1061 Ida Boy-Ed. Sieben eigenhändige Briefe und Karten, alle mit Unterschrift.

1892–1926.

Beschreibung

I. Sechszeiliger Sinnspruch mit Unterschrift: »Was ist Glück? Wenn die Pflichten welche uns das Leben auferlegt, weder zu gering noch zu groß für unsere monadischen Kräfte sind«, datiert »Lübeck Feb [18]92«. – II. Fünfzeiliger Sinnspruch mit Unterschrift: »Trotz aller Arbeit, die wir leisten […]« und III. Begleitbrief, datiert 2. August 1912: »anbei ein Wort für das Kalendarium«, beide mit Unterschrift. – IV. Porträtfotografie, rückseitig beschrieben. 4.6.1915. An Käte Schultze, Braunschweig. – V. Postkarte (Diele im Burghaus, seit 1912 das Ehrendomizil von Ida Boy-Ed in Lübeck). Dankt für Geburtstagswünsche »mit einer Karte […], selbst wo ich gern einen Brief schriebe«. – VI. Brief mit Unterschrift. 21. Sept. 1927. An Herrn Schabbel. »Daß in dem kleinen Aufsatz irgendetwas Unseriöses zu finden wäre, glaube ich nicht. So hoffe ich denn, daß Sie ihn bringen werden.« – VII. Briefkarte mit Unterschrift. 11. Juni 1926. An den Lübecker Schriftsteller und Redakteur Ludwig Ewers: »Von Karla Manns Geschick weiß ich garnichts, nur Katja sagte mir einmal sie habe sich das Leben genommen […] Ihr Artikel wird wohl alle sehr freuen […] Unsere Politik ist z. Z. auf dem Gipfel«. – Beigaben: Gedruckte Danksagung für Glückwünsche zu ihrem 75. Geburtstag. In eigenhändig adressiertem Umschlag. – Danksagung vom Sohn Karl Boy-Ed für Trauerbrief zum Tod seiner Mutter. – Stahlstich-Porträt nach einer Fotografie von 1902. – Signierte Porträtfotografie.

Ida Boy-Ed (1852–1928), versuchte sich – von ihrem Vater beargwöhnt – als Schriftstellerin, heiratete jung und glücklos und verließ mit dem ältesten ihrer vier Kinder Lübeck, was dort einen Skandal auslöste. Auf familiären und finanziellen Druck musste sie nach Lübeck zurückkehren und veröffentlichte dort ihr erstes Buch, dass sofort erfolgreich war und dem zahlreiche Romane und Erzählungen folgten. Sogleich nach Erscheinen der »Buddenbrooks« wurde sie zur eifrigsten Förderin Thomas Manns und sorgte in dessen frühen Schaffensjahren für die Anerkennung des mittlerweile Wahl-Münchners auch in seiner Heimatstadt. Mit ihrem Salon, in dem neben Thomas Mann und Otto Grautoff auch Hermann Abendroth und Wilhelm Furtwängler verkehrten, beeinflusste sie das kulturelle Leben ihrer Heimatstadt so nachhaltig, dass der Lübecker Senat ihr als Dank bereits 1912 dauerhaftes Wohnrecht im Burgtorhaus gewährte.

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