Vorschau 6 : Gelber Maroquinband von Paul Kersten

mit Vergoldung und grünen und roten Lederintarsien. – Inhalt: Clemens Brentano. Das Märchen von Komanditchen.. Mit sechs Farblithographien von Maria Krauß. Leipzig, Verlag der Diovis-Bücher 1924

Schöner, sehr dekorativer Einband von Paul Kersten (1865–1943), einem der führenden Buchbinder des frühen 20. Jahrhunderts. – »K. war ein begabter Alleskönner: Fachschriftsteller, Direktor der ›Aschaffenburger Buntpapierfabrik‹ und Fachlehrer an der ›Berliner Innungsfachschule‹.«. 1912 gründete er mit Carl Sonntag den »Jakob-Krause-Bund« und war dessen Vorsitzender von 1914–1921. Er schrieb viele Fachaufsätze sowie grundlegende Bücher zur Einbandkunst (»Der exakte Bucheinband«, »Das Goldschnittmachen«, »Die Herstellung aller Arten von Buntpapier«, »Die Marmorierkunst«, »Leitfaden für Buchbinder«, »Neuzeitliche Entwürfe für Bucheinbände« und zusammen mit dem letzten JKB-Vorsitzenden Paul Klein, das »Lehrbuch der Handvergoldung«). Sowohl seine Gestaltungsidee als auch ein von ihm verbessertes Werkzeug wurden nach ihm benannt: »Kerstenstil« und »Kerstenfalzbein«. – Exemplar 156 von 1.000. – Gesetzt aus der Korpus Weiß-Fraktur. – Gedruckt auf Zerkall-Bütten. – Druck von der Graphischen Kunstanstalt Günther, Kirstein & Wendler, Leipzig. – Der Druckvermerk wurde hinsichtlich der Angaben zum Einband handschriftlich abgeändert und ergänzt. – »Die Künstlerin Maria Krauss war bis 1921 in Wien Schülerin der privaten Schule und Werkstätte von Emmy Zweybrück und gehört zur zweiten Generation der Wiener Werkstätte. Später war sie Schülerin von Walter Tiemann in Leipzig. Im Jahr 1925 heiratete sie den Graphiker Walter Cyliax, der die Druckausstattung des Buches übernahm.« (vgl. Katalog »Angewandte Kunst Bilderbuch-Entwürfe vom Biedermeier bis zum Kinder-Fernsehen« der Antiquariate Sabine Keune und Dr. Ruth Wölfle).

ChristianHesse