Vorschau 35 : George Grosz. – Alfred Richard Meyer. Lady Hamilton

oder Die Posen-Emma oder vom Dienstmädchen zum Beefsteak à la Nelson. Eine ebenso romanhafte wie auch novellenschaukelnde durchwachsene Travestie […] fleissigst und fleischigst bebildert von George Grosz. Berlin, Fritz Gurlitt 1923. Mit acht signierten, kolorierten Lithographien. Originalhalbpergamentband mit Buntpapierdeckelbezügen.

Die Neuen Bilderbücher V/2. – Eins von 50 römisch nummerierten Exemplaren der absoluten Vorzugsausgabe, bei der alle Lithographien koloriert und signiert wurden. Bei den nächsten 100 Exemplaren wurden sie nur signiert, bei den weiteren 150 Exemplaren hatte der Künstler »nur noch die Kraft einer zwofachen Signierung« (Druckvermerk). – Im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – »Gedruckt – unglaublicherweise! – in der Stefan George-Type« (Kobbe). Dass Alfred Richard Meyer für seinen deftigen Text just diese Schrift aus dem Bestand bei Otto von Holten auswählte, wirft ein Licht auf seine parodistische Verwendung von Typographie. – Auf imitiertem Japan-Bütten. – Alfred Richard Meyer (1882–1956) war ein ebenso erfolgreicher wie lebenszugewandter Verleger, Schriftsteller und Bohemian. Früh verkehrte er in expressionistischen Kreisen, Dichter wie Heinrich Lautensack, Paul Zech, Gottfried Benn, Else Lasker-Schüler, Alfred Lichtenstein oder Yvan Goll ließen ihre frühesten Veröffentlichungen bei ihm drucken. Bereits 1921 hatte George Grosz Meyers Gedichte »Munkepunke Dionysos« illustriert.

ChristianHesse