworfenen Schutzumschlag wird dieser ansonsten unveränderte Reprint zu einem Künstlerbuch, das […] helfen wird, das Werk dieser Bildhauerin, die sich seit Jahren mit dem Abgießen und Abformen und mit dem Begriff des Modells auseinandersetzt, in einem neuen Licht zu sehen.« (Verlagsankündigung). – Das Gussmodell eines Betonmischers auf der Unterseite mit gepunztem Monogramm und Nummerierung. Das Modell ist in ein Schutztuch mit gesticktem Etikett gehüllt. – In der orangefarbenen Originalleinenkassette. – Tadellos erhalten, selten.

174  Baldwin Zettl. Wer hören will, muß fühlen.

Schätzpreis/Estimate: € 200 ( R19 )

Ausruflimit/Reserve price: € 130 ( R19 )

Kupferstich. 1987. 22,5 : 14,0 cm (53 : 39 cm). Signiert, datiert und betitelt.

Auf Kupferdruckkarton. – Datiert »Pfingsten 1987«, recto und verso nummeriert. – Spätestens in der Unerträglichkeit der Ummauerung und Bevormundung der späten 1980er Jahre wandten sich immer mehr junge DDR-Künstler dem Thema Mauer und Flucht zu. Hier beiliegend drei Radierungen anderer DDR-Graphiker: Manfred Butzmann. Kasernentor. 1987. – Ulrike Markert. Ein Schritt. 1988. – Ulrike Markert. Spaziergang. 1989.

175  Walasse Ting. One Cent Life.

Schätzpreis/Estimate: € 1500

Zuschlag/Hammerprice: € 2400

Edited by Sam Francis. Bern, Kornfeld 1964. Mit 62 teils doppelblattgroßen Farblithographien. Lose Doppelbogen in farbig serigraphierter Originalleinenchemise mit illustriertem Originalumschlag im -leinenschuber.

Eins von 2000 Exemplaren. – Herausgeber Sam Francis vereinte die 61 Gedichte des amerikanischen Malers und Poeten Walasse Ting mit Farblithographien von Asger Jorn, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Robert Rauschenberg, Andy Warhol und Tom Wesselman und bildnerischen Beiträgen von Pierre Alechinsky, Jim Dine, Sam Francis, Joan Mitchell, James Rosenquist und Antonia Saura u. v. a. Insgesamt waren 28 Künstler beteiligt. – Druck bei Maurice Baudet, Paris. – Großartiges Malerbuch der Nachkriegszeit, eines der wichtigsten und schönsten Zeugnisse des abstrakten Expressionismus und der Pop Art.

41 : 30 cm. 170, [4] Seiten. – Schuber stark verblasst. Umschlagkanten minimal bestoßen.

176  ZET.

Schätzpreis/Estimate: € 2000

Zuschlag/Hammerprice: € 1600

Das Zeichenheft für Literatur und Graphik. Herausgeber Wolfgang Rothe. Jahrgang 1 [–] 3, Heft 1 [–] 12. Heidelberg 1973–1975. Mit insgesamt 25 Graphiken, davon 13 signiert, datiert und nummeriert. Originalbroschuren mit Pergaminumschlag.

Alles Erschienene. – Je eins von 99 Exemplaren der Vorzugsausgabe, der neben den zwölf eingebundenen Graphiken folgende signierte Graphiken beigelegt wurden: Prägebild von Günther Uecker und je eine Radierung von Bernard Schultze, Alfred Hrdlicka, Günter Grass, Emil Schumacher, Edgar Augustin, K. F. Dahmen (Farbradierung), Friedrich Meckseper, Peter Ackermann, Joachim Schmettau, Paul Eliasberg, Michael Schoenholtz und K. R. H. Sonderborg. – Eingebundene Graphiken: Günther Uecker (Nagelprägebild), Peter Ackermann, Stefan Wewerka, Christoph Meckel, Bernard Schultze, Heinz Knoke, Ursula Schultze, Eduardo Paolozzi, Michael Schoenholtz und Joachim Schmettau (Radierungen), HAP Grieshaber (Farbholzschnitt) und H. E. Kalinowski (Lithographie). – Die Vorzugsblätter wurden von den Künstlern eigens für ZET geschaffen. – »Ein ZEICHENHEFT wird hier vorgelegt, eine Anzahl Seiten mit Zeichen: Anzeichen, Randzeichen, Handzeichen, poetische Zeichen gesprochen von Dichtern, graphische mit Feder oder Radiernadel vom Künstler hingeschrieben. Ein Nebeneinander und hoffentlich auch Miteinander zweier Weisen des schöpferischen Menschen, sich auszudrücken, zwei verwandte Zeichensprachen.« (Vorwort).

34 : 24 cm. – Rücken leicht verfärbt.

Spindler 164.1–12. – Uecker: Van der Koelen L 7512 (nur einer der beiden Prägedrucke)

177  Zeitschrift für Tiegel & Tumult.

Schätzpreis/Estimate: € 1000 ( R7 )

Ausruflimit/Reserve price: € 660 ( R7 )

Herausgegeben von Wolfgang Luh und Jürgen O. OIbricht. [Nummern] 1–25. Kassel 1986–1992.

