137 Renée Sintenis – Hans Siemsen. Das Tigerschiff.

Jungensgeschichten. Zehn Radierungen von Renée Sintenis. Frankfurt am Main, Querschnitt-Verlag 1923. Mit zehn signierten Radierungen. Dunkelblauer Originallederband mit rot-goldenem Rückenschild, vergoldeter Deckelvignette und Kopfgoldschnitt (signiert: Handband Enders Leipzig).

Beschreibung

26. Flechtheim Druck. – Exemplar 22 von 250, eins von sehr wenigen Exemplaren in Ganzleder. – Im Druckvermerk von Künstlerin und Verfasser signiert. – Auf Bütten. – Der Journalist Hans Siemsen (1891–1969) war Mitarbeiter der progressiven und satirischen Zeitschriften »Aktion«, »Uhu« und »Weltbühne«, 1934 emigrierte er nach Frankreich. Viele Schriften Siemsens, besonders die vorliegende Sammlung und sein im Exil erschienener Roman »Die Geschichte des Hitlerjungen Adolf Goers«, waren von seiner homosexuellen Orientierung geprägt. Lange Jahre stand er Joachim Ringelnatz nahe, dessen Nachlass er von Amerika aus edierte. Die Bildhauerin und Graphikerin Renée Sintenis (1888–1965) wurde »zur schillernden Figur der Berliner Künstlerbohème in den 20er Jahren. Das kunstbegeisterte Publikum von Berlin bis New York schätzte die exquisiten kleinformatigen Plastiken der Künstlerin ebenso wie ihre elegante, über 1,80 Meter große Erscheinung. … Eine außergewöhnliche Freundschaft pflegte Sintenis zum Dichter des »Kuttel Daddeldu«, Joachim Ringelnatz (1883–1934), der über sie und ihr plastisches Werk Verse schmiedete« (Elke Krauskopf, urania.de, 2020). – Sehr schönes Exemplar, innen tadellos.

30,2 : 21,8 cm. 33, [1] Seiten, 10 Radierungen. – Rücken leicht verfärbt, Ränder etwas berieben. Hinterer Deckel mit schwachen Schabspuren.

Rodenberg 356, 26. – Schauer II, 113. – Lang E 333. – Imprimatur NF V, Seite 112 (Flechtheim)