Vorschau 3 : Imre Reiner – Aristophanes. Die Vögel.


Übertragen von Christian Voigt mit 37 Holzstich-Illustrationen von Imre Reiner. Hamburg, Maximilian-Gesellschaft 1965. Mit 37 Holzstichen im Text, acht davon blattgroß. Weißer Schweinslederband und weißer Halbschweinslederband, zusammen in Doppelschuber mit Pergamentkanten (signiert Legatoria Artistica Ascona 1972).

Exemplar VI von zwölf römisch nummerierten Künstlerexemplaren. – Druckvermerk vom Künstler mit Rotstift signiert und nummeriert. – Dieses, auch innerhalb der kleinen Künstlerauflage, ganz unikate Exemplar enthält zusätzlich: sieben Originalzeichnungen (Tusche und Aquarell) und 25 Holzstiche als Probedrucke. Die Zeichnungen, teils Gouachen und Aquarelle, teils aquarellierte Tuschzeichnungen, und 13 der Probedrucke auf Japan sind auf eingebundene Blätter am Ende des Bandes montiert, 12 Probedrucke liegen lose bei. Alle »Beigaben« signiert, meist auch datiert und betitelt, die Holzstiche als »Probedrucke« oder »épreuve« bezeichnet. – Besonders die farbenfrohen Aquarelle überraschen in ihrem Gegensatz zu den – zumindest auf den ersten Blick – strengen Holzstichen. – Besonders bemerkenswert die zweite Beigabe: Sechs in Rot gedruckte Aquatintaradierungen in deutlich größerem Format als das Buch, jede signiert und mit «Probeabzug (Die Vögel)« bezeichnet. Die Radierungen auf Kartonblätter montiert, diese gebunden in Halbschweinslederband. Auf dem Vorsatzblatt die eigenhändige Anmerkung Reiners: »Es war meine Absicht, das Buch in diesem Format zu planen und mit Radierungen zu illustrieren, die Umstände wollten es anders. Statt Radierungen machte ich Holzstiche u. somit änderte sich auch das Format. I. R.« – Das Buch erschien als Jahresgabe der Maximilian-Gesellschaft für 1964 in einer Auflage von 1500 Exemplaren. Die Typographie stammt von Richard von Sichowsky, gedruckt wurde bei Hans Christians, Hamburg, auf Hahnemühle Kupferdruckpapier. Als Blockbuch gedruckt und gebunden. – Die Einbände stammen von J. Stemmle, der 1965 in Ascona die »Legatoria artistica« eröffnet hatte. Aus dieser ging später die Stiftung »Centro del bel libro Ascona« hervor. – Die künstlerische Entstehungsgeschichte der Illustrationen lässt sich kaum besser nachvollziehen als an diesem Exemplar aus dem Nachlass des Künstlers. – Tadellos erhalten.

ChristianHesse