Vollständige Folge der ungewöhnlichen »Zeitschrift«. – Vierteljährlich erschien eine Ausgabe, jeweils in Zusammenarbeit mit einem Künstler, dem sogenannten »Visual Guest«, in einer Auflage von 150 Exemplaren. – »Die Zeitschrift ist handgemacht und bedient sich aller erdenklichen Verarbeitungstechniken. Mediale Formen verschiedenster Art kooperieren für ihr Erscheinungsbild – zB 2 Bügeleisen, eine Fensterbank oder ein Plastikhemd. Der Aspekt des Recyclings fließt dabei stark ein. […] Symbol der Zeitschrift ist die abgeschnittene Ecke, die als Heft im Heft wieder auftaucht.« (Katalog Sammlung Dittmar Nürnberg 1991). – Unter den zahlreichen Objekten, Ready-mades und Beilagen diverse Umschlags- und Mappenformen, Stoffbeutel, Konserven-Dose, ausklappbarer Metallrahmen, roter Plastikkoffer. – Beteiligt waren folgende Künstler: Wolfgang Hainke, Chuck Stake, Eric van Scooten, Georg Jappe, Emmett Williams, Michael Heckert, Axel Gallun, Bernard Heidsieck, Arno Arts, Ann Noel, Niall Monro, Boris Nieslony, Vittore Baroni, Achim Schnyder, Heta Norros, Bruce McLean, Wilhelm Koch, Norbert Klassen, Rainer Resch, Claus Böhmler, Franz-Josef Weber, Die Zwei, Rainer Selg, Martin Rindlichsbacher. – Die Ausgaben 16 und 25 (Das Buch) mit signierten Arbeiten der bis dato beteiligten Künstler. – Die Zeitschrift wurde ab Nummer 26 unter dem Titel »No News« fortgeführt. – Alle tadellos erhalten.

178  Kunst der sechziger Jahre.

Schätzpreis/Estimate: € 200

Zuschlag/Hammerprice: € 130

Sammlung Ludwig im Wallraf-Richartz Museum Köln. 5. verbesserte Auflage. Köln 1971. Mit zahlreichen Farbabbildungen, teils eingeklebt, teils auf Folienblätter gedruckt. Originalkunststoffordner mit Blindprägung und Schraubheftung.

Herausgegeben von Gert von der Osten und Horst Keller. – Aufwändiger Katalog der berühmten Sammlung Ludwig, die 1968 als Leihgabe an das Kölner Wallraf-Richartz-Museum übergeben wurde. – Vom Inhalt der legendären Sammlung, aber auch in der haptischen Gestaltung (Folienordner, Druck auf Silber- und Packpapier, Folien und »Schaumstoff«-Blätter), bis heute unübertroffene Dokumentation zu 92 Künstlern mit 209 auf Farbtafeln vorgestellten Kunstwerken.

30 : 25 cm.

179  Kunst der 1970-90er Jahre – Sammlung von mehr als 100 Einladungen

Schätzpreis/Estimate: € 750

Zuschlag/Hammerprice: € 300

zu Ausstellungen, meist vom jeweiligen Künstler gestaltet. Amsterdam, London u. a. 1980–2005.

Umfangreiches Konvolut von originellen, teils signierten Einladungen, meist zu Ausstellungen und Vernissagen holländischer Galerien der 1990er Jahre. – Künstler: Laurence Aëgerter, Eric Andersen, Carl Andre, Ross Bleckner, Marinus Boezem (signiert), KP Brehmer, Sjoerd Buisman, Günter Brus (7), James Lee Byars, Piero Calzolari, Joyce Cordewener, Jan Cremer, Piere Downsbrough, Jimmy Durham, Olafur Eliasson, Pieter Engels, Guido Geelen, Gilbert & George (6), Ludwig Gosewitz, Rodney Graham, Buky Grinberg, Christine Hamelberg, Richard Hamilton, Al Hansen, Keith Haring, Jan Henderikse, Pieter Holstein, Micha Klein, Gisela Kleinlein, Jiri Kolar, Addi Køpcke (signierter Brief auf eine Einladung seiner Galerie), Bob Lens, Richard Long (4), Raul Marroquin, Yutaka Matsuzwa, Pieter Mol, Yoko Ono (9), Izhar Patkin (2), Ben Patterson, Knud Pedersen, Willem de Ridder (mit »Constellation«), Dieter Roth, Takako Saito (3), Wim T. Schippers (2), Servaas, Oey Tjeng Sit, Michael Snow, Helen Strik, Jan Svenungson, Endre Tót, Tim Ulrichs, Ben Vautier (9), Hermann de Vries, Andy Warhol, Susan Weil, Lawrence Weiner, Stefan Wewerka u. a. mehr.

Alle tadellos erhalten, in zwei Sammelalben.