Vorschau 10 : Theodor Däubler. Hymne an Venedig.

Berlin, Heinz Barger [1917]. Weinroter Originalecrasélederband mit vergoldeter Deckelvignette, Rückentitel und Deckelkantenfileten (signiert: Maria Lühr, Berlin).

Exemplar 54 von 100 auf Old Stratford-Bütten. – Druckvermerk vom Autor signiert und nummeriert. – Erste Ausgabe. – Kriegsdruck der Cranach-Presse: »Harry Graf Kessler hat zur Herstellung dieses Werkes seine Presse, seine Arbeiter und seine Typen zur Verfügung gestellt, trägt aber im übrigen für den Druck technisch keine Verantwortung, da er ihn wegen Kriegsabwesenheit nicht überwachen konnte.« (Druckvermerk). – Die Druckleitung lag möglicherweise bei Henry van de Velde. – Satz von Walter Tanz und Max Geski aus der Caslon-Antiqua. – Druck in Rot und Schwarz. – Sehr seltene Einbandvariante in Leder, gearbeitet in der Werkstatt von Maria Lühr, die auch den Einband für den nächsten Kriegsdruck der Cranach-Presse, Wielands »Sulamith«, schuf. Sie war wie Douglas Cockerell eine Schülerin Cobden-Sandersons und trug maßgeblich zur Überarbeitung der deutschen Übersetzung von Cockerells Buch »Der Bucheinband und die Pflege des Buches« bei. – Das Copyright für Däublers Text lag beim Georg Müller Verlag, wo 1916 die »Hymne an Italien« erschienen war. – »Die Bezeichnung ›Heinz Barger Verlag‹ ist auf eine Eigenmächtigkeit Bargers zurückzuführen, der neben dieser Ausgabe bereits die »Erste George Grosz Mappe« […] unter seinem Namen veröffentlicht hatte.« (Frank Hermann). – Alle Publikationen seines Verlages »Neue Jugend« gingen nach den Querelen um die von den Brüdern Herzfelde übernommene Zeitschrift an den Malik-Verlag über. – Kessler druckte kurze Zeit später auch Wieland Herzfeldes »Sulamith«. – »Eindrucksvoll ist das großflächige Format des nur zwanzig Seiten umfassenden Buches, das durch den roten Seideneinband mit einer linearen Zeichnung des Markuslöwen in Gold betont wird. Der schmale Band bekommt dadurch etwas Luxeriöses […]« (Renate Müller-Krumbach, S. 36). – Theodor Däubler gehörte neben George Grosz zu den engsten Freunden von Wieland Herzfelde und John Heartfield.

ChristianHesse