Vorschau 37 : Max Beckmann. – Kasimir Edschmid. Die Fürstin.

Mit sechs Radierungen von Max Beckmann. Weimar, Gustav Kiepenheuer 1918. Mit sechs Radierungen. Originalwildseidenband. Rückentitel, Deckelvignette, Rücken- und Deckelkantenfileten silbergeprägt.

Erste Ausgabe. – Eins von 370 Exemplaren auf holländischem Bütten im Rohseideneinband (Gesamtauflage 500). – Der Einbandentwurf stammt von Else von Guaita, der Schülerin Henry van de Veldes, dessen ornamentaler Stil in der Deckelvignette noch deutlich sichtbar ist. – Das starke Bütten mit Kopfschnitt in Silbergrau, Seiten- und Fußsteg unbeschnitten. – Eines der schönsten Beispiele expressionistischer Buchillustration. – Edschmid hatte Max Beckmann im Atelier seines Vetters Ugi Battenberg kennen gelernt und berichtete davon in seinem Tagebuch: »Damals begann der neue Beckmann […] Er machte sechs Radierungen zu einem Buch von mir, ›Die Fürstin‹ […] Der Verleger Kiepenheuer schrieb an einen Freund in der Schweiz: ›Beckmann und KE – ich mag sie beide nicht, aber sie sind aktuell.‹ Die Auslandspost ging durch die Militärzensur, und so wußten wir schon am nächsten Tag von dem Geständnis. Ohne Kommentar erhöhten wir das [geforderte] Honorar, jeder um 1000 Mark« (zitiert nach Jentsch).

ChristianHesse